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Full text of "Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon"

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W Neues allgemeines 


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tsohcs Adels-Lexi 

im Vereine mit mßhreren Historikern 

herausgegeben 

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Pr«f. Dr. KrHHt Heinrich Kuescbkc 

Sechstel' Band, 
Leipzig, 

Ffiedritb Voigt*» Bnchfa andlutig 







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Loeweiithal, Freiherren (Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein 
schrügrechter. mit drei sechsstrahligen Sternen belegter, blauer Balken, 
bei^Ioitot üben und iinton von einer schräglinks gelegten, blauen Lilie u. 
2 und ){ in Kotli (»in einwilrtsgekelirter, doppelt geschweifter, goldener 
Lüwo weli'hor in den Vordorpranken einen goldenen Stern hält), Kur- 
ptülzischor Freihorrnstand. Diplom vom 11. Apr. 1785 für Felix Adam 
V. l.imentbal . kurijfälz. (ich.-Kath, Kegier.-Canzlcr und Lehenpropst 
zu Amberg. Derselbe, spater als k. bayer. w. Geh, Rath und Geh. Re- 
ferendar und Herr auf Dcining und Leutenbach in die Freihermclasse 
der Adolsmatrikel iles Kfi:r. Bayern eingetragen, stammte aus einem 
Adelsgoschlechte Bayenus und der Oberpfalz. Der Adel war in das- 
selbe lti2<; in der Pei'son des Albrecht Sigmund Loeweuthal gekommen 
und zwar wegen seiner Verdienste um das Münzwesen in Prag und 
wegen bediMitender Vorschüsse im böhmischen Kriege , weshalb auch 
lß.54 das Wappen verbessert und mit einem zweiten Helme vermehrt 
wurde. 

9. LuHu, H. Hl. ~ SiehinacMer, III. IM: da« Termehrte Wappen von 16i4 und V. 8t: 
Stamm wn|ip«>ii. - W M. d. Kgr. Bayern. III. 54 und 9. WClckerti, Abth. S. R. 149 und l&O. 
— r. Hrfn^r, Iiayrr. Allel. Tab. 4.S und S. 46. - Kmnackkt, 11. 8. «81 und 82. 

Loewenthal, Kitter. Böhmischer Ritterstand. Diplom vom 2 9. Apr. 
1694 für Johann Baptist und Martin Allio Loewenthal. 

V. IhUhach, II. H. 67. 

Loewenthal, s. Hayn, Heino v. Loewenthal, Hayn und 
Loewenthal , Bd. TV. S. 260. 

Loewenthnm, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom 
von 1704 für Friedrich Le()i)old v. Loewenthum, nieder -österr. Regi- 
mentsratb, wegen 40jahriger Dienstleistung. 

Mfgpritt r. MÜht/Hd, S. 67. 

Loewenwalde, Löwenwolde, auch Grafen. Altes, liefländisches, 
in den schwedischen Grafenstand erhobenes Geschlecht, aus welchem 
ein Sprosse des zu Rud . Augas etc. begüterten Stammes , nachdem er 
mit mehreren Liefländischen vom Adel auf Seite der Krone Polen ge- 
treten und dadurch mehrere Güter verloren, sich nach Kursachsen mit 
seinen drei Söhnen wendete und vom Könige August IL in Polen zum 
Geh. Kriegsrathe und zum Gouverneur des unmündigen Erbprinzen zu 
Sachsen-Merseburg Moritz Wilhelm ernannt wurde. Als im Sept. 1706 
die schwedische Armee in Sachsen einfiel, glaubte er sich in Merseburg 
nicht sicher und begab sich daher mit dem Erbprinzen in das Mark- 

JTiwmJU DeatMih. Adflü-Lez. VI. 1 



— 2 — 

grafenthum Bayreuth, und später nach Dresden, worüber Gauhe Wei- 
teres mittheilt. Nach der Schlacht bei Pultawa, 1709 , änderte sich in 
Liefland alles wieder und so zog denn der Graf v. L. mit seinen drei 
Söhnen, welche sich an den herz, curländ.- und nachher an den k. rus- 
sisch. Hof begaben, wieder nach Liefland. Die genannten Söhne kamen 
sämmtlich zu hohen Ehrenstellcn , doch tiel der Aeltere, um 1738 k. 
russ. Ober- Hof- Marschall, Ober-Inspector des Salz-Wesens 1743 bei 
der Czarin in Ungnade; Graf Friedrich war 1733 k. russ. Gesandter 
am k. polnischen Hofe, trat im folgenden Jahre in k. k. Dienste, wurde 
bald Generalmajor und 1741 General - Feldzeugmeister und Graf Carl 
Gustav, 1732 k. russ. Ober - Stallmeister und Generallieutenant, wurde 
dann mit Gesandtschaften an den k. k.- und an den polnischen Hof be- 
traut, starb aber schon 1735 in Liefland auf seinen Gütern. 

Gauhe» IL 8. 649-652. 

Loewitz. Altes , schon längst ausgestorbenes , meklenburgisches 
Adelsgeschlecht , welches nur dem Namen und dem Wappen nach be- 
kannt ist. 

9. Medingj II. 8. 351: nach dem MS. abK^gangoncr incklenb. FainiHen. 

Logaa, auch Freiherren und Grafen (Stammwappen : Schild von 
Blau und Silber gerautet und von einem schrägrechten , rothen Balken 
durchzogen). Böhmischer Freiherm- und Grafenstaud. Freihernidi- 
plom vom 31.Dec. 1687 für Balthasar Friedrich v. Logau u. Altendorf, 
des Ftirstenthums Brieg Abgeordneten bei den allgemeinen Landescon- 
venten etc. und Grafendiplom vom 30. Dec. 1733 für Heinrich Frie- 
drich Freih. v. Logau. — Eins der ältesten und angesehensten, schle- 
sischen Adelsgeschlechter , welches zu bedeutendem Grundbesitz kam 
und sehr gliederreich wurde. Die adeligen Zweige waren früher na- 
mentlich im Briegischen und die freiherrlichen , später gräflichen im 
Liegnitzischen angesessen. Als Stammhäuser werden Altendorf (das 
heutige Mellendorf bei Reich enbach) , Schlaupitz, welches schon 1252 
in der Hand der Familie war und Jentschwitz genannt und Rosenthal 
und Kinsberg bei Waidenburg, Krain beiStrehlen, Ullersdorf bei Glatz, 
Dirsdorf bei Nimptsch. Samitzund Ober-Bielau unweit Liegnitz, Olbers- 
dorf bei Frankenstein, das Städtchen Miesko bei Teschen etc. standen 
dem Geschlechte zu — Heinrich Logau, Ritter, dessen Burg im Schweid- 
nitzischen lag, lebte um 1341. Hans v. L., 1342 Burggraf zu Hayn u. 
Hofrichter zu Jauer, tritt urkundlich 1367 in einem der Stadt Guben 
vom Herzoge Bolco verliehenen Privilegium auf; Nicol v. L. war 1424 
Landeshauptmaim der Standesherrschaft Wartenberg und Wenzel v. L. 
1503 herz, münsterbergischer Marschall. Matthaeus der Aeltere wurde 
1542 Landeshauptmann der Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer u. 
Georg, königl. Rath, Canonicus zu St. Johann und Propst zum heiligen 
Kreuze in Breslau , welcher , zu seiner Zeit als Gelehrter und Dichter 
bekannt, die Kirchenhistorien des Nicephorus aus dem Griechischen in 
das Lateinische übersetzte, starb 1553. Caspar V.L., gest. 1574, wurde 
1662 Bischof zu Breslau. Friedrich v. L., geb. 1604 und gest. 1655, 
Regierungsrath des Herz. Ludwig zu Liegnitz und Brieg , gehörte zur 
ersten schlesischen Dichterschule, erwies sich als würdigen Nachfolger 



— 8 — 

von Opitz nnd gab unter dem Namen: Salomon v. Golan die einst so 
bekannten deutschen Sinngedichte (Erstes und anderes Hundert deut- 
scher Reimsprflche, Breslau, 1638 u. deutsche Sinngedichte drei Tau- 
send, Breslau, 1654 und Auswahl von Ramler, Leipzig, 1759) hemnt. 
Der Sohn desselben, Balthasar Friedrich v. L., s. oben, erhielt deA 
Freiherrnstand mit iler Angabe erneuert, dass schon Bartholomaeus u. 
Matthaeus v. L. ihn von den K. ( 'arl V. u. Ferdinand I. erhalten hätten. 
Freih. Balthasar Friedrich war viermal vermählt, doch ist nurbekannt, 
dass er aus der vierten Ehe mit einer Grf. v. Redem einen Sohn hatte, 
von welchem aber Sinapius Näheres nicht angegeben hat. Wahrschein- 
lich ist dieser Sohn Graf Heinrich Friedrich , s. oben. Die gräfliche 
Linie hat fortgeblüht und mehrere Glieder derselben standen in der k. 
preuss. Armee. Ein Graf v. Logau. früher im Dragoner -Regimente 
V. Katte, blieb 1813 als Rittmeister im 7. schlesischen Landwehrre- 
gim. ; ein anderer Graf v. L., Officier im Regimente K. Alexander Gre- 
nad., fiel 1819 in einem Zweikampfe; ein dritter Gr. v. L. , früher im 
Dragoner-Uegimente v. Irwiug, trat 1818 als Rittmeister im 1. Cuiras- 
sier-Regim. aus dem activen Dienste etc. In neuester Zeit wird als zur 
gräflichen Linie gehörig einzig nur aufgeführt: August Leopold Graf 
Logau und Altendorff, geb. 1797 — Sohn des 1796 verstorbenen Gra- 
fen Carl Christian Heinrich , Herrn auf Reuthau im Kr. Sprottau etc., 
k. preuss. Präsidenten der neumärkischen Kriegs- und Domainen-Kam- 
mer zu Cüstrin — Herr auf Reuthau, k. pr. Major a. D., Landes-Adt- 
tester des Kr. Sprottau, Mitgl. d. k. pr. Herrenhauses etc., verm. 1836 
mit Ottilie Fechner, gest. 1839, aus welcher Ehe eine Tochter lebt, 
Grf. Melanie, geb. 1837. — Die adeligen Zweige des Geschlechts gin- 
gen im 18. Jahrb. immer mehr aus und waren im 19. Jahrb., während 
der gräfliche Zweig, ausser Reuthen, auch noch zu Tamau und BaAsMi 
sass, nur noch 1804 zu Schwunsen im Kr. Glogau n. zu Tschwirtschen 
im Kr. Guhrau, so wie noch 1840 zu Broslawitz bei Beuthen begütert. 
Dagegen hat ein nach Sachsen gekommener Zweig der Familie v. Lo- 
gau fortgeblüht. Aus demselben stammte die Mutter des jeteigen k. 
sächsischen Generalm£goi*s v. Reitzenstein , deren Bruder in neuer Zeit 
als k. Sachs. Hauptmann a. D. starb. Georg Robert v. Logau ist köil. 
Sachs. Major u. Wirthschaftschef der 1. Inf. -Brigade und ein v. L. steht 
in k. Sachs. Civildiensten. 

ainajHu», I. S. 607—11 and II. 8. 371. — Oauhe , I. 8 126S— 05. — Zedltr, XVm. 
8. 955. — Freih. v. Krohne, II. 8. 287-89. — N. Geueal. Uaadbuch, 1777. 8. S96 and 97. 
— MtgerU r. Mihlfeld, Erg.-Rd. 8. 21. — N. Pr. A.-L. III. 8. 994—96 and Y. 8. 915. — 
Deutsche Graftfiih. der Oegvnw. II. 8. .S5-&7. — fVeihtrr «. Ledebur, U. 8. 48. - Q«b««I. 
Taiehenb. d. gr&fl. Häuser, 1853. interessant wegeu Angabe des Tennehrten Wappens, 1864. 
8. 505 und histnr. Handb. cu denselben, 8. 534. — Siebtnaeher, I. 62 nnd V. 71. — DntreM. 
Welt. ni. Tab. 241. - W.-B. d. üesterr. Monarch. IV. 65. 

Logau, Magirus v. Logau (Schild geviert: 1 in Blau ein weisser 
Schwan ; 2 u. 3 in Roth ein schwarzer Grapen, aus welchem Flammen 
herausschlagen und 4 in Blau ein schwarzes , geschlossenes Buch mit 
rothem Schnitte). Reichsadelsstand, anerkannt in Kurbrandenbttrg. 
Adelsdiplome vom 29. Dec. 1653 für Michael Magirus auf Logau bei 
Grossen, mit dem Prädicate: v. Logau und vom 15. Jan. 1684 fAr lÜ- 
ehad Magirus den Jüngeren , mit demselben Prädicate und Anerkea- 

1* 



— 4 — 

nungsdiplom vom 3. März 1684. — Der Stamm blülite durch die ersten 
Jahrzehnte des 18. Jahrh. fort und von zwei Gebrüdem v. Magir und 
Logau war Hans Samuel M. v. L., gest. 1741, Herr auf Hönigem und 
k. pr. Oberst und der andere Herr auf Gollkowe im Militzschen. Spä- 
ter ist das Geschlecht erloschen. 

Sinapitu, II. 8. 798. — Gauke, I. S. 1265. - Freih. v. Ledebur, II. 8. 49. — W.-B. d. 
PreuiiB. Monarch., fll. 93. 

Logdmann v. Auen, Ritter. Böhmischer, alter Ritterstand. Di- 
plom vom 29. Dec. 1734 für Franz Wilhelm Logdmann v. Auen,Wirth- 
Bchaftshauptmann zu Podiebrad und Kolin in Böhmen. Ein Nachkomme 
desselben, Johann Georg Logdmann Ritter v. Auen, k. k. pens. Oberst 
erhielt 1820 den erbländ.-österr. Freihermstand. Alois Ritter L. v. A. 
war in neuester ZeitLieut. im k. k. 36. Inf. -Reg. u. Carl Ritter L. v.A. 
Beamter bei der k. k. Militair-Rechnungs-Branche. 

Megerle 9. Mühlfeld, S. 67 und Ergänz. -Bd. S. 172. — Hilitair-SchemAt. d. Oi-8terr. Kai- 
•crth. — Kntichke, IV. 8. 266 und 66. 

Logothetty, Grafen. Alter , im K. Oesterreich anerkannter Gra- 
fenstand. Anerkennungs- und Bestätigungsdiplom von 1848 für Hugo 
Ghrafen Logothetty u. für die gesammte Familie. — Altes Bojarenge- 
schlecht der jonischen Inseln, welches aus Corfu stammt und Logofetty 
ausgesprochen wird. Sprossen desselben kamen 1763 in das jetzige 
Oatizien, nach der damals noch unter türkischer Hoheit stehenden Bu- 
kovrina, kauften in derselben bedeutende Güter und gelangten nach 
üebergabe der Bukowina , wie alle übrigen Bojaren , in den k. öster- 
reichischen Staatenverband. Das polnische Indigenat hatte unter dem 
Könige Sigismund IH. 20. Mai 1607 Mauraty Logothetty erworben. — 
Haupt der Familie ist jetzt: Graf Wladimir, geb. 1822 — Sohn des 
1861 verstorbenen Grafen Hugo, Herrn auf Bilowitz und Brzozolup in 
Mfthren etc. aus der Ehe mit Pauline Freiin v. Bartenstein . Besitzerin 
des A. G. Deutsch-Bielau im Kr. Chrudim in Böhmen, geb. 1800 und 
▼erm. 1821 ^ — Herr des AU.-Gutes Brzezolup und des Lehenguts Bilo- 
witz im Kr. Hradisch in Mähren, k. k. Oberstlieutenant in d. A., verm. 
1851 mit Caroline Grf. Nemcs v. Hidv6g, geb. 1827 , aus welcher Ehe 
Ewei Söhne: Hugo, geb. 1852 und Alfred, geb. 1853 und zwei Töchter: 
Rosalie, geb. 1856 und Maria, geb. 1859, stammen. Die Geschwister 
des Grafen Wladimir sind: Grf. Hedwig, geb. 1824 und Gr. Zdenko, 
geb. 1835, k. k. Rittm. im Uhlanen-Regimente Nr. 13. — Des Gross- 
vaters Bruders-Sohn, Graf Vincenz, geb. 1824, k. k. Hauptmann in d.A., 
verm. sich 1857 mit Anastasia Freiin Duka de Kilddr, geb. 1830, aus 
welcher Ehe, neben einer Tochter, Adrienne, geb. 1860, zwei Söhne 
entsprossten: Hugo, geb. 1858 und Eugen, geb. 1861. 

Deutsche Grafenh. d. Gegenw. II f. 8. 230 und Sl. — Getieal. Taschenb. der gr&a. Hau- 
••r, 1864. 8. 50« a. histor. Haiidb. au demselben, 8. 5.16. 

Loh, Lohe, Loo, Lo. Altes, bereits im 13. u. 14. Jahrh. in Mek- 
lenburg vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches später auch in der 
Grafschaft Ruppin begtttert wurde. In Meklenburg ging der Stamm mit 
Anna v. Loh, Erbtochter und 1543 Cords v. Bülow auf Plüsckow im 
Meklenburgischen Gemahlin, aus, in der Grafschaft Ruppin aber, wo 
die Familie mehrere Güter erworben hatte und noch 1644 zu Brauns- 



— 5 — 

berg, Buchholz, Schwanoch und Zerlang und 1696 zu Wustrau sass, 
erlosch im letztgenannten Jahre dieselbe ganz. 

Fr^ihPrr 9. L^dtbur, FI. 8. 49. — 0. Mtiding, I. 8. 343 und 44 : nach (1«ni M. 8. Uell- 
leob. abK«iS* Familien. 

Lohenstein. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 17. Juli 1660 
für Johann Caspar Lohenstein auf Kittelau etc. Derselbe, welcher 1633 
mit Gefahr seines Lebens und Vermögens die Stadt Nimptsch mehrere 
Male von Plünderung befreite und dadurch die kaiserlichen Gassen ret- 
tete und deshalb eine kaiserliche goldene Gnadenkette , so wie 1642 
ein Wappen bekommen, war der nähere Stammvater eines Geschlechts, 
welches sich in Schlesien, in der Mark Brandenburg und in Pommern 
verbreitete und den Namen von dem Flusse Loh oder J^ohe, einem klei- 
nen Seitenstrome der Oder, u. von einem hohlen Steine, durch welchen 
dieses Flüsschen bei einem Gute in der Nähe von Nimptsch floss , er- 
halten hatte. Hans (Johann) Caspar v. L. hinterliess zwei Söhne: Da- 
niel Caspar und Johann Caspar v. L. Daniel Caspar v. L., geb. 1685 
und gest. 1683, Herr auf Kittelau, Reisan undRoskowitz im Nimptisch- 
Briegischen, seit 1668 fürstl. ölsischer Regierungsrath und später kai- 
serlicher Rath und Ober-Syndicus der Stadt Breslau, zählte, nachdem 
er schon im 15. Lebensjahre drei Trauerspiele geschrieben, zu den Ko- 
ryphäen der zweiten schlesischen Dichterschule und kam , wie sein von 
ihm übcrtroffenes Vorbild s Hoffmannswaldau , zu hohem Ruhme. Der 
Heldenroman desselben : Arminius und Thusnelda ist wohl das bedeu- 
tendste Werk dieser Art im 17. Jahrh. Seine lyrischen Gedichte, welche 
seiner Prosa nachstehen, sind gesammelt Leipzig, 1733, herausgekom- 
men. Von ihm stammte, neben zwei Töchtern, ein Sohn. Von den 
Töchtern war die Eine mit Johann Magnus v. Goldfuss, k. pr. Rath a. 
später Herrn auf Kittclau und Reisau, die Andere aber mit Heinrich 
v. Gloger auf Zeititz und Sk\Ten vermählt. Der Sohn , Daniel v. L., 
kurbrandenb. Amtshauptmann der Commende Lagow in der Mark, hatte 
nur Töchter, von denen die Eine, Helene v. L., mit Timotheus v.Schmet- 
tau, Herrn auf Arnsdorf und k. ))r. Hof- und neumärkischen Amtsrath, 
vermählt war, aus welcher Ehe eine Tochter entspross, die sich mit dem 
k. pr. Oberstlieutenant v. d.Groebcn vermählte. - - Johann Caspar v.L.» 
s. oben, geb. 1640, Herr auf Klein - EUguth , Mittel-Peilau und Klein- 
Belmsdorf, lebte den Wissenschaften und Künsten u. hatte sechs Söhne 
und zwei Töchter, von denen die Töchter und zwei Söhne vor ihm star- 
ben, die vier anderen Söhne aber den Stamm in und ausser Schlesien 
fortsetzten. Diese vier Söhne waren folgende: Hans Sigismund v. L. auf 
Gross - Silber in Pommern , verm. in erster Ehe mit einer Tochter des 
Generals v. Peickolt, welche eine Tochter gebar u. in zweiter mit einer 
V. Bünau, aus welcher Ehe eine Tochter und zwei Söhne stammten; 
Hans Christian v. L. auf Klein -EUguth und Neudorf, Land-Commis- 
sarius bei dem nimptischcn Weichbilde , verm. mit Eleonore Therese 
V. Gellhom und Petersdorf, aus welcher Ehe zwei Töchter: Johanna 
Sophia und Charlotte Sophia und zwei Söhne entsprossten : Carl Gustav 
und Christian Philipp; Johann Ernst v. L. auf Merzdorf im Münster- 
bergischen, kursächs. Capitain, verm. mit einer v. Seidlitz a. d. Hause 



— e — 

Ober-Bögendorf im Schweidnitziscbcn, welcher nur eine Tochter hatte 
und Johann Gottlieb v. L. auf Ober-Arnsdorf, k. k. Hauptmann im Inf.- 
Reg. Freih. d'Arnant, verm. mit einer v. Zedlitz a. d. H. Kleppelsdorf. 
— Der Stamm blühte noch in die zweite Hälfte des 18. Jahrb. hinein, 
ist aber dann erloschen. 



U. 8. 7S7. — Ganhe, 11. 8. 652 und 53. — Zedier, XVIII. 8. 280 und 81. — 
Pr. A.-L. III. 8. S96 and 97. — f^eih. v. Ledebur, II. S. 49. — Dm richtige Wappen 
wtttn iM Titelkapfer ca D. C. ▼. Lohensteia geistl. und weltl. Gedichten. 

Lobmayr. Adelsstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 8. August 
1817 flir Anton Lohmayr, k. bayer. Salz- Verwalter zu Memmingen. 

V. Lang, Supplem. 8. 120. — W.-B. des Kgr. Bayern, VI. 98. 

Lohmen, Lohraa. Altes, ehedem imMeissenschen begütertes Her- 
rengescblecht, welches aus Böhmen stammte und daselbst mit dem Na- 
men der Herren von Clomen, Chlumen, oder Lohmen vorkommt. Das- 
selbe gab wohl dem Schlosse und Flecken Lohmen , eine Stunde von 
Plrsa, welche Besitzung mit grossem Zubehör es inne hatte, den Namen. 
Dia Herren v. Clomen standen als Freunde der Hussiten mit den 
BtaohOfen von Meissen in steter Fehde u. wurden von dem Markgrafen 
TPnUielm dem Einäugigen vertrieben, worauf Nickel v. Köckeritz, wel- 
cher nach Anfange des 15. Jahrb. nur Lohmen mit einzelnen Theilen 
der Herrschaft Wehlen besass, 1417 die ganze Herrschaft Wehlen von 
Haofl Y. Qnmen kaufte. Wie angenommen wird , begab sich das aus 
Meifuen vertriebene Geschlecht, den Herrenstand ablegend, nach Ues- 
8eii und man rechnet zu demsdbcn die in der meissenschen Geschichte 
geaaanten Hans Heinrich v. Lohma, landgr. hessen-homburg. Eainmcr- 
junker n. Addph Heinrich v. Lohma, fürstl. hess.-butzbachischen Stall- 
meitter, welche Beide nach MttUer, AnnaL Saxon. S. 298, im Gomitate 
ihrer Fflrsten sich 1614 auf dem vom Kurfürsten Johann Georg I. we- 
gen der jülichschen Erbfolge-Streitigkeit zusammen boinifenen Convente 
befanden. — Lohmen ist jetzt ein königliches Kammergut. 

Mnmutk, 8. 212 und IS. — Qauhe, U. 8. 653 and &4. — Da« Vaterland der Sacbnen, Drea- 
d«a, 1840. 1. S. 15 und 16 ond 17. ' 

Lohr, Edle, Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 1819 für Jo- 
seph Lohr, k. k. pens. Capitain-Lieutenant von der Artillerie , mit dem 
iMdicate : Edler v. 

JUgerle v. Uühlfeld, Rrg.-Bd. 8. 864. 

Lohr« Böhmischer Adelsstand. Diplom vom K. Ferdinand UI. 
^a früher zu dem schlesischen Adel gehörendes Geschlecht , welches 
im Liegnitzischen und Breslauischcn begütert war. Johann v. Lohr 
rterb 1653 als Dechant von St. Johann zu Breslau und Johann Georg 
▼• Lohr war 1718 Herr auf Bittendorf unweit Grottkau. 

Otnelf Sile«. renov. c. 7. 8. 806. ~ Sinapius, II. 8. 789. — Freih. v. Ledebur, 11. 8.49. 

Lohr ▼. Haansperg. Reichsadelsstand. Diplom von 1712 fürGe- 
oq^ Lohr, inneren Rath zu Hallein, mit dem Prädicate: v. Haunsperg. 

Mtptrie 0. M/mü{/9ld, Krg&ni.-Bd. 8. 364. 

Lobse, Lohs (Schild schrfiglinks getheilt , rechts , oben , in Silber 
der Kopf und Hals eines Pferdes, aus der Theilungslinie aufwachsend u. 
links, unten, in Schwarz eine Pflugschaar, der Theilungslinie nahe 



— 7 — 

schräglinks gelegt. Auf dem Holme drei gekreuzte Schlttssel). Reichs- 
adelsstand. Diplom vom 3. Oct. 1733 für Wilhelm Lohse, Stift-Nftura- 
bürg. Kammerrath und Johann Christoph Lohse , k. preuss. Kriegs* u. 
Domainenrath zu Magdeburg u. Ober- Amtmann zu Summerschenbnrg, 
Vettern. Die Notiücatiou dieser Erhebung erfolgte in Kur -Sachsen 
20. Nov. 1733. — Johann Christoph v. Lohse — ein Sohn des k. pr. 
Kammerraths und Ober-Amtmanns Daniel Lohse zu Giebichenstein -^ 
starb 1759 zu Groitzsch bei Piilenburg. Derselbe war Herr der Güter 
Markkleebcrg bei Leipzig, Trebra bei Nordhausen» Schafstedt bei Me^* 
seburg u. eine Tochter desselben aus der Ehe mit einer Freün v. Fritsck : 
Antonette Wilhelmine, gest. 17. Sept. 1792, war vermählt mit Ferdi- 
nand Wilhelm v. Funcke, Herrn auf Burgwerben, Goddula n. TeacherA, 
kursächs. Landkammorrath , Ober - Aufseher des thüringischen Laiidci 
u. Fürstenth. Querfürt etc. — Der Stamm ist erloschen. 

Haudschrtftl. NotlMii. - •. Ueehtrit», dlpl. Nachr. V. 8. 35. — fVtft'A. f. L§ätbw, 0. 
S. 49. 

Lojan Y. Aspemfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Dipk>m von 191-ft 
für Martin Lojan, k. k. Hauptmann, mit dem Frftdicate : v. A^emftkl. 

M9gtrU V. Mmhl/etd, Brg.-Bd. S. 864. 

Lqjow, hogow. Ein früher zu dem pommemschen Adel gehörau- 
des Geschlecht aus dem gleichnamigen Stammsitze im Stolpeschen, wel- 
ches als eine Abzweigung der Familie v. Puttkammer angenommen wM. 
Jürgen Logow auf Loggow wurde 1523 belehnt. Jttrge Friedrich V.L. 
war k. schwed. Rittmeister und ein Enkel desselben Paris Frledrioh 
V. L. Claus Dietrich v. Logow starb 1716 und binterliess drei Brüder 
und zwei Schwestern. Die Familie war noch 1749 zu Vargow bei Stolp 
angesessen und ist dann erloschen. 

M. Pr. A.-L. V. 8. 315 — Fireih. f. Ltdibur, D. 8. 4!^. 

Lom. Altes, geldemschos Adelsgeschlecht, welches namentlich im 
Lande Kessel das Haus Westering und im Amte Geldern das HaosBArs- 
donk, das Haus Semond, ünterthöniiisberg und den Bertelscatels -Zoll, 
so wie auch Güter im Jülichschen und Lüttichschen erwarb. Sprossen 
des Stammes traten in die k. preuss. Armee. Zwei Gebrüder v. Lom 
standen 1806 imInf.-Reg. v. Hagken; der Ältere starb 1825 als Capi- 
tain im 2. Bataill. des 25. Landwehr-Regiments und der jüngere schied 
1820 als Obcrstlieutenant u. Bataillons-Commandant des 2. Landwehr« 
Regiments aus dem activcn Dienste. — Bei Anlegung der Adelsmatri- 
kel der Preuss. Rheinprovinz wurden, laut Eingabe d. d. Geldern, 
25. Juni und Nieukerk, 4. Jul. 1829, Bemliard Philipp v. Lom und 
Hermann Bernhard v. Lom unter Nr. 35 und 101 der Gasse der Edel- 
leute einverleibt. 

N. Pr. A.-L. II. 8. 41 und 42 und III. 8. 397 und 98. - Fr«ik, 9. Ud$hur , U. ft. $1^ 
— W.-B. der PreuM. Rheinprov. I. Tab. 76. Rr. 151 und S. 73. 

Lombeck, s. v. d. Yorst, genannt Lombeok-Oudena«, 
Freiherren. 

Lomboy, Freiherren. Böhmischer Freihermstand. Diplom vom 
31. März 1637 für Georg Lomboy. 

«. Betlöoek, U. 8. 09. 



— 8 — 

Lommersam. Altes, cölnisches Patriciergeschlecht , welches im 
17. Jahrh. erloschen ist. — Goswin v. Lommersum war von 1542 bis 
1556 Bürgermeister zuCöln. 

Fakne, T. 8. MO. — Frtiherr 9, Ledebur, 11. 8. SO. 

LommesBen, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom im kur- 
ptUzischen Reichs- Vicariate vom 4. Juli 1792. — Ein zu dem rhein- 
UndischenAdel gehörendes Geschlecht, welches bei Anlegung der Adels- 
mätrikel der preussischen Rheinprovinz in der Person des Johann 
Wflhelm Joseph Freih. v. Lommessen, laut Eingabe d. d. Aachen, 
17. Juli 1829 , in die Classe der Freiherren unter Nr. 16 eingetragen 
wurde. Später, 1839, wohnten Peter Wilhelm Joseph Freih. v. L. zu 
Streithagen und« Maria Elisabeth Freifrau v. L. zu Haaren im Reg.-Bez. 
Aachen. 

N. Pr.A.-L. V. 8. 816. — fVctA. e. Ledthw, II, S. 50. — Suppl. su Siebm. W.-H VIII 
SO: V. lionmelseii. ~ W.*B. der Preuss. Rbeinprov. I. Tab. 76. Nr. 159 und H. 74. 

Lonutorff, Persins v. Lonsdorf , Freüierren. Reichsfrei herm- 
sland. Diplom von 1702 und Bestätigungsdiplom des, der Familie er- 
thäiten Freiherrnstandes vom 1. Sept. 1706, mit Venuehrung des 
alten adeligen Wappens. — Ein in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. im 
Hesaen-Darmstädtschen und im Holsteinschen vorgekommenes, freiherr- 
Uehes Geschlecht. — Ferdinand Leopold Freih. Persius v. Lomstorff, 
ftanrtl. heBsen-darmst Geh.-Rath, Regierungs- u. Consistorial-Präsident, 
Hofrichter zu Marburg und Ober- Amtmann zu Giessen, starb 1721 und 
Franz Freih. P. v. L., zu Anfange des 18. Jahrh. herz, holsteinst.-got- 
\ßtp, Agent am k. k. Hofe und dann Kammerj., wurde um 1709Schk)ss- 
]unq»tmaiin. Später, 1737, zeichnete sich ein k. russ. Oberstlieuteuant 
▼. Lomstorff im Kriege gegen die Türken aus. — Die hier in Rede 
stehende Familie war ein ganz anderes Geschlecht, als das alte vor sehr 
langer Zeit schon erloschene, bayerische Geschlecht dieses Namens, aus 
welchem Otto v. Lomstorff von 1254 — 1265, s. Hübner, Hist. Pol. 
P. Vlll., Bischof zu Passau war. 

Bßuhtt II. 8. 654 und 55. — 9. ifellbaeh, U. 6. 69 und 70; besatiH in beiiien Sammlungen 
dM Beftitignundiplom von 1706 im Originale und schreibt dit* Fnniilic Persins v. Lonsdorf. 
— ai€bmmeh€r, HL 68. 

Lonerstadt. Ein früher zu dem fränkischen Adel gehörendes, 
qiiter erloschenes Adelsgesohlecht , welches durch seine Besitzungen 
dem reichsfreien fränkischen Rittercanton Steigerwald einverleibt war. 

Biedermann, Cautou Steigerwald, Tab. 233. 

Longo, Longo v. Liebenstein, Freiherren. Erbl. - österr. Frei- 
hermstand. Diplom vom 11. Nov. 1803 für Felix Anton Reichsritter 
▼. Longo oder v. Lang -Liebenstein, inner- und ober-österr. Appella- 
tionsrath, mit dem Prädicate: auf Wellenburg und Langenstein u. von 
1808 för Peter Alcantara v. Longo, k, k. Truchsess und nieder-österr. 
Landrath Dieselben stammten aus einem alten, tiroler Adelsgeschlechte, 
dessen Adel schon von dem Erzherzoge Ferdinand Carl zu Innsbruck 
bestätigt worden war. Die bekannt gewordene Stammreilie der Familie 
ist folgende : Thomas Anton v. Longo - Liebenstein : Juliana Theresia 
Logg V. Spiesshof ; — Felix Anton (I.) : Catharina Antonia Lanser zu 
Hoch-Eppan; Thomas Bemard: Anna Clara Savioli; — Johann Ferdi- 



— 9 — 

nand : Magdalena Freu« v. Monikor v. Casez zu Freyegg ; — Christian 
Felix : Susanna Fieger v. Friedberg ; — Bernhard Joseph : Anna The- 
resia V. Conzin v. Ritschenegg; — Philipp August: Maria Salome 
V. Möri zu, Pfalzen und Sichelburg; — Jobann Christian: Maria Ur- 
sula Grf. V. Spanr zu Pflaum ; — Pöter Emanuel : Maria Ursula v. Fran- 
kenberg; — Freih. Felix Anton (Tl.): Pacifica Anna v. Sardagna zu 
Meapsberg und Hohenstein ; — Freih. Johann Peter Anton , Landge- 
richts-Präsident zu Goertz: N. Freiin Todeschi v. Eschfeld. — Ueber 
das Fortblfthen des Geschlechts fehlen nähere Nachrichten. 

Megtrl^ f. Mühlfeld, S. 67 u. 68. — Qeneal. Taschenb. der freih. Hiuser, 1848. 8. 449. 

I Longneval, Freiherren. Böhmischer Freiherrnstand. Diplom 

für Franz v. L., k. k. Obersten u. von 1739 för die Gebrüder Leopold, 
Ferdinand und Joseph v. Longueval. — Dieselben stammten aus einem 
Lothringen und dem Artois angehörenden Adelsgeschlechte , dessen 
gräflicher Zweig unter dem Namen v. Bucquoy in Deutschland bekannt 
wurde. -— Freih. Franz starb 1719 als Commandant zu Brieg. 

Mtgerle v. Müklfeld, Erg.-Bd. ». 76. — Freik. p. L€d«bur, II. S. 50. 

I Lonicer. Adelsstand des Kgr. Prenssen. Diplom vom 14. Januar 

1721 für Friedrich Wendftlin Lonicer, k. preuss. Major im Regimente 
V. Grumbckow. Derselbe starb 29. Febr. 1732. Die Familie sass 
noch 1736 in Ponunern zu Misdow unweit Schlawe, ist aber dann er- 
loschen. 

r. Hellbach, U. 8. 69. - N. Preuss. A.-L. I. 8. 38. III. 8. 298 und V. 8. 816.— Fr€ik. 
9. Ledebur, 11. S. 50. — W.-B. der Preuss. Mon. DI. 89. 

Lontzen, HfipB t. Lontzen. Ein zu dem rheinländischen Adel 
gehörendes Geschlecht, welches 1600 und noch 1719 zu Krickelhausen 
und 1670 und noch 1747 zu Lontzen unweit Eupen angesessen war. 
Johann Wilhelm Carl Adolph Baron v. Hüps, wie sich derselbe nannte, 
starb 1805 zu Cöln. 

Fahne, I. 8. 260. — Freiherr v. Ledebur, IT. 8. 60. 

\ Loos, Looss, Los, auch Freiherren (in Gold ein vorwärts gekehr- 

ter schwarzer Büffelkopf). Freiherrnstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 6. Sept. 1746 für Georg Wilhelm v. Loos (Looss), k. pr. Kam- 
merherm. — Altes, schlesisches Adelsgeschlecht , welches bereits im 
15. Jahrb. und später in Schlesien ansehnlich begütert war u. welches, 
wie Freih. v. Ledebur annimmt, trotz der Wappen -Verschiedenheit, 
wohl eines Stammes mit der alten meissenschen Familie v. Loss, oder 
vom Loss, s. den betreffenden Artikel, wai*. — Daniel v. Looss, Herr 
auf Hainbach, war um 1505 Landesältester u. Deputirter des Fürsten- 
thums Glogau und in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. kommen Bern- 
hard V. L. und Toppendorff, Herr auf Wilckau, als der Herren Fürsten 
und Stände in Schlesien Rittmeister und Johann v. L., Herr auf Gram- 
schotz, als kaiserl. Hof- und Landgerichtsbeisitzer im glogauischen Fttr- 
stenthuine vor. — Die freiherrliche Linie bestand nicht lange, denn 
schon 1780 ging mit der verw. Freifrau Sophie Therese v. Loos, geb. 
V. Gutsmuth, der Name derselben aus und das Rittergut Jackschenau 
bei Domslau in Schlesien, auf welchem sie gesessen, ging auf den Sohn 
der Schwester der Letzten des Stammes, Georg Friedrich Freih. v. Ca- 



— 10 — 

nitz, über, welcher 28. Oct. 1780 die königliche Erlaubniss erhielt, mit 
seinem angestammten Namen und Wappen den Namen und das Wap- 
pen der erloschenen Familie v. Loos zu verbinden, s. Bd. 11. S. 211 : 
Canitz u. Loos, Freiherren, doch 10. Aug. 1823 ohne männliche Nach- 
kommen starb. 

Sinapius, I. 8. $11->18 und 11. 8. 789-91. - Gauhe, I. 8. 1366-68. — N. Pr. A.-L.I. 
8. 41 und in. 8. 809. — Frtih. v. Udtbur , U. 8. 58 und 53. — Sitbrnackn- , I. 69: Die 
Losen, Schlesisch. ~ W.-B. d. Prenss. Monarch.. H. 47: Freih. v. Loos. 

Loos (Schild silbern und durch eine aufsteigende Spitze in drei 
Felder getheilt: 1 u. 2, oben rechts und links, ein goldener Halbmond 
und 3, unten, ein aufspringender , in den Pranken ein Schwert halten- 
der, goldener Löwe). Ein aus Schweden stammendes, in der ersten 
Hälfte des 18. Jahrh. aus Schwedisch-Pommern nach Preussen gekom- 
menes Adelsgeschlecht , nicht zu verwechseln mit den schlesischen und 
sächsischen Familien v. Loss, Loos oder Los, s. die betreffenden Arti- 
kel. — Mehrere Sprossen des Stammes traten in die k. preuss. Armee. 
Ein V. Loos, k. preuss. Hauptmann im Reg. v. MöUendorf, starb 1774 
und zwei Söhne desselben dienten in der Armee. Der ältere, war zu- 
letzt zweiter Director der Artillerie - und Ingenieurschule zu Berlin, 
starb 1836 als pens. Oberstlieutenant und hinterliess aus der Ehe mit 
einer v. Liebermann aus d. H. Wettschütz in Schlesien mehrere Töch- 
ter und Söhne, von welchen einer Lieutenant im 2. Garde - Regimente 
wurde. Der jüngere Sohn des Hauptmanns u. Bruder des Oberstlieut. 
V. L. lebte später als pensionirter Major in Berlin und die Schwester 
dieser beiden Brüder war die Wittwe des Letzten v. Ahlimb, Majorats- 
herm auf Ringenwalde. Früher, 1818, war ein Mjyor a. D. v. L., 
welcher die Invaliden-Compagnie des Regiments v. Arnim commandirte, 
gestorben. — Die Familie war 1812 in Pommern zu Mittelfelde im Kr. 
Dramburg angesessen und Louis Feodor v. Loos wurde in neuester Zeit 
in Schlesien als Herr auf Mittel -Stradam im Kr. Wartenberg aufge- 
führt. 

N. Pr. A.-L. ill. 8. 898. — Freih. v. Ledebur, (I. 8. 50 und 51. 

Lodz -Corawaarem, Herzoge, früher Grafen. Das Haus Looz 
ftlbrt seinen Stammbaum bis auf die alten Grafen v. Hennegau u. Has- 
baye zurück. — Gilbert Graf v.Looz tritt urkundlich bereits 1016 und 
1084 auf und besass schon die Herrschaft Corswaarem. Arnold I. Graf 
V. Looz, ein Sohn des Grafen Rudolph, wird in Urkunden von 1092 u. 
1107 genannt. Der älteste Sohn desselben, Arnold Tl., stiftete die äl- 
tere Linie der Grafen v. Looz, welche aber mit dem Grafen Dietrich II. 
von Looz 1367 wieder erlosch, worauf das Hochstift Lttttich die Graf- 
schaft als eröffnetes Lehn einzog. Johann, der zweite Sohn des Grafen 
Arnolds des Aelteren v. Looz, erhielt von den väterlichen Besitzungen 
die Herrschaft Corswaarem, war Herr von Ghoer , Nandrin , Fresin u. 
Corswaarem und hatte dauernde Nachkommenschaft. — Um die Mitte 
des 13. Jahrh. war auch in Folge der Vermählung der Erbtochter des 
letzten Herzogs v. Nyel die Grafschaft Nyel unweit Mastricht an die 
Familie gekommen. — Durch Diplom vom 24. Dec. 1734 wurden die 
Gebrüder Ludwig und Joseph Grafen v. Looz vom K. Carl VI. in seiner 
niederländisch-erbländisdion Eigenschaft in den Herzogsstand, mitVer- 



— 11 — 

erbung dieses Titels von Sohn auf Sohn nach dem Rechte der Erstge- 
burt, und in Ermangelung männlicher Nachkommen auf eine der Töch- 
ter, erhoben. Joseph starb kinderlos , Ludwig aber hinteriiess einen 
SohK, Carl August Aloiander, welcher, da er eigene Nachkommen nicht 
hatte, bei seinem 1790 erfolgten Tode durch Testament vom 23. Aug. 
1785 den Grafen Wilhelm Joseph v. Looz — einen Urenkel des Grafen 
Franz n., des Bruders seines Urgrossvaters Hubert — welchem K.Ma- 
ria Theresia in ihrer niederländischen Regenteneigenschaft durch Wap- 
penbrief vom 22. Dec. 1778 das Recht ertheilt hatte, sein gräfliches 
W^>pen mit dem Herzogshute zu bedecken , zum Nachfolger in der 
Herzogswürde und in den dazu gehörigen Besitzungen ernannte. Her- 
zog Wilhelm Joseph, gest. 1803 , hatte aus der Ehe mit Rosalie Grf. 
Byland zwei Söhne: Carl (I.) und Joseph Arnold, von welchen Letzte- 
rer, in Folge väterlieben Testaments, durch welches ein langer Process 
entstand, unter Widerspruch desErsteren, succedirte, aber ohne mann- 
lieke Nachkommenschaft 1827 starb, während die des Grafen Carl I. 
m vielen Sprossen fortgeblüht hat. — Was den Besitz des Hauses Looz 
anlangt, so wurde die oben erwähnte Grafschaft Nyel unweit St. Trond 
und Tongern bei Mastricht seit Erobening der Niederlande und des 
Bisthmns Lttttich durch Frankreich von 1794 von Frankreich seques- 
trirt und im Iflneviller Frieden 1801 an Frankreich abgetreten. Die 
Grafschaft Nyel war freies Eigenthum , doch nicht reichsständisch , im 
Reichs-Deputations-Hauptschlnsse von 1803 erhielt aber das Haus Looz 
einen Tbeil der münsterschen Aemter Bevergem und Wolbeck, das 
Fürstenthum Rheina- Wolbeck genannt , mit der Zusicherung einer Vi- 
rilstünme im ReichsfÜrstenrathe. In der rheinischen Bundesaote wurde 
später Rheina- Wolbeck dem Grossherzoge von Berg standosmässig un- 
tergeordnet und dann durch einen französischen Senats-Consult vom 
13. Dec. 1810 dem französischen Kaiserreiche mit Verlust der Stau- 
desherrlichkeit einverleibt, durch die Wiener -CJongressacte von 1816 
der preussischen und hannoverschen Staatshoheit als Standesherrschaft 
untergeordnet. Durch Uebereinkunft mit Preussen von 1824 wurden 
die Ausübung der Gerichtsbarkeit und die standesherrlichen Verwal* 
tnngsrechte an Preussen abgetreten u. dasselbe geschah 1826 in einem 
Vertrage mit Hannover. Die unmittelbaren Besitzungen des Hauses 
Looz m den Niederlanden sind sehr bedeutend. — Haupt des Hauses 
ist: Herzog Carl (H.), geb. 1804 — Sohn des 1822 verstorb^ Herzogs 
Carl (L) — verm. 1829 mit Herzogin Mina, geb. 1802, des Chev. van 
Lockhorst, Herrn der Herrsch. ToU-Veenhuyzen und der Baronie Bon- 
lez , Tochter u* Wittwe von F. W. Heeckeren de Nettelhorst , aus wel- 
cher Ehe zwei Töchter: Pr. Mina, geb. 1830, verm. Grf. duVal deBe- 
aolieu und Pr. Hermine, geb. 1833 und zwei Söhne stammen : Herzog 
Carl (in.), geb. 1832 und Pr. Ernst, geb. 1831 , verm. 1859 mit Pr. 
Marie Luise, geb. Pr. Godoy de Bassano. — lieber die Geschwister des 
Herzogs Carl (H.), so wie über die Familie des Prinzen Wilhelm giebt 
das goth. geneal. Taschenb. nähere Auskunft. 

Gtmkgt L 8. 9C4 nnd 65: Cowanm, Corswarem, nach : L'erMiion de toutea les Mrres du 
Brataat. — Allgen. geaeal. mnd Staata-Handbuoli, I. 8. 338 u. 39. — Gen. hist.-8Ut. Alma- 
aaeb, Weimar, t8SS. 8. 854—56. - N. Pr. A.-L. Hl. 8. 198-301. — Freih. v. d. Xnetebiek, 



— 12 — 

e. 9 und 10. - Goth. geoeal. Hofcal. 1S4S. 8. 162 und 1862. 8. 164 u. 65. ~ Tyrog^ U. iOL 
— W.-B. d. PreuM. Monarch. I. — W.-B. de« Kgr. Hannover, Tab. VII. und 8. 8. — 
V, Hffntr^ haunov. Adel, Tab. 21. 

Loppenow. Altes, in Pommern und in der Uckermark begütert 
gewesenes Adelsgeschlecbt , welches schon im 15. Jahrh. in Pommern 
das Rittergut Loppenow bei Greiffenberg als Afterlehn der v. d. Osten 
und V. Blücher besass. Joachim v. L. hatte bereits 1463 Loppenow 
inne. Ein Nachkomme desselben, Jacob v. L. , errichtete 1665 einen 
Vergleich mit den v. d. Osten und v. Blücher, worauf, laut eines Briefes 
vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm zu Brandenburg vom 21. Novemb. 
1666 die v. Loppenow das gleichnamige Stammgut als ein Immediat- 
lehn erhielten, doch mit der Bedingung, dass, nach Erlöschen des Stam- 
mes , das Anwartsschafts - u. Lehnseröffnungsrecht , nach wie vor, den 
V. d. Osten verbleibe. Der Stamm blühte noch in die ersten Jahi*zehnte 
des 19. Jahrb.- hinein und die Letzten des Geschlechts waren Adam 
Beruhard v. Loppenow, gest. 1726 ohne Söhne, Herr auf Loppenow, 
so wie auf Baumgarten und Sclienckenberg unweit Prenzlow in der 
Uckermark, k. pr. Regier.-Rath zu Stettin und Johann Carl v. Lop- 
penow, k. preuss. Oberstlieutenant a. D. u. Landrath des randowschen 
Kreises, welcher 5. März 1729 den Mannsstamm schloss. — Das Gut 
Loppenow erhielt vom K. Friedrich Wilhelm I. von Preussen 1729 der 
damalige Major im Reg. v. Grumbckow u. nachmalige Oberstlieutenant 
und Commandant von Friedrichstadt Hans Gebhard Edler v. Plotho. 

ßrüggmusnn, II. 1. S. 438. - N. Pr. A.-L. III. 8. 301. — F^eih. p. Ledebur, II. 8. 61. 

Lorber. Kurbayerischer Adelsstand. Diplom vom 1. Sept. 1571 
für Erasmus Lorber. Derselbe war ein Nachkomme des 1394 als 
Küchenmeister des Fürstbischofs Lambrecht nach Bamberg gekomme- 
nen Nicolaus Lorber ^. dessen Geschlecht seit dieser Zeit in bambergi- 
schen Diensten verblieb. — Nach Anlegung def Adelsmatrikel des Kgr. 
Bayern wurde in dieselbe eingetragen: Ignaz Nepomuck v. Lorber 
(geb. 1788), k. bayer. Lieutenant. — Nach allem gehörte zu diesem 
Stamme der bekannte Publicist und Feudalist und Rechtslehrer Ignaz 
Christoph Lorber v. Störchen, welcher als w. Geh. Rath etc. 1797 zu 
Bamberg starb und sich , wie angegeben , nach einer ihm zustehenden 
Besitzung schrieb. 

V. Lang, 8. 485. — v. mubach, H. 8. 70. — W.-B. des Kgr. Bayera, VI. 99. 

Lorber V. Lorberau. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom von 
1741 für Johann Niclas Lorber, mit dem Prädicate: v. Lorberau. — 
Der Stamm ist dauernd fortgesetzt worden. Noch in neuester Zeit stand 
Carl Lorber v. Lorberau als Lieutenant im k. k. 26. Infanterie-Reg. 

Megerle v. Mühlfeld, Brg.-Bd. fi. 364. — MiHt-Schemat. des Oesterr. Kaiserthums. 

Lorch. Ein aus Galizien stammendes, nach Preussen gekommenes 
Adelsgeschlecht, aus welchem mehrere Sprossen in die k. preuss. Ar- 
mee traten. — Johann Philipp v. Lorch . Ingenieur der Veste Peitz, 
hatte einen gleichnamigen Sohn und später, 1788, war Carl Wilhelm 
V. Lorch Lieutenant im Regimente v. Schölten. 1806 standen zwei Ge- 
brüder V. Lorch in der Armee, der ältere als Major im Regim. v. Rüts, 
der jüngere als Hauptmann im Reg. Kurfürst von Hessen. Ersterer 
starb 1827 als pens. Oberst und Letzterer 1822 als pens, Msgor. — 



— 13 — 

Die Faaiilie wurde in der Rheinprovini und in der Prt>\ini Snohüen h<^ 
gttttt. In neoester Zeit werden Anton V. l^n*h «Is IV^tier von KI- 
psssor-Hof im Kr. Cleye nnd ein anderer Anton v. l^m^h, k. pr, latent« 
a. D., mls Herr auf SchOnstedt im Kr. Weisseuseo auf|ie<hhrt. 

■.Pr. A.-L. V. 8. SIC. - FrttAtrr w. Uiltbmr, II. .s, M. 

Lorek. Adelsstand des Kgr. Preussen, Diplom vom 7. l>0i\l8(U 
fllr Carl Emil Lorck, k. prenss. Lieutenant im Garde -Hu»t\ivn-Kogt- 
mente. Derselbe vermählte sich mit einer Freiiu v. Kstorff und hat Am 
Stamm fortgeflanzt. 

Handteiiriftl. Modt. 

Lorengo v. Salzberg, auch Ritter. Krblflnd.-Astorr. Adt^U- und 
Bitterstand. Adelsdiplom von 1715 für Dominik LoreuKo« CaiHUiiouM 
im Stifte St. Stephan zu Wien und für den Bruder deHMeliuMi , l'Vaii« 
Anton Lorengo, so wie für die Agnaten dorscllKMi, Johann Huptint und 
Hieronjmus Lorengo, mit dem PdUücatc: v-Sulxborg und lUHrrdlploin 
von 1729 für Johann Baptist Lorengo v. Sulzborg, kurpfal/lHch. I|c»f- 
Rath. — 

Mtgn-U V. Mühl/eld, Erg.-Bd. 8. 173 und 865. 

Lorl, Ritter. Reichsadels- und Rittorstand. Diplom im kiirpfftl- 
zischen Reichsvicariate vom 6. Juli 1792 für JoHoph Lori. DorHclbi«, 
geb. 1748, ans einer, aus Italien stammenden Familie, welche urNprüiiK« 
lieh de Loro hiess, entsprossen, wurde als k. bayer. w. Geh. Hecretair 
and Registrator des Ministeriums des Innnern in die AdelHinatriknl di)« 
Kgr. Bayern eingetragen. 

9. L»ng, 8. 435. - W.-B. dM KOniisr H«y«ro, VI. »9. 

Loreax, Freiherren. Reichsfreihermstand. Diplom im kurnileb* 
sischen Reicbsvicariate vom 7. Aug. 1790 für Johann Oottfrii«.d \4irmt^ 
kvsidtt. Kammerrath nnd Fabrikbesitzer za Mfttweyde, llf?rrn auf 
Podelwitz, Borkardtshain etc. und für die Kindifr deiMM$lb«;n : Joh/irinu 
Aagoste vennählte v. d. Gablentz, Johann Christian l*,, kurNtti:hii, LiifU* 
und Friedrich L. — Die Familie blühte fort und erwarb Ober" 
üoleniitzschka, Collmen nnd Antheile von hifuMrU/., J^rvtriii/ iiimI 
— Ernst Gottfried August Freih. v. I/zrenz ward«: IHrf'A \X' 
im k. sichs. 3. Reiter-Regiment«. — Die ystmilUr WMfdi? I H'4Ü 
aaefc ia ScUesiefi und zwar zn Warl>en im Kr. Gn/tkau Utf/fiu^ n, AhT 
dortige Beatz stand in neuester Zdt den (jisfichmnUsm : \i*tAm'%^ KP 
frMe. Friedridi Osear, Motha Aogast«, hlfrihdf: Fri#rd«rik^ u. fl//l#«rl 

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— 14 — 

brOder Joseph Lds, Castelbui von Biecz. Michas, Franz und Felix Lös, 
letzteres Diplom mit Ansdehifung auf die k. k. £rblandc. — Die Gra- 
fen V. Lös sind, wie Einige angeben, eines Stammes und Wappens mit 
der schlesisch-meissenschen Familie vom Loss, doch wird Genaues ttber 
ihre Abzweigung nicht mitgctheilt u. es wird nur angenommen, dass die 
Familie auch nach Böhmen und Polen gekommen sei, Andere erwähnen 
die Familie nur als ein polnisches, zu dem Stamme Dombrowa zählen- 
des Adelsgeschlecht. — Heinrich Otto y. Loss, Herr auf Koenarow, war 
um 1618 Landrattf, Burggraf zu Carlstein, Unter-Kämmerer u.Director 
der Landstilnde in Böhmen, scheint aber Nachkommen nicht gehabt zu 
haben. Adalbert Lös kommt 1648 als Landfahnrich vonCulm vor und 
der Sohn desselben, Wratislaus, Wojwode von Marienburg, als sehr 
reich bekannt, starb 1694; Ludwig Alexander L. war 1690 Abt des 
Cistercienser-Elosters zu Pelplin und Albrecht v. Löss kommt 1712 als 
Truchsess und Deputirter von Lemberg vor. Seit dieser Zeit ist das 
Geschlecht in Galizien zu grossem Ansehen gekommen u. Sprossen des- 
selben gelangten zu hohen Ehrenstellen. — Haupt der Familie ist jetzt: 
Wladimir Graf v. Lös-Grodköw, geb. 1825 — Sohn des 1859 verst. 
Grafen Tliaddaeus, Herrn auf Narol, aus der Ehe mit Angelica v. Kow- 
nacka, geb. 1805 und verm. 1824 u. Enkel des Palatins von Betz Gra- 
fen Lös — Herr auf Dolzanska, Janow und Globudka, verm. 1853 mit 
Pauline Grf. Baworowska, geb. 1831, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: 
Zdzislaus, geb. 1860. — Von den Brüdern des Grafen Thaddaeus lebt 
noch Graf Justin, geb. 1796, Herr auf Boriköw und Sknikow. Die drei 
anderen Brüder, die Grafen: Sigismund , Carl und Ignaz sind mit Hin- 
terlassung von Nachkommenschaft gestorben, über welche die geneal. 
Taschenbb. der gräfl. Häuser Näheres ergeben. 

Meperle t. Mühlftld, Krg.^Bd. 8. t\. ~ Deutsche Grafenb. der Gegenw. TU. 8. SSf— 34. 
— FrHherr «. Ledebur» II. 6. &1 : Los, Loseb. — Geneal. Tuchenb. der grill. H&neer, 1864. 
8. 50<{— S and histor. Handb. tu Demselben, 8. 537. 

Losch, Los. Ein in Ostpreussen schon 1671 zu Strengein und 
später zu Krummenort,Aweyden, Dohlen, Faulnoeden etc. begütert ge- 
wordenes Adelsgeschlecht, nach Freih. v. Ledebur eines Stammes und 
Wappens mit den zu dem polnischen Stamme Dombrowa zählenden 
Grafen Lös. — Ein v. Losch war 1806 in Tilsit Landesdirector und 
Landrath des Kr. Insterburg und mehrere Glieder der Familie standen 
in der k. preuss. Armee. Ein v. L. war 1828 Capitain in der ersten 
Invaliden-CJompagnie und 1837 war ein v. L. aggregirter Major im 
1. Dragoner -Regim. und Präses der Remonte-Ankaufs-Commission in 
Preussen. 

N. Pr. A.-L. TU. 8. 302. — fVt«A#rr ». Ledebur, II. 8. 51. 

Losenstein, GraHea. Altes, steiermärkisches, von den alten Mark- 
grafen oder Grafen v. Steyer stammendes Herrenstands - Gesohlecht, 
eines Stammes mit dem Hause Starhemberg , welches das Erblandmar- 
schall-Amt in Oesterreich unter der Enns bcsass und nach Erlangung 
der Herrschaft Schallaburg zu dem Stammwappen: (in Schwarz ein gol- 
dener Panther, oder Greif ohne Flügel, mit schwarzen als Boffelshömer 
aasgebogenen Hörnern , aus dessen Rachen und Ohren Feuerflammen 
hervorkommen) das Wappen dieser Herrschaft: (in Roth ein gekrönter, 



— 16 — 

schrägrechts von Gold und Blau getbeilter Löwe) im gevierten Schilde 
setzte. — Der Stamm blühte bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrb. 
tief -hinein und erlosch im Mannsstamme 1692, worauf der Sohn der 
Schwester des letzten Grafen v. Losenstein: Franz Carl Fürst v. Auers- 
perg, die hinterlassenen gräflich loseusteinscben Stammgüter in Oester- 
reich, mittelst Herauszahlung der gräflich losensteinschen Töchter und 
Mit-£rben, 1704 an seine Familie brachte. 

LoMius, de migrai. gtat., Lib. 6. 8. 177. — Spenär, 6. 2S8 und Tab. 9. — Qr. v. TfunH- 
Ifritnd, 8. 237 lu addendis. — Sinapiuiy II. 8. 789. — Hübner, III. Tab. 734— S6. — Sieb- 
mmcker, I. 9t : v. LoMfisMin, Freih. — v. Meding , n. 8. 349—51. 

Loscani, auch Ritter und Edle. Erbl&nd.-österr. Adelss- n. Rit- 
terstand. Adelsdiplom von 1744 für Otto Ludwig Loscani, k. k. Hof- 
agenten und Ritterdiplom ?on 174^ für Denselben als k. k. Rath und 
Assessor bei der ob der ennsischen Deputation, mit dem Prädicate: 
Edler v. 

Megerle f. Mühlfeld, 8. 198 und Brg.-Bd. 8. 365. 

lioss, vom Losg, Grafen (Schild geviert, mit Mittelschilde. Im 
rothen Mittelschilde ein mit den Füssen ausgestreckter, schrägrechts 
gestellter, mit einem grünen Lorbeerkranze umgebener, grüner Frosch: 
Stammwappen. 1 u. 4 in Silber ein rechtssehender, gekrönter, schwar- 
zer Adler und 2 und 3 in Blau ein rechtsgekehrter , goldener Löwe). 
Reichsgrafenstand. Diplom vom 4. (28.) Febr. 1741 für die Gebrüder 
Christian und Johann Adolph I. vom Loss, Beide kursächs. w. Oeheime 
Räthe. DieNotification dieser Erhebung erfolgte in Eursachsen 10. Mai 
1742. — Altes, meissensches, seit der Mitte des 16. Jahrb. bekannteB 
Adelsgeschlecht, welches zu Pillnitz, Schleinitz, Stösswitz, Petschwitt, 
Borten, Sacka, Kraupa, Medingen etc. begütert wurde. Dasselbe soll, 
nach Sinapius mit der Familie v. Loos , s. S. 9 — eines Stammes ge- 
wesen sein, wenn auch die Wappen verschieden waren. Der Ursprung 
des Geschlechts dtlrfte nach Gauhe in ^er Oberlausitz , in welcher das- 
selbe früher begütert war , zu suchen sein und Gauhe nennt ein Doif 
Lohss oder Lohse in der Oberlausitz, welches der Redaction nicht be- 
kannt ist, wohl aber liegt in der Niedcrlausitz unweit Sorau ein Dorf 
Lobs, auch finden sich um Meissen zwei Oerter Lossen. — Christiaü 
Joachim v. L. war 1564 Amtshauptmann zu Senftenberg; Christoph 
V.L., gest. 1609 u. der gleichnamige Sohn desselben, gest. 1620, kom- 
men als Reichspfennigmeister und kursächs. Geh.-Räthe vor ; Christian 
V. L. , Herr auf Piltoitz, gest. 1620, war Hofinarschall am kursächs. 
Hofe und der Sohn desselben, Christian v. Loss, Herr auf Berthen, 
Trebitz, Krebs und Schnellin, früher kursächs. Hof- u. Justitien-, wie 
auch Appellations-Rath, wurde um 1650 Geh. -Rath. Mit Letzterem 
beginnt die Stammtafel der Grafen vom Loss, welche folgende ist: 
Christian v. L.: Catharina v. Kannewurf a. d. H. Oleina; — Johann 
Caspar v. L., gest, 1711, Herr auf Röhrsdorf, Berthen und Wittgens- 
dorf, kursächs. Geh.- und Appell.-Rath, Ober-Steuer-Einnehmer, auch 
herz. Sachs.- weissenf. Premier-Minister, Oberhofmarschall, Consistorial- 
Director u. Ober-Hauptmann des Fürstenth. Querftirt: Magdalena So- 
phie V. Ende a. d. H. Ehrenberg, gest. 1739; — Graf Christian, 
s. oben, geb. 1697 u. gest. 1770 als kursächs. Cabinets- n. CmUtmt^ 



— 16 — 

Minister etc.: Helene Henriette v. Penzig, gest. 1750; — Graf Johann 
Adolph n., geb. 1731 u. gest. nach 1800, Herr auf Olbernhau, Hirsch- 
stein and Wunitz , korsfichs. Cabinets - Minister nnd Staats- Secretair, 
früher der inländischen, seit 1790 der ausländischen Angelegenheiten 
etc. : erste Gemahlin : Johanna Caroline Tugendreich v. Metzradt , Er- 
bin von Olbernhau etc., gestorb. 1766 und zweite Gemahlin: Auguste 
Amalie Grf. v. Loeser, verm. 1767 ; — Graf Johann Adolph III. , geb. 
1768 und gest. 7. März 1852, Maioratsherr auf Olbernhau, Hirschstein 
und Wunitz, k. sächs. w. Geh. Rath und Hausmarschall : Isidore Mar- 
garethe Grf. Knuth zu Gyldenstein, geb. 1774, verm. 1796 und gest. 
1845. Aus der Ehe des IjCtzteren entsprossten , neben einem Sohne. 
Gustav, geb. 1798, welcher jung starb, drei Töchter: Grf. Auguste, 
geb. 1797, Grf. Mathüde, geb. 1804 und Grf. Amelie, geb. 1807. — 
Der Mit-EmpfUnger des Grafendipl^ms, Graf Johann Adolph I., s. oben, 
Herr auf Hii*schstein , kursächs. Kammerh. , erst Hofmarschall , dann 
Ober-Stallmeister, 1725 w. Geh. Rath und später Gesandter am kön. 
grossbritann. Hofe, setzte, so viel bekannt, seine Linie nicht fort und so 
erlosch denn mit dem Grafen Johann Adolph 111.1852. wie augegeben, 
der Mannsstamm des alten Geschlechts. Von den drei Erbtöchteni 
hatte sich die ältere, Grf. Auguste, gest. 1828. mit Wilhelm Bogislav, 
▼. Kleist, k. preuss. erstem HoQägermeister und Major in d. A., verm., 
welcher in Folge königlicher Erlaubniss vom 21. Jan. 1823 , s. Bd. V. 
S. 125, unter Annahme des Namens: Graf Kleist vom Loss, nach dem 
Rechte der Erstgeburt, mit seinem angestammten Wappen das W^appen 
der Grafen v. Loss in einem sechsfeldrigen Schilde vereinigte. Die 
zweite Tochter des Grafen Johann Adolph IlL, Grf. Mathilde, starb als 
Wittwe des 1846 verstorbenen Carl Grafen v. Zedlitz-Leipe, Herrn der 
rosenthaler und bankwitzer Güter in Nieder- Schlesien und die dritte: 
Ghrf. Amalie, vermählte sich 1828 mit Eckard v. Stammer. gest. 1863. 
Herrn auf Görlsdorf, Garrenchen etc. in der Niederlausitz, k. preuss. 
Kammerh. u. Mitgl. d. Herrenhauses. 

Knautk, 8. 5S9 und 30. — Oauht , \. 8. 1268—70. — Lauüiucr Mngasin , 1770. 8. 26» 
llafeliricht«D von Christian Gr. v. Lass. — Jatobi, ISOO, IT. 8. 271. — MIg. guneal. u. Staats 
Handb. 1824. I. 8. 67l und 78. — N. Preus. A.-L. III. 8. 302 und 303. — Deutsche Grafen 
hiiia. d<»r G«g«nw. III. 8. 332 und 33: im Artiicel: Qr. t. Lös. — Freih. p. L^dehut , 11 
8. ft2 nnd 53. — 0«neal. Taschenb. der grfl. HfiuMr, 1864. 8. S08 und histor. Handbuch im 
Demselben, 8. S38. — Sieömaohtr. I. 162: v. tos«, llelflHnisch. — Titroff II. 70: (It. v. L 
— W.-B. d. 8lich8. 8taat<>n, I. 41 : Gr t. L. 

Lossa, Ritter n. Edle. Reichsritterstand. Diplom vom 21. Aug. 
1731 ftür Johann Christian Lossa. Herrn auf Ehersbach bei Görlitz u. 
kursächs. Commissionsrath , mit dem Prädicate: Edler v. Die Notiti- 
cation dieser Erhebung erfolgte in Kursachsen 2. März 1733. — Der 
Erhobene — ein Sohn des 1 705 in die Kaufmanns - Societät zu Zittau 
bei Stiftung derselben aufgenommenen Kauf- und Handelsherrn Samuel 
Lossa aus Mitweide in Sachsen aus der Ehe mit Anna Martha v. Kess- 
ler, genannt Sprengeisen — wurde 1713 Mitglied der Kaufmanns - So - 
flietät in Zittau, erbte von seiner 1719 verstorbenen Mutter, welche 
fläch 1711 in zweiter Ehe mit dem kursächs. Obersten Friedrich Ludwig 
V. Hund und Altengrottkau , Herra auf Ebersbach etc. vermählt hatte, 
das Gut Ebersbach mit mehreren anderen Gütern in der Oberlausitz, 



^ 



v*:^ 



■•'■■ _ 17 - 

war in zweiter Ehe mit Johanna Elisabeth v. Dressier vermählt u. starb 
7. Mai 1754 als korsächs. Kammer- und Bergrath in Freiberg. — 
y. Hellbach schreibt den Namen der Familie: Losa und giebt an, dass 
Johann Christian Losa 1726 in den böhmischen Ritterstand erhoben 
worden, was wohl der Fall vor Erlangung des Reichsritterstandes ge- 
wesen sein könnte, doch ist bei Notification des Reichsritterstandes in 
Kursachsen eine frühere Erhebung des Diploms - Empfängers nicht an- 
geführt, sondern derselbe nur: kursächs. Commissiousrath Lossa ge- 
nannt Freih. v. Ledebur sagt : Johann Christian Loos sei unter dem 
Namen v. Lossa 1726 in den böhmischen Ritterstand erhoben worden, 
doch findet sich der Name seines Vaters in Zittauer Schriften nur : Sa- 
muel Lossa geschrieben. — Aus der zweiten Ehe des Johann Christian 
Edlen v. Lossa stammte eine Tochter , Sophia Edle v. Lossa , welche 
sich mit dem k. poln. nnd kursächs. Kammer- und Accisrathe Ulrich 
Conrad v. Broizem vermählte, durch welche Vermählung die Güter 
Ebersbach, Gross-Krausche, Siebenhufen etc. an die P'amilie v. Broizem 
gelangten: der Mannsstamm der Familie der Edlen v. Lossa ist somit 
nicht fortgesetzt worden. 

Ob«rUuflite. Ilouatsschr. 1807, October, 8. 551—5.3. — Dr. Chr. Ä. Ptsoheek, Handb. d. 
Gesch. von ZitUa, 1834, I. S. 749 uod 48. — r B>'ilhach, II. 8. 7t. - Freih, r. Ltdebur, II. 
S. &S — IfSitcA, W.-B. Zittauisrher Familien (US auf d. Stadtbibliotli. zu Zittau) Tab S8. 
- Kn^ackkt, IV. S. 267—69. 

Lossberg, auch Freiherren n. Grafen. Böhmischer Grafenstand. 
Diplom vom 8. Octob. 1655 für Johann Anton Freih. v. Lossberg. — 
Altes , aus dem Herzogthume Krain stammendes Adelsgeschlecht , in 
welches der Freiheim- und Grafenstand kam. Die Familie schied sich 
in zwei Linien , eine ältere und jüngere. Erstere , welche den Namen 
Phaendler v. Lossberg ftlhrte, war noch in neuer Zeit in Krain begütert. 
Letztere kam in das Lippesche und breitete sich daselbst weiter aus. 
Soviel bekannt ist, gehört zu dieser Linie die jetzt in Kurhessen blü- 
hende Familie v. Lossberg, aus welcher Sprossen in dvv kurhessischen 
Armee zu hohen Ehrenstellen gelangten. K. W. J. v. Lossberg , Gene- 
ralmajor, ist Gener.-Adjut. Sr. K. H. des Kurfürsten u. Bernhard v. L., 
Generalmajor, Oommandeur der 1. Infant.-Brigade. 

UandsehHftl. Rotix. - M. geneal. Handb , 1778. Zweiter Nachtr. 8. 15 u. 16. - v. Hell- 
back, n. 8. 71. 

Lossow, Lossaw, Lossan (im von Silber und Roth schräglinks 
getheilten Schilde ein gefleckter, springender Panther). Altes, märki- 
sches und schlcsisches Adelsgeschlecht , welches in der Mark Branden- 
burg, wo dasselbe bereits 1305 zu Lossow unweit Frankfurt a. der 0. 
sass, in Schlesien und im Magdeburgischen ansehnlieh begütert wurde 
u. später, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrb., auch im Reussischen u. 
Coburgischen, so wie in Ostpreussen, wo die Familie schon im 15.Jahrh. 
vorkam , und im Posenschen Grundbesitz erwarb. — Otto de Lossow, 
einer der vornehmsten Räthe des Herzogs Conrad zu Gels , lebte um 
1320; Tasso v. L., wohl der Sohn des Vorigen, leistete dem genannten 
Herzoge Conrad wichtige Dienste und starb um 1354; Johann v. L., 
Herr auf Lackeln und Bresa, um 1578 des teutschen Ordens Comthur 
zu Bazow im Anhaltschen, starb später, 1605, als Landcomthur und 

XneiCkke, Deutach. ^dals-I^z. VI. 2 



— 18 — ^.:» 

Statthalter der Bailei Sachsen ; Petrus Lossovius v. Lossaa. gest. 1616, 
war des Domstifts St. Johannis zu Breslau Prillat und Domherr; Caspar 
V. L., der schlesischen Fürsten und Stände Hauptmann , zeichnete sich 
1623 in einem Treffen gegen die Polen unter dem Obersten Stroinowski 
aus und Bernhard v. L. war nach Anfange des 18. Jahrh. Herr auf 
Ijudwigsdoi-f bei Kreutzburg und pflanzte seine Linie durch vier Söhne 
und zwei Töchter fort. Von den Söhnen machte sich Caspar Heinrich 
V. L. in der Standesherrschaft Pless ansilssig. Derselbe war mit Maria 
V. Larisch u. Ellguth vermählt, aus welcher Ehe Georg Wilhelm v. L., 
k. k. Hauptmann, stammte. — Johann Georg v. L. war k. poln. Oberst- 
lieutenant und k. preuss. Verweser des Amtes Oletzko. Aus seiner Ehe 
mit Johanna Constanze v. Zastrow a. d. H. Baiikau entspross Matthias 
Ludwig V. L., geb. 1717, welcher unvermählt blieb, allen Feldzttgen 
Friedrichs II. beiwohnte, von Ehrenstufe zu Ehrenstufe stieg, 1782 als 
Generallieutenant pensionirt wurde und 1783 starb. — Daniel Frie- 
drich V. Lossow a. d. H. Niedewitz stieg in der k. preuss. Armee, vom 
K. Friedrich H. sehr geschätzt, 1781 zum Generallieutenant, nahm 
dann den Abschied und starb ebenfalls 1783. Da seine Ehe mit Sophie 
Eleonore v. Zedmar kinderlos blieb , nalun er den Premierlieut^nant 
vom Bosniakencorps: Johann Christoph Köhler an Sohnes Statt an und 
Letzterer erhielt durch Diplom vom 6. Mai 1777, unter Anerkennung 
dieser Adoption, den Adelsstand des Kgr. Preusscn mit dem Namen: 
Köhler v. Lossow und mit dem v. Lossowschen W^appen, in welchem 
jedoch hinter dem Luchse rechts gewendet noch eine Lanze aufgerich- 
tet ist. — Friedrich Constantin v. L. wurde 1825 Commandeur der 
2. Division u. erster Commandant zuDauzig, trat 1834 aus dem activen 
Dienste, lebte in Berlin u. begann 1835 ein grosses militairischesWerk 
über die Systeme der Kriegsfahrung der berühmtesten Feldherren älte- 
rer und neuerer Zeit. Nächstdem haben zalilreiche andere Sprossen des 
Stammes als Stabs- und Subaltern -Officiere in der k. preuss. Armee 
wie früher, so auch bis auf die Gegenwart gestanden, auch kam 
durch Diplom vom 2. Oct. 1823 in die Familie eine Erhebung in 
den preuss. Adelsstand mit dem Namen Kopka v. Lossow und mit Er- 
theilung des v. Lossowschen Wappens, in welchem hinter dem Wappen- 
bilde, dem Luchse, vorwärts gewendet, eine Lanze aufgerichtet ist. 
Ein Lieutenant Kopka v, Lossow diente 1837 im k. preuss. 3. Cuiras- 
sier-Rogimente. — Apollinar v. Lossow war 1857 Herr auf Gryzyn im 
Kr, Kosten, Prov. Posen. — Zu dem in neuer Zeit in das Kgr. Sach- 
sen gekommenen Zweige des Geschlechts gehört der Abgeordnete in 
der 2, Kammer der k. sächs. h. StUudeversammlung v. L. in Würzen. 

Sinapius, T. 8 618 u. II. S. 791. — Gauhe. F. 8. 1270 u. 71. — Zedier, XVIII. 8. 481. 
— N. Pr. A. L. I. H. 47 und UI. 8. 303—5. — Freih. r. Ledfbur, U. 8. 53 und 54. — Sieb- 
macker» I 174: t. Lo8!«aw. Märkisch. — v.Meding, II. 8. 351. - W.-B. d. Preuss. Mon. III. 
89 : Köhlor v. L. — W.-B. der Sächsischen Staaten, V. 66. 

Lo8tanges, Grafen. Französisches, in der zweiten Hälfte des 
17. Jalirh., in Folge der Religionsstreitigkeiten, in das Brandenburgi- 
sche gekommenes (irafengeschlecht. — Carl Graf v. Lostanges trat, 
nachdem er wohl ^chon in der k. franz. Armee gedient, als Oberst in 
kurbrandenburgische Dienste, erhielt ein eigenes Regiment zu Pferde 






— 19 



(zuletzt Regiment v. Qoitzow) und starb 1703. Derselbe set-zte in der 
Ehe mit Maria Ohariotte v. Derschau den Stamm fort. — Ein v. Lo- 
stanges wurde 1796 k. preuss. Kammerherr und lebte noch 1841 in 
Paris. 

N. Pr. A.-L. Ifl. 6. 305. - Freik. 9. Ledebur, II. S. &4. 

* LoBtin, LoBthin. Altes, pommemsches, früher Loske, Lostke u. 

Lasike geschriebenes , nach Brüggemann im Lauenburgischen begüter- 
tes Adelsgeschlecht, welches dem polnischen Stamme Leliwa einverleibt 
wurde und schon 1575 und noch 1803 zu Vargow unweit Stolpe sass. 

— Michael Heinrich v. Lostin nahm 1815 als k. preuss. Generallieute- 
nant den Abschied und starb, so viel bekannt, unvermählt, 1839. Ein 
jüngerer Bruder desselben , früher Capitain im Regimente v. Müffling, 
starb 1826 und ein dritter v. Lostin, k. preuss. Major, zuletzt im 
32. Garnison-Bataillon, starb 1820. 

N. Pr. A..L. III. A. 305 and 6. — Frtih. v. Ledebur, II. 8. 64. - SUbmaeker. V. 170. 

- Pommer. W.-B. IV. T»b. 23. 

Losy V. Losenau, Ritter. Böhmischer alter Ritterstand. Diplom 
von 1728 für Sebastian Matthias Losy v. Losenau, Hen*n auf Rabiscb 
und k. böhm. Kammer-Rath. Derselbe lebte noch 1740 und hatte zwei 
Söhne: Sebastian Gregor L. v. L. , k. Appellat. - Rath auf dem Prager 
Schlosse und Johann Liborius L. v. L. — Die Familie war nach An- 
nahme Einiger eines Stammes mit dem im nachstehenden Artikel be- 
sprochenen Geschlechte. 

aaukt, II. 8. 6«1. — Megerle t. MüAtfeld, Erg.-Bd 8. 173. 

Losy y. LoBsrmthal, Losi v. Losinthal, Freiherren und Grafen. 
Böhmischer Freiherrn- und Reichsgrafenstand. Freiherrndiplom vom 
14. Dec. 1648 für Anton L. v. L. u. Grafendiplom vom K. Leopold I. 
für das ganze Geschlecht. — Ein im 17. Jahrb. aus Italien nach Böh- 
men gekommenes Adelsgeschlecht, welches Einige für gleichstammig 
mit der im vorstehenden Artikel besprochenen Familie halten Dasselbe 
erwarb in Böhmen bedeutenden Grundbesitz. Philipp liOBy , R.-Graf 
V. Losymthal war 1736 Herr der Herrschaft Tachau im Pilsner Kreise, 
so wie Herr auf Purschau, Aschau, Wintritz, Schossenrieth etc. , k. k. 
w. Kämm, und k. böhmischer Hofrath u. 1745 zeichnete sich ein k. k. 
u. Ungar. General R. - Graf L. v. L. , Herr auf Tachau etc. durch seine 
Tapferkeit gegen die Franzosen am Rheine sehr ans. Später ist nach 
Allem der Stamm erloschen. 

Ottuke,ll. 8. 661. - Me$€ri€ v. Müklfeld, Erg.-Bd. 8. 173. — v. IhUbaeh, II. 8. 71. - 
Ruppl. zo Siebm. W.-B. VI. 6. 

Loth, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1793 für 
Johann Jacob Loth, Director der Kloster-Neuburger Zuckerfabrik, mit 
dem Prädicate: Edler v. 

MegtrU «. Mükl/eld, 8. 222. 

Lotter y. Konstanz. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1801 
fOr Adrian Lotter , Unterlieutenant bei dem k. k. Oguliner Regimente, 
mit dem Prädicate: v. Konstanz. 

Megtris 9, Mükl/€ld, Brg.-Bd. 8. S65. 

Lotterbeek, Loterbeek. Altes, in der früheren Geschichte der 

2* 



— 20 — 

Mark Brandenburg oft genanntes Rittergeschlecht , welches urkundlich 
auch Loterpeck , Luterbach . Luterbeck und Luterpeck geschrieben 
wurde. Der Stammvater desselben war der reiche, mit dem Markgrafen 
Ludwig dem Aelteren um 1340 in die Mark gekommene bayerische 
Ritter Marquard Loterbeck, welcher dem Markgrafen, besonders bei 
Gränzberichtigungen, sehr wesentliche Dienste leistete. Derselbe wurde 
1346 Vogt zu Spandau und 1352 markgr. Marschall. Er unterstützte 
den Markgrafen durch seine Tapferkeit, seine Erfahrung u. seine gros- 
sen Geldmittel und war in die Händel jener Zeit und die Geschichte 
derselben vielfach verflochten. Der Markgraf verlieh ihm, um einen 
Theil seiner Darlehne zurückzuerstatten , das Schloss Kremmen , doch 
bestimmte ein Streit mit den Bürgern des Städtchen Kremmen, den Rit- 
ter, sein Schloss an Koppekin Bredow, Ritter, 1355 zn verkaufen. 

Oercktn, Cod. dipl. V 8. «3 uud VI. S. 444 und 53l. — N. Pr. A.-L. V. S. 317. — 
8appl. XU Siebn. W.-B HI. 15. 

Lottersberg , Freiherren. Freiherrnstand des Kgr. Bayern. Di- 
plom vom 11. Dec. 1826 für Carl Lottersberg, k. bayerischen Ober- 
Ueutenant. 

W.-B. d. Kgr.Baycrn.X. &9. —v.Hffner, bayer.Adel, Tab. 45 u. 8. 66. -KnachU, IV. 
8. 369. 

Lottieri v. Lottiersdorff, Freiherren. Erbl. - österr. Freiherm- 
stand. Diplom von 1726 für die Gebrüder Carl, Sertorius und Roman 
Lottieri mit dem Prädicate: v. Lottiersdorff. 

MtgTlt p. Mühlfeld, Bric.Bd. 8. 76. 

Lottnm, Wylich und Lottnm, Grafen. Reichsgrafenstand. Di- 
plom vom 20. Jan, 1701 für Carl Philipp Freiherrn v. Wylich u. Lot- 
tnm, k. preuss. General-Feldmarschall etc. und Bestätigungsdiplom im 
Kgr. Preussen vom 14. Juni 1701. — Altes, niedersächsisches Adels- 
geschlecht, dessen Ursprung urkundlich bis 1158 zurückzuführen ist. 
Dasselbe leitet seinen Urspnmg von Gottfried v. Steenhuys, verm. mit 
Ottilie V. Schellard, her. Von den Nachkommen vermählte sich Adolph 
V. Steenhuys 1317 mit Bata (Beatrix) v. Wylacken und nahm den Na- 
men derselben an. welcher später: Wylich geschrieben wurde. — Als 
nächster Stammvater wird Peter v. und zu Wylich angegeben , welcher 
1446 Erbland-Hoftneister des Herzogthums Cleve war. Derselbe ver- 
mählte sich mit Hille v. Hessen , einer Tochter des Landhofmeisters 
Arnold v. Hessen und brachte durch diese Vermählung jene Würde an 
seine Familie. — Der älteste Sitz des Geschlechts war Dirsfort, später 
aber erwarb dasselbe bedeutende Güter und Herrschaften und breitete 
sich in mehreren Linien aus , welche von diesen Besitzungen den Na- 
men führten. Peters Enkel, Otto, verm. mit Liefferta Schenkin v. Nie- 
degg, stiftete die Linie zu Huet und sein Sohn, Otto H. vermählte sich 
mit Elisabeth v. ßüderich , Erbtochter von Gronstein. Der Sohn des 
Letzteren, Otto Christoph zu Huet, Gronstein und Gribbenfort, erwarb 
im 16. Jahrb. die Herrlichkeit Lottum in dem ehemaligen, zum Her- 
zogthnrae Geldorn gehörigen Amte Kessel und später, 1 608. wurde Jo- 
hann Christoph vom Erzherzoge Albert v. Oesterreich unter dem Na- 
men : Wylich und Lottum in den Freihermstand erhoben. Der eigent- 



— 21 — 

Hche Stammname des Geschlechts ist jetzt, doch nur scheinhar, verdrängt, 
da noch in allen wichtigen Fällen der Doppelname : Wylich u. Lottom 
gebraucht wird. — Durch die Nachkommen des Freiherren Johann 
Christoph entstanden zwei Linien : eine ältere und jttngere. Die ältere 
ferblieb im Freiherrnstande und ist in diesem Jahrhunderte ausgegan- 
gen, die jüngere aber hat dauernd fortgeblttht und in dieselbe ist durch 
Carl Philipp, s. oben, der Grafenstand gekommen. — Die absteigende 
Stammreihe des gräflichen Hauses ist folgende : Graf Carl Philipp, geb. 
1650 und gest. 1719, k. preuss. Feldmarschall etc.: erste Gemahlin: 
Maria Dorothea Freiin y. Schwerin und zweite Gemahlin : Albertine 
Charlotte Freiin v. Quadt- Wickerad; — Gr. Johann Christoph , Sohn 
des Grafen Carl Philipp aus erster Ehe, geb. 1681 und gestorb. 1727, 
k. preuss. Generalmajor und Regiments -Chef: Hermine Alexandrine 
Freiin V. Wittenhorst-Sonsfeld , gest. 1745; — Graf Friedrich Wil- 
helm, geb. 1716, gest. 1774, k. preuss. Generalmajor, Regimentschef 
etc.: Anna Dorothea Scherf (Sehens), (in zweiter Ehe vermählte v. Lam- 
precht), gest. 1796 ; — - Graf Carl Friedrich Heinrich, geb. 1767, gest. 
1841, k. preuss. General, w. Geh. Staats- und Schatz - Minister etc.: 
Sophie Luise Friederike y. Lambrccht, gest. 1841 ; — Graf Hermann 
Friedrich, geb. 1796, gest. 1847, k. pr. Geh. Rath, Gesandter etc.: 
Qotilde Grf. und Herrin zu Putbus, geb. 1809; — Graf Moritz, geb. 
1829, Majoratsherr des freien Burglehens Lissa bei Breslau. Der Bru- 
der des Grafen Moritz ist: Wilhelm Malte Fürst und Herr zu Putbus^ 
geb. 1836, succedirt nach einer Bestimmung seines Grossvaters, des 
Forsten Malte Wilh. zu Putbus, seiner Grossmutter, der Fürstin Luise, 
lebenslänglicher Nutzniesserin des Fidei-Commisses, am 27. Sep. 1860, 
yerm. 1857 mit Fürstin Wanda, geb. Freiin v. Veltheim-Bartensleben, 
geb. 1838. — Die Schwester des Grafen Moritz und des Fürsten Malte 
zu Putbus. Grf. Agnes, geb. 1830, vermählte sich 1849 mit Carl Grafen 
V. Pourtales, k. pr. Kammerh. und Ceremonienmeister. 

Bübner, II. Tab. 403 und III. T«b. 955. - Gaukt , I. 8. 1272 a. 73. — Zedier, XVIIT. 
«. 574. — Dithmar, R. Vi. Nr. 84. — IHtnemann, 8. S38. Nr. 98 u. 8. 376. — v. Steinen, 1. 
S. 691—96 a. Tab. 2. Nr. 1. — Biograph. Lexicoii aller Heldeu etc. II. 8. 434 uod 35. ~ 
^KoM, l.^OO. II. 8. 272. - Rohem, Niederrhcin. Adel, II. S. 292—309. — Allgem. Geneal. u. 
SUatshandb. is<;4, I. 8. 672 u. 73. — N. Preuss. A.-L. III. 8 306—10. - D«>atsche Orafenh. 
ö*T 6e«(enw II. 8. 68—60. — Freiherr v. Ledebur, II. 8. 54. — Geoeal. Tascheab d. grafl. 
Ilia»er, 1^64. 8. 508 n. 9. uod hlstor. Handbuch xu Dereaelben, 8. 540. — Siebmacher, II. 
114: *. Wllich, Rheiul&ndisch. — r. Mediny, III. 8. 769—72: v. Wylich und Wylich u. Lot- 
ton, Freih. u. Grafen, - Suppl. zu 8lebm. W. B I. 7: Gr. ▼. L. — W.B. der Preuss. Mo- 
•irfh. I. 68: Gr. v. L. 

Lot« T. Stembanm. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1794 far Franz Lotz, k. k. Bancal-Wassermauth-Einnehmer, mit dem 
Prädicate : v. Sternbaum. 

Megerle 9. Mühlf^ld, 8. 292. 

^ Lotsbeck, Lotzbeck auf Weyhem, Freiherren. Freihermstand 

des Kgr. Bayern. Diplom vom 3. Jan. 1815 für Carl Ludwig Lotzbeck 
den Aelteren , Grosshändler und Gutsbesitzer zu Lahr im Grossh. Ba- 
den und Anerkennungs- und Bestätigungsdiplom des der Familie ver- 
liehenen bayerischen Freiherrnstandes von Grossh. Badischer Seite vom 
29. Mai 1815. — Ein aus Weissenburg im Nordgau Bayerns stam- 
mendes Geschlecht, welches zu den alten Stadt -Familien gehörte und 



*. 



— 22 — 

dessen Sprossen wie in Weissenburg , so anch in dem benachbarten 
Hochstifte und Capitel Eichstaedt Aemter und Ehrenstellen bekleidete. 

— Sebastian Lotzbeck , im Rathe zu Weissenburg gesessen , erhielt 
deroh kaiserl. Wappenbrief von 1559 mit dem ehrbaren Geschlechte 
der Weisshaupten ein gemeinsames Wappen. — Von den Nachkom- 
men siedelte Christian Samuel Lotzbeck 1706 nach Baden über, von 
wo sein Urenkel, Freiherr Carl Ludwig, s. oben, nach Bayern zurück- 
kehrte, daselbst aus den Rittergütern Weyhem, Eisolzried, Nanhofen, 
Hard etc. ein Familien-Fideicommiss stiftete und die erbliche Reichs- 
ratiis- Würde des Kgr. Bayern erlangte. Derselbe, geb. 1754, badischer 
Grundherr auf Ottenweiher etc., starb 1826 und ihm folgte sein älterer 
Sohn: aus der Ehe mit Elisabeth Willig Freih. Carl Ludwig IT., geb. 
1786, badischer Grundherr auf Ottenweiher, k. bayer. Kämm., erblicher 
Beichsrath bis 1848, wo er zu Gunsten seines älteren Sohnes freiwillig 
auf diese Würde Verzicht leistete, verm. in erster Ehe mit Henriette 
Sautier, gest. 1841 und in zweiter mit Antonie Hill, geb. 1819. Aus 
der ersten Ehe stammen zwei Töchter: Freiin Mathilde, verw. Freifrau 
y. Weiden, geb. 1814 und Freiin Ida, verm. Baronin de Bourgoing, 
geb. 1817 und ein Sohn: Freih. Alfred, geb. 1819, k. bayer. Kämm. 
und (durch Verzichtieistung des Vaters) erbl. Beichsrath der Krone 
Bayern, verm. mit Henriette de Hallet, gest. 1853, aus welcher Ehe 
eine Tochter, Laura, geb. 1852, entspross. Aus der zweiten Ehe des 
Freiherrn Carl Ludwig n. stammt ein Sohn: Freih. Eugen, geb. 1845. 

— Von den Geschwistern des Freih. Carl Ludwig II. vermählte sich 
Freiin Octavie, geb. 1811, 1829 mit Carl Freih. v. Botberg, grossh. 
bad. Generalmajor a. D. u. Freih. Ferdinand, geb. 1792, k. bayerisch. 
und grossh. bad. Kammerh., in erster Ehe mit Luise Freiin v. Ober- 
kirch, gest. 1828 und in zweiter mit Stephanie Freiin v. Fahnenberg, 
gest. 1839, aus welcher letzteren Ehe eine Tochter entspross: Freiin 
Caecilie, geb. 1830, verm. 1847 mit Christian Freih. Gayling v. Alt- 
heim, k. k. Kämm., Wittwe seit 1859. 

r. Lang, 8. 181. — Ctut, Adelsb. d. Oro«)th. B«dfii, Abth, 2. — Geneal. Taschenb. der 
fr«ih. Hitiser, 1856. 8. 414-16. n. 1864. 8. 4^6 iiud 86. ~ W.-B. d. Kgr. Bayern. III. 54 u. 
9. Wötek^rn, Abth. 8. 8. 150— &2. — ». Brfntr, bayer. Adel, Tab. 45 u. 8. 46. — Knetchke, 
I. 8. 281 0. 8). 

Loucey , Grafen. Französisches Grafengeschlecht, aus welchem 
Peter Franz Gr. v. Loucey 1784 in die k. preuss. Armee trat. Der- 
selbe wurde 1804 Msgor im Husaren - Regimente v. Pletz, war 1815 
Commandant des Hauptquartiers u. Ober-Kriegs-Polizei-Director, wurde 
1818 als Generalmajor pensionirt und lebte später in Schlesien. 

N. Pr. A.-L. HI. 8. 810. — Freih. v. ledebur, II. 8. hi. 

Low (in Silber drei, 2 u. 1, grüne Blätter u. auf dem Helme zwi- 
schen zwei, einen offenen Kranz bildenden, grünen Zweigen ein grünes 
Blatt). Ein in der zweiten Hälfte des 18. u. in den ersten Jahrzehnten 
des 19. Jahrh. in Kur- und im Kgr. Sachsen yorgekommenes Adelsge- 
schlecht, aus welchem Wilhelm v. Low 1795 Generalmajor der Infan- 
terie und General-Inspector der Infanterie wurde. Derselbe war später 
Chef eines Infieuiterie-Regiments. lieber seine Abstammung sind genaue 
Nachrichten nicht au&ufinden. 

HaadtohrlfUk Noliiu 



— 23 — 

Lowe]. Adelsstand dos Kj<r. Bayern. Diplom vom 25. Apr. 1817 
für Johann Georg Lowel, Rechts-Candidaten, im Mainkreise lebend. 

9. Lang, 8uppl. 8. 121 : v. I,oweI. - W.-B. d. Kgr. Bayern, VI. 97: v. Lowel. 

Lowtzow, Lowzow. Altes, meklenburg. Adelsgeschlecht, welche^ 
auch Loutzow, Lauzow und Louzow geschrieben wurde u. aus welchem 
Hans Lntzove bereits 1888 urkundlich vorkommt. Dasselbe unter- 
schrieb 1523 die Union der mcklcnburgischen Ritterschaft und wurde 
zu Rensow, Bftt^ien , LlUken , Lowetzow etc. gesessen. — Sprossen des 
Geschlechts, welches auch nadi Dänemark gekommen war, standen auch 
in der k. preuss. Armee. Peter v. Lowtzow war 1787 Stabs - Capitain 
im Regim. Markgr. zu Hessen - Cassel und der Bruder desselben , Frie- 
drich v. L., nahm 1784 als Rittmeister im Husaren - Regimente t. Bel- 
ling den Abschied. — Der alte Stamm hat in Meklenburg fortgeblüht 
und in neuer Zeit standen demselben noch die Güter Rensow , Klaber 
etc. zu. 

9. PHItbtter, Nr. 87. — v. Sehr. K.-M , S. 1627. — Vers. d. in Mekleub. aorir. Faml- 
Üeu, Schwerlu, 1776. 8. 4. — Lexicon over ad«l. Famil. i Danmnrk , 1. 8. S41 und Tab. &« 
Nr. 104. — Frei/f. 9. d. Ktfuebeck, S. 196. - Freih. ». Ledebur, II. 8, 57. — SUbmachmr, 
V. 154 : ▼. LonUou. Meklenl.. - r. Wettphalen, Ifonum. ined. IV. Tab. 19. Nr. 61. ~ «.Jf«- 
dimg. I. 8. 347. — Meklenb. W.-B. Tab. 32. Nr. 117 und 8. 3 and 27. — v. Hefntr, haaDOY. 
Adel. Tab. 21. 

Loy, Freiherren. Erbl.-österr. Freihermstand. Diplom von 1806 
ftlr Matthias v. Loy, k. k. Rittmeister im Dragoner-Regimente Erzher- 
zog Johann. — Eine adelige Familie v. Loy führt das Prädicat: Edle 
▼. Leichcnfeld und aus derselben war in neuer Zeit Joseph Loy Edler 
▼. Leichenfeld Platz-Hauptmann 1 . Cl. zu Mantua. 

Magerte 9. ßfüht/rldf Erg.-Hrf. 8. 76. — Milit.-Achemat. des 5sterr. Kalterthums. 

Loysi, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom vom 16. Juli 
1 647 fftr Johann Anton Loysi. 

9. Hellbach. II. .s. Vi. 

Lnbath. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 13. Januar 
1716 für Johann Lubath, k. preuss. Oberlieutenant im Regimente Graf 
v. Wartensleben. Der Sohn desselben, Carl Acmil v. L., trat 1727 in 
die Armee und starb 1762 als Oberstlieutenant und der Sohn des Letz- 
teren. Friedrich Wilhelm v. L., 1806 Major im Regimente v. Rüchel, 
wurde 1810 als Oberstlieutenant pensionirt. 

r. HfUbaek. II. S. 72. — N. Pr. A.-L. I. S. 38 und III. 8. ,310 ». II. - FretA. r. Lt- 
dffiur. II. «. 57. — W.-B. der Pr. Monarch. III. 90. 

Luben y. WuliTen, Lnben v. Wolffen, auch Freiherren. Ein in 

der zweiten Hälfte des 18. Jahrb. in Kur -Brandenburg und in der 
ersten Hälfte des 19. Jahrh. im Kgr. Preussen und in Kur- Sachsen 
vorgekommenes und dann ausgegangenes Adelsgeschlecht, — Der kur- 
brandenb. Geh. Kainmen-atb Luben v. Wulffen machte sich unter dem 
Könige Friedrich I. von Preussen durch die Einführung der Erbpachte 
bekannt, wurde geadelt, doch ist Nflheres über das Diplom nicht aufzu- 
finden und starb 1725. Der Sohn desselben. Friedrich Casimir L. v.W., 
k. poln. und kursächs. Hofrath, starb 5. Apr. 1727 und Sophie Luise 
Charlotte v. Haugwitz, geb. Freiin Luben v.Wolifen, 1742 zu Chemnitz. 

Freiherr c. Ledebur, II. s. hl. - r. M^-ding, III. S. 411 : Freih. L. v. W. 

Lubienski, Grafen. Grafen stand des Kgr. Preussen. Diplom vom 



4*' 



24 — 

15. Juni 1798 für Felix Wladislaus v. Lubienski, k. prenss. Eammer- 
herrn, Starost von Nakel etc. — Altes, polnisches, zu dem bekannten 
Stamme Pomian zählendes Adelsgeschlecht , aus welchem in der Mitte 
des 18-. Jahrh. Florian v. Lubienski, gest. 1760, Wojwode von Posen, 
xa hohem Ansehen gelangte. Ein Enkel desselben war der genannte 
Graf Felix Wladislaus , bei dessen Erhebung in den Grafenstand das 
Stammwappen : (in Gold ein vorwärts gekehrter, schwarzer BdiTelskopf, 
welcher von dem rechten Hom nach unten mit einem blanken Schwerte 
durchbohrt ist) mit den Wappen der verwandten Stämme Jnnosza (Bie- 
linski), Sangtiszko und Szembeck vermehrt wurde. Derselbe, gest. 1842 
als k. poln. Staatsminister a. D., hintcrliess aus der Ehe mit Thecla 
V. Bielinska, einer Tochter des polnischen Kron-Grossschreibers Peter 
V. Bielinski und der Fürstin Christine Sanguszko, zehn Kinder: drei 
Töchter und sieben Söhne, die Grafen : Franz, Thomas, Peter, Johann, 
Heinrich, Thaddaeus und Joseph. — Graf Franz v. Lubnia-Lubi^nski, 
in erster Ehe mit einer v. Milkowska und in zweiter mit Pauline Grf. 
V. Potocka vermählt , hinterliess aus der ersten Ehe einen Sohn , Graf 
Casimir, verm. mit Maria Grf. v. Krasinska und aus der zweiten eben- 
falls einen Sohn, Gr. Severin, verm. mit einer Grf. v. Jezierska. — Gr. 
Thomas, k. poln. Greneral a. D. und Senator -Castellan des Kgr. Polen, 
vermählte sich mit Gonstantia Grf. v. Ossolinska, aus welcher Ehe Graf 
Leon entspross. Gr. Peter, Präsident des k. poln. Credit- Vereins, 
wurde in der Ehe mit Barbara v. Szymanowska 'Vater dreier Söhne, 
der Grafen: Felix, verm. mit einer v. Dzierzbicka, Eustachins u. Paul. 
Graf Johann vermählte sich mit Anna v. Klicka, aus welcher Ehe zwei 
Söhne entsprossten, die Grafen Stanislaus und Wladislaus. Graf Hein- 
rich, k. poln. Staatsrath und Vice-Präsident der polnischen Bank, hatte 
aus der Ehe mit Irene Grf. Potocka vier Söhne, die Grafen: Eduard, 
Thomas, Constantin n. Julius. Gr. Thaddaeus wurde Prälat des päpstl. 
Stuhls u. Gr. Joseph, Herr auf Pudliszki, General-Landschaftsrath a.D., 
vermählte sich mit Josepha v. Pruska. — Unter den in der Provinz 
Posen Begüterten wurde 1857 aufgeführt: Julius Gr. Lubienski auf 
Slakowo im Kr. Kröben. Aus dem nicht gräflichen Zweige, aus welchem 
Michael v. Lubienski, Herr auf (iozow, ehemaliger Justiz-Minister im 
Kgr. Polen, 1796 k. preuss. Kammerherr wurde, war Anton v. L. 1832 
Herr auf Wiewierzyn im Kr. Mogilno und Joseph v. L. 1837 Herr auf 
Budziszewo im Kr. Obornik. Später, 1857, wurde als begütert aufge- 
führt: Stanislaus v. L. auf Pozrzanowo im Kr. Obornik, Boguslav v. L. 
auf Kiaczyn im Kreise Samter und Anton v. Lubienski auf Wiewierzyn, 
8. oben. 

f. HeUbaek, II. 8. 73. — N. Pr. A.-L. III. S. 5 a. 8. 311. — DenUche Orafenh. d. Oe- 
nnw. II. 8, 60 a. 61. — Freihtrr v. Ledebur^ II. 8. 57. — Geneal. Tasrhenb. der griflich. 
Rioaer. 1964 anter Bernfnng auf 1RN7 8. 471 und histor. Handbuch zu demselben, 8. 542. — 
Rauer, Adrcssb. I8.S7. 8. 136. - W.-B. d. preusi». Monarch. I. 69. 

Lnbnan v. Lilienklaa. Ein in Ostpreussen zu Borchersdorf im Kr. 
Pr. Eylau , zu Rothgörken im Kr. Friedland , zu Weissenstein im Kr. 
Königsberg etc. begütert gewordenes Adelsgeschlecht. 

Freih. 9. Ledtbur, Ol. 8. .HO». 

^ Lnbowski. Ein im 17. Jahrh. zu dem schlesischenAdel zählendes 




%*- 25 — 

Geschlecht, welches im Teschenschen zu Dombrowka, Sackrau u.Widow 
gesessen war. 

Sinapitu, I. 8. 619 und II. 8. 798. - Frdh. v. Ledebur, II. R. 5B. — Siebmaeher , I. 
71 Die Lühowsker, Schlesisch. 

Lnbrecht Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1745 fQr Johann 
Cbristx>ph v. Lubrecht, k. k. Cavallerie-Lieutenant. — Christian Lud- 
wig Lubrecht war 1730 Rittmeister im k. preuss. Regim. v. Egel. Mo- 
ritz Johann v. L., Rittmeister, war 1774 in Pommern Herr auf Bütow 
and Ziegelwerder unweit Naugard. Das Geschlecht erwarb später noch 
andere Güter in Pommern und ist mit dem Kreis-Deputirten Carl Leo- 
pold Theodor v. Lubrecht, — einem Sohne des genannten Johann 
Christoph Ritter v. Lubrecht — Herrn auf Glashagen und Langenha- 
gen unweit Saatzig, Steinhöffel bei Naugard etc. 29. Novemb. 1803 er- 
loschen. 

Megerte 9. Mühlfeld, KrR.-Bd. 8. !73. - N. Pr. A. L. V. P. SIT. — Freiherr 9. Lede- 
tar. II. 8. 58. 

LJiucadoii. Ein aus der Schweiz stammendes Adelsgeschlecht, aus 
welchem Ludwig Friedrich v. Lucadon, geb. 1741, in die k. pr. Armee 
trat und zum Obersten und Commandanten der Festung Colberg stieg. 
Derselbe wurde, nachdem er in diesem Commando im Winter 1806—7 
▼on dem damaligen Major v. Gneisenau abgelöst worden war, 1807 als 
Cleneralmajor pensionirt u. starb 1812. — Der Sohn desselben, Franz 
Jobann Paul v. Lucadon, wurde 1835 Generalmajor u. später General- 
fientenant 

N. Pr. A.-L. III. 8. Sit. — Freih. 9. Ledebwr, U. 8. 58 nnd HI. 8. 304. 

Lncam, Ritter und Edle. Reichsrittertand. Diplom von 1749 für 
August Zacharias Ferdinand Lucam, k. k. Reichshofhiths- Agenten, mit 
dem Prädicate: Edler v. 

Megerle t. Mühlfeld, Brg.Bd. 8 173. - 8uppl. su 8iebro. W.-B. IX. 90. 

^ , Lneantschitz v. Hertenfels. Ein früher zu dem Adel im Herzog- 
tbume Krain zählendes Geschlecht, dessen Stammreihe Seifert mit Lu- 
cas Lneantschitz, welcher um 1471 sicJi gegen die Türken an der cro- 
atischen Gränze tapfer verhielt, beginnt. Der Enkel desselben, Petrus 
L., wurde nach langen Kriegsdiensten 1555 Amtmann zu Stain u. kaufte 
Eisen-Bergwerke und andere Güter in Ober - Krain , welche die Nach- 
kommen noch besessen. Sein Sohn Gregor war anfangs Kriegs - Com- 
niasar des K. Ferdinand U. u. setzte später den Stamm fort. Ein En- 
kel des Letzteren, Gabriel Lneantschitz zu Alten-Lack nahm zuerst den 
Beinamen: v. Hertenfels an. Derselbe, gest. 1683 als kaiserl. Rath, 
Comes Palatinus, der Landes - u. Hof-Rechte im Herz. Krain Beisitzer 
Bnd Landschreiber, hinterliess einen Sohn, Johann Gotthard Lucant- 
lehitz V. Hertenfels, Herrn zu Alten- und Klein -Lack, kaiserl. Rath, 
Yicedom des Herz. Krain, wie auch der Landes- und Hof -Rechte Bei- 
sitzer, welcher den Stamm durch einige Söhne, über welche nähere 
Nachrichten fehlen, fortsetzte. 

SeiferU AhnenUfel, Bd. I. ~ Oauhe , I. 8. l.'TS. — Zedier, XVIII. 8. 6S9. 

' Lncamifl, Lucanas v. Rauschenberg. Adelsstand desKgr. Preus- 

len. Diplom vom 15. Oct 1786 far Johann Simon Lucanus, k. preuss. 





Rath bei der Oberamts-Regiernng u. bei dem Consistoritim zu Glogau, 
mit dem Prädicate : v. Rauschenberg. 

V. Hellhaeh, Ü. 8. 73. - N. Pr. A.-L IFT 8. 2 und 311. - Freih. v. Ledebur, 11.8.58. 
— W.-B. d. Preus». Monarch. 111. 90. — Km'schk«, IV. 8. 269 und 70. 

Lnchaw, Grafen. Altes, lüneburgisches Grafengeschlecht, welches 
schon 1151 mit dem Grafen Burkhart Luchaw ausstarb, worauf die 
Schwäger desselben, die Grafen v. Oldenburg und Hallermund, die Be- 
sitzungen des Stammes erhielten. 

tioppenrod, 8. 56 und 57. 

Lucchesini, Grafen (in Blau ein rechtsgewendeter, goldener Löwe). 
Altes Patriciergeschlecht in Lucca, aus welchem Girolaroo Marquis 
V. Lucchesini, geb. 1752 und gest. 1825, zuerst nach Preussen kam, u. 
1780 k. preuss. Kammerherr und später mit Gesandtschaften an meh- 
rere Höfe betraut wurde. - Haupt der Familie ist: Franz Marquis v. Luc- 
chesini, k. preuss. Karamerherr, w. Geh. Rath und Hofmarschall Sr. K. 
H. des Prinzen Carl v. Preussen. Von demselben stammen, neben zwei 
Töchtern, Grf. Mathilde und Grf. Gaecilie, verm. 1863 mit Clemens 
Grafen v. Westphalen zu Fürstenberg, zwei Söhne : Gr. Hugo, k. preuss. 
Lieutenant im Öuirassier-Reg. Nr. 6 und Gr. Franz, k. preuss. Lieute- 
nant a. D. 

Freih. v. Led*bur, U. 8. 58 und III. S. 304. — Geneal. Taacbenb. der gr&dich. Hiuter, 
lft64. 8. &09 and 510. 

Luchs y. Lnchsheim. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1793 für Joseph Johann Luchs, k. k. Hauptmann im Infant. -Regimente 
Freih. v. Schröder, mit dem Prädicate: v. Luchsheim. 

Mtgfrle v. Muhtfeld, Erg.. -Bd. 8. S65. 

Luchs y. Lnchsenfeld, Ritter und Edle. Erbl. - österr. Ritter- 
stand. Diplom von 1755 für Johann Paul Luchs v. Luchsenfeid, k. k. 
Hofrath und Johann Horatius L. v. L. , k. k. Hofkriegsbuchhaltungs- 
rechnungsrath, mit dem Prädicate: Edler v. 

iitgtrl« V. Mühlfeld, 8. 128. 

Lnchsenstein, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1734 
für Anton Franz v. Luchsenstein. 

V. Hellbach, n. .<». 73. 

Luck , Lücke (in Roth ein silbernes, rechtes Büffelshom und die 
linke Stange eines silbernen Hirschgeweihes neben einander gestellt). 
Altes, schlesisches Adelsgeschlecht nach den gewöhnlichen Angaben 
polnischer Herkunft; und zu dem Stamme Rogala gehörig, nach Alber- 
tus Kranz aber von einem Grafen zu Dittmarsen stammend, welches in 
Schlesien und im Brandenburgischen vom 16. Jahrb. an ansehnlich be- 
gütert wurde und sich namentlich in Schlesien aus den Häusern Mechau, 
Salisch, Merzdorf u. Klein -Kloden weit ausbreitete. Das Haus Mechau 
trieb besonders mehrere Zweige , welche zu Witten, Mötschen. Gucke- 
litz, Paulwitz , Mlietsch, Zweckfronze, Gr. Tschuder etc. ansässig wur- 
den, auch entstanden in den Marken die Häuser Plan bei Crossen, 
Kriewen in der Uckermark etc. In neuer Zeit machte sich die Familie 
auch in Pommern und im Posenschen begütert. — In Schlesien kommt 
der Name des GeseUechts schon zu Ende des 13. Jahrh. vor, wo ein 






'K- 37 — W 

Ritter Lacke Gflnstling des Herzogs Conrad zu Glogan war und die 
Familie in der Umgegend des Klostere Trebnitz sass; Opetzke oder 
Opitz Luck erwarb 1337 das Gut Peterwitz bei Trebnitz; Peter v. L. 
war 1402 Landeshauptmann des guhrauischen Kreises und dieselbe 
Wttrde bekleidete 1588 Johann v. L. auf Klein- Kloden ; Caspar v. L. 
war 1607 Rath und Hauptmann des Klosters Trebnitz; Maria v. L., 
Aebtissin zn Trebnitz, verliess 1610 das Kloster und nahm die luthe^ 
rieche Lehre Mi; 1618 wird Wilhelm v. L. u. Witten auf Paulsdorf als 
Hauptmann des fürstlich. Stifts Trebnitz genannt; Heinrich v. L. auf 
Mlietsch war 1656 Landes-A ehester des Fürst entbums Liegnitz u. ein 
anderer Heinrich v. L. 1685 im wohlauischen Fürstenthume; Hans 
Cairistoph V. L. auf Klein Klöden starb 1714 als des glogauischen Fttr- 
stenthams Landesältester u. Landrichter des guhrauischen Kreises etc. 
— In Pommern sass das Geschlecht 1798 zu Neetzow u. 1803 auch zu 
Gramzow, beide Güter unweit Anclam, 1809 zu Schwetzkow im Kreise 
Stolpe und 1847 und später zu Borrentin im Kr. Demmin u. war auch 
im Posenschen im Kr. Fraustadt zu Dembowalenka und Geiersdorf an- 
sässig geworden. — Zahhreiche Glieder der Familie standen in der k. 
preuss. Armee. Christoph Georg v. Luck, im Crossenschen geboren, 
wurde 1754 Oberst und Chef des erledigten v. THopitalschen Garnison- 
bataülons, nahm 1757 den Abschied und starb 1766; Caspar Fabian 
Gottlieb V. L. a. d. H. Topper — ein Sohn des Friedrich Wilhelm v.L. 
aus der Ehe mit Ursula Beata v. Knobeisdorf — Generalmajor u. Chef 
eines Füselierregiments, Amtshauptmann zu Ruppin etc., vermählt mit 
Emestine v. Luck, aus welcher Ehe zwei Söhne entsprossten , wurde 
1780 pensionirt und starb einige Jahre nachher; ein v. li., k. preuss. 
GeaeraUmgor a.D., früher Oberst im Dragoner - Regim. v. Prittwitz, 
starb um 1832; 1837 lebte in Berlin der Generallieut. u. General-In- 
specteur desMilitair-ünterrichts-u. Erziehungswesen v.IiUcketc. — Von 
neueren Sprossen des Geschlechts war nächstdem Adam Sigismund Ernst 
T. Lacke 1806 Herr auf Bansau und Kreisdeputirter und Marschcom- 
missMiits des glogauer Kreises und 1857 wurden als im Kgr. Preussen 
begütert aufgeführt; August v. Luck, Herr auf Borrenthin im Kr. Dem- 
min, die verw. Frau v. Luck auf Alt-Strunz im Kr. Glogau und Arthur 
Alexander Sigismund Benjamin v. Lücke , Herr auf Ulbersdorf im Kr. 
Fraostadt. 

Smapiui, I. 8. 619-23 and II. 8. 79.1 und ff. - Oauh« , \. 8. 1273 n. 74. - Freiherr 
: JCrokne, II. 8. 990— i)5. — N. Pr. A.-L. III. S. 312 und 18. - Früh, p. Lfdebur , II. 
8. S8 und 59 and IIT. 8 IW*. — Siebmachtfr, l. 69 : v. Lacke, Schlesisch. - 9. Mtding, \\, 
8. aS2 nnd &3. — Sehletiscbe«) W.-B. Nr. 387. 

Luck, Lücken (in Silber der Kopf und Hals eines rechtssehenden, 
schwarzen Adlers). Adelsstand des Königr. Preussen. Diplom vom 
22. Juni 1707 für Daniel Luck, königlichen Kammerdiener. Derselbe 
wurde später Hofrath und Geh. Kämmerer Kcinig Friedrichs I. — Die 
Familie wurde in der Uckermark begütert und sass 1709 u.noch 1750 
ZD Griewen und 1752 zu Zützen unweit Angermünde. 

». ffeUback, II. 8. 73 and 74. - N. l*r. A.-L I. 8. 87, III. 8. 313 nnd V. 8. 317. — 
iWM. ß. L^debur, IL 8. A9. — W.-K. d. Prenss. Monareh , ID. 96. 

Luck« Lnck y. Bog:ii8]awitz (in Gold zwischen zwei schrägrech- 
tea, roiheii Balken ein nach oben laufender Luchs). jBn au9 einer au- 



I.^E 



gesehenen Bfirgerfamilie in Oels stammendes, Mher zu dem schlesischen 
Adel gehörendes Geschlecht, welches in der zweiten Hälfte des 1 7. Jahrh. 
den böhmischen Adelsstand mit dem Prädicate : v. Boguslawitz, einem 
Sitze im Breslauischen , erhalten hatte. Nach einem Epitaphium zu 
Friedland in Böhmen starb 1599 ,, Magdalena Weintritin in Palwitz" 
als Braut des Caspar Luck v. Boguslawitz , Doctor beider Rechte. 
Letzterer, welcher auch unter dem Namen : Caspar v. L. auf Uslowitz 
vorkommt, lebte zu Prag als kaiserlicher Rath und starb 1655. £in 
Sohn desselben, Johann Lorenz v. L., k. schwed. Oberstlieutenant, be- 
sass das Gut Waldau bei Bernburg. — Die Familie hatte noch 1700 
im Breslauischen die Güter Boguslawitz, Kammelwitz u. Sirdenig inne. 
— Ein anscheinend um diese Zeit gestochenes , die Farben des Wap- 
pens angebendes Petschaft, während ein anderes, kleineres aus früherer 
Zeit diese nicht angiebt, trägt die Buchstaben : G. S. Y . L. 

SinapiM, I. 8. 623. — Oauhe, I. 8 1274. — Zedier, XVIII. 8. 7S8. — N. Pr. A.-L. III. 
8. 812 — Freih. v. Ledehur, II. 3. 9 und IIT. 8. 306. ^ o. Meding, H. 8. 353. 

Lucka (in Blau drei aus dem Boden des Schildes an Stengeln 
neben einander hervorkommende Rosen , über welchen ein gestürzter 
Mond und über demselben ein Stern schwebt). Ein früher zu dem 
meklenburgischen Adel gehörendes Geschlecht , dessen Stammvater Jo- 
hann Richter, Licentiat der Rechte, war, welcher sich in Meklenburg 
ansässig machte und den Reichsadel mit dem Namen : v. Lucka erhielt. 
Der Enkel desselben, Adam v. Lucka, starb vor 1610 und war der 
Letzte des Stammes. 

0. Meding, I. 8. 347 and 48. 

Lnckner, Grafen. Dänischer Grafenstand. Diplom vom 31. März 
1784 für Nicolaus Baron v.Luckner, k. französ. Generallieutenant und 
Grundbesitzer in Holstein. Derselbe, geb. 1722 zu Campen in Bayern 
und als General und Marschall von Frankreich 4. Januar 1794 in Folge 
der Revolutionsstürme, als Opfer gefallen unter der Guillotine, trat jung 
in k. preuss. Dienste, wurde schon 1759 Husarenoberst, hatte sich na- 
mentlich 1757 bei Rossbach ausgezeichnet und überfiel, als Parteigän- 
ger sehr bekannt, 24. Mai 1760 als Commandeur eines leichten Corps 
von Infanterie und Cavalerie ganz unerwartet die Franzosen bei Butz- 
bach und schlug dieselben entscheidend. Nach dem Frieden vmrden 
ihm viele sehr vortheilhafte Anerbietungen gemacht, von welchen er die 
als Generallieutenant in der k. franz. Armee annahm. Nachdem er in 
Holstein bedeutende Besitzungen an sich gebracht, erlangte er als „Ni- 
colaus Baron v. Luckner, aus deutscher Familie stammend'' 22. April 
1778, mit dem dänischen Incolate, die Aufnahme unter den dänischen 
Adel und später, wie angegeben, den dänischen Grafenstand. Graf Ni- 
colaus, welcher in Holstein 1763 die Fidei-Commissstiftungen zu Blu- 
mendorff und Schulenburg und 1783 zu Depenau und Löhndorff fi\r 
seine Nachkommen gemacht, hatte, so viel bekannt ist, zwei Söhne, die 
Grafen Nicolaus II. u. Ferdinand I. Graf Nicolaus H. , k. dän. Geh. 
Conferenzrath, vermählte sich mit Adamine Grf. v. Wedell-Wedellburg 
und aus dieser Ehe entspross Graf Ferdinand H., gest. 1837 , verm. in 
erster Ehe mitJ|athilde Grf. v. Stolberg, gest. 1830 und in zweiter 



ftiljjfcthü 

9 



— 29 — 

mit Sophie de Chanfpi^. Aas der ersten Ehe stammt das jetzige^ Haupt 
der Familie: Graf Nicoiaus III., geb. 1820, Erbherr auf Schulenburg,- 
Yormaliger Premierlieut. u. Acyatant der schleswig-holsteinschenCaval- 
lerie-Brigade, verm. 1847 mit Bianca Grf. v. Baudissin, geb. 1827, aus 
welcher Ehe neben vier Töchtern, ein Sohn, Ferdinand HI., geb. 1854, 
lebt. Der Brader des Gr. Nicolaus ÜI, ist: Gr. Alexander, geb. 1830, 
gewesener Premierlieutenant im schlesw.-holst. 6. Inf.-Bataill., vermählt 
in erster Ehe mit Charlotte v. Moltke, gest. 1853 und in z^^eiter 1856 
mjt Adelgunde Tutein, geb. 1835, aus welcher Ehe, neben einer Toch- 
ter, ein Sohn, Peter, geb. 1858, entspross. Der Halbbruder der Grafen 
Nicolaus in. und Alexander aus des Vaters, des Gr. Ferdinand ü., 
zweiter Ehe: Graf Heinrich, geb. 1833, vermählte sich 1857mitBlanda 
Grf. V. Holmer, geb. 1829. aus welcher Ehe , neben drei Töchtern, 
zwei Söhne leben: Nicolaus lY., geb. 1859 und Edgar, geb. 1863. — 
Vom Grafen Ferdinand, Herrn auf Deppenau — zweitem Sohne des 
Grafen Nicolaus I. — s. oben , k. dän. Gesandten im Haag , stammen 
ans der Ehe mit Hedwig v.Brömsen zwei Söhne. Graf Adam, geb. 1803, 
Herr der ostpreuss. Gflter Neuhausen, Elein-Heide, Schmeckenkrug u. 
Trausitten im Kr. Königsberg, verm. 1827 mit MoUy Meyer , aus wel- 
cher Ehe zwei vermählte Töchter entsprossten und Graf Wilhelm, geb. 
1805, k. dän. Kammerh. und Ho^ägermeister, verm. mit Minna Gräfin 
V. Reichenbach-Lessonitz, gest. 1858, aus welcher Ehe zwei Söhne 
stammen: Graf Alfred, geb. 1838, verm. 1862 mit Elisabeth Hoeck u. 
Graf Felix, geb. 1849. 

Lexie. over adel. Famil. i Daamark, I. 8. 341. — Deutsche Qrafenh. der Qeg^tiw. IT. 
0. 6S Qod 63. — Freih. 9. Ltdebw, U. 8. 6'i und 63 n. III. 8. 806. — Oeneal. Tascbenb. d. 
grifl. Hids«r, 1859. 8. 510—13.1864, 8. 510 uud 511 u. biator. ilandb. cn demselbeo, 8. 542. 
— 8«hlMlseh. W.B. III. Mr. 178. 

Luckowien. Altes , ursprünglich mark-brandenburgisches Adels- 
geschlecht, in alten Urkunden Lockowien , Luckoween , Luckowien und 
Lukkowenn geschrieben, welches schon 1500 zu Gross-Schauen unweit 
Teltow sass und ans diesem Sitze gegen Ende des 16. Jahrb. sich nach 
Kur-Sachsen wendete. Zu Knauths Zeiten (1692) hatte die Familie im 
Meissenschen die Güter Miltitz, Döbernitz, Roitsch etc. in meissnischer 
und delitzscher Pflege inne und sollte früher auch Gallschütz, Rausslitz, 
Ottenbach, Ilckendorf etc. besessen haben, doch waren dieseGüter noch 
1700 in der Hand der. Familie, welcher auch noch 1717 Hohen -Roda 
unweit Delitzsch zustand. Gauhe (1740) sagt, dass das Geschlecht 
Schloss u. Rittergut Goerlsdorff bei Luckau besitze, was nur vom weib- 
lichen Stamme gelten konnte. — Den obengenannten Sitz Gross- 
Schanen besass um die Mitte des 16. Jahrb. Hans Heinrich v. Lucko- 
wien, von welchem Georg I., gest. 1595, entspross, welcher, früher k. 
französ. Rittmeister, sich später in das Meissnische begab und Döber- 
nitz kaufte. Von dem zweiten Sohne desselben, Georg IL, gest. 1624, 
Herrn auf Doebemitz und Miltitz, kursächs. Rathe und Hofineister und 
Amts - Hauptmann zu Rochlitz, stammte Heinrich Adam und von den 
drei Söhnen desselben, Cornei, Georg Heinrich und Nico! Ernst, war 
der mittlere, Georg Heinrich, Herr auf Göhlitzscli, Rausslitz uud Otten- 
bach, zuerst der Prinzen von Sachsen-Merseburg Hofmeister, dann 






— 30 — 

'<: knrsächs. Appollationsrath, ftirstl. sachs.-merseburg. Oeh.-Bath and 
■%■ Eamnier-Dircctor und zuletzt, seit 1690, fttrstl. anhält. Geh.-Rath aso 
Zerbst. Derselbe war zweimal vermählt, starb aber 1700 ohne Ktch- 
kommen. Nicol Ernst, jüngerer Sohn Heinrich Abraham*8, hatte nnr 
zwei Töchter, von denen Johanna Sibylla sich mit Friedrich Ghristiaii 
V. Heynitz vermählte. Hans Abraham's älterer Sohn, Ck)mel v. L., 
Herr auf Goerlsdorff, Döbemitjs u. Hohen-Roda, kursächs: Oberstener^ 
Einnehmer und Landeshauptmann in der Niederlansitz , war mit Maria 
Sibylla v. Miltitz vermählt, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, von 
denen die eine jung starb und die andere, Anna Juliane, gest. 1708, 
zuerst mit Christoph llaubold v. Houwald und später mit Johann D»- 
vid V. Koseritz vermählt war, ein Sohn, Georg Dietrich, stammte, wel- 
cher schon 1694 auf der Universität Halle starb. So starb denn q»ft- 
ter, 1717, mit Gomel v. Luckowien der Stamm des alten Geschleehts 
aus. — 

SinapiNM, II. 8. 795. ~ Val. König, II. R. (;54-6l. - Oauke, I. 8. 1376 o. 76. - IM- 
Iff, XVIJI. 8. 743. - IVeinari, Vcrtiuch «iiii-r Literatur <1. sich«. Geschichte u. Suutakuille, 
11. H. ÄSl. - Freiherr r. Lrdebi/r, II. 8. ft«. - Si^hmachtr, I. 163: v. Luckowln, M«Im. 
nl.%ch. — Kn^nehke, IV. s. 270 u. 71. 

^ Lndewig (Schild der Länge nach und in der linken Hallte quer- 

getheilt; dreifeldrig. 1, rechts, in Blau ein Springbrunnen, dessen 
Becken golden ist und welcher oben, durch die Stärke des au&teigendmi 
und wieder in das Becken hinabfallenden Wassers, eine goldene Kugel 
hebt, oder, nach dem Wortlaute des Diploms mit derselben spielt ; 2, 
links oben , in Grün drei schräglinks über einander gelegte und zwar 
mit den unteren Tlieile nach rechts gekehrte, silberne, schon eingetunkt 
gewesene, doch die völlige Befiederung noch habende Schreibfedem 
von Schwanenkielen und 3, links unten, in Roth ein mit der Spitze in 
die Höhe gekehrter, ausgebrochener, goldener Triangel). Reichsadels- 
stand, im Kgr. Preussen anerkannt. Adelsdiplom vom 11. Apr. 1719 
för D. Johann Peter Ludewig, k. preuss. Geh. Rath, o. o. Professor der 
Rechte au der Universität zu Halle etc. und Anerkennungsdiplom des 
verliehenen Adels vom 27. Apr. 1720 fttr Denselben. Der Empftnger 
dieser Diplome, zu seiner Zeit als Jurist sehr berühmt, starb als Kanz- 
ler der Unrversität Halle 6. Sept. 1743, ohne männliche Kachkommen 
zu hinterlassen. 

N.Freus!..A. L. III. S. .H13 u. 814 — Frfih. r. Lfdebur, II. 8. «0. - ». Dre^kaupt, 11. 
Tut). 28. Nr. 3. — v. iltahnff. If. 8. .164— SG ; Angaben mich dem Diplome. — W.B. d. Pr. 
Monarch. II T. V)n — Knrnehke, IV. 8. ^71 und 72. 

^ Lndewig, Lndv^ig (Schild geviert: 1 u. 4 in Blau ein schrägrechts 

gelegter, goldener kleestengel mit drei goldenen Blättern und 2 and 3 
in Roth ein rechtsgekchrter, silberner Kranich, welcher in der erhobe- 
nen, rechten Kralle einen goldenen Stein hält). Reichsadelsstand. Di- 
plom vom 18. Juli 1791 ftlr Andreas Ludewig, Amtsverwaltcr u. Henu 
der oberlausitzischen Güter Döbra, Liebegast, Lieske, Milstrich, Ossling 
u. Schlauroth. Die Familie war 1830 auch zu Skaske und Trade begü- 
tert und sass noch 1846 zu Schlauroth unweit Görlitz. Zu derselben 
gehörte in letzterer Zeit der im 6. Landwehr-Regimente stehende Haupt- 
mann V. Ludwig. 

N. Pr. A.-L. ni. 8. 314. — Frtih. t. Ledebur, II. S. 61. ~ Dornt, Allgem. W.-B. II. 
8. 96 und Nr. VU. - Xnttekke, I. R. 289. 



— 31 — 

Ludewig, Ludwig, Romanus v. Lndewig. Schlesisches, in der 
zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts iro Glogauischen begütertes Adels- 
geschlecht, zu welchem Romanus v. Ludewig gehört«. Derselbe, zu 
seiner Zeit als Dichter bekannt u. kaiserl. gekrönter Poet, lebte noch 
1696. 

Sinapim, U. 8. 795. — N. Pr. A.-L. III. S. 314. - Fr^ih^rt ». Ledebur, H. 8. 60. 

Lüdinghausen, Freiherren, s. Wolff, Lttdinghausen, ge- 
nannt Wolff, Freiherren. 

Ludolf, Ludolph, Ludolph, genannt Lentholf, auch Grafen (in 
Roth ein schrägrechter, goldener Balken, unten und oben begleitet je 
?on einem Kleeblatte an langem Stiele, welches bald schrägrcchts ge- 
legt, bald aufrecht gestellt ist). Ein in der zweiten Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts nach den Supplementen zu Siebmachers Wappenbuche mit 
dem Namen : v. Ludolph, genannt Lentholf vorgekommenes, der Re- 
daction aber näher nicht bekanntes Adelsgeschlecht. Dasselbe hat den 
Grafenstand erhalten und Sprossen der gräflichen Familie standen und 
stehen in der k. k. Armee. Carl Graf Ludolf war 1857 Hauptmann 
1. Q. im 8. Infant.-Regim. und Heinrich Graf Ludolf Hauptmann im 
16. Inf.-Regimente. — In grösseren Wappensammlungen kommt, dem 
. Stiebe nach aus neuer Zeit, ein Allianzwappen, links mit dem Wappen 
der freiherrl. Familie v. Closen, u. mit der Angabe vor, dass die Grafen 
V. Ludolf dem Rheinlande angehörten. — Das geneal. Tascheub. d. 
gräfl. Hänser hat das Geschlecht noch nicht erwähnt 

Handschriftl. NotU. — Milit.-RcbematUm. d. osterr. Kaiiierth. — Suppl. xu Si<>bin. W.-B. 
I. 28: Ludolph, genannt Lentholf. 

Ludolphshausen. Altes, niedersächsisches Adelsgeschlecht, aus 
welchem schon 1009 Rudolph v. Ludolphshausen in Grubenhagenschen 
Urkunden vorkommt. Das Geschlecht, welches in der Nähe von Göt- 
tingen lebte, trug von den edlen Herren von Plcsse Ludolphshausen 
znm Afterlehn und blähte noch in die zweite Hälfte des 15. Jahrb. 
hinein, in welcher es 1459 mit Dieterich v. Ludolphshausen erlosch. 

JV#i«r. Origiu. et Antiqoit. Pifssenses, 8. 3:i7. -- «. Mpding, III. 8. 412 ii. 13 n. 8. «^te. 

Ludowig (in Silber drei, 2 n. 1, rothe Rosen). Reichsadelsstand. 
Diplom vom 27. März 1786 für Friedrich Lorenz Ludowig, k. gross- 
brit. und kur-braunschw.-lüneburg. zum Herzogthume Bremen verord- 
neten Landrath nud Bflrgermeister der Stadt Buxtehude, mit Bestil- 
tigODg des bisher geführten Wappens als adeliges Wappen. Die Er- 
hebung der Familie in den Adelsstand wurde in Hannover 25. Nov. 
1786 amtlich bekannt gemacht. — Von den Nachkommen stieg Wil- 
helm T. Ludowig in der k. hannov. Armee zum Generalmajor und Bri- 
gadier der 2. Infant. -Brigade. Weitere Nachkommen leben im Hanno- 
verschen. 

Frmik. V. d. Kn€»9b*ck, H. 19<>. — «. Meding, II. 8. 356 and 57 : nach ciu'>r Abschrifl 
den AdeUbriefes. — Tprof, II. 8. 197. — Snppl. »u 8iebni. W.-B. XI. 25: v. Ludwig. - 
W.-B. d. Kgr. Uannov. F. 4. u. 8. 10: v. Ludowieg. — Kn«iehk€. fl. H. 28S. - v. He/n^r, 
bannov. Adel, Tab. 21. 

Lndwig, Freiherren (Schild geviert : 1 u. 4 in Blau eine goldene 
Korngarbe nnd 2 u. 3 in Rotli eine silberne Lilie). FreiheiTnstand des 
Kgr. Württemberg. Diplom vom 18. (28.) Mai 1837 für Gart Ferdi- 



nand Heinrich v. Ludwig, Doctor der Medicin und Philosophie, 
Ritter etc. — Derselbe, aus Sulz am Neckar gebürtig, Hess sich auf 
dem Vorgebirge der guten Hoffnung nieder, von wo er 1837 besuchs- 
weise in sein Vaterland zurückkehrte, um das königl. Naturalien-Ga- 
binet in Stuttgart mit einer reichen Sammlung naturhistorischer Schfttze 
zu bereichem. 

Adelsbuch des Kgr. WQitMmberg, K. 440. — W.-B. des Kgr. WäUemberg, Nr. 136 uad 
8. 38. — Kne$ehU, U. 8. 383 and 84. 

Ludwig (Schild geviert : 1 u. 4 in Roth drei aus einem Korne 
hervorwachsende, goldene Aehren u. 2 u. 3 in Blau drei, 1 u. 2, goldene 
Sterne). Reichsadelsstand, in Kur-Brandenburg anerkannt. Adelsdiplom 
vom 24. Apr. 1556 für Clemens Ludwig, später Amtshauptmann der 
Herrschaften Storkow und Beeskow; Adels -Emeuerungsdiplom vom 
29. Aug. 1661 für Peter Ludwig — einem Urenkel des Bruders des 
Clemens v. Ludwig — kurbrandenb. neumärkischen Amts-Kammerrath 
und Bestätigungsdiplom vom 3. Sept. 1662 für den genannten Peter 
V. Ludwig. — DieFamilie erwarb mehrere Güter im Brandenburgischen 
und sass auch 1700 in Schlesien zu Walddorf bei Sprottau. Im Bran- 
denburgischen war dieselbe noch 1783 zu Giesensdorf und Lichterfelde 
unweit Teltow und 1798 zu Klein-Lübbichow u. Kohlow im Kr. Frank- 
furt begütert. 

N. Pr. Ä.-L. Ilf. 8. 314 uud V. 8. 317 aud 18. - Fr*ih. 9. Ltdehur, ü. 8. 61. — W.-B. 
d. Pr. Monarch. III. 91. 

Ludwig y. Blumencron , Ritter, s. Blumencron, Blumen- 
kron, Ritter, Bd. L S. 482. 

Ludwig y. Liebeneck. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1725 für Johann Adam Ludwig, Arzt zu Eger, mit dem Ftädicate: 
V. Liebeneck. 

Megtrle o. Mühlfeld, Brg.-BU. 8. 365. 

Ludwig y. Loewenhelm. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1820 ftir Georg Ludwig, k. k. Oberlieutenant und Besitzer des Gutes 
Brzdickau in Böhmen, mit dem Prädicate : v. Löwenhelm. — Der 
Stamm wurde fortgesetzt. In neuer Zeit war Fortunat Ludwig v. Loe- 
wenhelm Hauptm. 1. Cl. im k. k. 35. Inf.-Regim. 

Megerle 9. MüMfeld, 8. 222. — Milit.-8chemat. d. öst«rr. Kaiserthunis. 

Ludwig y. Reschenbach. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom für 
Gottfried Ludwig, k. k. FeldmarschalUieut. etc. mit dem Prädicate: 
v. Reschenbach. 

Uandfchrifll. Notis. 

Ludwiger (in Blau eine strahlende, goldene Sonne). Reichsadels- 
stand, in Kur-Brandenburg anerkannt. — Diplom von 1597 für Jonas 
Ludwigor, der Rechte Doctor, Senior des Schöppenstuhls zu Halle etc. 
und für die Söhne seines Bruders, unter Bestätigung und Verbesserung 
des, der Familie durch kaiserlichen Wappenbrief früher ertheilten 
Wappens und Adels- Anerkennuugsdiplom vom 4. Juli 1696 fttr Johann 
Caspar v. Ludwiger. — Angesehenes, zur Pfännerschaft in Halle ge- 
hörendes Geschlecht, welches im 17. und 18. Jahrh. im jetzigen Saal- 
kreise, so wie um Bitterfeld u. Delitzsch mehrere Güter erwarb, später 



— 33 — 

aach mit Auligk unteren Theils bei Pegaa begütert wurde u. 1855 auch 
in Ostpreossen zu Lauth im Er. Königsberg sass. — Von den Sprossen 
des Stammes waren mehrere in Preussen und Sachsen bedienstet , auch 
gelangte die Familie nach Oesterreich. Ein y. Ludwiger war 1837 As- 
sessor bei dem samländischen Landgerichte zu Königsberg ; Gottlob 
Moritz V. L. Oberstlieutenant im k. Sachs. 1. Reiterregimente , trat 
1844 aus dem activen Dienste; Gottlob Otto v. L. wurde 1853 Ritt- 
meister im 3. k. Sachs. Reiter-Regimente ; Gottlob Friedrich Gustav 
T. L., Kreisdeputirter, war 1857 Herr auf Reuden (alter Besitz) im Kr. 
Bitterfeld tund Guido v. L. stand um dieselbe Zeit als Rittmeister im 
k. k. 12. Uhlanen-Regimente. 

9. Drtykaupt, II. B«il. B. 8. 88 and Tab. 98. — N. Freust. A.-L. lU. 8. 314. — Fr«ih, 
9. Led€bur, O. 8. 62 u. 111. 8. SOS. — v. Meding, II. 8. 3&7. — T^rof, II. 197. - W.-B. 
der PreiiM. Mon. III. 91. — W.-B. d. Sieh«. StMteu, XI. 61. — Kntsehkt, III. 8. 805. 

Ludwigsdorf, Freiherren. Ungarischer- u. erbländ.-österr. Frei- 
Jierrnstand. Ungar. Freihermdiplom vom 16. Jan. 1703 fQr Johann 
Rudolph V. Ludwigsdorf und erbl.-österr. Freiherrndiplom vom 28. Juni 
1710 f&r Denselben und seine Nachkommen, mit dem Prädicate: Frei- 
herren V. Goldlamp, Herren zu Deutsch-Altenburg, Wankheim, Steina- 
brunn und Prellenkirchen. — Wie angegeben, werden die Diplome im 
geneal. Taschenb. d. freih. Häuser aufgeführt, dagegen aber sagt Me- 
gerle v. Mühlfeld: „Kaczy Edler v. Ludwigstorff, Johann Rudolph, k. 
k. Rath und nieder - österr. Regimentsrath , im Jahre 1744 mit: Edler 
Herr v. Ludwigstorff, Freih. v. Goldlamb." — Ein ursprünglich aus Un- 
garn stammendes Adelsgeschlecht, welches früher: Khätzy hiess. K. 
Rudolph n. erhob den Doctor der Medicin Johann Khätzy, oder Khae- 
tius in den erbländisch-österr. Adelsstand und verbesserte sein bisher 
gef&hrtes Wappen und der Sohn desselben , Rudolph Khaetzky , gewe- 
sener Stadt-Oberkämmerer und Viertelshauptmann zu Wien , erlangte 
durch kaiserliches Diplom vom 19. Juli 1632 eine Bestätigung des 
Adels und eine Vermehrung des Wappens. Ein Enkel des Rudolph 
Khätzy, Johann Rudolph K., wurde 15. Jan. 1697 mit dem von seiner 
Gemahlin, der Letzten ihres Stammes, angeerbten Prädicate: v. Lud- 
wigsdorf in den erbländ.-österr. Ritterstand versetzt und erhielt später, 
wie oben angegeben, den Freihermstand. Von ihm entspross Freiherr 
Johann Joseph, welcher 1740 dem Consortium des niederösterr. Her- 
renstandes einverleibt wurde und mit Theresia v. Hahn vermählt war, 
ans welcher Ehe Freih. Leopold stammte. Derselbe , k. k. General- 
Feldwachtmeister, Herr der Herrschaften Deutsch- Altenburg und Gun- 
tersdorf in Nieder-Oesterreich, hatte sich 1813 mit Caroline Freiin 
T. Walterskirchen (in zweiter Ehe vermählte Grf. Cziraky) vermählt u. 
hinterliess bei seinem, 1835 erfolgten Tode zwei Söhne: die Freiher- 
ren Carl und Wilhehn, von welchen Ersterer, k. k. Kämm. n. Rittm. in 
d. A., verm. 1841 mit Ghisella Grf. Festetics, Herr auf Guntersdorf u. 
der Andere, ebenfalls vermählt, Herr der Herrschaft Deutsch -Alten- 
burg wurde. Noch in neuester Zeit wurde Wilhelm Freih. v. Ludwigs- 
dorf als k.k. Hauptmann im Armee-Stande aufgeführt. — Nach v. Hell- 
bach, n., S. 75, wurde, unter Berufung auf Seifert, Geneal. adel. 
Adtem und Kinder, Peter Phiüpp Stephan v. Ludwigsdorf 28. Febr, 

MM€99kk§, Deotaeh. AdeU-Lex. VI. 3 



— a4 — 

1703 nobilitirt, dach ist Näheres fiber dieses Diplom nicht att&a- 
finden. 

MegtrU t. Mnkl/eld, 6. 61 un4 6S. — Oen««U Tasebeab. d. freih. HSater, 184S. 8. 449 
und 43. — Suppl. su Hiebm. W.-B. III. 9. 

Lübbe. Reichsadelsstand. Diplom vom 25. Nov. 1803. — Ein 
zu dem Adel im Grossh. Meklenburg-Schwerin gehörendes Oeschlecht, 
welches das Gut Zapel im Amte Criyitz an sich brachte nnd daselbst 
noch in neuester Zeit sass. 

Ma$ch, meklenburg«r Adel. Von 0. T. v. Htfntr. Schwerin, 18&8. 8. 18. — Mekleab. 
W.-B. Tab. 82. Nr. 118 u. 8. 28. 

Lübbers. Reichsadelsstand. Diplom von 1786 für Georg Nico- 
laus Lübbers, Herrn auf Stackeisdorf. — Ein ursprünglich aus Däne- 
mark stammendes Adelsgeschlecht, welches nach Preussen kam und in 
Schlesien unweit Trebnitz das Gut Michelwitz erwarb. S. D. v. Lflb- 
bcrs, k. preuss. Oberstlieutenant a.D., Herr auf Michelwitz, starb 1843 
im 8ä. Lebensjahre. Um dieselbe Zeit stand sein Sohn als Major im 
k. preuss. 4. Uhlanen-Regim. und 1854 diente ein Lieutenant v. L. im 
5. Artill.-Regim. Das Gut Michelwitz kam 1848 in der Hand eines 
Herrn v. Radonitz. 

N. Pr A.U III. 8. 314. - Fr^iktrr v. Ledebur, II. 8. 57 and UI. 8. 304. — Snppl. tu 
•lebm. W.-B. XI. 25. — W.-B. d. Preoss. Monarch. VII. 75. ~ Dort! , Allgen. W.-B. II. 
8. US ond Nr. 224. - Knetehk«, I. 8. 2^2 und 81. 

Lilbberstorffl Altes, meklenburgisches Adelsgeschlecht, aus wel- 
<2hem Wiloke Lübberstorff schon 1288 vorkommt. Dasselbe, in Mek- 
knburg - Strelitz zu Lfibberstorff und Jatzike gesessen, ist mit Lode- 
wig Christoph v. Lfibberstorff, k. dänisch. Landrath zu Olttckstwlt, 
15. Sept. 1759 erloschen. 

V. Meäing^ I. 8. 347: nach dem M8. abgegang. meklenb. Familien. 

Lübeck (in Gold ein schrägrechter, schwarzer Balken, aof welchem 
ein goldener I^Awe nach der rechten Seite schreitet. Derselbe hält in 
der rechten Pranke eine schwarze , über seinen Rücken gelegte Fahhe 
«a einem goldenen Stocke und im oberen linken, so wie im nntefm 
rechten Winkel des Schildes steht eine schwarze, franz^Vsisobe Lilie). 
Im Kgr. Preussen erneuerter Adelsstand. Emeuerungsdiplom vom 
17. Jan. 1816 für den Post-Inspector v. Lübeck. — Ein je» dem Adel 
im Königr. Preussen und im Herzogthume Braunschweig gehf^rendes 
Adelsgeschlecht, welches in Ostprenssen 1820 zu Fürstenwalde im Kr. 
Königsberg und zu Pabsten im Kr. Labiau, so wie in Litthanen 1855 
zu Lolidimmen im Kr. Darkehmen begütert war. — Ein v. Lübeck 
Bland 1806 als Lieutenant in der preussischen Artillerie, erhielt 1809 
die Erlanbniss, in fremde Dienste zu gehen und war 1828 herz, braun- 
sehw. Migor und Chef der herz. Artillerie. Wilhelm y. Lübeck , wohl 
der eben Genannte, herz, braunschw. Genendmajor und Kammerherr, 
Ober-Hoftnarschall am herzogl. Hofe, stfl^b 24. Juni 1863 zu Braun- 
schweig im 88. Leben^ahre und ein y. L. stand 1854 als Lieutenant 
im k. preuss. 1. Dragoner^Regimente. 

•. iMlbaeh, II. K. 75. ~ N. Pr. A.-L. IH. 8. 7 u. y. 8. 818. — n-eiktrr 9,Ltd§bur, ü. 
8, &7 und III. 8. 804. - W.-B. d. Preass. Monarch.. HC. 91. 

Lttbeok. Altes, niedersächsisches Adelsgeschlecht, welches be- 



# 



sonders in d^ Gegend des Stifts Bardowick vorkam. Urkundlich treten 
anf in Briefen des genannten Stifts und der Stadt Hannover : Jobann 
V. Lttbeck 1273 , Eimecke v. L. 1275, Heinrich v. L. 1315, Gerlach 
V. L. und seine Söhne : Heinrich und Friedrich, so wie Boldewin y. L., 
Miles, mit seinem Sohne Gerlach, 1339 und Gise und Heinrich Gebrü- 
der ▼. Lübecke 1342. In späteren Urkunden des Stiftes Bardowick 
findet sidi der Name des Geschlechts nicht mehr. Ob vielleicht von 
diesem Stamme die im vorstehenden Artikel besprochene Familie 
ihren Adel bei Erneuerung desselben hergeleitet, muss dahin gestellt 
bleiben. 

StkiSpUy UUtorfo d«t StifU Bardowtckt R. 240, 268 und 175. -. Qrup$ . Blstorie d«r 
Sudt HaaDov«r, 8. SS. — aauk§, II. 8. 669 and 63. 

Lttbeck. Ein früher 2u dem schlesischen Adel zählendes Ge- 
sdüecht, welches zu Grachau und Riegersdorf unweit Frankenstein sass 
Hnd von Sinapius nur als im Mttnsterbergischen begütert gewesen atf- 
gefäbrt wird. 

OauU, II. 8. 661. — F^rtihmrt, Ud€bur, U. 8. 57. 

Lfibeticb ▼• Capellet, Freiherren. Böhmischer alter Herrenstand. 
Dipldm vom 2. M&rz 1676 für Matthias Franz Freih. Lübetich v. Oa- 
pellet. 

9. BM^aek, H. 8. 75. 

Lttbtow. Altes, in Hinter-Pommern ansehnlich begütert geworde- 
nes Adelsgeschlecht , welches früher auch Lubetow und Lübetow ge- 
schrieben wurde. Das Stammhaus desselben war das Dorf Lübtow mit 
drei Rittergütern, welches nahe an der Ostsee imLauenburgischeü liegt 
tmd d^ ente bekannte Lehnbrief ist von 1493, in weldiem Jahre Mat- 
thias, Matdte und Hans, Brüder und Vettern die Lubetowen, vom Her- 
zoge Bogislav X. in Pommern mit dem altväterlichen Lehngute Lube- 
tow belehnt worden. — Die meisten Besitzungen der Familie waren im 
LaaeBburgiscfa-Bütowschen gelegen, doch wurde dieselbe auch in ande- 
ren Kreisen Pommerns, so wie später in Ost- u. Westpreussen begütert 
und aasB 1778 zu Ober- und Nieder -Buschkau im Er. Earthaus, 1805 
im Kr. PflfttJlen zu Doristhal , Kömgsbruch und Yielmühe und spftter 
mneh zu Pobibels im Kr. Rastenbnrg. — Von den Sprossen des Stam- 
mes tratto mehrere in die k. preoss. Armee und wurden später Stabs- 
ottoiere. Andere aber sassen anf ihren Gütern. Eduard v.L. warl8$7 
Harr auf Labuhn, Franz Matthias v. L. hatte einen Antheil von Gross- 
liftbtow und ein anderer v. L. einen Antheil von Klein-Lübtow inne u. 
fidoud Ernst Albert Jacob v. L. besass das Gut Sterbenin. Später, 
1867, irar der Oeneral-Landsehafts-Rath u. Lieut. a.D. v. Lübtow Herr 
anf Poiifbete und ein v. Lübtow Heir auf Bochowke im Kr. Stolp. 

JMarMl, VL e. Ml. — Bruggwtmm, T. 0. lüi. — N. Prenss. A.-L. Uf. S. 815. — JV«A. 
«. J^ääOmr, IL 8. M and III. 8. S04. — Pomm. W.-B. DI. Tftb. 43 a. S. IM. — JDmmU«, 
L %. SSS. 

I/ftekew , Ltteban (in Blau ein nlbemer Pfahl , oder auch in Sil- 
ber ein Mauer PfiM). Altes, fr&nkisches Adelsgeschlecht, nicht zu ver^ 
weehsebi mit anderen , fast gleichlautende Namen führenden Familien, 
wetebee dae Erbkämmereramt des Fürstenthums Culmbach -Bayreuth 
bddeldele, ni der reichirfMai Ritterschaft des Cantons Gebürg gehörte 




und firüher auch in Nürnberg angesessen war. Dasselbe ist im 18. Jahrfa. 
erloschen. 

». Haustein, II. S. 203— &. — Biedermann, Cauton Oebürg, T«b* 167—174. — Bäeekin§, 
Krdbeichr. fll. 8. 595 a. 8. 1861 der 5. Ausgabe. — 8fru9e, hiator.-polit. Archiv, I. 8. ÜM. 

— Salwer, 8. »91. — Sietmacker, I. 106: f. Luchaw, FräoklacJi. — 9. Jtedfng , 11. 8. tftt. 

— .suppl. XU Siebm. W.-B. lY. 17. 

Lücken, Lacke, Lücke (Schild der Länge nach getbeilt, durch 
einen schmalen, grünen Pfahl, an welchem rechts drei rothe Rosen und 
links drei weisse Tulipanen über einander an ihren Stielen hängen). 
Altes, meklenburgisches , zu dem eingeborenen Adel gehörendes (Ge- 
schlecht, welches bereits 1602 zu Massow im Amte Wredenhagen und 
zu Gültzow im Amte Bützow sass und schon im 15. Jahrh. nach Däne- 
mark kam, wo dasselbe zu grossem Ansehen und Reichthume gelangte. 
Namentlich wurde unter König Friedrich III. Key Lücken, der Reiche 
genannt, bekannt. — Aus dem meklenburgischen Stamme befand sich 
Heinrich v. Lücke 1495 im Gefolge des Herzogs von Meklenborg, als 
K. Maximilian I. in Worms eingeholt wurde. Das Geschlecht hat dau- 
ernd, doch, wie es scheint, nicht in vielen Sprossen fortgeblflht, von 
denen einige in der k. preuss. Armee standen. Dasselbe wurde auch 
in der Priegnitz begütert und sass 1803 zu Wamsdorf und 1817 ra 
Eichenfelde. In Meklenburg kommt 1837 ein v. Lücken als Herr auf 
Grabenltz vor und noch 1854 stand der Familie der Rittersitz Mas- 
sow zu. 

9, PrUMhuer, Nr. 89. — Oauh« , I. 8. 1274 und 75. — v. ßekr, K. M. 8. 1631. — IV«#A. 
». Krohne, II. 8. 295. - N. Pr. A.-L. V. 8. 318. — Freih. •. ledfbur, H. 8. 59. - ». Me- 
ding, II. 8. 353 : nach dorn mekleiib. Uauuter. — lleklenb. W.-B. Tab. Si. Nr. 119 a. 8. IS 
uod 98. 

Lüde, auch Freiherren (in Roth ein silberner, mit drei neben 
einander stehenden, vorwärts sehenden, schwarzen Stierköpfen bel^ter 
Querbalken. Auf dem gekrönten Helme stehen zwei von Roth und Sil- 
ber mit gewechselten Farben quergetheilte Büffelshömer, zwischen wel- 
chen ein Stierkopf, wie die im Schilde, schwebt). Reichsadelsstand. 
Bestätigungs- und Crneuerungsdiplom des der Familie zustehenden 
alten Adels vom 4. April 1764 für die Gebrüder Johann August nod 
Conrad Christian v. Lüde und für deir Vetter derselben , Carl August 
V. Lüde, und zwar auf Grund der in dem Werke: Origines Pynnon- 
tanae et Guelficae'' und in einem beglaubigten Copiar. des Klosters 
Marienmünster vorkommenden Urkunden, so wie anderer Familien- 
documente. — Altes , ursprünglich aus der Grafschaft Pyrmont stam- 
mendes, schon im 13. Jahrhunderte bekanntes Adelsgeschlecht, weldies 
urkundlich Lude, Lucde, Lüthe, Lüdhe, Lueyde, Lflyde, Lüden u. Lüde 
geschrieben wurde. Die den Titel ,,Domini et Milites^' führenden Spros- 
sen des Stammes befanden sich im 13. und in der ersten Hälfte des 
14. Jahrhunderts in u. um Lüde, wo die Burg der Grafen v. Perremont 
stand und zwar im Gefolge der alten Grafen dieses Namens und ver- 
schwinden mit Aussterben derselben, 1353, aus dieser Gegend. Ur- 
kundlich werden namentlich genannt: Hermanus de Lüdhe, Miles,1239, 
u. zwar mit den alten Geschlechtem ; Grisme, Kanne, Riede und Oders- 
torp (Charta Godescalci de Perremunt ann. 1239); Dominus Wilhelmus 
de Lüdhe et Dominus Bemhardus, socius suus etc., milites et Bernhar- 



— 8T — 

dos judex de Lüde, dictus de Ottersen, 1265 (Copiar. des 1128 vom 
Grafen Wittekind v. Pyrmont gestifteten Klosters MarienmOnster, 
S. 62); Wilhelmus de Lflden, 1268 (im genannten Copiar. S. 65) nnd 
1298 (Charta Hermanni , Conradi et Hilleboldi comitum de Peremnnt 
ann. 1298). — Später, in der ersten Hälfte des 14. Jahrh. , tritt der 
Stamm in den hannoverschen Landen auf und nach dem Chronisten 
Berkhusen war „Conradus de Lüde, scilicet natus de Peremunt'* (geb. 
1296 und gest. 1353, der erste Ankömmling in den hannoverschen 
Landen. Det genannte „Dominus Conradus de Lflde'^ empfing 1341 
von Johannes Dominus de Wettberge und 1350 vom Grafen Ludolf 
V. Hidremund (Hallermund) Lehne zu Bodensen; Martin v.Lüde kaufte 
1^92 die Güter Bomum und Lochthausen; Johann v.Lüde wurde 1422 
voD Wulbrandt Bischof von Minden zu Velstede belehnt und Erasmus 
Y. Lüde erhielt 1441 von Wilhelm Herzog zu Braunsch<veig- Lüneburg 
Lehne. Es folgten im Laufe der Zeit nun mehrere Belehnungen von 
Seiten der Landesherrschaft und die Familie erwarb in und um Han- 
nover grossen, in ihrer Hand verbliebenen Grundbesitz. — Jasper v. L. 
kämpfte 1553 in der Schlacht bei Sievershausen und wird auf seinem 
Leichensteine: Jasper der fromme, gottesfürchtige Held genannt; TOn- 
nies V. Lüde starb 1566 als General -Gouverneur von Oesel in Liefland 
etc. — lieber einen in Familien-Papieren erwähnten, nach Frankreich 
in der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. unter dem Könige Ludwig XI. ge- 
kommenen Zweig fehlen weitere Nachrichten : bekannt ist nur dass zur 
Zeit des Königs Ludwig XIY. ein Graf v. Lüde lebte und eineHcrzogin 
V. Lüde Ehrendame der Prinzessin v. Savoyen war. — Als näherer 
Stammvater der späteren Sprossen des Geschlechts tritt Ludolph v. L. 
auf, welcher 1552 Familien-Nachrichten aufsetzte u. noch im folgenden 
Jahre mit seiner Gemahlin, Anna v. Änderten, lebte. — Mit Caspar v. L. 
kam 1615 unter Herzog Wilhelm v. Curland die Familie nach Curland 
und dann nach Russland, wo dieselbe im Gouvernemente Pleskow be- 
gütert wurde. Als nun in der Mitte des 18. Jahrh. die Familie wegen 
Aufiiahme in die dortige Adelsmatrikel den ihr zustehenden Adel nach- 
weisen sollte u. , wie bekannt , die Behörden zunächst auf ein Adelsdi- 
plom Gewicht legen, wurde die oben angegebene kaiserliche Bestätigung 
und Erneuerung des alten Adels des Geschlechts nachgesucht und er- 
theilt und zwar unter Belassung und ohne Aenderung des von Alters 
her gefährten Wippens, so wie mit der Befugniss, von allen ihren der- 
nalen mit rechtmässigem Titel besitzenden oder künftig noch überkom- 
menden GüteiQ sibh nennen und schreiben zu dürfen. — Die Familie 
blldit noch jetzt in zwei Linien, von denen die eine durch den Senior 
der Familie, Carl August Johann Daniel v. L., k. hannov. Oberstlieute- 
naot in d. A. und Herrn von und auf Mohrberg bei Eckernförde im 
Herz. Schleswig, die andere durch Wassily Feodorowitsch v. L., Herrn 
anf Bruchnowa und Feodorowskoö im Gouvernemente Pleskow vertre- 
toi wird. Yon dem Haupte der ersten Linie, stammt, neben drei 
Sdiwestem, C. Baron v. Lüde-Mohrberg. 

BaadMiififtlicb« Notis. - F^Hh. 9. d. Kn€s§b€ok, 8. 196. - Sappl. bu Siebm. W.-B. XI. 
U. _ W.-B. dM Kfr. Hrannv. D. 8 aii<l 8. 10. -> Kn^ckkt, H. 8. 7»i, - v. m/ner . haq- 
Mv. AM, Tab. flt. 



— 88 — 

Lttdeeke (in Both, nach Siegeln in Silber, ein im Neste seine drei 
Jungen nährender , rechtsgekehrter Pelican). Adelsstand des Eönigr. 
Prenssen. Diplom von 1704 für Urban Dietrich Lodecke, herz, brann- 
sdhw. Geh.-Rath and Canzler. Derselbe, geb. 1655 and gest. 1729, aas 
einem halleschen Pfilnnergeschlechte stammend, war znerst Assessor im 
Schöppenstahle zn Halle, später gegen Ende des 17. Jahrh. Geh.-Rath 
and Director des Hofgerichts and Gkmsistoriams za Braanachweig, so 
wie 1704 k. preass. Geh. Bath and Acdse - Director za Qaedlinbarg, 
seit 1718 Begierangscanzier za Wolfenbflttel and Herr des adeligen 
Gates Nieder-Sichte im Brannschweigischen , so wie der Güter Hohen- 
thnrm nnd Bosenfeld bei Halle. Im Adress-Galender yon Brannschweig 
and Wolfenbüttel für d. J. 1721, S. 25, ist derselbe, wie folgt, aafg^ 
führt: Hr. Urban Dietrich v. Lüdecke, Geh.-Rath, Präses der fürstl. 
Canzlei, des Consistorii and des braanschw. Commissions-Collegii, Di- 
rector der aaswärtigen Staats- and Academie- Geschäfte, Herr zu 
Nieder-Sickte etc. and S. 27 kommt sein Sohn, Johann Jacob y. Lü- 
decke, als herz, braanschw. Hofrath and Geh. Staats-Secretair vor. — 
Die Familie sass noch 1750 za Hohenthnrm and Bosenfeld an der Saale 
and hatte ersteres Ghit auch 1780, so wieNen-Dietendorf anweit Grotha 
and in der Oberlaasitz die Güter Spreehammer, Stannewisch n. Trebos, 
sämmüich bei Bothenbarg , noch 1788 inne. Ein am letztere Zeit ge* 
stochenes Petschaft hat die Umschrift: S. E. v. L. 

HuMltohrllU. Notis. — Name€Jt€y Biograph. 0k Iura Ton dm Cantlern dtr Henöge m 
BruiDtchwelc, 8. 34. — N. Preass. A.-L. III. 8. 8t&. — F^Hkmr 9. Udtbur^ IL 8. S9 aad 
dO. * Stpplea. sa diebm. W.*B. IV. 17. 

Lfldel ▼. LUdelsheim. Erbl.- Gsterr. Adelsstand. Diplom von 
1717 für Johann Lüdel, Verwalter za Wildenstein and Gränzmaath- 
Einnehmer za Ischl, mit dem Prädicate : v. Lüdelsheimb. 

MtgerU «. Mfmkt/eld, Brg.-Bd. 8. SdS. 

Lfldemann (in Gold ein in seinem frei schwebenden Neste ste- 
hender, rechtsgekehrter, blaner Pelican, welcher seine drei Jangen 
nährt). Adelsstand des Egr. Prenssen. Diplom vom 6. Jnli 1798 für 
den k. preass. Kriegs- and Domainenrath Lfldemann zn Cüstrin. Der- 
selbe, später Eammerdirector, setzte den Stamm fort and ein Sohn, 
Georg Wilhelm v. L. , geb. 1798, ist später als Schriftsteller bekannt 
geworden. 

•. BtUbaeh, II. 8. 75. — M. Preass. A.-L. III. 8. 5 a. 815 o. ▼. 8. 818. — ^«M. •. U- 
d^tmr, n. 8. 60. — W.-B. d. PrwiSB Monneii. UL 91. — ÄMtohkt, IV. 8. »78. 

Lflder (in Silber ein Stamm mit zwei abgekappten Zweigen, wie 
dne Gabel, begleitet Ton drei, 1 and 2, goldenen Stemen)i Adelsstand 
des Kgr. Prenssen. Diplom vom 13. März 1787 für Johann Wilhelm 
Lflder, Stiefsohn des k. pr. (}eh.-Baths and Canzlers der Universität 
Halle V. Hoffimann nnd Herrn des Gates DöMg im StifbeMersebarg etc. 
Von den Sprossen des Stammes traten Mehrere in die k preass. Armee. 
Ein y. Lflder stand 1806 als Premier-Lieatenant im Begim. ▼. Tscham- 
mer (gest. 1815) n. zwei Brüder im Begimente Prinz zaBraonschweig- 
Oels. Der ältere ging 1809 in englische Dieoste, der jQngere aber 
starb 1824 als aggreg. Capitain im 5. Inf.-Beg. Die Wittwe des Letz- 
teren, eine y. Bayen, starb 2. Feb. 1838 zn Prenzlaa. Dieselbe hatte 



— M — 

nnr eine Tochter, Beriha v. Lüder, welche sich mit Otto v. Raven ver- 
mählte. — Ueber eine andere Familie dieses Namens, deren Güter in 
der jetzigen Provinz Sachsen lagen nnd zu welcher Hans Paul v. Lüder, 
k. preuBs. Hauptmann und 1750 Herr aufHergisdorf im Mansfeldischen 
so wie ein k. pr. Oberstlieut. a. D. v. L., welcher 1783 u. noch 1803 Herr 
auf Meseberg is Kr. Osterburg war, gehörten, fehlen genaue Angaben. 

9. mUbaek, U. 8. 75. — N. Vr. A.-L. III. 8. 3 und V. 8. 318 und 19. - FreiA. v. 1«. 
d€btir, II. 8. 60. — W.-B. d. Preus«. Monarch. HL 92. 

Lftderits. Eins der ältesten Addsgeschlechter der Mark Bran- 
denburg, dessen gleichnamiger, unweit Stendal gelegener Stammsitz 
schon 1247 vorkommt. Dasselbe erwarb, namentlich in der Altmark, 
mehrere und ansehnliche Güter und wurde in späterer Zeit auch im 
Lüneburgischen und Anhaltschen , in Pommern und Ostprcussen ange- 
sessen. Alte Besitzungen der Familie waren, neben Lüderitz, Witten- 
moor, Einwinkel, Klein -Mantel, Schönwolke, Ottersburg etc. in der 
Priegnitz Nackel und Segeletz , im Lande Sternberg Frauendorf, im 
Lüneburgischen Hohne, im Anhaltschen Edderitz, in Pommern Jagow, 
Kunow etc. in Ostpreussen KL Geruten , Friedricbshofen , Dothen etc. 

— Conrad v. Lüderitz war 1388 Abt zu Nienburg im Anhaltschen und 
Gnno V.L. 1424 Landes-Hauptmann in der Altmark; Amd v. L. kommt 
1469 als Zeuge im Stiftungsbriefe des Klosters zum heiligen Geist in 
Stendal vor und Andreas v. L., Abt zu Erfart, starb 1598. Ein v. Lü- 
deritz war 1716 fürstl. hessen-casselscher Gesandter am k. preussisch. 
Hofe und Samuel Ludwig v. L., k. preuss. w. Geh. Rath und früher Ge- 
sandter am k. schwedischen Hofe, wurde 1736 Präsident der halber- 
städtachen Regierung. — Zahlreiche Sprossen des Geschlechts kamen 
zu hohen Ehrenstellen in der kurbrandenb. u. k. preuss. Armee. Frie- 
drich Wilhelm v. L. wurde in kur-brandenb. Diensten 1689 General- 
migor und 1690 Commandant von Cüstrin; Carl v. L. fiel 1707 als k. 
preuss. Oberst in einem Treffen in Brabant; Hans Erdmann v. L., Herr 
auf Wittenmoor und Einwinkel. starb 1732 als k. preuss. Generalmsgor 
a. D.; David Hans Christoph v, L. a. d. H. Nackel blieb 1766 als Ge- 
neralmigor in der Schlacht bei Lowositz ; Carl Ludwig v. L. , ebenfalls 
a. d. H. Nackel, wurde 1747 Oberst und Chef des berliner Land-Regi- 
ments und starb später, 1762, auf seinem Gute Nackel und ein anderer 
Carl Ludwig v. L., Sohn des 1751 verstorbenen k. preuss. Ober-Forst- 
meisters des H. Magdeburg und F. Halberstadt v. li., wurde 1770 Chef 
des 2. ArtiU.-Regiments. Später ist bis auf die neueste Zeit der Name 
des Geschlechts mehrfach in den Listen der k. preuss. Armee vorge- 
kommen. Als begütert im Kgr. Preussen wurden noch in neuester Zeit 
anlgefQhrt: die Gebrüder v. Lüderitz: Friedrich Wilhelm Hermann 
Alexander, Rittm. a. D. und Ludolph Werner Leopold auf Lüderitz 
unweit ^;endal; ein v. Lüderitz auf Kunzendorf im Kr. Glogau und ein 
Lieutenant v. L. auf Kuhnow im Kr. Crossen. 

AmgfU, Asnal. Uwk. S. 148. — Oamhe, I. 8 1377 o. 78. - Zedier, XVIII. 8. 1071. - 
BUtumenm, S. 185. Hr. 11. — £«iu, berliner wCebenU. Naobr. Jahrg. 1764. Stck. 110 u. 18. 

— Mrügmtmmn, I. Hptot. 8. — Panllieo» d. prtUM. Baeres , I. 8. 864. — Gercken , Diiüo- 
aiatariBB, I. S. 186. 840. 874 und 805. — N. Pr. A.-L. III. 8. 315-17 und V. 8. 819. — 
^Hk, •. Udü^mr, U. 8. 60 und 61 a. lU. 8. 805. — Sfebmachtr. I. 179: mit dam niutok- 

llHitft: CodtriCi, Sftohaiaeh nad HI. 141: ▼. Lyderiuan , llarkBraodanb. — a. if#- 
, U{i8.1|M. — Tfrtf, h IM. 



^■^y , 



— 40 — 

Lüdicke (in Silber ein breiter, schrägrechter, in der Mitte nach 
der rechten Seite gebrochener, blauer Balken). Reichsadelsstand. Di- 
plom vom 2. Nov. 1804 für Joachim Friedrich Lfldicke. Die Familie, 
welche nicht mit der v. Lüdecke , wie schon das Wappen ergiebt, zu 
verwechseln ist, gehörte damals zu dem Adel in Rursachsen, doch sind 
über dieselbe und ihr Fortblühen nähere Nachrichten nicht aa^- 
finden. 

Handsohriftl. Notls. — W.-B. d. Siebs. Staaten, Vin. 9. 

Lüdinghansen , genannt Wolff, Freiherren, s. Wolff, Lü- 
dinghausen, genannt Wolff, Freiherren. 

Lügel, Lngeln (in Blau die linke , fünfendige Stange eines golde- 
nen Hirschgeweihes). Altes, hessisches, 1487 erloschenes Adelsge- 
schlecht. 

r. Hellbacht II. 6. 76. — Shbmacher I. 142: ▼. Lugeln, Hessisch. 

Luhe, V. der Luhe (in Silber eine schrägrecUte, oben viermal ge- 
zinnte Mauer von vier Steinen , oder ein vorwärts gekehrtes , freiste- 
hendes, blaues Gemäuer, mit einem hohen Thurme, bald ohne, bald 
mit an beiden Seiten gezinntem Dache). Altes, meklenburgisches Adels- 
geschlecht, welches schon im Anfange des 14. Jahrhunderts bekannt 
war und 1523 auch die Union der meklenburgischen Ritterschaft unter- 
zeichnete. Dasselbe, nicht, wie oft geschehen ist, mit der von ihm ganz 
verschiedenen, alten, bremenschen Familie Schulte v. der Lüh zu ver- 
wechseln, erwarb in Meklenburg mehrere sehr ansehnliche Güter, sass 
bereits 1339 zu Eoltzow, 1433 zu Pantzow,1450 zu Marlow u. Suiten 
etc., kam im 16. Jahrh. in das Braunschweigische, blühte in Meklen- 
burg begütert fort und wurde im jetzigen Jahrhunderte auch in Pom- 
mern zu Stowen, Marsow, Hechthausen, Sellnow, Sorge, Zamefanz, 
Birkholz, Grüneberg, Kanzig etc. begütert. — Heidenricus und Otto 
de Lü lebten schon 1301 ; Georg v. d. Luhe begleitete 1530 den Her- 
zog zu Braunschweig auf dem Reichstage zu Augsburg; Heinrich v. d. L., - 
h. braunschweig. Rath, wurde 1570 von dem h. braunschw. Hofe, der 
Concordien-Formel wegen, an den Kurfürsten August zu Sachsen ge- 
sendet; Joachim v. d. L., erst h. meklenb. Oberst und dann Hofmar- 
schall und Geh. Rath, starb 1588 unvermählt, Heinrich v. d, L., Stifts- 
hauptmann zu Halberstadt, 1591, Paschius v. d. L., Präsident des 
Landgerichts zu Stemberg und Hauptmann des Klosters DobberÜn, 
ohne Kinder 1653 und Dietrich v. d. L., erst herz, güstrowscher Prin- 
zen-Hofineister und später Gcheim-Rath und Präsident aller Collegien, 
1673. Letzterer hinterliess aus zwei Ehen vier Söhne, von welchen der 
Eine k. dän. Ober-Land-Drost wurde, ein Anderer aber, Jacob Frie- 
drich V. d. Luhe, k. dän. General-Lieutenant, 1730 das Leib-Regiment 
der Königin commandirte. Gurt Heinrich v. d. L. , kurbraunschweig. 
Ober-Appellations-Rath, wurde 1738 fttrstl. ost-firiesischer Geh. -Rath 
und um dieselbe Zeit war Hartnack Otto v. d. Luhe Amtmann zu Hu- 
sum u. k. dän. Landrath in Schleswig- Holstein. — Zu den in die kön. 
preuss. Armee getretenen Sprossen des Geschlechts gehörten unter An- 
deren: Friedrich Matthias v. d. L., gest. 1792, Rittmeister, Eckard 
Vr d. L. , gest 1843 , Hauptmann a. D. u. der gleichnamige Sohn des 



— 41 — 

Letzteren, welcher Lieutenant im 21. Inf.-Regim. war. — In Meklen- 
burg waren 1837 begütert: Major v. d. L. auf Redderstorf und Hr. 
V. d. L. auf Scbabow und in Pommern, wo 1857 der Familie die Güter 
Naffin und Zarnefanz im Kr. ßelgard und Grochow im Kr. Sternberg 
zustanden, war Friedrich Carl Johann v. d. L. Herr auf Stowen im Kr. 
Dramburg. 

Johann Castliu»^ Luhiad«s, 8- laiidntio Joachiroi et Henrici Liihinr. eqnit. MogapolUan. 
iu PiMorit Amoenit. h<8tor. jurld. Th. «7. Sr. 5 u. «. — r. Pritabuer , Nr. 85. — Qmtkt, f. 
8. 1978 und 79. - Ztdler , XVIII. 8. 10M8. — r. Bphr , 8. 16.11. — I.exic. ov. nd««l. Famil. 
i Haunuirk. I. 8. 344 und Tab. 5^ Nr. 117. — Nachr. v. d. Getfrhl. der v. 8<*hlieffen oder 
KrhIMien. «. IM. - N. Pr. A.-L. V S. Sl9. - Fr^ih. r. Ledfbur. II. 8. C*i und 111. 8. SOi. 
— Siehmacher, I. 169: v. d. Luhe, 8&rhi. und V. 153: v. rt. L. M«'klenburgi.sth. — ^jp^iwr» 
I. Tnl>. 'J2. — 9. Mfding, 1. 8. 348 und 49. — Mcklonb. W.-B. Tab. .12. Nr. 120 und 8. 4 «. 
2«*. - Pomm. W.-B. V. SO. - W.B. d. 8achii. st«.ih .i. VIII. 10. 

Lfidl, Lnidl, Ritter und Edle. Reichsritterstand. Diplom von 1716 
für Jobann Joseph Luidl, k. k. Hofrath u. Geh. Referend in Inneröster- 
reich und für den Bruder desselben, Sebastian L. , kurmainz. Hofrath, 
mit dem Prädicate: Edle v. — Die Familie kam aus Bayern na<A 
Steiermark. 

Megerlt ». Mühlftld, F.rg.-Bd. 8. IT.-^. - Schmutz. II. 8. 4*;7. 

Lül8. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 1717 für Abraham 
Luis, k. k. Postmeister zu Heidelberg und kiirpfälz. Regienmgs - Rath. 

MegtrU r. ßfükl/^ld, Erg.-Bd. 8. MS. 

Lfilsdorf (in Silber ein rother, oben und unten gezinnter Quer- 
balken). Altes, schon in dor ersten Hälfte des 13. Jahrh. bekanntes, 
niederrheinisches Adelsgeschlecht, eines Stammes mit den v. Nesselrode, 
welches von dem auf der rechten Rheinseite zwischen Cöln und Bonn, 
gerade dem Dorfe Wesseling gegenttberliependen, jetzt landtagsfähigen 
Rittersitze Lülsdorf mit einem c:leichnamigen Schlosse den Namen führte. 
Urkundlich treten auf: liudwig v. LttlsdorflF 1214, Ludwig v. L., Cano- 
nicus bei St. Georg in Cöln 1229. 1231 , 1238 etc., Ludwig Vogt 
v. Lülsdorff, Ritter, 1256 u. 1264; Herbert v. Lülsdorff , Abt zu Cor- 
neli-Münst«r, 1466; Ludwig, Herr zu Hahn und Lülsdorff, Schöffe zu 
Siegburg, Ober- Amtmann und Schulthcis8l466; Alexander v. Lülsdorff, 
Abt zu Deutz, 1480 etc. etc. Bernhard v. Lülsdorff war der 19. Abt 
und Wilhelm TL. v. LtÜsdorff der 27. Abt des Klosters zu Siegburg. 
Heinrich v. L. , Herr zu Niederzier , Cr edenzier von Jülich , war 1 586 
auf der jülichschen Hochzeit und 1592 Befehlshaber der bergiscben 
Reiterei bei dem Begräbnisse des Herzogs Wilhelm. Auf der eben er- 
wähnten Hochzeit des Herzogs Johann Wilhelm mit Jacobe von Baden 
erwarb Heinrich v. L. auf dem Turniere zu Porapelfort zwei Preise. 
Jeder der Theilnehmer am Turniere oder Stechen musste acht Ahnen, 
vier vom Vater und vier von der Mutter, angeben. Die von Heinrich 
V. L. angegebenen acht Ahnen waren: Lülsdorff, Meiler, Huldrup, 
Schlender, Flatten, Bodcrich, Bremt und Rücken. Arnold v. L. , Mal- 
theser Ritter, kam 1692 von seinen Zügen gegen dio Türken zurück u. 
zwar mit dem Patente als Comthur zu Burg und zu Herrnstrunden bei 
Bensberg und starb 1622 und Ludwig v. L. zu Hahn, kiircöln. Kämm., 
Amtmann zu Linn und Uerdingen, seit 1599 Herr zu Dalhausen, ver- 
mählte sich 4. Febr. 1625 mit Agnes Grf. v. Quadt-Buschfeld, Tochter 
des WiQielm Gr. v. Qaadt-Buschfeld aus der Ehe mit Maria v. Paland. 



— 42 — 

Mit demselben boren die Nacbrichten Aber den alten adeligen Stamm 
auf. — Im Regierungs-Bezirke Düsseldoff befinden sieh noch jetzt Fa- 
milien dieses Namens, ohne das adelige Prädicat zu fthren. Zu der 
Einen derselben gehört namentlich der k. prenss. Steuer- Einnehmer 
Lülßdorff zu Duisburg, welcher ein sehr genauer Kenner der Geschichte 
des alten, ritterlichen Stammes v. L. ist. 

W!»««l'J*"hrifHlche Wotiieo, - Fahne, I. S. 2«2. - Freih. o. Ledtbur, II. 8. 6«. 

Lttnden, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Diplom von 
1791 für Joseph Heinrich v. Lünden, k. k. Oberstlieutenant im Infant.- 
RejBpim. Gr. Clairfait. 

■' Wfg^le V. Mühlffld, Krg.<Bd. 8. 76. 

Lfineberge (Schild von Silber und Roth quergetheilt und ledig, 
mit einem schwarzen, ringsumher mit vierzehn silbernen Pfennigen be- 
legten Schildesrande). Altes, bremensches Adelsgeschlecht, weljches 
sich auch Bicker, v. Elme, v. Wedels und v. Bockhorst , doch mit ver- 
schiedenen Wappen, nannte , bis 1566 das Erbkämmerer-Amt im Bre- 
mischen besass und später, nach 1616, ausgestorben ist. 

Mntfiard , 8 374. - Köhler, von KrbUadhof-Aemtern. 8. P5 und 66. — 0. ßfeding , II. 
8. 357 - «uppl. III ßiebni. W.-B. V. 18. 

Lüneburg (Schild quer getheilt : oben in mit rothen Herzen be- 
streutem Silber ein aufwachsender, rechtsgekehrter, doppelt geschweif- 
ter, blauer Löwe und unten Roth ohne Bild). Reichsadelsstand. Diplom 
vom 9. Juli 1625 für Use Schmiedichen — Tochter des Amtmanns Jo- 
hann Schmiodichen zu Ebstorf — und fttr die vom Herzoge August zu 
Braunschweig und Lüneburg mit ihr erzeugten Söhne und Töchter: 
Ernst, Georg und Friedrich und Catharina Elisabeth, Dorothea Sophie, 
Anna Maria, Clara Agnes, Ilse Lucio und Margaretha Sibylle, mit dem 
Prädicate: v. Lüneburg. — Den Mannsstamm pflanzte, so viel bekannt 
ist, Friedrich v. Lüneburg, vermählt mitGertrude Anna v. Feuerschutz, 
fort. Von demselben entsprossten Christian Friedrich v. L. , Herr auf 
üetze, kurbraunschw. Amtsvogt und Werner v. L., Herr auf Wathlin- 
gen, gest. 1722, von welchem Letzteren Joachim Friedrich v. L., kur- 
braunschw. Landrath und Drost zu Bardorf, stammte. — Zu den, der 
Familie, welche dauernd fortgeblüht hat u. aus welcher mehrere Spros- 
sen in die k. hannov. Armee traten, von dem Herzoge August zu 
Braunschweig und Lüneburg (gest. 1636) verliehenen Gütern : Wathlin- 
gen und Uetze, erwarb dieselbe noch Masendorf und Essenrode u. ge- 
hört jetzt im Kgr. Hannover durch den Besitz dreier Güter in Waiblin- 
gen, Uetze, Masendorf und Essenrode zu dem ritterschaftlichen Adel 
der lüneburgischen Landschaft. — Das biet in Rede stehende Geschlecht 
ist nicht mit den gleichnamigen adeligen Patricier- Familien in Lübeck 
(Siebmacher, HI. 195) und in Hamburg (Siebmacher, V. 294) zu ver- 
wechseln. Erstere Familie soll nach Piaun , adel. Europa, S. 57, mit 
Alexander v. Lüneburg 1260 aus Liefland nach Lübeck gekommen sein. 
Derselbe wurde daselbst Bürgermeister, welche Würde auch der Enkel 
und Urenkel bekleidete. Heinrich v. Lüneburg war um 1670 Herr auf 
Eckhorst und Alexander v. L. Herr auf Mory, Yrberpellstross, Missung, 
Trempeldorff etc. 

WiUieh; LeiolMopred. Mf Ilse SehtiledlehM. > P/f/*notr, II. 8. 669. ^ ImkoA LIb. IV. 
c. 4. §. t9. 8. 318. — Rethmtimr» br.-lfiBeb. Chroo. 8. 164«. — &auk§, I. 8. 1179. -- ZtO- 



— 43 — 

Ur, XVIII. S. IIOO. — MoMtr , br.-Inneb. SUator. 8. «8. — Seheidf, Anmerk. so Moser's 
8uuittr. 8. «6, 511, ftl5, iS24 u. 582. - d« Redfn, Tableaiix geneal. et hUtor. de TEmpire Bri- 
Unniqne, HanoTr«, 1«80, Tabl. 18. — Fr^ih. «. d. Kn^sebfck, 8. 197. — •. Meding. f. 8.34» 
and II. 8. 7.tO. ^Tvrof, I. 86 — W.-B. d. Kjir. Hannov. C. 1 a. 8. 10. — Knesefike , U. 
8. 884- 8fi. — r. H^/n^, hiinnov. Adel. Tfll». 21. 

Lüneschloss. Reichsadel. BestÄtigungsdiplom vom 4. Mai 1696 
fbr Johann Lünescbloss. Professor an der Universität Heidelberg. Der 
Stamm hat fortgeblüht nnd ein Urenkel des Johann v. L. : Friedrich 
Jacob V. L., geb. 1746, k. bayer. Major und Commandant der Gami- 
8on8-Station in Donauwörth, wurde in die Adelsmatrikel d, Kgr. Bayero 
aufgenommen. 

r. Lamff^ Bupplem. 8. 121. — W.-R. des K)cr. Bayern, Vf. 100. 

' Lüning, Lfininck, Lnninck, auch Freiherren (in Silber ein nach 

der rechten Seite schreitender, schwarzer Sperling oder Lüning). Im 
Kgr. Preussen anerkannter Freiherrnstand. Anerkennungsdiplom vom 
6. Febr. 1845 für die gesammte Familie. — Altes, ursprünglich nieder- 
rheinisches Adelsgeschlecht, welches im 18. Jahrhunderte nach Wesi- 
phalen übersiedelte , nachdem es daselbst schon fisüher vorgekommen 
war. Die fortlaufende Stammreihe beginnt mit Menfried v. L., welcher 
um 1316 lebte. Diedrich v. L. zu Eigel««tob und Slebnsch , verm. mit 
Anna v. Bellinghausen und Alten-Bemsauw, war 1474 herz, jülichischer 
Ganzler und schon 1530 sass die Familie zu Wittenstein, 1550 zu Nie- 
derpleiss, 1662 zu Cappeln und 1580 zu Honrath, hatte dann zeitweise 
mehrere andere Güter inne und blühte dauernd fort. — Johann v. L. 
zu Niederpleis unterschrieb auf dem Landtage zu Düsseldorf 1 628 die 
Protestation der Ritterschaften zu Jülich und Berg zur Aufi'echthaltung 
ihrer Gerechtsame ; Wilhelm Bertram v. L. zu Niederpleis , kurpfälz. 
Kammerherr, schwor 1666 bei der bergischen Ritterschaft auf u. spä- 
ter, 1787, wurden unter den im Herzogthume Westphalen aufgeschwo- 
renen Freiherren nach der Ordnung der Aufschwörung genannt: Freih. 
Ferdinand zu Borg auf Borg, Freih. Johann Theodor auf Ostwigt und 
Freih. Franz auf Valbert. — Die Stammreihe der jetzigen Sprossen des 
Stammes ist folgende : Johann Walraff v. L. zu Niederpleis: Maria Mag- 
dalena Freiin v. Rottkirchen a. d. H. Isenburg: — Johann Wilhelm 
V. L. zu Niederpleis und Isenburg : Maria Ottilie Freiin v. Gaugreben 
a. d. H. Ober-Almen ; — Johann Theodor Franz Freih. v. L., geboren 
1749 und gest. 1814, Herr auf Ostwigt, Borg und Meineringhausen, 
knrcöb. Kammerh, und k. span. Oberst- Lieutenant: Maria Josephine 
Freün v. Schade-Andtfeld, verm. 1792 (von den Brüdern desFreiherm 
Johann Theodor Franz hatte Paul Franz Bernhard, geb. 1754 u. gest. 
1816, k. prenss. Oberst, den Grafenstand erlangt und Ferdinand Her- 
mann Maria, geb. 1755, wurde 1795 Fürstbischof und Abt zu Cor- 
vcy, war als solcher der 65. und letzte Fürstbischof zu Corvey , wurde 
später Bischof zu Münster u. starb 1825) ; — Carl Theodor Freih. V.L., 
geb. 1794, Herr auf Ostwigt, Borg und Meineringhausen, k. pr. Miy'or 
a. D., verm. in erster Ehe 1817 mit Philippine Freiin v. Schade-Ahau- 
sen, gest. 1840 und in zweiter 1842 mit Maria Anna Freiin v. Wolff- 
Mettemich zu Wehrden, geb. 1805. Aus beiden Ehen entsprossten 
Kinder : aus der ersten zwei Söhne und zwei Töchter und aus der zwei- 
ten swei TOehter. Ton den Söhnen, den Freiherren : Ferdinand Theodor, 



— 44 — 

geb. 1818 und Gottfried Maximilian, geb. 1820, yennählte sich Erste- 
rer 1853 mit Maria Grf. v. Wiscr-Siegelsbach, geb. 1836, aus welcher 
El.e ein Sohn stammt: Franz Carl Joseph, geb. 1856. — Von den 
Brüdern des Freih. Carl Theodor wurde Freih. Joseph Constantinl801 
geboren und Freih. Engelbert, geb. 1803, k. pr. Major a. D., ver- 
mählte sich 1847 mit Clara Eugenie v. Heinsberg, geb. 1824. 

Vetter, berghohe Kittervchafl. 8. 47. — N. Preus. A.-L. V. 8. SI9. — Fahnt, I. 8. 283. ' 
— Ffriherr r. Ledebur, 11. 8. 63 und III. 8. 305. - 8t>tnnach€r, I. 189: Die Lenick, Waat- 
philis'h - Robfiu, Eieni. Werk. II. 63. - W.B. d. Preast. Rheinpror. II. Tab. 32, Nr. «4 
11. S. 141. - Geneal. Tasohenb. d«r freih. HSiiser, 18Ä<<. 8. 405—7 u. |8«.1. 8. 579. 

Lürwald. Altes . westphälisches Adelsgeschlecht , welches schon 
1366 und noch 1681 zu Süttorp unweit Lippstadt begütert war, dann 
aber ausgegangen ist. 

Freiherr 9. Ledebur, 11. 8. 63. — v. Steinen, we^tph. Gesch., Tab. 46. 

% Lüschwitz , Lübschwitz (in Roth ein auf den Hinterläuften ste- 

hender, mit erhobenem Schweife zum Angriff sich fertig gemachter 
Wolf). Altes sächsisches , zum Adel im Altenburgischen gehörendes 
Geschlecht aus dem unweit Ronneburg gelegenen Stammhause Lüsch- 
witz, welches bereits 1237 Gerhard v. Lübischwitz in Besitz hatte. Das- 
selbe wurde früher auch Lusswitz, Lobschytz, Lucewitz etc. geschrieben 
und hatte auch zu Ronneburg im vorderen Schlosse den s. g. Burgsitz 
mit Zubehör einige Jahrhunderte inne. — Valent. König fängt die 
Stammreihe der Familie mit Echard v. Lusewitz um 1541 an, von des- 
sen Söhnen Wolff Gerhard v. L. , kursächs. Rath, noch 1573 den ge- 
nannten Burgsitz bewohnte. Von demselben entspross Gerhard v. L. 
auf Glashütte, fürstl. bamberg. Rath, Amtmann zu Kupferberg u. Hof- 
marschall zu Würzburg, von dessen Söhnen Gerhard Siegmund, Herr 
auf Glashütte, 1620 fürstl. ansbach. Geh.-Rath und Hofraths-Director 
war. Von Letzterem stammte Hans Reinhard, welcher 1648 als Oberst- 
lieutenant starb. Später, zu Gauhe's Zeit, kam Christian Adam v. Lüsch- 
witz als fürstl. bayreuth. Kammerjunker vor. Derselbe hatte den Stamm 
durch einen Sohn, Georg Adam, fortgesetzt. So viel bekannt ist , ging 
um die Mitte des 18. Jahrb. das Geschlecht aus. 

Dr. Löher, Historie von Koiiiieburg, 8. 59. — Seifert, ßeneal. adcL Ell. n. K. 8. S4«. — 
I». Oleiehenntein, Nr 58. — Val. König, 11 T. 8. 740— «7. — Oauhe. I. 8. 1279 n. 80. — Zed- 
ier, XV IM S. II03-« - 8iii>pl. zu Hiebm. W.-H. V. 23: t. LuohwIU. 

> Ltiskow, früher Lübsow, Ltischow, Altes, pommemsches Adels- 

geschlecht, dessen Namen ein bereits 1344 vorkommender Sitz unweit 
Anclam führt. Dasselbe wurde zu Bülow, Butzow, Blesowitz, Bolode- 
kow etc. gesessen und erwarb auch im Laufe der Zeit andere Güter in 
Pommern, war auch schon 1375 in der Uckermark zu Blankensee und 
Potzlow ansässig. — Der Stamm blühte noch in die zweite Hälfte des 
18. Jahrb. hinein, in welcher derselbe 1770 im Mannsstamme mit Jacob 
Albrecht v. Lüskow, Herrn auf Blesswitz bei Anclam etc. und k. preuss. 
Hauptmann, erlosch. Dei*selbe hinterliess vier Töchter. Die Güter ka- 
men 1773 durch Kauf an die v. Schwerin. 

N. Pr. A.L. III. 8. 317. -Freiherr t. Ledebur, 11. S. 63 ii. III. 8. 305. - 8i0bm€teker, 
V. 170. - Pommern^ch. W.-B. 11. T^b. 14 und 17. 

Ltitke, V. d. Lütke (im Schilde ein Kranich). Reichsadelsstand. 
Diplom vom K. Ferdinand HI. für Marcus v, d. Lütke. Derselbe starb 



— 46 — 

1687 als kurbrandenb. General -Wachtmeister und von seinen Nach- 
kommen starb Louis Gustav Adolph v. d. L. als k. preuss. Premierlieu- 
ten. 3. Dec. 1742. — Die Familie war im Brandenburgischen schon in 
den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrh. zu Cremmen, Gr. u. Kl. Zieten 
etc. 80 wie in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. zu Grünefeld, Schlaben- 
dorf, Tomow und Tietzow und noch 1752 zu Flatow. Grünefeld. Vei- 
ten, 1754 zu Schiabendorf, 1767 zu Sotzker und 1768 zu Tielzow und 
Zieten gesessen. 

FrtfiA. 9, Ledebur. If. 8. 63 und B4. — Siehmacher, V. -.'93: Die Lutkeii.Lritkeu. iiKm- 
barg. adel. Ocikehh'cbt. 

Lüteken, Lütken (Schild der Lüiige nach von Silber u. Blau ge- 
theilt, mit zwei einwärtsgekehrten Hähnen von gewechselten Farben). 
Altes , bremensches Adelsgeschiecht , als dessen Stammvater Hermann 
Lfltken, welcher um die Mitte des 15. Jahrh. vorkommt, genannt wird. 
Christoph Gttrge Lüttken war 1716 k. schwed. Landrath und Detlev 
V. L. k. dän. Oberst und Commandant zu Oldenburg und Delmenhorst. 
Die Familie hat fortgeblüht und gehört durch Besitz der Güter Holle- 
wisch und Stellenfleth im Bremischen zu dem ritterschaftlichen Adel der 
bremenschen Landschaft. 

Muskard, 8. 380 - Gauf,e, I. 8. 1282. — Zedier, XVIK. 8. 1113 -IS. — Freih. 9. d*m 
EmMehftk, 8. 198. - Freiherr r. Ledebur, II. 8. 64. — Siippl. xu Siebm. W.-B. V. l«. - 
W.-B. d. Kgr. HaunoT. C. 34 uud S. 10. — Knenehke, I. 8. 26Ü und 84. — 9, Hefner, >>•»- 
»ov. Ad0l, Tab. »t. 

Lfitter, y. n. zu Lütter und Losshausen (in Roth ein rechtsge> 
kehrtes, aufrecht gestelltes, silbernes Rebenmesser, Heppe oder Kneip, 
mit goldenem Stiele). Altes, hessisches Adelsgeschlecht, welches am 
Schwalmfinsse und im Hochstifte Fulda begütert war. — Heintze v. L. 
war unter dem Landgrafen von Hessen Philipp dem Grossmüthigen um 
1533 Verweser des adeligen Klosters zu Peine; Hans Reinhard (Hannss 
Reynnhardt) v. L. wurde zu Ende des 16. Jahrhunderts genannt u. ein 
?. L. war 1647 Commandant der Festung Peine und gegen die Mitte 
dss 18. Jahrh. lebte noch als Letzter des Stammes Erhard Georg v. u. 
zu Lfltter und Losshausen. Derselbe war bereits 16. Juni 1716 als 
ßurgmann zu Friedberg aufgenommen worden. 

Sekammea, 8. .122. — Oauhe , I. 8. 112: mit dem oiirichiii(uii Naraaii Luder v. L. — 
m. Hottetein, III. H. 827—29. — Eator, Ahnenprohe, 8. ll'i und ff. u. TnIi 2. — Siebmaektr. 
I. 139: ▼. L6der, Heeetsch. — 9. Mediitg , 1. 8. 360 und 51. — Supplem xii Siebm. W.-B. 
VII. 27. 

Lfittich. Ein in Pommern begütert gewesenes Adelsgeschlecht, 
welches 1^34 und noch 1746 zu Gross-Nossin im Kr. Stolp ansässig 
war. — 

Freih. 9, Udebur, U. 8. «4. 

Lfittichaii, anch Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom vom 5. Aug. 
1769 fftr Ludwig Gottlob v. Lüttichau a. d. H. Kmehlen, Herrn auf 
Weissig, Doberschütz und Brinsing, kursächs. Kammerherrn u. Landes- 
hauptmann des Markgrafenthums Ober-Lausitz und vom 23. Nov. 1791 
fÄr Christian Friedrich Tonne v. Lüttichau, ebenfalls a. d. H. Kmehlen, 
k. preuss; bevollmächtigten Gesandten im niedersächs. Kreise etc. — 
Altes , sächsisches Adelsgeschlecht aus dem gleichnamigen Stammsitze 
bei KOnigabrflck, welches im Meissenschen nach Ejiauth die Güter Gr. 



— 46 — 

und Kl. Emehlen, Crausoitz, Martiuskirch, Bernstein, Falckenhajn, 
Ober- u. Nieder-Ulbersdorf, Voigthayn, Zschorna, Noskowitz, Strauch- 
itz, Baselitz etc. an sich gebracht hatte und später in Schlesien Schrei- 
bendorf und Fauljuppe, in der Oberlansitz Ober-Erdmannsdorf (Oert- 
mannsdorf) bei Lauban , in der Niederlaositz Wormlage nnd Buchwald 
bei Senftenberg unweit Calau und Drösigk bei Lackau , in Dänemark 
Winge, Stougaard, Thiele, Lerchenfeld, Mölgaard, Nicoer, Skewügaard 
u. Haraldskiar u. in Meklenburg Pohnsdorff erwarb. — Die Geschichte 
der Familie , welche früher : Lütig , Lüttich , Lütiche, Litigau and Lüt- 
chau geschrieben wurde, geht bis in die Zeit der Sage zurück. Als 
Stammvater wird nach derselben ein Junker Hannibal mit dem Beina- 
men : „der schwarze Hahn" genannt, welcher in einer Schlacht bei Lflt- 
tich durch Tapferkeit Namen und Wappen erhalten haben soll. — Um 
1300 blühten zwei Linien des Stammes, die eine zu Ober-Romstedt bei 
Jena, zu welcher Petrus genannt v. Lüttichawe gehörte und die andere 
im Meissenschen. Erstere ging bald wieder aus, während die Meissen- 
sche, aus welcher Heinrich w\ Lutchaw auf Kmehlen (unweit Lieb^i- 
werda) um 1380 lebte, dauernd fortgeblüht hat. Mit dem genannten 
Heinrich fängt die ununterbrochene Stammreihe der Familie an. Der- 
selbe kaufte zu Kmehlen andere Ländereien und hinterliess vier Söhne : 
Nicol, Seiffart, Georg und Friedrich, welche 1401, wohl in Folge einer 
Fehde, die Ritter Conrad v. Köckeritz u. Caspar v. Schönberg gefiEuigen 
nahmen. Friedrich erbte Kmehlen, wurde Rath des Mark- und Land- 
grafen Friedrich des Streitbaren von Meissen u. Thüringen, welcher ihm 
1425 Stadt u. Schloss Ortrand verpföndete u. starb 1442 mit Hinterlts- 
snng eines Sohnes, Sifried auf Kmehlen (auch Seyffart Lüttich genannt). 
Letzterer, verm. mit Catharina v. Miltitz, hatte zwei Söhne, Seifried und 
Heinrich , Beide zu Kmehlen , welche die Stifter zweier Linien wurden. 
Seifried, auch Su£&id auf Kmehlen. h. sächs. Rath, hinterliess aus der Ehe 
mit Hediivlg v. Miltitz a. d. H. Scharfenberg einen Sohn, Hans, dessen 
Urenkel. Hans Friedrich Siegfried, mit dem Herzoge Johann y. Holstein 
1630 grosse Reisen machte u. 1645 alskön. dän. Ober-Berghauptmann 
und Geh. Rath in Norwegen starb. Mit dem Grossneffen, Hans Frie- 
drich Siegfried, ging diese Linie zu Ende des 17. Jahrh. wieder aus. 
Heinrich , ebenfalls auf Kmehlen , so wie auch h. sächs. Rath u. Amts- 
hauptmann zu Ortrand, hatte aus der Ehe mit Barbara v. Pflug einen 
Sohn, Wolff auf Kmehlen u. Gotha, geb. 1498 und gest. 1568, Doctor 
Jur. utr., kursächs. Rath, Consistorial-Assessor zu Meissen Qtc. , veorm. 
mit Catharina v. Polentz , aus welcher Ehe eine zahlreiche Nachkom- 
menschaft entspross. Von den Söhnen desselben wurde Friedrich Stamm- 
vater der dänischen , später preussischen - und Seyffert Stammvmter der 
sächsischen Linie. Friedrich, gest. 1609, Herr auf Kobershayn, hatte 
aus der Ehe mit Emilie v. Auerswalde einen Sohn , Wolff Caspar auf 
Kobershayn und Dieben , welcher mit Elisabeth v. Zaschnitz vermählt 
war, aus welcher Ehe zwei Söhne, Friedrich Apel und Wolf Caspar, 
stammten. Friedrich Apel auf Morl, Emmern und Zscharlippe, war h. 
Sachs. Reisestallmeister und Amtshauptmann zu Sangerhausen und die 
YOn ihm absteigende Linie starb um die Mitte des 18, Jahrh. aus. 



— 47 — 

Wolff Ctepar — Vater des Hans Hellmuth, s. unten — auf Dieben etc. 
war zweimal vermählt, zuerst mit Sophie Marie v. d. Marwitz und spä- 
ter mit Eva Maria v. Oertzen — Mutter des Hans Helmuth v..L., 
s. unten — kam an den Hof nach Güstrow und wurde Hofmeister der 
Herzogin. — Seyffert auf Kmehien, s. oben, gest. 1603, seit 1582 Hof- 
meister der Kurfärstin Anna zu Sachsen, Ober -Steuereinnehmer zu 
Meissoi und Amtshauptmann zu Senftenberg, verm. mit Margaretha 
Marschall v. Bieberstein, gest. 1598, hatte drei Söhne: Wolff, Nicolaus 
und August. Wolff auf Kmehien , geb. 1587 und gest. 1639 , Canzler 
von Sachsen, kursächs. Geh. Rath auch k. k. Rath und Reichs-Pfennig- 
meister des ober- und niedersächs. Kreises, starb ohne Nachkommen. 
Der Bruder desselben, Nicolaus, geb. 1587 und gest. 1632, Herr auf 
Kmehien, Königswartlia und Krausnitz, setzte die Linie zu Kmehien 
fort. Ans seiner zweiten Ehe mit Catharina v. Krakau entsprossten 
mehrere Söhne, von denen Siegfried die Linie zu Gross-Kmehlen, Chri-r» 
stian die zu Klein-Kmehlen und Wolf Heinrich die zu Krausnitz (später 
zu Ober-Oertmannsdorf) stiftete. Aus der Linie zu Gross-Kmehlen ging 
q^ater durch Siegfried's Enkel, Magnus Heinrich, die Linie zu Potscha- 
pel hervor. In die Linie Gross-Kmehlen kam durch Ludwig Gottlob, 
s. oben, der Reichs- Grafenstand. Die Linien zu Oertmannsdorf und 
Klein-Kmehlen erlosdien zu Ende des 18. Jahrb., während aus der 
Linie zu Potschapd Rudolph Freih. v. Lüttichau-Erdmann, k. k. Kämm., 
Oberstlieutepant und Garde- Prem. -Wachtmeister der k. k. ersten Ar- 
cieren* Leibgarde, noch lebt. Seyfferts dritter, obengenannter Sohn, 
August, Herr auf Falkenhagen, gründete die Linie za Falkenhagen, 
welche durch den jQngsten, gleichliamigen Sohn fortgesetzt wurde, doch 
jetzt nur noch in der Person des Carl Georg v. L., k. preuss. Lieut in 
der brandenb. Artillerie-Brigade Nr. 3, blüht. Aus dieser Linie erhielt 
Georg EIhrenfried v. L. bereits zu Ende des 17. Jahrb. den Reichsgra- 
fenstand , wenigstens wird er in Urkunden aus dieser Zeit als Graf auf- 
geführt. Eine Seitenlinie, die zu Noschkowitz-Staupitz, starb zu Ende 
des 18. Jahrb. aus. Der älteste Sohn August's auf Falkenhagen s. oben : 
Siegfiried, wurde der Stifter der ebenfalls noch blühenden Linie zu 01- 
bersdorf, ^eren Haupt in neuester Zeit Wolf Adolph August v. L. war, 
welcher als k. sächs. w. Geh. Rath, Kammerh. und vormaliger General- 
Director der k. musicalischen Kapelle und des Hoftheaters mit BSnter- 
lassung von Nachkommen 16. Febr. 1863 starb. Der zweite Sobn 
Augusts auf Falkenhagen: Wolff Siegfiried, geb. 1610 u. gest 1671, 
kursächs. w. Geh. Rath, Canzler u. Reichs-Pfennigmeister des ober- u. 
niedersächs. Kreises, stiftete die Linie zu Zschoma, welche aber schon 
mit seinem Sohne wieder erlosch. — Was, die Grafen v. L. anlangt, so 
war Graf Ludwig Gottlob, geb. 1736, s. oben — ein Enkel des 1699 
verstorbenen Georg v. L., Herrn auf Kmehien und Plochwitz, kursächs. 
Obersten, aus zweiter Ehe mit Johanna Eleonore v. Bork und ein Sohn 
Carl Gottlob's v. L., gest. 1749, Herrn auf Gross-Kmehlen, verm. mit 
Friederike Auguste v. Werthem. gest. 1748 — in erster Ehe vermählt 
mit Helena Renate Grf. v. Hoym-Droyssig, gest. 1787 und in zweiter 
1793 mit Friederike Auguste v. Schlieben, geb. 1754, doch ist derselbe 



— 48 — 

im Anfange des 19. Jahrb. ohne Nachkommen gestorben und diese 
gräfliche Linie, welche als die lausitzische aufgeführt wird, ist mit seiner 
Nichte und Erbin, Juliane Eleonore Auguste v. Lüttichau , vermählter 
Grf. V. Schönbnrg- Wechselburg, später erloschen. — Graf Christian 
Friedrich Tonne, s. oben, geb. 1748, früher k. dän. Kammerh. und h. 
braunschw. Geh. Etatsrath, später, wie angegeben, in k. preuss. Staats- 
diensten, war in erster Ehe vermählt mit Anna v. Losson, gest. 1786 u« 
in zweiter mit Catharine v. Benzon, (Lönzonj geb. 1765. Die von ihm 
gestiftete gräfliche Linie wurde früher , im Gegensatze zu der lansit^i: 
schon, als dänische, später preussiscbe Linie aufgeführt u. hat dauernd 
fortgeblüht. Der Vater des Grafen Christian Friedrich Tötme war Hans 
Helmuth v. L. — ein Vater Wolf Caspars, s. oben, Herrn auf Kmehlen 
und Dieben, aus zweiter Ehe mit Eva Maria v. Oertzeu — geb. 1670 
und gest. 1732. Derselbe kam 1682 als Page an den k. dän. Hof, trat 
später in die k. dänische Armee und stieg bis zum Generallieutenant. 
Aus der Ehe mit Catharina de Lezcnne a.^ d. H. Feralle in Spanien, 
geb. 1671 und vorm. 1693, stammte der Vater des Grafen Christian 
Friedrich Tonne: Christian Detlef v. L., geb. 1694 und gest. 1766, 
Herr auf Thiele, Winge und Randerup, k. dän. Generalmtgor, vermählt 
1728 mit Helle Trolle v. Urne, geb. 1709 u. gest. 1764. — Aus der 
ersten Ehe des Grafen Christian Friedrich Tonne entspross Graf Bene- 
dictus Antonius und aus der zweiten stammten die Grafen August , Jo- 
hann Baptist, Theodor, Albert und Ferdinand. Graf Benedictus Anto- 
nius, geb. 1778 und gest. 1850, Herr auf Lucien und Gosno im Kgr. 
Polen und Lubosin im Grossh. Posen, k. preuss. Major a.D., vermälilte 
sich 1810 mit Anna v. Treskow a. d! H. Owinsk, aus welcher Ehe zwei 
Söhne, die Grafen Gustav Otto und Wilhelm Anton stammen. Graf 
Gustav Otto, geb. 1811, Herr der Herrschaften Lucien-Gosno u.Korzen 
im Kgr. Polen, k. pr. Kammerh., vermählte sich 1843 mit Anna Ham- 
pel , geb. 1824 , aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, ein Sohn lebt, 
Graf Gustav, geb. 1844, k. pr. Lieut. Vom Grafen Wilhelm Anton, 
geb. 1816, k. preuss. Lieut. a. D.. stammen aus der Ehe mit Elisabeth 
V. Treskow a. d. H. Friedrichsfeide, (gesch.) Besitzerin auf Rze^owoim 
Kgr. Polen, vier Söhne, die Grafen: Hans Benedictus, geb. 1847, Hel- 
muth, geb. 1850, Georg, geb. 1852 und Julius, geb. 1855. — lieber 
die Brüder des Grafi'n Benedictus Antonius, die Grafen: August, gest. 
1848, k. pr. Oberst, Johann Baptist, gest. 1858, Herrn auf Prausnitz 
und Laasing mit Couradsberg, k. pr. Oberst a.D., Theodor, geb. 1795, 
k. pr. Generallieut. a. D., Albert, gest. 1854, Herrn auf Wangden und 
k. pr. Lieut. a. D. und Ferdinand, geb. 1801. k. preuss. Major a. JD. u. 
über die Familien derselben giebt das geneal. Taschenb. d. gräfl. Häu- 
ser genaue Auskunft. — Der adelige Stamm blühte, ansehnlich begü- 
tert, namentlich in Sachsen fort, wo die Güter Bärenstein etc. , Bären- 
fels, Gamig mit Meuscha, Mutzschen mit Fremdiswalde etc., (!)annewitz 
u. Ulbersdorf (seit 1678) in die Hand der Familie gelangten. In neu- 
ester Zeit lebten in Dresden Hans Friedrich Curt v. L., k. sächs. Kam- 
merh. u. Rittmeister a. D., Hannibal Siegfried Curt v. L. , k. sächsisch. 
M^jor und Lothar Eugen v. L. — Im Kgr. Preussen waren 1857 be- 



— 49 — 

gOtert. Antoinette Grf. v. Lüttichau, geb. Freiin v. Hohberg auf Ober- 
Pransnitz (alter Besitz) bei Jauer und Carl v. L. , Inhaber des Fidei- 
Commisses Sellin im Kr. Königsberg. Aoch hat der Stamm im Königr. 
Dänemark, wo 1731 ein v. L. als General -Lieutenant starb und Adam 
Magnus v. L., Kammerherr, nach 1800 Zoll -Kämmerer bei der Oere- 
sund-Zollkammer war, fortgeblttht und in der neuesten Kriegsgeschichte 
ist mehrfach der Name des k. dän. Generals v. L. genannt worden. 

PteUmstein, Th««tr. Sazon. P. l. C. 10. 109. — Bue§lini, I. 8. 164. - Kuauih . 8. MO 
and Oxigin. BeieJkting. 8. 43. - Sinapitu, f. 8 623 und 24 und ir. 8. 796. — Ta/. Konia, T. 
S. 898— S9. - Oauh0, I. 8. 1281 u. 82. — Ztdltr , XVII r. 8. 1380—32. - F^tik, 9,MrolUn, 
11 8. 29.S— 98 n. 441. — Lexir. orer «del. Faroil. i Daiiinark , s. S47. ~ Jaeobi, 18U0, U. 
8. üTS lind 74. — Allg. ireneal. und Stants-Handb. I8'i4. I. S. 674 — N. Preuss. A.-L. III. 
M. 317. — Frei/,. «. Ledebur, II. 8. 64 u. lil. 8. 305. - Oeueai. Tascbeiib. d. gräd. Hiuser, 
1864 8. 512—16 u. histor. Handb. su demselben, 8. 546. —Siebmacher, I 154: v. Liticbaw, 
Mei!t.«niseb. — r. Meding, III. 8. 4l:t->14 : v. L. q. 6r. v. L. -^ 8uppi. su Hiebm. W.-B. IX. 
3 : Gr. T. L. - W.-B. d. 6acbs. Staat. I. 43: 6r. v. L. und VII. 9?: v L. 

, LttttitE, Lnttitz, Lottitz und v. Lfittitz, genannt Heinze, Frei- 

herren. Freihermstand des Kgr. Sachsen. Diplom vom 31. März 1821 
ftür Friedrich August Heinze, Rittergutsbesitzer — Schwiegersohn des 
Hans Friedrich Benno Freih. v. Lüttitz — mit dem Namen : Heinze, 
Freiherr v. Lattitz. s. Bd. lY. S. 284. — Altes Adelsgeschlecht der 
Ober -Lausitz, welches Grosser von den sorbischen Lutitiis herleitet. 
Dasselbe sass 1650 zu Baslitz. Ossling. Millstrich u. Piskowitz, 1666 zu 
Lisskau und später auch zu Khöna, Rackelwitz, Ober- und Nieder-Ren- 
nersdorf, Schönau etc. u. wurde auch zu Werchau unweit Schweinitz an 
der Elster, zu Petersdorf bei Sagan etc. begütert. — Johann v. Lottitz, 
Plebanus, errichtete 1386 mit dem oberlausitzischen Landvogte Be- 
nisso V. Dnba einen Recess; Christoph war 1521 Landeshauptmann des 
FOrstenÜmms Görlitz ; Hans befehligte 1596 in Ungarn dreihundert 
Mann, welche die oberlausitzischen Stände dem Kaiser zu Httlfe gegen 
die Türken schickten ; Hans v. Lottite auf Lutzschen und Wartha und 
Melchior v. L. auf Schreyswalde commandirten 1611 die Infanterie, 
welche die oberlausitzischen Stände dem Könige Matthias in Böhmen 
zusenden wollten, um die passauischen Truppen aus Budweis zu entfer- 
nen; Joachim Ernst v. L. fahrte das ProtocoU, als 1648 das Ritter- 
recht wegen einer Injurien -Klage zwischen Zweien vom Adel gehegt 
wurde; ein v. L., k. k. Oberst, zeichnete sich 1737 in Ungarn gegen 
die Türken aus etc. — Der Stamm blühte fort und mehrere Sprossen 
desselben traten in die k. preuss. Armee. Hans Ludolph v. Luttitz , k. 
pr. Major, war Herr auf Petersdorf u. ein Major v. Ji. war 1815 Ober- 
Ck)mmandant des 3. Haupt-Feld-Lazareths. Derselbe starb um 1835 u. 
zwei Söhne desselben standen nach dieser Zeit noch als Officiere in der 
k. pr. Armee. — Ein Freih. v. Lüttitz , genannt Heinze wurde noch 
1857 als Herr auf Jocksdorf und Tschemitz im Kr. Sorau aufgeführt. 

Oroeaer, Laatiu. Herkwiird. III. 8. 43 und 55. — Sinapius, I. 8. 634 und II. 8. 796. — 

Gauke, I. 8. 1271 and 72. — N. Pr. A.-L V. 8. 830. — Freih. v. Ledebur , Tl. 8. 64 u. IH. 

8. 805. — Siebmaeher, f. 70 : v. I.fittira, Schletlsch, - ScblesiMh. W.-B. Nr. 420. - W.-B. 

d. aAetis. Staat. D. 26. Freih. t. L. 

Lfittwltz, auch Freiherren. Freiherrnstand des Kgr. Preussen. 
Diptome vom 6. Nov.1741 fUr Balthasar Friedrich v. Lüttwitz und vom 
20. Febr. 1788 für den Neffen desselben, Hans Wolf v. L., Land- 
schafts-Repräsentanten, so wie Bestätigungadiplom des Freiherrn^andes 

JDmioU«, DeatMh. AdeU-Lez. Vb \ . 4 



— 50 — 

vom 14, Dec. 1845 ftir Radolpb v. L., Herrn auf Simmenau beiKreatz- 
bürg. — Eins der ältesten und ansehnlichsten schlesischen Adelsge- 
schlechter, welches auch Littwitz geschrieben wurde und schon im 
14. Jahrb. genannt wird. Dasselbe breitet«» sich nach Sinapius nament- 
lich aus den Hausem Reutbau. Heinersdorf und Colschwitz im Glogaa- 
ischen und Militzscb im Wohlauischen st»hr aus , gelangte zu grossem 
Grundbesitz und ist jetzt in Schlesien zu Dockern , Losscn und Kmm- 
pacli bei Trebnitz, Bartsch bei Steinau, Gorkau bei Zobten u. Hartiieb 
bei Breslau, so wie mit den Herrschaften Simmenau bei Constatt und 
Mittelsteine bei (xlatz, in Galizien mit den Herrscliafton Lodygowitz u. 
Wilkowitz bei Biala und in Westpreussen mit den Herrschaften Sknld- 
zewo und Gniasdowo im Kr. Thorn angososseii. Die Familie kam, so- 
viel bekannt ist, aus Böhmen nach Schlesien und man nimmt an , dass 
die beiden Ritter Hinco und Schmilo v. Lettewitz , welche um 1342 am 
Hofe des Herzogs Wenzel I. zu Liegnitz lebten , zuerst nach Schlesieo 
kamen. Hans v. L. auf Lentschen bei Sagan war 1498 Marschall des 
Herzogs Hans zu Glogau und Wohlau ; Nicol Littwitz zu Bischwitz starb 
1539 als Abt z\i U. L. F. in Breslau, Bai'bara v. Lüttwitz 1546 als 
Aebtissin des fftrstl. Stifts zu Trebnitz, Christoph v. L. 1568 als der 
schlesischen Ftirsten und Stande General-Steuereinnehmer u. Melchior 
V. L. auf Laeswitz, Littwitz und Mittf*1-Dammer 1684 als wohlauischer 
Landes - Aeltester und königl. Hofrichter. Georg Wilhelm v. L. , kur- 
brandenb. Generalmajor, wurde 1696 Amts-Hauptmann zu Preuss. Hol- 
land. Zu Ganhe's Zeiten lohten aus dem Hause Reuthau u. Heinersdorf 
Valentin Leonhard v. L. als des sprottauischen Kreises und Balthasar 
Friedrich v. L. als des freistadtschen Kreises Landes- Aeltester, aus der 
milititzischen Linie aber Balthasar Siegmund v. L. auf Mittel-Dammer 
als Landes -Depntirter des wohlauschen Fflrstenthums, auch zeichnete 
sich 1737 ein k. k. Oberstlieutenaiit in Ungarn gegen die Türken sehr 
aus. — Der Stamm blühte in zahlreichen Sprossen fort, von denen meh- 
rere in k. preuss. Militair- und Staat«ilienste traten. Ein Oberst v. L„ 
früher im Regim. Königin Dragoner, wurde 1814 pensioniit; ein Major 
v. L., früher im Regimente zu Warschau, starb 1816 im Pensionsstande 
und ein M^or v. L. im Husaren -Regini. v. Gettkandt 1814 etc. Im 
Staatsdienste kam besonders Hans Kmst Freih. v. L., gest. 1837, Re- 
giorungs-Prftsident zu Reichenbach in Schlesien, Herr auf Gorkau und 
Naselwitz bei Zobten, zu hohem Ansehen. — Die Linie Lüttwitz-Fran- 
kenberg oder Frankenberg-Lüttwitz, s. Bd. ID. S. 319, ist durch Adop- 
tion entstanden: es erbte nftmlich der 1818 aus dem Regimente Garde 
flu Corps ausgeschiedene Major v. Lflttwitz das Fideicommiss Bielwiese 
Im Kr. Steinau und nahm den Namen: Frankenberg-Lüttwitz an. Von 
tlt^niHolben stammten zwei Söhne Balthasar und Otto v. F.-L. — Der 
frt^iherrllche Stamm blüht jetzt in zwei Linien, von denen die erste den 
tVoUierrllchen Titel in Folge der Diplome von 1741 und 1788, die an- 
dt»rt* nach dem Diplome von 1845 führt. Die erste Linie umfasst die 
Nnohkonunenschaft des 1776 geborenen, 1837 verstorbenen Regier.- 
I^Mdmiten Hans Kmst Freih. v. L., s. oben, aus der Ehe mit Rosalie 
WMdirrr, geb. 1778 u. vena. 1799 o. das Haupt dieser Linie ist JaUm 



— 61 — 

Freih. y. L., geb. 1800, Herr auf Bartsch u. Culm im Kr. Steinau, 
verm. 1833 mit Henriette Freiin v. Schuckmann, gest. 1862, auswelcher 
Ehe eine Tochter. Freiin Eleonore, geb. 1835, stammt. — Die vier 
Brflder des Freih. Julins sind, neben einer Schwester. Freiin Ida, geb. 
1812, die Freiherren : Adolph (T.), Ferdinand, Wilhelm u. Ernst. Freib. 
Adolph (I.), gest. 1852, Herr anf Naselwitz, war vermählt seit 1829 
mit Luise v. Wiersbitzky, geb. 1810, aus welcher Ehe, neben drei 
Töchtern, .vier Söhne entsprossten. Von Ersteren vermählte sich Freiin 
Rosalie, geb. 1830, 1854 mit Benno v. Niebelschütz. k. pr. Regierungs- 
Assessor und von Letzteren steht Freih. Adolph (II.) geb. 1833 als 
Lieutenant in der k. k. und Freih. Gustav, geb. 1835, in der k. preuss. 
Armee. Freiherr Ferdinand, geb. 1807, ist k. pr. Prem.-Lieut. a. D. 
Freih. Wilhelm, geb. 1809, Herr auf Gorkau im Kr. Schweidnitz, ver- 
mählte sich 1815 mit Franzisca Stephani, geb. 1815. aus welcher Ehe, 
neben einer Tochter, zwei Söhne leben, von welchen der ältere, Freih, 
Ernst, geb. 1841, als Lieutenant im k. pr. 11. Landwehr-Regim. steht. 
Freih. Ernst, geb. 1823, k. pr. Oberförster zu Nimkau, vermählte sich 
1854 mit Caecilie Grf. v. Strachwitz, geb. 1834, aus welcher Ehe drei 
Söhne entsprossten. — Von dem Bruder des Freihenn Hans Ernst, 
dem Freiherm Carl Valentin, geb. 1779, Herrn auf Hartlieb u. Dockern, 
verm. in erster Ehe mit Luise v. Dioeszegky, gesch. u. in zweiter mit 
Marianne Freiin v. Schuckmann, verw. v. Pannwitz, gest. 1857, stam- 
men aus der ersten Ehe zwei Söhne, die Freiherren Hans Wolf u. Ernst 
und aus der zweiten zwei Töchter: Freiin Marie, geb. 1824, vermählte 
Frau V. Seydlitz-Ludwigsdorf u. Freiin Henriette, geb.1826, vermählte 
Frau V. Ziemietzky. Freih. Hans Wolf, geb. 1812, Herr auf Lossen, 
k. pr. Lieut. a. D., vermählte sich 1849 mit Elisabeth v. Thielau, geb. 
1828 und Freih. Ernst, geb. 1813. Herr auf Krumpach, 1847 in erster 
Ehe mit Stephanie v. Köckritz, gest. 1855 und 1860 in zweiter mit 
Therese v. Köckritz, Schwester der Vorigen. Aus der ersten Ehe ent- 
sprossten, neben zwei Töchtern drei Söhne : Hanswolf, Georg und Max. 
— Die zweite Linie, welche den freiherrlichen Titel in Folge des Be- 
stätigungsdiploms von 1 845 führt, umfasst die Nachkommenschaft des 
1821 verstorbenen Freiherrn Ferdinand Sigismund, k. pr. Rittmeisters 
a. D. u. das Haupt derselben ist: Freih. Rudolph, geb. 1793, Mitglied 
der Acad^mie nationale in Paris, verm. 1827 mit Liddy Grf. v. Lynar, 
gest. 1836, aus welcher Ehe drei Söhne leben: Freih. Arthur, geb. 
1829, Herr auf Lodygowitz undWilkowitz; Freih. Rudolph, geb. 1831, 
Herr auf Simmenau, k. pr. Lieut. a. D. verm. 1859 mit Charlotte, geb. 
1839, des 1852 zu Melbourne verstorbenen Gutsbesitzers Sir Donneid 
Campbell -Simson, aus welcher Ehe zwei Töchter entsprossten und 
Freih, Max , geb. 1835 , Doctor jur. utr. — Der Bruder des Freiherm 
Rudolph, neben zwei verwittweten Schwestern, Wilhelmine v.Tschirschky 
und Adele v. Pannwitz, ist: Freih. Theodor, geb. 1798, Herr auf Mit- 
telsteine in der Grafschaft Glatz, verm. 1826 mit Isabella Grf. v. Lynar, 
geb. 1808, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, von welchen die äl- 
teste. Freiin Isabella, geb. 1829, sich 1863 mit Balthasar v. Franken- 
berg - Lflttwitz , Majoratsherm auf Bielwieae, vermählte, drei Söhne 

4* 



— 52 — 

stammen, die Freiherren: Lonis, geboren 1831 , k. k. Lieutenant in 
d. Ä., Ernst, geb. 1837, k. preuss. Lieutenant, und Ferdinand, geb. 
1840. — 

■ mnajHu»^ I. 8. 624 Q. II. 8. 784. - tfauA«, I. 8. 1383. - FrWA. «.JTroAiitf» n.8.298— SOI. 
«« N. Pr. A.-L. lil. 8. 318 aod 19. — Freih. 9. Ledehur, U. 8. ft4 und 65 u. III. 8. 805. ~ 
6*a«ü. Taacheob. der freih. H&aser, 1860. 8. 510 u. IHfSi. S. 4S9-91. — Siebmaeher, I. 5<: 
i&M«fttvlte, Schieüisch. - W.-B. d. Prents. Monarch. . II. 47 : Freih. t. L. — Schlesischet 
W.-B. Nr. 75. 

Ltttzel. Ein früher zu dem Adel in der Uckermark gehörendes 
Geschlecht. 

Orundmann, uekerm&rk. AdeUhistorie, 8. 46. 

Lfitzelburg, Freiherren (in Gold ein blauer, doppelt geschwfiifter, 
gekrönter, rechtsaufspringender Löwe). Reichsfreiherriistand. Diplom 
vom 1. Dec. 1665 für Weigand v. Lützelburg, kaiserlichen Oberstcjn im 
spanischen Dienste und für den Vetter desselben. Friedrich Wilhelm 
V. L. — Altes, Stifts- u. ritterbürtiges, fast bei allen Hochstiften u. im 
deutschen Ritterorden aufgeschworenes Adelsgeschlecht, welches, ur- 
sprünglich aus LoUiringen stammend , sich im Elsass und Breisgau , in 
Sachsen u. in der Ijausitz in mehreren Linien ausbreitete. Dasselbe soll 
schon im 13. u. 14. Jahrb. geblüht haben, doch beginnt die sichere u. 
fortlaufende Stammreihe erst mit Eginolf v. Lützelburg, welcher 1350 
zu Imlingen in Lothringen sass, Elsen v. Heringen zur Hausfrau hatte 
ü. 1371 starb. — Von den Nachkommen desselben war in der fünften 
Generation Heinrich v. Lützelburg 1520 herz, lothring. Statthalter zu 
Saarburg und der Sohn desselben , Friedrich , Hen* auf Imlingen und 
Sareck, fürstl. strassburgischer Landeshofmeister. Durch drei Enkel 
des Letzteren, Ernst Christoph, Friedrich Wilhelm u. Johann Weigand 
— Söhne des h. sächs. Statthalters zu Weimar Anton v. L,, aus der 
Ehe mit Maria Catharina v. Harstall — entstanden drei Hauptlinien, 
die sich in viele Seitenlinien schieden u. alle wieder erloschen sind , bis 
auf die Nachkommen des Friedrich Wilhelm I., welcher k, franz. Oberst 
und mit Ursula v. Landsperg vermählt war. — Die Familie sass am 
Oberrhein, ausser zu Imlingen und Sareck, auch zu Imolkam, Oberkirch, 
Rameting, Sunzig u. Unter-Rixingen u. war im 17. Jahrb. in der Ober- 
lausitz zu Doberschütz, Dubra, Gaberin, Nieder-Gurig, Preititz, Qualitz 
und Tscheckwitz begütert. — Von dem genannten Friedrich Wilhelm L 
?. E. stieg die Staramreihe, wie folgt, herab : Anton Reichard v. L., des 
Erzh. Leopold von Oesterreich, Fürst- Bischofs zu Strassburg u. Passau, 
Kämm. u. Oberst-Falkenmeister: Maria Johanna Keinpf v. Angreit; — 
Freih. Friedrich Wilhelm ü., s. oben, k. k. General der CavalL u. des 
Erzh. Leopold Wilhelm v. OesteiTeich Rath und Pfleger der Herrsch. 
Obemberg: Maria Anna Nothaft v. Weniberg; — Freih. Johann Wil- 
helm zu Sunzig, Imolkam und Rameting, kurbayer. Kämmer., Oberst 
der Infanterie und Pfleger und Kastner zu Schärding : Anna Maria Jo- 
sepha Freün Puechleitner v. Sunzing; — Freih. Adam Wilhelm, geb. 
1701, Herr auf Sunzing, Rametnig etc., kurbayer. Kämm, und Hofrath, 
fttrstbisch. freising. u. regensb. Oberst-Silber-Kämnu : dritte Gemahlin: 
Maria Maximiliana Freiin v. Etadorf, gest. 1765; — Freiherr Joseph 
Adam Johann, geb. 1762 u. gestorb. 1836, Herr auf Sunzig, Rameting 
etc.: Maria Anna Franzisca Freiin v. Reigersberg, gest. 1816; — 



— 53 — 

Freih. Ernst Ignaz Coloman, geb. 1799, Herr auf Sunzing, Imoikam n. 
RameUng, k. bayer. Hauptmann in Pension, verm. 1836 mit Magdalena 
V. Forster, geb. 1804. Die Schwester des Freiherm Ernst Ignaz Colo- 
man: Freiin Anna Maria, geb. 1797, verw. Freifrau v. Grimming, ver- 
mählte sich in zweiter Ehe mit dem 1836 verst. k. bayerisch. Obersten 
V. Sieber und von dem Bruder, dem Freiherm Ferdinand, geb. 1798, 
k. bayer. Postverwalter zu Straubing, verm. 1829 mit Caroline Mayer, 
aus welcher Ehe vier Töchter, die Freiinnen: Crescentia, geb. 1830, 
Catharina, geb. 1837, Anna, geb. 1842 und Margaretha, geb. 1847 u. 
drei Söhne, die Freiherren: Wilhelm, geb. 1832, Philipp, geb. 1839, 
k.. bayer. Lieutenant und Ernst, geb. 1844, stammen. — üeber ein in 
die Familie früher gelangtes Grafendiplom fehlen nähere , genaue An- 
gaben. 

Anff^Uu, Aimal Rrandenb. LIb. If. Nr. 11. - Growr , LauKlts. Merkwördigk. III. 
S. 4«t. — Oauh^. I. 8. I2W~W. - r. Hattttein, II. 8. 207—10. - Z^dUr, XVHT. 8. 11.15. 

— 9. Lang, ö 1«2. - Freiherr r. Ledebur, II. 8. «5. — Oeneal. Tascbenb. der freih. Hia- 
•er, IS48. 8. S3(;— .1<) niid 1864. 8. 492. — SUhmacher, I. 128: t. LücielburR. Rbeinl&ndtsflh . 

- 8uppl. so Sieben. W.-B. V. 23 : v. L. n. IX. 3 : Gr. v. L. — W.-B. den Kgr. Bayern, lO. 
M a. ». WSickern, Abtb. S. 

Lfitselstein , Grafen. Altes Grafengeschlecht im Elsass aus dem 
gleichnamigen, auf einem hohen, die Altenburg genannten Berge, sechs 
Meilen von Strassburg nach Lothringen zu gelegenen Stammschlosse, 
zu welchem eine ansehnliche Grafschaft gehörte. Der Stamm ist mit 
den Söhnen des Grafen Burchardus erloschen. Derselbe wurde 189JB 
zum Bischof von Strassburg erwählt, musste aber dem, vom Papste Bö- 
nifaz IX. bestätigten Wilhelm Grafen v. Diest weichen , Hess sich mit 
den beiden Stifts- Aemtem RufTach u. Mundat auf liCbenszeit abfinden, 
und vermählte sich später noch, um das Geschlecht fortzusetzen, zeugte 
auch zwei Söhne , welche aber Nachkommen nicht hatten , worauf die 
Gra^haft an die Pfalzgrafen am Rhein gelangte , von denen die Linie 
zu Lautreck ihren Sitz auf dem Schlosse Lützelstein nahm. 

RSbn^r. Hisinr. Folit. P. VII. 8. 314. - Gauhf , II. 8. «6.1 und «4. — G. Chr. OroU, 
Westrirher Abhandinngen, 1. 8t. von dm Grafen v. Lutaelstein, Zweibr. 1771. 

Lützendorf, Lnesendorf, Sehenek v. Lütsendorf. Altes Adelsge- 
^hlecht der Mark Brandenburg, welches mit dem Erbschenken -Amte 
derselben bekleidet war. Die Familie war im Brandenburgischen be- 
reits 1375 zu Fahrland, Niebede und Rudow und in der Altmark zu 
Klein -Schwechten und später auch zu Billberge gesessen und behielr" 
die letzteren Güter bis zu dem Erlöschen des Stammes, welches mit dem 
Erbschenken Daniel v. Lützendorf um 1616 erfolgte. 

#V-«/A. 9. L§dehur, 11. 8. 65. — fUehmacher, I. 170: v. LuoBendorf, Sftrhsitch. 

Ltitcerode, Lütsenrod, Ltttsenrath, auch Freiherren (in Roth 

drei Schrägrechts aneinander stossende , silberne Rauten). Altes, nie- 
derrheinisch - westphälisches Adelsgeschlecht , welches Fahne als jülich- 
bergisches Rittergeschlecht aufführt. Dasselbe, eines Stammes mit den 
V. Gevertshagen , si Bd. ÜT. S 505 , und früher auch liütgenroide ge- 
schrieben, sass bereits 1496 zu Hardenberg und ^1500 zu Gl3rff unweit 
Bochum, 1528 zu Forst bei Cöln und zu Klarenbeck bei Lennep und 
ierwarb spater noch mehrere andere Güter. — Nach Fahne kaufte 
Bertram v. Oevertzhagen , genannt Lütgenroide, Marschall von Berg, 



— 52 — 



stammen, die Freiherren: Louis, geboren 18: 
d. A., Ernst, geb. 1837, k. preuss. Lienten:i' 
1840. — 

Sinapiu», I. R. 6S4 u. II. 8. 784. - Qauh«, I. 8. I v 
- N. Pr. A.L. III. S. 3lS und 19. - Freih. 9. L*'f' 
Oeneal. Tii^chcph. der frelh. Hauser, 1860. 8. hlO n • 
V. Lutwiti, Hchledijtch. — W.-B. d. PreuM. Moiiai< . 
W.-B. Nr. 7;i. 

LUtzel. Ein früher zu dem Ai' 
Geschlecht. 

Ürundmunn, uckeniiirk. Adel<(hi«torie. s 

Liitzelbiirg, Freiherren (in ( i 

gekrönter, rechtsaufspringeudor l 
vom 1. Dec. 1665 für Weigiuul 
spanischen Dienste und für «1» * 
V. L. — Altes. Stifts- u. rittrr» 
deutschen Ritterorden aufi»«'- 
sprünglich aus Lothringen ' 
Sachsen u. in der Lausitz 
schon im 13. u. 14. Juln 
fortlaufende Stannnreil« • 
zu Imlingen in Lothrii< 



u. 1371 starb. — Vn 
Generation lleinrifli 
Saarburg und der " 
Sareck. fürstl. st« 
des Letzteren. I 
— Söhne de> 
Ehe mit Muri 
die sich in \' 
auf dii« N.r. •■ 
und üil! ' 



Ailll€*lxx-i 
n dit* .A,^ 

■M'h. 

Johsxii V. . 

/u Bhi 11 Keilt 

. im . .Vintiiiaiin 

. Maxiniiliiiii H. 

- Johann \P\'n.\\'i.\ 

» und Windeelc r 1 

: — Johann l-'ri- ^< 

•s ^fargarelha I^ ^ 

Weilerswist : M a rfC^^' 

rr-MM Friedrich zu -^ 

K.iinmerer. aiif^escrl^ -^ 

. .r^choid zu IJttlleshoinu ^^ 

. M »ria Joseph zu Ratli. . 

•mh/. knrptiilz. K}liiimore=!^ "" 

i.uüi Anna Grf. v. Bauings- "^^ 

- Ml. 1772 u. Freih. Johann ^^ . 

•i«:, r. _ Im Anfange des 19. »^ 

. vsi !»<en und blühte spjlter inu 4^ 

Lit/onrode, geb. 1794 zu ^o/j 

., .'tiiMaus zu Dresden, wurde -^^o 

x.:* i^beiNt. commandirtc dann dm: 

y ;iigl. General-Adjutant, trat 184^? a^ 

•».j^re. starb im Anfange Mürzl Sf?4 i— 

>i' i!u in Holstein begraben. Ein Sah ^ 

.i;'4'it Freih. v. Lützero<k\ wurde Liei* 

«iiu'ute n. sj);iter Rittmeister. 



>» u. n. N. HO. 

.i'i H.insiT, W\:i. 
>•.!. V. 17. 



Frt'U,. 



Sh'h,nac/.r, . l\. 1/« » 



V. ..• »»»MJrHfeii. Reichsfreiherrn - und Reich.s^ 
.• •.!' Nt.ind. Freihernidiplome v<»n 1643 füi* 
, .. -vio rath um! von 1 7S6 l'ür Siejxminid v. L. - 
•' iv-lssj^'i-arpudiplom vom 13. Febr. 1692 f\\r 
s. .ix.!ior Linie und böhmisehe Grafeiidiplomp 
; . ; . iHMigen.ninten (lottlried Grafen v. Lüt/ow 
»..V. Hin-M'hjiften Tnppau und Saehsengrtin und 
.,v ■ «iuiN Freih. v. Lülzuw. - Altes, ursprünplich 
x^witUvlil. welehes den Freiherrn- und (Jrafen- 
H. ivU'ulMir«. ih»>terreieh. Dänemark. Preussen etc. 
♦ ». :• iu>l»reitett\ ansehnliche Güter erwarb, zu hohen 
\\ ü.K-M U.iui und reiebbegütei-t wurde. Nach Ru- 
,.'.• s.'ii den bekannten Scaligern in Verona stammen 
. lOuh^Htliche Denl.sehland, besonders nach Meklen 



— 56 — 

Jalius , k. k. Kämm. , welcher sich mit Maria Theresia Grf. v. Globen, 
vcrw- Grf. v. Hartig vermählte. Aus dieser Ehe entspross Graf Johann 
Nepomuk Gottfried, gest. 1822, k. k. Kämm, und Generalmajor, in 
erster Ehe verm. mit Caroline Grf. t. Stemberg und in zweiter mit 
Antonie Grf. v. Czernin. Aus der zweiten Ehe entsprossten zwei Söhne. 
die Grafen: Hieronymus und Rudolph I. Graf Hieronymus, geb. 1776 
und gest. 1861, Herr der AUodialherrschaft Lochowitz in Böhmen, k.k. 
Kftmm. u. Geh.-Rath, war mit Caroline Grf. v. Kolowrat-Liebsteinsky, 
gest. 1826, vermahlt und Graf Rudolph I., geb. 1780 und gest. 1858, 
k. k. Kämm., Geh.-Rath und bis 1848 Gesandter am päpstl. Stuhle, seit 
1824 mit Maria Ignatia Freiin v. St. Juste, verw. Marquise v. St. Lau- 
rent. Beide Brüder haben den Stamm fortgesetzt. — Haupt der gräf- 
lichen Familie ist jetzt : Rudolph H Graf v. Lützow zu Drei-Lützow u. 
Qeedorf, geb. 1813 — Sohn des 1861 verstorbenen Grafen Hieronymus 
k. k. Kämm, und Rittm. in d. A., verm. 1845 mit Bemhardine Gräfin 
T. Eltz. geb. 1815. aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Grf. Maria, 
geb. 1847, ein Sohn, Gr. Cari , geb. 1849, lebt. Der Bruder des Gra- 
fen Rudolph IL ist : Gr. Franz, geb. 1814, Herr der Güter Borohradeck 
und Wamberg in Böhmen . k. k. Kämm. , a. o. Gesandter und bevollm. 
Minister bei dem grossh. hessischen u. h. nassau. Hofe, verm. 1848 mit 
Henriette Miss Seymour. aus welcher Ehe , neben zwei Töchtern , zwei 
Söhne stammen: Franz, geb. 1849 und Heinrich, geb. 1852. Die 
Schwester der Freiherren Rudolph IL und Franz: Freiin Rosa, geh 
1^16, Besitzerin der, von ihrem Oheime, dem am 4. Apr. 1861 ver- 
storbenen Franz Gr. v. Kolowrat-Liebsteinsky, ererbten Herrschaft Eb- 
reichsdorf in Niederösterreich, ist seit 1844 mit dem k. k. Kämm. Fer- 
dinand Grafen Spiegel zum Diesenberg-Hanxleden vermählt. — Vom 
Grafen Rudolph I. stammen, neben einer Tochter : Henriette vermählte 
Grf. V. Cardelli, geb. 1828, zwei Söhne: Gr. Carl, geb. 1831, vermählt 
1858 mit Caroline Grf. Chotek v. Chotkowa und Wognin, geb. 1837 
und Gr. Victor, geb. 1834, k. k. Lieut. in d. A. — Die in neuer Zeit 
in Preussen vorgekommenen Freiherren v. Lützow stammen aus dem 
Hause Pritzier-Schwechow. Adam Friedrich v. L. war noch Herr auf 
Pritzier. Von dem Sohne desselben, Marquard Georg, gestorb. 1752, 
Herrn auf Schwechow und Gehsau, h. sachs. wcissenf. Obermundschenk, 
stammten aus der Ehe mit Anna Dorothea v. Taubenheim vier Söhne, 
welche in die k. preuss. Armee traten, und von denen der jüngste, Jo- 
hann Adolph, den Stamm fortsetzte. Derselbe,' geb. 1 748 u. gest. 1819 
ab k. pr. Generalmajor a. D., hatte sich 1779 vermählt mit Wilhelmine 
T, Zastrow a. d. H. Wusterhausen, gest. 1815, aus welcher Ehe, neben 
,^*eiiier Tochter, Wilhelmine, geb. 1784, welche sich 1812 mit Heinrich 
''tirafen und Burggrafen zu Dohna Wundlacken a. d. H. Lauck , Ober- 
MarBchall d. Kgr. Preussen und Präsidenten der Regierung zu Königs- 
..berg, vermählte, vier Söhne entsprossten, dieFreiherren August, Adolph, 
Leopold und Wilhelm. Freih. August, geb. 1780 und gest. 1828, k. 
!»► Ober-Regierungsrath zu Potsdam, vermählte sich 1811 mit Emes- 
tino V. Graevenitz a. d. H. Frehne, geb. 1811. Freih. Adolph, geb. 
1782 und gest. 1834, k. preuss. Generalmajor, im Kriege von 1813 u. 



— 57 — 

1814 Chef des bekannten ,Xützowschen Freicorps", aus welcheml8l5 
das k. pr. 25. Inf. -Reg. und das 6. Uhlanen - Regim. errichtet wurden, 
vermählte sich in erster Ehe 1810 mit Elisabeth Grf. v. Ahlefei dt-Iiaur- 
wig, gesch. 1824 und in zweiter 1829 mit Auguste Uebel , Wittwc sei- 
nes früher verst. jüngeren Bruders Wilhelm, s. unten. Freih. Leopold, 
geb. 1786 und gest. 1844. k. prenss. Geuerallieutenant und Comman- 
dant von Berlin, war zweimal vermählt: in erster Ehe 1816 mit Bertha 
V. La Roche, gest. 1830 u. in zweiter 1835 mit Therese Freiin v. Richt- 
hofen a. d. H. Brecheishof. Aus der ersten Ehe stammt Leo Adolph 
Marquard Freih. v. L. , geb. 1817, k. preuss. Kreisgerichtsrath , verm. 
1847 mit Maria v. Orville, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Ma- 
ria, geb. 1849, ein Sohn lebt: Leo Marquard, geb. 1856. Die Halb- 
brüder des Freiherrn I,eo aus des Vaters zweiter Ehe sind : Freiherr 
Kurd, geh 1836, k. preuss. Lieuten. u. Freih. Carl. geb. 1839. Freih. 
Wilhelm, geb. 1795 u. gest. 1827, k. preuss. Rittmeister, hatte sich 
1821 mit Auguste Uebel vermählt, welche sich in zweiter Ehe mit 
ihrem Schwager, dem Freih. Adolph und nach dessen Tode in dritter 
Ehe mit dem k. pr. Major a. D. v. Vaerst auf Herrendorf bei Soldin 
vermählte. Aus der ersten Ehe lebt Freiin Elisabeth, geb. 1825. — 
Die Zahl der Familienglieder, welche in Meklenburg, Dänemark, 
Schweden und in melireren anderen Ländern zu hohen Ehrenstellen 
und Würden gelangt sind, ist zu gross, als dass dieselben, wenn auch 
nur der Mehrzahl nach , hier aufgeführt werden könnten. Es mögen 
daher nur folgende Angaben gonügen. In Meklenburg war zu Anfange 
des 19. Jahrb. Valentin Detlev August v. L. aul Eickhoff, früher kur- 
hessischer Generalmajor , liandn^arschall , in welcher Würde ihm sein 
Sohn, August Friedrich Hartwig v. L., Herr auf Eickhoff und Eichel- 
berg, folgte, dessen ältester Sohn, August Friedrich Ulrich v. L. nach 
ihm Landmarschall wurde. Conrad Ignaz Franz Wilhelm v. L. a. d. H. 
Goldenbau, geb. 1738 und gest. 1823, als grossh. meklenb. schwer. 
Obermarschall u. Oberkammerherr, war vermählt mit Margaretha Ber- 
nardine Freiin v. Kurzrock und hatte aus dieser Ehe drei Söhne. Jo- 
hann Joachim v. L. a. d. H. Drei-Lützow, verm. mit L. L. v. Drieberg, 
starb 1792 als h. schwer. Geh.-Rath, Ober-MarschaU und Gesandter 
am k. pr. Hofe : Rudolph Friedrich August v. L. a. d. H. Salitz , geb. 
1757, über 40 Jahre Gesandter am k. preuss. Hofe, verm. mit Sophie 
V. Malzahn a. d. H. Rottmannshagen, grossh. mekl. schwer. Ober-Hof- 
meister, starb 1835 und sein ältester Sohn Ludwig v. L., verm. mit 
Luise V. Brandenstein, wurde erst grossh. meklenb. schwer. Regierungs- 
rath und später Regierungs-Präsident und Staatsminister. — Von dem 
ältesten Bruder des Ober - Hofmeisters v. L., von dem grossh. schwer. 
Geh. Kammerrathe und Kammerherrn liUdwig Carl Friedrich v. L. auf 
Salitz und Tessin entspross August Friedrich Ulrich v. L. , um 1840 
Herr auf Salitz und Tessin, von dem jüngeren Bnider, dem h. Schwerin. 
Obersten und Kammerherm Hans Friedrich Wilhelm v. I-.., stammte 
Friedrich Lndwig Eduard v. L. , verm. mit Caroline Grf. v. Normann- 
Ehrenfels, k. württemb. Oberst und Regiments- Commandeur und von 
dem jüngsten Bmder, dem h. schwer. Ober-Forstmeister Christian Frie- 



— 58 — 

drich Hartwig v. L. entsprossten zwei Söhne , Carl und Christian v. L., 
grossh. Schwerin. Kammerherren, von denen der Aeltere Verfasser des 
Werkes ,. Geschichte von Meklenburg" ist. — In Dänemark war im 
17. Jahrhunderte Haaüg v. L. a. d. H. Thurow k. dänisch. Obermar- 
schall, im Anfange des 18. Jahrh. Hennig Ulrich a. d. H. Hülseburg 
k. dän. Staatsminister mid Barthold Heinrich a. d. H. Perlin k. dän. 
Generallieutenant und commandireoder General in Norwegen. Der 
Sohn des Letzteren, Hans Ernst, starb 1762 als k. dän. Generalmajor. 
Magnus a. d. H. Duzow war k. dän. Commandant auf Tranquebar und 
Christian Friedrich aus demselben Hause starb im Anfange des 1 9. Jahrh. 
als k. dän. Admiral. Später, 1809, starb Christoph Marquard als k. 
däii. Generallieutenant, Chef des schleswigschen Infant.-Regiments und 
Commandant von Fridericia. — Claus Christoph v. L a. d. H. Eickhoff 
war Hofmarschall der Königin Christine von Schweden; der k. k. Feld- 
marschall-Lieut. Freih. v. Lützow blieb 1757 bei CoUin ; Friedrich 
V. L. a. d. H. Drei-Ltltzow, k. wörttemb. Ober -Jägermeister und verm. 
mit Charlotte v. Franchemont , starb 1818, Balthasar Friedrich Wil- 
helm a. d. H. Perlin 1822 als k. niederländ. Generalmsgor in Batavia 
und Carl Ferdinand v. L. geb. 1750 in Braunschweig, in erster Ehe mit 
einer Freiin v. Driesen und in zweiter mit Charlotte v. d. Mark ver- 
mählt, 1830 ohne Nachkommen als k. prenss. Generalmajor a. D. — 
Als begütert im Kgr. Preussen wurde in neuester Zeit nur aufgeführt : 
Adam Barthold Ludwig v. Lützow, Herr auf Nicder-Gii'bigsdorf im Kr. 
Lauban. 

Bucelini, lir. C. 4. — Pritzbu^ 8. 84. — (/ouA«, I. 8. 12S3~t<& t LuU«u. - 'd*.dter, 
XIII. 8. 1181 und 32. ~ v. Behr, R. II. 8. 1633. — Lexicon over adel. Pamil. 1 Danmark. I. 
S. 347 tiiid Tab. m. Nr. UO. - t. Lang, 8. 48. ~ N. Pr. A.-L. lU. 8. 3I9--21 «i. 8. 499— 
503: interessante Artikel. — Deutsclie Grafenh. d.*Gegenw. II. 8. 6S— <{8. ~ Frtih. v. L^dt- 
bttr, n. 8. 6S und 66 nnd III. 8. 305 und 6. — Oeneal. Taschenb. d. gräflich. HHuier. 1864. 
8. 516—18 und histor. Handb. sa Demselben« 8. 548. — Geneal. Taschenb. det freih. Hftuser, 
1860. 8. .^15 und 186$, 8. 583. - Spener, I. Tab. 20. — 9 Wentphalen, IV. Tab. 19. Nr. 57: 
8. Lnderi Lut/ove von 1367. — v. Meding , I. 8. 351 und 52. — Steerigtw W. -B. Adeln. 
Tab. 71 Nr. 6.^1 nnd Tab. 80. Nr. 713. — Durchlaucht. Welt, W.-B. III. 245: Gr. v. L. - 
Huppl. SU SIebro. W.-B. V. 27: v. LfltKan und VI^ 6: v. LötBou. — Tgrof, IL 99: t. L. - 
W.-B. des Kgr. Bayern, I. 73 u. v. Wölcktrn, Abth. 1. 8. 149. — Meklenb. W.-B. Tab. SS. 
Hr. 121: V. L. u. Nr. 122: Freih. v. L. nnd 8. 4 und 8. 28. — Mcuck , Meklenb. Adel von 
0. T. V. Hefntr, Schwerin, 1858. 8. 18. 

Liiisch. Erloschenes, cölnisches, adeliges Patricdergeschlecht, ans 
welchem noch 1^91 Wilhelm v. Luisch mit dem Hause uud Hofe zu 
Luisch belehnt wurde. 

Fahne, i. 8. 2«*». - Freih. v Ledfhur, II. 8. 62. 

Lnitjens (Schild geviert. 1 in Gold ein blauer Löwe u. 2 in Blau 
drei, 2 u. 1 , sechseckige, goldene Sterne : bei Erhebung in den Adels- 
stand verliehen; 3 ebenfalls in Blau ein doppelt gekrümmtes, silbernes 
Jagdhorn und 4 wieder in Gold ein nnch rechts aufwärts fliegender, 
schwarzer Pfeil: wegen des Gutes Fremersberg). Adelsstand des Her- 
zogthums ßraunschweig. Diplom vom 21. Apr. 1856 vom Herzoge 
Wilhelm zu Braunschweig fCLr den Gutsbesitzer Hermann Franz Luitjens 
auf Fremersberg im Grossh. Baden „am demselben einen besonderen 
Beweis landesherrlicher Gewogenheit zu geben.^' Der Empf&nger des 
Diploms, ein Sohn des Chefs des früher in Braunschweig in grossem An- 
sehen gestandenen Handelshauses Franz Luitjens und Comp., vermfthlte 
sich mit der Wittwe des k. russ. Kammerherrn und Generals Iwan de 



— 59 — 

Miatleff, Tochter des k. russ. Gesandten und bev. Minister am k. bra- 
silischen Hofe V. Balk-Toleff und dessen Gemahlin geb. Fürstin Barbe- 
Soltikow. 

Haiidicbriltl. Notii. — Knetehkf , IV. S. 273 u. 74. 

Lamami. Reichsadelsstand. Diplom von 1763 für Franz Anton 
Lnmann, k. k. Geh. Reichshofcanzlisten. 

M^y0!rUr V. Mühl/etd, Rrg.-Bd. S. HAS und fiB. . Snppl. sn Sielini. W.-R. XI. 13. 

Land , Kellermeister v. der Land , Freiherren. Ein zu dem Adel 
im Kgr. Preussen 55ählendes Geschlecht , dessen Name mehrfach in den 
IJsten der k. preuss. Armee vorkam. — Friedrich Wilhelm Baron Kel- 
lenncister v. derLund, zweiter Coramandant von Cöln, wurde 1836 
Generalmsgor und 1844 Generallieutenant. Zwei Söhne desselben tra- 
ten in die k. preuss. Armee. 

N. Pr. A.-L. III. S. 322 iiii«! 23 und V. S. 8?0. - Freih. c. Ledebur , TT. 8 62 und 63. 

Landt, Goch v.Londt, Roch v. Landt. Ein bereits Bd. Y. S. 176 
erwähntes Adelsgeschlecht. Heinrich Goch v, Lundt , k. preuss. Hof- 
rath u. Geh. Registratur, starb 20. Nov. 1720 und ein Sohn des 1728 
verst. k. pr. Regierungsratlis Peter Gottlieb C. v. L., s. a. a. 0.: Ru- 
dolph Otto Goch V. Lundt stand 1729 im Roiter-Regimente Markgraf 
Carl zu Brandenburg - Culmbach und lebte noch 1750. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 320. - Freih. v. Ledehur, II. 8. 63. 

Lnndblatt, Landblad (in Gold ein blauer SpaiTen mit drei silber- 
nen Sternen belegt und oben von drei rothen Kugeln und unten von 
einem grtlneu Blatte begleitet). Adelsstand des Kgr. Schweden. Di- 
plom vom 10. Oct. 1719 für Lorenz Lundblatt. Ein v. L. war 1850 
k. pr. Regierungs- Assessor u. ein v. L. stand 1854 als Lieutenant im k. 
pr. 2. Inf.-Regim. 

Freiherr ». Ledebur, 11. 8. 63. 

Loadi, de Londy, Freiherren. Ein in der zweiten Hälfte des 17. 
u. in der ersten des 18. Jahrb. in Schlesien begütert gewesenes, frei- 
herrliches Geschlecht, dessen Ursprung Sinapius von dem Könige Wil- 
helm dem Löwen in Schottland hergeleitet hat. Als Ahnherr des Stam- 
mes wird Robert Lundi, ein Sohn des genannten Königs Wilhelm, 
welcher um 1165 lebte, aufgeführt. Von demselben stammte nach dem 
von Sinapius eingesehenen Stammbaume im 16. Grade Jacob Freiherr 
V. Lundi. welcher im 30jähr. Kriege schwedische Dienste nahm , zum 
Oberstlieutenant stieg , sich später mit Anna Elisabeth v. Eicke auf 
Gross - Pohlwitz im Liegnitzischen vermählte und als Commandant der 
Festung Bremervörde 1659 mit Hinterlassung einer einzigen Tochter, 
welche sich an einen P'reiherrn v. Zedlitz vermählte . starb. Seine hin- 
terUssene Wittwe, zu ihrer Zeit als gelehrte Dame bekannt, vermählte 
sich in zweiter Ehe mit dem k. k. General -Wachtmeister Freiherrn 
V. Schlepusch (Schleebusch) u. starb 1706 im 81. Leben^ahre. 

Sinaptm^ II. 8. 374. — Jöcher, Compend. Gelehrt. Lexir., Aosr. von 1736, II. .8. 957. 
~ eaukg, II. 8. 664 und 65. 

Loneberg, Lnneberge, 3. Lüneberg, S. 42. 
Liment Llnen, s. Mohr v. Lflnen. 



— 60 — 

LniiB T. LiBdenbrand. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1822 für Wenzel Lunz, k. k. Oberlieatenant bei der gräzer Garnison- 
Artillerie, mit dem Prädicate: v. Lindenbrand. 

M'if^tU r. Vmkl/eld, Erg.-Bd. 8. 86«. 

Lupfen, Grafen. Altes, scbwäbiscbes Grafengescblecht ans dem 
Stun mscblosse Lupfenberg am Scbwarzwalde, welcbes scbon in alter Zeit 
von den Grafen zu Rottweil zerstört worden war. — Der Stamm batte 
nm 1^70 einen Ursprung mit dem Markgrafen von Montferrnt und sass 
luletzt im Städtchen und auf dem Schlösse Engen im Hegau, zwei Mei- 
len von Schaffhausen. Die Sprossen des Heschlechts schrieben sich auch 
Herren v. Hohenhöven und Rosneck, nachdem sie nach Aussterben der 
Freiherren dieses Namens mit Arbogast Baron v. Hoeven 1570 diese 
Herrschaft erbten und besassen auch die Landgrafschaft Stühlingen. 
— Johann PYeih. v. Lupfen war 1289 Gross-Prior des Maltheser-Or- 
dens in Deutschland ; Johann IV. Gr. V.L., von 1532 bis 1537 Bischof 
lu Costnitz, gab aus Verdruss das Bisthum freiwillig auf und mit des 
\i\ivYs Bruders Sohne, dem Grafen Henricus, erlosch 1582 derManns- 
«tiuum der Grafen v. Lupfen, worauf die Besitzungen erst an die Grafen 
V, Pappenheim und später an die v. Ftlrstenberg kamen. In der den 
Grafen v. Lupfen zustehenden Grafschaft fing übrigens im Oct. 1525 
der grosse Bauernkrieg zuerst an. 

Joe JilamUi Chronic. Cont'ant. H. ß97 und 98. - Sp^ingr, Histor. Iiisign. 8. 684. — 
iiKU«>. i»r«(t>n^aiil, 8. 1048—49. — Gauhf, II 8. 66.5 und 66. 

Liipin , auch Freiherren (im von Schwarz und Silber der Länge 
nach getheilteu Schilde ein schreitender Wolf von gewechselten Farben) 
Freiherrnstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 24. Oct. 1829 ftlr Frie- 
drich v. Lupin, k. bayer. Ober-Bergrath, Mitglied der k. bayer. Aca- 
deniie der Wissenschaften etc. — Ein , nach einer vierhundertj&hrigen 
Familiensage aus Rom stammendes Rittergeschlecht, welches im 9.«lahrh. 
aus Rom nach Deutschland eingewandert und sich am Scbwarzwalde 
iriedergelassen haben soll. Die Ruinen des Stammschlosses Lupodunum 
sind noch jetzt in der Nähe der württemb. Stadt Tuttlingen zu sehen. 
Christian Lupin, Ritter, wird 1251 als schwäbischer Minnesänger ge- 
nannt und im 14. Jahrb. machte sich ein Zweig des alten Stammes wei- 
ter unten an der Donau ansässig , indem er die Heri'schaft Achstetten 
und Weiler bei Ulm an sich brachte. — Vom Junker Hans Lupin an, 
welcher 1435 lebte, besitzt die Familie nebst anderen Familiengegen- 
ständen die Bildnisse sämmtlicher Stammhalter und vieler anderen 
Glieder des Geschlechts. Die landsässige Familie begab sich kurz vor 
der Reformation in den Schutz der Reichsstadt Ulm, trat in das dortige 
Patriclat und ging später daselbst zur evangelischen Religion über. Aus 
rtiU' ei'Hten Zeit ihres Aufenthalts in Ulm ist namentlich der kunstlie- 
ImmuIo Matthias Lupin zu nennen, welcher, nach seinem Grabsteine im 
Mtti^»*tor m Ulm, 1507 im 90. Leben^ahre starb. Der Enkel desselben, 
NV^If IMetrich zu Achstetten und Weiler, erhielt durch kaiserliches Di- 

I\\Km >on\ 'J9. März 1563 „sein uralt adelich Herkonmien u. Wappen'' 
H^MtlMt Her Älteste Sohn des Letzteren, Sebald Lupin, wendete sich 
^H^ V\\\\ \\\ iiio Reichsstadt Memmingen, in welcher die Familie verblieb 



— 61 — 

und bis zur Auflösung des h. r. Reichs im Stadtregimente die ersten 
Stellen bekleidete. Johann Sigmund t. Lnpin, geb. 1742 und gestorb. 
1808, Canzler der Stadt Memmingen, gründete 1784 durch Kauf fürstl. 
¥rurzacbischer Grundstöcke und nach Erwerbung eigener Gerichtsbar- 
keit das Gut Blerfeld nahe bei Memmingen, welches noch jetzt der Fa- 
miliensitz ist. Als einziger Sohn stammte von demselben der obenge- 
nannte Freiherr Friedrich, geb. 1771 u. gest. 1845, verm. in ei'ster 
Ehe mit Maria v. Hartlieb -Walsporn, gest. 1807 und in zweiter mit 
Juliane v. Wächter, gest. 1857. Aus der ersten Ehe etitspross, neben 
zwei Töchtern: Laura verw. Freifrau v. Poissl, geb. 1797. und Freiin 
Eleonore, geb. 1806, Stiftsdame zu Ebersdorf, ein Sohn: Freih. Ulys- 
ses, geb. 1800, k. bayer. Ober-Appellat-Gerichtsrath zu München, 
verm. 1836 mit Aline Freiin Seefried v. Buttenheim, geb. 1815, aus 
welcher Ehe , neben zwei Töchtern , Aline und Eugenie , zwei Söhne 
leben, die Freiherren: Friedrich, geb. 1837 und Albert, geh, 1848. 
Aus der zweiten Ehe des Ober-Bergraths Freih. Friedrich entsprossten 
drei Töchter: Freiin Luise, geb. 1815, Stiftsdame des k. bayer. The- 
fesien-Ordens, Bertha Freifrau Seefried v. Buttenheim, geb. 1822 und 
Henriette Frau v. Renner, geb. 1832, und fünf Söhne, die Freiherren. 
Adolph, Julius, Friedrich, Georg, Hugo und Agathon. Freiherr Adolph, 
geb. 1811, k. bayer. Kämm. u. Ober-Appell. -Ger. -Kath in München, 
vermählte sich 1843 mit Magdaleiie v. Niethammer, geb. 1826, aus 
welcher Ehe drei Söhne und drei Töchter leben ; Freih. Julius , geb. 
1818, k. bayer. Bezirksger.-Rath zu Passau, vermählte sich 1858 mit 
Leopoldine Graf, geb. 1838, aus welcher Ehe eine Tochter und zwei 
Söhne stammen; Freiherr Friedrich Georg, geb. 1825 , ist Besitzer des 
Familien-Fidei-Commiss-Gutes Blerfeld; Freih. Hugo, geb. 1829, k. 
wfirttemb. Oberlieut. und Schützen -Officier im 3. Inf.-Regim., hat aus 
der Ehe mit Caroline Veiel, geb. 1841, einen Sohn, Arthur, geb. 1861 
und Freih. Agathon, geb. 1831 , ist k. bayer. Bezirksgerichts -Assessor 
zu Landshut 

9. Lang, 8. 438 nod 84: v. L. -> G«ne«l. Tascheub. d. freih. H&user, tSHl. S. 452-.'>5 
and 1864. S. 487 a. 88..— W.-B. des Kftnigr. Bayeru, VI. 1U0 : v L. u. X. 59: Freih. v. L. 
— «. H0fn€r, baymriteh. Adel, Tab. 45 und 8. 46: Freih. v. L. uud Tab. 11*4 o. 8. 95. ~ 
ICiuackkt, IV. 8. 374 ood 75. 

Lnpis ▼. Margan. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1721 
für Franz Lupis aus Trient, mit dem Prädicate : v. Margan. 

MtgtrU w. Muhlfetd. Brg.Bd. 8. SM. 

LnppnitE. Altes, thüringisches Adelsgeschlecht, welches früher 
auf Lubenze geschrieben wurde und im Gothaischen von 1231 — 53 
vorkam. 

Brückner, Kirch.- und Sehol-St. d. H. Gotha, I. St. 3. 8. 226. — Oalletti, Beschreib, u. 
OeMliiehte von Uotha, HI. 8. 116. 

Liippnrg, Grafen. Altes Grafengeschlecht auf dem Nordgau, 
welches die Herrschaft Luppurg an der Laber besass und von derselben 
den gräflichen Titel führte. Ck)nrad v. Luppurg wurde 1206 zum Abt 
in Scheoem erwählt ; der gleichnamige Bruders Sohn war 1231 bei dem 
Leiehen-Begängniss des Herzogs Ludwig in Bayern; von einem Anderen 
gtoichenNameiis kaufte Heinrich Herzog zu Bayern 1260da8ScUoss Gera 



— 62 -^ 

nnd der Letzte des Stammes, Conrad, Bischof zu ttegensbnrg, starb 
1313, nachdem er seinem Stifte Schloss und Herrschaft. Luppurg Aber- 
geben hatte. Dei*selbe, so wie sein Bruder, welcher mit Hedwig , Toch- 
ter des Landgrafen Friedrich zu Leuchtenberg vermählt war, wurde im 
Dome zu Regensbnrg begraben. 

Wig. Ifnnd, I. S. 266 und 67. — Gauhe , II. 8. 666: nach v. Falckenstein. AuUqaii. 
Nordgav. 

Luptitz. Altes, sächsisches Adelsgeschlecht, welches in der Gegend 
um Halle 1430 noch im gleichnamigen Stammsitze, 1462 zu Bischdorf, 
1500 zu L^chau und Keideburg und 1508 zu Glauchau angesesessen 
war. 1555 lebten aus demselben noch begütert Georg und Moritz 
y. Luptitz und zwar jeder mit einem Sohne. Später ist der Stamm er- 
loschen. 

Freiherr v Ledebur, l\. 8. -68. 

Lnrz, Freiherren. Freihermstand des Kgr. Bayern. Diplom Tom 
20. Aug. 1808 fQr Johann Baptist Lurz, grossh. wttrzburgischen Hof- 
rath und Director des Universitäts-Receptorats. Derselbe, geb. 1753, 
wurde später in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern aufgenommen. 

«. Lang, 8. 182. — W.-B. d. Kgr. Bayern. 111. 55 u. r. Wolckem, Abth. 8. 

Larzer v. Zehenthal. Ein aus Rastatt stammendes Adelsge- 
schlecht, welches 1506 einen kaiserlichen Wappenbrief erhalten hatte 
und in welches durch Diplom vom 1. Juli 1671 fttr Balthasar Lurzer, 
salzburgischen Pflegsverwalter zu Httttenstein, welcher bereits im Be- 
sitze eines Familien-Fidei-Commisses in Steiermark war, der erbländ.- 
Osterr. Adelsstand mit dem Prädicate : v. Zehenthal kam. - Der Stamm 
blühte fort und nach Anlegung der Adelsmatrikel des Königr. Bayern 
wurde in dieselbe eingetragen: Cajetan Johann Nepomuck Lutzer v. Ze- 
henthal, geb. 1739 — Enkel des Balthasar L. v. Z. — und zwar mit 
den drei Söhnen seines verstorbenen Bruders, des salzburgischen Berg- 
hauptmanns Judas Thaddaeus Anselm L. v. Z. : Felix Anton Matthias 
L. V. Z., geb. 1763, k. bayer. provisor, Verweser in Rauris; Wenzel 
Leopold Maria (geb. 1766, k. bayer. provis. Bergschreiber bei der 
Bergwerke-Gefälle und Froducten-Yerschleiss-Factorie in Salzburg und 
Michael Johann Baptist Franz L. v. Z. , geb. 1 768 , k. bayer. Salinen- 
Oassier zu Hallein. 

r». Lang. S. 436 und :i7. - W -B. d Kpr. Bayern, VH. l. 

Lusi , Grafen (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Blau ein 
silberner, sechsstrahliger Stern und links in Silber ein einwärts gekehr- 
ter, gekrönter, blauer Löwe). Im Kgr. Preussen anerkannter Grafen- 
stand. Anerkennungsdiplom von 1772 für Spiridion Grafen v. Lusi. — 
Ein schon im 13. Jahrb. in Griechenland und Albanien vorgekommenes 
Geschlecht , aus welchem sich später ein Zweig auf Cephalonia , einer 
der jetzt unter dem Schutze Grossbritanniens stehenden jonischen In- 
seln, niederliess und daselbst das feste, noch jetzt stehende Schloss Lusi 
erbaute. Aus diesem cephalonischen Zweige kam 1772 Spiridion Graf 
V. Lusi nach Preussen und wurde als Ofiicier in einem Freicorps ange- 
stellt. Nachdem Letzteres aufgelöst worden war, wurde ders^be a. o. 
G^andter am k. grossbritann. Hofe^ verschafte in diefer Stdlong dem 



— 63 — 

prenssischen Handel mehrfache Vortheile and setzte mit grosser Thätig- 
keit darch , was seine Vorgänger nicht erlangen konnten , rechtfertigte 
aach ganz aaf einer späteren Gesandtschaft an den k. russischen Hof 
das von dem Könige Friedrich H. in ihn gesetzte Vertrauen. Im activen 
Militairdienste lange yerbliehen, starb er 1815 als General-Lieatenant 
a. D. Der Sohn desselben, Graf Friedrich Ludwig August , gest. 1847, 
k. pr. Major a. D. und von 1834 —37 Minister-Resident am k. griechi- 
schen Hofe, hatte sich 1818 mit Maria Ladj Gifford, geb. 1798, ver- 
mählt, aas welcher Ehe, neben fünf Töchtern , den Gräfinnen: Marie, 
Henriette, Julia, Eliza u. Adelaide, oin Sohn entspross: Gnif Friedrich, 
geb. 1820. grossh. sächs. Kammerherr, Migor und Flügcla^jutant. Der- 
selbe vermählte sich 1849 mit Bianca Geissler, gest. 1854, aus welcher 
Ehe ein Sohn stammt: Spiridion, geb. 1850. 

N. Pr. A.-L. Ur. 8. 323. — Freih. v. Ledebur, U. 8. K.{. - Dciitsohe Gr«f«uh. der Qt- 
genw. n. 9. 6ri und 69. — Geiieal. Taschenb. der grill. U&user, tS64. 8. 51^ unter Berufung 
nf 1863. 8. 518 and 19 und hlslor.Handb. su DemMlbeo, 8. M5. 

' Litfll, Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 29. Nov. 1819 
ftlr die Geschwister Friedrich Adolph Carl und Caroline Caecilie Lusi, 
natOrliche Kinder des damaligen k. preuss. Capitains, aggregirt dem 
1. Garde -Regim. zu Fuss Friedrich Wilhelm Ludwig August Grafen 
V. Lusi, mit Ertheilung und Bestätigung des väterlichen Wappens und 
Namens. Das erwähnte Adelsdiplom war auch auf die Mutter der Ge- 
nannten, geb. Wichmann, ausgedehnt. 

Hauduehriftl. Notis. — M. Pr. A.-h. V. 8. H2n. — W.-B. d. I'reusü. Monarch., III. 92 

Lnssy. Altes Adelsgeschlecht der Schweiz, dessen fortlaufende 
Stammreihe Bncelini mit Johann v. Lussy, welcher um 1315 lebte an* 
fängt. Yen den Nachkommen waren Mehrere Landammänner und Haupt- 
leateim engelberger Thale. Mechior v. Lussy, erster General, Capitain 
der Unterwaldner, Schultheiss und Commissarius zu Bellenz und Lu- 
gano, päpstl. und venetian. Oberst, wie auch der catholischen Schweizer 
Gesandter zu Rom, Paris u. Madrid, starb 1606, nachdem er das erste 
Kloster zu Stanz im Canton Unterwaiden gestiftet und den Capuziner- 
Orden in die Schweiz gebracht hatte. Seine, so wie seines Bruders, Jo- 
hann V. Lussy, Landeshauptmanns zu Lugano, Nachkommen standen in 
der Schweiz noch im 18. Jahrh. in Ansehen. 

Gtmkt, I 8. lT(t9 a. 90: nach BuCfUni P. IV. 

Lnth. Erbl.-österr, Adelsstand. Diplom von 1765 für Caspar 
Luth, k. k. Oberlieutenant bei dem tiroler Land- u. Feldregimente. 

MtgerU 9. Muhlfßld, Brg.-Bd. 8. 866. 

Lntinbach, ^nannt Buchen. Altes, hessisclies Adolsgeschlecht, 
aus welchem Balthasar Lutinbach 1473 zu Fulda beliehen wurde. 

Sekanmat» 8. 199. — v. Meding, III. 8. 419. 

Lütter, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1749 für 
Anton Lutter, mährischen Repräsentations- und Kammerrath. 

MegerU «. Müklf^ld, Rrg.-Bd. 8. 173. 

Lvtterberg, Lnterberg, Laaterbarg, Grafen. Altes, niedersäch- 
siflGhes, schon 1143 mit dem Grafen Carl erloschenes Grafengeschlecht , 



— 64 — 

welches, neben anderem Besitz, von den alten Herzögen zu Sachsen auch 
Osterode im Fürstenthum Grubenhageu zu Lehn empfing. — Ein 
1397 ausgegangenes Adelsgeschlecht dieses Namens hatte wohl zu den 
Ministerialen der genannten Grafen gehört. 

Zedier. XVIII. S, 13.1 1. — Rehren», BeHchreil). der Herren v. St-inherg, Nr. 80. 

Lntterotti v. Langthall. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1737 für Johann Andreas Lutterotti, Pfleger und Gerichtsverwalter zu 
Salum, mit dem Prädicate : v. Langthall. 

^ Meyerle tf. Mühlfeld. Krg.-Bd. S. .".«6. 

Lutz . genannt Lucius (in Roth auf einem grünen Dreiberge ein 
aufgespannter, oben von zwei Sternen beseiteter, goldener Zirkel). 
Reichsadelsstand. Diplom von 1806 für Johann Lutz, Rittergutsbe- 
sitzer in der Oberlausitz zu Keppitz, mit dem Zusätze : v. Lucius. Die 
Familie sass später auch zu Haehnichen unweit Rothenburg. 

Haiidschriftl. Notix. — Freih v. Ledebur, II. 8. 66 und HI. ». H05. 

Lutz T. Stahlenberg , auch Ritter. Erbl. - österr. Adels- u. Rit- 
terstaud. Adelsdiplom vou 1773 für Georg Felix Lutz, Gutsbesitzer in 
Böhmen, mit dem Prädicate : v. Stahlenberg u. Ritterdiplom noch vom 
genannten Jahre für Denselben. 

Meyerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 173 und 366. 

Lutzenberg, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1793 
für Johann Michael Lutzenberg, Doctor der Medicin u. Professor der 
Physiologie zu Insbruek, mit dem Prädicate: Edler v. 

Meyerle c. Mühlfeld, Erg.- Bd. 8 366. 

Lnxbnrg, Freiherren und Grafen. Reichsfreiherm- und Reichs- 
grafenstand. Freiherrndiplom von 1769 für den h. zweibrückschen, 
aus dem schweizerischen Cantone Solothum stammenden Geh. - Rath 
Girtanner , unter Veränderung des Namens nach dem , demselben za- 
stchendeu Schlosse Luxburg am Bodensee und Grafendiplom im kur- 
pfälzischen Reichsvicariate vom 24. Sept. 1790 für den Sohn des eben- 
genannten Freih. v. Luxburg, Johann Gottfried Freih. v. Luxburg, herz, 
zweibrückschen und markgr. hessen-darmstädtschen Geh. Rath und 
Oberschenken. Letzterer, vermählt mit einer Freiin Vogt v. Hunolstein, 
starb mit Hinterlassung zweier Söhne, der Grafen : Carl August u. Frie- 
drich Cliristian Johann. Graf Carl August, geb. 1782, k. bayer.Migor 
k la suite, venu, mit Eleonore de la Plaigne, starb 1849 ohne männ- 
liche Nachkommen, Graf Friedrich Christian Johann aber setzte den 
Stamm fort. Derselbe, gest. 1856, k. bayer. Kämm., Staatsrath etc. 
war vermählt mit Maria Anna Freiin v. Gumppenberg, aus welcher 
Ehe, neben zwei Töchtern: Caroline verm. Freifrau v. Getto, geb. 1820 
und Gr.. Maria, geb. 1821, zwei Söhne ent«prossten, die Grafen: Maxi- 
milian und Friedrich. Graf Maximilian, geb. 1823, k. bayer. Kämm., 
vermählte sich 1852 mit Clementine v. Gasscr, aus welcher Ehe zwei 
Töchter, Helene, geb. 1858 und Marie, geb. 1860 und zwei Söhne 
stammen: Nicolaus, geb. 1853 und Heinrich, geb. 1851. — Graf Frie- 
drich, geb. 1829, k. bayer. Kämmerer, ist Landrichter und Bade-Com- 
missair in Kissingen. 

e. Lang, 8. 48 u. 49. — Deutsche Orafenh. d. Qrgenw. 11. 8. 69 u. 70. — Omiealogisch. 
TMchenb. d. gräfl. Hau«. 1864. S. SisJ und histor. Hiuidb. xu Demselben. 8. 5.S9. — W.-B. d. 
Kgr. Bayern, I. 74 und v. Wolekem, Abtb. 1. 



— 65 — 

^ Luxen (in Blau ein aufgerichteter, streitender Luchs). Ein firüher 
zu dem schlesischen Adel gehörendes Geschlecht , nicht zu verwechseln 
mit der Familie v. Luck. 

Sinapiu», I. 8. ß24. — Siebmacher, I. 60: Die Luxen, Schleaisch. — v. Meding . ü. 
8. 35«. ^ * 

Luxensteln, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1740 
für Cajetan Luxenstein u. fQr den Bruder desselben, Joseph Luxenstein, 
k. k. Sattelknecht. 

Magerte «. Mükl/eld, Erg.-Bd. S. 173 n. 74. 

Luxer, Edle v. Mohrfeld. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom vom 
3. Aug. 1842 für Peter Luxer, k. k. pens. Obersten, mit dem Prädi-- 
cate : Edler v. Mohrfeld. — Der Stamm wurde fortgesetzt u. in neuester 
Zeit steht Wilhelm Luxer Edler v. Mohrfeld als Lieutenant in der k. k. 
Armee. 

Handschriftl. NoUs. — Miliar-Sehemat. d. Ssterr. Kaiserth. 

Lnxetich v. Liehtenfeld, Ritter und Edle. Erbl.-Österr. Ritter- 
Btand. Diplom von 1762 fftr Franz Anton Lnxetich, Doctor der Rechte 
zu Mitterburg in Krain, mit dem Prädicate: Edler v. Liehtenfeld. — 
Der Stamm hat fortgeblüht. Rudolph, Carl u. Anton Lnxetich v. Lieh- 
tenfeld standen in neuester Zeit in der k. k. Armee. 

Megetle v. Mühl/eld , S. 129. — MilitSr-SohemAt. d. osterr. Kaiserth. — Kneichke, lU. 
8. 307. 

Luc ZU Gwelffensteln. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1738 für Johann Baptist Lux, fürstl. brixnerischen Hofrath, mit dem 
Prädicate : zu Gwelffenstein. 

Megerle w. Mühlfeld, Erg.- Od 8. 36«. 

Luz V. Lntzenkirchen zu Grub. Erbl.-österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1742 fttr Balthasar Luz, Gerichtsschreiber zu Kizbichl in Ti- 
rol, mit dem Prädicate: y. Luzenkirchen zu Grub. 

Megerle «. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 366 

Lnze. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 7. Nov. 1777 
(nach sonst genauen handschriftl. Angaben von 1772) für Jean Jaques 
de Luze, Rath und Banneret zu Neufchatel. 

HeUbach, 11. S. 81. — N. Pr. A.-L. I. S. 47. in. 8. 323 und 34 und V. 8. 320. — 
Freiherr e. Ledebur, IL 8. 66. - W.-B. der Pronss. Monarch. III. 92. 

Luzenberger. Reichsadelsstand. Diplom im kurpfälzischen Reichs- 
vicariate vom 8. Juni 1792 fftr Matthias Eustach Luzenberger, gräfl. 
thQrheimischen und kaisersheimischen Pflegbeamten zu Bieberachzell. 
Der Stamm hat fortgeblüht. Nach Anlegung der Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern wurden in dieselbe eingetragen, die Gebrüder: Carl Maria 
V. L., geb. 1772, k. bayer. Polizei -Commissar in Ansbach, Matthias 
Eustach V. L., geb. 1775, k. bayer. Polizei-Commissar zu Bayreuth und 
Matthaeus v. L. zu Dillingcn, geb. 1794. 

». Lang, 8. 437. — W.-B. d. Kgr. Bayern« VII. 2 : Kdle v. L. 

Luzenberger y. Müllersheim. Reichsadelsstand. Bestätigungs- 
Diplom von 1751 für Joseph Luzenberger v. Müllersheim. 

MegerU «. Mühlfeld, Rrg.-Bd. 8. 366. 

Luzinski, Walden-Luzinski (in Blau ein senkrecht gestellter, gol- 
dener Baumstamm mit drei Wurzeln, welcher oben abgehauen ist und 

MMMwekke^ Deuuch. Adelt-Lez. VI. 5 



— 66 — 

aas welchem dort ein grüner Zweig mit drei Blättern hervortreibt). 
Altes, preussisches Adelsgeschlecht, welches früher in Pommerellen das 
Gut Luzino im Kr. Neustadt besass. 

Freiherr v. LeHfbur, II. 8. 6(i. 

Lynar, Grafen und Fürsten. Alter, italienischer Grafen- u. Für- 
stenstand der österrMcbischen Monarchie. Bestätigungsdiplom des der 
Familie zustehenden, alten Grafenstandes und Fürstcndiplom für Moritz 
Ludwig Ernst Grafen zu Lynar , jüngerer Linie zu Drehna , nach dem 
Rechte der Erstgeburt. — Altes, ursprünglich aus Italien stammendes 
und daselbst unter dem Namen Linari schon 11 68 vorgekommenes Ge- 
* schlecht, aus welchem im genannten Jahre , nach Savioli, Giovanni Li- 
nari zu einer Convention zwischen den Republiken Bologna und Faenza 
gezogen wurde. Bei*toldo Graf v. Linari hatte die an der bolognesischen 
Gränze bei Faenza gelegene unmittelbare Grafschaft Linari in der Lu- 
nigiana mit dem festen Schlosse innc und wurde 1207 nach langem 
Kriege mit dem Grafen Ranglo de Monte Feltro zum Frieden genöthigt. 
Miglior di Linari brachte das Castell 1330 wieder an sich u. befestigte 
dasselbe von Neuem. Derselbe hinterliess von seiner , aus dem herzog- 
lichen Geschlechte Forlimpopoli stammenden Gemahlin den Grafen Jo- 
hann Linari , welcher , weil er Faenza beigestanden, von den Florenti- 
nern in seinem Schlosse belagert wurde. Das Castell fiel durch Ver- 
rätherei, wurde geschleift und liegt seit 1360 wüste. Von dem Grafen 
Johann stammte Gr. Benedict und von diesem Gr. Baptista Guerrino 
(Guerini), verm. mit einer Grf. Bentivogli u. gest. 1416. — Die Nach- 
kommen des Letzteren nannten sich nach seinem Tanfiiamen Guerrino, 
entsagten während der repnblicanischcn Stürme der Grafenwürde und 
dem Geschlechtsnamen, behielten aber das Wappen bei. Später. 1535, 
nahm Rochus Guerrino ~ Sohn des Johann Baptista G., Enkel des Ga- 
briel G. u. Urenkel des Baptista G. — k. französ. General, den eigent- 
lichen Familiennamen wieder an und nannte und schrieb sich Rochus 
Graf zu Lynar. Derselbe. General-Inspector aller ft*anzösischen Festun- 
gen, verliess , der protestantischen Religion wegen, Frankreich, ging 
nach Deutschland, trat erst in kursächsische und später in kurbrandenb. 
Dienste u. erhielt laut Urkunde d. d.Pisa, 19. Mai 1564, vom Herzoge 
Cosmo de Medicis die Bekräftigung der im Vorstehenden erwähnten 
Abstammung seiner Familie. Bei seinem Tode, 1596, hinterliess er aus 
der Ehe mit Anna v. Montor einen Sohn , Johann Casimir Gr. zu L., 
dessen Wittwe, Elisabeth v. Diestelmaier , 1721 die Herrschaft Lübbe- 
nau in der Nieder-Lausitz und für ihren Sohn , Johann Sigismund Graf 
z. L., die Herrschaft Glienick unweit liübben kaufte. Letzterer wurde 
als kursächs. Gesandter an den k. k. Hof geschickt und kämpfte dann 
sehr tapfer in der kaiserl. Armee. Von seinen Söhnen, Friedrich Casi- 
mir und August, wurde Letzterer 1711 bei der Kaiserkrönung zum 
Ritter des Reichs geschlagen. Vom Grafen Friedrich Casimir stammte 
Graf Rochus Friedrich und durch zwei Söhne des Letzteren schied sich 
das Haus in zwei Linien : es gründete nämlich Christian Ernst die äl- 
tere, gräfliche Linie zu Lübbenau und Moritz Ludwig Ernst die jüngere 
zu Drehna. Letzterer wurde, nachdem er 1793 die freie Standesherr- 



— 67 — 

Schaft Drehna und die Stadt Vetschau in der Nieder - Lausitz , so wie 
1806 die Herrschaft Brandeis am Adlerflusse in Böhmen erkauft und 
letztere als Fideicommiss u. Majorat für seine männliche Nachkommen 
nach dem Rechte der Erstgehurt bestimmt hatte , vom K. Franz I. von 
Oesterreich, wie ohen angegeben, in den Fürstenstand erhoben. — Der 
Stamm blüht noch in beiden Linien, welche, wie folgt, herabstiegen: 
Jüngere Linie, Haus Drehna, später fürstliche Linie : Graf Friedrich 
Casimir — Sohn des Grafen Johann Siegmund, s. oben — geb. 1673 
und gest. 1716: Eva Elisabeth Grf. v. Windischgraetz , geb. 1672 und 
gest. 1745; — Graf Rochus Friedrich, geb. 1708 und gest. 1781, Herr 
zu Lübbenau, k. dän. Conferenz-Ministcretc.: Maria Sophia Helena Grf. 
Reuss zu Köstritz, geb. 1712 und gest. 1780; — Fürst Moritz Ludwig 
Ernst, s. oben, geb. 1754 und gest. 1781, k. sächs. Geh.-Rath, Landes- 
hauptmann des Markgrafenthums Nieder-Lausitz, Herr der freien Standes- 
faerrschaft Drehna etc. : Friederike Juliane Grf. v. Rantzau-Brahcsburg, 
geb. 1755 und gest. 1838; — Fürst Rochus Otto Mandcnip Heinrich, 
geb. 1793 und gest. 1860, k. k. Kämm., Herr der StandesheiTschaft 
Drehna etc.: Eleonore Grf. v. Böse, geb. 1797 und gest. 1831. Laut 
Testaments desselben vom 9. Novemb. 1860 fiel die Standesherrschaft 
Drehna der in morganatischer Ehe mit dessen Sohne, dem 1859 ver- 
storbenen Grafen Alfred, vermählt gewesenen Frau Amalie v. Gollwitz, 
geb. Senger zu , welche Drehna an ihren nachherigen Gemahl, Ernst 
Freiherm v. Eckardstein, verkaufte. In der fürstlichen Würde folgte 
dem Fürsten Rochus Otto Manderup Heinrich der Bruder desselben: 
Fürsl Rochus Ernst, geb. 1797, Herr auf Lindenau bei Ortrand etc. k. 
preoss. Oberstlieut. in d. A., verm. 1833 mit Fürstin Luise, geb. Freiin 
V. Löbenstein, geb. 1812, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Grf. 
Margaretha, geb. 1839. ein Sohn stammt: Graf Alexaiuier, geb. 1834. 
— Aeltcre, gräfliche Linie, Haus Lübbenau: Graf Rochus — Sohn des 
Grafen Friedrich Casimir, s. die vorstehenden Ahinn der jüngeren 
Linie; — Graf Christian Erast, geb. 1742 und gest. 1784, kursächs. 
Kammerherr, Herr der Standesherrschaft Lübbenau etc.: Auguste Ca- 
roline Luise Grf. v. Pückler , geb. 175i) , gesch. 1783; -- Graf Rochus 
August, geb. 1773 und gest. 1800. Herr der Standesherrsch. Lübbe- 
nau etc.: Auguste Charlotte v. Schönberg, geb. 1777 (verm. in zweiter 
Ehe mit Ferdinand Ludolph Gr. v. Kielmansegge) ; — Graf Hermann 
Rochus, geb. 1797, Herr der freien Standesherrschaft Lübbenau u. der 
Rittergüter Oross-Beucha, Dubrau, Kalkwitz, Gross -Lübbenau, Mlode 
und Seese im Kr. Kalau, k. preuss. Kammerh., Rittm. a. D., erblich. 
Mitglied des k. pr. Herrenhauses etc., verm. in erster Ehe mit Mathilde 
Qrf. V. Voss, gest. 1838 und in zweiter mit Maria v. d. Marwitz, geb. 
1821. Aus der ersten Ehe stammen, neben zwei Töchtern: Grf. Anna, 
geb. 1822 und Grf. Maria, verm. Grf. v. d. Goltz, geb. 1835, drei 
SObne, die Grafen Maximilian, Albert und Gustav. Gr. Maximilian, 
geb. 1825, k. pr. Rittm. im 1. Garde -Landw.-Cav.-Regim., vermählte 
sich 1853 mit Bertha Gräfin zu Solms-Baruth , geb. 1832, aus welcher 
Ehe, neben einer Tochter, Mathilde, geb. 1855 , zwei Söhne entspross- 
ten: Rochus, geb. 1857 und Johannes, geb. 1859. Gr. Albert, geb. 

5* 



— 68 — 

1827, ist k. pr. Rittm. u. Escadronschef u. Gr. Gustav, geb. 1831 , k. 
pr. Lieut. a. D. — Aus der Ehe des Bruders des Grafen Rochus Ernst, 
des Grafen Heinrich Ludwig, geb. 1779, mit Ernestine v. Knoch, stam- 
men sechs Töchter, die Gräfinnen : Rosalie, Isabelle, Leontine, Isidore, 
Julie und Amalie, welche durch Vermählung in die Familien : v. Roe- 
der, Freih. v. Lüttwitz, v. Zabeltiz, v. Pannwitz, v. Witzleben und 
V. Sommerföld gekommen sind. 

Hübner, III. Tab. 988. — Oauhe. I. P. 1290— Si. ~ Zedier, XVin. 8. 1521—38. — Lau- 
sitz.. MagAEtii, 1768. S. 327. :i40 und 369 : Hhtor. geiieal. Nachrichten über die 6r. v. L. - 
Lexicon over adel. Faroil. i Daninark, I. 8. 845. — Jacohi, 1800, ||. 8. 275 nnd 76. — Me- 
.gerle v. Mühlf^ld, Kr^i.-Bd. 8. 4. - Alldem, geiieal.- nud »Uatü-Haudb. 1824. I. 8. 34*>->44 
und S. 37.'» und 76. — Ma»ch, f<. 94. — Oeneal.-histor. «tatist.Alinaiiach, Weimar, 1682. S. 4ftO 
und 51. — N. Pr. A.-L. 111. S. 324-30. — Deutsche Hrafenh. d. Gegenw. 11. 8. 71-76. — 
Freiherr r. Ledebur, 11. 8. 66. — c.oth. geueal. Hof-Calend. Xi^W. 8. 168 u. 1848. 8. 166 u. 
«en. Taschenb. 1862. 8. 168 u. 169. — Gen. Ta^chenh. der gräfl. Häuser» 1864. 8. 519-90 
und bistor. Taschenb. zu demselben, .S. fi50. — Stebinaeher. I. 18: Leynar, Graf-}u. — Tg- 
rof. II. 48. - W.-ß. d. Sachs. Staat. I. 48: Gr. v. L. und IIJ. 1: Fur^tf-n v. L. 

Lyncker, Lyncker nnd Lützenwick, Freiherren und Grafen, 

8. Linker, Linker-Ltitzenwick, Freiherren und Grafen, 
Bd. V. S. 566—70. 

Lyro, Ritter. Galizischer Ritterstand. Diplom von 1784 für Ru- 
dolph Franz Lyro, RathsprotocoUisten des galizischen Landrechts. — 

Megerle r. Mühlfeld, ErK.-Bd. 8. 174. 

Lys, du Lys (in Blau ein , mit einer goldenen Krone bedecktes, 
silbernes Schwert, pfahlweise mit der Spitze aufgerichtet und begleitet 
von zwei goldenen Sternen). Ein ursprtlnglich lothringisches, noch in 
dem 3. Jahrzehnt des 18. Jahrh. zu dem schlesischen Adel gehörendes 
Geschlecht, als dessen Ahnheri'n die Sage den Bruder der Jungfrau 
V. Orleans, Johanna d'Arc, nennt. — Der Letzte des Stammes, Isaac 
Francois du Lys, Mitglied der k. preuss. Academie der Wissenschaften 
und Künste, lebte noch 1724 zu Licgnitz. 

Sinapiue, II. 8. 796 und 97. — Freiherr •. Ledebur, II. 8. 66 und 67. — Spcner, Hlstor. 
Instgn. II. 8. 

Lyskowski, v. Steppbolz-Lyskowski (in Blau ein schrägrechter, 
silberner, mit fünf rothen Rosen belegter Balken). Altes, preussisches 
Landesritter-Geschlecht, welches in Westpreussen in den Kreisen Stuhm, 
Culm und Strassburg noch ansehnlich begütert ist. Xaver v. L., Laiid- 
rath, war 1820 Herr auf Choiten und Ludwig v. L. , Landscbaftsrath, 
1838 Herr auf Altendorf; Hyacinth v. L. besass in neuer Zeit Wilczewo, 
Matthias v. L. Bruch und Thomas v. L. Obory. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 320. — Freiherr ». Ledebur, II. 8. 67. 

Lysur, Liser (in Roth ein blauer, mit goldenen Bändern ge- 
schmückter Arm , in der Hand einen goldenen Ring haltend). Altes, 
zur trierschen Ritterschaft gehörendes Geschlecht , eines Stammes und 
Wappens mit den v. Arras,Buning,v.Crofl, v. Leye, Lussenich, v. Neuer- 
burg, V. Wittlich, v. Wrays etc. Dasselbe sass schon 1100 zu Lieser 
bei Berncastcl und 1364 zu Weiler unweit Merzig, so wie noch 1568 
zu Altrich, Bausendorf, Gillenfeld, Hontheim, Krinkhof, Kynheim, Lie- 
senich, Luxem, Salmenror, Weinich und Wittlich. — Hans Ruprecht 
V. Lysur wurde noch 1599 zu der trierschen Ritterschaft gezählt, bald 
darauf aber erlosch der alte Stamm. 

V. EoHtheim . H. Tab. IV. u. III. s. 11)2. - Fahne y I. 8. 265. — Freiherr r. Ledebur, 
II. 8. 67. 



— 69 — 

LyBBan , Freiherren und Grafen. Böhmischer Freiherrn- und 
Grafenstand. Grafendiplom von 1702 fftr Rudolph Joseph Freiherrn 
V. Lyssau, k. k. Kämm, und Hauptmann der Altstadt Prag. — Ein aus 
Pommern nach Brandenburg und von da nach Böhmen gekommenes 
Geschlecht, welches zu der pommemschen Familie v. Lissow, s. Bd. V. 
S. 580, gehörte. Zu Gauhes Zeit (1747) lebte noch des erwähnten 
Grafen Rudolph Joseph gleichnamiger Sohn, welcher in die Gesellschaft 
Jesu getreten war. 

Gamkt, II. S. 666-68. ~ Jitgerl« «. Mühifeld, Erg.-Bd. 8. 21. 

Lyzen, s. Lietzen, Bd. V. S. 529. Theodoricus de Lyzen tritt 
schon 1275 in einer meklenb. Urkunde auf. In Meklenburg ging der 
Stamm zeitig wieder aus. 

«. Medinff, I. 8. 852: auch nach dem M8. abgegang. meklenb. Familien. 



M. 

MaiMbarg, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1749 
fftr Johann Baptist v. Maasburg, k. k. Hofagenten. 

M€9«rl€ w, Mühlfeld, S. 68. 

Maase, V. der Maase (Schild gevicrt: 1 und 4 in Roth ein frei 
schwebendes Kreuz und über demselben zwei neben einander stehende 
Sterne und 2 und 3 in Gold ein gewellter, blauer Querbalken). Adels- 
stand des Königr. Dänemark. Diplom von 1710 für den k. dänischen 
Staatsrath Masius , mit dem Namen : v. der Maase. Derselbe stammte 
aus einer meklenburg. Familie und setzte den Stamm, der noch im An- 
fange des 19. Jahrh. blühte, fort. 

Ztdler, XIX. 8. 9 und 10. - Lexicon over adel. Famil. i Daumark, II. Tab. 1. 

Maass, Maess (im von Gold und Blau quergetheilten Schilde eine 
querliegende Lilie von gewechselten Farben). Ein zu dem pommem- 
schen Adel zählendes Geschlecht, in welches durch Diplom vom 4. Juni 
1622 für den Hofgerichtsdirector Joachim Maass der Adel kam. Der- 
selbe, ein Sohn des Michael Maos, Senators zu Stolp , war später Geh. 
Rath und zuletzt erster Bürgermeister zu Stolp. — Die Familie war in 
Hinterpommem 1702 und noch 1718 zh Reselkow, so wie 1718 und 
1736 zu Earvin im Fürstenthümer Kreise gesessen. 

F)reik€rr v. Udebur, II. 8. ft7. 

' Maassen. Adelsstand desKgr. Preussen. Diplom vom 16. Januar 
1837 für die Gebrüder Gottfried August und Johann Heinrich Christian 
Maassen, k. preuss. Regierungs- Assessoren und Söhne des verst. k. pr. 
Finanzministers Maassen. Ersterer ist jetzt Geh. Ober-Finanz-Rath und 
Provinzial- Steuer -Dii-ector in Scidesien und hat einen Sohn, welcher 



— 70 — 

als liieutenant im 1. oberschlesischen Infenterie-Regim. Nr. 22 steht. 
Letzterer ist Geh. Ober-Regier.-Rath. 

HÄud-ichriftl. Notiz. - Fr^ih. o. L^dthur, II. 8. 67. 

Macdonald. Altes, schottisches Geschlecht, ans welchem ein Zweig 
sich nach Esthland wendete u. später in der Oberlausitz zu Hartmanns- 
dorf bei Marklissa angesessen war. 

Fr^ih. «.Lotlttbur, 11. S. 67 iiml 6»». 

Mac-Enis v. Atter nnd Iveaghe, s. Enis v. Atter, Enis 
V. Atter und Ivoagh, Bitter und Freiherren, Bd. HI. S. 121 
und 22. 

Macchio. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1 807 far Johann 
Baptist Macchio, k. k. Kammerdiener. 

M'-ijerIf. r. Mühlfcl,!, S. 2'/8. 

Mach , Machow (in Blau ein querliegender , silberner Halbmond 
mit Gesicht, über welchem ein sechseckiger, goldener Stern schwebt: 
V. Mach auf Gross-Lttbtow im lauenburger Kreise und in Blau ein quer- 
liegender, silberner Halbmond mit Gesicht, über welchem drei, 2 u. 1, 
silberne , sechsstrahlige Sterne schweben : t. Mach auf Gaffert im Stol- 
per Kreise). Altes pommernsches Adelsgeschlecht, welches 1575 vom 
Herzoge Johann Friedrich mit Schlawekow (Schlaikow), Schluschow, 
Lubbetow und Schwichow belehnt wurde und über diese Belehnungen 
1601 vom Herzoge Barnim eine Bestätigung erhielt. Von den genann- 
ten Gütern war in neuer Zeit nur noch Lübtow in der Hand der Familie, 
welche aber dafür andere Güter: Gaifeii;, Klein-Volse im Ejt. Hummels- 
burg u. Antheile von Klein-Perlin an sich brachte. — Zahlreiche Spros- 
sen des Stammes haben bis auf die neueste Zeit in der k. preuss. Armee 
gestanden. Das Gut Gaffert war 1857 in der Hand des Hauptmanns 
a. D. V. Mach. 

Micrafl, VI. s. .«.Ol. — N. Pr.. A.-L. \\\. s. 382 und 88. - Freih. 9. I^debur, H. S.W. 

- Siehnmchfr, V. 170. — 9. Affdiny, II. fi. 858. — Pororaer. W.-B. f. S. II n. 13 n. Tab. IV. 

— Knfsc/ike. I. S. 2S4 und 86. 

Mach, Edle v. Palmstein. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1794 für Joseph Mach, fürstl. loewensteinschen Justizrath in Böhmen, 
mit dem Prüdicate: Edle v. Palmstein. 

MfQfrl^ t. Mühlfeld, Krg.-B<l. 8. 'MM. 

Machenheimer , Manchenheimer y. Zweibrücken. Altes rhein- 
ländisches Adelsgeschlecht, dessen Stammreihe Humbracht um 1382 
mit Simon Machenheimer v. Zweibrücken beginnt und bis 1574 fort- 
setzt. Bald nachher ist wohl der Stamm ausgegangen. 

Humhrachf, 8. 219. — r. Ufeding, f. H. 35:i. 

Machewitz, Machwitz (Schild von Roth, Silber und Schwarz quer- 
getheilt, ohne Bild). Altes, meissensches Adelsgeschlecht, von Knauih 
nicht mehr aufgeführt und nicht zu verwechseln mit den v. Machwitz in 
Ost- u. Westpreussen, so wie mit den v. Maschwitz in Meissen und v. 
Maschkwitz in Schlesien. — v. Meding hat das Wappen auch nach einem, 
wahrscheinlich um 1557 in der Kirche zu Wählitz unweit Weissenfeis 
errichteten Epitaphium, wie dasselbe noch 1726 zu sehen war, beschrie- 
ben. Nach Valentin König sass die Familie noch im 17. Jahrh. zu Ebers- 



— 71 — 

dorff Q. Lauterbach im Erzgebirge und in grösseren Siegelsammlungen 
finden sich Abdrücke von einem Petschafte, welches nach Grösse, Stich 
und Lack wohl in die Zeit nach Anfange des 18. Jahrh. gehört. 

Val. Xonig, UF. 8. 705 : in AbnenUfeln der F«mlie v. Heerdegen. ~ Freih. 9. Ledebutt 
II. 8. 6S. - SUbmauhtr, I. 158: v. MaehwiU. Meis.<inHeh. - 0. Meding, I. 8. 853: ▼. Ma- 
che wiu. 

MaehlHed. Ein im 17. Jahrh. zu dem schlesischen Adel gehören- . 
des Tjeschlecht. Ehrenfried Ferdinand y. Machfried, kais., königl. Rath, 
kommt 1653 als Mann-Gerichts-Assessor in den I<Mrstenthümem Schweid- 
nitz und Jauer vor und hatte nach Allem den böhmischen Adelsstand 
erbalten. Dass der Stamm fortgeblüht habe, ist nicht bekannt. 

Sinapfu», II. s. 797. — «. ffeUbach, II. 8. 83. — Freih. v. Lfdebnr, II. 8. 69. 

Machui, Machoi, Machny. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
und Incolat vom 15. Apr. 1744 für Anton Aloysius Machui, fürst- 
bischöfl. Rath zu Breslau, Consistorial- u. Hofrath und Amtskanzler. 
Derselbe, aus einem angesehenen irländischen Geschlechte stammend, 
erwarb in Schlesien das Gut Ocklitz im Kr. Neumarkt, welches in der 
Hand der Familie geblieben ist. Ein Enkel des Diploms-Empfängers, 
der Premieur-Lieutenant v. M., war 1837 Controleur bei dem Train- 
Bataillon zu Ehrcnbrcitstein und das Gut Ocklitz stand in neuester Zeit 
dem k. pr. Rittmeister a. D. Carl v. Machuy zu. 

Handschriftl. Notiz. - N. Pr. A.-L. I. 8. 41 und III. 8. .133. — Fr€ih. v. Ledebur, II. 
8. 6». und III. 8. .103. - W.-B. d. Preuss. Monarch., III. 93. — Schlesisches W.-B. Nr. 4». 
— jriM#cA*«, iV. 8. 27&. 

Machwitz (in Roth drei pfahlweise übereinander stehende, weisse 
Rosen). Ein früher zu dem in Ostpreussen begüterten Adel gehörendes 
Geschlecht, welches, wie schon das Wappen ergiebt, von der alten Fa- 
milie T. Machewitz in Mcissen ganz verschieden war. Dasselbe sass zu 
Dosmitten, Galinden, Gallwunen, Kirpehnen, Neumark, Reinswein, 
Thomsdorf, Tippeln etc. und ist schon erloschen. 

F^eih. V, Lfd0hur, II. 8. 68 und III. 8. 3iii>. 

Machwitz (in Gold ein grün gekleideter, vorwärts gekehrter Mohr, 
welcher in der Rechten einen Bogen und in der Linken einen Köcher 
mit drei Pfeilen hält). Altes, in Westpreussen begütert gewesenes Adels- 
geschlecht, welches von der im vorstehenden Artikel besprochenen Fa- 
milie dieses Namens in Ostpreussen ganz verschieden ist — Johann 
Machwitz, Ritter, erhielt 1401 von dem Bischöfe Johann v. Pomesanien 
das Vorwerk Orkusch unweit Rosenberg verschrieben ; Otto v. M. starb 
1477 als Woiwode von Pommerellen und Samuel v. M. lebte noch 
um 1636. 

N. Pr. A.'L. V. 8. 821. - Frtih. v. Ledebur, II. 8. 68. 

Mack, Ritter und Edle. Erbl. - österr. Ritterstand. Diplom von 
1791 für Franz Mack, k. k. Hof- und Kammer-Juwelier, mit dem Prä- 
dicate : Edler v. 

M«gi>rtt 9. Mühlfeld, 8. 129. 

Mack V. Leiberich, Freiherren. Erbl. - österr. Freihermstand. 
Diplom von 1791 für Carl v. Mack, k. k. Obersten, mit dem Prädicate: 
V. Lmberich. 

iffftfrl« •• MHiAf/$l^ Brg.-Bd. 8. 76. 



— 72 — 

Mackrodt, Mackerodt, Kopp v. Mackerodt. Adelsstand des Egr. 
Preussen. Diplom vom 1. März 1738 flir Georg Heimbert Mackrodt, 
k. pr. Major im Regim. Husaren. Derselbe, aus dem Schwarzbargischen 
stammend und früher in kursächs. Diensten, starb 1742 als Oberstlieute- 
nant und Commandeur eines neu errichteten Husaren - Regiments, mit 
Hinterlassung von fünf Kindern. — Ein Premierlieutenant y. Mackrodt 
stand 1806 im Dragoner-Regimente v. Esebeck und wurde später Ritt- 
meister bei der Land-Gensdarmerie u. ein Rittmeister a. D. v. M. wurde 
Postmeister zu Rastenburg und starb 1843. — Die Familie war 1750 
in Ostpreussen zu Plauschwarzen, SchiUeningken, Retzken und Milcb- 
bude gesessen. 

N. Fr. A.L. in. R. 331 u. 34. — Freih. w. Ledebur*, U. 8. 69. — W.-B. der preass. 
Monarch. III. 93. 

Mackyhail. In Kur -Braunschweig -Lüneburg anerkannter Adels- 
stand. Anerkennungsdiplom vom Januar 1773 ftlr den Ober-Gommiissair 
V. Mackyhail auf Grund eines, seinem verstorbenen Vater, Alexander Wil- 
helm T. Mackyhail, über seine Abkunft aus einem alten adeligen Ge- 
schlechte Schottlands unter dem 23. Januar 1705 von dem schottischen 
Parlamente ertheilten Documenti Prosapiae. — Der Stamm ist erloschen. 

Freih. 9. d. Knetebeck, «. 199. 

Macmachon, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 1758 
fftr Cornelius Macmachon, wegen neunjähriger Militairdienste. 

Megerle r. Mühlfeld, 8. 129. 

Mac-Neven, O -Kelly ab Aghrim, Ritter. Erbl.-österr. Ritter- 
stand. Diplom von 1755 für Wilhelm Mac-Neven, Doctor der Philo- 
sophie und Mediciu, Professor und Rector des medicinischen Studiums 
an der Universität Prag, als Adoptiv-Sohn des Wilhelm 0- Kelly ab 
Aghrim, mit dem Prädicate: 0-Kelly ab Aghrim. 

Megerle r. Mühl/eld, 6. 129. 

Macqnier, Macqnire, Freiherren und Grafen. Altes, irländisches, 
aus der Stadt Iniskeling (Inischkilin) in der Provinz Ulster stammendes 
Adelsgeschlecht, aus welchem Cornelius Macquier, Freih. v. Inischkilin, 
k. k. Oberstlieutenant. 22. Apr. 1722 das Incolat von Schlesien erhielt. 
Joseph Sigismund Graf v. Macquier war 1747 k. k. General-Feldwacht- 
meister und erhielt das Gränz-Regiment No. 5 und 1751 das schöne, in 
der Geschichte des siebenjährigen Krieges oft genannte tiroler Feld- 
jäger-Regiment. Von 1763 bis 1767 commandirte derselbe nach dem 
M^tair-Schematismus des österr. Kaiserthums das 35. Infant. -Regiment. 

Sinapiue, U 8. 87«. - N. Pr. A.L. III. S. 334. — Freih. ». Ledebur. II. 8. 69. 

Macula v. Salfeld, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1821 for Joseph Macula, k. k. Unterlieutenant, mit dem Prädicate: 
Edler v. Salfeld. 

Megerle r. Mühl/eld, Brg.-Bd. 367, 

Maczak v. Ottenbnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Bestätigungsdi- 
plom desselben von 1763 für die Gebrüder Franz und Joseph Maczak 
mit dem Prädicate : v. Ottenbnrg. 

Megerle 9. Mühl/eldy Brg.-Bd. 8. 367. 

Madai. Reichsadelsstand. Diplom vom 14. Januar 1766 für D. 
David Samuel Madai, fürstl. anlialt-cöthenschen Leibmedicus, Hofrath, 



— 73 — 

Arzt und Vorsteher des Laboratoriums am Waisenhause zu Halle. Der- 
selbe, geb. 1709 zu Schemnitz in Ungarn und aus einer alten ungari- 
schen Adelsfamilie stammend, starb 1781. Das ermähnte Laboratorium, 
in welchem die einst so bekannte, von Vielen mit grossem Vertrauen 
beehrte halleschc Medicin bereitet wird u. welches zu den Stiftungen des 
edlen Franke gehört, oder das Directorium der Medicamenten-Expedi- 
tlon war ein in der Familie v. Madai vom Vater auf den Sohn fortge- 
erbtes Figenthnm. Von dem Sohne des Daniel Samuel v. M., dem Dr. 
med. Carl August v. M., stammte Carl v. M., gest. 1851, ebenfalls Dr. 
med. und Director der Medicamenten-Expedition am Waisenhause zu 
Halle, welcher sich mit einer Tochter des verst. Generals v. Schubert, 
früher vermählten Baronin v. La Motte Fouqu6 vermählte, aus welcher 
Ehe die Söhne; Guido v. M., Landrath und Max v. M., (1857) Rittm. 
im k. preuss. 7. Cürassicr-Regim. , entsprossten. Von den Bindern des 
Dr. Carl v. M. starb der Eine, verm. mit einer v. Uckermann, als k. pr. 
Regierungsrath zu Merseburg und ein Anderer, August v. M., 1828 als 
Steuerrath zu Potsdam. Letzterer war mit Henriette Charlotte v. Schlegel 
vermählt und ein Sohn aus dieser Ehe wurde Professor der Rechte an 
der Universität Halle, später k. russ. Hofratli und Professor zu Dorpat. 

N. Pr. A.-L. ni. 8. S34 und V. .S. .321. - Freih. o. Ledfbiir , II. 8. 69. - Siipplem. 
coSiebra. W.-B. IM. 1.1 und IX 21. 

Madak. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1787 für Johann 
Madak, k. k. Oberlieutenant im Husaren-Regimente Gr. Esterhdzy. 

MegerU r. Mühlfehi, Erg.. -Bd. 8. 36 7. ^ 

Madelnngeii. Altes, aus dem Braunschweigischen stammendes, 
firtther zu dem Adel in Ostpreussen gehörendes, später erloschenes Adels- 
geschlecht, welches zu Alkehnen u. Tronk unweit Fischhausen und zu 
Wandlacken bei Gerdaunen gesessen war. 

Fteih. 9. Ledtbur, II. 8. 69. 

Mader (in Blau ein rechts u. links von einer goldenen Lilie besei- 
teter, goldener, schrägrechter Balken, in welchem ein Marder von natür- 
licher Farbe nach oben läuft). Reichsadelsstund. Diplom vom 5. Febr. 
1765 iflr Johann Caspar Mader, Reichsstifbs -kaisersheimischer Rath 
u. Pfleger ^ Nördlingen. Derselbe war ein Sohn des, aus einer alten 
Rathsfamilie der ehemaligen Reichsstadt üeberlingen am Bodensee stam- 
menden Rechtsconsulenten zu PhuU endo rf Johann Caspar Mader. — Von 
den Nachkommen wurde Johann Max v. Mader, geb. 1770. k. bayer. 
Landrichter zu Mindelheim, in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern ein- 
getragen. 

9. Lang, 8. 4lif. — Biippl. zu Hlebtn. W.-B. XI. 25 : ein sehr abweichendes Wappen. — 
\V..B. d. Kgr. Bayern, VII. 3. — v. Uefntr, bayer. Adel, Tab. US. - KnMChU ^ I. 8. S8& 
n b6. 

Mader v. Madersbnrg (Schild blau und durch einen schrägrechten, 
goldenen Balken getheilt: rechts, unten, ein gegen die rechte Seite lau- 
fender Marder und links, oben, eine goldene Lilie). Adelsstand in Kraft 
der grossen Comitive. Diplom vom 6. Mai 1791 vom Pfalzgrafen Jo- 
seph- Fürsten von Fürstenberg für Franz Joseph Ulrich Mader, Alter- 
and Waisenbflrgermeister zu Üeberlingen mit seinen männlichen Leibes- 
erben: Franz Nicolaus, Joseph Alois, Johann Nepomuk, Joseph Anton 



— 74 — 

und Franz Conrad Mader, mit dem Prädicate: v. Madersburg. — Die- 
selben gehörten zu der im vorstehenden Artikel aufgeführten üeberlinger 
Rathsfamilie. 

C<ut, A<lel9b. d. Oro98h. Baden, 8. 284. — Knetchke, I. 8. 285 u. 86. 

Mademini v. Tanbenberg. Reichsadelsstand. IMplom von 1786 
für die Gebrüder und Doctoren der Rechte Joseph Albert und Franz 
Anton Madernini, mit dem Prddicate: v. Taubenberg. 

M«g^rU 9 MühlfHd, Brg.-Bd.'S. S67. — 8app. «u 8i«»bni. W.-B. XI. »5 

Maderny, Freiherren. Freiherrnstand des Kgr. Bayern. Diplom 
vom 25. Jan. 1808 für Ferdinand Franz Anton v. Maderny, geb. 1768 
zu München. Derselbe stammte aus einem ansehnlichen Geschlechte ans 
Capo di Lago in der italienischen Schweiz, aus welchem Sprossen seit 
15^6 in Knogsdiensten sich ausgezeiclmet hatten. 

r. Lang, S. 1S2 und Aiihaiip, S. 6. - W.-B. d. Kgr. Bayern. III. &6 und 9. Wolcktrn^ 
Abth. 3. 8. 165 und 'iC. — v. Hefner, bayer. Adel, Tab. 46 u. 8. 46. — KneiChkß, 111. 8. S07 
und 8. 

Maderoux. Ein in der Person des Ludwig Joseph Heinrich v. Ma- 
deroux , k. bayer. Rittmeisters , in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 
eingetragenes Adelsgeschlecht. Derselbe, geb. 1784, stammte aus Ve- 
soul in der Franche Qomih und der Adel des Geschlechts wurde bis 
auf 1695 zurück bewiesen. 

». Lang, S. 48B. — W.-B. des Kgr. Bayern, VII. 4 : Nubles de Madroux. 

Maderspach , Edle T. Katiburg. Erbl.-österr. Adelsstand. Di- 
plom vom 2p. Dec. 1844 für Franz Maderspach, k. k. Hauptmann im 
Infant.-Regim. Freih. v. Wacquant-Geozelles, Nr. 62, mit dem Prftdicate: 
Edler v. Katiburg. 

Handiichriftl. Notix. 

Madeweiss. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 2. Octob. 
1786 für Johann Georg M'adeweiss, k. pr. Geh. Legationsrath und be- 
vollmächtigten Minister bei dem schwäbischen Kreise und fttr den Bru- 
der desselben, Matthias Wilhelm Madeweiss. k. preuss. Kriegsrath. 
Letzterer wurde später Geh. Rath, Postdirector nndRendant des Intel- 
ligenz- und Adress - Comptoirs zu Halle und ein Sohn desselben war 
1887 k. preuss. Major und Adjutant bei dem Commandeur der 1. Di- 
vision. 

N. Pr. A -L. III. 8. 834. — Freih. t. Udfhvr. II. 8. «9, - W.-B. d. Preuss. Monarch, 
in. 98. 

Madeysky. Schlesisches, zu dem polnischen Stamme Poray gehö- 
rendes Adelsgeschlecht, aus welchem der Landes -Aelteste v. Madeyski 
noch 1854 Herr auf Gieraltowitz im Kr. Tost-Gleiwitz war. 

Freih. ». Lettehur. II. 8. «9 ii. III. S. .106. — SrhIesIseh. W.-B. III. I7fi. 

Madritzky, Madritasky, gen. Schütz. Schlesisches, noch im An- 
fange des 18. Jahrh. blühendes Adelsgeschlecht. Martin Madritzky 
sonst Schütz genannt, kommt 1 703 vor. 

Sinapiu», II. 8. 798. — N. Pr.A.-L. HI. 8. 38». - Frtih, v. Ledebur, II. S. €9. 

Madrowsky, Freiherren. Erbländ.-östcrr. Freihermstand. Di- 
plom von 1768 für Johann Joseph Madrowski, k. k. Officier a. D. 

Mtgerle 9, Müklfüd, Brg.-Bd. 8. 76. 



— 76 — 

Madrnta, Freiherren. Altes, tiroler Adelsgeschlecht, welchei;^ 
namentlich um die Mitte des 16. Jahrh. durch drei Brüder hekabni 
wurde. Hildebrand Freih. v. Madrutz starb 1547 als kaiserl. General 
zu Uhn; Christoph Freih. v. M. , gest. 1578, der römischen Kirche 
Cardinal, so wie Bischof zu Trient und Brixen, verwaltete 39 Jahre das 
Bisthum Trient u. Nicolaus Freih. v. M., gest. um 1570, zeichnete sich 
erst im Schmalkaldischen und dann im Sieneser-Kriege aus , war dann 
einige Jahre Gouverneur von Pavia und focht zuletzt auch in Croatien 
gegen die Türken, Von ihm stammten drei Söhne: Ludwig Freih. v.M., 
welcher seinem Oheim, Christoph, in den Bisthümern Trient und Biixen 
folgte und 1600 starb; Johann Friedrich Freih. v. M., erst kaiserlicher 
Oberst, später Ambassadeur in Rom u. Fortunatus Freih. v.M., welcher 
sich als kais. Oberst im Sieneser Kriege sehr auszeichnete. Vom Frei- 
herm Johann Friedrich stammten zwei Söhne: Carl Gaudenz , gestorb. 
1629 als Cardinal und Bischof zu Brixen und RenatusEmanuel, dessen 
Sohn. Carl Emanuel, 1659 als Bischof zu Trient starb, vom Freiherrn 
Fortunatus aber entspross Johann Gaudenz, welcher bei der Belagerung 
der Festung Canischa ein Corps von sechstausend deutschen Völkern 
befehligte. 

Oauk0, IT. 8. 167S und 7(> : nach Schr^nck^ grosses Heidenbuch. 

Maeck, Meck, Maeck v. Nordenfliet (Schild quergetheilt: oben in 
Roth eine silberne Rose und unten von Schwarz und Silber geschacht). 
Im Königr. Preussen anerkannter Adelsstand. Diplom vom 6. Juli 1798 
für David August Maeck, k. preuss. Capitain im Infant.-Regim. v. Gräve- 
nitz. — Ein zu dem schwedischen und liefländischen Adel zählendes, 
das Prädicat: v. Nordenfliet filhrendos Geschlecht, nicht zu verwechseln 
mit den österreichischen Familien v. Mack. — Von Georg v. Maeck-Nor- 
denfliet, einem lieflündischen Edelmanne, stammte Otto v. M.-N., welcher 
Herr einiger Güter wurde. Der Pinkel des Letzteren, Hans v. M., war 
k. schwed. Oberst und wurde 1656 Reichsrath. Jacob v. M. war im 
18. Jahrh. Castellan von Wenden und besass den Rittersitz Gunzel, wel- 
ches in der Mitte des 18. Jahrh. noch dem k. schwed. Rittmeister 
Gustav V. M. zustand. Erich Johann v. M., der lief- und esthländ. Rit- 
terschaft-Secretair, schrieb 1772 die gekrönte Preisschrift: die eigen- 
thümliehen Besitzer der Bauern. Riga, 1772. — Der obengenannte Da- 
vid August V. Maeck trat 1810 als k. pr. Major aus der activen Armee. 
Derselbe war mit einer v. Ponikau auf Ketschdorf im Kr. Schönau und 
nach dem Tode derselben mit der Schwester vermählt und wurde noch 
1837, und zwar in dritter Ehe vermählt, als Herr auf Ketschdorf aufge- 
führt. Später, 1849, stand das Gut Ketschdorf dem k. preuss. Lieute- 
nant Thamm zu. 

Handschriftl Notix. — N. Pr. A.-L. III. 8. 885. - Freih. 9. Ledebur, II. 8. ßs und 69. 

Maederer v. Ehrenreichscron, Maederer, Edle Herren v. Ehren- 
reichscron, Ritter. Reichsritterstand. Diplom von 1709 für die Ge- 
brüder Maederer : Johann Jacob, Johann Ignaz, Ferdinand Sebastian, 
Matthaeus Joseph, Johann Friedrich und Johann Matthias und von 
1733 für Johann Jacob Maederer Ritter v; Eichenreichscron, k. k» 
Rath und Canzlei-Director der ob der ennsischen Landschaft und für 



— 76 — 

Johann Friedrich M. Ritter v. E., mit dem Prädicate : Edle Herren 
▼. Ehrenreichscron. 

Heger le r. MÜht/eld, 6. 129. 

Maemmin^n , Mammingen , Mamming, Freiherren und Grafen, 

Altes , ursprünglich böhmisches , zeitig nach Tirol und Oesterreich und 
später nach Bayern gekommenes Adelsgeschlecht, welches 1564 den 
Reichsritter-, 1672 denFreiherm- und 1695 den Reicbsgrafenstand 
erhielt. — Ulrich M., Canonicus zu Passan, kommt nach Gr. v. Wurm- 
brand zuerst 1232 urkundlich vor; Berchtold M. vermählte sich 1300 
zu Meran und Hans M. — Sohn Ulrichs H. — bekam durch kaiserl. 
Diplom von 1458 sein angestammtes Wappen: in Gold der Kopf und 
Hals eines schwarzen Steinbocks, erneuert — Die fortlaufende Stamm- 
reihe beginnt Seifert mit dem Sohne Leonhards M.: Andreas M. in 
Circknitz. Von demselben entspross: Georg, gestorben 1570, Land- 
marschall in Unter -Oesterreich, kaiserlicher Rath, Erzh. Carls Geh.- 
Rath, Kämmerer und Oberst-Hofmeister, wie auch Landeshauptmann in 
Ober-Oesterreich, dessen Sohn, Leonhard II., Herr in Raczenhofen und 
Gadelberg, sich zuerst nach Bayern begab und am fflrstlichen Hofe die 
Oberhofmarschalls-Stelle erhielt. Derselbe hatte zwei Söhne : Wilhelm 
Eustachius und Johann Albert. Wilhelm Eustachius blieb in Oesterreich 
und von ihm stammte Christoph, welcher 1677 Niederösterr.-Regier- 
ungs-Rath war und nach Allem zu der Linie zu NusdorfT gehörte, welche 
noch zu Gauhes Zeiten geblüht haben soll. Johann Albert setzte den 
Stamm in Bayern fort. Von dem Sohne desselben, Johann Adam, gest. 
1686 als kurcöUnischer und kurbayer. Kämmerer, entspross Franz Ig- 
naz, kurcöln. Kämmei'er, welcher vier Söhne hatte, von welchen der 
Aelteste, Johann Anton Emanuel auf Raczenhofen, Güldersdorff, Kirch- 
berg, Sadelberg etc. 1 697 ein Canonicat zu Regensburg erhielt — Ueber 
das FortblOhen des Stammes im 18. Jahrh. fehlen Nachrichten: aus 
neuer Zeit ist nur die Njichkommenschaft des Grafen Ferdinand, geb. 
1779 und gest 1845, k. bayer. Majors i\ la suite, aus der Ehe mit Jo- 
hanns^ Freiin de Mont, geb. 1799, verm. 1816 u. gest. 1842, bekannt 
Haupt der Familie ist jetzt: Graf Rudolph, geb. 1818 — ältester Sohn 
des Grafen Ferdinand — k. k..Kreis-Comniissair in Pension, vermählt 
1851 mit Emma Grf. v. Spaur, gest. 1853 und in zweiter 1856 mit Ga- 
briele Grf. v. Terlago, vorw. Grf. v. Sarnthein. geb. 1825, aus welcher 
zweiten Ehe ein Sohn stammt: Joseph, geb. 1863. — Die beiden Brü- 
der des Grafen Rudolph sind: Graf Carl, geb. 1819, k. k. Steuerbe- 
amter in Pension, verm. 1858 mit Maria Adelaide Bachmaier, geb. 
1830 und Graf Johann, geb. 1822, k. k. Hauptmann in d. A., vermählt 
1851 mit Maria Ottilie v. Preschern, geb. 1833, aus welcher Ehe ein 
Sohn entspross: Otto Rudolph, geb. 1852. 

Oaufit , I. 8. 1296 niid 97. — Dciitache Orafenb. der Gegenw. 11. 8. S2 iinil 88. — Gen. 
TMchenb. der gr&llirh< H&usor. IH64. 8. 526 und hislor. Haiidb. su Demselben, 8. .^6S. » 
8i«hmachet. I. 21: F. H. v. MHiiiiniiig und PrStiug. ~ Suppl. su Siebro. W.-B. VI. 34 : 
Y. Mitnmioiceii. 

Maendel, Mendel v. Steinfels. Altes, bayemsches Adelsgeschlecht, 
dessen Stammreihe Bucelini mit Johann Mandel um 1415 beginnt, wel- 
cher das Schloss Steinfels kaufte und sich nach demselben nannte. Von 



— 77 — 

ihm stammten zwei Söhne: Conrad und Erhard. Conrad, insgemein 
Cnntz y. Hütten genannt, verkaufte das ihm zustehende Schloss Htltten 
und starb 1435, Erhard aber setzte durch mehrere Söhne den Stamm 
fort. Von denselben war Christoph, Dr. der Theologie, zuerst Canzler 
zu Salzburg, später aber, seit 1502 Bischof zu Chiemse. Von seinen 
Brüdern pflanzte namentlich Friedrich das Geschlecht fort und Nach- 
kommen desselben lebten noch 1739. 

tfavA«, I. 8. 1297. — Siebmaeher, I. 96: Die Mendel v. Steiufels, Bayerisch. 

Mäendl v. Ankerbnsch. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1793 für Michael Maendl, k. k. Hauptmann im Infanterie-Regimente 
Ulrich Graf Kinsky, mit dem Prädicate : v. Ankerbnsch. 

Mtgerlt e. Mühlfeld, Erg.- Bd. 8. 370. 

Maennich, Mennich, Mönnich, Maennicht, auch Freiherren. Ein 

im 17. u. 18. Jahrb. in Schlesien, theils im Adels-, theils im Freiherm- 
stande vorgekommenes Geschlecht, in welches zuerst der böhmische 
Adels- Q. später der böhmische Freiherrnstand gelangt war. Letzteren 
erhielt Caspar Alexander v. Männich, Herr auf Gross-Mohnan etc. an- 
fangs h. württemb.-ölsischer, dann fürstl. liechtensteinscber Rath, später 
Landesbestallter der Fürsten und Stände in Schlesien und des fürstl. 
Stifts Matthiae zu Breslau und zuletzt seit 1684 königl. Oberamtsrath 
in Schlesien. Von demselben entspross: Freiherr Alexander Joseph, 
gest. 1737, kaiserl. ältester Ober-Amtsrath in Schlesien, der Fürsten- 
thümer Schweidnitz und Jauer Ober-Rechts-Beisitzer, Landesältester und 
Präsident bei dem Judicio delegato in Commissions-Sachen. Der Bruder 
des Freiherm Caspar Alexander: Gottfried v. Männich, führte nur das 
adelige Prädicat, war königl. Kammerrath in Schlesien und hatte zwei 
Söhne: Gottfried Alexander v. M. auf Jaeschwitz. des Fürstenthums 
Breslau Landes-Bestallten und 1719 der Fürsten und Stände in Schle- 
sien General-Steuer-Einnehmer und Carl Philipp v. Männich auf Sie- 
bothscbfltz, Kappitz etc. seit 1721 fürstl. lobkowitzschen Rath und des 
Fürstenthums Sagan deputatns ad publica. Der adelige Stamm ging 
später aus, die freiherrliche Linie blühte aber noch bis in das letzte 
Jahrzehnt des 18. Jahrb. und erlosch im Mannsstamme mit dem Frei- 
herm Johann Wenzel. Die Erbtochter desselben, Freiin Anna, gest. 
1829, vermählte sich 1790 mit Johann Grafen v. Larisch, Freiherm 
V. Ellguth und Earwin, gest. 1820. Landeshauptmann des Fürstenthums 
Teschen, k. k. Kämm. u. Geh.-Rath, welcher mit kaiserl. Erlaubniss 
vom 24. Jan. 1791, nach dem Tode seines Schwiegervaters, mit seinem 
angestammten Namen u. Wappen, den Namen und das Wappen des 
Geschlechts v. Männich verband, s. Bd. V. S. 400. Das Männichsche 
Wappen: Schild von Gold und Silber geviert, ohne Bild, nimmt jetzt den 
Mittelschild des Wappens der Grafen v. Larisch ein. 

Sinmpiu», II. 8. 376—79. — Gauhe. I. S. 1436 und 37 am Schliisae de» Artikels Munch- 
hMseii. — Freik. e. Ledtbur , II. 8. 76. 

Maentiiaeii. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1716 für Franz 
Maentuaen. 

Mtg^rit 9. Mükl/eld, Brie.-Bd. 8. 371. 

Maercken 2a Geeradt, Freiherren (in Silber fünf, 1. 3 u. 1, gol- 



.*^; 



— 78 — 

dene Kokarden (Ringe), roth, blau, roth ). Keichsfreiherrnstand. Diplom 
d. d. Frankfurt, 10. Apr. 1742 f&r Daniel v. Maercken zu Geeradt, kur- 
pfalzbayer. Grenailier- Hauptmann und kurftlrstlicben Trucbsessen. — 
Altes, ursprnn^licb böbmisches Adelsgescblecbt^ dessen Sprossen in 
frühester Zeit sich namentlich dem Kriegsdienste widmeten, doch auch 
hohe Civil- Aemter bekleideten. Dasselbe soll in der zweiten Hälfte des 
vierzehnten Jahrhunderts unter Carl v. Luxemburg, Könige Ton Böhmen, 
nachmaligem K. Carl IT. aus Böhmen an den Niederrhein gekommen 
sein. Hier treten zuerst um 1416 Werner v. Maercken zu Geeradt als 
Amtmann und Waldherr von Düren und 1470 Erasmus Lndovicus ▼. M. 
zu G. auf. Letzterer zeichnete sich der Sage nach bei der Belagerung 
von Moers (Meors) als Führer mehrerer Fahnlein gegen Carl den 
Kühnen, durch grosse Tapferkeit aus. Friedrich v. M. zu G. blieb 1553 
in einer Fehde unter dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg, welche 
Letzterer gegen den Kurfteten Moritz zu Sachsen führte. Friedrich 
Arnold v. M. zu G. war zu Ende des 16. Jahrb. kais. Bath und Kammer- 
director der Ffirstenthümer Jülich und Berg. Aus der Ehe desselben 
mit Anna t. Loewenich stammten zwei Söhne : Johann Peter v. M. zu 
G., jfilich-bergischer Kammerrath, verm. mit Elisabeth t. Schallenbroich 
und Stephan v. M. zu G., welche 1640 die kaiserliche Bestätigung des 
ihnen zustehenden Adels erhielten. Später, 1717, zeichnete sich Rüdger 
T. Märcken zu Geeradt als Oberst im Hülfscorps unter dem Prinzen 
Carl Albrecht aus, welches dessen Vater, Kurfürst Max Emanuel von 
Bayern, gegen die Türken schickte. — Die Stammreihe der jetzigen 
Familienglieder stieg, wie folgt, herab : Ignatius Joseph y. Maecken zu 
Geeradt, Herr auf Hofe und Steinbügel: Helena Freiin v. Petersem zu 
Printhagen; -— Freih. Daniel, s. oben, geb. 1716 u. gest 1796, kur- 
pfalz - bayerischer Generalm^or und knrfOrstl. Truchsess: Anna v. 
Schmitz -Helling: — Freih. Carl August Hubert, geb. 1765 und gest. 
1810, Herr zu Hugenpoet, Hose und Muntenbroich, grossh. berg. Lan- 
des-Director : Auguste Freiin v. Nesselrode, gest. 1828; — Freih. Carl 
August Hubert, geb. 1801, jetziges Haupt der Familie, venu. 1828 mit 
Anna Elise Bongard v. Horst, aus welcher Eh^, neben zwei Töchtern : 
Auguste verw. Frau v. Bülow, geb. 1829 und Erwine Freifrau Raitz 
V. Frentz, geb. 1832, ein Sohn stammt: Freih. Egolf, geb. 1830, k. 
prenss. Premierlieutenant im 2. pomm. Uhlanen-Regimente (Nr. 9), 
verm. 1860 mit Isabella Freün v. Solemacher. — Die beiden Brüder 
des Freih. Carl August Hubert sind: Freih. Friedrich Ferdinand Hubert, 
geb. 1804, k. bayer. Rittmeister a. D. und Freih. Gottfried Maximilian 
Hubert, geb. 1808, k. pr. Kamraerh., dienstthuend bei Sr. H. dem Für- 
sten Carl Anton v. Hohcnzollem, auch Major im 2. Garde-Grenad.- 
Landw.-Regimcnte, verm. 1844 mit Josephine v. Rummel, aus welcher 
Ehe, neben zwei Töchtern: Clara, geb. 1848 u. Mario, geb. 1851, zwei 
Söhne leben: August, geb. 1845 u. Leo, geb. 1849. 

Gencal. Tafchenb. der freih. Hiaser, lS«Äi>. 8. 419-31 u. |J*ß4. 8. 4% n. 91. 

Maerz v. MärzthaL Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1812 
für Anton März, k. k. Hauptmann im Infanter. -Regim. Marquis Lu- 
signan, mit dem Prädicatc : v. MärzthaL 

MtgerU 9. Mühlfeld, 8. S2S. 



>*^ 



-V 



— 79 — 

Maes, V. der Maesen (Schild quergetheilt : oben in Gold ein 
schwarzer, wachsender Löwe u. unten in Roth ein schwarzes Andreas- 
kreuz). Altes, cölnisches Patriciergeschlecht, welches bereits 1448 zu 
Klein- Vemich unweit Lechenich sass. Dasselbe erlosch in der einen 
Linie 12. März 1688 mit Johannes Maes und in der anderen um die 
Mitte des 18. Jahrhunderts. 

Fahn«, I. 8. 265, — Freih. o. Ledebur, II. 8. 61*. • - j 

Maesen, v. der Maesen (in Gold ein schwarzes MOhleben and QiMn» ^V;^ 
demselben ein gestürzter, blauer Reichsapfel mit goldenein Binge lb ''" 
Kreuze). Rheinländisches, von der im vorstehenden Artikel bespror 
ebenen Familie, wie schon das Wappen ergieM^gant ▼ersebiedeaes 
Adelsgeschlecht, welches bereits 1729 zu Wankutn lUtweit Geldern saas.^ 
Dasselbe wurde bei Anlegung der Adelsmatrikel der prenss. Rheintirö- V.. 
vipz in der Person des B. M. v. der Maesen, laut Eiagabe, Wankum im >. ? 
Regier.-Bezirke Düsseldorf, 17. Nov. 1829, in die Clwe der EdeUeoto « 
unter Nr. 155 eingetragen. 

Freiherr w. Ledebur, 11. 8. 69. - Suppl. su Siebm. W.-B. fi fl. — W.-B. ü-r l*tvn*'^ .^ 

Bbeinprov. I. T«b. 77, Nr. 154 und 8. 74 und 75. ^ J*'4J 

Maessenhansen. Adelsstand des Kgr. Bayern. D^lom vom 29. Apfr, . 1 1{ 
1816 für Joseph Maessenhansen, k. bayer. Truchsessen. , • i ■' 

e. Lang, 8uppl. 8. 131. - W.B. des Kgr. Bayern. VII. 4. . -. ,: V 

Maetsch, Metsch, Grafen. Altes Grafengeschlecht in GraubQndlen, 
dessen Sprossen unter die vier Jäger des h. r. Reichs gerechnet wurden, 
im Stifte Chur das Erbtruchsessen-Amt besassen und erbliche Beisitzer 
des ehemaligen freien kaiserlichen Landes-Gerichts zu Rangkwyl waren. 
— Carl Maetsch soll 933 in der Schlacht bei Merseburg mit den Hun- 
nen gewesen sein ; Andreas Graf v. Matsch lebte in der zweiten Hälfte 
des 12. Jahrb. und Arnold war 1210 Bischof zu Chur. Um diese Zeit 
liess sich das Geschlecht auch in Tirol nieder und baute im Vinschgaue 
die Herrschaft Matsch (Amasia) an, nach welcher es sich Vögte nann* 
ten, welchen Titel zuerst ülricus M. 1210 führte. Später verwalteten 
lÄnf dieses Geschlechts die Landes-Hauptmannsschaft in Tirol, bis die- 
ses mit vielen fürstlichen Häusern vei'wandte Geschlecht 1504 erlosch. 

GiMuhe, r. 8. 135« und »6: nach (Jr. v. Bramlis. Tirol. Khr«nlir. 

Maffay y. Giattford, Ritter und Edle. Erb].- österr. Ritterstand. 
Diplom von 1761 für Christoph Fabian v. Maffey, landschaftlichen Se- 
cretair zu Graetz, mit dem Prädicate: Edler v. Glattfort. 

Mefftrte v. Mükl/eld^ 8. 129 u. 130. 

Maffei, Ritter. Reichsritter- und erblicher Pfalzgrafenstand. Di- 
plom vom K. Ferdinand HI. für Anton Matthaeus M., aus Tirol gebür- 
tig, des Erzherzogs Ferdinand Rath und für den Bruder desselben , Jo- 
hann Jacob M., kurbayerischen Leibmedicus, (welcher vermuthlich mit 
der Kurftkrstin Maria an den Hof gekommen war). Der Stamm blühte 
fort und ein Ur-Ur-Enkel des Anton Matthaeus: Joseph Philipp Ritter 
V. M., geb. 1775, k. k. Lyceal - Professor in Salzburg, o. Mitglied der 
k. k. italienischen Academie der schönen Künste und Wissenschaften, 
wurde in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

•. Lang, 8. 438. — W.-B. 4. Kgr. BKy«rn,Vn. &. 



l 



— 80 — 

Maffei, Ritter. Adels- und Ritterstand des Kgr. Bayern. Diplom 
vom 31. Aug. 1808 filr Peter Paul Maffei, Grosshändlei* und Tabacks- 
fabrik-Inhaber. Derselbe stammte aus Friaul. 

r. Lang, 8. 439. — W.-B. d. Kgr. Bayero, VII. 5. 

Mafficioli, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1768 für 
Fraigz Mafßcioli, Apotbeker in Wien, mit dem Prädicate: Edler v. 

, ., - M§gwU 9, MiMl/eld, 8. V23. 

^ Magall OD. Franzüslaches Adelsgescblecbt, aus welchem mehrere 
Sprossen im Anfange* dieses Jahrhunderts in der k. preuss. Armee stan- 
den. Dieselben kebrteu in thm Jahren 1806 u. 1807 sänmitlich in ihr 

Vaterland zurück. 

W. Pr. A -L. m. 8. 33Ä. -- »fiA. e, Ledebur, U. 8. 69. 

Magauer v. GreifTenberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1796 für Matthias Magauer, k, k. pensionirten Major, mit dem Prädi- 
cate * V, Greiffenberg. 

Mrfftrlt V. MihiMd , Bf|£.-Bd. ». Ml. — Suppl. tu Siebm. W.-B. II. 20 und IX. >l : 
V. Il»cciiii4.'r. 

Magdeburg. Altos, irn Saalkreise und im Halberstädtscben vor- 
gekommenes Adeligeschlecht, welches wohl schon vor Jahrhunderten 
^ erloschen ist. 

N, l*r. A.-L, V. S. 321, 

\ Magdeburg, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom vom 11. Oct. 

1845 fttr Carl Friedrich Magdeburg, k. k. pens. Obersten, mit dem Prft- 
dicat: Edler von. Der gleichnamige Sohn des Diplomsempfängers wurde 
M^jor im k. k. Pionnier-Corps und die Familie blüht jetzt im Frei- 
hermstande. 

Handschriftl. Notis. — Gene«!. Tascheiib. d. frcih. H&user, 1863. 8. 588. 

Magdich v. Magdenan. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1778 
filr Anton Magdich, k. k. Oberlieutenant des carlstädter oguliner Infan- 
terie-Regiments, mit dem Prädicate : v. Magdenan. Der Stamm hat fort- 
geblflht. Franz Magdich v. Magdenan lebte in neuer Zeit als k. k. 
Generalmajor a. D. zu Mödling bei Wien, Ferdinand M. v. M. stand als 
Hauptmann im 29. Infant.-Reg. und Franz M. v. M. wurde k. k. Lieu- 
tenant. 

Megerle r. ifühl/eld, Krg.-Bd. 8. 368. — Milit-Sehcmatisin. des SstPCr. Knitertham». 

Magert, Mdgerln, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom vom 
12. Juni 1708 für die beiden Brüder Franz Heinrich Mägerl v. Weg- 
leithen auf Wiesenfelden und Haag, kurbayer. Regier. -Rath in Burg- 
hausen und Ferdinand Joseph M. v. W., k. k. Rath und Landstand in 
Nieder-Oesterreich. — Altes Adelsgeschlecht, dessen ältester bekannter 
Stammvater, Carl Mägerl, 1369 adeliger Dienstmann der Grafen v. Cilii 
war. Die Nachkommen waren in Kärnten und Salzburg adelige Land- 
nänner und kamen von da nach Bayern, wo sie sich im Innviertel, in 
dem s. g. bayerischen Walde niederliessen. Hier, in der neuen Heimath, 
kommt zuerst Wolfgang M. vor, welcher den adeligen Sitz Wegleithen 
im Gerichte Ried an sich brachte und in der Pfarrkirche zu Ried eine 
Orabcapelle für sein Geschlecht erbaute. Derselbe war mit Maria Kheutzl 



— 81 — 

y. Weilhart aus einer alten salzbnrger Adelsfamilie vermählt. Der ans 
dieser Ehe stammende, gleichnamige Sohn erhielt 1539 von den Her- 
zögen Ludwig und Wilhelm in Bayern auf seine Güter die Edelmanns- 
fireiheit, stand in kaiserlichen Kriegsdiensten und bei seinem Landes- 
ftlrsten in grossem Ansehen und wurde in den Ritterstand des h. rOm. 
Reichs erhoben. Derselbe hatte sich 1522 mit einer Gutrath v. Puch- 
stein ans einem der ältesten salzburgischen Geschlechter vermählt und 
wurde durch seine Söhne und Enkel und deren Frauen aus den alten 
Adelsfamilien der Lasser v. Marzoll, Freyer zu Grienau v. Schönprann, 
Fuchs V. Ebenhoven und v. Prugglach, der vierte Grossvater der oben- 
genannten Brüder, der Freiherren : Franz Heinrich und Ferdinand Jo- 
seph M. V. W. Freih. Franz Heinrich war vermählt mit einer Pembler 
V. Stepperg, Freiin v. Leitstetteu, welche 1713 starb, worauf er in den 
geistlichen Stand trat. Der Sohn desselben, Freih. Friedrich, kurbayer. 
und kurcöln. Kämmerer, Hofrath und Hofcavalier in Freising, war mit 
einer Freiin Mamming v. Ratzenhofen vermählt und setzte den Stamm 
fort — Die FamiMe blüht jetzt in zwei Linien, der älteren zu Wiesen- 
felden und der jüngeren zu Saalburg. Haupt der älteren Linie war in 
neuester Zeit Freih. Franz Xaver U., gtb. 1783 — Sohn des 1826 ver- 
storbenen Freiherm Franz Xaver I., k. bayer. Kämm, und ehemaUgeii 
Landstenrers der Landschaft im Rentamte Straubing aus der Ehe mit 
Bemhardine v. Kommann, gest. 1813. Enkel des Freih. Franz Paula 
und Urenkel des Freih. Franz Heinrich, s. oben — Herr auf Wiesen- 
felden, k. bayer. Kämmerer. General-Lieutenant und Premierlieut. )|K> 
deor Hartschier-Leibgarde, verm. in erster Ehe mit Theresia Freü^^ 
Magerl, gest. 1819 und in zweiter mit Gabriele Grf. Waldkirch, f^ 
1791. Aus der ersten Ehe stammt eine Tochter: Freiin Mathilde, |j^ 
1815, verm. 1837 mit Clemens Grafen v. Waldkirch, k. bayer. K&jpial 
Staats- u. Reichsrath etc., Wittwe seit 1858. — Die jüngere Lii|.il ^ 
Saalburg stammt von dem 1808 verstorbenen Freiherrn Joseph Ä^^ 
Xaver, — Bruder des obengenannten Freih. Franz Xaver I. — jopr 
bayer. Grenadier-Hauptmann, verm. mit Maria Adelheid Matem^Sie 
Septfontaines, Erbin von Saulburg. Aus dieser Ehe entspross FreihOTT 
Albert I., gest. 1858, Herr auf Saulburg, k. bayer. Oberlieutenant 44a 
suite, verm. mit Mauritia Freiin v. Limpöck, gest. 1842. Der Sohn des 
Letzteren ist: Freih. Albert H., Herr auf Saulburg, geb. 1816, k. bayer. 
Oberlientenant im 2. Cürass.-Regim. — Von dem Bruder des Freiherm 
Albert I., dem Freiherrn Friedrich, geb. 1785, k. bayer. Kämm, und 
General-Lieutenant in Pension, vermählt in erster Ehe mit Eleoriiire 
v. Danner, gest. 1823, in zweiter mit Charlotte v. Bienenthal, gest, 
1831 und in dritter mit Emilie Grosch, stammt aus erster Eher Freih. 
Otto, geb. 1819, k. bayer. Kammerjunker und Rittmeister im 1. Cuiras- 
sier-Regimente, verm. mit Adelheid Grf. v. Yrsch, geb. I83r), aus wel- 
.cher Ehe eine Tochter, Eleonore, geb. 1855, lebt u. au^ der dritten Ehe 
entsprossten die Freiinnen: Emilie, geb. 1838 u. Matliildc. geb. )84S. 

9. Lang, 8. IM nnd 188. — Megerle 0. Mähl/^td. 8. 68. — Gene«! Taschenb d. frelb. 
HisMr. 18M. S. S^4 u. ib. 1862. S. 48« u. 87 und 18i>8. 8. &H9. — W.-B. d. Kgr. Uaycrn, 
lU. M and r. Wolekern , Abth. 3. 8. 156 nnd 57. - 9. Hf/ner , bayer. Adel , Tab. 46 and 
8. 46. ~ Mnetekkät ni. 8. 308 und 309. 

Mn0tcAk§, Dratoeh. Ad«U-L«x. VI. 6 



4 



^^ 82 — 



Mngg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1761 för Franz 
Äloys Magg , Doetor der Medieiii in MäLren. 

Ma^c^oni. ErljL-österr. Adelsstand. Diplom von 1775 für Fram! 
Maggioni-, r*IutJKhauptraann zu Mantua. 

Magir, MagirnsT s. Logaa, Magirus v. Logau^ 8. 3. 

Magills. Reich sad eisstand. Diplom von 1803 ftlr ^eu Legations- 
riit.h Ernst AI brecht Magins zu Lübeck. Der Sohn desselben . Ernst 
August \\ Magius. trat in baiinovrrsehe Militainlienste und in neuester 
Zeit stellt Julius v. Magius als Lieutenant in der k. k. Annee. 

Magne. ReichsadolBstand. Diplom von 1705 für Benedict Magne, 
Agenten der Annada in Piemont und der Lombardei, 

Maquis, Ma^ni, Grafen. Böhmischer n. Reichsgrafeustand. Böh- 
misches Orafendiidom vom 8. Nov. li)20 i'ür Franz v, Magnis. k. k. 
Obersten, auf Zieh, Moschtienitz, Morawetz, Mittrow und Strassaitz in 
Mähren» mit dem rrildieate: v, Strassnitz und Reichsgrulendiplom von 
162^ far denselben und für seinen Bruder. Philipp v. Magnis, Beide 
k, k. Feldmai'Bch.-Lieuten., in Anerkennung ihrer Hi20 in der Schlacht 
am weissen Berge bewiesenen grnssen Tiipferkeit. — Altes, ursprüng- 
lich schwedische«?, ausGuthland stammenrhsAdelsgescblecbt. I>er Name: 
Magni, ^lagnis, Magnus bedeutet in der scantiinavischen Sprache soviel, 
als: Macht, Vermögen, In Schweden bekleideten die Sprossen des Ge- 
schlechts hohe EbrensteÜen und standen, ansehnlich begütert, in grossem 
Ansehen. Später wendeten sieh Einige derselben nach Müliren, kauften 
sich mit mehreren (flUern an und erwarben anclj Besitzungen in Schle- 
sien und zwar in der (irafsrhaft (rbvtz. — Johannes Magni, geb. 1488, 
Erzbischof zu [Ipsala, widersetzte sich mit Eifer den Religiousveriln- 
deningeu des Königs (iustav Wasa. begab sich, ans Schweden vertrie- 
ben, nach Rom, erhielt vom Papste das Bisthum zu Mantua und starb 
1641. Zwei Neflcn desselben, welche iliu nach Rom begleitet hatten, 
stifteten zwei Linien der Familie, der Eine die Linie in Italien, welche 
um 1710 erloschen ist und der Andere, Lazarus M., die Linie in Mäh- 
ren. Von dem Sohne des Letzteren, Constantin, verni. mit f)ctaviii Car- 
casolla, stammten, neben Valerian M., dem bekannten Capneiner und 
Schriftsteller, gest. 166 L die beiden übcngenainiten (rrafen Franz und 
Philipp. Graf Franz, verm. mit eimr Pergerin v. Pcrg, gest. 1654, 
stiftete, neben dem brünncr adeligen Fräulein stifte und mehreren Klö- 
stern and Schulen, das Majorat Strassnitz, welches, da derselbe Nach- 
kommen nicht hatte, an seinen Bruder, den Grafen Philipp, kam. Von 
dem Sohne des Letzteren, dem Grafen Ferdinand, Herrn auf Przeztawik, 

Mite aus der Ehe mit Maria Angelica Grf. v. Braichi : Graf Maximi- 
! I welcher das, einige Zeit der liechtensteinschen Familie zugehörige 
Mtyorat Strassnitz wieder an sein Geschlecht brachte. Der Sohn des 
Grafen Maximilian, Graf Jobann Fran^, gest. 175C, vermahlte sich mit 



— 88 — 

Ilaria Angelica Grf. y. Götzen, gest. 1780 und erlangte durch diese 
Yermählong für seine Nachkommen die Erbfolge in den gräflicli g(')t/on- 
schen Gütern. Als nämlich der Mannsstamm der Grafen v. Götzen, böh- 
misch-galizischer Linie, 1771 ausstarb, gelangten durch Testament die 
sämmUichen Allodialgüter $tn Maria Angelica Grf. v. Magni und an die 
beiden Schwestern derselben und zwar mit Substitution des zweiten 
Sohnes der Ersteren, des Grafen Anton Alexander v. Magni, welchem 
die Erbinnen 1780 ihre Rechte an diese Besitzungen abtraten. Der 
ältere Sohn des Grafen Johann Franz: Graf Franz Joseph Anton, gest. 
1776, venu, mit einer Grf. Ser6nyi, hinterliess das Majorat Strassnitz 
seinem Sohne, dem Grafen Franz Anton, von welchem, als er ohne Nach- 
kommen starb, dasselbe an den jetzigen Besitzer kam. — Graf Anton 
Alexander, gest. 1817, welcher als ausgezeichneter Landwirth die 
grossen Besitzungen in Mähren und Schlesien noch sehr erweiterte, ver- 
mählte sich 1785 mit Luise Grf. v. Goetzen, brandenburgischer Linie, 
geb. 1764 und aus dieser Ehe entsprossten die Grafen Friedrich Wil- 
helm Anton und Wilhelm Alexander Maximilian. Graf Friedricli Wil- 
helm Anton, gest. 1861, Herr der Herrschaften Neurode, Eckersdorf, 
Gabersdorf und Volpersdorf, so wie des Ritterguts Niedersteine in der 
Gra&cbaft Glatz, k. preuss. Major a. I)., war vermählt mit Sophie Grf. 
T. Stadion- Warthausen-Thannhausen, geb. 1802. Aus dieser Ehe stammt 
das jetzige Haupt der gräflichen Familie: Anton R.-Graf Maguis, Graf 
y. Strassnitz, geb. 1823, Majoratsherr der Herrschaft Strassnitz und 
Welka, Herr der AUodialherrschaften Prerau in Mähren, Ullersdorf, 
Ober-Haasdorf und Kieslingswaldau in Schlesien, k. preuss. Kammer- 
herr und Kreis-Deputirter des Kreises Qlatz. Von den beiden Brüdern 
des Grafen Anton, neben einer Schwester, Grf. Sophie, geb. 1835, verm. 
1856 mit Carl Grafen v. Oppersdorf auf Ober- und Nieder-Lassoth etc. 
hat Graf Philipp, geb. 1822 u. gest. 1857, Majoratsherr der Herrschaft 
Strassnitz mit dem Gute Welka, k. k. Kämm, aus der Khe mit Octavia 
Grf. V. Leutrum-Ertingen, geb. 1829 u. verm. 1849, drei Töchter: 
Alma, geb. 1850, Sophie, geb. 1854 u. Agnes, geb. 1856, hinterlassen, 
Graf Wilhelm aber, geb. 1828, Herr der Herrschaften Eckerdorf, Neu- 
rode, Albendorf, Volpersdorf u. Gabersdorf und der Rittergüter Nie- 
dersteine und Seiffersdorf im Glatzischen, vermählte sich 1 859 mit Ga- 
briele Grf. Deym, Freiin v. Stritez a. d. H. Arnau, gob. 1839, aus wel- 
cher Ehe eine Tochter, Ludmilla, geb. 1860 u. ein Sohn, Anton, geb. 
1862, leben. — Graf Wilhelm Alexander Maximilian, geb. 1787. Lan- 
desältester u. Herr der Herrschaften Prerau in Mähren und Oborhans- 
dorf a. Schnallenstein, sowie der Güter Ullersdorf, Kieslingswaldau und 
Weissbrod in der Grafschaft Glatz, starb nach 1853 und wurde von 
seinem Bruder beerbt. 

H. Pr. A.-L. III. 8. SU nnU 37. — Deutscho Grafeiih. d«r Gckciiw. ir. 8. 74 and 75. — 
Freik, 9. Ledtbun U. 9. 70 and III. S. 306. — Geneal. Tasrhenb der grifl. H&iiser, 1-64. 
8 5S1 8. Sl nnd hlttor. Handboeh so d«inaeihen, 8. 552. — Tyrof, II. l'iS. — Kchlesisohet 
W..B. Nr. 68. 

Magnns (Schild quergetheilt : oben in Blau ein goldener Stern und 
outen in Schwarz yier silberne Pfähle). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom Yom 2. März 1853 fflr Friedrich Martin Magnus, Banquier zu 

6* 



— 84 — 

Berlin und Herrn auf Thielitz mit Kohna und auf Wendiscb-Osfdg im 
Kr. GörUtz. 

Freiherr 9. Ledebur, H. 8. 70. 

Magnus, s. Axleben, Magnus genannt (in Silber drei scbrftg- 
rechts übereinander gestellte Sägen [„Segeisen", wie die Siebmacber- 
sche Declaration sagt] oder Kesselhaken), Bd. I. S. 155. 

% Magnsch. Reicbsadels- n. böhmischer Kitterstand. Adelsdiplom 

von 1722 fQr Caspar Magusch, Arendator zu Medzibor in Schlesien und 
Ritterdiplom für Denselben von 1729. — Der Stamm blühte fort und 
zu den Nachkommen gehörte: Ernst Julius v. Magusch, welcher 1809 
k. preuss. General-Mjgor wurde und 1815 im Pensionsstande starb. 

Megerle 9. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 174 uod 368. — N. Preui«. A.L. III. 6. 337 und 38. - 
r^eih. 9. Ledebur, II. 8. 70. 

\ Mahlen. Ein im 18. Jahrh. zu dem ostpreussischen Adel gehören- 

des Geschlecht, aus welchem nur Johann Christoph v. Mahlen mehrfach 
in der Geschichte der k. preuss. Armee genannt wird. Derselbe, geb. 
1720, trat 1738 in preussische Kriegsdienste, wurde, nachdem er 
10 Hauptschlachten, 18 Treffen und Gefechten und 5 Belagerungen 
beigewohnt, 1781 Chef des Dragoner-Regiments Prinz v. Württemberg 
und 1782 Generalmajor und starb 11. Nov. 1789. Seine Gemahlin, 
Sophie Christiane Tugendreich v. d. Marwitz war schon vor ihm, 1782 
gestorben. Dass er Nachkommen gehabt, ist nicht bekannt. 

N. Pr. A.-L. m. 8. 33S. - Freih. 9. Ledebur, II. 8. 70. 

Mahler. Rcichsadelsstand. Diplom von 1723 für Anton Mahler, 
k. k. Hofkriegscanzlei-Registrator. 

Megerle r. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 368. 

Maklern y. Malenstein. Erbl. -österr. Adelsstand. Diplom von 
1807 für Sigmund Mahlern, k. k. Honorar -Msgor , mit dem Prädicate: 
Y. Mahlenstein. 

Megerle 9. Mühlfeld, Erg.-Bd. H. 368. 

Mahlenberg. Altes, steiermärkisches Adelsgeschlecht, dessen 
Vorkommen von 1199 bis 1384 bekannt ist. 

Sehmut», 11.8. 479. 

Mahrenholz, auch Freiherren, s. Marenholz, Freiherren. 

Maier (Schild geviert : 1 und 4 in Blau eine silberne Sichel mit 
braunem Stiele u. 2 und 3 in Silber zwei über einander gelegte, grüne 
Zweige). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 19. Sept. 1786 
fttr Daniel Wilhelm Maier, k. pr. Kriegsrath. — Ueber das Fortblühen 
des Geschlechts fehlen genaue Nachweise. 

N. Pr. A.-L. III. 8. 338 und 39. — Freih. 9. Ledebur, II. 8. 7U. 

Mairhofen v. Anlenbach, Mairhofen anf ELlingenberg, Freiher- 
ren. Reichsfreiherrnstand. Diplom vom 15. März 1696 fCtr August 
Maximilian v. Mairhofen, k. k. Geh.-Rath und Gesandten am kurmainz. 
Hofe und zu Mergentheim , kurbajer. Kämm, und Oberamtmann. — 
Altes, aus dem Innthale unweit Innsbruck stammendes Adelsgeschlecht, 
welches auch nach Schlesien kam , ohne daselbst begütert zu werden. 



— 85 — 

Dasselbe kommt schon um 1400 als altes Adelsgeschlecht vor. Die 
Vorfahren der späteren Sprossen des Stammes waren Ministerialen des 
Erzhanses Oesterreich und wurden als solche 1600 mit der Bestimmung 
bestätigt, dass sie immer sich „Erbdiener des Hauses Oesterreich*' nen- 
nen und schreiben dürften. Zur Zeit des Bauernkrieges war die Familie 
in Schwaben angesessen, gehörte zur dortigen Ritterschaft u. zeichnete 
rieh unter Georg v. Waldburg aus. Nach Verwüstung ihrer Güter in 
den damaligen Kriegen erlangte dieselbe f)lr ihre Tapferkeit Ansprüche 
auf das erste eröffnete Reichslehen. Da nun gerade das Geschlecht 
Kottwitz V. Aulenbach , s. Bd. V. S. 251 , mit welchem die Mairhofen 
▼erwandt waren, dem Erlöschen zueilte, so traten die Kottwitz v. Aulen- 
bach noch, als sie bestanden, 1570 denselben das Lehen zu Klingen- 
berg gegen Entschädigung ab und nach Aussterben jenes Geschlechts 
wurden zu Ende des 17. Jahrb. die Mairhofen mit den gesammten, 
heimgefallenen Lehen der Kottwitze belehnt. Der erste Lehenträger u. 
Burgmann zu Klingenberg war Eustachius v. Mairhofen , dessen Sohn 
aas der Ehe mit Maria v. Scheichen, der obengenannte Freiherr August 
Maximilian, der Familie neuen Glanz brachte. Derselbe hatte von sei- 
ner Hausfrau, Eva v. Demroth, drei Söhne und drei Töchter, welche 
Letztere durch Vermählung in die Familien v. Malsburg, v. Langen u. 
V. Langenschwarz kamen. Der zweite Sohn, Johann Caspar, war Oberst- 
Wachtmeister und Stadt-Conunandant zu Aschaffenburg und der dritte 
Domherr zu Trier, der älteste aber, Franz Wilhehn, kurmainz. Käm- 
merer y Regierungsrath und Oberamtmann , setzte , verm. mit Franzisca 
Amalie ▼. Buseck zu Buseck, den Stamm fort. Der jüngere Sohn des- 
selben , Christoph , gest. 1788, Geh.- Rath und Vicecanzler zu Fulda, 
hatte einen einzigen Sohn, Damian, grfl. waldeckschenCapitain, welcher 
1810 bei Medina in Catalonien fiel , während der ältere Sohn Franz 
Wilhelms: Franz Lothar, gest. 1794, kurmainz. Kämmerer, Regierungs- 
rath, Ober-Amtmann und Burgmann zu Klingenberg, verm. mit Maria 
V. Hettersdorf, der weitere Stammhalter wurde. Von demselben ent- 
spross Freih. Friedrich, geb. 1774 u. gest. 1822, kurhess. Kammer- 
herr, in erster Ehe verm. mit Luise Freiin v. Fechenbach-Sommerau u. 
in zweiter mit Maria Agnes v. Petteneck von Mergentheim und aus der 
ersten Ehe stammt: Franz Freih. Mairhofen v. Aulenbach, Burgmann 
zu Klingenberg im bayer. Untermain-Kreise, k. bayer. Känmierer, verm. 
1855 mit Maria Freiin v. Geyso, geb. 1827, aus welcher Ehe ein Sohn 
lebt, Hugo, geb. 1857. Die Schwestern des Freih. Franz sind: Maria 
Anna, verw. Frau v. Hörmann auf Hörbach und Caroline verw. Freifrau 
▼. Fechenbach. 

9. Lang, Nachtrag, 8. »6. — Freiherr • Ledebur, O. 8. 70. — SUhmaehmr, II. 85 * *: 
Sehvibiaehe Preiberreo : daa Wappen mit der Ueberschrift: Bdle v. Mairhofen, d. h. r. R. 
RittOT a. V. 93. b: Freih. v. M. au A. ~ Suppl. su Hiebm. W.-B. VII. 5. IX. 5 n. 99. — 
W.-B. d. Kgr. Bajern. III. &7 u. r. W6lckern^ Abth. 8. 8. 157 and 58. -> *. Hefner , bayer. 
Adel, Tab. 46 und 8. 46. ~ Kn»»ehke , HI. 8. »3»— 41. 

Mailäth v. Sz^khely, Grafen. Erbl.>österr. Orafenstand. Diplom 
von 1783 für Joseph v. Mailath und für die Nachkonmaenschaft dessel- 
ben. — Altes, ungarisches Adelsgeschlecht, welches, weit ausgebreitet, 
zu grossem Grundbesitz und Ansehen gelangte. — Die absteigende 
Stammreihe der späteren Familienglieder ist folgende: Nicolaus v. Mai- 



— 86 — 

lath de Szeckhely (Szekhely): Maria Justine v. Eröss; — Balthasar: 
Susanna Ordödy de Kalczfalva; — Joseph: Catharina v. Törinczy de 
Terickfalva; — Joseph, erater Graf v. Mail4th de Sz6ckhely. — Graf 
Joseph (I.). geb. 1735 und gest. 1810, hatte aus zwei Ehen viele Nach- 
kommen : aus erster Ehe mit Maria v. Bossänyi stammten dreizehn, aus 
zweiter mit Anna Grf. Sandor fünf Kinder. Drei seiner Söhne pflanzten 
den Stamm fort. Von dem älteren Sohne, Graf Joseph (11.), geb. 1760, 
gest. 1825, stammt aus der Ehe mit Grf. Serenp, gest. 1819: Graf 
Joseph Simon, geb. 1796, Herr der Herrschaft Perreny^k im Zembliner 
Comitate Ungarns. Der Bruder desselben ist : Graf Anton Joseph, geb. 
1801, k. k. Kämm., Geh.-Rath und Staatsminister a. D. — Von den 
beiden Brüdern des Grafen Joseph (H.), neben einer Schwester, Elise, 
geb. 1794, verm. Grf. Batthyäny, pinkafelder Linie, hinterliess Graf 
Carl, geb. 1858, k. k. Kämm. u. jubil. k. ungar. Hofkammerrath, aas 
der Ehe mit Judith Reviczky v. Revisnye, gest. 1856, eine Tochter: 
Maria, geb. 1821, verw. Freifrau Medniansky de Medgyes und vom 
Grafen Johann, geb. 1786, dem bekannten u. berühmten G^chichts- 
schreiber Ungarns, k. k. Kämm. u. Mitgliede der k. bayer. Academie 
der Wissenschaften, welcher mit seiner Tochter, Grf. Henriette, geb. 
1811, im stamberger See 3. Jan. 1855 den Tod fand, stammt ein Sohn: 
Graf Kolomann, geb. 1815. 

r. Schönfald, Adclt-8chemat. I. 8. %19. — Deutsche Onfenh. d. Oeg^nw. Ilf. 8. tlii o. 
85. — Geiipal. Taschenb. der griilioh. H&nser, 1864, 8. 539 und histor. Handboeb sa Dein- 
aelben, 8. Shft. -Tyrof, H 37. 

Maillot de la Treille, auch Freiherren. Reichsadelsstand und 
Freiherrnstand des Kgr. Bayern. Freihermdiplom vom 8. Jan. 1830 
für Nicolaus Hubert MaiUot de la Treille, k. bayer. Brigade-General 
und Kriegsminister. — Altes, früher in Frankreich auf dem Schlosse 
Vatronville in Virtunoir gesessenes Adelsgeschlecht, aus welchem Nicola 
und Joseph Maillot de la Treille 1755 in kurpßllz. Dienste traten, Er- 
sterer, Nicola, zugleich infulirter päpstlicher Prälat, wjarde Geh.-Rath 
und erster Bibliothekar der kurfürstl. Bibliothek, Joseph aber, gest. 
1804, welcher bis zum Oberstlieutenant gestiegen, erhielt 1. Juni 1790, 
unter Anerkennung des althergebrachten Adels u. Wappens, den Reichs- 
adelsstand. Aus der Ehe des Letzteren mit Emerence van Dowe ent- 
spross nur ein Sohn: Freih. Nicolaus Hubert, s. oben, gest. 1834, k. 
bayer. Kämm. u. Kriegsminister etc., welcher, neben einer Tochter, 
Amalie verw. Dr. Bruch, geb. 1807. drei Söhne hinterliess, die Frei- 
herren August. Max und Eduard. Freih. August, geb. 1803, jetziges 
Haupt der Familie lebt in München; Freih. Max, geb. 1809, k, bayer. 
Kämm. u. Regier.-Rath zu Speier, vermählte sich 1839 mit Adelheid 
Freiin v. Leerodt zu Leerodt (aus altem, im Mannsstamme erloschenen 
Geschlochte der ehemaligen jülich'schen Ritterschaft), aus welcher Ehe 
vier Söhne stammen, die Freiherren: Ferdinand, geb. 1841, k. bayer. 
Lieut., Georg, geb. 1843, Emil, geb. 1845 u. Adolph, geb. 1850 — 
und Freih. PMuard, geb. 1811, k. bayer. Rittm. in Pension, lebt eben- 
falls in München. 

(^eneal. Tascheub. d. freih. Hfiuser. 1858. S. 4(M— 10 und 1868, 8. 588. — W.-B. d. Kgr. 
Bayern, V[I. 6: v. M. de la T. uod 11. 60: Freih. v. M. de la T. — v. Hefntr , bayerisch. 
Adel, Tab. 46 u. 8. 47. — Kfunkk«, IV. 8. 276 und 77. 



— 87 — 

Mainan. Ein zn dem Adel im Grossherzogth. Baden zählendes, im 
A.-B. Radolphzell ansässiges Geschlecht. Ob dasselbe mit dem am Bo- 
densee reich begütert gewesenen altfrei herrlichen Geschlechte v. M<^< Hi[ 
in verwandtschaftlicher Beziehung steht, Iftsst sich nicht genau be^ 
alimmen. 

Ca$i, Adelabuch d Qrossh. Baden« Abth. 3. 

Mainoni. Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom vom 23. Avg 
1848 (Ar Dominik Mainoni, k. k. Major im 2. Feld-Artillerie-Regi- 
mente, mit dem Prädicate: Edler v. — Der Stamm blühte fort und in 
neuester Zeit standen in der k. k. Armee drei Sprossen des Geschlechts, 
die Hauptleute Arthur u. Philipp Edle v. M. und der Rittmeister Do- 
minik Edler v. M. 

Haodtohriftlfch« Notls. — Unitair-Rehematismus des Ssterr. Kalterthams. 

Mainoni V. Inti^ano. Erbl.-Osterr. Adelsstand. Diplom von 
1820 für Stephan Mainoni, k. k. Rath und Director der Tabaksfabrik 
in Mailand, mit dem Prädicate : v. Intighano. 

MegerU «. Mühl/etd, 8. 393. 

Mafr y. Rindberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1760 
fllr Anton Longin Mair, k. k. Oberstwachtmeister bei dem Feld - Artil- 
lerie-Corps, mit dem Prädicate: v. Rindberg. 

Me9frl4 9. Mühlfeld, 8. ISO. 

Mairhauser v. Spermannsfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1804 für Johann Mairhauser, Landesschützen-Hauptmann zu Botzen, 
mit dem Prädicate : v. Spermannsfeld. 

BUgtrlt y. Mühlfeld, Vrg.-Bd. 8. 368. 

Maiflon v. Lobenstein. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1817 
für Johann Maison, k. k. Hofkriegs- Yicebuchhalter, wegen 39jähriger 
Dienstleistung mit dem Prädicate : v. Lobenstein. 

MtgerU 9, Mühlfeld 8. 238. 

Maiflter. Eine, von Schmutz zn den steiermärkischen Ritterge- 
schlechtem gezählte Familie. 

Maistrelli v. Sonnenhof. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1805 für Franz Vigil Maistrelli, fftrstl. trientischen Hofirath, mit dem 
Prädicate: v. Sonnenhof. 

Mpperle t. Muhlfeld, Brg.-Bd. 8. 3(^8 u. 69. 

Majti. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1702 für die Ge- 
brüder Johann Friedrich und Franz Xaver Majti. In neuester Zeit steht 
als Hauptmann in der k. k. Armee Alois Maiti Edler v. Sella. 

MegerU r. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 869. — Militair-Schemat. d. Saterr. Kaiaerthnms. 

MiHini^^ Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1760 für Anton 
Majunka, k. k. Rittmeister im Guirassier-Regiment« Carl Graf Pällfy 

MegerU t. Mühlfeld, 8. 223. 

Maiaeroi, Maiaeroy. Französisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
zwei Sprossen 1806 in der k. pr. Armee standen. Der Eine wair Stabs- 
capitain imR^mente v. Strachwitz, nahm 1811 den Abschied u. lebte 



— 88 — 

Aoch 1824 in Liegnitz, der Andere war Stabscapitain im Regim. Prinz 
Louis Ferdinand und erhielt 1808 Erlaubniss in fremde Dienste zu 
g^en. 

N. I'r. A.-L. UI. 8. 839. - Freih. 9. Ledtbur, D. 8. 70. 

Malachowski, Grafen (Stammwappen, in Roth eine silberne, nmd- 
gelegte Kopf- oder Halsbinde, deren Enden unten in einen Knoten zu- 
sammengezogen sind: Nalencz. Das gräfliche Wappen hat flberdiess 
zwölf Federn in vier Reihen). Galizischer Grafenstand. Diplom von 
1800 fQr Hyacintb Edlen v. Malachowski, ehemaligen polnischen Gfross- 
canzler und Präsidenten der Assessorial- Gerichte, wegen uraltadeligen 
Geschlechtes und von 1804 für Stanislaus Edlen v. Malachowski. — 
Eins der ältesten und angesehensten polnischen Adelsgeschlechter, dem 
Stamme Nalencz einverleibt. — Peter M. war 1384 Wojwode-Palatin 
von Brest und Ciyavien und Nicolaus M. 1572 k. poln. Krön- 
Gross -Secretair. Der Enkel desselben, Alexander Theodor M. hatte 
zwei Söhne: von denselben trat der ältere Johann M., General-Feld- 
wachtmeister , nach dem Tode seiner Gemahlin , einer Grf. Schembeck, 
in den geistlichen Stand , wurde Bischof von Ghelm und später Erz- 
bischof von Krakau , Cardinal und Grosscanzier , nahm , als Diplomat 
ausgezeichnet, an allen wichtigen Begebenheiten Polens Theil u. starb 
1697 über neunzig Jahre alt, der jüngere Sohn aber. Franz M. , gest 
1674, Wojwode von Siradien, vrurde der nähere Stammvater aller 
jetzigen Grafen v. Malachowski. Von seinen Söhnen war der jüngste, 
Stanislaus M. , gest. 1699, Wojwode von Kaiisch und Posen und einer 
der reichsten , angesehensten und beliebtesten Magnaten Polens. Ans 
der Ehe desselben mit Anna Fürstin Lubomirska, verw. Marquise 
V. Wielepolska stammte Johann M. , polnischer Krön - Grosseanzler, 
welcher mit seiner Gemahlin, einer v. Gumeczka, vier Söhne erzeugte, 
von denen der Aeltere, Nicolaus v. M. , Wojwode von Siradien, eine 
zahlreiche Nachkommenschaft hatte. Der zweite Sohn Johanns, Stanis- 
laus, geb. 1736 und gest. 1809, verm. in kinderloser Ehe mit Ursula 
Grf. Czapska, war unter dem Könige Stanislaus Poniatowsky seit 1788 
Reichstags- und Kron-Conföderats-Marschall und Kron-Gross-Referen- 
darius und zuletzt Präsident des Senats des Grossh. Warschau. Der 
dritte Sohn Johanns, Graf Hyacintb , s. oben, seit 1787 poln. Kron- 
Grosscanzler , Wojwode von Krakau, hatte aus der Ehe mit Antoinette 
Grf. Rzewuska mehrere Söhne, von denen derAelteste, Graf Stanislaus, 
8. oben, Wojwode von Siradien u. später Senator Wojwode des Grossh. 
Warschau ebenso, wie der vierte Sohn Johanns, Anton, Wojwode von 
Masovien und Krön -Gross -Secretair, verm. mit einer Grf. Dzialynska, 
den Stamm fortsetzte. — Das Haupt der gräflichen Familie ist jetzt: 
Heinrich Graf v. Malachowsky, geb. 1796 — Sohn des 1849 verstor- 
benen Grafen Stanislaus , Besitzers der koöskie'schen Güter , Wojwoden 
von Siradien etc. aus der Ehe mit Anna Grf. v. Stadnicka — Besitzer 
der grossen koüskie'schen Güter nebst Salzwerken im radomschen Gon- 
vemopienfe im Kgr. Polen, gew. k. poln.Officier in den Freiheitskriegen, 
▼erm. 1624 mit Helene Freiin v. Wintzingerode a. d. H. Ohmfeld, geb. 
1806 , auft wdcher Ehe vier Söhne stammen , die Grafen: Gustav, geb. 



— 89 — 

1827, Woldemar, geb. 1830, Georg, geb. 1839 und Stanislaus, geb- 
1840. — Die Schwester des Grrafen Heinrich, Grf. Helene, geb. 1803, 
vermählte sich 1822 mit Thaddaeus Grafen v. Tarnowski. 

Mtgtrie 9. Mükl/eld, B. 24 u. Erg.-Bd. 8. 91. — Oeueal. Taschenb. d griflieh. HSusm, 
1969. S 527-99; 1S63, S. 530 u. 1804, 8. 529 und 23. 

Malachowski, auch Grafen (Stammwappen: in Roth ein silberner, 
goldenbewehrter Greif: Gryf). Altes, polnisches, zum Stamme Gryf 
zählendes Adelsgeschlecht , wie schon das Wappen ergiebt, verschieden 
von der im vorstehenden Artikel besprochenen Familie. Dasselbe er- 
scheint zum Theil mit gräflichem Prädicate 1773 und 1786 und wurde 
im Netz-Districte, vomärolich im wirsitzer Kreise begtltert und zwar 
zu Chrostowo , Dronzno , Drzewianowo , Gliszcz, Kokowek etc. Zahl- 
reiche Glieder der Familie traten in die k. preuss. Armee. Paul Jo- 
seph Malachow v. Malachowski kam aus kursächsischen Diensten 1742 
als Rittmeister in das Husaren-Rediment v. Natzmer. stieg bis zum Ge- 
nerallientenant und starb 1775 mit Hinterlassung mehrerer Kinder aus 
seiner Ehe mit Sophia Junge v. Jungenfels. Der ältere Bruder dessel- 
ben, Hyacinth Malachow v. Malachowski, sta^b als Oberst u. Chef eines 
Husaren-Regiments 1745 an einer im Gefechte bei Gross -Strelitz er- 
haltenen Wunde. Ein anderer v. M. trat 1741 aus französischen Dien- 
sten in Preussische und war 1794 Oberst u. Commandeur des Husaren- 
Regiments V. Eben. Ein Sohn des Generallieutenants v. M. war 1806 
M%jor im Regimente seines Vaters und starb 1818 im Pensionsstande 
und ein Enkel, Carl Friedrich Adolph v. Malachowski u. Griffa, früher 
Commandeur der 8. Cavallerie-Brigade, Flügeladjutant Sr. M. des Kö- 
nigs etc., wurde General-Lieutenant und starb 18. Sept. 1844 als Com- 
mandant v. Glatz. 

N. Pr. A.L. 111. 8. 839 — Freih. 9. Ledebur , II. K 70 und IIT. 8. 306. 

Malaise. Ein in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. zu dem schle- 
sischen Adel zählendes Geschlecht. — Nicolaus Caspar v. Malaise war 
1723 k. k. Kammerrath in Schlesien u. Johann Christian v. M. starb 
1739 als Rath und Secretair der Regierung zu Brieg. Ein Vetter des 
Letzteren, oder nach einer anderen Angabe der Sohn desselben, Joseph 
V. M. lebte noch 1754 als k. k. Hauptmann. 

Sint^ui, II. 8 19$. - N. Pr. A.L. V. 8. 823 untor dem Namen: MaUir« - FreihfT 
9. Udehtw, II. 8. 71. 

Malanotte, Malanotti v. Cald^s, Ritter. Böhmischer alter, u. böh- 
miseher Ritterstand. Diplom von 1702 für Carl Malanotte, k. Rath der 
Appellationskammer in Böhmen und für die ztvei Brüder desselben, An- 
ton und Leopold Malanotte, als böhmische alte Ritter, mit dem Prädi- 
cate: V. Cald6s und von 1729 für Georg Malanotte, k. Rath des Oberat- 
burggrafenamts zu Prag, Sebastian M., k. k. Capitain>Lieutenant und 
Franz M. als böhmische Ritter mit dem Prädicate : v. Cald^s. 

MtgerU 9. Müklffld, Erg.-Rd. 8. 174. 

Malanotti v. Cald^s. Reichsadelsstand. Bestätigungsdiplom des, 
der Familie 1612 ertheilten Reichsadelsstaudes von 1765 fÜrOürl An- 
ton Bemardin Malanotti v. Cald6s, Doctor der Rechte. 

Mflytrft 9. Mmklfeld, Brg.-Bd. 8. 389. - Sapplero. sn Siebm. W.-B. IX. 21. 



— 90 — 

Malapert, genannt Nenfville, Freiherren. Reichsfreiherrfistand. 
Diplom im kurpfillzischen Reich svicariate vom 11. Apr. 1792 für Frie- 
drich Wilhelm v. Malapert, genannt v. Neufville, k. preuss. Kammer- 
herm. Die Familie dieses Namens ist aus dem Geschlechte v. Neuf- 
ville, 8. den betreffenden Artikel, entsprossen und der Name: v. Mala- 
pert durch Vermählung hinzugekommen. Die Familie v. Neufville ist 
ein altes, in Folge der Religions-Unruhen aus Antorf in den Nieder- 
landen 1580 nach Frankfurt a. M. gekommenes Geschlecht, welches 
sich früher : de Neufville schrieb und aus welchem der Bankherr Jo- 
hann Daniel v. Neufville durch kaiserliches Diplom von 1753 eine An- 
erkennung des ihm zustehenden Adels erhielt. Der Sohn des Letzteren, 
ans der Ehe mit Caroline Gertraude Gontard : Peter Friedrich v. Neuf- 
ville, geb. 1726 u. gest. 1762, k. pr. Hofrath, vermählte sich mit Maria 
Madalaine v. Malapert, geb. 1736 u. gest. 1768. der Letzten ihres alten, 
ebenfalls aus den Niederlanden nach Frankfurt a. M. eingewanderten 
Geschlechts und der aus dieser Ehe stammende Sohn : Friedrich Wil- 
helm V. Neufville, geb. 1755 und gest. 1818, verband, in. Folge testa- 
mentarischer Bestimmung seines Grossvaters mütterlicher Seite, 1766 
Namen und Wappen mit seinem angestammten Namen und Wappen und 
wurde später, s. oben, in den Reichsfreihermstand erhoben. Die Fa- 
milie blühte fort, ist .im Herzogthume Nassau bei Wiesbaden landsässig, 
besass bis 1848 Wahlfähigkeit zur Herrenbank und gehört seit 1807 
zur altadeligen Gesellschaft Frauenstein zu Frankfurt a. M. — Senior 
der Familie war in neuester Zeit : Gustav Adolph Freih. v. Malapert, 
gen. NeuMlle, geb. 1787 — Sohn des Freiherrn Friedrich Wilhelm, 
8. oben — herz, nassau. Kammerh. und erster Director der Landes- 
regierung a. D., verm. 1831 mit Antoinette Schlinck, aus welcher Ehe, 
neben drei Töchtern, vier Söhne entsprossten. die Freiherren: Philipp 
Anton Felix, geb. 1834, Friedrich Carl Reinhold, geb. 1839, Johann 
Friedrich Wilhelm, geb. 1842 und Ludwig Gustav Robert, geb. 1846. 
— Von dem Bnider des Freih. Gustav Adolph, dem Freih. Julius Carl 
Constantin, geb. 1788, h. nassau. Kammerh. u. Major, stammen aus der 
Ehe mit Christiane Luise Caroline v. Hey den, geb. 1804 u. verm. 1824, 
neben drei Töchtern, zwei Söhne: Freih. Philipp Friedrich Carl, geb. 
1826, h. nass. Kammerii. u. Hauptmann, verm. 1854 mit Mathilde 
Freiin v. Bock-Hermsdorf, geb. 1831, aus welcher Ehe ein Sohn, Frie- 
drich Constantin Carl, geb. 1855, entspross und Freih. Adolph, geb. 
1828, Officier im fi*ankfurter Linien -Bataillon. Weitere Nachrichten 
über die Familie ergeben die geneal. Taschenbb. d. freih. Häuser. 

Haiidschriftl. Notix. — Geneal. Tasehenb. dor fr«iherrl. Hiiiser , 1856. 8. 422— 2ft, 1857. 
8. 460— 1)2 uud 1863. 8. 591. — v. He/ner, Adel d. Henogth. Nasnan , Tab. 8 und 8. 7. — 
KneKhkf, III. 8. .111 n. 12. 

Malaschke. Ein im 17. Jahrb. in Schlesien vorgekommenes Adels- 
geschlecht, aus welchem Georg Malaschke von Reudischen (Reudchen 
im Kr. Wohlau) des Herzogs Carl Friedrich zu Münsterberg und Oels 
Hoöunker war. 

Sinaphis, II. 8. 798. — Freih. r. Ledfhur, £1. 8. 71. 

Malchns, Freiherren und Grafen (in Blau eine goldene, fünfzinkige 
Krone). Freiherren- und Grafenstand des Kgr. Westphalen. Freiherm- 



— 91 — 

diplom vom 15. Aug. 1810 fQr Carl Augast v. Malchus, k. westphäl. 
Staatsrath etc. and Grafendiplom vom 9. Jani 1813 für Denselben als 
k. westphälischen Minister des Innern, mit dem Prädicate: Graf v. Ma- 
rienrode. Derselbe, geb. 1770 zu Mannheim, wo sein Vater herz, zwei- 
brückenscher Burgvoigt war. stamvnte, nach Gast, aus einer adeligen 
hannoverschen und in Hannover begüterten Familie. Nach Auflösung 
des Königreichs Westphalen verzichtete Graf v. Malchus freiwillig auf 
den Grafentitei und behielt nur den Freihermtitel bei, welcher, nach 
seinem Eintritte in den k. Württemberg. Staatsdienst als k. württemb. 
Finanz-Prüsident, durch königliche Entschliessung vom 26. Febr. 1818 
anerkannt wurde. Schon nach einem halben Jahre zog sich aber Frei- 
herr Carl August wieder aus dem k. württemb. Staatsdienste zurück und 
benutzte in Heidelberg seine Muse zu gelehrten Arbeiten und staats- 
wissenschaftlichen Schriften. Aus seiner Ehe mit Antonie Osthaus, geb. 
1775, entsprossten, neben einer Tochter. Freiin Therese, geb. 1803, 
drei Söhne, die Freiherren : Ferdinand, geb. 1 800, Clemens und Carl, 
geb. 1806, welche sämmtlich in die k. württemb. Armee traten. 

Caat^ Adelsb. den Kgr. Württemberg, 8. 441 und 42. - W.-B. d. Kgr.WSrttemb. Nr. 116 
aad^. 38 u. S4. - Kne$chkt, I. 8. 286 und 87. 

Maideghem, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom vom 25. Apr. 
1685 für Eugen Ambrosius Freiherm v. Maldeghem, k. spanischen Feld- 
marschall, Herrn der Herrschaften Leyschott, Henuffel etc. und Erneu- 
emngsdiplom vom 21. Sept. 1799 för die gesammte Familie, unter Ver- 
leihung des Indigenats im Kgr. Böhmen, wegen der vielfachen Verdienste 
der Vorfahren, namentlich des k. k. Feldmarschall-Lieutenants. Staats- 
raths und Gouverneurs von Vilvorden Johann Dominik Grafen v. Mal- 
deghem. — Altes, reichsbegütertes, flandernsches Adelsgeschlecht, aus 
welchem nach mehreren niederländischen Historikern Glieder schon 
971, als Gent belagert wurde, mitgekämpft haben sollen. Salomon M. 
nahm 1096 an dorn ersten Kreuzzuge Theil und wirkte 1099 bei der 
Eroberung von Jerusalem mit. Im Kriege des Königs Philipp des 
Schönen segen die Grafen v. Flandern i. J. 1297 zeichneten sich meh- 
rere Sprdlben des Geschlechts aus und Philipp III. v. Maldeghem, Ritter, 
sählte zu den Tapfersten in diesem Kriege und erhielt von Robert de 
Betheme, Grafen v. Flandern, den Beinamen: le Loyal, welcher, auf 
die Nachkonunen fortgeerbt, jetzt als Devise des Wappens geführt wird. 
— - Von den Nachkommen wurden namentlich die Grafen Eugen Ambro- 
sius und Johann Dominic, s. oben, sehr bekannt — Das jetzige Haupt 
der JamiUe: Graf Carl Leopold Ludwig, geb. 1797 — Sohn des 1809 
verstorbenen Grafen Joseph Alexander, k. k. Kämmerers, aus der Ehe 
mit Maria Anna Ghislaine Gri. v. Argenteaa, Enkel des Grafen Joseph, 
verm. mit Maria Phihppine, Erbtochter des Carl Leopold Grafen v. Stein 
und Urenkel des genannten Grafen Johann Dominic — erwarb theils 
durch Erbschaft von seinen Grossältern, tlieils durch Kauf die fiinf vor- 
mals reichsunmittelbaren, in den Oberamts- Bezirken Ulm und Heiden- 
heim gelegenen, später zu einem Familien-Fideicommiss bestimmten Rit- 
tergüter Nieder - Stotzingen, Bergenw^ciler, Stetten im Lonthal, Kalten- 
burg und Ober-Stotzingen, wodurch er für sich und seine Familie Auf- 



— 92 — 

nähme unter die württembergische Kitterschaft erlangt«. Auch ist das 
Geschlecht in der ständischen Matrikel des Kgr. Bayern 22. Nov. 1820 
der Grafenclasse einverleibt worden. Dasselbe brachte in Bayern das 
Gut Riedhausen im Moos im Landgerichte Günzburg, so wie in Belgien 
das Gut Wacken und in Frankreich im Departem. des Ardennes das 
Gut Haybes an sich. — Graf Carl Leopold Ludwig, Herr auf Nieder- 
Stotzingen etc., von 1811 bis 1814 Page des K. Napoleon I., k. nieder- 
länd. Kammerherr, erblicher Reichsrath der Krone Bayern etc. ver- 
mählte sich 1823 mit Maria Grf. v. Waldburg-Zeil-Wurzach, gest. 1856, 
aus welcher Ehe sechs Söhne entsprossten : Graf Ottomar, gest. 1860, 
k. württ. Kammerh., verm. 1857 mit Therese Grf. v. Fugger-Glött, geb. 
1829, aus welcher Ehe ein Sohn lebt: Edmund, geb. 1858; Graf Carl, 
geb. 1829, k. bayer. Kämm., verm. 1861 mit Maria Gräfin Andrdssy. 
geb. 1834 ; Graf Edmund, geb. 1831. k. k. Kämm. u. Rittmeister; Graf 
Camill, geb. 1832; Graf Arthur, k. k. Oberlieutenant im 9. Uhlanen- 
Regimente und Graf Heinrich, geb. 1840, k. k. Lieutenant. — Die 
Schwester des Grafen Carl Leopold Ludwig: Grf. Henriette, geb. 1788, 
verw. Grf. v. lialaing, lebt in Brüssel. 

L'erortion de toates les terres du Brahant, 8. 100. — Oauhe, T. A. 1298. — Coit, AdHsb. 
d. Kgr. WQrttemb. 8. 268 und 69. — Deutsche Orafenh. d Gegenw. IT. 8. 76 n. 77. — Oen. 
Taschcnb. d. grafl. HfiuA. 1864. 8. 53.3 and 24 u. hiator/ Hiuidb. za Demaelbea, H. 556. ~W.- 
B. d.Kgr. Bayorii u. Württemberg: Or v. M. 

Malecki, Malek. Ein, früher zu dem Adel im Lauenburgischen 
und in Pomerellen zählendes Geschlecht, aus welchem Sprossen in die 
k. preuss. Armee traten. Dassefbe war vor 1777 im Lauenburgischen 
begütert und führte auch die Beinamen: Malek-Chosnicki und Malek- 
Podjaski. In Pommerellen sass dasselbe zu Podiass unweit Carthaus. 

Freih. 9. Ledehur. 11. 8. 71. 

Malfatti, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1736 fllr 
Valerian v. Malfatti. 

MegerU v. Mühl/^ld, Rrg.-Bd. 8 76. 

Malfatti v. Rohrenbach zu Dezza. Erbl.-österr. Adels- und Rit- 
terstand. Adelsdiplom von 1785 für Johann Baptist Malfattf, General- 
Director der vorderösterreichischen Lottokammer und für den Bmder 
desselben, Franz Malfatti, Director des smitmerischen Wechselhausea, 
mit dem Prädicate : v. Rohrenbach (Rohrbach) zu Dezza und Ritter- 
diplom von 1806 für Jacob Friedrich Malfatti v. Rohrbach zu Dezza, 
Grosshändler in Wien. — In den letzten Jahren kommt in der k. k. 
Armee vor D. Leopold Malfatti de Rohrenbach ad Dezza, Regiments- 
Feldarzt I. Classe. 

Megerle p. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 174 und 369. — Militair-Scbematism. d. fistarr. Kaiaar^ 
thnms. 

Maifattis, Herren v. Kriegs- oder TMesfeld und SÜegenberg, 
Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 1716 für Ludwig v. Mai- 
fattis, mit dem Prädicate : Herr von Gampo Martio et Scalae Monte 
(v. Kriegs- oder Thiesfeld und Stiegenberg). 

Megerlt( v. Mühlfeld, Rrg.-Bd. 8. 174. 

Malgedein. Ostpreussisches, zu Albrechtsdorf, Bandeis, Condeh- 



— 93 — 

nen, Regitten, Tappelkeim etc. begütert gewesenes Adelsgeschlecht, 
welches 1750 und noch 1780 zu Porschein unweit Pr. Eylau sass. 

Fr€ik, 9. Udebur, II. 8. 71. 

Malkog, Malcoz, Malkas. Altes, hessisches und fränkisches Adels- 
geschlecht aus dem im Fuldaischen gelegenen Stammsitze Malcoz, wel- 
ches längst erloschen ist, ohne dass die Zeit des Aussterbens und der 
Name Mes Letzten des Stammes bekannt sind. Die bekannten Beleh- 
nongen des Geschlechts gehen nur bis 1362, doch lebte Nicolaus v. Mal- 
kos, Domdechant zu Würzburg, noch 1392. ^ 

SekantuU, 8 i:^. — Salver ^ 8. 245, 2(>5 uod 388. — Siebmacher, U\ 74: v. Malkas, 
Prinkifch. - v. Meding, III. 8 414 und l.S. 

Malkovsky, Edle v. Dammwalden. £rbl. - österr. Adelsstand. 
Diplom ¥on 1818 für den k. k. Hauptmann Malkovsky, mit dem Prädi- 
cate : Edler v. Dammwaiden. Der Stamm wurde fortgesetzt und Robert 
IfalkoTsky Edler y. Dammwaiden war in neuester Zeit k. k. Lieutenant« 

Mtgtrle 9. Müklfeld, 8. 223. — llilit.-Achemat. d. österr. Kaiserth. 

Maliaesce de Fidelitate. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1718 ftr die Gebrüder Uladislaus und Ck)nstantin Maliaesce, mit dem 
Prädicate: de Fidelitate. 

MegerU v. Oüklfetd, Brg.-Bd. 8. 369. 

Mallentheim, Grafen, s. v. Yeterani-Mallentheim, Grafen. 

Mallinarich (MaUinaric) v. Silbergrand. Erbl.-Österr. Adelsstand. 
Diplom Yon 1793 für Gregor Mallinarich, wegen 45jähr. Dienstleistung, 
mit dem Prädicate : y. Silbergrund. Der Stamm blühte fort. In neuester 
Zeit war Anton Mallinaric v. Silbergrund, k. k. Oberst, Bau-Director in 
der croatisch-sclavonischen Militairgränze und näcbstdem standen Jo- 
hann, Heinrich und Emil M. v. S. in der k. k. Armee. 

MegerU 9. Müh{/eld, 8. 223. — Militair-Scbemalism. d. östsrr. Kaiserth. 

" Mallinekrodt, Mallinkrodt (in Gold, oder auch in Silber drei 

schwarze Federn, oder auch spitzige Blätter, in der Mitte des Schildes 
durch eine rothe Engel mit einander vereinigt). Altes Adelsgeschlecht 
der Grafschaft Marck aus dem gleichnamigen Stammschlosse , welches 
der Familie schon 1346 zustand. Dasselbe, wohl eines Stammes mit 
den Y. Romberg, hatte später auch ein Gut zu Herdicke und sass 1520 
zu Küchen u. zu Lütke-Dortmund. — Bernhard y. Mallinckrodt, Dom- 
herr zu Minden und Domdechant zu Münster, trat 1650 als Gegner 
seines Vetters, des 1650 zum Bischöfe Yon Münster erwählten Christoph 
Bernhard y. Galen, auf. Freih. y. Ledebur nennt den Domherren Bern- 
hard Y. M. einen der letzten Sprossen des Geschlechts , doch hatte die 
FamiHe noch 1619 den Stammsitz Mallinckrodt inne und kam noch 
weit später, wie die Yon y. Meding erwähnte hildesheimische Sedisva- 
canzmedaille Yon 1761 ergiebt, im Hochstifte Hildesheim Yor. —lieber 
eine Linie desStammes, die den Grafenstand erhalten haben soll, fehlen 
nähere Nachrichten. 

aüb»4rt Histor. Pol. YU. 8. i)40. — Jocher, Compend. Qelehrten-Lexicon . 11. H. 32. -^ 
Oauke, I. 8 1399 und noO. - N Pr. A.-L. III. 8. 340. - Fahne, I. 8. 267. - Freiherr 
V. L9debur, U. 8. 71 and Ti. — Siebmacher, I. 189: v. Mallinckrodt, Westphäliseh. — 
V. MMiUß, Hl. 8. 4tS. 



— 94 — 

MaUinekrodt (in Gold ein grünes Kleeblatt). Adelsstand desKgr. 
Preussen. Diplom vom 10. Febr. 1835 für Detmar Christian Carl 
Mallinckrodt , k. preuss. Regierungs-Chef- Präsidenten zu Aachen. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 322. — f^€Ut. ». Ledebur, 11. ft. 72. — W.-B. d. PreiMs. Mouarcb. 
Iir. 93. 

Mallordi v. Beasenye , auch Freiherren. Erbländ.-österr. Adels- 
und Freiherrenstand. Adclsdiplora von 1773 für Johann Joseph Mal- 
lordi , k. k. Obersten und Comraandanten des warasdiner St. Georger- 
Regiraents , mit dem Prädicate : v. Bessenye und Freiherrndiplom von 
1785 für Heinrich Ludwig Mallordi v. Bessenye, k. k. Hauptmann des 
warasdiner St. Georger Infant. -Regiments. 

Megerlf v. Mühlfeld. Brg.-Bd. S. 76 und »69. 

Malortie (in Blau zwei über einanderstehende, goldene Sparren, 
von drei, 2 und 1, gestürzten silbernen Lanzenspitzen begleitet). Altes, 
ursprünglich aus der Normandie stammendes Adelsgeschlecht. Richard 
Benel Candot de Malortie kommt 1453 unter dem Könige CarlYII. von 
Frankreich in den Kriegen gegen die Engländer als Ecuyer vor. Von 
den vier Söhnen desselben wurde Jean de Malortie Stammvater der 
Linie Bouteville, von welcher jetzt die in* Hannover blühende Familie 
V. M. abstammt ; die Linie Manneville blieb in Frankreich. — Die Ge- 
brüder Jacques und Louis de Malortie traten, nach Aufhebung des 
Edicts von Nantes, 1 685 in h. braunschw.-lüneburgische Dienste. Er- 
sterer starb als Generalmajor und Oberhauptmann zu Harburg, Letz- 
terer als Oberstlieutenant zu Lüneburg. Von den Söhnen des Ersteren 
gingen zwei wieder nach Frankreich zurück und der ältere derselbem 
starb später als k. französ. General. Der in Deutschland gebliebene Bm- 
der, Wilhelm August v. M., starb als hannov. Oberst und der Sohn dee- 
se%eD, Georg Wilhelm y. M , als hannov. Oberstlieut^nant. Von Letz- 
terem entspross Carl Gabriel Heinrich v. M., hannov. (renerallieutenant, 
dessen Nachkommen noch in Hannover leben. Zu denselben gehört: 
E. V. Malortie, k. bann. Geh.-Rath und Kanunerh. und Ober-Hof- 
marschall. 

Viton de Safnt-AUais , Nobil. naiv, de France. — Freih. v. d. Knet^htek^ 8. 199-901 a. 
S. 439. - W.-B. des Rgr. HaonoT. 0. 9 und 8. 10. — Kne.nchht , I. 8. 387. ~ 9. Befner , 
bAiiiioT. Adel, Tab. 21. 

Malotki, Malotki-Trzebiatowski, Malotka (in Silber drei schwarze 
Hammer, mit den goldenen Stielen unten fächerartig zusammengestellt). 
Altes, zu dem Adel im Lauenburg-Bütowschen, in Westprenssen und 
im Posenschen gehörendes Greschlecht, welches auch Malottke, Mlotke 
und Mlotek geschrieben wurde. Dasselbe erwarb im Lauenburg-Bütow- 
schen die Güter Trzebiatow, Gross-Gustkow und Gross-Massow, in West- 
preussen Lenzitz, Lissau und Wysiecin im Kr. Neustadt und im Posen- 
schen Witoldowo unweit Bromberg. — Mehrere Sprossen des Stammes 
dienten in der k. preuss. Armee und einige derselben wurden Stabs- 
officiere. Ein Major a. D. Malotki v. Trzebiatowski war 1837 Land- 
rath dc^ Kreises Wiedenbrück im Reg.-Bezirke Minden und 1857 sassen 
im Bütowschen die Erben des Friedrich v. M. zu Gross-Gustow a, 
August V. M. zu Trzebiatkow g , Karolin v. M. zu Trzebiatkow h und 
Jacob V. M. zu Trzebiatkow m. 

19. Pr. A.-L. ril. 8. 340. — F^$ih. p. Ltdtbur , O. 8. 19. 



— 95 — 

Malowets v. Malowitz, Freiherren. Erbl.-österr. n. böhmischer 
Freiherrnstand. Diplom vom 14. Febr. 1781 für Johann Joseph Kos- 
gorz Malowez v. Malowitz auf Zwiestow. — Eins der ältesten böhmi- 
schen Rittergeschlechter, welches, seit frühester Zeit in viele Linien, 
Aeste und Zweige verbreitet, sich durch Beinamen von ihren Schlössern 
und Gütern : Pardubiz, Paczow, Cheynow, Kossorz, Winterberg, Kamen, 
Hradeck, Prosecz etc. von einander unterschied, jetzt aber nur noch in 
dem Hause Kossorz blüht. — Der Stamm ist schon mit den ersten cze- 
chlschen Fürsten aus Croatien nach Böhmen gekommen und Pardubiz, 
jetzt die grösste Herrschaft im chrudimer Kreise, war der erste Besitz 
und wurde wohl von dem Geschlechte erbaut. Gessko v. Malowez, der 
von dem jetzt zur Herrschaft Libiezig im prachiner Kreise gehörigen 
Dorfe Malowez den Titel annahm, welcher später den Nachkommen als 
Familienname verblieb, war mit K. Friedrich dem Rothbart und König 
Wiadislaus von Böhmen bei dem Zuge nach Mailand. Demselben wurde 
um 1159 bei der Belagerung Mailands in einem ^Ausfalle der Vorder- 
theil seines Bosses mit Hals und Kopf durch das herabgelassuue Fall- 
gitter des Thores abgeschlagen, weshalb ihm der Kaiser, statt des alten, 
einen Mühlstein zeigenden Wappens der Familie, den blutig abgeschla- 
genen Vordertheil eines rothgezäumten Bosses als Wappenbild gab. — 
Amestus Malowez, oder von Pardubiz, ein Sohn des glatzer Landes- 
hauptmanns Ernst Malowez — war 1343 der erste Erzbischof zu Prag; 
Bohnss Malowez von Paczow war 1384 Feldhauptmann des K. Wenzel; 
Conrad v. Malowez vertheidigte 1429 Zdickow tapfer gegen die Hus- 
sitten; Johann v. M. auf Kamen sass 1437 im Landrechte zu Prag und 
wnrde 1450 Bnrggral zu Karlstein; Johann Malowez von Paczow unt-er- 
schrieb den Wahlbrief des Georg Podiebrad zum Könige von Böhmen 
und bekam von ihm Winterberg und Cheynow zu Lehn etc. — Nach- 
dem die Malowez zu Pardubiz, Paczow, Kamen etc. nach und nach er< 
loschen waren, blieben nur noch die Linien zu Kossorz, einem Schlosse 
und Dorfe jetzt dem wischerader Domcapitel im rakonitzer Kreise zu- 
stehend und die zu Cheynow und Winterberg, Güter im prachiner Kreise, 
doch schon lange in &*emder Hand, übrig. Beide Linien waren, ohne 
daas die gemeinschaftliche Abstammung von einem Ahnherrn nachge- 
wiesen werden konnte, nur durch Namen und Wappen Sprossen eines 
und desselben Stammes. Beide führten und führen das halbe, abge- 
schlagene Boss in Blau, jene golden, diese silbem. — Die bekannte 
Stammreihe der Kossorz Malowez v. Malowiz beginnt mit Johann Kos- 
sorz M. V. M. auf Kamen und Prossecz, verm. mit Anna Wlczkowsky 
V. Wlczkow und mit dem Sohne desselben Johann M. v. M., verm. mit 
Margaretha Bellina Woracziczky v. Pabienitz. Der Enkel des Letzteren, 
Johann Christoph M. v. M.. gest. 1677, k. Hauptmann der Hauptstadt 
Prag, war verm. mit Maria Yeronica Svihovsky v. Riesenberg. Durch 
die S6hne desselben: Johann Christoph, gest. 1726, verm. mit Maria 
Polyxena Woracziczky v. Pabieiüz und Johann P>anz M. v. M., gest. 
1730, Herrn auf Knieschiz, Tetrowiz und Sudowiz, verm. mit Renata 
Agnes Wratislaw v. Mitrowiz, bildeten sich zwei Linien, nämlich die 
Ton Ersteremabateigende ältere, ritterliche Linie, deren letzter Sprosse 



— 96 — ; 

der k. k. Major Johann Baptist Kossorz M. y. M., gest. 1861, war, 
welcher nach Erlöschen der cheynower Linie die Güter Alt- u. Nen- 
Skaliz u. Bohumieliz erhte und in kinderloser Ehe mit Antonia Fischer 
V. Adlerswerth lebte und die von Johann Franz absteigende jfingere, 
freih^rrliche Linie, aus welcher des Stifters Enkel. Johann Joseph Kos- 
sorz M. V. M., s. oben — Sohn des Wenzel Romed M. v. M. aus dar 
Ehe mit Maria Barbara Muk v. Mukenberg, gest. 1798 — den Frei* 
hermstand erlangte. Die Nachkommenschaft desselben s. unten. — Aus 
den Häusern Malowez v. Cheynow und Winterberg erlangten dordi 
Diplom vom 26. Octob. 1638 Georg M. v. Ch. u. W., Herr auf Liboeh 
und Czitow, k. Landrechts-Beisitzer zu Prag und Burggraf zu Eönigs- 
graetz, durch Diplom vom 30. April 1639 Peter Paul M. v. Ch. u. W. 
und vom 13. Sept. 1760 die Gebrüder Ernst Wilhelm und Ferdinand 
Ignaz — Söhne des 1664 verstorbenen Ernst M. v. Ch. u. W. und der 
Maria Theresia v. Raczin u. Enkel des Paul M. v. Ch. u. W. und der 
Magdalena Hloczek v. Zampach — den böhmischen Freihermstand. 
Durch die Nachkommenschaft der Letzteren entstanden zwei neue Li- 
nien : die von Ernst Wilhelm u. seiner Gemahlin, Caroline Freiin v. Salsa 
absteigende Linie zu Zdikan und die von Ferdinand Ignaz mit Barbara 
Janowsky v. Janowiz gestiftete Linie zu Bohumieliz, doch sind beide im 
Mannsstamme wieder erloschen und der Letzte dieser Häuser war Frani 
Freih. Malowez v. Cheynow und Winterberg, gest. 13. Juni 1842, H«rr 
auf Alt- und Neu-Skalitz und Bohumieliz, verm. mit Therese Grf. v. G(N^ 
cey. — Was nun die neuere Stammreihe der Kossorz Malowez y. Ma- 
lowiz anlangt, so schliesst sich an die oben Angeführte folgende: Freih. 
Johann Joseph, Herr auf Zwiestow, k. k. Kämmerer. Josepha Freün 
V. Forgatsch, gest. 1826; — Freih. Ernst Joseph, geb. 1774 und geat 
1840, Herr auf Waldheim, k. k. Kämm. : Maria Anna Freiin y. Mylius, 
geb. 1784, verm. 1805 u. gest. 1842; — Freih. Ernst Anton Joseph, 
geb. 1807, Besitzer der Domaine Waldheim in Böhmen im Kr. Pilsen, 
k. k. Kämm, und Landtags-Abgeordneter, verm. 1843 mit Elvira Grf. 
V. Stomm, geb. 1818, aus welcher Ehe zwei Töchter, Rosa, geb. 1847 
und Elvira, geb. 1850 und ein Sohn: Ernst Michel, geb. 1853, stammen. 
Die beiden Brüder des Freiherrn Ernst Anton Joseph sind, neben zwei 
Schwestern: Rosa, verw. Freifrau v. Mylius, geb. 1816 und Maria Amia 
verm. Grf. v. Straasoldo, geb. 1821, Freih. Leopold, geb. 1812, k. k. 
Kämm., Generalmajor und Brigadier, verm. 1855 mit Mathilde Grf. 
v. Attems, gest. 1856, aus welcher Ehe eine Tochter lebt: Leopoldine, 
geb. 1856 und Freih. Zdcnko, geb. 1820, k. k. Kämm, und Landesge- 
richts-Rath zu Prag, verm. 1845 mit Octavia Grf. y. Attems, geh* 1818, 
aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Eme^tine, geb. 1852, zwei Söhne 
entsprossten : Anton, geb. 1846 und Ottocar, geb. 1858. — Von dem 
Bruder des Freiherrn Ernst Joseph, dem 1823 verstorbenen Freih. 
Emanuel, k. k. Kämm, und Major, stammen ans der Ehe mit Josepha 
Freiin v. Mensshagen, geb. 1790, zwei Töchter, Freiin Julie, geb. 1820, 
Stiftsdame zu Brunn und Freiin Bertha, verm. Frau v. Herget, geb. 
1821 und ein Sohn: Freih. Ludwig, geb. 1822, k. k. Kämm, und Statt- 
halterei-Rath zu Prag, verm. 1861 mit Caroline Freün v. Mensshagen, 



— 97 — 

geb. 1836. — Die altere Linie ist, wie oben erwäbnt, 1. Apr. 1861 mit 
Johann Freih. K.-M. v. M., Inhaber des schon 1582 errichteten Fami- 
lie Seniorats, bestehend aas den Besitzungen Alt- n. Neu-Skalitz mit 
Bohnmielitz und dem Geld-Aeqoivalente der Domaine Gross -Dikan. 
k. k. Migor in Pension, im Mannsstamme erloschen and es lebt nur 
noch dessen Wittwe: Antonie Fischer v. Adelswerth. 

Gauht, I. 8. 1300 u. II. 8. 667. - Zedier, XIX. 8 7i-.4. — üpgerl« v. Müht/^Ut, 8. fi8: 
Dipl. von 17fiO u. Rr^.-Bd. 8. 71 : Dipl. von 1781 f&r Joseph Kosorx v. MaloweU — Qe- 
MMl. Tasobeub. der freih. H&user, 1S4H. H. -.'Kl— KA u 1864. S. 497—99. - 8iip|.I«m. su 
Metna. W.-B. VI. 24 — Tyrof , II. 273: F. H. M. v. M und F. H. U v. Ch. und W. 

Malsburg, v. der Malsburg, i^uch Freiherren. Altes, zur hessi- 
sdien Bitterschaft gehörendes Adelsgeschlecht, welches in Niederhessen, 
namentlich an dem, der Dierael zuströmenden Flttsschen Warme, an- 
sehnlich begütert wurde, das Erbschenken-Amt des Stiftes Corvey be- 
kleidete and im 17. Jahrb. auch Salzgüter zu Salzkotten unweit Büren 
an sich brachte. — Nach Letzner soll der Stammvater, Otto, im 8. Jahrh. 
mit Carl d. G. aus Frankreich gekommen sein und das vier Meilen von 
Cassel an der Werra gelegene , längst in Buincn liegende Schloss Mals- 
burg erbaut haben, welches, wie feststeht, schon 1120 in der Hand der 
Familie war und in derselben als Landgut mit Umgegend sich noch be- 
findet. Die Nachkommen Otto's errichteten unter sich einen Burg-Frie- 
den und ein Gan-Erben-Recht. Stephan und Geriach v. d. M. werden 
von Spangenberg zu den Kriegsheldeu unter K. Carl IV. gerechnet ; 
Arnold v. d. M. war von 1446 bis 1452 Abt zu Corvey; von Otto 
▼. d. M., um 1474 fürstl. hess. Rath und Landvogt zu Erfurt, stammte 
Hermann v. d. M., gest. 1557, welcher von den Häusern Hessen und 
Braunschweig mit wichtigen Gesandtschaften betraut wurde und 1516 
gegen Franz v. Sickingen, 1525 gegen die aufrührerischen Bauern und 
1525 gegen die Wiedertäufer in Münster etc. als Feldoberst kämpfte; 
ein Anderer dieses Namens war um 1519 Marschall dos Erzstifts Bre- 
men und Eckbrecht v. d. M. 1571 hessisch. Land-Drost zu Plesse; Otto 
?. d. M. kommt um 1637 als kais. General-Kriegs-Commissar vor; Cas- 
par Friedrich v. d. M. wohnte 1661 dem casselschen Colloquium als 
Deputirter bei; Otto v. d. M. war zu Anfange des 18. Jahrh. Domherr 
zu Mainz, Dechant des Ritterstifts Bleidenstadt, kurmainzischer Kam- 
merh. und des Stadtgerichts Präsident und um dieselbe Zeit lebte Raban 
Wühelm als Domherr zu Hildesheim. Der Bruder des Letzteren, Adam 
Eckbrecht v. d. M., Herr auf Nieder-Etzungen, Elmarshausen, Ober- 
Meiser und Oedinghausen, hess.-cassel. Geh. -Rath, Hofmarschall und 
Regiments-Rath des gesammten färstl. Hofgerichts zu Marburg. Präsi- 
dent u. bevollm. Gesandter zu Regensburg, starb 1 708 und hinterliess 
zwei Söhne : Carl, Herrn auf Gieselwcrder, welcher Dccan u. Domherr 
zu Hfldeaheim wurde und Ludwig Friedrich Johann v. d. M. Später, 
1734, starb Curt Hilmar v. d. M., fürstl. hessischer bevollm. Gesandter 
zu R^ensburg. — Der alte Stamm, zu welchem in neuer Zeit auch Chri- 
stian Carl Freih. v. M., k. preuss. Oberst a. D., gest. 1849 im 93. Le- 
ben^ahre, gehörte, hat in seiner Heimath, in Kurhessen, in grossem An- 
sehen und reich begütert, dauernd fortgeblüht. 

Ltitntr , corbeyisebe Chronik, R. 120 und desselheo SUmtnbaum des Qeschlechfcs Mühl- 
iMSMo, IMT. — Seifert, OmmI. adel. Aeltern und Kinder , Tab. 28 und DeMeiben Ahn^n- 
Devttch. AdHs-L«z. VI. 7 



— 98 — 

tafeln, Bd. I. — Gauhe. I. 8. 1300—9. — Ztdifr, XIX. 8. 768. — AttteAiny.Erdbescbnibottg, 
5. Aufl. IIl. l.S. 813 — N. Pr. A.-L. IIT. 8. 340. - FreU>.t.d. Kneseherk, S.201. — FrWA. r. X#- 
d^bur, 0. 8. 7lf. — Si^hmacher, I. 134: v. Malsburg, Hessisch. — r. iffding, 1.8. 3SS n.M. 

Malschitzki, Malszycki, auch Kokoske. Altes, ursprünglich pol- 
nisches, zu dem Stamme Leliwa gehörendes Adelsgeschlecht , welches in 
Hinteri)ommern und in Westpreussen begütert wurde. Dasselbe sass in 
Hinterpominern u zwar im Laueuburgischen bereits 1575 zu Vargow, 
erwarb später auch Aalbeck und Damerkow, war noch 1 784 zu Vargow 
und 1786 zu Nossin angesessen und hatte auch in Westpreussen 1782 
das Gut Darsau unweit Schlochau inne. Von den Sprossen des Gre- 
schlechts haben Mehrere in der k. preuss. Armee gestanden und sind zu 
hohen Ehrenstellen gelangt. Peter Ewald v. M., 1798 Generalmajor u. 
Chef eines Cuirassier-Regiments, starb 1800, und Johann v. M., 1800 
Generalmajor und Chef eines Infanterie-Regiments, starb 1814. Chri- 
stian Ernst V. M. — ein Sohn des Franar Matthias v. M. — schon be- 
kannt aus seiner Jugend als der über einem, seine kleinen Ersparnisse 
enthaltenden Briefe an seine nicht reiche Mutter im Vorzimmer des 
Königs Friedrich II. eingeschlafcne, vom Könige überraschte und mit 
einer Goldrolle für die Mutter beschenkte Page, stieg zum Obersten und 
Director der geh. Kriegscauzlei und starb 1835 im 76. Lebensjahre. 
Letzterer hinterliess eine Tochter, welche sich mit dem k. pr. Mtgor 
V. Röhl vermählte. 

Micrael, S. 501. — N. l»r. A.-L. III. 8. 3U. — Frtih. v, Ledebur , II. 8. 7i. — Sieb- 
maehtr. V. 170: v. M., l»oroineri.soh. — r. Mrding, Ul. 8. 415. 

Malsen, Malzen, Freiherren v. Tilborch (Barone de Tilborch). 

Altes, aus den Niederlanden, von Malsuni in Geldern, dem ältesten Be- 
sitzthume der Familie, stammendes Adelsgeschlecht. Roger de Malsen 
tritt schon 1099 unter den Angesehensten des geldcrnschen Adels auf 
und Wilhelm u. Egbert v. M. kommen 1203 als Zeugen bei einem Ver- 
trage zwischen dem Herzoge Heinrich von Brabant und dem Grafen 
v. Geldeni vor. Die Nachkommen derselben breiteten sich weit aus, be- 
sasscn mit dem Titel: Barone v. Tilborch ununterbrochen die bei Her- 
zogenbusch gelegene Baronin dieses Namens und theilten sich in meh- 
rere Linien u. Zweige, deren Sprossen mit Geschlechtern des alten 
Adels in Lothringen u. den Niederlanden verschwägert waren und bei 
dem deutschen und Johauniter-Ordcn mehrfach aufgeschworen hatten. 
— Die absteigende Stammreihe der jetzt in Bayern blühenden Linie der 
Freiherren Malsen de Tilborch ist folgende: Adrian de Malsen Baron 
de Tilborch, kais. Obei-st eines Reiterregiments: Gosina Blachsveld 
V. Vogelsang; — Otto v. M. Baron de T.: Margarctha de Camp von Rüh- 
ren ; — Johann Adolph : Barbara Agnes v. Blanck zu Gillrath und Nie- 
derleick an der Ruhr; — Johann Lambert. Der Stamm blühte fort und 
das Haupt desselben ist der Urenkel des Johann Lambert: Johann Theo- 
bald Freih. Malsen de Tilborch, geb. 1785, — Sohn des 1826 verstor- 
benen Freiherrn Johann Conrad — gewesener Hofmarschall des Her- 
zogs Pius in Bayern, venu. 1835 mit Caroline v. Schallern, geb. 1807, 
aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Freiherr Wilhelm Conrad Adalbert, 
geb. 1840. — Die beiden Brüder des Freih. Johann Theobald sind die 
Freiherren Erasmus und Conrad. Freih. Erasmus, geb. 1 790, Herr auf 
MarzoU in Ober-Bayern, k. bayer. Kämm., vermählte sich 1827 mit 



— 99 — 

Therese Freiin v. Ruffin, verw. Grf. v. Uiberacker, geb. 1799 und gest. 
1860, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin Matliilde, geb. 
1836, sechs Söhne entsprossten, die Freihen-en: Theobald, geb. 1828, 
k. bayer. Kammerj. und Lieutenant ä la suite ; CJonrad, geb. 1829, k. 
bayer. Kammerj.; Albert, geb. 1832, k. bayer. Kammeij. u. Lieutenant; 
Bernhard, geb. 1834, k. bayer. Oberlieutenant, verm. 1857 mit Emma 
Freün Truchsess v. u. zu- Wetzhausen, geb. 1826, aus welcher Ehe eine 
Tochter, Therese, geb. 1861 und ein Sohn. Richard, geb. 1858, stam- 
men; Oscar, geb. 1835 u. Hermann, geb. 1837, k. k. Oberlieutenant. — 
Freih. Conrad, geb. 1792, k. bayer. Kämm. u. a. o. Gesandter und be- 
YoUm. Minister am grossh. badischen Hofe, vermählte sich in erster Ehe 
1827 mit Caroline Fpeiin Mandl v. Deutenhofen, gest. 1828 und in 
zweiter 1«29 mit Caroline Freiin v. Peckenzell geb. 1808 u. gest. 1849. 
Aus der ersten Ehe entspross: Freiherr Ludwig, geb. 1828, Doctor 
der Rechte, k. bayer. Kämm, und Legations-Secretair bei der k. bayer. 
Gesandtschaft zu Paris und aus der zweiten Ehe lebt: Freiin Caroline, 
geb. 1833, Stiftsdame zu St. Anna. 

9, Lang, 8. 183. - N. Pr. A.-L. III. 8. 341. - Fahne, 1. 8. 267. - Freih. 9. Ledebur, 
a. 8. TJ. - Oenea). Taschenb. d. froib. Hiu^er, 1^54. 8. .^27— '29 ii. 18(>4. 8. 499 u. 500. — 
SUbmaeker, V. 303. — WapfMn-Calender de» k. b.iyer. Haus -Rtttcrorden« ▼om hoU. IJeorg. 
~ W.-B. d. Kgr. Bayern. III. hl und v.Woleke.rn, Abth. 3. 8. 15i). — 0. Hefner, bayerisch. 
Adel, Tab. 46 a. s. 47. - Kn«»ehkt, \. 8. :)88. 

MftlBleben. Altes, thüringisches Rittergeschlecht, nicht zu ver- 
wechseln mit der alten, im Magdeburgischen vorgekommenen Familie 
▼. Marsleben, oderMarsleven. — Sagittarius, Olearius und andere thü- 
ringische Historiker führen in alten Briefen und landesfürstlichen Di- 
plomen aus dem 12., 13. u. 14. Jahrh. mehrere Sprossen des Stammes, 
mit dem Beisätze : Miles oder Ritter, als Zeugen auf. In den folgenden 
Jahrhunderten kommt der Name des Geschlechts nicht mehr vor und 
so ist dasselbe wohl im 15. Jahrhunderte erloschen. 

Gauh€, II. 8. IßT«;. 

Malter, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom vom 7. Sept. 
1843 ftr Joseph Malter, k. k. Generalmajor. Derselbe lebte später im 
Pensionsstande zu (iratz. 

HMidMhrifU. Notix. 

' Maltits. Altes, vom 13. Jahrh. an im Altenburgischen und in der 

Umgegend begütert gewesenes Adelsgeschlecht, welches schon 1217 zu 
Lichtenstein im Schönburgischen, 1354 zu Zttrchau, 1445 zu Klein-Stöb- 
nitz, 1500 zuMaltiss oder Maltitz, 1530 zu Taubadel und noch 1554 
zu Kaufangen bei Penig, Klein-Stöbnitz, Zürchau etc. sass. Gegen Mitte 
des -16. Jahrh. scheint die Familie in den genannten Gegenden ausge- 
gangen zu sein und Freih. v. Ledebur meint, dass dieselbe allem An- 
schein nach von dem im nachstehenden Artikel besprochenen, alten, 
meissenschen Geschlechte dieses Namens verschieden sein dürfte. Doch 
ist das Wappen, welches die Familie geführt, nicht bekannt und so muss 
es denn in Frage bleiben, ob diese Verschiedenheit wirklich begründet 
ist, oder ob sich an dieses Geschlecht die Freiherren v. Maltitz an- 
knüpfen, welche noch jetzt in Curland blühen und deren Wappenschild 
nach Schabert's Wappenbuche des curlandischen Adels in Gold den 
Kopf und Hals eines aufgezäumten, schwarzen Pferdes zeigt. Bedenkt 

7* 



-. 100 — 

man übrigens, dass schon im 13., 14. etc. Jahrhunderte die meissensdie 
Familie y. Maltitzin, dem Altenburgischen gar nicht fernen, Pflegen aa- 
sehnlich begütert war, so Hesse sich wohl auch leicht vermuthen, dass 
beide Geschlechter gemeinschaftlichen Stammes waren. 

Freih, t. Ledebur, 11. 8. U. 

Maltitz, auch Freiherren (Schild von Schwarz und Silber achtmid 
quergestreift. Auf dem gewulsteten Helme ein von Schwarz und Silber 
der Länge nach gestreifter . oben mit breiter , rother Einfassung ver- 
zierter Köcher , aus welchem acht schwarze Hahnenfedern herauswach- 
sen). Altes, meissensches Adelsgeschlecht, nach der Aehnlichkeit des 
Namens und Wappens wohl gleichen Stammes mit den v. Miltitz. Als 
Stammhaus der Familie, welche man gewöhnlich von den Sorben- Wen- 
den herleitet, wird das derselben bereits 1250 zugestandene Gut Mal- 
titz unweit Meissen und Döbeln genannt und die Dörfer dieses Ni»nens 
bei Pegau und Weissenberg wurden nach Allem von dem Geschlechte 
angelegt. Dasselbe war schon im 14. Jahrb. im Meissenschen reich be- 
gütert, kam zeitig nach Böhmen u. Schlesien, ins Brandenburgische etc. 
und spclter auch in die Ober- und Niederlausitz und nach Ostpreussen. 
Was den Besitz im Meissenschen anlangt, so sagt Knauth (1691): 
„weiland auf Dippoldiswalda, Reichstaedt, Berreuth (Beereuth), Hoyers- 
werda, Werda, Elster, Wendischbohra etc. und noch zu Krauschütz, 
Kutschka (Kotschka). Grimmersdorf und dem halben Städtlein Elster- 
werda, in haynischer Pflege gesessen." Im Brandenburgischen war schon 
1337 Giesendorf in der Hand der Familie. — Elisabeth v. Maltitz, einea 
Landesherm auf Lichtenstein Tochter, wurde 1270 die dritte Gemablki 
des Markgrafen Heinrich des Erlauchten in Meissen ; nach Baibin zählte 
Hermann v. M. bereits 1289 zu den böhmischen Freiherren, beaass 
mehrere freie Herrschaften und unterschrieb mit dem Reichsgrafen die 
Reichsabschiede; Caspar v. M. vertheidigto 1290 die Stadt Grossenhayn 
als Gommandant so gut. dass dieMärcker wieder abzogen; Otto de Mal- 
titz lebte 1342, Alberus war 1347 markgr. meissenscher Hof -Richter 
und Heinrich 1362 Abt zu Zelle; Johann Heinrich und Friedrich Chri- 
stophs v. M. Söhne wurden 1413 von dem Statthalter der Mark Bran- 
denburg in ihrem Schlosse Trebbin bet Teltow belagert und Hans v.M., 
später des Herzogs Wilhelm zu Sachsen Ober-Hofmarschall, befand sich 
unter den vom Adel, welchen Kurfürst Friedrich II. zu Sachsen in sei- 
nem Testamente die Vormundschaft über seine Prinzen auftrug. Im 
16. Jahrh. starb 1549 Johannes v. M. als Bischof zu Meissen, auch 
lebten Georg v. M. Statthalter zu Ingolstadt und der Sohn desselben, 
Christoph, Statthalter zu Merseburg. Von dem Sohne des Letzteren, 
Haubold auf Elsterwerda, kursächsischem Oberhofmarschall , stammten 
Sigismund v. M., kursächs. Ober-Forstmeister des erzgebirgischen Krei- 
ses u. Haubold, von dessen Urenkeln um 1720 Erasmus v. Maltitz, f. 
Sachs. Zeitz. Geh.-Rath, Ober -Stallmeister und Oberhauptmann des 
neustaedtschen Kreises, mit einigen Söhnen lebte. Wilhelm Friedrich 
V. M. war 1712 und später h. nassauischer Hofmeister und setzte 
seine Linie, welche im Nassauischen begütert wurde, fort. Johaim 
Albrecht v. M. wurde 1718 Landes -Hauptmann in der Nieder -Lausitz 



— 101 — 

etc. — In Schlesien wohnte Sijrismund v. M. und Dippoldiswalde 1629 
im Fürstenthunie Neisse und Friedrich Ferdinand v. M. und Dippoldis- 
walde war 1730 Herr auf Girschdorf, Kohldorff, Damsdorf etc. und 
Landesältester des ottmachauschen Kreises, auch sass um diese Zeit 
die Familie in Schlesien zu Kattersdorf. Wildschüte , Niederwald, Biltz- 
berg etc. — Im 18. Jahrh. war die Familie noch mehrfach begütert, 
«nd sass noch 1792 zu Stassfurth, 1798 zuKummerow unweit Beeskow, 
so wie 1802 zu Friedrichswalde im Kr. Gerdauen, 1805 zu Briesnigk 
im Kr. Sorau, 1814 zu Puschkow im Kr. Lübben und 1849 zu Pforten 
im Kr. Sorau. — In Kursachsen blühte die Nachkommenschaft des 
obengenannten Erasmns v. M. lange fort, doch ist nicht bekannt, dass 
spftter im Kgr. Sachsen diese NachkommenschaH fortgesetzt worden sei. 
— Der als dramatischer Dichter, Schriftsteller etc. bekannt gewordene 
Gotthilf August Freih. v. Maltitz , welcher sich zuerst dem Forstwesen 
gewidmet und 1821 auch in Preussen eine Oberförster-Stelle erhalten 
hatte, spfiter aber in Berlin, Hamburg und Paris u. seit 1833 in Dres- 
den lebte, war bei Königsberg i. Pr. 1794 geboren. — Als begütert im 
Kgr. Preussen wurden in neuer Zeit nur aufgeführt: Ulrich v. M., 
Hauptmann a. D. auf Würgs-Halbendorf mit Neu-Würgsdorf im Kreise 
Bolkenhayn, Pr. Schlesien und Friederike Freifrau v. M. , geb. v. Ko- 
schützki, Besitzerin von Alt-Rosenberg im Kr. Rosenberg, Reg.-Bez. 
Oppeln. 

BaibiuMM, Miscell. Bohem. Üb. 3. 8. 8. — Albinu», Wertherasehe Histor., 8. 66.— 8ehl€' 
gH, de Cella ?eteri, 8. 74 u. 77 — Knauth . S. SliO uud 31. — Seifert, Geneal. »del. Eltern 
«. Kinder, 8. SäI. - Sinapiun. I. S. 627 o. IT. 8. 79». - Vol. König, 11. 8. 663-78. — 
fc«Ae, I. 8. 1302 und 3. — Zedier, XIX. 8. 780. — DreyhaupU H. 8. 91. ,— N. QeneAl. 
Bandbacb, 1777. 8. 197 u. 98 u. 1778. 8. 343. - Freih. v.Ledehur, 11. 8.73. — Siebmaeher, 
t Ihi: V. Maltfta. MeiMniseh. — p. Meding , I. 8. .156. — W.-B. d. SSehs. Staaten, XT. 18. 

^ Maltcan, Maltzahn, Moltsan, Maltzan sn Wartenberg n. Penz- 

lin und Maltxahii eu Cummerow u. Sarow, Maltsahn, Gr. v. Plessen 
md Gr. ▼. Maltzaii n. v. Wedel, Freiherren n. Grafen. Reichsfrei- 
herm und böhmischer und Reichsgrafenstand. Reichsfreiherrndiplom 
vom 2. Aug. 1530 fttr Joachim (II.) v. M., kais. Feldmarschall u. fftr 
den Bruder desselben, Georg v. M., h. pomm. Geh.-Rath, mit dem Prä- 
dicate: zu Wartenberg und Penzlin: böhmisches Grafendiplom vom 
10. Febr. 1694 fQr Nicolaus Andreas Freih. v. M. und für den Bruder 
desselben, Joachim Wilhelm Freih. v. M. u. Reichsgrafendiplom vom 
17. Jan. 1728 fftr die beiden Letztgenannten. Die Nachkommen der- 
selben, am 18. März 1559 mit den Rechten des schlesischen Für- 
sten -und Herrenstandes begnadigt, wurden 5. Dec. 1590 freie Stan- 
desherren von Militsch, eriiielten 1. Mai 1774 das Erbland-Kämmerer- 
Amt von Schlesien und bekamen 27. März 1824 eine Curiatstimme in 
dem Stande der Fürsten und Herren auf dem schlesischen Provinzial- 
Landtage. Nftchstdem vereinigte durch königl. preuss. Diplom vom 
2. Juni 1766, sowie durch kaiserliches Diplom vom 25. Sept. 1766 
Helmuth Burchard Hartwig Freih. v. M., k. preuss. Legationsrath, als 
im Testamente seines Oheims, Helmuth Reichsgrafen v. Plessen, vom 
6. März 1761 eingesetzter Erbe des Majorats Ivenack, fftr sich u. seine 
Nachkommen, nach dem Rechte der Erstgebur{ mit seinem angestamm- 
ten Namen und Wippen, Namen und Wappen der R.-Grafen y. Plessen 



— 102 — 

und durch k. preuss. Diplom vom 23. Febr. 1833 setzte Joachim Carl 
Friedrich Leopold Ludwig Alfred Gr. v. Maltzan auf Bresa, als Adop- 
tivsohn des k. pr. Kamnierherrn Eugen Anton Leopold Gr. v. Wedel, m 
seinem angeborenen Namen u. Wappen der u. das der Grafen v. Wedel, 
doch ist seine Linie mit ihm selbst 26. Jan. 1858 wieder erloschen. — 
Die Familie Maltzan oder Maltzahn ^s>r immer die bedeutendste di^ 
meklenburgischen Lande und zählt zu den ältesten Adelsgeschlechtem 
des nördlichen Deutschlands. Dieselbe besitzt eine grosse und reiche 
urkundliche Geschichte, welche Lisch in neuer Zeit aufgeschlossen hat 
Nach den Angaben desselben erscheint der Stammvater der Familie, 
Bernhard oder Behrend, mit dem christlichen Familiennamen Maltzan, 
zuerst im Bisthume Ratzeburg 1194, also während der Germanisimng 
der wendischen Länder u. zwar als einer der vornehmsten Zeugen in 
einer Urkunde des Bischofs von Ratzeburg. Die Familie war zuerst im. 
Bisthume Ratzeburg begütert, zog aber von hier immer weiter gegen 
Osten, zuerst in die Grafschaft und das Bisthum Schwerin, von da schon 
in der ersten Hälfte des 13. Jahrb., während der Kriege der meklen- 
burgischen Fürsten mit den Herzogen in Pommern, nach Pommern und 
von dort sehr bald in das Land Werle, wo sie, seit dem 1 4. Jahrb. mit 
dem Erbmarschall-Amte des Herzogthums Pommern-Stettin und des 
Fürstenthums Werle bekleidet, mit zahlreichen Gütern angesessen war. 
Die ältesten Sprossen des Stammes erscheinen jedoch nur im Ratzebitr- 
gischen, wo dieselben in der Pfarre Schlagsdorf Besitzungen hatten. In 
dieser Pfarre liegt ein Gut Moltzahn, früher Multsan, welches wohl von 
der Familie den Namen fahrt, auch findet sich in Pommern in der 
Voigtei Cummerow, der ältesten Besitzung der Familie in diesem Lande, 
ein Gut Moltzahn. Nach der Trübsten Form des Ortnamens treten auch 
die ältesten bekannten Familienglieder urkundlich bis 1250 als: Bem- 
hardus und Johannes de Mulsan, Mulzian und Multsan auf. Es ist da- 
her wahrscheinlich, dass die Familie von dem Lehngute Maltzan den 
Namen annahm, da die Bezeichnung : „v., de " in alter Zeit immer an- 
deutet, dass die Familie von dem ersten Lehn den Namen trägt, wobei es 
aber immer wahrscheinlich bleiben wird, dass ursprünglich das Gut Ton 
dem Stammvater der Familie den Namen erhalten hatte. Seit Mitte des 
13. Jahrb., in welcher der urkundlich und verbürgte Stammhalter, Lu- 
dolph, auftritt, nennt sich die Familie bis auf die neuere Zeit stets: 
Moltzan und zwar immer ohne: von oder de, was wohl nur in der Be- 
deutung des Namens zu suchen ist. Letzterer ist zweifelsohne wendi- 
schen Ursprungs. Der Ton lag früher auf der letzten Sylbe und so 
schrieb man denn im 17. u. 18. Jahrb. meist Moltzahn. Die Form: 
Maltzan, bei deren Aussprache der Ton sich auf die erste Sylbe neigt, 
ist hochdeutsch und hat die alte, wendische Form jetzt ganz verdrängt. 
Dieselbe erscheint zuerst in Schriften und Urkunden des ersten Frei- 
herm Joachim (H.). Einzelne Glieder der freiherrlichen Linien schrieben 
sich bis vor Kurzem noch : Maltzahn, jetzt aber schreiben sich die Meli- 
sten: Maltzan, wie von der gräflichen Linie immer geschehen ist. Was 
übrigens den Namen anlangt, so ist derselbe ein Personalname, welcher 
einen Gotteeverehrer, oder Bewohner eines Tempelortes und der Orts- 



.^: 



— 103 — 

name: Moltzan einen Ort bezeichnet, wo dieser Gottesverchrer wohnt. 
Zweifelsohne stammt der Name aus der wendischen Heidenzeit, wo jeder 
nur einen Namen trug, der kein Familienname war und der Stammvater 
der Familie Maltzan behielt bei der Christianisirung seinen Namen im 
frommen Sinne als Familiennamen l)ei. In diesem Sinne wählte er wohl 
aach als Zeichen seiner Bekehrung und seines christlichen Glaubens das 
ursprüngliche Stammwappen der Familie, in Gold den Weinstock, mit 
dem sich Christus vergleicht und welcher schon das ganze Mittelalter 
hindurch ein ungewöhnlich lebendiges Bild des Herrn war. Die jetzt in 
der rechten blauen Schildeshälfte stehenden zwei Hasenköpfe kamen 
erst gegen Ende des 13. Jahrh. hinzu und deuten auf ein Allianzver- 
bältniss mit der 1494 ausgestorbenen Familie Hasenkop, welches Ver- 
hältniss aber bis jetzt noch nicht ergründet ist. — Von den Nachkommen 
des obengenannten Bohrend oder Bernhard Mulsan war Ludolph Maltzan 
1277 Vormund der jungen Fürsten von Meklenburg. Der jüngste Sohn 
desselben bestieg 1314 unter dem Namen: Hermann II. den bischöf- 
lichen Stuhl von Schwerin und hatte denselben bis 1322 inne. Als im 
14, Jahrh. die Erbämter gestiftet wurden, erhielten, s. oben, die v. M. 
in den Fürstenthümern Pommern und Wenden das wichtige Amt der 
Erbmarschälle. Später, 1487, theilte sich mit zwei Brüdern, Behrend 
und Lüdeke, der Stamm in zwei grosse Zweige. Es kaufte nämlich Beh- 
rend M. auf Wolde die böhmischen Herrschaften Graupen und Teplitz, 
wurde 1501 mit der Baronin Penzlin belehnt und ist der nähere Stamm- 
vater der noch blühenden reichsgräflichen und reichsfreiherrlichen Linie 
zu Wartenberg u. Penzlin. Von Lüdeke M. aber, Herrn auf Sarow und 
Osten, h. pomm. Erblandmarschall, stammen die v. Maltzan, welche in 
Pommern und Meklenburg im Besitze zahlreicher Rittergüter, so wie 
der Erbmarschall- Würde von Pommern sind. Einer SeitenBnie dieses 
Stammes steht die Majorats-Herrschaft Ivenack zu, deren jeweiliger In- 
haber nach dem Obenerwähnten Namen und Wappen eines Grafen 
V. Flessen mit dem seinigen führt. Sonach blüht neben der freiherr- 
lichen Linie zu Wartenberg und Penzlin noch eine zweite freih. Linie, 
n&mlich die zu Cummerow und Sarow, s. unten. — lieber die Vorfahren 
des obengenannten Behrend M. auf Wolde ergeben ältere Schriftsteller, 
welchen Gauhe u. A. gefolgt sind. Nachstehendes: in Pommern soll zu- 
erst um 1060 — ein Jahr, welches, nach den Ergebnissen neuer und 
genauer Forschungen über das Vorkommen der Familie in Meklenburg, 
nicht gewiss ist — Ludert oder Lüden Moltzan auftreten und als einer 
der*ersten Ritter, die sich in Pommern zu dem christlichen Glauben be- 
kannten, Schloss imd Kirche zu Engelmünster erbaut haben. Aus seiner 
Ehe mit Gisela entspross Bolco M., welcher den Stamm weiter fort- 
pflanzte. Von seinen Nachkommen erwarb Georg M. — Sohn Heinrichs 
M. u. einer v. Ahnen — durch Vermahlung mit einer v. Königsmark 
ansehnliche Güter in der Mark Brandenburg. Der Urenkel desselben, 
Heinrich (II.) vermählte sich 1360 mit einer meklenburgischen Prin- 
zessin, der Enkelin Johanns IH. Fürsten der Wenden zu Güstrow, er- 
hielt dadurch die meklenburgische Herrschaft Penzlin und brachte auch 
die Erbmarschall- Würde in den Herzogthümem Pommern und Cassuben 



— 104 — 

an die von ihm gegründete' penzliner Unie. Der Sohn desselben, Joa- 
chim (I.) stand bei dem Markgrafen Joachim v. Brandenbarg in beson- 
derer Gunst und von demselben stammte Bernhard oder Bebrend, s. 
oben, Herr der Herrschaften Granpen nnd Teplitz, welcher mit Gande- 
lina V. Alvensleben vermählt war. Der Sohn des Letzteren, Frdberm 
Joachim H., s. oben, verkaufte die genannten Herrschaften wieder, 
machte sich in Schlesien mit den Herrschaften Wartenberg und Bralin 
ansässig und erhielt mit seinem Bruder, wie erwähnt, den Reichsfirei- 
hermstand. Von dem älteren Sohne des Freiherrn Joachim (11.) : Jo- 
hann Bernhard, kaiserl. Rath und Landeshauptmann der Fttrstenthttmer 
Oppeln und Ratibor, ent^pross Joachim (HL), kais. w. Rath, welcher 
durch Vermählung mit Eva Freiin v. Lobkowitz, deren Mutter, Anna 
Freiin v. Kurtzbach, Erbin von Militsch geworden war, die Herrschaft 
Militsch erhielt und in Böhmen die Herrschaften Ronow, Helffenberg 
und Stoliki kaufte. Durch seine Grossmutter, Anna Bernhardine Freiin 
Y. Waldstein, seine Mutter, Elisabeth Freiin v. Lomritz und seine schon 
genannte Gemahlin wurde die Familie mit dem plastischen, podiebrad- 
schen und kurbrandenburgischen Hause, so wie mit den angesehensten 
Geschlechtem des böhmischen Herrenstandes verwandt. Nach seinem 
Tode erbte 1625 der Sohn, Joachim (IV.), gest. 1664, als Gelehrter be- 
kannt und Rector der Universität zu Frankftirt a. d. 0., verm. mit Anna 
Freiin v. Kochtitzki, die Herrschaft Militsch. Der zweite Sohn dessel- 
ben, Joachim Andreas, gest. 1693, in erster Ehe verm. mit Anna Ju- 
dith Freiin v. Boreck und in zweiter mit Maria Elisabeth Freiin v. San* 
erma, setzten den Stamm fort und seine beiden Söhne : Joachim Wil- 
helm u. Nicolaus Andreas, s. oben, brachten den Grafenstand in die Fa- 
milie. Ersterer starb 1728 ohne Nachkommen, vom Grafen Joachim 
Andreas aber stieg der gräfliche Stamm, wie folgt, herab : Graf Nico- 
laus Andreas — jüngerer Sohn des Joachim Andreas — geb. 1670 
und gest. 1718: Maria Theresia Grf. v. Althann, vermählt 1696 and 
gest. 1743; — Joachim Andreas (H.), geb. 1706, gest. 1786, folgte 
seinem Oheim, Joachim Wilhelm, 1728 als freier Standesherr zu Mi- 
litsch, k. preuss w. geh. Staats- u. Cabinetsminister des Herzogthums 
Schlesien, Ober-Erb-Kämmerer seit 1774 etc.: Friederike Luise Grf. 
V. Platen, geb. 1713, verm. 1731 u. gest. 1799; — Joachim Carl, geb. 
1733 u. gest. nach 1800, Standesherr auf Militsch, Obererblandkäm- 
merer in Schlesien, k. preuss. Kammerh. : erste Gemahlin : Antonie Grf, 
v.Hoym, geb. 1768, verm. 1786 u. gest. 1799; — Joachim Carl Lud- 
wig Mortimer, geb. 1793 u. gest. 1843, k. preuss. Kammerh., w. Cteh.- 
Rath, Staatsminister etc.: Auguste Grf. v. d. Goltz, gest. 1837, Erbfiraa 
der Herrschaft Würben in Schlesien ; — August Mortimer Joachim Gr. 
Maltzan, Frcih. v. Wartenberg und Penzlin, geb. 1833, freier Standes- 
herr auf Mielitsch, Herr der Fidei-Commiss-Rittergöter Breslawitz, Gont- 
kowitz, Gugelwitz, Liatkawe und Walkawe, so wie des AUod. -Ritter- 
gutes GrebUne in Schlesien, Ober-Erblandkämm. in Schlesien, Landes- 
ältester, erbl. Mitglied des preuss. Herrenhauses, verm. 1862 mit Alma 
v. Veitheim a. d. H. Bartensieben, geb. 1843, aus welcher Ehe ein 1868 
geborener Sohn entspross. Der Bmder des Grafen August Mortimer 



— 105 — 

Joachim, neben n^ei Schwestern, Grf. Alexandrine, geb. 1818, verw. 
Lady Beauvale, Viscount. Melbourne u. wiedervermählte Baronesse 
Forester und Grf. Antoinette, geb. 1826, verm. Grf. v. Perponcher-Sedl- 
nitzky, ist: Gr. Mortimer, geb. 1832, k. preuss. Lieut. im Cuirassier- 
Regimente Nr. 5. — Von dem Bruder des Grafen Joachim Alexander 
Gadmir, dem 1845 verstorbenen Grafen Joachim Caesar Eugen — Bru- 
der des Grossvaters des Grafen August Mortimer Joachim — k. preuss. 
Kammerh., Legations- u. Ratho etc. stammte aus zweiter Ehe mit Frie- 
derike Seelmann, neben zwei Töchtern, ein Sohn, Graf Eugen, geb. 1825 
TL, gest. 1864 nach bei der Erstürmung der Insel Alsen erhaltenen tödt- 
Hchen Wunden, verm. 1854 mit Emma v. Podewils, aus welcher Ehe ein 
Sohn, Joachim, geb. 1858, lebt. — Die freiherrliche Lipie zu Warten- 
berg und Penzlin stammt von dem Freiherrn Johann Bernhard — jün- 
gerem Sohne des Freiherrn Joachim 111. u. jüngerem Bruder des Freih. 
Joachim IV. - und dessen Gemahlin, Ursula Grf. v. Hohenzollern. Nach 
Verkaufe der Herrschaft Neuschloss, welche diese Linie anfangs besass 
«od von welcher sie den Namen fahrte, erwarb* Freih. Hans Heinrich 
1702 von seinen Vettern die Herrschaft u. Baronie Penzlin. Penzlin ist 
mit mehreren anderen Gütern seit 1828 Fidei-Commiss und mit dem- 
selben ist das Erb-Iiandmarschall-Amt zu Wenden vereinigt. Der Stifter 
dieses Fidei-Commisses, Freiherr Ferdinand Friedrich Georg, geb. 1778 
und gest. 1849, Erbmarschall, Herr auf Penzlin, Neuhof, Bauhof, Lub- 
kow, Siehdeiim, Werder u. Wustrow, verm. in erster Ehe mit Sophie 
Grf. V. Moltke, gest. 1834 und in zweiter mit Luise v. d. Tranken . geb. 
1806, ernannte, da nach früherer Bestimmung keineswegs die Erstge- 
burt allein das Snccessions-Recht im Fidei-Commisse bestimmen sollte, 
za seinem Nachfolger in demselben den jüngsten Sohn zweiter Ehe, den 
Freih. Johannes, später aber ist erbrechtlich festgesetzt worden, dass 
jedesmal nach dem Tode des Fidei-Oommiss-Besitzers seine nächsten 
Agnaten um die Nachfolge loosen sollen. Die freiherrliche Linie Malt- 
zan zu Wartenberg und Penzlin besitzt jetzt in Meklenburg: Stadt, 
Sdiloss und Vogtei Penzlin u. die Güter Nenhof, Bauhof, Lübkow, Sieh- 
deüm. Werder, Wustrow. Krukow, Rothenmoor, Dahmen, Sagel, Molt- 
zow, Ilkensee, Rambow, Peccatel, Jennyhof, Brustorf, Peutsch, Gross- 
u. Klein-Luckow und Langhageu, so wie in Polen : Duchnow, Golike, 
Penzlin, Malzanow. Rudeck und Zanecyn. Inhaber des Fideicommisses 
Penzlin und Erbmarschall zu Wenden ist ; Johannes v. M. Freih. zu W. 
und P,, geb. 1845 — wie oben erwähnt, jüngster Sohn des Freiherm 
Ferdinand Friedrich Georg. — lieber die Brüder des Freiherrn Jo- 
hannes, die Freiherren Friedrich, geb. 1804, grossh. meklenb.-schwer. 
geh. Kanunerrath, Adolph, gest. 1834 u. Ferdinand, geb. 1806, die Fa- 
milien derselben und die Schwestern, so wie über die Brüder des Frei- 
herm Ferdinand Friedrich Georg, die Freiherren : Heinrich, gest. 1793, 
Herrn auf Tamow, Friedrich Rudolph Nicolans, geb. 1783, Herrn auf 
Rothenmoor, Dahmen, Sagel und Federow, meklenb. Landrath und 
Adolph Christian August, geb. 1785, auf Eschdorf bei Pirna und über 
die sehr zahlreiche Nachkommenschaft der beiden Ersteren ergeben die 
geneal. Handbb. d. freih. Häuser die genauesten Nachweise, wie sich 



— 106 — 

denn auch in denselben sorgföltige geschieh tliche Nachrichten und Stamm- 
tafeln in Bezug auf die Freihorru v. MaUzahn zu Cummerow und Sarow 
finden, auf welche hier bei dem grossen Umfange dieser Angaben ver- 
wiesen werden rauss. Die cumraerower Linie, schlossgesessen auf Wolde 
und Cummerow, deren Reichsfreiherrnstand im Kgr. Preussen anerkannt 
ist, wnrde sammt den Schlossgesessen en zu Sarow, 1534 mit der Erb- 
Landmarschall würde in Alt -Vorpommern belehnt und die Haupt- und 
ältesten Besitzungen sind Lehen in Alt-Vorpommern. Die zahlreichen 
Sprossen der cummerower Linie werden jetzt, in zwei Aestc geschieden, 
den alteren oder die Häuser Vanselow und ützedel und den jüngeren 
Ast. oder das Haus ruinmerow, aufgeführt und der jüngere Ast blüht 
jetzt in drei Zweigen, von welchen der älteste Zweig durch Testament 
des kursäclis. Geh.-Raths Gr. v. Plessen vom 6. März 1761 u. in Ge- 
mässheit der Stift ungsurkunde von demselben Tage in den erblichen 
Besitz der Majoratsherrschaft Ivenack im Grossh. Meklenburg-Schwerin 
gelangt ist. Der jeweilige Besitzer fiihrt den vereinigten Namen: Frei- 
herr V. Maltzahn, Graf'v. Plessen, s. unten den Artikel: Plessen, Gra- 
fen. — Die sarower lanie blüht ebenfalls in drei Zweigen mit vielen 
Sprossen. 

J/»crrt-/, 8. 507(361). — ßuc^lini, II l. S. 287. ~ r. Pritzhutr , Nr. 95. — Sinapitu, I. 
8. .S6-»;-.' lind II. S, M4. — r. Summer ^hcry. Script, rcr. SJle». III. 8. 24?». — Hülmer . Hl. 
8. 92.1—26. — Grtuh^. I. 8. U99-1I04. — Zt^dter . XIX. S. 79H-97 - •. B^hr, ft.-U, 
8. IßSy. — Brvgyniinnn. I. N HiS. - Freih. c Krohnf ^ li. 8. H0l-30fi und 441. — Lexio. 
over nd«I. FiinU. i D.unnark II. 8. 22 und Tnb. :.'. Nr. CO. — Jacohf, t-soo. II 8. 277. — W. 
Pr. A.-L. III S. 341— 4.S. — Deiiisclit! (irafcnh. d. «ifgoiiw. H. 8. 77— Sl. — &. C. F, LiicU, 
V. MHU/.tnisrh«' Urkuiiri>'iiH.-iinmluu^, Md. I — V. und dcrsiJho : Ucb^r Namt-n und W*«p|»«'n d«T 
Fftitiilic V Maltxnn. Hcrnld. Atiliaudliinit zum Gfdäclitii. der 2.^Jahr. Amtsjubclfeior des Pft- 
»tors O. M, C. Manch ew. Scliwcrin. IH.«)!. — Fr^ih. r. Lfiifbur , fl. 8. 73— 7.^ und Hl. 
8. 306 und 7. — (;riical. Taiir.lionb. der Kräfl. Häuser. 1XH4 8. ■i24 und 25 und hiator. Hftndb. 
XU Dem.selbon, 8. 5.'i7. (itMual. raschonb . d'T freih. IlSuser, 1S54. H. 329—38. 1855. 8.86«. 
1858. 8. 41« u. 1"*ß4. 8. .SOO-.'.IH. - Siebmacher, I. V9 ; Malt7.au. Frcih. u. 16«: v. Moltian, 
8ichMi.scb II. V. 15:{. r. Wntphalen, Mouitm. invdita, III. Tab. h. -- r. Mttding. I. 8. 401 
und 2. — hurrhl. VV.lt. III. l'ftO. - Suppl r.u Siehra. W.-B. IX. I : M. Ut. v. Plesson. — 
W.-B. d. l'rcMiss. Monarcb. , I 7«5 : M. «r. v. V. — M.'klPiib. W.-R. T»b. .^8. Nr. 128: v.M. 
Nr. 124: V. M. Fr-ih. ku I'. u. W. und Tab. 39. Nr. 145: F. H. v. M. , (Jr. r. P. und 8. « 
u. 28. — Pomni. W.-B. II. 20: Gr. v. M. u. v. W. u. V. V.J u 24: v. M. etc. u. 26 n. 28: 
«Ite Siegel. — Mnsch Mekh-nb Adel von 0. T. t. H^fn^r. Srbweriu, 1858. 8. 18. 

Maltzoif (in Blau drei quergezogene Bäche und über jedem ein 
blühendes Vergissmeinnicht). N*1her nicht bekanntes Adelsgeschlecht, 
aus welchem 1857 ein Fräulein v. Maltzoff in Berjin lebte. 

Freiherr r. Lfdrbui . III. 8. 307. 

Malzik. Piiii früher zu dem schlesischen Adel gerechnetes Ge- 
schlecht. 

SinapiUM. M. 8. 799. - N. Pr A.-L. II. 8. 34. 

Mameli. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 1738 für Franx 
Anton Mameli. 

Magerte v. MühlfHd, Krg.-Bd. 8. 3<;9. 

Mamming, Grafen, s. Maemmingen, M am min gen, Mam« 
ming, Freiherren u. Grafen, S. 76. 

Mampe. Ein vor 1777 im Lauenburgischen begütert gewesenes 
Adelsgeschlecht. 

Freih. r. Ledebur, II. 8. 75. 

Mamuea della Torre, Turri oder v. Thnm, Grafen. Reichsgra- 
fenstand. Diplom von 1701 für Marcus Antonius Mamaca de Torre, 



— 107 — 

kaiserl. Hof-Kriegs-Rath. — Altes, arsprftnglich italienisches Adelsge- 
schlecht , doch in koiner Verwandtschaft mit den eben daher stammen- 
den Grafen Thum oder de la Torre u. Taxis stehend. Dasselbe wurde 
schon 1346 unter die genuesischen adeligen Patricier aufgenommen und 
Oanhe theilt über die früheren und späteren genealogischen Verhält- 
nisse der Familie Mehreres mit. — Graf Marcus Antonius, — ein Sohn 
des Pantaleon M. ans der Ehe mit einer Grf. Borisi v. Fontane u. En- 
kel des Michael M. de la Torre , deputirten Regenten von Scio — war 
vermählt mit Justina Grf. v. Tarsia und aus dieser Ehe entspross Graf 
Christoph, Magnat in Ungarn, welcher, verm mit Juditha Grf. Khuen, 
Freiin v. Bellasi, den Stamm durch zwei Söhne : Johann Michael IL u. 
Johann III., gest. 1743, fortpflanzte. 

Hühner, 8uppl. von 1740. S. 348-51 nnrh Narhrirhten au« der Familif. - Bud*i«fUH, hi- 
BtOT. LMicon, Forturtziiiig. .<<. I4lf>. — Gaulif . II. M. (iäH — 70. 

Mamula, Freiherren (Schild quergetheilt: obere Hälfte wieder 
qnergetheilt : oben Gold, ohne Bild und unten in Roth neben einander 
drei silberne Sterne; die untere Schildcshnifle zeigt das Bild der Fe- 
stang Peterwardein). Erbländ.-östeiT. Freiherrnstand. Diplom vom 
9. Jan. 1851 fftr Lazarus Mamula, k. k. Generalmajor im Ingenieur- 
Corps. Derselbe, geb. 1795 zu Gomirje im oguliuer Gränz-Regiraents- 
Bezirkctrat 1815 als Cadet in das k. k. Ingonieur-Corps, stieg in dem- 
selben von Stufe zu Stufe immer höher, zeichnete sich namentlich 1849 
bei Kamenitz und Petei*wardein aus und ist jetzt k. k. Geh.-Rath und 
Feld-Marsch. -Lieut. im Ingenieur-Corps, Gouverneur und commandiren- 
dcr General in Dalmatien, Regiments-Inhaber etc. 

Geneal. TMcheiih. rt. frcih. H&us'^r, 1%4. «. 513. - Milit.-Scheraat. d önurr. Kalserth. 

Mamnla y. Trinkenfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1790 fftr Maximilian Mamula, k. k. Hauptmann des Carlstädter - Oguli- 
ner-Regiments, mit dem Prädicate : v. Trinkenfeld. 

Meg^rie ». Mühl/Hd. RrR.-Hd. 8. 3»i9. 

Managetta nnd Lerchenan, Ritter nnd Freiherren. Reichsritter- 
und erbländ. -österr. Freiherrnstand. Freiherrndiplom von 1753 für 
Johann Joseph Martin Reichsritter v. Managetta und Lerchenau, Di- 
rectorial-HoÄ'ath und Vice-Präsidentcn der nieder-österr. Repräsentation 
nnd Kammer, aus Allerhöchst eigenem Antriebe. — Ob die freiherr- 
liche Linie fortgeblüht, muss dahin gestellt bleiben: der ritterliche 
Stamm blühte fort und in neuester Zeit lebte Anton Rilter v. Managetta 
und Lerchenau als k. k. Oberst in d. A. zu Gratz. 

Mtgerlt 9. Mukt/ehl, 5t. f>8 und 69. — Miltt.Srh^mnt. d önterr. Kai.iPrtli. 

Manakovich v. Heldenfeld. . Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom 
von 1801 fftr Joseph Manakovich, k. k. Hauptmann bei dem Peterwar- 
deiner Regimente, mit dem Prädicate: v. Hcldonfeld. 

Manckschitz (in Silber ein vorwärtsgekekrter , schwarzer Btiffels- 
kopf mit goldenen Hörnern und durch die Nase gezogenem , goldenen 
Ringe). Altes, früher zu dem schlesischen Adel gehörendes, vor Anfange 
des 17. Jahrh. ausgegangenes Geschlecht, eines Stammes mit den v. Ko- 
lazkowsky u. v. Tschirschky. 

Henel, Rileogr. reiiov. Cap. 8. .S. 701. — Siiutpim, I. 8. 628 und 1000. - ifiehmacher, I. 
i9: V. M., Schleahteh. - H. Meding, U. S. 258. 



— 108 — 

Mandel (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein grü- 
ner Palmbaum und links geviert: 1 u. 4 in Gold ein grflner Lorbeer- 
kranz n. 2 und 3 in Schwarz ein, seine Jungen fütternder Pelican). 
Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplome vom 31. März 1804 für Hans 
August Mandel und vom 23. Nov. 1804 für August Mandel. — Die Fa- 
milie war in Schlesien am Fusse desZobtenberges mitMohnau, Protseb^ 
kenhain und Wernersdorf im Kr. Schweidnitz begütert. Eine verwittw. 
Frau V. M. besass um 1830 das Gut Wernersdorf; später lebte Doro- 
thea verw. V. M. , in zweiter Ehe mit einem Grafen v. Matuschka ver^ 
mahlt und ein v. Mandel stand 1837 im k. preuss. 10. Infant. - Regi- 
mente. — 

Handsehrim. Notix. ~ N. Fr. A.-L. III. S 345 und V. 8. 322. - Frtihtr 9. L^debm; 
n. S. 7ft. — W.-B. d. Preuss. Monarch.. III. 94. 

Mandel, Edle v. Mandelstein. Erbländ.-österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1796 für Joseph Mandel, Inhaber des mandlischen Freihofes 
und der kerschdorfer Maierschaft in Steiermark, mit dem Prftdicate: 
Edler v. Mandelstein. 

Megerlf r. Mühlfeld, Krg.-Od S. 3«)9 und 70. 

Mandell. Ein am 4. Apr. 1811 in die steierische Landmannschaft 
aufgenommenes, freiherrliches Geschlecht, welches wohl zu der im Yor- 
stehenden Artikel erwähnten Familie gehört. 

Schmutz, II. S. 4SI und 85. 

Mandel, Mandl v. Deutenhofen, Freiherren (Schild geviert : 1 n. 
4 in Gold ein nach der rechten Seite aufspringender, schwarzer Stein- 
bock und 2 und 3 in Schwarz ein goldener Pfahl). Reichsfreiherm- 
stand. Diplom vom 12. Sept. 1653 für Johann v. Mandl, kurbayer. 
Geh.-Rath, Kammer-Präsidenten und obersten Lehenspropsten, mit dem 
Prädicate: v. Deutenhofen, dem Stamingute Familie. — Altes, ursprflng» 
lieh schwäbisches Adelsgeschlecht , welches mit dem obengenannten 
Freiherm Johann nach Bayern kam, ansehnliche (iüter erwarb und im 
Staats- u. Kirchendienste zu grossem Ansehen gelangte. — Freiherr 
Johann, geb. 1588 zu Günzburg, wo sein Vater vorderösterreichischer 
Pfleger war und gest. 1666 , diente fast fünfzig Jahre mit grosser Aus- 
zeichnung dem Kurfürsten Maximilian I. von Bayern, wurde im SOjähri- 
gen Kriege mit den wichtigsten Sendungen und Unterhandlungen be- 
traut und genoss überhaupt das unumschränkte Vertrauen des KurflUv 
sten. Derselbe besass, ausser Deutenhofen , auch die Güter Müncha* 
dorf, Wolfeck, Tandern, Huebenst^in, Wörth, Hohenzuechbach, Ste^ 
etc., welche jetzt meist zu einem Fideicommiss umgeschaffen u. mit dem 
grossen Gute Tüssling, dem gegenwärtigen Familiensitze , verbunden 
wurden. Freih. Johann starb 1666 zu München und liegt in der U. L. 
Frauenkirche begraben und zwar in der Capelle Mariae- Verkündigung, 
welche er neu erbaut und mit einem Beneficium und Jahrestage dotirt 
hatte. Von seinen Sölinen und Nachkommen wurden mehrere Linien 
gegründet, welche aber, bis auf die münchsdorfer liinie, sämmtlich wie* 
der ausgegangen sind. Im Fürstbisthume Passau bekleidete die Familie 
das Erbtruchsessen-Amt. — Die Stammreihe der jetzigen Glieder der 
Familie steigt, wie folgt, herab: Freiherr Johann Franz Joseph, Herr 



— 109 — 

auf Mfinchsdorf etc. — ür - Urenkel des Freih. Johann , Erwerber des 
Freihermstandes, s. oben — kurbayer. Kämmerer: Maria Josepha 
Walbnrga Freiin v.Pelkhoven; ~ Freiherr Johann Baptist Anton, geb. 
1760 und gest. 1845, Herr der F. -C- Herrsch. Tttssling, Münchsdorf 
ete., k. bayer. Kämm, und Reichsrath der Krone Bayern , letzter Erb- 
truchsess des Fürstbisthuras Passau : Caroline Grf. Arz v. Wasegg, geb. 
1772, verm. 1788, gest. 1849; — Freih. Johann Nepomuk, geb. 1792, 
Herr der F.-C.-Herrschaft Tüssling etc., k. bayer. Kämm., verm. 1821 
mit Luise Grf. v. Deroy, gest. 1842, aus welcher Ehe, neben drei Töch- 
tern: Josepbine verm. Freifrau v. Peckenzell, geb. 1827, Christine verm. 
Freifrau v. Gise u. Freiin Luise, geb. 1840, zwei Söhne stammen: Freih. 
Ludwig, geb. 1824, k. bayer. Kämm., vermählt 1852 mit Maria Freiin 
V. Grainger -Tywysog, geb. 1829 und Freiherr Franz, geb. 1830, k. 
bayer, Oberlieut . k la suite, verm. 1861 mit Anna Grf. Deym, Freiin 
V. Stritez. geb. 1841. 

r. Lang, S. 183 u. 84. - Oeiical. TaHcheub. dvr freih. Häiiütr, 1S51. 8. 334 und .16, 1855. 
8. S«7 Hud 1864. 8. 5l4. ~ Si^bnutcher. IV. 10 u Snpplem. fu Demselben, VII. 6. — W.-B. 
<l«s Kgr. Bayern. UI. 58 a. t. Woleketn, Abth. A. 8. 160. — 0. He/n^r. bayer. Adel. Tab. 46 
und 8. 47. — Knetckk«, I. 8. 288 und Hi). 

Mandelli y. Löweneichen. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1820 för Joseph Mandelli, niederösterr. Salzverwalter, mit dem Prädi- 
cate : v. Löweneichen. 

MeggrU e. MüSlftld, Krg.-Bd. 8. »70. 

' Mandelsloh, Mandelslohe, auch Grafen. Grafenstand des Kgr. 

Württemberg und im Kgr. Hannover anerkannt. Grafendiplom vom 
17. März (8. Juni) 1808 für Ulrich Leberecht v. Mandelsloh, k. würt- 
temb. Staats- und Finanz-Minister etc.. welches Diplom von der k. hau- 
HOT. Regierung, in Folge der Besitzungen der Familie in Hannover an- 
erkannt und ausgedehnt wurde. — Altes, hannoversches Adelsgeschlecht, 
welches zeitig in das Bremensche, nach Westphalen, Meklenburg und 
die Lausitzen, später in das Brandenburgische und Magdeburgischo, nach 
ThOringen, Württemberg, Sachsen, Preussen etc. kam. Als Stammhaus 
wird das jetzige Pfarrdorf Mandelsloh an der Wieck im Amte Neustadt 
am Rübenberge, Kgr. Hannover, genannt, welches schon 1167 vor- 
kommt und dauernd in der Hand der Familie geblieben ist. Dieselbe 
tritt in Urkunden von 1196, 1238, 1245 etc. auf, sass schon 1270 zu 
Neubaus beiLiebenau, 1273 zu Abbenhusen und 1296 zu Bunte, brachte 
^äter mehrere andere Güter an sich und gehört noch jetzt im Kgr. 
Hannover durch die Güter Ribbesbüttel, Hilperdingcn und ein Burglehn 
ztt Gifhom im Lüneburgischen zu dem ritterschaftlichen Adel der lüne- 
bargischen Landschaft. Bereits im 12. Jahrb. breitete sich das Ge- 
schlecht in dem damaligen Erzstifbe Bremen aus, ging aber daselbst 
später wieder aus, gehörte in Westphalen von altersher zu den minden- 
schen Vasallen u. hatte auch im Schaumburgischen Besitz erlangt, sass 
ZQ Ende des 16. Jahrh. zu Neuhaus und Gohsden in der Niederlausitz, 
90 wie 1692 in Meklenburg zu Teutenwinkel im wendenschen Kreise u. 
wurde gegen Ende des 16. u. im 17. Jahrh. im Magdeburgischen zu 
liesten, Loburg, Schweinitz etc. und im 17. Jahrh. in Thüringen zu 
BlankenhayD, Ballstedt, Eckstedt, Mark-Vippach etc. begütert. — Nach 
Spangenberg soll Ehrenfried v. Mandelsloh schon 840 als Kriegsheld 



— 110 — 

bekannt gewesen sein; Hoyer v. M. wohnte nach Praun, adelig. Europa, 
S. 676, 1272 dem Landtage zu Braunschweig bei; Elisabeth v. M. WÄI* 
die 56. Aebtissin des ft-eien Stifts Essen und Nicolaus 1477 Senior des 
Domcapitels zu Verden; Dietrich unterschrieb 1530 im Namen der Stadt 
Braunschweig den schmalkaldischen Bund; Heino, Anton, Conrad und 
Michael v. M. kommen 1534 als Domherren und Ersterer als Dom- 
Dechant zu Verden vor, welche letztere Würde Andreas v. M. 1578 
im Hochstifle Lübeck besass; Barthold, gest. 1588 als Amtshauptmann 
zu Cottbus, kurbrandeftb. Rath, wohnte 1552 als Abgeordneter dein 
passauischen Vertrage bei; Ernst v. M., gest. 1602, war Feldoberst des 
Markgrafen Albrecht zu Brandenburg, half 1563 die Stadt Würzburg 
einnehmen, führte 1572 dem Prinzen von Oranien ein Regiment zu, be- 
setzte Mecheln, brandschatzte Loewen, entsetzte Mons im Hennegan 
und wurde zuletzt wegen der Grumbach 'sehen Händel in die Acht er- 
klärt; Johann v. M. diente gegen Ende des 16. Jahrh. der Krone 
Frankreich; von Michael v. M. auf Morungen, h. braunschw.-lüneb. 
Drost zu Gifhorn, stammte Georg, fürstl. sächs. weim. Jägermeister und 
von Letzterem Jost v. M. auf Eckstedt, Marck-Vippach und Pfandsin- 
haber der Herrschaft Blanckenheim, welcher um 1661 als fürstl. sach- 
son-weimar. Ober-Jägermeister mit Hinterlassung zweier Söhne: Frie- 
drich Ludwig und Friedrich Anton, fürstl. s.-weimar. Kammerdirector, 
starb ; Johann Albrecht v. M., meklenb. Linie, h. holst, gottorp. Kam- 
merj. und zuletzt k. franz. Rittmeister, gest. 1644, unternahm 1636 
eine grosse Reise nach Persien und Indien, deren Beschreibung, welche 
bis auf neue Zeit eine Hauptquelle für Ostindien darbot, Adam Olearins 
im 2. Theile seiner „moskow.- u. persianische Reisebeschreibung** nach 
1639 mittheilte; Hermann Albrecht, im 30jähr. Kriege oft genannt, 
war 1646 Commandant zu Höchst und Johann v. M. starb 1656 als 
kursächs. Trabanten- Hauptmann. — Der Stanmi blühte in Hannover 
und anderen Ländern das 18. Jahrh. hindurch und kam namentlich in 
Württemberg zu hohem Ansehen durch den obengenannten Grafen Ul- 
rich Lebrecht. Derselbe, aus dem Hannoverschen jung nach Württem- 
berg gekommen und im Staatsdienste immer höher gestiegen, war mit 
Caroline Philippine Freiin v. Cramm, Tochter des h. braunschw. Staats- 
ministers Freih. v. Gramm, vermählt und starb 1827. Aus seiner Ehe 
entsprossten zwei Söhne, die Grafen: Carl August und Friedrich. Graf 
Carl August, geb. 1788 u. gest. 1852, Mitbesitzer des Rittergutes Rib- 
besbüttel, k. württ. Kammerh. und Staatsrath a. D., vormaliger Ge- 
sandter u. Minister-Resident zu St. Petersburg, London und Wien, ver- 
mählte sich 1821 mit Ellen Sarah Miss Jackson v. Lincolshire, gest. 
1857, aus welcher Ehe eine Tochter stammt: Gri. Lucy, geb. 1822, 
verm. mit Richard Gardner Esq. auf Chasely Hall in der Grafsch. Lan- 
caster, Parlaments-Mitglied, Wittwe seit 1854. — Graf Friedrich, geb. 
1795, Herr des Rittergutes Ribbesbüttel und des Burglehens zu Gif- 
horn in Hannover, k. württ. Forstrath a. D., vermählte sich 1823 mit 
Josephine Grf. v. Degenfeld-Schonburg, geb. 1800, aus welcher Ehe 
zwei Söhne leben, die Grafen: Gustav und Albrecht. Graf Gustav, geb. 
1825, vermählte sich 1857 mit Luise Grf. Sayu-Wittgenstein-ß^rleburg, 



— 111 -^ 

geb. 1833, aas welcher Ehe eine Tochter, Elisabeth, geb. 1859 und 
Ewei Söhne: Otto Asche, geb. 1800 und Johann Albrecht, geb. 1861, 
entsprossten. — Gr. Albrecht, geb. 1 830 stand in der k. k. Armee und 
ist Oberlieutenant in d. A. — Die Zahl der in neuester Zeit vorgekom- 
menen Sprossen der adeligen Linien, aus welchen auch mehrere in die 
k. preass. Armee traten , ist gross : so geniige es denn folgende hier an- 
niffthren. Friedrich Maximilian v. M., Commandeur der k. sächs. 2. In- 
fiuit.-Brigade und Generalmajor, trat 1846 aus dem activen Dienste. 
lebt in Dresden und ein Sohn desselben, Carl Wolfgang v. M. ist k. 
Sachs. Hauptmann; Christian Friedricli Carl v. M. stieg in neuester Zeit 
im grossh. s.-weimar. Staatsdienste zum Appellationsgerichts-Präsi- 
denten zu Eisenach und als begütert im Kgr. Preussen wurde IJ^ÖT auf- 
gefahrt: Premierlieut. v. M., Herr zu Brödienen im Kr. Sensburg und 
Rittm. V. M. zu Langensalza Herr auf Ottendorf im Kr. Bunzlau. 

Hagittar, Gleich. HUtor. 8. 3«0. - P/fffinge, , I. S. jtiö— 7b. — Muthard . S. :<87. - 
Uüllrr, Aiiual Sax 8. 116 und 17. — Val. König ^ lli. S. 74m— 5i). — Treuer. Mniiolihaus . 
»««rklerhlshiMt., 65ttingen. 1740 a. m. O. — Gauhe, I 8. 1:{04-B. — Zedier, XIX. 8. 910 
— 13. — I/Örtckelmanm. geu«al. AdeNhiMturie, 1. S. 71 — 8() ii. dt'HscIlifnSaiumhiiig vnii StAmm- 
und Ahneatarclo, 8. 50 und Sl. - N. Goiical llandh. 1777. K. 2Uh und Sm u. 1 ('7s. s. 344. — 
Wo^'bruvehr. fir die Noblesse. Kisoiiach, 17Hti. St. 4. 8. 349-52 u. Stück 5. S. öh—7-2. — 
r üeeMritz, Qetchif;cht«-Er%&hl , I. Tab. 4S. - Schuudt, Beitr. zur (ieschirlit.- av-i dvuiseUeu 
Adel«, Bd. l. Branntichw. 1794. K. 180 und Sl u Kd. II., Leipzig. 1796. 8. H».1 und .t4. - 
M. Pr. A.'L. Ul. 8. 345 u. 4ti. - Frei/*, r. d, Knetebeck, 8. 201 und 1. — Oa.it, Adelsb. d. 
Igr. Württemb. 8. 442-44. — Dcut.tchc «rafonh. d. Gej^ouw. II. 8. H u. Sb. —Kreih. 9. Le- 
detmr, II. 8. 75. ~ Qvneai. Handb. d. gräfl. H&u.ser. n6l. S. 515. 1864. 8. 526 u. 27 u. bist. 
Haodb so Demaclben , 8. 56.1. — Siehmacher, I. 1^1: v. Maudeslo , RraunschweigiTtrh. — 
t. WettpkaUn, Monum. iuid. Tom IV. Tab. JO. Nr. 75: 8. CbriHtopb. M. von 1436. - Ha- 
renherg^ Hlstor. Dipl. Gandersh. Tab 33. Nr. 2. — r. Mediny , I. 8. 356—58. — Tyrof , X. 
M: U. K. V. M. aufErksadt. - W.-B. d. Kgr. wrirttcinb. : Gr. v. M. — W.-B. d. Konlgr. 
Hanaov. A. 12: Gr. v. M., Weimer Linie.C. 46 v. M., 8rhwarx(>r Linie u. 8. 10. — W.-H. 
d. 8irbt. 8uaten, VUI. II: v. M. - r. llefner, hannov. Ad-I. Tab. 22. 

V Manderscheid , Grafen. Altes, zur westphälischen Grafenbank 

zählendes Haus, welches, der Sage nach, in früher Zeit von einem Gra- 
fen "Wilhelm hergeleitet wurde , welcher ein Sohn des Schwentisbold, 
letzten Königs von Austrasien, gewesen u. die Herrschaft Manderscheid 
als Apanage erhalten haben soll. Der Sohn desselben, Wilhelm H., zur 
gräflichen Würde erhoben, hatte aus der Ehe mit Cunigunde (irf. v. Ha- 
nau zwei Söhne, die Grafen Wilhelm Hl. u. Richard, von welchen Letz- 
terer, gest. 1133, der gemeinsame Sttimmvater aller späteren Grafen 
V. Manderscheid wurde. Von ihm stammte in der L4. Generation Die- 
trich HI., welcher 1450 die kaiserliche Erlaubniss erhielt, den von sei- 
nen Vorfahren nach und nach abgelegten grüHichen Titel wieder anzu- 
nehmen and zu fahren. Derselbe hinterliess aus seiner Ehe mit Elisa- 
beth Freiin v. Schieiden drei Söhne: Cuno, Johann u. Wilhelm, welche 
die Stifter der vier Linien wurden, in denen der Stamm später blühte. 
Es gründete nämlich Cnno die schleidensche , oder virneburgische Linie, 
Johann durch einen seiner Söhne, Gerhard, die geroldsteinsche u. durch 
den andern, Arnold , die blanekenheimsche und endlich Wilhelm die 
kaylische oder falckensteinschc Linie. Das Haus Mandcrscheid-Schlei- 
den oder Vimeburg ging nut den Urenkeln des Stifters Cuno, Joachim 
n. Dietrich VI., gest. 1593, im Maniisstamme gegen Ende des 16. Jahr- 
hunderts aus und die Herrschaften desselben kamen durcli die Erbtöch- 
ter meist an auswärtige Häuser, zum Theil aber auch an die blancken- 
heimische und kaylische Linien. Das Haus M.- Geroldstein erlosch in 



— 112 — 

der Person des cölnischen Capitulars Caspar Carl, welcher 1710 Dodi 
lebte und die Grafischaflen Geroldsteiu und Ronssy, so wie die Hert^ 
Schäften Eronenburg und Bettingen besass, welche an die anderen Li- 
nien gelangten. Das Haus Manderscheid-Kayl oder Falckenstein starb 
1742 ganz aus und die Graf- und Herrschaften dieses Hauses fielen an 
das Haus M.-Blanckenheim. Dieses letztere Haus und das ganze Ge- 
schlecht schloss im Mannsstamme 6. Dec. 1780 Franz Joseph Graf 
V. Manderscheid-Blanckenheim, geb. 1713, kurcöln. Oberstlandhcrf- 
meister u. vorher Dorocapitular zu Cöln und Strassburg, welcher aitt 
seiner Ehe mit Maria Franzisca Grf. v. Fugger-Dietenheim, geb. 1749 
und verm. 1773, Nachkommen nicht hinterliess. Derselbe trat 1778 
die Regierung der Grafschaft Manderscheid-Blankenheim an, nachdem 
sein Bruder, Graf Johann Wilhelm, geb. 1708 kur-pfälz. Generallieate- 
nant d. Cav., verm. in zweiter Ehe mit Ludovice Franzisca Anselmine 
Prinz, v. Salm-Salm, gest. 1764 und in dritter mit Johanna Franzisca 
Maximiliane Ludovice Grf. v. Limpurg-Bronchorst in Styrum, gest 
1772, ebenfalls 1772 gestorben war. Aus der ersten Ehe desLetzter^i 
stammten zwei Töchter, Grf. Auguste, geb. 1744, verm. 1762 mit Phi- 
lipp Christian Grafen v. Sternberg und Grf. Felicitas Johanna Maria 
Charlotte, geb. 1753, verm. 1777 mit Johann Franz Joseph, reg. Grafea 
zu Nesselrode-Reichenstein, aus der zweiten Ehe aber vier Töchter: 
Grf. Maria Christine Josephe, geb. 1767 u. verm. 1783 mit Ernst, reg. 
Grafen zu Königseck- Aulendorf ; Grf. Caroline Engelberte Felicitas, geb. 
1768, verm. 1783 mit Aloysius, reg. Fürsten von Liechtenstein; Grf. 
Franzisca Wilhelmine Auguste, geb. 1770, verm. 1786 mit Ludwig 
Aloys Fürsten v. Hohenlohe-Bartenstein u. gest. 1789 und Grf. Luise 
Henriette, geb. 1771, Canon, zu Essen (und zu Verden im Hochstifte 
Münster. Nach dem Tode des Grafen Franz Joseph wurde die älteste 
Erbtochter des Grafen Johann Wilhelm : Auguste verm. Grf. v. Stem- 
berg, regierende Grf. Manderscheid und der Gemahl derselben nahm 
den Namen: Sternberg-Manderscheid an. Doch hinterliess derselbe bei 
seinem 8. Apr. 1830 erfolgten Tode nur eine Tochter: Gr. Leopoldi&e, 
geb. 1791, welche sich 1811 mit Franz Grafen Sylva-Tarouca, k. k. 
Kämm. u. Major, vermählte und 1835 Wittwe wurde. 

SpfHtir, Ui«tor. Iiisi^n. vS. 14-i-4& u. Tab. 10. Nr. 3 uud 4. — Durehlaucht. Welt, A««f . 
V. 1710. II. 8. 668-81. — Hübn^r, 11. Tab. 377-Ml. — Zedier, XIX. 8. 1U5-3«. — Jacobi, 
1800, II. S. 109. — N. Prcu.H9. A.-L. IJI 8. 847 u. 48. — Siebmacher, I. 17: MandeMcheidk, 
CirAfen u. VI. 14. Nr. 4, ä u. 6. - Trier, Kinl. in die W. K. 8. 5r.9— 7< u. Tab. 100. — 
Ztchackwitz, Wappen-Kunst. Leipzig, 1735. 8. 2.>5 u. Fig. a.3. — r. hIeding, III. 8. 416—83. 

Mandilli v. Herzstadt, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1783 fOr Johann Mandilli, Rechnungsführer der Lottokammer za 
Botzen, mit dem Prädicate: Edler v. Herzstadt. 

Megerle v. Mühlfrld, Krg.-Bd. S. 370. 

Mandl v. u. zn Dentenhofen, s. Mandel v. Deutenhofen, 
Freiherren, S. 108. 

Mandnch v. Sziecsing. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1769 
für Johann Joseph Manduch, k. k. Hauptmann im Infant. -Regim. Leo- 
pold Graf Pdlffy, mit dem Prädicate : v. Sziecsing. 

XtfferU r. Mühl/eld, Kig.-Bd. 6. 370. 



— 113 — 

Manfroni v. Montfort. Reichsadelsstand. Bestütigungsdiplom von 
1766 Ar Anton Manfiponi v. Montfort, aus Trient, mit dem Prädicate : 
V. Montfort — Der Stamm blühte fort and in neuester Zeit war Moritz 
Manfroni v. Montfort k. k. Fregatten-Lieutenant. 

iUffßrU 9. Mühlftld, Erg.-Bd. 8. 370. — Uilit.-8chematiiitn. d. osterr. KaMcrthums. 

Manfironi y. Sonnenthal. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1739 für Joseph Bemardin Manfroni, Pfleger zu Trämin in Tirol, 
mit dem Prädicate : v. Sonnenthal. 

M^4rl0 9. Müklftld, Brg.-Bd. K. 370. 

Man^lmann (in Schwarz ein silbernes, gemeines Kreuz). Ein 
froher zu dem, im Jtilichschen begüterten Adel gehörendes Geschlecht, 
weldies 1612 zu Lürick sass. — Von den Gebrüdern Jacob und Hans 
Wilhelm Mangelmann, ritterlichen Standes, war Ersterer 1628 kur- 
brandenb. Capitain und Gommandant zu Soest und bat 1641 als Amt- 
mann zu Bayensberg um die Erlaubniss, das bei dem Ravensberge gele- 
gene Rittergut Kaltenhove kaufen zu dürfen. Derselbe hatte aus seiner 
Ehe mit Anna Catharina v. Bernsau einen Sohn, Wilhelm Wirich v. M. 
— Später ist das Geschlecht erloschen. 

FrHk. f. Udefmr, U. 8. 75. 

Mangeot. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom von 1768 fllr 
Heiiirich Hubert Mangeot, k. k. Oberstwachtmeister. 

Mtfcrit 9. MüklMd, Krg&iis. Bd. 8. 370. 

^ Hanger (in Schwarz zwei schrägrechte, silberne Ballten.) Reichs- 
adelsstand und im Kgr. Preussen bestätigt. Adelsdiplom vom 24. Aug. 
1787 Ibr Johann Georg Manger, fürstl. hessischen Regierungsrath und 
vom i. Sept. 1787 für die Brüder desselben: Johann Jacob, Johann 
Philipp und Johann Gottfried Manger und Bestätigungsdiplom vom 
26. Apr. 1789 für die Letztgenannten. Dieselben stammten aus einer 
angesehenen Familie, welche im 30jährigen Kriege ihre, im Hessischen 
uid Nassanischen gelegenen Güter verlor. Als näherer Stammvater wijrd 
Johann Gottfried Manger, Herr auf Bellinghofcn im Clevischen, genannt. 
Derselbe, früher Prediger und einer sehr reichen Familie angehörend, 
war mit Dorothea Elisabeth Dreihaupt, Tochter des holländischen Statt- 
halters auf Ceylon D. vermählt und setzte den Stamm durch mehrere 
Söhne fort. — Die Familie wurde in der Person des Heinrich Georg 
?. Manger, laut Eingabe d. d. Haus Averfort bei Wesel, 16. Aug. 1829, 
m die Adelsmatrikel der preuss. Rheinprovinz unter Nr. 149 der Clasie 
der Edelleute eingetragen und um 1839 lebte Matthias v. M. zu Her- 
ford and Georg v. M. zu Münster. 

W. Pr. A.-L. V. 8. 8M n. 2». — Frfih. v. Udebur, H. S. 7!> u 7ß. - W.-B. d PreuM. 
lU. 94. — W.-B. d. PretiM. Rheinprov. I. Tab. 78. Nr. 155 und 8. 75. 



Manicer, Rosynski-Manger (in Roth ein halber, silberner Bing, 
auf dessen JBogen oben, aufwärts gekehrt, eine silberne Pfeilspitze steht: 
Stamm Ogonczyck). Im Kgr. Preussen bestätigter Adelsstand. Diplom 
Tom 9. Febr. 1842 für Hermann Maximilian Bernhard Manger, Lieute- 
luuit in der k. pr. 6. Artillerie-Brigade, mit dem Namen : v. Rozynski- 
Manger. Derselbe war später Hauptmann in der k. preuss. 5. Artillerie- 
Brigade. 

tirMk, 9. Led^ur, U. 8. 76 und 821 : Eosynski. 

A#mU<, DMtMh. Ad«l»-L«ju VI. 8 



— 114 — 

Manger t. Kirchsberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1811 
für Andreas Männer, k. k. pension. Hauptmann, mit d^n Prftdicafte: 
V. KircLsberg. — Der Stamm blühte in mehreren Sprossen fort Frans 
M. Y. K. war 1858 Platzhauptmann 1. Classe zn Zara n. qiäter Cari 
M. V. K. Oberstlieutenant im k. k. 21. Inf.-Reg. und Jolias M. y. K. 
Major im k. k. Genie-Stabe. 

Mfgerle r. Mühlfeld, 8. 228. — MiliUir-Schemfttisni. d. österr. RaiserthuiM. 

Mangoldt, Mangold. Altes, meissensches Adelsgeschlecht, als dflSr 
sen späteres Stammhaus das Dorf Ober- u. Nieder-Reinhardsgrimma bei 
Dippoldiswalde genannt wird , aus welchem Sitze sich im Anfange des 
16. Jahrh. die Familie in das Vogtland wendete u. später in einer linie 
auch nach Westphalen kam. — Urkundlich soll schon 1089 Mangoldufl, 
Nobilis, vorkommen u. im 13. Jahrh. war Einer dieses Namens Bischaf 
zu Wdrzburg. — So l>ekannt und berühmt auch die Familie, welche die 
Güter Ltittewitz undMöbertitz bei Döbeln an sich brachte, in neuer Zeit 
durch mehrere Sprossen geworden ist, welche in k. Sachs. Milltair- unä 
Staatsdiensten zu hohen Ehrenstellen gelangt sind, so ist doch über die 
Familie nur Einiges durch v. üechtritz's Fleiss bekannt und Nachrich- 
ten über die genealogischen Verhältnisse des Geschlechts aus Familien- 
Papieren würden in der betreffenden Literatur eine Lücke aagfUlen, 
welche bei dem jetzigen Ansehen des Stammes doch ausgefüllt sein sollte« 
— Ein V. Mangoldt, k. sächs. Generallieutenant, starb 1819 und spfti^ 
der k. sächs. Oberforstmeister v. M., so wie der Präsident v. M. ; Cari 
Ernst Adolph v. M. , k. sächs. Major der Reiterei trat 1846 ans dem 
activen Dienste und wurde Landstallmeister in Moritzburg ; Hans Joüns 
August y. M., seit 1854 k. sächs. Generallieut. a. D. lebt jetzt in Dres- 
den, Gustav Traugott v. M. ist k. sächs. Geh. Regier.-Rath im k. Mini- 
sterium des Innern und ein v. M. ist Präsident des AppellationsgerichtB 
zu Zwickau. 

Xnauth, S. 531. — r. Uechtrifi, Oe<)chlecht8-ErxShl. l. Taf. 8B. — Dresdner Oal. s. O«» 
braneh f. d. Kcsldeni. 1847. .s 171 und 1849. 8. 158. — Tyrof, U. 183. — W.-B. d. Sftoht. 
äUaten, VIII. 12. — Kneschke. I. 8. 289 und 90. 

Mangst^ , Ritter. Reichsadels - und Ritterstand. Diplom im knr- 
pfälz. ReichsWcariate vom 28. April 1792 für Joseph Sebastian Mang^ 
ste, vormals Steuer-Revisor und Landschafts-Secretair. Der Sohn des- 
selben, Carl Franz Xaver Sebastian v. Mangste, geb. 1781, Tabellator 
am k. bayer. obersten Rechnungshofe, .wurde nach Anlegung derAdela- 
matrikel des Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. 

V. Lang, Snppl. S. lii. - W.B. des K^r. Bayern, VH. 7: Edle v. Maugst, Bitter. 

Manhard v. Mannstein , Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1815 für Joseph Manhardt, niederösterr.-ständischen Ober-Einneh- 
mer, mit dem Prädicate : Edler v. Mannstein. Der Stamm wurde fort- 
gesetzt: Ludwig M. V. M. war in neuester Zeit k, k. Lieutenant 

Meg^rle 9. Mühlfeld, 8. 824. — Miliuir-Schemat. d. öaterr. Kaiserthams, 

Mann, Mann, genannt v. Tiechler, Ritter. In Kur-Pfalz erneu- 
ertor Ritterstand. Diplom vom 9. Aug. 1788 für die Gebrüder: Casp^ 
Heinrich v. M. , genannt T. , kurpfälz. Oberstlieutenant des Regiments 
Gr. V. Preysing und Wenzel v. M. , genannt T. — Ein 1618 geadeltes, 



— 115 — 

Mt dem Borger- und Handelsstande in Steyer stammendes Geschlecht, 
nelches sich früher y. Tiechler nannte und schrieb und aus welchem 
gyi W or Johann v. T. den Namen : ^nn annahm. Die Sprossen des Ge- 
adiieohts standen meist als Officiere in der k. k, Armee, bis Anton Mann 
W&L seiner Matter nach Neaburg in Bayern kam. Derselbe, gest. 1760 
da Hauptmann, war der Vater der oben genannten Brüder: Caspar 
Heinrich »ad Wenzel v.Mann, genannt v. Tiechler, deren Nachkommen 
In die Adelsmatrikel des Egr. Bayern eingetragen wurden und zwar die 
dm Gebrüder: Christian Joseph Edler v. Tiechler auf Langenbruck, 
geb. 1771, k. bayer. Geh. Justiz -Referendar, Carl Wenzeslaus, gebor. 
1773;, k. bayer. Legions-Chef der Gensd'armerie u. Oberstlieutenant u. 
Johann Joseph Alois, geb. 1775, k. bayer. Ober-Appell.-Ger.-Rath in 
München, so wie der Vetter derselben: Friedrich y. M., gen. v. T., k. 
bayer. Hauptmann der Gensd'armerie. 

•. Lang, 8, 489 ■. 40. ~ W.<R. d. Kgr. Bayern, VII. 8. , 

Mann ▼• Mannsbach. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1769 
flir Johann Anton Mann, k. k. Oberlieutenant im Husaren- Regimente 
T. Luanda , mit dem Prädicate : v. Mannsbach. 

m§g4rl9 9. Mühlfeld, Erg.- Bd. S. 370. 

Manner, Ritter und Edle. Reichsritterstand. Diplom vom 3. Aug. 

1782 Dir Raymund Wolfgang v. Manner , k. k. Rath und Registrator 
der lateinischen Expeditionen der k. k. Reichshofcanzlei, mit dem Prä- 
dleate: Edler v. Derselbe hatte 12, Jan. 1756 , als k. k. Reichs-Hof- 
eanadeiconcipist, den Reichsadel erhalten und stammte im vierten Gliede 
▼on Wilibald Manner, welcher 22. Mai 1627 in den erbl. - österr. und 
15. Sept. 1636, unter Ertheilung des Incolats, in den rittermässigen 
Adelsstand erhoben worden war. — Der Bruder des R.- Ritters Ray- 
mond Wolfgang Edlen v. M. : Franz Carl v.M., setzte durch drei Söhne 
den adeligen Stamm fort, Raymund Wolfgang aber, gest. 1786. hatte 

1783 die Herrschaft Rohdalitz mit dem Freihofe Herotitz in Mähren 
erkauft, erlangte 24. Sept. 1784 das böhmische und mährische Incolat 
and hinterliess aus zweiter Ehe mit Maria Anna v. Eberl verw. v.Dom- 
föld, Tier Söhne. 

Uupdd, l. 3. 8. 48a->8€. ~ Megerle 0. Müh\feld, 8. 9*24. — Suppl. xu 8lebni. W.-B. IX. 
n. — Knnckk», II. 8. 286 u. 87. 

Mamieth v. Festenbnrg, Ritter und Edle. Erbl. - österr. Ritter- 
atand. Diplom von 1790 fär Johann Manneth, k. k. Militair - Wirth- 
sdiafts-Yerwalter, mit dem Prädicate : Edler v. Festenburg. 

Meg9rl9 v. Mfükl/ekl , Brg.-Bd. S. 175. 

\ Maanebaeh, Mansbach, Freiherren (Schild von Silber und Roth 
gntftndert). Im Kgr. Sachsen, so wie in den sächsischen Staaten Eme- 
stiBiadier Linie anerkannter Freiherrnstand). Altes, reichsritterschaft- 
Hches Geschlecht des ehemaligen fränkischen Cantons Rhön-Werra, 
baduBchen Quartiers, aus dem jetzt dem Grossh. Fulda einverleibten 
flUinmaitse Mannsbach (Mansbach) , welches von dem um 1079 leben- 
ten, unter den „Liberi^* des buchischen Adels genannten Heinrich v. n. 
m Maansbach (Heinricns de Mansbach) , die ununterbrochene Stamm* 
reihe bis anf die Gegenwart urkundlich nachweisen kann. Heinrich'a 

8* 



— 116 — 

Sohn, Ludeger (Lothar), verm. mit Gesa (Gisela) de Slittsee, Schwester 
des Abts Berthous zu Fulda, erscheint 1096 u. in späteren faldaischen 
»Urkunden kommen mit den GeschlQphtsnamen vor: Marquardos, mSes, 
1238, 1240 u. 1259 , Ludegerus 1238, Rupertus 1239 und 1240 und 
Ruggerus ebenfalls 1240. Georg, Ritter, lebte um 1270. Ludwig starb 
1342 als Fürst-Abt zu Hersfeld u. die Söhne seines Bruders, Friedridi: 
Heinrich, Ritter, Marschall des Stifts und Amtmann zu Landeck, venft. 
mit Agnes v. Rumrodt und Berthold, Ritter, errichteten 1359 mit ihrem 
Vetter, Hermann, Sohn ihres verstorbenen Oheims Ludwig, einen Burg- 
frieden u. 1362 söhnten sich dieselben mit dem Graf en Gottfried ▼. Se- 
genhain wegen dessen und seiner Vorfahren Uebergriffe und des für sie 
daraus erwachsenen Schadens aus. Erst nach dieser Zeit trug die Fär 
milie das Schloss Manusbach mit Zubehör der fuldaischen Kirche 2a 
Lehen auf u. erhielt 1446 dasselbe wieder als Erblehn: bis dahin hatte 
das Geschlecht sich das freie P]igenthum erhalten, so wie die angeborene 
persönliche Freiheit bewahrt. Conrad, Marschall des Stifts, und die 
Brüder desselben, Johann und Heinrich, versetzten 1454 einen Thell 
des Schlosses Mannsbach an den Abt Reinhard zu Fulda. Der Nach- 
folger des Letzteren , Abt Johann, gab 1487 das Pfand, wegen vieler 
von dem Geschlechte treu geleisteten, aber unbelohnt gebliebenen Dienste» 
ohne Entgelt zurück, behielt aber dem Stifte die Oeffnung des Schlossee 
vor, die erst nach zwanzig Jahren gegen dreihundert Gülden ablösbar 
sein sollte. Nach dem Tode des Landgrafen Ludwig von Hessen machte 
dessen Sohn und Nachfolger : Wilhelm IL , Lehensansprüche auf einen 
Theil des Schlosses Mannsbach und verlangte die Muthung, als aiidi 
aber urkundlich ergab, dass seit zwei Generationen keine Muthung er- 
folgt und auch kein Lehnbrief gegeben worden war , so begnügte uch 
der Landgraf 1490 mit der zugestandenen Oeffnung des Schlosses, auch 
wurde in demselben Jahre der Burgfriede enieuert. Um 1500 war Lu- 
deger III. noch der Einzige des Mannsstammes. Aus seiner Ehe mit 
Margaretha v. Ebersteiu, Erbin von Poppenhausen, stammten acht Söhne 
und vier Töchter: von den beiden Brüdern war Philipp Capitularherr 
zu Hcrsfeld, Propst zu Htthnefold und Canonicus zu Fritzlar und Mel- 
chior Ritter des deutschen Ordens gewesen. Von den acht Söhnen Lu- 
degers III. stifteten Bernhard , Carl I. und Wilhelm drei Linien. Die 
Wilhehnische Linie , welche ihren Antheil an dem Schlosse Mannsbach 
1652 an den hessischen Generallieutenant v.Geyso verkauft hatte, staarb 
zu Ende des 17. Jahrh. wieder aus, die bemhardische Linie war schon 
früher erloschen und so blühte nur noch die Nachkommenschaft Carl I. 
fort. Die übrigen fünf Söhne Ludegers III. waren : Daniel und Georg, 
Beide Ritter und geblieben 1543 und 1544 im Kriege gegen die Tflr^ 
ken in Ungarn, Haitmann, Capitularherr zu Fulda und Philipp und Jo- 
hann , Beide unvermählt gestorben. Was den genannten Carl L , dee 
näheren Stammvater aller späteren Freiherren v. Mannsbach anlangt, 
so war derselbe, geb. 1521 u. gest. 1599, fuldaischer Rath und Amt- 
mann zu Rockenstuhl und hinterliess aus seiner Ehe mit Anna v. Boine- 
burg zu Gerstungen mehrere Söhne, von welchen Georg Daniel, geb. 
J554 und gest, 1621, fuldaischer Marschall, der Vater Eberhard Frie- 



— 117 — 

diichs, geb. 1697, wurde, welcher, zuerst mit Anna Piederet zu Eisen- 
bach und später mit Elisabeth v. Cramm vermählt , siebenzcbn Kinder 
hatte, von denen vier Söhne: Daniel, Otto Heinridh Carl II. u.' Ludwig, 
das Geschlecht fortsetzten. Bei der Theilung des väterlichen Erbes er- 
hielt Carl n., geb. 1634 und gest. 1721 . fuldaischer Oberamtmann zu 
Rockenstuhl und Ritter -Rath des Cantons Rhön-Werra das Schloss 
Mannsbach. "Von seinen Enkeln wurde Friedrich Wilhelm, geb. 1711 
u. gest. 1785, der Stammvater des noch blühenden Astes auf dem Un- 
terhof zu Mannsbach in Kurhessen; er hatte die brüderlichen Antheile 
eriEanft und war Ritterrath des Cantons Mittelrhein. Der Bruder des- 
selben, Eberhard Friedrich, geb. 1720 und gest. 1779, verm. mit einer 
T. Beitzenstein, kaufte von der Schwester seiner Gemahlin die Rittergü- 
ter Teichwolframsdorf im Weimarschen und Frankenhausen und Trün- 
zig im Kgr. Sachsen und gründete den daselbst noch blühenden zweiten 
Ast. — Ludwig, geb. 1643 u. gest. 1699 — jüngster Bruder Carl II. 
— knrhessischer Kriegsrath und Oberst, verm. mit Christiane v. der 
Tänn, erhielt theils durch diese Vermählung, theils durch Kauf von sei- 
nen Schwägern das Rittergut Utrichshausen in der Wetterau , welches 
Out aber die Nachkommen wieder verkauften , als sie 1741 nach Er- 
Utachen der Nachkommenschaft des obengenannten Otto Heinrich den 
Antheil desselben an dem Schlosse Mannsbach mit Zubehör erbten, wo- 
durch die ebenfalls noch blühende Linie auf dem Oberhof zu Mannsbach 
entstand , welche zugleich den jüngeren Hauptstamm des Geschlechts 
lasmacht. — Von dem ältesten Bruder Carls II. , Daniel, stammte die 
nn Mannsstamme im Febr. 1858 mit Hans Heinrich DanielFreih. v. M., 
Herrn auf Sorgaim Meiningenschen, k. pr. Lieut. a. D., erloschene sor- 
gasche Linie, welche den ältesten Hauptstamm des Geschlechts bildete. 
Das Lehen Sorga fiel an Sachsen - Meiningen zurück. — In Bezug auf 
die Stammgflter zu Mannsbach, von denen das eine der drei Schlösser, 
ine erwähnt der Familie v. Geyso zusteht, befindet sich das Geschlecht 
m einem gemeinsamen Lehnsverbande u. der jeweilig^ Senior des Hau- 
ses regnlirt die Einkünfte , wofür derselbe besondere Senioratsgelder 
bezieht. — Von den Sprossen des Geschlechts haben Viele seit länger 
sIs 150 Jahren in hessischen Kriegsdiensten gestanden, sind zu hohen 
Ehrenstellen gelangt und haben sich in den Kriegen ihrer Zeit rühm- 
lichst aasgezeichnet. Heinrich, — ein Sohn des obenerwähnten, 1699' 
▼erstorbenen kurhess. Kriegsraths und Obersten Ludwig — starb 1768 
als Generallieutenant u. Gouverneur der Festung Rheinfels, Carl IV., 
Oberst, 1730, Carl Ludwig, Oberst. 1762, Friedrich Wilhelm, 
Oberst, 1774 und Carl V. , Oberst, 1830. Früher hatte sich ein Lud- 
wig y. M. , gest 1726, kurhannov. Major, in der Schlacht bei Mal- 
pbtquet unter Marlborough sehr ausgezeichnet. — Die Glieder der Fa- 
milie werden jetzt in zwei Hauptstämmen, dem älteren u. dem jüngeren, 
zu Mannsbach (Oberhof) aufgeführt. Der ältere Hauptstamm zerfällt in 
zwei Aeste : den Ast zu Mannsbach (Unterhof) und den Ast zu Teich- 
wolframsdorf, welcher in zwei Speciallinien geschieden ist. — Die jetzi- 
gen, zahlreichen Sprossen des freiherrlichen Hauses sind sehr gena" '" 
den geneal. Taschenbb. d. freih. Häuser angegeben und so mögen cl 




— 118 — 

hier nur folgende Angahen genügen : Aelterer Hauptstamm : Erster Ast 
zu Mannsbach (ünterhof) : Freih. Carl, geb. 1789 — Sohn des 1808 
verstorbenen Freih. Johann Friedrich, k. schwed. General -Lientenanti 
u. command. Generals in Norwegen — Besitzer des unteren Hofes ca 
Mannsbach, k. schwed. Generallieut. u. gewesener Gouverneur der Fe- 
stung Friedrichsteen in Norwegen, so wie Gesandter am k. preuss.Hcrfe, 
verra. mit Anna v. Anker, gest. 1860, aus welcher Ehe, neben zwei 
Töchtern: Eugenie vermählte v. Anker, geb. 1818 und Eleonore ver^ 
mahlte v. Lövenskjold, ein Sohn entspross: Freih. Adalbert, geb. 1820, 
k. schwed.-norw. Eammerh, u. Minister-Resident am k. belg. u. h. nae- 
sau. Hofe u. am deutschen Bundestage, venu, mit Helene v. Motz , geb. 
1825, ans welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Marie und Eugenie, ein 
Sohn stammt: Carl, geb. 1850. — Zweiter Ast, zu Teichwolframsdorf. 
Haupt der ersten Speciallinie war in letzter Zeit: Freih. Ehrhardt, geb. 
1789 und gest. 28. Sept. 1862, — Sohn des 1815 verstorbenen Frei- 
herrn Ehrhardt Friedrich, k. sächs. Ereishauptmänns und Ober-Steuer- 
einnehmers aus der Ehe mit Caroline v. Reitzenstein — Besitzer von 
Teichwolframsdorf 1. u. 2. Antheils, grossh. sächs. Eamraerh. ondLaa- 
desdirectionsrath a. D., Dompropst des HochstiftsNanmburg etc., vem. 
in erster Ehe mit Henriette v. Metzsch, gest. 1833 und in zweiter mit 
Sophie Treusch v. Buttlar. Aus erster Ehe stammt , neben zwei TOdi- 
tem, Qotilde und Luise vermählte v. Wulffen, ein Sohn, Freih. Oscar, 
geb. 1822 u. aus der zweiten Ehe, neben zwei Töchtern, ein Sohn, Ar- 
wed, geb. 1842, k. sächs. Cavall.-Lieut. — Von den Geschwistern des 
Freih. Ehrhardt ist : Freih. Ludwig, geb. 1794, Besitzer von Wolframs- 
dorf, fQrstl. reuss.-greiz. Präsident und Kanzler a. D., Domherr und 8e-' 
nior des Hochstifts Naumburg, verm. in erster Ehe mitCharlotte v.Grttn, 
gesch. und in zweiter mit Pauline Henning v. Schönhoi, geb. 1804 — 
und Freih. Heinrich, geb. 1796, Besitzer von Frankenhausen undTrQn» 
zig , grossh. sächs. Landkammerrath a. D. , verm. mit Rosalie Hennig. 
gest. 1860, aus welcher Ehe, neben fünf Töchtern, ein Sohn entspross: 
Heinrich, geb. 1835. — Haupt der zweiten Speciallinie ist: Freih. Lud- 
wig, geb. 1793 - Sohn des 1813 verstorbenen Freih. Carl Ludwig» 
Bruders des obengenannten Freiherm Ehrhardt, aus der Ehe mit Frie- 
derike V. Tiedemann, k. preuss. Migors a. D. — k. preuss. Mi^r war 
Dispos., verm. mit Caroline v. Tiedemann, gestorben, aus weldier Ehe, 
neben fQnf Töchtern, ein Sohn lebt: Freih. Ludwig, geb. 1825, schlea- 
wig-holst. Lieut a. D. Der Bruder des Freih. Ludwig ist: Freih. Gu- 
stav, geb. 1796, k. pr. Oberstlieut. a.D. in Berlin, verm. mit Julie Freiin 
V. Mannsbach aus der 1. Speciallinie. Haupt des jüngeren Hauptatam- 
mes zu Mannsbach (Oberhof) ist Freih. August, geb. 1798 — Sohn dee 
1773 geborenen Freih. Friedrich, h. sachs.-meining. Eammerh., Ober- 
Jägermeisters, Oberst-Forstdirectors etc. aus der Ehe mit Caroline Freün 
V. u. zu der Tann vom blauen Schlosse — Mitbesitzer des Ober -Hofes 
zu Mannsbach, kurhess. Lieut. a. D. Der Bruder des Freiherm August, 
neben fünf Schwestern, ist : Freih. Hermann, geb. 1804, Mitbesitzer den 
Ober-Hofes zu Mannsbach, h. sachs.-mein. Kammerherr und Ober-Aml- 
maim, verm. in erster Eiie mit Heloise Freiin v. Mflller zn Lengsfeld i. 



— 119 — 

1845 mit Anna Freiin v. n. zn EgloiTstcin, goh. 181 6 , aus 
' letzteren Ehe, neben drei Töchtern, zwei Söhne stammten: Leon- 
kvd, geb. 1846 n. Carl, geb. 1848. 

tckmmalt 8. Itf . ^ Oauk§ . 1. R. 1306 : nacli BucoHiii . Uvtiu. Snera. — RifdtrtHann, 
■hia-Wmm, I. ▼«ncSehnisa. - N. Pr. A.-L. III. S. .14S. . Fr^'ih. o. Lfd^bur. II S. 7(>. - 
SmoI. TMeheab. der freih. Hias«r, 1S54. 8. Uü-aio. iSfi*.». 8. 504-11 u. l^r.4. S. .tl.s--lti. 
— ffgil ■TlffT I. 143: T. Maosbarh. Hfsnisch. — Kxtor , Ahnen-Prubc, Tal>. 8. — r. yc- 
«if, L a. SM. -~ W..B. d. Bichfl. SUaten, III. .17: F 11. v. M. 

» Xunaberg. Altes, erloschenes, von 1108 bis 1322 vorgekomme- 
nes, stdermflrkisehes Rittergeschlecht. 

■il— fl. II. 8. «87. 

XaaBsberg, Mansberg (in Schwarz zwei goldene sohrügreehto 
Balken n. in der Mitte des Schihles ein sechsstrahliger, silberner Stern). 
Räehsadelsstand. Diplom vom 14. Jan. 1694 für Johann Michohnann 
nr Forst« filrstl. wolfenbfltteischen Kriegsrath und Ober-C'ommissair, 
■it dem Namen: y. Mansberg. — Der Stamm blühte fort, erwarb im 
Weaerthale zu Lfltmarsen im Er. Höxter, zn Meinbrexen etc. (rrundbo- 
liti «od gehört jetzt im Kgr. Hannover, mit dem Gute Sohlingon im 
Göttingisehen angesessen, zu dem ritterschaftlichen Adel cUt calonberg- 
gMtfogen-gnibenhagenscben Landschaft. Der älteste calenbergischo 
Lehenbrief der Familie ist von 1694. — In neuester Zeit war August 
T. Manasberg k. k. Major d. Cav. 

tMk. V. d. Kn»$9b*ck, 8. SM. — Freik, ». Ledebur , II. A. 7t> uimI III. R. MT. >^ W.- 
B. d. Kgr. Baanover, B. 4 u 8. 10. — Kntnekke, I. S. L'üO. — v. Hf/aer , hannov. Ad«l. 
TU tS. 

, MaBBsberg, Manssperg, Mansberg (Schild von Silber u. Scliwan 

gesehacht). Altes , schwäbisches Rittergeschleclit, aus welcliem ßurkort 
T. Mannssperg dem costnitzer Goncil beiwohnte. 

mrkmuektr, n. 100: t. Mansberg. Rchwil.Uch. — r. MMing , 111. H. 43.1 ■. Sl : aueh 
■ack tum Wappenbaeh« de« enütniuer Couril«. 

Mannadorf , Mansdorf v. Oberreich. Altes, um die Mitte des 
16. Jahrh. erloschenes, steiermärkisches Adelsgesc.hlecht, dessen Unter 
ond Wappen : (Schild quer getheilt : oben schwarz, olim* Bild und unten 
von Gold nnd Schwarz gesehacht und die golch^nen F(*lder mit einem 
schwarzen Stern belegt) an die v. Khevenhüller kamen. Das inansdorf- 
sehe Wappen zeigt jetzt die linke Hälfte des Wappens der (irafiMi v. Klie- 
venkflUer. 

8dmMtM, U. 8. 487. 

Manowarda Edle y. Jana. Galizischer Adelsstand. Diplom von 
1788 flir Anastas Manowarda, Btlrger zu Lemberg, mit dem Frädicate: 
Edier y. Jana. 

M*9€rU «. Mkifeid, Erg.-Bd. 8. 371. 

Manquet, Edle. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1794 fQr 
Fknian Manqnet, Advocaten n. fQrstl. regensburgischcn 11 oclistifts- An- 
walt, wegen geleisteter O)rrepetitors-Dien8te in der savoyischon llitter- 
Academie nnd wegen Vertretung der milden Stiftungen, mit dem Prädi- 
eate: Edler v. 

Jfcycrl« «. MÜMl/tld, 8. S24. 

Kans, Schomansen. Altes, bereits im Anfange des 15. Jahrh. vor- 
gricommenes, elsassisches Adelsgeschlecht. 

Ul. t-M: T. Srhoninaiiseti, BUaMii^ch. — v. Mtding ^ III. R. 423, auch nach 
I «H ooataStaar Concllf : t. Hana. 



'^^- 

'^ 



— 120 — 

Mansfeld, Mannsfeld, Grafen nnd Fürsten. Alter Grafen- nnd 
Reichsfttrstenstand. Besültigungsdiplom des 1691 erlangten Reichs- 
Fflrstenstandes von 1709 für Heinrich Franz Fürsten v. Mansfeld, mit 
dem Uebergange dieser Würde auf seines Bruders Sohn, Carl Fran^ 
Grafen und Herren zu Mansfeld und auf den Erstgeborenen desselben. 

— Altes , thüringisches Herren - und Grafengeschlecht aus dem weib- 
lichen Stamme der alten vom 9. bis in das 13. Jahrb. vorgekommenen 
Grafen v. Mansfeld, welches sich ursprünglich: Edle Herren v.Querfort 
schrieb und zu den Reichsgrafen des wetterauischen CoUegiums gehörte. 

— Die Besitzungen des Hauses waren früher reichsunroittelbar und die 
Familie wurde zuletzt 1437 vom K. Sigmund mit denselben belehnt. 
Doch ging diese Reichsunmittelbarkeit dem gräflichen Hause nach nnd 
nach verloren und mit Genehmigung des K. Friedrich HI. wurde 1466 
der grösste Tlieil der Besitzungen Lehne von Eursachsen , Magdeburg 
und Halberstadt. Diese neuen Lehnsherren, namentlich Eursachsen a. 
Magdeburg , erweiterten ihre Lehnsherrschaft von Zeit zu Zeit durch 
die mit dem Domcapitel zu Halberstadt 1573 und 1579 zu Eisleben ge- 
schlossenen Verträge, welche den Namen des magdeburgischen Permii* 
tations-Recesses erhielten. Durch den ersten Vertrag bekam Halber- 
stadt gegen Abtretung der Lehne von Eisleben, Hettstedt, PoUeben, 
Wimmelburg etc. in Eurschsen die Lehnsherrschaft über die Herrscbafk 
Lohra mit Zubehör, durch den letzten aber Sachsen verschiedene mag- 
debnrgisGhe Lehne. — Im 16. u. 17. Jahrh. war der Stamm an Sprossen 
sehr reich und blühte in mehreren, im Laufe der Zeit wieder erlosche- 
nen Linien, in welche sich der ehemalige so grosse Besitz des Haases 
yertheilte. Zu diesem Zwecke war 1533 die Grafschaft in fftnf Theile 
getheilt worden, von welchen die ältere Hauptlinie, die s. g. vorderorl- 
flche, drei Fünftheile erhielt, das vierte Fünftheil stand der mittelort- 
sehen oder mittleren Linie und das fünfte Fünftheil der hinterortschen, 
oder jüngeren Linie zu. Neben der starken Vermehrung der Familie n. 
dem Verluste der Reichsunmittelbarkeit drückten noch sehr grosse 
Sfdmlden das Geschlecht , welche 1569 allein bei der vorderortschen 
Linie über zwei Millionen meissnische Gulden betrugen. Die Lehnsher- 
ren hielten sich daher für berechtigt , über die drei Fünflheile der vor- 
derortschen Linie die Sequestration zu verfftgen und zu führen. Die 
dreiFOnftheile bestanden damals aus der Stadt Eisleben, mit dem Schlosse 
^jwd der freien Strasse, der Stadt und dem Schlosse Hettstedt, der Stadt 
und dem Amte Artern, den Schlössern u. Aemtern Arnstadt, Vogtstadt, 
Arastein mit Endoi*f, Heldruugen, Leinungen, den Klöstern Wieder- 
staedt, Walbeck, Helfta, Gerbstädt u. Polleben, dem Amte Leimbach u* 
Friedeburg und der Stadt und dem Amte Mansfeld. 1598 wurde das 
hinterortsche Fünftheil Schulden halber ebenfalls zur Sequestration ge- 
zogen und bald darauf auch das mittelortsche Fünftheil. Diese Seque- 
stration wurde theilwcise 1716, zum Theil aber erst 1780 bei dem Er- 
löschen des Stammes aufgehoben. Dieses Erlöschen erfolgte 31. März 
1780 mit Joseph Johann Wenzel Nepomuk Fürsten v. Fondi u. Grafen 
V. Mansfeld, k. k. Eämm., Commerzienrath u. Polizei-Assessor in BSk*'i? 
men. Die kursächsischen und preussischen Antheile fielen andiebc 



— 121 — 

^^enden beiden Kronen, die AUodialbesitznngen aber , die Herrschaf- 
ten Dobrzisch, Sachsdol, Heiligfeld u. Nussel in Böhmen , an die filtere 
Halbschwester des ebengenannten letzten Fürsten , Grf. Maria Isabelle 

— Tochter des 15. Febr. 1780 verstorbenen Fürsten Heinrich aus 
zweiter Ehe mit Maria Anna Grf. v. Czemin und Chndenitz — welche 
aicfa 1771 mit dem nachmaligen Franz Gundaccar Fürsten v. Golloredo 
▼ermählte, worauf derselbe 1 780 mit seinem angestammten Namen und 
Wappen den Namen und das Wappen der Grafen und Fürsten v. Mans- 
feld vereinigte. S. Bd. II. S. 312. — Zu den berühmtesten Sprossen 
dieses alten Hftuses gehörten namentlich : Graf Philipp — Sohn des 1644 
als k. k. Oberst-Stallmeister verstorbenen Grafen Bruno — - gest. 1657 
als k. k. Rath, General-Feldmarschall und Gouverneur zu Raab, so wie 
der Bruder desselben, der oben genannte Fürst Heinrich Franz. Letz- 
terer, gest. 1715, früher bis 1698, k. k. Hof-Kriegsraths-Prfisident u. 
General-Feld-Zeugmeister« später k. k. Oberst-Kftmmerer, w. Geh.-Rath 
und Conferenz-Minister, hatte 1686 von dem Könige CarlH. in Spanien, 
als er demselben seine Braut, Maria Anna Kur-Prinzessin von der Pfalz, 
glücklich nach Madrid geleitet, das Fürstenthum Fondi im Königreiche 
Neapel ab Creschenk erhalten. Nach seinem Tode folgte ihm der Sohn 
seines Bruders Franz Maximilian: Carl Franz. gost. 1717 und von die- 
sem stammte Fürst Heinrich, s. oben, welcher 1751 seine Rechte auf 
das Fürstenthum Fondi an das neapolitanische Haus Sangro verkaufte. 

— Der Vater der genannten Biüder Philipp u. Heinrich Franz : Graf 
Bruno, war übrigens zu der catholischen Kirche übergetreten und seine 
Nachkommenschaft blühte noch unter dem Namen der catholischen Li- 
nie fort, wfihrend die protestantische oder eislebener Linie , ebenfalls 
dn Zweig der älteren oder vorderortschen liinie, 1710 mit dem Grafen 
Johann Georg HI. zu Artem ausstarb. 

ImUtof. LIb. V. c. 10. 13. — J. O. Zeidtfr. aehthandrr^&hriKer RUmmbaon der 6r. ▼. 
MaMfeld, 170S «od spfiier anter dem Titel: SUat too Mansfrld, wieder audgelegt. — Duroh- 
liMht. Welt, Ausg. von 1710 IT. H. 79-93. — Oott/r. Hofmann, Ehre des (OrsU. u. grU. 
BaaM« T. Manosfeld, Lelpsig 1711 und 1718 mit vielen geneal. Tabellen. — Hübner, U. 
Tak. SM— 46. — Etueb. ChrUt. Franke, genaue 'u. ansfiihrl. gen<-al. histor. Besehreib, dtr 
■autfeld. Giafrn ■. Herren, Leips. 17-^3. - Oauht, II. S. 670-9C — Ztdltr^ XIX. 8. I0ft4 
-n. — Jmeobi, 1800, I. 6. 44A a. 4ß. — N. Pr. A.-L. III. 8. 84d~ftO. » RttbnuMhtr, L 14; 
MaMfeldt. Grafen. — Trier, 8. 487— i»9 and Tab. »7. — ZtehaekwU», Wappenkunst, 8. 247 
■. 4t nnd Fig. 90. ~ 8npp. tu 8iebai. W.-B. VI. 1 : Fst. t. M. 

^ Maastein (Schild quergetheilt : oben in Gold ein aufwachsender, 
schwarzer Hund mit silbernem Halsbande und unten von Roth u. Silber 
m drei Reihen geschacht). Ostpreussisches Adelsgeschlecht , welches 
bereits 1700 zu Juckstein im Kr. Ragnit, 1727 zu Kaukem im Kr. In- 
Bterburg u. zu Thomsdorf im Kr. Preuss. Eylau begütert war, im Laufe 
der Zeit wechselnd mehrere andere Güt^r in Ostpreussen inne hatte n. 
1747 in Esthland zu Laack, 1781 im Brandenburgischen zu Eichstedt 
hn Kr. Ost-Havelland, so wie in Schlesien zu Fuchswinkel bei Neisse u. 
zu Kaschewen bei Wohlau, in neuester Zeit aber auch im Posenschen 
im Er. Kröben zu Pudliszki sass. — Die zahlreichen Sprossen des Stam- 
lies traten meist in die k. preuss. Armee und stiegen in derselben zu 
hohen Ehrenstellen und zwar namentlich : Christoph Hermann v. M., 
geb. 1711 in St. Petersburg — Sohn des 1747 verstorbenen k. russ. 
fleneral-Lieiiteniuits und Gouverneurs von Reval Ernst Sebastian v. M. 



— 124 — 

k. rUBS. Officier im grodno'schen Husaren-Regim., verm. 1854 mit 8oh 
phic V. Stryck, geb. 1834. — Graf Gotthardt Johann (I.), gest. 1768, 
verm. mit Catiiarina Helene y. Tarsas, hinterliess den Grafen Gotthardt 
Johann (IT.). gest. 1820, Herrn auf Alt- und Neu-Parmel, ans dessen 
Ehe mit Juliane Wilhelmine v. Essen, neben zwei Töchtern, drei Söhne 
entsprossten , die Grafen: Eduard , Ferdinand und Carl. Graf Eduard, 
gest. 1850, k. mss. Garde -Capitain a. D., hinterliess ans der Ehe mit 
Natalie Freiin v. Stackeiberg a. d. H. Riesenberg zwei Töchter u. einen 
Sohn, Gotthardt. Graf- Ferdinand, k. russ. Garde-Oberst a. D., blieb nn- 
vermählt und vom Grafen Carl k. mss. Garde-Lieut. a. D. stanmit ans 
der Ehe mit Caroline Grf. v. Rehbinder a. d. H. üddrich (gesch.) ein 
Sohn, Graf Carl Johann, verm. mit Maria Freiin v. Clodt-Jflrgensbnrg. 
— Graf Carl Reinhold, gest. 1782, vermählte sich mit Helene Freiin v. 
Uexküll a. d. H. Menger und Sara in Liefland und hinterliess die von 
ihm gekauften Guter Mex u. Palfer seinem einzigen Sohne, dem Grafen 
Peter, gest. 1842, verm. mit Helene Luise Freiin v. UexkflU-Gyllenband, 
gest. 1850. Der aus dieser Ehe stammende Sohn, Graf Carl Lndwig, 
starb 1849 und so kamen die Güter Mex, Sommerhoff und Palfer an 
die Tochter, Grf. Marie, geb. 1818, verm. mit Paul v. Kotzebne, k. russ. 
Generalmigor. — Graf Ludwig Wilhelm, gest. 1793, liefländ. Landrath 
nnd k. russ. w. Staatsrath , Herr auf MetzküU und Berschu , verm. mit 
Juliane Eleonore Grf. v. Münnich, hinterliess drei Söhne, von welchen 
sich nur Graf Gottlieb Johann, geblieben 1813 als k. russ. General in 
der Schlacht bei Leipzig, mit Catharina Selesca, später vermählten GrL 
Gudowitsch, vermählte, aus welcher Ehe zwei Töchter stammten: Ort 
Emestine, verm. mit dem k. russ. Garde-Obersten a. D. Doctorow nnd 
Grf. Lucio, verm. 1838 mit Eduard Grafen v. Tiefenhausen, k. mss. 
Obersten. — Die adeligen Linien des Geschlechts haben in Pommern in 
mehreren Häusern fortgeblüht u. 1857 waren im Kr. Beigard begütert: 
Johann Georg Kurt v. M. zu Polzin, Herr auf Buslar A., Heinrich v.M. 
auf Collatz, Friedrich v. M., Major a. D., auf Hohen-Wardin, Frau Ma- 
jorin V. M., geb. V. Zastrow, auf Dewsberg A. und Arthur v. M. , Ritt- 
meister a. D., auf Gross- Wardin und Redel. Ueberdiess waren in der 
Hand der Familie im Kreise Fürstenthum Camin : Lestin A. n. B. nnd 
Stemin, im Kr. Neu-Stettin: Zechendorf und im Kr. Schlochan das Out 
Elsenan. 

MierMl, S. .SOI. — Sehwar», Pomm. Lchnhistor. S. 410 und deaMiben L#ipt. LftndehToa. 
8. 155. ' Sinapiu» , I. 8. 154 nnd II. 8. 145—47. — ffubner , geneal. Lezie. 8. S24. — 
Gmtie, 1. 8. 1.106-10. — Zedier, XIX. 8. 1103-13. - Freih. v. Krohne, n. 8. S06— 17 «ad 
441 u. 42. - R. geneal. Handb. 1777. 8. 299 u. 300 u. 1778. S. 346. - N. Pr.. A.-L. UI. 8. SM 
—54. — Dentsehe Grafenh. der Oegenw. H. 8. 86—88. — Fireih, 9. Ledebw, H. 8. 77 ood T8 
lt. 111. 8. 307. — Geneal. Tasehenb. der gr&flieh. Hiaser. 1864. 8. 527 unter Beruftin| Mif 
1859. 8. 523 n. 24 und hiator. Tasehenb. au Demselben, 8.« 523. — Sithmaehtr, \\\, 166: t. 
M., Pomoieriseh. — p. Medinu, II. 8. 859. — Suppl. xu Siebm. W.-B. X. 2: Gr. t. Maat««- 
feI-Z6ge. — Tyrof, U. 121 : Gr. ▼. II. - Pommer. W.-B. T. Tab. 55. Nr. 1 n. 2 : v. M. od4 
Gr. T. M. 

Mantenife],Mantenfel auf Proitz (Schild geviert, mit Mittelschilde.- 
Im silbernen Mittelschilde ein schrägrechter, blauer Balken, belegt mit 
drei goldenen Sternen. 1 u. 4 in Silber ein rother Querbalken : Stamm- 
wappen und 2 und 3 in Gold ein schwarzer , einwärtsgekehrter Adler). 
Reichsgrafenstand. Diplom im kurpfälzischen Reichsvicariate vom 
25. Aug. 1790 für Oottlieb Joseph v. Mannteufel auf Proitz, knrpüalz- 



— 126 — 

bayer. Kämmerer etc. Derselbe, geb. 1736 , and wie das Wappen er- 
giebt, zu der alten, pommerschen Familie v. Manteuffel, ohne dass Nähe- 
res aber die Abstammung bekannt ist, gehörig, wurde nach Anlegung 
der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern , als k. bayer. Kämmerer und quit- 
tirter Oberstlieutenant zu Brandstetten « in die Grafenclasse derselben 
eingetragen und lebte noch 1815. Nach dieser Zeit kommt der Name 
desselben nicht mehr vor. 

«. Lang, 8. 49. — Deutsche Qrafoiih: d. Gegenw. U. S. 86 u. 87. — W«-B. d. Köuigr. 
Bayern, I. 75 Hod ». Woiekern, Abtheil. 1. 

>> Mantenffel, Freiherren (Schild geviert: 1 u. 4 in Silber ein rother 

Querbalken : Manteuffcl und 2 u. 3 in Silber drei, 2 u. 1, rothe Rosen: 
Hoggen. Aeltere Petschafte zeigen damascirtes Silber). Reichsfrei- 
hermstand. Diplom im kursächsischen Reichsvicariate vom 12. Jan. 
1742 für Christoph Friedrich v. Mihlendorff , Fähnrich in der kursäch- 
stachen Garde und zwar auf Verwenden seines Vormundes und Adoptiv- 
vaters, des kursächs. Cabinets- Ministers u. w. Geh. Raths Ernst Chri- 
stoph Grafen v. Manteuffel, mit Beilegung des Namens : Freih. v. Man- 
tenffel. Derselbe, geb. 12. Febr. 1727 zu Warschau, stammte aus dem 
alten märkischen Adelsgeschlechte : v. Möllendorf — in Roth vier sil- 
berne, rechte Spitzen — welches auch Mihlendorff, Mtthlendorff u. MOl- 
lendorf geschrieben wurde. Der Vorname des Vaters ist sicher nicht an- 
zogeben, höchst wahrscheinlich aber ist die Annahme, dass derselbe 
Wolff V. Mihlendorff, welcher 1712 als k. poln. u. kursächsischer Kam- 
merherr vorkommt, gewesen sei. Die Mutter war: Friederike Charlotte 
V. Moggen , welche sich unter diesem Namen eigenhändig als verw. v. 
Mihlendorff auf einer Pensionsquittung unterzeichnete. Das beigedruckte 
Allianzwappen zeigt rechts das v. MöUendorffsche Wappen: in Roth vier 
rechte silberne Spitzen, links v. Moggen: in Grold drei, 2 u. 1, rothe 
Rosen. Der Helm trägt zwei goldene Bttffelshörner , zwischen welchen 
eine Rose schwebt. So ergiebt auch ein Separat- Abdruck das v. Mog- 
gensche Wappen und es ist demnach in Bezug auf das Wappen der Frei- 
herren V. Manteuffel die Angabe des geneal, Taschenb. d. freih.Häuser, 
1857. S. 472: „2 und 3 in Silber drei rothe Kugeln (Mühlendorff)," 
ganz unrichtig, wie denn auch die Annahme im Jahrg. 1859, S. 496 
falsch ist, dass Freih. ChristophJPriedrich der Schwestersohn des Ernst 
Christoph Grafen v. Manteuffel gewesen sei. — Freiherr Christoph 
Friedrich, gest. 28. März 1803 zu Waldheim als kursächs. Major und 
Commandant der Invaliden-Compagnie, vermählte sich 1762 mit Chri- 
stiane Margaretha Elisabeth v. Hartig a. d. H. Alt-Hörnitz bei Zittau, 
8. Bd. rV. S. 217, geb. 1736 u. gest. 1812. Aus dieser Ehe stammten, 
neben einer Tochter, Freiin Johanne Caroline Amalie, gest. 1848, verw. 
Freifirau v. Wagner, fünf Söhne, die Freiherren: Ernst Friedrich Adam, 
Georg August Ernst, Hans Ernst Wilhelm, Hans Carl Erdmann u. Frie- 
drich Otto Gottlob. — Freiherr Ernst Friedrich Adam, geb. 1762 und 
gest. 1822, k. sächs. Hof- und Justizrath, vermählte sich in erster Ehe 
1792 mit Johanna Freün v. Wagner, gest. 1802 und in zweiter 1804 
mit Caroline v. Gössnitz, gest. 1841. — Freih. Georg August, geboren 
1765 und gest. 1842, k. sächs, w. Geh. - Rath , Conferenz-Minister uncl 



— 1*8 — 

pen sprickt, eines Stammes mit den alten berfordschen J^ynsa^bm y.Qae- 
ren, Qnerne u. Quernheim in der Grafschaft Ravensberg war. Von Pom- 
mern aus, wo die Familie sehr begfltert wnrde u. noch jetzt, namentlich 
im belgarder Kreise, begfltert ist. kam die Familie nach Polen, der Marie, 
Meklenborg, Preussen, Sachsen, Schweden und' Cor-, Lief- n. Esthland. 
In den liefländischen Ordensländern kam das Geschlecht, welches in äl- 
terer Zeit sich auch v. Manlenffel , genannt Queme schrieb , meist mit 
dem Zunamen: Zöge, schon sehr frflh vor und dasselbe ist wohl 1226 
mit dem Herzoge Barnim von Pommern, oder später mit dem dänischen 
Könige Waldemar n., welcher einige Zeit in Pommern regierte, ^in die 
dortigen Gegenden gelangt. — Georg v. Manteuffel, Ritter, a. dem H. 
Poltzin und Amhausen unweit Beigard, wurde der Ahnherr der Frei- 
herren Y. Manteuffel, welche auf dem Migorate KatzdangQp in Curland 
blähen und von denen Eberhard, verm. mit Anna Grf. v. HohenzoUom, 
als kaiserl. Oberst unter Tilly vor Magdeburg kämpfte. Eben so brachte 
auch die Familie in Lief- und Esthland grossen Grundbesitz an sich u. 
der Landrath Gotthardt Johann , s. oben , stiftete vor seiner Erhebung 
in den Grafen$tand, 1756, ein grosses Fidei-Commiss. — Die von dem 
Grafen Ernst Christoph , s. oben , gegrflndete reichsgräfliche Linie ist 
nicht fortgesetzt worden. Dw^elbe, geb. 1676 — ein Sohn des Arnold 
oder Anton v.M., Herrn auf Kerstin, Kruckenbeck, Gandelin u.Krflhne, 
k. pr. Landraths des Fflrstenthums Camin aus der Ehe mit Elisabeth 
Gaara v. Bonin — wurde 10. März 1709 in den Reichsfreihermstand 
erhoben, welche Erhebung im Kgr. Preussen 24. Juli 1713 anerkannt 
wurde, vermählte sich 1712 in erster Ehe mit einer Freiin v.Chalkowska, 
welche schon im folgenden Jahre starb und in zweiter Ehe mit einer 
Freiin v. Bludowska , verw. Freifrau v. Trach , hinterliess aber Nach- 
kommen nicht. Ein Adoptivsohn desselben, Christian Friedrich v.Mih- 
lendorff wurde der Stammvater der Freiherren v. Manteuffel in Sachsen 
und Preussen, s. unten den betreffenden Artikel. -:- Die Nachkommen- 
aehaft des Grafen Gotthardt Johann blüht reichbegütert in Lief- u.Estli- 
land. Derselbe hinterliess aus der Ehe mit Margaretha Elisabeth v.Gfta- 
(ersberg vier Söhne, welche den Stamm fortsetzten, dieGrafen: Andreas, 
Gotthardt Johann (L). Carl Reinhold und Ludwig Wilhehn. Graf An- 
dreas, gest. 1768 als k. russ. Generallieutenant a. D., war verm. m^ 
Sophie Friederike v. Stackeiberg a. d. H. Kollitz. Aus dieser Ehe e^ 
qpross Graf Gotthardt Andreas, gest. 1832, Majoratsherr auf Talkhoff 
und Herr auf Schloss Ringen, k. russ. Geh. Rath u. Senator, verm. mit 
Charlotte Sophie v. Bock a. d. H. Sarenhoff, gest. 1830 und von ihm 
stammt: Graf Ernst Gotthardt, geb. 1801, Herr auf Tellerhof, Hallick 
u. Kudding u. nach dem Tode seines 1849 verstorbenen älteren Bruders, 
des Grafen Gotthardt Johann (Ul.), Majoratsherr auf Talkhoff, k. russ. 
Garde-Rittm. a. D. , verm. mit Mathilde v. Brevem , ans weldier Ehe, 
oebon vier Töchtern, ein Sohn : Graf Ernst, geb. 1844, entspross. — 
Von <iem 1830 verstorbenen Bruder der Grafen Gotthardt Johann (UL.) 
und Ernst Gotthardt, dem Grafen Camill, Herrn auf Schloss Ringen, 
stammen aus der Ehe mit Henriette Grf. v. Igelström, neben einer Toch- 
ter, SBfm Söhne, Graf Ootdiacdt, geb. 1827 a. Graf Victor, ^eb. ISSESI« 



^-fS 



— 124 — 

k. niHs. Oft'uMor im grodno'srlion llnsaren-Rogim., verm. 1854 mit So- 
Y\\\v V. Stryrk, »?**'»• l^-^4. - Graf Oottlmrdt Johann (L), gest. 1763, 
vorm. mit Catluirinu llolone v. Tarsus, hintorlicss den Grafen Ootthardt 
.lohiinn (II,). Kost. IS20, llorm auf Alt- und Neu-Parmel, aus dessen 
Kl»r mit .liiliano Williolmino v. Ksson, neben zwei Töchtern, drei Söhne 
iMitv|irosHtou, \\\v (irutVn: Fduurd , Ferdinand und Carl. Graf Eduard, 
Ke^i ls:»o, k. r»*i, iiurde-Ciipitain a. I>., hinterliess aus der Ehe mit 
Nrtlulio Kn^iin v. Staokolbenr a. d. H. Riesenberg zwei Töchter u. einen 
Sob»». Tiottbanlt. Graf Foniiuaud» k. russ. Garde-Oberst a. D., blieb nn- 
xrrtnäblt und votn GnUon Curl. k. ru!?s. Garde-Lieut. a. D. stammt aus 
dor Kho nni TaroUno Grf. \\ Kehbindor a. d. H. Uddrich <gesch.) ein 
S»ltn. i^raf i^irl Johann, ^enu. mit Maria Freiin v. Clodt-Jargensbnrg. 
r.v;U i'jiri R^*i"bold. j^'st. ITS2, vermählte sich mit Helene Freün v. 
roxknU ;i. il, \\ MonjcvT und Sara in Lietiand und hinterliess die von 
iliHi «vkautti'u lirtior Mo\ u. Palter seinem einzigen Sohne, dem Grafen 
IVtor. <\»st. isrj. wmi. mit Holenel.nise Freiin v. UexköU-Gyllenband, 
!Cx**t. ls>o. IVr aas viii»<^.T Fhe stammende Sohn. Graf Carl Ludwig. 
M.%rl* iSi^ uv,i so kAnu'ft die Güter Mex, Si^mmerhoff und Patferan 
du* l\v\;;'r, Gr?* Vinv. ceb. l'^'S. ^«rai. mi: Paul T.Koczebae, k. rm. 
ru'Tvr:«:-t.,^v- ^;^. I:^^«\3: W:">-^l!E. «e«.lT9$. liedin»L Landntk 
H»d X rii>8s. « S^AAsN^THri . H::t «f M-ciklll xsd BerschTi. verm. «ü 
.':t* .<v y .v-,\->- r-' X v-;.rvi. ü^wrfies? drei Söhse. T..>n weWi« 
vN> - ;r iN^. ^;.,^r>v> J.*>-a:3 . co^üe^^= 1^13 als k- ras«. General m 
*v S>:cK>: Ni I cijOic. !Bxi Caibari^ Sclesca. später Termihlten Grt 
.^^««^^^'»trs^-h. vortcihhe. ans welcher Ehe zwei Töchter stammten: Grt 
»-v<':^. verm, mit dem k. niss. Ganle-Ober«ten a. D. Doctorow nnd 
*"- t toie. verm. IS3? mit Eduard Grafen v. Tiefenhausen, k. mss. 
>lv^-v^v«. — i>i^ adeligen Linien des Geschlecht? haben in Pommern in 
«*nV^h-vi^ Hinsem forigebiaht u. 1*57 waren im Kr. Beigard begütert: 
T^>w*>r t;eoffi|{ Kurt v. M. zu Polzin, Herr auf BuslarA.. Heinrich v.M. 
«• i*^ -*»«*. Friedrich t. M., Major a. D.. auf Hohen- Wardin. FranXa- 
*^^ ' *.. «eb. V. Zastrow, auf Dewsberjf A. und Arthur v. M. , Ritt- 
***?^:^ %. I^^ aaf Groffs-Wardin und Redel. Ueberdiess waren in der 
JJMu^j^V^OHlie im Krei«p Fflrstenthum Camin: Lestin A. u. B. and 
* Sr- Xen-StctUn: Zechendorf und im Kr. Schlochau das Gut 



t JT ^rVi ^' ^ ^eAarcTJ, fon«. l^hnM%v,t. H. 410 und dc«««Ibeii L^hw. LaadcknM. 
ILu'i 1. niSnU ' *• *** ""^ "• *• «<''^-*'. - Hühner, fc«neal. L€«ie. ». 3»4. — 
Ä* «« - m. mJ.:, ""..*"""'• *'*• "• t«M~lJ. - Frrik. r. AV'^AiM, II. «. 306—17 »od 
^W r 'Tlia,. J?r-- "•"*>•»' I'" « iWq.ViÖu 1779. 8. 346. - N. Pr.. A.-L III. 8. SM 

«l,IU *,-5W. ^ Cjll ."*•• ***' «*K«iiw. 11. 8. ««—»*. - Frtik. r. Udebur, II. 8. 77 uDd W 
ima..>.^9^ % 94 M.I!r*; T«*«»!-«»». d^r «riAkh. Hiuver. 1964. 8 5?7 unter Berafuag nf 
f%^^S^M«a^ ../^'' ni«for. TnirlKtnli. xu Drnselhcn . 8.. 523. - Sifhmack*r, 111.166: t. 



>V«^# 7; ^"«'/■V, II. K. %'.H. — Hnppl. 7U 8i*bin. W.-B. X. »: Gr. 
^^^^ •'• •!. 13]. {y^ y II _ F„inni-:r. W.-B. \. Tab. 5S. Nr. 1 a. i: ▼. M. aad 

^MÜ^eniQ,, ^■•^antenfRl anfProitz (Schild ge\iert. mit Mittelschilde. 
j*^ >Pldeii#»|^ ^^^^<^hih^^* <•»" Hchrügrechter, blauer Balken, belegt mit 
jJJJJ^u Und 2 ^'^®"' * "• ^ '" Silber ein rother Querbalken: Stamm- 
JJ^^grafenstJ*'"*^ ^ ^" ^'^^** ^*" schwarzer . einwärt.sgckehrter Adler). 
' "^^g. l79o ?^' Diplom im kurpfälzischen Rcichsvicariate vom 
*ür Gottlieb Joseph v. Mannteufel auf Proitz, kurpüalz- 



— 126 — 

bayer. Kämmerer etc. Derselbe, geb. 1736 , und wie das Wappen er- 
giebt, zu der alten, pommerschen Familie y. Manteuffel, ohne dass Nähe- 
res aber die Abstammung bekannt ist, gehörig, wurde nach Anlegung 
der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern , als k. bayer. Kämmerer und quit- 
tirter Oberstlieutenant zu Brandstetten , in die Grafenclasse derselben 
eingetragen und lebte noch 1815. Nach dieser Zeit kommt der Name 
desselben nicht mehr vor. 

9. Lang, S. 49. — Deatache Orafeiih; d. Gegeaw. U. 8. 86 q. 87. ~ W«-B. d. Köaigr. 
Bayern. I. 75 und ». WCickern, Abtheil. 1. 

» Mantenffel, Freiherren (Schild gegiert: 1 u. 4 in Silber ein rother 
Querbalken : Manteuffel und 2 u. 3 in Silber drei, 2 u. 1, rothe Rosen : 
Moggen. Aeltere Petschafte zeigen damascirtes Silber). Reichsfrei- 
herrnstand. Diplom im kursächsischen Reichsvicariate vom 12. Jan. 
1742 für Christoph Friedrich v. Mihlendorff , Fähnrich in der kursäch- 
sischen Garde und zwar auf Verwenden seines Vormundes und Adoptiv- 
valers, des kursächs. Cabinets- Ministers u. w. Geh. Raths Ernst Chri- 
afec^h Grafen v. Manteuffel, mit Beileguug des Namens : Freih. v. Man- 
teuffel. Derselbe, geb. 12. Febr. 1727 zu Warschau, stammte aus dem 
alten märkischen Adelsgeschlechte : v. MöUendorf — in Roth vier sil- 
berne, rechte Spitzen — welches auch Mihlendorff, Mtthlendorff u. Mol- 
kodorf geschrieben wurde. Der Vorname des Vaters ist sicher nicht an- 
zugeben, höchst wahrscheinlich aber ist die Annahme, dass derselbe 
Wolff y. Mihlendorff, welcher 1712 als k. poln. u. kursächsischer Kam- 
merherr vorkommt, gewesen sei. Die Mutter war: Friederike Charlotte 
V. Moggen, welche sich unter diesem Namen eigenhändig als verw. v. 
Mihlendorff auf einer Pensionsquittung unterzeichnete. Das beigedruckte 
Allianzwappen zeigt rechts das v. Möllendorffische Wappen: in Roth vier 
rechte silberne Spitzen, links v. Moggen: in Grold drei, 2 u. 1, rothe 
Rosen. Der Helm trägt zwei goldene Büffelshömer , zwischen welchen 
eine Rose schwebt. So ergiebt auch ein Separat- Abdruck das v. Mog- 
gensche Wappen und es ist demnach in Bezug auf das Wappen der Frei- 
herren V. Manteuffel die Angabe des geneal, Taschenb. d. freih.Häuser, 
1857. S. 472: „2 und 3 in Silber drei rothe Kugeln (Mühlendorff)," 
ganz unrichtig, wie denn auch die Annahme im Jahrg. 1859, S. 496 
falsch ist, dass Freih. ChristophJFriedrich der Schwestersohn des Ernst 
Christoph Grafen v. Manteuffel gewesen sei. — Freiherr Christoph 
Friedrich, gest. 28. März 1803 zu Waldheim als kursächs. Major und 
Commandant der Invaliden-Compagnie, vermählte sich 1762 mit Chri- 
stiane Margaretha Elisabeth v. Hartig a. d. H. Alt-Hörnitz bei Zittau, 
B. Bd. rv. S. 217, geb. 1736 u. gest. 1812. Aus dieser Ehe stammten, 
neben einer Tochter, Freiin Johanne Caroline Amalie, gest. 1848, verw. 
Freifrau v. Wagner, fünf Söhne, die Freiherren: Ernst Friedrich Adam, 
Georg August Ernst, Hans Ernst Wilhelm, Hans Carl Erdmann u. Frie- 
drich Otto Gottlob. — Freiherr Ernst Friedrich Adam, geb. 1762 und 
gest. 1822, k. sächs. Hof- und Justizrath, vermählte sich in erster Ehe 
1792 mit Johanna Freiin v. Wagner, gest. 1802 und in zweiter 1804 
mit Caroline v. Gössnitz, gest. 1841. — Freih. Georg August, geboren 
1765 und gest. 1842, k. sächs, w. Geh. - Rath , Conferenz-Minister uncl 



— 126 — 

Gesandter am Bundestage, verm. in erster Ehe 1813 mit Therese Acier, 
verw. Capellmeister Schuster, gest. wenige Tage nach ihrer Venn&hlnng 
und in zweiter 1831 mit Johanna Freiin v. Wagner; — Freiherr Hans 
Ernst Wilhelm, geb. 1767, k. preuss. Landrath in Gaben, vermählt in 
erster Ehe 1796 mit Caroline v. Ziegier nnd Klipphaosen, gest. 1848; 
Freih. Hans Carl Erdmann, geb. 1773 u. gest. 1840; k. pr. w. 6eh.- 
Rath und Chef-Präsident desOber-Landesgeiichts zn Magdeburg, Term. 
1806 mit IsabeUe Johanne Wilhelmine Grf. zu Lynar, verw. Grf. v. War- 
tensleben, gest. 1849 — und Freih. Friedrich Otto Gottlob, geb. 1777 
und gest. 1812, Präsident der k. sächs. Ober-Amts-Regierung und des 
Consistoriums zu Lflbben, verm. 1803 mit August« Freiin v. Thermo, 
gest. 1810. — Von diesen fünf Söhnen des Freiherren Christoph Frie- 
drich haben, ausser dem Freiherm GeorgAngust Ernst, sämmtliche den 
Stamm fortgesetzt nnd die Nachkommenschaft derselben blttht in sehr 
zahlreichen Gliedern, über welche die geneal. Taschenbb. der freih. Häu- 
ser genaue Nachweise ergeben. Erwähnt sei hier nur , dass von dem 
Freiherm Hans Carl Erdmann ein Sohn ontspross , Freih. Edwin , geb. 
1809, k. pr. Generalmajor ä la suite, Flflgel-Adjutant Sr. Mig. des Kö- 
nigs u. Chef der Abtheilung für die persönl. Angelegenheiten im Kriegs- 
Ministerium, verm. 1844 mit Hertha t. Witzleben, ans welcher Ehe, 
neben einer Tochter, drei Söhne leben und dass von dem Freih. Frie- 
drich Otto Gottlob zwei Söhne stammen: Freih. Otto, geb. 1805 zn 
Lflbben, Herr auf Antheil Dransdorf, auf Crossen u. Fdkenhain im Kr. 
Luckau, k. pr. Minister-Präsid., Minister der auswärt. Angelegenheiten 
etc. a. D., yerm. 1841 mit Hertha v. Stammer a. d. H. Oörlsdorf, geb. 
1807, aus welcher Ehe ein Sohn entspross: Freih. Otto, geb. 1844 — 
nnd Freih. C&rl, geb. 1806, Herr auf Antheil Drahnsdorf, k. preuss. w. 
Oeh.-Kath, Staatsmimster u. Chef des Minist, fflr die ländwirthschaftl. 
Angelegenheiten a. B. 

HftjKlschrifll. NotlK. — N. Pr. A.-L. III. S. SM. — Fi^eih. 9. Ledebur, n. S. 77 and 10. 
8. 307. — Gen. Taaoheab. der freih. Häuser, 1S&6. 8. 4S&>-S7. 1857. 8. 472-75. Ibi9 6. 494 
-96 n. 1863. 8. 606. — Tyroff, II. 75: Freih. v. Mihlendorff. - W.-B. der «»Seht. Staate«, 
IV. 16 : F. H. T. Manteaffel. 

Mantenffel, Manteuffel, gen..Szöge (Szögen, Zöge), anch Frei- 
herren (in Silber zwei rothe Querbalken, über welchen ein einwärts ge- 
kehrter, schwarzer Adler mit ausgebreiteten Flttgeln schwebt, oder nadi 
Schabert, Curlftnd; W.-B. : Schild quer gctheilt: oben- in Silber ein 
schwarzer Adler und unten von Blau, Silber, Gold und Silber quer ge-' 
streift). — Altes, cur- und liefländisches Adelsgeschlecht, welches nnt 
dem deutschen Onlen im 14. Jahrb. nach Curland gekommen ist, 1520 
mit der jetzigen Majoratsherrschaft Katzdangen, mit Kickum- Drogen, 
Blindinen etc. im piltenschen Districte belehnt wurde, welche Besitzun- 
gen noch jetzt in den Händen der Familie sich befinden und den Reichs- 
fireihermstand vom K. Rudolph H. 13. Mai 1609 erhalten hat Das- 
selbe nimmt mit der pommerschen Familie v. Manteuffel einen gemein- 
schaftlichen Ursprung an und rechnet sich zu der älteren Linie des Ge- 
schlechts, welche in Deutschland mit dem kursächs. Cabinets- Minister 
Ernst Christoph Grafen v. Manteuffel 1762 erloschen ist. — In den 
Ostsee- Provinzen schreibt das Geschlecht sich: „Manteuffel, genannt 



— 127 — 

SeOge'^ Der Beiname soll dadurch angenoimnen worden sein, dass man, 
da in Esthland, wohin die Familie zuerst gekommen, der deutsche Name 
nicht ausgesprochen werden konnte, dem Geschlechte den Namen: 
„Szöge", d. i. ,,Teufel"heilegte. Was das Wappen anlangt, so soll George 
Manteuffel, gen. Szöge, dieses Wappen zuerst geführt haben. Derselbe, 
Yon dem Orden an den kaiserlichen Hof geschickt, soll, seiner Tugend u. 
Oesdiicklichkeit halber zum Ritter geschlagen, zum ewigen Gedftchtniss 
mit dem Adler im Wappen und mit verbessertem Stammwappen begna- 
digt worden sein. Derselbe George M. gen. Szöge trat ^[>äter ans dem 
Orden, nahm eine v. Francken zur Hausfrau u. wurde der Stammvater 
aller späteren v. M., gen. Sz. in Lief- u. Curland. Auch der S. 122 er« 
wähnte Gotthardt Johann Graf v. Manteuffel kommt unter dem Namen: 
Manteuffel , gen. Szöge vor , doch führte derselbe, so viel bekannt , nur 
das einfache Stammwappen. — Die freih. Familie blühte in neuester 
Zeit noch in drei Häusern : in dem Hause zu Katzdangen und Zieraa 
mit Dserweuscben in Curland, in dem im Mannstamme 1813 mit Freih. 
Alfred erloschenem Hause zu Piatonen in Curland und in dem Hause in 
Liefland und die Glieder dieser drei Häuser sind in dem geneal. Ta- 
schenb. d. freih. Haus, aufgeführt. — Von den Sprossen des Geschlechts^ 
welche nur das adelige PrädicatHihrten, standen im vorigen Jahrh. u. noch 
später Mehrere in der k. preuss. Armee. Georg Dietrich v. M. , ge- 
nannt Szöge, starb 1794 als M^jor und Commandant des Magdeburger- 
Landwehr-Regiments; Christian Friedrich v. M., gen. S2., stand erst im 
Regimente Prinz Friedrich und war später Forstrath zu Stettin; ein v. 
M. gen. Sz. starb 1813 als Capitain bei den Gensd*armen n. ein v. Zö- 
gen (Szögen) commandirte noch 1838 das 3. Bataill. des 6. Landwehr- 
Regiments. 

N. Pr. A.-L. III. 8. 354. — Freiherr v. Ledebur. FI. 8. 78 und Uli. 8. ItfL — Q«nMk 

Taschciib. d. freih. Hiiütir, 1H59. 8. 496— .S03. 

Mant V. Limbach. Altes, niederrheinisches Adelsgeschlecht, des- 
sen Stammreihe Hurabracht mit Friedrich y. Limbach begimit, welcher 
1377 bereits gestorben war. Bei dem Sohne desselben, Hermann v. Lim- 
bach setzt Humbracbt hinzu : „genannt Herr Mant'* und nennt nun sXLe 
Nachkommen : Mant v. Limbach. Vermuthlich kommt dieser Zusatz des 
Geschlechtsnamen von jenem Taufnamen her. Ohne den Abgang des 
Stammes anzugeben, hört die Geschlechtsfolge mit Thomas Mant ▼. Lim- 
bach 1557 auf. 

Humbraekt, Tab. 240. - *. Ateding, I. S. 3S9. 

Mantz V. Mariensee. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1786 
für Franz Anton Mantz , k. k. Hauptmann , mit dem Prädicate : v. Ma- 
riensee. 

MegerU v. Mühlfeld, Brg.Bd. 8. 371. 

Maphai, Ritter. Reichsritterstand von 1706 Air Julius Maphai. 

MegerU 9. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 175. 

Marburg. Altes, steierisches Rittergeschlecht, welches von 1120 
bis 1365 und im letzteren Jahre auch mit dem^grfilflich0ll Titel vor* 
kommt. — Ein neueres Geschlecht dieses Namens blüht in Oesterreich 
im freiherrlichen Stande und zu demselben gehört : Friedrich Freiherr 
V. Marburg, k. k. Oberst-Lieutenant. 

Schmuttt II. 8. 491. — Iintt.-8cliemati9iii. des osterr. K«iMrthainft. 



— 128 — 

Mar», a Marea. Altes giaobflndtisches Adelsgeschlecht, ans 
welchem nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern In die Adela- 
classe derselben eingetragen wurde: Udalricb Maria Egidius a Marca, 
geb. 1767, fOrstl. bohenlohe-nenensteinscher Hofkammerrath u. fOrstL 
taxischer Hofbanquier in Begensburg. 

9. Lang, 6. 440. - W.-B. d. Kgr. Bayern, VU. 9. 

Marcant y. Blanckenaehwerdt, Ritter ud Freiherrea. Böhmi- 
scher- und erblftnd.-ö8terr. Freihermstand. Ritterdiplom von 1743 Ar 
Sttsanna ?. Marcant, geb. Nigroni v. Riesenbach. Wittwe des k. k. Ober- 
sten V. Marcant und fOr die Kinder derselben, mit dem Prftdicate: v. 
Blanckenschwerdt und Freihermdiplom von 1805 für Michad Ritter 
Marcant v. Blanckenschwerdt , k. k. Oberstlieutenant im Infant.-Regi- 
mente Jellachich de Buxim. — Der freih. Stamm hat fortgeblüht u. in 
neuester Zeit lebt Franz Freih. v. Marcant als k. k. Oberstlieutenant in 
Pension. 

MegerU p. Mühlftld, 8. 69 u. Erg Bd. 8. 175. — Ililii.-Schfinat. d. österr. Kai««rtk. 

Marayiglia-Crivelli, Grafen, s. Meraviglia-Crivelli. 

Marcantelly Edle v. SarravaOe. Erbl. - österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1808 f&r Bemhard Marcantelly, k. k. Hauptmann imln&nt- 
Regim. Joseph Graf CoUoredo, mit dem Prädicate: Edler v. Sarra- 
vallc. — 

MtgerU 9. Müklfeld, 8. 224. 

Maroekich y. Lövenfeld. Erbl. -österr. Adelsstand. Diplom von 
1775 für Theodor Marcekich, k. k. Oberlieutenant des sdavonischen 
Husaren-Regiments, mit dem Prädlcate: v. Lövenfeld. 

MßgtrU 9, ßiükl/9td, Brg.-Bd. 8. 371. 

MarclL Ein im 17. Jahrhunderte zu dem schlesischen Adel ge- 
hörendes Geschlecht. 

Stnapiu». II. 8. 800. 

Marcher. Erbländ. -österr. Adels- und Ritterstand. Adelsdiplom 
von 1790 fOr Franz Marcher, inner-österreichischen Gubemialrath und 
Ritterdiplom von 1812 fOr Franz Anton v. Marcher, innerösterr. 6a- 
bernialrath und Oberbergamts-Director. 

MtgtrU 9. Miklf^td, 8. 224 n. Brg.-Bd. 8. 175. 

Marchin, auch Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom von 1658 flkr 
Johann Caspar Ferdinand v. M., Herrn der Herrschaft Modave. Altes, 
niederländisches, ans dem Stifte Lüttich entsprossenes Adelsgeschlecht, ans 
welchem zuerst Renebond v. Marchin, welcher in der zweiten Hfilfte des 
15. Jahrh. lebte, genannt wird. Von ihm an giebt Gauhe die Stamm- 
reihe des Geschlechts. Von den Nachkommen in der 4. Generation er- 
warb Johannes v. M., Herr auf Chanteraine, 1642 die Herrschaft Mo- 
dave u. von demselben entspross: Graf Johann Ferdinand, dessen Sohn, 
Carl Graf v. Marchin, Marschall von Frankreich. 1706 in der Schlacht 
bei Turin tödlich verwundet wurde und Tags darauf starb. 

Oaukg, II. 8. 693 und 94 ond 8. 1677 und 78: nach Anäelme Hist. Geoeal. VIL 8. CT», 
Ba»nag9t Annal. 11. Hamburg. Histor. Kenarqn«*! von 1703 und Baropiisehe Fama, Bd. V. 

Marchiori v. Terlaghoff. Reichsadelsstand. Diplom von 1737 
fbr Caspar Marchiori u. den Bruder desselben , Johann Peter Machiori 



— 129 — 

vnd den Bruder desselben, Johann Peter Marchiori aus Trient, mit dem 
Prtdicate: y. Terlaghoff. 

Mäftrie 9. Mmkl/ald, Rrg.-Bd. S. 371. — Suppl. tu Siebm. W.-B. II. 27. 

' Marehtlialer. Reichsadelsstand. Diplom vom 3. März 1599 für 
Veit Marchthaler, reichstädt. ulmischen Geh.- und Kriegsrath und für 
die drei Brflder desselben: Hans Bartholomaeus, Hans Sigmund u. Mat- 
Oaens Marchthaler. — Ein , jetzt im Königr. Württemberg blühendes 
Adelsgeschlecht, welches aus dem Dorfe Ermingen auf dem Höchsträss 
nach Ulm n. Esslingen kam, wo mehrere Glieder der Familie die ersten 
Hagistratischen Würden bekleideten. — Von einem Nachkommen desVeit 
▼. Marchthaler im 6. Gliede, nämlich von Armand Erbard I. v.M., wel- 
cher 1805 als Senator zu Esslingen sUirb, stammten zwei Söhne, Amand 
Erhard H. und Hans. Von Amand Erhard U, v. M., geb. 1774, land- 
grftfl. hessen-homburg. Hofrath, Oberamtsgerichts- Assessor und Polizei- 
Gommissar zu Esslingen, stammten, neben einer Tociiter, Marie Luise 
Henriette verm. Oberjustiz-Räthin Dr. Hänlein in Esslingen, zwei Söhne : 
Amand Erhard HI., geb. 1802 und Eduard Heinrich Adolph Friedrich, 
geb. 1808 — Hans, geb. 1786, k. wOrtt. Major a. D., vermählte sich 
1814 mit einer v. Handel. 

Gm«. AdeUb. d. Kgr. Wfirttitrab. .S 444 — tUfhmacher, V. 122: r>ie Mnrchthnler. rfgens- 
barfiiche PaUici«r. — W.-B. d. K^t. Württemb. Nr. .'üi) ii. 8. &0. — Kaeachkit , I. 8. 8tfl. 

Marck, v. der Marck (in Gold ein von Roth und Silber in drei 
Reihen geschachter Querbalken). Altes Adclsgeschlecht der Grafschaft 
Marck aus dem der Familie bereits 1252 zustehenden Stammsitze 
Marck. Dasselbe sass 1460 zu Schwarzenberg, 1468 zu Villigste, 1579 
zu Wollen und 1599 zu Nordhof, erwarb später auch andere Güter und 
war noch 1812 zu Rulir u. Villigste gesessen. — Von den Gliedern der 
Familie standen mehrere in k. preuss. Militair- und Civildiensten. Ein 
Major V. d. Marck, Major in der nicderschlcsisclien Füsilierbrigade, 
zeichnete sich 1807 bei der Belagerung von Danzi^ aus und war später 
Salzfiactor in Bunzlau und 1837 war ein v. d. Marck Landrentmeister 
bei der Regierung zu Arnsberg u. ein Anderer Inten danturrath bei dem 
k. preuss. 8. Armeecorps. 

N. Pr. A.-L. III. S Voh — Frfih. v. Ledthur, II S. 7s. - Sieömacfier , 11. 121. — 
r. »giutn, I. Tab. 14. Nr. 2. - r. Mfdiny . I S. SS« 

* Marck, Mark, Margk, Marck - ModrzewBki (Schild der Länge 

nach getheilt: reclits in Blau eine weisse Rose an ihrem Stiele u. links 
in Roth drei übereinander stehende , goldene StiTne). Ein frtlher zu 
dem begüterten Adel in Pommern u. Ostpreussen zählendes Geschlecht, 
welches in Pommern bereits 1724 zu Moddrow,'Jellentscli und Schim- 
merwits, 1770 zu Saviat und 1784 zu Klein-Gustkow und Reckow u. in 
Os^ireoBsen 1775 zu Alt- u. Neu-Jucka unweit Lyck gesessen war. Zu 
demaelben gehörte der 1793 zu Alt-SchoHland bei Danzig verstorbene 
k. preuss. ObersUieutenant Ernst Ludwig v. Marck und noch in den 
ersten Jahrzehnten des 19. Jahrb. war Ludwig Wilhelm v. M. im Be- 
sitze des Gutes Moddrow im Bütowschen. 

H. Pr. A.-L. ni. 8 354. - Fr^i/,rrr v. Led^httr, II. S. 7S. 

^ Marcklowski, Marklowsky v. Zebratsch, v. Bernstein -Mark- 

lowaky , auch Freiherren. Böhmischer Freiherrustand. Diplom voii 

Ennekkt^ Deutsch. Adels-Lez. VI. 9 



V 



— 130 — 

1716 für die Gebrüder Joachim Christoph and Bemard Marklowsky v. 
Zebratsch. — - Altes, schlesisches , dem polnischen Stamme Wieniswa 
einverleibtes Adelsgeschlecht, welches aus Böhmen u. Mähren Yon den 
Herren Perszlin oder Pernstein (Bernstein) hergeleitet wird. Johann 
T. Pernstein war 1528 Administrator des Herzogs Wenceshms zn Ta- 
schen und Thomas v. Pernstein, welcher früher in Galizien im Fürsten» 
thnme Auschwitz gewohnt, nahm 1563 im Teschenschen auf demScUoflsa 
Marcklowski seinen Sitz und nannte sich nach demselben. Da fibrigeos 
die Vorfahren in Böhmen auch den Beinamen : v. Zebracz (Zebratadi) 
geführt hatten, nannten sich die Nachkommen der freiherrlichen Unien 
auch : Marcklowsky v. Zebracz und Pernstein. — Joachim t.-M. n. Z. 
auf Grodetz , Hemnanitz etc. , k. k. Rittm. , wurde gegen Ende des 
17. Jahrh. von einer Rotte Räuber ermordet und von seinem Sohne, 
Adam , stammten zwei Söhne , Christoph Joachim und Adam. -^ Die 
oben angeführte Erhebung der Gebrüder Joachim Christoph und Bern* 
hard M. y. Z. u. P. in den Herrenstand wurde von dem königl. Ober- 
amte in Schlesien zu Breslau 4. Febr. 1717 öffentlich bekannt gemacht. 
Später kamen neben den Genannten im Fürstenthume Teschen nodi 
Franz Ludwig Freih. v. M. u. P. auf Bludovicz und Grodischicz nnd 
Caspar v. M. auf Bludowitz, welcher 1726 nur das adelige Prädicat 
führte, so wie Petrus M. v. Z. auf Ober- und Nieder-Zastrzab in der te- 
schenschen freien Herrschaft Leslau vor. — Der Stamm blühte fort n. 
war in Oberscblesien noch 1818 zu Petersdorf im Kr. Nimptsch u. 1831 
zu Golasso¥ntz und Nieder - Goldmannsdorf im Kr. Pless gesessen. — 
Bucelini nannte übrigens das Geschlecht: Marko wsker, Lucae: Marows- 
ker u. Siebmacher ; Marckowsker, Otto genannt. 

Spener, Hiitor. InRign. 8. 249 — Sinapitu, I. 8. fiSS und II. 8. 377-81. — Cfauk» , I. 
8. ISI3. — N. Pr.A.-L. V. 8. 324. -P^eih. ». Ledehur, H. 8.80. — 8i$tnimek€r, I. T»t DI« 
HATckowtker, Quo gen., Sclilcsisoh. — v. Meding, II. l>. 359. — Sehlei. W.-B. Nr. 493. 

Marckwart v. Hradeck', s. Marquart. 

Marco v. Marchi, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1796 für Franz Marco, Postmeister zu Cilly, mit dem Prädicate: 
Edler v. 

MegerU 9. Mühl/^ld. 8. 294. 

Marconnay, 'Freiherren, s. Beaulieu-Marconnay, Frei- 
herren, Bd. I. S. 244—46. 

Mardefeld, Freiherren. Adels- und Freihermstand des KOnigr. 
Schweden , in den Kgr. Preussen und Bayern anerkannt. Adebdiplom 
vom 20. Jan. 1646 für Conrad Maasberg, k. schwedischen Oberstee, 
mit dem Namen : v. Mardefeld; Freihermdiplom vom 9. Juni 1677 fkr 
Denselben als k. schwedischen General-Feldmarschall u. Yice-Oonver- 
neur von Pommern und Anerkennungsdiplom des, der Familie snat»* 
henden Freiherrnstandes im Kgr. Preussen vom 15. Dec. 1712 flEbr G«^ 
stav Freih. v. Mardefeld, k. preuss. Kammerh. und a. o. Gtesandten $m 
kais. mssischen Hofe. -- Freiherr Conrad, später Herr auf Yanselow, 
Plötz und Siedenbüssow in Pommern, trat 1628 in k. schwed. Dienste, 
kam 1630 als Ingenieur mit dem Könige Gustav Adolph nach Deutsch- 
land, bereiste 1634 Preussen, Lief- u. Finnland, so wie Ingermanland^ 



— 131 — 

m allenthalbeii genaue Abrisse der Festungen. Sclilösscr und Schanzen 
n madien , wurde dann General • Quartiermeistcr und Oberst eines Re- 
gfanents dentscber Truppen, erhielt 1657 im dünischen Kriege das Gou- 
«enement von Wismar, eroberte 1660 die Insel Femern mit einer sehr 
groBBen Beate an Proviant, wurde 1668 Vice -Gouverneur in Pommern 
md 1675 Feldmarschall, erlangte, wie angegeben den Freiherrnstand 
1* iwar mit Vorbehalt der ihm auszumittelnden eigenen Freiherrschaft. 
«mde 1678 auf dem Reichstage eingeführt und starb später im 76. Le- 
ben^jakre. Von seinen Söhnen war Freih. Axel Arwed, gest. 1708, k. 
idiwediBch. General. Freih. Gustav, s. oben, geb. 1604 und gcstl728, 
wohl anch ein Sohn des Freiherrn Conrad, war anfangs landgr. hessen- 
eaasel. Geh.-Rath, trat aber 1711 in k. prouss. Dienste, wurde Kam- 
merberr und Gesandter in St. Petersburg und 1720 w. Geh. Staats- 
Kriegs- und Cabinetsminister u. Präsident der Kammer in Magdeburg, 
4b>di verzögerte sich die Ablösung von dorn Gesaiidtschaftsposten bis 
1724, in welchem Jahre ihn sein Neffe, Axel Freih. v. Mardefeld, er- 
•etite. Letzterer, gest. 1748. wurde 1742 w. (ich. Staatsrath u. 1747 
aaf wiederholtes Ansuchen von seiner Gesandten -Stelle zurückberufen 
md in das Gabinetsministerium gesetzt. Später ist der Name des Ge- 
nhlechts, welches noch 1720 in Pommern zu Ponsin und Quitzerow ge- 
war, in Preussen nicht mehr vorgekommen. — Ein Sprosse des 
aes, welchem auch der gräfliche Titel beigelegt wird, wurde 1737 
Ober-Gammerj. des Erbprinzen Carl Peter Ulrich zu Holstein - Gottorp 
md 1743 Ober-Schenk am gottorpischen Hofe und a. o. Gesandter am 
k. groasbritann. Hofe. — In neuerer Zeit hat die Familie noch im Kgr. 
Bayern jfortgeblüht und zwei Urenkel des Freiherrn Conrad, die Gebrü- 
der: Wilhelm Johann Freih. v.M., geb. 1761, k. bayer.Kämm. u. Land- 
itaUmeister und Carl Friedrich Ernst Freih. v. M., geb. 1767, k. bayer. 
pens. Rittmeister, wurden nach Anlegung der Adelsmatrikel des Königr. 
Bayern in die Freiherrnclasse derselben eingetragen. 

Ommki, II. 8. 69»; u. f»7. - r. Lang, 8. 184 u. .<<:>. - N. Pr. ^.-L. TU. R. 365 und 56. — 
JVrtt. f. LtdtbMf, 11. 8. 79 u. III. s. »07. - Schw.«i. VV.-H. F. H. v. M. Tab. 12. - VV.- 
B. d. Pf««««. Monarch.. II 4»*. — W.-B. d. Kgr. Rayrn, MI. h^ n. p. WÜlnkem, Abth. 3. 

Mardschleger, Edle V. Nenthal. Erbl. - österr. Adelsstand. Di- 
plom Ton 1754 für Franz Ignaz Mardschleger, k. k. Hofkriegsbuchhal- 
tongs-Raitrath, mit dem Prädicate: Edler v. Neuthal. 

MfftrU 9. MüMI/fU, Bn'.Bd. S. 371. - Tyro/, II. «.n : M«rtschlä}««T v. N. 

Maries, de Maries (im Schilde auf Wellen eine Seejungfer, welche 
in der Hand einen Spiegel hält). Ein ursprünglich aus Frankreich 
itamiiiendeB Adelsgeschlecht, welches nach Deutschland gekommen war 
and ans welchem im 19. Jahrb. auch mehrere Sprossen in k. preusB. 
IHBtair- und Civildiensten standen. Ein deMarees, Sohn des 1846 
nntorbenen h. anhält- dessauischen Kammerpräsidenten a. D. Carl 
Wnbelm V. M. — wohl ein Bruder des 1833 verstorbenen h. anhalt- 
denan. Cabinetsraths v. M. — war in neuer Zeit Landgerichtsrath in 
Elberfeld u. in neuester Zeit war die Familie in Ostpreussen im Kreise 
WAlsa zu Genslacken und Oberwalde begütert. 

a. PnoM. A.-L. UI. 8. 856 a. IV. 8. 460. — Freih. v. Lf.dtbur, H. 

Kank ▼. Marchthal. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom voQ 

9* 



— 132 — 

<;* 'ir Vr^iu \.-ivk, Rittmeister im Chcy. legers Regimente Kaiser 
•n»ac - ui« iiiü IVadicate: v. Marchthal. 

.».. , . >*j..v»a. ISrK.-B<l. 8. 371. 

^'^'^ albrli . MaKrenholtz , Mahrenholt , Freiherren. Reichsfrei* 

»%.tKii£s.;Miä. iu Kurbrandonburg bestätigt. Freiherrndiplom vom 

>, uui ^ini" für Conrad Ascan v. Marenholz, kurbrandenburgischen 

v^v^x!^ täieu auf dem Reichstage zu Regensburg, ausgedehnt nach Er- 

^.»v.Ku .Wr innh. Linie, 2. Nov. 1682, auf Asche Christoph v. Maren- 

v.>'.. kiaiK>^. Cioh. Rath und auf die Nachkommenschaft desselben und 

<*4i.>icUKWuburg. Rostätii^ungsdiplom des in die Familie gekommenen 

>^vihorrustundos vom 17. März 1068 für Curt Asche v. Marenholz. — 

VacN . UKtUu-sächsisdios Adelsgcschlccht aus dem gleichnamigen , noch 

vwi mi IWiütze dor Familie befindlichen Stammsitze im Ltineburgischen, 

^^^vhcs^ viio l>. Hehr im Anhange zu der v. Steinbergsclien Genealogie 

^u^iob(. schon im 10., H. u. 12.Jahrh. vorgekommen sein soll. Conrad 

\. M. iritt UÄoh l*f(?ftinger 1821 urkundlich als Zeuge auf, auch findet 

\Kh vlor Name des Geschlechts in Urkunden von 1350, 1382 etc. Der 

.Ulv«4o U^kannte lüneburgische Lehnbrief für die Familie ist von 1485. 

Kal^i>l^iu V. M. «tnrb IT) 31 als Abt zu St. Michael in Lüneburg, Levin 

\. M. war um IftHO h. braunschw. Ilofmarschall u. der Sohn desselben, 

^k^iUA V, M.. fürstl. ostfrieslilnd. erster Rath. Im Laufe der Zeit brei- 

lvK> ^oh die Familie inAiüneburgischen and Braunschweigischen, im 

lUÄ^'WtÄdtschen, Magdeburgischen und im Mansfeldischen weiter ans 

^MiA ^^*h^\rt jet/t im Kgr. Hannover durch Besitz der Güter Ankersen, 

\^\vt^i»u Sehwülper, Warksbüttel . Dieckhorst, Flettmar, Gerstenbttttel 

^Wsl MaiH^nhol/ im Lünebur^'ischen zu dem ritterschaftlichen Adel der 

^^^\^ur|{iHohen Landscliaft: — Die jetzigen Freiherren v. M. sind Nach- 

K\VM^wou dos obengenannten Freiherrn Asche Christoph und der Stamm 

M^hl i« *>>ei Iilnien, die eine auf Dieckhorst und die andere auf Grosa- 

5^*h\>rtlper. Haupt der Linie auf Dieckhorst ist: Freih. Moritz, Herr 

ahI l^uvKhorst , Flettmar, Gerstenbüttcl und Marenholz. Der Bruder 

^"^ V^n^lherrn Moritz, Freih. Carl, lebt als pons. k. k. Hauptmann und 

^^ S^\ÄiOHtor, Freiin Charlotte, ist Kl oster fräuleiu zu Lüne im Lünebur- 

g(l^>tK'^^ Von den Brüdena des Vaters ist Freiherr Theodor k. hannov. 

\^^r*UWutonant und Oberforstmeister a. D. und Freih. Friedrich kön. 

Kamm^^n. t^berst a. D. , die Schwester aber, Freiin Auguste , ist mit dem 

V. Mwwov» <>ber-Appellations-Gerichts-Präsidenten v. d. Osten zu Celle 

YMlMA^tl« -- Das Haupt der Linie auf Gross-Schwülper, Freih. N., geb. 

U?i*x Sw^iur der Familie, Herr auf Gross-Schwülper, Warmbüttel und 

»tk^vinMUi"! im Lüneburgischen und auf Sylda im mansfelder Gebirgs^ 

KlhMM^ k. hiumov. Geh.-Rath, war dreimal vermählt und zwar in erster 

Kkf \\\\\ S^i)»)ilo V. Gustedt, in zweiter mit Caroline v. Hanstein und in 

^IHIh^r^ Ix^JtO» mit Hertha Freiin v. Bülow-Wendhausen, geb. 1810 (ge- 

i^^.V %\iw d<^r orsten Ehe entsprossten zwei Sohne, die Freiherren Wil- 

MiM um! ti^bliard. Aus der Ehe des 1862 verstorbenen Freih. Wil- 

Mw. k. hMimov. Lieuten. a. D., mit Marie v. Bornstedt, verm. 1866,. 

W>^ oiuo Toolitor, Marie, geb. 1858 und ein Sohn, Gebhard (IL), geb. 

l^^liJ), Krvib. Gebhard aber, k. hannov. Forstrath, vermählte sich 1856 



— 133 — 

Bit Gertrad Freiin v. Hammei*stein-Equord , gob. 1838 und aus dieser 
Ehe stammen, neben einer Tochter. Adelheid, geb. 185H, zwei Söhne, 
Wilhelm, geb. 1860 und Albrecht, geb. 1803. 

D. BekTt Appendix der 8teinb(*rK<4rhi-n Gviienlogio. — (hiuhf, I. 8. 1295 ii. 96: Mahlen- 
WIlB. — .^MfoTp XIX. 8. lf>23. — Schmidt R-iti. x. (i.Mrh. d. Adels, I. 8. li«4 u. 11.8. H34 
■. »S. — H. Pr. A.-L. tu. 8. 3S8. — Fr^ih. r. #/. Kn-tfUrk, s.iOä ii. M. — Fr^ih. r. Ledehur, II. 
•. ?f «. nr. 8. 807. — Oencat. Ttschi-iib. dor freili. Hrmstr. ISS«. 8. 4'J7 u. isr»4. « 519—21. 
JiictaiacArr, 1. 189: ▼. Ilarenholt, ^ä^hsisrh. — r. M^din-i, I. s. 3:i9 ii. 3»J0. — Suppleiu. zu 
tlika. W.-B. IV. 18. — W.-B. d. K«r. Hannov H. -j u. 's. in. - Knrscfik«, II. 8. 287—89. 

— 9, S4/»er. bauBOT. Adel, Tab 2.'. 

JfareiUBl v. Marenzfeld und Schöueck, Freiheri*en. Reichsfrei- 
hermstand. Diplom vom 15. Sei»t. li)54 für die gesammte Familie. 
Altes, ursprünglich aus der Lombardei stainiiiendes (leschlccht, dessen 
Yor&liren vomK. Conrad IL, dem Salier. 1024 zu Marchiones u. Co- 
■ites mit Gerichtsbarkeit der Clrafscliaft Valcaiiionica in der Lombardei 
•nd 1440 vom Herzoge Philipp Maria von Mailand zu Grafen v.Tagliuni e 
Telgate, ebenfalls in der Lombardei, erlioben wurden. — Ludwig v. Ma- 
renzi lieh der städtischen Kasse zu Laihach viertausend Gulden auf drei 
Jahre ohne Interessen und wurde dafür 1()31 zum Landmann in Krain 
ao^genommen. Später, 1707, wurden die Freiherren v. Marenzi Görzer 
Landleute und 1811 erlangten dieselben die steierische Landmannschaft. 

— Haupt der Familie ist jetzt: Franz Freih. Marenzi v. Marenzfeld u. 
Schöneck, k. k. pens. Feldmarsch. -Lieutenant, venu, mit Virginie Put- 
»r Edlen v. Reibigg, geb. 1825, aus welcher Ehe, neben zwei Töch- 
tern, Marie, geb. 1853 und Isabella, geb. 1855 , vier Söhne stammen; 
Friedrich, geb. 1851, Ludwig, geb. 1854, Carl, geb. 1859 und Gabriel, 
geb. 1861. 

's, II. S. 499. — Goneal. TasrliHub ih'T fnili. H.aiiHer, l«<ß2 8. )12 und 13 u. 1863. 



MaresGh v. Marsfeld. Erbl.-Ostcrr. Adelsstand. Diplom von 1760 
ÜBT Carl Maresch, k. k. Feld-Artillorie-Stück-Hauptmann mit dem Prä- 
dieate: v. Marsfeld. 

Mfgerlt 9. Mühlfeld, S. 221. 

Mareschal. Erbl. - östcrr. Adelsstand. Diplom von 1783 ftlr Jo- 
hann Carl Joseph Mareschal , k. k. Legations-Secretair in der Schweiz. 

Megtrle ». Müklfeld, Krg.-Ud. 371. 

MarescottL Altes , italienisches . aus Bologna stammendes Adels- 
geschlecht, ans welchem 1806 ein Sprosse unter den Titulatur-Officieren 
der k. preuss. Armee als Major aufgeführt wurde. Derselbe lebte noch 
1827 in Bologna. 

Tmomi, Teatro Arald. lul. — N. Pr. A.-L. III. 8. 356. — F^eih, ». Udebur, H. 8. 79 
Mi 1X1. 8. 107. 

Maretieh, Maretlch t. Riv-Alpon. Erbländ.-Österr. Adels- und 
Frdhermstand. Adelsdiplom von 1791 fllr Jacob Maretieh, k. k. Haupt- 
mann bei dem Warasdiner St. Georger Infanterie-Regimente und Frei- 
herrndiplom von 1822 für Ernst Gideon v. Maretieh, k. k. Oberstlieu- 
tenant des General-Quartiernieister-Stabes, mit dem Prädicate : v, Riv- 
Alpon. — In neuer Zeit war Eduard Freih. Maretieh v. Riv-Alpon 
Oberst im k. k. Geniestabc. 

MegerU v. Mühl/eld, Erg.-Bd. s. 77 u. 372. — Militar-Schemat. d. 6»Urr. Kaiserth. 



— 134 — 

Margareten, v. d. Margaritten, v. d. Marthen. Altes, thüringi- 
sches Adelsgesclilccht , welclies namentlich in Mühlhauscn und Erfurt 
blühte. Als Stammvater wird Damian v. M. genannt, welcher 1295 starb 
und drei Söhne, Hermann, Friedrich und Gerlach, hinterliess. Schon 
vorher hatte die Familie die Vorstadt Margarethen von Mühlhausen be- 
sessen und von derselben erblich den Namen angenommen. Im Jahre 
1321 wurde dieselbe Pfandinhaber der mainzisch-sftchsischeu- u. hessi- 
schen gemeinschaftlichen Voigtei zu Mühlhausen, besass das dortige 
Patriciat u. hatte in der St. Nicolai-Kirche ein Erbbegrftbniss. Mit den 
Orafen v. Gleichen kamen die v. d. M. als Hofjunker derselben nach Er- 
furt , wo Hermann v. d. M. 1404 das Bürgerrecht erwarb. Von deü 
zwei Söhnen des Letzteren, Herbord und Hermann d. Jüngeren, stiftete 
Herbord, kaiserl. Rath, die lauenburger Linie , welche in dem einen 
Zweige, der Linie der v. d. Margarethen-Kesselborn, mit Gerlach, kur- 
mainz. Rath und Vitzthum zu Erfurt, welcher 1493 seinen Antheil an 
dem Dorfe Eschenberg an die Grafen v. Gleichen verkauft und durch 
kaiserliches Diplom von 1510 eine Vermehrung des VlTappens mit dem 
Prädicate: v. Lauen- oder Löwenbnrg erhalten hatte, 1510 erlosch, 
während der Hauptzweig dieser Linie erst später, gegen Mitte des 
17. Jahrb., mit Melchior Friedrich v. d. M. , gräfl. schwarzburg. Amt- 
mann zu Arnstadt, ausging. Die andere, von Hermann d. Jüngeren ge- 
gründete, seinen Namen fahrende Linie u. mit ihr das ganze Geschlecht 
starb 22. März 1662 mit Henning v. d. Margarethen, Polizei-Aeltesten 
n obersten Rathsmeister der freien Stadt Erfurt, aus. Letzterer wurde 
mit Schild und Helm in der barfttsser Kirche zu Erfurt begraben. 

Spangtnberg, Buch 7. S. 121. — v. OUieh^mMn, Nr. &5. — Weinrieh, Nachriehteo von 
Brfnrt, 8. 221-23. — r. Hellbach, JI. S. 94. — N. Pr. A.-L. V. 8. SW. — Freih. •. L0d9' 
hur, II. 6. 79. — Siebmacher, V. 299: v. der Marthen und v. d. Margaretan, Erfurt, adeiige 
Patricier. 

Margelik, Freiherren. Erbl&nd.-österr. Freihermstaud. Diplom 
von 1785 für Johann Wenzel v. Margelik, k. k. Hoirath der vereinigten 
Hofcanzlei. 

Megerle 9. Mühlfeld, 8. 69. — Tyrog, 11. Tab. «78. 

Margntti, Ritter u. Edle. Reichs- und erbl.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1733 für Jacob Margutti, k. k. Raitrath und für den Bru- 
der desselben, Anton Margutti, mit dem Prädicate: Edle v. 

Megerle v. Mühl/eld, 8. 180. 

Marhülaen, Marhüls. Altes, westphälisch -rheinisches Adelsge- 
schlecht, dessen Name : v. u. zu Marhülsen u. Wappen in den Wappen- 
büchem des osnabrückschen Domcapitels vorkommt. Hennann v. M. 
wird 1446 und 1466 als Mitglied der münsterschen Ritterschaft aufge- 
ffthrt; Johann v. M. wohnte 1592 als Küchenmeister des Ftkrsten Jo- 
hann Wilhelm von Jülich dem Leichenbegängnisse desselben bei und 
noch um 1737 sass die Famile im Cleveschen diesseits des Rheins sa 
Overberg. 

•^« ^®'*i?f "'**'?? 'o°*>5: ''^- - ^'»<«»'V*r, Mönsteracha Beiträge, 1. ». Abth, 8. ttS ud 
Ut. - FeUine, II. 8. 282. - Fi-tih. r. Ledebur, II. 8. 79 

Mariacher, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom vom 23. Aug. 
1848 für Maria Mariacher, Obern des Instituts der englischen Fräuleins 
zu Roveredo, mit dem Prädicate: Edle v. 

Hudaoluiftl. Notii. 



— 135 — 

lUrifiB de Fremery. Altes, lothringisches Adelsgeschlecht, in 
i der Adel Yom Herzoge Carl v. Lotliringen 10. Jan. 1569 kam. 
Der Stamm hatte fortgebiaht und aas demselben wurde Carl Theodor 
Marien de Fremery (geb. 1791), Hauptmann im k. bayer. 3. Linien- 
bfimterie-Begimeiite, in die Adelsmatrikel des Königr. Bayern einge- 



«. JUMf, Sttpplem. 8. 132. - W.-B. d. Kgr. Bayern. VII. 10. 

Marillac. Altes , ans der Auvergne stammendes Adelsgeschlecht, 
«dcto seit der Mitte deslS. Jahrh. den Grafentitel mit dem Beinamen: 
deSt Jnlien, nach dem Rechte der Erstgeburt, führt. Dem zweiten Sohne 
lieht der Utel: Vicomte zu und den übrigen Söhnen der Adel. — Ein 
Ast des Geschlechts ist im Hcrzogthume Nassau bedienstet. 

m. Etfittr, BUMHiMher Adel, Tab. 13 u. 8. Vi. — Knenchk« , III. S. 312 a. 13. 

Ifarinelli, Marinelli, Edle, auf und zu Mertahoffen , Ritter. 
Baiehsritterstuid. Diplom von 1702 fOr Franz Leopold Marinelli, k. k. 
Ober-Amts-Gegenhändler zu Laibach, mit dem Prädicate: Edler v. Ma- 
rindfi auf und zu Mertzhoffen. 

MtferU 9, Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 176. 

Marinelli, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1801 für 
Otfl Marinelli , Schauspielunternehmer zu Wien in der Vorstadt Leo- 
poMstadt, mit dem Prädicate: Edler v. 

Maringh, de Maringh. Ein in der preuss. Rheinprovinz blühendes 
Adetegeacblecht , welches der Adelsmatrikel der genannten Provinz in 
der Person des Simeon Heinrich de Maringh, laut Eingabe d. d.Schloss 
BQbingen im Reg.-Bez. Trier, 4. Juli 1829, unter Nr. 69 der Classe der 
Edellente einverleibt ist. 

JVtftt. 9. Udebur, U. 6. 79. - W.-B. der PreusM. UheinproT., T. Tab. 79, Nr. 157 and 

e. IS. 

Marinoni. Reichsadelsstand, Diplom von 1727 für Johann Jacob 
Marinoni, Professor der Mathematik und Director der Militair- 
Acadende. 

m^fle #. Mük\ftld, 8. 236. 

Maiiseliler Edle y. Rotterheim. Galizischer Adelsstand. Diplom 
Ton 1791 für Franz Marischier, k. k. Landrechts-Secretair zu Ternow, 
■dt dem Prädicate: Edler v. Rotterheim. 

jr<^f«rl« 9. M&kifäld, Srg..Bd. 8 372. 

I Marie, T. d. Mark, Grafen (Schild der Länge nach getheilt: rechts 

in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, preussischer 
Adler mit Krone und Eleestengel und links in Blau der pfahlweise auf- 
geteilte brandenburgische Kur-Zepter). Grafenstand des Königr. Preus- 
Mi. Diplom vom 25. Jan. 1786 für die von dem nachmaligen Könige 
Friedrich Wilhelm H. von Preussen mit Friederike Ritz, geborener 
Encke (1794 zur Gräfin v. Lichtenau erhoben) erzeugten Kinder : Frie- 
drich Wilhelm Moritz Alexander und Mariane Dieterike, mit dem Na- 
men: Graf und Grf. v. d. Mark. GrafFriedrich Wilhelm Moritz Alexan- 
der, geb. 1779, starb schon 1787 und Grf. Mariane Dieteterike, geb. 



— 136 — 

1770, vermählte sich zuerst 1797 mit Friedrich Erbgrafen m Stolberg- 
Stolberg (gest. 1805), wurde aber geschieden und war in zweiter Ehe 
mit einem Herrn v. Miaskowski u. in dritter mit einem Herrn de Thiery 
in Paris vennählt. Aus der zweiten Ehe stammte ein Sohn : Carl Adolph 
V. Miaskowski, gest. 1838, Herr auf Yollenschier bei Stendal, die Nach- 
kommen aus der dritten Ehe aber föhren den Namen : Thiery de la 
Marck. 

N. Pr. A.-L. V. 8. iU. - Freih. p. Lrd^hur . II. 8. SO a. lU. 8. 307. — W.-B. der Pr 
Monnrch., I. 69. 

Mark, v. der Marck, Grafen (Schild geviert: 1 u. 4 in Gold ein 
aus drei rothen und silbernen Schach-Reihen bestehender Querbalken : 
gräfliches Haus Marck und 2 und 3 in ßlau ein aufgerichteter, silberner 
Leopard : Grafschalt Schieiden). Altes, zu den ehemaligen Reichsgra- 
fen-Collegium der wetterauischen Bank gehörendes Geschlecht , welches 
von den alten Grafen y. Altena hergeleitet wurde. Als der bekannte äl- 
teste Stammvater wird Adolph 1. genannt, dessen Nachkomme in 
der sechsten Generation, Engelbert., zuerst den Namenjv. d. Marck nach 
der, von seinem Vater, Adolph IV.. gekauften Grafschaft dieses Namens 
annahm. Der gleichnamige Enkel Engelberts , welcher von seiner Ge- 
mahlin Mechtildis, Erbin der Herrschaft Aremberg, diese Herrschaft 
bekommen hatte, hinterliess zwei Söhne. Adolph n. Eberhard I., welche 
die Stifter zweier Linien, der Märkischen u. der Arembergischen wurden. 
Aus der ersten Linie gingen die Herzöge von Jülich , Berg und Cleve 
hervor, welche 1609 wieder erloschen. Die arembergische Linie schied 
sich durch die drei Söhne des Johann v. Aremberg — Enkel Eber- 
hards I. — : Eberhard H., Robert H. u. Wilhelm, in drei Neben- Aeste, 
den Arembergischen, Sedanischen und Lumainischen. Der Arembergi- 
sche Ast starb im Mannsstamme mit Eberhards II. Nachkommen : Ro- 
bert in. , aus und die Grafschaft Aremberg kam an die Schwester des- 
selben, Margaretha, Gemahlin des Johann Grafen v. Ligne, Herrn zu 
Barbason. — Der Gründer des sedanischcs Asts, Robert ü., — zweiter 
Sohn Johanns — wurde zugleich Herzog zu Bouillon. Von den Nach- 
kommen desselben starb Heinrich Robert 1652, nachdem er den älte- 
sten Sohn seiner Tochter, Luise, verm. mit Maximilian Eschallard Mar- 
quis de la BouUaye, Heinrich Robert, an Kindesstatt angenommen und 
zum Erben eingesetzt hatte, worauf derselbe den väterlichen Namen 
mit dem marckischen vertauschte. Derselbe blieb 1675 bei Gontzer- 
brfick und hinterliess seinem Bruder und dessen Nachkommen die 
Nachfolge in seinen Besitzungen, welche später aus dem Reichsverbande 
kamen. — Der Stifter des lumainischen Astes, Wflhelm, erhielt wegen 
Grausamkeit, den Namen : le Sanglier d'Ardennes und iiel 1485 dem 
Spruche des Rechts. Von demselben stammte in der 5. Generation 
Franz Anton, welcher, verm. mit einer Grf. v. Wallcnrod, 1680 staSrb 
und zwei Söhne hinterliess, Ludwig Peter und Julius August. Ersterer, 
geb. 1674, verliess den geistlichen Stamm, vermählte sich und hatte 
einen einzigen Sohn, Ludwig Engelbert, gest. 6. Octob. 1773, k. franz. 
Obersten, welcher vermählt in zweiter kinderloser Ehe mit Maria Anna 
Franzisca , Tochter des Adrian Moritz Herzogs v. NoaiDes , Marschalls 



f 



— 137 — 

von Frankreich, venn. 1744, den Mannsstamm seines alten Geschlechts 
Bchloss. Ans der ersten Ehe desselben mit Ilyacintha Maria Anna Grf. 
▼. Bienassis entspross Grf. Luise Margarcthe, geb. 1730, welche sich 
1748 mit Carl Herzog v. Aremberg. gest. 1778, vermählte u. die vÄ- 
terlichen Besitzungen erbte. 

/mAo/, Lih. IX., o. 55. -- Durrlilaiicht. W«-It, Aung. von 1710, Tl. 8. 681-87. - Hübner, 
n Tab. 435 u. 43S-40. — Oauhg. I. 8. 1311—13. - Ze,tUr . XIX. 8. 1256—63. — Jacobi, 
IMO. II. 8. 109. - Trier, Wappen Unnst, 8. 572 u. 73 und Tab. 101. 

Markart (im Schilde ein nmder Tischfuss nach alter Art). Altes, 
früher zu dem fuldaischen Lehnshofe geliörendes Adelsgeschlecht, aus 
welchem Hermann und Gozo Markart 1361 lebten. 

Sckannat, 8. 12;). — r. Mediny. 11. S. 359. 

Markgraf. Altes, Itlngst crlosclienes, adeliges Patriciergeschlecht 
der Stadt Erfurt. Dasselbe bosass zu Erfurt einen adeligen Hof, von 
welchem noch jetzt die Markgrafengasse den Namen trftgt. Johann der 
Markgraf wurde am Mittwoch vor Palmamm 1438nebst anderen Edlen 
u. Patriciem mit den Gerichten, Zinsen u. anderen adeligen Herrschafts- 
rechten zu Gisperslcben-Kiliani von dem (Jrafen Adolph v. Gleichen be- 
liehen. Der Abgang des Geschlechts ist nicht bekannt. 

S. Prva^s. A.-L. V. H. 324. 

MarkmfiUer, Edle. Erbl.-ftsterr. Adelsstand. Diplom von 1779 
ftr Joseph Anton Markmüller. Doctor der Medicin u. Leibarzt, wegen 
seiner Spitalsdienstleistnng, mit dem Prädicate : Edler v. 

Magerte v Mihl/eU, 8. 22.S. 

Markowitsch , Ritter v. Regenthal. Steiermärkisches Adelsge- 
schlecht, welches die steierische Landmannschaft 1616 erhielt. 

Sckmut», II. 8. 510. 

Marktmeister. Altes, längst erloschenes, adeliges Patricierge- 
schlecht der Stadt Erfurt, welches den Namen von seinem Amte, dem 
ehemaligen erzbischöflich- niainzisclien Marktmeister- Amte, erhalten 
hatte. — Gottschalk M. — Sohn Eberhardts M. — kaufte 1291 von 
Albert Grafen v. Gleichen die Gerichte, Voigtei und 30 Hufen Landes 
zu Gisperslcben-Kiliani und (iottschalk und Reichmar Marktmeister 
waren 1306RathsmeLster zu Erfurt. 

W. Pr A.-L. V. S. .r^4. 

Marie. Clevesches n. geldemsches Adelsgeschlecht, welches 1720. 
zn Diersfort im Kr. Rees und noch 1782 zu Hagelemgs unter CapeUen 
im Kr. Geldern sass. 

Freiherr v. L^debur , U. 8. 80. 

Manuels. Altes, graubttndtensches Adelsgeschlecht, welches im 
Hochstifte Chur das Erbmarschall -Amt besass. Die Stammreihe des- 
selben beginnt Bucelini mit Andreas M., welcher um 1190 lebte. Die 
Nachkommen des Andreas M. schieden sich ihrem Wappen nach in die 
weissen und schwarzen ^larmels, von welchen die weissen 1596 aus- 
starben. Die schwarzen Manuels blühten noch in das 18, Jahrhundert 
hinein. Nicolaus M. war 1440 Abt zu Pfeffers und Catharina M. 1550 
Aebtissin des Klosters Katz, zu welcher Zeit auch der Bruder derselben, 



— 138 — 



Johann v, "M"., in Graubiindten in grossem Ansehen stand, Johann Ge- 
orge V. M. war 1680 kaiserh Rath und Hauptmann zu Caffels u. gegen 
Ende des 17. Jalirh. machten sich Jacob nnti Rudolph v. M. durch Ge- 
sandtschaften an den k. französ. Hof um ihr Vaterland verdient. 

Bucelini. K, IV. — Gauhtt, i. S. 1.^14. 



Altes ^ französisch es, in die Rhein- 
weiches 1620 zu Rüdingen unweit 



Marnix, Marnix v* Tonlonse, 
lande gekommenes Adehgeschlccht 
Mertzig sass, 

Maren. Erbl. - (istern Adelsstand. Diplom von 17T2 für Anton 
Maron . Maler in Wien , wegen Portraitirung der kaiserlichen Farailiöj 
aus Htich steigen em Antriebe. 

MtgerU v, MüH/Hd. S, n^. 

3faros8y v. Keminy-He^y. Erbl,-österr. Adelsstand. Diplom Ton 
1804 für Georg Marossy, k* k. Ober-Lientenant im Hnsaren-Regimente 
Freih. v. Kienmajer, mit dem Prädicate : v. Keminy-Hegy. 

Marotti, Freiherren. Erbl.*österr. Frei herrn stand. Diplom von 
1770 für Joseph Vincenz v. Marotti aus G()rz. wegen der Verdienste 
seiner Vorältern. 

Marqnard. Reichsadelsstiind. Diplom von 1701 filr D, Gotthard 
Johann Marquard. kaiserl, u. Reicbs-Kanimergericbta Procurator. Der 
Sohn desselben, Georg Friedlich w Marquard, wurde 1711 kur braun - 
schw. lüneburg. Ober- Appellationsrath zu Zelle und 1732 Vice- Präsi- 
dent. — Später ist das Geschlecht erloschen. 

Z#(if^, XfX. 8. J«(14 u. ^S — Freih. 9. d, Knetphrck, 8. 508. 

Marquard (Schild genert : 1 und 4 in Blau der Marcus-Löwe ; 2 
in Roth ein aus einer goldenen Krone hervorspringendes, silbeniea 
Pferd und 3 in Gold ein > einen Stab haltender, schwarzer Bär). Ein 
zu dem adeligen Patriciate der Stadt Ltibeck gehörendes Geschlecht, 
ans welchem Johann v. Marquard, Bürgermeister zu Ltibeck, vom K. 
Leopold I. eine Wappen-Vermehrung erhielt. Derselbe, gest IL Aug. 
1668, war zu seiner Zeit als gelehrter Jurist bekannt und hatte auch 
den venetianischen Marcus-Orden erhalten. Wahrsclieinlich hat die im 
vorstehenden, so wie im nachstehenden Artikel aufgeführte Familie die- 
ses Namens mit dem lübecker Geschlechte in verwandtschaftlicher Ver- 
bindung gestanden, doch sind genaue nähere Nachweise Ober diese Ver- 
bindung, welche auch v. Medhig annimmt, nicht aufzufinden, 

Jöch^r, Comp. Gelehrt 'Lexk. 2 Aufg. l\ S 67 u. 68. — N. Pf. A.-L. III, S. U%. — 
Fr$ih, 9. ledebur, U 8. 80, — 9. M^din^, Tl. S. 3ii(>, 

Marqnardt, Marqnart (in Roth ein, aus einer goldenen Krone 
hervorwachsendes , silhenies Pferd), Scblesischea u. böhmisches Adels- 
geschlecht, welches im Neisse'schen und Strigauischen beglitert war und 
noch 1700 einen Antheil von Preilsdorf unweit Siriegan besass. Spä- 
ter blühte noch eine Linie in Böhmen» 

aimapiui, L 8. 638 u. U. Q. mi, - N. Fr. A.-L. DI. 6. 3&e, - Freih, v. Ltdäbur, U. 
B, SO. - Sitbmach^t 1. M : Di« Mu-qtmri, 8ebJe«lJcti. — f, M§d^, 11* B, MO, 




— ISO 



Marqnart, Marqnard (im SchiMe ein abgekürztes Pferd). Altes, 
n dem in Ostpreusscn ansässigen Adel geh^Jrendes Geschleckt, welches^ 
sehofi 1540 zu Rosenberg unweit Heiligenlieil nnd KiOT «u Kosacken 
und Blandow bei Goldapp sass, spflter mehrere andere (tfiter an sich 
brachte und noch in neuester Zeit ;!u Wölken (alter Besitz) im Kreise 
Braunsberg und zu Potritten im Kr. Rössel gesessen war» 

Marqnet, Edle. Erhlflnd.-Österr. Adelsstand. Biplom von 1794 
filr Joseph Marquet, k. k. nnherni.il -Secretair in Grätz, mit dem Prä- 
dicaie: Edler v. — Der Stamm wnrdi- fortgesetzt. In neuester Zeit war 
Joseph Edler v. Mar<[uet U. k, Hittm. n. Äuditeur L V\., Franz Edler 
T. M., k. k. Feldkriej.fs-Conimissariats-Adjunct L Ol. und Franz Edler 
T< M. k. k, Gensdarm ene-Rittmeister. 

Marschal-Perelat, Freiherren. Erbl.-österr. Freiherrnstand. Di- 
plom von 1819 für Pctcr v. Marschal - Perelat. k. k. Feldmarsdmll-U- 
eotenant. 

MtifftU r MühlffM, BrK -ßft H, 77. 

Marscbalck, auch Freiherren (in Silher drei aus dem Schildes- 
fasse neben einander aufsteigende, hlaue Spitzen). Freiherrnstand des 
Kgr. Schweden. Diplom vom 11. Nov. 1711 fflr Carl Gustav v, Mar- 
Jck, k. schwed, General-Lieutenant u. zwar wegen ruhmvoller Theil- 
ne an einem Gefechte bei Lissa in Polen. —Altes, urkundlich schon 
f42, 1169 und 119(1 vorkommendes Adelsgeschlecht, welches im Her- 
zogthome Bremen seit 1186 mit dem Erhmarschall-Amtc beliehen istuJ 
TO» diesem Erb-Amtc far den ursprünglichen Namen : v. Bachtenhrook, ( 
t, S. 142, den Namen : v. MarscliaSck angenommen hat. Dasselbe erwarb 
im Bremenschen die GtUer Bockel , Ritterhude . LaumQhlen , OvelgÖnne, 
Klint^ Nindorf, Hutloh. Geesthof u. Aschhorn und gehört im Kgr. Han- 
Dover durch diese Besitzungen zu dem rittersehaftlichen Adel der Bre- 
menseben Landschaft, — Voq den Sprossen des Geschlechts traten 
Mehrere in k. hamiov. Staats- u. Militairdlenste. In neuer Zeit wurden 
genannt: Freih. Carl auf Geesthof bei Stade, k. hannov. Oberst a. D., 
Frcih. Otto Alexander, k. hannov. Landdrost zu Osnabrflck, Freiherr 
Carl Detlev, k. hannov. Lauddrost zu Aurich in Ostfriesland u. A. u. in 
oeiiefiter Zeit werden noch aufgei'ahrt: Freiherr Carl Detlev, Herr auf 
Ascbhom und Bockel in der Provinz Bremen , k. hannov. Landdrost in 
Pension , venu, mit Uildtir Freün v* Wedel -Jarlsherg , aus welcher Ehe 
eine Tochter stammt: Freiin Ingeborg, geb. 1845 u, verm. 1863 mit 
Emil Freih. v. Hammerstern-Gesmold, k. hannov. Rittm, im General- 
stabe; Freiherr Gustav, k. hannov. Lieutenant im Garde -Regimeute, 
Sohn des verstorbenen k. hannov. Generallieutenants Gustav Freiherr 
V. Marschalck. Herrn auf Hutloh u. Freih. Carl Otto Theodor, Herrauf 
Klint im Amte Himmelpforten, K. hannov. Lieutenant a. D, 

MuMhard, S, 3;«« u. H9. - Pft'fßngtr ^ Tl. fl. 913 und H. - L^ihnis, flS. RR- BTimiTlc. 
O, «. tK*, — flBkUr, EfbUndhufSmier, «. Tu und 7(. — Freih, e. AVoAn*. II. 8. 3S4 M. 34. 
^ PnfJ*. Alt, u, W<'UM i, d. H. Bremen. IX «. 135 m, 9*i* — Schmidt, Reltr, «ur (3#f<*h. d. 
Ad«li, t. S 170 u. 7t u, l\. Ä, 3:iS, — Freif, w. d. A'n*if*^c*. 8. W4, - G#n«»»t. T»»fheab. 
4. h*ih. HÄusiT. ISiUV, S. 418 ui»d l«ß4. fl. ."i2l ii »3. - Sifbmachtr, L t&4: Die M»rich«)ok, 
Bftoflscbwr 1(^1 seh. - «. Mtdinij. I. 8. 3Gö iiad «1. — W.^B. d«« Könlgr, HaiinoT. B. * und 
«. 10. - W,-B, d. Sli-h*. 8tB*teiK UI. 83. - Kmtichkt, I. H. 2n und 9». *- t, Hi/iifTt b«»- 
mw, A4«l, Till. 92, 




— 140 — 

Mar^clialelc , Rittets Erblilnd. -Asterr. Rilterstand. Diplom von 
1R05 für .Tosoph Nardss Mai'scbalek, Domdecliaiiten des wiscbcradcr 
Donicapitcls. 

Maf^challf Edle. ErblämL-östeiT. Adelsstmid. Diplom von 1750 
'für Jobäim Josei>b Marschall. Doctor der Medicin zq Raab, mit dem 
tprädicate : Edler v. 

Marscliall, Mafschull v. Cblotbodcn-icb (in Silber ein bfaues An- 
drefiskrciiz, begleitet nnit'ii und /u heidiii SeitLii von t-incm griluem 
Blatte)- Im Kgr. Preussen anerkainiter Adels^^iaiul. Anerkeniuiii^di- 
]dom dos der Farn ilit zusteb enden, alten Adels vom 1(>. Dec. 1717 fiir 
Sainuol \\ Marseboll . uadHiialigeii k. preuss. Geb. Stajitsniinister. — 
Die aus Schutt bind stanmiende Faiidlie wurde im Brandenbiirgischeii u. 
zwar in den beiden l>arnimsehen Kreisen angesessen, sr> wie auch in 
Pommern im Kr. Randow liegüterL Im Rraiuleiiburfiiscbea sass die- 
selbe injch IH17 zu Alt-Pvantt, Rergtlial , Biesdorf, Ili^ideniUble, IIop- 
pengarteii, Kiekeraahl, Lüdersdnrf, Mtnn^hebofe^ Rabnsdorf u, Tasdorf, 
so wie 1832 ;^ti Dahlewitz und 1830 noch zu Alt* Ranft und in Pom- 
mern waren 1803 die Gtiter Damizow, Keesnw u. ScbÖnftdd in der Hand 

[ de& Ge?5chlecbts. — In neuer Zeit hat Raaer die Familie in sciucm 

^ Adressbuche nicht laebr aufgeführt. 

N. IV A.-L. V, N 3'J» u, ib. — Frfthfrr t. LfiUbur . U. 8. 81 u. 8J. - W -B. der Pr- 

Marschall- Alt^ngottern, Marschall v, GdtniauMhani^eu ^ auch 

Freiherren (in Silber zwei mit den Spitzen anfreibt neben einanderge- 
stellte , rotbe Pferdeseheeren). Im Könij^T. Bayorn anerkannter, in die 
Freiherrenclasse der Adelsmatrikel unter Nr. ItliM ringetragenor Frei- 
herrnstaud. Anerkenn iingsdiploui vom 17, März 18:^4, auf Grand der 
Vorlage glaabwürdig^T Urkunden, för Adam FriLHlricli Franz Freiberm 
Marschall v. Altcjtguttern zu Neustadt um Oilm , Besitzer des Rittergu- 
tes Uesselbach im Laiulgerichte Kronach in Ober-Franken und k. bayer. 
Forstmeister. — Eins der Ühesten und angesehensten thüringischen 
Adelsgcscblechter, welches schon seit 113t) mit den jetzigen Grafen v, 
Marschall auf Burgholzhausen, mit welchen] die Familie eines Ursprungs 
und Wappens ist, clie Krbmarschall -Würde in der Landgrafsehaft Thü- 
ringen, welche der jeweilige Gcschlechts-Aelteate vertritt, besitzt (Lchen- 
brief des Kurfürsten Johann George zu Sachsen von 1656). — Als 
Stammvater beider Linien wir^l Rmlnlph Marschall auf Burgholzhausen, 
Ritter, welcher um 1436 lebte, genannt. Von den Nachkommen des- 
Hclben erhielt Rudolph Levin , kursäclis. Kaminerherr n. Erbmarsciiall 
in Tbiiringen. 1632 durch Vermahlung mit Anna Gertrud v. Hagen — 
Erbtochter des Georg v. Hagen , Herrn auf Altengottern bei Langen- 
salza und auf Strausfurt. bei Weisseusee , des Letzten seiner Linie — 
die ebengenannten Gtiter und nahm von dem Ersteren den Beinamen: 
Altongottern an. — Nach den meisten thünngiscken ('broinsten leitet das 
Gcschleeht der Ei'marschäUe in Tbüringen seinen Namen von dem Offi- 
cium palatinnm her, weichea dasselbe gegen Ende des 12. Jalirh. unter 



I 




— 141 — 

den Lfandgrafcn za bekleiden aiifing. Der nrsprüngliche Nomo war wobl : 
MarscbilUe t. Ebersberg . uacb einem Scblosse am Harze , welcbcs zu 
der gleicbnaroigen Grafscbaft gcbr)rte. Schon im 13. Jabrh. Yci'scbwin- 
det der Name : v. £l)ersberg und während man in dieser Zeit noch zu- 
weilen urkundlich findet: „Heinrich, Marschalk y. £bersborg*^ oder 
.«Heinrieb v. Ebersberg« Marschalk'' wurde nun die in dem letzteren 
Namen ausgedrückte Würde zum alleinigen Geschicchtsnamcn , und so 
treten denn in alten Briefen Namen, wie Heinrich, Rudolph, Albert, die 
Marschillle, auf. — Der ganze Stamm scliied sich im 14. Jahrb. in zwei 
Hauptlinien , in die ältere zu Herren Gosserstfldt und die jüngere zu 
Burgholzhausen, oder Hol/hausen, welche sich schon seit Jahrhundeii;en 
wieder getrennt haben. Die genannten beiden Sitze liegen im Kreise 
Eckartsberga. doch steht Herrengossorstaodt nicht mehr dem Geschlechte 
zu, sondern gehOrt der Familie v. Münchhausen. — Die einzelnen Spe- 
ciallinien nahmen die Namen ihrer Güter an. — Die Linie zuAltengot- 
tem ging aus der herrengosserstüdtschen Hauptlinie, zu welcher nament- 
lich auch die Marschälle v. Gotmansliaasen(Guthmann8hausen), s. unten, 
gehörten, hervor und die wichtigsten genealogischen YerhUltnissc der- 
selben sind folgende : Wolf, M. auf Herrengosserstädt, Bitter, war gegen 
die Mitte des 16. Jahrb. des Kurfürsten Moritz zu Sachsen Landrath u. 
Hofrittmeister. Der Sohn desselben, Rudolph, starb als des K. Ru- 
dolph II. Kriegsrath und Oberst über ein deutsches Regiment zu Ross n. 
hinterliess zwei Söhne: Wolf und Ludwig Fernst. Der filtere, Wolf auf 
Herrengosserstädt etc., war kursächs. Oberst zu Boas undHauptman der 
Aeniter Langensalza und Weissensee, der jüngere aber, Ludwig Ernst, 
wurde StattbalttT der gefürsteten Grafschaft Henneberg, brachte Schwarz- 
bach und Brattendorf an sein Haus und wurde Stifter einer herrengos- 
serstädter Speeiallinie. welche 1770 mit dem h. sach8.-liildburgh. Geh.- 
Ratlio u. Landschafts-Director Christian Friedrich v. M. ausstarb. Von 
Wolf V. M. stammte der obengenannte Rudolph liCvin, welcher Herr 
auf Altengottern wurde. Der älteste Sohn desselben, Wolf .\dolph, 
wurde durch Vermählung mit der Erbtochter (Jeorg Adams v. Brand, 
Stifter der Speciallinie zu Brand und Ilesselbach im Voigtlande , war 
Ritterhauptmann im Fürstenthnme Bayreuth und seine Nachkommen 
nahmen als Besitzer reiehsritterschaftlicher Güter den Freiherrntitel an, 
ein anderer Sohn des Rudolph Levin aber, Levin Adolph auf Altengot- 
tem und Schönstedt, stiftete sehr ansehnliche Stipendien für arme Stu- 
dirende auf der Universität Wittenberg. — Später, 1758, starb Frie- 
drich August V. M. a. d. H. Altengottern als Gouverneur auf der Insel 
Ceylon u. August Ludwig Ernst v, M., geb. 1759, aus einer schon seit 
Jahrhunderten von der herrengosserstädter abgezweigten u. mit Dann- 
heim im Schwarzburgischen angesessen gewesenen, später aber in Kur- 
hessen begüterten Linie , war kurhess. General - Lieutenant und Oom- 
mandant von Cassel. — Der freiherrl. Stamm blühte fort und aus dem 
neuesten Personalbestande der Familie sei folgendes hier angeführt: 
Haupt des freiherrl. Hauses ist: Freih. Julius August, geb. 1799, kön. 
preuss. Kammerh., Herr auf Altengottern I. u. 11. im Kr. Langensalza, 
nächster Anwärter zu dem Erbmarschall -Amte in Thüringen, vermfibli 



— 143 — 



"^ ^ QAseL Altos, schweizerisches Adelsgesehlecht^ ^iü 
öasel die Marschall würde bekleidete und nach dieser 
. Dasselbe war dues StHnimes u. Wappens mit dem 
iCittergcschlecUte: v, MarschaO, genannt Spendre. 

ill \', Biberbach und KaehlenthaJ iim Schilde drei Biber 

mii ausstehendem Zahn). Altes, scliwiibisches, aus dem 

StJunTiie der Marschälle v. Calatin ijiitsprossenes Rit- 

' Herrs^-haft Biberbach in Schwaben hatte in früher 

1, als aber dieser Stamm im 13. Jahrh. erlosch, kam 

r .Uurschälle v. Calatin, to» welchen eine Linie den Na- 

f>acli aiiuahm. Eine Staininreihe dersdben giebt Bucelini. 

I. 8, UM u. 1A. 

M ^ ßiebei-«tein, Marschall v* Biberstefn, aacb Prei1ier> 

Mi und mit einem engen, rotlicn Gitter überzogen). Im 
iiime Baden und im Herzogtimme Nassau anerkanuter 
!il. — Eins der ältesten nnd angesehensten meissenschen 
liter, welches bei den alten Markgrafen von Meissen das 
Amt bekleidete u. den Beinamen von dem zwischen Frä- 
ri\, unweit Nosseu liegenden Sclilosae u. Dorfe Biebersteia 
I Unnricb Marschall wohnte nach Weck 1198 einem mark- 
' nschen Landtage auf dem ColmbeTge bei Osclmtz bei m 
ki^iti in einem Kaufbriefe des Abta zü Alteo- Zelle urkundlich auf, 
r&cheiut in einem Briefe des eben genannten Klosters Anselm 
(hall zu Justrin 1223 als Zeuge, s. Schlegel, Tr, de Cell, vet, 
46. — Gegen Ende des 13. Jabrh. und im 14, Jahrb. lebte 
[ie in Freiberg und sass im Rathsstnhle. Conrad Marscball 
flttÄcb D. Möller, Theatrum Freyb. S. 345 und 362, 1294 Ratbs- 
^UimI 1312 Bürgermeister zu Freiberg u. Nicol Marschall, ebenfalb 
lierr zu Freiberg, wurde 1368 mit seinen drei älteren Brüdern, 
ch, Reinhard und Friedrich M., von dem Markgrafen Wilhelm tu 
i mit dem Ritterguts Mockritz bei Dresden belehnt, sass anlanga 
em Gute, brachte dann aber das Schloss Bieber stein an sich XL 
1 sich nach demselben. — Die fortlaufende Stammreihe wird, nach 
diplomatica, mit Heinrich Marschall v. nnd zu Bieberstein ange- 
le nvelcher um 1498 lobte. Der Sohn desselben, Nicol, oder nach 
Hans, Herr auf Hermsdorf und DoschOtz, nahm Atma Luther, 
des Paul Luther und Enkelin des D. Martin Luther, zur Haua- 
tid war der letzte Besitzer des Schlosses Bieberstein ^ welchefi zu- 
die V. Schönberg und in neuer Zeit an die v. Schroeter kam, 
^Kicols Sohne, Georg auf Otzdorf, Hayda u. Ebersbach, Hofmeister 
)]\ Anna zu Sachsen, stammte Htob, Herr auf Kohren. k. 
in und von diesem Alexander, Herr auf Hermsdorf, Kobren 

Maltitz, kursüohs. Ober - Steuereinnehmer , welcher 1668, sieben 
ohne: Johann Wilhelm, Alexander Hanbold auf Reissen, Julius Hein- 
cb» Leonhard, Hans Dietrich, Moritz Dumme auf Hermsdorf, Kobels- 
' etc. a, Georg Hiob auf Hedersleben, hinterlassend, starb. Näheret 



! 



1 



144 — 



•flber diese sieben Sahne und ihre Naclikoninjensdiaft, von welcher noch 
in neuester Zeit Sprossen im Kgr. Sachsen lebten, geben Yaleiitin Kö- 
nig urul Gaulle an und es sei hier nur crwilhnt, düss ein Si>hn des Mo- 
ritü Damrae; Johann August M. w B, , gest. 1736, k* pr. Geh. Etats- 
Minister und Ober-IIerolds-Präsideiit etc. wurde. — Von Heinrieh M. 
' V. imd zu Bieberstein, s. oheni sfciinimte in der siebenten Generation 
Otto Julius» welclier sich im Anf;nige des 18. Jahrb. nach Schwaben 
wandte, bei dem Herzoge Eherluird Ludwig zu Wiirtteinherg Militair- 
dienste nahm und i7l>0 als Oborstliontenant und Connnondant zu Ho- 
henasperg starb. Aus seiner Ehe mit Luise v. Canjpoy enlspross ein 
Sühn, Conrad Otto Christoph, welcher zuerst bis 1767 in h. warttemb. 
Mihtiiir- später aber in flirstl. öttiugen -wallersteinselien Hofdiensten 
stand und 1774 als Ober-Aintiuatm zu AOersheirn starb. Derselbe hatte 
aus der Ehe mit Theresc v. Wolif niulirere Kindrr und namentlich drei 
Söhne: Carl Wilhelm^ Friedrich August und Ernst Franz Ludwig. Carl 
Wilhelm, geb. 17G4, trat 17^*2 in die Uienste dis Markgrafen Carl 
Friedrich von Baden, wurde 18(»0 rrlisident des nofraths-Collej^ium, 
1806 w. Geh. Ratli und 1^09 Minister des Innern, Von 1811 bis 1817 
war er Gesandter am k. wlirlteml), Hofe, wurde dann in drus badiscbe 
Staatsmiiästeriuui zmUckgerufen und starb 1817. Von ihm, verm. mit 
Wiüielmiiie v. Keck^ stammt die jetzt in Baden ansässige Linie ab. — 
Friedrich August wandte sieh nach Russhnd und starb 182(> zu Char- 
kow als k. russ* Staatsrath. Derselbe wurde durch Beschreibung der 
Länder zwischen den Flüssen Terek und Kuma am caspischen Meere, 
so wie durch sein Werk : Flora taurico - caucasica . in weiteren Kreisen 
bekannt. — Ernst Franz Ludwig, geb. 1770, und gest. 1834, vermählt 
mit Caroline Freiin v. Veitheim -Destedt, gest. 1840, stieg im h. nas 
sauischen Staatsdienste zum dirigirenden Staiitsminister und erhielt vom 
Herzoge Wilhelm für seine, ilem Ilerzngthume Nas^iau m erspriessliehen, 
treuen und sorgsamen Dienste das tJut llaknstfklten an der Lahn, wel- 
ches als Majorat in der Familie forterbt. — Der freiherrliche Stamm 
bltlht jetzt in zwei Linien, in der Linie im Grossh. Baden und in der 
Linie im Herzogthume Nassau. Haupt der hadenschen Linie ist : Freih. 
August, geb. 1804 — Sobn des obengenannten Freilierrn Carl Wilhelm 
— Gruiidlierr zu Nt-uenihaustMi, grossh. bad. w. Oeh.-Rath u. Priisident 
des Ober- Hofgerichts zu Mannheim, venu, in erster Ehe 1839 mit Ida 
Freiin v. Falkenstein, gest. 1857 und in zweiter iBfiO mit Adelheid 
Freiin v. Falkenstein, geh, 1814. Schwester der ersten Gemahlin. Aus 
der ersten Ehe stammen zwei S<ihne: Freih. Otto, gt-b. 1841, grossh. 
bad. Dragoner-Lieut. u. Freih. Adolph IL. geh, 1842. Diebeiden Brü- 
der des Frciherm August sind die Freiherren Adolph L u. CarL Freih. 
Adolph L, geb. 1806, grossh. badenseher Staatsrath. a. o. Gesandter u. 
bevollm. Mimster an den konigL Höfen zu Berlin, Hannover u, Dresden, 
vermählte sich 1846 mit Marie Freiin MarBehall v. Biebei-stein, nassau- 
ischer Linie, geb. 1819, aus welcher Ehe eine Tochter, Panline, geb. 
1849 und zwei Söhne, Adolph, geb. 1848 uml Ernst, geb. 1850, stam- 
men. — Freiherr Cari, geh, 1810, grossh. bad. Haui>tmann k la suite, 
fermühlte sich 1855 mit Elisabeth Weslphal, geb. 18^2, aus welcher 



i 
* 




— 146 — 

B, neben einer Tochter, Au^ste, geb. 1859, zwei Söhne cntsprossten: 
Iffilhelm, geb. 1856 and Carl, geb. 1862. — Haupt der zweiten Linie, 
der Linie im Herzogthame Nassau, ist: Freih. Friedrich, geb. 1806 — 
iltester Sohn des oben angeführten Freih. Ernst Franz Ludwig , Herrn 
auf Hanstädten, herz, nassau. Kammerherm, verm. 1 834 mit Marie Freiin 
T. Dungem, gest. 1858, ans welcher Ehe drei Töchter, Bertha, Luise u. 
Muy und drei Söhne leben, die Freiherren: Ernst, geb. 1837, k. pr. 
Lieat., Rndolph , geb. 1840 , ebenfalls k. preuss. Lieutenant u. August, 
geb. 1842, h. nass. Jager-Lieutenant. — Die beiden Brüder des Frei- 
herm Friedrich sind, neben fQnf Schwestern : Adolphine verw. Freifrau 
T. Rettberg, Luise venu. Freifrau v.Wintzingerode, Auguste verw.Frei- 
fraa ▼. u. zu Gilsa, Dorothea verw. Freifrau v. Dungern u. Marie verm. 
Freifran Marschall v. Bieberstein, Freih. Otto, geb. 1813, k. k. Major 
in d. A. und Freih. Wilhelm, geb. 1822, Gutsbesitzer in Texas. — 
Stamm - u. Namensvettern des Geschlechts wurden übrigens in Schle- 
sieD, im Brandenburgischen, in Württemberg, Pommern u. Ostpreussen 
begütert und kommen noch jetzt in verschiedenen Gegenden Deutsch- 
lands vor. 

Mnmutk, 8. 5S1. — Sinapiut, I. 8. 689: mit dem UDriehtigen Namon M. v. Bt*rbisdorff u- 
n. 8. MM. — Fol. KSnfg, II. 8. 674—302. - Gauhe, 1. S. 131"— 21. - Freiherr e. Krohne, 
L t. S. SM-S5 n. 442—44. — N. Geneal. Handbuch. 1777. 8. 300 a. 1778. 8. 347. — r. Uech- 
trUs, diplom. Naehr., V. 8. 110-15: Rachr aus merieb. Kirobenb&rherii. — N. Pr. A.-L. UI. 
•. 859 n. eo. - Freiherr v. Ledebur , U. 6. Hl. — OeneaJ. Tat«henb. d. freih. Häuser, 1855. 
8. sn-474. 1866. 8. 43S u. 1861. 8. 522 u. 23. — Siebmacker, I. 155: Dl« Marschalk v. Bi- 
Wntcin, Meiainitch. — Spentr, Theor. Insign., 8. 194. not. d — Halberitldtacher Htiftsna- 
Itader. — v. Mtding, I. 6. 362 u. 63. — Pomm. W.-B. III. Tab. SS. — v. Htfner, naaaau. 
Md. Tab. 8. n. 8. 8. 

Marschall auf Bnrgholahansen, Grafen (Stammwappen : in Silber 
iwei, mit den Spitzen gerade in die Höhe gekehrte, rothe Stall- oder 
Pferde-, nach Anderen, auch nach Sicbmachers-Declaration, Tuch-Schee- 
ren). Reichsgrafenstand. Diplom vom 15. Juli 1760 für Ernst Die- 
trich V. Marschall, aus dem alten Geschlechte der Erbmarschälle in Thü- 
ringen, k. k. Feldmarschall, zur Belohnung für die glänzende Yertheidi- 
gong der Festung Ollmütz im Jahre 1758 gegen das vom Könige 
Friedrich ü. von Preusscn in Person commandirte Belagerungs- Corps. 
— Altes, die jüngere Linie des berühmten Stammes der Erbmarschälle 
von Thüringen, s. den Artikel: Marschall -Altengottern, bildendes Ge- 
schlecht, welches als Linie auf Burgholzhausen mit der älteren Linie zu 
Herrengosserstedt gemeinschaftlich an den Erbmarschallamte die ge- 
sammte Hand - und Mitbelehnschafb hat. — Von Heinrich Marschall 
V. Ebersberg, s. den Artikel: Marschall-Altengottern, S. 140, stammte 
im 9. Gliede und zwar in den letzten fünf Gliedern durch Rudolph I., 
Wolff, Rudolph H., Ludwig Ernst und Johann Georg M.: Georg M., 
welcher zuerst als Herr auf Burgholzhausen , welche Besitzung der Fa- 
milie bereits um 1321 zugestanden hatte, in den Ahnentafeln des Ge- 
scblechts aufgeführt wird. Georges Sohn, Wolf Dietrich Marschall auf 
Bnrgholzhausen, gest. 1675, war Mitglied des Palmenordens oder der 
firachtbringenden Gesellschaft und von dem Sohne desselben, Georg Cas- 
par, entspross der obengenannte Graf Ernst Dietrich, dessen Nachkom- 
menschaft dauernd fortgeblüht hat. — Die absteigende Stammreihe der 
jetzigen Grafen v. Marschall auf Burgholzhausen ist folgende; Georg 

Mmnekkt, Deatteh. AddaLex. VI. 10 



-• 146 — 

Caspar v. M. auf B., geb. 1653 und gest. 1694, — Sohn Wolf Die- 
triclis aus zweiter Ehe mit Amalie v. Goldacker — Erbmarschall in 
Thüringen: Elisabeth Friederike v. Werthern - Beichlingen , geb. 1662 
und gest. 1739; — Graf Ernst Dietrich, geb. 1692 und gest. 1771, 
Herr auf Prausche etc., k. k. w. Geh. Rath und Generalfeldmarschall: 
Henriette Sophie v. Schönberg-Purschenstein, geb. 1719 u. gest. 1779; 
— Gr. Friedrich Ernst, geb. 1748 und gest. 1832, Herr auf Burgholz- 
hausen, Tromsdorf u. Rattwitz, Erbmarschall in Thüringen und k.k.w. 
Kämm.: Elisabeth Freiin v, Reischach, geb. 1766 und verm. 1798; — 
Graf August, geb. 1804, Mitbesitzer der Mannlehen -Rittergüter Burg- 
holzhausen und Tromsdorf in der prenss. Prov. Sachsen , k. k. Kämm, 
und Archivsvorstand derk. k. geologischen Reichs-Anstalt, verm. 1838 
mit Bertha Freiin Henrichs zu Wolffswarffen, geb. 1819, aus welcher 
Ehe, neben einer Tochter, Grf. Albertine, geb. 1846, ein Sohn lebt: 
Gr. Friedrich, geb. 1842, k. k. Uhlanen-Lieutenant. — Von dem 1824 
verstorbenen Grafen August Dietrich — Bruder des Grafen Friedrich 
Ernst, 8. oben — stammt aus der Ehe mit Hortensie Freiin Waldner v. 
Freundstein, gest. 1800, ein Sohn: Graf Theodor. Derselbe, geb.1791, 
Mitbesitzer der Mannlehen-Rittergüter Burgholzhausen und Tromsdorf, 
k. preuss. Erbmarschall in Thüringen, k. sächs. Kamraerh. und Ober- 
Forstmeister in Dresden, vermählte sich 1825 mit Amalie, des k. pr. 
Kammerherrn Joseph Charles Mellish Esq. , vorm. k. grossbritann. Ge- 
schäftsträgers und General-Consuls bei dem niedersächs. Kreise, Toch- 
ter, aus welcher Ehe ein Sohn entspross: Graf Maximilian , geb. 1830, 
k. k. Rittmeister. Letzterer hat aus der Ehe mit Anna Freiin v. Wid- 
mann, geb. 1837 und verm. 1855, zwei Söhne: Maximilian, geb. 1856 
u. Anton, geb. 1857. 

KnautK 8. 531. — Qauke, T. 8. 1317 und 18. - Zedier , XIX. 8. 1749. — Jacobi, 1800. 
U. 8. 278. — N.Pr. A.-L. lU. S. 357 und 58. — Deutsche Grafenh. d. Qegenvr. II. 8. 89 u. 
90. — Oeneal. Taschenb. d. gr&llicb. Hioser, 1864. 8. 527 und 28 u. histor. Handb. tu Den- 
nelben, 8. 567. — v. Mtding. I. 8. 365 u. 866. — Suppl. sa Siebm. W.-B. X. 2. — Tyrofy U. 
196. - W.B. d. Sieht. 8Uat. III. 2. 

Marschall v. Calatin, s. Marschall v. Pappenheim u. Pap- 
penheim, Grafen. 

Marschall y. Cronenberg, s. Marschall v. Bachtenbruch, 
S. 142. 

Marschall y. Dahlwitz, Dahlewitz, S.Marschall, Marschall 
V. Clothoderich, S. 140. — Die .auf genannter Seite schon be- 
sprochene Familie v. Marschall schrieb sich nach dem ihr zustehenden, 
im nieder -barnimschen Kreise liegenden Rittersitze Dahlwitz, welcher 
jetzt der Familie v. Treskow gehört. — Dem S. 140 erwähnten Adels- 
Anerkennungsdiplome von 1717 für Samuel V.Marschall lag ein offenes 
Patent der schottländischen Heroldskammer von 1709 mit Ahnentafeln 
etc. zu Grunde. Nach diesem Patente sollten die v. Marschall von den 
schottländischen Marshall v. Keith, — s. Bd. V. S. 53 und 54, abstam- 
men und mit dem königl. stuartschen Hause in doppelter Verwandtschaft 
stehen. Eine Linie des Stammes hatte sich im 17. Jahrb. in Königsberg 
in Preussen niedergelassen und in dieser Stadt wurde Samuel v. M. ge- 
boren. Derselbe war anfangs k. preuss. Geh. Oabinets-Secretair und 



— 147 — 

Ober-Finanz-Bath, wurde 1717 w. Geh. -Rath, kommt später als Geh. 
Staats- nnd Kriegsrath, Domdccliant zn Havclbcrg, Landschafts -Direc- 
tor, Landrath des niederbarnimschen Kreises etc. vor, hatte männliche 
Vadikommen und lebte noch 1740. 

J.Otr, DUkmmr, knnnirkiacbe AdeUhisioric, I. St. 1. Prankf. a d. O. 1737: Von dem 
adcHgen GMchUchto t. Marachall. Eine i» Bogen »Urko Abhandlung in vier Capiteln, welche 
Ib alte den MaiMa Marachall fahrende Oeachiccbter wichtig iat. — Oauke , I. S. 1S21. — 
JV«£A. 9. Mrokn4. I. 2. 8. 322. — 9. IleUbaoh, IL 8. 96 u. 97. 

Marschall v. Dersebney. Ein in Scliwaben vorgekommenes Adels- 
gescblecht, eines Stammes und Wappens mit der thüringischen Familie 
Marschall v. Gotmannshauscn, Guthmannshausen. 

eauke, I. A. 1315. - ZetHer, XIX. R. 1740. 

Marschall v. Domsperg (im Schilde vier Querbalken , der obere 
?iermal , die beiden mittleren dreimal und der unterste zweimal , alle 
aber nur oben gezinnt). Altes mit dem Erbmarschall -Amte des Hoch- 
stifts Augsburg bekleidet gewesenes Adelsgeschlecht. — Sigfrid Graf 
▼. Domsperg wurde 1077 Bischof zu Augsburg. Derselbe stammte von 
den Calatinis u. Marescalcis (v. Pappenheim) ab. — Der Stamm blühte 
noch in die zweite Hälfte des 16. Jahrh. hinein. Veronica v. Dorns- 
perg, verm. mit Achatius Marschall v. Pappenheim, starb 22. Scptemb. 
1538 u. der Letzte des ganzen Stammes, Wolfgang Marschall v. Doms- 
perg, lebte noch 1554. 

Matth. a BappftnAaim, Cap. 39 n. 58. — Spentr, S. 731. — v. Meding, I. S. 363. 

Marschall v. Ebnet, Ebenet (Schild von Silber und Blau achtmal 
quergestreift u. mit einem schräglinken, wellenweise gezogenen , rothen 
Balken überdeckt). Altes , fränkisches Adelsgeschlecht , eines Stammes 

0. Wappens mit der Familie v. Redwitz , welches an Statt Kursachsens 
das Erbmarschall -Amt im Hochstifte Bamberg bekleidete. Dasselbe 
ftlbrte auch zum Theil den Namen: Marschälle v. Ravenock. — Georg 
Marschall v. Ebenet, Ebeneth, starb 1505 als Bischof zu Bamberg. 
Der Stamm blühte noch in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts. 
Friedrich Christian M. v. E. war k. preuss. Kammerherr und Georg 
Christoph Marschall v. u. zu Ebeneth auf Frensdorff und Weingartsge- 
reuth, markgr. ansbachischer erster Geh. -Rath und Ober -Stallmeister, 
wie auch Oberamtmann zu Crailsheim, der Letzte seines alten Stammes, 
lebte noch 1723. Nach v. Meding ist das Geschlecht 1728 erloschen. 

Hom , kuriächa. Uandbibl. I. M. 146 nnd 47. — Qauhe , I. 8. 1315. — r. Hattttein , II. 
S. SU n. 12. — Zedier, XIX. 8. 1740. — Biedermann, Canton Üehürg. Tab. 329— .^3. ^Freih. 
9. Krokne, I. 2. 8. 3äl. — Bütehing, Krdheachreib., 5. Ausg. III. 2. 8. 1820. — Siehmacher. 

1. 103: Die Marschalk v. Ebnet, Fränkisch. — Spener, 8. 155 u. 164 — t.Meding, I. 8 363 
a. 64. - Tproff, I. 60: F. H. Marschall v. Ebenet. 

Marschall v. Eborsberg. Stammname des Geschlechts der Erb- 
marschälle in Thüringen, s. den Artikel: Marschall-Altengottern, 
S. 140. 

f. FaUsktnttein, thöring. Chronik, n. P. U. 8. 545 und 8. 1343—54. — (Jauhe, U. 8.698. 

Marschall y. Eckertsberge, Eckardtsberge , zum Stamme der 
Marschälle v. Gosserstedt, Herrengosserstedt , gehörig, s. den Artikel: 
Marschall- Altengottern. 

Gauhe, 1. 8. 1317. - Zedier, XIX. 8. 1744. 

Marschall y. Erlebach nnd Einödt, zum Stamme der Marschälle, 
genannt Greiff , gehörig, s. den betreffenden Artikel. 

9. Gleiehemt^in (Gotha diplomatiea), Nr. 54. — Johann Bwtiliu* Bdier o. OUieken^tein 
aotlähri. Traeut fib«r dl« Marsch&U« r. Greiff, 1727. 

10* 



— 148 — 

Marschall v. Goldbach im Gothaischen, zu dem Stamme der Mar- 
schälle V. Gosserstedt, Herrengosserstedt, gehörig, s. den Artikel: Mar- 
schall-Altengottern, S. 140. 

Marschall, genannt Greiff, Marschall -Greiff zu Erlebach , auch 
Freiherren (Schild von Silber und Roth dreimal quergetheilt mit ge- 
wechselten Tincturen u. ohne Bild oder nach anderen Angaben : Schild 
von Schwarz und Silber einmal der Länge nach und zweimal querge- 
theilt, mit gewechselten Farben (sechs Plätze), ohne Bild). Altes, frän- 
kisches , in dem früher reichsunmittelbaren Ritterorte Baunach angeses- 
senes Adelsgeschlecht, welches bei mehreren Hochstiften mit zwei- und 
dreissig und sechszehn Ahnen aufgeschworen hatte. — Urkundlich tritt 
zuerst 1127 Heinrich Greiff, Marschall von Henneberg, auf, welcher, 
nachdem er seine Güter im Elsass verkauft, in Franken und im Henne- 
bergischen mehrere Rittergüter an sich brachte, von denen der alte 
Stammsitz Erlebach noch jetzt der Familie zusteht. Von seinen Nach- 
kommen lebte Bartl G. 1149, Wilhelm G. wohnte der Belagerung Mai- 
lands unter dem K. Friedrich L, dem Rothbarte, bei und Heinrich G. 
kommt als Marschall des Markgrafen Hermann in Thüringen 1204 vor. 
Von dieser Zeit an trugen die Aeltesten des Geschlechts das Erbmar- 
schall-Amt auf dem Schlosse Straüf von den Grafen von Henneberg erb- 
lich zu Lehen. Der Titel dieses Erbamtes wurde aber allgemein erst im 
Anfange des 16. Jahrb. dem Geschlechtsnamen „Greiff"^ zugesetzt. Ru- 
dolph G. u. der Bruder desselben, Heino G., Abt zu Königsberg, lebten 
1304. Hans Marschall -Greiff zu Erlebach, verm. mit Ursula v. Stem- 
berg, lebte 1365, Heinrich G. 1384 und Ulrich G., verm. mit Mechtild 
V. Biegenburg, 1395. — Die ordentliche Stammreihe des Geschlechts 
beginnt mit Heinz Marschall, genannt Greiff zu Erlebach, verm. mit Ur- 
sula V. Rothenhan. In gerader Absteigung tritt in der 10. Generation 
Gabriel Marschall auf, verm. mit einer Metz Voigt v. Rieneck und von 
demselben steigt die Stammreihe, wie folgt, herab: Chiistoph, Comman- 
dant der Veste Coburg: Ursula v. Wallenfels zu Lindenberg; — 
Jobst Gabriel , Commandant der Veste Coburg : Amalie v. Heldritt ; 
— Veit Ulrich, gestorben 1636, Kriegsrath und Landeshauptmann 
der Pflege Coburg: I. Amalia Sibylla v. Stein zum Altenstein und 
H. Barbara v. Hessberg: — Hans Christoph, gestorben 1686: Ca- 
tharina v. Buttlar, vermählt 1660; — Friedrich Gotthilf Freiherr 
Marschall, genannt Greiff, gestorb. 1740, herz, sachs. weim. Geh.-Rath 
und Ober-Marschall auf Erlebach , Einöd , Osmannstädt, Ilmsdorf und 
Beulbra: I. Sophie v. Schwarzenfels, verm. 1707 u. II. Bibiana verw. 
V. Breitenbauch, geb. v. Böse; — Freih. Friedrich Gottlob, h. sachs.- 
hildburg. Kammer-Director : Sophia v. Wurmb; — Freih. Ludwig Frie- 
drich Carl Gotthold, gest. 1801 , h. sachs.-coburg. Geh.-Rath u. Land- 
Jägerm.: Friederike v. Heldburg, gest. 1839; — Carl Freiherr Mar- 
schall-Greiff zu Erlebach, geb. 1795, jetziges Haupt der Familie, grossb. 
bad. Kammerh. , verm. 1820 mit Christiane Freiin v. Thüngen, gest. 
1854, aus welcher Ehe ein Sohn entspross: Freih. Rudolph, geb.1822, 
k. k. Oberlieutenant. Derselbe vermählte sieh 1848 mit Helene v. The- 
walt- Gürtler, geb. 1828, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Ida, 



— 149 — 

geb. 1849, zwei Söhne leben, Rudolph, geb. 1851 u. Veit Ulrich Gustav 
Gotthold, geb. 1863. 

Bfin9 8. Coburg. CbroDik. II. 8. A3. - 9. Gltichenttein (Ootha diplnmaticu), Nr. S\. — 
Jm B. S4l«c d§ OMoA^mttin, Cominent. hist.-K4Deal. de p«rantiqua stirpe domin. Marsch, de 
QnAU Jmi. ITtt auch in: Mlacell. polit.-haman., Jenae 1738. I. 8. 1. — Gauhe, l. N. 1315 u. 
i«. — V. HattaUin, 11. Soppl. M 4S n. 4H. - Zedier, XIX. 8. 1748. — Geuoal. TaAchcnb. d. 
flrelk. bliu., 1854. H. 840—42. 185.^. 8. .174 und 75 u. 18H4. 8. 524. — Siehinacher, V. 139. — 
9. Mtäinm, I. 8. 367. — 8uppl xu 8iebm. W.-B. IV. 18: F. U. M. gen. G. — W.-B. der 
Mehs. SUaleo, IV. 61 : v. M.-G. 

Marschall y.Gattmannshauseii, 3. Marschall-Altengottern, 
S. 140. 

Marschall v, Herren - Gosserstädt , s. Mar schall- Altengot- 
tern, 8. S. 140. 

Marschall v. Holzhansen, s. Marschall auf Bnrgholzhau- 
sen, Grafen, S. 145. 

Marschall y. Kählenthal, zu dem Stamme der Marschälle v. Bi- 
berhach gehörig, s. den betreffenden Artikel, S. 143. 

Marschall y. Keith, s. Keith, Freiherren u. Grafen, Bd. V. 
S. 53 n. 54. 

Marschall y. Knnstadt, zu dem Stamme Marschall v. Ostheim ge- 
hörig, s. unten den betreffenden Artikel. 

Marschall y. Lochwart zählen zu dem Stamme der schottländi- 
schen Marschälle v. Keith, s* Bd. V. S. 53. 

Marschall v. Obemdorf in Schwaben, aus dem Stamme der Mar- 
schälle V. Guthmannshausen entsprossen, s. Marschall-Altengot- 
tern, S. 140. 

Marschall y. Ostheim (in Silber ein schwarzer Tischfuss (Tischge- 
stelle) nach alter Art, oben, damit das Tischblatt hinein gepasst werden 
kann, zweimal eingeschnitten, in der Mitte , wo er schmaler und runder 
wird , viereckig durchgebrochen und unten , um desto fester stehen zu 
können, zu beiden Seiten sehnig auseinander gehend; . Altes, fränki- 
sches und niederrheinisches Adelsgeschlecht, welches das Unter - Mar- 
schall-Amt der Ober-Marschälle von Bamberg bekleidete. Als Stamm- 
haus wird gewöhnlich die Stadt Ostheira vor der Rhön an der Streu im 
jetzigen Grossh. Sachsen-Weimar angenommen, welche schon im 9. Jahrb. 
genannt wird und aus neun adeligen Burgen entstand. Später breitete 
sich die Familie namentlich aus dem Sitze Schottenstein im Coburgi- 
schen aus. — Urkundlich kommen zuerst Mangoldus u. Thanio v. Ost- 
heim 1260 als Zeugen in hennebergischen Urkunden vor. Das Stamm- 
register des Geschlechts fängt nach Gotha diplomatica um 1309 mit 
Curt V. Marschall an. Gideon v. Ostheim wird von Spangenberg unter 
die Gelehrten vom Adel zu Endo des 16. Jahrb. gerechnet; im zweiten 
Jahrzehnt des 18. Jahrb. war Christoph M. V.O., Herr auf Trabeisdorf, 
als kurmainz. Ober-Jägermeister, Kammerherr, Ober-Forstmeister und 
als färstl. bambergischer Geh. Rath u. Oberster - Pfleger zu Pottenstein 
bekannt u. in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. lebte Heinrich August 
M. V. 0., Commandant von Bamberg und Forchheim, k. k. Generalma- 
jor und deutscher Ordens-Comthur. Derselbe hatte, nach v. Lang, mit 
meiner Nichte einen natürlichen Sohn, Franz Friedrich, wurde vom 



— 160 — 

Papste sowohl wegen der nahen Verwandtschaft, als der Ordensgeltibde 
dispensirt, erhielt die Erlaubniss zur Trauung und der also legitimirte 
Sohn und Erbe wurde später von den königlichen Gerichten gegen den 
Fiscus im Besitze^ der Lehengüter erhalten u. als Franz Friedrich Mar- 
schall V. Ostheim, h. Sachs. Coburg. Hauptmann h la suite und Besitzer 
der im Kgr. Bayern liegenden Güter Trabeisdorf u. Waltershofen in die 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. • 

Spangenbifrg, II. 8. 197. — Hoens, coburt;. Chronik. 11. 8. 22. — Schannat , 8. 129. — 
Oauhti, I. 8. »31«. — r. IlatMein, III. 8. 213 und 214. — Z^dttfr, XIX. 8. 1749 — Bieder- 
mann, Ctntoii Rhoii-Werr«, Tab. 3."t4— 840 u. Cnntou Steigerwald, I. Verz. — FrfiA. ». JSTroAj»«, 
I. 2. S. 321. — p. Lang, 8. 440 n. 41. — 8i«hmaeh«r, I. 101: Die Marschalgk v. Ostheim. 
Fränkisch. - v, Meding, I. 8. 3«J8. - Supplem. xu 8iebm. W.-B. II. 18: F. H. M. v. O. — 
W.-B. d. Kgr. Bayern, VII. 10: M. v. O. 

Marschall v. Pappenbeim , Grafen, s. Pappen heim, Mar- 
schall v. Pappen heim, Grafen. 

Marschall y. Raven^ck, s. Marschall y. Ebnet, s. S. 147. 

Marschall y. Rechberg, s. Rechberg, Rechberg u. Rothen- 
lö wen, Grafen. 

Marschall y. Scherneck , s. Gumppenberg, Gnmpenberg, 
Freiherren, Bd. IV. S. 101. 

Marschall y. Spendre, s. Marschall y. Basel, S. 143. 

Marschall y. Stmntzberg. Altes bayerisches, nur dem Namen 
nach bekanntes Adelsgeschlecht. 

Spener, 8. 169. — Gauhe, I. 8. 1315. - Zedier, XIX. 8. 1749. - F^eih. f. Krohne, I. 
2. 8. 3*20. 

Marschall y. Snlicki (in Roth ein Mohrenkopf mit silberner Stirn- 
binde). Ein in Westpreussen begütert gewordenes, dem polnischen 
Stamme Mora einverleibtes Adelsgeschlecht, welches 1825 zu Demmin 
im Kr. Schlochau angesessen war. 

Freih. 9. Ledehur, III. 8. 3ti7. 

Marschall y. Thomasbrtick, Thamsbrttck n. Marschall y. Troe- 
ber, Trebra, zur Familie der Marschälle y. Herrengosserstaedt gehörig, 
s. Marschall-Altengottern, S. 140. 

Marschand y. Piqneseiche le Marchand. Erbländ.-österr. Adels- 
stand. Diplom von 1768 fftr Johann Marchand, Oberschreibers-Adjunc- 
ton bei dem Burggrafenrechte zu Prag , mit dem Prädicate : v. Piques- 
eiche le Marchand. 

Megerle p. Mufil/eld, Erg.-Bd. 8. 372. 

Marschnitz. Ein früher in der Oberlausitz begüterte Adelsge- 
schlecht, welches zu Dttrrbach u. Kringelsdorf unweit Rothenburg sass. 

Freiherr r. Ledebur, H. 8. 82. 

Marsewitz, Marsowitz, Marschowitz. Ein in Schlesien, Böhmen 
und der Oberlausitz vorgekommenes Adelsgeschlecht. Johann Friedrich 
Y. Marsewitz , ür. der Medicin u. Herr auf Obcr-£eerberg bei Lauban, 
starb 1763 u. hinterliess, neben einer Tochter, einen Sohn, Carl August 
Friedrich v. M. — Die Familie sass auch zu Gersdorf bei Lauban. 

Sinapiu», I. 8. 680. -> Freih, 9. Udehur, 11. 8. 89. 



— 151 — 

Marsigli , Grafen. Altes Patriciergeschlecht der Stadt Bologna, 
welches später den Grafentitel erhielt. Dasselbe wurde in der Person 
des Ippolit Grafen Marsigli (geb. 1761), k. bayer. Kämnierers und Ge- 
nenümi^rs, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern in die 
Grafenclasse derselben eingetragen. — In neuer Zeit lebte in Stolp in 
Pommern eine Frau v. Marsigli mit zwei Töchtern. 

«. Long, 8. 49. — Freiherr 9. Ledebur, III. 8. 807. — W.-B. des Kgr. Bayern, I. 76 u. 
IX. 87 und 9. Wölekern , Abth. t. 

^ Marsleben, Marsleven. Altes, zum nttcrbürtigen Adel im Her- 

sogthume Magdeburg gehörendes Geschlecht aus dem Stammsitze Mars 
leven, dessen Namen mehrfach in alten Briefen aus dem 12., 13. und 
14 Jahrb. vorkommt. — Von Dietrich v. Marsleven stammte Conrad v. 
M. und von diesem entsprossten drei Söhne : Adalbert , welcher sich 
Termählte, bald aber ermordet wurde , Conrad ü. , erst Domherr zu St. 
Mauritii in Magdeburg später Patriarch zu Aquileja und Suidgerus, zu- 
erst Domherr zu St. Stephani in Halberstadt und- Canzler des K. Ilein- 
rich in. und 1042 Bischof zu Bamberg. Derselbe wurde von dem ge- 
nannten Kaiser 1046 auf dem päpstlichen Stuhl erhoben, kehrte aber, 
da ihm die Verhältnisse in Rom nicht gefielen, schon nach einigen Mo- 
naten nach Deutschland zurück, weshalb er auch nicht unter den Päpsten 
genannt wird, u. starb schon 1047. 

Hühner, Hiitt. polit. VH. S. 131. — Gauhe, II. S. 1676 ii. 77, unter Berufung auf Kett- 
oer, Antiquit. Quedlinli. und Heineccius, Autiquft. GotUriens. — N. Pr. A.-L. lU. 8. .^60. — 
Ab€i, «ichsisehe Aiterthümer, II. c. 1. §. 19. 8. 191. — Zedier, XIX. 8. 1778. 

Marssel , Merzele , sonst v. Kädingen. Altes , in der zweiten 
Hälfte des 15. Jahrb. ausgestorbenes, bremisches Adelsgeschlecht. — 
Hermann v. Merzele und die Söhne desselben , Johann und Ludolph 
▼. Mersscle, lebten 1415 u. Conrad v. Kedingen kommt noch 1457 vor 
nnd zwar als Letzter, welchen Mushard nennt. 

Mushard, 8. 400 u. 401. — 9. Meding, II. 8. 360 u. 61. 

Martdorf. Hessisches, zum fuldaischen Lehnshofe gehörendes 
Adelsgeschlecht, aus welchem nur allein Conrad v. Martdorf 1397 und 
1429 als fuldaischer Lehnmann aufgeführt wird. 

Schannat, S. 1*29. - 9. Medfng, III. 8. 4'J4. 

^ Martels, Freiherren. Reichsfreihermstand. Diplom von 1710 
ffiT Bernhard v. Martels, kais. schlesischen Cammerrath. Derselbe 
stammte aus Westphalen und hatte einen Sohn . Carl Heinrich Frei- 
herr V. M. 

Sinapiun, II. 8. 801. - Zedier, XIX. 8. 17M. - M4g4rle 9. Müklfeld, 8. 69. — Freih. 
9. d. Kne»ebeck, 8. 201. — Freih. e. Ledebur, II. 8. 8*i. 

* Martens, auch Freiherren. Reichsadels- und Freiherrnstand. 

Adelsdiplom vom 30. Juli 1 783 für Dr. Georg Friedrich Martens, Pro- 
fessor zu Göttingen und für den Bruder desselben, Carl Wilhelm Mar- 
tens, kursächs. Legationsrath und Charg6 d'Affaires im Haag (in Kur- 
sachsen 22. Mai 1786 u. in Hannover amtlich bekannt gemacht 14. Apr. 
1789) und Freiherrndiplom vom 31. Jul. 1700 für Letzteren als kur- 
sächs. Residenten am k. k. Hofe. — Georg Friedrich v. Martens, wel- 
cher vom Könige Jerome v. Westphalen als Staatsrath zum Baron des 
Königreichs Westphalen ernannt worden war, starb 1821 alsk. hannov. 



— 162 — 

Bundestagsgesandt^r und Geh. Cabinetsrath zn Frankfurt a. M. ohne 
Nachkommen , nachdem er zwei Söhne seines Bruders adoptirt hatte. 
Der ältere derselben wurde k. preuss. a. o. Gesandter in Constantino- 
pel und der jüngere, Carl Freih. v. M., grossh sachs. weimar. Minister- 
Resident am k. preuss. Hofe. 

Handsehrifll. Notix. — N. Pr. A.-L. V. S. 83A. — Freih. v. d. Knexeheek , 8. 305. ~ 
Freih. v. Ledebur, II. 8 82. — Tj/roff. I. 235. — W.-B. d. Kgr. Haniiov. B. 7 und 8. 10. 
— W.-B. d. Sichi. Staat. III. 39. — Knesehke , l. S. 29'i a. 93. — v. ffe/ner, hannov. Adel, 
Tab. 22. 

Marti. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 1760 für Ludwig 
Marti, Oberstlieutenant bei der k. k. Cavallerie, wegen 57 jähriger 
Dienstleistung. 

Meg^rlf v. Mühlfeld, 8. 225. 

Martial , Freiherren. Rheinländisches Adelsgeschlecht , aus wel- 
chem Johann Anton Freih. v. Martial 1794 Herr auf Peppenhoven im 
Kr. Rheinbach, Regier.-Bez. Cöln, war. 

Fahne, H. 8. 90. - Freih. 9. Ledebur, H. 8. 82. 

Martin, St. Martin, Freiherren. Erbländ.-Österr. Freihermstand. 
Diplom von 1758 ftlr Maximilian Anton St. Martin, Oberstlieutenant 
bei der k. k. Feld-Artillerie, wegen 37jähriger Militairdienste. 

Megerle v. Mühlfeld, 8. 69. 

Martin, St. Martin. Reichsadelsstand. Diplom von 1764 fQr Pe- 
ter St. Martin, k. k. Kammerdiener. 

Megerle v. Mühlffld, Erg -Bd. 8. 37». ^ 

Martin. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1777 für Joseph 
Franz Martin , k. k. Ober -Lieutenant im Regimente Kaiser Joseph ü. 
Infanterie. 

Megerle t. Mühlf^ld, Krf:.-Bd. 8. 372. 

Martin, s. Debitz, Martin v. Debitz, Bd. L S. 430. 

Martin v. Greifenbnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1773 für Joseph Martin, k. k. Pfleger u. Gerichtsschreiber zu Wangen 
in Tirol, mit dem Prädicate: v. Greifenburg. 

Megerle r. Mühlfeld, Erg.- Bd. 8. 87». 

Martin v. Martinsberg. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1725 für Gottfried Joseph Martin, k. k. Kricgssecretair zu Prag, mit 
dem Prädicate : v. Martinsberg. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 372. 

Martine», Martines-Crissier. Altes, waadtländisches Adelsge- 
schlecht, aus welchem zuerst Michael Martines, um 1440 Schloss- und 
Amtshauptmann von Aubonne, vorkommt. — Wegen der Herrschaft 
Crissier und anderer Güter und Herrschaftsrechte huldigte 1692 die 
Edle HeiTin Louin v. Crousay v. Crissier, "V^ittwe des Edlen Johann 
Franz v. Martines mit ihrem Schwiegersohne, Jacquet Nicolaus v. Mar- 
tines, Sohne des verstorbenen Jacques v. Martines, Herrn von Sergis, 
der regierenden Stadt Bern lehnsgemäss; ein anderer Martines war um 
1767 Castellan zu Morges; Jacquet Imbert v. M., gest. 1776 , Herr zu 
Revcrollcs, wurde 1772 in holländischen Diensten Generalmigor ; Jo- 
bann Ludwig V. M, , ebenfalls Generalmajor in holländischen Diensten 



-^ 



— 153 — 

und Herr zu Bonrgeand, starb 1784; Franz Peter v. M., gest. 1790, 
war k. franz. Brigade -General und ein v. Martines-Crissier war 1793 
Hauptmann im k. pr. Bataillon v. Troschke. 

H. Pr. A.-L. III. 8. 360. - Freiherr v. Ledebur, II. 8. 82. 

^ Martines , Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom von 1774 
fftr Joseph Martines, k. k. Rath and Hof-Bibliotheks-Gustos u. für die 
drei Brüder desselben: Dionysius M., k. k. Oberberg- Verwalter zu Przi- 
bram, Johann Baptist M., k. k. Oberlieuten. bei Anton Gr. Colloredo- 
Walsee und Carl M. , Concipisten der böhmisch - österreichischen Hof- 
canzlei. 

MegerU 9. Mühlftld, Brg.-Bd. 8. 130. 

Martini, Martini v. Nosedo, Freiherren (in Blan auf grünem Ra- 
sen ein vorwärtssehender , geharnischter Ritter in silberner, mit golde- 
nen Spangen gezierter Rüstung und den Helm mit rotheii Straussen- 
fedem besteckt, welcher am linken Arme einen runden,. silbernen Schild 
trftgt und mit geschlossenem Yisire auf einem schwarz gezäumten , mit 
rother Satteldecke behangenen, weissen Pforde nach rechts sprengt). 
Reichs- u. erbl.-österr. Adels- und erbl.-österr. Freiherrnstand. Adels- 
Diplom von 1804 für Joseph Martini, k. k. Generalmajor u. Festungs- 
eonimandanten zu Temeswar und Freiherrndiplom von 1850 für den 
Enkel desselben: Joseph v. Martini, Oberstlieutenant im k. k. 88. Inf.- 
Regim. Graf v. Haugwitz. mit dem Prädicatc: v. Nosedo und zwar in 
Folge einer 4. Aug. 1848 im Gefechte von Nosedo vor Mailand voll- 
fiüirten, besonders tapfern u. klugen Waffenthat. — Die Familie stammt 
nach Traditionen aus einem alten, italienischen Adelsgeschlechte, dessen 
Sprossen seit dem 16. Jahrh. in kaiserlichen Kriegs- u. Staatsdiensten 
standen. — Von den Söhnen des Joseph v. Martini war Anton Ritter 
V. Martini, geb. 1792, k. k. Feldmarschall- Lieut. u. Geh. -Rath noch 
1859 a. 0. Gesandter am k. Hofe zu Neapel. — Joseph Freiherr Mar- 
tini V. Nosedo, geb. 1806, jetzt k. k. Feldmarschalllieutenant u. Inhaber 
des 30. Infant.-Regim., vermählte sich 1850 mit Elisabeth, Tochter des 
Peter Henry Barker Esq. in der Grafschaft Norfolk. 

Magerte 9. Mühlffld, S. 22ü. — ßenoal. Taschnnb. der freiherrl. HSiiser, 1«57. S. 4S0 und 
Sl. 19&K A. 4.1rt. und 1864. S. bU. — Tyrof, II. 249: t. Martini. 

Martini, Freiherren (Schild geviert, mit Mittelschilde. In Roth 
die silberne Ziffer 5. 1 und 4 in Blau ein nach der rechten Seite ga- 
loppirendes, weisses Pferd u. 2 u. 3 in Gold eine silberne Lilie). Erbl.- 
Osterr. Freihermstand. Diplom von 1780 fttr Carl Anton v. Martini, k. 
k. Hofrath der obersten Jnstizstelle , wegen seiner Verdienste als 
Professor an der Universität Wien u. bei dem allerhöchsten Hofe , aus 
Allerhöchst eigener Bewegung. 

Meg^rU v. Mü'hlMd, 8. 69. — Tgrof, II. 130. 

Martini. Edle v. Wasserberg, Ritter (Schild geviert: 1 u. 4 in 
Blau ein weisses, rechts galoppirendes Pferd u. 2 und 3 in Silber eine 
rothe Lilie). Reichsritterstand. Diplom von 1765 fttr Carl Ferdinand 
V. Martini, Hofrath der k. k. obersten Justizstelle , mit dem Prädicate: 
Edler zu Wasserberg. — Die Aehnlichkeit des Wappens mit demWap- ' 
pen der im vorstehenden Artikel aufgeführten Familie Iflsst wohl Oleich- . . 
heit des Stammes annehmen. 

M«g€rle 9. Mühl/eld, Erg.-Bd. 8. 176. — Suppl. sa Siebm. W.-B. I^- Sl, 




— 154 — 

Martini. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom März 1793 
für den k. preuss. Major und Chef eines Füselier'- Bataillons Martini. 
Derselbe wurde 1795 als Oberstlieutenant pensionirt. 

llandschr. NdtiK. 

Martinieh v. Martincj^^, Freiherr. Erbländisch-österr. Adels- u. 
Freihermstand. Adelsdiplom vom 15. Mai 1845 für Franz Martinich, 
k. k. Major, wej^en mit Auszeichnung zurückgelegter zwei und dreissig- 
jnln'iger Dienstzeit, mit dem Prädicate: Edler v. Martinegg und Frei- 
hernidiplom vom 14. Jan. 1850 filr Denselben in Folge einer im ita- 
lionischen Feldzuge 29. Mai 1848 bei Montauara nächst Mantua ver- 
richteten, glünzcndenWaffenthat. — Franz Freiherr Martinich v. Mar- 
tinf'^'g, geb. 1795 zu Galignana inistrien — ein Sohn des Gutsbesitzers 
Scrvolo Martinieh aus der Ehe mit Franzisca Edlen v. Rapicio — k. k. 
Feltlmarschalllieutenant ad honores, vermählte sich 1837 mit Barbara 
Frjuizisca Edleii v. Herz, doch ist die Ehe kinderlos gebliehen. 

G^ncal. Taschciib. dor freih. H&user. 1S57. 8. 481 u. 82 u. 1864. 8. .Vi4 onter Berufung auf 
isr,:». 8. Hl3. 

Martinicz, Martinitz, Grafen. Böhmischer Grafenstand. Diplom 
von 1621 für Jaroslaus lY. BorzitÄ Freih. v. Martinicz, k. k. Geh.- 
Rath, Oberstburggraf zu Prag und Statthalter in Böhmen. — Eins der 
ältesten, angesehensten und begtltertsten Herrengeschlechter Böhmens, 
eines Stammes und Wappens: (in Roth zwei silberne, aus gemeinschaft- 
licher "Wurzel an langen Stielen emporgewachsene und einwärts ge- 
kehrte Seeblumenblätter und zwischen diesen einen goldenen achtecki- 
gen Stern) mit den Herren und Grafen v. Kaunitz. Dasselbe nannte 
sich von dem Schlosse Smeczna. fünf Meilen von Prag, erst Smesanski, 
später aber Bomta und dann Borzita, bis es den Namen Martinicz voa 
dem ihm zustehenden Schlosse und der Herrschaft dieses Namens an- 
nahm , doch dabei auch den Namen Borzita beibehielt. — Die ordent- 
liche Stammreihe wird von Nicol Rittershus mit Bohuslans Borzita v. 
Martinicz, einem Sohne Johanns, Castellans zu Lentmeritz, angefangen, 
welcher um 1261 lebte und das Schloss Schmeczna besass. Der Sohn 
desselben, Jaroslaus I. Borzita, soll die Herrschaft Martinicz gegen die 
Herrschaften Nagicz und Oticz vertauscht haben und als Burggraf zu 
Prag 1322 verstorben sein. — Von den Nachkommen, deren Mehrere 
Gauhe nennt, brachte, wie angegeben, Jaroslaus IV. — ein Sohn des 
Jaroslaus HL, welcher 1581 als kais. Kammerh. u. Rath starb — den 
Grafenstand in die Familie. Derselbe hatte vier Söhne: Ferdinand Le- 
opold Benno, Propst zu Wissebrad,Domh. zu Halberstadt, Paasau, Regens- 
burg, Brix, Prag, Olbnütz U.Salzburg, Adam Georg, gest. kinderlos 1651 
als k. k. w. Geh. Rath u. Oberster Canzler in Böhmen, Bernhard Ignaz, k. 
k. Geh. Rath u. Oberster Burggraf in Böhmen, welcher ebenfeUs Nach- 
kommen nicht hatte und Maximilian Valentin, welcher als Oberster 
Unrir^raf in Böhmen und Herr auf Brunnersdorff u. Hagensdorff 1680 
starb uikI drei Söhne hinterliess, die Grafen Bernhard, Georg Adam 
Itrnai? und Guidobald Maximilian. Graf Bernhard, Herr in Hagensdorff, 
Bistra etc. hatte zwei Söhne, Adolph Bernhard u. Franz Michael. Er- 
sterer, k. k. Geh.-Bath, Statthalter in Böhmen, später kais. Obersthof- 



— 165 — 

■inchall, wnrde 1735 Oberst -TTofmoister, starb aber nocb in dem- 
selben Jahre ohne Nachkommen, worauf die Maj(»ratsprtUor an seinen 
Halbbrüder, Franz Michael (Franz Anton), kais. könijrl. Känmieror und 
böhmischen Cammerrath , fielen , welcher ebenfalls Nachkommen 
nicht hiotcrliess. Graf Ooorg Adam Tj^naz, «estorben 1714, kaiserlich 
kftn. Oberhofinarscball und gewesener Vicekönig von Neapel, Herr nuf 
Smeezna etc. war mit einer Grf. v Spanr, vermählt, aus welcher Ehe 
dn Sohn, Michael Franz, stammte. Derselbe, pest. 1773, Majorats- 
herr zu Smcczna etc. k. k. w. Goh.-Ratli und der Erzherzogin Maria 
Magdalena Obersthofmeistcr , hinterliess nur aus erster Ehe mit Maria 
Sasaniia Juliane Grf. v. Nostiz eine Tochter, Maria Anna, welche sich 
1760 mit Michael Otto Gr. v. Althann vermählte. Vom Grafen Gnido- 
bald Maximilian, gest. 1733, Herrn in Hagensdorff etc., k. k. w. Geh - 
Rath, Oberhofmeister der Kaiserin Eleonore etc., stammte nus dorEhe 
mit einer Gräfin v. Althann Graf Carl Josejdi, gest. 1780, des grossem 
Landrechts in Böhmen Beisitzer, verm. mit Philippine Grf. v. Clary u. 
Aidlingen, gest. 1758. Aus diesei'Ehe entspross. neben einer Tochter, 
Johanne Nepomucene Philippine, verw. Grf. v. Bolza u. wieder\Trmählte 
Grf. ▼. Mirbach, ein Sohn, Graf Franz Carl. geb. 1733, Majoratsherr 
auf Hagensdorif, Planitz und seit 1773 auch zu Smeezna, k. k. Käm- 
merer, verm. in erster Ehe mit Maria Walpurge v. Buquoy, gest. 176.') 
und in zweiter mit Josephe Grf. v. Sternberg, verm. 1766. Derselbe, 
gC8t 29. Nov. 17ft9, schloss den Mannsstamm seines alten Geschlechts. 
Die Tochter aus zweiter Ehe, Grf. Maria Anna, geb. 1768, durch Erb- 
Tergleich Besitzerin der ehemaligen Majoratsherrschaften Smeezna und 
8chlan, vermählte sich 1791 mit Carl Joseph Gr. v. Clam, Herrn der 
Herrschaft Knndraticz etc. k. k. Kämmerer, welcher nach erfolgter 
Vermählung mit seinem angestammten Namen und Wappen den Namen 
und das Wappen des Hauses Martinitz verband, s. Bd. II. S. 280 
und 81. 

RmrrthHt, Spicil^iKia, P. II. — Baihin, Tab. Stomm. T. I. — Tmhof, In MnntN^a. - Oe- 
••■1. Archivar, VFI. S. 264. — JTühn^r , 11 F. Tab. 673 und 74. - Oauh^ , I. H. 13^3-29. - 
Jmc*if.i, l«0«. ir. R. 279.— Snppl. xu Sl«bm. W.-B. I. ISrOr. v. Maninil. — Tyroff, l\. 238: 
Cr. V. ClaiD-Martinits. 

Martinkowski. Altes, in Schlesien und Mähren frtlher vorgekom- 
menes Adelsgeschlecht, welches in Mähren zu Rosecc sass. 

SinapiuH, 1. S. 930. — 9. M^ding, 111. S. 4'J4. 

^ Martitz, Martiz. Reichsadelsstand, in Kur - Brandenburg aner- 

kannt. Adelsdiplom vom 24. Febr. 1694 far Johann Martitz und An- 
erkennungsdiplom vom 9. Sept. 1698 (4. Aug. K)99). — Die Familie 
wnrde in Pommern, Schlesien und Ostpreussen angesessen. In Pommern 
war dieselbe schon 1730 unweit Saatzig zu Butow, Rabnwerder u. Klein- 
Spiegel beglitert, brachte dann noch andere Güter an sich u. sass noch 
1784 zu Lustebuhr unweit Camin. In Schlesien war Ober- und Nieder- 
Kunem bei Wohlau 1767 und noch 1790 I.eonhardwitz bei Neumarkt 
in der Hand der Familie. In Ostpreussen hntte dieselbe Bailethen un- 
weit Darkehmen erworben. — Ein Oberstlieutenant v. Martitz stand 
1806 im k. preuss. Husaren-Begimentc v. Usedom. 

V. Preuss. A.-L. IIF. 8. 361 n. V. S. 32S. — FretA. 9. Lfdebur, II. 8. 88 u. 111.8.307.-- 
W.-B. d. Preuts. Mormreh. III. 94. 



— 156 — 

Martonitz, Freiherren. ErbL-österr. Freiherrnstand. Diplom 
von 1 808 für Andreas Martonitz, Obersten im k. k. Geniecorps. 

Mti/erlt V. MühlfeM, Erg.-Hd. 8. 77. 

Martschlaeger, Edle. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1792 für Matthias Ferdinand Martschlaeger , jubilirten niederösterr. 
Regierungsrath , wegen 5 4jähriger Dienstleistung, mit dem Prädicate: 
Edler v. 

MegtrU V. Afüfil/eld, 8. 325. — Tf/rof, II. 60 : Hartsuhlaeger t. Neiithal. 

Mamnde. Ein in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh, im Branden- 
burgischen begütertes Adelsgeschlecht — Carl Gottfried v. Marunde, 
gest. 1770, war Capitain im k. preuss. Infant. -Regim. v. Plötz und be- 
sass die Güter Rissen und Schönborn im Er. Züllichau-Schwiebus. 

Freih. v. LeJebur, U. 8. 82. 

Marval. Altes Adelsgeschlecht in der Stadt u. dem Fflrstenthume 
und Canton Neuschätel, welches aus Genf stammt. Mermet M. war 
1404 Syndicus der Stadt Genf und4Peter I. M. besass mehrere bischöf- 
liche Lehne. Von Letzterem stammten drei Söhne: Peter U. Domherr 
zu Genf, Andreas, um 1473 bischöflicher Vicar und Petermann, 1496 
Rathshcrr zu Genf. Von dem Sohne desselben: Nicolans, welcher eben- 
falls im Rathc zu Genf sass, entspross Franz I., gest. 1573 als pensi- 
onirter Hauptmann, dessen Sohn. Johann, 1590 nach Neufch&tel über- 
siedelte. Von ihm stammte Franz 11., erst Hauptmann in savoyschen 
Diensten, welcher 1648 vom Herzoge v. Longueville, Fürsten v. Neuf- 
chätel die Bestätigung des ihm zustehenden Adels und die Castellan- 
stelle von Bondry erhielt, dann Staatsrath u. 1656 Schatzmeister wurde. 
Der eine Sohn desselben, Ludwig v. M., trat 1640 in k. französ. Dienste, 
wurde 1652 Gardchauptmann und blieb 1654 in einem Zweikampfe zu 
Rheims, die Gardecompagnie aber blieb erblich in der Familie, bis sie 
1668 abgedankt wurde. Der Bruder Ludwigs, Saniuel, wurde 1694 
Staatsrath und Mayer der Stadt Neufchätel, war 1707 Beisitzer des 
souverainen Gerichts der drei Stände bei der Wahl des Königs Frie- 
drich I. von Preussen und starb 1733 als ältester Staatsrath. Von ihm 
stammten zwei Söhne: Ludwig II. und Franz HI. Von Ludwig H. ent- 
spross Samuel IL, welcher 1733 Mayer von Cortuillod u. 1740 Staate- 
rath wurde, Franz HI. aber. geb. 1692, starb 1773 als k. französ. Bri- 
gade-General. 

N. Pr. A.-L. ni. 8. 861 und V. R. 895. — F^tik. 9. Ledehur, 11. 8. 82. 

Marwitz, v. der Marwits. Eins der ältesten und angesehensten 
märkischen Adelsgeschlecliter , welches in den Marken , namentlich in 
der Neumark , zu sehr ansehnlichem Grundbesitz gelangte und später 
auch in Pommern, Schlesien und Ost- u. Westpreussen begfltert wurde. 
— Nach einer Familiensage soll, doch ist die Zeit, in welcher es ge- 
schehen , nicht bekannt , von dem ganzen Geschlechte nur noch eine 
Jungfrau übrig geblieben sein. Nachdem sie mannbar geworden und 
auch einen Brautwerber gefunden, habe es sie mit grossem Kummer er- 
füllt, dass ihr Name und ihr Geschlecht aussterben werde. Sie habe 
sich deshalb an den Hof des Kaisers begeben, ihren Gram vorgestellt u. 



— 157 — 

fAeten, dass, wenn ihre £)hc mit Kindeni gesegnet würde, diese den 
fameii und das Wappen der v. Marwitz fortführen dürften. Der Kui8(>r 
Uie ihre Bitte gewährt nnd ols sie später wirklich Söhne hekommon, 
U»e er befohlen , dass dieselben v. der Marwitz heissen und das alte 
Wappen : in Blan einen goldenen ßanmstamm , dergestallt vermehrt 
MÜireii sollten, dass dieser Stamm neue Sprossen treibe. — Als 
Mnunliaiia der Familie wird Marwitz bei Landsberg an der Warthe, 
idebe B<»sitziuig schon 1289 derselben znstand, angenommen. Ob Mar- 
liti in Havellande, unweit Kremmen, Marwitz in Pommern an der Oder, 
Girti gegenflber , Gross- und Klein-Marwitz in Ostpreussen , bei Preiis- 
Mi-Holland, Marwitz bei Brannschweig und Marwitz in Böhmen bei 
nrndim von den Marwitzen erbaut worden, oder woher sonst der Name 
koHme, ist nicht bekannt. — Urkundlich treten zuerst in dem Stiftungs- 
Wde des Doms zu Soldin vom Markgrafen Albrecht Y. aus dem An- 
fc"»tfi^^" Hause vom 30. Mai 1298 Zabellus et Ilenningius de Marwitz 
dl Zeugen auf. Ueber die directen Nachkommen beider fehlen genaue 
iapd>en« — Conrad v. d. M. legte 1403, als der nachherige K. Sigis- 

die Neumark dem deutschen Orden und dem Hochmeister des- 
Ck>nrad v. Jungingen, verpfändete, mit Anderen von der Ritter- 

das Zeugniss ab, dass die ganze Neumark dem deutschen Orden 
idkuldigt habe ; Alexander oder Zander v. M. war Landvogt der Neu- 

für den Orden u. bestätigte als solcher 1420 denen v. Sydow ihr 

flfoer Fflrstenfclde u. Otto v. d. M. war 1466 unter denen, die 
im soldinschen Vertrag unterschrieben und Kurfürst Friedrich II. be- 
tfUgte ihm das Dorf Sellin zum Leibgedinge seiner dritten Tochter. 
IcÜdem ist dieses Gut über dreihundei*t Jahre in der Hand der Familie 
gewesen. — Zu Anfange des 16. Jahrb. lebte Peter v. d. M. auf Grün- 
ade, Bftrfelde und Sellin. Derselbe trat zur lutherischen Coufession 
ftcr B. hatte schon 1529 einen eigenen lutherischen Hauscaplan. Von 
hs stammten die vier Linien von Friedersdorf, Sellin, Beerfelde und 
üD Leine in Pommern, welches letztere Gut wohl von seinem Sohne, 
■oritZt erworben wurde nnd welches über zweihundert Jahre den Nach- 
koamen desselben zustand. — Nur die Linie zu Marwitz stammte nicht 
iw Peter v. d. M., sondern von Wulff Joachim Asmus v. d. M. auf 
Ibrwitz and Grabow und ist später erloschen. Die Nachkommen- 
idkaft Peter's schied sich, wie angegeben, in vier Häuser. Das Haus 
Friederedorf gründete Georg v. d. M., gest. 1678, Herr auf Dölzig u. 
kirhrandenb. Oberst. Der Sohn desselben , Hans Georg, gest. 1704, 
ar h. anhalt.-zerbster Geh.-Uath. Kammerpräsident und Hofmarschall, 
ü wie Herr auf Gross - u. Klein-Rietz , Friedersdorf, Kienitz, Birkholz 
L Baasmannsdorf. Ein Enkel desselben, Berndt Friedrich August, llof- 
anichaJl des Königs Friedrich Wilhelm U. von Preussen , Herr auf 
Friedersdorf etc. starb 1793 und der Sohn desselben war Friedrich 
Aignst Ludwig, Herr auf Friedersdorf etc. , k. preuss. Generallieute- 
üBt a. D., 8. unten. — Das Haus Sellin gründete Balzer v. d. M., kur- 
kandenb. Oberst. Von ihm stammte Gurt Hildebrand v. d. M. , kur- 
^andenb. Generjilliuutünani, s. unten. Der letzte Besitzer der selliner 
itter war Georg Friedrich v. d. M. , k. preuss. Hauptmann. Von sei- 






— 158 — 

nen Söhnen lebte später Johann liUdwig v. d. M. als Major in d. A. u. 
Georg Adolph Casimir, Oberst und Commandeur des Regiments v. Ru- 
dorf Leib-Husaren, starb 1823. — Das Haus Bärfelde fing Christian v. 
d. M. an und der Urenkel desselben, Otto Friedrich Ludwig, war der 
letzte Besitzer von Bärfelde. — - Das Haus Leine in Pommern beginnt 
mit Christian v. d. M. und der Enkel desselben , David Bemdt Frie- 
drich V. der M., war der letzte Besitzer des Gutes Leine. — Die Zahl 
der Sprossen des Geschlechts, welche in die kurbrandenb. u. k. preuss. 
Armee traten — im Jahre 1806 standen siebenzehn v. d. M. im Dienste 
— und in derselben zu hohen Ehrenstellen und Würden gelangten, ist 
sehr gross und so können hier nur Einige kurz genannt werden , über 
welche das N. Pr. Adels-Lexicon nähere Auskunft in einem für die Ge- 
schichte der Familie wichtigen Artikel ertheilt. — Curt Hildebrand v. 
d. M. a. dem Hause Seilin — ein Sohn des kurbrandenb. Oberstlieute- 
nants u. Commandanten von Cüstrin Balthasar v. d. M. — stieg 1 689 
zum Generallieutenant und wurde 1690 Gouverneur von Cüstrin. Der- 
selbe, auch Amts -Hauptmann zu Marienwalde und Reetz, war mit Be- 
ate Luise, einer Tochter des Generalfeldmarschalls Freih. v. Derfflinger 
vermählt, aus welcher Ehe vier Söhne und zwei Töchter entsprossten. 
Von den Söhnen starb Heinrich Carl v. d. M., verm. mitAlbertine Ele- 
onore V. Wittenhorst-Sonsfeld, 1744 als General der Infanterie; Frie- 
drich Wilhelm v. d. M., gest. 1716 — ein Sohn des Hans George v. d. 
M., Herrn auf Lüssow und Bischofssee — wurde 1705 Generalmajor; 
Johann Friedrich Adolph v. d. M. a. d. H. Friedersdorf — ein Sohn 
des August Gebhard v. d. M. — gest. 1779 unvermählt, war 1778 und 
1779 General-Intendant u. Chef des Feldkriegs-Commissariats bei der 
zweiten Armee mit Generalmajors-Character ; Friedrich Wilhelm Sieg- 
mund V. d. M. — ein Sohn des gewesenen Hauptmanns Magnus Curt v. 
d. M., Herrn auf Grabow — verm. mit einer v. Woldeck, wurde 1787 
Generalmajor und Chef des Infant-Reg. v. Stwolinskj und starb 1788 ; 
Gustav Ludwig V. d.M. — ein jüngerer Bruder des erwähnten Generalma- 
jors Johann iYiedrich Adolph v. d. M, — verm. mit Caroline Emestine 
v.d.Golz, wurde 1779 Generallieutenant und Chef des v. Backhofechen 
Ktirassierregiments, trat 1784 aus dem activen Dienste und starbl797; 
Otto Siegfried Albrecht Alexander v. d. M. — ein Bruder des obenge- 
nannten Generalmajors Friedrich* Wilhelm Sigismund v. d. M. — wurde 
1803 Generalmajor und Commandant von Glogau und starb 1807; Ge- 
org Adolph Casimir v. d. M.. gest. 1823, war Oberst und Commandeur 
des Regiments v. Rudorf-Leibhusaren und Friedrich August Ludwig t. 
d. M., seit 1827 k. preuss. Generallieutenant a. D., Mitglied d. Staats- 
raths etc. war in erster Ehe verm. mit Caroline Francisca Grf. v. Brühl, 
gest. 1804 and in zweiter mit Charlotte Gii, v. Moltke. — Wie übri- 
gens iii ; ;nit x\uj nciinste Zeit nitihrere Sprossen des in vielen Gliedern 
"lilülirtMirtj >üimiut*A in d^^r k, preuss. Armee standen^ so befanden sich 
iuicl) IVft'hrei'o in k, preiiss.. Staatscliensten, — Was den Güterbesitz der 
waren noch m neuester Zeit in der Hand derselben 
greifte II borg: die Güter Wendisch-Pribbernow und 
,^£l@ia-NosijL und Wundickow and im Kr. 




— 169 — 

:-i?nelsbiirg: Schwesin, in der Noumark im Kr. Arnswaldc: Borkon- 
i-'i^e und Kölpin und im Kr. Lcbus: Friedersdorf (Fideicomniiss), in 

vjicaien im Kr. Neumarkt: Frankentlial und in Westpreussen im Kr. 

^hwetz: Mzanno. 

NieoL Jumticomii Liheiluii de Anti<|uo et novo gfnrre Marwitforum , Pranrof. IGU). — 
&r««l, Lib. VI. ». M>3. — Sinapiiui. I. 8. H.10 n. II. 8. 8<>1. — IHthtnar, S. HO. Nr. VK — 
knewtanm, 8. »43 und 3Ü9. - t^utte. I 8. llf.lO u 31. N. I'r. A. • I.. 111. S 3(;i— 7. - 
Ürmk. 9, L4d€hmr, II. P. 8* u. t^S und III. 8 307. — Siehmac/nfr. I. 17H: t. Marwitz, Mnr 
ÜKkumdy. 110: ▼. Marviti, Poromerisch. — 0. Mfdin'j, I. 8. 373 u. 74. — Pommor. W.-li. 
L Tab. 44. 

Xarsani. Reichsadelsstand. Diplom von 1723 fQr Joseph M ir- 
bdL k. k. Hofkammercanzlei - und Buclihaltungs - Rogistrator und Ex- 
pedxtor. 

MegerU •. Mmktfflä. Brg.-Bd. 8. 373. - 8upp. au Kiehm. W.-B. IX. »t. 

Marsani y. Stainhoff. Reichsadelsstund. Diplom von 17G9 für 
Lurenz and Johann Marzani. Geschwisterkinder, mit dem Pradicate : v. 
SuinhofT. 

MegtrU 9. MüMl/tld, Rrg.-Bd. R, 373. 

Marziani v. Sacile, auch Ritter. Erbländ. -österr. Adels- u. Kit- 
terstand. Adelsdiplom von 1812 ftlr Franz Marziani, k. k. Fcldmar- 
sehali- Lieutenant, mit dem Pradicate: v. Sacile und Ritterdiplom für 
Denselben von 1818. — Der Stamm wurde fortgesetzt u. in neuer Zeit 
«ir Georg Ritter Marziani v. Salice, k. k. Generalmigor, Divisionilr 
bei dem serbisch-banatischen Armee-Corps. 

Magerte 9. Uükl/elJ, 8. i^iS u. Krg.-nu. 8. 175. — Militär - Scbemat. d. ötterr. Kaine^rrh. 

Marzick y. Flammenfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1765 fUr Johann Wenzel Marzick, k. k. Artilleric-StOckhauptmann, mit 
dem Pradicate : v. Flammeiifeld. 

MegerU 9. Mühlftld, Krg.-Bd. 8. 373. 

* Masche. Ein früher unter dem schlesischen Adel aufgeführtes 

Geschlecht 

Sinapiu; I. S. 631. 

Mascherei. Altes, niederrhcinisch-westphälisches Adelsgcschlccht, 
welches schon 1400 zu Winandsrath, 1516 zu ßellegoy und Pfaffendorf 
mweit Bergheim, 1600 zu Novion im Luxemburgischen und zu Opinen 
mid noch 1694 zu Grimminghauscn unweit Altena gesessen war, später 
aber erloschen ist. 

Freik. 9. L^dtbur, 11. 8. 3S. — Siebmacher, II. 117: ▼. M , Nicdcrrheiniüch. — 9. Stti- 
■^ Tab. 33. 

^ Maschkow, Maschko, Mascow, Mascon (Schild der Länge nach 

getheilt: rechts in Silber drei übereinder stehende, rothe Rosen u. links 
in Gold eine Weinrebe mit zwei Trauben und drei Blättern, odor auch 
rechts dieWeinrebe u. links die Rosen). Reichs- u. schwedischer Adels- 
stand, im Kgr. Preusscn anerkannt. Reichsadelsdiplom vom 22. S(>])t. 
1553 nir die Gebrüder Christian Hennig Joachim, Bartholomäus Georg 
ond Nicolaus Masskhauen; schwedisches Adelsdiplom vom 10. Juli 1888 
fÄr Peter v. M., — einen Nachkommen des genannten Nicolaus v. M. — 
t schwed. pommersch . Consistorial - Director und Professor zu Greifs- 
wald (geb. 1634 und gest! 1720) u. preuss. Anerkennungsdiplom vom 



— 160 — 

24. Juli 1710 fftr Denselben. — Ein v. Maschkow stand 1806 als k. 
preuss. Oberst u. Commandeur des Muskctier-BataillonavomRegimente 
V. Ploetz in Czenstochau, Derselbe, gest. 1808, war ans Dessau ge- 
bürtig. 

N. Vr. K.L. irr. S. 367 und 68 and V. S. Sih. - Freih. t. Ledebur , II. 8. 83 and 
84. - Siebmacher, I. 41 : Die MMchko, Ocsterreichisch. — Schwed. W.-B. Tab. 37. — W.-B. 
der Pr. Moiiarrh , III. »5. 

*" Maschkwitz (Schild von Blau , Roth und Silber schräglinks ge- 

thcilt nnd im Rothen mit einer silbernen Rose belegt). Ein früher zu 
dem schlcsischen Adel zählendes Geschlecht, nicht zu verwechseln mit 
den Familien v. Machewitz und Maschwitz. 

Sinapius , I. 8. G30. — Stebmacher , I. 72: v. Maschwits, Schlosisch. — e. Meding , 1. 
8. 374. 

Maschwitz (in Gold drei schwarze Querbalken mit einem schräg- 
linken , ausgebogenen , grünen Rantenkranze überzogen). Altes , meis- 
sensches Adelsgeschlecht, welches schon von Knauth nicht mehr ange- 
führt wird. Dasselbe besass 1425 und noch 1473 Salzgüter in Halle u. 
Friedrich v. Maschwitz war 1630 kaiserlicher Oberstlieutenant. — Das 
Wappen findet sich am Grabmaale des Wolfgang Otto v. Schick von 
1637 in der Domkirche zu Meissen, S, 213. 

ürsinuM, Geschichte der Domkirrhe io Meiaseo. — Freiherr v. Ledebur , II. 8. 83. — 
Siebmaeher, I. 154: t. Maschwitc, Meiaaoiseh. — r. Meding, I. 8. 375. 

\ Maslaw, Maslowsky, Maslowesky. Ein früher in Schlesien, spä- 

ter im Posenschen vorgekommenes Adelsgeschlecht, welches dem polni- 
schen Stamme Samson einverleibt war. — Lucas v. Maslowski besass 
1772 unweit Gnesen-das Gut Stryzewo. 

Sinapiu», I. 8. 631 u. II. 8. 802. — Freiherr v. Ledebur, U. 8. 84. 

Masotti. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1717 für Jo- 
hann Franz Masotti. 

Megerle v. Mühlfeld, Brg.-Bd. 8. 373. 

^ Massa, Edle und Ritter. Reichsritterstand. Diplom von 1710 

für Anton v. Massa, schlesischen Kammcrrath und Salz -Administrator, 
mit dem Prädicate: Edler v. 

^ Sinapiu», H. 8. 802. — Meyerle v. Mühlfeld, Brg.-Bd. 8. 176. — Freih. 9. Ledebur, U. 

«.84. 

j^.» Maesart v. Montenville. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 

*ty^.. 1773 für Alexander Franz Joseph Massart, k. k. Stückhauptmann, mit 
*i'^*V ' &^ Prädicate: v. Montenville. 

Megerle 9. Uühtfeld , Krg.-Bd. 8. 373. 

Massbach, Maspach, Masbach, Mospach (Schild von Silber und 
Roth der Länge nach getheilt mit einer eingebogenen Spitze nach des 
Feldes abwechselnden Tincturen). Altes, fränkisches, Stifts- und ritter- 
mässiges , reichsunmittelbares , zum fuldaischen Lehnshofe gehöriges u. 
dem Rittercanton Baunach einverleibtes Adelsgeschlecht, nicht zu ver- 
wechseln mit der rheinländischen, ebenfalls erloschenen Familie v. Mos- 
bach. — Wilhelm v. Maspach wurde noch vor 1381 zu Fulda beliehen; 
Richardus de Maspach war 1480 Domdechant zu Würzburg und Philipp 
Adam v. Maspach, der Letzte seines Stammes, starb im Anfange des 
17. Jahrhunderts. 

Sckannat, 8. 129. - Biedermann, Cantoii Baunach, T«b. Mlft-39. - Satter, 8. Il6, 230, 
284, 856,333, 884, 354 und Tab. 9. Nr. 24 und Tab. th Vf. U, — 9. Meding, III. 8. 42S 



— 161 — 

, Maassen. Ein früher zn dem ostpronssischon Adel zäh- 
kodes Geschlecht, welches im Er. Lötzen zn Klein -Gablicken, im Kr. 
Lfck za Jacha and im Kr. Oletzko zn Maseryath und Wessolowen ge- 

r^HA. «. lede^wr, II. 8. 84. 

» KaaaeBbach, auch Freiherren (in Blau zwei goldene Querbalken). 
Altes, ursprQnglich schwäbisches und rheinländisches Adelsgeschleclit, 
ladi Allem ein Zweig des alten, berühmten Geschlechts v. Gemmingen, 
«elcher den ursprünglichen Namen verliess und sich seit der Mitte des 
11. Jahrhunderts, unter Beibehaltung des Stammwappens, nach dem im 
formaligen Ritter -Canton Craichgau unweit Gemmingen gelegenen 
Schlosse und nach der Herrschaft gleichen Namens ,, Massenbach'' nannte 
a. sdirieh. — Urkundlich erscheint zuerst in einem Diplome des Klosters 
ffirschan im zweiten Zehnt des 12. Jahrb. Warmund v. Massenbach 
imd seit dem kommt der Name des Geschlechts als altes Ritterge- 
s^echt auf Turnieren, in Stiften etc. vor, auch waren später oft meh- 
rere Glieder der Familie Rittenäthe und Mitglieder des grossen Ans- 
tdinsses der reichsfreien schAvflbischen Ritterschaft des Cantons Craich- 
gau, zu welcher das Geschlecht vermöge seiner Besitzungen seit dem 
Beginne dieses Verbandes ununterbrochen gehörte. — Um die Mitte des 
16. Jahrh. schied sich durch zwei Brüder, Wilhelm und Bechtold v. M., 
die Familie in zwei Hauptlinien, die schwabische u. preussische. Bech- 
told, Ritter des deutschen Ordens , kam in die östlichen Länder u. der 
Enkel desselben. Berthold, erhielt von dem genannten Orden mehrere 
Lehne, welche, durch spätere Erwerbungen vermehrt, seinen Nachkom- 
men verblieben. Die von Wilhelm v. M. , einem der verdienstvollsten 
Räthe des Herzogs Ulrich v. Württemberg, Gommandanten der Festung 
Hohenasperg etc. , gegründete llauptlinie erlosch im Urstamme schon 
hn dritten Gliede, wurde aber von Sprossen der preussischen Linie 
welche sich das Erbfolgerecht in den Stammgütern vorbehalten hatte, 
als schwäbische Linie wieder fortgesetzt. Dieselbe schied sich später 
wieder in die schwäbische und in die preussische Hauptlinie u. Ersterc 
m die katholische und in die evangelische Linie. Die katholische Linie 
hlflht in Bayern, schreibt sich : Gemmingen v. Massenbach u. ist in die 
Freihermclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 1812 eingetragen 
worden , die evangelische Linie blüht in Preussen , Nassau und Würt- 
temberg und schreibt sich einfach : Massenbach. Dieselbe , die eigent- 
liche Stammlinie, sonderte sich später in die beiden Linien des oberen 
und des unteren Schlosses, von denen aber letztere mit Christoph 
Julius V. und zu M., k. wtlrttemb. Major, 19. März 1835 erloschen ist. 
Ihre Besitzungen erbte hierauf die Linie des oberen Schlosses, welche 
den Hauptstamm des Hauses bildet. Die Mitglieder derselben besitzen 
unter k. wttrttemb. Landeshoheit das Rittergut Massenbach im Ober- 
amte Brakenheim in ungetheilter Gemeinschaft. — Die von der katho- 
lischen Linie bekannte absteigende Stammreihe ist folgende : Georg 
Bernhard, kurbayer. Oberstlieutenant; — Nicolaus Joseph: N. Freiin 
Pembler v. Stepperg u. Leutstetten ; — Johann Friedrich Freih. Gem- 
mingen V. Massenbach, gest. 1736 : Maria Theresia Freiin v. Donners- 

KntiChk«, Deataeh. Adtit-Ltx. VI. 1 1 



— 162 — 

perg zu Igling ; — Johann Adam Joseph L, kurpfUz. Hauptmann : Bar- 
hara Wilhelmine Freün v. Linden ; — August Ferdinand Franz , gest 
1815 : I. Maria Anna Latrin de Feignies und IL Josepha Freiin Gem- 
mingen V. Massenbach; — Johann Adam Joseph (11.) und Carl Anton 
Friedrich, geb. 1796, Gebrüder. lieber die vier Söhne des Bruders 
des Freih. Johann Adam Joseph L: des 1789 verstorbenen Freih. Carl 
Joseph Thaddäus , pfalzneuburg. Forstmeisters, a,us der Ehe mit Maria 
Juliana Josepha v, Wirsching, die Freiherren : Carl Theodor , k. bayer. 
Kämm, und Generalmajor , verm. mit Wilhelmine Grf. v. Pestalozxa, 
Franz Friedrich Anton, gest. 1843, k. bajer. Regier.-Director zu Bay- 
reuth , verm. mit Walpurga Grf. Czeyka v. Obramovicz , Carl Auguat 
Joseph, gest. 1858, k. bayer. Forstmeister zu Neuburg, verm. mit Ca- 
jetana Grf. Czeyka v. Obramovicz und Wilhelm, gest. 1852, k. bayer. 
Oberstlieutenant , verm. mit Eva Maria v. Spanmann , gest. 1842 und 
über die Nachkommen derselben giebt das geneal. Tasöhenb. d. h'eih. 
Häuser genaue Auskunft. — Die preussische Linie umfasst die Nach- 
kommenschaft des oben genannten Bechtold v. u. zu M. , Deutach -Or- 
dens-Ritter unter dem Heermeister Hermann v. Salza, welcher, wie aa- 
gegebeu; auch der entferntere Stammvater der erneuerten schwäbischen 
Linie war. Der Enkel desselben, Bertold, leistete dem Orden unter 
dem Ordenshofmeister Hans Truchsess zu Wetzhausen wichtige Dienste 
und wurde für diese mit den Gütern Stuttehnen, Cordommen und Pap- 
laucken unweit Heiligenbeil belehnt, zu welchen die Familie spä,ter noch 
Rodmannsböfen bei Königsberg brachte, welche bis in neue Zeit der 
Familie verblieben. — Aus dem Hause Rodmannsböfen traten um 1660 
fünf Brüder in holländ. Dienste. Vier derselben fielen auf dem Felde 
der Ehre, und nur Einer, Wilhelm Albrecht v. M., erlebte den Ausgang 
der Feldzüge. Als Chef eines Dragoner - Regiments ging derselbe mit 
dem Könige Wilhelm HI. nach England. Aus diesem Regimente wurde 
später die s. g. blaue Garde errichtet und der Conunandeur kam nach 
einem vielbewegten Leben nach Preussen zurück und setzte das Ge* 
schlecht fort Ein Enkel desselben, Carl Wilhelm (H.) — Sehn dea 
Carl Wilhelm (L), k. preuss. Landraths und Herrn auf Rodmannsböfen 
— starb 1821 als k. preuss. Generalna^jor a. D. und hinterlless eisoea 
Sohn, welcher später Major im 1. Garderegimente war. Eberhard Frie^ 
drich Fabian v.M., von der preuss. Linie, trat 1815 mit dem Characteir 
eines Generals der Cavallerie in den Ruhestand und starb 1819 auf 
seinem Gute Johrengen bei Bartenstein und Christian Carl August liUd- 
wig Freih. v. und zu M., aus der jüngeren württemb. Linie, trat in der 
letzten Leben^ahren des Königs Friedrich H. in den preuss. General- 
stab, erhielt 1794 vom Könige Friedrich Wilhelm IL von Preussen als 
Geschenk das Gut Bialokosz im Kr. Birnbaum, war 1806 Oberst und 
General-Quartiermeister im hohenloheschen Corps , kam wegen der Ca- 
pitulation bei Prenzlau etc. in Untersuchung und starb nach einem viel- 
fach bewegten Leben 1827 auf seinem Gute. Nächstdem haben mehrere 
andere Glieder der Familie in der k. preuss. Armee, so wie auch impr« 
Civildienste gestanden. Ein v. M. war 1806 Geh. Ober-Kriegs- m. Do- 
mamen-Rechnungsrath u. ein Anderer Tribonalrath zu Königsberg and 



— 168 — 

1837 irtr ein Geb. Regier.-Rath v. M. k. preuss. Commissariiis bei der 
ZollidiBinistration in Carlsnihe, doch fehlen noch fortlaufende Stamin- 
teüieii derpreagsischenHanptlinie. — Nach Hauer war 1 857 Georg Freih. 
T. MASsenbach im Posenschen Herr auf ßialokosz im Kr. Birnbaum u. 
Jiknbowe im Kr. Samter , der k. preuss. Major v. M. Herr auf Konin 
«ul Dorf Pinne im Kr. Samter und Edmund v. M. Herr auf Salescben 
M Kr. Ortclsburg, Prov. Ostpreussen. — lieber die Sprossen der evan- 
Linio im Kgr. Württemberg und im Herzogth. Nassau liegen 
Angaben vor. In neuer Zeit lebten drei Brüder, die Freiher- 
Friedrich Ferdinand Eberhard , Friedrich Reinhard Wilhelm und 
Ckrittian Carl August Ludwig. — Freih. Friedrich Ferdinand Eberhard, 
gMt 1825, k. württemb. Staatsrat!! u. erster IMrector der Ober-Uech- 
a^gskammer, war mit Caroline Freiin y. SeckendoriT vermühlt u. hin- 
terlleea einen Sohn: Freih. Hermann, gest. 1847, k. ^^ürttcmb. Obcrst- 
Meatenant und Adjutanten des Königs . aus dessen Ehe mit Evclino v. 
Jakobs, geb. 1806,' zwei Töchter leben: Freiin Eveline, geb. IftSO.Hof- 
feftnldii 1. MaJ. der Königin von Württemberg und Freiin Pauline, geb. 
18M, Term. 1860 mit Benedict , genannt Benno Freih. v. Hermann. 
Baritser der Fidcicommiss-Herrschaft Wain etc — Freiherr Friedricli 
Beinbard Wilhelm, gest. ISlS, Oberst derk. württ. Oavallerie u. Ober- 
iatendant a. D. war vermülilt mit Dorotliee v. Bescheffer und aus dieser 
Bie entapross: Freih. Georg, gest. 1845, h. nassau. Kammerherr, Ober- 
Ibrstraeiater und Referent bei der liandesregierung , welcher sich mit 
Sophie Henriette Freiin v. Münchhauscn, geb. 1792 vermahlte, aus 
wdcher Ehe, neben vier Töchtern, zwei Söhne stammen: Fxliuird Freih. 
T. n. zu M., geb. 1816, h. miss. Hofrath und Moritz Freih, v. u. zu M., 
§eb. 1825, h. nass. Jagdjunker u. Ober-Förster zu Wiod-Selters, verm. 
1857 mit Henriette Freiin v. Reden a. d. Hause Franzensburg. — Von 
dem Freih. Christian Carl August Ludwig, s. oben, stammt aus der Elie 
«Jt AmaHe v. Gualtieri, neben einer Tochter, Adelheid, verw. Freifrau v. 
Rippard, ein Sohn: Freih. Georg, geb. 1799, k. preuss. Major a. D. u. 
BeiT auf Bialokosz, s. oben. Derselbe vermählte sich 1829 mit Sophie 
Freiin y. Gemmingen-Steinegg, geb. 1810 und hat neben acht Töchtern, 
jRbrf Söhne: Hennann, Christian, Georg, Carl und Wilhelm. 

9. BaiUMn, U. ft. 116 u. T»b. 8. — ». La»9, 8. 195 und SÜ. *- N. Pr. A.-L. Ol. 8. 3C8 
^ «9, — Ca»t. Adtflsb. ü Kgr. Wiirtu-mlKfrg. 8. 270—74. - /-W/A. r. L^d-bur. II. 8. ^4. — 
Oeo«al. Tftschcnb. der frHIi. Iliiifffr. ih53. 8. 2SI-M and 1863. 8. 517-lM. — Siebinachcr, 
I lU: r. Massenbarh, 8rhwibisch. — p. Mfdiny^ I. 8. 376 a. 7t>. — «uppl. nt Siobm. W.-B. 
IV. 1«. — Tyrof, I. lOS - W.-B. d. Künii;r. Baymi, XIV. 54. — W.-B. d. IM-mihh. Uheiu- 
prvT. 11. T«b. 3i. Nt. G4. — W.-B. d. K«r. Württemb. Nr. 117 und 8. U. - Kn:%chke , li. 
». 299 u. 90. - ». llfjner , nassau. Adel , Tab. f> u. 8. 8. 

MaBsenberg. Stei ermärkisches Adelsgcschlecht , welches frtther 
die Herrschaft Massenberg in Steiermark besass. 

ürAfiwI«. II. 8. &19. 

Ma8»on, Ritter und Edle. Reichsritterstand. Diplom von 1712 
ftlr Victor Amadeus Masson, k. k. Feldstallmeister, mit dem Pradicate : 
Edler ▼. 

MegtrU t. MüMfeUi . Erg.-Bd. 8. 176. 

* Massow (in Silber »wei rothe Querbalken). Eins der ältesten, an- 

gciekeBiten and begtUertateaAdelsgeschlecfater Pommerns, wekhes leit 

11* 



— 164 — 

dem 16. Jahrhunderte , nachdem die v. Barvoth in Pommern erloschen 
waren, die Präsidenten-Stelle im Schöppenstuhle zu Stettin erblich be- 
kleidete, später zu dem reichen Grundbesitz in Pommern auch Güter im 
Brandenburgischen , in Schlesien und in Ostpreussen erwarb und noch 
jetzt, in zahlreichen Sprossen blühend, viele ansehnliche Güter besitzt. 
— Den Ursprung desselben leitet Micrael aus Massovien her und giebt 
an, dass der erste Ritter aus diesem Geschlechte in Pommern Hofcava- 
Her bei der Tochter des Herzogs Semovitus von Massovien, welche sich 
mit dem Herzoge Wratislaus lU. in Pommern vermählte, gewesen sei. 
Herzog Wratislaus IH. hatte kurz vor seinem um 1264 erfolgten Tode 
diesem Ritter den District zu Lehn gegeben , in welchem die heutige 
Stadt Massow liegt, die, von den v.Massow angelegt, — Conrad v.Mas- 
sow wird 1269 und Gerhard v. M., beide herz. pomm. Räthe, 1299 
genannt — bald darauf aber mit den dazu gehörigen, später eine Herr- 
schaft bildenden Ländereien an den Bischof Hermann von Camin , aus 
dem gräflichen Hause Gleichen , überlassen wurde.' Dieses Besitzthum 
ging 1523 an die Grafen v. Eberstein über und wurde mit der Graf- 
schaft Naugardt vereinigt , welche jetzt ein königliches Domainenamt 
bildet. Dafür erwarben die v. Massow im Laufe der Zeit zahlreiche 
andere Güter in Pommern und breiteten sich aus vielen Häusern , na- 
mentlich aus den Häusern Rohr, Bartin, Woblanse u. Seelitz oder Der- 
selitz aus. Die Stadt Rummelsburg , die Güter Zezenow , Dargeröse, 
Mahnwitz, Gross-Podel, Grumbkow, Zirchow und Somzkow, sämmtlich 
im Kr. Stolp , Thürzig , Wussecken im Kr. Schlawe , Bartin, Woblanse, 
Brünnow, Heinrichsdorf, Kamnitz, Falkenhagen, Reinfeld, Rohr, Gr.- 
Schwirsen, Turzig, Treblin, Gr.-Volz, Woldow und Lodder im Kr. Rum- 
melsburg und Dobberpfuhl im Kreise Pyritz waren alte v. Massowsche 
Lehne. — Die Stadt Rummelsburg war seit langer Zeit ein Besitz der 
V. Massow aus den Häusern Rohr, Woblanse und Seelitz, welche sämmt- 
lich Antheile daran hatten. Woblanse, eins der ältesten Lehne der Fa- 
milie, liegt zwei jind eine halbe Meile von Schlawe. Diesen Rittersitz 
mit dem Gute Seelitz und einem Antheile an der Stadt Rummelsburg 
kaufte 1516 Ewald v. M., Landvoigt zu Stolp und Hauptmann zu Bü- 
tow, von seinem Vetter, Mikes v. Massow, Herrn auf Wussekken. Diese 
Güter kamen später von dem Landrathe Caspar Ewald v. M. an den 
Sohn desselben , den Rittmeister Hans Wedig V. M. Nach dem Tode 
desselben fiel 1753 bei der Theilung des Erbes Woblanse an den älte- 
sten Sohn, den Hauptmann Caspar Otto v. M., und Seelitz an den jüng- 
sten Sohn , den Hauptmann Carl August v. M. , welcher nach dem Tode 
des Ersteren, nach mit seinem anderen Bruder, dem Obersten Friedrich 
Eugen V. M. , 1759 und 1764 abgeschlossenem Vergleiche, nicht nur 
Seelitz behielt, sondern auch Woblanse bekam und nach seinem 1778 
erfolgten Tode beide Güter seiner Wittwe und drei Söhnen: Valentin 
Wedig Ewald, Carl Friedrich Heinrich u, Ernst August Wilhelm v. M., 
hinterliess. — Bartin ist ein zwei Meilen von Schlawe gelegener Ritter- 
sitz. Mit diesem Sitze, so wie mit Barvin, Treten , Runmielsburg, Lan- 
tow, Suckow, Quesdow, Quatzow, Runow, Reblin, Kunsow, Suchersin, 
Mahnwitz, Warbelow, Reinfeld und Falkenhagen wurden H^uüng v. M., 



— 165 — 

dessen Bradcr, Mikes, und dessen Tettern : Ewald, Thomas und Clans 
T. M- zu Bartio, nach dem zn Garz 1478 gegebenen Lehnbriefe von dem 
Herzoge Bogislaos belehnt. Diese Güter waren zu Anfange des 
18. Jahrfa. in der fland des Oberstlientenants Ewald v. M. , welcher 
aliiiiHcbe Nachkommen nicht hatte. Der Schwiegersohn desselben, der 
Oberstlieatenaot und nachmalige Geh. Staatsroinister Joachim Kwald v. 
Massow, nahm diese Goter an and verglich sich 1742 mit dem Lehns- 
Iblger, dem Rittmeister Hans Wedig v. M. Joachim Ewald v. M., besass 
übrigens anch die Ton seinem Vater ererbten Goter Zezenow und Dar- 
geröse im Kr.Stolp, trat aber noch bei Lebzeiten sämmtliche Güter, mit 
Elmrilligang seiner Gemahlin. Elisabeth Sophie v. Massow. 1768 seinen 
beiden Söhnen, nftmlich dem Msgor a. D. v. M. die Güter Bartin, Bar- 
tId , Treten , den Antheil an Rummelsburg etc. , dem jüngeren Solme 
aber, dem Hanptmanne und sjtäteren Landrathe Carl v. M., die Güter 
Zezenow und Dargeröse ab. welcher dieselben nach einem Vergleiche 
Ton 1777 an Moritz Heinrich v. Weyher verkaufte. — Später. 1837, 
besassen die v. Massow in Pommern noch die Stadt Rnmmelsburg , die 
Guter Loist im Kreise Pyritz . Gross-Meilen im Kr. Saatzig . und Rohr, 
Scbwessin, Falkenhagen, Reinfeld, Woblanse, Gr. Schwirsen und Gross 
Volz im Kr. Rnmmelsburg. In Schlesien besass Ewald Georg v. M , s. 
«Uten, die Güter Nenguth bei Lüben, Gross -Heinzendorf, Heinzenberg 
etc. und Carl Ludwig Ewald v. M., kön. Landrath, 1806 Globitschen 
bei Gnhrau etc., so wie der Obermarschall Valentin v. M. in den T^Iar- 
ken Steinhöfel bei Lebns etc. — Von den Sprossen des Stammes ist eine 
lange Reihe im Kgr. Preussen zn hohen Ehrenstellen und Würden ge- 
langt. Zn diesen gehören: Caspar Otto v. M., gest. 1736, k. preuss. w. 
Geh. Staats- und Kriegsminister, Ober -Präsident in Pommern, Amts- 
bauptmann zu Rügenwalde, Prälat des Stifts zu Camin, Schloss- u. Burg- 
gesessener zn Rnmmelsburg , Herr auf Bartin , Dobberpfuhl etc. ; Hans 
Jorge Detlev v. M., gest. 1761, — ein Sohn des Hans v. M. auf Brün- 
now — seit 1750 k. preuss. Generallieutenant; Joachim Ewald v. M., 
gest. 1769, — ein Sohn des Caspar Otto v. M. — früher Oberstlieute- 
nant, später Kammer-Präsident zu Königsberg u. zuletzt w. Geh. Staats- 
a. Kriegsrath, Chel-Präsident der schlesischen Kammer u. dirigirender 
Hinister in Schlesien etc.; Valentin v. M., gest. 1775, zuerst Präsident 
bei der Kriegs- und Domainenkammer zu Minden, seit 1763 w. Geh. 
Staats- und Kriegsrath, Vice-Präsident u. dirigirender Minister bei dem 
Generaldircctorium , Chef des zweiten Departements von der Kurmark 
und Magdeburg, so wie später von Preussen und Litthauen etc. ; Eber- 
hard Julius Wilhelm Ernst v. M., gestorb. 1816 , wurde 1798 w. Geh. 
Staats- und Justizminister und erhielt das geistliche und Schuldeparte- 
ment, Bo wie das Ober - Curatorium der Universitäten ; Ewald Georg v. 
M., gest. 1820, war später Oberlandeshauptmann von Schlesien, Staats- 
minister etc. ; Wedig Carl Gottlob v. M. a. d. H. Barün , vermählt mit 
einer v. Favrat, trat 1821 als Generalmsgor aus dem activen Dienste etc. 
Später, 1837, «fanden im preuss. Staatsdienste und in der Armee na- 
mentlich die drr-i ROhnc des Ober -Hofmarschalls v. M. auf Steinhöfel: 
Valentin v. M., Oberst u. Flflgel- Adjutant von der Cavallerie; Ludwig 



— 166 — 

V. M. auf Demritz, später k. preuss. Staats und Hausminister, vermählt 
mit Hermine Grf. v. d. Scbulenburg-Eraden, aus welcher Ehe fünf Söhne 
lebten und Wilhelm v. M. auf Rummelsburg, Geh. Regier.-Rath, verm. 
mit Laura Grf. v. Warten sieben. Aus der Ehe des Oberlandeshauptmanns 
und Ministers Ewald Georg y. M., s. oben, lebte damals ein Sohn, Carl 
Georg Ewald v. M., k. Kammerherr und Geh. Regier.-Rath a. D., Herr 
auf Neuguth, Heinzendorf etc., welcher aus der Ehe mit Catharina Grf. 
V. Reichenbach-Zessel mehrere Kinder hatte. Ein Bruder des Oberlan- 
deshauptmanns und Ministers war Hans Christlieb v. M. , Major a. D. 
Derselbe war früher Herr auf Brieg bei Glogau und Rüstern bei Lieg- 
nitz und aus seiner Ehe mit einer v. Rade stammte ein Sohn, August v. 
M. , Mgyor a. D. — Zu der schlesischen Linie gehörte auch der zu Polk- 
witz verstorbene Oberst a. D. v. M. Von den Söhnen desselben lebte 
der Eine, Friedrich v. M., früher Remontc-Inspecteur, später als Oberst- 
lieutenant a. D. und ein anderer Sohn war ebenfalls Oberstlieutenant a. 
D. — Mehrere andere Sprossen des Stammes nennt das N. Pr. Adels- 
Lexicon. — Was noch die in neuer Zeit der Familie zustehenden Be- 
sitzungen anlangt, so waren nach Rauer 1857 im Kgr. Preussen begü- 
tert : Ludwig v. M., k. Staats- u. Hausminister auf Loest, Gross MöUen 
im Kr. Pyritz und Demnitz im Kr. Lebus; Valentin v. M. auf Steinhö- 
fel im Kr. Lebus ; Geh. Ober-Regier.-Rath v. M. auf Rohr, Brandheide 
und Friedrichshuld im Kr. Rummelsburg ; Mc^or v. M. auf Gr. Volz u. 
Gr. Schwirsen im Kr. Rummelsburg ; M^jor v. M. auf Woblanse eben- 
falls im Kr. Rummolsburg ; Regier.-Rath v. M. auf Kammelwitz im Kr. 
Stcinau und Bialutten im Kr. Neidenburg ; A. v. M. auf Bansekow, Dre- 
sow und Liepen im Kr. Stolp; Gneomar v. M., k. Kammerh. undLieut. 
a. D., auf Bronau im Kr. Guhrau und Feodor v. M. auf Globitschen, 
ebenfalls im Kr. Guhrau. 

mcrael, 8. 603. — Oauh€, I. Ö. 1331 und Sa. — Zedier, XIX. B. I9«0. ~ Ditktnar, fl. 6. 
Nr. 11. — Klaproth, der geh. pr. Htaat«r«th, 8. 403. 434. 442 und 539. — Biograph. Lexicoa 
«M«r Hilden a. llilitÄirpers. \\\. R. aT. — N. Preuss. A.-L. III. «. 369—78. — Freih. v, Le- 
debur, II. 8. H4 und H& u. ill. S. 308. - Sififmachtr, I. 177; t. Masaot, M&rkiaeh. — v. th- 
ding . I. 8. 376. — Tyroff, 11. 82. - Pommer. W.-B. I. Tab. 22. — SchlesUch. W.-B. 11. 
Nr. 190. 

Masswand, Freiherren nnd Grafen. Steiermärkisches , freiherr- 
liches Geschlecht, in welches durch Diplom vom 19. Aug. 1689 auch 
der Grafenstand kam. 

Schmutz, 11. 8. 520. 

Itfatanschek v. Ben dorf, Ritter. Erbländ. - österr. Ritterstand. 
Diplom vom 3. Aug. 1842 für Joseph Matauschek, k. k. Obersten und 
Platzcommandanten in Wien, mit dem Prädicate: v. Bendorf. Derselbe 
nahm als Feldmarschall-Lieutenaut den Abschied. Der Stamm wurde 
fortgesetzt. Alois Ritter M. v. B. war in neuester Zeit k. k. Hauptmann 
und Vincenz Ritter M. v. B. Oberst -Lieutenant im tnvalidenhause za 
Tymau. 

Handschriftliche Notiz. — Ifilit.'Schemat. d. osterr. Raiaerthams. 

Mateme, Hatteme (Schild ge viert, mit Mittelschilde. Im silber« 
uen Mittelschilde ein schwarzer Adler. 1 u. 4 in Silber ein rechts ge- 
kehrter , einen Stab haltender , rother Greif u. 2 u. 3 in Gold ein von 



— 167 — 

einer Schanze amgebener Festangsthnrm). Adelsstand des Kgr. Preus- 
sen. Diplom vom 12. Juni 1734 fttr den k. preuss. Hauptmann Ma- 
terue im Regimente König. 

n. Pr. A.-U V. 8. Stft: V. Mattem«. — F^eih.9. Ledebur, D. 8. 85. — W.-B. d. Pwoss. 
MoMrchie, III. 95. 

Matenü , Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1 729 für 
Siprand Matemi, k. k. Rittmeister. 

Mtgn-ie 9, Mükiftld, Rrg. Bd. 8. 176. 

Mathesem, Edle y. Lehenshoven, Ritter. Erbländ.-Österr. Rit- 
tentand. Diplom von 1719 für Johann Jacob v. Mathesem, nieder- 
österr. Landmarschalls-Secretair, mit dem Prädicate : Edler v. Lehens- 
hoven. — Die Familie wurde 1726 in die Landmannschaft des Herzog- 
thums Bteyermark aufgenommen. 

M9g€rU 9, Mühlftld, Brg.-Bd. 8. 17«. ■> SehmtüM. II. 8. 521. 

• Mathessen, Mathesen, Freiherren. Erbländ. - österr. Freiherrn- 
stand. Diplom von 1770 fttr Johann Andreas v. Mathesen, k. k. Ge- 
neral-Feld-Wachtmeister. 

Migtrl« 9. Mühlfeld, Erg.-Rd. 8. 77. 

Mathesscn. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 6. Juli 
1798 fttr Carl Mathessen, k. preuss. Lieutenant in der Artillerie. Der- 
selbe nahm 1816 als Oberst den Abschied u. starb 14. Dec. 1833 zu 
Nieder-Popschütz im Kr. Freistadt. 

Htndsehrlftl. Notit. — N. Preuss. A.-L. UI. 8. 873. — Frtih, 9. Ledtbur, H. 8. 85. 

Mathiassen v. Ehrenberg. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1710 fttr Franz Heinrich Matthiassen, Assessor des Oberamtes zu Laus- 
nitz, mit dem Prädicate ; v. Ehrenberg. 

Magerte 9. Mühlfeld, Brg.-Bd. 8. 373. 

Mathiess v. Rosenfeld. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1727 fttr Peter Mathiess, Landrichter zu Rankhwcil, mit dem Prädicate : 
T. Rosenfeld. 

MigtrU 9. Mühlfeld, Brg.-Bd. 8. 373. 

Mathis y. Bmckenfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1774 fttr Johann Mathis, k. k. Feldschiffbrttcken-Oberlieutenant zu Es- 
segg, mit dem Prädicate ; v. Bruckenfeld. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.. Bd. 8. 373. 

Mathis V. Trenstadt, Edle. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1822 fttr Johann Martin Mathis, Advocaten zu Feldkirch, mit dem Prä- 
dicate : Edler v. Treustadt. 

Megerle 9, Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 373 a. 74. 

* Matby , Matthy (in Silber ein rother Sparren , begleitet von drei, 
2 u. 1, fttnfstrahligen rothen Sternen und einem rothen Windspiele im 
Schildesfusse). Polnischer Adelsstand. Diplom vom 26. Octob. 1775 
ftr Ignaz Johann (IL) v. Mathy, später auf Makohlen im Kr. Heilsberg 
und vom 11. Nov. 1790 fttr die Gebrüder Ludwig v. M., später, 1798, 
Weihbischof von Posen u. Hyacinth v. M., Gutsbesitzer. — Der nähere 
Ahnherr des Geschlechts ist Johann v. Mathy, aus einem ursprünglich 



— 168 — 

französischen Adelsgescblechte stammend, welcher zwei Söhne: Claude 
und Ignaz Johann (I.) hatte. Claude v. M. war 1721 k. franz. Resident 
und Consul bei der freien Hansestadt Danzig, Ignaz Johann (1.) aber 
FinanzVath zu Danzig. Ersterer , verm. mit einer Grf. v. Wrschowetz- 
Sekerka v. Sedczicz, setzte den Stamm durch zwei Söhne, Letzterer, 
verm. mit der Tochter des Gross - Schatzmeisters v. Grabe wski, durch 
drei Söhne und zwei Töchter fort. Von den beiden Söhnen des Claude 
V. M. war der Aeltere, Victor, Oberst in k. französ. Diensten und der 
Jüngere Abt zu Lüneville und Domherr zu Frauenburg. Von den Söh- 
nen des Ignaz Johann (I.) war Ludwig, s. oben, Weihbischof von Posen, 
Anton Banquier zu Danzig und Hyacinth Gutsbesitzer. Von den Töch- 
tern vermählte sich Adelgunde mit dem Obersten der polnischen Kron- 
garde V. Hirsch und Marie Luise mit Thomas v. Hanmann auf Rodels- 
höfen und Rosenort. Von Hyacinth v. M. stammte Ignaz Stanislaus v. 
M., gest. 1832 als Bischof von Culm. — Ein Enkel des Anton v, M.: 
Anton (H.) war 1837 Chef des Handelshauses y. M. in Danzig. Eine 
Schwester des Letzteren hatte sich mit einem Grafen v. I^ockow ver- 
mählt. — In neuester Zeit stand der Familie im Ermelande das Gut 
Sonnenberg zu. 

N. Pr. A.-L. in. 8. 373 u. 374. — Freih. ». Ledebur, U. 8. 85 u. 86. 

Matoschek, Edle und Ritter. Erbl. - österr. Adels- und Ritter- 
stand. Adelsdiplom vom 8. Juni 1815 für Franz Xaver v. Matoschek, 
Doctor der Medicin und Vice - Director des medicinisch- chirurgischen 
Studiums, mit dem Prädicate: Edler v. und Ritterdiplom von 1820 für 
Denselben. 

Handschrift]. Notiz. — Megerle v. Mühlfeldy 8. 130 n. 226. 

Matschacher. Steiermärkisches Adelsgeschlecht, welches den 
gleichnamigen, bei Graetz liegenden Ort besass. 

SchmutM, II. 8. 521. 

Matschiner v. Bachnerthal. Erbländ. -österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1810 für Adalbert Matschiner, k. k. Hauptmann im wallach- 
isch-illyrischen Gränz-Regimente, mit dem Prädicate: v. Bachnerthal. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 374, 

Matt, Freiherren. Erbländ.-österr. Freihermstand. Diplom von 
1793 für Ignaz Matt, niederösterr. Regierungsrath. 

Megerle v. Mühlfeld. Er>j.-Bd, S. 77. 

Mattansch v. Minenfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1764 für Johann Christian Mattausch , k. k. Hauptmann im Mineur- 
Corps, mit dem Prädicate : v. Minenfeld. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 374. 

^ Mattencloit , Mattincloit , anch Freiherren. Böhmischer Ritter- 

und Freihermstand. Ritterdiplom vom 5. Mai 1689 fUr Bartholomaeus 
Gottfried V. Mattencloit , k. k. Eammerrath und Canzlei - Director in 
Schlesien , Herm auf Grüben bei Falkenberg und zwar unter Vereini- 
gung des mütterlich angeerbten loevenichischen Wappens : (in Roth zwei 
goldene Querbalken) mit seinem angestammten Wappen: (im Roth eine 
goldene Engel, auf welcher mit untergeschlagenen Füssen ein rechtsge- 



— 169 — 

kehrtes und zurück gegen die Linke sehendes Einhorn sitzt) und Frei- 
hermdiplom vom 30. Jan. 1732 für Franz Ludwig v. Mattencloit, lieg- 
nitzischen Regierungsrath u. Herrn auf Ober- und Nieder- Seibersdorf 
in Schlesien. — Altes, ursprünglich aus dem Herzogthume Lüttich stam- 
mendes , nach den Herzogthümem Jülich und Berg und später nach 
Oesterreich u. Schlesien gekommenes Adelsgeschlecht, dessen Stamm- 
reihe um 1480 mit Gabriel v. Mattencloit beginnt. Derselbe, Rath und 
Secretair des Herzogs, von Jülich und Berg, war mit Anna v. Winkel- 
hausen vermählt und von ihm steigt die Stammreihe, wie folgt, herab : 
Joachim v. M., um 1506 herz, jülich-berg. Gesandter am Hofe des Kö- 
nigs Heinrich VTH. von England: Adriana v. Schreiner; — Hildegerus 
V. M. , 1545 kurbrandenburg. Hofrath: Catharina Schopen v. Elsdorf; 
— Joachim v. M. , 1595 h. jülichscher Rath und Referent : Maria Loe- 
venich v. Fronhofen; — Bartholomaeus Gottfried Ritter v.M., s. oben: 
Maria Clara v. Adolph; — Freih. Franz Ludwig, s. oben, gest. 1768 
•als k. k. Appellationsrath zu Prag: Agnes Freiin v. Ehrmanns zum 
Schlug; — Freih. Johann Reichard, gest. 1790, Herr auf Dombrau, Nie- 
der-Seibersdorf, Nieder-Marklowitz und Nieder-Suchau in Schlesien : I. 
Maria Johanna Freiin v. Osteschau, gest. 1761 und H. Renata Freiin 
V. Beess, gest. 1777; — Freih. Johann, geh, 1751 u. gest. 1823, Herr 
auf Nieder-Toschonowiz, k. k. Oberstlieutenant: Antonie Freiin Sp6ns 
V. Boden; — Freiherr Joseph Reichard, geb. 1787, Haupt der Familie, 
Herr auf dem Lehen Deutsch-Paulovitz, k. k.Kämm. und Major ind. A.: 
Caroline Pogatsch v. Paburg, geb. 30. Mai 1793; — Freih. Wladimir, 
geb. 1821 , k. k. Kreis - Commissair zu Wiener - Neustadt. — Von dem 
Bruder des Freiherrn Joseph Reichard, dem 1861 verstorbenen Frei- 
herm Gottfried , stammen aus der Ehe mit Eleonore Hazy de Sakul, 
geb. 1805, zwei Söhne : Freih. Julius, geb. 1825 u. Freih. Gottfried (IL), 
geb. 1827, k. k.Rittm. in d.A., verm. 1858 mit Henriette Grf. v.Berch- 
töld, geb. 1836. — lieber die zahlreiche Nachkommenschaft der drei 
Brüder des Freiherm Johann , die Freiherren: Carl, gest. 1814, Herrn 
auf Niedor-Seibersdorf, verm. mit Thecla Freiin v. Beess und Chrostin, 
gest. 1828, Reichard, gest. 1837, Herrn auf Dombrau u. Mittel-Suchau, 
k. k. Rittm. a. D., verm. mit Helene Freiin Spens v. Boden, gest. 1833 
und Franz Xaver, gest. 1838, Herrn auf Marklovitz und k. k. Haupt- 
mann in d. A. , verm. mit Josepha Grf. Kdlnoky v. Köröspatak, gest. 
1818, geben die geneal. Taschenbb. der freih. Häuser genaue Auskunft 

Sinapius. II. 8. «02. — Gauhe , II. 8. TCO und 701. — Megerl« v. Mühlfeld, Erg.-Bd- 
8. 77. - N. Pr. A.-L. III. 8. 374. -FrHh, v. Ledebur, 11. 8. 86. — Geiieal. Taschenb. der 
firelh. Häiner. 1848. S. 244— 4K und !H63. S. 618—20 — Ruppl. zu Siebm. W,-B. II. II. 

Mattem, Mattern y. Adlerfeld. Böhmischer Adelsstand. Diplom, 
laut Notification an die breslauer Amts-Regierung, vom 21. Nov. 1670 
für Johann Albrecht Mattem, mit dem Prädicate : v. Adlerfeld. 

Freih. r. Ledebur, U. 8. 86. 

Mattern, genannt v. Prenss (in Blau ein Stamm mit drei Blättern, 
auf welchem zwei schräggestellte Wurfspiesse mit den Spitzen ruhen). 
Adelsstand des Königr. Preussen. Diplom vom 1. Nov. 1833 fftr Oscar 
Friedrich Bogislaus Mattem, Lieutenant im Regimente K. Franz, En- 
kel und Adoptivsohn des, aus einem ursprünglich pommemschen Adels- 



— 170 — 

geschlechte stammenden k. prenss. Hauptmanns ▼. Preuss, mit dem Na- 
men: Mattern. genannt t. Preuss n. dem Wappen der Familie v.Preuss. 
— Der Empfänger des Diploms ist jetzt Hauptmann im 4. Garde-Gre- 
nadier-Heghnente. 

Haitdschriftl. Notit. -^Fnih. 9. UtUbttr, 11. 8. 86. - W.B. d. Pr«MS8. Monarch. IV. 24. 

Matthaens v. Rosenhand. Schwedischer Adelsstand. Diplom um 
die Mitte des 17. Jahrh. von der Königin Christine für Simon Mat- 
thaous, k. schwedisch. Etatsrath, mit dem Prädicate: v. Rosenhand. 
Der Erhobene war ein Sohn des Nicolaus Matthaens, Rathsherrn zu 
Stralsund. 

Fr0fh. 9. Ledfbur, Tl. 8. 86. 

Matthaides v. Zavietiz, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom 
von 1709 für Johann Joseph Matthaides v. Zavietiz, k. k. Hofagenten. 

Megtrlit ». Mühl/Hd, Krg.-Bd. 8. 176. 

Matthias (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Blau auf grü- 
nem Boden ein Weinstock und links in Gold ebenfalls auf grünem Bo- 
den eine Pappel). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 5. Juni 
1798 für Carl Ludwig Michael Caspar Matthias , k. preuss. Junker im 
Husaren-Regimente v. Lediwary. Derselbe, ein Sohn des k pr. Ober- 
rechnungsraths Matthias, starb schon 1805 als Lieutenant im Dragoner- 
Regimente Markgraf von Ansbach-Bayreuth. 

Uandtrhriftl. Notis. - Freih, v. Ledfbur, II. 6. H«. — W.-B. d. Preuss. Monarch. Ul. 95. 

Matthias, Matthias v. Berchem (Schild Schrägrechts nnd in der 
obern Hälfte der Länge nach getheilt, dreifeldrig: 1, oben rechts, in 
Roth zwei silberne Pfähle: v. Berchem (oder richtiger wohl in Silber, 
drei rothe Pfähle, s. W.-B. d. Preuss. Monarch. II. 80. Nr. 1.) 2, oben 
links, in Gold ein, in der einen Hand ein Beil, in der andern ein Stück 
Holz haltender , aufwachsender Mann und 3 , unten rechts , in Schwarz 
ein silberner Löwe). Reichs adelsstand. Erneueruhgsdiplom, auf Grund 
eines, den Gebrüdem Matthias: Thomas, Georg und Christian 6. Sep* 
temb. 1558 verliehenen kaiserlichen Wappenbriefes, vom 18. Jan. 1701 
für Johann Thomas Matthias, k. preuss. Geh. Hof- und Amts-Kammer- 
rath, auch Hof-Rentmeister und Director des Salzwesens und zwar in 
Folge seiner Vermählung mit seiner Nichte, Luise v. Berchem, mit dem 
Namen: Matthias, genannt v. Berchem und mit Aufnahme des v. Ber- 
chemschen Wappens in das angestammte Wappen. Letzteres zeigte 
nach dem Wappenbriefe den Schild schrägrechts getheilt, oben den er- 
wähnten aufwachsenden Mann und unten den Löwen. Der Familie stand 
1707 im Brandenbnrgischen das Gut Ranft im Kr. Ober-Barnim zu. 

N. l'r. A.L. l 8. ni: im Artik«! Beröhem. -~ Früh. «. Udebur , H. 8. M. - W.-B. 
d. PrcuÄ». Monarch. II. fk). Nr. 2. 

MatthiaschoTski y. Matthiaschovdtz. Altes, schon im 15. Jahrh. 
in Mähren und Ungarn vorgekommenes Adelsgeschlecht. — Michael M. 
V, M. lebte um 1583 und hatte, neben zwei Töchtern, einen Sohn. Zu 
dou Naclücommen des Letzteren gehörten in der ersten Hälfte des 
18, Jahrhunderts: Wenzel M. v. M., k. ungarischer u. böhmischer Ritt- 
nMklßr im Cuirassier-Regimentc; Franz Carl M. v. M., bei der k.Land- 



— ITl — 

tafel in Mähren k. Landes -Burggraf; Franz Jowph M. v. M., Herr aaf 
Popowicz u. Peter Philipp AL v. M., 1740 k. ungar. Lieutenant. 

Sinapiu», II. S. 505. — Oauht^ U. 8. 700. 

Matthisson (in Blau eine geflflgelte, goldene Harfe nnd auf dem 
gekrönten Helme ein wachsender , goldener Pegasns). Adelsstand des 
Kgr. Württemberg. Diplom von 1809 ftlr Friedrich Matthisson, spftter 
k. württ^mb. Geh. Legationsrath und Oberbibliothekar. Derselbe, geb. 
1761 zu Hohendodeleben im Magdebargischen , einer der trefflichsten 
deutschen Lyriker, vorisflglich als Schilderer der Natur, studirte Theo- 
logie , huldigte aber mit gleichgesinnten Freunden immer den Musen, 
wurde 1781 Lehrer am Philanthropinum zu Dessau nnd 1784 Führer 
der beiden jungen Grafen ▼. Sievers , lebte dann zwei Jahre bei Hon- 
st etten in Noyon am Gcnfersee, war von 1789 bis 1794 Erzieher des 
Sohnes des Kaufmanns Scherer in Lyon und erhielt , nach Deutschland 
zurückgekehrt, von Hessen-Homburg den Hofrathstitel und 1795 die 
Stelle eines Vorlesers und Reisegeschftftsftlhrers der reg. Fürstin von 
Dessau. Nach dem Tode der Letzteren, 1811, ging er in k. württemb. 
Dienste, zog in den letzten Jahren seines Lebens sich nach Wörlite zu- 
rück u. starb 12. Dec. 1831. Seine sämmtlichen Werke erschienen zn 
Zürich 1825 in sechs Bänden. 

Uandschriftl. NotU. — Freik. t. Ledthur, III. S. 8W. 

Mattl V. Löwenkrenx. Erblftnd.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1773 für Ignaz Joseph Leopold Mattl, k. k.Feldkriegs-Commissair, mit 
dem Präditjate : v. Löwenkreuz. . 

hitgtrlp r. MüHfeld, Kr^lnit. Bd. S. .1T4. 

Matnschka, Matnschka ▼. Toppoltocban, Toppoloaan, Freiherr, 
ren nnd Grafen. Böhmischer Freiherm- und Grafenstand des Königr 
Preusseii. Freihermdiplom vom 3. Mai 1715 fQr Ernst Rudolph M»« 
taschka v. Toppoltschan. schlesischen Regieningsrath nnd Grafendiplodi 
vom 10. Sept. 1747 für Friedrich Rudolph Freiherm Matnschka v. Top- 
poltschan, k. preuss. Ober-Amtsrath, Herrn auf Thomnswaldan n. Böm- 
chen , mit dem Zusätze : Freih. v. Sp&ttgen und unter Verbindung dea 
freih. spättgenschen Wappens: (von Gold und Roth der Lftnge nach ge- 
theilt mit zwei ins Andreaskreuz gelegten Spaten von gewechselten Tine- 
turen : Feld 1 und 4 des gräflichen Wappens) mit dem angestammten 
Wappen : (in Roth ein vorwftrtssehender Ritter in silbemer Rüstung mit 
goöifnetem Visir, welcher in der Rechten ein Schwert schwingt und die 
Linke in die Seite stemmt : Mittelschild des gräflichen Wappens). — 
Altes , böhmisches Adelsgeschlecht , dessen Name von dem böhmischen 
Worte itlr Mathias : ,.Matusch-' herzuleiten ist. Der Stammsitz dessel- 
ben war Toppolczan in Böhmen nnd K. Sigmund gestattete der Familie 
als besondere Auszeichnnng , wie ausdrücklich im Freihermdiplom von 
1715 angeitlhrt ist, sieh Matnschka v. Toppolczan nennen nnd schreibe* 
zu dürfen. — Die fortlaufende Stammreihe beginnt mit Mat t hias de 
Toppolczan I., welcher nm 1640 lebte nnd mit Anna Ctapnar v. Pod- 
mielin vermählt war. Von dem Sohne desselben , Nicolaus , verm. mit 
Elisabeth Wielspolsky v. Haslach , stammte Matthias H. , welcher ans 
der Ehe mit Eva Kobilko v. Kobili zwei Söhne hatte. Der .^eitere, 



— 1T2 — 

7f'.- • i. i. ■' •^■^•■-'^ V ■'.-?/. r:.i-- -. 1.1- i^hanptmann im Fürst en- 

. -j • . ^' ■•nv V.:- 'i^. v^- iThiriüa V. Skerbensky, setzte 

-: ■ ■ '•-".■ .-■- '"i".— LI L-Ü'.acen f'jrt. der Jflngere aber. 

?- -■ •-. -'.- r.i.:- V. i. >rrrvi:]::aiei5ter. wnrile der nähereStamm- 

r ■ •.••• -'.:- -. li ..'. •■•i.t-:-:! Höhenden Linie de« Geschlechts ond 

- ■ -. j •.: ^- .-.^ v-.T :.:r. herab: Franz Friedrich M. v.T.. Herr 

li: ;i^ -- >: .. '"';iv-_r:i-?.:hen um 1670: Barbara v. Sack: — Frei- 

1-'- i." ' :■ i: .::^ i r^z. geb. 1669 nnd gest. 1725, k. k. Rath, 

-i-. ." i.\ii 'T irr TzrrrLihfimeT Schweidnitz u. Janer. Herr aufBörn- 

■-'- : IT. : .1 '^:svzlliz: Anna Oara Therese v. Xerlich , gest. 1 742 : 

— ri. Jr.'. :r. 1 L:::;Iih. ?. oben. geb. 1706 and gest. 1770. k. pr. 
•.'..- :n:-:".-ji Hrrr izi 'n;''»ma?iraldan und Börnchen und Erbauer des 
"^- : --- r: 2:'-:1tZ Jiriffha Barbara Freiin v. Spältgon. Erbtochter 
L" rL_- Li; J.>:';fi is: B^rce. gest. 17?1: — Graf Heinrich Gott- 
-r:- r-'* 1' t i r-:>:, 177?. k. preas*. Oboramtsrath . erster Gene- 
ru -Li.: ^L^i :.-?-?. f 7 r,i5<r:Äni vo: M::tt!sL*hlt?ien, Herr auf Salz . Pit- 
v!-i .--: '>i:iii: il? Vfrfis>frr dr-r ..Flor.i Siie>iaca'*: Bemhardine 
i'in -".ur:: : H .-^s.i-.Ht: — Gn: Jof^ph. cest. 1'529. Herr aufZülz, 
'Kz.rT-.KTZ. :::>:':•:= rV.; I. Er::c<r:r.r Fr::::i v. Straohwitz nnd Gross- 
Tl- 1- i i H. ?rr.>:lt*::-' ~:.i II. Cr.r.tr.vl-e Grf. v. Hovorden-Plen- 
/£.- : — r-~v: xt.::z MArli — S.bv .it> 0-r:»:er. Joseph aus erster Ehe, 

— *:■:■>:. !*-". k. Ij:id:^:5'>:-'' :i. Kr;:<i{pu;:ner. Herr des Majorats 
P;>.hvr. fT.v: AI.t?:* ^ 31:--^^-'- 5- i H. B-vbau in Schlesien, geb. 
]7-4: — Alfrt**: »-rij: Mi:~>*-**Ä v. T;i:v:o-:ar. Fniherr v. Spattgen. 
Tr'r I"^--. Mv'^*"— "^ ••■'" -:■*•-■■- B:::ir^.;Tts Pirschen am Berge und 
Ht-rr ifs R:::«rr::«** K*.::--rrAr;*:z r.cS: E'.orser.hoif bei Neustadt 0. 
< iVs^r::!; Gr: ^ \!jn-.r>s-'r&A- C:b. :S*2?. Aas der Ehe desLetzteren 
<ü,.7r»:T. r*:^:"' r*:: Tx-rtiT:.. s«vrs Söhr.-». von welchen der älteste 
5jjs !i*:-:>^^- Mtrj^ '->> ' Ci-r-rf- :>:. IVr Bruder des Grafen Al- 
t^£. TfSr^ r«v: >:*'»:"^:"rr. i\:.^v:a. T;-rr.:5h:te Grf v. Wengersky, 
^. :>iS 1'^' A-r;'*, ^vrr.- Gr. v Fra^/Kcr.-SiorsTorpff, geb. 1831, 
Ä i-v K'f. c^> ">.'* . ''^'^■^'^ *•- HcTTsoh.'i:: Btvh.iu bei Neisse. — 
tja ti«r V'^.'^ !^-*..*^ .*..'> Gr.'i*;" A-Tor. M;iri.i aus der ersten Ehe 
^ 1 üvrs :•> G-r^r. • -V-s-.v^. > .'N**.*., ist Gra: Vicior. k. k. Oberlieu- 
-i^Htiitt it i K ^-r* :* :rs:.r Fr;- :v:: R-.rb.*»ra v. Woikowsky-Biedau 
^ «T ^•:''^.-r tr.' ^^ *..v>v:.- ^ lUr;-. h.^rs:. ISM. tu Breslau gestor- 
^^ ^:i^. •öi>rjt» .t\'-. ^:> :"v V K yriT.ss. M;i\>r u. l.andraih a. D.. 

nt? Vo ^•*" ^ :-,v.--. v..r"".*.k:.:. cis:. l>4i^. vonnählt. Die bei- 
iHM •i;*.!»!-?'.^'' ^''^ G-.<i^" V*:.* ■ MAra ,^:is d:s Vaters zi^eiter Ehe, s. 
pj^-tt. <:w •"•«■ v*".v c.> '.>:>, H-.TT auf Kosol bei Bunzlau, k. pr. 
^ii»iteoKv- X ■; Vvv.:::^^^ .-.;> Kr lV.r.:iau. vorm. 1S.S9 mit Clara v. 

';*i5*i'^^i- ^^■'- ''^•''' ■'"■'"• ^•~^- ^A-'^-«*- »^^- ^^-'^- ^- preuss. Premier- 
^. 4. ■/. .V'-f: ■- .-^:/- VS"' r.: V.Arie v. l/F^^tocq, gest. 1S50 u. in 
«niki ^f- ^""'"^ ^*- "^** T.vhvr dos Sir Edward CoatesEsq.ofDar- 
ii^^^i^^«. ,..?*• >V'-^T X K."*r*".N*nr l>io •K^sAmmto Nachkommenschaft 
ijiJ^AUw fo^-t *v x-~^v ^^•'^•r. G:;<tÄV. i>tto u, Valerius timiet sich 
* NU kU^'-V'» -.^s"' cri!*:chon HJuscT eben so genau ange- 

üf Njk'>v.%r "r.vr,s"^iÄn .irr N'idon Brüder des Grafen Jo- 



— 173 — 

seph, des Grafen Heinrich , gest. 1845, k. prenss. Geh. Ober-Justiz- 
Raths, verm. in erster Ehe mit Josephe Grf. v. Oppersdorf, in zweiter 
mit Antonie Grf. v. Oppersdorf, Schwester der Vorigen und in dritter 
mit Rosalie Wiesner und des Grafen Bernhard, gest.. 1820, Mitbesitzer 
der Herrschaft Amsdorf bei Schmiedeberg in Schlesien , k. preuss. Ju- 
stizrath und Landesältestcr des Kr. Hirschberg, verm. mit Therese Grf. 
V. Lodron-Laterano a. d. H. Gmünd in Kärnten, gest. 1836, Erbfraa 
der Herrschaft Amsdorf. 

Baibin t Mi»cell. Bobem. Dec. 2. Lib. 2. — Sinapitu , U. S. 3S0 uud 81. — Gaukt , I. 
8. 1332. — MegerU 9. Mühlftld, Brg.-Bd. 8. 77. - N. Pr. A.-L. JII. S. 374- 77. — Deutsehe 
Orafenb. der Gegenw. II. 8. 91—93. — Freik. t. Ltdebur, II. 8. 86 u. 87 u. Hl. 8. 308. — 
Geo. TMcheob. der grfitl. Ufiuser« 1864. 8. 529—34 uad bislor. Uandb su Demselben« 8. &69. 
— Supplem. cu 8iebm. W.-B. X. 2. — W.-B. d. Preuss. Moasrch. , I. 70. 

Matz V. Spiegifeld, Freiherren. Erbl&nd.-österr. Freiherrnstand. 
Diplom von 1765 ftlr Franz Xaver Matz v. Spiegifeld, inner-österreich. 
Kammerrath und gewesenen Salz-Amtmann zu Aussee. 

MegerU 9. Mühl/eld, 8. 69 u. 70. «^ 

' Matzdorf. Adelsstand des Königr. Preussen. Diplom vom 9. Juli 

1821 fttr Friedrich Wilhelm Peter Matzdorf, k. preuss. Lieutenant im 
8. Infanterie - Regimente. Derselbe, ein Sohn des 1839 verstorbenen 
Commerzien-Raths Carl August Matzdorf, war spftter Hauptmann im 
12. Landwehrrcgim. und hatte mehrere Söhne, welche in die k. preuss. 
Armee traten. Einer derselben, Otto v. Matzdorf, Lieutenant im 38. In- 
fant-Regim., starb 1852. 

HsDdachriftl. Notis. — N. Pr. A.-L. V. 8. r>6. — Freik, v. Ledtbttr, II. 8. 86 a. in. 
8. 308. — W.-B. d. Preuss. Monarchie, Qi. 96. 

Manbeage (Schild geviert : 1 u. 4 in Gold ein an die Theilungs- 
linie angeschlossener, halber, gekrönter, schwarzer Adler und 2 u. 3 in 
Silber ein gekrönter, rother Löwe). Ein jetzt zu dem in Schlesien be- 
güterten Adel zählendes Geschlecht, dessen Stammvater, Jacob Heint- 
zelmann, genannt Polladt, aus Schwaben gebürtig, wegen der von ihm 
in der Schlacht bei Maubeuge in den Niederlanden bewiesenen, grossen 
Tapferkeit und wegen der von ihm ausgeführten Gefangenuehmung des 
französischen Feldherm Longuevüle, vom K. Ferdinand IL den Adels- 
stand mit dem Namen : v. Maubeuge erhielt. Derselbe starb als Oberst 
und Chef eines Kürassier - Regiments in Schlesien. Der Stamm blühte 
in Schlesien fort, besass schon 1660 die Güter Jentsch und Tschausch- 
witz unweit Grottkau, so wie 1741 Kammerau und Deutsch -Wette bei 
Neisse u. Trzcbitschin bei Rosenberg, 1752 Gr. Lassowitz ebeafalls bei 
Rosenberg u. 1774 Ornontowitz unweit Pless. Die Güter Deutsch-Wette 
und Kammerau waren nach Anfange des 19. Jalirh. in der Hand des 
Landesältesten und k. preuss. Regiernngs-Raths Philipp v. M. , dessen 
Sohn, Franz v. M., k. Landrath des Kr. Neisse, verm. mit einer v. Gil- 
genheimb a. d. H. Franzdorf im Besitze der genannten Güter folgte. 
In das Erbe des Letzteren gehörte noch 1857 das Gut Deutsch - Wette 
und Richard v. M. , Doctor der Rechte , war im genannten Jahre Herr 
auf Koritau im Kr. Glatz. 

Freih. 9. Krohne , U. S. 335 u. 86 und 8. 444. — MöUtr im Rcichsanxeiger, 1823. Nr.l9ft. 
8. 2251. - N. Pr. A.- L. III. 8. 377. — F^tih, 9. Ltdtbur, II. 8. 87 aud UI. 8. 30S. — 
Schlesisch. W.-B. UI. Nr. 179. 



— in — 

Xiweterc. FmUtniNL Erbländ.-Österr. Freiherrnstand. Diplom 
voi! * ' "'* ftr K*^tf<im*li v. Münebart, k. k. Reichshofrath. 

#-. 4k-.'. 4a. Vi **. S. Tit. 

Hauvlieiibeiiii» M^MMrhenheimer, Machenheimer v. Zweibrticken 
:u 'loa irM >4ibepue UutVisen). Altes Adelsgescblecht der Mosel- und 
HiUilü.utai' . ^vlchvvj bt*reits 1382 zu Zweibrticken , 1450 zu Steinkai- 
\ttit;«< ■ i'K'» zii Sufti^, 1574 zu Wiesbaden und noch 1600 zu Zwei- 
>i-iv;vu '<t.>s» dauu aber erlosch. Humbracht giebt die Stammreibe von 
Vic^ ')i^ la Ausi^AU^ des 16. Jahrhunderts. 

fÄifc.N^^i. l^. al^. - (iamke, I. 8. 1333 u. 84. - Fafm^, I. 8. S69. — Freih 9. U- 

^ )lMjM^B^<i^i«i , genannt Bechtolsheim, Freiherren (in Schwarz 

.«%M >ilbcnie i^uerbalken) s. den Artikel: Bechtoltsheim, gen. 
X AUciu'ubeiuK auch Mauchenheim, gen. Bechtoltsheim 
lioc'Hv.»Uheim), Freiherren, Bd. 1. S. 250—52. — Am ange- 
tfthiivii v>rte findet sich das tiber die Familie bis 1859 Bekannte und 
»iwrhcr V»f hörigt\ seit dem aber ist Weiteres und Neueres bekannt ge- 
%%^v» und so mag denn noch Folgendes hier angeführt sein : der neu- 
««•^^ tNTSv^nalbostand ergiebt von der älteren Linie zu Helbringen zwei 
\<f«»tv\ vW« älteren in Dänemark und den jüngeren in Bayern. Den äl- 
KHfvu Vst in Dänemark stiftete Ludwig Friedrich v. M., gen. B., aus der 
t t>«v iu Helbringen. Derselbe, zuletzt k. dän. General, kam 1753 nach 
(VM^^mork und wurde Lieutenant in der k. dän. Armee, erhielt 1776 
4tj^ Nuturalisations - Patent uud 1777 den Adelsstand des Kgr. Däne- 
iM^ri. nachdem er sich schon 1774 mit Auguste Wilhelmine v. Keller 
>^(^iählt hatte. Aus dieser Ehe entspross als ältester Sohn Freih. Carl 
t\t^vu. K*'^t. 1857, K. dänisch. Generalmajor, welcher sich 1811 mit 
KVi^jLtiano Jacobine Koch vermählte u., in Ermangelung eigener, männ- 
Holk^^i" Nachkommen, seinen Schwiegersohn, Hans Eduard Holten, s. un- 
h^Wv ado|>tirte , welcher mit königl. Erlaubniss die Bewilligung erhielt, 
N^Mt^n uud Wappen seines Adoptivvaters anzunehmen und zu führen. 
V^i^it^ttT, Hans Eduard v. Holten-Mauchenheim, gen, Bechtolsheim, k. 
^IHiU^^hx Kammer), und später Oberstlieutenant und Commandant auf 
\H>w Schlosse Gottorp, vermählte sich 1840 mit Auguste Nicoline 
Tk^HMlora Luise Freiin v. Mauchenheim, gen. Bechtolsheim , geb. 1816 

- 1\whtor dos k. dän. Generalmajors Carl Eugen Freih. v. M. gen. B. 

- awTi welcher Elie, neben zwei Töchtern, Eugenie, geb. 1841 und Jo- 
h«WWO Sophie, geb. 1849, ein Sohn stammt: Nicolai geb. 1844. — 
llanpf do» jüngeren Asts (der älteren liinie zu Helbringen) in Bayern 

- in dio Freiherrnclasse der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 25. März 
181« eingetragen — ist jetzt: Freih. Gustav, geb. 1842, Sohn des 1852 
vcr»torbcuon Freiherrn Alexander, s. Bd. L S. 252. Der jüngere Bru- 
dor dos Kroiherrn Gustav ist: Freih. Maximilian. — Haupt der jünge- 
rou Linie zu Main-Sontheim ist jetzt; Freiherr Friedrich, geb. 1833 — 
Sohn do8 1848 (nicht 1852) verstorbenen Freiherm Philipp, s. Bd. L 
8. 4r>2 — Besitzer des Ritterguts Liebergrau, k. bayer. Kämm., verm. 
IBttO mit Maria Freiin v. Varicourt, geb. 1838, aus welcher Ehe ein 
Sohn, Franz, geb. 1862, entspross. Von den Brüdern des Freiherm 



— 176 — 

Friedrich, ist Freiherr Anton k. k. Kämm. Ni. Rittmeister, Freih. Her- 
mann k. bayer. Kammeijunkcr and Freiherr Moritz , h. nassau. Kam- 
merh. und k. bayer. Liejit. ä la suite, verm. 1861 mit Marie Frcün v. 
Schütz zu Holzhausen , geb. 1841 , aus welcher Ehe eine Tochter, Ma- 
ria Caroline Friederike, geb. 1862, lebt, hat mit Genehmigung Sr. H. 
des Herzogs Adolph v. Nassau Namen und Wappen der Freiherren v. 
Schütz zu Holzhausen angenommen und nennt u. schreibt sich deshalb : 
Freiherr V. Schätz zu Holzhausen, genannt v. Bechtolsheim. — Zu Bd. I. 
S. 252 : 

BuctUM Genn. 8acr. vS. 201 : toit AhneutaM. — v. HattMteim, I. 8. 373—76. — Z^dUr, 
XIX. S. 2144. — V. Lang, Suppl. S 57. — Frei/terr p. Udebur. H. 8. 87 u. HI. 8. 308. — 
Ovneal. TMcheiib. d. fr^ih. Häuser, 1H6i. S. 23 und 24 und 1864, 6. -il^'i'J, — Tyrof, I. 60. 
- Suppl. SU Slebm. W.-B. II, 15. 

Mancler, Maaderc, Freiherren und Grafen (in Blau ein goldener, 
von drei, 2 und 1 , goldeAen Kleeblättern begleiteter Riegel, bestehend 
aus einem, an beiden Seiten abgekürzten Querbalken, ^reichen ein Keil 
Yon unten nach oben in der Mitte durchbohrt). Reicbsfreiherm - and 
französischer Grafenstand. Freihermdiplom von 1782 för Friedrich (II.) 
V. Maucler, herz, wttrttemb. Kammerherm und Generalmajor u. Grafen* 
diplom von 1779 für Franz Joseph v. Maucler, katholischer Linie, Seig^ 
neur d'Osse, LesOogneys etc., in Rücksicht des Alters seines Geschlechts 
und der von seinen Ahnen geleisteten vorzüglichen Dienste nach dem 
Rechte der Erstgeburt — Die Stammreihe des Geschlechts steigt lu 
ununterbrochener Reihe von Friedrich Maucler, Ritter, herab, welcher 
1267 zu Lons le Saulnier, in der vormaligen französischen Provinz 
Franche-Comt6 , starb. Die Nachkommen desselben setzten zu ihrem 
Namen den Titel : Soigneur de Maupas, nach einer der Familie zusteh* 
enden Besitzung in der dortigen Gegend. Nach dem Widerrufe des 
Edicts von Nantes begab sich Jeremias v. Maucler, Seigneur do Mau- 
pas, 1685 mit seiner, zur evangelischen Lehre sich bekennenden Far 
milie in die Mark Brandenburg, wo er 1710 starb. Der Sohn desselben, 
Paul Emil v. M., geb. 1698 und gest. 1742, gründete auf besondere 
Veranlassung des Köaigs Friedrieh II. von Preussen die s. g. französi- 
sche Colonie bei Stettin und hinterlieas, dreimal vermählt und zwar zu- 
letzt mit Margaretha Oaedlie v. Rapin-Thoyras , eine zahlreiche Nach- 
kommenschaft. Der Eine seiner Söhne , Freiherr Friedrich (II.) v. M., 
s. oben, geb. 1736, stand als Offider in einem preuss. Cavallerie-Regi- 
mente, welches im siebenjährigen Kriege Prinz Friedrich Eugen von 
Württemberg commandirte und war zugleich Adjutant des Prinzen. Als 
Letzterer später als Statthalter seines Bruders , des regierenden Her- 
zogs von Württemberg, nach Mömpelgard ging, begleitete ihn Friedrich 
V. M. und übernahm besonders die Erziehung der Söhne des Prinzen : 
des nachmaligen Königs Friedrich und dessen Bruder. Spfiter folgte er 
dem Prinzen Friedrich Eugen, als dieser die Regierung des Landes 
Württemberg antrat, auch dahin und starb 1796 als h. württemb. Ge- 
neralmajor u. Kamimerherr zu Ludwigsburg. Aus seiner Ehe mit Luise 
Freiin v. Le Fort, verm. 1782 und gest. 1801 , stammten neben zw/m 
Töchtern drei Söhne, von welchen die Freiherren Eugen und Wilhelm, 
s, unten, den Stamm fortgeaeitzt haben« — Die in Frankreich gebliebene 



— 176 — 

andere Linie des Geschlechts , welche den catholischen Glauben beibe- 
bddten. brachte im Laufe der Zeit ansehnliche Güter an sich und aus 
derselben erlangte Franz Joseph v. M. , wie oben angegeben, den Gra- 
fenstand. doch ist schon mit seinem Sohne, dem Grafen Nicolaus Lud- 
wig Franz. Yerm. mit Anna v. Chalet, welcher 1857 auf seinem Gute 
Oi^peTS im Departement du Doubs , nur einen Enkel weiblicher Linie, 
Sokn seiner 1837 gestorbenen Tochter, Gemahlin des Louis v. Vaul- 
scbier zu Besan^on. hinterlassend, starb, die gräfliche Linie wieder aus- 
gegangen. — Von dem oben erwähnten Freiherrn Eugen, geb. 1783 u. 
gest. 1859, k. württemb. Staatsminister a. D. etc. stammt aus der Ehe 
ait Sophie Grf. v. Beroldingen, gest. 1852, als ältester Sohn: Frei- 
herr Emil (L), geb. 1809, Besitzer des Ritterguts Gber-Herlingen im 
württemb. Donau -Kreise, k. württemb. Kammerh.^ Chef des Geh. Ca- 
hinets Sr. M. des Königs und Präsident des k. Ober-Hofraths, vermählt 
1888 mit Francoise- Josephine -Anne, geb. 1812, Tochter des bei 
Waterlo gebliebenen Mar^chal de-camp Dufresnay Marquis de Bermuy, 
ans welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Caecilie, geb. 1845 u. Isabelle, 
geb. 1849 , ein Sohn entspross: Freiherr Eugen (II.), geb. 1841 , kön. 
württemb. Lieutenant im General -Quartiermeister -Stabe. — Der Bru- 
der des Freih. Emil (I.), Freih. Paul, geb. 1829, k. württemb. Major 
und Adjutant Sr. M. des Königs, vermählte sich 1856 mit Miss Mary 
Guise Spence, geb. 1834, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Ma- 
rie,'gob. 1857, ein Sohn stammt: Paul Emil Eugen, geb. 1861. — Von 
dem 1845 verstorbenen Freiherrn Wilhelm. Sohne des Freih. Frie- 
drich (II.), s. oben, k. württemb. Generalmajor und Oberst-Stallmeister, 
entq>ross aus der Ehe mit Sophie Freiin v. Wächter, gest. 1843, ein 
Sohn: Wilhelm (U.), geb. 1830, k. württ OberUeutenant 

Ctitt, Adelsbuch des Kgr. Württemb. 6. 445 und 46. — Freiherr 9. LtdtbuTy H. 8. 87 u. 
Ill.fi. 308. — Qeneal. Tuchenb. d. freih. Häuser, 1S59. S. 510-13 u. 1S64. 8. 52Ö und 26.— 
W.-B. d. Kgr. Württemberg. Nr. 137 u. 8. 38. — Knetchke. II. 8. 290 und 91. 

» Maaderode. Reichsadelsstand. Diplom aus der zweiten Hälfte 
dea 17. Jahrhunderts vom K. Leopold I. fftr Otto Otte, h. braunschw.- 
Illneb. Geh. Kriegsrath und Administrator zu Ilfeld, mit dem Namen : v. 
Maaderode. — Ein aus der Grafschaft Hohenstein in Thüringen stam- 
mendes Adelsgeschlecht, welches den gleichnamigen Rittersitz noch 1737 
Inne hatte , um welche Zeit derselbe an die Krone Preussen yerkauft 
wurde. Seitdem bildeten die Güter Mauderode und Hochstedt ein kö- 
algUches Amt, welches später mit Klcttenberg vereinigt wurde u. jetzt 
fiim Kr. Nordhausen des Regier.-Bez. Erfurt gehört. Die Familie sass 
1747 zu Tettenborn und Grosswechsuugen , welches letztere Gut auch 
\Xk der Hand der Familie verblieb. — Der Stamm blühte in mehreren 
H|Mroaaen fort , von denen viele in der k. preuss. Armee standen. Ein 
V, Mm gOHt. 1817 als k. preuss. Oberstlieutenant a. D., war zuletzt Chef 
4iM Garnlsonsbataillons vom 11. Infanterie - Regimente gewesen; ein 
Hr^dor« Stmibscapitain im Regimente v. Grawert., war schon 1811 ge- 
»IwWn und ein anderer Bruder, früher ebenfalls Capitain im Regimente 
Y. Uw»>Äfcrt» Btarb 1833 als pensionirter Major. Von zwei Brüdern v. 
ÜMHlonuto , wc^lche im Regimente Herzog von Braunschweig dienten, 
Aw Aoltere später Msgor im 18. Infant. -Regimente und war zu- 



— 177 — 

letzt Kreissteuer-Einnehmer in Nordhausen und der jüngere starb 1818 
im Pensionsstande. Im Infant.-Regim. v. Renouard in Halle stand ein 
Lient. v. M., welcher später Stabsofficler im grossh. Sachsen -weimar. 
Contingente wurde. Ein jüngerer Bruder desselben , Wilhelm Heinrich 
Ernst V. M., lebte in neuester Zeit als k. preuss. Generalmajor a. D. in 
Berlin und ein anderer Bruder, Leopold 7. M., wurde Geh. Rechnungs- 
rath im kön. preuss. Finanz-Ministerium. Ernst Bodo Wilhelm v. M., 
grossh. sachs.-weim. Kammerh. u. Hauptmann a. D., erhielt am grossh. 
sachs.-weim. Hofe die Stelle des Hof-Stallmeisters u. Bodo Julius Frie- 
drich V. M., herz, saclis.-meining. Kammerherr und Generalmajor a. D., 
wurde Schloss-Hauptmann zu Meiningen, — HeiT auf Gross- Wechsun- 
gen war in neuester Zeit August Günther v. Mauderode. 

N. Pr. A.-L. ni. 8. 377 und 78. - Freih. v. d. Knenehfck, 8. 305. - Freih. t. Lede- 
bur, 11. 8. 87. — Siebmacher, III. S. 128: v. Mauderode. Fräukinch. — W.-B. der Sichf. 
Staaten, VIII. 13. 

Manen, genannt Kochen. Ein früher zu dem ostpreussischen Adel 
gehörendes Geschlecht , welches zu Kosacken im Kr. Goldapp gesessen 
war. — 

Freih. ». Ledebur, U. 8. 87. 

Maner. Steiermärkisches , ehedem mehrfach begütertes Adelsge- 
schlecht. 

Sehmutz, II. 8. 52S. 

Manerbnrg. Altes, steiermärkisches, schon 1282 vorgekommenes ^ 
Adelsgeschlecht, welches früher Maurer (nicht Mauer) hiess. Dasselbe 
wurde 1668 in die steierische Landmannschaft aufgenommen u. blühte 
noch 1717. 

SchmuUt n. 8. 522 und 23. 

Manl. Reichsadelsstand. Diplom von 1717 ftir^Georg Ferdinand 
Maul , ,k. k. Reichsagenten. 

Megerle 0. Uühlfeld, Rrg.-Bd. 8. 376. 

' Manntz (Schild der Länge nach getheilt mit zwei Sparren , rechts 

silbern in Roth und links schwarz in Gold). Reichsadcisstand. Diplom 
von 1766 für Andreas Mauntz. Derselbe, aus der Gegend von Regens- 
burg stammend, setzte den Stamm fort u. von seinen Nachkommen blieb 
17. Oct. 1806 bei Halle Felix Michael v. Mauntz, Capitain im k. pr. 
Regimente Jung-Larisch, welcher aus der Ehe mit Caroline Orf. v.Kro- 
ckow zwei Söhne hinterliess, von welchen der ältere Premierlieutenant, 
der jüngere Secondelieutenant im k. preuss. 29. Infant.-Regimcnte war. 
In neuer Zeit stand ein Lieutenant v. Mauntz im 25. Infant. -Regimente. 
— Die Familie erwarb in Westpreussen im Kr. Marienwerder das Köl- 
mer-Gut Münsterwalde. 

N. Pt. A.-L. Iir. 8. 378 und V. 8. 326, — Freih, v. Ledebur, II 8. 87 u. 88. - Suppl. 
zn Siebm, W.-B. IV, 5 u. IX. 22. 

Manr, in der Manr, Freiherren. Erbländ.-österr. Freih eri*nstand. 
Diplom von 1703 ftlr Johann Georg in der Maur aus Tirol. 

Megerle «. Mühl/eld, Erg. Bd. 8. 78 

Manrer v. Hohenstein. Ein ftüher zu dem Adel in den öster- 
reichischen Erblanden gehörendes Geschlecht. Johann Maurer v. Ho- 
henstein, erst k. k. Capitain, dann Schloss- Pfleger zu Linz und später 

Knetchke, Deutsch. Adelt-Lez. VI. 12 



— 178 — 

Küchenmeister des Erzherzogs Leopold, wurde 1646 in Ober-Oester- 
reich als Landniann aufgenommen. Derselbe hinterliess aus der Ehe 
mit Regina Felicitas Fuchs unter Anderen zwei Söhne , Egon Gotthard 
und Johann Leonhard Egon Gotthard Maurer y. Hohenstein kaufte 
das Gut Hagenberg und hatte aus der Ehe mit Maria Ehren traut Kü- 
nig V. Cammem sieben Töchter und ebenso viele Söhne , von welchen 
letzteren 1727 nur noch Joseph M. v. H., k. k. Cuirassier- Lieutenant, 
lebte. Johann Leonhard M. v. H., Herr auf Eytendorff, starb 1693 im 
49. Lebensjahre und hinterliess aus der Ehe mit Eva Maria Schmidauer 
V. Ober -Wallsee einen Sohn, Johann Carl, welcher das Gut Tambach 
kaufte und, vermählt mit Sophie Lorber, den Stamm, neben drei Töch- 
tern, durch zwei Söhne, Johann Carl und Christoph, fortsetzte. 

Freih. p. Hohen^ek . Bd. [. und U. — Gauhe, Tl. 8. 460 u. 701. — Frtih, v. Krohne, I. 
i. S. 444 u. 2. 8. 336. 

Maurer t. Kronegg zu Ungarshofen, Freiheireii (Schild quer- 
getheilt : oben der Länge nach ein- und unten ebenfalls der Länge nach 
zweimal getheilt : fünffeldrig. 1 in Schwarz eine silberne Mauer mit 
drei gekerbten Zinnen, über welchen eine alte, königliche, goldene Laub- 
krone schwebt: das 1677 verbesserte Stamm wappen; 2 in Blau ein nach 
rechts springender, natürlicher Hirsch; 3 in Gold auf grünem Rasen 
ein grünbelaubter Baum mit braunem Stamm und reifen Früchten ; 4 in 
Roth zwei silberne Lilien neben einander und 5 in Gold ein aufrecht 
gestellter grüner Palmenzweig). Reichs- und erbl. - österr. Freiherrn- 
stand. Diplom vom 13. Nov. 1787 für Aloys Joseph Ritter Maurer v. 
Kronegg zu Ungarshofen, des kaiserl. Reichskammergerichts - Rath und 
Beisitzer. — Altes , aus Steiermark und Tirol stammendes Adelsge- 
schlecht, welches auch Maur, Mauer und Mauerer geschrieben wurde u. 
wohl eines Stammes mit der S. 177 genannten Familie v. Mauer ist 
Dasselbe war schon im 13. Jahrb. im Mürzthale in Steiermark begütert, 
so wie im 16. u. 17. Jahrb. in Tirol und breitete sich später auch in 
anderen Ländern Oesterreichs und in Deutschland aus. Durch kaiser- 
liches Diplom vom 20. Juli 1677 wurde Matthias Maurer v. Kronegg zu 
Ungarshofen, in Tirol begütert und zu Botzen sesshafb, in Anerkennung 
der von ihm und seinen Yorältern im Kriege und Frieden dem h. röm. 
Reiche und dem Erzhause Gestenreich erwiesenen, getreuen Dienste, in 
den rittermässigen Reichs-Adelsstand mit dem Prädicate : v. Kronegg zu 
Ungarshofen, unter Verbesserung des Stammwappens und Bestätigung 
des alten Herkommens der Familie, erhoben und Joseph Reichsfürst v. 
Schwarzenberg ertheilte als Comes Palatinus durch Diplom vom 22. Nov. 
1777 den Brüdern Paul Joseph u. Friedrich Ignaz v. Maurer zu Kron- 
egg und Ungarshofen für die von ihnen dem Erzhause Oesterreich ge- 
leisteten treuen Dienste und in Würdigung der Verdienste ihrer Vor- 
fahren,* den erblichen Reichsritterstand mit abermaliger Vermehrung des 
Wappens. — Matthias Maurer Edler Herr v. Kronegg zu Ungarsberg, 
s. oben, geb. 1622 und gest. 1686, war zweimal vermählt und hatte aus 
der einen Ehe mit Ursula v. Kugler zahlreiche Nachkommen. Seine vier 
verehelichten Söhne gründeten vier Hauptlinien des Stammes und zwar: 
Joseph, in erster Ehe verm. mit Maria Gatharina Flamin v. ThannhAa- 



— 179 — 

sen und in zweiter mit Ida Theresia Eleonora Freiin v. Manikhor , die 
botzener Linie; Carl, verro. mit Maria Catharina Sabin a v. Rottenberg, 
die freiburger Linie ; Johann Jacob , verm. mit Maria Josepha Victoria 
V. Herkulsberg, die wiener, nachher reichsfreiherrliche Linie und Fer- 
dinand, zuerst verm. mit einer Schacky y. Schönfeld a. später mit einer 
V. Mauersberg, die regensborger Linie. — Die genauer bekannte ab- 
steigende Stammreihe der wiener, später freiherrliche Linie ist folgende : 
Johann Jacob M. v. K. zu ü. — dritter Sohn des Matthias M. Edlen 
Herrn v. K. zu ü., s. oben — geb. 1674 und gest. 1738, Leibchirurg 
des K. Carl VI.: Maria Josepha Victoria y. Herkulsberg, verm. 171Ö 
und gest. 1732 ; — Paul Joseph Reichsritter M. y. K. zuU., geb. 1727 
u. gest. 1781 , Herr der Herrschaft Rammingdorf , k. k. w. Geh. Rath 
und Beisitzer bei dem Oberst -Hofmarschallamte zu Wien: erste Ge- 
mahlin: Regina v. Hillmayer, gest. 1758; — Freiherr Aloys, s. oben, 
gest 1805, k. Reichskammergerichts-Rath und Beisitzer: Therese So- 
phie Freiin v. Trott, gest. 1819; — Freih. Franz, gest. 1846, Privatier: 
Johanna Pfeffer, gest. 1835; — Freih. Eduard, geb. 1821 — jetziges 
Haupt der freiherrlichen Linie — Rittergutsbesitzer zu Stampfen in Un- 
garn, k. k. Hauptmluin in d. A. , verm. 1854 mit Mathilde v. Troyer, 
geb. 1825, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Mathilde, geb. 1854, 
zwei Söhne stammen: Adolph, geb. 1856 u. Oscar, geb. 1860. — Die 
beiden Brüder des Freiherrn Eduard sind: Freih. Adolph, geb. 1827, 
k. k. Hauptmann und Alfred, geb. 1834, k. k. Oberlieutenannt. 

Geoeal. TMeheob. der freih. Häuser, Idol, 8. 486— H7 ii. 1864. H. 4-J6— 28. 

Maurer v. Manrersthal, Freiherren. Erbl.-öst^rr. Freiherrnstand. 
Diplom vom 31. Jan. 1850 für Joseph Maurer v. Maurersthal , k. k. Feld- 
marschaUlieutenant u. Festungscommandant zu Zara. Derselbe hat den 
Stamm fortgesetzt und ein Sohn, Casimir Freih. M. v. M., wurde Lieu- 
tenant im k. k. Jäger-'Regimente. 

fluKl8«hrifU. NoUb. 

Manrice. Ein in der Person des Johann Georg u. Aegidius v. Mau- 
rice, laut Eingabe d. d. HUbririgen im Kr. Merzig, Reg. -Bez. Trier, 
11. Juli 1830, in die Adelsmatrikel der Preussischen Rheinprovinz unter 
Nr. 173 der Classe der Edelleute eingetragenes Geschlecht. 

/>««A. 9. Ledtbur, U. 8. as. - W.-B. der Preut». Rheiiiprov. I. Tab. 79. Nr. 15S und 
8. 76. 

Manrieh v. Rnsbach , Freiherren. Erbl. - österr. Freihermstand. 
Diplom von 1811 fftr Franz Maurich, Hauptmann im k. k. Geueralquar- 
tiermeisterstabe. mit dem Pr&dicate : v. Rusbach. 

Mfgerle 9. Mühlfeld, Krg.-Bd. 8. 78. 

Mauritius, Schmied v. Mauritius. Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Angaben über das Diplom fehlen in allen, über die preussischen Erhe- 
bungen sich verbreitenden Schriften. — Den Erben eines Oberstlieute- 
nants V. Mauritius gehörte 1805 das Gut Ranzow unweit Calau. In 
neuester Zeit stand Gustav v. M. als Lieutenant in der k. k. Armee. 

N. Pr. A.-L. V. 8 326. - Freiherr 9. Ledebur , U. 8. 88. ~ W.-B. der Pr. Monarchie, 
lU. »6. 

Mauritzio, Maurizio, £dl6 v. Mohi^enfeld. Erbl. - österr. Adels- 
stand. Diplom von 1778 für Joseph Mauritzio, Kaufmann zu Triest, 

12* 



— 180 — 

mit dem Prädicate : Edler v. Mohrenfeld. Der Stamm hat fortgeblüht. 
Ignaz Maurizio, Edler v. Mohrenfeld war 1857 k. k. Platz-Hauptmann 
1. Cl. zu Bergamo. 

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 374. — HiHt.-Schematlsin. d. österr. Kaserthums. 

Manrus, Edle v. Wagbnrg. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom 
•von 1798 für Joseph Johann Maurus, Kaufmann zu Linz, wegen seiner 
Handels-Industrie, mit dem Prädicate: Edler v. Wagburg. 

Megerle v. Mühlfeld. 8. 2*26. 

t Mauschwitz. Altes schlesisches und lausitzisches Adelsgeschlecht, 

welches sich von dem lausitzischen Stamme Debschütz, s. Bd. IT. S. 431 
unter Beibehaltung des Wappens : (in Silber ein grünes Seeblatt, dessen 
Stiel sich zur Linken wendet) abzweigte. Nach Wendt erhielt ein v. 
Debschütz aus dem väterlichen Erbe das eine Meile von Bauzen gele- ' 
gene Rittergut Malschwitz u. nannte sich nach demselben, aus welchem 
Namen , als er sich in Schlesien ansässig machte , nach der schlesischen 
Mundart der Name : Mauschwitz entstanden sein äoII. In Schlesien kam 
das Geschlecht vom Anfange des 16. Jahrh. an vor, breitete sich ans 
den der Famile schon damals zustehenden Gütern Harpersdorf im Lieg- 
nitzischen, Lederrose im Jauerschen und Armenruh im Goldbergischen 
weit aus. führte besonders von dem Sitze Armenruh den Beinamen und 
erwarb im Laufe der Zeit mehrere ansehnliche Güter. — Christoph v. 
Mansch witz lebte um 1506; die Gebrüder v. M. verkauften 1519 einen 
Theil von ihrem Gute Oderwitz dem Rathe der Stadt Zittau ; Sigis- 
mund II. V. M. war 1596 Herr auf Alzenau im Goldbergischen; Fried- 
rich V. M. auf Harpersdorf und Armenruh kommt 1639 als fürstl. lieg- 
nitzischer Regierungs- und Landrath vor und Maximilian v. M. und 
Armenruh 1676 als Landes- Aeltester des Fürstenthums Liegnitz. Von 
den beiden Söhnen des Letzteren starb der Aeltere, Carl Sigismund v. 
M. auf Armenruh und Harpersdorf, 1712 als des Fürstenthums Liegnitz 
und der Stände Bestallter, der Jüngere aber, Maximilian auf Jaenowitz 
u. Gross-Waltersdorf, war damals noch am Leben. Bernhard Friedrich 
V. M. u. Leisersdorf, gest. 1709, der Fürstenthümer Jauer n. Schweid- 
nitzLandes-Aeltester,hinterlie8s unter Anderen einen Sohn: Maximilian 
Leonhard, Herrn auf Leisersdorf. Joachim Daniel v. M. auf Barzdorf 
im Striegauischen , der Fürstenthümer Jauer und Schweidnitz Landes- 
Aeltester, starb 1710 und Wolf Christoph v. M., Herr auf Ulbersdorf, 
1721 als Land-Hofmeister des Goldbergischen Weichbildes. — Die in 
der Lausitz gebliebene Linie , welche wohl dem zwischen Weissenberg 
und Reichenbach gelegenen .Gute Mauschwitz den Namen gab , erlosch 
um 1707 mit Caspar Sigmund v. M. auf Waltersdorf, Passerin etc. und 
die Güter desselben fielen an die Söhne seiner Töchter , an die v. Rex. 
— In Schlesien blühte das Geschlecht im 18. Jahrh. fort und Glieder 
der Familie kamen zu hohen Ehrenstellen : Maximilian v. M. starb 1782 
als k. preuss. Generalmajor und Chef eines Cuirassier - Regiments und 
Carl Maximilian Ferdinand v. M. , gest. 1792, wurde 1786 k. preuss. 
w. Geh. Staats-Kriegs- und dirigirender Minister. Im 19. Jahrh. nahm 
der Stamm an Sprossen ab, doch stand noch 1837 Ernst y. M. als Re- 
gierangsrath und zweiter Justitiarlas bei der General- Gommission zu 



— 181 — 

Breslau und im 6. Infanterie - Regimente diente ein Hauptmann und im 
5. Cuirassier-Regimente ein Lieutenant v. Mauschwitz. 

M. Qeorg Wendt, Debschützische Genealogie, 1695. P. I. 6. 8. — Carpiog, Analeet. ZU- 
Uv. 11. 8. 811. — Sinapiu», I. S. 631 und 32 und H. 8. 802. — Qauhe, I. 8. 1334 and 
85 nach Lucae, «chlesisch. Chronik. — Zedl*r, XIX, 8. 2239. — N. Pr. A.-L. HI. 8. 878 u. 
79. — Frtih, t. Led4bur, U. 6. 88. — Siehmaßher ^ I. 72: Die Mauschwitz, Schlesiseh. — 
V. Medingy U. P. 361. 

Mauthner, Ritter. Erbl.-österr. Ritterstand. Diplom vom 10. Jan. 
1850 fttr Ludwig Mauthner, Doctor der Medicin. 

Handschriftl. Notis. 

Max, Edle v. Maxen. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1798 
für Matthias Joseph Max, k. k. Kreis-Commissar zu Iglau, mit demPrft- 
dicate : Edler t. Maxen. 

MegerU •. Müh\feld, 8. 226. 

Maxelrain zu Hohenwaldeck, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom 
von 1660 für Wolfgang Veit Herrn v. Maxelrain zu Hohenwaldeck. — 
Ein früher zu dem ehemaligen schwäbischen Reichs - Grafen -CoUegium 
gehörendes Grafengeschlecht , welches aus Bayern und zwar aus dem 
Schlosse u. der Herrschaft Maxelrain, Maxirain, unweit Aibling stammte 
und in alter Zeit auch Machseirain, Meychslrein, Meichselrein u. Maech- 
selrain geschrieben wurde. Die Familie kam schon im 12. Jahrh. vor: 
Heinrich und Sibotho, edle Männer v. Maxelrain treten als ZeugenllSO 
in der Gründungs-Urkunde des Klosters Beyharting auf. In der Mitte 
des 14. Jahrh. lebte Otto v. M. , dessen erste Hausfrau Anna Grf. v. 
Montfort , die zweite Catharina v. Schenna , tirolischen Herkommens, 
war. Von Letzterer stammten zwei Söhne, Conrad und Wilhelm. Wil- 
helm hatte aus der Ehe mit Anna Marschallin v. Poxberg einige Söhne, 
von welchen Ludwig den Stamm fortsetzte. Derselbe war mit Anna y. 
Riedheim vermählt, aus welcher Ehe zwei Söhne entsprossten : Sigis- 
mund. der nur eine Tochter hinterliess und Veit, Land-Pfleger zu Aib- 
ling, welcher durch seine Gemahlin, Margaretha, Wolffgang Herrn von 
Waldecks Tochter und zum Theil Erbin, seiner Familie das Recht auf 
die Herrschaft Waldeck zubrachte, welches auch sein Sohn , Wolfgang, 
laut Transaction von 1559 mit den Miterben aus den Familien v. Ho- 
henrain und Sandizell, sich u. seinen Nachkommen sicherte. Nach dem 
Tode Wolffgangs, welcher zuerst den freiherrlichen Titel führte, schie- 
den seine Söhne, Wolffgang Dietrich und Wolffgang Wilhelm , von wel- 
chen, nach der väterlichen Bestimmung, der Erstere die waldeckischen, 
der Letztere die maxelrainischen Güter in Besitz genommen hatte , den 
Stamm in zwei Linien. Die Söhne Wolffgang Dietrichs, welcher in Folge 
der Religionsstreitigkeiten viel zu leiden hatte , setzten den Stamm fort 
und zwar der Aeltere, Ludwig, herz, bayer. Kämmerer, in der Ehe mit 
Barbara Scholastica v. Sandizell und der Jüngere, Georg, mit Maria v, 
Degenberg, doch starben dieselben später in einem Jahre, 1608, ohne 
noch Nachkommen zu haben und so erlosch denn die ältere Linie. Der 
Stifter der jüngeren Linie, Wolffgang Wilhekn , kurförstlichcr Hofmar- 
schall und Hauptmann zu Burckhausen, pflanzte die maxelrainische Li- 
nie fort. Derselbe vermählte sich mit Johanna Pemer aus einem braun- 
schweigischen Geschlechte, aus welcher Ehe, neben andern Kindern, 



— 182 — 

Ghraf Wolffgang Veit (I.) , 8. oben , ÄJtspross. Letzterer, Venn. mit Jo- 
hanna Truchsessin v. Waldporg, hatte zwei Söhne, Heinrich Georg und 
Wolffgang Veit (II.), welche die Stifter zweier Speciallinien der jüngeren 
Hauptlinie wurden. Von dem Stifter der älteren Speciallinie, Heinrich 
Georg, gest. 1640, verm. mit Maria Elisabeth Grf. v. Freys ing, gest. 
1669, stammte Johann Vitus, kurbayerischer Kämmerer, verm. in erster 
Ehe mit Catharina Constantia Freiin v. Spiering in Fronberg und in 
zweiter mit Francisca Clara Grf. v. Lamberg, welcher als Letzter seiner 
Specialliuie 1705 ohne Nachkommen starb. Von dem Stifter der jünge- 
ren Speciallinie, Wolffgang Veit (Tl.), gest. 1660, verm. mit Rosina Grf. 
Y. Preysing, gest. 1676, entspross Maximilian Wilhelm, verm. mit Ma- 
ria Theresia Grf. v. Fugger-Wöllenburg, dessen Sohn, Johann Vitus Jo- 
seph Marcus 12. Nov. 1734 den Mannsstamm seines alten Geschlechts 
schloss, da derselbe nur sechs Töchter gehabt hatte. Die genannten 
Stammschlösser und Herrschaften fielen an Kur-Bayern zurück. 

Wig. Hund, P. IT. — Sptne'r, 8. 493 u. Tab. 19. — Durchlaucht. Welt, Ausg. von 1710. 
II. 8. 351—57. — Hübner , U. T«b. 567. — Oauhe , I. 8. 1293—95: nach Imhof n. dem Ge- 
neal. Uandb. — Zedier^ XX. 8 84-86. - Si^-hmaeher, I. 19: Meychlrain, Herrn n. Freiher- 
r«ii. — Triery 8. 518-20 u. Tab. 74. — v. M^ding , II. 8.361 and 62. 

Maxen (in Silber drei, 2 n. 1, gestürzte grüne Blätter an kurzen 
Stielen). Altes, meissensches Adelsgeschlecht, welches schon 1335 zu 
Maxen bei Pirna sass und später 'in der Ober- und Niederlausitz an- 
sehnlich begütert wurde. — Martin v. Maxen war 1465 Amtshaupt- 
mann zu Görlitz, welche Würde auch Hans v. M. 1557 und ein gleich- 
namiger Sprosse der Familie a. d. H. Groeditzl673 zu Bautzen beklei- 
dete; schon vorher, 1502, tritt ein Hans v. M. als abgesagter Feind 
der Sechsstädte auf; Siegmimd v. M. kommt als Rath des Kurfürsten 
August zu Sachsen vor; Georg v. M. starb 1590 als Hauptmann zu 
Wolffenbüttel; Wolff v. M. auf Rattwitz lebte um 1602 als Landes- Ael- 
tester im görlitzischen Kreise und Nicol v. M. auf Bischheim, Henners- 
dorf , Ohorn etc, kursächs. Kammerherr und Ober - Stallmeister , starb 
1712. Derselbe hatte mehrere Söhne, von denen Johann George v. M. 
auf Pulsnitz, kursächs. Kammerjunker und Friedrich Gottlob v. M. auf 
Bischheim kursächs. Kammerherr wurde. Bei Lebzeiten der Letzteren 
war Hans Adolph v. Maxen auf Quitzdorf Klostervoigt des Klosters 
Marienthal. Der Stamm blühte fort, nahm aber um die Mitte des 
18. Jahrb. und in der zweiten Hälfte desselben an Sprossen ab , sass 
aber noch 1777 in der Oberlausitz zu Ohorn und Obersteina unweit 
Pulsnitz und in der Niederlausitz meist um Guben zu Cummeltitz, Klein- 
Dammer, Hohen- und Nieder-Jehser, Oegeln, Strege und Weltho. Um 
oder nach dieser Zeit ist der Mannsstamm erloschen. Die lietzte des 
Cteschlechts war eine vermählte Frau v. Carlowitz, deren Sohn, Maiü- 
milian Carl v. Carlowitz, gest. 1833, Herr auf Colmnitz bei Freiberg, 
k. Sachs. Kammerherr und Ober-Steuer-Einnehmer, mit seinem Kamen 
und Wappen Namen und Wappen der erloschenen Familie v. Maxen 
vereinigte, s. Bd. H. S. 225. 

Knauth, S. 531. - Sinapius, 11. 8. 804. - Vol. Konig. II. 8. 708-9. — Oauht, \. 
S. ltS5 Q. 86 auch nach MülUri Ann»l. Saxon. ~ Ztdler, xfX. 8. 2248. -- Di^ntmann . 6. 
340. Nr. 39, - Freih. 9. Udebur, H. s. 88. - Siebmacher, I. 166: v. Maxen, ftaechsweh. 
— f. Meding, I. 8. 877. — Suppl. au Siebm. W.-B. V. 93. 



— 183 — 

May, Mai (Schild geviert: l:*ön Roth, Gold, Silber und Schwarz 
quergetheilt; 2 in Roth ein silberner Löwe; 3 in Gold ein schwarzer 
Adler und 4 in Blau ein, eine Kugel [auch Schale oder Ring] tragendes 
Stativ). Ein in Westphalen begütert gewesenes Geschlecht, welches 1 560 u. 
noch 1630 zuStammhild u. im letztgenannten Jahre auch zu Brüntrup im 
Lippeschen sass. Hans Christian v. May wurde 1751 erster Kammer- 
director zu Cleve und der Sohn desselben, Hans Franz Friedrich v. M., 
früher Rittmeister imk. pr. Leib-Cuirassler-Regimente, war 1809 Post- 
meister zu Dessau. 

zedier, XrX. 8. 2312. - N. Pr. A.-L. HI. 8. 37». — jn-eih. 9, Udebur , U. 8. 88. — 
Sttbmaeher, UI. 133. 

May (Schild der Länge nach getheilt: rechts ein Löwe und links 
ein Maienbaum). Ein in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrb. in Ber- 
lin ansässiges Adelsgeschlecht. Christoph Ehrenreich v. May , Doctor 
der Medicin, war 1719 und noch 1737 Hauseigenthtlmer zu Berlin. 

Freih, v. Ledebur, U. 8. 88. 

May, Freiherren. Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1716 fÄr 
Georg Augustin v. May, Reichshofrath. 

Megerlt t. Mühlfeld, Brg.-Bd. 6. 78. 

May V. Klingen. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1810 fittr 
Anton May. Oberlieutenant im k. kx 2. Artillerie -Regimente, mit dem 
Prädicate: v. Klingen. 

MegerU v. Mühlpid, Erg.-Bd. 8, 874. 

May T. Mayenthal, Ritter und Edle. Erbl.-österr. Ritterstand. 
Diplom von 1729 für Joseph Ignaz v. May, k. k. österreichischen Hof- 
raths-Secretair, mit dem Prädicate : Edler v, Mayenthal. 

Mtgtrh 9, Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 176. 

Maybnrg , Freiherren. Ein in Steyermark in der zweiten Hälfte 
des 18. Jahrh. vorgekommenes, freiherrliches Geschlecht. 

achtmü», 11. 8. 537. 

Maydan v. Dannenthal. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1781 fttr Franz Carl Maydan, k. k. Artillerie -Districts-Comman- 
danten und Oberstlieutenant, mit dem Prädicate : v. Dannenthal. 

Megerle 9. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 874. 

Maydell, Maydel, auch Freiherren. Schwedischer Freiherren- 
stand. Diplom vom 26. Juni 1693 fftr Georg Johann v. Maydell, kön. 
schwed. Feldmarschall und General der Infanterie. — Altes, lief-, cur- 
und esthländisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiges, in Liefland 
gelegenes Stammhaus schon über dreihundert Jahre in der Hand der 
Familie v. Taube ist. Dasselbe sass in älterer Zeit auch in Ostpreussen 
zu Deyguhnen und Doben unweit Angerburg und zu Faulhoeden und 
Grzibowen bei Lotzen. — Nach Hartknoch soll, was dahin gestellt blei- 
ben muss, der Stammvater desselben ein Krieger, Mayedo, gewesen sein, 
dessen Vater, Tirsko, einem tapferen Feldherm, die heidnischen Preus- 
sen 1255 die Festung Welau zur Beschützung übergaben, der aber mit 
seinem Sohne den christlichen Glauben annahm , nachdem er glaubte, 
die Festung gegen die Kreuz-Ritter nicht halten zu können, — Von den 
späteren Sprossen des Stammes standen Mehrere in k. polnischen Mili- 



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tair- u. Staats- so wie in k. schwedischen Militairdiensten. Von Einem 
V. M., k. polnischem Obersten, stammte Johann v. M., k. poln. Oberst- 
lieutenant und von dem Sohne des Letzteren, Dionysius, k. polnischem 
Obersten im Kriege gegen die Moscowiter, entspross Hermann v. M.,. 
um 1600 k. poln. Kammerherr, Präsident des Kr. Pilten und Starost. 
Derselbe hatte zwei Söhne , Otto Ernst und Dietrich Hermann. Otto 
Ernst, Herr auf Rosenbock und Raven, k. poln. Kammerherr und eben- 
falls Präsident u. Starost des piltenschen Kreises, hinterliess zwei Söhne, 
Friedrich Johann und Dietrich, welche 1678 k. poln. Kammerherren 
waren und von Dietrich Hermann, k. poln. Kammcrherra u. Starosten, 
Herrn auf Riga u. Kleeszell, Obersten des Leib-Regiments etc. stammte 
ein einziger Sohn, Jacob Friedrich, k. poln. Kammerherr und Starost, 
welcher 1682 zu Leipzig, nach einem Zweikampfe, von seinem Gegner 
aus einem Hinterhalte ermordet wurde. — Freiherr Georg Johann', s. 
oben zeichnete sich namentlich im Anfange des 18. Jahrh. in dem da- 
maligen schwedisch-polnischen Kriege durch grosse Tapferkeit aus und 
1736 trat ein k. poln. Generalmajor v. Maydell in k. russische Dienste. 

— Der Stamm blühte in Lief- und Curland fort, kam auch nach Han- 
nover und Meklenburg , wo er zu Wredenhagen angesessen wurde und 
brachte in neuer Zeit auch in der Ost-Priegnitz das Gut Seefeld an sich. 

Hartknoch, Preusslsch. Historie. 8. 287. — Theatr. Europ., XI. 8. 131?^— J. U. König, 
Besserische Schriften : Lebensbeschr. des Hru. v. Besser, Leipzig, 1732, I. 8. 40. — Qauhe, 
II. 8. 701-3. — SiPea Rikei Matrik. I. 8. 378 u. 11. 8. 1446. - FrHh. 9. Kr ohne, H. 8. 837 
u. 38 und 444. — Freih.v.d. Kneseberk,». 206. — Freih. v. L^debur, II. 8. 88 u. III.8.3»8. 

— •. Mediwj, 1. S. 377-79: v. M. u. Frh. v. M. - Schwed. W.-B. Frh. v. M. n. v. M. — 
Suppl. zu Siebm. W.-B. IV. 18. — Neimbt , Curl&nd. W.-B. Tab. 25. — 9. He/ner , hannov. 
Adel, Tab. 22. 

Mayenberg , v. und zu Mayenberg, Ritter und Edle, auch Frei- 
herren. Reichsadels-, reichs- und erbl.-österr. Ritter- und erbl.-österr. 
Freihernistand. Adelsdiplom vom 5. August 1687 füY* Johann Georg 
Schmid (Schmidt) , in Rücksicht seiner in verschiedenen Gelegenheiten 
erworbenen ausgezeichneten Verdienste; Ritterdiplom vom 18. Mai 
1714 für Denselben, mit dem Prädicate: Edler v. u. zu Mayenberg, 
Mayenburg und Freiherrndiplom vom 12. Juli 1790 für Joseph Anton 
Edlen v. u. zu Mayenberg , nieder -Österreich. Appellationsrath . wegen 
60jähriger Dienstleistung. — Von Johann Georg Edlen v. u. zu Mayen- 
berg entspross Christoph Friedrich Edler v. und zu M., nieder- österr. 
Canzler, welcher die Herrschaft Wirmla in Nieder-Oesterreich kaufte u. 
11. Juli 1726 unter die alten Geschlechter des niederösterr. Ritter- 
standes aufgenommen wurde. Von Letzterem stammte Freih. Joseph 
Anton, s. oben , welcher sich mit Maria Anna v. Mayersfeld vermählte 
und von dem Sohne aus dieser Ehe, dem niederösterr. Regimentsrathe 
und Landes- Verordneten des Ritterstandes, Freih. Anton Joseph v. und 
zu M., vcrm. mit Antonie v. Dechan, entspross Joseph Freih. v. und zu 
M., geb. 1775, welcher den Stamm fortsetzte. 

Leupold, I. 3. 8. 486—90. — Megetle t. Mühlfeld, Ö. 70 und 143. — W.-B. der 6iterr. 
Monarchie. XI. 82. — Kneachke, 11. S. 291 und 99. 

Mayenn, 8. Meyenn. 

Mayer, Ritter und Edle, Mayer y. Mayerfels, Ritter und Edle 

(Wappen nach dem Diplome von 1808: Schild geviert: 1. u 4. in Gold 
ein einwärtsgekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, schwarzer Löwe 



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und 2 und 3 in Roth ein schrägredhter , silberner Balken, welcher mit 
fünf blauen, an einander gereihten Eisenhütchen belegt und oben, links, 
wie unten, rechts, von einem sechsstrabligen, silbernen Sterne begleitet 
ist und Wappen nach dem Diplome vom 21. Nov. 1863: Schild roth, 
mit goldenem Schildeshaupte. Im goldenen Schildeshaupte ein schwär* 
zer, goldgekrönter, nach rechts 'schreitiender Löwe mit ausgeschlagener 
Zunge und doppelt über sich geworfenem Schwänze. Im rothen Schilde 
zwischen zwei sechsstrabligen, silbernen Sternen ein weisser, mit fünf 
blauen , aneinander gereihten Eisenhütlein belegter , rechter Zwergbal- 
ken. Am Schilde stehen drei offene, gekrönte, adelige Turnierhelme mit 
dem Helmschmucke der Mayer v. Mayerfels, der Mayer v. Hüningen u. 
des Mayeramtes Velseck und mit den althergebrachten Wappen-Schild- 
haltern des Geschlechts: zwei gold bekleideten weiblichen Engel- Jung- 
frauen mit blauen Flügeln und mit demWapi)enspniche: Maria hilf)! — 
Edler- und Ritterstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 10. März 1808 
für die Gebrüder Alois Johann Mayer, Grosshändler, Guts- und Haus- 
besitzer in der Pfarrei St. Wilten oder Wiltau bei Insbruck , und Carl 
Lorenz Mayer, k. bayor. Staats-Schulden-Tilgungs-Commissions- Asses- 
sor und Wechsel- und Mercantil-Gerichts-Beisitzer zweiter u. höchster 
'Instanz, und zwar auf Vorbitte der tirolischen Stände, wegen des ihrem 
Lande zur Zeit der Noth verschafften , nützlichen Credits u. wegen von 
ihnen geleisteter , ja oft mit persönlichen Gefahren verbundener Hülfe, 
so wie unter Bestätigung und ausdrücklicher Anerkennung ihres herge- 
brachten Wappens und mit besonderer Berufung auf den, der Familie 
ertheilten pfalzgräflichen Wappenbrief vom 24. Juli 1676 u. k. bayer» 
Anerkennungs-Bestätigungsdiplom d. d. Rom, 21. Nov. 1863, für die 
directe Abstammung des Carl (H.) Heinrich Otto Joseph Anton Ritter 
und Edlen Mayer v. Mayerfels, auf und zu Schwanegg etc., k. bayer. 
Kammerjunker und Landwehr-Hauptmann, Doctor der Philosophie etc. 
von den Mayern von Völs und für die königliche Ermächtigung zur Ein- 
tragung mit dem Prädicate: „v. Mayerfels'' nunmehr auch in die Adels- 
matrikel des Königreichs Bayern. — Bas eben erwähnte Diplom von 
1863 erkennt an und bestätigt ausdrücklich, dass die Voreltern des 
Geschlechts von dem im Hauptstamme erloschenen, alten, südtirolischen 
Geschlechte der Mayer abstammen , dessen Mitglieder in ältester Zeit 
mit dem erblichen Mayeramte der Herrschaft Völs, Föls, bei Botzen be- 
traut gewesen, weshalb sie von dem. dortigen Mayerhofe die Mayer v. 
Foels und später kurzweg die „Mayer v. Mayerfels" genannt und dann 
auch mit dem erblichen Teutsch- Ordens ■'Mayer -Amte der Commende 
Lengmoos zu Stein am Ritten .belehnt worden sind, mit welchem Amte 
auch die directen Vorfahren des Diploms-Empföngers, bis zum Urgross- 
vater herab, mehr als zwei Jahrhunderte bekleidet gewesen waren. Der 
erste und eigentliche Stammname des Geschlechts war übrigens : „VeU 
(Fels) oder Völs" und im Welschen „de Vels'* und erst später wurde 
der Amtsname : Mayer hinzugesetzt und im Laufe der Zeit zum erb- 
lichen Schreibnamen gemacht u. zwar auf die natürlichste Weise, eben 
weil selbst das der Familie zusteheiide Mayer -Amt der Grafen v. Bot- 
zen und nachmaligen Hochen-Eppaaer aus dem weifischen Stamme auch 



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erblich war. Die Namen: Vols, Völs, Fels und de Vels sind demnach 
— vor Ankunft der Colonna- v. Fels in Tirol — vollkommen identisch 
mit dem Namen : Mayer v. Vols, Völs. — Der Stamm schied sich bald 
in mehrere nach ihren Burgen genannte Linien , welche sich weit aus- 
breiteten und, im Besitze ansehnlicher Lehen, Lands&ssigkeit in verschie- 
denen Gegenden erlangten. Von diesen Linien haben namentlich die 
Mayer v. Höningen , welche in zwei Linien blühten , schon in ältester 
Zeit und zwar zweifelsohne ans traditioneller Erinnerungs-Pietät ihres 
ersten u. ältesten Herkommens, zwei Edelsitze mit dem Namen Mayer- 
oder auch Mayenfels erbaut, deren einer unweit der Stadt Basel zwischen 
Muttenz und Prattlen auf einem reizend gelegenen Hügel sich jezt als 
eine äusserst elegante Villa erhebt, der andere aber noch heute in Hü- 
ningen selbst sich befindet. — Wohl nur zur Geltendmachung der von 
dem Geschlechte erlangten Aemter und Würden u. der damit von jeher 
verbundenen Edelmannsfreiheit auch im fernen Auslande haben später 
mehrere, vermuthlich längere Zeit von der tirolischen Heimath in Bayern 
abwesende Glieder des Stammes noch einen eigenen pfalzgräflichen Wap- 
pen- und Freiheitsbrief sich ausstellen zu lassen für nothwendig erach- 
tet. Derselbe wurde 24. Juli 1676 von Job. Baptista Carl, A. A. Doctor, 
des paepstlichen Stuhls zu Rom Protonot. , Comes Palatinus u. Dechant 
zu Weichs an der Glon im OberfQrstenthume Bayern für Sebastian M. 
mit seinen drei Söhnen : Veit, Thomas und Matthias im Gerichte Sarnt- 
hein (im s. g. Samthaie bei Botzen), fftr Georg M. mit seinen zwei Söh- 
nen, Christian und Martin im Gerichte Ritten aufn Stein bei Botzen und 
für Caspar M. .,so noch am Leben", wie im Wappenbriefe steht, mit 
seinen drei Söhnen, Philipp, Georg (H.) und Matthaeus, ausgestellt. 
Ein directer Nachkomme eines der im erwähnten Wappenbriefe ge- 
nannten acht Brüdersöhne — welches derselben ist bei Mangelhaftigkeit 
der Pfarrbücher in jenen Gegenden noch nicht ermittelt — war Lorenz 
Mayer, gest. 1767, Pfleger und Gerichtsschreiber zu Wangen, auch 
Amtmann der deutschen Ordens-Commende zu Lengmoos am Ritten u. 
derselbe ist der gemeinsame Stammvater der drei neueren Hauptlinien 
des Geschlechts. Aus fler Ehe mit Anna Maria Thaler stammten näm- 
lich, neben einer Tochter, drei Söhne: Joseph (I.), Alois Johann (I.) u. 
Carl (L) Lorenz. Joseph (I.), gest. 1805, Notarius, Syndicus, Stadt- u. 
Gerichtsschreiber zu Botzen, gründete die älteste, die s. g. tirolische 
oder botzener Linie, auf welche sich, da der Stifter, wie erwähnt, 1805 
starb , das in die Familie später gekommene Edlen - und Ritterdiplom 
nicht beziehen konnte. Diese Linie ist mit dem Sohne, Alois Johann (H.), 
1853 wieder ausgegangen. Alois Johann (I.) Ritter u. Edler v. Mayer, 
s. oben, gest. 1817. verm. mit Maria Anna Cölestina v. Tschussi, stif- 
tete die bayerische ältere, oder s. g. insbrucker Linie, welche im Manns- 
stamme nicht fortgesetzt worden ist. Von sechs Töchtern starben fünf 
jung; die einzig am Leben gebliebene Tochter, Wilhelmine Angela Alo- 
isia, wurde die erste Gemahlin des Andreas Freiherm v. Grossschedl, k. 
bayer. Hauptmanns ä la suite, starb aber 1841 mit Hinterlassung einer 
Tochter und dreier Söhne, von welchen zwei noch leben. Carl (I.) Lo- 
renz Edler und Ritter v. Mayef , gest. 1882, welcher 1819 Guts- und 



— 187 — 

Geri^tsberr vieler im Kr« Nieder -flAj^rn $r«l6ftenen ttoftiiKrUf^n und 
Ortsschaften Würde, gründete die aliein noch blQhende , bayorisoho jün- 
gere, oder 8. g. mflnchener Linie. Derselbe war in erster Khe vonnflhlt 
mit Magdalena Schliclcer and aus dieser Ehe (die ssweite blieb kinder- 
los) stammte ein einziger Sohn, Joseph (IT.) Carl LorouK Benedict VA* 
1er Ritter v. Mayer, geb. 1795 und gest. 1861, Mjjor u. Comnmndant 
der k. bayer. Landwehr-Cavallerie-Di\i8lon m München, Ronlitftton- u. 
Fabrikbesitzer ebendaselbst etc. Derselbe verkaufte die vom Vater 
1832 ererbten umfengreichen niederbayerischen Güter 18B3 an den 
damaligen k. bayer. Staatsminister Grafen v. Montgelas, welcher durch 
Erwerb dieserBesitzungen seiner Familie die bayerische erbliche Uolchi- 
ratbs-Würde wieder verschaffte. Aus seiner Ehe mit Anna Miirlrt Jo« 
sepha Catharina V. Reichenbach, — einzigen Tochter des bekannten 
Gelehrten und grossen Mechanikers Georg Ritter« v. Reichenbaeh , k. 
bayer. Directors des Ministerial-Banbureaus und Oberst-Befg- ti. BnU- 
nenrathes, aus der Ehe mit Franzisca v. Enhuber — ciitspross der 
jetzige Stamwälteste : Carl (IT.) Heinrich Otto Joseph Anton Ritter und 
Edler Mayer v. Mayerfels, s. oben. Derselbe, geb. 1825, vermfthlte 
sich 1849 mit Regina Walburga Ursula Monges, aus welcher PJhe, da 
ein 1853 geborener Sohn, Carl (ITI.) Joseph Lorenz, schon 1H54 u. c!in 
anderer 1861 geborener Sohn, Georg flll), nach einem halben Jahre 
starb, jetzt nur drei Töchter leben : Anna Maria Josepha Regina, geb. 
1850, Maria Theresia Regina, geb. 1851 und Ida Sophia Hegina, geb. 
1855. Eine 1852 geborene Tochter , Bertha Valentine Regina , starb 
1853. — Dr. Carl (II.) Ritter und Edler Mayer v. Mayerfei» ist ein 
grosser Kenner und Freund der Heraldik u. hat als Frucht vieljähriger 
und sorgsamer Forschungen unter dem Titel: Heraldisches ABC -Buch, 
München, 1857, fftr die Wissenschaft ein grosses Prachtwerk mit vielen 
Tafeln in Farbendruck etc. herausgegeben, welches, gestflt;(t auf die 
einstigen Anfänge der Heraldik, för dieselbe neue Bahnen eröffnen soll, 
auch ist derselbe im Besitze reichhaltiger Waffen- u. Alterthums-Samm- 
langen, welche in diesem Jahre in der von ihm erkauften , von dem be- 
rühmten Ludwig Bitter v. Schwanthaler erbauten Burg Schwanegg qD' 
weit München untergebracht und passend aufgestellt worden sind und / 
wurde 1863 Erbauer. Gründer, Stifter und Patronu» Kccleflae 6er ' ^ 
ersten St. Maria-Hüf-Kapelle in Niederprteking bei Star^nberg zu Ehre» 
der A. H. Jungfrau Maria und des h. Ritters Georg, als den beiden 
Hauptpatronen der gesanunten Ritterschaft. 

Banä/trhr. IToCisM. - t. Lamf, A. 441. — Wm^i^tfC*>d^ 4^ tttl^« Cmmf»^ r. fit^m^^ 
b«rf, ÜMairr. to« I4-«3. - Sit^macA^r. üa^xt^h^ »«m l*^^7 Iff. 44 W »» 1«^', fV. |« «^ 
12« «ad V. I7S. — W-B rt. Kip- Bayern. VIJ H - r ff^/n^r . h*j^ A^t^l , T•^. Jl4 «fMl 
». m. — Jmnb MmU, Bmtttr 4i«i»ckl«clncr , 1441 , Tab. n. - ZmrW.k^ Wtpfinm ' UMU ttm 
Jahne c. 1300 T*f>, 7. 3r. I«7 Tab. 10. »r. 238 9a4 Tab. » flr. i*). - Xm^tcäk* . IV. 
8. t77-»I — Dr. Cmrt Bioer w. Jfoy^. ABC-B<iel» 4^r ll«f«Mlli , IMüHM», t«?. AlM«B«, 
12. 8. 414—17 u. Tab. 44. 47. <Sl. <J na*! *4. 

Msyvr (im Silb€r ein aafgerickteler Pantber). AMmUaUi d^ Kgr. 
Preuiem. Diplom vom 15, Odob. 17dH für (^msMfh VritMch Jfssyer, 
k. prews. Xa^or. Ein f^hn deffielben. CWiatian Friedrieh v, Majer 
war 1806 Premierüeiitenaiit im Infent.-Regim, v, BesiKr n. wurde l>ir.T4 
als Gemyaimajgr ftiBiiHiit — Die FaHüw mt m OstpreoMai m Kl- 



^/ 



— 188 — 

kinehlen im Kr. Darkehmen, zu Jürlaken im Kr. Insterburg u. zu Po- 
lentzhoff im Kr. Niederung angesessen. 

N. Preuss. A.-L. lU. 8. 3T9. - Freih. 9. Ltdebur , IL 8. 89. — W.-B. d. Preua«. Mo- 
Darcl). Ur. 96. 

Mayer (in Blau eine weisse Mauer von sieben Schichten, welche 
schräglinks stufenförmig aufsteigt. Die vier unteren Schichten reichen 
vom rechten zum linken Schildesrande, die fllnfte und sechste, aus wel- 
cher letzteren in der Mitte ein Stück ausgebrochen ist , reichen nicht 
bis zum rechten Schildesrande und von der obersten Schichte steht nur 
ein Stück am linken Schildesrande , weshalb auch die Mauer von Eini- 
gen als Mauerruine angegeben wird). Adelsstand des Kgr. Sachsen. Di- 
plom vom 16. Febr. 1822 für Dr. CarlWilhehn TraugottMayer, Ober- 
amts- Advocaten und Justitiar zu Loebau. Die amtliche Bekanntmach- 
ung dieser Erhebung erfolgte 10. April 1822. Der Diploms-Empfänger, 
später Herr auf Nieder-Ruppersdorf und Ober-Oderwitz und Landesbe- 
stallter der sächsischen Oberlausitz, rühmlichst bekannt durch grosse u. 
erspriessliche Thätigkeit, so wie einst als Redner in der gelten Kam- 
mer der sächsischen Ständeversammlung, ist als Landesbestallter a. D. 
und königlicher Friedensrichter 7. Aug. 1864 zu Niederruppersdorf bei 
Herrnhut gestorben. Der Stamm wurde fortgesetzt. Ernst Gustav Carl 
V. Mayer, geb. 1840, wurde 1860 u. P. C. E. v. Mayer, geb. 1843, 
1863 als Studirender der Rechte auf der Universität Leipzig inscribirt 
und Ersterer erlangte 1864 die juristische Doctorwürde. 

Handschriffcl. Notix. — Freiherr v. Ledebur, II. 8. 89 und III. 8. 308. — Kne»chke, I. 
8. 293 und 94. — W.-B. d. Sachs. Staaten, VI. 6i. 

Mayer, Ritter und Edle. Reichsritterstand. Diplom von 1764 für 
Johann Adam Mayer, k. k. Hofrath und Geh. Kammer-Zahlmeister aus 
Höchsteigener Bewegung, mit dem Prädicate: Edler v. 

Megerle v. Mühlfeld, 8. 130 und 131. 

Mayer. Erbländisch - österr. Adelsstand. Diplom von 1786 für 
Paul Mayer, k. k. pensionirten Oberstwachtmeister. 

Afggerle v. Muhlfeld, Erg.Bd. .8 375. 

Mayer (Schild geviert: 1 u. 4 in Blau ein einwärts gekehrter, gol- 
dener Löwe und 2 und 3 in Gold eine rothe Lilie). Reishsadelsstand. 
Diplom im kurpfälzischen Reichsvicariate vom 6. Juli 1793 filr Johann 
Georg Mayer, kurpfölz. Hofrath und Rentmeister zu Passau. Derselbe, 
geb. 1749 und aus Eslam in der obeni Pfalz stammend, wurde als k. 
hayer. Hofrath u. Stadtrichter in Passau nach Anlegutig der Adelsma- 
trikel des Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. 

». Lang, 8. 443. — W.-B. des Kgr. Bayern, VII. 14. 

Mayer. Steiermärkisches , besonders zu Anfange des 17. Jahrb. 
bekanntes Adelsgeschlecht. 

Schmutz, 11. S. 527. 

Mayer v. Adlerstren. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1794 für Johann Anton Mayer, k. k. Salzversilberer und Tranksteuet- 
Einnehmer zu Pisek in Böhmen, mit dem Prädicate : v. Adlerstreu. 

Megerle v. Mühlfeld, Krg.-Bd. 8. 375. 

Mayer V. Festenwald. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom vom 



— 189 — 

6. Dec. 1841 fttr' Johann Mayer, k. k, pens. Major, mit demPrädicate: 
V. Festenwald. Der Stamm wurde fortgesetzt: Ernst M. v.F. war Ober- 
lieutenant im 13. Grenz-Inf.-Regim. u. Wenzel M. v. F. Lieutenant im 
6. Husaren-Regimente. 

H«o<Uchriftl. Notis. — MiliUir-SchemaUsm. d. österr. Kaiserthuius. 

Mayer v. Fuchsstadt. Altes kärntner Adelsgeschlecht, welches 
mit dem Erhstabelmeister-Amte in Kärnten belehnt war. 

BuoHini, 8t«mmat. III. — Zedier, XX. S. 204. 

Mayer v. Gravenegg, Freiherren. Diplom vom 6. März 1850 für 
Joseph Mayer v. Gravenegg, k. k. w. Geh.-Rath. 

Bandschrini. Notis. 

Mayer T. Hagenthal, Ritter u. Edle. Reichsritterstand. Diplom 
von 1715 für Johann Leopold Mayer, Vice-Domamts-Gegenhändler zu 
Linz, mit dem Prädicate ; Edler v. Hagenthal. 

Megerte w. Mühlfeld, Erg.- Bd. 8. 176. 

Mayer v. Heldenfeld, auch Freiherren. Erbl.-österr. Adels- und 
Freihermstand. Adelsdiplom von 1777 für Johann Mayer, Unter- 
lieutenant im k. k. Dragoner-Regimente Herzog zu Sachsen-Cohurg, mit 
dem Prädicate: v. Heldenfeld und Freiherrndiplom von 1816 jftlr Anton 
Mayer v. Heldenfeld, k. k. Feldmarschalllieutenant und Commandanten 
zu Mantua. — In neuester Zeit war Anton Mayer v. Heldenfeld k. k. 
Feldkriegs-Commissar zu Klausenburg. 

Megerle 9. Mühl/^ld, 8. 70 u. Brg.-Bd. 8. 375. — llilit.-Sehemat. d. osterr. Kaiiterth. 

Mayer v. Loewenschwerdt , auch Freiherren. Erbländ. -österr 
Adels- und Freiherrnstand. Adelsdiplom vom 10. Apr. 1810 für Jo- 
seph Mayer, k. k. Hauptmann im Infant. -Regimente Graf St. Julien, in 
Rücksicht seiner langjährigen , rühmlichen Dienstzeit und bewiesenen 
Tapferkeit vor dem Feinde , mit dem Prädicate : v. Loewenschwcrdt u. 
Freihermdiplom vom 27. Sept. 1849 für Franz Xaver Joseph Mayer v. 
Loewenschwcrdt in Folge seiner in der Schlacht bei Gustozza mit be- 
sonderer Tapferkeit und Klugheit ausgeführten, entscheidenden Waffen- 
that. — Joseph M. v. L., aus Prag gebürtig, starb 1817 als Platzhaupt- 
mann zu Olmütz. Aus seiner Ehe mit Ludovica v. Stranski, gest. 1812, 
entspross Freiherr Franz Xaver Joseph, geb. 1794, k. k. Generalmajor 
und Commandant der Festung Carlstadt. Derselbe vermählte sich 1819 
mit Barbara Josepha v. Kilian aus Lorch am Rhein, geb. 1797, aus 
welcher Ehe, neben einer Tochter , Freiin Barbara, geb. 1828, zwei 
Söhne stammen: Freih. Anton, geb. 1819, k. k. Oberstlieutenant ad la- 
tus des Militair-Invalidenhaus-Commandanten zu Wien u. Freih. Franz, 
geb. 1821, k. k. Major in Pension. 

Megerle p. Mühlfeld, 8. 226.. — Geneal. Taschenb. d. freih. Hauser, 1857. 8. 483 u. 1864. 
8. 528. 

Mayer t. Mayenfeld, Ritter nnd Edle. Reichsritterstand. Di- 
plom von 1743 ftlr Jacob Friedrich Mayer, k. k. Kriegs-Commissar, mit 
dem Prädicate : v. Mayenfeld. 

Megerle v. Mühlfeld, Krg.-Bd. 8. 176. 

Mayer V. Mayeregg. Erbl. -österr. Adelsstand. Diplom von 17 10 



— 190 — 

lür Jacob Christoph Mayer, Pfleger zu Steinach , mit dem Prädicate : v. 
Mayeregg. 

Megerl« v. Mühlfeld, Brg.-Kd. 8. 374. 

Mayer, Edle v. Mayern. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1770 für Johann Mayer, k. k. Kreis-Secretair zuKaurzim, mit dem 
Prädicate : Edler v. Mayem. 

M4>gprle v.Mü/d/^ld, RTg.-B(l. 8. 375. 

Mayer v. Mayersbach (in Blau ein rother Sparren, welcher oben 
rechts und links von je einem grünen Maiblumenstengol mit vier Blumen 
beseitet ist und zwischen welchem unten eine weisse Lilie schwebt). 
Reichsadelsstand. Diplom vom 3. April 1762 für Johann Friedrich 
Mayer, fürst, brandenb. -bayreuthischen Hofrath und der fränkischen 
Reichsritterschaft im Canton Steigerwald Directorial - Consulenten , mit 
dem Prädicate : v. Mayersbach. Von demselben stammte Ernst Chri- 
stian Albrecht v. Mayersbach, geb. 1779, k. württ. Kanzleirath u. Re- 
gistrator des k. evangelischen Consistoriums zu Stuttgart. Ans seiner 
Ehe mit Johanne Friederike Caroline v. Franken lebten 1844, ausser 
einem Sohne aus erster Ehe: Carl, geb. 1799, damals k. Württemberg. 
Hauptmann, folgende Kinder: Antonie, geb. 1816, Ernst, geb. 1819, 
Wilhelm, geb. 1821 und Elise, geb. 1822. Die Familie ist nicht mit 
den beiden, in den nachstehenden Artikeln aufgeftlhrten österreichischen 
Familien dieses Namens zu verwechseln. 

Cast, Adel8buch des Kgr. Württemberg, 8. 446 u. 47. — Wurttomb. W.-B. Nr. 194 und 
8. 49. - Kneschk«, II. 8. 292 u. 93. 

Mayer v. Mayersbaeh. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1744 für Johann Ignaz Mayer, k. k. Rath und Leibmedicus, mit dem 
Prädicate: v. Mayersbach. 

Megerle t. Mühlftld, Brg -Bd. S. 375. 

Mayer v. Mayersbach, Ritter. Erbl.-Österr. Ritterstand. Diplom 
von 1812 fftr Dr. Moritz Mayer v. Mayersbach, Arzt in Prag. Der Em- 
pfänger war ein Nachkomme des im vorstehenden Artikel genannten Jo- 
hann Ignaz Mayer v. Mayersbach. 

Megtrle t. Mühlfeld, Brg.-Bd. 8. 176. 

Mayer V. Mayersberg. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 1 704 
für Heinrich Mayer, Rathsherm zu Breslau, mit dem Prädicate: v. May- 
ersberg. Derselbe starb schon 10. Octob. 1704. 

Sinapius, 11. 8. 804. - MtgerUv. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 375. — Freih. r. Ledebur, W. 8. 89. 

Mayer v. Mayersberg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1736 für Stephan Anton Franz Mayer, Ober- Amtmann zu Klosterwald, 
mit dem Prädicate : v. Mayersberg. 

Megerl« p. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 375. 

Mayer v. Mayersfeld. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1759 für Niclas Mayer, k. k. Hauptmann im Infant-Regim. Freiherr v. 
Sinc^re, mit dem Prädicate : v. Mayersfeld. Die Familie ist nicht mit 
dem Geschlechte der Ritter und Edlen v. Mayersfeld zu verwechseln. 

Megerle v. Mühlfeld. 8. 226. 

Mayer v. Mayersfelsen , Ritter und Edle Herren. Reichsritter- 
Stand. Diplom von 1715 ftlr Johann Bertrand v. Mayer, niederöster- 



— 191 — 

reichisch. Kammer-Procurator, mit dem PrMicate : Edler Herr v. Mayer 
oder Mayrsfelsen. 

M0gtrl€ V. Muklf^ld, 8. 130. 

Mayer zu Peym und Perbnrg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1757 für Joseph Mayer, Licentiaten der Rechte und Landge- 
richts-Anwalt, wegen löjähriger Dienstleistung, mit dem Prädicate : v. 
Mayer zu Peym und Perburg. 

MegerU e. Mühlfeld, 8. 226. 

Mayer v. Qnelleiibaeh. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1816 für Laurenz Mayer, k. k. Oberlieutenant, mit dem Prädicate: y. 
Quellenbach. 

Megerl« v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 375. 

Mayer y. Reichheimb. Reichsadelsstand. Diplom von 1714 für 
Franz Gottlieb Mayer, Kriegscasse-Verwalter bei der oberösterr. Land- 
schaft, mit dem Pi^icate : v. Reichheimb. 

Megerlt 9. Müh^fetd, Erg .-Bd. 8. 374 u. 75. 

Mayer v. Sonnenberg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1814 für Georg Mayer, k. k. Hauptmann, mit dem Prädicate: v. Son- 
nenberg. — Der Stamm wurde fortgesetzt. In neuester Zeit war Johann 
Mayer v. Sonnenberg, k. k. Oberst, Commandant des Feld-Artül.-Regi- 
ments Nr. 6. 

MegerU r. Mühlfeld, Erg.- Bd. 8. 875. — Milit.-Schematiim. des österr. Kaiserthum». 

Mayer v. Starkenthorm. Erbländ.-österr. Adelsstand mit dem 
Prädicate : v. Starkenthurm. — In neuester Zeit war Johann Mayer v. 
Starkenthurm k. k. Major. 

Handscbrifll. Notis. 

Mayer auf Starzhansen, Edle (in Roth ein schrägrechter, blauer 
Balken , belegt mit drei sechsstrahligen , goldenen Sternen). In Kur- 
Pfalz bestätigter Adelsstand. Edelndiplom vom Pfalzgrafen Franz An- 
ton Truchsess v. Waldburg-Zeyl vom 25. Aug. 1784 für Hubert Mayer 
auf Starzhausen, Landrichter von Aichach, in Kur-Pfalz ausgeschrieben 
29. Nov. 1784. — Der Empfänger des Diploms, aus Holzdorf im Ge- 
richt Moosburg gebürtig, wurde als k. bayer. Hofrath u. quicsc. Land- 
richter von Aichach nach Anlegung der Adelsmatrikel desKgr. Bayern 
in dieselbe eingetragen. 

0. Lang, 8. 442. ~ W.-B. d. Kgr. Bayern, VlI. 15. 

Mayer v. Stoltenberg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1765 für Georg Friedrich Mayer, Carabinier - Rittmeister im k. k. Cui- 
rassier-Regimente v. Kleinhold, mit dem Prädicate : v. Stolzenberg. 

Megerle v, Mühlfeld, S. 236. 

Mayer anf Wandelsheim, Edle (Schild mit Schildeshaupte. Im 
rothen Schildeshaupte ein die Hörner rechts kehrender Halbmond mit 
Gesicht, rechts, wie Unks, von je einem sechsstrahligen, goldenen Sterne 
beseitet. Schild von Gold u. Roth der Länge nach getheilt, mit einem 
ausgebreiteten Adler von gewechselten Farben). Reichs -Adelsstand. 
Edelndiplom im kurpfälzischen Reichs -Vicariate vom 10. Sept. 1790 
für Matthias Mayer, Beicbs-^Yicariata-HofgericbUh Agenten und Hofge- 



— 192 — 

richts-Advocaten, mit dem Prädicate: auf Wandelsheim. Der Stamm 
wurde fortgesetzt und drei Söhne des Diplom-Empfängers ; Anton Pere- 
grin Edler v. Mayer auf Wandelsheim, geb. 1772, k. bayer. Mauth- u. 
Hallamts - Officiant in München, Joseph Dominicus Edler v. M. a. W., 
geb. 1779, Kauf- und Handelsherr in München und Franz Xaver Edler 
Y. M. a. W., geb. 1807 , wurden nach Anlegung der Adelsmati-ikel des 
Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. 

r. Lang. 8. 442. — W.-B. des Königr. Bayern, VII. 14. 

Mayer v. Wildenfels. Erbländ. -österr. Adelsstand. Diplom von 
1810 für Franz Xaver Mayer, Rittmeister im k. k. Cuirassier-Regimente 
1 flrst V. Hohenzollern-Hechingen, mit dem Prädicate: v. Wildenfels. 

AlegerU v. Mühl/Hd, S. 226. 

Mayer v. der Winterhalde , Ritter. Erbl. - österr. Ritterstand. 
Diplom mit dem Prädicate: v. der Winterhalde. Adolph Ritter Mayer 
V. der Winterhalde war 1857 Oberst -Lieutenant im k. k. Adjutanten- 
Corps und Chef der 1. Section bei dem Landes-General-Conmiando zu 
Zara. — 

Handschrifil. Notis. 

Mayer anf Zaar. Adelsstand des Königr. Bayern. Diplom vom 
19. Jan. 1814 für Joseph Mayer, Gutsbesitzer auf Zaar, mit dem Prä- 
dicate: auf Zaar 

e. Lang, 8. 443. 

Mayerberg , Ritter. Erbl. - österr. Ritterstand. — Gustav Ritter 
V. Mayerberg stand in neuester Zeit als Major in der k. k. Armee. 

Haiidschriftl. Notiz. 

Mayeren, Ritter und Edle Herren. Erbländ. -österr. Ritterstand. 
Diplom von 1719 für Melchior Theodor v. Mayeren, Bancal - Admini- 
strations-Registrator zu Linz, mit dem Prädicate : Edler Herr. 

Vegerle v. mhlfeld. Erg.-Bd. 8. 176. 

Mayergross v. Gerometti. Böhmischer Adelsstand, Diplom von 
1716 für Franz Mayergross, Niederlags- Verwandten in Mähren, mit 
dem Prädicate: v. Gerometti. 

Megt^rU r. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 375. 

Mayerhofer v. Grünbühel , auch Freiherren (Schild geviert mit 
rothem Mittelschilde und in demselben ein doppeltes , silbernes Patri- 
archenkreuz auf drei grünen Hügeln [Büheln], 1 und 4 ein silberner 
Querbalken und 2 u. 3 in Schwarz ein schreitender, doppelt geschwänz- 
ter, goldener Panther , welcher in der einen Pranke einen roth , weiss 
und blau gestreiften, türkischen Turban und in der andern ein langes, 
türkisches Messer mit goldenem Griff hält). Erbl. - österr. Freiherrn- 
stand. Diplom vom 12. Jan. 1850 für Ferdinand v. Mayerhofer, k. k. 
Generalmajor, in Folge der 2. Januar 1849 gewonnenen Schlacht bei 
Pancsova. — Ein aus Tirol stammendes Adelsgeschlecht. David Mayer- 
hofer kam 1630 mit dem Erzherzoge Leopold Wilhelm, in dessen Hof- 
marschall-Amte er bedienstet war, aus Tirol nach Ober-Oesterreich und 
erhielt vom K. Ferdinand H. 1636 für treue Dienstleistungen im 30jäh- 
rigen Kriege als Wappenvermehrung den oben beschriebenen Panther. 



— MB — 

Die beiden Söhne desselben, Simon Carl u. Caspar Ulrich Mayerhofer, 
worden in den erbländ. - österr. Adelsstand erhoben, Ersterer durch 
Diplom vom 2. Apr. 1674, Letzterer durch Diplom vom 9. Aug. 1696 
und zwar für Verdienste während der Belagerung Wiens durch die Tür- 
ken i. J. 1683. Durch diese Diplome erhielten Beide den beschriebenen 
gevierten Schild mit Mittelschilde. Seit dieser Zeit standen die Spros- 
sen des Stammes meist in Ober-Oesterreich bei den dortigen Salinen in 
landesfOrstlicben Diensten. — Freih. Ferdinand errichtete ein bedeu- 
tendes Corps aus slavonischen u. banatischen Grenztruppen , so wie aus 
der serbischen Bevölkerung diesseits und jenseits der Grenze u. schlug 
mit diesem Corps die erwähnte Schlacht. Derselbe, geb. 1798, k. k. 
Feldmarschalllieutenant in d. A., vermählte sich 1832 mit Anna Honig, 
geb. 1804, aus welcher Ehe Freün Maria, geb. 1835 und Freih. Emil, 
geb. 1841, stanmien. — Die das adelige Prädicat fährendenGeschwister 
des Freih. Ferdinand waren 1856: Barbara M. v. G. , geb. 1799, Carl 
M. V. G. , geb. 1803, k. k. Msgor im Pionnier- Corps, Leopold, geb. 
1807, k. k. M^jor und Joseph, geb. 1816, k. k. Hauptmann. 

OeoMÜ. TMcheob. dar freiherrl. H&aser, 1854. S. 846 and 47. 1855. 8. 379 and 80. 1856 
8. 444 and 1863. 8. 691. 

Mayerhofer auf Grabenstätt u. Niedemfels (Schild quergetheilt: 
oben in Schwarz drei neben einander stehende , goldene Wecken und 
unten in Silber die quergelegte, fönfendige, rothe Stange eines Hirsch- 
geweihes mit nach oben und links stehendem Ohre). Kur-Pf&lzischer 
Adelsstand. Adels- und Legitimations - Diplom vom 10. Juni 1779 fllr 
Maximilian Joseph Mayerhofer , mit dem Prädicate : auf Grabenstätt u. 
Niedemfels. Derselbe, ein natürlicher Sohn des verstorbenen k. bayer. 
Oberhofmeisters Grafen v. Tattenbach, wurde in Folge des Diploms von 
1779, und zwar als ehemaliger Landschaftscanzier, nach Anlegung der 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. 

9. Lang, 8. 448. — W.-B. d. Kgr. Bajern, VH. 15. 

Mayem, Grafen. Böhmischer Grafenstand. Diplom von 1 748 ftr 
Johann Friedrich Freiherm v. Mayem, k. k. Obersten. 

MegerU 9. Mühlfeld, Erg. -Bd. 8. 82. 

Mayem, Freiherren. Erbl.-Österr. Freiherrastand. Diplom vcm 
1795 für Anton Friedrich v. Mayem, k. k. Trachsess und Directorial- 
Hofrath. 

Megerl« v. Mühl/eld, 8. 70. — Tffrof, U. 847. 

Mayem v. Hohenberg, s. Meyern v. Hohenberg. 

Mayem v. Mayersberg, s. Mayer v. Mayersberg, S. 190. 

Mayersfeld, Mayersfeld zuLöwenkron, Ritter und Edle. ErbL- 
österr. Rittersfemd. Diplom von 1780 fOr Franz v. Mayersfeld, mit dem 
Prädicate : Edler v. 

Megerle 9. MüklfHd, Brg.-Bd. 8. 177. — Kn€$ekk4 , DI. 8. 818. 

Mayersheimb. Ein im Anfange des 18. Jahrb. in Schlesien vor- 
gekommenes Adelsgeschlecht. Christian Ludwig v. Mayersheimb war 
1701 Canonicus des Domstifts in Breslau. 

Slnapim, U. 8. 804. — Fireik, •. L4debur, If. 8. 88. 

Kn«$cAk4, Deatseh. Adelt- Lex. VI« 13 



— lU — 

I Mayersthal. Im Egr. Preossen anerkannter Adelsstand. Aner- 

kennungsdiplom vom 8. Aug. 1712. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 326. — Freiherr 9. Ledebur , H. 8. 89. — W.-B. der Pr. Moonrehie, 

in. %. 

Mayerswald, Ritter. Böhmischer, alter Ritterstand. Diplom 
von 1734 für Joseph Anton v. Mayerswald, Landrechtsbeisitzer in 
Mähren. 

MfgerU v. Mühl/eld, Erg.-Bd. S. 177. 

Maykammer v. Mayenfeld. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1769 fdr Joseph Maykammer, Rittmeister im k. k. Cuirassier - Re- 
gimente Voghera, mit dem Prädicate : v. Mayenfeld. 

Megerle v. Mühl/tfld, Erg.-Bd. 8. 376. 

Mayr, Freiherren (in Blau ein goldener, mit einer silberneu Lilie 
besetzter Sparren und unter demselben ein goldener Löwe, welcher mit 
beiden Pranken einen , mit der Spitze nach oben gekehrten Pfeil hält). 
Kur-Pfalz-Bayerischer Freihermstand. Diplom vom 22. Jan. 1692 für 
Marx Christoph v. Mayr, kurpfalzbayer. Geh.-Rath und Conferenzrath, 
Kriegscanzlei-Director und Pfleger zu Stadtamhof. Derselbe, geb. 1653 
uüd gest. 1725, war des Kurfürsten Max Emanuel von Pfalzbayem ver- 
trautester , dirigirender Geschäftsmann in allen militairischen und poli- 
tischen Angelegenheiten und begleitete denselben von 1683 an in allen 
Feldzügen und auf allen Reisen. Der Stamm blühte fort u. ein Urenkel 
des Freih. Marx Christoph: Marcus Anton Freih. v. Majrr, geb. 1769, 
Herr auf Scherneck, wurde nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. 
Bayern in die Freiherrnclasse derselben eingetragen. 

r. Lang, 8. 186. — W.R. d. Koiiigr. Bayern, Ell. 59 und v. Wötek^rn , Abtheil. 3. ~ 
9. Htfner, bayer. Adel. Tab. 47 u. 8. 47 — Kne^iekke, IV. 8. 281 und 82. 

Mayr, Freiherren (Schild geviert mit goldenem Mittelschilde, in 
welchem ein weissgeflügelter Merkurstab schrägrechts aufwärts liegt. 1 
in Gold ein gekrönter, schwarzer Doppeladler ; 2 in Blau ein aufrecht 
gestellter, silberner Anker; 3 ebenfalls in Blau auf weiss gewellter 
Fluth ein Kauffahrteischiff mit weissen Segeln und rothen Flaggen und 
Wimpeln und 4 in Gold eine natürliche Korngarbe). Erblftnd. - österr. 
Freihermstand. Diplom vom 24. Aug. 1825 für Franz Xaver v. Majrr, 
Besitzer der Güter Pentzing und Rustendorf in Nieder-Oesterreich. — 
Franz Xaver Freih. v. Mayr, geb. 1756, erhielt als Tuchlauben - Ver- 
wandter und bürgerlicher Tuchhändler zu Wien durch Diplom vom 
28. Jan. 1801 , nach Ankauf der Güter Pentzing, Reindorf u. Rusten- 
dorf in Niederösterreich, den erbl.-österreichischen Ritterstand und die 
Aufnahme in das ständische Consortium, später aber, wie erwähnt, den 
Freiherrnstand. Derselbe war in erster Ehe vermählt mit Antonia Denck, 
gest. 1815 und in zweiter mit Josephine Wöger. verw. Weigl. Aus der 
ersten Ehe stammt das jetzige Haupt der Familie : Freiherr Johann, 
geb. 1805, k. k. Truchsess u. gewesener Hofconcipist der Allgemeinen 
Hofkammer, vermählt mit Anna Freiin v. Lattermann, gest. 1843, aus 
welcher Ehe zwei Tochter stammen; Freiin Anna, geb. 1841, vermählt 
1859 mit Carl Freih. v. Krauss, k, k. Ministerial-Concipisten im Mini- 
sterium des Innern und Freiin Maria, geb. 1842. — Die vier Schwe- 
stern des Freiherrn Johann sind : Elisabeth verw. Grf. v. Gourcy-Droi- 



— 196 — 

tanmont, Anna verm. Frau v. Hahn, Barbara Yerw. Freifrau v. Oervay 
und Haria verm. Dr. v. Vering. 

MegtrU 9. Mühlfeld, 8. 131. — Geneal. TMchenb. d. freih. H&us., 1848. 8. 246 u. 47 n. 
1864. 8. 528 a. 29. 

Mayr, Freiherren. Erbländ.-Ö8terr. Freihermstand. Diplom von 
1754 fflr Franz Eugen y. Mayr, Oberstlieutenant im k. k. Dragonerre- 
gimente Herzog von Savoyen und für den Bruder desselben, Joseph v. 
Mayr, k. k. Bittmeister im Cuirassier-Begimente Carl Graf P41ffy. 

MegtrU «. Mühl/eld, Srg.-Bd. 8. 78. 

Mayr, Freiherren. Erbländ.-Österr. Freihermstand. Diplom von 
1773 för Franz Xaver Mayr, nieder-österf. Begierangsrath. 

M*gerl€ r. MAUfeld, Krg.-Bd. 8. 78. 

Mayr (in Blau ein , aus der Mitte der Seitenränder des Schildes 
bis an den oberen Band desselben aufsteigender, oben in der Mitte mit 
einer silbernen Lilie belegter, goldener Sparren, unter welchem auf 
grünem Boden ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener 
Löwe, mit beiden Vorderpranken einen gefiederten, goldenen Pfeil auf- 
recht haltend, steht). Ein bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahr- 
hunderts zu dem bayerischen Adel zählendes Oeschlecht , aus welchem 
Marx Christoph Freih. v. Majrr, s. S. 194 stammte. Die adelige Linie 
pflanzte der Brader des Freiherra Marx Christoph : Matthias Albrecht 
V. Majrr dauemd fort und von den Nachkommen wurden drei Urenkel, 
die Gebrüder: Marcus Joachim v. M., geb. 1755, k. bayer. quiescirter 
Landsteurer und Bürgermeister in München , Johann Nepomuk y. M., 
geb. 1764, quiesc. Hof- u. Wechselgerichts-Bath in München u. Franz 
Xaver v. M., geb. 1733, k. bayer expedir. Secretair der Lehen- u. Ho- 
heits-Section, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayem in die 
Adelsclasse derselben eingetragen. 

9. Lang, 8. 444. — W.-B. d. Kgr. Bajern, VII. 17. — ». Btfner, Uyer. Adel, Tab. 114 
a. 8. »6. — KneiChke, IV. 8. S81 u. 82. 

Mayr. Oberösterreichisches Adelsgeschlecht , dessen Stammvater 
Christoph Majrr, k. k. Lieutenant war. Von demselben stammte Johann 
Christoph v. M. , k. k. Oberstlieutenant im Cuirassier-Begimente Prinz 
Eugen V. Savoyen, welcher 1727 zum Landmann in Oesterreich ob der 
Ens angenommen wurde. Derselbe starb schon 11, Decemb. desselben 
Jahres und hinterliess aus der Ehe mit Maria Petronella v. Buchholtz 
und Himmels -Thür, neben einer Tochter, zwei Söhne : Eugen Ludwig 
und Joseph. 

Freih. v. Hoheneek, 11. 8. 77. — Gauhe, II. 8. 708. 

Mayr. Beichsadelsstand. Diplom von 1710 für Johann Mayr. — 
Nach Freiherm v. Ledebur gehört allem Anscheine nach Joh. v. Mayr, 
welcher, geb. 1. Mai 1716 zu Wien, 1755 als Oberst in die k. preuss. 
Armee trat, 1758 Generahnajor wurde u. 1759 starb, zu dieser Familie. 

Megerlt t. Mük^eld, Krg.-Bd. 8. 878. ~ F^reih, 9. Ledebur, U. 8. 89. 

Mayr. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1715 iftr Franz Fer- 
dinand Mayr, Syndicus zu Freiburg. 

M§04ra 9. Müh^eld, Bis.-Bd. 8. 876. 

18* 



— 108 — 

Mayr. Erblftnd. -Itetenr. A^lssUiid. Diplom wn 174S ftkr Chri- 
stoph Mayr aus Tirol. 

Mayif y. nnd zu Holzhansen aaf Thäning, Ritter (Schild geviert: 
1 in Blan ein in seinem Neste sitzender, reehtsgekehrter, silberner Pe- 
^ean, welcher seine sieben Jungen nährt; 2 in Gold auf grttnem Hflgel 
ein f^Uhbelftubterfiaum; 3 ebenfalls in Gold drei neben- u. aneinander 
stehende, das ganze Feld durehrfehende , l^ane Weeken wnd 4 in BU» 
ein rechtsgehrter, doppelt geschweifter, silberner L(ywe, wacher raft der 
flpeahben Vorder^pranke ein ßchwert mit goldeaea Gnffb enip«rhält). 
Kurpfälzischer Adeh- «. Rittersland. Diplom vom aO. Mflrz 1T91 fQr 
Joseph Dominions Mayr, kurpfalzbayerisehen Hofkammer- Secretair, 
mit dem Prädieate: v. und z« Holzbausen. Derselbe, geb. 1743, wurde 
^tar alsk. bajer« Gemv^X-ZM- und Jtfautbdirections- Assessor in Mfto- 
4^en nach Anlegung der Adelsmalnkel des Kgr. Bajem in dieselbe ein- 
fgetragen. 

r. l0ng, a. 444. - W.^. 4. Kgr. Bayeru, VQ. Ki. 

M^yr y, Thatenlolm. ErbläQd.-^sterr. Adelsstand. D^»lom 11:00 
1820 für Siegmund Mayr, Haufrtjnann im k. k. Infanterie - Rogimente 
Eünig WiUielm der I^iederlanda, mit dem Prädieate t. Thateidobn. 

Mtver le ». Müh{ßtid. Brg.B<L iL 376. 

Mayrberg, £dle. Einsu dem Adel in Ober-Oesterreieh gebörendes 
-^(^oBcblecht, welehes urspuQugUch MsMrmitsch Uess and 174K) uüi dem 
;prädicate: Edle v.Mayrbei^ den orbL-österr. Ad^sstand eHiatte» hallte. 
-^ Frioddcb Oswald Edler v. Mayrberg wurde 1708 k. k. Hof -Kmh 
juerrath u. anlangte 171ii die AufiMihme unter den ober- Österreich, fitt- 
40rsUmd. 

Freih, 9. Hoheneek, I. 8. 712. — OauAe, II. 8.703 u. 704. 

Jtfayreckb. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1716 fOr Jacob 
Oswald Mayreckh, Bürgermeister zu Krems nnd Stein. 

Hayjw, Freihcou^n. £rbländ.-Osterr. Freiberrnstaud. Difiooi von 
1749 für Gorl Tbeobald v. Maym, k. k. Hofkammer- u. Münz- u. Betrg- 
•w^eos-Directions-fiofcoUegiums-Rath, auch Oberalkammer -'Graf zu 
.Sobemnitz. 

M«g*ri9 t. MiU^/eld, Rr«.-B4. & 7a. 

JUaiznceek« Rittor. Böhmlschor Ritterstand. Dftplom von 1729 
für Anton Paul Mazureck, Custos der Collegiatkirche zu Ratibor. 

Megerle r. MüHfeld, Erg.-Bd. 8. U7. — Freih. 9. Ledehur, U. 8. 89. 

Mazzetti di Roecf^nova, Freiherr. Erbl.-österr. Freihermstand. 
Diplom Tom 16. Febr. 1839 für Anton Jacob Mazjzetti. Doctor beider 
'Reijhte, k. k. Geh.-Ratb u. Präsidenten des Appellations- und iMminal- 
•Obergericbts zu Mailand. Derselbe, geb. 1784, war vermählt mSt Lucio 
•V. Sardagna zu Hohenstehi und Neuburg, starb 21. Nov. 1642 u. hin- 
terliess nur drei Töchter: Anna, geb. 18^18 u. gest 1846, verm. 1836 
-mit Ludwig Frcdh. v. Mandela Ik. k. Genendmiyor in der A.:; Oaroline, 
geb. 1814, verm. 1835 mit Heinneb iFboiIl t. Handel, k. k.OolL-Balh, 
Feldmarschall-Lieutenant und Truppen ** CkuniiiajHlantep in Uofarn und 



— W7 — 

Victoria, geb. 1826, vorm. mit Albert Freih. Aitenburger v. Markei>- 
stein und Freyenberg, k. k. Oberlandesgericbtsrath zu Venedig. 

GeDeal. Tiurhciib. der freih. Hauser, 186:i. 8. 6>2. 

Mazznchelli, Grafen. Erbländ.-österr. Grafenstand. Diplom von 
1830 fftr Alois Grafen Mazzncbelli, Herrn u. Landstand in Steiei*mark, 
k. k. w. Geb.-Rath, Feldzeugmeister, Inbaber des 10. Infant. -Regiments 
etc. — Alte« Adelsgescblecht Dalmatiens, welches aus dem, «nf einer 
Insel liegenden Kreise Zara entsprossen ist. Der erste bekannte Stankm- 
Vater des Gescblechts, Christian Mazzucheüi, war 1328 Feldherr dfe» 
Herzogs Ludwig I. v. Gonzaga. Der Grafenstand wurde der Familie 
zuerst 1511, vom Senate von Venedig ertheilt. Später machte sich die- 
selbe in Steiermark ansässig. — Graf Aloys, geb. 1776, vermählte sich 
1800 mit Pauline d'Eydery de St. Laurent, gest. 1859, aus wekber 
Ehe , neben zwei Töchtern : Isabella , vermählte Marqaise Sordi , gebu 
1815 und Helene verm. Grf. Bossi, geb. UB18. ein Sohn entspro^s: Qfhi 
Jobann, geb. 1811, Besitzer der f^st^rzbisch. obnfltzer Leben Kosto^ 
litz and Ziadowitz mit Skelka, fftrst-erEbisefa. Rsth und Lehenfaol - BibI- 
sitzer, Präsident des k. k. Landesgericfats zu BrOnn etc.^ vermählt 1841 
mit Maria Freiin Hentschel v. Gutschdorf, geb. 1822, avs welcher Ehü^ 
neben vier Töchtern, Pauline, Johanna, CaeclUa a. Antonia, ein Sohn, 
Pius, geb. 1849, lebt. 

Deutsche (irafeiih. d. Gegeiiw. in. S. 237 u. 3S. — Geiienl. Taschenb. (t. grät. tttuMr«. 
Itt53. 8. 4&0, 18«4. 8. .S84 und X*» u. hifttor. Handbuch su Denselben, 8. S71. 

Mean und Beaurienx, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom vom 
K. Leopold I. für die gesammte Familie. — Altes , ans dem Hochstifte 
Lflttich stammendes Adelsgescblecht , in welches durch Johann PenÄ- 
nand v. M. der Freiherrnstand und bald nachher auch der GrafenstanS 
kam. Johann Ferdinand v. M., gest. 1709, Herr der Herrschaft Altftt 
etc., war Gross -Dechant des Hochstifts Lttttich, wurde wegen seiner 
dem h. r. Reiche bewiesenen Treue von den Franzosen gefangen und 
nach Namur gebracht, später aber gegen den Bischof zu Quebeck in 
Ganada wieder ausgewechselt. Zu seiner Zeit u. um 1690 waren atidh 
Laurentius und Wilhelm v. Mean Domherren zu Lüttich. — Peter Graf 
V. Mean und Beattrieux , geb. 1691 und gest. 1757, Herr der Herr-» 
schaden Beaurieux , Atrin , Commissaire Deciseur zu Mastricht , fiMA. 
lüttich. w. Geb.-Rath, vermählte skh 1T18 mit Helena Joliaima CMh»- 
rina, Tochter des Johann Carl Freih. v. Waha, Herrn v. Loen, gest. 
1788. Der SoHn aus dieser Ehe war Graf Fra&iz Anton, gest. 1788, 
Herr der Herrschaft Atrin etc., fürstl. Ifllticbscher w.Geh.-Rath u. k»f* 
cölnisch. Kämmerer, rerm. 1752 mit Anna Franzisca Elisabeth GrI. v« 
Hoensbröch d'Ost, gest. 1782, ans welcher Ehe drei Söhne entsfmM» 
ten: Graf Peter Franz, Graf Fraoa Anton Maria Constanze welcher 
1792 Fürst-Biachof von Lfittick wurde uad Graf Caesar Constanaa Ma- 
ria, Domherr zu Lflttich u. Propst zu Tongern. Graf Peter Carl FraiÄ 
setzte den Stamm fort. Derselbe, geb. 1753 und gestorben 1802, k.k. 
Kämmereri fftrstl. lüttich. w. Geb.-Rath und Grand-Mayeur zu Lüttlcli, 
Herr der Herrschaften Atrin, Gorsoncourt, Landen ^tc., vermählte sirih 
1784 mit Maria Aloysia Grf. v. "Wrbna, aus welcher Ehe, neben etoer 



— 198 — 

Tochter, Grf. Franzisca Aloise, geb. 1792 nnd verm. 1810 mit Con- 
stÄntin Freih. v. Cöpis, k. niederl. Kammerbeim, ein Sohn stammte: 
Graf Franz Eugen, geb. 1789. 

Imhoft 8. 126. - Qauhe, I. 8. 13?7 und 88. — Deutsche Grafenhaos. der Oegenw. IH. 
8. SS8 und 89. - Oeneal. Tuchenb. d. gr&fl. U&user, 1863. 8. 450« 1856. 8. 466, 1864. 8. 525: 
QUier Berufung auf 1856 uod hiitorisches Handb. su Demselben, 8. 579. 

Mechelen, Mechle (im Schilde ein schrägrechter Balken mit Schil- 
deshaupte, oder Turnierkragen). Altes münstersches Adelsgeschlecht 
aus dem Stammsitze Mechelen im Kirchspiele Alen , welches schon im 
15. Jahrb. erloschen ist. 

Freih. v. Udebur , II. 8. 89. ^ «. Steinen, Tab. 67. Nr. 13. 

• 

Mechelen, Mecheln, Mechle (in Roth drei, 2 u. 1, weisse Bracken 
mit goldenen Halsbändern). Altes, gegen Ende des 16. oder im An- 
fange des 17. Jahrb. erloschenes Adelsgeschlecht des Münsterlandes, 
wie auch das Wappen ergiebig ganz verschieden von dem im vorstehen- 
den Artikel aufgefabrten Stamme. Das Geschlecht sass 1483 und noch 
1651 und später zu Santfort unweit Lüdinghausen, 1489 zu Elmeking 
und Gerkendorp im Kirchspiele Ascheberg und 1511 zu Nettebrock im 
Kirchspiele Walstede. — Jobst, Herr zu Santfort, lebte 1546. Die äl- 
tere Tochter, Stephana v. M., starb 1598 als Gemahlin Reiners v.Raes- 
feld u. durch die jüngste Tochter kam Sandfort um 1571 an die v. Frey- 
tag oder Freidag. 

9. Steinen, III. 8. 14. — Freih. e. Ledebur , U. 8. 89. — Siebmaoher, II. 120. — Jung, 
Hittor. Comit. BeDtheim, Tab. 7. — r. Meding, III. 8. 416 u. 17. 

Mechow. Ein zu dem in Westpreussen begüterten Adel zählendes 
Geschlecht. In neuer Zeit stand ein Hauptmann v. Mechow im k. preuss. 
Garde-Arüllerie-Regimente u. ein Lieutenant v. Mechow im 27.IiifAnt.- 
Regimente, auch war Friederike v. Mechow Besitzerin des Gutes Gnl- 
bien im Kr. Rosenberg. 

Freiherr 9. Ledebur , li. 8. 89.— Rauer, Adreasbuch, 1857. 8. U4. 

Mechs ▼. Pooc, Mex v.PoIl. Altes, liefländisches Adelsgeschlecht 
(Schild quergetheilt: oben in Roth eine gefüllte, silberne Rose u. unten 
üi Schwarz sechs, 4 und 2, oder auch acht, 4 u. 4, silberne Rauten). 
Der Name : Mechs v. Pooc und die Angabe von sechs Rauten fand sich 
auf einer Ahnentafel, in welche v. Meding Einsicht nehmen konnte, 
Siebmacher dagegen schreibt: Mex v. Pol! u. giebt acht Rauten an. 

Siebmaeher, III. 169, Liefläodisch. — v, Meding, HI. 8. 427. 

Mechterstedt. Altes, thüringisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
Heinrich , Ernst und Theodorich, welche in Gotha in den Lazaristen- 
Orden getreten waren , wahrscheinlich den vorher v. Reckrodtischen, 
später V. Graefendorf^hen, jetzt herz. s. gothaischen Rittersitz in dem 
8 Stunden von Gotha gelegenen Dorfe Mechterstedt erbauten. 

Brückner, Kirchen- o. Soholen-Staat des H. Gotha, II. Stck. 2. 49. Note. — «. EeUbach, 
n. 8. 109. 

Meckbach, Megbach. Ein in der zweiten Hälfte des 16. u. in der 
ersten des 17. Jahrb. zu dem begüterten Adel im Mansfeldischen gehö- 
rendes Geschlecht.. Dr. Wilhelm Rudolph v. Meckbach, erzbisch, mage- 
durg. Canzler. besass das Gut Helmsdorf im mansfelder Seekreise. Der- 
selbe , — ein Sohn des fürstlich hessenschen Amtmanns zu Grünberg 



— 199 — 

Johann Megbach aus der Ehe mit Margaretha v. Steuber-Ellenburg — 
erst fiarstl. hess. Hofrath und dann Ganzler , später herz, sachs. Coburg. 
Canzler etc., war 1543 geboren u. starb 24. Febr. 1603. Derselbe war 
mit Margaretha Schneidewin vermählt, aus welcher Ehe er zwei Söhne, 
Heinrich Wilhelm u. Burckard Heinrich v. M. , welche beide in Kriegs- 
diensten als Capitains standen, hinterliess. Auch der Bruder desselben, 
Moritz Wilhelm, hatte mehrere Töchter und Söhne, zu welchen wohl 
Reinhard Wilhelm v. Mcckbach (Meckenbach) , k. k. Oberstlieutenant 
und Kämmerer, gehörte, welcher 1614 dem kaiserl. Wahltage zu Frank- 
furt a. M. beiwohnte. 

/). Oleariu», Halygniph. im Anhange. — Oauh«, IL 8. 705 u. 706 — F^eih. v. Ledehur, 
n. 8. S9. 

Meckbach. Altes, thüringisches Adelsgcschlecht, verschieden von 
der im ' vorstehenden Artikel besprochenen hessen-mansfeldischen Fa- 
milie dieses Namens. — Wilhelm v. Meckbach kommt 1571 und 1577 
als h. Sachs. -weim. Rath vor. 

MüUer, Annal. Saxon. 8. 159 u. 172. - Qauht> , 11. 8. 704 n. 70ft. 

Mechwald. Ein im 17. Jahrb. zu dem schlesischen Adel zählendes 
(xeschlecht. 

SinapiuM, I. 8. 633. 

Mecinski, Grafen. Galizischer Grafenstand. Diplom von 1801 
für Adam Edlen v. Mecinski. 

Meg^rU v. Mühl/^ld, Rrg.-Bd. 8. 29. 

Meckan, Meggau, Grafen, s. Meggau, Meckau , Grafen. 
» Meckel v. Hemsbach (Schild geviert : 1 u. 4 in Blau ein von drei, 

2 u. 1 , goldenen Sternen begleiteter silberner Querbalken ; 2 von Schwarz, 
Gold, Schwarz u. Gold u. 3 von Gold, Schwarz, Gold u. Schwarz pfahlweise 
gestreift). Reichsadelsstand, im Kgr. Preussen anerkannt. Adelsdiplom vom 
11. Juli 1682 für die Familie, mit dem Prädicate: v. Hemsbach u. An- 
erkennungsdiplom des dem Geschlechte zustehenden Adels vom 6. Fe- 
bruar 1840 für die drei hinterlassenen Söhne des k. preuss. Geh.-Raths 
u. Professor der Anatomie zu Halle Dr. August Albrecht Meckel : Phi- 
lipp Friedrich , Johann Heinrich und Bernhard Albrecht M. mit dem 
früher erlangten Prädicate: v. Hemsbach. — Johann Ludwig Meckel v. 
Hemsbach war Oberamts -Regierungsrath, später Vice -Präsident des 
Oberlandesgerichts zu Glogau und zuletzt Oberlandesgerichts-Chef-Pra- 
sident a. D. Der Sohn desselben, Lieutenant im k. preuss. 11. Infant.- 
Regimente, starb um 1833 zu Jauer. 

N. Pr. A.-L. in. 8. 380 u. VI. 8. 67 u. 68. — Geneal. Jahrb. 1. Abtbeil. 2. 8. 108. — 
Freik. «. Ledebur, II. 8. 89. — Suppl. su 8iebm. W.-B. Vlll. 20. 

Meckel v. Löwenstem, Ritter (Schild der Länge nach und unten 
zweimal quergetheilt, sechsfeldrig : 1 [oben rechts] in Roth ein goldenes 
Patriarchenkreuz ; 2 [oben links] in Silber ein einwärts aufspringendes, 
blaues Einhorn ; 3 [in der Mitte rechts] golden u. 4 [in der Mitte links] 
schwarz, mit einem auf der Theilungslinie beider Felder stehenden, der 
Länge nach mit gewechselten Farben getheilten Doppeladler ; 5 [unten 
rechts] in Blau ein einwärts gekehrter, goldener Löwe u. 6 [unten links] 
in Gold drei , 2 u. 1 , sechsstrahlige , blaue Sterne). Reichsritterstand. 
Diplom vom K. Franz H. für Johann Georg Meckel, fttrstl. schwarzburg- 
mdelstädtschen Geh. Hofrath» 

^Midsehrim. Motu, 



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— 200 — 

Meckenheim. Altes, niederrheiDländisches, ritterliches Geschlecht 
ans dem gleichnamigen Stammsitze im Kr. Rheinhach. Humbracht be- 
ginnt die Stammreihe mit einem Anonymus zu Anfange des 14. Jahr- 
hunderts. Von den Enkeln desselben war Dietrich v. M. Dom-Dechant 
zu Worms und Friedrich v. M. setzte den Stamm fort. Von den Nach- 
kommen des Letzteren lebte Hans Appel v. Meckenheim noch 15i7. 
Derselbe hinterliess nur eine Tochter und schloss, so viel bekannt ist, 
den Mannsstamm. 

Humbracht, Tab. 176. — OauA« , I. 8. 1338. — ZtdUr, XX. 8. 39. — Freih, 9. Ltd*- 
bur, II. 8. 89. — Siebmacher, II. 107. — v. Meding, II. 8. 3M u. 64, 

Meckeren Meckern. Altes, clevesches, geldemsches und cölnisches 
Adelsgeschlecht, welches bereits 1536 zu Lehnen' um Gennep, später zu 
Brummen und Westerbach bei Rees, zu Steuesand und Meinerswyk bei 
Sevenar und noch 1700 zu Opreez sass. 

Fahne, I. 8. 271. — Freiherr v. Ledebur, I. 8. 89 und 90. — Siebmacher, V. 39. 

Mecklenburg (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein 
halber , gekrönter , schwarzer Stierkopf und links in Silber ein rother 
Querbalken). Reichsadelsstand. Diplom für den natürlichen Sohn des 
1610 verstorbenen Herzogs Carl v. Mecklenburg: Albrecht, mit dem 
Namen: v. Mecklenburg. Von den Nachkommen desselben war Georg 
V. M., gest. 1675, Herr auf Kötesin und Teschow. 

Freih. ». Ledebur . 11. 8. 90. 

Mecklenburg (in Gold ein vorwärts gekehrter, schwarzer Büffels- 
kopf mit rother Krone und silbernen Hörnern, einen silbernen Ring im 
Maule haltend). Ein, zu dem Adel in Meklenburg und Neu -Vorpom- 
mern gehörendes Geschlecht , welches von dem Oberstlieutenant Carl 
Ludwig V. Mecklenburg, Herrn auf Ziehbühl unweit Bützow, — einem 
natürlichen Sohne des Herzogs Friedrich Wilhelm von Mecklenburg- 
Schwerin — stammt. Dasselbe sass bereits 1733 zu Boldebuck, Gült- 
zow , Karchitz, Lübzsen und Ziehbühl und wurde in neuer Zeit in Neu- 
Vor -Ponmiern zu Volksdorf, Pantelitz, Todenhagen, Arenshagen und 
Neuen -Lübke begütert. — Friedrich Wilhelm , Carl Ludwig und Carl 
Friedrich, Gebrüder v. Mecklenburg aus dem Hause Gülzow, Herren auf 
Gülzow und Boldebuck, erhielten 1770 die Rechte des eingeborenen 
meklenburgischen Adels. — Ein v. Mecklenburg war 1837 Herr auf 
Wischendorf im Meklenburgischen und im Kgr. Preussen besassen nach 
Rauer 1857 die Erben eines v. Mecklenburg im Kr. Franzburg die Gü- 
ter Ahrenshagen , Neuen - Lübke und Todenhagon , Heinrich v. M. das 
Gut Pantlitz ebenfalls im Kr. Franzburg, Anna Dorothea v. M., geb. v. 
Thun das Gut Volksdorf im Kr. Grimmen und Freiin v. M. , Stiftsdame 
des Klosters Malchin, das Gut Kollm im Kr. Rothenburg. 

Kämpft, Beitrfige I. S. S77. — M. Pr. A.-L. III* 8. 886. — Freih. t. Ledebur, H. 8. 90 
und III. 8. 308. - 0. Meding, 1. 8. 379. — Mekleaburg. W.-B. Tab. 34. Mr. 125 u. 8. 6 «nd 
28. — Pommer. W.-B. IV. Tab. 22. 

Mecklenburg v. Kleebnrg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1813 für den natürlichen Sohn des 1837 verstorbenen Grossherzogs 
Friedrich Franz von Meklenburg-Schwerin : Friedrich M., k. k. Ober- 
lieutenant, mit dem Namen: Mecklenburg v. Kleeburg. — Derselbe, 
gest. 6. Mai 1864 als grossh. meklenbur^acher .GeneraImi|j|Dr (L &., 



— 201 — 

firflther in k. k., dann in k. prenss. u. später in grossh. meklenb. Militair- 
Diensten, war mit einer Freiin v. Strachwitz a. d. H. Kleutsch in Schle- 
sien und eine Schwester desselben mit dem grossh. meklenb. Major, 
Flügel- Adüntanten nnd Commandanten von Rostock v. Dn-Trossel ver- 
mählt. — 

Haadsetarifll. Notit. - Mtgtrle 9. Mühl/tld, Er«.-Bd. 8. 377. - N. Pr. A.L. UI 8.880. 
— Tyrof, III 186. 

Meddlhammer. Niederländisches Adelsgeschlecht, ans welchem 
Albin Jobann Baptiste v. M. stAmmte. Derselbe, früher Officier in der 
k. k. Armee , war später Lehrer am Berliner Gymnasium , wurde als 
Schriftsteller unter dem Namen August Ellrich und Albini bekannt und 
starb 8. Febr. 1838 mit Hinterlassung einer Wittwe u. einer Tochter. 

N. Pf. A.-L.V. 8. 3^8. — Freik.9. ledehur, H. 8. 90. 

Medem, Freiherren und Grafen. Reichsfreiherrn- u. Grafenstand. 
Freihermdiplom von 1598 vom K. Rudolph II. und Grafendiplom vom 
16. Nov. 1779 för Johann Friedrich Freihorrn v. Medem, k. polnisch. 
Kammerherm, Starosten auf Okmian und Herrn der Hen'schaften Alt- 
Autz und Elley in Kurland. Der Freiherrnstand der im Kgr. Preussen. 
bediensteten und ansässigen beiden Häuser der Familie, des ersten Hau- 
ses, firttber zu Dselden in Kurland und des zweiten Hauses , des Hauses 
Wnlckau, Wulkow, in der Neumark, ist im Kgr. Preussen anerkannt. 
-- Altes, der gewöhnlichen Angabe nach ursprünglich aus Schottland 
stammendes Adelsgeschlecht, welches im 10. Jahrb. nach Deutschland 
kam und sich im Braunschweigischen ansässig machte. Wahrscheinlich 
gehörte das Geschlecht zu dem braunschweigischen Adel, welcher 914 
den Herzog Heinrich zu Sachsen gegen die Anmassungen des K. Con- 
rad I. von Franken kräftig unterstützte. Mit dem deutschen Orden kam 
mehrere Ritter aus diesem Geschlechte nach liiefland und der 11. Mei- 
ster des deutschen Ordens, Conrad v. Medem, genannt Mandem, erwählt 
1 270, gründete mehrere Schlösser und Städte und unter letzteren na- 
mentlich auch die Stadt Mitau. — Im Laufe der Zeit breitete sich der 
Stamm in zahlreichen Linien in Lief- u. Kurland, in Ostpreussen. Sa- 
mogitien, Russland etc. aus nnd blühte in denselben fort und namentlich 
in Kurland in den freiherrlichen Linien zu Rumbenhof, Neu-Mooken, 
Dseld^ etc. und in den gräflichen Linien zu Rempten und Alt- Autz u. 
zu Elley, früher zu Blieden. — Was die beiden gräflichen Linien an- 
langt, so war Graf Johann Friedrich, s. oben, geb. 1722 u. gest. 1785, 
zweimal vermählt: zuerst mit Luise v. Korff und später mit Luise Char- 
lotte V. Manteuffel-Zöge. Aus der ersten Ehe entspross die an Geist u. 
GemOth so reiche Dichterin Elise Freifrau v. d. Recke, geb. 1756, 
verm. 1771, ge8ch.l776 u. gest. 1833, so wie einSohn, Graf Friedrich, 
welcher unvermählt starb , aus der zweiten Ehe aber stammten , neben 
einer Tochter, Anna Charlotte Dorothea, geb. 1761 und gest. 1822, 
Gemahlin des letzten Herzogs Peter von Kurland, einer der vorzüglich- 
sten Frauen ihrer Zeit, zwei Söhne , die Grafen Carl Johann Friedrich 
und Christoph Johann Friedrich , welche die Stifter zweier Linien , der 
Linie zb Rempten und Alt- Autz und der Linie zu Elley wurden. Graf 
Carl Johann Friedrich, geb. 176ä und gest. 1827, kurländ. Landesbe- 
volbnftebtlgter, Majoratsherr auf Rempten, Cappeln und Wehsaten, Herr 



— 202 — 

auf Alt-Autz, Dselsen, Behren, Gross -Autz, Keweln und Weitenfeld, 
vermählte sich mit Elisabeth Grf. v. Browne, gest. 1831 , aus welcher 
Ehe ein Sohn entspross: Graf Carl, geb. 1801 und gest. 1860, Majo- 
ratsherr auf Kempten etc., verm. mit Elisabeth Freiin v. Fircks a. d. H. 
Wandsen in Kurland, geb. 1804. Von Letzterem stammt das jetzige 
Haupt der gräfl. Linie zu Kempten : Graf Friedrich , geb. 1828, M^o- 
ratsherr auf Kempten und Wehsahten, Herr auf Alt-Autz und Szagar- 
ren, verm. 1851 mit Alice Freiin v. Oelsen a. d. H. Gemauerthof in 
Kurland, geb. 1837, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Elisabeth, 
geb. 1857, drei Söhne leben: Conrad, geb. 1856, Friedrich, geb. 1859 
und Carl, geb. 1860. — Die Schwester des Grafen Friedrich: Grf. Eli- 
sabeth, geb. 1842, vermählte sich 1861 mit Conrad Grafen v. Kleist, 
Herrn der Herrschaft Gross-Autz mit Sirmeln in Kurland. — Graf Chri- 
stoph Johann Friedrich, s. oben, geb. 1763 und gest. 1838, k. ruas. w. 
Kammerherr , Herr der Herrschaften Elley , Blieden , Dürben , Sehmen, 
Abgunst, Grünfeldt, Abgulden , Duhren und Jordanitz, vermählte sich 
mit Maria Luise Grf. v. d. Pahlen , Freiin v. Astrau , gest. 1831. Aus 
dieser Ehe entspross das jetzige Haupt der gräflichen Linie zu Elley : 
Graf Peter, geb. 1801 , Majoratsherr der Herrschaft Elley, kais. russ. 
Kainmerherr und w. Staatsrath, vormaliger Landesbevollmächtigter von 
Kurland, verm. 1825 mit Julie Freiin v. Behr a. d. H. Sutten in Kur- 
land, gest. 1863, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Luise verm. 
Freifrau v. Korff, geb. 1829, zwei Söhne stammen, die Grafen: Johann 
und Theodor. Graf Johann, geb. 1826, ist k. russ. Rittmeister im Leib- 
Husaren-Regimente und Graf Theodor, geb. 1827, k. russ. Rittmeister 
a. D. , vermählte sich 1856 mit Johanna Freiin v. Offenberg a. d. H. 
Strecken in Kurland, geb. 1827. aus welcher Ehe ein Sohn, Paul, geb. 
1860 und zwei Töchter, Julie, geb. 1857 und Meta, geb. 1862 , leben. 
— Die drei Brüder des Grafen Peter sind die Grafen : Theodor, Lud- 
wig und Julius. Graf Theodor, geb. 1805, ist k. russ. Garde-Rittmei- 
ster a. D.; Graf Ludwig, geb. 1814, k. russ. Garde -Rittmeister a. D., 
vermählte sich 1843 mit Sophie v. Löwenstem a. d. H. Wollmarshof in 
Liefland, geb. 1823, Herrin auf Stockmanshof und Grütershof, aus wel- 
cher Ehe, neben einer Tochter, Anna, geb. 1848, drei Söhne stammen: 
Arthur, geb. 1844, Otto, geb. 1846 und Theodor, geb. 1853 und Graf 
Julius, geb. 1814, Zwillingsbnider des Grafen Ludwig, ist k.russ. Garde- 
Rittmeister a. D. — Von den beiden, oben genannten in Preussen blü- 
henden fi'eiherrlichen Häusern, dem ersten Hause, früher zu Dselden in 
Kurland und dem zweiten Hause zu Wulckau in der Neumark , liegen 
genaue Stammreihen vor. Die absteigende Stammreihe des ersten Hau- 
ses ist folgende: Alexander Friedrich Freih. v. Medem a. d. H. Gross- 
und Klein-Bersen, Stifter des Hauses Dselden : Helene v. Haudring; — 
Freih. Johann, gest. vor 1737, Herr auf Dselden: Ursula Emerentia v. 
Dorthefen a. d. H. Dselden, Erbfrau auf Dselden und Dsellsgallen, ver- 
mählt 1718; — Freih. Otto (L), geb. 1721, Herr auf Dselden u. Dsells- 
gallen, welche Güter er an seinen Schwager, Georg Christoph Freih. v. 
Mirbach, verkaufte : Friederike Freiin v. Vittinghoff, genannt Schell v. 
Schellenberg; — Freih. Alexander, gest, 1789, k. preosa. Haaptmiom : 



— 208 — 

Friederike Lasig ans Rheinsberg, gest. 1808; — Freih. Otto (IT.), gest. 

1835, k. preuss. Major: Ida y. Denstädt, geb. 1798 und verm. 1826; 

— Freib. Otto (III.), geb. 1827, — jetziges Hanpt des ersten Hauses 

— k. preuss. Hauptmann und Compagniechef , verm. mit Ida v. Ku- 
rowsky a. d. H. Bischdorf. Die beiden Brttder des Freib. Otto (III.) 
sind: Freih. Ferdinand, geb. 1829 und Freih. Bernhard, geb. 1833. — 
Die Stammreihe des zweiten Hauses, des zu Wulckau in der Neumark, 
steigt, me folgt herab: Eberhard Freih. v. Medem, geb. 1631 u. gest. 
1672, Herr auf Rudbahren in Kurland: Maria Elisabeth Freiin v. Wran- 
gel a. d. H. Krohnen und Abellen in Kurland ; — Freih. Otto , geb. 
1655 u. gest. 1725, Herr auf Rudbahren: Luise v. Rummel a. d.H. II- 
magen; — Freih. Eberhard Christoph, geb. 1686 und gest. 1761, Herr 
auf Paddern, Silnehken, Altmocken und Lipon in Kurland, piltenscher 
Landrath: Sophia v. Tiepelskirch a. d. H. Feldhoff, gest. 1748; — 
Freih. Friedrich Georg, geb. 1725 und gest. 1795, k. preuss. Kammer- 
h_err, Hofinarschall des Prinzen Ferdinand von Prcussen . Stifts- Ober- 
Hofmeister u. Kammer-Präsident, Herr auf Wulkau, Leichholz u. Zier- 
metzel in der Neumark: zweite Gemahlin: Charlotte v. d. Groben a. d. 
H. Treppein, gest. 1833; — Freih. Heinrich Philipp, geb. 1777 und 
gest. 1863, Herr auf Wulckau und Werben, Quästor der k. Friedrich- 
Wilhelms-Üniversität zu Berlin : Aloyse Winenko v. Werthenstein, Letzte 
ihres, im Mannsstamme mit dem Vater, Friedrich Adam W. v. W., 1823 
erloschenen Geschlechts, gest. um 1860. — Freih. Alexander, geboren 
1814, — jetziges Haupt des Hauses Wnlkau — k. preuss. Oberstlieu- 
tenant, verm. 1839 mit Agnes v. Puttkammer, geb. 1821 , aus welcher 
Ehe drei Söhne stammen, die Freiherren: Oscar, geb. 1843, k. preuss. 
Lieutenant, Friedrich, geh, 1847 und Heinrich, geb. 1850. — Von den 
sieben Schwestern des Freiherm Alexander sind sechs durch Vermählung 
in die Familien der Freih. v. le Fort, der v. Röder, v. Raumer, v. Flo- 
tow, V. Stemann u. v. Kirchbach gekommen. — Von den curländischen, 
oben erwähnten Linien zu Rumbenhof und Neu-Mooken sind nur Nach- 
richten aus neuester Zeit bekannt. Haupt der Linie zu Rumbenhof ist : 
Freih. Alexander, geb. 1811, Majoratsherrn auf Rumbenhof, kais. russ. 
Lieut. a. D., verm. 1850 mit Angelica Grf. Beizig v. Kreutz, geb. 1823. 
Die Schwester desselben , Freiin Angelica, ist 1 808 geboren. Von den 
Brüdern des Vaters, dem Freiherm Peter, geb. 1783, Landmarschall, 
in erster Ehe verm. mit Dorothea Freiin v. Medem a. d. H. Wilzen u. 
in zweiter mit Anna Freiin v. Heyking, gest. 1836, und dem Freiherm 
Friedrich, gest. 1 824, verm. mit Elisabeth v. VietinghofT, gen. Scheele, 
leben mehrere im geneal. Taschenb. der freih. Häuser genannte Nach- 
kommen. Aus der ersten Ehe des Freih. Peter stammt unter Anderen : 
Freih. Robert, geb. 1807, k. mss. Oberst. — Haupt der Linie zu Neu- 
Mooken ist: Freih. Carl, geb. 1781 , Majoratsherr auf Neu-Mooken, 
verm. mit Elisabeth v. Albedyll, gest. 1845. Aus dieser Ehe entspross, 
neben vier Töchtern: Freih. Georg, geb. 1802, k. mss. Oberförster, 
verm. 1828 mit Maria Freiin v. Buckenvörde, genannt Stempel a. d. H. 
Santen, geb. 1807, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Marie, geb. 

1836, zwei Söhne leben: Freih. Carl, geb. 1829 u, Freih. Georg, geb. 



— 264 — 

1830, k. ru88. Assessor. — Von den Brüdern des Freih. G&fl v^rmfthHe 
sieb Freih. Georg, geb..l791, k. russ. Major a. D., mit Annette ¥. Schmidt, 
geb. 1802, ohne Nachkommen zu haben, vom Freih. JohaoB aber« gest 
1840, stammte aus der Ehe mit Dorothea Freiin v. Kleist a. d. Hause 
Susten, neben zwei Töchtern, ein Sohn, Freih. Johann Carl, geb. 1816, 
verm. 1847 mit Caroline y. Peucker, geb. 1816, aus deren Ehe, neben 
drei Töchtern, zwei Söhne leben: Nicolaus, geb. 1852 und Carl, geb. 
1856. — Von dem Bruder des Vaters der Freiherren Cari, Johann u, 
Georg, dem 1814 verstorbenen Freiherrn Carl Peter Friedrich, k. pr. 
Kammerherm , stammen aus der Ehe mit Henriette Grf. v. Wallwitz, 
gest. 1847, zwei Söhne, Freih. Friedrich, geb. 1801, verm. mit Miraia 
Freirn v. Meysenbug, gesch. und Freih. Friedrich, geb. 1806, Herr auf 
Polnisch-Grösen in Kurland, Kronförster zu Kursiten, veno. 1845 mit 
Julie Freiin v. d. Ropp, geb. 1819, aus welcher Ehe »wei Töchter, 
Theophile, geb. 1851 und Henriette, geb. 1857 und zwei Söhne, Hein- 
rich, geb. 1847 u. Theodor, geb. 1850, entsprossten. 

Gauhe, I. S. 1339: im Artikel: v. Medlni;. — Zedttr, XX R. t&7. -/>i>n0iiMiit*. 8.2&9. 
Nr. 47 und 8. 3Ä5. Nr. 15. — N. Pr. A.-L. fll. 8. .1S0-d2. - Deat!»che Grafenh. d. Qegenw. 

II. 8. 94 a. 95. — Freih. 9. Ledehur, U. 8. 90. — Oeneal. Taschenb. d. grM. Uiiisor. 18«4. 
8. 535-37 u. liislor. Haiidb. su Demselben. 8. 673. — Oeneal. TMchenb. d. freiherrl. Hftaser, 
1R58. 8. 440-43. 1839 8. 514-16. 1363. S. 622—27 u. 1864. 8. 529—31. — Sitbmaeher » V. 
I5&. — 9. ßf0ding. II. 8. 364. — Neimbt. Rurtind. W.-B. : t. H. «. Gr. ▼. H. 

Meder, Medem (in Blau ein schrägrechter, oben und unten mit 
drei Zinnen versehener , goldener Balken , rechts oben und links unten 
von je einem goldenen Sterne begleitet). Adelsstand des Kgr. Preus- 
sen und Reichsadelsstand. Prcusfeisches Adelsdiplom vom 18, Jan. 1701 
fiJr Wilhelm Gk)ttfried Meder, Medem u. Reichsadelsdiplom vom 20. Ja- 
nuar 1701 för Denselben. 

N. Hr. A.L. V. 8. 327. - /Ve/A. 9. Ledebur, H. 8. 90. - W.-D. d. Pi«uM. Moaarblil«« 

III. 96. » 

Meder, Meder V. Medem. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 
1725 für Johann Michael Meder, Postverwalter zu Neisse und fftr den 
Bruder desselben, Johann Georg Meder, EUitolficier der k. k. Hofkam- 
mer-Buchhaltung, mit demPridicate: v. Medem. 

Mfgertt V. Uühl/eld, Brg.-Bd. 8. 376. — N. Preuss. A.-L. V. 8. S27. — A*«fA. tf. Lt- 
d9bur, II. 8. 90. 

Meder (in Silber auf grOnein Boden ein rechtsgekehrter , schwars 
gekleideter Mdher mit ttber die rechte Schulter gelegter Sense , links 
oben begleitet von einem goldenen Sterne). Adelsstand des Kgr. Sach- 
sen. Diplom vom 8. Aug. 1812 für Adam Wilhem Meder, Besitzer des 
Rittergutes Skasske bei Pulsnitz in der Oberlausitz. Derselbe war fr<^ 
her bis 1805 Apotheker in Eilenburg gewesen. Dass der Stamm noch 
blähe, ist nicht bekannt. 

HaadsrhriAI. Notta. - Fr^ih. 9. Udthmr , III. 8. 306. — W.-B. d. SicU«. SMattn, IV. «'2. 

Mederer und Wutliwehr, Med«rer v. Moderer mtd üVnthwelir. 

£rbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1789 für Matthaeus Mederer, 
Doctor der Medicln und Chirurgie und Professor zu Freiburg, mit dem 
Prädicate: v. Mederer und Wnthwehr. Derselbe, geb. 1740 and gest 
1805, namentlich bekaant durch sein« Sdirift: Synta^i^a de rabie Ca- 
jtfna, Froiburg, 1783 «. a. d. LatoUi. mit AimerJc. u. eisern Anhange, 



— aoi — 

Ntrnfeerg, 1809 und als Practiker and Schriftsteller m seiner Zeit in 
grossem ÄBsehen stehend, hat seinen Stamm fortgesetzt. Zwei seiner 
Nachkommen, Joseph and Conrad Mederer y. Mederer und Wathwehr, 
standen in neuester Zeit als Staabsoffidere in der k. k. Armee. 

H«ii««ehHftl. NotU. — Mt^€rU 9. Müh\fel4, Erg.-Bd. 8. 376. — MülUir-ScbemaÜdm. d. 
ötterr. |Laif«rtliuffis. 

IMevorti Mefltrt, Mev^rden (in Blau zwei silberne Flügel). Altes, 
münstersohes Erbmänner-Geschlecht, welches im 16. und 17. Jahrb. iia 
MftnsterUuode ansehnliicb b^tert war. Dasselbe sass 1529 zu Stövem 
bei Q^cher, 1550 za Pehnekamp bei AQbolt, 1579 zu Alberting bei 
Nieoberge uiid zu Weidenabrokskotte bei Nordwalde, 1620 zu Berge 
UQweit Münster und 1630 zu Herzbaus bei Nordwalde. — Margaretha 
V. Hedevort war 1609 Aebtissin zu Bersenhrück im Osnabrückschei». 
Später, in dar zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ist das Oeschlecbt 
erloschen. 

Fr^h. 9. Le44hur, III. 8. 99. 

Medli^, Mehdiger. Eine vonLucae zu den ältesten und ansehn- 
lichsten schlesischen Adelsgeschlechtern gezählte Familie , welche nach 
Sinapius früher Medegan hiess. Nicolaus Medegaw, welcher 1411 lebte, 
wird 1412 Nic(^us Medigen und 1420 Niclos Medegaw genannt. Das 
Geschlecht sass bereits 1400 zu Eömitz im Militschen, zu Anfange des 
17. Jahrb. zu Laserwitz im Wohlauischen, 1636 zu Norrigawe ebenda- 
selbst und noch 1700 zu Ober-Baesau im Freistädtschen. — Hans t. 
Mediger war 1609 Herr auf Laserwitz u. von demselben stammte Hans 
Christoph Y. M., Herr aaf Gaserwitz und 1696 des ölsniacben'Fürsten- 
thums Landes -Aeltester. Zu Gauhes Zeiten war noch ein Sprosse des 
Geschlechts gräflich schönaichischer Stallmeister zu Carolath, dann alter 
ist der Stamm erloschen. 

Sinapim, r. S. «SS n. II. 8. «K. — Gtmk; I. 8. 1S88. - Si^imMcher . f. kO Die Me- 
diger. 8ctil«8iach. — v. Meding, II. S. a65. 

Meding. Eins der ältestesten und angesehenstenAdelsgeschlechter 
des Fürstenthums Lüneburg, welches bereits 1162, 1200, 1230 etc. ur- 
kundlich auftritt und seit 1200 mit dem Erbmarschall- Amte des Für- 
stenthums Lüneburg belehnt ist. Dasselbe breitete sich um 1253 auch 
im Erzstifte Bremen aus und die alte, schon im 15. Jahrb. erloschene, 
lünebnrgiscbe Familie v. Lobecke ging aus dem v. Medingschen Ge- 
schlechte hervor: es hatte nämlich um 1294 Johann y. Meding, wohl 
von dem Orte seines Aufenthalts, den Namen Lobecke angenommen. -^ 
Conrad v. M. war von 1241 — 1261 Propst des adeligen Jungfrauen- 
Kiostars J^ne: eine Würde, welche 1272 auch an Werner v. M. ge- 
langte und Gevehard und Werner v. M. gründeten 1261 aus eigene 
Mitteln das adelige Jungfrauen -Kloster zu Medingen. — Die Familie 
erwarb im Lüneburgischen Güter zu Amelinghausen, Barom, Havighorst 
and Schoellenberg, kam zeitig in die Altmark, wo bereits 1226 dem Ge- 
aohledite das Gut Reddigau zostaad and wurde in neuer Zeit auch in 
Meklenburg, in Pommern und Westpreussen angesessen. — Die späte- 
ren Glieder der Famiue waren Nachkommen des kurhannov. Landraths 
riuid Yorsitehera des Kioaters za St. Michael in Lüneburg Werner Aoguat 



y. Meding, welcher den Stamm durch drei Söhne, Christoph Ernst, seit 
1706 k. preuss. Karamerherr, Joachim Friedrich und August v. M., 
fortsetzte. — Die Sprossen des Geschlechts gelangten namentlich im 
Lüneburgischen zu hohen Ehrenstellen und Würden , kamen aber auch 
in anderen Ländern zu grossem Ansehen. August Friedrich Wilhelm 
Werner v. M., Herr auf Klemzow im Kr. Schivelbein, stieg im k. preuss. 
Staatsdienste zum Geh. Rathe und Ober-Präadenten der Provinz Bran- 
denburg, Carl Wilhelm Hans y. M. , Herr auf Sackwitz erlangte 1821 
durch Aufnahme in die meklenb. Ritterschaft die Rechte des eingebo- 
renen meklenburg. Adels , Franz Freiherr v. M. war in neuester Zeit 
Stabsofficier in der k. k. Reiterei ete. etc. Vor Allen aber sei hier ge- 
nannt: Christian Friedrich August v. Meding, Herr auf Schnellenberg, 
Dom - Capitular zu Naumburg u. k. grossbrittann. und kurbraunschw.- 
lüneburg. Land-Commissar, welcher durch sein treffliches Werk: „Nach- 
richten von adeligen Wappen, Bd. I — III., Hamburg, Weissenfeis und 
Leipzig, 1786 — 9V' allen Hcraldikern hinreichend bekannt ist und in 
der Wissenschaft immer einen der ersten Ehrenplätze behaupten wird. 

— Im Kgr. Hannover gehört die Familie durch Besitz der Güter Ame- 
linghausen, Barum, Havighorff und zweier Güter zu Schnellenberg zu 
dem ritterschaftlichen Adel der lüneburgischen Landschaft. 

F/t/ßnger, I. 8. 6öl n. ff. — Oauhe , 1. 8. 1838 uud 39. — Zedier, 3LX. 8. 1211—28. — 
Köhler, Erblandhoßmier, 8. 29 u. 30. — Schmidt, Beiträge tur Gesch. d. Adels, I. 8. 166 u. 
U. 8. 335 und 36. - Ä. Pr.. A.-L. HI. 8. 882. — Freih. v. d. Kne»ebeck, 8. «06. —Freiherr 
9. Ledebur. U. 8. 90 u. 91. — v. Meding, I. 8. 879-84. — Mekleob. W.-B. Tab. S4. Nr. 197 
u. 8. 8 u. 29. - W.-B. d. Kgr. Hannover, C. 33 und 8. 10. — Kneichke , II. fl. 293—96. — 
9. Hefner , taannov. Adel, Tab. 22. 

Medling. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, eines Stammes mit 
den V. Frontenhausen und Teyspach, welches das nahe bei Au gelegene 
Schloss Medling besass. 

Wig. Hund, I. 8. 68-70. 

Medniansky v. Medgyes, Freiherren. Ungarischer Freiherm- 
stand. Diplom vom 24. Octob. 1 750 für Anton Medniansky de Medgyes. 

— Altes Szekler-Geschlecht, aus welchem Johann von Medgyes in Sie- 
benbürgen, dem- Aufgebote des Königs Ludwig I. zum Zuge nach Neapel 
folgend, die Heimath verliessund 1366 bei seiner Rückehr für ausser- 
ordentliche Dienste den Adel und ein Freigut in der szathmarer Ge- 
spanschaft erhielt. Von den Nachkommen war Johann Medniansky de 
Medgyes, Feldhauptmann und Befehlshaber von Palota , ein treuer An- 
hänger des K. Ferdinand I. gegen Zapolya und erhielt für seine treuen 
Dienste durch Diplom vom 20. Jan. 1561, nebstBestätigung seines alten 
Adels, ein vermehrtes Wappen. Niclas M. v. M., Ober-Notar des trent- 
schiner Comitats, leistete wichtige Dienste im Kriege gegen die Türken 
und in den paskayschen und bethlen'schen Unruhen und wurde durch 
Diplom vom 26. Aug. 1593 mit einem Theile der Besitzungen des aus- 
gestorbenen Geschlechts Zenthpetery belehnt. Durch seine Söhne ans 
der Ehe mit Catharina Petron : Johann u. Jonas, schied sich der Stamm 
in zwei Linien. Die ältere, von Johann M. v. M., verm. mit Judith Lasz- 
lefliy de Tbard, stammende Linie, aus welcher 4er Sohn, Paul , k. un- 
garischer Hof-Karamerrath, durch Diplom vom 26. Aug. 1688 das un- 
garische Baronat erhielt, erlosch mit dem Urenkel desselben, Johann 



— 207 — . 

Freih. M. v. M., k. k. Geh.-Rath und Kämm. , um 1820. Aus der jün- 
geren von Jonas, verm. mit Judith Posgay , gegründeten Linie wurde 
der ür-ürenkel des Stiflei*8, Anton, s. oben, — Sohn des Stephan M. 
V. M. und der Rosalie Meczlenyi de eadem , Enkel des Caspar und der 
Marie Dubritzky de Nemes-Eosocz und Urenkel des Stephan und der 
Susanna Haszar de Regetz — geb. 1702 und gest. 1796, vermählt mit 
Rosa Freiin Revaj , in den Freihermstand erhoben. Von dem Sohne 
desselben, dem Freiherm Ladislaus, entspross: Freih. Alois, gestorben 
1844, Herr auf Betzko und Czeithe, k. k. Kämm., Geh.-Rath u. k. Un- 
gar. Hofkammer-Präsident u. Oberge^an des neutraer Comitats, verm. 
in erster Ehe 1805 mit Antonia Grf. v. Bolza, gpst. 1810 u. in zweiter 
1820 mit Agnes Grf. v. Maildth de Sz6khely, geb. 1798. Aus der zwei- 
ten Ehe entsprossten, neben einer Tochter, Freiin Hedwig, geb. 1827, 
verm. 1853 mit Moritz Freih. v. Lederer, k. k. Geh. Rath und Feld- 
marschall-Lieutenant a. D., zwei Söhne, die Freiherren: Gejza und Di- 
onys. Freih. Gejza , geb. 1823 , Herr auf Beczko und Csejthe, k. kön. 
Kämmerer, starb 1861 als Hofrath bei der ungarischen Statthalterei zu 
Ofen. Freih. Dionys, geb. 1830, — jetziges Haupt der Familie — k. k. 
Kämm., Herr auf Beczko und Csejthe, vermählte sich 1820 mit Agathe 
Ghyczy v. Ghioz, geb. 1841, aus welcher Ehe ein Sohn lebt: Paul Em- 
merich, geb. 1861. — Der Bruder des Freih. Alois: Freih. Joseph, 
geb. 1789, k. k.Kämm. u. Oberlieut. in d. A., verm. sich 1818 mit Ele- 
onore Richert, geb. 1798, aus welcher Ehe, neben einer Tochter : Freiin 
GizeUa, verm. 1856 mit Ludwig Bezeredy v. BezerM, zwei Söhne ent- 
sprossten, die Freiherren Ladislaus und Eduard. Freih. Ladislaus, ge- 
boren 1819 u. gest. 1849, hat aus der Ehe mit Maria Mail^th v. Szek- 
hely einen Sohn: Arpad, geb. 1848, hinterlassen, Freih. Eduard aber, 
geb. 1823, verm. 1851 mit Maria-Anna Grf. v. Szirmay, hat, neben 
einer Tochter, Margit, geb. 1858, einen Sohn: Laszis, geb. 1852. 

9. Sehonfeldt Adels-Schematismut, I. 8. 240. — Qeneal. Taschenb. d. freih. H&user, 1853. 
8. 290—292. 1S57. 8. 485 u. 1864. 8. 531 u. 82. 

^ Medrzecki. Polnischer Adelsstand. Diplom vom 4. Juni 1788 fflr 

Gasinfiir Medrzecki. Das Geschlecht wurde dem polnischen Stamme Pi- 
oroslaw einverleibt und der Adel der Familie im Kgr.Preussen 17. Juni 
1798 fär Adam Nicolaus v. M. anerkannt. 

FrtiU. 9, Udebur, II. 8. 91 u. III. 8. 308. — W.-B d. Pnuss. Monarchie, Ul. 98. 

Medzebor. Schlesisches, noch im 17. Jahrb. vorgekommenes Adels- 
geschlecht. 

Sinafim, I. 8. 634. 

Meelbeck. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 15. Jan. 
1746 für Johann Meelbeck, k. preuss. Major im Infanterie -Regim. v. 
Stosch. 

N. Pr. A.-L. 1. 8. 41 n. ni. 8. 382. • Frtik. 9. Ledtbur, II. 8. 91. — W.-B. d. Freust. 
Monarch. III. 97. — Kn«aehk4, IV. 8. 282 n. 83. 

Meen, de Meen. Ein aus Frankreich stammendes, noch im An- 
fange des 18. Jahrb. in Preussen blühendes Adelsgeschlecht. — Anton 
Günther de Meen starb 25. Mai 1704 als k. preuss. Oberstlieutenant zu 
Colberg. 

f\rHk, 9, Udtbur, U. 8. 91. 



— 208 — 

Meenhaosen. Altes, um 1317 im Hennebergischen und Coburgi- 
schen gesessenes Adelsgeschlecht. 

SehuUess , Heonoberg. Uescbichte , Urkundeubuch, 9*. — Oruf%€r , Besebr. tob Coburg, 
HI. S. 60. — 0. HeUbach, 11. 8. 110. 

Meerheün, Meerheimb, Merheim, Freiherren (Schild geviert: I 
a. 4 in Gold ein golden gekrönter n. bewehrter, linkssehender, schwar- 
zer Adler : nach Annahme Einiger bei Erhebung in den Freihermstand 
hinzugekommen u. 2 u. 3 in Blau ein rechtsgekehrter, silberner Strauas, 
welcher im Schnabel ein Hufeisen hält: Stammwappen). Böhmischer 
Freihermstand. Diplom vom 10. Aug. 1661 für Hans Wilhelm v.Meer- 
heimb, k. k. Obersten, und zwar wegen seiner Thaten im deutschen 
Kriege. — Altes, niederrheinisches Adelsgeschlecht aus dem Stanmisitze 
Merheim unweitMühlheim, im Regier.-Bez. Göln, wohl zu unterscheiden 
von zwei gleichnamigen cölnischen Geschlechtern dieses Namens, nftm- 
lieh von der cölnischen Scheffenfamilie Meerheim, aus welcher die jetzt 
|m Kgr. Sachsen blühende Familie t. M., s. den nachstehenden Artikel, 
entstanden ist und von einer anderen gleichnamigen Familie, welche 
ursprünglich ein Djnastengeschlecht mit zwei Stämmen war, von denen 
der Jüngste aus dem Geschlechte Loewenberg , Löwenburg , stammte u. 
folgendes Wappen führte : Schild von Silber u. Schwarz in fünf Reihen, 
jede zu vier Feldern, geschacht, und zwar zur Unterscheidung von der 
älteren Linie, mit einer Vierung im rechten Oberwinkel, in welcher aus 
dem linken Rande ein rechtsgekehrter, nach unten gekrümmter Arm, in 
der Hand einen Ring aufwärts haltend, hervorging. — Heinrich v. Mer- 
heim lebte um 1409 und führte, wie Fahne augiebt, im Schilde einen 
Adler, was nicht zu übersehen ist, da Einige, wie erwähnt, den Adler 
nicht für das Stammwappen halten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrb. 
kam in Folge der Religionsstreitigkeiten die Familie nach Sachsen, wo 
Heinrich v. M. , verm. mit Anna v. Winkelholz (Winkelhofea) Kriegs- 
dienste nahm und später auch an dem^Feldzuge gegen die Türken sich 
betheiligte. Von seinen zwei Söhnen u. zwei Töchtern überlebte ihn nur 
ein Sohn: Hans Wilhelm, welcher der Stammvater der meklenburgi- 
achen, fireiherrlichen Linie wurde« Derselbe, geb. 1620 zu Altenburg u. 
gest. 1688 auf seinem Gute Gnemem im Meklenburgischen , war erst 
kursächs., später k. k. CavaUerie-Officier, vermählte sich mit Dorothea 
V. Oertzen a. d. H. Roggow und nahm dann seinen Abschied , nachdem 
er aber längere Zeit auf den von ihm erkauften Gütern Gneraern u. Gi- 
schow als Privatmann gelebt hatte, trat er 1675 auf Wunsch des Kö- 
nigs Christian V. von Dänemark als Generalmajor in dänische Dienste, 
stieg zum Generallieutenant, zeichnete sich im Kriege gegen die Schwe- 
den sehr aus und wurde nach dem Frieden Gouverneur mehrerer Inseln. 
Derselbe hinterliess drei Töchter und sechs Söhne , doch setzte nur der 
Eine, Freih. Helmuth Joachim, geb. 1671 und gest. 1729, Herr auf 
Wokrent, Gross-Belitz etc. , Major in dänischen Diensten und Adjutant 
des Königs, in der Ehe mit Dorothea v. Zülow a. d. H. Stielen den 
Stamm fort. Der Sohn desselben, Freih. Jasper Friedrich, geb. 1715 
und gest. 1797, verm. mit Elisabeth v. Moltzan a. d. H. Grubenhagen, 
stiftete aus seinen Besitzungen: Gnemern, Wekrent, Gross-Belitz, Gr.- 



— 209 — 

Gischow und Reinsdorf drei Fidei - Commisse , welche er seinen drei 
Söhnen hinterliess. Da aber die beiden älteren Söhne: Freih. Levin Jo- 
achim auf Gnemern , Landrath u. Freih. Hans Helmuth auf Wokrent, 
Major, ohne männliche Nachkommen starben, vereinigte der jüngste 
Sohn, Freih. Ferdinand Volrath Friedrich, geb. 1760 und gest. 1836, 
die sämmtlichen Fidei-Commisse in seiner Hand. Derselbe , grossherz. 
Sachs. Kammerherr, war mit Auguste v. Hugo a. d. H. Liethe bei Han- 
nover, gest. 1838, vermählt und hinterliess drei Söhne, die Freiherren: 
Friedrich, Wilhelm und Ludwig. Freih. Friedrich, geb. 1785, Herr 
auf Gnemern etc. und k. preuss. Oberstlieutenant a. D. , vermählte sich 
1818 mit Emilie v. Kleist a. d. H. Stavenow, geb. 1800, aus welcher 
Ehe, neben vier Töchtern, Auguste, Elisabeth verm. v.läebeherr, Anna 
verm. v. liücken und Marie, drei Söhne entsprossten , die Freiherren: 
Wilhelm, Ferdinand und Jasper. Freih. Wilhelm, gest. 1858, hat aus 
der Ehe mit Elisabeth v. Bassewitz a. d.H. Schönhof, geb. 1830, neben 
einer Tochter, zwei Söhne hinterlassen. Freih. Ferdinand, geb. 1823, 
k. preuss. Hauptmann und Compagniechef, vermählte sich mit ßrunhilde 
V. Ramin a. d. H. Schmagerow in Pommern, geb. 1830, aus welcher 
Ehe drei Töchter leben und Freih. Jasper, geb. 1824, HeiT zu Heid- 
bergshof bei Lübeck, k. preuss. Lieut. a. D. , hat aus der Ehe mit Ida 
V. Lücken a. d. H. Zahrenstorff, geb. 1828, zwei Söhne, Hans, geboren 
1856 und Emil, geb. 1858. — Freih. Wilhelm, geb. 1790, s. oben, 
Herr anf Wokrent und Gross- Belitz, grossh. mekl. - schwer. Kanimer- 
Director a. D. , vermählte sich 1819 mit Catharina v. Bülow a. d. H. 
Cammin, geb. 1801 u. Freih. Ludwig, geb. 1796, Drost, ist Herr auf 
Gr. Gischow und Reinsdorf. 

9. n^hr, K.-M., 8. 1684. — Loxic. over «dol- Famil. t Daum., U. Tab. V. Nr. 123 ii. 8. 14. 
- N. Pr. A.-L. 111. 8. 383-8.S. — Fahn*. I. 8. 278. - Frttih. o. Letlebur , II. 8. 91. - 
V. M.'ding, I. 8. 38.<i und HH. - T^roff, \\. 127. — Moklenb. W.-B. Tab. 34. Mr. Tili n. 8 5 
uud 28. — KiUKhkt, II. 8. 396 -9S. 

» Meerheim (in Blau drei von unten bis in die Mitte reichende, gol- 

dene Pfähle, welche oben durch einen goldenen Querbalken verbunden 
sind , welcher Letztere jedoch auf der rechten Seite über den ersten 
Pfahl nicht hervorsteht, also den Rand des Schildes nicht berührt). 
Adelsstand des Kgr. Sachsen. Diplom vom 4. Jan. 1845 für Franz Lud- 
wig August Meerheim, k. sächs. Obersten von der Cavallerie, unter Be- 
stätigung des altadeligen Herkommens der Familie. Derselbe, geb. 
1785 zu Wittenberg — ein Sohn des dortigen Professors Dr. Meer- 
heim — stand bis zum 1. Dec. 1842 im k. sächs. Garde-Reiter-Regl- 
mente als Oberstlieutenant im activen Dienste , wurde dann pensionirt, 
lebte in Dresden, starb 1858 und hatte den Stamm fortgesetzt. — Altes, 
cölnisches Patricier- und Scheffen- Geschlecht, aus welchem Thomas 
Meerheim, Kirchmeister zu Brigid, 20. Apr. 1554 starb. In Folge der 
Religionssü'eitigkeitcn wurden 1592 vier Gebrüder Meerheim als Pro- 
testanten in Cöln ausgeplündert u. aus der Stadt vertrieben, wanderten 
nach Halle, kauften sich mit dem Reste ihres Vermögens in den Salz-~ 
werken ein u. wurden Mitbesitzer. Pfilnner. Ein späterer Nachkomme 
des Einen dieser Brüder war der obengenannte wittenberg'sche Pro- 
fessor Meerheim. — Zwei Söhne des Obersten v. M. traten in die kön, 

Km9Ckkt, Deutsch. Adelt-L«x. VI. 14 



— 210 — 

Sachs. Armee. Adalbert Ludwig v. M. wurde 1849 Artillerie -Haupt- 
mann und Richard Albert v. M. ist Hauptmann im 4. k. sächs. Infante- 
rie -Bataillon. Derselbe hat sich auch als lyrischer Dichter mehrfach 
bekannt gemacht. 

N. Pr. A.-L. III. S. 3^3. — Fahnr. I. 8. 273. - FrfiA. r. Ledebur , 11. 8.91. — r. Dr^^- 
haupt. Tnb. 30. — Dortt, All^. W.-B. II. S. 2?. n. Nr. |R4. — W.-B. der Sachs. SUateu, \\. 
n. — Knetchkf, r. «. 294 u. 95. 

Meerher, Meerherren und Mehrheersheim. Erbländisch-österr. 
Adelsstand. Diplom von 1703 für Michael Meerher, Anwalt zu Sittich, 
mit dem Namen und Prädicate : v. Meerherren u. Mehrheersheim. 

Meg^rU v. ifühlf^ld. Erg. Bd. S. 37t> 

\ Meerkatz, Merkatz (in Silber ein auf einer blauen Laft^tte ruhen- 

der , goldener Mörser). Adelsstand des Kgi\ Preussen. Diplom vom 
28. Sept. 1737 für Johann Friedrich Meerkatz. Major bei dem k. preuss. 
Artilleriecorps zu Pillau. Derselbe — ein Sohn des 1719 zu Wesel 
verstorbenen kön. preuss. Artillerie -Oberst -Lieutenants Meerkatz — 
stammte, eben so wie die im nachstehenden Artikel aufgeführte Familie 
dieses Namens, aus einem alten Lqhn-Vasallen-Geschlecht« der Grafen 
v. Ruppin, welches bereits 1463 im Ruppinschen zu Daberkotz, Lietze, 
Nietwerder, so wie 1534 zu Cöpernitz und Wittwen begütert war und 
diese Lehne noch um die Mitte des 17. Jahrh. besass. — Johann Frie- 
drich V. Meerkatz zeichnete sich im 7jährigen Kriege rühmlichst aus u. 
starb später als Oberst und Chef des sclilesischen Artillerie-Corps. 

N. Pr. A.-L. III. 8. 3S.S. - N. Pr. A.-L. V. 8. 3-'7. - Freih, 9. Ledebur, II. 8. 9G - 
W.-B. d. Preu««. Mmiarch. III. 99. 

* Meerkatz (in Silber eine, auf grünem Boden sitzende, angekettete, 

einen Apfel emporhaltende Meerkatze). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 9. Nov. 1770 für Johann Wilhelm Meerkatz, k. preuss. 
Artillerie - Major und fiir den Neffen desselben , Johann Friedrich M. 
Ersterer starb 1780 als k. preuss. Oberst und Herr auf Schönhausen, 
Letzterer 1815 als Generallieutenant von der Artillerie, auch gehörte 
zu dieser Familie Carl Wilhelm v. M., welcher früher in der k. preuss. 
Artillorie stand und 1831 als Generalmajor a. D. starb. Der Stamm 
blühte fort u. noch in neuester Zeit war Friedrich Eduard v. Meerkatz, 
k. preuss. Major a. D., Herr auf Dürr- Arnsdorf im Kr. Neisse u. eine 
verw. Frau v. Meerkatz besass die Güter Klein -Kauer und Golschwitz 
im Kr. Glogau. — Die Familie ist, wenn auch nicht eines Wappens, 
doch eines Stammes mit dem im vorstehenden Artikel genannten Ge- 
schlechte. 

N. Pr. A.-L. T. 8. -IG: mit dem uiiriclitigon Nnracn : Malckatz , 111. 8. 385 a. V. 8. 397. 
— Freih. v. Ledebur, II. f*. 96.- W.-B. d. Preuss». Monarch. III. 100. 

Meerre.ttig, Merrettig. Ein in der Grafschaft Hoya früher begü- 
tertes Geschlecht, welches noch 1644 zu Drackenburg sass und auch 
nach Ostpreussen in das Insterburgische gekommen war. 

Freih. v. Ledebur, 11. .s. 91. - Siebmacher, I. ISO: Die Meerethig, Thüringisch. 

Meerscheidt, Merscheid. Altes rheinländisches Adelsgeschlecht 
aus dem g]eichnnmi.i?en Stammsitze im Jülichschen unweit Solingen. — 
Heyiificus de Meerenscheyde , Scabinus in Molenhem (Mühlheim a. der 



— 211 — 

Ruhr) kommt urkundlich 1320 vor und Peter v. Merenscheid, Bürger 
zu Emmerich, besass mit seiner Hausfrau Adelheid 1521 ein Gut zu 
Vulram im Kirchspiele Mühlheim. — Ein Zweig der Familie hatte 1440 
von dem Schlosse Hillesheim den Beinamen erhalten , welcher später in 
HtiUessem verändert wurde. Derselbe blühte in Kurland fort , s. den 
Artikel: Hüllessem, Meerscheidt, genannt v. Hüllessem, 
Freiherren, Bd. IV. S. 510 und 11. 

Muller, Qiiterwescn, 8. 79 n. 399. — Freiherr v. Ledebur , 11. 8. 91. 

* Meerstädt. Hessisches, nach Preussen gekommenes Adelsge- 

schlecht. — Georg Ernst v. Meerstaedt , gebürtig aus Rotheim in der 
Grafschaft Hanau, war k. preuss. Rittmeister und der Sohn desselben, 
Ernst Friedrich Theodor v. M, st^nd im Regimente v. Lossow\ Ein 
Fräulein v. Meerstädt war noch 1845 Conventualin des Stifts zum hei- 
ligen Grabe in der Ost-Priegnitz. 

N, Pr. A.-L. in. S. 3S5. — FreiA. v. Ledebur, II. 8. 91. 

Meerveldt, Merveldt, Merfeld , Grafen. Reichsgrafenstand. Di- 
plom vom 20. Dec. 1726 für Dietrich Burkhard v. Meerveldt, kurköln. 
Geh.-Rath und münsterschen Obermarschall. — Altes, westphälisches, 
später dem Rheinlande und dem Hochstifte Münster angehörendes, mit 
dem Erbmarschall-Amte des Fürstenthums Münster belehntes Adelsge- 
schlecht, welches von der alten Frei-, Graf- und Herrschaft Mervelde 
unweit Dülmen in Westphalen , deren Besitzer früher Dynasten waren, 
die aber zu Ende des 17. Jahrhunderts dem Herzoge Wilhelm v. Berg 
zu Lehen aufgetragen wurde, den Namen führt. — Bernd u. Hermann 
M.. Burgmänner auf dem Schlosse Dülmen, treten urkundlich 1251 un- 
ter dem Bischöfe Ludolph zu Münster auf und Hennann und Heinrich 
waren 1292 Burginänner zu Stromberg. Hermann v. M. , welcher in 
holländischen und friesischen Chroniken „Capitaneus" genannt wird, 
lebte um 1355 und fängt die ordentliche Stammreihe des Geschlechts 
an, aus welchem viele Sprossen in den Capiteln zu Osnabrück, Worms 
und anderen adeligen Stiften aufgeschworen haben. Gerard v. M. hin- 
terliess um 1415 fünf Söhne: Hermann, Domherrn zu Münster, Johann, 
•Deutsch-Ordens Ritter, Heinrich, Domherrn zu Worms, Bernd u. Adolph. 
Von Letzteren gründete Bernd die bernhardinische Linie , welche mit 
Johann v. M. schon im 16. Jahrb. wieder erlosch, Adolph aber die 
adolphinische, noch jetzt blühende Linie. Aus dieser Linie machte sich 
Dietrich Hermann, gest. 1658 — Grossvater des Goswin Hermann 
Otto V. M., geb. 1661 und gest. 1727, welcher 1721 zum Grossmeister 
des Johanniter-Ordens in Deutschland und zum Fürsten v. Heidersheim 
erwählt wurde — kurcöln.- münsterscher Ober -Hofmarschall, als Ge- 
sandter auf den Reichstagen bekannt und Goswin Hermann Otto's älte- 
rer Bruder: Dietrich Burkhard, brachte, wie angegeben, den Rcichs- 
grafenstand in die Familie. Von Letztereih stammte aus der Ehe mit 
einer Freiin v. Westerholdt-Lembeck : Graf Ferdinand Dietrich, geb. 
1681 u. gest. 1765, kurcöln. Geh.-Rath und münsterscher Obermar-v 
schall und von diesem entspross: Graf Clemens, kurcöln. Geh.-Rath u. 
Oberstjägermeister, dessen Sohn: Graf Ferdinand August, geb. 1759 

14* 



— 212 — 

gest. 1834, den Stamm fortsetzte. Aus der ersten Ehe des Letzteren 
mit Therese Grf. v. Pergen stammten drei Söhne , die Grafen : Ferdi- 
nand iL). Carl und Maximilian, aus der zweiten aber mit Antonia Freiin 
V. Twickel zu Ilavixbeck, gest. 1842, zwei Söhne, die Grafen: Clemens 
und Dietrich. Graf Ferdinand, geb. 1788 und gest. 1853, Herr auf 
Lombcck etc. , Erbmarschall des Fürstenthums Münster, kön. preuss. 
Kammorh., hatte sich 1820 verm. mit Maria Freiin v. Kettler zu Har- 
kotten, geb. 1802, doch blieb die Ehe kinderlos. — Graf Carl, geboren 
1790 u. gest. 1859, k. preuss. Major und Landrath a. D., Besitzer der 
Fideicommiss- u. Allodialgüter der Familie, war in erster Ehe vermählt 
mit Therese Freiin v. Nagel-Doornick, gest. 1828, in zweiter mit Ma- 
ria Freiin v. Nagel-Doornick, gest. 1833 u. in dritter 1836 mit Maria 
Freiin v. Vittinghof, genannt Schell, geb. 1819. Aus der dritten Ehe 
desselben stammt: Graf Ferdinand (II.) geboren 1840, Besitzer der in 
Preussisch-Westphalen gelegenen Rittergüter: Lembeck u. Hagenbeck 
(seit 1717 Fideicommiss) im Kr. Recklinghausen. Geinege, Werne und 
Westerwinkel im Kr. Lüdinghausen, Wolbeck im Kr. Münster, Huxdieck 
und Seppenhagen im Kr. Beckum, Freckeuhorst im Kr. Warendorf und 
Empte und Ostendori im Kr. Coesfeld, Erbmarschall des Fürstenthums 
Münster, verm. 1862 mit Mathilde Grf. v. Wolff-Mettemich zu Gyra- 
nich', geb. 1843. Der Bruder des Grafen Ferdinand (II.), neben drei 
Schwestern: Theresia, geb. 1837, Paulina, geb. 1838 und Sophia, geb. 
1849, ist: Graf Friedericus, geb. 1843, k. preussischer Lieutenant im 

4. schweren Landwehr-Reiter-Regimente. — Graf Maximilian, s. oben, 
geb. 1797 und gest. 1849, k k. Kämm., Geh.-Rath. Generalmajor und 
Oberst - Hofmeister bei dem Erzh. Franz Carl, war seit 1837 vermälilt 
mit Octavia Grf. Czernin v. Chudenitz, geb. 1802, aus welcher Ehe, ne- 
ben einer Tochter, Antonie, geb. 1840, zwei Söhne entsprossten : Graf 
Paul, geb. 1830, k. k. Kämm. u. Oberlieutenant und Graf Franz, geb. 
1844. — Graf Clemens, s. oben, geb. 1815. ist k. preuss. Rittmeister 
bei der Landwehr-Cavallerie a. 1). und Graf Dietrich, geb. 1820, k. k. 
Lieut. in d. A., war vermählt mit Bertha v. Bismarck-Schonhausen, 
gest. 1860. — Von den früheren Sprossen des Geschlechts ist beson- 
ders noch zu nennen: Maximilian Graf v. Merveldt, geb. 1764 u. gest.» 
1815, k. k. Feldmarschall-Lieutenant u Regimentinhaber, später k. k. 
Botscliafter am k. grossbritann. Hofe. 

Oauhe. I. S. i:J39 h. 40. - Zedier, XX. S. 107»;: iiacli unuedruckteii Nochrlclit-n Faml- 
lipiigliediT \on HfiO— 17.*7 — linh^n*. nierterrli-in. Adel, II. S. 322. — N. Pr-iiis» A -L llf. 
«. 3S5--S7 11 V. S. «>J*. — Douiaolie «rnfiiih. d. U^njeiiw. II S. 11^ — lU. — Fiftih. v. Lfd»" 
hur, II. 8. 98. — Geiieal. Tascl.eiili. der grafl. HJiin«*r, 1><Ü4. S. 545 u. 46 ii. hisior. Haiidb. 
Bu Demselben, 8. 693. — f!tebmacher . I. 18V: v. Mcrfcldt, ßraiiiiHrliweigisch. — Durchl. 
Welt, ni. Tab. 2»)2. — Miinsiersclicr Slifwralcndev , von 1784. — r. Meding , 11. S. 369. — 
Vefter. Bt^iIscIjc Kittorsriiafi. Tab. 50. — W.-B. der Pr. Klielnprov. M. Tab. 33 Nr. 65 und 

5. 141. - /Jnntt, All-. WH. I. Tab. *.'« n. S. U und M5. 

Meeseberg, Meseberg. Altes Adelsgeschlecht der Altmark, dessen 
Stammsitz gleichen Namens unweit Wolmirstädt schon 1162 vorkommt 
und welches seinen Namen auch einem Sitze im Ruppinschen gab. Die 
Familie sass im Ruppinschen 1564 zu Barsikow u. Wildberg und 1600 
zu Rohrlack, so wie in der jetzigen Provinz Sachsen 1580 zu Herz- 
felde unweit Osterburg, 1660 zu Burg und 1726 zu Altenrode unweit 
Osterwicck. — Nach den „märkischen Forschungen" starb Samuel 



— 213 — 

Christoph V. u. zu Meseber^in der Altmark, geb. 1703, — Sohu des 
Caspar Heinrich v. M. — als der in der Mark Brandenburg einzig übrig 
gebliebene, männliche Sprosse seines über den Stammsitz hinaus nie 
weit ausgebreitet gewesenen Geschlechts 20. Jan. 1781 als k. preuss. 
Oberst und Commandeur des 3. Bataillons Garde. Der jüngere Bnider 
desselben, Erdmann Andreas v. M. war als k. preuss. Capitain 8. April 
1745 in einem Gefechte bei Rosenberg unweit Cosel geblieben u. dessen 
Sohn, Christoph Adolph v. M., k. preuss. Major, starb 1770 u. hinter- 
liess nur zwei Töchter. Eine nach Pommern gekommene Linie, welche 
1816 zu Schwojow und Schwetzkow im Kr.Stolp sass, blühte noch fort. 

N. Vr. \.-L. V. 8 H'i?. — Markisrhe Forscliiingeii, II.: in dem 80 wichti^xen Au/<«atztt 
vom Frfikerrn v. Ledebuf über crlosrheiie mürkUrhe «JeMt'lilorhtei S. :<74— 88. — Freih^r 
t>. Lfdehur , II. 8. 08 u. Hl. S. 309. — Siehmacfi^r , III. IM). — W.-B. cl. l>r. Monarchie, 
III. 197. 

Meess, Mees. Ein in der Person des Damian Hart^rd v. Meess, 
laut Eingabe d. d. Ehrenbreitstein, 30. Dec. 1829, in die Adelsmatrikel 
der preussischen Rheinprovinz unter Nr. 166 der Classe der Edelleutc 
eingetragenes Adelsgeschlecht. — Ein Forst-Inspector v. Meess lebte 
1845 zu Preuss. Stargardt und ein Regier. -Rath v. M. zu Arnsberg, 
auch stand 1855 ein v. M. als Rittmeister im k. preuss. 7. Ulanen -Re- 
gimente. 

N. Pr. A.-L. ni. 8. 387. - Freift. v. Udebur, ir. 8. 91. - W. B. d. Preiis.H. Rheinprov. 
I. Tab. m. Nr. ISJ) iiiid 8. 76. 

Megede, zur Megede, ter Megede (in Blau drei in einander grei- 
fende, quergelegte, silberne Ringe). Altes, seit dem 14. Jahrhundertc 
in Iserlohn blühendes Patriciergeschlecht , welches in dortiger Gegend 
1680 zu Schieddenhof und 1720 zu Deilinghoven sass, später auch in 
Westpreussen zu Hintersee im Kr. Schwetz begütert wurde u. noch 1824 
in Pommern das Gut Juchow im Kr. Neu-Stettin inne hatte. Die Fami- 
lie ist nicht mit dem westphälischen Geschlechte v.Mengede, Mengeden: 
(in Silber zwei schwarze Querbalken) zu verwechseln. 

V. steinen, I. S, 924 und Tnb. 19. Nr. 6. — Freiherr v. Ledrbur, H. 8. IM. 

Megeün v. Wiesenfeld. Kurbrandenburgischer Adelsstand. Di- 
plom vom 12. (22.) Octob. 1672 für Joachim Friedrich Megclin, k. pol- 
nischen Oberstlieutenant in der Leibgarde, mit dem Prädicate : v. Wie- 
seufeld. Derselbe war ans der Kurroark gebürtig und der Stamm hat 
wohl nicht lange geblüht. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 327. — Freih. v. Ledebur, II. 8. «l n. 93. - W.-B. d. Prousn. Mo- 
narch. 111. 97. — Knescf'ke. IV. 8. 28.'?. 

Mfegerle V. Mtihlfeld. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1803 für Johann Baptist Megerle, Directors-Adjuncten des k. k. Natu- 
ralien-Cabinets, wegen 45jähriger Dienstleistung, mit dem Prädicate : v. 
Mühlfeld. Der Stamm wurde fortgesetzt. Ein Sohn des Diploms-Em- 
pfängers, Johann Georg Megerle v. Mühlfeld, wurde k. k. Rath u. Ar- 
chivs-Director der k. k. allgemeinen Ilofkainmer und hat das so oft in 
diesem Adels-Lexicon benutzte Werk: „Oesterreichisches Adels-Lexicon 
des 18. u. 19. Jahrhunderts, Wien, 1822 u. Ergänz.-Bd.,1824" heraus- 
gegiBben. 

MefferU 9, Uühlfeld, 8. 327, 



— 214 — 

Me/3:;^aa, Meckau, Mecka, Grafen (ift Roth drei, 2 u. 1, goldene 
Wurf- oder Grabschaufeln). Reichsfreiherrn- und Grafenstand. Frei- 
herrndiplom vom K. Rudolph II. für Ferdinand Helfried v. Meggau, k. k. 
Kämm. u. Geh. -Rath, mit dem Prädicate: v. Creutzen (Creutzing) und 
Grafeudiplom von K. Ferdinand II. um 1626 fttr Leonhard Helfried 
Freih. v. Meggau, k. k. Geh. -Rath etc. unter Verleihung des früher von 
den Freiherren v. Jörger inne gehabten Erblandhofmeister -Amtes in 
OesteiTeich ob der Ens. — Altes , ursprünglich meissensches Adelsge- 
schlecht , welches die Güter Limbach , Schweta . Rausslitz etc. besass, 
später aber nach Oesterreich und Steiermark kam. Johann v. Mecka 
war um 1470 Abt zu Altcnzella und Dietrich v. Meggau starb 1538 als 
der Letzte seines Stammes im Meissenschen , nachdem eine Linie des 
Geschlechts sich mit Mi'lchior v. Meggau iu 0(^sterreicli nied(Mgelassen 
hatte. Von Letzterem stammten aus der Ehe mit Clara v. Haunsperg a. 
d.H.Schweta zwei Söhne. Melchior (IL) u. Caspar v. M. — Melchior (IL) 
V. M., gest. 1510 zu Rom, anfangsDompropst in Meissen, 1489 Bischof 
zu Brixen und 1503 Cardinal - Priester mit dem Titel St. Stephani in 
Monte Codi , bestimmte seinen Vater , die Güter im Meissenschen zu 
verkaufen und sich in Oesterreich niederzulassen. Caspar v. M., k. k. 
Kämmerer, kaufte die gräflich Hardegg'sche Herrschalt Creutzen, Creut- 
zing und setzte das Geschlecht in Oesterreich fort. Der Sohn desselben 
aus der P'.ho mit Anna Beck, Helfried v. Meggau zum Creutzen, Ritter, 
war von 1533 — 1539 Landes-Hauptmann in Oesterreich ob der Ens u. 
hinterliess aus der Ehe mit Veronica Herrin v. Maynburg einen Sohn, 
Ferdinand Helfried Herrn v. Meggau, k. k. Geh. -Rath, welcher von 
1682 — 1590 ebenfalls Landes-Hauptmann in Oesterreich ob der Ens 
war und von welchem unter anderen Kindern Graf Leonhard Helfried, 
8. oben, stammte. Derselbe war zweimal vermählt und zwar zuerst mit 
Anna Khüen Freiin v. Belasi und si)äter mit Polyxene Grf. v. Leiningen. 
Aus der ersten Ehe stammten fünf Töchter nnd aus der zweiten zwei 
Söhne, welche aber jung starben und so schloss denn derselbe bei sei- 
nem um 1643 erfolgten Tode denMannsstamm seines alten Geschlechts. 

Burelini, III. 8. 1.H2. - Graf p. Wurmhraml. Collocl. histor. - «♦•neal. 8. 276. - Oauhe^ 
I. 8. 1340-^4: nach: ßnct'lini , KhetenhüUer , Wurmbrand und Budd''Uit. — Sc/ inut» , 11. 
«. 532. — Sirhinncher, l. dl: K. H. v. Megjjaw. — Joh. Joe. ChiffMius in Insign Kq. A. V. 
Nr. «ly. — Sperifr. S 41)4 ii. Tali. 19. -- r. Mfding , fl. 8. 3'..1. - Suppl. -cii SUl.in. W.-B. 

Meghem, Graten. Altes, niederländisches Adelsgeschlecht, dessen 
ursprünglicher Name: v. Briineu war. Guido v. Brimeu brachte 14f>9 
Schloss , Stadt und Grafschaft Meghem oder Megme im holländischen 
Brabant an der Maas durch Kauf an sich, besass diese Besitzung'bis zu 
Ende des 15. Jahrh. und nannte sich nach derselben. Von den Nach- 
kommen desselben war Eustach v. Brimeu, Graf v. Meghem , Herr von 
Humbercourt, Wesemale etc. Marschall von Brabant. Derselbe, gest. 
1545, war mit Barbara v. Hillem, Grf. v. Thaure vermählt u. aus dieser 
Ehe entspross Carolus v. Brimeu, Graf von Meghem , welcher . früher 
Statthalter in Zütphen und dann in Geldern, 1558 Statthalter in West- 
Friesland wurde und 1571 starb. Das Leben desselben hat Gauhe be- 
schrieben. 

Butkens Troph Ue Brabant, II. 8. 128 und Suppl. I. 8. 34i. — Gauhe, I, 8, 706—8, 



— 215 — 

Mehden, v. der Meliden (in Blau ein aufrecht gestellter silberner 
Feuerwedel mit goldenem Handgriff). Altes , früher im Herzogthume 
Bremen und zwar im kelidinger Lande ansässiges Adelsgeschlecht , aus 
welchem schon 885 ein Sprosse sich den Numen eines Herzogs von 
Friesland erworben haben soll. Mushard leitet* dasselbe aus Kurland 
her und dachte wohl an die Familie v. Medem, welche bisweilen auch 
Meden geschrieben wurde. Doch ergiebt das Wappen , dass die v. der 
Mehden von den v. Medem ganz verschieden sind. Lackabdrücke von, 
vor der Mitte des 17. Jahrb. gestochenen Petschaften finden sich noch 
in grösseren Siegelsammlungen, namentlich von 1640 mit der Umschrift: 
F. V. d. M. 

Mushard, 8. 402. — (iauh^, 1. S. I:{;t9: ai« Schliisso des Artikels: v. Medin«. -- p. Me- 
ding, I. 8. 3H. — Suppl sa Siebm. W.-B. V. IS, 

Mehemet v. Königstreu. Ein im 18. Jahrb. in Hannover vorge- 
kommenes Adelsgeschlecht. Georg Ludewig Mehemet v. Königstreu — 
Sohn eines Türken , welcher als erster Kammerdiener des Königs Ge- 
org I. von Grossbritannien mit demPrädicate: v. Königstreu im Anfange 
des 18. Jahrb. den Adel erhalten hatte — starb als hannoverscher Ritt- 
meister u. schloss. so viel bekannt, sein Geschlecht. 

Freih. v. d. Knfnebeck , 8. 206 und .'07. 

Mehl V. Strelitz , Strehlitz (Schild von Roth und Silber geviert 
mit eiwem blauen Querbalken , belegt mit drei silbernen Lilien). Bres- 
lauisches, im 16. Jahrb. in den böhmischen Adelsstand mit dem Prädi- 
cate: v. Strelitz erhobenes Geschlecht, welches noch zu Anfange de« 
17. Jahrhunderts blühte. Dasselbe sass 1577 zu Althof im Breslauischen 
und zu Siegersdorf im Bunzlauischen, hatte auch 1589 ein Burglehn «u 
Bunzlau und 1577 und noch 1589 in Böhmen an der lausitzer Grenze 
Schloss und Herrschaft Grafenstein unweit Zittau inne. 

Freih. r. Udtibur, W. 8. 9'i und HI. 8. .308. 

Mehl V. Schönfeld. Ein in neuer Zeit im Kgr. Preussen vorge- 
kommenes Adelsgeschlecht. Antonius Mehl v. Schönfeld, k. pr. Steuer- 
Rath a. ü., starb 13. Mai 1836 zu Charlottenburg. 

N. Prpins. A.-L. V. 8. 337. - Freih. v. L^debur, II. 8. 9 J. 

Mehlbeck. Ein in Ost -Preussen früher angesessenes Adelsge- 
schlecht. 

Freih. v. Ledebur, II. 8. 9.'. 

Mehlfiihrer V. Mühlhausen. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom 
von 1815 für Georg Mehlfllhrer, k. k. Hauptmann im Regimente 
Deutschmeister Infanterie. Ein Sohn desselben, Carl Mehlführer v. 
Mühlhausen, k. k. Oberlieutenant, gehörte in neuer Zeit zu den Instituts- 
Officieren des Invaliden hauses zu Padua. 

Uegerle v. Mühl/etd , 8. 227. - MilltÄr- Schemat. d. österr. Irtlserth. 

Mehlhosen. Altes , in Schlesien und in den Lausitzen begütert ge- 
wesenes Adelsgeschlecht, welches in Schlesien 1500 zu Hartmannsdorf 
im Saganschen und 1520 zu Oppeln im Oelsischen sass. Nach ersterem 
Gute schrieb die P'amilie sich Mehlhosen v. Hartmannsdorf. Ein v. M., 
Bitter, war 1500 mit einer v. Metzradt a. d. H. Reichwalde vermählt, 



/■ 



— 216 — 

ans welcher Ehe nur eine Tochter entspross , welche sich mit einem 
V. Walch und Ulbersdorf vermählte. Nach dem N. Prenss. Adels-Lezi- 
con erlosch wahrscheinlich das Geschlecht mit derselben, d. h. in Schle- 
sien, denn in den beiden Lausitzen sass die Familie noch 1615 zuRiet- 
schcm unweit Rothenburg und 1669 zu Nieder - ülrichsdorf bei Sorau. 
Nach dieser Zeit kommt der Name des Geschlechts nicht mehr vor. 

Spötter, Theor Insigii., 8. 263. - Sinapiiu, I. 8.634. — N. Pr. A.-L. V. 8. S27 a. ü. 
— Fr^ih 9. Lßdebur, II. S. 9'>. — Sifbmacktrt I. 7*2: Die Mfhihosen, Sebloalsch. — 9. Un- 
ding, I. R. 384 u. 8A. 

Mehling, Meling (Schild quergetheilt : oben ein aufwachsender 
Hirsch und unten fünf, 3 u. 2, Kugeln : nach ohne Tincturen gestoche- 
nen Petschaften). Ein in Pommern . Westpreussen und in der Mark 
Brandenburg ansässig gewordenes Adelsgeschlecht. Dasselbe sass in 
Pommern zu Jacobsdorff, NeuhofF und Schön walde im Kr. Regenwalde 
1778 und noch 1803, in Westpreussen zu Pottlitz im Kr. Flatow 1779 
und noch 1803, so wie zu Ruthenberg im Kr. Schlochau 1796 und in 
der Mark Brandenburg 1 800 zu Beelitz im Kr. Stemberg. — Aus die- 
sem Geschlechte stammte die erste Gemahlin des späteren kön. preuss. 
General-Feldmarschalls Leberecht Fürsten v. Blücher- Wahlstatt, Toch- 
ter des General-Pächters v. Mehling in Polen. 

Handschr. Notit. ^ Freik. e. Ledebur, II. 8. 99. 

Mehofer, Edle. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1796 fttr 
Ignaz Mehofer, Oberaufseher des k. k. Normalschulwesens, mit dem Prä- 
djcate : Edler v. 

M«gerl€ r. Mühlfeld, 8. 237. 

. Mehwald, s. Meywald. 

Meibom. Reichsadelsstand. Erneuerungs- und Bestätigungsdiplom 
des der Familie zustehenden Adels vom 3. Juni 1755 för Johann Hein- 
rich V. Meibom, herz, braunschw.-lttneburg. Hofrath und Domherrn des 
Stifts Set. Blasii zu Braunschweig, dessen Ober - Aeltervater , Heinrich 
Meibom, Professor zu Helmstedt und Abgesandter zu Prag, 1590 den 
Adel für sich und seine Nachkommen erhalten hatte. — Der Stamm 
blühte fort und Sprossen desselben sind auch nach Meklenburg, Preus- 
sen und Hessen gekommen. Mehrere derselben traten in die hannov. 
Armee. In neuer Zeit war Eduard v. Meibom k. k. Rittmeister u. ein 
V. Meibom wurde Herr auf Falkenberg im Kr. Osterburg , Prov. Sach- 
sen, Reg.-Bez. Magdeburg. 

V. Ifellhach, 11. 8. l-'2: ». Meybom. — /-VWA 9. d. Kne^fbeck, 8. '-'07. — F/'fif,. 9. Lf- 
d^bur, II. 8. 92. - Suppl. sn Siebra. W.-B. X. 31. - Mekleiih. W.-B. T«b. 34. Nr. 12« und 
8. 29. ^ W.-U. d. Ktcr. lUnuover, F. 6 u. 8. 10. — Kn^sehkf , II. M. '.'SS 11. 99. - 9. lief- 
ner , nkchti. Adel, Tab. 4:i 11. hnnnov. .\del, Tab. 2'i. — Hasch, Mcklenb. Adel ron 9. Hefntr. 
H. 18. 

Meichsner. Altes , nümbergisches , angesehenes Geschlecht , aus 
welchem F. v. Meidisner 1855 k. preuss. w. Geh. Kriegsrath im Kriegs- 
ministerium war. 

Frtih. 9. Udebur, II. S. 92. — Sfebmaoher, I. 212: Die Meichsner , NQrnberg. ehrbares 
Gr»chl. u. IV. 126. 

Meidinger, auch Freiherren. Reichsadels- u. erbländ. -Österreich. 
Freibermstand. Adelsdiplom von 1767 für Johann Friedrich Heidin- 



— 217 — 

ger , k. k. Hofrath und Münzamts - Director und Freihcrrndiplom fiU- 
Denselben von .1774. 

Megtrle 9, Mühlfeld, 8. 78 u. 376. - Supplpm. zu Siebm. W.-B. Vri. 12: F. H. v. M. a. 
IX. M. V. M. 

Meidl, Edle und Ritter. Erbländ. - österr. Ritterstand. Diplom 
von 1794 für Anton Meidl, Landgerichts- Verwalter, mit dem Prädicate : 
Edler v. 

MegfrU 9. Mühl/eld, 8. 131. 

Meien. Ein zu dem preussischen Adel gehörendes Geschlecht, aus 
welchem ein Sprosse 1864 Hauptmaim im k. preuss. 7. Artillerie-Rcgi- 
mente war. 

Freih. 9. Udebur, II. 8. 92. 

Meier (in Blau ein die llörner nach oben kehrender Halbmond, 
über welchem ein silberner, von zwei silbernen Sternen begleiteter Pfeil 
aufgerichtet ist). Ein aus Meklenburg stammendes Adelsgeschlecht, 
aus welchem Iwan Alexander v. Meier, k. preuss. Landrath a. D., Lan- 
des-Aeltester und Stiftspropst zu Barschau im Kr. Steinau, 11. April 
1847 starb. Ein Premierlieutenant v. Meier stand 1854 im k. preuss. 
24. Infant.-Regim. 

N. Pr. A. L. III. 8. M«7. — Freih. 9. Ledebur, II. 8. 9> o. III. 8. SO». 

Mejer (in Roth ein aufgerichteter, silberner Pfeil und über dem- 
selben ein, die Stollen unterwärts kehrendes Hufeisen, somit ähnlich dem 
Wappen des polnischen StÄinmes Rudnica). Ein in den Listen der k. 
preuss. Armee vorkommendes Adelsgeschlecht. Ein Seconde-Lieutenant 
v. Mejer stand 1854 im 22. Landwehr-Regiraente. 

Freih. 9. Ledebur, 11. 8. 68. 

Meihers. Westphälisches Adelsgeschlecht , welches , in der Graf- 
schaft Tecklenburg zu Hülshof, Ladbergen und Velpe gesessen , 1706 
erloschen ist. 

Abel, Preuss. Rittersaal, 8. 74. — N. Pr. A.-L. III. 8. 387. — Freiherr 9. Ledehur, II. 
8. 9>. 

Meileg;^, Freiherren. Ein früher zu den freiherrlichen Familien 
Steiermarks zählendes Geschlecht. 

Schmuti. II. 8. 5.32. 

Meilgraben. Steiermärkisches Adelsgeschlecht. . 

Schmutz, II. 8. .'».33. 

Meiller. Erbl. - österr Adelsstand. Diplom von 1797 für Philipp 
Franz Meiller , k. k. Bergwerks-Producten-Verschleiss-Cassier und ftir 
den Bruder desselben, Johann Georg Meiller, jubilirten Kreis -Cassever- 
walter zu Prag. — Das Geschlecht hat fortgeblüht. In neuer Zeit war 
Ignaz V. Meiller k. k* Armee-Registrator-Official. 

Meg^le 9. Mühl/eld, Erg.-Bd. 8. 877. — Mlllt-SchPinatUin. d. 6st«»rr. Kai^ertbums. 

Meinan (Schild quergetheilt : oben in Blau ein goldener, gekrönter 
Löwe mit rother Halsbinde und unten Gold ohne Bild). Altes , mark- 
brandenburgisches - u. frankfurter Stadtgeschlecht, welches 1562 zu 
Cliestow unweit Crossen und 1573 zu Bärfelde und Trebus bei Lebus 
sass. Zu Cliestow war dasselbe noch 1571 und zu Bärfeld und Trebus 
noch 1599 begütert. 

J^-eih. 9. f,ed€bmr^ U, 8. ^, 



— 218 — 

Meinan , Mainan. Eine zu dem Adel im Grosskerz. Baden zäh- 
lende Familie, welche im Amts -Bezirke Radolpbzell begütert ist. Ob 
dieselbe mit dwn am Bodensee reich bej^ütert gewesenen altfreiherrlichen 
Geschlechte v. Mainau in verwandtschaftlicher Beziehung steht, ist noch 
nicht genau ermittelt. 

Caxt, AdeUbiirh ries fJrosHh. Baden, AbtlifU. '.'. 

Meinbrechteshusen. Altes Rittergeschlecht im Corbeyschen und 
Dasselschen. Nach Fontanus und Letzner soll Cnno v. Meinbrechtes- 
husen, wegen eines begangenen Mordes, 1109 um Titel, Namen, Schild 
und Helm (im Schilde und auf dem Helme ein Sparren und unter dem- 
selben ein achteckiger Stern) gekommen sein. Cuno's Sohn, Meinbrecht 
vom Hagen, Ritter, welcher um 1170 lebte, fing die Stammreihe des 
Geschlechts vom Hagen, s. Bd.IV. S. 144, an. Von Meinbrecht stammte 
Ernst vom Hagen, welcher 1209 auf dem Turniere zu Worms war. 

Iftzner , Corlieyschc Chronik, S. VVi und Desselben Dassetscho Chronik, S. 179b. — 
r. M'diny, l. S. 386 und 87. 

Meinders. Reichsadelsstand, in Kur-Brandenburg bestätigt. Adels- 
Diplom von 1682 für Franz Meinders, kurbrandenb. w. Geh.-Rath und 
ravensbergischen Appellations- Gerichts -Präsidenten und Bestätigungs- 
dii)lom vom 31. Aug. 1682 für Denselben. Der Empfänger dieser Di- 
plome, gest. 22. Apr. 1695, stammte aus einem angesehenen ravensber- 
' tischen Geschlechte, welches in der Stadt Bielefeld einen Freihof besass. 

— Zwei spätere Glieder der Familie , die Gebrtlder Clamor Hermann 
Meinders, k. k. Gesandtschafts-Secretair und Arnold Heinrich Meinders, 
erhielten, nach Megerle v. Mtihlfeld , 1704 ebenfalls den Reichsadels- 
stiind, nachdem der genannte Arnold Heinrich Meinders schon vorher; 
2. Mai 1703 den preussischen Adelsstand erhalten hatte. — Die Fami- 
lie erwarb im Brandenburgischen die Güter Behlendorf und Heinersdorf 
im Kr. Lebus, Hackenow im Kr. Cüstrin u. Tasdoi f im Kr. Nieder-Bar- 
nim, ist aber 1760 mit Daniel Clamor Ernst v. Meinders, kön. preuss. 
Geh. Kriegsrathe, erloschen. 

r. 0. Lonicrri ero.Nphoncrun gKitulatorinin ad tnatbematicam amui*iim furroatum Prane. 
n M«>indori( (|uum oh virUitum el.iritHtoin iiohilttati<t iaiigniliUH S. C- M. iuduitu eü-^i digni- 
tatnsi Berolini, 16^2. - Oaufie, II S. 709 : im Artikel M<?iuvrfjen. - Megerle v. Mihl/eUf. 
KrK-Bd. S. 377. — N. Vr. A.-L. III. 8 387 - Ffeih. v. Ledebur. II. 8. M. — W.-B. der 
ertiiss. Monarch. III. 97 —Knfuc'.ke, IV. S. *."<3 u. 84. 

Meinecke, Meiheki (Schild der Länge nach getheilt: rechts in 
Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, golden gekrönter und 
bewehrter, halber, schwarzer Adler und links unter einem grünen Fel- 
deshaupte in Roth zwei silberne Querbalken). Adelsstand des Königr. 
Preussen. Diplom vom 3. Sept. 1704 für Johann Moritz Meinecke, k. 
preuss. Hauptmann. Derselbe, Herr auf Cunow im Kr.Saatzig in Pom- 
mern, welches Gut Joachim Meinecko 1642 vom Magistrate zu Star- 
gard gekauft hatte, starb 1724 ohne Nachkommen, nachdem er die ge- 
nannte Besitzung der Famihe v. Wenden testamentarisch verkauft hatte. 

— Zu einer andern Familie dieses Namens gehörte Peter v. Meinecke, 
welcher als kön. preuss. Generalmsyor und Chef eines Dragoner-Regi- 
ments a. D. 1775 zu Ilsenburg in der Grafschaft Wemingerode starb. 
Derselbe war der Sohn eines bürgerlichen Rathsmanns zu Rathenow im 



— 219 — 

Brandenburgischen, wurde aber als Edelmann aufgeführt. Uebor ein 
Diplom desselben ist nichts aufzufinden. 

N. I'r. A.-L. in. S. 3S8. — Freih. §. Leti^hur, If. S. 92 u X\. — W.-B. d. Hrouss. Mo- 
narch. . III. DS. — Kneschkf. IV. S. -.'84 und s . 

Meinersen, Meinersheim , Edle Herren, Altes, braunschwoigi- 
sches Adelsgeschlecht aus dem Stammsitze Meinersheim , Schloss und 
Herrschaft zwischen Zelle und Braunschweig. Auf diesem Schlosse 
lebten 1133 Theodorus und Rudolphus Gebrüder v. Meinersheim. Her- 
mann V. M. kommt 1220 vor. Von demselben stammton Burchardus u. 
Luitgardus M., welche um 1273. wie ihre Verwandten: Friedrich, Wal- 
ther und Bernhard M., Demiherren zu llildesheim . genannt werden. 
Burchard und Otto treten gegen die Mitte des 13. Jahrb. als Edle Her- 
ren V. Meinersheim, oder Meinorson auf. (rcrtrud v. Mcindersheimwar 
1353 Canonissin des fürstl. Stifts Quedlinburg und die Schwester des- 
selben, Irmgard v. M. , 1360 Decanis.sin. Der Mannsstamm des .Ge- 
schlechts war schon vorher, nach Anfange des 14. Jahrb.. erloschen. 

Kettneri Aniiquit. Qiiedliiib. S. 3.Sf*. — MethovtU (',n..iii.-. I{jdd»ushu», S. M>i. - //"- 
tn^lmann, d<« famll. emort L 2. 8, 13.'). — Oauff. II s Tfi> n. 70'.». 

Meinertshagen , Meinertzhagen , Kitter und Edle, auch (Jrälin. 

Reichsritter- und Grafenstand. Ritterdiplom vom 24. Juli 1748 für 
Gerhard v. Meinert^hagen, mit dem Prädicate : Edler v. ; k. preuss. Be- 
stätigungsdiplom des der Familie zustehenden Ritterstandes vom 28. Ja- 
nuar 1764 für Abraham Edlen v. M. und Grafendijjlom vom 27. Dec. 

1769 für Elisabeth Johanna v. Meinertshagen. — Altes cölnisches Pa- 
triciergeschlecht , welches seinen Namen und Ursprung der Stadt Mei- 
nertshagen im Kr. Altena verdankt u. aus welchem Herbord v. M. von 
1460—70 Propst zu Weddinghausen bei Arnsberg war. — Die Fami- 
lie war im Rheinlande 1629 zu Commeren im Kr. Lechenich , 1689 zu 
Fliesteden im Kr. Bergheim und zu Heimersheim im Kr. Rheinbach n. 
auf letzterem Gute noch 1720, so wie 1721 noch zu Commeren ^^e- 
sessen. — Die oben genannte Grf. Elisabeth Johanna vermählte sich 

1770 mit Friedrich Wilhelm Reichsgrafen und Edjen Herrn zu Lippe- 
Detmold-Biesterfeld. 

Freih. r. KrohnP , H. H. 3.39—41?. - N. Pr. .\.-L. III. .*< 8^8. — Fahnr , 11. S. 91. — 
Fr^iA. ff. L^dehur, 11. S. 93. — Supplftm. »u Siebm. W.-B. IX. .3: (ir. v. M. und 23: v. M 
- W.-H. d. Freu.-!«. Moiinrchio, HI. 98: Kdle v. M. 

Meirich. Böhmischer Adelsstand. Wappen- und Adelsbrief vom 

7. Mai 1581 vom K. Rudolph II. für Andreas Meirich und für den Sohn 
desselben, Christoph Meirich. — Die Familie war in der Oberlausitz 
angesessen. 

Fr^ih. p. Udebur, II. 8. 93. 

Meisan. Altes, Österreich. Adelsgeschlecht, welches, mit der Erb- 
marschall- und Erbschenken- Würde bekleidet, mehrere Klöster stiftete . 

ff. fffltbach. U. 8. 112: nach den Hai-tmann' sehen S nnmliinnon , wtlch»! d«Tselbe Bd. I. 

8. \'l erwäbiit. 

Meisebng , Meisenbng , s. M e y s e n b u g. 
' Meissau, Grafen. Oesterreich. Grafengeschlecht, welches zu dem 

gräflichen Hause Abensperg-Traun, s. Bd. 1. S. 4. gehört. 

Zedier, XX. 8. 374. 



— 220 — 

Mei^sau. Altes, Österreich. Adelsgesclilecht, welches anch Meissaw 
nnd Meissowe geschrieben wurde und welches Erzherzog Albrecht von 
Oesterreich mit dein Erbschenken-Amte belehnt hatte. 

/ritler, XX. 8. 375. 

Meissel. Schwedisches, nach Ostprenssen gekommenes Adelsge- 
schlecht. Ernst Adolph v. Meissel war der Königin Christine v. Schwe- 
den Oberst u. Kammerherr. Von den Nachkommen desselben war Jo- 
hann Christoph V. M. k. preuss. Kriegsrath und Herr auf Dinglaken un- 
weit Tilsit. Derselbe tiberliess das genannte Gut dem Könige Friedrich 
Wilhelm I. von Preussen. 

FrHh. r. L^fltibur, If. 8. 9.1. 

Meissen, Bnr/Brgrafen. Altes Dynasten-Geschlecht, eines Stammes 
mit den Herren und Grafen Reuss , welches , belehnt mit dem Reicbs- 
Rurg - Grafenthume Meissen, mit den Markgrafen und Bischöfen von 
Meissen gemeinschaftlich zu Meissen residirte. Das Burggrafentbom 
Meissen kam 1436 (1445) an die Landesherrschaft unter dem Kurför- 
sten Friedrich dem Sanftmüthigen zu Sachsen und später erlosch 1572 
mit dem siebenten Burggrafen zu Meissen , Heinrich, der burggräflicbe 
Stamm. 

Knauth, 8. 467 a 6^, — Sptner, Histor. In9ign. 8. 319 u. 32*: u. Ttb. 13. — Si«bmack€r, 
li. Vi. Nr. 6: Biirtrgr. Ufjnen — 9. M«difig, T. 8. 387 n. 8f). 

Meissl, Ritter. Erblflnd.-österr. Ritterstand. Diplom von 1807 
für Leoi)old Meissl, Eigenthümer des Gutes Fr eyenthurm zuMannswörth 
in Nieder-Oesterreich, wegen Beförderung der Landescultur. 

Meg^rU r. Mühl/fUI, 8. 1.11. 

Meissner. Ein früher zu dem in Ostpreussen begüterten Adel 
zählendes Geschlecht, welches zu Crummteich unweit Königsberg u. im 
Tapiauschen sass. 

Fr^ih. 9. Ledebur, 11. S. 93. 

Meister, Ritter u. Edle. Erbländ.-österr. Ritterstand. Diplom von 
1718 für Georg Martin Meister, LandschaPts - Syndicus in Steiermark, 
mit dem Prädicate: Edler v. 

Meyfrle r. Mühlfttld, Krg.-Bd. S. 177. 

Meldzynski, v. Stangen-Meldzynski. Altes, mit dem deutscheu 
Orden nach Preussen gekommenes Adelsgeschlecht, welches früher in 
Westpreussen zu Meldno - Melno im Kr. Graudenz u. zu Plonchow im 
Kr. Culm sass u. aus welchem Sebastian v. Meldzynski, Castellan von 
Rypin, 1730 Marschall des preussischen General-Landtags war. 

Freih. r. Ltdebur, II. N 9.1. 

Melitz , Militz. Ein in Ost - und Westpreussen ansässig geworde- 
nes Adelsgeschlecht, welches schon 1775 zu Legionen im Kr. Roessel» 
1784 zu Leussen, Maraunen und Penglitten im Kr. Alienstein, so wie 
zu Schweden im Kr. Heilsberg, 1806 zu Kranz u. Hermsdorf im Kreise 
Allonstein und noch 1820 zu Legionen, Leussen und Schweden begü- 
tert war. — Ein Lieutenant v. Melitz, ißrüher im Regimente v. Diericke, 
starb an 1813 empfangenen Wunden u. ein Major v. M., 1810 Oberst- 
Lieuten. im 4. k. preuss. Dragoner-Regimente, 1827 im Pensionsstande. 

K. l*r. A.-L. III. 8. 3M. - Fttih. 9. Ltdtbur, U. 8. 93. 



-. 221 — 

Meitinger (Schild geviert, mit goldenem, einen recfatsgekebrten, 
halben, schwarzen Bracken mit goldenem Halsbande zeigenden Mittel- 
schilde. 1 und 4 in ßlaa ein linkssehender, aasgebreiteter, schwarzer 
Adler und 2 u. 3 in Roth ein silberner . mit drei goldenen Sternen be- 
legter Querbalken). Im Kgr. Bayern bestätigter Adelsstand. Bestjiti- 
gungsdiplom vom 8. Juni 1814 für Josepl; Aloys Meitinger, vormaligen 
förstl. ötting-spielbergischen Hofrath , später Justiz-Amtmann bei dem 
Landamte Oettingen jenseits der Wörnitz (geb. 1764). Der Vater des- 
selben, Johann Caspar Meitinger, fürstl. ötting-spielberg. Hof- und Re- 
giemngsrath , hatte von Franz. Xaver Grafen v. Etzdorf kraft des ihm 
zustehenden grossen Comitivs 26. Juli 1798 ein Adelsdiplom erhalten. 

9. Lang. 8. 443. - W.-B. d. Kgr. Hayern, VII. IS. 

Meitinger v. Englsheimb, Engelsheimb. Erbländ.-österr. Adels- 
stand. Bestätigungsdiplom von 1725 für Johann Christoph Meitinger, 
oberösterr. Hofkammer-Sccretair und ftlr die Vettern desselben , Franz 
Carl, Johann Joseph Cliristoph, Johann Jacob und Joachim Georg Mei- 
tinger, mit dem Prädicate: v. Englsheimb. 

M^t/frU V. Alühl/elH, Krg.-Bd. 8. 377. — .Suppl. zu Siebin. W.-B. I. 9 ii. II. 11). 

Meitse. Ein früher im Lüneburgischen vorgekommenes Adelsge- 
schlecht. 

r. lUUbach, II. H. 113: unrti Liulcrseii« Rammliiiigen. 

Mekarski y. Menk. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1821 für Peter Cölestin Mekarski, Hofconcipisten bei der k. k. Staats- 
Canzlei, mit dem Prädicate : v. Menk. 

U^yerU e. MihlfeM, Kr« -Bil. 8. 377. 

Melbeck, Melbeeke. Altes, längst erloschenes, lüneburgisches 
Adelsgeschlecht, dessen glsichnamiges Stammschloss eine Stunde von 
Lüneburg liegt. Siegel der Familie von 1337 u. 1362 haben sich noch 
im Archive des Klosters St. Michaelis zu Lüneburg erhalten. 

p. MediHfj, m. S. 428. 

Melcher v. Reuterburg. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1794 für Romuald Melcher, k. k. Gestüts-Controleur zu Prestnan^g in 
Krain, mit dem Prädicate: v. Reuterburg. 

M^ffrrU r. Mühlftld. Krg.-Hd. 8. 377. 

Melchiori. Freiherren und Grafen. Reichsfreiherm- und Grafen- 
stand. Freihenmdiplom vom 3. Juni 1719 für Girolamo (Hieronymus) 
V. Melchiori u. Grafendiplom vom 25. Jan. 1738 für Georg Sigismund 
Freih. v. Melchiori und für den Bruder desselben, Joseph Anton Froih. 
V. M. — Altes, in Südtirol gesessenes Adelsgeschlecht , in welches die 
angegebenen Diplome kamen und dessen absteigende , neuere Stamm- 
reihe folgende ist : Giralomo Freih. v. M. , s. oben : Cathainna Ccschi 
di Santa Croce ; — Georg Sigismund Graf v. M. , s. oben : Pulcheria 
Grf. V. Arco; — Graf Joseph Anton: Johanna Baronin Bessol, Erbin 
ihres Hauses in Lavis ; — Gr. Carl, geb. 1767u.gest. 1833 : Ursula Froiin 
Todeschi v. Eschfeld aus Roveredo, verm. 1790; — Graf Johann Bap- 
tist, geb. 1794 und gest. 1863, vermählt in erster Ehe 1825 mit The- 
rese Riccabona v. Reichenfels, geb. 1800 u. gest. 1833 und in zweiter 



— 222 — 

1836 mit Rosa v. Schulthaus zu Moos und Nevisburg. Aus der ersten 
Ehe entspi'osstoii , neben einer Tochter, Grf. Fanny, geb. 1828 u. ver- 
mählt 1851 mit Joseph v. Hofmann, zwei Söhne: Graf Joseph, geboren 
182(), Gufoibesitzer zu Margreid in Tirol, k. k. Oberlandesgerichts-Se- 
cretair in Disponibil. und Graf Ernst Rochus, geb. 1827, ebenfalls 
Gutsbesitzer zu Margreid. aus der zweiten Ehe des Grafen Johann Bap- 
tist aber leben, neben drei Töchtern, fünf Söhne, von welchen der ältere, 
Graf Emanuel, k. k. Jügerlieutenant ist. \ 

Gen.al. THseheiih. der gräfl. Häuser, IS6I. 8. 5'38, 1862. S. 545-47 a. 1864. 8. W7. — 
Suppl. XII Sicbni. W.-B. VIII. i» . v. M. 

Meldiu;^eu. Altes, oborsrichsisches Adelsgeschlecht, welches des 
h. r. Reichs Erb-Ritterstand bosass. welcher nach Erlöschen des Stam- 
mes unter K. Maximilian 1. gegen Ende des 15. oder im Anfange des 
16. Jahrb. an die v. AVeissbach (Weissenbach) gelangte. — Conrad v. 
Meldingen tritt in einem Dotationsbriefe des Klosters Längheim von 
1180 als Zeuge auf; Witigo v. M. war von 1326 bis 1347 Bischof zu 
Naumburg und Rudolph v. M. kommt in einem Diplome des Landgra- 
fen Friedrich in Thüringen von 1422 als der fürstlichen Wittwe Hof- 
meister vor. — Zur Zeit des K. Maximilian l. (1.493 — 1519) erlosch 
nach Obigem das Geschlecht. 

Hüna. (Coburg. Chronik, f. S. 111. — //übner , Hist. eolit. VIII. S. 7«>4. — iiauhe , U. 
S. I»i78 II. 7'.*. - At^mann, Kirchl>ergHclic Historie. 

Melin. Altes Adelsgeschlecht im vormaligen österreichischen Bra- 
bant, ganz verschieden von dem alten pommernschen Geschlechte v. 
Meilin. Das Stanimschloss Melin unweit Nivelle gelangte zeitig an an- 
dere Familien und in der Mitte des 17. Jahrb. an die de Soto-Major, 
welche dasselbe als Marquisat besassen. — Tilemann v. Melin war 1445 
Abt zu St. Lamljcrtsthal in Lüttich und Johann Wilhelm v. Melin noch 
1659 Drossart der Grafschaft Lootz und churcöln. Kammerherr. . 

l/er«rt. ae t..ut. It-s tTr. du Brah. S. 4.s. — Hutkfns Treph. de Br«b. I. 8. ."(Ol. - /jouA«. 

IF. S. 7lt». 

Melle, Meilen. Ein früher zu dem Adel in Lübeck zählendes Ge- 
schlecht, aus welchem zu Anfange des 18. Jahrb. Jacob v. Meilen Pastor 
zu St. Marien in Lübeck war. — 

Jac. d- Meilen, Notitia Majonim , Lifjs. 1707 (gülit nucli von andern lubeckschon Adda- 
Familien Nnchriclitt-n. — r. /fellb/ich. II. S. IIH. 

Mcllenthin, Mellentin. Altes, pommersches Adelsgeschlecht aus 
dem gleichnamigen Stammhause im Kr. Usedom-Wollin, dessen Namen 
auch in der Neumark ein Sitz führt, welcher der Familie schon 1337 
zustand. Dasselbe erwarb im Laufe der Zeit in mehreren Theilen von 
Pommern , so wie in neuer Zeit auch in der Neumark und zwar im Kr. 
Soldiu und in Schlesien ansehnliche Besitzungen. — Jochim v. Mellen- 
thin war 1461 herzogl. pommerischer Canzler und in den ersten Jahr- 
zehnten des 18. Jahrb. hatte ein v. Mellenthin, k. schwed. Rittmeister 
und Land-Commissar, das Gut Zansebur, einen alten Besitz der Familie 
unweit Franzburg, inne, während den Kindern seines Bruders als eben- 
falls alter Besitz Duvendick in demselben Kreise zustand. Zu den von 
dem Geschlechte schon im Anfange des 16. Jahrb. besessenen Gütern ge- 
hörten unter Anderen Loist im Kr. Pyritz u. Woitersdorf im Kr. Saat^ig. 



— 223 — 

Einen Theil des Dorfes Loist, auf welchen 1737 der Gen eralfeldm ar- 
schall V. Grumbkow die Anwartschaft und gesammte Hand erhalten 
hatte, kaufte Letzterer nocli in demselben Jahre von Joachim Sigisnmnd 
V. Mellenthin und Woltersdnrf gehörte noch in der letzten Hälfte des 
18. Jahrh. dem Landrathe Caspar Heinrich v. M. , welcher dieses Gut 
seinem Sohne , dem" k. preuss. Uauptraanne Caspar Heinrich P>iedri< h 
V. M., überliess. In Schlesien erwarb naqji Anfange des 19. Jahrb. do.v 
k. preuss. Major v. M. das Gut Gassendorf unweit liiegnitz u. von sei- 
nen Nachkommen traten Einige in die k. preuss. Armee, in welcher bis 
auf die neuere Zeit mehrere Sprossen des Geschlechts standen u. auch 
zu StAbsofficieren stiegen. Nach Rauer waren im Kgr. Preussen 1857 
folgende Glieder der Familie begütert: Regierungsrath a. D. v. M. und 
Oberst a. D. v. M. auf Antheil Langenhagen und Klein-Lienchen im Kr. 
Saatzig; v. M. auf Ger8<lorf, Gross - Spiegel , Schloss Falkenburg und 
Springe im Kr. Dramburg und Friederike verw. Majorin v. M., geb. v. 
Wenzky auf Gassendorf im Kr. Liegnitz u. Nieder-Lobendau im Kreise 
Goldberg-Hainau. 

Micrael, Lib. VF. S. 604. — Oaith^, I. S. 1.14.'). — N. Pr. A.-L. III. S. :{89. - Freiherr 
V. Lefifbut,\l. S. Mu. 94 ii. III S :i()^ und 309. — Si^bina'^.her . V. 166. — v. hfeiiinrj , 11. 
«. S6.^ u. 66. — Poramor. W.-B. II. Tnl» 29. — Knfichk*', III. S. .11»- .n:». 

Mellerio, Grafen. Erbl. - österr. Grafenstand. Diplom von 1817 
fftr Jacob v. MeUerio,Vice-Präsidenten des Mailänder-Guberniums, k. k. 
Geh.-Rath etc. 

M*-gfrU V. Mühl/eM, Krg.-Bd. S. 2'-?. 

^ Mellerski. Ein zu dem Adel in Westpreussen gehörendes Ge- 

schlecht , welches das Gut Kaltfliess im Kr. Schlochau an sich brachte 
und aus welchem mehrere Sprossen in diesem Jahrhunderte in der k. 
preuss. Armee stanilen. 

N. Pr. A.-L Iir.S. 3.S9. - Freih. ». Ledehur, II. .S. 94. 

^ Mellet. Waatländisches Adelsgeschlecht, welches das Bürgerrocht 

zu Vevay und zu Latour de Peilz im Canton Waadt besitzt. — Aynion 
v. Mellet, Bürger zu laTourde Peilz, tritt urkundlich als Zeuge bei einer 
Eidesleistung in der Stadt Vevay auf und Judith v. M. — Tochter Jo- 
hanns V. M. und der Edlen Johanna Loys — war in der Mitte des 
17. Jahrh. Gemahlin des Edlen Franz Crousaz-Chexbres, Schloss- und 
Amtshauptmanns zu Glerolles. — Noch in neuer Zeit, 1836, stand ein 
V. Mallet als Lieutenant im Neufchateler Schützenbataillon. 

N. Pr A.-L. UI. S.8>9 u. yO. - F,eU,. v. Leiifh»t\ 11.8. 94. 

Mellier. Adelsstand des Königr. Preussen. Diplom vom 3'). Nov. 
1786 für Johann Jacob Mellier, Oberstlieutenant dev k. franz. Schwei- 
zergarde zu Paris. 

9. HeUbach, II. 8. U3 u. 114. - N. Pr. A.-L. III. 8. 8 u. 390. — Freih. r. L*ulrh„i , II. 
8. 94. 

Mellin , früher Mallin , auch Grafen (Stammwappen : in Gold ein 
von Blau und Silber schräggeschachter Sparren). Schwedisrhor Froi- 
herrn- u. Reichsgrafenstand, im Kgr. Schweden anerkannt. Frcihorrn- 
diplom vom 18. (28.) Apr. 1691, so wie Grafendiplom vom 6. Auki^^»^ 
1696 für Jürgen Freih. v. Mellin , k. schwed. General-Feld-Marschall, 



— 224 — 

Reicksrath, General-Statthalter von Pommern, Bremen, Verden u. "Wis- 
mar etc. und für die Brüder desselben mit ihren Sühnen und Anerken- 
nungsdiplom des Reichsgrafenstandes vom 22. Aug. 1696. — Altes, 
ursprünglich italienisches Adelsgeschlecht, welches Mellini, Mellin, Mal- 
iin und Mallini geschrieben wurde. Der Ursprung desselben verliert 
sich in eine frühe Zeit: Johannes Meilini leistete bereits 1013 dem 
Papste Benedict VIII. wichtige Dienste. Der jüngere Sohn desselben, 
Julius M., vermählt mit Clara (jollalto, Hess sich 1098 in Deutschland 
nieder , der älteer aber , Marcus , blieb in der Ueimath und wurde der 
Stammvater einer Nachkommenschaft, die zu hohen Ansehen kam a. zu 
welcher noch der 1762 gestorbene Cardinal Mellini gehörte. Von der 
deutschen Linie der Mellini tritt Uelmond Mellin 1372 urkundlich in 
Pommern auf und einige fünfzig Jahre nachher erscheint die Familie 
auch schon in Lietiand. Als gemeinschaftlicher Stammvater aller Glie- 
der der Familie in Pommern, Lief-EsUi-Finnland u. Schweden wird Doa- 
bislaus Mellin, Herzogs Erich von Stettin Geh.-Rath, welcher um 1475 
lebte und die Güter Triglaf, Vanerow, Snatow, Gardes u. Plastkow als 
alte Lehne seiner Vorfahren besass, genannt. Derselbe, verm. mit Anna 
V. Loppemow, liiuterliess drei Söhne, Reimar, Hans und Paul. Reimar 
ging nach Polen, über seine etwaigen Nachkommen aber fehlen alle Nach- 
richten, von Hans stammt die schwedische Linie und von Paul die pom- 
mersche Linie, die im Besitze der alten Lehne der Familie blieb. Aus 
der schwedischen Linie standen schon der Sohn u. der Enkel des Hans 
V. M. : Christoph 1. u. Christoph IL, in de^t k. schwed. Armee u. wurden 
mit Urpula u. Kaesala in Finnland belehnt. Berend v. M., gest. 1690, 
— Sohn Christophs IL v. M. — k. schwed, Oberst, zeichnete sich bei 
der Belagerung von Riga und später als Landes-Höfding über Kerholms 
Lehen sehr aus, löste die pommeruschen Güter wieder ein und wurde in 
Schweden 12. Aug. 1688 naturalisirt. Aus seiner Ehe mit Margaretha 
V. Payküll entsprossten vier Söhne : Jürgen, Hermann, Gustav und Be- 
rend , von welchen Hermann und Gustav ohne Nachkommen starben. 
Berends Söhne , auf welche die Güter der schwedischen Melline fielen, 
sind die Ahnherren der noch in Schweden blühenden Freiherren v. Mel- 
lin, Jürgen aber, erst FreiheiT und dann Graf, s. oben, geb. 1633 und 
gest. 1713, machte sein Geschlecht sehr berühmt. Auf seine Veranlas- 
sung u. unter seiner Führung ging die ganze Armee des Königs Carl X. 
von Schweden über den gefrorenen Belt nach Fühnen u. setzte Copen- 
liagen in grosse Gefahr und zur Erinnerung an diesen Uebergang kam 
in das gräfliche Wappen in das 1. u. 6., von Roth und Blau schräglmks 
getheilte Feld ein dui'ch einen schräglinks strömenden , silbernen Fluss 
nach rechts schreitender, doppeltgeschweifter, goldener Löwe. Aus der 
ersten Ehe des Grafen Jürgen mit Anna v.Loewen stammten drei Söhne, 
Berend Johann, Jürgen Dietrich und Carl Dietrich. Die Nachkommen- 
schaft der beiden Letzteren , welche in der k. schwedischen Armee zu 
hohen Würden kamen und durch Vermählung mit Erbtöchtem schwe- 
discher Familien ihr Vermögen sehr vermehrten , ging schon in der 
ersten Generation aus, Berend Johann aber, Landrath in Liefland, wel- 
cher, neben dem Erbe von seinen Brüdern, auch die Güter Toal,Lappier 



— 225 — 

und Carlsberg an sich brachte, setzte den Stamm dnrch drei Sölme fort. 
Ans erster Ehe mit Anna v. Wrangel entsprossten Georg Bernhard nnd 
Carl Johann , ans der zweiten aber mit Cnnigunde v. Stryck stammte 
Peter Alexander. Georg Bernhard, geb. 1704 n. gest. 1785, Herr der 
Damizowschen Gfiter, k. preuss. Generalmajor, war mit Anna Ulrike 
Eleonore Grf. v. MeÜin verm&hlt, aus welcher Ehe ein Sohn, August 
Wilhelm, geb. 1746 a. gest. 1836, k. prenss. Kammerherr, stammte, 
welcher 1795 die damizowschen Gfiter verkaufte u. für dieselben 1800 
die Freiherrschaft Naumburg am Bober im Herzogthnm Sagan erwarb 
und diese Herrschaft, nach dem Tode seines einzigen Sohnes aus der 
Ehe mit Wilhelmine v. Kahlden : Friedrich Wilhelm Emil , seinen zwei 
vermählten Töchtern , den Letzten ihres Stammes in Pommern . hinter- 
Hess. Carl Johann vermählte sich mit Anna v. Staöl und die Nachkom- 
men desselben behaupteten den Erbsitz Toal und gelangten in k. russ. 
Militcdr- u. Civildiensten zu hohen Ehrenstellen. Peter Alexander ver- 
mählte sich mit Juliane v. Stryck und kaufte mehrere Gfiter in Liefland, 
von welchen die Nachkommen , welche mit Auszeichnung in der k. rus- 
sischen Armee dienten , die für frühere Besitzungen erkauftien Gfiter 
Korps und Korcks im Besitz behielten. Nach diesen Gfltem schied sich 
in neuer Zeit die gräfliche Tiinie in das Haus Toal u. in das Haus Korps 
und Korcks. Die absteigende Stammreihe beider Häuser ist folgende: 
Hans Toal: Graf Berend Johann, Stifter des Hauses ToaU — Sohn des 
Grafen Jfirgen, s. oben — geb. 1659 und gest. 1733, k. schwed. Ge- 
neralmsgor, Regimentschef etc. : erste Gemahlin: Anna Regina v. Wran- 
gel; — Gr. Carl Johann, geb. 1707 u. gest. 1775: Anna Gertrude v. 
Stati, geb. 1725 u. gest. 1763; — Gr. Georg Johann, geb. 1746 u. gest. 
1816, Herr zu Toal, Lappier, Carlsberg etc. : Caroline Philippine Freiin 
V. Mengden, Erbin von Lappier, geb. 1757 und verm. 1777; — Graf 
Carl Georg!, geb. 1778, Herr auf liappier und Carlsberg; Graf Georg 
Bernhard , geb. 1781 , Herr auf Exkfill, liefländischer Assessor, verm. 
mit Amalia Elisabeth v. Oettingen, Erbin auf Böcklershof u. GrafEmst 
Ferdinand, geb. 1795, Herr auf Toal, .verm. mit Anna Beata Grf. v. 
Mellin a. d. H. Kersel, geb. 1807, Gebrüder. - Haus Korps u. Kurcks: 
Gr. Berend Johann, s. die Stanimreihe des Hauses Toal: zweite Gemah- 
lin: Cnnigunde Gertrude v. Stryck, verw. Oberstiu v. Buddenbrook; — 
Gr. Peter Alexander, geb. 1715: erste Gemahlin: Juliane v. Stryck. 
verm. 1739 u. gest. 1755; — Gr. Georg Johann , geb. 1740 und gest. 
1810, k. russ. Oberst: Natalie v. Leparska; verm. 1780; — Gr. Jo- 
seph, geb. 1785, k. russ. Capitain a. D., Herr auf Korps und Kurcks in 
Liefland und Besitzer der scherkyschen Gfiter im Gouvememeni Mohi- 
lew, verm. in erster Ehe mit Maria v. Fromendier und in zweiter mit 
Elisabeth v. Hanikow. Der Bruder des Grafen Georg Johann : Gr. Carl 
Gustav, geb. 1779, k. russ. Garde-Rittmeister a. D., Herr auf Kersel u. 
Pachjack, vermählte sich mit Anna Freiin v. Fersen a. d. H. Laupa u. 
ans dieser Ehe entspross: Gr. Carl Hans, geb. 1806. Seit 1857 fehlen 
genaue Nachrichten fiber beide gräfliche Häuser und es ist wohl anzu- 
nehmen , dass die meisten der zuletzt genannten Familienglieder ver- 
storben sind. — - In Bezug auf das sehr zusammengesetzte gräfliche 

JTiMMAltf, Deouich. Adele- L«x. VI. 15 



— 226 — 

Wappen sei hier noch erwähnt, dass dasselbe aus einem sechsfeldrigen 
Schilde mit Mittelschilde u. mit vier Helmen besteht. Der MittelschiU 
ist der Lange nach getheilt : rechts das oben beschriebene mellinsche 
Stammwappen und links : in Blau ein schrägrechter, silberner, mit drei 
rothen Rosen belegter Balken : ausgestorbene , rflgensche Familie dar 
Freiherren v. Rothermund. Es hatte sich nämlich Graf Jttrgen mit ia 
Erbtochter des letzten Frcih. v. Rothermund vermählt und dadurch .die 
bedeutenden Rothermundschen Güter auf Rügen au sein Haas gebracht 

— Ueber die adeligen Linien der Familie finden sich nur vereinselte 
Nachweise vor. Garz und Plastichow im Er. Cammin , alte mellinsche 
Lehne, trat Joachim Dubislav v.Mellin noch beiLebzeiten 1740 seinem 
zweiten Sohne, dem Hofgcrichtsrathe Wilhelm Heinrich v. M., ab, nach 
dessen Tode dieselben seiner Schwester , dem Fräulein Anna Dorothea 
Luise v. M. , zufielen. Später kamen die Besitzungen in die Hand des 
Joachim Wilhelm v. M. — Das Gut Trieglaff im Kr. Greiffenberg h^ 
sass in der ersten Hälfte des 18. Jahrb. Georg v. M. Der Sohn dessel- 
ben, Henning Christian v. M., k. preuss. Oberst u. seit 1760 Chef eines 
Garnison - Regiments , venu, mit Henriette v. Eauderbach, aas welcher 
Ehe ein Sohn entspross. starb 1769 zu Heiligenbeil. — In neuer Zdt, 
1857, war nur ein v. Mellin Herr auf Orlowo im Kr. Kuhn. 

Mieräl, 8. 50«. — Oaukf, 1. 8. 1345 u. 46. — Allgeu. geneal.- u. Staatshandb. 1S24. I . 
S. 681-85 — N. Pr. A.-L. III. 8. 390-92. — Deatnche Orafenh. d. Qegeuw. Tl. H. 96--t». 

— F^eih. 9. Lede^ur, U. s. M und III. 8. 309. - Oeneal. Taschenb. d. gr&il. H&aaer, 1884. 

8. 538 : unter Berufung auf 1857. 8. 495 u. histor. Handb. su Demselben, 8. 547. — AI«»-. 
macher , V. 16o. — o. Unding, II. 8. 366. — Tyrof, fl 87 : Gr. ▼. M. — Pomm . W.-B. I. 
Tab. 56 : v. II. u. 57 : Or. ▼. 11. 

Mellin (in Schwarz ein, mit drei schwarzen Salzpfannen belegter, 
goldener Querbalken, unter welchem ein goldener Stern schwebt). Altes, 
P>bsälzer-Qeschlecht in Werl, dessen Adel 15. Apr. 1708 vom K. Leo- 
pold I. anerkannt wurde. Die Familie war noch 1737 zu U£feln unweit 
Soest angesessen. 

Freih. 9. Ladebur, U. 8. 94. - Suppl. su Sicbon. W.-B. IV. 1. ▼. M. zu Ufelea. 

Mellish. Altes, aus England stammendes Adelsgeschlecht, aus wel- 
chem Joseph Carl Mellish, Esq. in Weimar lebte und 1798 zum k. pr, 
Kammerherm ernannt wurde. Ein Sohn desselben, Carl R. Mellish, 
Esq., in England, wurde 1839 von dem grossh. sachs. weimar. Hofede- 
corirt. Nach einem Allianzsiegel vermählte sich derselbe mit dner 
Freiin v. Stein zu Nord- und Ostheim. 

Uaodfchriftl. Notis. — N. Preuss. A.-L. III. 8. 892. — P^gih. 9. Ledtbiw, O. 8. 94. 

Mels, Mela und Albana, Grafen. Reichsgrafenstand. Diplom vom 

9. Juli 1707 mit Bestätigung der Wappen Walsee und Mels. Altes, in 
der Grafschaft Görz im Friaulschen angesessenes Herren -Geschlecht, 
welches durch Diplom vom 22. Juli 1626 den Reichsfireihermstand er- 
halten hatte. Dasselbe , eines Stammes mit den Grafen und Forsten v. 
Colloredo, s. Bd. H. S. 310—13, wurde um 1210 gegründet von Hein- 
rich Mels und Albana , einem Sohne Düring's H. von Yenzone , Mels, 
Sattinberg und Monteforte. — Die absteigende Stammreihe der jetzt 
bekannten Sprossen der Familie, welche sich Grafen v.Mels und Albana 
nennen und schreiben, ist folgende : Georg, Herr v. Mels: Barbara Grf, 
V. Strassoldo ; — Jacob Graf v. Mels und Albana ; Beatrix Grf. v. Stras- 



— 227 — 

soldo; — Graf Regioald: Catbarina Orf. v. lAmberg; — Graf Ja- 
cob (II.): FraiuBisca Grf. v, Lantbieri; — Graf Ferdinand, geb. 1772 
und gest 1838: Laura Grf. v. GoJloredo aus der Linie der Marcbeai di 
Santa Sophia nnd Recanati in Frianl, geb. 1780 und verm. 1806; — 
Jacob (ni.) Graf v. Mels und Albana, geb. 1807 — jetziges Haupt'der 
Familie, k. k. Hauptmann in d. A. u. Podesta in Görz, verm. 1847 mit 
Eiisabetb Edlen v. Mayer, geb. 1827 , aus welcher Ehe drei Söhne 
stammen, die Grafen : Ferdinand, Ueliobordus und Joseph. Die beiden 
Brflder des Grafen Jacob (III.) sind, neben zwei Schwestern. Franzisca, 
verm. Grf. v. Mangili und Antonia verw. Nobile Zamagna, Graf Glizzojo, 
geb. 1819, k. k. Oberlieut. in d. A. , verm. 1848 mit Eleonore v. Phi- 
lippsbom, aus welcher Ehe zwei Töchter, Livia u. I^aura, stammen und 
Graf Nicolaus, geb. 1827, verm. mit einer v. Picioui. — lieber die an- 
dere liüiie der Familie, welche sich Gr. v. Mels-CoUoredo , oder CoUo- 
redo Mels , Marchesi di Santa Sophia und Recanati in Friaul , schreibt, 
fehlen seit 1856 alle nähere Nachrichten. Das Geschichtliche dieser 
Linie findet sich in den unten angegebenen Schriften. 

I>««Uehe GraÜBoblus, d«r Gegenw. II. 8. 99—101. — Qeneal. Tasrhviili. d. grüR. Häuser, 
tue 8. 470, 1864. 8. 538 und biitoriaohes Handb. su Demselben , 8. A78. — W.-n. d. önterr. 
Moiurehie, XVH. 9. 

Melschede. Altes, wistphälisches Adelsgeschlecht, welches bereits 
1341 auf dem gleichnamigen Stammsitze unweit Arnsberg vorkommt. 
Dasselbe erwarb später die Güter Garbeck und Balve bei Iserlohn, 
Brenschede bei Bochum, Märten unweit Dortmund etc. und ist mit 
Johann David v. Melschede, Herrn auf Brenschede, 1789 ausge- 
storben. 

Freiherr 9. Ledebur , II. 8. U4. — r. Steinen. Tnb. W. Nr. '.♦. 

Meltzer, Meiser, genannt Eschlaner oder E»chenloher (in Gold 
eine schwarze Tartarenmtttze mit rothem IJeberschlage). Böhmischer 
Adelsstand. Diplom vom 13. Apr. 1534 für Franziscus, ürban, Alexius 
(Secretair des Herzogs zu Münsterberg und Oels) und Martin die Melt- 
zer, alle Gebrüder, mit der Bewilligung, ,.sicli von nun des Namens u. 
des Wappens der abgestorbenen Familie Eschlauer — von welcher sie 
abstammten — annehmen u. sich fttrder schreiben zu dürfen : v. Melt- 
zer, genannt Eschlauer." — Die Eschlauer oder Eschenloher gehörten 
zu einer alten Patrizier -Familie zu Nürnberg und kamen mit Peter 
Eschenloher im 15. Jahrh. nach Schlesien. Derselbe war Stadtschrei- 
ber des Raths zu Breslau und hat sich durch seine „Annalen von Bres- 
lau" um die Geschichte dieser Stadt sehr verdient gemacht. 

Doret, Allg. W.-B. II. 8. 79 u. 80 u. Tab. 199. - Freih. p. Ledebiir, 11. S. 94. - Sieb- 
wuieher, II. 15&. 

Meltzer, Mebser v. Friedeberg, Ritter u. Freiherren, s. Frie- 
deberg, Ritter u. Freiherren, Bd. HI. S. 354. 

Melverode. Altes , früher zu dem adeligen Patriciate der Stadt 
Braunschweig zählendes Geschlecht. Dasselbe stammte vielleicht von 
den Herren der in Braunschweig gelegenen Herrschaft dieses Namens 
ab, welche Nachkommen ^ies K. Otto d. G. waren. 

9. SeMaeh, U. 8. 114: nach Boppenrod, Stammb. 

15* 



— 228 — 
Mellwill. Altes, längst erloschenes, IdneburgischesAdelsgeschledit. 

V. Hetlbach. U. 8. 111: näch^ Lüderteiu Sammlungen. 

Meltzing, Melzing. Altes, lünebargisches Adelsgeschlecht, welches 
schon 1200 im gleichnamigen Stammhanse, unweit des Stifts Ebstoifi 
blflhte und welches urkundlich 1300 und 1324 auftritt. Rudolph t. M. 
auf Emmendorf kommt 1600 als Domherr und Senior zu Magdeburg 
vor und von dem Sohne desselben, Lorenz Heinrich v. M. auf Emnen- 
dorf, Lützow etc. stammten zwei Söhne. Georg Ernst, h. Landratliftiif 
Emmendorf und Rudolph Johann auf Lfltzow, welche den Stamm fort- 
pflanzten. Die Fainilie blühte fort und gehört im Kgr. Hannover dardi 
Besitz des Gutes IJmmendorf im Lüneburgischen zu dem rittersebaft- 
lichen Adel (Ur lüneburgischen Landschaft, auch war das Geschlecht 
vorübergehord in der Altmark begütert. 

Ff^/ßng^' 1. S. »96—403. — Gauh^f , I. A. 184« a. 47. — Zedier, XX. S. 574. — F^rwtk, 
V. d. KnfH^-.'-/.,n, 207. -Freih. v. Ledebur , 11. 8. 94 u. 95. - SUbmacker^ 1.181: v. Mili- 
kiiig, Braiiti.rl.vreiKisch. — v. Meding, I. 8. 88^ a. 89. — Suppl. tu .Slebm. W.*B. II. fft. «> 
W.-B. d. K r. Hannover. C. 47 und S. 10. — Knesckk« , III. 6. 315 u. 16. — t. Itf/ner, harn- 

uov. Adel, lab 22. 

Molzl, Edle. Kui*pfälzischer Adelsstand. Edelndiplom vom 26.0et 
1795 für Maximilian Martin Melzl, Oontroleur der Schuldenwerkscasse. 
Derselbe, geb. 1768, wurde als k. bayer. Rath und Geh. Secretair des 
Ministeriums der Finanzen nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. 
Bayern in dieselbe eingetragen. 

». Lang, 8. 445. — W.-B. d. Kgr. Bayern, VII. 17. 

Memmelsdorf. Altes, fränkisches, dem Reichs-Ritter-Canton Ban- 
nach einverleibt gewesenes Adelsgeschlecht. 

Biedermann, Clinton Baunacli, Tab. 240. 

Memmerty. Ein ursprünglich ungarisches Adelsgeschlecht welches 
um 1617 in Folge der Religionsstreitigkeiten nach Deutschland kam u. 
aus welchem später mehrere Sprossen in der k. preuss. Armee standen. 
— Helmuth y. Memmerty, gest. 1851 als k. preuss. Hauptmaim a. D. 
im 74. Lebensjahre, erwarb in Pommern 1818 im Kr. Bütow das Out 
Damerkow. Von den beiden Söhnen desselben trat der ältere, Hans v. M., 
als Hauptmann aus dem activen Dienste und der zweite Sohn , Albert 
V. M., wurde Hauptmann im 4. Infanterie-Regimente. Nach Bauer war 
Ersterer 1857 Herr auf Klein-Klonia im Kr, Conitz. 

Freih. 9. Ledebur. II. S. 95. - Pomm. W.-B. If. Tab. 2 a. 8. 6. - KmeiChke.l. 8. 29ft. 

Mende y. Mensfeld. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom Ton 
1822 für Johann Mende, k. k Major, mit dem Prädicate: v. Mensfdd. 

Afegerl« v. Mühl/etd, Krg.-Bd. 8. 377. 

Mendel, Mendl v. Steinfels , Ritter und Edle. Reiehsritterstand. 
Diplom im kurpfölzischen Reichsvicariate vom 8. Juli 1792 fdr die Ge- 
brüder: Lorenz Ferdinand Maria Mendl v. Steinfels, der Rechte Licen- 
tiaten und geschworenen kaiserl. Notar, Johann Nepomuk Benedict M. 
V. St., freiherrl. Schneid'schen Güter-Administrator zu Carlstein n. Ma- 
ria Nepomuk Carl M. v. St., mit dem Prädicate: Edle. Dieselben ge- 
hörten zu einem alten bayerischen Adelsgeschlechte und von den Ge- 
nannten wurde Ersterer, geb. 1757, als vormaliger kais. Notar, der. 
Zweite, geb. 1764, als fürsU. thum und taxischer Hofrath u. der Dritte, 



— 229 — 

geb. 1770, als k. bayer. Hoftheater-Cassier, in die Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern eingetragen. 

r. Lamg, Snpplem. 8. IW u. 123. - SUhmacher, I. 96: Die Mendel v. Ktelnfela , Baye- 
risch. - r. Mtding, II. 8. 36r. und «7. — Tprof, I. 11«. - W.-B. d. Kgr. Bayern, VU 19. 

Menden, Menden, genannt v. der Briiggen (Schild von Silber u. 
Blau geschacht). Altes, niederrheinisches Adelsgeschlecht, welches 
schon 1189 zu Menden unweit Siegbarg u. 1487 zu Brüggen bei Berg- 
heim sass. Dasselbe ist 1674 mit dem Johanniter-Ordens-Comthur Jo- 
hann Bernhard v. Menden, genannt v. d. BrOggen, erloschen. 

Fakme, II. 8. 99. - Fr^ik. e. L*!d*tbur, II.. 8. 95. 

Mender, Edle. Reichsadelsstand. Edelndiplom im kurpfälzischen 
Reichsvicariate vom 4. Juli 1792 für Joseph Mender, kurpfaiz. Hof- 
kammerrath und Director der leonischen Drahtfabrik zu Allersberg 
(welche 1792 täglich tausend Menschen beschäftigte), mit dem Prädi- 
cate: Edler v. Derselbe, geb. 1748, wurde als k. bayerischer Hofkam- 
merrath etc. in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen. 

9. Lang, 8. 445. - W.-B. d. Kgr. Bayern, VII. 19. 

Meng V. Rcnnfeld, Freiherren. Böhmischer Freihermstand. Di- 
plom von 1748 fdr Franz Joseph Meng v. Rennfeld, k. k. Obersten. 

MfgtrU 9. Mükl/tld, Erg.- Bd. 8. 7S. 

Mengden, Mengeden, Mengede, Menghede, Freiherren n. Grafen 

( Stamm Wappen : in Silber zwei schwarze Querbalken). Schwedischer 
Freiherm- und Reichsgrafenstand. Freiherrndiplom vom 12. Juli 1753 
für Otto V. Mengden , k. russ. Obersten und Herrn auf Idsel , Lappier, 
Sinolen und Küssen, mit dem Pradicate : Freiherr v. Altenwoga u. Gra- 
fendiplome vom 22. Juni 1774 für Ernst Reinhold Frcih. v. Mengden, 
Herrn auf Zarnickow , k. russ. Eammerh. und w.^Staatsrath und vom 
27. Juli 1779 für Ernst Burckardt Freih. v. M., Herrn auf Kaugers- 
hoff und Mojahn, k. russ. Geh.-Rath und liefländ. Civil-Gouverneur. — 
Altes, nrsprflnglich westphälisches Adelsgeschlecht, welches bereits 1247 
das adelige Freigericht Megede oder Mengden unweit Dortmund in der 
Grafischaft Mark besass. Gisebert u. Hermann M. unterschrieben 1419 
und 1426 die Verträge der Ritterschaft der Grafischaft Mark; Ernst v. 
M. war 1449 Comthur zu Reval u. Johann v. M., genannt Osthof, 1450 
Heermeister des deutschen Ordens in Liefland. Letzterer brachte den 
Frieden mit dem Erzbischofe Sylvester zu Riga zu Stande u. der Hoch- 
meister Ludwig V. Erlinghausen ertheilte dem Orden und ihm als Lohn 
ftlr bewiesene Treue und Umsicht die oberherrliche Gewalt über ganz 
Esthland. Johanns Vetter, Engelbrecht v. M. , begab sich 1475 nach 
Liefland, gründete hier , neben der westphälischen Linie, welche sich 
meist Megede schrieb , die liefländische , die sich gewöhnlich Mengden 
nannte, kaufte 1490 das Gut Altenwoga und wurde der Ahnherr des 
Freiherrn Otto, s. oben. Von seinen Urenkeln brachten zwei, Ernst 
Reinhold und Ernst Burchardt, wie oben angegeben, den Grafenstand 
in die Familie. Von dem Grafen Ernst Reinhold, geb. 1725 und gest. 
1798, entspross aus der Ehe mit Auguste Julie Grf. v. Manteuffel-Falk- 
boif : Graf Gotthard Johann, k. poln. Generalmajor u. Generaladjutant, 
welcher 28. October 1786, ohne Nachkommen zu hinterlassen, starb. 



— 230 — 

Von dorn Grafen Ernst Burchardt, geb. 1738 und gest. 1798 — dem 
So)mo dos Grafen Joseph Heinrich, Pnisidenten des liefländiachen Hof- 
gt^ichts und Schwiegersohnes des in der russischen Geschichte so be- 
kannten Grafen v. Münnich — stammten aus der Ehe mit Elisabeth 
Tonstantia Sophia Grf. zu Sohns-Tecklenburg zwei Söhne, die Grafen : 
GtH^rg Heinrich Ludwig und Carl Ernst Wilhelm Otto. Graf Georg 
Heinrich Ludwig, geb. 1768 und gest. 1812, k. russ. Garde-Rittmeister 
a, D. u. Herr auf Kaugersdorff, hatte sich mit Elisabeth Dorothea t. 
Gorsdorff a. d. H. Assuma, geb. 1775 u. gest. 1829, vermählt und hin- 
terliess zwei Söhne: den Grafen Alexander, geb. 1802, Herrn auf Kau- 
gersdorff in Liefland und Herrn der Burg Kloi)p bei Bingen am Rhein, 
k. russ. Garde-Lieutenant a. D., vorm. mit Nadeschda v. Platannow n. 
den Grafen Friedrich Moritz, geb. 1804, Schlossherrn zu Mojahn in 
liiofland, k. mss. Garde -Rittm. a. D., verm. mit Zenelde v. Butrinow, 
aus welclier Ehe ein Sohn , Graf Georg, geb. 1836 entspross. — Vom 
Grafen Carl Ernst Wilhelm Otto, s. oben, gest. 1813, k. russ. G^arde- 
lieutenant, stammte aus der Ehe mit Henriette v. Meck a. d. H. Pemi- 
gell, geb. 1777 und gest. 1802, ein Sohn, Graf Friedrich Georg Burch- 
ardt, gest. 1847. Herr auf Teilitz und UnniküU, k. russisch. Artillerie- 
Hauptmann a. D., welcher aus der Ehe mit Anna Maria Constantia v. 
Gorsdorif , geb. 1798, drei Söhne hinterliess, die Grafen: Moritz, geb. 
1820, k. russ. Garde - Officier , Oscar und Alexander. — Von dem im 
FreiheiTustande verbliebenen Linien des Geschlechts bltlhten mehrere, 
namentlich in Liefland , fort. Zu dem einen derselben gehört« Carl 
Freih. v. Mengden. welcher 1796 als k. preuss. Genoralmsgor u. Chef 
eines Kuirassier-Regiments starb u. aus der curländischen Linie wurde 
ein Freiherr v. M. 1793 k. preuss. Kammerherr. — Die westphälische 
liinie soll, nach Hupel, in der letzten Häffte des 18. Jahrh. mit Sieg- 
mund V. Mengden, Kammerpräsidenten in Corvey, erloschen sein, doch 
trat aus dieser Linie, wie das N. preuss. Adels-Lex. annimmt, noch 1816 
ein Freih. v. Mengden als kön. preuss. Hauptmann aus dem activen 
Dienste. — Das in OesteiTeich 1723 in den Freihermstand erhobene 
Geschlecht Mengen v. Horde ist von der Familie Mengden, wenn es 
auch oft bei derselben erwähnt wird, ganz verschieden. 

Uauhe, II. 8. 711—16. — Leben und Tbatoa des Grafen v. MfinDioh, Aaiig. 1. 174S, 

8. 115: giobt eine Stammtafel der Familie e. Mengden. — Zedier, XX. 8. 688. — Freiherr 

9. Krohne, U. 8. 342. - N. Pr. A.-L. III. 8. 394. — Deutache Orafieiih. d. Qegftaw. H. 
8. 101—103. — Fr^ih.9. Ledebur, li. 8. 9h. — Oeneal. Taschenb. d. grifl. Hlas«r,18S4. 8. 
53^ ; anter Bernfang auf 1457. M. 496 u. hiator. Handbuch au Demselben, 8. 580. —9.8t€in9n, 
Tab. 63. - Tyroß, II. 174 : v. M. - Rchwed. W.-R. Tab. 92: Frh. v. M. — Sekab^ri, Kv- 
ISnd. W.-B.: Gr. v. M. 

Mengen v. Horde, Freiherren. Reichs- und erbl. - österr. Frei- 
herrnstand. Diplom von 1723 für Carl Mengen v. Horde, k. k. Ober- 
sten und Commandanten des CuirassierjRegiments Adam Comte deGon- 
drecourt, wegen alt adeligen und ritterliehen Herkommens und langjäh- 
rig(T Dienstleistung. Der Stamm wurde fortgesetzt und aus demselben 
gelangten die Brüder : Carl , Wilhelm und Adolph Freiherren v. Men- 
gon zu höheren Stellen in der k. k. Armee. Freih. Carl starb 1737 als 
k. k. Foldmarschall-Lieutenant. — Ob diese Familie in verwandtschaft- 
licher Vorbindung mit dem im nachstehenden Artikel genannten west- 



— 231 -^ 

phälischen Geschlechte dieses Namens steht u. ob zu derselben Adolph 
V. Mengen, 1857 Major im 3. u. Ferdinand v. Mengen, Major im 4. k. 
k. Cuirassier-Regimente, gehören, muss dahin gestellt bleiben: zu der^ 
Familie v. Mengden ist dieselbe nach Allem nicht zu rechnen. 

Gauht , II. 8. 7tO. - Mtgerlt ». Mühlfeld, «. 70. ~ N. Pr. A.-L. III. 8. SM und V. 
8. 328. — rr«ih. ». Lfd€bur, U. 8. »5. 

Mengen, Menge (Schild von Silber und Blau einmal schrägrechts 
and dreimal schräglinks getbeilt). Altes, westphälisches, früher zu dem 
Adel in der Grafschaft Mark zählendes Geschlecht. Johann Wilhelm y. 
Menge war 1724 vermählt mit Johanna Margaretha Elisabeth v. Kiep- 
ping. — 

FirHh. 0. Ltdebur, II. 8. 9.^ u. HI. 6. 809. - 8uppl. su 8i«bm. W.-B. IV. 3 : y. Menge 
in der Mark 

Mengen (in Blau drei, 2 und 1, goldene Sterne). Adelsstand des 
Kgr. Preussen. Diplom vom 15. Jan. 1771 fttr Otto Carl Anton Men- 
gen, h. braunschweig. Major, wegen rühmlicher Begleitung des in Polen 
verstorbenen Prinzen Wilh. von Braunschweig. Derselbe starb 18. Mai 
1797 als Oberst in Lüneburg. 

M. Pr. A.-L. I. 8. 46. — F^tih. v. d. Xnesebeck, 8. a07 u. 20«. - N. Pr. A.>L. V. S.S)8. 
— Fireik. p. Led^bur, II. 8. 95.'.— W.-B. d. Hreoas. Monarch. III. 99. 

Mengeot , Freiherren. Erbländ.-österr. Freihermstand. Diplom 
von 1768 für Joseph Wenzel Mengeot, k. k. Oberstlieutenant bei der 
Wallachischen Infanterie. 

MegtrU 9. ilüAt/tld, 6. 78. 

Mengering. Altes, braunschweigisches Patriciergeschlecht 'Jo- 
hann Anton V. Mengering starb 5. Febr. 1801 als hinterpommerscher 
Forstmeister zu Gollnow. Die Tochter desselben, Juliane, war mit einem 
k. preuss. M«gor v. Forestier vermählt. 

9. BtUbach. II. S. 116: nach Lfider*ens Saaml. — Frtik. 9. Ledtbur, II. 8. 96. 

Mengersdorff. Altes , stiflsmässiges , fränkisches Adelsgescblecht, 
welches dem reichsfreien Rittercanton Gebürg einverleibt war. — Ernst 
V. Mengersdorf, Bischof zu Bamberg und Domherr zu Würzburg, starb 
21. Octob. 1591. 

9. HatUMn, III. Nuppl. 8. 99-102. — Bted^rmann, Cmitou Qeb&rg. 8. 8S4 a. S5. — 8al- 
99r, 8. 146. Tab. 15. Nr. 13 u. 8. 467, A25 u. »37. ~ Siebmacher, 1. 106: v. Mengeradorf, 
Frinkisch. - 9. Meding. III. 8. 429. 

Mengershansen, Mengenahansen. Altes, braunschweigisch-lüne- 
burgisches Adels- und frankfurter Patriciergeschlecht. — Die Gebrüder 
Hans und Helmbrecht, „gebeten de Mengershusen, Radmanne to Mün- 
den", erhielten vom Herzoge Wilhelm dem Aelteren zu Braunschweig 
und Lüneburg 1. Nov. 1469 einen Dienst- und Wappenbrief, welchen 
später, 20. Jan 1599, Herzog Heinrich Julius zu Braunschweig u. Lü- 
neburg bestätigte. Dieser Dienst- und Wappenbriof spricht, da er schon 
vor der Zeit des K. Maximilian I. ausgestellt ist. wohl hinreichend für 
den alten Adel dos Geschlechts . doch fehlt es auch nicht an anderen 
Beweisen der Rittermässigkeit und des Adels der Familie. Mehrfach 
kommt nämlich in Urkunden des 13. Jahrb. der Name der Familie vor. 
Urkundlich tritt 1250 Regenbendo v. Mengershausen , Ritter, auf und 
1265 erscheinen die drei Gebrüder: Ritter Hartwig, im Gefolge der 



— 232 — 

Grafen v. Eberstein und wahrscheinlich der Stammvater der noch blü- 
henden Herren und Grafen v. Mengerson , Ritter Conrad , Stammvater 
der im Göttingenschensessbaren Familie, als deren Stammsitz der gleicb- 
* namige anderthalb Stunden von Göttingen im Amt-c Münden gelegene 
Ort angenommen wird u. Werner v. Mengershuusen, Canonicus im St. 
Petersstifte zu Nörthen. — Conrad's Nachkommen waren bis in die 
Mitte des 14. Jahrhunderts Burgmänner auf der Burg Friedland, so wie 
Pröpste in den benachbarten Stiften u. Klöstern und hatten ihre Haupt- 
Besitzungen im Göttingenschen. Seit dem 15. Jahrb. kommen dieselben 
als Erbgesessene auf Mielenbausen bei Mttnden und dem Junkerhofe zu 
Lemshausen bei Mengershausen, so wie als Lehnsmänner u. Patronats- 
herren zu Nieder -Jesa bei Göttingen vor und haben diesen, so wie an- 
deren Besitz bis in die Neuzeit erhalten. Von diesen Nachkommen ge- 
langten Mehrere zu grossem Ansehen : Hans v. Mengershausen war um 
1430 — 1440 von den Landständen erwählter Mitregent des Landes 
Göttingen und Christoph v. M. 1540 Beförderer der Reformation and 
Hofrichter bei der Herzogin Elisabeth von Braunschweig zu Münden. 
— Zu Ende des 15. Jahrh. schied sich durch die oben genannten Brü- 
der Hans u. Helmbrecht v. M. die Familie in zwei Linien, welche beide 
fortblühten. Von den Nachkommen des Hans v. M. war Ernst Friedrich 
V. Mengershausen 1837 Herr auf Mielenhansen und hatte zwei Söhne, 
Hermann und Carl. Heinrich Hermann v. M. vermählte sich mit Elisa- 
beth V. Voigt aus Loucnburg, aus welcher Ehe ein Sohn, Hermann Bodo 
Ludwig, entspross, welcher in k. preuss. Staatsdienste trat und damals 
Ober-Landesgerichts- Assessor war. während Carl Heinrich v. M. in ge- 
nannter Zeit als Amts - Assessor in k. hannov. Diensten stand. — Die 
Nachkommen des Helmbrecht v. M. behielten zwar ihren Theil an dem 
Grundbesitze der Familie im Hannoverschen, lebten aber nur zeitweise 
auf ihren Gütern, da dieselben bereits im Anfange des 16. Jahrh. Mit- 
glieder der Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Frankfurt a. M. 
wurden und au dem Patriciate u. der Regierung der freien Reichsstadt 
Frankfurt a. M. Theil nahmen. Unter denselben machte sich besonders 
Georg V. M., um 1580 — 1582 Bürgermeister zu Frankfurt a. M., in 
weiten Kreisen bekannt. Vom Ende des 17. Jahrh. an nahmen Spros- 
sen der Hehnbrechtschen Linie auch Kriegsdienste. Um 1887 lebte 
nur noch Carl Adalbert v. M. — ein Sohn des ehemaligen k. preoss. 
Majors Friedrich v. M. aus der Ehe mit Eleonore Christiane Auguste 
V. Harstall — auf seinem Gute Hönningen unweit Linz am Rheine. 
Derselbe war mit Sophie Antonie Leopoldine v. Wittgenstein a. d. H. 
Steeg im Cleveschen vermählt, aus welcher Ehe mehrere Söhne ent- 
sprossten. — Die Familie zählt im Kgr. Hannover zu dem ritterschaft- 
lichen Adel der Calenberg-Göttingen-Grubenhagenschen Landschaft u, 
zwar durch Besitz der Güter Mielenbausen und Bruchhof im Göttin- 
genschen. 

Mtffer, AntiqaiUt. Pleaiens, H. 850. §. 3. — 8. W. Oett«r, Wappen belästig.. 8t. IV.S. 90 
?;«5*\.^- ?; *^* »"<* "« — J' l^- Kunde. BeitT. »ur Krllut. rechll. Gegenüt. T. Gdttlngen, 
I7W, 8. 4M. - Vaterilnd. Archiv, 1831. I. 8. 146 uod 47. - N. Prenas. A.-L. DI. a 898 u 
?*-." '"''•'i- • ä. KmMbeek, 8. 208 a. 20». - Freih. 9. L^dehur, II. 8. 95. - Sitbmaeh^r, 
I. 211: r. Ifengershaaseo, Frankf. «. M. adel. Patricier. — W.-B. d. Kgr. Hannov. C. 57 amd 
8. 10. - KnuckU, IV. 8. «8*^87. - e. H*fn4r, hannov. Adel, Tab. 23. 



— 288 — 

Men^nreiith. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches zu der 
reichsanmittelbareD Ritterschaft des Cantons Gebürg gehörte. 

Bi0derma$m, Cantou Qebitric. Tab. 33((. 

* Mengensen , Mengersen , Freiherren und Grafen. Grafenstand 

des Kgr. Preussen. Diplom vom 17. Jan. 1816 für Friedrich Wilhelm 
Bmno Freih. v. Mengerssen, k. preuss. Knmmerherm, Herrn auf Rheder 
etc. — Altes, westphälisches Adelsgeschlccht, welches das Erbthflrhüter- 
Amt des FOrstenthums Paderborn erhielt und später in Hannover , im 
Lippeschen n. im Kgr. Preussen ansässig wnrde. Als Stamofibaus wird 
das Dorf Rheder bei Paderborn angenommen, welches urkundlich schon 
im 13. Jahrhunderte in der Hand der Familie war und um dieselbe Zeit 
kam das Geschlecht auch bereits als burggesessen zu Borgholz unweit 
Warburg vor. Eberhard v. M. , tritt schon im 12. Jalurh. bei einem 
Vergleiche, welchen Heinrich der Löwe mit dem Stifte Paderborn schloss, 
als Zeuge auf und Hermin v. M. hatte schon, wie angegeben, im 
13. Jahrh. das Stammhaus Rheder und den Burgsitz Borgholz innc. 
welche Güter auch im Besitze der Famile geblieben sind. Mit dem 
deutschen Orden kamen mehrere Sprossen in die östlichen Länder und 
seitdem bestand eine Linie auch in Liefland. Hermann (I.) v. M. focht 
im 16. Jahrh. in der kaiserlichen Armee gegen die Türken und 153.5 
unter den Verbündeten gegen den Wiedertäufer Johann y. Leyden zu 
Münster. Philipp (T.) v. M. war um dieselbe Zeit Herr auf Hülsedo im 
Osnabrückschen. Von dem Enkel desselben, Philipp IL, Herrn auf Hül- 
sede. stammte im zweiten Gliede Jobst, Herr auf Ilülsede, welcher um 
1650 als gräflich schaumburgischer Ratli und Land-Drost lebte; Her- 
mann (IL) V. M. wurde 1659 in die fruchtbringende (Gesellschaft auf- 
genommen : Joseph Moritz v. M. zeichnete sich als kaiserlicher Genoral 
im 17. Jahrh. in Ungarn u. gegen die Türken aus. Ferdinand Moritz 
V. M. war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. des deutschen Ordens 
Landcomthur der Bailei Westphalen u. Conferenz-Mi nister des Deutsch- 
meisters . des Prinzen Carl Alexander v. Lothringen. Ein Bruder des 
Ferdinand Moritz y. M., Clemens August Freih. v. M.. Domcapitular u. 
Kammer-Präsident zu Paderborn, Dom-Custos zu Hildesheim etc., wel- 
cher im Anfange des 19. Jahrh. noch lebte, stiftete nicht nur ftlr sein 
Geschlecht ein bedeutendes Fideicommiss , sondern machte sich auch 
dnrch reiche Dotation des Seminariums zu Paderborn sehr verdient. — 
Graf Friedrich Wilhelm Bruno , s. oben. geb. 1777 und gest. 1836, 
vermählte sich 1802 mit Therese Freiin v. Bender und Loitha, gest. 
1844, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern: Marie vermählte Grf. zur 
Lippe, geb. 1809, Ferdinandine verm. Frau v. Leonhardi, geb. 1817 
und Victorie verm. Freifrau v. Zehmen, geb. 1818, drei Söhne ent- 
sprossten, die Grafen Joseph, Clemens und Carl. Graf Joseph, geboren 
1804, Herr der Rittergüter Rheder, Himmighausen und Erpentrup, ver- 
mählte sich 1835 mit Charlotte Grf. zu Münster- Ledenburg, Freiin v. 
Grotthaus, geb. 1816, aus welcher Ehe drei Töchter stammen: Grf. 
Agnes, geb. 1837, Ida vermählte Grf. Holnstein aus Bayern, geb. 1838 
nnd Grf. Maria, geb. 1844. — Graf Clemens, geb. 1806 u. gest. 1859, 
Herr auf Zschepplin beiDelitzsch, Prov. Sachsen, so wie auf Tseherbenej 



— 234 — 

mit Bad Gudowa in der Grafschaft Glatz u. auf Branko im Kr. Calau, 
war vermählt mit Rosalie Froiiii v. Wietersheim , aus welcher Ehe ein 
Sohn lebt: Graf Friedrich , geb. 1834, Herr auf Zschepplin , vermählt 
1859 mit Clotilde Grf. v. Mengerssen , gest. 1862. — Graf Carl, geb. 
1820, blieb als k. k. Rittmeister in der Schlacht bei Magenta. — Im 
Kgr. Hannover gehört, die Familie durch Besitz der Gtlter Heipensen, 
Hfllsede und Schmarrie im Calenbergischen zu dem ritterschaftlichen 
Adel der calenbergischen Landschaft u. von den Sprossen der adeligen 
und freiherrlichen Linie standen Mehrere in der k. preuss. u. k. k. Ar- 
mee. Ein V. M. sturb 1810 als k. preuss. Capitain und der jüngere 
Bruder desselben trat 1817 als k. preuss Major aus dem activen Dienste. 
In der k. k. Armee aber dienten in neuester Zeit die Freiherren Her- 
mann, Cnrl und August v. M. 

Gauhft I. 8. 1847, — 9, ttatMeitit I. 8. 877 und 78. — ZecUtr , XX. 8. «91. — PiderH, 
Lippeüche Chronik. H. 334. — N. geneal. Handb. 1778, II. Nachtr. 8. 16 u. 17. — N. ProoM. 
A.-L. III. 8. .^ys n. 99 u. IV. 8. 414 u. 15. - nentsche Qrafenh. d. Gegenw. II. 8. 10.1 und 
104. — yrfih. V. Letiebur, II. 8. 96 u lU. 8. 30«. — Genetl.Taschenh. der graflich. Häuaer, 
1A64. 8. .V3S u. .19 u h{8tor. Handb. zu Demselben, 8. 681. — r. Meding ^ I. 8. 189 und 90. 
— Fuldaischer 8tift4cal^nder. ^Rohtn*, KlemenUr-Werlcehen, II. Tab. 93. —äuppi. in 8iebai. 
W.-B. IV. 18. — Tyroff. I. 152. - W.-B. d. Pr. Monarchie, I. 70. — W.-B. d. Pren.isisehe« 
Rhelnprov. II. Tab. 83. Nr. R6 u. 8. 141. — W.-B. d. Kgr. Hannorer, C. 40 und 8. 10. — 
Schlesiseh. W.-B. Nr. 4^2. — 9. Ilefner ^ hannov. Adel. Tab. 93. 

Menghin , Menghin v. Bronnenthal und Menghin v. Brezborg, 
Ritter und Freiherren. Erbl-Osterr. Adels-, Ritter- und Freiherrn- 
stnnd. Adelsbestütigungsdiplom von 1769 für Johann Michael v. Meng- 
hin, Arzt und Professor zu Insbruck; Ritterdiplome von 1777 für Den- 
selben als Gubernialrath und Protomedicus in Tirol mit dem Prädicate : 
V. Brunnenthal und vom 7. Juli 1838 fftr Joseph v. Menghin, Ehren- 
Doctor der Rechte, k. k. Tribunals - Präsidenten zu Padua, mit dem 
Prädicate: v. Brezbursr und Freiherrndiplom vom 14. Apr. 1857 fÄr 
Letztgenannten als k. k. Tribunals -Präsidenten a. D. — Die Empßln- 
ger dieser Diplome gehörten zu einer aus demDorfeBrez am Nonsberge 
im Gerichtsbezirke Cles in Sttdtirol stammenden Familie , aus welcher 
Alexander Menghing, kaiscrl. Hofcaplan, nebst seinen Brüdern u. Vet- 
tern 12. Juli 1559 einen kaiserlichen Wappenbrief erhalten hatte. 
Freih.f Joseph, — ein Sohn des Dr. jur. Alexander Alois v. Menghin in 
Brez und ein Neffe des obengenannten Johann Michael Ritter v. Meng- 
hin — gest. 1860, hatte sich 1812 mit Anna dal Lago v. Sternfeld, 
geb. 1789, vermählt, aus welcher Ehe zwei Söhne entsprossten , die 
Freiherren : Achilles und Orestes. Achilles Freih. Menghin v Brezburg. 
geb. 1813, Dr. jur. , k. k. Ober -Landesgerichts -Rath zu Venedig, ver- 
mählte sich 1854 mit Marianna Grf. Martini v. Grüngarten und Neu- 
hof zu Riva, geb. 1835, aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Aloys,geb. 
1. Oct. 1835. — Freih. Orestes, geb. 1816, Dr. jur. u. k. k. Landes- 
gerichtsrath zu Venedig, vermählte sich 1847 mit Amalia v. Ceschi zu 
Santa Croce, geb. 1823 , aus welcher Ehe, neben vier Töchtern, ein 
Sohn entspross: Joseph, geb. 1851. 

Magerte r. Mühl/^M^ ErK.-Bd. R. 177 und 377. - Oeneal. Taschenb. der freih. HXiisKr, 
196«. 8. .^J.'^— '27 und !S6,1. 8. 630— .^2. 

Menbart, Edle v. Mohmbnrg. Erbländisch - österr. Adelsand. 
Diplom von 1796 für Csgetan Menbart, Magistratsrath in Wien, mit dem 
Prädicate : Edler v. Mohmburg. 

MtgerU f. Müh{f€ld, 8. 297. 



— 235 - 

Menighofer, Ritter. Erblitnd.-östorr. Rittorstand. Diplom von 
1738 für Franz Joseph Mcnighoftr. 

Mtg^rU r. MüHUltU Krg.-Bd. S 177. 

Meninger v. Lerchenthal. Erbländisch - Österreich. Adelsstand. 
Diplom von 1755 fUr Joseph Meninger, mit dem Prädicate: v. Ler- 
chenthal. 

U^fftrle 9. Mühl/eld, 8. 2-i7. 

Menlishoven, Menlishofen. Altes, früher zu dem schwäbischen 
und schweizerischen Adel zahlendes Geschlecht, aus welchem Melchior 
Hilarins v. Meulishoven um 1628 lebte. 

Sti'bmacfier . III. 118; v, Mciilisliofcii, SchwRliitfch und 18VI : v. liuilishofea. Stliweise- 
riich. - r. M^dinp , III. S. 429 und :{n. 

Mennin^er, Edle. Erblilnd.-österr. Adelsstand. Diplom von 1791 
für Jacob Menninger, AVechsel-Sensal, mit dem Prädicate : Edler v. 

ilf.jfi-l*' V MühlMd. Krt;.-R»l. 8. :J78. « 

Menninger v. Menningen, Freiherren. Erbländ. - österr. Vvv\- 
bcrrnstand. Diplom von 1816 für den k. k. Major v. Menninger, mit 
dem Prädicate ; v. Menningeu. 

M^g^rle v »/üfd/^ttl, Krjj.-Rd. «. 78. 

Menins, Mennius. Reichsadelsstand. Diplom von 1661 für Ju- 
haim Heinrich Menius, Canzler des Herzogs Montz zu Sachsen. Der- 
selbe erwarb 1663 als farstl. sachsen-naumburg. Geh. -Rath u. Canzler 
ein Burglehn zu Wettin im Saalkreise, liess die Burg repariren u. ver- 
mehrte dieselbe mit neuen Gebäuden, welche er die Meniusburg naimte. 
Der Sohn desselben, Hans Justin v. Menius, verkaufte 1689 das Ritter- 
gut an den Kuifürsten Johann Georg Ul. zu Sachsen. 

Freifi. e. /."debur, M. 8. 95 u. 96 und 111. S. S(K». 

Menoth. Adelsstand des Kgr. Württemberg. Diplom vom 1. Jan. 
1806 für Johann Heinrich Menoth, k. württemb. Geh. Cabinets-Direc- 
tor, Geh.-Rath und Director des Censurwesens. Derselbe, seit 1811 k. 
württemb. Staatsrath. starb 1834 mit Hinterlassung eines Sohnes und 
einer Tocliter. Der Sohn, Friedrich v. Menoth, geh, 1804, trat in kön. 
württ. Militairdienste u. die Tochter, Wilhelmine, geb. 1805, vermählte 
sich mit dem k. württemb Oberstallmeister Eduard Freih. v.Reischach 
und starb 1860. 

Gast, Adolsbiich des Kgr. Württemb. 6. 447. — W.-B. d. Kgr. Württemb. , Nr. 230 uud 
8. bb. — KnfMchke, I. 8. 296. 

Menrad y. Vorwaltern, Edle. Reiohsadelsstand. Diplom von 1 698 
für Johann Philipp Menrad , Professor der Medicin zu Ingolstadt, mit 
dem Prädicate: v. Vorwaltern. Derselbe, seit 1704 Leibmedicus des 
Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, setzte den Stamm fort. Von sei- 
nen Naciikommen wurde ein Enkel, Frniiz Xaver Menrad Edler v. Vor- 
waltern, k. bayer. Hofrath , Oeconomie-Rath des Oberst -Kämmerer- 
Stabamts, Aide des Ceremonies und erster Kammerfourier (geb. 1735) 
nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern in dieselbe einge- 
tragen. 

p. Lang. 8. 446. - W.-B. d. Kgr. Bay-m, VlI. 20. 



— 236 — 

Mensdorff-Ponilly, Grafen (in Silber ein blauer, roth bewehrter, 
rechtsgekehrter Löwe und auf der Grafenkrone ein , mit einer Marqni- 
senkrone gekrönter Helm , welcher einen , die Jungen im Neste nähren- 
den Pelican trägt). Französischer- u. erbl.-österr. Grafenstand. Fran- 
zösisches Grafendiplom von 1760 fttr Albert Ludwig^ Ritter, Baron v. 
Ponilly und ChafTour etc. Mar6chal de Camp des Königs etc. mit dem 
Pradicate: Graf v. Roussy (Rousoy) und erbländ.-österr. Grafendiplom 
von 1818 für Emanuel Grafen v. Mensdorff-Pouilly, k. k. Kämm, und 
Generalmajor, und zwar für geleistete gute und treue Dienste u. mit der 
Erlaubniss, den Namen Mensdorff, welchen derselbe angenommen und 
bisher geführt hatte , s. unten , beizubehalten und auf seine Nachkom- 
men zu vererben. — Als Stammvater der Grafen v. Mensdorff-Pouilly 
wird Autbert d'Ardenne, der siebente Sohn Gottfrieds I. u. der Bruder 
Gottfrieds II. u. Gottfrieds in., Herzöge v. Niederlothringen, genannt. 
Derselbe vermählte sich 1007 mit Mathilde — Tochter des Grafen 
Landry v. Nev^rs und der Mathilde v. Burgund — Herrin von Pouilly 
an der Soane, welche die Herrschaft Pouilly ihrem Gemahle als Mitgift 
zubrachte und seit dieser Zeit fuhrt die Familie den Namen: Pouilly u. 
das Wappen der alten Grafen d'Ardenne-Lothringen-Bouillon. — Au- 
bertin IV. v. Pouilly, Ritter, wurde Capitain des Schlosses Stenay und 
blieb 1415 in der Schlacht bei Azincourt. Aus seiner Ehe mit Johanna 
v. Beruart entspross als zweiter Sohn Aubertin V. v. Pouilly, welcher 
sÄch 1490 mit Ermense v. St. Maure vermählte und die Linie der Her- 
ren V. Inor und Martincourt gründete. — Johann v. Pouilly . Ritter, 
Herr auf Icor, Martincourt und Barion, h. lothringischer Kämmerer u. 
anter König Heinrich lY. französischer Hauptmann, vermählte sich mit 
Margaretha v. Strinchamps u. hinterliess als dritten Sohn den Fery oder 
Friedrich v. P., welcher Stammvater der Barone v. Gimery wurde. Der- 
selbe war h. lothringischeroberst und hatte sich 1624 mit Lucie v. 
Maillard, Baronin v. Landres vermählt. Aus dieser Ehe stammte als 
zweiter Sohn Ludwig v. P., herz, lothring. Officier, welcher, 165S mit 
Maria v. Pouilly vermählt, als nächster Stammvater der Barone v. Pou- 
illy, Grafen v. Mensdorff aufgeführt wird. Von den Nachkommen des- 
selben brachte der obengenannte Mar^hal de Camp Albert Ludwig, 
Ritter, Baron v. Pouilly und Chaffour , Graf v. Roussy in Luxemburg, 
Herr v. Poura, Quincy, Petit -Failly, Mantheville etc., geb. 1731 , wie 
angegeben, zuerst den Grafenstand in die Familie , war in erster Ehe 
vermählt mit Maria Antoinette Grf. v. Wassinghac-Imecourt u. in zwei- 
ter mit Maria Antoinette Grf. v. Ctlstine , begleitete die kön. französi- 
schen Prinzen bei der Auswanderung, wurde 1792 als Generallieutenant 
und Botachafter an den k. preuss. Hof gesendet und Hess seinen bei- 
den, bei ihm befindlichen Söhnen aus erster Ehe von dem Dorfe Mens- 
dorff in der Grafschaft Roussy den Namen Mensdorff annehmen , damit 
dieselben , wenn sie ja in die Hände der Republikaner fallen sollten, 
nicht erkannt werden möchten. Der ältere dieser Söhne, Albert, blieb 
1799 in Italien in der Schlacht an der Trebia, der zweite aber, Ema- 
nuel, erhielt , s. oben , den erbländisch-österreich. Grafenstand und ge- 
langte in Oes terreich zu hohem Ansehen. Derselbe, geb. 1777 u. gest. 



— 237 — 

1852, Herr der Herrschaft Preitenstein , k. k. Kämm., Oeh.-Ruth, Ge- 
neral der Cavallerie, Regiments-Inhaber etc., vermflhlte sich 1804 mit 
Herzogin Sophie zu Sachsen-Saalfeld-Coburg (später Sachsen-Cobarg- 
Gotha) geb. 1778 und gest. 1835 und hinterliess drei Söhne, die Gra- 
fen: Alphons, Alexander und Arthur. — Graf Alphons, geboren 1810, 
Herr der Fideicommissherrschaft Preitenstein im Kr. Pilsen mit Wilke- 
schau und Zahradka, so wie der Herrschaft Boskowitz und Obrowitz u. 
der Güter Klein-Hradiska, auch Kiritein^in Mähren, k. k. Kämm, und 
Oberst in d. A. etc., verm. in erster Ehe 1853 mit Therese Grf. v. Die- 
trichstein-Proskau, geb. 1823 und gest. 1856 und in zweiter, 1862, mit 
Marie Grf. v. Lamberg, Freiin auf Ortenegg u. Ottenstein, geb. 1833. 
Aus der ersten Ehe entsprossten zwei Töchter, Grf. Victoria, geb. 1844 
und Grf. Sophie, geb. 1845 u. aus der zweiten stammt Grf. Therese, 
geb. 1863. — Graf Alexander, geb. 1813 , früher k. k. Kämm. , Gene- 
rahnajor u. a. o. Gesandter am k. russ. Hofe , später Geh.-Rath , Feld- 
marschall-Lieut., Statthalter in Galizien und commandirender General 
in Galizien und der Bukowina u. jetzt, seit Nov. 1864, k. k. Staatsmi- 
nuter, Minister desAeussern etc., vermählte sich 1857;mit Alexandrine 
Grf. V. Dietrichstein, geb. 1824, Erbherrin der Herrschaft Nicolsburgin 
Mähren etc., aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Grf. Marie, geb. 1858, 
zwei Söhne stammen: die Grafen Hugo, geb. 1858 und Albert, geb. 
1861. — Graf Arthur, geb. 1817, k. k. Kämm, und Migor in d. A., ist 
Herr der Herrschaft Einöd in Steiermark. 

DeuUche Grafeubäuser der Gegenw. II. 8. 105 oud 6. — G«iie&l. Taschenb. d. grUltehea 
Biaser, 1864. 8. 539 u. 40 u. histor. Haiidb. su deinvelben. 8. 58*^. — AlfrtdÜrtnMr^ Armo- 
rlai de Lonraine, publie d'apres na Maiiaseript du noble Jean Callot. Leipsio. tS63, PI. XII., 
Mr. 10 u. p. 15: Poailly. 

Mensshengen, Freiherren. Erbländisch - österr. Freihermstand. 
Diplom vom 23. Dee. 1806 ftlr Ignaz Maria v. Mensshengen, k. königl. 
Tmchsess , Mundschenk und niederösterreich. k. k. Landrechts - Vice- 
Präsidenten. — Der Stammvater des Geschlechts, Franz Martin Menss- 
hengen , kaiserl. Reichs -Referendar der deutschen Expedition, wurde 
zuerst durch Diplom vom 10. Dec. 1668 in den Reichs- Adelsstand mit 
dem Titel eines Edlen Herrn v. Mensshengen erhoben. Der Sohn des- 
selben aus der Ehe mit Elisabeth Preissmann: Franz Wilhelm Edler 
Herr v. Mensshengen, war kaiserl. Reichs -Hofraths-Secretair, erwarb 
das Gut Thernberg in Nieder- Gestenreich, wurde 1706 Landmann des 
dortigen Ritterstandes und 1714 als Mitglied in das Consortium der 
unmittelbaren Reichs - Ritterschaft am Rhein aufgenommen. Derselbe 
hinterliess aus der Ehe mit Maria Franzisca Clara Freiin v. Gudenus 
einen Sohn , Franz Christoph v. M. , geb. 1692 , niederöstcrr. R^er.- 
Rath und dieser, verm. mit Eleonore Freiin v. Otten, gest. 1768 einen 
Sohn, den Freiherrn Ignaz Maria, s. oben, geb. 1727 und gest. 1810. 
Derselbe war in erster Ehe vermählt mit Josepha Freiin v. Waldstätten 
und aus dieser Ehe entspross Freih. Franz Xaver (I.) geb. 1789 und 
gest. 1804, verm. mit Octavia Freiin v. Sala und Stollberg, geb. 1776. 
Aus dieser Ehe stammt: Freih. Franz Xaver (H.), geb. 1798, k. k.Hof- 
und Ministerial-Rath im Ministerium des Aenssem u. des kais. Hauses, 
Schatzmeistor des Maria-Theresien-Ordens, verm. 1826 mit Thecla Le 



— 288 — 

Roy de Lozembrune , welcher , neben einer Tochter , Caroline renn. 
Freifrau Kossorz-Malowetz v. Malowitz, geb. 1835, drei Söhne hat, die 
Freiherren Franz, Joseph und Ferdinand. Freih. Franz, geb. 1828, k. 
k. Statthalterei-Concipist zu Wien, vermählte sich 1856 mit Ida Freiin 
V. Prandau, geb. 1833, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Laura, 
geb. 1856, ein Sohn lebt, Arthur, geb. 1858. — Freih. Joseph, geb. 
1830, k. k. Kreis - Commissair , vermählte sich 1856 mit Adelheid v. 
Merkl. geb. 1838, aus welcher Fihc, neben einer Tochter. Irene, geb. 
1860, ein Sohn stammt: Hugo, geb. 1862. — Freih. Ferdinand, geb. 
1834, trat in die k. k. Armee und wurde Oberlieut. im 2. Drag.-Regim. 
— Der Bruder des Freih. Franz Xaver (II.) : Freih. Ferdinand , geb. 
1801, k. k. Kämm., a. o. Gesandter u. bevollm. Minister bei der schwei- 
zerischen Eidgenossenschaft,^ vermählte sich 1828 mit Charlotte Freiin 
V. Syberg zu Summern. 

Frei/', v. Krokn^, II. S. 343 q. 44. — JfegerU 9. Müfd/eld, S. 70. — Geu«'«l. Taschenb. 
d. fr«ih. H&us., 1848. 8. 24K. .SO u. 1»64. 8. &SS u. 33. 

Mentzel v. Mentzelsberg, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Di- 
plom von 1702 für Ernst Wilhelm Mentzel, Oberamts-Secretair in Schle- 
sien, mit dem Prädicate: V. Mentzelsberg und von 1711 fttr Leopold 
Mentzel, Landesgerichts - Assessor zu Nimptsch, mit demselben Prä- 
dicate. 

Sinapius, II. 8. 806. - Zei/Ur, XX. S. 856. - i/eyerl« r. Mühlfeld, Erg.-Bd. K. 177.— 
Fireiktrr 9. Ledebur, ü. 8. 9«. 

Mentzingen . Freiherren (in Silber eine schwarze , rechtshin zum 
Fluge geschickte Krähe). Eins der ältesten Adelsgeschlechter im vor- 
maligen Craichgau , der jetzigen badenschen Rheinpfalz und zwar ein 
Ast der noch in mehreren Linien blühenden Goeler v. Ravensburg, wo- 
fOr auch das gemeinsame Wappenbild, die Krähe, von welcher zugleich 
die Craich und der nach derselben genannte Gau den Namen führte, 
spricht. Ravanus Goeler, ein Edelknecht im Craichgau, soll um 930 
vom K. Heinrich I. eine Befreiung seiner Güter erlangt und das nach 
ihm benannte Bergschloss Ravensburg erbaut haben. Der um 965 le- 
bende Sohn desselben, Carl, hatte drei, um 1020 das väterliche Erbe 
theilende Söhne. Heinrich behielt das Stammhaus Ravensburg u. wurde 
der Stammvater der heutigen Freiherren Göler v. Ravensburg, s. Bd. III. 
S. 592 u. 63 ; Hugo bekam Meltzingcn, welches noch jetzt seinen Nach- 
kommen zusteht und Ulrich erhielt Helmstatt und wurde der Ahnherr 
der jetzigen Grafen v. Helmstatt, s. Bd. IV. S. 299 und 300. — Ein 
Nachkomme Hugo's, Ravermo v. Mentzingen, welcher um 1257 bis 
1266 lebte, wird als ältester, eigentlicher Stammherr des ganzen Hau- 
ses angenommen. Von dem Enkel desselben , Albrecht , welcher um 
1337 genannt wird, stammte Eberhard, Ritter, welcher noch zu Anfange 
des 15. Jahrb. mit Elisabeth v. Stein vermählt war. Von dem Enkel des 
Letzteren, Ulrich v.M., verm. mit Christine v. Holdorf, welcher 1457 vor 
Vitsch blind geschossen wurde, geht durch vier Generationen die Stamm- 
reihe bis zum Freih. Bernhard, dessen Vater, Peter, gest. 1565, bei der 
Belagerung Wiens 1529 zum Ritter geschlagen worden war und der in 
zweiter Ehe mit Margaretha v. Rossau vermählt war. Bernliard v. M., 
geb. 1553 u. gest. 1628, in erster Ehe mit Barbara v. Neipperg und 



— 239 — 

in zweiter mit Helena Gatbarina v. Heimstatt vermählt, war Director 
der fireien Reichs -Bitterachaft im Oraichgan and der Sohn desselben, 
Johann Bernhard, gest. 1659 . vermählt in erster Ehe mit Helena Ga- 
tharina v. Geymym nnd in zweiter mit Anna Walbarg v. Bellmdorf, 
war ebenfalls Director des Rittercantons Craichgau. Von Letzterem 
stammte Beiyamin v. M., geb. 1648 und gest. 1723, h. württemb.Geh. 
Ratb und Obersthofmeister , verm. mit Sophia Charlotte v. Klenke zu 
Renkhausen. Von dem Enkel des Letzteren, dem 1797 verstorbenen 
Freiherm Christian Ernst, stammt das jetzige Haupt der Familie: Einst 
Freih. v. n. zu Mentzingen, geb. 1790, grossh. bad. Kammerherr und 
Oberst a. D.. verm. 1814 mit Antonia Freiin v.Leutrum-Ertingen,geb. 
1794, aus welcher Elic, neben drei Töchtern, Freiin -Ottilia, geb. 1815, 
Stiftsdame im adeligen Damenstifte zu Carlsruhe, Freiin Maria, geb. 
1816, Aebtissin im genannten Damcustifbe und Freiin Mathilde, geb. 
1818, verm. 1839 mit Ludwig v. Freystett, grossh. bad. Generalmajor 
und Brigadier, vier Söhne stammen, die Freiherren: Hermann, Con- 
stantin, Ernst u. Wilhelm. Freih. Hermann, geb. 1817, Grundherr zu 
Mentzingen, vermählte sich 1853 mit Maria Freiin v. Andlaw-Birseck, 
geh. 1830, aus welcher Ehe zwei Söhne entsprossten : Peter, geb. 185 4 
und Friedrich, geb. 1856; Freih. Constantin, geb. 1821, k. k. Rittm. 
in d. A.. vermählte sich 1854 mit Marie v. Döry aus Fttnfkirchen; 
Freih. Ernst wurde 1825 geboren und Freih. Wilhelm, geb. 1826, lebt 
in Brasilien und hat aus der Ehe mit Antonia de Santos zwei Söhne : 
Wühelm, geb. 1859 und Alfred, geb. 1861. 

Gr. r. Wurmbramd, Collect, hist. geucal. 8. V76. — HuiuhrachU Thh. 1.18n. Hi». — dauA«, 
I. S. 1347 u. 4S. - w. NatMfin, U. 8. 217-331. — Zedlfr, XX. n. 8r.3. — Bitdfrmamn, 
VoiKtl. RIttersch. Tab. 179. — S<il90r, 8. 830. - Ccut, Adelsb. d. Ünm^h. Baden. Abth. ?. 

— Freik. r. Ledebur, II. 8. 36. - Geneal. Tasehenb. rtvr irelh. Hausi-r. ISA3. 8. 393—95, 
1S55. H. 3Sä n. 84 u. 1S64. S. 533 d. 34. — Siebmaeher, I. I2f> : v. Menliiiigeo, Uheinl&ndiHcli. 

- r. Meding, I. 8. 390 u. 91. 

Menz, Ritter nnd Edle. Erbl. -Osten*, u. Reichsritterstand, ßrbi.- 
österreich. Ritter-Diplom von 1721 für die Gebrüder Johann Peter uud 
Georg Anton Mcnz uud Reichsritterdiplom von 1722 für dieselbi^n, mit 
dem Prädicate: Edle v. — Der Stamm hat fortgeblüht. In neuester Zeit 
stand Joseph Ritter v. Menz als Cadet im k. k. Jäger-Rcgimente. 

Mtgerle p. JJü/il/ehi, Eris.-Pil. S. 179 ii. l-'O. - Milit.-Srlx^matittu. d Snterr. Kunerth. 

Men2. Erbl. - österr, Adelsstiuid. Diplom von 1765 für Joseph 
Menz, Doctor der Mcdicin in Tirol. 

Mtgerlf p. Mühl/eld, Erg.-Bd. 8. 227. 

Menz, Ritter und Edle (Schild von Blau und Gold quer getheilt, 
mit einem schrüglinks gelegten, eisenfarbigen Anker , welcher in der 
Mitte , rechts und links , von je einem , von Schwarz und Gold querge- 
theilten, sechsstrahligcn Sterne beseitet ist). In Kur-Pfabs-Bayern an- 
erkannter und ausgeschriebener Ritter- und Adelsstand. Pfalzgräfliches, 
vom Grafen Truchsess-Zeil ausgefertigtes Ritter- und Adelsdiplom vom 
10. Februar 1782 für Johann Cajetan Andreas Menz, Kastenverweser, 
Gerichts- und Mauthschreiber zu Landau und kurpfalz-bayer. Anerken- 
nungsdiplom vom 4. Jan. 1783 für Denselben. Der Empfänger der Di- 
plome stammte aus Landau, wo sein Vater Stadtschreiber gewesen und 
war erst A4juuct seines Schwagers, des Kammerdirectors v. Pldnk. — 



— 240 — 

Der Stamm blOhte fort und zwei Enkel des Johann Cajetan Andreas ▼. 
Menz, die Gebrüder Carl Theodor Adam v. M. (geb. 1783), k. bayer. 
Landrichter in Thalgau bei Salzburg und Max Joseph v. M. (geb. 1784), 
Oberschreiber bei dem k. bayer. Rentamte zu Stadtamhof, wurden 
nach Anlegung der Adelsmatrikel des Königr. Bayern in dieselbe einge- 
tragen. 

9. Lang. 8. 44K. ~ W.-B d. Kgr. Bayern, VII. 20. 

Mens, Mentz (Schild geviert: 1 in Silber der gekrOnte Kopf und 
Hals eines schwarzen Adlers ; 2 in Blau ein Weinstock auf grünem Bo- 
den ; 3 in Gold eine silberne Lilie an grünem Stiele u. auf grünem Bo- 
den und 4 in Schwarz drei , 2 und 1 , goldene Sterne). Adelsstand des 
Kgr. Preussen. Diplom vom 31. Dec. 1800 für Andreas Friedrich Menz, 
k. preuss. Major in der Artillerie. Derselbe starb 1814 und hat den 
Stamm fortgesetzt. Ein v. Menz war noch 1845 Stadtrichter zu Rathe- 
now und Carl v. Menz lebte 1850, in welchem Jahre seine GtemahHn, 
Bertha geb. Heuser, starb als k. preuss. Premierlieut. a. D. 

HandiKbriftl. Notii. - N. Pr. A.-L. V. 8. 328 aud 2f>. - Freih. t. Ltd^bur, U. 8. W. 
— W.-B. d. Preass. Mouarch. UI. W, 

Menz y. Ravensberg. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1820 
für Caspar Menz, k. k. Hauptmann im Infant. -Regimente Erzherzog Lud- 
wig, mit dem Prädicate: v.Ravensberg. — Der Stamm blühte fort. Cari 
Menz V. Ravensberg war in neuester Zeit k. k. Major. 

MegtrU v. Mühlftld, S. 2S7. — yiliar-Sehematbm. des osterr. KaUertham». 

Mensel y. Mätzberg. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 
1810 für Joseph Menzel, k. k. Oberlieut^nant der Militair-Oeconomie- 
Commission zu Stockerau, mit dem Prädicate : v. Mätzberg. 

M^gtrle t, Mühlfeld, KrK.-Bd. 8. 378. 

Menzinger y. Preysentbel. Reichsadelsstand. Diplom von 1793 
fter Johann Nepomuk Menzingcr , Registrator u. Expeditor der galizi- 
schen Staatsgüter- Administration und für den Bruder desselben, Franz 
Xaver Menzinger, Ingrossisten der niederösterr. Provinzial-Staatsbuch- 
haltung, mit dem Prädicate : v. Preysenthal. 

MtgerU p. Mühlfeld, 8. 227. 

Meran, Grafen. Erbländisch - österr. Grafenstand. Diplom vom 
30. Decemb. 1845 für FranzTreiherm v. Brandhoff, mit dem Namen: 
Graf V. Meran, Freiherr v. Brandhoff. Derselbe, geb. 1839, — ein 
Sohn des 1859 verstorbenen Erzherzogs Johann v. Oesterreich aus 
morganatischer Ehe mit Anna geb. Plochel, Freifrau v. Brandhof — 
geb. 1804 und verm. 1827, erbliches Mitglied des Herrenhauses des 
Reichsraths, als Herr und Landmann in Tirol in die tiroler Adelsmatri- 
kel 1850 eingetragen, k. k. Major in d. A. , vermählte sich 1862 mit 
Theresia Grf. v.Lamberg, Freiin auf Ortenegg u. Ottenstcin, geb. 1836. 

Deutsche Grafenh&oser der Oegenw. III. M. 239 u. 40. — Geneal. Ttsrhenl». d. gräflich. 
HSuiier, 1864. 8. 540 und 41 u. histor. Handh. tu DcmselbeD, H. 5M 

Meraviglia-Crivelli, Grafen. Erbländ.-österr. Grafenstand. Di- 
plom von 1761 für Johann Stephan Meraviglia-Crivelli , k. k. Oberst- 
Lieutenant und General-Acyutanten zu Mailand, und zwar wegen seines 
uralten Geschlechts und seiner ausgezeichneten Militilrdienste. — Altes, 



— 241 — 

itaüenisches, ursprttnglicli mailändisches Adelsgescblecht, welches schon 
seit mehreren Jahrhunderten in Italien mit dem gräflichen Titel vorge- 
kommen ist und aus welchem mehrere Sprossen sich im vorigen Jahrh. 
nach Oesterreich wendeten u. in k. k. Kriegsdiensten zu hohen Ehren- 
stellen und djirch Vermählungen mit mehreren alten und berühmten 
österreichischen Geschlechtem in nahe Verwandtschaft gelangten. — 
Die bekannt gewordene Stammreihe der Familie steigt, wie folgt, herab: 
6io Steffano Conte Meraviglia-Crivelli : Anna Theresia de Moltena; — 
Pio Antonio Conte Meraviglia - Crivelli : Maria Therese de Longo : — 
— Jobann Stephan Graf v. Meraviglia - Crivelli , s. oben : Maria Anna 
Grf. V. Mollart; — Graf Anton (I.): Eleonora Vincentia Grf. v.Abens- 
perg und Traun, geb. 1763 und verm. 1781; — Anton (IT.), Joseph, 
Leopold, Franz Xaver, Rudolph u. Ladislaus , Gebrüder Grafen v. Me- 
raviglia-Crivelli. — Der neueste Personalbestand des gräflichen Hauses 
ist nachstehender: Graf Adolph, geb. 1829 — Sohn des 1861 verstor- 
benen Grafen Joseph, k. k. Kämmerers und Majors in d. A., Enkel des 
Grafen Anton IT. und Urenkel des Grafen Johann Stephan — vermählt 
1857 mit Rosa Klein aus Mainz. Die Schwester desselben, Grf. The- 
rese, geb. 1840, vermählte sich 1861 mit Carl Freih. v. Heimburg auf 
Eckerde im Kgr. Hannover , k. k. Rittmeister in d. A. Von den fünf 
Brüdern des Grafen Joseph sind Graf Anton (H.) und Graf Rudolph, 
Beide mit Nachkommenschaft , verstorben , drei aber leben noch und 
zwar: Graf Leopold, geb. 1796, k. k. Kämm. u. Oberst in d. A. ; Graf 
Franz Xaver, geb. 1799, k. k. Kämm. u. Major in d. A., verm. 1832 
mit Theresia Grf. Kolowrat-Krakowsky, geb. 1808 , aus welcher Ehe, 
neben einer Tochter : Therese vermählte Grf. v. Taufkirchen-Kleeberg, 
geb. 1838, drei Söhne entsprossten: Gr.Rudolph, geb. 1833, Gr. Ernst, 
geb. 1834, verm. 1863 mit Amalie Günther zu Mochtin und Gr. Franz, 
geb. 1836, k. k. Rittmeister — und Graf Ladislaus , geb. 1804, k. k. 
Kämm, und Hauptmann in d. A., verm. 1831 mit Maria Freiin Ubelli 
v. Siegburg, geb. 1810, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Gräfin 
Maria, geb. 1838 u. Grf. Olga, geb. 1843, ein Sohn stammt: Graf Ot- 
tomar, geb. 1833, k. k. Kämm, und Rittmeister. — Graf Anton (H.), s. 
oben, gest. 1844, Hon* der Herrschaft Hosting mit Boskowstein im Kr. 
Znaim, k. k. Kämm. , Geh.-Rath , Generalmajor etc., war vermählt mit 
Maria Grf. v. Bissingen-Nippenburg, gest. 1843, aus welcher Ehe vier 
Töchter entsprossten: Grf. Maria, geb. 1835, verm. 1853 mit Ferdi- 
nand Gr. V. Bissingen-Nippenburg; Grf. Therese, geb. 1836, vermählt 
1856 mit Maximilian Gr. v. Bissingen-Nippenburg, gest. 1862; Gräfin 
Eleonore, Zwillingsschwester der Vorigen, verm. 1857 mit Carl Grafen 
V. Stürgkh u. Grf. Antonie, geb. 1840. — Graf Rudolph , s. oben, ge- 
storben 1860, k. k. Oberst -Lieutenant in d. A., hatte sich 1848 mit 
Aloysia Grf. v. Heister, gest. 1848, vermählt, aus welcher Ehe^ neben 
einer Tochter: Maria vermählte Majorin Busetti, geb. 1829, zwei Söhne 
stammen: Gr. Rudolph (IL), geb. 1833 und Gr. Leopold, geb. 1826, k. 
k. Forstbeamter. 

Mfff^rte V. Hü/il/eld, S. 24. — DeaUcbe Grafenh. d. Gegenwart, III S. 240-42. — Ge- 
nMl. Tascbenb. d. grafl. HSuscr, 1864. 8. 541 und 42 und historiscli. Handb. au Demselben, 
8. 5S5. — Supptem. za Si«bm. W.-B. VI. 6. 

Kne9€hke, Deutsch. Adela-Lez. VI. 1 6 



— 242 — 

Merbeck, Ritter. Böhmischer alter Ritterstand. Diplom von 1718 
für Heinrich v. Merbeck, k. k. Oberst -Lieutenant bei Marügni - Cni- 
rassier. 

Meg^rU r. Uühl/eld, Erg.-Bd. 8. IIA. 

Merckel (Schild von Gold und Blau zwölfmal geständert and mit 
einem silbernen Ringe belegt). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 10. Apr. 1828 für Dr. Friedrich Theodor Merckel, k. preuss. w. 
Geh.-Rath und Ober-Präsidenten der Provinz Schlesien, Herrn auf Ober- 
Thomaswaldau im Kr. Bunzlau etc. und vom 8. Sept. 1837 für den Nef- 
fen desselben: Traugott Wilhelm M. , k. preuss. Ober - Landesgerichts- 
Assessor. Als Herr auf Ober - Thomaswaldau und Schwiebendorf wurde 
in neuer Zeit von Rauer aufgeführt: v. Merckel, k. Regierungsrath a.D. 

» Haiidsfhriftl. Notli. - N. Pr. A.-L. III. 8. 395 a. V. 8. 329 - Freiherr v. Ltdtbur, H. 
S. »6 u. III. 8. 809. — Schlesisch. W.B. I. Nr, 74. 

Merckel (in Blau ein schrägrechts gestellter, goldener Pfeil, welcher 
einem dergleichen Sterne zuüiegt). Eine von der vorigen ganz verschie- 
dene Familie, aus welcher der auch als Dichter bekannt gewordene k. 
preuss. Kammergerichtsrath Wilhelm v. Merckel stammte. 

Freih p. Udebur, III. 8. 309. — Schlesiseh. W.-B. 111. Ifi«. 

Merckel (Schild von Silber und Roth gerautet, mit einem schwar- 
zem Pfahle, in welchem eine goldene, dreifach eWaizenähre auf grünem 
Boden und ein Säbel mit rothsilbernem Gehänge sich kreuzen). Reichs- 
adelsstand. Diplom vom 25. Nov. 1800 für Johann Gottlob Merckel, 
kursächs. Prem.-Lieut. u. Reg.-Qüartienudster a. D., so wie Herrn auf 
Klein - Görschen bei Merseburg. — Von den Nachkommen waren 18Ö7 
die Gebrüder Gustav u. Ferdinand v. M. Herren auf Klein -Görschen. 

Haudsclinfll. Notiz. - W.K der Sachn. SUateii. VI. 68. 

Mereker v. Tranenfels, Edle. ErbKlnd. -österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1772 für Johann Andreas Mereker, k. k. Landesbuchhalter 
in Böhmen, mit dem Prädicate: Edler v. Trauenfels. 

Mtgtrte r. Müht/etd, Erg.-R«l. S 78. 

Mercy, Freiherren u. Grafen (in Gold ein das ganze Feld durch- 
ziehendes, blaues Kreuz). Altes, lothringisches Adelsgeschlecht, aus 
welchem Jean de Ville Mercy von Hertzog zu deiyenigen^vora Adel ge- 
rechnet wird, welche 1423 Hans v. Lützelburg gegen Ludwig Herrn v. 
Lichtenberg beistanden. — Franz (1.) v. Mercy trat mit dem Herzoge 
von Lothringen-Mercoeur in die Dienste des K. Rudolph IL und zeich- 
nete sich gegen die Türken in Ungarn aus. Der gleichnamige Sohn 
desselben, Franz (H.), begab sich nach Anfange des 3< jährigen Krie- 
ges unter dem Herzoge Carl von Lothringen ebenfalls in kaiserliche 
Dienste , focht 1631 bei Leipzig als Oberstwachtmeister und 1633 bei 
Brisach mit Auszeichnung und nahm 1640 Hilpershausen in Franken, 
welches von den Schweden besetzt war , ein , trat aber dann in kur- 
bayerische Dienste, wurde Generalmajor und nahm bald darauf als Ge- 
neral -Feldzeugmeister Coburg ein. erhielt 1643 die General -Feldmar- 
schalls - Würde und blieb 1645 in der Schlacht bei Allersheim. Der 
Bruder desselben , tJaspar Freih. v. Mercy, k. k. Generalmajor, wird 
ebenfalls mehrfach in der Geschichte des 30jährigen Krieges genannt. 
Beide pflanzten den Stamm fort u. die Nachkommen derselben gelangten 
zu hohen Ehrenstellen in der kaiserlichen Armee. Unter denselben 



machte sieb namentlich Claudius Florimundus Graf v. Mercy, k. k. Ge- 
neral - Feldmarschall , berühmt, welcher 1734 in dem Treffen bei Croi- 
setta unweit Parma blieb. Sein Erbe war der kaiserliche Oberst Gr. v. 
Argenteau, welcher als Adoptivsohn seinem Geschlechtsnamen den Na- 
men : Mercy zusetzte. Letzterer schlug die bayerische alliirte Armee 
1745 bei Pfaffenhofen. 

BerUoff, EUansiRche Chronik. 8. IS. — /fonn, Cohuri;. Chronik , 11. 8. 812 und ns. — 
Oauke, I. 8. 134S und 49 n. II. S. 720-25. 

Merdorf. Ein früher zu dem braunschweigischeu u. lüneburgischen 
Adel zählendes Geschlecht. 

V. HfUbacli, II. S. 117: nach I.nderaens Saminlungoii. 

Merenberg , Grafen. Altes , längst erloschenes Grafengeschlecht, 
dessen gleichnamiges Schloss mit Flecken im Nassanischen in der Wet- 
terau, eine Meile von Weilburg, gelegen war. 

Wenk, henshche Laudesgosohichte, Hl. 8. S76-S'i7. 

Mergenbaam, Mergenbanm auf Xilkheim, Freiherren. Freiherrn- 
stand des Grossherzogth. Frankfurt. Diplom vom Fürsten Primas vom 
20. Apr. 1 8 1 1 für Carl Constantin Victor v. Mergenbaum Gutsbesitzer von 
Nilkheim bei Aschaffenburg etc. u. zwar mit Beilegung der Wappen der 
von mütterlicher Seite verwandten Familien v. Burggraven u. v. Rücker. 
— Ein ursprünglich geldemsches Geschlecht, welches sich der Religion 
wegen nach Westphalen und später nach Frankfurt a. M. , von da aber 
in das Fürstenthum Aschaffenburg wendete. Der Empfänger des er- 
wähnten Diploms, geb. 1779, wurde als k. bayer. Major und Bataillons- 
Commandant der Landwehr des Landgerichts Obernberg und als Guts- 
besitzer von Nilkheim in die Adclsmatrikel des Kgr. Bayern in dieClasse 
der Freiherren eingetragen. 

r. Lang, 8. IH7 a. Zusitze und Verbesser. 8. 5 — W.B. d. Köni^r. Rayerit, 111. HO u. 
p. Wolckern , Abthell. 3. 

Mergenthai. Altes, meissensches Adelsgeschlecht, welches, durch 
den freiberger Bergbau zu Ansehen und Vermögen gekonmien, zu Dent- 
schenbohra und Ober-Eula, zu Hirschfeld , Frohburg etc. sass und von 
Mehreren aus Franken hergeleitet wird. — Hanö v. M. wird 1470 als 
herz. Sachs. Canzler und von Einigen auch als Land -Rentmeister auf- 
geftlhrt. Derselbe reis'te 1476 mit dem Herzoge Albrecht zu Sachsen 
in das gelobte Land und eine Beschreibung dieser Reise erschien 1586 
zu liCipzig im Drucke. Der Genannte wohnte mit seinem Bruder , Cas- 
par V. M., in Freiberg und erhielt vom Papste Paul U. 1469 die Er- 
laubniss, in ihren Häusern eigene Altäre zu haben und Messe halten zu 
lassen. Der gleichnamige Sohn, Hans (H.), nahm 1509 das Bürgerrecht 
in Freiberg an u. wurde dann Rathsherr. Von ihm stammte Wolfgang 
V. M. auf Hirschfeld, welcher 1556 als kursächs. Ober-Schenk starb u. 
^ Ur-Enkel desselben, Caspar Rudolph v. M. auf Deutschenbohra und 
Ober-Eula, fürstl. sachs. -merseburgischer Ober-Aufseher der Herrschaften 
u. Aemter in der Nieder-Lausitz, hatte drei Söhne, von denen der jüngste, 
August Philipp v. Mergenthai, Domherr zuMeissen. Herr auf Deutsch- 
bohra etc. 17. März 1748 den Stamm seines alten Geschlechts schloss. 

Vol. Köuig, I. 8. ß4ü— 46. — GauMt , I. 8. 1S50 u. 51. — r. Itattsfein, U. Siippl. 8. 47 
—56. — Zedier f XX . N. 996 u. i»7. ~ A. P. p. Mtrff^nikal, Beschrailiuug U. MergenthaUcheii 

16* 



— 244 — 

Familie voti 1470 «a, geür. 1645. — Etwas von dem L^beu u. Geschlecbte de« 1748 itnatOT- 
beneii Domherrn tu Meisseii A. Ph. ». Mergenthai, als des Letzten dieses alten adeligen Ge- 
schlechts, in: Curios. .saxon. 1748. Nr. 37. 8. 163—72 u. 174i». Nr. 14. S. 64. ~ SiibmoeUr 
1. l.Vi: V. Morgenthal. Meiasnisch. — v. Meding, UI. 8. 4»0 u. 31. 

Merlan (Schild schrägrechts getheilt : oben, links, in Blau ein gol- 
dener Stern und unten, rechts, in Gold eine schräg gelegte, gerade, sil- 
berne Angel mit vier Widerhaken). Altes, aus dem ehenuüigen Bisthume 
Basel stammendes Geschlecht, aus welchem Theobald Merian 1499 noch 
als bischöflicher Mayer und Castellan von Luttersdorf oder Courron im 
jetzigen Amte Dilemont lebte. Derselbe, dessen Bruder 1444 in der 
bekannten Heldenschlacht bei St. Jacob fiel, hinterliess zwei Söhne, Jo- 
hann Peter und Theobald (IL). Ersterer u. sein älterer Sohn, Andreas, 
waren gleichfalls Mayer u. Castellane von Luttersdorf, der jüngere aber, 
Burkhardt, wurde 1553 evangelisch u. Lobbürger der Stadt Basel. Aus 
der Linie des Letzteren gingen mehrere, als Kupferstecher und Maler 
sehr bekannt gewordene Künstler, hervor: Matthaeus Merian der Ael- 
tere, geb. 1593 und gest. 1651 , der zu seiner Zeit berühmte Kupfer- 
stecher und Herausgeber der „Topographieeu'*: Matthaeus der Jüngere, 
geb. 1644; Johann Matthias, gest. 1716 — Sohn des Matthaeus des 
Jüngeren — kurmainz. Kammerrath u. Maria Sibylla Merian, vermählte 
Graff, geb. 1647 u. gest. 1717, Schwester des Matthaeus des Jüngeren, 
welcher eine Bestätigung und Erneuerung des ihm uud seiner Familie 
zustehenden Adelsstandes und von Kur-Brandenburg u. von Baden den 
Rathstitel erhielt. Von seinen Söhnen, welche seitdem sich : v. Merian 
schrieben, bekam Carl Gustav v. M. , welcher sich zu Frankfurt am M. 
niedergelassen hatte, den Titel eines kurbrandenb., nachher kön. preuss. 
Kammerherrn. Theobald (H.), s. oben, wurde 1529 evangelisch u. Lob- 
bürger der Stadt Basel u. von seinen Söhnen focht Eberhard mit gros- 
ser Auszeichnung 1511 bei Navarra. Die Nachkommen Theobalds (IT.) 
bekleideten die höchsten Ehrenstellen der Stadt Basel und mehrere 
Sprossen derselben standen in Kriegsdiensten : Johann Jacob Heinrich 
trat in die k. k. Armee und Emanuel v. M. war Oberstlieutenant der 
baselscheu Nationaltruppen , früher in k. preuss. - später in k. französ. 
Diensten und Johann Eudolph (U.) v. M., wohl aus der peterschen Li- 
nie der Familie — ein Sohn des Johann Rudolph (I.) v. M. k. dänisch. 
Rittmeisters — geb. 1713 zu Itzehoe, starb 1784 als k. preuss. Gene- 
ralmajor von der Cavallerie, von seinem grossen Könige hochgeachtet, 
auf seinem Gute Grossen-Saaze im Magdeburgischen. — In neuer Zeit 
war ein Baron v. Merian k. russ. w. Staatsrath. 

Seifert, Genealogie der Familiu v. Merlan, Uegeunbarg , 1737. — Freih. w. Krohne , II. 
8. .344-46. - N. Pr. A-L. III. 8. 305 und 96. — Freih. o Ledebur , II. 8. 96. 

Mering (in Roth eine innerhalb eines Schlangenringes fliegende 
weisse Taube). Ein zu dem niederrheinischen Adel zählendes Geschlecht, 
welches bereits 1725 zu Andernach im Kr. Mayen, 1783 zu Herl im 
Kr. Essen und in neuer Zeit zu Niederbreysich im Kr. Ahrweiler sass. 
Aus demselben wurden Caspar Friedrich August v. Mering mit Anna 
Julia und Maria Franzisca v. Mering und Fritz Eberhard Freih. v. Me- 
ring. laut Eingabe d. d. Niederbreisich im Coblenzer Regier. - Bezirke, 
29. Juni 1829, in die Adelsmatrikel der Preuss. Rheinprovinz, u. zwar 



— 245 — 

unter Nr. 98 der Classe der £delleate, eingetragen. Die Familie ist 
nicht mit der Familie v. Möhring zu verwechseln. 

Fakn§, I. 8. »74. — Frtih. v. Uä^wr, U. 8. 96. -^ W.B. d. PniiM. HliriDprovlni , I. 
Tab. 80. Nr. 160 n. 8. 76. 

Merkel v. Wiesenthal, Edle und Ritter (Schild sechsfeldrig. Die 
oberen vier blauen Felder, durch ein breites, silbernes, Kreuz ge- 
theilt, zeigen in jedem zwei halbe , aus dem Rande hervorgehende , mit 
den Spitzen gegen einander gekehrte, weisse Lilien; 5 in Roth eine gol- 
dene , königliche Krone und C in Silber ein rother Querbalken , oder 
auch Schild durch ein breites, silbernes Kreuz geviert u. in jedem blauen 
Felde eine silberne Lilie). Reichsritterstand. Diplom im kurpfillzischen 
Reichsvicariate vom 7. Juli 1790 für Nicolaus Marquard v. Merkel, 
Oberlieutenant im Pfalzbayerischen Infanterie-Regimente Freih. v. Jun- 
ker , unter Bestätigung des Reichsadels der Familie mit dem Namen : 
Edler V. Merkel, des H. R. R. Ritter v* Wiesenthal u. mit Vermehrung 
des Wappens durch die Felder 5 u. 6. — Ein früher in Hessen leben- 
des Geschlecht. Johann Wolfgang Merkel kam sehr jung nach Bayern 
und stieg später bis zum kurbayer. Hofkriegsrath und Ober-Marsch- 
Commissar, welche Aemter er 49 Jahre mit grosser Treue verwaltete. 
Derselbe erhielt 1 770 eine Bestätigung des ihm zustehenden Adels und 
von ihm stammte ein Sohn, Nicolaus Marquard, s. oben. Letzterer war 
mit einer Freiin v. Satzenhofen vermählt. Aus dieser Ehe entspross: 
Nicolaus Wolf«ang Edler v. Merkel, Ritter v. Wiesenthal, geb. 1756, 
welcher als k. bayer. Hauptmann in die Adolsmatrikel des Kgr. Bayern 
eingetragen wurde. 

0. Lang, Siipplem. H. 123 — Tyroff . I. {"iO und Sitihenk^ea , I. (SO: nach handsebriftl. 
Nachrichten. ~ W.« des Kgr. Baycni, VU. 21. 

Merkelsbach, Merkelsbacb, genannt Alner (in Schwarz eine weisse, 
oin rothes Herz haltende Bärentatze). Altes, früher zu dem bergschen 
und cöln'schen Adel zählendes Geschlecht, welches bereits 1491 zu Mer- 
kelsbach, ADencr unweit Uckerrath, Morsbroich und Butgenauwel, so 
wie im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrb. auf mehreren ande- 
ren Gütern im Bergschen und Cölnischen. so wie noch 1615 zu Kott- 
hauserhof bei Daelen und 1652 zu Birlinghofen unweit Siegburg sass, 
dann aber erloschen ist. Dasselbe ist, wie das Wappen ergiebt , von 
zwei anderen rheinländischen Familien dieses Namens zu unterscheiden, 
von denen das eine im Schilde ein Kreuz : Fahne, I. Tab. 3. Nr. 109, 
das andere aber einen gezinnt^^n Querbalken führte: Fahne, H. S. 92 u. 
Tab. I. Nr.eo.jAuch kam nach Lüdersen's und Manecke's Sammlungen, 
8. V. Hellbach, II. S. 117 unter dem unrichtigen Namen: Merbelbach 
und Freih. v. dem Knesebeck , S. 398, eine Familie v. Merckelbach im 
Braunschwcigisch-Lüneburgischen vor. 

Fahn«, I. 8. 274. — Friflh. v. Ledebur , II. 8. 96. 

Merkingen. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches zur reichs- 
freien Ritterschaft des Cantons Altmühl gehörte. 

Biedermann, Canton Altmühl, Tab. 226« 

Merkl, Ritter (Schild quergetheilt : oben in Gold ein schwarzer, 
gekrönter Adler und unten in Silber fünf schrägrechte, rothe Balken). 
Erbl. - österr. Ritterstand. Diplom vom 4. Juli 1811 für Franz Dionys 
Merkl, k. k. Gubernialrath und Kreis-Hauptmann zu Bunzlau. Mehrere 



— 246 — 

Glieder der Familie traten in die k. k. Armee. Carl Ritter v. MerU, 
lebte in neuer Zeit als k. k. Oberst in d. A. in Prag, Albrecht Ritter v. 
M., war k. k. Oberst und Friedrich Rittrr v. M. k. k. Major. 

Mfy^.l« 9. Afühtf'^ld, 8 i31 -- Militair-Üirheinati!«!» d österr. KnisertUiin.». —Kne»ehkt, 
III s. :<l'i 

Mercklichenrade . g^enannt v. Loseinen oder Lusian. Altea, ost- 
preuss. Adelsfreschlecht, welches in den Kreisen Rössel, Preass. Eylaa, 
Rastenburg . Heiligenbeil uud Friedland angesessen war und den Bei- 
namen von dem Gute Loseinen im Kr. Rössel ftlhrte. 

Freih. 9. Udetur, II. S. 97 u. IIT. 8. S09. 

Merklin, Mercklin v. Schenerfeld (in Blau ein silbernes, von vier 
silbernen Lilien begleitetes Ordenskreuz). Ein ursprtinglich fränkisches 
Adelsgcschlecht, aus welchem mehrere Sprossen in die k. preu<!««. Armee 
traten. Drei Officiere dieses Namens standen 1806 in dem zur fränki- 
schen Inspection gehörigen Regimente v. Zw^eiffel: ein Msgor v. M., 
gest. 1825, ein Capitain v. M., gest. 1810 und des Ersteren Sohn als 
Fähnrich. Letzterer war 1827 aggreg. Capitain im I6.1nf.-Regimente. 

N. Pri-uss. A. L. IM. M. 397 - Fr^ih. 9. Ud.hur, II «. »7. 

Merlan, Merlaw, Moerlan, Merlowe (in Roth ein gekrönter Jang- 
frau - Adler mit goldener Brust und blauen Flügeln). Altes, hessisches 
Adelsgeschlecht aus dem Stammsitze Mcrlau im jetzigen Amte Grttnberg 
des Grossherz. Hessen, welches auch zur rheinischen Ritterschaft, so wie 
zu der des Cautons Rhön - Werra gehörte. — Rudolph v. Merlan soll 
nach Spangenberg schon im 12. Jahrhunderte als Kriegsheld bekannt 
gewesen sein: Thylo v. Merlan wurde 1301 zu Fulda belehnt; Johann 
V. M. war um 1440 Abt zu Fulda; Georg Adolph v. und zu Merlan 
kommt 1670 als h. Sachsen -lauenburg. , später aber als landgräfl. hes- 
sisch. Hofmeister zu Philippseck vor; Elisabeth v.M., Tochter des Letz- 
teren und bekannt durch ihre geistlichen Schriften, vermählte sich 1680 
mit Dr. Petersen und Albert Otto v. M. war noch 1688 Ober-Hofmeister 
des förstl. CoUegiums zu Tübingen. Nach dieser Zeit ist der Stamm er- 
loschen. 

Hckannai. 8. 129. — Gauhe, I. 8. IS.M a. 59. - Amtmann , Kirchbcrg. nistorie. S. i4i 
n. z70. — Bi€dtrmanm, Caoton BhÖn- Werra, I. Verselcbniss. — 8iebmaeh«r , I. IIS: y. lier- 
law. llesRisch. - •. Mtding , II. 6 ^(>1 u. 68. 

Merle (Schild quergetheilt : oben in Gold ein gekrönter Mohren- 
kopf und unten in Gold drei rothe Rosen). Ein zum Adel im Mosel- 
lande gehörendes Geschlecht aus dem gleichnamigen Stammsitze im Kr. 
Zell, Dasselbe war auch 1646 zu Zell gesessen und besass noch 1779 
das Gut Driesch bei Lutzerath. Den Rcichsadel hatte 1442 Reiner v. 
Merle in die Familie gebracht. 

Fahnr, U. 8 '«.i. - FtfiUrr Ledebui . II. S. 97. 

Mermeth. Ein in Schlesien vorgekommenes Adclsgeschlecht. Ge- 
org Wilhelm v. M., kaiserl. Rittmeister, war in der zweiten Hälfte des 
17. Jahrb. Herr auf Jacobsdorff bei Jauer und der gleichnamige Sohn 
desselben, ebenfalls kaiserl. Hauptmann, starb 6. Apr. 1706. 

Sinapiu», n. 8. W6. — Frtih. r. Led0bur, II. 8. 97. 

Marode, Freiherren nnd Grafen. Reichs -Freiherrn- und Gra- 
fenstand, Anerkennungs- und Beatätigungs-Diplom des alten Frei- n. 



— 247 — 

Pannerherrnstandes der Familie von 1473 fllr die Gebrüder: Johann/ 
Richard, Arnold und Wilhelm v. M6rode und Grafendiplom vom 
19. Juni 1622 für Johann Freiherrn v. M6rode und für den Sohn des- 
selben, Johann (II.), Herrn zu Harchies und v. Waroux, mit der ganzen 
Familie des Nanjens und Stammes v. Merode , sammt den legitimen 
Nachkommen derselben, wegen vieler geleisteter vorzüglicher und neuer 
Treuste und ausgezeichneter WaflPenthaten in Kriegen. — Die Panner- 
herren und Grafen v. Marode stammen urkundlich von den alten Gra- 
fen V. Barcelona und der Provence ab und die Urkunden des Ge- 
schlechts gehen theils bis auf Bernard Grafen v. Barcelona, welcher um 
800 lebte, theils auf den Urenkel Bernards: Gottfried U. Grafen v. 
Barcelona, zurück, welcher von Carl dem Kahlen das neuere Wappen- 
schild: in Gold vier rot he Pfähle, erhielt, welches auch das Wappen 
von Aragonieii wurde und welches die Familie v. M6rode, als aus diesem 
Stamme entsprossen, noch jetzt fthrt. Gotfrid (Geofnodi II. starb 912. 
Die Nachkommen desselben: Suner, Borello, gest. 992, Raimund Bo- 
rello, gest. 992, Raimund Borello, gest. 1017 und Bercngar, gest. 1035, 
waren Grafen v. Barcelona und von der Provence. Der Sohn des Letz- 
teren, Raimund Berengar L, besiegte die Mauren, unterwarf sich die- 
selben und starb 1058. Von seinen Nachkommen vermählte sich der Ur- 
enkel, Raimund Berengar IV. Graf v. Barcelona und von der Provence, 
1137 mit der Infantin Petronella, einzigen Tochter und Erbin des 
Königs Ramir v. Aragon, wurde König von Aragon und starb nach 
25jähriger Regierung 1162 mit Hinterlassung von vier Kindern, von 
welchen der jüngere Sohn, Peter Berengar, königlicher Prinz und Fürst 
von Aragon, sich zuerst an den k. französischen Hof, später aber in die 
Niederlande begab, wo er sich mit Adelaide v. Rode, einzigen Tochter 
und Erbin des Hugo, Herrn und Barons von Rode (Roide), vermählte. 
Der Sohn aus dieser Ehe, Werner I., Herr und Baron v. Rode, führte 
das väterliche Wappen der Grafen v. Barcellonä fort. Derselbe wurde 
als Nachkomme des Herrn und Fürsten Raimund Berengar, Königs von 
Aragon und Grafen v. Barcelona, in einem Diplome vom K. Friedrich I. 
von 1162 als Prinz von Aragon und Corduba anerkannt und bestätigt 
und mit seinen Nachkommen in den Fürstenstand versetzt. Der ans 
seiner Ehe mit Rilcuine v. Liraburg stammende Sohn, Werner II., Herr 
und Baron v. Rode, vermählte sich mit Gertrude v. Arensbergh und 
wurde, mit den Grafen von (xeldcrn, Jülich und Berg und den Grafen 
V. Katzenellenbogen. 1269 zum erblichen Schutzherrn von (-öln er- 
wählt. Während seiner Lebenszeit wurde der Name Rode durch Zu- 
sammenziehung der Worte: Mein Herr v. Rode — M'her Rode — in 
Merode umgewandelt. Von dem Sohne desselben, Werner HI., der vor 
dem Vater starb, entspross aus der Ehe mit Mechtilde v. Oldenburg : 
Werner IV., welcher dem Grossvater in den Erbgütern und der freien 
Baronie Rode, welche nun: Merode hiess, folgte. Derselbe war um 
1310 mit Elisabeth v. Montigni vemiählt und aus dieser Ehe entspross: 
Werner V., welcher, vermählt mit Elisabetli v. Leehdael, 1340 das 
Kloster Schwartzenbruch in der Herrschaft M6rode stiftete. Der Sohn 
desselben, Richard I. erhielt vom Herzoge Wilhelm v. Jülich 1361 die 



— 248 — 

Herrschaft Frentz. Aus seiner Ehe mit Margaretha v. Wesemacl 
stammte : Richard 11., Herr von Frentz, Westerloo, Herfei, Houlfant etc., 
welcher sich 1410 mit Beatrix, Tochter a. Erbin Wilhelms Freih, 
V. Petersheim, Herrn von Hilvarenbecke, Impden etc. vermählte, aus 
welcher Ehe die vier Gebrüder entsprossten, welche, s. oben, den Frei- 
herrnstand in die Familie brachten und die Stammväter mehrerer Li- 
nien des Hauses M6rode wurden. Von dem ältesten dieser Brüder, Jo; 
bann Baron v. Marode und Petersheim, verm. mit Adelaide v. Homes, 
stammen die Grafen v. M6rode, Freiherren v. Petersheim, welche vom 
Könige Philipp IV. von Spanien, Regenten der Niederlande, 20. Mai 
1626 in der Person des Philipp Freih. v. Marode zu Mai-quisen von 
Westerloo erhoben wurden. Aus dieser Linie, in welche später noch 
andere Standeserhöhungen kamen, nämlich Grand von Spanien 1709, 
Fürst V. Rubempr^ 1823 und, durch Bestätigung eines mütterlichen 
Titels, Fürst v. Grimberghe 1842, entsprossten auch, und zwar von 
dem Bruder des genannten Philipp Marquis v. Westerloo : Maximilian, 
die Markgrafen v. Deynse, welche mit Balthasar Philipp Grafen v. Me- 
rode 1817 wieder ausgestorben sind. Der zweite Bruder, Richard Bi^ 
ron V. Marode und Houifalize , stiftete die Linie v. Merode-Houffalize, 
aus welcher durch ein für Hermann Philipp Baron v. M., Herrn von 
Trelon, 28. Mai 1626 zu Madrid ausgestelltes Diplom die Marquisen 
von Trelon hervorgegangen sind. Durch den zweiten Sohn Richards: 
Reinhold, entstanden die v. Houffalize , genannt Houffalize , aus welchen 
wieder die Herren v. Merode zu Frentz und Frankenberg, die Barone 
V. Merode, Grafen v. Ognies. die v. Marode Grafen v. Ypern und Mid- 
delburg, die Barone v. Merode, Herren v. Kalkofen etc. entsprangen, 
welche letztere Linien schon lange wieder ausgegangen sind. — Der 
dritte Bruder, Arnold, war Domherr und Dompropst zu Aachen. — 
Von dem vierten Bruder, Wilhelm, entsprossten die v. Merode zu Rum- 
men, aus welchen die Grafen v. Merode v. Tiant, v. Waroux, die Bar 
rone v. Harchies und Ossogne und die Grafen v. Jechay stammten, 
welche meist schon längst erloschen sind. Nach Uebereinknnft und An- 
ordnung der vier obengenannten Gebrüder v. Marode, welche in den 
Freihermstand erhoben worden waren, vnirde übrigens von den herz, 
jülichschen Reichsständen 1457 u. 10. März 1462 ein Familien-Erb- 
scheid- und Theilungs-Vertrag bestätigt, in Folge dessen für immer die 
Einkünfte der v. M^rodeschen Stamm - und Erbgüter geschieden und 
getheilt werden sollten, welcher Vertrag auch massgebend bei etwaigen 
Ansprüchen auf Theilung der Einkünfte oder erlangte Belehnnngen etc. 
unter den verschiedenen Linien des Stammes geblieben ist. — Die Er- 
hebung in den Grafenstand ist nach dem Diplome, s. oben, angeführt 
worden. Was die früheren genealogischen Verhältnisse der Familie an- 
langt, so ist nur Nachstehendes näher bekannt: die Nachkommen Jo- 
hanns — ältesten Sohnes Richard IL, s. oben — kommen in der ersten 
Hälfte des 17. Jahrhundorts in zwei Linien: der Florantischen und der 
Ferdinandischen, vor. Die Florantische fing Florantius Reichsgral 
v. Marode. Marquis v. Westerloo, gest. 1630, an. Von den Söhnen des- 
selben pflanzte Gr. Maximilian, Freih. v. Petersheim, k. span. Oberst 



— 249 — 

und Gouverneur von Namur, gest. 1675, die Linie fort. Aus der Ehe 
mit Isabella Grf. v. Merode — Tochter seines Bruders Ferdinand Phi- 
lipp — stammte Graf Johann Philipp Eugen, k. k. General-Feldmar- 
schall, welcher 1732 starb und zwei Söhne hinterliess, die Grafen Jo- 
hann Philipp, geb. 1722 und Philipp Maximilian, geb. 1729, deren 
etwaige Nachkommenschaft nicht bekannt ist. — Die Ferdinandische 
Linie stiftete Ferdinand Gr. v. Marode und Montfort, Marquis v. Deynse 
in Flandern und Freih. v. Düffel, gest. 1678 und die drei Söhne des- 
selben, die Grafen: Maximilian Albrecht, Philipp Carl und Carl Flo- 
rant, setzten die Linie fort. Graf Maximilian Albrecht, gest. 1716, 
General-Lieutenant und Gouverneur von Brüssel, hinterliess den Grafen 
Joachim Maximilian, gest. 1 690, von welchem aus erster Ehe mit Jo- 
banna Philippina Grf. v. Merode: Craf Maximilian Joseph, geb. 1716 
und aus zweiter mit einer Grf. v. Vehlen: Gr. Carl Joseph, geb. 1719. 
entspross. — Graf Philipp Franz, Staatsrath im niederländischen Gou- 
vernement, vermählte sich mit Luise Brigitta, Erbtochter des Philipp 
Fürsten v. Rubempre und Eversberghe und erhielt dadurch den Titel : 
Fürst V. Rubempre und von seinem Sohne : Maximilian Joseph, geb. 1^7 1 0, 
stammen die jetzigen Grafen v. Merode, Fürsten v. Rubempr6. — Graf 
Carl Florant, General-Lieutenant, erst in k. spanischen u. später in k. 
französischen Diensten, vermählte sich mit einer de Salcodo und hinter- 
liess einen Sohn, den Grafen Adrian Alexius, geb. 1706, über dessen 
Nachkommen Nachrichten fehlen. — Was den neuesten Personalbe- 
stand des gräfi. Hauses Marode anlangt, so ist das Haupt desselben : 
Carl Anton Ghislain R.-Graf v. Merode, Marquis v. Westerloo, Fürst 
v. Rubempr^ und von Grimberge, geb. 1824 — Sohn des 1847 ver- 
storbenen Grafen Heinrich, Senators des Kgr. Belgien, aus der Ehe mit 
Luise Vicomtesse de Th^san, geb. 1787 und Enkel des 1830 verstor- 
benen Grafen Wilhelm Carl Ghislain — Herr des Rittergutes Merode 
im Kr. Düren in Rheinpreussen etc. verm. 1849 mit Maria, des Prinzen 
Peter v. Arenberg Tochter, geb. 1830, aus welcher Ehe, neben zwei 
Töchtern, Alix, geb. 1850 und Jeanne. geb. 1853, ein Sohn stammt: 
Heinrich, geb. 1856. Die Schwester des Grafen Carl, Grf. Marie, geb. 
1820, vermählte sich 1840 mit Adiian Carl Marquis v. Mirepoix-Levis, 
Granden von Spanien I. Cl. Die zahlreiche Nachkommenschaft der bei- 
den Brüder des Grafen Heinrichs :*des Grafen Felix, gest. 1857, k. bel- 
gischen Staatsministers, verm. in erster Ehe 1809 mitRosalie, des Mar- 
quis v.Grammont Tochter, gest. 1823 und in zweiter 1831 mit Philippine, 
Schwester der ersten Gemahlin, gest. 1847 und des Grafen Werner, gest. 
1840, vermählt mit Victoire Grf. Spangen v. Uyternesse, gest. 1845, 
ist in dem goneal. Taschenb. d. gräflichen Häuser genau aufgefQhrt. — 
EJrwähnt sei hier, dass vom Grafen Felix als zweiter Sohn erster Ehe : 
Graf Friedrich Xaver, geb. 1820, Kriegsminister Sr. Heiligkeit des 
Papstes, Kammer-Cleriker und Hausprälat, stammt. Von den Nach- 
kommen Richar<ls — zweiten Sohnes des Freih. Richard H. — geben 
die „deutschen Grafenhäuser der Gegenwart'^ eine genaue, absteigende 
Stammreihe, auf welche hier zu verweisen ist. Dieselbe beginnt mit: 
Richard Baron v. Merode und Hüfflig (Houffalize), Herrn auf Frentz, 



— 250 — 

Rest. 1484. verm. mit Mar^aretha. Tochter des Rayer d'Argenteaa Ba- 
ron V. Houffalize und geht bis zu: Ferdinand Vincenz Baron v. Merode- 
Iloiffalize. Marquis v. Trelon etc., geb. 1803 — Sohn des 1775 ge- 
borenen Philipp Johann Evangelist Baron v. M., Marquis v. Trelon ans 
der Ehe mit Catharina v. Sienna, Edle Herrin v. Pressburgern and 
E])kel des Benedict Anton Baron v. M., Marquis v. Trelon, geb. 1749, 
verni. mit Veronica v. Zobel - Indigena v. Ungarn, verm. 1845 mit 
Constantia Eleonore Caecilia Grf. v. Berchtold, Freiin v. Ungarschüte, 
aus welcher Ehe ein Sohn entspross: Ferdinand, geb. 1849. Als Bin- 
dei- des Baron Ferdinand Vincenz wurde aufgefÖhi*t: Leopold Baron 
V. ^ierode-Houffalize, Marquis v. Tr(^lon, geb. 1811, Magnat v. Ungarn. 

— Einer verw. F>au v. Marode, geb. Freiin v. Twickel stand in neue- 
ster Zeit das Gut Hamern im Kr. Koesfeld, Prov. Westphalen, zu. 

L'£t^ctiuii «le loutos los terres «c. du Bmbant, 8. 21. — Hübm'r , IV. T«b. 1179. — 
Oafjhf. I 8. 1W2— 55. — Z^dUr, XX. 8. 1019- -J?. — Rob^ns, niederrheiu. Adel, I. 8. Sl— 
U.. - N. Pr. A.-L. in. 8. Xü7— 309. - Fahne, l. fi. 361. — Dcatsche Qrafeub. d. .OegMW. 
II. s. 107—111. — Frfi/i. V. Ledebur , IJ. 8. »7 und III S. .809. — Geneal. Tajchenb. 4«r 
v.xM. HfiuKer. 1S64 8. 518 u. 49 u. bhtor. Haiidb. tu Dcmselheu, 8. 586. — Siebutack§r, I. 
\M\: V. Mprndc. Kheinliiidifich u. II. 114: Merode cu Slosberg. Niederrheiolnodiich. — Mtn* 
st-isriier stiftscMleiider von 1784: P. H. M^rodt* zu lioffalix uud Frens. — SuppI sn Sltliai. 
W..B IV. 18: Frolli. v. M. — v. httding, II. 8. .16': P. H. ▼. M. - Robfnn, Klemrnt.Werk- 
<I»en, I. Tab. 54. — Shnon, \rmorial, I. Tab. 2?. — W.-B. der Pr. KheinproT. 11. T^b. M. 
Nr, 67 u. S. 141 u. 42: Freih. v. M.-Hoffallate-Freiiti. 

Meroldingen, Moroldin^en. Altes , bayerisches Adelsgescblecht, 
dessen Stainrareihe Bucelini mit Gerhard v. Meroldingen beginnt, wel- 
cher iu der zweiten Hälfte des 12. Jahrh. bei Otto V. Grafen v. Wit- 
telsbach (Otto dem Grossen) die Stelle eines Hofmarschalls bekleidete. 

— Eine nach Oesterreich gekommene Linie erlosch im 16. Jahrb., ans 
der liinie aber, welche in Bayern fortgeblüht hatte und zu Hornpach 
sass, lebte noch 1 640 Johann Wilhelm v. Meroldingen, von welchen drei 
Söhne stammten: Adam, Christoph und Johann Lndwig v. M. 

Bucelini, 8temni I*. 1. - Oauh« I. 8. |:iS8. 

Meroidt, Meroit v. Reifferscheidt. Altes, niederrheinisches Adels- 
geschlecht, welches bereits 1429 zu Breidenbenden, Hartzheim. HolzheilB 
und Reifferscheidt, sämmtlich unweit Gemflind so wie zu Meyerode bei 
St. Vith in den Ardennen sass uud von Reifferscheidt den Beinamen 
führte. Dasselbe ist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. ausgegangen. 

Fahne, I. S. 275. - Freih. r. Ledebur, IJ. 8. 97. 

Mersberg, Grafen. Altes , steiermärkisches Grafengescblecht, wel- 
ches ansehnliche Herrschaften besass. Dasselbe ist um 1700 aasge- 
storben. 

Schmuft, 11. 8. 537. 

Merschitz. Ein früher in Schlesien vorgekommenes Adelsge- 
schlecht. 

Sin'ipiu», ri. 8. MOr, 

Mertens, Freiherren (in Blau ein aufrecht gegen die Rechte 
schreitender, goldener Greif u. ein über das Ganze gezogener, silberner, 
rechter Schrägbalkeu : Stammwappen). Erbländ.-österreich. Freiherrn- 
stand. Diplom vom 8. Aug. 1849 für Carl (HI.) Ritter v. Mertens, k. 
k. Feldmarschall-Lientenant. — Ein ans den Niederlanden stammendes 
Geschlecht, in welches, nachdem das alte Wappen der Familie 1773 



— 261 — 

vom K. Joseph ü. bestätigt worden war, in der Person des Carl (I.) v. 
Mertens, Doctor der Medicin 1778 fMegerle v. Mflhlfeld giebt 1787. 
doch wohl nicht richtig^ an) der Reichs- ji. erbländ.-österr. Ritterst^nd 
kam. Dasselbe, später in die niederösterr. Landinannschaft aufgenom- 
men, darf nicht mit der meist in Hannover blühenden Familie der Frei- 
herren v.Martens, s. S. 151 u. 52, verwechselt werden, welche ein »anz 
anderes Wappen : (Scliild geviert mit Mittelschilde. Im schwarzen Mit- 
telschilde ein mit den Hörnern rechts gekehrter, zunehmender, silberner 
Mond. 1 u. 4 in Silber ein grüner Stengel mit drei Kleeblättern und 2 
u. 3 in Blau eine silberne Lilie) führte. — Der Empfänger des Ritter- 
Diploms, Dr. Carl Ritter v. Mortcns, !?eb. 1738 u. gest. 1788, war mit 
Catharina v. Humburg, gest. 1808 vermählt und aus dieser Ehe stamm- 
ten, neben sechs Töchtern, fünf Sölme. von welchen Carl (11.) Ritter v. 
M., geb. 1777 u. gest. 1824. k. k. Obei-st und Militair- Referent des 
Hof-Kriegsraths , sich 1 802 mit Ludovica v. Heppinger zu Hoffcnsthal 
und Thierstenberg. gest. 1830, vermählte, ans welcher Ehe, neben zwei 
Töchtern, zwei Söhne entsprossten : Carl (III.) und Wilhelm Ritter v.M. 
Carl (UI.) s. oben, erhielt den Freihermstand. Derselbe, k. k. w.Geh. 
Rath , Feldmarschall-Lieutenant und Stellvertreter des Kriegsministers 
in den rein militärischen und politischen Geschäften , so wie in den Mi- 
litair-Conferenzen, zweiter Inhaber des 37. Infant. -Regiments E.H.Jo- 
seph etc., vermählte sich 1840 mit Maria Alcxandrine Freiin v.Lange- 
nau, geb. 1811, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Zoö. geb. 1844, 
ein Sohn stammt: Freih. Carl (FV.); k. k. Lieutenant, geb. 1842. — 
Der Bruder des Freiherrn Carl (HI.): Wilhelm Ritter v. Mertens, geb. 
1811, k. k. Generalmajor, Brigadier etc., vermählte sich 1850 mit 
Franzisca Grf. Forgdch, geb. 1830. 

MtgerU ». UühlffUL H. 131. - O^neal. Ta^chenb. dtr frelh. Hftater, 1854. 8. 351 ii. 52. 
nnd IHüt. H. 534 u. 35. 

• Mertko v. Klodnig. Böhmischer Adelsstand. Diplom vom 30. Aug. 
1649 für Johann und George Mertko, mit dem Prädicate : v. Klodnig. 

r. IlHlhach, U. 8. IIS. 

Mertwitz. Ein frtlher zu dem schlesischen Adel gehörendes Ge- 
schlecht. 

Sinapiu*, II. R. «iK. 

Mertz (Schild geviert: 1 und 4 in Blau auf einem dreihttgeligen, 
weissen Felsen ein goldenes Doppelkreuz und 2 u. 3 in Roth ein rechts- 
gekehrter, golden gekrönter und doppelt geschweifter , silberner Löwe, 
welcher mit beiden Vorderpranken einen dürren Baumast mit mehreren 
Knoten vor sich halt). Reichsadelsstand. Diplom vom 28. Jan. 1740 
ftlr Franz Balthasar Mertz, Consulenten und Canzlei - Director zu Ra- 
vensburg. - Der Stamm blühte fort und zwei Enkel des Diploms-Em- 
pfÄngers: die Gebrüder Carl Ludwig Napoleon v. Mertz, geb. 1805 u. 
Carl Emanucl v. Mertz, geb. 1808, —Söhne des verstorbenen General- 
Commissars v. Mertz — wurden nach Anlegung der Adelsmatrikel des 
Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. 

9. Lanu, 8 447. - }fegfr:e 9. Mühlfeld, Erg. Bd. 8. 378. - W.-B. d. Kgi. Bayern, VII. 
tt, - Porit, Allgcm. W.-B. I. T»b. 7 iib4 8. II a. U. - Knttokkt, I. 8. a»6 ■• 97. 



— 252 — 

Mertz V. Mertzenfeld (Schild der Länge nach getheilt: rechts in 
Schwarz ein einwärts und aufrecht zum Sprunge auf erdigemBoden ge- 
stellter Hirsch von natürlicher. Farbe, mit rothera Geweihe u. links quer 
getheilt: oben in zwei Reihen, jede zu drei Plätzen, von Grün und GoM 
geschacht und unten in Grün zwei über Kreuz gelegte, schwarze BSrcm- 
tatzen). Reichsadclsstand. Diplom vom 22. Juli 1646. — Ein in der 
Person des Joseph Ferdinand Albert Maximilian Mertz v. MertzenMd 
(Merzenfeld), laut Eingabe, Malmedy, d.d. 28. Sept. 1839, in die Adels- 
matrikel der preussischen Rheinprovinz unter Nr. 32 der Classe der 
Edelleute eingetragenes Geschlecht. 

Freih. r. Lfdehur. II. 8. 97. — Si*-t>macfier, HI. 56. — W.-B. d. Preuxt. RbeioproTiw, T. 
Tab. 81. Nr. IHl u. 8. 7ß u. 77. 

Merveilleux. Ein mit Hänsely Wunderlich aus Röteln im Baden- 
schen 1 448 mit dem Markgrafen Rudolph nach Neufchatel gekommenes 
Geschlecht, welches seinen Namen in das Französische : Merveilleux ver- 
änderte. Johann M. bewirkte bei den Eidgenossen, dass der Markgit- 
fin Johanna v. Hochberg 1529 das Fürstenthum Neufchatel wieder abge- 
treten wurde, weshalb er von derselben den fürstl. Adelsstand u. mehrere 
Lehngüter, so wie Zehnten zu Coffrance erhielt. Derselbe hatte auch 
das Lobbürgerrecht von Bern orlangt, welches von seinen Nachkommen 
und zwar von Samuel v. M. zu Anfange des 17. Jahrh. und von Wil- 
helm V. M. 1642 wieder erneuert wurde. Mit dem Sohne des Letzteren, 
Georg, Landvoigt zu Eschallens, erlosch aber zu Bern 1702 die Fami- 
lie, welche daselbst sich Wunderlich genannt und geschrieben hatte, bn 
Canton Bern und in der damals zu demselben gehörenden Landschaft 
Waadt, besass das Geschlecht ehedem die Mitherrschaft Worb und die 
Herrschaften Essert-Belleveux. Dasselbe stand namentlich mit dem 
freiherrlichen Hause v. Diesbach in Verbindung und mehrere Sprossen 
bekleideten im Fürstenthume und in der Stadt Neufchatel die angese- 
hensten Aemtcr, oder kamen auch in fremden Diensten zu Ansehen. #— 
Ludwig V. Merveilleux, k. preuss. Major a. D., stand bis 1862 alsHanpt- 
mann im Garde-Schützcn-Bataillon. 

N. Pr. A.-L. III. S. 899. - Freih. v. Ledebur, II. S. 79 

Merveldt, s. Meerveldt, Grafen, S. 211. 

Merwick, Merwich. Altes, früher zu dem Adel im Cleveschen und 
in der Grafschaft Mark zählendes Geschlecht, welches noch im 17. Jahrh. 
vorkommt. 

Fahne, II. 8 84. — Freih. t. Ledfhttr, II. 8. 98. - SiebmMhtir, II. 112: v. M., Rheltt- 
findiflch. 

Merz (Schild durch eine absteigende Spitze in drei Felder getheilt: 
1 u. 2, rechts und links oben, in Blau ein einwärts gekehrter, goldener 
Halbmond u. 3, in der Spitze, in Roth auf grünem Boden ein vorwärts- 
gekehrter Geharnischter , welcher in der Rechten eine Partisane hält). 
Reichsadelsstand. Diplom vom 7. Juni 1760 für Georg Niclas (11.) 
Merz. Markts-Vorsteher iti Nürnberg. Derselbe , dessen gleichnamiger 
Vater ebenfalls Markts-Vorsteher in Nürnberg gewesen war , hatte den 
Stamm fortgesetzt und sein Sohn, Christian Sebald v. Merz, geb. 1771, 
k. bayerischer Landrichter zu Lauf, wurde nach Anlegung der Adels- 



— 258 — 

matrikel des Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. — Die Familie ist 
nicht mit dem ebenfalls bayerischen Gescblechte v. Mertz, s. S. 251, zu 
verwechseln, auch giebt das Wappenbuch des Kgr. Bayern, VII. 22. 
das Wappen einer 1675 in den Reichsadelsstand erhobenen Familie 
Merz V. Quimheim, wie folgt, an: Schild geviert: l der Länge nach ge- 
theilt : rechts in drei Reiben, jede zu zwei Feldern , von Silber u. Blau 
geschacht und links in Gold ein halber, gekrönter, schwarzer Adler; 2 
in Blau ein einwärts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener und 3 in 
Roth ein silberner Löwe und 4 der Länge nach getheilt : rechts in Gold 
ein halber gekrönter Adler u. links in drei Reihen, jede zu zwei Feldern, 
von Blau und Silber geschacht. 

•. Lang, 8. 447. - Tyrof, 1. Tab. 7. — W.-B. d. Kgr. Bayern. VII. 2:'.. 

Merzbach. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches, im ehe- 
maligen Reichsritter-Canton Baunach begütert, längst erloschen ist. 

Hi>deiinann, Caiiton Bauuach, Tab. 34 J. 

Merzich v. Lannenthal. Erbländisch-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1790 für Andreas Merzich, Hauptmann des wallachisch -illyrischen 
Gränz-Regiments, mit dem Prädicate : v. Lannenthal. 

Magert« w. Mühlf^ld, Erg.-Bd. 8. 378. 

Meschede, auch Freiherren. Altes, westphälisches Adelsgeschlecht 
ans dem gleichnamigen, schon 1248 vorkommenden Stammsitze unweit 
Eslohe. Dasselbe sass 1500 zu Alne und 1606 zu Anröchte, Brilon, 
Gesecke u. Ruthen. — Caspar v. M., kurcölnischer Truchsess und Jo- 
hann Melchior v. M., kurtrierscher Kämmerer und Drost zu Aurich, 
waren mit den Kurfürsten von Cöln und Trier 1614 auf dem Wahltage 
des K. Matthias anwesend; Johann v. M.. seit 1626 Dom-Dechant des 
Hochstifts Osnabrück, wurde 1648 bevollmächtigter Gesandter bei den 
westphälischen Friedens - Tractaten und Wilhelm Ferdinand Werner 
Freih. v. M. zählte 1746 zu den Domherren zu Osnabrück. — Die 
Güter Alme unweit Brilon und Anröchte bei Lippstadt waren noch 1750 
in der Hand der Familie und das Wappen derselben findet sich noch 
auf der hildesheimischen Sedisvacanz-Münze von 1761. — Später ist 
der Stamm erloschen. 

Gaukt, U. 8. 785 ii. 26. — Ztdler , XX. H. U^. - N. Vr, A.-L. IN. S. 39«. —Freih, 
v.Ledebur, II. S. 99. - Siehinacher , IV. 130. — ». Meding, II. S. 36H. 

Meseberg. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 1. Febr. 
1795 für Christian Adolph Meseberg, k. preuss. Obersten a. D., mit 
Verleihung des Wappens der märkischen Familie v. Meeseberg (Mese- 
berg), 8. S. 212, nämlich in Blau eine schrägrechts gestellte, silberne 
Leiter. Der Empfänger des Diploms, wohl aus der Familie v. Mese- 
berg stammend, hatte früher im k. preuss. Husaren- Regimen te v. Wolki 
gestanden. 

Handschr. NotU. - W.-ß. d. Preuss. Monarch. III. 197. 

Mesenau. Ein früher zu dem schlesischen Adel gehörendes Ge- 
schlecht, welches im 17. Jahrb. noch zu Harlan, im Schweidnitzschen, 
zu Käntchen, Ober-Oertmannsdorf und Preisdorf im Striegausclien sass. 
— Feczentz v. Mesenau war 1342 Assessor im zu Schwcidnitz gehal- 



— 254 ^ 

tencn Ritterrechte ; Ferdinand Sigismund v.M. btsass 1626 das Ott 
Käntcheii bei Schweidnitz and der alte Stamm blühte fort, bis denselben 
Ferdinand Sigismund v. Mesenau, Herr auf Preisdorf unweit Bolkim- 
heim, 1708 scbloss. 

Sinapiu$, r. 8. 63A und II. 8. 906. ~ Gauhf, I. S. 1S55. — N. PreoM. A.-L. V. S- 9». 
— Fr^ih. 9. Ledtbur^ 11.8. 95. — Sithmaefter, t. 69: v. M«seoaw, SchlMisch. — 9%" 



Meseritz. Altes, pommemsches und märkisches Adelsgeschledht 
eines Stammes u. Wappens mit den v. Kleist, welches auch zu den Af- 
terlehnsleuten der V. Bork gehörte. Dasselbe sass in Pommern bereits 
14H9 zu Natzmersdorf unweit Regen walde, 1536 zu Meseritz, Berkenow 
und Seinerow, so wie 1566 in der Mark Brandenburg zu StorckoW und 
erwarb später mehrere andere Gtiter in Pommern, hatte auch Berkenow 
noch 1780 und Meseritz IS 10 inne. Ein Fräulein v. Meseritz war 
1806 Conventualin im Kloster zu Marienfliess. Nach 1810 ist der 
Stamm erloschen. 

Micräl, 8. 504. - N l»r. A.-L lil. S. iSS und 300. — Freiherr •. Ltd^bur , II. 8. W 
u. IM 8. 803. — Sibtnaeher^ V. l(iü. v. MeNPritx, Puminerisih. — r. beding. III. S. 43t. 

Meske, Meeske (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold 
ein schwarzer Büffelskopf mit einem durch die Nase gezogenen Ringe 
und links in Schwarz ein silbern geharnischter Arm. in der Faust ein 
Schwert schwingend). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
14. Octob. 1843 für Ludwig Otto Meske, Rittmeister im k. preusa. 
4. Landwehr-Regimente und Laudschaftsrath, Herrn auf Froedau unweit 
Osterode. Derselbe ist jetzt k. preuss. Major a. D. Zwei Söhne stan- 
den im k. preuss. 5. Cürassier-Regimente. Der ältere nahm als Pre- 
mierlieutenant den Abschied, war zuletzt Hofmarschall des Fürsten 
Friedrich zu Hoheiizollern-Hechingen und hat sich vor Kurzem mit dar 
geschiedeneu zweiten Gemahlin des Letzteren, Amalie Gri. v. Rothen- 
burg, vermählt. Der jüngete Sohn ist jetzt Premieurlieutenanl iqi ge- 
nannten Regimente. 

Hiiiidschriftl. Notizen. - Freih. r. L'-debur, U. N. 9R u. III. 8. »09. 

Messerschmidt v. Arnim. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom 
vom 10. Mai 1820 ftlr die beiden Adoptivsöline des k. preuss. General- 
majors Friedrich Ferdinand v. Arnim (gest. 1835): Gebrüder Messer- 
schmidt, mit dem Namen und Wappen (in Roth zwei silberne Querbal- 
ken) des Adoptivvaters. Der ältere, HeiT auf Wittbeck und Wittstock 
im Kr. Stolp ist um 1856 als k. preuss. Generalmajor a. D. gestorben 
und der jüngere wurde Justizrath und Landschafts-Syndicus zu Stolpe. 

U«Dd!»cbrim. Notiz. - Freih, t. Ledebur, II. 8. 98 u. ni 8. 309. 

Messina, Freiherren. Im Kgr. Bayern 16. Nov. 1808 anerkannter 
Freihermstand und Eintragung der Familie in die Freihermclaase der 
Adelsmatrikel des Kgr. Bayern vom 12. März 1829. — Altes, spani- 
sches, aus Saragossa stammendes Adelsgeschlecht, aus welchem urkund- 
lich zuerst 1072 Ferdinand v. Messina, Drost und Statthalter der Le- 
hengtttor der Herrlichkeit von Wessenberg zu Burgund und Brabant, 
auftritt. - Die spätere, ununterbrochen fortlaufende Stammreihe steigt, 
wie folgt, herab: Andreas v. Messina, gest. 1701, k. k. Oberstüeute- 



— 255 — 

nant im COrassier-Reg. Graf v. Hofkirchen: Maria Edle v. Reiner; — 
Andreas Y. M., 1716 commaudirender General en chef des Prinzen 
Eugen V. Savoyen, gest. 1743: Maria Edle v. Morel; — Dominicus 
Andreas Edler v. Messina, gest. 1772, Carabiniers-Rittmeister : Muia 
Elise Edle v. Daniels; — Andreas Friedrich Edler v. M., gest. 1807, 
Gapitano del cercolo al confini dltalia: Maria Anna Edle v. Eschen- 
brogg; — Andreas Dominicas Edler v. M., gest. 1804, Kreishaupt- 
mann von Tirol: Marianne Oonstantia Gi'f. v. Spaur; — Carl Vincen/ 
Freih. v. M., gest. 1829, k. k. Hauptmann im tiroler Jäger-Regimente : 
Caroline Freiin v. Borie, gest. 1839; — Severin Freih. v. M., geh, 
1818 — jetziges Haupt der Familie — k. bayer. Rittmeister im 6. Chev. 
leg.-Regimente, verm. 1843 mit Caroline Freiin t. Eyb, geb. 1823, 
aus welcher Ehe drei Töchter stammen: Camilla, geb. 1845, Marie, 
geb. 1848 u. Adelheid, geb. 1849. Der Bruder des Freiherrn Severin: 
Freih. Joseph, geb. 1821, k. bayer. Rittmeister im 3. Chev.-leg.-Regi- 
mente, vermählte sich 1853 mit Anna Freiin v. Homstein-Bussmanns- 
hausen, geb. 1827. aus welcher Ehe ein Sohn stammt: Severin (H.), 
geb. 1860. 

Geneal. TA»cheiib. d. fr^ili. Häu»(., 1.H59. 8. 520 uud '^1 u. l^tii, s. 53.S. 

Messingbauer. Reichsadelsstand. Diplom von 1725 für Joseph 
Ferdinand Messingbauer (Messingbaur) , k. k. Reichshofcanzlei- Ver- 
wandten. 

Mtgerle v. Mühlfetd. Erg.-Bd. 8. 378. 

Mestgehten, Metgehten. Altes, früher zu dem ostpreuss. Adel 
zählendes Geschlecht, welches zu Metgehten im Kr. Königsberg und zu 
Pamehnen im Kr. Wehlau sass. 

Freik. r. Ltdehyr, II. 8 98. 

^ Mestich. Altes, schlesisches, vor dem 17. Jahrb. ausgestorbenes 
Adelsgeschlecht. 

Sinapitu, I. 8. 635. - Sifbmach^r, I. 69; v. Mestich, 8rhl«'s|»ch. - t.Med^ng. 11. S. 370. 

Mesurenr. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 1810 für An- 
selm Mesureur, k. k. pens. Oberstwachtmeister, wegen 55jähriger 
Dienstleistung. 

Mfgeil« 9. Mühlftld. 8. 227 

Mesz^na v. Hiv-Vär, Freiherren. Erbl. - österr. Freiherrnstand. 
Diplom vom 23. März 1818 für Johann v. Mesz^na, k. k. Oborlieute- 
nant im Husaren - Regimente König von Grossbritann., mit dem Prlidi- 
cate : v. Hiv-Var (Treue Burg). Der Empfänger des Diploms stammte 
aus einem ungarischen Adelsgeschlechte,- in welches Franz Meszenn, 
Schlosshauptmann in dem bischöflichen Schlosse zu Neutra in Ungarn, 
wegen ruhmvoller Vertheidigung dieses Schlosses gegen die Türken 
and gegen RÄkoczy, durch Diplom vom 24. Febr. 1656 den ungari- 
schen Adelsstand gebracht hatte. — Freih. Johann, geh 1785 zu Gran, 
k. k. Major in d. A., vermählte sich mit Elisabeth v. Zämoczky, geb. 
1791, aus welcher Ehe zwei Söhne entsprossten : Freih. Franz, geb. 
1819, verm. 1849 mit Ida v. Odry de Pacs6r, geb. 1826 u. Freih. 
Stephan, geb. 1825. 

Uegerle t. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 79. — Geueol. Tascheob. d. freih. Häuser, ISj^. 8.2.^5 
^■. M «. 1864. 8. 535 a. S6. 



— 256 — 

Methstorff. Altes, bereits im 16. Juhrh. ausgestorbenes, meklen- 
burgisches und brandenburgisches Adelsgeschlecht. 

Siebmacher, 111. 140: v. Metxntörpffen, Brandeuburgisoh. — •. MtdiKg^ It. 8. 370: vmk 
dem li. S. abgegaitgciter mekicuburg. Familien. 

I Metsch, Metzsch, auch Freiherren und Grafen (Stammwappen: 

in Silber ein blauer Sparren). Reichsfreiherm- und Grafenstand. Frd- 
herrn-Diplom vom 27. Dec. 1699 für Hans (Johann) Ernst y. Metseh, 
fttrstl. anhaltschcn Landrath und Unter-Director des Fürstenthoms An- 
halt und (iratendiplom von 1703 für Denselben. — Eins der ältesten 
und angesehensten meissenschen und voigtländischen Adelsgeschlechter, 
wclclies auch in die an Sachsen angrenzenden reussischen und anhalt- 
schen Lande kam und sich namentlich aus den Häusern Reichenbach, 
Plohn u. Netschkau im Voigtlande, Schönfeld im Reussischen etc. ans- 
broitete. — Die Annahme, dass dasselbe mit den alten Grafen v. Maetach, 
Metsch, in Graubüiidten. s. S. 79. in irgend einer Stammverwandtschaft 
gestanden habe, ist längst als unrichtig zurückgewiesen worden, dass 
aber die Familie schon, ehe genauere Nachrichten über dieselbe an- 
fangen, geblüht habe, leidet keinen Zweifel. — Hans Metsch, Amtmann 
zu Altenburg, erhielt nach Müller, Annal. Saxon., 1474 von Karsach- 
sen die Stadt Crimmitschau pfandweise; Caspar M. war um 1491 fiUrstl. 
Sachs. Hofmarschall, später Hauptmann zu Weimar und zuletzt Amt- 
mann zu Plauen; Conrad M. begleitete 1493 den Kurfürsten Friedrich 
den Weisen auf seiner Reise zum heiligen Grabe; Hans M. war um 
1521 Amtmann zu Haus Breitenbach und um dieselbe Zeit ein Anderer 
dieses Namens Hauptmann und Landvoigt im Kur-Kreise, wie auch 
erster Hofricliter zu Wittenberg ; Conrad M., des letztgenannten Bru- 
der, Doctor beider Rechte, wurde des Kurfürsten Joachim zu Branden- 
burg Rath und wohnte als Abgesandter 1542 dem Reichstage zu Nürn- 
berg und s])äter als Canzler des Markgrafen Johann zu Brandenburg 
dem Convente zu Eisenach bei; Joseph Levin M., fürstl. burggräfl. 
meissenscher Rath, stund 1519 seiner Gelehrsamkeit wegen bei der Uni« 
versität Leipzig in grossem Ansehen, nahm zuerst aus seinem Geschlechte 
die evangelische Lehre an, wurde Pastor iuMylau und stand mit Luther 
im Briefwechsel; Friedrich M. auf Reichenbach und Friesen, gest 1655, 
— ein Enkel des Joseph Levin M. — k. k. Geh.-Rath und Reichs-Pfen- 
nigmeister, auch kursüchs. Geh.-Rath und Präsident des Ober-Consisto- 
riums, war l<i3(), als K. Ferdinand 111. zum römischen Könige erwählt 
worden, als Einer vom Adel der Erste, welcher wegen Kursachsen das 
Votum ablegte, während sonst wenigstens ein Graf dazu bestimmt wurde 
und Friedrich Heinrich M. war später Domdechant und Rath zu Merse- 
burg. Zu Gauhe Zeit, in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrh. lebten 
Haus Heinrich v. Metsch — früher nahm die Familie an, dass ihr Adel 
bekannt sei und Hess daher das adelige Prädicat weg — als knrsächa. 
Kammeijunker und Domherr zu Merseburg, Carl Heinrich v. M. als 
k. k. Hauptmann, Heinrich Christoph v. M. als naumburgischer Geh.- 
Rath, Regier.- u. Consistorial-Präsident, wie auch Domherr und Scho- 
lasticus daselbst, Carl v. M., Herr auf Reichenbach, als k. poln. u. kur- 
sächs. Land -Kammer- und Kammer - Assistenz-Ratb und ein v. Metsch^ 



o 



— 257 — 

1720 als herz. Ober-Schenk zu Gotha. Carl Sebastian (11.) v. M. — 
ein Sohn des Carl Sebastian (I.), Herrn auf >¥ildenau, welcher 1666 
kursächs. Kammerherr und Ober-Stallmeister war und ein Enkel des 
Sebastian v. M., Herrn auf Kleyt und Reinsdorf und um 1604 kur- 
sächs. Ober -Küchenmeister und Ober-Schenk — starb 1733 als des 
Cardinais und Herzogs zu Sachsen -Zeitz gewesener Ober -Stallmeister. 
— Ein in das FOrstenthum Anhalt gekommener Zweig blühte in vielen 
Oliedem fort. Nach Beckmann kam zuerst Johann Rudolph v. M., Herr 
auf Plohn, welcher um 1530 lebte, nach Anhalt. Von dem Sohne des- 
selben, Joachim Ernst, welcher noch 1560 lebte, entspross Philipp, 
Herr auf Plohn und Polentzke, gest. 1615 als fürstl. anhaltscher Rath 
und Hauptmann zu Rosla und von diesem stammte Joachim Christian, 
Amtshauptmann zu Zerbst, Rosla etc. , dessen Sohn, Johann Ernst, s. 
oben, den Freiherm- u. Grafenstand in die Familie brachte. Letzterer 
hatte zwei Söhne, die Grafen Johann Adolph und Johann Friedrich. 
Der jüngere derselben, Graf Johann Friedrich, k. poln. und kursächs., 
80 wie kurpfälzischer Kammerherr, starb ohne Nachkommen, der ältere 
aber, Graf Johann Adolph, k. k. Geh. -Rath, Reichshofraths-Vice- 
kanzler etc. hinterliess nur Töchter und so erlosch schon wieder bei 
seinem 1740 erfolgten Tode der Mannsstamm der grfLfiichen Linie. 
Die älteste und Erbtochter, Grf. Caroline, geb. 1709 und gest. 1784, 
vermählte sich 1728 mit Johann Joseph Grafen v. Khevenhüller, wel- 
cher, von seinem Schwiegervater adoptirt, mit kaiserlicher Erlaubniss 
vom 24. Apr. 1751 für sich und seine Nachkommen den Namen: Ehe- 
venhOUer-Metsch, s. Bd. Y. S. 91, annahm und mit seinem angestamm- 
ten Wappen das Wappen der Grafen v. Metsch vereinigte. Derselbe 
wurde übrigens als k. k. Geh. -Rath, Conferenzminister etc. 30. Dec. 
1763 in den Reichsfürstenstand nach dem Rechte der Erstgeburt er- 
hoben und erhielt 1775, nach Erlöschen der Fürsten v. Trautson, das 
Oberst-Erbland-Hofmeisteramt des Erzherzogthums Oesterreich unter 
der Enns. — Von den adeligen Linien des Geschlechts haben mehrere, 
namentlich im Kgr. Sachsen, in zahlreichen Gliedern fortgeblüht, die 
Familie war bis auf die neueste Zeit zu Stadt Reichenbach (seit 1460), zu 
Friesen (seit 1445), Brunn u. Reuth im Voigtlande, Ottenhain bei Roch- 
ütz und Ober-Ottenhain bei Loebau gesessen und zahlreiche Sprossen 
des Stammes haben in kur- u. königl. sächsischen Militair- und Civil- 
dienstea, wie früher, so auch bis in die Gegenwart, mit Auszeichnung 
gestanden. — Was noch die gräfliche Linie anlangt, so sind oben die ge- 
wöhnlichen Angaben über dieselbe mitgetheilt worden; doch darf hier 
nicht unerwähnt bleiben, dass ein der Redaction vorliegendes, die in 
Knrsachsen erfolgten Notiticationen enthaltendes Manuscript folgende 
Angabe enthält: „Metsch, Graf. Kaiser Carl VI. giebt kurz vor seinem 
Ableben dem Könige in Polen und Kurfürsten von Sachsen zu verneh- 
men, dass Kaiser Leopold I. schon 1703' Johann Ernst Edlen Panner 
und Freih. v. Metsch in den Reichsgrafenstand erhoben habe und er- 
sucht darum, dass diese Erhebung im Interesse der Nachkommen noti- 
ficirt werde. Die Notification geschah zu Dresden 1. Febr. 1741." 
In Folge derselben ist in Kursachsen später noch der Oraf^istand einer 

Mn49cAk4, D«audi. Ad«l«-L«x. VI. 17 



— 268 — 

Linie der Familie anerkannt gewesen, wie auch Lackabdrttcke von einem, 
nach allem Anscheine in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhun- 
derts gestochenen Petschafte mit der Umschrift: Gräflich Metsch. 
Grösseres Gerichtssiegel und mit dem gi-äflichen Wappen (Schild ge- 
vieit mit gekröntem, das Stammwappen zeigenden Mittelschilde. 1. n.4 
in Gold der zweiköpfige, schwarze Reichsadler mit zwischen den Köpfen 
schwebender kaiserlichen Krone und 2 und 3 in Roth eine goldene 
Krone, aus welcher drei goldene Straussenfrdem aufwachsen) unzweifd- 
haft ergeben, doch sind über diese gräfliche Linie nähere Angaben nicht 
aufzufinden. 

Knauth, S. hU ii. 3l. — B^ekvtaHn, VII. Crtp. 2. S iM-Aw ii. Tab. B. : v. M. u. Frdk. 
V. M. - Sinapiui , I. 8. 637. — Gauhf , I. 8. 13.S6-59. — Avemann . Klrcliberg. Historie, 
8. 269. — Zedier, XS. 8. 1.189 und 90. — Hotrachelniann, Samml. vuu Wappen. 8. 58—41. 
—Megerl« r. Mühl/eld, Krg.-Bd. 8. 22. - N. Preusi». A.-L. lil. 8. 400. - Freih.v. Lrdebmr, 
n. 8. 98 und 99. — Siebmacher , I. 159: v. Met^trh, Mcissnisch. — 9. Meding, II. 8. 371 «ad 
78; V. 11. u. Frelh. v. M. — Tpr0f, l. 60 Freib. v. M.. Oberat d. brandenb. Üarde da Com 
und 11. 131: Gr. v. M. — Suppl. ku Siebm. W.-B. I. 5: Gr. ▼. U. IV. .10: v. M, Vni. S: 
Gr. V. M. und VIII. 5 t P.-H. t. II. 

» Metternich, Freiherren, Grafen, Fürsten etc. (Stammwappen: 

in Silber drei, 2 und 1, Seemuscheln). Reichs-Freiherrn-, Grafen- und 
Füi'stenstand. Freiherrndiplom vom 14. Api. 1664 für Wolfgang Hen- 
rich V. Metternich und für das ganze Geschlecht; Grafendiplom vom 
20. März 1679 für Philipp Emmerich Freih. v. Metternich, winnebnrg- 
scher Linie, Ek- Kämmerer des Erzstifts Mainz. Burggraf zu Egw, 
k. k. General-Feldzeugmeister, kurtrierschen Geh.-Rath etc. und Gra- 
fendiplom vom 28. Mai 1696 für Ernst Freih. v. Metternich, chnrs- 
dorfischer Linie ; Fürstendiplom vom 30. Juni 1803 nach dem Rechte der 
Erstgeburt für Franz Georg Carl Joseph Reichsgrafen v. Metternich ra 
Winneburg und Beilstein, Herrn auf Königswarth etc., des Erzstüts 
Mainz Erbkämm., k. k. Geh.-Rath und des katholischen Theils des wtft- 
phälischen Grafen-Collegiums Director. Ausdehnung des erbl.-österreich. 
Ffirstenstandes auf alle Nachkommen des Fürsten Franz Georg Carl 
Joseph vom 20. Octob. 1813 und Verleihung des österr. u. lothringi- 
schen Hauswappens als Gnaden- und Verdienstzeichen in das füratl. 
Wappen vom Mai 1814; neapolitanisches Herzogsdiplom vom 1. Aug. 
1818 für Clemens Wonzeslaus Lothar Fürsten v. Metternich-Wanne- 
burg, k. k. Haus-, Hof- und Staats-Kanzler und Diplom vom 1. Aug. 
1818 für Denselben als Herzog v. Portoila in beiden Sicilien. — Altes 
Dynasten-Geschlecht am Rheine, welches im 16. u. 17. Jahrh. den erz- 
bischöflichen Stühlen von Mainz und Trier Kurfürsten und den Bisthü- 
mem Speier u. Worms Bischöfe gab und im 16. Jahrhundeite, nach- 
dem früher schon einige Linien erloschen waren, noch in sieben Linien 
blühte. Diese sieben Linien waren ; die burscheidischc im Lützenbnrgi- 
schen, die winnenburgische und beilsteinsche im Erzstifte Trier, die 
t^hursdorfische in der Mark Brandenburg , die rodendorffische in Lo- 
thringen, die müllenarckische im Hcrzogthume Jülich und die nieder- 
bergische ebenfalls im Jülichßchen, von welchen Linien später nur die 
winneburgische Linie übrig blieb , welche , nachdem die beilsteinsche 
1695 mit Dietrich Adolph Freih. v. Metternich erloschen war, die gros- 
sen Allodialbesitzungen der letzteren erbte und sich dann Metternich- 
Winnebnrg-Beilstein nannte nnd schrieb. ~ Als Stammsitz der Familie 



— 269 — 

wird Metternich unweit Lechenich (Reg.-Bez. Cöki), u. als allgemeiiier 
Stammvater Carl y. Metternich genannt, welcher 1350 Zievel, oder • 
Zievelerbnrg ebenfalls bei Lechenich kanfte. Derselbe hinterliess zwei 
Söhne. Die einzige Tochter des Aeltesten, Sibylla, vermählte sich vor 
1440 mit Godart Wolff v. Guttenberg (Gudenberg) aus einer hes»schen 
Familie und brachte demselben das Gut Metternich zu , weshalb die 
Nachkommen sich Wolff, genannt Metternich , zur Gracht, nannten, s. 
den nachstehenden Artikel. CarPs jftngerer Sohn, Johann (lY.) zu Zie- 
vel, hatte, nebst andern, zwei Söhne, Johann (V.) zu Zievel a. Otto zn 
Niederberg, von welchem die niederbergische Linie gegründet wurde, 
indem von seinem EnkeK Otto (II.), Sohn des Otto (L), zwei Söhne, 
Christoph und Johannes, von Ersterem aber Johann und von Letzterem 
Johann Salentin stammten. Durch zwei Söhne Johanns (Y.) zu Zievel, 
Carl zu Sommerberg und Zievel und Ludwig auf der Broel schied sich 
der Stamm in zwei andere Linien und durch Ludwigs drei Enkel von 
seinem Sohne Johann in drei oder vier verschiedene Aeste. Diese drei 
Enkel waren : Bertram auf der Broel, dessen Linie mit dem Enkel wie-? 
der erlosch ; Friedrich zu Niederwig, dessen älterer Sohn , Hans Rein- 
hard, den heddersdorfschen und der jüngere, Johann Philipp, vermählt 
mit Margaretha v. Brandscheid, den rodenbergischen Ast stiftete und 
Heinrich zu Ramelshoven, Herr auf Mflllenarck, welcher den mflUen- 
arckischen Ast gründete. Der Sohn des Letzteren , Albert, war mit 
Anna v.Buracheid vermählt. — Carl zu Sommerberg u. Zievel, s. oben, 
pflanzte durch seine zwei Söhne, Diether u. Edmund, zwei neue Zweige, 
Diether zu Burscheid setzte nämlich den burscheidschen Ast fort^ der 
jedoch mit der zievelischen Nebenlinie später wieder erlosch. Edmund 
aber auf Vettelhoven, welcher aus der Ehe mit Ammei Kolbe v.Vettelr 
hoven zwölf Söhne und dreizehn Töchter hatte, pflanzte das Geschlecht 
dauernd fort. Der zweite Sohn desselben, Dietrich, Herr zu Sommer- 
berg, wurde nämlich der Stammvater der chursdorffischen Linie und der 
Yater Ludwigs, dessen Enkel, Ernst, zum k. preuss. Geh.-Rath, be- 
volkn. Prinzipal-Gesandten anf dem Reichstage zu Regensburg u. Statt- 
halter des FOrstenthuihs Neufchatel stieg, Hans oder Johann aber,Ed- 
mund's ältester Sohn , wurde der Stifter der winneburgischen Linie, 
welche allein das Recht der Reichsstandschafb erlangte. Yon Johann 
stammten nämlich unter Andern drei Söhne : Bernhard zo Yettettioven, 
Hans Dietrich und Lothar, gest. 1623 als Ghurfürst zu Trier, welcher 
Letztere die im westphälischen Kreise gelegenen zwei freien unmittel- 
baren Herrschaften Winneburg und Beilstein, welche nach Abgang ih- 
rer alten Besitzer dem Erzstifte Trier zu Anfange des 17. Jahrhunderts 
wieder anheim gefallen waren, seinem Bruder, Job. Dietrich, überliess, 
wodurch derselbe mit seinen Nachkommen die Würde eines Beichsstan- 
des mit Stimm- u. Sitzungs-Recht auf Reichs- und Kreistagen erhielt 
Johann Dietrich hatte, unter anderen Kindern, zwei Söhne, Wilhelm u. 
Lothar, von welchen Letzterer den schon oben erwähnten beilstein- 
schen Ast stiftete , Ersterer aber den winneburgischen fortsetzte u. der 
Yater des Carl Heinrich , gest. 1679 als Kurfürst von Mainz und des 
Grafen Philipp Emmerich, s. oben, wurde. — Die absteigende Stumm 

17* 



— 260 — 

^ reihe der fortbltthenden Linie Mettemich-Winnebnrg-Beilstein ist nach- 
• stehende: Hans Dietrich Freih. v. Mettemich: Anna Freiin v.Dem; — 
Freib. Wilhelm : zweite Gemahlin : Anna Eleonore Brömser y. Rfides- 
heim, — Graf Philipp Emmerich, gest. 1698, s. oben: erste Gemahlin: 
Maria Elisabeth Magdalena Freiin Waldpot v. Bassenheim; — Graf 
Franz Ferdinand, geb. 1653 und gest. 1719, kurtrierscher Geh.-Rath: 
Juliane Eleonore Grf. zu Leiningen- Westerburg, verm. 1683 und gest 
1742; — Graf Philipp Adolph, geb. 1686 u. gest. 1739, kurtrier. Geb.- 
Rath und Ober-Marschall : Maria Franzisca Freiin Schenk v. Schmid- 
burg, gest. 1722; — Graf Johann Hugo Franz, geb. 1710 u. gestorb. 
1750, kurmainz. u. trierscher Geh.-Rath u. Ober-Amtmann zu Codiem: 
erste Gemahlin : Clara Luise Elisabeth Freiin v. Kesselstadt . vermSUt 
174Ö und gest. 1746; — Fürst Franz Georg Carl Joseph, geb. 1746 
und gest. 1818, s. oben : Maria Beatrix Antonie Aloysie Grf. y. Kagon* 
egg»geb- 1755 u. verm. 1771; — Fürst Clemens Wenzel Lothar, 
geb. 1773 und gest. 1859, Herzog v. Portella, k. k. Haus-, Hof- und 
Staatscanzier etc. : zweite Gemahlin : Antonie Freiin v. Leykam , Grf. 
V. Beilstein, verm. 1827 u. gest. 1829; — Richard Fürst v. Metter- 
nich-Winneburg, Herzog zu Portella, Graf von Königswart, geb. 1829, 
Grand von Spanien 1. Cl., k. k. Kämm., Geh.-Rath und Botschafteram 
k. franz. Hofe, verm. 1866 mit Pauline Grf. v. S4ndor, geb. 1836, ans 
welcher Ehe eine Tochter, Prinzessin Sophie, geb. 1857, lebt. Aus der 
dritten Ehe des Fürsten Clemens Wenzel Lothar mit Melanie Chrf. v. 
Zichy-Ferraris. verm. 1831 u. gest. 1854, stammen, neben einerTodi- 
ter, Prinz. Melanie, geb. 1832 und verm. 1853 mit Joseph Gr. Zichy 
V. Yasonykeö , zwei Söhne : Prinz Paul , geb. 1834 , k. k. Rittmeister u. 
Prinz Lothar, geb. 1837, k. k. Statthalterei-Concipist. 

Sp4n€r, a. 741 o. Tab. SS. — Imkof. Lib. 9. - ffumbraekt , Tab. 25S— 55. — DvreU. 
W«lt« Aasg. von 1710. II. 8. 708—23. — Bubntr, 11. Tab. iSh^bJ. — Sinapiu9, U. 8. 147. 

- Oauk€, 1. 8. 1S59— C6. — •. Hattitein , I. 8. 37^-87. - Zedier, XX. S. 139^—1400. — 
BUdirnumnf Cantoa Ottenwald, Tab. 26A-71. - Sateer, S. 679. — Jaeobif 1800. 11. 8. 110. 

- Megerle 9. Mük^feld, 8.6. - Schmutz, II. 8. 532. — RobenM, Niederrh. Adel, II. 8. 7--17. 
~ Allgam. geneal. and Staatt-Handb. 1824. I. 8. 344. — e. Sehön/etd, AdeltMhamatisaiat [. 
8. 21—93. — Maaohf 8. 99—101. — (Jen. hiNt.-stat. Almanach. Weimar. 1832. 8. S54-.58. — 
M. Pr. A.-L. ni. 8. 400-402. — Freih. ». Ledebur, II. 8. 99. — Goth. Hofcal. 1886, 8. 110, 
1848. 8. 168. 1850. 8. 159 u. 1862. 8. 170 u. 71. - Siebmachet* I. IK7: v. M.« WastfihlMtcJi 
n. VI. 14: Gr. t. M. — Trier. 8. 573—75 u. Tab. 102. - v. Meding, 11. 8. 372-74. — Sop- 

Slem. SU Siebm. W.-Il. IV. 18 : F. Hrn. v. M. zu Bartchrid und su Winneburg. — RiA§n$, 
lern. Werk. I. 55. — Tyroff, 11. 230 : Fürst v. Il.-W..0oh8eiihaugen. — W.-B. der Preiias. 
Khelnprov. Tab. 34. Nr. ttS u. S. 142: v. M. — Dornt, Allg. W -B. I. 8. 136— .19 u. Tab. 109. 

Mettemich, genannt Wolff zur Gracht, Wolff- Mettemich rar 
Gracht, Freiherren und Grafen (Schild geviert: 1 u.4 quer getheilt: 
oben in Blau ein silberner Tumicrkragen von drei Lätzen und unten in 
Silber ein einwärtsschreitender Wolf von natürlicher Farbe: Stammwap- 
pen; 2 u. 3 in Gold eine rothe Lilie, welche oben zu beiden Seiten mit 
je einem linkssehendeto , grünen Vogel mit goldenem Halsringe besetzt 
ist : Elmpt). Reichs-Freiherm- und Grafenstand. Freiherrndiplom vom 
18. Aug. 1621, nach Anderen vom 21. Jan. 1637 fttr Johann Adolph 
V. Mettemich, genannt Wolff, kurcöln. Geh.-Rath , Land-Hofineister u. 
Marschall, mit dem Prädicate : zur Gracht u. Grafendiplom vom 27. Aug. 
1742 fttr Franz Joseph Freiherrn v, Mettemich, genannt Wolff zur 
Gracht, kurcöln. Gesandten bei der Kaiserwahl Carls VII. — Altes, 
rheinlftndisches Adelsgeschlecht, welches ursprünglich ans Hessen stammt 



— 261 — 

und den Namen: Wolff v. Guttenberg, oder Gudenberg führte. Die 
Stammreihe des Geschlechts beginnt Arnold Wolff v. Gnttenberg , Rit- 
ter, Herr zu Jetter in Hessen, dessen Sohn, Wilhelm, sich in der zwei- 
ten Hälfte des 14. Jahrh. bei Andornach am Rheine niederliess. Wil- 
helm's Sohn, Gothard, vermählte sich mit Sibylle y. Mettemich, s. den 
vorstehenden ArtikeL S. 259, einer reichen Erbtochter und nahm den 
Namen: Wolff v. Metternich an. Ein Enkel des Letzteren, Hierony- 
mus, vermählte sich mit Catliarina v. Buschfeld , Erbin von Gracht un- 
weit Lechenich und Forst (Voi*st) und ein Enkel desselben, Johann 
Adolph , brachte , wie angegeben , mit dem erwähnten Prädicate : den 
Freihermstand in die Familie. Zwei Enkel des Freiherm Johann Adolph,' 
die Gebrüder Johann Adolph (Tl.), knrcöln. Geh.-Rath u. Hieronymus 
Leopold, stifteten zwei Linien, Ersterer die später gräfliche , Letzterer 
die freiherrliche zu Wehrden unweit Höxter in Westphalen. Aus Jo- 
hann Adolph's Linie wurde der Sohn desselben. Franz Joseph, s. oben> 
Reichsgraf. Was das bei Erhebung in den Grafenstand in das Wappen 
gekommene v. Elmptsche Wappen anlangt, so vermählte sich Daniel v. 
Elmpt, kurpfälzischer Geh.-Rath, 1674 mit Maria Catharina (nach an- 
deren Angaben: Anna Maria) Freiin v. Wolff- Mettemich zur Gracht, 
Schwester des Freiherrn Johann Adolph (H.), und gab derselben seine 
sämmtlichen Güter : Burgau etc. als Ausstattung, mit der Bestimmung, 
dass, falls die Ehe kinderlos bleiben sollte , dieselben an die v. Wolff- 
Mettemich kommen müssten , doch hätten diese Namen und Wappen 
der V. Elmpt fortzuführen und geschähe diess nicht, so falle die Erb- 
schaft den V. Bongard zu Pfaffendorf zu. Von Maria Catharina ver- 
mählten V. Elmpt entspross ein Sohn, Hieronymus v. Elmpt, doch starb 
derselbe ohne Nachkommen, worauf die Mutter ihrem Bruder, Johann 
Adolph (ü.) V. W.-M., die Güter Burgau etc. 1704 überliess. Später, 
1708, vermählte sich die verw. Frau v. Elmpt in zweiter Ehe mit Jo- 
hann Friedrich v. Schaesberg, welcher nach ihrem Tode , wegen von 
ihm gemachter Verbessemngen, Burgau im Besitz behielt, wodurch ein 
Rechtsstreit entstand, in welchen sich die v. Elmpt zu Dammerscheidt 
mengten und welcher 1790 so entschieden wurde, dass die v. WoMF- 
Mettemich dem General Johann Martin v. ELoopt Burgau heraus geben 
mnssten. — Die absteigende Stammreihe der Grafen v. Wolff -Metter- 
nich zur Gracht ist durch Fahne's grossen Fleiss genau bekannt und 
zwar ist dieselbe folgende: Arnold Wolff zu Gnttenberg, Ritter, Herr 
zu Itter in Hessen; — Wilhelm, bei Andernach gesessen: N. v.Kotten- 
heim ; — Gothard Wolff v. Metternich, so genannt seines Sitzes wegen : 
SibyUa v. Mettemich, Erbin von Metternich; — Peter, geb. 1440 und 
gest. 1523, kurcöln. Amtmann: Iburgis v. Melier, Erbin zn Friffem, 
Meiler und Piram; — Heinrich zu Frissem, gest. 1640, kais. und kur- 
mainz. Ober- Amtmann : Sophie v. Schlickum; — Hieronymus, Amtmann 
zn Bliessem, geb. 1513 u. gest. 1592: Catharina v. Buschfeld, Erbin 
zu Gracht; — Hermann zu Gracht, geb. 1542, kurcöln. Hauptmann und 
Geh.-Rath : Maria v. Hochsteden, verm. 1587 ; — JohannAdolph, Frei- 
herr, kurcöln. Geh.-Rath u. kurbayer. Ober-Eämmerer etc. : Maria Catha- 
rina v. Hall, verm. 1615 ; — Degenhard, geb. 1616 und gest. 1668: erst^ 



— 262 — 

Gremahlin: Philippine Agnes Freiin v. Reuschenberg, gest. 1663; — 
Johann Adolph (IT.) kurcöln. Geh.-Rath, Ober-Kämmerer n. MarsdiaU, 
geb. 1651 n. gest. 1722: zweite Gemahlin : Anna Maria Therese Tmeh- 
sess zu Wetzhausen ; — Franz Joseph, Graf, genannt v. Elmpt zu Bur- 
gau : Maria Isabella Theresia Freiin v. und zu Gymnich ; — Graf Jo- 
hann Ignaz : Antoinette Franzisca Freiin v. Asseburg ; — Graf Max 
Werner Joseph Anton, gest. 1839: zweite Gemahlin: Mathilde Freim 
V. Wenge: — Graf Levin, geb. 1811, jetziges Haupt des grftfl. Hauses, 
Herr der rheinpr. Rittergüter: Schloss Gracht, Haus Strauweiler, Burg 
Fichenich, Gr. Burg Klein-Büllesheim, Gr. u. Klein-Forsterhofu.Verken»- 
burg, HausRaedt u. Haus Lindenberg, der westphäl. Rittergüter: Beeke, 
Brabeck, Vett^nockholt und Haus Gevinghausen, des Ritterguts Bispe- 
rode im Herz. Braunschweig, des R.-Gutes Gross-Lobke im Kgr. Han- 
nover , des R. - Gutes Weilbach im Herz. Nassau und der Grundherr^ 
Schaft Flebingen im Grossli. Baden , Erb-Ober-Jägermeister im Hers. 
Jülich, verm. in erster Ehe 1835 mit Marie Luise Freiin y.Weichsintr 
Wenne, geb. 1816 und gest. 1838 und in zweiter 1841 mit Josephine 
Grf. V. Hompesch-Bollheim, geb. 1822 und gest. 1858. Aus der erstoi 
Ehe stammt, neben einer Tochter. Grf. Johanna, geb. 1836, venu. 1854 
mit Napoleon Freih. v. Loe-Imstenrath, ein Sohn: Graf Max, geb. 1837, 
k. preuss. Lieut. im 2. rhein. Landw.-Reg. , verm. 1850 mit Hedwig 
Grf. Droste zu Vischering v. Nesselrode-Reichenstein , geb. 1839, aus 
der zweiten Ehe aber leben , neben zwei Töchtern , Grf. Isäbella , geb. 
1842 und Grf. Mathilde, geb.1846, vier Söhne, die Grafen: Friedrieh, 
geb. 1843, Ferdinand, geb. 1845, Levin, geb. 1850 und Paul, gest 
1853. — Die beiden Brüder des Grafen Levin sind, neben einerSchwe- 
ster, Grf. Marie, geb. 1822, verm. 1839 mit Joseph Freih. v. Fürsten- 
berg-Herdringen zu Mussendorf, die Grafen Maximilian und Friedrich. 
Graf Maximilian, geb. 181 4, Besitzer der rheinpreuss. Rittergüter Ojrm- 
nich, Brüggens und Satzfei, Nörvenich und Durboslar, Yischel u. Burt- 
scfaeid. k. preuss. Kammerh. , vermählte sich 1840 mit HermenegUde 
Grf. V. Bocholtz-Asseburg, geb. 1819 und Graf Friedrich, geb. 1817, 
Herr zu Vinsebeck im Kr. Höxter, 1839 mit Isabella Freiin v. Rom- 
berg, gest. 1852. Beide haben den Stamm fortgesetzt und zwar Erale- 
rer durch vier Töchter und vier Söhne und Letzterer durch eine Toch- 
ter u. ebenfalls vier Söhne, über welche sämmtlich das geneal. Taschenb. 
der gräflichen Häuser Näheres ergiebt. — Die freiherrliche Linie su 
Wehrden in Westphalen (Schild quergetheilt : oben in Blau ein silber- 
ner Turnierkragen mit drei Lätzen und unten in Silber ein rechtsschrei- 
tender Wolf von natürlicher Farbe) stiftete Hieronymus Leopold Frei- 
herr V. Wolff-Mettemich. s. oben, geb. 1661 u. gest. 1719, fOrstbisch.- 
paderb. Geh.-Rath u. Oberst-Stallmeister, Herr auf Wehrden, Amelunkeü 
und Drencke , verm. mit Anna Antonie Freiin v. d. Horst zu Helten- 
broeck. Von demselben stieg die Stammreihe, wie folgt, herab : Freih. 
Franz Wilhelm, geb. 1700 und gest. 1752, Herr zu Wehrden etc.,ktir* 
cöUi. Geh.-Rath: Sophia Brigitta Freiin v. der Asseburg, verm. 1729 
und gest. 1770; — Freih. Clemens August, geb. 1744 und gest. 1818, 
Herr auf Wehrden etc. , kurcöln. Eammerherr: Maria Theresia Freiin 



— 263 — 

V. und zu Hamm, gest, 1821; — Freih. Philipp, geb. 1770 und geat. 
1852, Herr auf Wehrden, Amelunxen und Drencke, k. preuss. Geh, 
Regier. -Rath und Landrath a. D. : Dorothea Freiin v. Haxthausen, 
Xerm. 1800 und gest. nach 1852; — Clemens Freih. v.Wolff, genannt 
Mettemich zu Wehrden, geb. 1803 — jetziges Haupt des freih. Hau- 
ses — Herr auf Wehrden , Amelunxen und Drencke , gewesener Vice- 
Präsident der k. pr. Regierung zu Potsdam, verm. 1838 mit Augusta v. 
Hartmann. geb. 1818, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin 
Anna, geb. 1839, verm. 1860 mit Ludwig Freih. Ostmann v. derLeye, 
Herrn zu Horneburg, ein Sohn lebt, Freih. Philipp, geb. 1842. — Die 
beiden Brüder des Freiherrn Clemens sind, neben fünf Schwestern : Freiin 
Theresia, j}eb. 1801, Maria Anna. geb. 1805, verm. 1842 mit Carl 
Freih. v. Lüninck zu Ostwig, Adolphine, geb. 1808 u. verm. 1826 mit 
Carl Freih. v. Boeselager zu Heessen, Sophie, geb. 1808, verm. 1841 
mit Clemens Freih. v. Boeselager auf Nette, gest. 1858 u. Freiin Adel- 
heid, geb. 1811, die Freiherron Friedrich und Carl. Freih, Friedrich, 
geb. 1816, k. preuss. Landrath des Kr. Höxter, vermählte sich 1859 
mit Maximiliane^ der Decken und Freih. Carl, geb. 1820 , k. preuss. 
Oberförster zu Benrath, in erster Ehe 1849 mit Anna Maria Freiin v. 
Bourscheidt, gest. 1852 u. in zweiter 1853 mit Sophie Freiin v.Wrede- 
Melschede, gest. 1861. Aus derzweiten Ehe lebt, neben einer Toch- 
ter, Maria, geb. 1856, ein SohflfFerdinand, geb. 1855. — Von dem 
Bruder des Freih. Philipp, dem Freiherrn Theodor , geb. 1777, k. pr. 
Major a. D., verm. 1803 mit Josephine Freiin v. Schmising, gen.Eers- 
senbrock, gest. 1832, entsprossten zwei Töchter, Marie verw. Freifrau 
V. Berswordt u. wieder verm. Frau v. Elsholtz, geb. 1803 und Sophie 
verm. Freifrau v. Wittenhorst, geb. 1817 und zwei Söhne, die Freiher- 
ren August und Friedrich. lietzterer, geb. 1820, ist k. k. Hauptmann, 
Freiherr August aber, geb. 1808, vermählte sich 1834 mit Panline de 
Lequay , aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Freiin Marie, geboren 
1834, vier Söhne stammen, die Freiherren: Carl, geb. 1825 , Joseph, 
k. k. Hauptmann, Georg, geb. 1835 und Franz, geb. 1839. 

Durchl. Welt, I. Abth. 8. S. 73. — Uumbracht, Tab. 132. — Oauh* , 1. S. 3926-28. - 
ZtdUr, XX. 8. 1892 u. LVCII. 8. 1283-36. - Btedtrmann. Fürsten, 8. T»b. «9. - v.8t«i- 
imh, II. 8. 6S0. — N. Oeneal. Handbuch. 1777. 8. 161 und 62. 1778. 8. 410—12 n. Nnobtrag, 
IDS und 27. - Robffu, niederrheln. Adel. I. 8. 378-86. - N. Pr. A.-L. IV. 8. SM. — Deut- 
tebe Orafenhiuser der Oegenw. II. 8. lU-116. — Frtik. t. ledebur» II. 8. 99 nad 100. — 
Gtneal. Tftschenb. d. grifl. H&uter, 18ti4. 6. 546—48 ond hiator. Hif|dbnch au Demselben, 
S. 594. — Geneal. Taschenb. der freih. HSnser, 1848. 8. 405-407 aiW 1864. 8. 586 u. 37. — 
Siibmackert 190: Die WölfF. gen. Metternlch, Weitphilinoh. — v. M^dina, II. K. 669-71. — 
», dtr Vorst au Lombeck-Gudenau, Oruudsätae der Wappen-Kunst, Cöln. 8. ls»0. — W.-B. 
d. Prenasisehen RheinproTinx, 1. Tab 131. Nr. 261 und 8. 118 und 119: Gr. ?. W.-M. 

Metternich , Meternich (im von Gold und Roth achtmal querge- 
streiften Schilde ein schwarzer liöwe mit gedoppelter Quaste am Schweife). 
Altes, jölichsches Adelsgeschlecht, welches in der ersten Hälfte des 
15. Jahrb. noch blühte. 

Garf?»//t. Codex dlplomatlcus, Tom, 11. 8. 1266: Siegel von 1429. — v.Meding.U. S.SIi. 

Mettich, Moettich, Mettich u. Tschetschan, Freiherren n. Grafen. 

BöhmischerFreih.-u. Reichsgrafenstand. Freiherrndiplom vom 9. Sept. 
1605 für Balthasar v. Mettich, Herrn auf Klizyne, Landrechtsbeisitzer 
der Fürstenthümer Oppeln und r»atibor u. Grafendiplom vom 12. Nov. 



— 264 — 

1633 für Johann Joachim Freih. v. Mettich, kais. nnd fÜrstbischOflieh» 
breslau. Kath und Kämm, nnd Landeshauptmann zu Oppeln. — Altes, 
schlesisches Adelsgeschlecht , welches früher auch Mettichen , Metdoht, 
Möttichen nnd Mütticht geschrieben und von Siebmacher und Sinapim 
auch zum sächsischen Adel gerechnet wurde, doch ist noch nicht gew!» 
festgestellt , dass zu letzterem Adel v. Mettiche gehört haben und war 
diess wirklich der Fall , so waren dieselben zweifelsohne Sprossen des 
schlesischen Stammes. — Hans v. Mötticht und Tschetschau im Oppd- 
schen, Ritter des Johanniterordens, Commendator zu Klein-Oels u. Wr 
ber-Kämmerer am Hofe K. Rudolph H., lebte um 1586. Johann Nico^ 
laus y. M. nnd Tschetschau auf Schräbsdorf , Rocksdorf n. Riegersdorf, 
starb 21. Jan. 1621 u. 7. Dec. desselben Jahres verschied plötzlich an 
der Tafel des Prälaten von Heinrichsau Hanns v. M. auf Wirschbel iL 
Antheil Schraebsdorf , welcher 1 605 zum Landeshauptmann des Fflr- 
stenthums Münsterberg und des frankensteinschen Weichbildes gewählt 
worden war. — Freih. Balthasar, s. oben, hatte sich mit Helena FreÜB 
v. Schaffgotsch vermählt, aus welcher Ehe der obengenannte erste Graf 
Johann Joachim entspross, dessen Sohn aus der £h^ tnit Eva Benigna 
Burggräfin zu Dohna , Graf Carl Joachim , Herr auf Wiese , Dambran, 
Langenbrück und Buchelsdorf, sich mit Anna Maria Freiin v. Proskan 
vermählte, den Stamm fortsetzte und, das Seniorat Wiese stiftete. Von 
den Nachkommen desselben lebten lV30 drei Grafen v. Mettieh u. der 
Familie stand, ausser dem Seniorate Wiese, auch die oppersdorfscbe 
Majorats-Herrschaft, welche immer auf den ältesten Sohn des Besitzers 
fiel, zu. Um die genannte Zeit war Graf Ferdinand , verm. mit einer 
Grf. V. Schrattenbach , Senior der Familie. In neuer Zeit lebten die 
Gebrüder Graf Carl und Graf Heinrich und ein dritter Bruder, welcher 
bis 1806 im k. preuss. Cuirassier-Regimente v. Bününg stand n. später, 
als Rittmeister a. D. und vermählt mit einer Tochter des verstorbenen 
Generals der Cavall. v. Dalwig, verw. Grf. v. Dyhm, erst in Dresden n. 
zuletzt zu Bernstadt in Schlesien, wo er auch das Bürgermeister- Amt 
angenommen, wohnte. Diese drei Brüder waren Söhne des Grafen Franz, 
k. k. Kämmerers und Obersten in d. A. aus der Ehe mit Maria Gräfin 
V. Althann a. d. H. Grüssbach in Mähren, geb. 1745 und gest. 1784. 
— Carl R.-Graf V. Mettich, Freih. v. Tschetschau, geb. 1774 u. gest 
1825, letzter Herr der Seniorats - Herrschaft Wiese bei Neustadt in 
Oberschlesien (welche nach seinem Tode , mit Erlanbniss der Agnaten, 
zum Verkaufe kam), Landes- Aeltester des Kr. Neustadt, vermählte sich 
in erster Ehe 1795 mit Antonie Grf, Carwath a. d. H. Ober -Dammer 
in Schlesien, geb. 1772 und gest. 1805 und in zweiter 1806 mit Anna 
Grf. Henckel v. Donnersmarck a. d. H. Siemianowitz, geb. 1775 u. ge- 
storben 1829, aus welcher zweiten Ehe eine Tochter stammt: Grf. Ma- 
rie, geb. 1806, verm. 1835 mit Joseph Grafen v. Larisch, Freiherm y. 
Ellgoth und Karwin. k. k. Kämm, und k. preuss. Generalmajor a. D., 
gest. 1841. — Graf Heinrich, s. oben, geb. 1778 und gest. 11. April 
1853 als der Letzte des Mannsstammes seines alten Geschlechts, hatte 
sich 1803 vermählt mit Maria Freiin Saurma v. der Jeltsch a. d. H. 
Schraebsdorf, geb. 1786 u. gest. 1836, Erbfrau auf Silbitz u. Strachau, 



— 265 — 

Die Nichte nnd Adoptivtochter Beider, Caroline R.-6rf. v. Mettich- 
Mohr (dnrch k. Diplom in Folge der Adoption), geb. 1816 — Tochter 
des 1837 verstorbenen Anton Mohr v. Ehrenfeld, k. k. ObersÜientenants 
in d. A. u. der 1818 versii^rbenen Josephine Grf. v. Mettich a. d. H.Wiese 

— Erhfrau auf Silbitz u. Strachau im Kr. Nimptsch , vermählte sich in 
erster Ehe 1833 mit Gideon Michael Freih. v.Wimmersberg, Majorats- 
herrn auf Peterwitz bei Neisse u. k. prenss. Kammerherrn, gest. 1855 
und in zweiter 1859 mit Hndolph Grafen Stillfried v. Alcdntara u.Rat- 
tonitz, k. preuss. Geh.-Rath, Oberceremonienmeister etc. 

Sinapiu* . l. «. 637 u. II. 8. 148. — Gauh^ . f. S. I36Ä u. 66. — ZedUr, XX. S. 1400. 

— N. Pr. A.- L. irr. 8. 40-2 u. 4DS. — Dentscho OrMffnhSu«. d. Qegenw. II. 8. 116—18. — 
Freih. r. Ledfbvr . IT. 8. 100. — Of nf al. Tuschenh. der griflfch. Hftuser, 1864. S. .M9 u. .10 
u. histor.. Handhuf h xu Demselben, 8. 597. — 8iehmacher , I. 166 : ▼. Metüch, Sachaiseli, 
n. .SO: V. Tjichoisi l.nu MfltlcliPn, Prlilfii^ch, IV. 3: Gr. v II. ii. IV. 125: ▼. M. — v. Me- 

ding^ fir. 8. 4.31-'U. - norat, AWs. W.-H. II. 8. ISl ii. 8« U.Tab. 279. 

Mettin/^h, Freiherren. Reichs-Adels- u. Freiherrnstand. Adels- 
Diplome vom 31. Juli 1744 fttr Menco Mettin^h. gräfl. sajm - wittgen- 
steinschen Canzlei - Director zu Berleburg, und vom 18. Juli 1776 für 
Johann Jacob (I.) Mettingh, Bürger zu Frankfurt a. M. und Freiherrii- 
Diplom vom 4. Mai 1766 für Menco Heinrich Mettingh. gräfl. isenburg. 
und erbach-erbach. u. schönberg. Hofrath. — P'in wohl aus Westpha- 
len stammendes Geschlecht , aus welchem Dr. Johann Jacob Mettingh 
1726 als Advocatus Ordinarius zu Tecklenbursr lebte. Derselbe, später 
gräfl. isenburgischcr Regierungs-Rath und soin Bruder Gerhard Domi- 
nicus Mettingh in Westphalen , vermälilten sich mit den Schwestern 
Margaretha Elisabetha und Jacobine, Töchtern des frankfurter Syndi- 
CU9 und Juris Licentiatus Johann Jacob Schütz und seiner Gemahlin. 
Catharina Elisabetha Bartels, wodurch die Nachkommenschaft des Jo- 
hann Jacob M. und zwar Menco Heinrich M. 1737 u. der Bruder des- 
selben, Johann Jacob (TT.) M., 1757 zu dem Bürgerrechte der Stadt 
Frankfurt a. M. gelangten. Johann Jacob (H.) M. erhielt, wie ange- 
geben, 1776fden Reichsadelsstand und zwar, ,,da seine Vorfahren sich 
den Wissenschaften gewidmet und in fürstlichen u. gräflichen Diensten 
gestanden, weshalb auch seio Bruder, der gräfl. erbach-erbach u. schön- 
bergsche Hofrath Menco Heinrich v.M. 1766 bereits geadelt, auch sein 
Schwager Menco v. M. (s. oben) schon 1 744 ebenfalls geadelt worden a. 
er selbst seit 50 Jahren das ritterschaftliche Gut Lindenthal in der Wet- 
teran besitze." — Der Stamm hat in der Nachkommenschaft des Frei- 
herm Menco Heinrich dauernd fort^jehlüht und die Stammroihe stieg 
wie folgt, herab: Menco Heinrich Freih. v. Mettingh, gest. 1774. förstl. 
isenburg. Hofrath: erste Gemahlin: Eleonore Johannette Lucius, verm. 
1737 und gest. 1739: — Freih. Samuel Jacob, geb. 1738 und gest. 
1806, Doctor beider Rechte: zweite Gemahlin: Anna Susanna v. Hey- 
den, verw. Schaaf, verm. 1776 u. gest. 1796; — Freih. Carl, geboren 
1791, k. bayer. Kämmerer und Forstmeister a. D., jetziges Haupt des 
freih. Hauses, verm. 1822 mit Clara Freiin v. Mettingh, geb. 1802 und 
verm. 1822, (Tochter des 1833 verstorbenen Freih. Peter Friedrich, 
Stiefbruder des Vaters), aus welcher Ehe, neben einer Tochter, Bertha 
verw. Frau v. Wulffen, geb. 1824, zwei Söhne stammen : Freih. Frie- 
drich, geb. 1826, k. bayer. Kammeijunker und Bezirksgerichts -Socre- 



"^ 



— 266 — 

tair zu Ansbach, verm. 1859 mit Maria Freiin Löffelholz v. Colberg, 
geb. 1837 und Freih. Moritz, geb. 1827, k. bayer. Kammerjunker. — 
Von den Brüdern des Freiberrn Carl haben die Freiherren. Johann 
Frie^Jricb und Menco Heinrich Nachkommen Jjlnterlassen. Freih. Jo- 
hann Friedrich, geb. 1778 und gest. 1854, hatte sich 1806 mit Elisa- 
betha Schaefer, gest. 1855, vermählt und aus dieser Ehe entsprosstes 
drei Töchter: Clementine, geb. 1^08, verm. 1841 mit Joseph Ft&ül 
Stockhorner v. Starein. grossh. bad. Kammerh. und Geh. Regiemngs- 
Rath a. D. ; Maria Antonie, geb. 1810, verm. 1832 mit Jacob Eduard 
V. Stockhausen, grossh. hess. Ober-Forstrath und Anna, geboren 1811, 
verm. 1839 mit Carl August v. Stockhausen, grossh. hess. Oberst. Freih. 
Menco Heinrich, geb. 1780 und gest. 1850, k. preuss. Geh.Legations- 
Rath, war vermählt mit Emilie v.Pfuel und aus dieser Ehe entsprossten 
Freiin Ida , geb. 1822, verm. 1846 mit Ludwig v. Grolmann, gi'ossb. 
hess. Kammerh. u. Hofgerichtsrath zu Giessen, Freiin Anna, geb. 1828, 
und Freih. Hugo, geb. 1819, k. preuss. Landrath zu Templin. 

V. Lang, S. 187. - N. Pr.Ä.-L. III. 8. 403. — Freih. p. LfAebur, II. S. 100 n. 111.8.109. 
' G'^iieal. Tascheiib. der treib. Häuser, 1857. 8. 490—92 u. 1863. 8. 633—35. — Suppl. sa 
Mfbii. W.-B. IX. 22: v. M. — W.-B. d. Kgr. Bayern, III. «. fiO und r. Wölckem, Abtb. S. 
— 0. N^/rmrMy^r. Adel, Tab. 47 ii. 8. 47 und frankfurter Adel, Tab. 5 u. 8 6. — ATn^seAit«, 

IV. .s. 287-89. 

Mettnitz. Altes, steiermärkisches, von 1165 bis 1589 vorgekom- 
meres Rittergeschlecht. 

Schmutz, II. 8. 541. 

Met«, Edle. Erblilnd. -österr. Adelsstand. Diplom von 1796 ftlr 
Josejih Andreas Metz. k. k. Directorial-Hofconcipisten, wegen 21 jähri- 
ger Dienstleistung, mit dem Prädicate : Edler v. Der Stamm wurde fort- 
gesetzt. In neuester Zeit stand Alexander Edler v. Metz als Hauptmann 
und Wilibald Edler v. Metz als Lieutenant in der k. k. Armee. 

MegfrU r. MühlfPlü. 8. 22«. - Militär - Srhomai. d. österr Kaiserth. 

Metz, Edle v. und zu Thalheim. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1 787 für Christoph Joseph Metz , Ober -Amtmaniv.zu Rottenburg, 
mit dem Prädicate: v. und zu Thalheim. 

Mtgtrl« V. Mü'it/^ld, Krg.-Bd 8. 878. 

Metzbnrg, Mezbnrg, Freiherren. Reichs- und erbländ. - österr. 
Freihermstand. Diplom vom 14. Dec. 1714 für Carl Joseph Edlen v. 
Metzburg, k. k. Gesandtschafts-Attache, wegen seiner bei Abschliessong 
des r} swicker Friedens erworbenen Verdienste und Bestätigungsdiplo 
des Freiherrnstandes der Familie von 1779 für die Enkel desselbe 
Carl V. M., k. k. Gesandten zu Warschau und Franz Leopold v. M. r- 
Altes, aus Freiburg im Breisgau stammendes adeliges Patricier- Ge- 
schlecht, welches zu Anfange des 17. Jahrb. in dievorder-östern Ijande 
kam und mit dem Namen: Metzger adelige Güter und andere Lehen 
besass. — Die ununterbrochene Stammreihe der Familie beginnt mit 
mit Johann Georg Metzger . Patrizier zu Freiburg, gest. 1615. Von 
demselben stammte im 4. Gliede Johann Georg (IV.) Metzger, früher 
k. k« Gesandtschafbs-Cavalier, später Stadthauptmann und k. k. Pust- 
meister zu Brunn, welcher 8. Sept. 1690 in den erbländisch-österr. Bit- 
terstand mit dem Prädicate : Edler v. Metzburg versetsst wurde. Von 



— 267 — 

demselben ent^pross , neben vier anderen Söhnen , ans zweiter Ehe mit 
Anna v. Mösy der obengenannte Freiherr Carl Joseph, welcher schon 
1702 auch den böhmischen Uitterstand mit dem Iijcolate erhalten hatte. 
Ein Bruder des Letzteren, Johann Georg v. M., k. k. Reichs-Hofraths- 
Agent, wurde 1710 ebenfalls böhmischer Ritter. — Ton drei in neuer 
Zeit lebenden Gebrüdem Freiherren v. Metzburg: Heinrich, Franz und 
Johann, lebt nur noch, neben einer Schwester, Freiin Laura, geb. 181 7, 
Freih. Johann, geb. 1815, k. k. Hofrath und Vice - Präsident bei der 
Statthalterei in Mähren. Freih. Heinrich , k. k. Rittmeister a. D. , ist 
1860 mit Hinterlassung einer Wittwe, Ottilie Edle v. Colonius, geboren 
1822 u. verm. 1857, gestorben u. Freiherr Franz, k. k. Legationsrath, 
starb 1859. 

Leupold, I. 3. S. vn-^fCi. - M^gerU r. MäAl/tfUi, 8. 70 und 131 und Erg -Bd. 8*. 79 u. 
17M. - Doneal Tasrhenb ü. freih. HAuner . 1854. 8. .351 n. 64 und 1864. 8, 537 und 3S. — 
Kneschkit, II. 8. 300 und .101. 

Metzbarg. Erbländ.- österr. Adelsstand. Diplom von 1737 für 
Christoph Augustin Metzburg, Advocaten zu (4rätz. Der Empfiingoi' 
des Diploms stammte wohl aus der im vorstehenden Artikel aufgeführten 
Familie. 

Meytrle v. Mühl/eld . Brg.-Bd. 8. 379. 

Metzdorif. Altes, in der Alt- und Mittelmark und in Meklenburg 
begütert gewesenes Adelsgeschlecht, welches auch Mestorff u. Mesdorf 
geschrieben wurde. Dasselbe stammte aus dem Sitze Mestorflf unweit 
Osterburg in der Altmark, welcher schon 1264 vorkommt. Später, im 
16. u. 17. Jahrb., war die Familie» welche in der Mittelmark 1375 zu 
Bnchow und Erahne begütert war, auch zu Möhringen und Yinzelberg 
gesessen und Jacob Metzdorp gehörte in Meklenburg 1425 zur Ritter- 
schaft der Voigtei Penzlin. Der Stamm ist 1659 mit Hans v. Metzdorf, 
Herrn auf Möhringen und Vinzelberg, erloschen. 

Freiherr «. Ledehtvr, II. 8. 100. — Siebmaoher^ III. 8. 140. 

Metsen, Metjen. Ein in die Adelsmatrikel der preuss. Kheinpro- 
Yinz in der Person des Johann Wilhelm Emmerich v. Metzen, laut Ein- 
gabe d. d. Coblenz, 19. Jan. 1830, unter Nr. 160 der Classe derEdel- 
leute eingetragenes Geschlecht. — Ein Lieutenant v. Metzen stand 
1864 im k. preuss. 29. Infanterie -Regimente. 

Freih. V. Ledebur, H. 8. 100. — W.-B. d. Pr. RheinproT. I. Tab. 81. Nr. 16i und 8. 77 
oad 78. 

^ Metzenhaasen , Metshaiiseii. Altes , rheinländisches , triersches 

Adelsgeschlccht aus dem schon 1197 genannten gleichnamigen Stamm- 
sitze unweit Simmern. Im erwähnten Jahre lebte Margaretha v. Met- 
zenhausen und um 1363 Matthias v. M. Der Enkel desselben, LTlrich, 
wurde kurtrierscher Ober -Kammermeister und Rath und von den En- 
keln desselben war Johann (UI.) v. Metzenhausen (Matzenhauchen) von 
1531 bis 1540 Kurfürst von Trier und Diether v. M., Herr zu Linden- 
fels, Waldeck und Arras» kais. Rath und Statthalter zu Lützenburg. 
Letzterer setzte den Stamm fort und von den Nachkommen lebte Jo- 
hann Heinrich v. M. 1706 als Land-Comthur der Bailei Thüringen und 
Comthur zu Trier. DerStatmn, welcher, ausser den genannten drei 



— 268 — 

Gtttorn auch Linster im Luxemburgischen, Kisselbacb, Meisenburg, 
Neef, Peterswald und Rannen an sich gebracht hatte, ist 1750 er- 
loschen. 

Humbracht, TaIi ^^. — Qauk«, \. K. 136f;. — r. HaUstein. I. 8. X88 u. 89. ~ Xtdt», 
XX. S. 1409. - V. M^ding, U. 8. 37.'». — 8uppl. zu Siebm. W.-B. IV. 18. 

Metzger. Reichs -Adelsstand. Diplom von 1725 für Cbristopli 
Daniel Metzger, Doctor der Medicin. 

M^gtrU 9. JHÜhlffld, Etg.-Bd. 8. »78. - Suppl. su Siebm. W.-B. III. 20. 

Metzler. Ein früher zu dem schlesischen Adel gezähltes Ge- 
schlecht. 

Sinapiut, II. 8. 807. - Suppl. zu 8iebrn. W.-B. VIII. 21. 

Metzner. Reichsadelsstand. Diplom vom K. Ferdinand Tl. ittr 
den lüneburger Rechtsgelehrten Leonhard Metzner. Derselbe starb 
1629 als holsteinischer Rath in Copenhagen. 

Zedier, XX. 8. 1411. 

Metzner v. Salhansen (Schild geviert : 1 und 4 in Roth ein aas 
dorn äussern Feldes -Rande hereinbrechender, halber, schwaner 
Eber und neben demselben eine weisse Lilie und 2 und 3 in Silber etil 
einwärtsgekehrter, rothor Löwe). Bestätigter Reichsadelsstand. Diplom 
im kursächs. Reichsvicariate vom 14. Nov. 1741 für den fürstlich, hol- 
steii:schen Justizrath Metzner, mit dem Namen : Metzner v. SalhansoB. 

H«iid».hrlftl. Notiz. - Ttjrof. If. li'2. 

Metzradt, Metzrad. Eins der ältesten und angesehensten laasiti- 
sächsischen Adclsgeschlechter. welches auch nach Schlesien u. Böhmen. 
so wie später in die Mark kam. Dasselbe breitete sich namentlich aa 
den Häusern Uhyst, Ratzen, Malschwitz, Driewitz, Lippen, Geisillti, 
liangen-Sohland, Glaubitz, Colmen, Rennersdorf etc. aus. — Die Fand» 
lie kommt in der Oberlausitz schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrii. 
vor. Dieselbe stiftete nämlich mit Anderen vom Adel 1224 das Minp- 
riten-Kloster zu Budissin, so wie 1322 die Kirche zu Milckel nnwdt 
Budissin, an welcher zu Anfange der Reformation Leonhard ▼. M. kl- 
therischer Parochus wurde. Melchior v. M. u. Kriegelsdorff war 1546 
Marschall am fürstlichen Hofe zu Brieg und von ihm stammten die t. 
Metzradt in Ober- Schlesien. Hans v. M. kam 1489 als Ober- Amtshanpt- 
mann in der Oberlausitz vor, Hannibal v. M. auf Doberschütz aber 
1541, Nicol auf Schönbach 1547 . Hans auf Techritz 1548 u. in dem- 
selben Jahre Christoph v.M. auf Wülckwitz als Landrichter in der Ober- 
Lausitz. Wilhelm v. M. zeichnete sich um 1530 als kaiserlicber Obent 
gegen die Türken in Ungarn aus; Margaretha v. M. war 1537 Aebtto- 
sin des Klosters Marienstem und Nicolaus, kaiserl. Rath, 1549 Gom- 
missar, als Kur-Sachsen dem K. Carl V. das Herzogthum Sagan über- 
sah. Christoph V. M. auf Schnallern befehligte 1566 die zweibundert* 
sechszig Reiter, welche die oberlausitzisch. Stände d. K. Maximilian 11. 
gegen die Türken zu Hülfe schickten und Hans Wolff v. M. auf Colmen 
war des Kurfürsten Johann Georg I. zu Sachsen Oberschenk u. spAfter 
Hausmarschall. Von Letzterem, welcher zu der meissenscben Linie dea 
Geschlechts gehörte, stammte wohl Wolff Heinrich v. M., welcher noch 



— 269 — 

1699 als filnü. weissenfeisischer Trabanten-Hauptmann und Oberkam- 
meijankw lebte. -^ Die Linie in Böhmen ging nach Allem aas dem 
Hause Klein-Baatzen (Budissin) hervor. Heinrich y. Metzradt tritt um 
1490 als k. böhmischer und ungarischer Ober-Schenk auf. Von Chri- 
stoph Y. M. auf Klein -Bautzen, welcher um 1499 lebte, stammten im 
zweiten Gliede : Caspar, k. böhmischer Hauptmann u. Oberforstmeister 
des Schlosses Pirglitz in Böhmen u. Abraham auf Klein-Bautzen, Amts- 
haaptmann der Oberlausitz. Letzterer starb 1602 zu Chemnicz in Böh- 
men und hinterliess von 18 Kindern fQnf Söhne: Christoph, gest. IHOO, 
Domherrn zu Magdeburg, von welchem ein Sohn,Jo8t Caspar, entspross; 
Caspar auf Doberschütz, kaiserl. Rath, Ober-Amts- Verwalter und Lan- 
deshauptmann in der Oberlausitz, gest. 1618 ohne Nachkommenschaft; 
Abraham, zuerst der Grafen v. Rosenberg in Böhmen Rath , um 1 620 
aber Landes-Bestallter in der Oberlausitz; Johann und Heinrich v. M., 
anfangs Landes-Aeitester und später Administrator der Landvoigtei iu 
der Oberlausitz, welche Würden er Alters wegen 1648 niederlegte und 
später, 1662, als knrsächs. Rath, ohne Erben zu haben, starb. — Die 
später in der Oberlausitz fortblühende Linie stammte aus dem Hause 
Uhyst u. Carpzov beginnt die Stammreihe derselben mit Hans v. M. auf 
Eselsberg und Dürrenbach, gest. 1569. Von dem Enkel desselben, Cas- 
par auf ühyst und Eselsberg, gest. 1656 als Landesältester des görlitz- 
schen Kreises, entspross, unter anderen Söhnen, Hans Rudolph auf Uhyst, 
gest. 16B4 als kursächs. Rath und Landes-Aeitester. Der gleichnamige 
Soh desselben, Herr auf Uhyst, Lippen, Geisslitz, Driewitz und Ratzen, 
k. poln. und kursächs. Rath und Landesältester, lebte noch 1718 und 
hatte seine Linie durch drei Söhne fortgesetzt. — Ein aus dem Hause 
Rackelwitz stammender Zweig sass früher zu Milckwitz. Carpzov be- 
ginnt denselben mit Christoph v. M. auf Rackelwitz, welcher um 1567 
starb und drei Söhne hinterliess : Hans auf Rackelwitz , Hennersdorf 
etc., von welchem Christoph (IL), Erbe der väterlichen Güter, entspross ; 
Donat auf Hennersdorf und Christoph (III.) , oberlausitz. Landricliter, 
8. oben , von welchem Seyfried auf Milckwitz stammte , welcher zuerst 
Klostervoigt des Stifts Marienstern war, 1661 aber als kursächs. Land- 
rath und Amtshauptmann der Herrschaft Hoyerswerda starb. — Die 
im Laufe der Zeit in die Hand des Geschlechts gekommenen Güter hat 
Freih. v. Ledebur möglichst genau angegeben. Im Königr. Sachsen war 
dasselbe in neuester Zeit mit Zedtlitz, Hermsdorf mit Mahlitzsch, Ko- 
belsdorf und Nausslitz etc. angesessen. — Von den Sprossen desStam- 
mes gelangten, wie angegeben früher, so auch später. Mehrere zu hohen 
Ehrenstellen in der Oberlausitz und Andere standen mit Auszeichnung 
in der kur- und königl. sächs. Armee. In Letzterer war in neuester Zeit 
Johann Carl Adolph v. M. Oberstlieutenant u. Commandant des 2. In- 
fant-Bataillons, Ernst Caspar v. M. Major im 13. Infanterie-Bataill. u. 
Adolph Louis v. M. Hauptmann im 10. Infant. -Bataillon. 

Anauth, H. 533. — Carpzov, oberUas. Ehreotempol, II. 8.206—33. — Sinapius, I. 8. 63ti 
—44. - Gauhe, I. 8. 1366-69. — Zedltr, XX. 8. 1411— 14J5. - Joh. Traug. Floual, Bei 
tragen der Familieugesch. der T. Metzrad, in: oberUus. Nachl. 1771. M. 282 uod 1772. 8. 2S1. 
- Frtih. 9. Ledebur, II. 8. 100 und 101. — Sitbrrtaeher, I. 166: v. Metsrode, Sächsisch. — 
0. Meding, II. 8. 375 aiid 76. - W.-B. d. SicUs. Staaten. Vlll. 14. 

Menrer, Freiherren (Schild geviert mit Mittelschilde. Im Silber- 



— 270 — 

neu Mittelschilde eine rothe, schwarz aiisgefugte, den Schild in i 
ganzen Breite durchziehende Zinnenmauer, auf welcher oben ein i 
breiteter, schwarzer Adler steht : Stammwappen, l und 4 in SUber auf 
grünem Boden eine natürliche Eiche : Krummendiek u. 2 u. 3 in Bfam 
ein schrägrechter, silberner Baiken). Reicbsfreihermstand. Diplom vom 
3. Juli 1754 für Heinrich Edlen v. Meurer, Keichsritter. — Ein v^ 
sprünglich aus Oesterreich stammendes Geschlecht, welches 1430, wohl 
in Folge der Hussitenkriege, die Heimath verliess und sich in das nörd- 
liche Deutschland begab, wo es namentlich zu Hamburg zu grossem An- 
sehen kam. — Philipp Wolfgang Meurer war von 1597 bis 1603 fUntL 
Präsident zu Husum im 11. Schleswig und Johann Christophoms Met- 
rer wurde 1631 bei einer Sendung an den k. k. Hof zum Comes palati- 
ims ernannt und erhielt mit seinen vier Brüdern : Wulfgang, Wilhetan, 
Nicolaus und Ilieronymus, eine Bestätigung des W^appens der Famifie. 
FAn Sohn des Hieronymus M. war der in der Geschichte Hamburgs be- 
kannt gewordene Heinrich Meurer. gest. 1690, kaiserl. Reichs-Hofiratti 
und erster Bürgermeister der Stadt Hamburg. Der gleichnandge Sohn 
desselben, gest. 1744, Domherr und Senior des Domcapitels zu Haai» 
bürg, hinterliess aus der Ehe mit Anna Maria v. SchaflFishausen einen 
Sohn, welcher ebenfalls Heinrich hiess. Derselbe, geb. 1713 n. geiA. 
1777. Herr auf Krummendiek, Campen, Rahde. Mehlbeck, OTelgOnne, 
Wlntersbagen etc. in Holstein, wo derselbe sich 1744 angekanft hatte, 
erhielt als herz, braunschw.-lüneburg. Geh.Legationsrath durch Diplom 
vom 13. Sept. 1745 im kursächsischen Reichs- Vicariate und später, wie 
angegeben, den Freiherrnstand mit Vermehrung des Wappens. Freih. 
Heinrich war dreimal vermählt, zuerst mit Helene v. Beusche, dann nul 
Ursula V. Röpsdorff-Lehmkuhl und zuletzt mit Johanna Maria T.Wrede, 
verw. Baronin Maurice. Ihm folgte sein Sohn, Freih. Carl, geb. 1746 
und gest. 1786, Herr auf Krummendiek, Campen. Rahde etc., k. din. 
Kammerherr und Major der Infanterie, verm. mit Ida Johanna v. Ba- 
molir a. d. H. Bothkamp, gest. 1803. aus welcher Ehe ein Sohn, Frei- 
hen* Carl Joachim Friedrich, geb. 1785 und gestorben 1838, Herr anf 
Krummendiek , Campen und Rahde . entspross. Derselbe hatte sidi 
1816 mit Luise v. der Wense, geb. 1794, vermählt und aus dieser Ehe 
stammt Freiherr Adolph August , geb. 1830, Herr auf Krummendiek, 
Campen und Rahde. 

(;on«Al. Tai(chi'i)b. d. fr-ih. Iläiiüf^r, L^/i-S. 8. :i8(>-i<9 ti. 1H64. 8. :i3<^. — Snppl. nMelni. 
W.-U. X. 5. 

Maurers. Ein in die Adelsmatrikel der preussiscbenRheinproTinz 
in der Person des Ignaz v. Meurers, laut Eingabe d. d. Adenau im Re- 
gier. -Bez. Coblenz, 15. Juni 1829, in die Classe der Edellente unter 
Nr. 2. eingetragenes Adelsgeschlecht. 

Frei/,. V. Udebur, U. 8. 101. - W.-R. d. Preiiss. Rhoinpro?. I. Tab. 82. Nr. 1«S nml 

S. 78. 

Meuron, auch Grafen. Adelsstand des Königr. Preussen. Adele- 
Diplom vom 11. Jan. 1711 filr Stephan Meuron und Bestätigungs-Di- 
plom des der Familie zustehenden Adels vom 11. Nov. 1763 fÄr The- 
odor, Peter Heinrich, Carl Simon Franz und Felix Heinrich Meuron a. 
vom 3. Dec. 1789 für Abraham und Abraham Heinrich Meuron, Mit- 



* 



— 271 — 



glieder des grossen Raths in Nenfchatel. — Angesehenes Geschlecht der 
Stadt Neuenburg, aus welchem mehrere Sprossen bekannt und ausge- 
zeichnet wurden. Ein Generallieutenant v. Meuron, früher in k. gross- 
britann. Diensten, wurde 178J) k. preuss. Kammerherr, Sigismund v. 
M. 1806 Staatsrath im Fürstentjjj^me Neufchatel und Mitglied der 
Ohambre economique daselbst und August v. Meuron, Herr zu Bonvil- 
Ion im Canton Vaud, 1808 k. preuss. Kammerhen*. Später waren Ja- 
mes de Meuron Secretair bei dem neuenburgischen Departement der 
Finanzen, Frederic de M., Oberstlieutenant und Mitglied des Militair- 
Departements , Louis de M., ancien chate lain de Landoroux , ständi- 
scher Deputirter für den District von Fleurier und Frederic de M.-Ter- 
risse , Major zu Neufchatel , Deputirter ttir den District zu Verrieres. 
Letzterer stand früher im Infanterie-RegMpente v. Tschammer und war 
zuletzt Commandeur des Garde-GarnisonÄataillon zu Spandau. — Be- 
reits 1806 standen Grafen und Herren v. Meuron in der k. pr. Armee. 
Ein Graf V. M diente zuerst im Regiments Fürst v. Hoheiilohe, war 
1820 Major im Garde-Schützenbataillon zu Berlin u. wurde 1828 Kam- 
merherr und Gesandter am k. dänischen Hofe, starb aber bald nachher. 
Die hinterlassene Wittwe, geb. v. Willich, wurde Hofmeisterin der Prin- 
zessin Albrecht v. Preussen. — - P^in Lieutenant v. M. im 24. Infanterie- 
Reg. starb 1814. 

Ua, Schweis. Lexir. XUI. S. 94 und 95. - v. BeUbaeh, U. 8. \'i%. - N. Pr. A.-L. 
III. 6. 403 nnd 404. — Freih. v. LedebuP, 11. 8. 101. — W. - B. der Pr«ut«i. Mou. (II. 100. 

^ Meiirs. Niederländisches Adelsgeschlecht , aus welchem sich ein 

Zweig nach Preussen wendete. Zu demselben gehörte Friedrich Lud- 
wig V. Meurs, welcher 1806 Senator der Stadt Jauer war. 

N. Pr.A.-L. 111. 8.404. 

Meusebach, Freiherren. Reichsfreiherrn stand. Diplom vom 
26. Januar 1690 für Johann Georg y. Mensebach, Reichshofrath, Pfen- 
nigmeister des ober- und niedersächs. Kreises.^'^kursächs. und kurmainz. 
Kämmerer. — Eins der ältesten und früher reich begütertsten thürin- 
gischen Adelsgeschlechter, welches in früher Zeit Musbach, auch Muss- 
pach und später auch Mcussbach geschrieben wurde. Der Name des- 
selben geht urkundlich bis in das zehnte Jahrh. zurück und kommt zu- 
erst im Voigtlande vor. Viele Jahrhunderte hindurch war die Familie 
im Lehenbesitz eines, die südlichen Thäler von Roda in einer Ausdeh- 
nung von einigen Quadratmeilen umfassenden, Güter- und Wälder-Com- 
plexes mit dem Stammsitze Meusebach, eine Stunde von Trebnitz, wel- 
cher Sitz jetzt ein h. sächs. altenburgiscbes Jagdschloss ist. Die erste, 
bekannte zu Altenburg ausgefertigte Lehensurkunde ist von 1429, der 
umfängliehe Lehenbesitz der Familie aber schreibt sich wenigstens aus 
dem 14. Jahrh. her und der Besitz des Schlosses Meusebach schon aus 
dem zehnten Jahrhunderte. Von 1458 bis 1525 befand sich die Stadt 
Buttelstädt im Weimarschen und zu Ende des 17. Jahrh. die Stadt 
Triptis im meissener Voigtlande vom Herzoge Moritz Wilhelm von 
Sachsen im Pfandbesitze des Geschlechts , auch stand demselben von 
früher Zeit her der Befehl über die Stadt Roda zu. Die letzten Befehl- 
faaber von Roda waren die 1540 ernannten Haas nnd Ounz v. Meuse- 



— 272 — 

bach. — Der grosse voigtländische Lelinbesitz ging der Familie in der 
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch Unterlassung der Lehois- 
muthung bei einem stattgefundenen Wechsel in dienender Hand verlo- 
ren : der Lehnsherr zog die Güter ein. Der ganze Ck)mplex des einge- 
zogenen Lehens heisst .,der Meusebachsche Anfall^' und umfasst ein^b 
grossen Theil der westlischen Hälfte des Herzogthums Altenborg. — 
Aus dem Yoigtlande zweigte sich zu Anfange des 17. Jahrb. eine Linie 
nach Schlesien ab und sass zu Mogwitz und Zauritz im Neissischen. 
Dieselbe, zu welcher unter Anderen Johann v. M., gest. 1624, gehMe, 
ist kurz vor 1728 erloschen. — Heinrich Christoph aus der VoigtlAn- 
dischen Linie, geb. 1619 und gest. 1683, erhielt 1666 durch Vennili- 
lung mit Anna Magdalena v. A\ ülfrodt das Schloss Yoigtstädt bei Ar- 
tern und das s. g. grdnthalsche Gilt daselbst. Seine Nachkommen bil- 
deten die thüringische oder Voigtstädtsche Linie, auf welche sich jetii, 
nachdem 1753 die im Yoigtlande früher angesessenen Lehensvettem 
ausgestorben sind, die einst so gliederreiche und weit ausgedehnte Fa- 
milie allein noch beschränkt. — Zwischen 1390 bis 1460 lebte HanaL 
Y. M. auf Schwerstädt und Schloss Meusebach, verm. mit Catharina t. 
und aus Etzdorf. Herzog Wilhelm von Sachsen verschrieb demselben 
Schloss, Stadt und Amt Buttelstedt, s. oben, für dreihundert Mark Sil- 
ber wieder verkäuflich. Mit ihm beginnt der urkundlich nachgewiesene 
Stammbaum des Geschlechts bis zu der jetzigen zwölften Generation. 
Hans I. war übrigens auch Yogt zu Plauen u. Amtmann zu ZiegenrQjck 
und seine Söhne waren Albrecht, Hans und Kilian v. M. — Schon im 
Anfange des 17. Jahrb. hatte sich der Besitz der Familie auch in Fran- 
ken ausgedehnt. Yon Hans I. stieg die Stammreihe, wie folgt, herab :Ai- 
brecht I. auf Schwerstädt u. Oberndorf, um 1535 : Yeronicav.Harras; — 
Apel auf Ottendorf, Graunsdorf, Woltersdorf und Lindenwitz : Sophia y. 
Einsiedel, um 1553; — Conrad auf Schwerstaedt u. Ottendorf: Gatiia- 
rina v. Ende, um 1562; — Albrecht (U.) auf Graunsdorf und Weisr 
bach: Catharina v. Mosen; — Albreeht (lU.): Christina Margaretha 
v. Brandenstein, gest. 1633; — Christoph auf Braunsdorf, Götterliti, 
Sorma, Weltwitz, Etzdorf, Herbisleben, Friesnitz, Siruth, Niederpöl- 
nitz und Burkersdorf, war mit seinem Bruder, Liebmann, von 1620 — 
1 670 Freiherr in tranken auf Gereuth und Bischofsheim : erste Ge- 
mahlin : Agnes v. Etzdorf; — Freiherr Johann Georg, s. oben, gest. 
1695 : erste Gemahlin: Dorothea Sophia v. Güntherod, verw. v. Carlo- 
witz und zweite Gemahlin : liahel Sophia Freiin v. Friesen. Derselbe 
besass mit seinen Söhnen : Christian und Gottlieb, einundzwanzig Güter 
und ausserdem die Stadt Triptis im Pfandbesitze und Andere des Stam- 
mes hatten den grössten Theil der Thäler um Ho da, so wie zwei 
Häuser in Unter-Gneus und Rausdorf und Culm inne. Doch sollte sich 
bald Alles anders gestalten: vom Anfange des 18. Jahrb. an und in 
den folgenden fünfzig Jahren wurde der Stamm an Sprossen immer 
ärmer, ein Zweig nach dem Andern starb aus und 1750 lebten nur 
noch drei vom Mannsstamme: Johann Friedrich v. M. im Yoigtlande 
und die Gebrüder Carl Ludwig und Johann Wilhelm v. M. auf Schloss 
und Gut Yoigtstaedt in ThOringen. Johann Friedrich v. M. auf We- 



— 278 — 

nigen-Amne, Trebnitz, Waltersdorf, Weisbach, Zedels, Ottendorf, 
Scbwerstaedt, Lippersdorf, Rothen- Vorwerk, Zedelsdorf und Bremnitz, 
geb. 1711, vermählte sich 1734 mit Henriette v. Tttmpling und starb 
1758, hinterliess aber nur eine Tochter, Auguste, und so erlosch denn 
mit ihm die voigtländische Linie im Mannsstamme. Die erbberechtig- 
ten Lehensnachfolger waren Carl Ludwig und Johann Wilhelm v. M. 
auf Schloss and Out Voigtstaedt, doch war von denselben beim letzten 
Lehenswechsel, wie schon erwähnt, die vorgeschriebene Muthnng unter- 
lassen und das Lehn daher vom Lehnsherrn eingezogen worden. Was 
nun noch das Fortblflhen der voigtstädtchcn Linie anlangt, so stieg die 
Stammreihe derselben, wie folgt, herab : Heinrich Christoph v. M., s. 
oben, geb. 1619 u. gest. 1683, Herr auf Voigtstaedt: Anna Magdalena 
v. Wülfrodt; — Hans Georg, geb. 1649 u. gest. 1719: Ottilie Elisa- 
beth v. Gehofen; — Carl Ludwig, geb. 1706 und gest. 1774: erste 
Gemahlin: Maria Sabina v. Geusau; — Christian Carl, geb. 1734 und 
gest. 1802, Eammerrath des Fürsten v. Anhalt-Zerbst: Benigna Freiin 
V. Nordenfycht; — Carl Hartwig Gregor, geb. 1781 und gest. 1847, 
Herr auf Schloss und Gut Voigtstädt (beide Lehengüter wurden 1819 
verkauft), k. preuss. Geh.-Ober-Revisions- u. Staatsrath a. D. : Erne- 
stine V. Witzleben, geb. 1784 u. verm. 1804; — Freih. Otfried, geb. 
1812. jetziges Haupt der Familie, Gutsbesitzer auf Comanchespring bei 
New-Braunfels, Senator der gesetzgebenden Versammlung zu Texas, 
verm. 1852 mit Agnes Grf. v. Coreth zu Coredo, Frei- u. Edle Herrin 
zu Starckenberg, geb. 1853, aus welcher Ehe zwei Töchter, Antonie, 
geb. 1859 U.Agnes, geb. 1862 und drei Söhne stammen: Otfried, geb. 
1853, Otto, geb. 1855 und Max, geb. 1857. Der Bruder des Freih. 
Otfried, Freih. Carl, geb. 1814, k. preuss. Regierungsrath, Rittmeister 
a. D. und vormaliger Minister-Resident am k. brasilianischen Hofe zu 
Rio de Janeiro, starb 1862. — Johann Wilhelm v. M., Bruder des 
Carl Ludwig v. M., s. oben, geb. 1696 u. gest. 1769, Besitzer von 
Yoigtstädt (Grünthaler Gut) hatte sich mit Melusina Catharina v. Schütz 
vermählt. Aus dieser Ehe entspross ein Sohn, Johann Georg, geb. 1722, 
verm. mit Johanna Friederike v. Helmold und aus dieser Ehe stammte 
wieder ein Sohn, Ludwig WilhelÄi Carl, welcher 1801 ohne männliche 
Nachkommen starb, wodurch das Lehen Voigtstädt an den Besitzer 
defl Schlosses Voigtstaedt zurückfiel. Von den beiden Töchtern des 
Ludwig Wilhelm Carl war Elisabeth mit einem v. Herf in Darmstadt 
and Caroline mit einem v. Rehfues in Bonn vermählt. 

Kttautk, 8. M4. — Albinus, Werthernfiche Historie, 8. 60. — Seifert . adelige Familien 
M der Zahl XXIV. S. 18S^88 n. DesaeJbeu Oeu«al. adelig. Eltern und Kinder, I. 8. 373. — 
V. OtHcMenttein, Stemma famil. Meusebachianae und DosAelheu Bcsciircib. d. Klosters Dur- 
relln. 8. 120. — Sinapiu4, I. 8. 637 und 88 und Olanographla, 1. 8. €07 und U. 8. 96. — 
Oaukt , I. 8. 1369—71. — Zedier, XX. 8. 1455 u. 56. — Uörtchelmann, Sammlung von 
summ- nnd Ahnentafeln, 8. 52 u- 53. — v. ütehtritz, Qeschlecbts-Brx&hlungen , I. Tab. 68 
ood ». — N. Pr. A.-L. U(.8. 404. — Freih. v. LedeburyW, 8. 101. - Geural. Taaehcnh. d. 
frefh. Hinter, 1861. 8. 496—509 u. 1864. 8, 538 u. 89. — Siebmacher. I. 144: t. Meusbach, 
ThnriDglteh. — v. Meding , HL 8. 434. 

Mensel (in Blau ein goldener Querbalken, welcher mit drei neben 
einander gestellten, rechtsgekehrten Mäusen von natürlicher Farbe be- 
legt ist). Adelsstand desKgr. Prenssen. Diplom vom 5. Febr. 1770 
flir Wilhekn Ludwig Musculus, k. prenss. Hauptmann, mit dem Kamen; 

Mmuckk€, Deotteli. Adtlt-L«!. VI. 18 



— 274 — 

V. Meusel. Dorsollio, dessen Vorfahren ihren deutschen Greschlechlsna- 
men in den latcinisc.hen : Musculus vonfvandelt hatten, starb sp&ter als 
Oberst und Comniondeur eines Grcnadierbataillons und zwar, wie das 
Neue Preuss. Adelslexicon angiebt, ohne vermilhlt gewesen zu sein. 
Doch standen später in der k. preuss. Armee Officiere, welche sich t. 
Meusel schrieben und, so viel bekannt, das angegebene Wappen fl&kr- 
ten. Zu denselben gehörten namentlich der 1804 zu Friedland in Oflt- 
preussen verstorbene Oberstlieutenant v. Meusel und der 1850 venlor- 
bone Obcrstlieutcuant a. D. v. M. Ein v. M. war 1837 Hauptmann im 
2. Infant.-Regimente. 

N. Pr. A.-L. I. 8. 46 ii. 111. K. 404 und 405. ^ F,filt. p. Ledebur , II. 8. 101. ~ W.- 

B. d. Prcns». Moiiaithlo III. IIK). Knfxchktt, IV. S. 'JH9. 

Mensel v. Rittersberg (Schild durch eine aufsteigende Spitze ge- 
theilt, dreifeldrig: 1 und 2: rechts und links oben, in Silber zwei 
rothc Querbalken und 3, in der Spitze . über einem grttnen Dreihügel 
ein goldener Anker). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom von 1794 
für Anton Meusel, Officier in der k. preuss. Armee, mit dem Namen: 
Meusol V. Rittersberg. Derselbe , von mütterlicher Seite ans adeligem 
Geschlechte stammend, starb 1807 als Hauptmann in der A. n. Etals- 
miyor zu Silberberg. 

N. Pr. A.L. rii. 6. 40.S. •- Freih. 0. Ledebur, U. S. 101. — W.-B. d«r Pr. MoBBTOkM 

IV. 44. 

MeuHgen. Altes , obersächsisches Adelsgeschlecht , aus welchem 
Philipp v. Meusgen, Herr auf Heilsdropp, um 1530 als k. dänischer 
Küchenmeister vorkommt. Von den Söhnen desselben warHieronymns 

V. M. Herr auf Hausdorff in Sachsen und ein Enkel des Letzteren, Jo- 
hann Sigismund v. M., Herr auf Poltitz, welcher 1650 noch lebte, war 
wohl der Letzte seines Stammes. 

Gauhf, I. S. 1.^71. 

Mevins (Schild dpr Länge nach getheilt: rechts ein Kranz n. links 
eine mit einem Stern belegte Säule, um welche sich eine Schlange win- 
det). Kaiserlicher Wappenbrief vom 17. Nov. 1562 für Johann Me- 
vins, Bürgermeister zu Stxirgardt, mit der Fähigkeit für sich und seine 
Nachkommen, adelige Lehne zu besitzen. — Ein Urenkel des EmpfiLn- 
gers des Wappoubriefos , David Mevius, k. schwed. Gericht«rath and 
Vice-Präsident zu Wismar, gest. 1670, war Herr zu Zarrentin, Brön- 
kow und Baggendorf im Kr. Grimme. Ersteres Gut besass 1771 and 
noch 1805 Gustav Friedrich v. Mevius und später war Anton Gusta? 
V. Mevius. gest. um 1837, Herr auf Zarrentin und Kirch - Baggendorf, 
auch hatte David Conrad v. M., k. dänischer Landrath, das GutSchre- 
venbom in Holstein erworben. 

N. Pr. A.-L. V. a. 32y. — Freih. v. Lf dehnt, W. A. 101 u. 102. 

Meyenberg. Altes , fränkisches , noch in der zweiten Hälfte des 
15. Jahrb. genanntes Adelsgeschlecht. 

Gauke. IT. S. Itlx imArtIkol: Meyeiiburg. 

Meyenbnrjir* l^in früher zu dem Adel in der Mark Brandenburg 
gehörendes Geschlecht, in welches wohl der Adel in der zweiten HUfte 
des 16. Jahrhunderts durch Christoph v. Meyenburg, knrbrandenliarg; 



— 275 — 

Geh.-Rath und Minister der Eorfflrsten Joachim 11. und Johann Georg 
zu Brandenburg gekommen war. — Georg v. M., kurbrandenb. Ritt- 
meister, war 1658 Herr auf Büste unweit Stendal. — Der Stamm ist 
schon lange erloschen. 

Oauke, n. 8. 726 und 37. — Freiherr t. Ledthur, II. 102 and III. S. S09. 

Meyendorff (Schild von Silber und Roth geviert, ohne Bild , oder 
auch im Schilde drei, 2 und 1, Rosen). Altes, magdeburgisches u. mär- 
kisches, ritterliches Geschlecht, welches nach Freih. v. Ledebur zu den, 
Wenigen gehörte , welche nie zu dem Stande der Ministerialen, auch 
nicht der Dynasten, sondern der Schöppenbarfreien gehört haben. Das- 
selbe wird nach Angabe Einiger aus Holstein hergeleitet, wo es Meins- 
dorff geheissen haben und 5. Dec. 1664 mit Christoph t. M. ausgegan- 
gen sein soll. Der Stammsitz MeyendorflF, unweit Wanzleben , kommt 
schon 1163 vor und bereits 1311 sass die Familie zu Samswegen bei 
Wolmirstedt und 1376 zu Jenchow. Im 16. Jahrh. war das Geschlecht 
zu Alten-Plathow, Neindorf, Nielebock, Schormen, Seedorf u. Ummen- 
dorf begütert und hatte noch 1667 die Güter Alten-Plathow, Seedorf 
and Ummendorf inne, erlosch aber am 1. August des letztgenannten 
Jahres mit Andreas v. M. auf Ummendorf etc. — Die in Liefland, 
Schweden und Russland zu hohen Ehren gelangte Familie der Freiher- 
ren V. Meyendorff, s. den nachstehenden Artikel , soll , wenn das Wap- 
pen auch ganz verschieden ist, nach den gewöhnlichen Angaben mit der 
hier in Rede stehenden Familie eines Stammes sein. 

Mareu$ Wixgner, Beschreibung der ?. Meyendorf in dessen Adels-Ankunft ete. Magde- 
burg, 1&81. — Dankwerth, Descriptio HIesTic. et Holst. 6. US. — Höpping^ de Jure insign. 
8. 434. — Hennigea, Oeneal. famil. nobll. In Sazon. S. 7—9. — Küsteri Collect. Opusc. Hist. 
Mareh illustr. VII. u. VIll. — Oauht. I. 8. 1371 u 72 — Zedier, XX. 8. 1479 — 81. - 
Märkische Forschungen, IV. 8. 26S— 273. — Frtikerr v. Ledebur, U. 8. 102. — Siebmaeher, 
1. 178: r Meyendorf, Markisch: 8ehlld geviert n. ledig n. V. j50 : ▼. Meyendorff, Holstei- 
aUeh: drei Kosen. ~ r. Meding, II. 8. 376. 

Meyendorif, Freiherren (Schild geviert mit geviertem Mittel- 
schilde. Mittelschild : 1 und 4 in Gold ein rother, gekrönter, eine sil- 
berne Hellebarte haltender Löwe und 2 u. 3 in Schwarz zwei ins An- 
dreaskreuz gesetzte, mit einer goldenen Krone belegte, silberne Hämmer: 
Stammwappen; Hauptschild ganz silbern: 1 ein schwarzer, gekrönter 
Doppel- Adler ; 2 ein nach der rechten Seite auf einem rotben Rosse 
sprengender, roth bekleideter fteiter mit einer nach links abfliegenden, 
rothen Zipfelmütze und ein Schwert haltend ; 3 ein die Arme vorwärts- 
haltender, mit Laub bekränzter und umgürteter wilder Mann u. 4 zwei 
ins Andreaskreuz gelegte , die Spitze unterwärtskehrende Degen : bei 
Erhebung in den Freihermstand hinzugekommen). Schwedischer Frei- 
hermstand. Diplom vom 16. April 1679 für Jacob v. Meyendorff, k. 
schwedischen Generallieutenant, für den Bruder desselben, Otto Johann 
V. M., k. schwed. Obersten und für den Braders-Sohn Beider: Wolter 
Reinhold v. M. Die Einführung in dasRitterhaus zu Stockholm erfolgte 
1680. — Altes, lief- und esthländisches, nach Schweden und^ Russland 
gekommenes Adelsgeschlecht, welches von dem alten, im vorstehenden 
Artikel besprochenen, ursprünglich holsteinischen, später magdeburgi- 
flehen und märkischen Geschlechte v. Meyendorff hergeleitet wird , so 
verschieden auch die Wappen sind. Nach S^erman, Matrikel öfwer 

18* 



— 276 — 

Swea Rikes, Bidderskap och AdeK brachte 1198 der liefländiache 
Bischof Albert unter Anderen auch zwei aus Holstein gebfirtige Brflder, 
Daniel und Conrad v. Meycndorff, nach Liefland. Als später der bi- 
schöfliche Sit2 von Ikeskole — nach Hupel: Uexküll. oder nach dem 
liefischen Sprachgebrauche: üeksküll — nach Riga verlegt worden sei, 
w(Lrc Conrad von dem Bischöfe Albert für seine treuen and erq[>rie88- 
lichen Kriegsdienste mit den Häusern Lennewaden und UexkfiU belehnt 
worden, worauf Conrads Sohn, Conrad Conradson, nach seinemErbgate 
Uexküll genannt worden sei. — Von den genannten beiden Bradem, 
Daniel und Conrad v. Mejendorff, stammen, wie angenommen wird, alle 
späteren, nnter einander stammverwandten liefländischen, schwedischen 
etc. Herren v. Uexküll , alle Freiherren und Grafen v. Uexküll-Gyllen- 
band und alle Freiherren v. Meyendorff. — Von den drei Emi^&ngen 
des Freiherrndiploms starben die Gebrüder Jacob und Otto Johann an- 
beerbt, Wolter Reinhold v. M. aber setzte den Stamm in Schweden 
weiter fort. Von den Sprossen des Stammes sind Mehrere in Lieflaad 
und Schweden u. in neuer Zeit namentlich in Russland zn hohen Eh- 
renstcllen gelangt. Von der russischen Linie sind besondei'sza nennen: 
Peter Freih. v. Meyendorff, k. russ. w. Staatsrath und Kanunerherr, 
Ober-Hofmeister, Chef des Cabinets Sr. Maj. des Kaisers , Reichs-Bath 
etc. , welcher in den letzten Jahrzehnten a. o. Gesandter und bevoUm. 
Minister am k. preuss. Hofe war, so wie Georg Freiherr v. Meyendorff, 
k. rus^sch. Ober-Stallmeister, General - Adjutant , General der Gaval- 
lerie etc. 

Jlupel, Mftterinl. su einer llefl&nd. Adeltgetchichte (der Nord. MUeell. 16. Stück) I. 178$. 
8, a58^66a 

Meyenn. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 17. Febr. 
1768 für Peter Ernst Meyenn. k. preuss. Eriegsrath und für die vier 
Söhne desselben: Friedrich Ernst, Friedrich Wilhelm Ernst, Carl 
Bleichart Ernst und Leopold Heinrich Enist Meyenn. Der Vater des 
Kriegsraths v. Meyenn: Bleicher Peter Meyenn, hatte sich 1747 mit 
mehreren Gütern im Usedomschen angekauft. — Die Familie war in 
Pommern mit vielen Gütern auf der Insel Usedom u. im Demminschen 
Kreise von 1747 bis 1818 angesessen und erwarb auch in Meklenbnrg 
ansehnliche Güter, von denen noch 1847 Gaedebehn und Vielist in der 
Hand der Familie waren. 

Brüffgeinann, I. H. Xdi. — Freih. v. Ledebmr, II. S. IW. — W.-B. der Freust. Monareh. 
III. 100. — Meklenb. W.-B. Tab. 35. Nr. 129 u. 8. 29. - Pommer. W.-B. III. 8. 71 and 7Ä. 
u. Tab. S2. — Knenchke, I. 8. 297. 

Meyenthal, Mayenthal. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, wd- 
ches auch nach Ostpreussen kam nnd zu Tharan unweit Preuss. Eylan 
begütert wurde. 

V. Bellbach, II. 8. 123. - Freifi. t. Ltdtbur, II. 8. 109. — Siebmacher y II. 78: ▼. Mey- 
enthal, Fränkisch. 

Meyenwald, Mejrwald, Mehwald (Schild von Silber und Roth 
quer getbeilt mit einem nach der Rechten springenden Hirsch von na- 
türlicher Farbe). Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, nicht zn verwech- 
seln mit Familien von ähnlichen Namen. Dasselbe sass zn Lobedau im 
Liegnitzischen, welches Gut 1606 an die v. Axtleben kam. Der Letzte 



— 277 — 

dw Stammes starb um 1659 u. bei seiner Beisetzung zuLobedau wurde 
das Stammwappen mit in die Gruft gelegt. 

9. Ludwig, Kcliq. MhcI., VI. S. 476 u, 503, ~ Sinapiu», 1. 8. «:«»<. — Qauh; I. S. 137.;. 
— Z§dUr, XX. 8. MSI. — Hi^hmachfr. I. RS; v. Mcchwaldl , Schleshoh. — v. Stedinq, II. 
8. 3?« a. 77. 

Meyer (Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein rother Sparren mit 
Pfiahl, begleitet von drei goldenen Sternen; 2 in Silber der Kopf u. Hals 
eines einwärtssehenden , gekrönten , schwarzen Adlers und 3 in Silber 
zwei schwarze Flügel). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
16. Mai 1729 ftlr Samuel Sebastian Meyer, Oberstlieutenant im Cuiras- 
aer-Begimente v. Buddenbrook. — Da in der k. prenss. Armee Meh- 
rere V. Meyer standen, dieselben aber noch nicht genau von einander 
geschieden worden sind, so muss dahin gestellt bleiben, ob zu dieser 
Familie der 1741 verstorbene Oberst und Commandant zu Frankfurt 
a. d. 0. v. Meyer gehörte. Gotthard Wilhelm v. M. , welcher 1697 
Oberstlieutenaut im kurbrandenb.Regimente v.Schöning war, zählt, wie 
aiM dem genannten Jahre zu ersehen ist, zu einer früher in den Adels- 
stand versetzten Familie. — Nach welchem Diplom, ob nach dem von 
1729 oder 1769 Carl Friedrich v. M. , k. preuss. Generallieutenant, 
fguiL 1771 und Johann Christoph v. M., k. preuss. Maj. a. D. und Herr 
auf Grahlow bei Landsberg, gest. 1797, den Adel führten, ist nicht er- 
mittelt. 

N. Pr. A. L. V. «. 5?9. - Frtik, v. Ltdebur, II. 8. lOi. - W.-B. d. Proiis«. Moiiirch., 
IV. I. 

Meyer (in Blau drei, 2 und 1, rothe Rosen). Adelsstand des Kö- 
rigr. Preussen. Diplom vom 20. Oct. 1769 für Johann Joachim Meyer, 
Migor im Husaren-Regimente v. Kleist. 

N. Pr. A.-L. V. 8 ^MK — Freih. 9 Lfdfhur. II. 8. 10«. — W-B. d. Preuss. Monarch.. 
IV. I. • 

Meyer (in Grün zwischen zwei goldenen Querbalken drei neben 
einander stehende, silberne Sicheln). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 3. April 1771 für Matthias Friedrich Meyer, Rittmeister 
im Husaren-Regimente v. Seydlitz a. D. u. Herrn auf Enzow, Lissow, 
Prebendow, Tadden und Zelasen im Lauenburg-Bütowscheu. Von 1799 
bis 1803 standen der Familie auch die Güter Trienke und Zauchram 
im Kr. Fürstenthum Cammin zu. 

Ä. Pr. .A.-L. r. 8. 4« n. flf. 8. 40». - Frtih. 9. Ltdebur, II. 8. 102. — W.-B. der Pr. 
Monarch. IV. 1. 

Meyer (Schild geviert: 1 n. 4 in Blau eine- silberne Sichel und 
2 n. 3 in Silber ein Palm- und Lorbeerzweig übers Kreuz gelegt). 
Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 2. Octbr. 1776 für Daniel 
Wilhehn Mayer. Der Empfänger des Diploms starb 29. Sept. 1805 als 
Präsident der südpreussischen Regierung. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 880. — Freih. v. L*.d«bur, II. 8. 102. — W.-B. d. Preu««. Monarch. 
IV. 1. 

Meyer (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein gol- 
dener Löwe, welcher ein blankes Schwert hält und links ebenfalls in 
Silber drei pfahlweise gestellte, rothe Rosen). Adelsstand des Kgr. 
Preussen. Diplom vom 16. Jan, 1789, — Weitere Angaben über das 



— 278 — 

Diplom fehlen. Zu diesem Geschlechte gehören zwei Gebrüder t. M.« 
von denen der Eine Kaufmann zu Königsberg in P., der Andere Lieute- 
nant in der Armee wurde. 

N. Pr. A.-L. V 8. 330. — Freik. ». Ledehur, II. 8. 203 u. III. 8. 809. — W.-B. der 
Preus!». MoD. IV. 2. 

Meyer (in Grün eine silberne Sense). Adelsstand des Kgr. Preos- 
sen. Diplom vom 6. Juli 1798. Näheres über das Diplom ist nicht 
aufzufinden. 

K. Pr. A.-L. V. 8. 330. - Freih. v. Ledtbur, H. 8. 202. — W.-B. d. Preus«. Moasreh. 
IV, a. 

Meyer (in Silber auf grünem Boden ein Baum, vor weh'hem ein 
schwarzes Lamm geht). Adelsstand des Kgr. Prcussen. Diplom eben- 
falls vom 6. Juli 1789. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 380. — Freik. v. Ledehur, II. 8. 102. - W.-B. d. Preus. VoMurali. 

IV. 2. 

Meyer. Reichsadelsstand. Diplom von 1643 für Heinrich Meyer, 
Bürgermeister zu Bremen. Der Sohn desselben, Nicolans v. Meyer, 
Yicekanzler und Hofrath zu Halberstadt, starb 19. Aug. 1703. 

Freih. 9. Ledebur, H. 8. 102 o. UI. 8. 809. 

Meyer (m Blau zwei gekreuzte, silberne Sensen mit goldenen 
Stielen und mit einer rothen Schleife verbunden. Aelteres Wappen: in 
Blau drei, 2 u. 1, goldene Sensen). Reichsadelsstand. Diplom vom 
14. März 1789 für die drei Gebrüder: Christian Daniel Meyer, Hein- 
rich Ludolph Gotthard M. u. Johann Anton M. zu Frankfurt a. M. — 
Ein ursprünglich aus Lübeck stammendes Adelsgeschlecht, welches zu 
den adeligen Geschlechtern der Cirkelgesellschaft zu Lübeck gehörte. 
Der Stamm hat in Frankfurt a. M. fortgeblüht. 

Handschrifll. Notizen. — Kn^$chke,lU. 8. 317. ^ Siebmacher, III. 195 : Aelieres Wappea. 

Meyer. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1817 für Chri- 
stoph Meyer, provisorischen Ober-Einnehmer der k. k. Centralcasae 
und Cassier der Universal-Staatsschulden-Casse. 

Megerle v. MüklfrH, Erg. Bd. 8. 228. 

Meyer v. Jergt^^shof. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1777 für Anton Peter Meyer, mit dem Prädicate: v. Jergershof. 

Meg^rte t. Mühlfeld , Erg.-Bd. S. 379. 

Meyer v. Knonow, Meyer v. Knonau (in Roth ein weisser Hut 
mit Hennelinaufschlage und herabhängendem Bande). Reichsadels- 
stand. Adels-Emeuerungsdiplom vom 20. Febr. 1747 für Christian 
Andreas Meyer v. Knonow, Herrn auf Schnellpförtel bei Görlitz. — 
Altes, schweizerisches Adelsgeschlecht im Canton Zürich, welches seit 
1363 das Erbbürgerrecht der Stadt und Republik Zürich besitzt. Das 
Stammhaus war die Burg Knonau, welche jetzt der Sitz des züricbschen 
Landvoigtes des Ober-Amts gleichen Namens ist. Von dieser Burg and 
dem Dorfe Knonau, welches eine ehemalige Majora oder Meierei war 
und eine Castellania oder Voigtei bildete, wurde das Geschlecht Meyer 

V. Knonau genannt. — Rudolph M. v. K. lebte zu Ausgange des 
13. Jahrb. auf der Burg Knonau als Erb-Meyer und war Herr zu Mett- 

menstetten and Breitmatten. Mit demselben beginnt die anuotorbro- 



— 279 — 

ebene SUmnireihe des Greschlechts. Die Söhne Rudolphs erlangten, 
wie erwähnt, 1363 das Erbbfirgerrecht der Stadt Zürich und von den 
Enkeln war Johann M. ▼. K. 1400 regierender Bttrgermeister der Stadt 
a. Republik Zflrich. Conrad, Einer der s. g. tipfern Schwertlerböcke, 
fiel, nachdem er sich in dem Züricher Kriege ausgezeichnot liotte, als 
Anführer der Stadtfahnen von Zürich, in (lern Kampfe bei St. Jacob 
bei Basel und sein Sohn, Johann, trug 1470 das Stadt-Panner bei Gran- 
son. Johanns Sohn, Gerold, zürichschcr Landvoigt, Reichsvoigt, St. 
Gallenscher Hauptmann, verkaufte 1512 an die regierende Stadt Zü- 
rich, mit Vorbehalt des Namens : „Meyer v. Knonau*'. Burg und Pfarr- 
dorf Knonau und die Herrschaftsrechte tlber Mettmenstetten, Äugst. 
Borsikeu und Breimatten. Der Sohn dessclhen, Johann (II.) wohnte 
als Schfltzenfahnenträger 1500 der Schlacht bei Novara bei und sein 
Sohn, Gerold (IL), tiel 1531 bei Cappel. Von den Nachkommen starb 
Johann (IIL), Meyer in holland.-schweiz. Diensten, an seinen bei Mal- 
plaquet 1700 erhaltenen Wunden. — Bis 1798 blieb die Familie im 
Besitze der von 1432 an besessenen Herrschaftsrechte über Ottwyl und 
bekleidete auch seit 1453 bis zur genannten Zeit als Erbvoigte von 
Wyningen, die Würde der Erbsessclträger der Fürstäbte von Einsie- 
deln. — Ein Zweig des Geschlechts war gegen die Mitte des 18. Jahrb. 
nach der Oberlausitz gekommen und wurde zu Rothenburg und Schnell- 
pförtel begütert. Später lebte ein M. v. K. zu Herrnhut. In neuer Zeit, 
1845, war die Familie zu Ober-Weichau bei Glogau gesessen und ein 
Lieutenant M. v. K. stand im k. preuss. K. Aloxander-Grenadier-Re- 
p^mente. 

W. Pr. A.-L. III. S. 405 und 40fi. — Freih. 9. L«iMur , II. S. 103. — Siehmacher, I. 
I9S: Die Meyrr ▼. Kiionow. Schweiserisch. — Suppl. su Siebm, W.-R. IX. 83. 

Meyer v. Meyersbach, Edle n. Ritter (Schild ge\iert mit Mittel- 
schilde. Im blauen Mittelschilde ein scchsstrahliger, goldener Stern. 
1 n. 4 in Blau ein schrflglinker, wellenweise gezogener, silberner Bal- 
ken u. 2 u. 3 in Silber ein einwärtsschender, gekrönter, schwarzer 
Adler). Erblftnd.-österr. Adels- und Ritterstand. Adclsdiplom von 175G 
für Gottfried Joachim Meyer, k. k. Commerzicnr ith. mit dem Prädi- 
cate: v. Meyersbach und Ritterdiplom von 17ß() für Denselben als k. k. 
Gommerzienrath und ungarischen Bergwerks -Producten- Speditions- 
iPactor, mit dem Prädicate: Edler v. 

MfgfrU 9. Mühl/eld, Kr»räiix -Bd. M. 379. - Siipplcm. tu Siebmachor« W.-B. X. 21. — 
Mm^fMckk^, IV. H. 25H). 

Meyer zn Fölling (in Silber ein gebogener, bis an den oberii 
Scbildesrand reichender, rother Sparren, begleitet von drei, 2 u. 1, 
rothen Sternen). Adelsstand des Kgr. Bayern. Diplom vom 23. Mai 
1814 för Hieronymus Meyer aus Aafan in der Schweiz, Besitzer der 
Kloster-Realitäten von PoUingen, Steingaden und Rottenbuch, mit dem 
Prfldicate : zu Fölling. 

9. Lang, «. 447. - W.-B. d. K«r. Bayern, VII. 21.. 

Meyer v. Segebnric. Schwäbisches, reichsrittcrlichcs (Jcschlecht. 

Frtih. 9. Krohnt, 11. 8. 116. 

Meyer v. Urach (Schild geviert: 1 in Silber ein auffliegcuder, 



— 280 — 

schwarzer Adler; 2 von Roth und Silber und 3 von Sflber and Qrtn 
der Lange nach getheilt, ohne Bild und 4 in Gk)ld ein silberner Halb- 
mond). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 3. M4rz 1791 ftr 
Ernst Carl Wilhelm M., k. prenss. Lieutenant, mit dem Namen: Meyer 
V. Urach. 

Freih, V. Led€hur, II 8. 103 u. III. 8. 309 a. 10. — W.-B. d. Preis«. Moaareh.IY. la 

Meyerentz, Meyrentz. Ein im 18. Jahrb. in Ostpreussen vaai 
Dommelkoim, Garbeninken, Gutten, Heinricbshöfen, Janowen, Kar- 
plauken u. Mickelnick ansässig gewesenes Adelsgeschlecbt. 

Frfik. 9. Ledfbur, 11. 8. 103. 

Meverfeld, Lingen v, Meyerfeld, ancb Freiherren nnd Orafn. 

Schwedischer Freiherrn- und Grafenstand. Freibermdiplom von 1706 
für Johann August v. Meyerfeld und Grafendiplom vom 1. Mftrs 1714 
für Denselben, so wie vom 18. August 1719 fftr den Bruder des Grafen 
Johann August : Woldemar v. Meyerfeld, k. k. Generalmigor. — Ein 
aus Westphalen stammendes Adelsgeschlecht, welches früher Lingen 
V. Meyerfeld hiess. Mehrere Zweige desselben folgten dem deutschen 
Orden in die östlichen und nördlichen Länder, einer derselben Hess 
sich in Liefland nieder und Sprossen des Stammes traten in die k. 
schwedische Armee. — Dietrich Hermann v. Meyerfeld, knrcöln. GdL* 
Eath, war 1646 bevollm. Gesandter auf dem Friedcnscongresse m 
Münster und ein v. Meyerfcld, k. schwed. General und Ober-Commaa- 
dant zu Stettin und später General-Commandant in Schonen, blieb 1715 
in einem Treffen mit den Dänen. — Der oben genannte Jobann Angml 
Graf V. Meyerfeld starb 1750 als k. schwed. General v. d. Infanterie, 
Gouverneur von Schwedisch-Pommem und Rügen und Ganzler der Uni- 
versität Greifswald. Der Bruder desselben, Graf Woldemar, war schon 
1739 gestorben. Der Stamm blühte fort, wurde auch in Pommern be- 
gütert und die Grafen v. Meyerfeld besassen noch vor 1843 die Neh- 
ringer Güter im Kr. Grimmen. 

Gauhe, II. v<<. 737 u. 2». - Brügg^mann, I. HpUt S ond 9. — N. Pr. A.-L. III, 8. 40f. 
— Freik. r. Udehmr. II. 8. 103 und Ul. 8. SIC. — 99ta Rik, Vapeob. Rldd.94 «. Orefv. 10. 

Meyerhofe, May erhoff. Ein in Schlesien vorgekommenes Adds- 
geschlecht. Stanislaus Ferdinand Anton v. Meyerhofe war 1764 Re- 
gierungs-Canzellist in Gross -Glogau und Carl Friedrich v. M. 1806 
k. preuss. Accise- und Zollrath zu Hirschberg. 

S. Pr. A.-L. III. 8. 406. — Freiherr p. Ltdfbur, 11. 8. 103. 

Meyerinck. Ein aus dem Gevcschen stammendes Adelsgeschlecht, 
aus welchem seit dem 17. Jahrhunderte Sprossen in knrbrandenborg. 
und k. preuss. Diensten standen. — Dietrich Richard v. Meyerinck 
wurde 1757 Generallieuteuant u. starb 1775 im Pensionsstande uid 
Georg Wilhelm Ludwig v. Meyerinck, k. preuss. w. GelL-Rath nnd 
Kammerherr, früher k. Hofmarschall und Intendant der königL Schlös- 
ser, wurde später Ober-Schlosshauptmann und bekleidete diese Wtlrde 
noch um 18r>0. — Die Familie besass im Brandenburgischen 1767 n. 
noch 1S03 die Güter Biesow, Brunow, Leuenberg nnd Weritpfnhl im 
Kr. Ober-Barnim. 

Z4dinr, XX. 8. 1503. - T)rHh, ». X«J#»Mr, H. 6. IW, 



— 281 — 

Meyerle. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1701 für die 
Gebrflder Johann Leonbard Meyerle und Peter M., Kaufleute in Botzen, 
wegen ihrer ausgebreiteten Handelsgeschäfte. 

Meyem, Maiem (in mit silbernen, natürlichen Wolken geziertem 
Blau ein auf grünem Boden stehender, grün bekränzter und umgürteter, 
wilder Mann, welcher mit der Rechten eine Grassense in die Höhe hebt 
XL die Unke in die Seite setzt). Ein noch in der zweiten Hälfte des 
17. Jahrh. im Lüneburgischen yorgekommenes Adelsgeschlecbt. Hse 
y. Bodenteich, yermählte y. Maiern, starb um 1690. 

V. Mtding, in. 8. 485. 

Meyem, Meyeni y. Hohenberg, auch Freiherren (Schild quer 
getheilt : oben in Silber ein aufwachsender schwarzer Adler und unten 
in Roth ein silberner Sparren, begleitet yon drei, 2 u. 1, weissen Rosen 
oder Maiblüthenkelchen). E. preuss. Erlaubniss von 1815 sich nach 
dem Sitze Hohenberg in der Altmark: „Meyem v. Hohenberg'* nennen 
u. schreiben zu dürfen und im Herzogthume Sachsen-Coburg-Gotha 
durch Diplom yom 13. Apr. 1854 bestätigter Freihermstand. Wappen- 
niid Adelsbrief ftlr die Familie vom E. Rudolph IL — Ein aus dem 
bayrenthischen Yoigtstande stammendes Geschlecht, welches die der 
yoigüändischen Ritterschaft einverleibten Rittergüter Ramsenthai, Erot- 
tendorf, Filgendorf, Meyernberg, Rietfeld und Rubach an sich 
brachte. — Der Stammvater des Geschlechts, Blasius M., wurde, wegen 
seiner Erfahmng in Bergwerkssachen und im Münzwesen, vom E. Ru- 
dolph zu sich berufen und bei den Bergwerken in Ungarn als Director 
angestellt, musste aber 1592, vi^egen des Einfalls der Türken, Ungarn 
verlassen und begab sich in das Bayreuthsche. Von seinen Söhnen 
kaufte sich der Eine in Oesterreich an und zu den Nachkommen ge- 
hörten der k. k. Feldmarschalllieutenant Johann Friedrich Graf v. Mey- 
ern und Joseph Daniel Graf v. Meyem, Erzbischof von Prag, welche 
Beide. 1748 in den böhmischen Grafenstand erhoben, nach der Mitte 
des 18. Jahrh. starben. Von den im Bayreuthschen angesessonen Nach- 
kommen machte sich der in hannoverschen Diensten verstorbene Geh.- 
Justizrath Johann Gottfried y. M. durch die „Acta Pacis et Executionis 
Westphalicae^' und die „Acta Comitialia Ratisbonensia'^ rühmlich be-. 
kannt. Der Vater desselben, Johann Simon v. M., stiurb als Geh.-Kam- 
merrath u. Eammer-Director in Bayreuth und ein anderer gleichnamiger 
Sohn als Oberst in h. württemb. Diensten. Johann Gottfned's Sohn: 
Jobann Wilhelm Felicitas v. Meyem, war hannov. General der Artil- 
lerie. — Adam Anton v. M. war von 1738 bis 1742 markgr. bayreuth- 
scher bevollmächt. Minister am k. k. Hofe und starb später als Geh. 
Staatminister zu Erlangen. Johann Gottlob v. M. wurde 1763 als bay- 
reuth. Eammerherr, Hof- und Landschaftsrath nach Braunschweig be- 
rufen und zum Landdrosten des Weserdistricts bestellt. Derselbe hin- 
terliess zehn Söhne und neun Töchter, von welchen später noch vier 
Söhne in braunschweig.-coburgischen und preussischen Diensten stan- 
den und von dem in der Altmark gelegenen Besitze der Familie, wie 
angegeben, den Beinamen: „v, Hohenberg"' erhielten. Diese vier Söhne 



— 282 — 

waren : Ueinrich v. M., k. preass. Miyor, gest. 1810 ; Wilhelm v. H.-H., 
gest. 1848 als k. prcoss. Generalmajor a. D.; Augnst ▼. M.-H., h. 
sacbs.-coborg-gothaischer Generalmtgor, Herr auf Hohenberg, Krose- 
mark und Germerslage in der Altmark, gest. 1845 mit HinterlaMung 
einer Tochter und Erbin, ans der Ehe mit Auguste Grf. v. Gört«-Wri8- 
berg: Pauline y. Mayem-Hohenberg, geb. 1820, welche sich 1844 mit 
Friedrich Grafen v. d. Schulenburg-Altenhausen vermfthlte und Ferdi- 
nand y. M.-H., welcher, am h. sächs. coburg-goth. Hofe Gch.-Rath unj 
Oberhofmarschall, den freih. Stamm fortgesetzt hat. — Haupt des frd- 
herrlichen Hauses ist jetzt: Freih. Friedrich, geb. 1818, k. grossbritan. 
Major a. D., verm. 1862 mit Anna v. Knoblauch a. d. H. Osterholtt. 
geb. 1832, aus welcher Ehe ein Sohn 1863 geboren wurde. Die bei- 
den Brüder des Freiherrn Friedrich sind, neben drei Schwestern: Freün 
Auguste, geb. 1817, Freiin Luise, geb. 1823, verm. mit Nestor ▼. 
Sclilözer, k. russ. Hofrath und General-Consul zu Stettin, und Freiio 
Minna, geb. 1832, zwei Brüder, die Freiherren Gustav und Leopold. 
Freih. Gustav, geb. 1820, h. sachs. coburg-gothaisch. Hofcapell- o. 
Theater-Intendant, vermählte sich 1855 mit Clara v. Alvenslebeo a. d. 
H. Zichtau, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Alexandrine« geb. 
1855 und Margaretha, geb. 1862, zwei Söhne stammen: Gustav, geb. 
1857 und Hans, geh. 1860 '-— Freih. Leopold, geb. 1833, k. k. Hanpi* 
mann, vermählte sich 1863 mit Emma v. Loewenfels, geb. 1888. 1^ 
Fräulein Meyem v. Hohenberg war 1857 in Ostpreusseh mit Ekbk 
Tauersee im Kr. Neidenburg begütert. 



N. Pr. A.-L. III. 8. iOa o. 407. ~ nriih. v. d. Knftebfck, 8. Sil. - 1V«M. •. Uäß^mr, 
II. 8. 103. - <:eiiefü. Taschenb. d. freih. H&iiser. 1860. 8. 563 aud 1864. 8. &S9 nnd 40. — 
Mu|.pl XU 8iehm. W.-B. I. S: v. Mayern «uf Kudfeld und «tühaeh (Ri«tf»ld nud Habaeli). — 
W.-B. der .<i&ehi. Suat«ii. IX. SH - W.ß. des Kgr. Baferu, VII. %h, 

Meyers. Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 5. Mirt 
1740 (letzte Erhebung von Seiten des Königs Friedrich Wilhelm L) 
fttr Friedrich Wilhelm Meyers, k. preuss. Obersten. 

N. Pr. A.-L. V. 8. 3.10. - Fr^ih 9. Ledebur, 11. 8. 101 und 104. - W.-B. der PrMSt. 
Mouarch. IV. i. 

Meysebng, Meisenbng, Rivalier v. Meysebng, Freiherren. Altes, 

hessisches Adelsgeschlecht, welches zu Frülingen, Lichtenau, Retterode, 
Ried, Röhrda u. Zusehen sass. ßereits^l323 wohnten Heinrich o. Her- 
mann V. M. auf dem Burgsitze zu Lichtenau, auch stand zeitig dem Oe*- 
schlechte das Städtchen Zusehen mit drei Schlössern und einem Amte 
unweit Fritzlar zu. Johann (I.) v. M., um 1430 von Spangenberg unter 
den Kriegshelden der damaligen Zeit aufgezählt, wurde 1447 zu Fulda 
beliehen; Philipp v. M. war 1520 landgräfl. hessisch. Marschall, welohc 
Würde vor ihm schon Johann (H. u. IH.) bekleidet hatten ; Johann (lY.) 
kommt um 1653 als hessen-casselscher Forstmeister vor; Clara Elisa- 
beth v. M. a. d. Hause Zusehen, Tochter des Georg Philipp v. M. auf 
Zusehen und Ritterode. vermählte sich mit dem 1689 in den Grafen- 
stand erhobenen Franz Ernst v. Platen, kurbraunschw.-lüneb. Geh.- 
Rath u. Premier-Minister, HeiTn der Herrschaft Linden, und wurde so 
die Stammmutter der Grafen v. Platen-Hallermund ; ein Freih. v. M. 
wai* 1683 fOrstl. hessen-casselscher Ober-Stallmeister; Johann v. M. 



— 283 — 

kurbrandenb. Oberst, blieb 1695 im Treffen bei St. Trond; ein v. M. 
verwaltete nach Anfange des 18. Jahrb. das Ober-Kämmerer- Amt am 
bess.-ca8sel8chen Hofe ; Adam GotUob v. M. lebte am 1 708 als k. poln. 
and karsüchs. Kammerherr und ein Freih. v. M. war 1724 k. preuss. 
Geh.-Rath und Vice-Präsident im FOrstenthume Halberstadt. Der 
Stamm bestand in vielen Sprossen fort, gehörte durch seine Besitzungen 
zu der reichsfreien Ritterschaft des Canton Rhöii-Werra und hat später 
noch 1816 geblüht, in welchem Jahre das alte Geschlecht, welches im 
goldenen Schilde eine schwarze Greifsklaue, mit dem aufwärts gebo- 
genen Fusse nach der Rechten gekehrt, führte, erloschen ist. Später, 
nach 1825, eilhcilte Kurfürst Wilhelm II. von Hessen seinem Geh.-Ca- 
binetsrathe Rivalier im Departemente des kurfürstlichen Hauses und 
der auswärtigen Angelegenheiten den Adel des Kurfürstenthums Hessen 
mit dem Namen und Wappen des alten erloschenen Geschlechts v. Mey- 
sebog und bald darauf auch den Freiherrnstand und zwar mit folgen- 
dem Wappen: Schild quer getheilt: oben in Gold die schwarze meyse- 
bngsche Greifsklaue und unten in Grün ein goldener Tarnierkragen mit 
drei Lätzen. Der Stamm blühte fort. Ein Sprosse desselben, Freih. 
▼ Meysebug, Dr. der Rechte, wurde Kanzlei-Rath im k. preuss. Mi- 
nisterium des Innern und ein Anderer in neuester Zeit Ministerial-Rath 
im k. k. Ministerium des Aenssem. 

Spangenberff, II. — WincMmann, Benchrcib. von Hpssod, 8. 291. - Sehannat, 8. 12». 
— Oauhg, I. 8. 1344 und 45. — Z^dler^ XX. 8. 366. - Krtor, Ahneoprobe, Tab. 2. — Bie- 
dermamn, Cmnton Rh6n-Werra, I. V<>rs. — N. Geneal. Handbaeh, 1777. 8. 301 and 177A. 
8. 347. — /SoiwiMi. Geschichte von Heesen, U. Anmerk. 8. 2S.'( u. IV. Anmerk. 6. 494. — 
r^Hk. w. d. Kne»eheck, 8. 212. - Freiherr v. Ledebur. 11. S. t04 a. UI. 8. SlO. — Si^b- 
auioA«r, I. 141: v. Maitenbug. HessiBch. — v. Meding, III. 8. 427 and 98. ~ «. Uefner, 
haooov. Adel, Tab. 23: Freih. v. M. 

Meyssel , Maysel. Ein trüher zu dem ostpreussischen Adel zäh- 
lendes Geschlecht, welches im Kr.f Fischhausen zu Germau, Kirpehnen, 
Korgeiten, Nopkeim etc. begütert war. 

Freih. v. Ledebur, II. 8 104. 

Meywaldt, Meywald, Mehwald (Schild von Silber und Roth quer- 
getheilt, mit einem nach der rechten Seite springenden Hirsche von 
natürlicher Farbe). Altes , schlesisches Adelsgeschlecht , welches schon 
1353 zu Maywaldau im Schönau8chcn,1473 zuLobendau im Goldberg- 
sehen und später noch zu Harpersdorf sass. Der frühere Stammsitz Lo- 
bendau kam 1606 an die v. Axtleben und der Stamm erlosch 1659 mit 
Christoph Wenzel v. M., Herrn auf Harpersdorff etc. 

8inapiu$. I. S ß{8. — Gauhe . I. 8. 1372. - Fr^ih. t. Ledfbur. II. 8. 104. - Sieb- 
maeker, I. 6<: v. Mechwaldt, Sehlesisrh. - •. Meding, (f. 8. »76 n, 77. 

Miaczynski, Grafen. Reichsgrafenstand. Bestätigungsdiplom von 
1731 ftlr Ignaz Grafen Miaczynski. 

Megerle r. Mühlfeld, F.rg.-Bd. S. 2t?. 

Michael auf Frankennohe (in Gold ein blauer, mit drei achtecki- 
gen, silbernen Sternen belegter Querbalken , begleitet oben und unten 
von einem nach der linken Seite schreitenden, doppelt geschweiften, 
blauen Löwen). Reichsadelsstand. Diplom vom 13. Mai 1652 für Ju- 
lius Michael, Amtsschreiber des böhmischen Grenz-Zoll-Commissariats, 
ausgeschrieben in Eur-Bayem 29. Nov. 1782 für Johann Christoph 



— 284 — 

Leopold V. Michael, adeligen Landsassen von Frankennobe. Der Vater 
und Grossvater des Diploms- Empfängers, (geb. 1755) waren Gewerke 
des böhmischen Bergwerks in der St>adt Schönfeld gewesen and die 
Familie hatte 10. Septemb. 1570 einen kaiserlichen Wappenbrief er- 
halten. 

r. Lang, 8. 448. — W.-B. d. Kgr. Bayern. VII. 2Ä. 

« Michaelis (Schild der Länge nach getheilt : rechts in Silber ein 

schwarzer Adlerflügel mit Kloestengel und links in Blau ein geharnisch- 
ter Arm mit Degen). Adelsstand des Königr. Preussen. Diplom vom 
3. Dec. 1786 für Wilhelm Michaelis, Hauptmann im k. preuss. Infant- 
Regim. Graf v. Henckel. 

N. Preuss. A.-L. V. H. :«0 u. Sl. — Frtih. r. Udebur, II. 8. 804. - W.-B. d. Pr«ii«s. 
Monmrh. IV. 8. - Xneschke, IV. 8 290 a. 91. 

I Michaelis (in Blau ein schräglinker . goldener Balken, belegt mit 

drei sochsstrahligen. goldenen Sternen). Adelsstand des Kgr. Preussen. 
Diplom vom 30. Aug. 1787 für Friedrich Christian Wilhelm Michaelis, 
Rittmeister im k. preuss. Husaren -Regimente v. Wolki. Die Familie 
blühte fort und wurde in Pommern im Kreise Schlawe zu Quatzow, 
Reddichow und Marienthal angesessen. Das Gut Quatzow stand 1857 
einer Frau v. Michaelis zu. Ein Sprosse des Geschlechts steht jetzt als 
Lieutenant im k. preuss. Garde-Husaren-Regimente. 

Freiherr 9. Ledebur , U. 8. 104. — W.-B d. Preuss. Mouarch. IV. 3. — Pomaeraciies 
W.-B. in. Tsb. 3.1 u. 8 112. - Kne»chke, I. 8. 897 u. 98. 

Michaelis (Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild von Roth 
und Silber der Länge nach getheilt , mit einem nach der linken Seite 
aufspringenden, weissen Rosse; 1 und 4 in Blau ein silbernes, den Bo- 
gen auf, die Stollen abwartskehrendes Hufeisen und 2 und 3 in Silber 
ein rechtsgekehrter, schwebender, schwarzer Adler , im Schnabel eineii 
goldenen Ring haltend). Adelsstand des Kgr. Preussen. Diplom vom 
2. Apr. 1808. — Die Familie wurde in Ostpreussen zu Auklaj^en und 
Perschein ün Kr. Preuss. Eylau , so wie zu liOyden im Kr. Friedland 
angesessen. 

Freih. v. Ledebur, II. 8. 101. - W.-B. der Pr«us9. Monsrch.. IV. 9. - KnMChk4 , IV. 

S. -ittl. 

Michalini y. Tranenfeld. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1798 für Johann Michalini, k. k. Hauptmann. 

Megerle v. Mühlfeld, Brg.-Bd. S. 879. 

Michels (in Roth ein nach oben gezinnter Querbalken). Soester 
Patricier- und Salz-Imker-Geschlecht, welches zu Nateln, Sassendorf 
und Weslarn im Kr. Soest begütert wurde. — Zu Nateln war 1857 
Otto v. Michels, k. preuss. Kreis-Director zu Soest, angesessen. 

Frrih. 9. Ledebur, II 8. 104. 

Michelsdorf. Altes , schlesisches Adelsgeschlecht eines Stammes 
und Wappens mit der 1661 erloschenen , schlesischen , dem polnischen 
Stamme Swinka einverleibt gewesenen Familie v. Danewitz , s. Bd. II. 
S. 418, welches sich nach dem ihm zustehenden Rittersitze Michelsdorff 
nannte. — Thomko oder Thocan v, Michelsdorff lebte 1314. — Der 



— 285 — 

Nuae des Oeschlechts, welcher wohl im 16. Jahrh. auBgegangen ist, 
kam auch in der Oberkasitz vor. 

m»tißUu, I. 8. MI. ^ SMmaeJ^er, I. 61: ▼. Miohdtdorf, SchlMifoh. - w, Utdittg, 1. 
S. a»l n. 91. 

Miehelsperg, Michelspnrg, auch Freiherren (Schild der Länge 
nach TOn Silber nnd Schwarz getheilt: Stamm wappen). Altes, tiroler 
Adelsgeschlecht, aus welchem Johann v. Miehelsperg dem costnitzer 
Gondl beiwohnte. — Ein Adelsgeschlecht, welches sich aber v. Michels- 
berg schrieb, kam in früher Zeit im Braunschweig-Lüneburgischen vor. 

aiebmadker, Ul. 33: Preih. v. Miehelsperg u. 99: v. Michel8purg, Tiroliirh. — r. .Ve- 
ding, UI. 8. 4S6 und S6. 

Miehich v. Freudenfeld. Erbl. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1764 für Anton Miehich, k. k. Oberlieutenant im sclavonischen Broder 
Infanterie-Regimente, wegen 31 jähriger Dienstleistung, mit dem Prädi- 
cate: ▼. Freudenfeld. 

M99trl€ w. Miklftld, 8. S38. 

Miehle V. Mnthfeld. Erbländ. - österr. Adelsstand. Diplom von 
1773 fQr Georg Miehle, k. k. Hauptmann im Infanterie -Regimente 
V. Langlpis , mit dem Prädicate : v. Muthfeld. 

MtgerU 9. Mühl/eld, Krg.ßd. 8. 379. 

' Michna, Michna v. Weitzenau, Freiherren u. Grafen. Böhmi- 

scher Freiherrn- und Grafenstand. Freiherrndiplom von 1632 für 
Georg Wilhelm v. M., k. k. Rath und Oberhanptmann aller kaiserlichen 
Herrschaften in Böhmen, später königl. böhmischer Appellationsrath, 
Herr der Güter Mehldem oder Mehlem, Harticz und Johnsdorf im 
meissnischen Erzgebirge, mit dem Prädicate : v. Weitzenau (Waitzenau) 
und Grafendiplom von 1711 für die Gebrüder Martin Michael, Johann 
Wenzel und Wenzel Ferdinand Freih. Michna v. Weitzenau. — Böh- 
misches Adelsgeschlecht, als dessen Stammvater Paul Michna ange- 
nommen wird, welcher anfangs königl. böhmischer Reichs-Secretair, 
später aber Reichsvicecanzler war und in dem erstereu Amte den be- 
kannten Majestätsbrief K. Rudolphs II. unterschreiben musste, später 
aber mit dem Cardinal Clesel sehr thätig war. Paul's Sohn, Paul Al- 
bert, war 1621 des K. Ferdinand n. w. Geh.-Rath und General-Kriegs- 
Commissar und soll nach Weingarten und Gauhe den Grafenstand er- 
halten haben, doch fehlen über diese Erhebung nähere Angaben. Der 
Braderssohn Pauls: Freiherr Georg Wilhelm, s. oben, wurde Refor- 
mations-Gommissar, verehrte dem E. Ferdinand II. zur Fortsetzung des 
Krieges gegen die Protestanten hunderttausend Gulden und erhielt die 
obengenannten Güter, auf welchen er und seine Nachkommen wohnten, 
namentlich sein Sohn: Freih. Wilhelm Wenzel, welcher um 1670 als 
k. k. Kämm., Rath und Kammergerichts- Assessor in Böhmen vorkommt. 
Zu seiner Zeit war auch Freih. Wilhelm Ernst königl. Hof- und Lehn- 
Rechts-Beisitzer in Böhmen und um 1709 Carl Georg Wenzel k. k. 
Bath, Kämmerer und Hauptmann im ellnbogner Kreise. — Die Ab- 
stammung der 1711 in den böhmischen Grafenstand versetzten drei 
Gebrüder Freih. v. Michna, s. oben, ist genau nicht bekannt : die unten 
mitgetheilte Ahnentafel nennt als Vater derselben den Freiherrn Wil- 



— 286 — 

heim Wenzel Franz. — Graf Martin Michael, Herr der Herrsclurft 
Johnsdorff, starh um 1729 ohne Nach\ummen, doch ist Ganhes In- 
ga he, dass derselbe das Geschlecht münnlicher Scits beschlossen habe, 
jedenfalls nur von seiner Linie zu verstehen, denn die Nacbkommen- 
scliaft seines Bruders, des Grafen Johann Wenzel, hat dauernd fortge- 
hlüht und die Stammreihe seiner Nachkommen steigt, wie folgt, herab: 
Wilhelm Wenzel P'ranz Freih. Michna v. Waitzenau : Elisabeth Poly- 
xene Enis v. Atter und Iveagh; — Johann Wenzel Graf v. Michna: 
Maria Caroline Freiin Wopping v. Karpheim ; — Graf Ferdinand Cari 
Joseph: Sophie Duhois-Desscignies Baronne de la Toumelle; — Graf 
Carl Joseph : Johanna Grf. Bubna v. Littitz; — Graf Emanuel Peter, 
geb. 1772 und gest. 1827, k. k. Kämmerer, ordentlicher Professor der 
Laudwirthschaft an der Universität Prag, k. k. Oberlieutenant in d. A.: 
Maria Theresia Freiin Wiedersperger v. Wiedersperg, geb. 1771. — 
Friedrich Graf Michna, Freih. v. Waitzenau, geb. 1804, k. k. Kto- 
nierer und Kreishauptmann zu Königsgrätz in Böhmen. 

W^fngarUna Furütenspiegel, S. 276-291 and 373. — Gauhe , I. 8. 1372-74. — JAyffHf 
e. Uähl/eUi, Brg -Bd. 8. id. — D«fukscbe Grafenh&user der Gegenwart. lU. B. 243 a. M. - 
Ceneiil. Tascheiib. der gräfl. Hiu^er, IBtil. 8. 540. 1064. 8. 550 u. hiftorisehea Haadb. n 
L)<-in.selb<>ii 8. b^H. — SuppI xu Hiebm. W.-B. Vf. 24. 

JUichorowski, Schmoltz-Michorowski. Ein früher zu dem Adel 
in Westpreussen zählendes Geschlecht, welches auf Michorowo im Kr. 
Stnhr sass. 

Freih. o. Ledffbur , II. 8. 104. 

Mickassinovich v. Schlangenfeld, Freiherren« Erblftnd.-IHiterr. 
Freiherrnstand. Diplom von 1760 für Michael v. Mickassinoyich, k. k. 
Obersten und Commandanten des Warasdiner-Kreuzer-InfanL-Regi- 
ments und fQr den Bruder desselben, Axentius v. M., mit dem Piftdi- 
cate: v. Schlangenfeld. 

Meyerle p ilÜht/eM, 8. 70 u. 71. 

Mickhosch, Freiherren. Roichsfreiherrnstand. Diplom von 1719 
für Bernhard Georg v. Mickhosch, k. k. Geh.- und Finanz- n. Cmife* 
renzrath. 

Moij^rlf 9. yühlfeld, Etg.-Bd. 8. 79. 

Micrander, Bartholdi v. Micrander, Freiherren* ReichsfreOMmi- 
stand, in Kur-Brandenburg anerkannt. Diplom von 1682 ftr Oeorg 
Adolph V. Micrander, kurbrandenbnrgischcn Obersten und kurbrandefr- 
burgisches Anerkennungsdiplom vom 30. Aug. 1682 für Denselben. — 
Freiherr Georg Adolph stand zuerst in k. k. Diensten, trat aber dami 
in die kurbrandenb. Armee, wurde 1689 Generalmajor nnd 1704 Qe- 
ncrallieutenant. Später wurde er Gouverneur von Golberg a. Uennf 
Chef der Ritter-Academie in Pommern, legte aber seines Alters wegen 
diesen Posten bald wieder nieder, erhielt das Gouvernement der Stadt 
Frankfurt a. d. Oder und starb 1717 als Herr anf Sandenleben im 
Anlialtschen und Tammcndorf bei Crossen. Seine einzige Tochter an 
der Ehe mit Anna Catharina v. Klingsporn a. d. H. Blanstein: Joliua 
Christiana Catharina, vermählte sich mit dem k. preuss. Geb.-Rathe v. 
Präsidenten der halberstädtschen Regierung Friedrich Heinrich v. Bir^ 



— 287 — 

tkoldi, welcher, von seinem Schwiegervater adoptirt, 1. Juli 1712 die 
kAnigliche Erlanbniss erhielt, sich: v. Bartholdi, Freih. v. Micrandcr 
nennen nnd schreiben und mit seinem Wappen (in Silber drei gekrönte, 
sehwarze. neben einander gestellte Adlersköpfe) das micranderscbo 
Stammwappen (in Roth ein prehamischter Ritter) als Mittelschild des 
gefierien freiherrlich micranderschen Wappens führen zu dürfen. Freili. 
Friedrich Heinrich erwarb später noch das Gut Plötzin im Kr. Zauche- 
Beksig nnd starb 17^0, ohne den Stamm in seiner Ehe fortgesetzt zu 
kaben. 

AbUj RitterMal, cap. I. 8. 32S. — N. Pr. A.-L. IH. 8. 410. - Frtfih. v. Led^hur, 11. 
8. 104 und 106. — W.-B. d. Preass. Mouaroh., II. 49: Freih. v. U. ii. Freih. v. Kartlioldi- 



Mieska v. Löwenart. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1798 ftlr Lucas Miczka, k. k. Hauptmann. 

MegerU v. Mükl/eld, 8. »H. 

Middachten. Altes, geldemsches Adelsgeschlecht, welches zu Mid- 
daditen, Hersfeld etc. gesessen war und auch clevesche Lehne: das 
Lehngut Mehrschlaege 1539 — 1571 besass. Dasselbe ist in der Mitte 
des 17. Jahrhunderts erloschen. 

^«t'A. V. Ledebur, II. 8. 105. — Siebmacker, V. Zus. 33. 

Middelburg. Reichsaddsstand. Diplom von 1733 fUr Johann Hein- 
rich Middelburg, kais. Reichshofraths-Agenten. 

Meg«rle ». Mühlftld, Krg.-Bd. 8. .179. 

Mieg, Edle und Ritter (Schild quer getheilt: oben in (}old ein 
nach der rechten Seite schreitender, rother Löwe und unten in Blau 
iwei neben einander stehende, achtstrahlige, goldene Sterne). Reichs- 
adelsstand. Bestätigun'gsdiplom des in die Familie 1582 gekommenen 
Adels im kurpfälz. Rcichsvicariate vom 1 1. Mai 1792 für Benedict Frie- 
drich Mieg, geistlichen Administrations-Rath und Cassier zu Heidel- 
berg. Der Vater des Diploms - Empfängers war ebenfalls geistlicher 
Administrationsrath zu Heidelberg und von den früheren Gliedern der 
Familie machten -sich besonders folgende bekannt: Matthias Mieg, um 
1607 Kammergerichts-Assessor zu Speier; Carl M., kurpfälzischer Re- 
sident im Haag und Johann Ludwig M., kurpfälzischer Geh.-Rath, 
Kanzler, Reichstags- und 1652, 1657 u. 1658 Wahlgesandter. — 
Benedict Friedrich v. Mieg setzte den Stamm fort und ein Sohn des- 
selben, Arnold Friedrich Anton Joseph v. Mieg, geb. 1 778, k. bqyer. 
Kreis-Canzlei-Director in Salzburg, wurde nach Anlegung der Adels- 
oiatrikel des Kgr. Bayern in dieselbe eingetragen. Später, 5. Nov. 1818, 
wmrde in diese Matrikel auch aufgenommen: Benedict Friedrich Albert 
Bitter und Edler v. Mieg, fürstl. leiningenscher Geh.-Rath zu Ainor- 
bach. 

9. Lang, 8. 443 nod Suppl. 8. 1'2S. - W.-B. d. kgr. Btyeru, VÜ. 26. 

Mier, Grafen. Erbländ.-österr. Grafenstand. Diplom von 1777 für 
Joseph V. Mier, früher Starost v. Bnsk, k. k. Geh.-Rath und für de« 
Bmder desselben. Johann v. Mier, k. poln. Generalmajor u. Castellan 
von Liettand. Altes, ursprünglich schottisches Adelsgeschlecht, welches 
unter dem Namen : Mier, Baron of Park nnd Rowallan vorkommt. 



— 288 — 

Torsten Micr erhielt 16. Oct. 1680 den schwedischen Adelsstand und 
Wilhchn v. Mier, ein Sohn des k. poln. Generalmajors Johann y. Mier, 
(^langte 28. Oct. 1726 anf dem Landtage zu Grodno das polnische In- 
(ligonat. Letzterer kaufte die Güter Radziechow und Wozuczyn in Gi- 
lizien und aus seiner Ehe mit Catharina v. Geschau (Geschhaw) eoi- 
sprosstcn die oben genannten Grafen Joseph und Johann, welche aneh 
11. Sept. 1782 die Magnatenwürde von Galizien erlangten. Graf Jo- 
seph hiuterlicss aus der Ehe mit Anna Fürstin Sapieha nur eine To^ 
ter: Grf. Anna, geb. 18u0, verm. 1818 mit dem 1857 verstorbeneB 
Felix Gr. v. Mier, jüngerer Linie. — Vom Grafen Joseph, Stifter der 
jüngeren Linie, entsprossten aus der Ehe mit Anna Grf. Tamowskt 
zwei Söhne , die Grafen Adam und Felix (1.), yon welchen Ersterer 
ohne Nachkommen starb. Graf Felix (1.), geb. 1788 und gest. 1857, 
k. k. Kamm. u. Geh.-Rath, vorm. bevoUm. Ministerund a. o. Gesandter, 
Oberst-Landes-Kämmercr in den vereinigten Kgr. Galizien und Lodo* 
mirien, vermahlte sich 1818 mit Agnes Grf. v. Mier, geb. 1800, an 
welcher Ehe, neben einer Tochter, Grf. Caecilia, geb. 1826, vera. 
1 844 mit Ladislaus Grafen v. Badeni, Herrn auf Lubience, Synownd^ 
und Surochow, k. k. Kämmerer, drei Söhne leben : Graf Felix (IL), 
geb. 1820, Herr der Herrscbaüben Radziechow, k. k. Kämm., yem. 
1849 mit Felicia Grf. Starzenska, geb. 1830, aus welcher Ehe drei 
Töchter entsprossten; Graf Heinrich, geb. 1829, Herr der Hemchift 
Busk. k. k. Kümm. und Gr. Carl, geb. 1832, Herr der Hemehaft 
Kamionka-Strumikowa, k. k. Kämm. u. Oberlieutenant in d. A., yenn. 
1857 mit Helena v. Ostoja-Turkutt. 

ßf^l/f/lev.Müh{fflil, KrK.-Rd. S. r^. — Deutic.be Grafeohit^s. der Gegenw. III. S. Hf «. 
1>:»0. - rinieHl. T>i»cli«nh. d. t^rifl. lUuser, l!«64. 8. 550 u. 51 u. histor. Handb. s« DMMtl- 
lull 8. 601. - W.-B. der Oesierr. Monarch., IV. ««. 

Miositscheck, Misitscheck y. Wischkan, Misitscheck y. THaei- 
kau, genannt y. Strobschütz. K. preuss. Erlaubniss yom 24. Dec. 1789 
fttr Philipp Gottlob August Miesit^check v. Wischkau — AdoptiyBCihn 
des kursüchs. Obersten Johann Friedrich v. Strobschütz auf Oörsdorf 
boi Sorau — zu seinem Namen und Wappen (in Silber der Kopf und 
Hals eines Wolfes) Namen und Wappen der v. Strobschütz (in Blin 
zwei silberne PPahle) setzen zu dürfen. — Altes, ursprünglich böhmi- 
sches Adelsgeschlecht, welches vor und nach der Mitte des 17. Jahrit 
im Posenschen zu Chlastawo unweit Meseritz und im Brandenbnrgi- 
sehen im 18. Jahrb. zu Drehnow bei Crossen und zu Kirschbaum un- 
weit Sternberg gesessen war. 

Freih. c. Ifdebur, II. 8. 105 und IW. — W.-B. der Pr. Monarch. ,| ly. 4: v. IC.-#^ 

K.'n. V. .St. 

Miessl, Edle y. Zeileisen. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom tob 
1 787 für Johann Nepomuk Miessl, Oberzehntner, auch Oberamts- nad 
Berggerichts-Beisitzer zu Joachimsthal in Böhmen, wegen SQjfthriger 
Dienstleistung, Rettung der Aerarial-Cassen und Einführung des Torb« 
mit dem Prädicate: v. Zeileisen. — Der Stamm hat fortgeblflhtrin 
neuester Zeit stand Wenzel Miesel Edler v. Zeileisen als Lieatenaiit In 
der k. k. Armee. 

MtgTU V. Muhtftld» 8. 898. - Milit.-Schemadsm. 4. OMtcrr. KaiMrth. 



— 28d -* 

Mietself Mitsei, Mitchel. Ein ans Schottland stammendes Adels - 
geschlecht, ans welchem Joachim Elias Mitchel in der Altmark das Gnt 
Hindenburg im Kr. Osterburg an sich brachte. Das genannte Gut be- 
sass 1736 — 1739 Andreas Christoph v. Mietzel, wie derselbe sich schrieb 
nnd dasselbe stand der Familie noch 1776 zu. Johann v. Mietzel wendete 
sieh nach Westpreussen , nahm wieder den Namen Mitschel an , erhielt 
26. Octbr. 1775 einen k. polnischen Adelsbrief und war noch 1789 Herr 
auf Rheinfeld unweit Carthaus. 

fi-tih. w, Ltdebur. II. 8. lOG. 

Mi^azzi y. Wall und Sonnenthurm, Grafen. Erbländ.-Österr. 
Grafenstand. Diplom vom 5. Juli 1698 für Yinccnz Freiherm v. Mi- 
gazzi, k. k. Osterr. Eegicrungsrath, mit dem Prädicate: v Wall und 
Sonnenthurm. — Altes, früher in der schweizerischen Landschaft Val- 
telin, später im Bisthume Trient angesessenes und in die tiroler Adels- 
matrikel eingetragenes Adelsgeschlecht, dessen fortlaufende Stammreihe 
nm 1251 mit Humbert Migazzi anfängt. Julian v. Migazzi erhielt durch 
kaiserliches Diplom vom 15. Juni 1578 den Reichsadelsstand seiner 
Familie von Neuem bestätigt und um dieselbe Zeit erhielten auch Justi- 
nian und Johann Caspar Gebrüder v. Migazzi den Reichsadel bestätigt. 
— Ton dem Grafen Yinceuz stammten aus der Ehe mit Barbara Ca- 
tharina Freiin v. Prato und Segonzano die beiden Brüder : Graf Chri- 
stoph Bartholomaeus, geb. 1714, 1757 zum Erzbischof von Wien er- 
wählt, und Graf Anton Caspar Michael, von welchem die Stammreihe, 
wie folgt, herabstieg: Graf Anton Caspar Michael, geb. 1708 und gest. 
1771, k. k. w. Geh.-Rath etc., erhielt 1761 das Herrenstands-Incolat 
iB Böhmen und 1764 das Incolat im Kgr. Ungarn: erste Gemahlin: 
Maria Franzisca Margaretha Grf. v. Trapp, gest. 1742; — Gr. Chri- 
stoph Vincenz Johann, geb. 1737 u. gest. 1770, k. k. Kämm.: Maria 
Anna Grf. v. Künigl, geb. 1743 u. verm. 1763 ; — Graf Christoph Vin- 
eeoz Anton, geb. 1765 u. gest. 1831. k. k. Kämmerer: Aloyse Antonie 
Grf. V. Thürheim, gest. 1851; — Graf Rudolph Christoph Vincenz, 
geb. 1787 und gest. 1850, Herr der Majoratsherrschaft Aranyos-Ma- 
lölh etc.. k. k. Kämm.: Mathilde v. Szent Ivänyi, geb. 1809; — Wü- 
belm (H.) Graf Migazzi v. Wall und Sonnenthurm, geb. 1830, Majo- 
ratsherr auf Aranyos-Maröth in Ungarn, k. k. Kämm., verm. 1853 mit 
Antonie v. Marczibanyi, aus welcher Ehe zwei Töchter, Irma und Eu- 
genie, stammen. Der Bruder des Grafen Wilhelm (II.) ist: Graf Johann, 
geb. 1833, verm. 1856 mit Livia Freiin v. Weiss-Horsteflstein, geb. 
1837 und die beiden Brüder des verstorbenen Grafen Rudolph Christoph 
Vincenz sind: Gr. Franz, geb. 1790, k. k. Oberlieutenant in d. A., 
verm. 1830 mitLudovica Isabella Freiin v. Ransonet-Villez, gest. 1832, 
ans welcher Ehe ein Sohn lebt: Graf Alexander, geb. 1831 und Graf 
Wilhehn (I.), geb. 1792, k. k. Kämmerer. 

Freih, v. Krokn^, I. 2. 8. 847—49. — Jacobi, ISOO. Tl. 8. SSO. — Allgem. geneal. - und 
Btftatohaodb 1. N. 666. — Deutsche QrafeDb. d. Oeg«nw. lU. 8. 249 and 50. — Oeneal. Ta- 
■cbeob. d. grSfl. U&us., 1864. K. 551 und 52 u. hititor. Handb. su DeiDt«lben 8. 602. —Sieb- 
mmehert IV. 24 a. 8uppl. 11. 2: Or. v. M. n. 9 : Ritter t. M. — Tprof, I. 2. 104 uud Siebtn- 
k€€9, I. 8. 39-91. — W.-B. d. Oesterr. Monarch. IV 87. 

Miglio. Ein früher zu dem in Steiermark begüterten Adel zäh- 

KnuGhk9, Deutach. Adels-Lez. VI. 19 



— 290 — 

lendcs Geschlcclit , welclies 1658 die steyerische Landmannacbaft e^ 
langte. 

ScitnHtt, II. S. hiA. 

Mikhollitsch y. Rosenegg. Erblünd.-östcrr. Adelsstand. Dipipm 
von 1792 für Anton Mikhollitsch, Postmeister avl Zengg« wegen Aijibr 
rigor Dienstleistung, mit dem Prädicate : v. Kosenegg. 

Mfgrrte v. Mühl/eUL ». 22«. 

Mikich y. Bojkamen. Erbländ.-dstcrr. Adelsstand. Diplom voi 
1797 für Martin Mikich. k. k. Hauptmann im zweiten Bannal-Regi- 
nientc, mit dem Prädicate : v. Bojkamen. 

Mfytrl« V. MühlfeM. Kr^-Bd. 8. 379. 

Miklich y. Stransgenfeld. Erblflnd.-österr. Adelsstand. Diplom 
von 1802 für Simon Miklich, pens. Oberlieutenant vom Gradfscaner- 
Regimente, mit dem Prädicate: v. Straussenfeld. 

Mtyprle p. Uüht/eld. Erg.-Bd. 8. 879. 

Mikosch , Miknsch , Ritter nnd Grafen. Böhmischer Bitter-, 
Reichsfreihcrm- u. böhmischer Grafenstand. Ritterdiplom vom 16. Aug. 
1707 für Johann Ludwig v. Mikosch; Freihemidiplom von 1719 te 
Bernhard Georg v. Mikosch, Geh. Finanz- und Conferenzrath nndOn- 
fendiplom vom 7. Apr. 1721 für Denselben. Die gräfliche Linie erlosd 
schon mit dem Stifter 1722, der adelige Stamm aber, welcher imNeli- 
seschen die Güter Schwartzwasser und Tannenberg erwarb und spBUSr 
auch andere Güter an sich brachte , blühte fort und tnehrere SproBsei 
desselben standen bis auf die neueste Zeit in der k. preuss. Armee. 
Friedrich v. Mickusch war 1857 Herr auf Lohnau Im Kr. Cosel. 

Megerlf v. Mühlffld, Eru.-Bd. 9. 22, 79 and 178. — N. Pr. A.-L. III. 8. 410. — JM*. 
». ledebur, H. 8. 106. — Si^htmaeher. IV. 131: MIkhHteh v. BDcbh«r|{. - Tgm^, D. 10. 

Miknlitsch, Miknlits, Ritter nnd Edle. Erblfind. - österr. Bitlw- 
stand. Diplom von 1785 für Franz Michael Mikulitsch, galiiiadiaii Gl- 
bemialrath, wegen 32jähriger Dienstleistung, mit dem Prädicate: Edr 
1er V. — Der Stamm wurde fortgesetzt In neuester Zeit lebte VblBigt 
Ritter v. Mikulits als k. k. pens. Hauptmann. 

M^frle V. Muhl/eM. H. 131. — MUiUir-SdicmatiMm. (i.ÖMCerr. Ka{«orthuiM. 

Milagsheim. Rcichsadelsstand. Diplom um 1680 für Aag«8t]|B- 
lagius, h. anhaltschen Geh.-Rath und Kanzler, Herrn auf TrebbiehM 
im Anhaltschen und Wegwitz bei Merseburg, mit dem Namen: t. Mir 
lagsheim. Derselbe, gest. 1685, hatte den Stamm fortgesetzt, wdohtf 
zu Anfange des 18. Jnhrh. die Güter Neu - Wülcknitz bei Desaaa nd 
Krottendorf bei Weissenfeis besass. — Ein Sohn des August v. IGlag^- 
heim: Fiiedi'ich Aniadcus v. M. , trat 1707 in die k. prems. Annee, 
wurde 17.31 Oberst u. Chef des Cadettencorps, erhielt später dieAmti« 
hauptmannschaft von Mühlenbeck und Mühlendorf nnd starb 1747, fa 
viel bekannt, unvermählt. 

Beckmann. Aiilinlt'urlie HUtoiie, VII. R. 240 ii. Tab. B. Nr. Vi. — N. PnOH. A.-U. BL 
8. 111. - Frfik. r. Led^hur, II. 8. HW. - r. M«ding, \\. 8. 377. — Tyro/. U. IW. 

Milan, Edler v. Carpane. Erbländ. -Osten*. Adelsstand. Di^oii 
von 1817 für Hieron}inus Milan, Handelsmann zu Vicenza, mit den 
Prädicate : Edler v. Carpane. 

Mfg*rl9 9, Muh\f0ld, Krg.-Bd. 8. TM. 



— 291 — 

»iFOraten. Reichsfllrsteiistand. Diplom von 1782 ftr Jo- 
Iiaiiii Domiidk Milaito Marchese ä Santo Oeorgio, wegen seines in Ne- 
apel and SidUen wohl bekannten uralten Oesehlechts nud zwar mit dem 
Beeilte, Hllnsen von der grösseren Gattung im gehörigen Werthe, auf 
einer Seite mit dem kaiserlichen Adler, auf der andern mit dem eigenen 
fürstlichen Wappen schlagen zu dürfen. 

MegH-lf 9, Mih^eld, S. 7. 

IGlbacher, Ritter. Erbländ.-österr. Ritterstand. Diplom von 1817 
für die Gebrfider Joseph, Casimir und Ferdinand v. Milbacher. 

M^gerU 9. Muklfeld, Erg.- Bd. 8. 17S. 

Müehling, y. und zn Schönstatt (in Silber drei schrägrechts , u. 
in Oestalt eines schrägrechten Balkens, über einander gesetzte, schwarze, 
gestürzte Herzen). Altes, oberhessisches, am Lahnstrome und im Pa- 
derbomschen begütert gewordenesAdelsgeschlecht aus dem Stammsitze 
Schönstädt unweit Marburg, welches mehr unter dem Namen v. Schön- 
statt, als unter dem Namen v. Milchling vorkam. Ein Sprosse des Ge- 
schlechts war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. fürstl. hessischer 
Holii^erlchtsrath und Ober-Vorsteher der adeligen Stifte in Hessen und 
einer seiner £nkel lebte noch 1739 als k. poln. u. kursächs. Rittmeister 
und war Herr auf Schönstädt etc. Mit demselben hören die Nachrich- 
ten über die Familie auf. 

Muckenb§€ker, AnalecU Hess., Coli. II. — Oauhe^ I. S. 2294: v. Schdatitidt. ~ Udltr, 
XXI. 8. M». -> Eator, Ahneopr., Tab. X. — Siebmacher, I. 135: Die Milchling y. Sohöo- 
•Ut, Hcasiseh. - «. Meding, I. 8. 392. 

Milchling , Schntzbar genannt (in Silber drei runde , schwarze 
Herzen, von denen die beiden oberen gestürzt und alle drei durch 
schwarze, in Form eines Schacherkreuzes zusammengesetzte Bänder in 
der Mitte des Schildes mit einander vereinigt sind). Altes , ursprttng- 
lieh hessisches Adelsgeschlecht, welches aus Hessen nach Franken kam, 
von Wolff V. Wilhelmsdorff , dem Letzten seines Stammes , das feste 
SchlosB Wilhelmsdorf in Franken kaufte, dasselbe Burg -Milchling 
nannte und von diesem Sitze den Namen annahm. — Eberhard Schutz- 
peer, genannt Milchling, lebte 1035 u. sass zu Treysa oder Dreiss an 
der Lahn. Von den Nachkommen desselben hinterlicss Grafft , Burg- 
mann zu Friedberg und Gelnhausen, um 1420 zwei Söhne : Hartmann 
und Friedrich. Hartmann besass die väterliche Würde u. von den En- 
keln desselben starb Wolff 1565 als Hochmeister des deutschen Or- 
dens und gefürsteter Propst zu Ellwangen und Hartmann der Jüngere 
setzte den Stamm fort. Von Letzterem stammten : Adolph Damm, gest. 
1551 im 25. Lebensjahre als Domherr zu Mainz, Würzburg, Bamberg, 
Speier, Naumburg u. Merseburg, so wie Propst zu St. Bartholomaei zu 
Wetzlar und päpstlicher Kämmerer ; Caspar, fürstl. hessisch. Rath und 
Amtmann zu Giessen; Wolff, gefürsteter Abt zu Fulda und Heinrich 
Hermann, Freiherr zu Burg-Milchling, gest. 1591 alskaiserl. Rath und 
Oberst. Die Söhne des Letzteren schlössen die crafftsche Linie des 
Stammes und so ist zu erklären, dass v. Meding sagt, das Geschlecht 
sei in der Mitte des 17. Jahrh. erloschen, was nur von der Nachkom- 
menschaft Craffts gelten kann. Die Nachkommenschaft Friedrichs 

19* 



— 292 — 

blühte dauernd fort. Von Friedrich 's Urenkel, Eberhard, Schnltheissen 
zu Fulda, entsprossten unter anderen Söhnen: Johann Conrad, des 
deutschen Ordens Comthur zu Blumenthal und Land-Comtbur in Friui- 
ken und Philipp, fürstl. fuldaischer Rath und Ober - Schultheias. Von 
den Enkeln des Letzteren setzten Johann Conrad, Commandant zo Ma- 
rienberg, und der Bruder desselben, Georg Christian Burckhardt, 170$ 
fürstbisch, wttrzburg. Geh.-Rath und Ober-Schultheiss, den Stammfort, 
welcher bis auf die neueste Zeit in Kur-Hessen geblüht bat — In der 
zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war namentlich Johann PUQi}^ 
llartmann Christoph Schutzbar, genannt Milchling, bekannt, welcher 
noch 1769 T. 0. R., Rathsgebietiger der Bailei Franken und Comthur 
zu Würzburg war. — Nach der gewöhnlichen Annahme hielt man sonst 
die hier in Rede stehende Familie für verschieden von dem im vonte- 
henden Artikel besprochenen Geschlechtc, doch dürfte wohl die Aebn- 
lichkeit der Wappenbilder beider Familien : die drei schwarzen Henoi 
in Silber, nicht zufallig sein , sondern wohl auf Stammverwandtaduift 
hinzudeuten. 

Humbracfit, Tal» 140-43. - Gauke. I. 8. t235.1 u. .S4 : Schuttbar, gen. M ilrhiing. ^JPlMr. 
Ahiieiiprub^, 8. »s2 und Tab. 3. — 9. d. Üag^n, BMclireibung de» tJeüehleehU r, WUmtt^ 
ücirfT, 8. A. — Sale^r, .^. 44i>, 4H0, 474, i\*S u. «.(6. — Si-bmaehef . I. lOi« : Di« 8c]ialnet 
Mikhlliig gpnaiiiit, Hrtsisrh und V. 28. — Piildalscher 8tift<iraiend(>r and WappcneaicM« 
(I. ileutHchvii OrdcuH-KaJIei Piankcn. — e. Meding, l. 39« a. 93. W. K. 731 u.> 111. «. «ft. 

Milckan, Milkan, auch Freiherren and Grafen (Stammwaj^en: 
in Gold ein doppelt geschweifter, gekrönter, schwarzer Löwe, welcher 
mit beiden Vorderpranken einen abwärts gekehrten, rothen Stab scbriig- 
rechts liillt). Reichs- Freiherrn- und preussischer Grafenstand. Prei- 
hernidiplom für Johann Georg v. Milckan u. Grafendiplom für Frie- 
drich Wilhelm v. M. (gest. 1794), k. preass. Kammerherm. — AKei, 
meissensches Adelsgeschlecht aus dem, der Familie bereits 1329 n- 
stehenden Stammsitze Gross- u. Klein-Milckau bei Rochlitz, weklm 
im Meissenschen die Güter Gepülzig, Merzdorf, Nieder-Flössberg, Mosel, 
Alten-Schönfels. Alberode, Thallwitz etc. an sich brachte. Dasselbe 
wird gewöhnlich aus Polen und zwar aus der Woywodschaft Sendonir, 
in welcher ein Landgut Milckow lag, hergeleitet, soll dann nach Schle- 
sien, wo im Beuthenschen ein Schloss Milckow sich findet und an 
Schlesien in das Meissensche gekommen sein und den genannten Stamm- 
sitz erbaut haben. — Urkundlich tritt zuerst 1329 Hermann y. MilekM 
in einem Briefe auf, in welchem er verspricht, zu bestimmter Zeit die 
Stadt Zehdenick zu Markgraf Friedrichs zu Meissen Hftnden wieder ein* 
zuantworten. — Die ordentliche Stammreihe beginnt Valent. König 
nach Anfange des 15. Jahrh. mit Frnst Siegmund v. M. anf Mückai. 
Von den Nachkommen desselben starb Christoph. Herr auf Alberode, 
1550 und hinterliess zwei Söhne: Leonhard auf Alten-Scbönfels, k«r^ 
Sachs. Geh.-Rath und Vicekanzler und Christoph anf Alberode. Von 
dem Sohne des Letiitei'en : Hiob, kursflchs. Oberst, stammte Otto B«- 
dolph, herz, sachs«! Coburg.^ Oberst und Commandant zn Coburg. Al- 
brecht v. M. war KU 4 Hauptmann zu Querfurt und um 1650 lebte 
Georg Wilhelm, kursichs. Oberst. Der Sohn desselben, Heinrich Wl- 
helm V. M., Herr anf Trebitz und Sohellin bei Wittenberg, k. poln. Ritt* 
meistor, setzte seinen Ast dnrch einen Sohn, Otto Wilhelm, fori. Otto 



— 298 — 

Bodolph y. M. war 1687 h. coburg. Kricgs-Rath und Obcrstlioutenant : 
Hans Wilhelm, Herr auf Naundorf, k. poln. niid kursilchs. Capitain, 
starb 1728 auf dem Landtage zu Dresden und Christoph Ernst, früher 
fllrstl. altenburg. Kammerjunker, lebte noch 1713 in hohem Alter und 
hatte vier Söhne: WolflF Ernst, ehemaligen sachs. - gothaisch. Oberst- 
Wachtmeister, gest. 1724; MoriU Friedrich, Herrn auf Lehuse, k. poln. 
und kursächs. General, von welchem zwei Söhne stimmten : Christoph 
Friedrich, gest. 1739 als Oborstwachtmeister und Morit7 Friedrich; 
Ernst Friedrich, unvermählt gestorben als k. poln. u. kursächs. Oberst- 
Uentenant und Hans Christoph v. M., k. poln. und kursächs. Oberst, ge- 
storben 1735. — Die Familie war noch 1740 in Sachsen zu Knippels- 
dorf, Korbs, Milkan, Schöna, Sorgefeld, Wioporsdorf und im Rranden- 
bargischen zu Beerwalde, so wie 1704 im oldenhurgischen Amte Vechte 
2U Schwede und Stedingsmahle bogütei*t, sjiäter aber nahm der Stamm 
an Besitz u. Gliedern ab, blühte jedoch dauernd fort und wendete sich 
auch nach Württemberg. Genaue Xachrichton über die freiherrliche und 
grflfliche Linie fehlen. Letztere ist, soviel bekannt, nach Russland ge- 
kommen. Die württembergische Linie gründete Johann August Wilhelm 
▼. Milkau — Sohn des 1798 verstorbenen h. sach.-goth. Hauptmanns 
Johann August v. M. aus der Ehe mit Elisnbetha v. Kuntsch a. d. H. 
Langenleube — geb. 1782, k. württemb. Oberst und Commandant des 
Ehren-lnvalidcQCorps zu Comburg. verm. in erster Ehe 1811 mit Caro- 
line v. Kriegsheim. gest. 1818 und in zweiter 1819 mit Caroline v. Spitt- 
ler, verw. v. Breuning, geb. 1788. Aus der ersten Ehe entsprossten 
zwei Töchter, Emma und Ida, und zwei Söhne Wilhelm, geb. 1812 und 
Adolph, geb. 1814 und aus der zweiten Ehe stammte ein Sohn: Edwin, 
geb. 1820. — Im Kgr. Sachsen lebt jetzt noch in Zwickau Emil Freih. 
V. Ifilkaa, Vorsitzender des ober-hohndorfer Forst-Steinkohlen-Bau- 
vereins. 

IHygofti Hin. Pol. |Llb. Vf. H. h2\. - OkohUi . Orh, l»olon 1. 8. II. — Knanik, 
ft. U4. — A'naptf/«. f. H. Bi'i lind 43 u. ri. S. «09. — Vat Küniy. I. «. «47-71. - (ßnukf. 
I. H. 1874—76. - ZrtUfr. XXI. S. Iß.S. — Ftfih. v. Krohnt;, II. 8. ;U9-5.S. — Cnnt, Advlsh. 
tf. Kgr.Worttemb. M 447 u. 48. — Freiherr ». Lfd^hur . II. 8. 10« und 107. — Siehinanker, 
I. Ih7: t. Milkav. MititiinUrh. — r. Meding , U. 8. »77. - Tyro/, I. 60: F. Hn. ▼. M. 
W.-B. d. Kxr. Wärtt : v. M. - W.-R. d. Sich«. Sunt. IX. 59. 

Milde, Milda y. Lenckersdorfr. Reichsadelsstaud. Diplom um 1566 
fllr Joachim Milde, Herrn auf Eybau und TiCuckersdorf (Nieder-Leuters- 
dorf) Stadtrichter zu Zittau. Derselbe, geb. 1528 in Ostpreussen, starb 
1684 als Bürgermeister zu Zittau. Die Tochter desselben, Martha 
▼. Milde, vermahlte sich mit Nicol v. Lanckisch, Herrn auf Hörnitz und 
starb 1617. In Folge dieser Vermahlung kommt Namen und Wappen 
der Familie v. Milde in den Ahnentafeln der Familie v. Lanckisch vor. 
— Der Stamm ist, ohne das adelige Prädicat fortgeführt zu haben, fort- 
gesetzt worden, bis neuerlich Fedor v. Milde, grossh. sachs. weimar. 
HofBchauspieler, mit Beibehaltung des alten Familienwappens, dasselbe 
wieder angenommen hat. 

Freik. 9. Ltdebur, II. S. 107 : Milda ?. Leuckersdorf, Milde. — Mönch . W.-B. Zitltu- 
laehtt Q4>schlerhter (MS. d^r Sudtbihliothek su ZiUtn) Tab. 5. - Kn^ebke . IV. «. 2^1 

Mildenitz. Altes, in Pommern begütert gewesenes Adelsgeschlecht, 
welches bereits 1594 zu Cunow unweit Saatzig sass. Dasselbe war 1681 



— 294 — 

m Ribbekardt bei Groiffenberg und zu Wangeritz bei Naagard nd 
noch 1730 zu Lenz bei Saatzig und zu Benz bei Naugard begQteil Als 
Stammsitz wird Mildenitz zwischen Woldcck und Strasburg im Str^ti- 
schen, oder Milnitz bei Anclam angenonunen. Das Geschlecht ist in der 
Mitte des 18. Jahrh. erloschen. 

Micrael, 8. 504. - Freih. v. Ledtbur , H. 8. 107 a. Hl. 8. 80. ~ Sitbmaeker , ▼. HS. 
— 9. Mtding, II. 8. 377 a. 78. 

Mildner y. Mildenberg, Miltner y. Miltenberg. Böhmischer Adel»- 
stand. Diplom yom 30. Juni 1666 für Georg Mildner, des Raths der 
Stadt Breslau Kämmerer, mit dem Prädicate: v. Mildenberg. Derselbe 
besass noch 1693 ein Burglehn zu Auras unweit Wohlau. 

Frtih. ff. Ledtbur, II. S. 107. 

Mile, Miel. Altes, niederrheiniscbes Adelsgeschlecht, welches schon 
im 14. Jahrh. zu Micl bei Rheinbach, LöTenich u. Ludervelt und 1477 
zu Cuchenheim unweit Rheinbach begütert war. Letzteres Gut stind 
noch 1624 der Familie zu. Später ist dieselbe erloschen. 

Fahne, II. S. 95. — F^eih. 9. Ledebur, II. 8. 107. 

Miles. Lüneburgisches, längst erloschenes Patriciergeschlecht 

9. Hellbach, II. 8. 187: nach Büttner, Stamm- und Qesehlechts-Kegister and LSä«nm 
Sammlungen. 

Milesi, Millesi, Edle nnd Ritter. £rbländ.-österr. Adels- und Bit- 
terstand. Adclsdiplom von 1769 für die Gebrüder Matthias, Simon nd 
Joseph Milesi, mit dem Prädicate : Edle v. und Rittidrdiplom Ton 1778 
für Simon Edlen v. Milesi. 

Megerle 9. Mühlfeld, Krg.-Bd. 8. 178 n. SSO. 

Milich. Böhmischer Ritter- u. preussischer Adelsstand. Ritterdi^om 
für Johann Milich, Gutsbesitzer im Liegnitzischen und Adelsdiplom vom 
11. Juni 1748 für Johann Theophil Milich. — Die Familie war berdU 
1700 zu Mittel-Bielau, 1719 zu Ober-Steinsdorf, 1722 zu Mittel-Bln- 
dorf und Ober-Schellendorf gesessen. Letzteres Gut gehörte der Faiaflie 
noch 1741. 

SinapiuM, II. 8. 811. — MegerU 9. 'Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 178. - N. Pr. A.-L. I. §. 41 
und V. 8. 331. - Freih. w.Ledebur, II. 8. 107.-W..R. d. Preuss. Monarch. IV. 4: 

Militz. Reichsadelsstand. Diplom von 1568 für Andreu' Miüis, 
mit dem Namen : v. Militz. Die Familie gehörte zu dem mecUenburgi- 
sehen Adel und ist 1725 mit Christoph Ulrich v. Militz erloMShen. ' • 

9, Meding, II. 8. .176: nach dem 118. abgegangener meklenb. FamIHM. 

MiUJevich y. Nengradisca. Erbländ.-österr. Adelsstand. .Bblom 
von 1764 fOr Johann Milljevich, k. k. Obersten und Comniandaiitea da 
St. Andreischen gradiscancr Infanterie-Regiments, wegen SSjfthriger 
Dienstleistung, mit dem Prädicate: v. Neugradisca. 

Megerle v. Mühlfeld, 8. 229. 

Millach, Milach, Freiherren. Erbländ. - österr. FreihertiiiMiii 
Diplom von 1797 für Christoph Ernst v. Millach, vormaligen KrciB- 
hauptmann zu Klattau in Böhmen, wegen 41 jähriger Dienstleistung. — 
Der Stammvater des Geschlechts war Christoph Milaoher» CpntrpMr bei 
dem böhmischen Grenzzoll-Amte zu Taoss, welcher dwGh.)K|d89)djc|iM 



— 295 — 

Diplom vom 8. Jan. 1653 den Adel mit dem Namen: t. Milach erhielt. 
Der Sohn desselben, Johann Andreas v. M., erlangte 18. Aug. 1688 den 
erblind.-08terr. Ritterstand, machte sich mit Ametsgrfln im ellbogner 
Kreise ansftssig nnd bekam das Incolat von Böhmen. Von dem Rnkel des 
Letzteren, dem oben genannten Freiherrn Christoph Ernst, stammte aus 
erster Ehe mit Johanna Maria Ainia Zesnor v. Spitzenberg : Freih. Jo- 
hann Baptist, geb. 1770, k. k. Kamm., Hauptmann in der A., welcher 
sich mit Franzisca Amanda v. Tranttenberg vermählte, später aber, ohne 
Nachkommen zu hinterlassen, als der Letzte seines Stammes starb. 

MtfjerU 9. Müf'lfeld, 8. 71. — (Scneal. Twrluiib. d. fnih. lUusirr, 1849. 8. ftU. — Tm- 
rog, W. 291. 

Millaner, Edle. Diplom von 1791 für den k. k. Feldkriegs-Com- 
missar Millaner, wegen 5 2jähriger Dienstleistung, mit dem Prädicate : 
Edler v. 

Mfyerl^ 9. MÜhlfrUl. S. 2*J«<. 

Millendonk, Mylendonk. Altes, niedorrheinisches Adelsgcschlecht 
ans dem Stamme v. Mirlair, welcher Name nach 1467 mit dem Namen : 
▼. Millendonk vertauscht wurde. Die Familie sass zu Mirlar schon 1339 
and zu Millendonk unweit Gladbach 1386. Später erwarb dieselbe meh- 
rere andere Güter am Niederrhoin und war noch 1770 und später zu 
Hörstgen nnd Vronenbroich oder Frohnenburg bei Rheinberg begütert. 
DieGQter HOrstgen u. Frohnenburg standen der Familie noch 1796 zu, 
dann aber ist dieselbe erloschen. Namen und Wappen des Geschlechts 
ist an eine Linie der v. dem Knesebeck gekommen, welche den Namen : 
Freih. v. Mylondonck v. dem Knesebeck annahm, s. Bd. V. S. 156. 

Fahnf, t. 8. Sv^. — Frtih. 9. Ltfd^bwr, II. 8. 107. - Siehmacher ^ W. 108. 

Miller, Ritter nnd Edle. Reichs-Ritterstand. Diplom von 1707 für 
Veit Ignaz Miller, mit dem Prädicate : Edler v. 

MegvrU V. MühlftlH. RrK.-Kd. H. 178. - 8a|i|il<>in. so Sichm. W.-Il. XI. n. 

Miller (in Blau ein silbernes Rad mit acht Zacken). Adelsstand des 
Kgr. Bayern. Diplom vom 8. Mai 1819 für Joseph Müller, k. bayer. 
Appellat.-Gerichts-Advocaten in München. 

r. Lang, Hiipplem. S. 124. - W.-R. dc>fi Köiiigr. Bayern, VII. 27. 

Miller Y. Aichholc CSchild geviert: 1 n. 4 von Roth und Silber der 
Lftnge nach getheilt mit einem achtzackigen Kammrade von geweclisel- 
ten Farben und 2 u. 3 in Silber ein gekrönter, einwärtsgekehrter, rother 
Greif). Reichsadelsstand. Diplom von 1691 mit dem Prädicate: v. Aich- 
holz. Die Familie ist nach 1820 in die Adelsmatrikel des Kgr. Bayern 
eingetragen worden. 

W..B. d. Kgr. BayerD. VN. »7. 

Miller v. Altammerthal (in Gold ein vorwärts gekehrter Fahnen- 
träger, weiss gekleidet mit rothen Paffen, rothen Hosen, Federbarett etc., 
die vielfarbig quergestreifte Fahne über die rechte Schulter legend). 
Reichsritterstand. Diplom vom 2. März 1680 für Johann Jacob Miller 
V. Altammerthal, Regierungscanzier in Amberg, mit Beifügung des alten 
Wappens der v. Rohr (ein Muttergottesbild) auf dem hinzugekonmienen, 
rediten Helme und mitVerleihnng der Pfalzgrafenwttrde. — Die älteren 



— 296 — 

Vorfahren dienten meist als Kriegslonte in Ungarn nnd Spanien, Johann 
Jacobs Vater aber war 1658 Stadthauptmann zu Amberg und adeliger 
Landsasse zu Altammcrthal. Von seinen späteren Nachkommen wurden, 
nach Anlegung der Adclsmatrikel des Kgr. Bayern, die Gebrüder Oeorg 
Franz Joseph M. v. A., geb. 1732, Herr auf Naslitz, k. bayer. pens. 
Landrichter und Regierungsrath und Franz Werner M. v. A. in Sulzbach, 
geb. 1743, in dieselbe eingetragen. 

p. Lang, R. 449. ~ W.-B. d. Kgr. Bayern. VII. S6. 

Miller v. Lilienburg. Reichsadelsstand. Diplom von 1707 illr Veit 
Ignaz Miller, mit dem Prädicate: v. Lilienburg. 

M^tgerl« 9. Mühlfeld, Kig.-Bd. 8. 380. 

Miller v. Michlensdorf. Böhmischer Adelsstand. Diplom von 1733 
für Johann Georg Miller, Licentiaten der Rechte zu Prag, mit dem Prl- 
dicate: v. Michlensdorf. 

Meg^trle e. Mähl/fld, Brg.-Bd. 8. 380. 

Millesi, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1769 für die 
Gebrüder Matthias, Simon und Joseph Millesi, mit dem Prädicate: 
Edle V. 

MegerU v. Mühlfeld, Brg.-Bd. S. 380. 

Millesimo, Grafen. Altes, aus Italien stammendes, seit Ende des 
16. Jahrh. in Oesterreich vorgekommenes und daselbst seit dem 17. Jahrk ; 
begütertes Grafengeschlecht aus dem Hause Caretto der früheren freiea 
Markgrafen von Savona, Finale, Spigno, Grana, Novello, Zuccarello, 
Glavexano Grafen v. Millesimo. Das gräfliche Haus besass die genannten 
Graf- und Herrschaften früher einige Jahrhunderte, zum Theil als kaiser- 
liche Reichslehen, wurde durch viele in Staats- und Kriegsdiensten be- 
rühmt gewordene Sprossen in der Geschichte Obcr-Italicns mehrfach be- 
kannt und war eines Ursprunges mit den erloschenen ältesten Markgrafen, 
den nachmaligen Herzogen v. Montferrato. — Die Marcheseu v. Sa- 
vona lassen sich seit 1345 und die, nach dem Städtchen und der Herr- 
schaft Millesimo im Herzogthume Montferrat genannten Grafen v. Mille- 
simo seit 1440 nachweisen. — Aus der Linie der Marchesen v. Grana 
wurde, nachdem der kaiserliche Oberstlieutenant Caretto v. Millesimo 
den K. Matthias 1612 bei dem Einzüge in Prag begleitet und sich später 
als Oberst sehr ausg('zeichnet hatte, Franz Anton Caretto di Savona e 
Finale etc. k. k. Kämm., Hof-Kriegsrath und Feldmarschall-Lieutenänt, 
nach 1634 erkauftem Besitze der Herrschaft Schönkirchen, 1636 als nie- 
der-österreichischer Landmann unter die Geschlechter des Herrenstandes 
aufgenommen. Derselbe, später k. k. w. Geh.-Rath und General-Feldmar- 
schall, war 1641 Botschaiter am k. spanischen Hofe und 1648 Gesandter 
und bevollm. Minister in Polen bei der Wahl des Königs Johann Cteimir. 
— Anna Sylvia Catharina Caretto Marchesa di Savona, Grf. v. Millesimo, 
gest. 1664, in erster Ehe verm. mit Hermann Werner Gr. v. Czemik und' 
in zweiter mit dem Prinzen Leopold Wilhelm, Markgrafen zu Baden-Ba- 
den, vermachte ihrem Bruder, Carl Leopold Gr. v. Millesimo, welcher 
1657 das Incolat im Kgr. Böhmen erlangte und der Stifter der böhmi-' 
sehen Linie der Grafen v. Millesimo wurde, durch Testament hundert- 



— 297 — 

taasend Oalden Rheinisch als Fideicommiss. Dasselbe bestand in der Herr- 
schaft Wiiiraow im czaslauer Kreise und dem Besitzer stand auch noch 
der Gennss eines gräflich v. Schönfoldschen Geld-Fideicommisses von hun- 
dert nnd zwölftansend Gulden zu. Der letzte Graf v. M. war Joseph del 
Caretto, Graf v. Millesimo, Marquis y. Sayona. Derselbe, geb. 1788 — 
ein Sohn des Grafen Joseph aus der Ehe mit Maria Anna Froiin Wiplar 
V. Uscbfltz — Herr der F.-C.-Herrschaft Wiiiraow etc., verm. in erster 
Ehe 1808 mit Caroline Grf. Sandrcczky y. Sandraschütz, gest. 1810 und 
in zweiter 1813 mit Theresia v. Royss, starb 18. Juh 1852 und schloss 
den Stamm seines alten, berühmten Geschlechts. 

Omuke, T. 8. IS77. — Deutsche Grafenh. der Gegenw. n. 8. 11«-1"20 — Qonniil. Ta- 
echeab. d. «rifl. Hiuser, 1864. 8. 052 und historisch. Handh. su DemHellieii, S. 603. — Suppl. 
so .«ticbo. W.-R. VI. fi n. VIfl. 3. 

Millsteim. Steiermärkisches Rittergeschlecht, welches 1657 die 
steierische Landraannsschaft erlangte. 

Sehmuts, \\. 8. 546. 

Hllnrode. Altes, fränkisches Adelsgeschlecht, welches zum fnldai- 
schen Lehnshofe gehörte. Aus demselben ist nur Eberhard v. Milnmde 
bekannt, welcher 1374 Castrensis in Vache war. 

8€hannai, S. 1S9. - v. Meding, 11. 8. ^tts. 

Mflotsky, Milotzky v. Gnadenthal, auch Ritter. Erblünd.-östorr. 
Adels- u. böhmischer Ritterstand. Adclsdiplom von 1 744 für Anton Fer- 
dinand Milotzky, Landschafts- Secretair in Mähren, mit dem Prädicate: 
V. Gnadenthal und Ritterdiplom von 1747 für Wenzel Milotsky, mit dem- 
selben Prädicate. 

M€04rl€ 9. Mühl/eld, Krg.-Bd. 8. 179 u. 380. 

Milow» Mylow, Mielow. Altes, in der Mark Brandenburg begütert 
gewesenes Adelsgeschlecht welches bereits 1375 zu Bollcnsdorif, Bretsch, 
Gross-Kienitz und Hohen-Schönhausen. so wie 1408 zu Mielow nnweit 
Prenzlow sass'iind im 15. und 16. Jahrb. mehrere andere Güter an sich 
brachte. Dasselbe hatte noch 1614 einen Freihof zu Mittenwalde inne 
und noch 1763 stand ein Fähnrich v. Milow im k. prouss. Regimciite 
Markgr. v. Bayreuth. — Der Stamm ist erloschen: ob derselbe, wie an- 
gegeben wird, noch 1815 zu Stahnsdorf im Kr. Teltow begütert war, 
bleibe dahin gestellt. 

fkHk. V. Uätbur, II. 8. 108. 

r XilowitB, Melowitz. Schlesisches, vor dem 17. Jahrb. erloschenes 

Adelsgesehlecht. 

WInapHu, I. 8. 648. 

• Miltitc, auch Freiherren (in Silber drei, auch vier schwarze Quer- 

balken). Reichsfreihermstand. Diplom von 1678 i^r Moritx Heinrich 
v. Miltitz, Herrn auf BatzdorflT, Siebeneichon und Wilthen, k. polu. u. 
knrsachs. Geh.-Rath. — Eins der ältesten und angesehensten meissen- 
schen Adelsgeschlechter, welches von den sorben-wendischen Miltianen 
hergeleitet und als dessen, bereits 1296 in der Hand der Familie ge- 
wesener Stammsitz das Dorf Miltitz bei Meissen angenommen wird. 
Dasselbe sass schon 1392 zu Scharfenberg mit Batzdorf tind Neustadt 
und 1553 za Siebeneichen, brachte im Meissenschen reichen Grundbe- 



— 298 — 

sitz an sich, war spätor aach vorübergehend in Thüringen, in der Ober* 
lausitz, in Böhmen, Pommern, Ost-Preussen und Meklenbarg-StrelitE 
angesessen und gelangt« durch viele Sprossen des Stammes zu hohem 
Ansehen. Der genannte Stammsitz blieb bis zu Ende des 16. Jahrh. in 
der Hand der Familie und gehört jetzt dem Geschlechte v. Heynitz. — 
Dietrich v. Miltitz kommt urkundlich schon 1186 und Friedrich y. M. 
1 296 vor ; Witigo v. M. war von 1 335 bis 1348 der 24. Bischof zu Naum- 
burg und demselben folgte in dieser Würde von 1348 bis 1352 Johannes 
V. Miltitz; Heinrich v. M., Ritter, wurde 1473 des Herzogs Albert zu 
Sachsen, als derselbe das Herzogthum Sagan erhalten hatte, Landes- 
hauptmann , in welcher Würde ihm Hans v. Miltitz , sächsischer Statt- 
halter, 1486 folgte: Witigo H. v. M. war 1476 Abt zu Altenzellc; 
Dietz V. M. wurde vom Kurfürsten Frnst zu Sachsen nebst Anderen 
vom Adel als Vormund seiner Prinzen ernannt; Carl v. M., Domherr 
zu Mainz und Meissen, Kämmerer des Pfipstes Leo X. und Nuntius in 
Deutschland, überbrachte dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen zu 
Sachsen die geweihte Rose, disputirte zu Altenburg, Lichtenburg und 
liiebenwcrda mit liUthcr und ertrank auf der Rtlckreise nach Rom und 
der Bruder desselben, Sij^mund v. M. auf Batzdorf, erst Rath des Her- 
zogs Heinrich zu BraunschweiR, war später kursächs. Landvogt zu Pirna 
und hinterliess eine zahlreiche Nachkommenschaft. Von seinen Söhnen 
ist besonders Ernst v. M. zu nennen. Derselbe, kursächs. Hofinarschallf 
Kammer- und Bergrath und Ober-Hauptmann des meissnischen Kreises, 
starb 1555, nachdem er das Schloss Siebeneichen neu erbaut hatte^ 
Drei Söhne desselben, Alexander, Hans Ernst und Nicolaus, setzten 
den Stamm fort. Alexander v. M., Herr auf Oberau u. Schenckenberg, 
kursächs. Amtshauptmann zu Delitzsch und Zörbig, hatte einen gleich- 
namigen Sohn , welcher Herr zu Oberau und Bemsdorf und karsäehs. 
Kreis- Steuer-Einnehmer war. Von Letzterem stammte Haubold v. M. 
auf Kreppen, Scherau, Scharfenbcrg etc., welcher als kursächs. w.Gf»h. 
Rath, Oberhauptmann des meissenschen Kreises und Ober- Steuer- Di- 
rector 1690 starb. Um dieselbe Zeit lebte Alexander v, M. auf Schar- 
fenberg und Robschütz, welcher der verw. Kurftrstln zu Sachsen Kam- 
merherr und der Vater eines gleichnamigen Sohnes war, welcher Lets- 
tere, 1711 Ober-Hofmeister des königl. und kursächs. Prinzen, 1788 
als k. poln. und kursächs. versitzender Geheime Rath starb. — Hstis 
Ernst V. M., s. oben, Herr auf Oberau, war kursächs. Kammerjafiker u. 
Stallmeister. Von dem Sohne desselben, Caspar v. M. , fürstlich oMhk 
Kammerrath zu Weimar und der dortigen Landschaft Director, ent- 
spross Hans Caspar, gest. 1670 als fürstl. sachsen-gothaisoher Gonsi- 
storial-Rath und Assessor Primarius des gesammten Hof * Gerichts ta 
Jena. Der Bruder desselben, Heinrich, fÜrstl. sachs.-goth. Amt»-Haapt- 
mann zu Saltzungen und Crayenburg, starb 1672, nachdem er seine 
Linie durch vier Söhne fortgesetzt hatte. Zu diesen Söhnen gehörten 
wohl der 1739 am fürstl. dannstädtschen Hofe bedienstete Obet- Hof- 
Marschall V. M., so wie Johann Wilhelm v. M. , welcher 1719 als h.. 
Sachsen -meiningischer Geh. -Rath und Ober- Amtmann zu WaMngea 
starb. — meolaus t. M., b. oben, ooffilebenMoheB^ Steinbarg • uiiA; 



— 299 — 

Straussfiirth, früher kaiserlicher Mundschenk, später knrsftch«. Hof- u. 
Stallmeister, hinterliess drei ROhne: Cornelins,Centnrius und Heinrich. 
Cornelius v. M. war Herr auf Stcinburj» bei Eckardtsborf?a und zu <lon 
Nachkommen dpssolben gehörten : Nicol Gebhard auf Burckersdorff u. 
Siebeneichen, kursflchs. Geh.-Rath n. 1634 Abjoresandter bei den Frie- 
denstractaten zu Pirna mit dem K. Ferdinand H., welcher bald dnranf, 
erst 37 Jahce alt, starb; Heinrich Gebhard auf BurekorsdorflT, welcher 
noch 1682 kursächs. Geh.-KÄth und Canzler war und Johann Gebhard 
«uf Burckersdorff, Schönbach und Rasswalde , welcher noch nach An- 
fange des 18. Jahrb. lebte. Centurius, Herr auf Ober- und Nieder- Au, 
starb 1737 als k. poln. und kursÄchs. Geh.-Rath und Ober-Steuer-Di- 
rector und von Heinrich v. M. auf Döbernitz, kursflchs. Kammerherm, 
stammte Rudolph auf Batzdorf, Robscbfltz, Dannenberg und Eula, gest. 
1661 als kursHcbs. Geh.-Rath. Hofmarschall und Ober-Steuer-Einneh- 
mer zu Zeitz. Der Sohn desselben, Frf»iherr Moritz Heinrich, s. oben. 
war 1689 Gesandter auf dem Reichstage zu Regensburg und 1606 zu 
Hamburg bei denpinnebergischenMediations-Tractaten und starb 1705 
mit Hinterlassung eines Sohnes , Ernst Haubold Freih. v. M. — Drr 
Stumm blühte dauernd fort, verblieb im Besitze der Schlösser u. Güter 
Siebeneichen und Scharfenstcin mit Batzdnrf und Neustadt u. Sprossen 
des Stammes kamen am kur- und k. sächs. Hofe, so wie im Kprr. Preus- 
sen und in k. k. Militairdiensten zu hohen Würden und Ehrenstellen. 
Friedrich Siegmund v.M. war in der zweiten Ilülfte des vorigen Jahrb. 
kursächs. Hofmarschall und der Sohn desselben, Carl Boromaeus v. M., 
geb. 1781 und gest. 1845, auch als Dichter und geistreicher Schrift- 
steller bekannt , k. Sachs. Geh.-Rath. war früher bei dem prinzlichen 
Hofistaate Sr. M. des Königs Johann Oberhofineister. Dietrich v. M., 
Herr auf Siebeneichen etc., k. preuss. Generallieutenant a. D. . war in 
neuer Zeit mehrjähriges Mitglied der 1. Kammer der H. - Stfindever- 
sammlnng zu Dresden und A. v. M., k. preuss. Kamnierherr, vor 1840 
a. 0. Gesandter und bevollm. Minister in Constantinopol. Carl v. M. 
lebte in den letzten Jahren als k. k. Rittmeister a. D., Bernhard v. M. 
war k. k. Rittm., Bohemund v. M. Hauptmann 1. Classe u. Alfred Frei- 
herr V. M. Fregatten-Fähnrich. In Sachsen war in neuester ZeitFriiul. 
Theresia Antonie Clementine v. M. Hofdame bei I. M. der Königin und 
Alexander v. M., Rittergutsbesitzer, lebte in Dresden. 

Spangfnbery. AdehHpifjtul, II. — Peck^rut^in, I. 8. «0. — Afhfntu, UHtor. der Omfen 
T. Werthern, 6. 67. ~ Mieraul , S. &0C. - Kmauth ^ 8. .SH4-8Ö. -^ Stfi/tt/t, AlinoaUfel dor 
T. M. 1712. — r. Gleicheiutein, 8. 31 n. Nr. h. ~ Sinapiu:^. X. 8. 043 und 44. - Guttue, I. 
0. 1877—81. — Zedier, XXI. 8. »0— S&7. — N. Hr. A.-L. V. 8. S31 and 3«. — Frei^. e. Le- 
<l«4Mr. li 8. 108. - Siebmacher, I. 155: v. Miltitx, llei<«9nisrli. — v. Mfitin'j ^ I. 8. »!» ii. 
94. — W.-B. d. Sichü. Staston. VITT. 16. 

Miltz , Mil«. Altes , fränkisches Adelsgeschlecht , welches zu dem 
Mdaischen Lehnshofe und später zu der reichsfreien Ritterschaft des 
Canton Baunach gehörte. Johannes de Miltz war 1381 zu Fulda be- 
lehnt; Johann v. Milz lebte um 1411 als Domherr zu Wftrzburg. Otto 
de Milz kommt als Praepositus der Domkirche zu Wnrzburg vor und 
Conrad v. Miltz starb 6. Apr. 1521 als wörzburgischer Senior. 

Biedermann, Canton Baanacb, Tnh. S41 — 13. — Aruvf, Hlstor. polit. ArchiT, T. 8. 939. 
* &ito«r, 8. 146, »46 a. 315 «w. n. T«^ 17. Mr. 60 n. 6t. ^ Sithm^km; lU n.j-- f-üii- 
ding, n. 8. 379 u. 80. 



— 300 -^ 

MilntinoYich v, Weichselbur^, Freiherren. Erbl.-ößterr. Frei- 
horrnstand. Diplom von 1816 ftir Theodor Milutinovich, k. k. General- 
Feld Wachtmeister, mit dem Prädicate : v. Weichselburg. 

M^pfrl0 r. MüM/ttld. S. 7|. 

^ Milwitz, Mallwitz, Mollowitz, anch Freiherren. Altes, erfnrter, 
adeliges Patriciergeschlecht aus dem gleichnamigen Stammsitze zwischen 
Kranichfeld und Rndolstadt, welches ausser seinem Besitjse in nnd am 
Erfurt auch zu Kilian - Gispersleben angesessen war, welche letztern 
Gflter schon im 15. Jahrh. durch Vermählung an die Familie v. d. Sach- 
sen u. an die Reinbother gelangten. Die grätlich glcichenschen Allo- 
dial- nnd Lehngüter zu Erfüll kamen durch Vermählung von der alten 
Familie v. Wechmar an die v. Milwitz. — Der Mannsstamm erlosch 
1736 mit Robert Balthasar v. Milwitz und Name und Wappen, so wie 
die milwitzischon Besitzungen fielen durch Ictztwillige Bestimmung an 
den Sohn des kurmainzischen Kammerraths Georg Melchior v. Clemens, 
d(Mi kur mainzischen Regierungsrath v. Clemens, welcher später als 
Roichshofrath den Reich sf r ei herrnstand erhielt und Stammvater der Fa- 
milie der Freiherren Clemens v. Milwitz, s. Bd. II. S. 287, wurde. Die 
mihvitzsche lOrbschaft besteht noch jetzt mit einigen Veränderungen als 
Fidcicommiss. 

r. Qle.ichf'mtein, Nr. ^7. -- Hrückner, Kirchen- und Bcbiitenstiiiit d<«a Hotz. Gotha, UI: 
7. Mik. s. 72: uraltadel. Miiwiiy. (iiMiPulngic, luit Aninerktingen. — N. l*r. A.>L. V. S. t%t. 

— Ireih. 9. Ledebur, II 8. KtS. — Sühntaehf./ , 1. 145: v. MulwiU, Tbüriiig uod V. 4t99 : 
V M.. erf. «dpi. I'ntririer. — Tijroff , I. 21 : P H. ?. Molluwitc. — Suppl. cn fiiebm. W.-B. 
Ml. 2r F.-H. V. Mollowit«. 

^ Minckwitz, Minekwitz y. Minckwitzbnrg, Freiherren. (Staaun- 

wappen: Schild silbern und vermittelst eines links oben beginnenden 
Spitzenschnittes zwei und ein halb Mal durch schwarz quer getheilt). 
Reichsfreihernistand. Diplom vom 16. Mai 1586 für die Gebrüder: 
Caspar (III.) v. Minekwitz auf der Herrschaft Spremberg, kaiserl. Hof- 
kanimerrath n. Ehrenfried v. Minekwitz, böhmischen Gutsbesiter und 
Reichshofraths-Vice-Prflsidenten, mit dem Prädicate: v. Minckwitzborg 
und Uebertragung des Freiherrnstandes von 1646 auf Hans Friedrich 
V. Minekwitz, k. Appellationsrath in Böhmen u. Herrn der Herrschaft 
Drehna in der Niederlausitz und der Herrschaft liuckow in Oesterreich. 

— Altes, aus dem Ostorlande — dem Landgebiete längs der westlichen 
(weissen) Elster — oder den angrenzenden Stiften Naumburg und Zeitz 
stammendes Adelsgeschlecht, wie eine Reihe von 1168 beginnender 
und bis zum 15. Jahrh. fortlaufender Urkunden darthut. Dass das Ge- 
schlecht, wie mehrfach angenommen wird, aus Böhmen stamme und 
von dort in die Lausitz und aus der Lausitz nach Meissen gekommen 
sei, ist nicht nachzuweisen, wohl aber lässt sich im Gegentheil behaup- 
ten, dass dasselbe sich aus den westlicheu Landestheilen Sachsens nach 
der Lausitz und von da nach Böhmen und Oesterreich gewendet habe. 
Sehr unwahrscheinlich ist übrigens auch, dass zwischen dem böhmi- 
schen Geschlechte der M^kovic (germanisirt Minkowitz) und dem oaler- 
ländisch-meissenschen Geschlechte derer ▼. Minekwitz verwandtschaft- 
liche Beziehungen obgewaltet haben, auch bieten die Stammreihen des 
in Oesterreich blühenden böhmischen Geschlechts der Ritter v. Minek- 
witz, wenn sie auch ein ähnliches Wappen führen, keinen Anschlnss m 



- 301 — 

diejenigen der osterländisch-meissenschen Minckwitze dar. — In der Mitte 
des 15. Jahrh. schied sich der Stamm durch zwei Brüder in zwei Haupt- 
linien, in die Linie zu Falkenhain bei Zeitz und zu Breitenhain bei AI- 
tenbnrg. Während die falkenhainer Linie bis in die neueste Zeit zwi- 
schen Zeitz und Leipzig angesessen blieb, wendete sich der Stammvater 
der breitenhainer Linie, Hans v. Minckwit^ zu Breitenhain, Ritter, Obt^r- 
Marschall Herzog Albrochts des Beherzten zu Sachsen, zuerst in die 
Lausitz, nachdem ihn der Herzog 1481 mit der Herrschaft Sonne walde 
belehnt hatte. Die genannte Herrschaft wurde bereits von seinen Söhnen 
an die Grafen zu Solms verkauft, wogegen einer derselben, Caspar (L) 
V. M., die Herrschaft Drehna erwarb, welche, von Caspar Ehrenreich 
V. M. 1697 verkauft, jetzt dem Fürsten zu Lynar zusteht. Caspar (I.) 
V. M. war der Jüngste von vier Brüdern, von welchen neben ihm auch 
der Aelteste, Hans v. M., Ritter, den Stamm fortsetzte. Letzterer er- 
warb die im leipziger Kreise gelegenen Güter : Trebscn, Ober- und 
Unter-Nitzschke, Sachsendorf, Wäldchen etc., allein die von ihm ge- 
stiftete Linie erlosch schon wieder mit seinen Söhnen: Ober- und Unter- 
Nitzschke, Sachsendorf, Wäldchen etc. kamen in den Besitz eines 
Sohnes Caspar (I.) zu Drehna : Woll v. Minckwitz, Trebsen aber kam 
durch Kauf an die Grafen v. Barby. — Durch die Nachkommenschaft 
Caspars (I.) entstanden nicht allein zahlreiche Zweige in der Nieder- 
laasitz: zu Drehna, Uckro, Briesen, Wormlage, Lugk, Gross-Jehser, 
Gross-Mehsso, Rehnsdorf etc. so wie in der Oberlausitz : zu Lindenau, 
Radibor, Malsitz, Lnppa etc. und im Meissenschen zu Ober- u. Nieder- 
Nitzachke, Sachsendorf, Wäldchen etc.. sondern es sind aus dem Hause 
Drehna auch die ostpreussische, die belgische, schlesische und die böh- 
raisch'(ysterreichische, freiherrliche Linie hervorgegangen. — Was die 
letztere Linie anlangt, so waren die Freiherren Caspar (HL), gest. 1586 
und Ehrenfried, s. oben. Söhne des Caspar (II.) zu Drehna und Enkel 
des Caspar (L). Die directe Nachkommenschaft Beider erlosch sehr 
bald wieder und so wurde denn, wie angegeben, der Freiherrnstand 
1646 auf Hans Friedrich und Hans Christoph v. M. — Enkel des Bru- 
ders der Freiherren Caspar (HI.) und Ehrenfried: Friedrich v. M. zu 
Drehna — übergetragen. Die freiherrl. Linie setzte Freih. Franz Frie- 
drich, Appellationsrath in Böhmen, Herr der Herrschaft Drehna und 
der Herrschaft Luckow in Mähren, fort. Dieselbe ist 1842 mit Otto 
Freiherrn Minckwitz v. Minckwitzburg — einem Sohne des Freihorrn 
Ferdinand, k. k. Obersten, aus der Ehe mit Barbara Freiin Malowetz 
V. Malowitz, verm. 1780 — im Mannsstiimme erloschen. Freih. Otto, 
k. k. Hauptmann in d. A.. war mit Maria Antonia Grf. Taaffe vermählt 
and aus dieser Ehe stammt eine Tochter, Grf. Pauline. verm. 1847 mit 
Eduard Grafen Del Mestri, Freih. v. Schönberg, k. k. Kämm, und Ritt- 
meister in d. A. — Was die übrigen Linien des v. minckwitzschen Ge- 
schlechts betrifft, so bestehen noch folgende: die falkenhainer Haupt- 
linie in mehreren Zweigen und von der breitenhainer Hauptlinie : das 
Haus Ober-Nitschke, das Haus Unter-Nitschke, zwei in Schlesien blü- 
hende Linien, die in Belgien blühende Linie, welche daselbst den frei- 
herrlichen Titel führt und das Haus Radibor. Zu der falkenhainer 



— 302 — 

Ilauptlinie gehören zuerst die Nachkommen des 1823 za Altenbnrg 
verstorbenen Ministers Friedrich August Wilhelm y. Miuckwitz : der k. 
Sachs. General-Lieutenant und Staatsminister Johannes v. M., gest. 1857 
im 70. Lebcu£)jahre, mit seinen Söhnen: Friedrich August, k. säcbs. 
Kammerherr und dessen Sohn Hans Friedrich; Maximilian, grossh. 
Sachs. Kanunerherr , Hans Rudolph , Oberlieut. in der k. säcbs. Reiterei 
und Benno ; — der h. sachs. goth. Kammerherr und Ober-Forstiueister 
Ilennann v. M. mit seinem Sohne August, h. sachs. coburg-goth. Kam- 
mer- u. Jagd- Junker; — der h. sachs.-altenburg. Oberst-Hofmeister 
Otto V. M. mit seinen Söhnen: Hermann, in h. sachs.-altenb. Staats- 
diensten und Maximilian, Lieut. in der k. sächs. Reiterei; — so wie 
auch der Sohn des 1829 verstorbenen k. sächs. Geh.-Raths, Kammerb. 
und Appellat.-Genchts-Präsidcnten Hans Rudolph Wilhelm v. M. : der 
k. süchs. Hauptmann a. D. Leopold v. M. und dessen Söhne: Rudolph, 
k. pr. Premierlieutenant, Leopold, k. sächs. Oberlieuten. a. D., Benno, 
Willlehn und Erwin. — Zu der Hauptliuie Breitanhain-Sonnewalde, 
Drehna gehören: zu den Speciallinien Ober- und Unter-NitzschkQ bei 
Grimma: Nachkommen Wolfs v. M., eines Sohnes Caspars (L) m 
Drehna: a. d. H. Ober-Nitzschke: die Söhne des 1851 verst. k. sächs. 
w. Geh.-Raths, Oberhofmeisters I. M. der Königin und Kämmerers Sr. 
M. des Königs Gottlob Heinrich v. M. zu Jemitz und Preititz : Benno 
mit seinem Sohne Felix und Bernhard mit seinem Sohne Hans Hein- 
rich; die Söhne des 1855 verst Hauptmanns a. D. Gotthelf v. M.: Hein- 
rich Ferdinand und Lothar Bernhard und die Söhne des 1844 verst 
k. pr. Oberförsters Carl Caspar Ludwig v. M. : Bodo. k. pr. Ober-Ban- 
rath, Bruno, k. pr. Oberförster, nebst seinem Sohne Georg und Benno; 
— aus dem Hause Unter-Nitzschke : der k. württemb. OberstlieoL a. D. 
Carl Friedrich Sigmund v. M. in Dessau mit seinen Söhnen: Carl, h. 
anhält. Oberlieutenant und Ernst. Zu der in Schlesien blähenden Linie, 
Nachkommen des Hieronymus v. M. zu Selingstaedt und Briesen, eines 
Sohnes Caspars I. zu Drehna, gehören: die Enkel des 1796 verst. k. 
preuss. Generals Georg Wilhelm v. M. : der Sohn des 1842 verst. k. pr. 
Majors Carl v. M. : Bernhard, k. pr. Major; die Söhne des 1844 verst. 
k. pr. Stabs-Rittmeisters Fiiedrich Ludwig Heno v. M. zu Haltanf : 
Hugo und Richard ; so wie Sylvius August v. M. zu Grunewitz, k. pr. 
Polizei-Districts-Conimissarius u. Kreisdeputirter, so wie dessen Söhne : 
Sylvius und Paul. Zu den Nachkommen des Esaias v. M. zu Uckro, 
Lugk, Liepten, Pickel, Paserin, Landeshauptmanns in der Niederlausits, 
eines Sohnes Caspars 1. zu Drehna, und zwar aus dem Hause Radibor- 
Luppa gehören : der k. sächs. Hauptmann a. D. Hans August Carl 
v. M. nebst seinem Enkel Hans Carl, dem einzigen männlichen Nach- 
kommen seines 1856 verst. Sohnes Hermann Friedrich Reinhard v. M., 
k. preuss. Hauptmanns. — lieber den neuesten Personalbestand der in 
Belgien blühenden Linie fehlen genaue Angaben. Noch ist ein Zweig 
der Familie auch nach Russland gekommen, aus welchem mehrere 
rühmlich bekannt gewordene Gelehrte, so wie die k. russ. Generäle f 
Julius V. M., Gouverneur von Derbent und Reinhold v. M. entsprossten. 

llandschriftl. Notiseu Mt» der F«inilie. — Sptuufenberg, II. S. t>C. — Knauth^ S. 536. — 
BfCkenbtrff, IHutH. de NobiUt. Mtoale. liMr. — WHmgarttn, Fftrtt«itpi«gel, P. D. — JW- 



- 308 — 

nmfima, I. t^ M4 «o4 II. IL 381 u. 63. — Omuk«, 1. 8. tWl -8&. — itäUr, ZXI. 8. 294- 
nx — Mf4f9l§^ Btblioth. 8«xoa. 8. SSO. — N. PnoM. A.-L. UI. 8. 4it a, 11. — Frtik^rr 
«. A«4«tar, ■• 8. tM— II«. — emML T«Mli««b. 4er frtib. Hlu»ar. tMS. 8. 449— S) «nd 
lau. 8. m «. 84. - m^kmmBktr , I. 97: PrHh. y. M. a. I. IM: ir. Minckwiu. Meitsnltrh. 

},J. 8. 394. — fVr*/, II. ?7t t F. H. Hi«ke«lta v. MtnkwhcbariE. - W.-B. der 

. 17 ». M. 



VIII. 

Mindorff, Freiherren. SteiermärkischeB Herrenstandsgeschloclit, 
in welches der Freiherrnstand durch Diplom vom 22. (>ct. 1029 kam. 
— Der Stamm erlosch 13. Jnni 1723 mit der Tochter des Johann 
Christoph Freih. v. Mindorff: Anna Theresia, Wittwe des Franz Chri- 
stoph Grafen v. Wildenstein, geh. 1646 und venu. 1664. 

/mcoM, IMO. n. ». 998. - SckmutM, II. S. 546 a. 47. - 8l«hmaoktr, II. AU. — 9. Mt- 
«"V' III. H. 43s u. 37: auch uach BarUchnu W.-R. 

MIb^ t. Dietfart, auch Freilierren. HohenzoUem-sigmaringen- 
scher Adels- a. Freiherrnstand. Adelsdiplom vom 10. Juli 1826 für 
Andreas Emil Min6, f&rstl. salm-kyrhurgischcn Uofrath, mit dem Prä- 
dicate: v. Dietfurt and Freihermdiplom vom 14. Juli 1827 ftlr Den- 
selben. 

Fr^ik. «. Ledebur, III. M. 311. 

Mineti, Ritter. Böhmischer Ritterstand. Diplom von 1717 fQr Jo- 
hann Baptist Mlneti. 

MtegerU v. Müki/eld, Brg.-Bd. 8. 178. 

» Mingen, Minge, Mingen v. Lammersdorf. B<")hmi9cher Adels- 

stand. Diplom vom 17. Octbr. 1634 für Wolfram Abraham Mingen, 
mit dem Prädicate: v. Lammcrsd()rf. — Christoph Minge, Beider Rechte 
Doctor, starb 1 643 als Rath und Kanzler des Stifts Trcbnitz nnd ein 
Wolfram Abraham v. Mingen auf Flämischdorf unweit Neumarkt wird 
noch 1701 zu dem schlesischen Adel gezählt. — Später ist der Stamm 
erioschen. 

n-tik. ». L€d*bur, II. 8. 110 n. III. 8. Sil. 

Minlghini. Erbl.-Österr. Adelsstand. Diplom von 1785 für dieGe- 
hrttder Johann Dominik, Franz und Carl Minighini. 

Magerte v. Mühlf^ld, RrK.-Bd. R. 3n9. 

* Minnigerode, Mingerode. Altes, obersächsisches, schon 1280 

urkundlich vorkommendes Adelsgeschledit, welches im Eichsfelde und 
im Gmbenhagenschen ansehnlich begütert wurde und in neuer Zeit auch 
in Schlesien und im Halberstädtschen angesessen war. Der älteste gni- 
henhagensche Lohnsbrief ist von 1428. — Einer Faniiliensage nach war 
der ursprüngliche Name : Riemen und als Stammvater nennt diese Sage 
eisen Römer, Don Otto Corrigia, welcher in sehr früher Zeit als LoJm 
seiner Tapferkeit das im Schwarzburgischen gelegene, in der Hand der 
Familie gebliebene Gericht Allerberge erhalten haben soll. IJcbcr die 
Veränderung des Namens wird angegeben, dass Johann Rieme gegen I'lnde 
dee 13. Jahrh. von der Aebtissin zu Quedlinburg die auf dem Elchs- 
felde gelegenen Dörfer Mingerode oder Minnigeroda bei Duderstadt 
nnd Breitenberg als Lehn erhalten und nach dem Ersteren sich genannt 
habe, doch ist der Name Minnigerode schon 1289, nebst dem Namen : 
Rieme, besonders bei der zweiten Linie des Geschlechts, gebräuchlich 
gewesen, vorher aber war schon der Name : Rieme in : Bockelnhagen, 
Espelingeroda etc. verändert worden. — Das Geschlecht schied sich in 



— 304 — 

die Linie zu Silkerode und zu Bockclnhagcn und die letztere Linie wie- 
der in die Häuser: vor dem Schulenbergc, auf dem Hohenhause, auf 
dem Oberhofe, auf dem Forstmeistershofe und zu WoUershausen. — 
Der Stamm, aiLs welchem Christian Ernst v. M. 1704 zum Johanniter- 
Kitter geschlagen wurde, blühte dauernd fort, mehrere Sprossen des- 
selben standen in k. preuss. Militair- u. Civil-Diensten und im Kgr. 
Hannover zählte die Familie durch Besitz der Rittergüter WoUershau- 
sen und Gieboldehausen im Grubenhagenschen zu dem ritterschaftlich^ 
Adel der calenb.-goetting.-grubenhagischen Landschaft. — Im Kgr. 
Preussen waren nach Rauer 1857 begütert: die Erben des Bergraths 
V. M. zu Silkerode IL u. Bockelnhagen IV. im Kr. Worbis; die Gebrü- 
der V. M. zu Bockelnhagen; August v. M. in Gieboldshausen fU* Weil- 
rode Vü. ; Christian Adolph Ludwig v. M. in Sachsa zu Bockeln- 
hagen III.; Ludwig v. M. in Wallershausen zu Weilrode VI., Sükerodel. 
und Bockelhagen IL, sümmtlich im Kr. Worbis und Ludwig v. lünni- 
gerode zu Braunschweig, zu Schadeleben im Kr. Aschcrsleben. 

Lftznar, Üa<(Mcläche Chronik, 8. 172—75. — l'tsielbfck. Chronic. Huxar 8. 93—107. — 
l^Mck/elti, Aiitiquit. Poeldeu», H. SO uud 137. — Theod. v. St«inmeU : Draprans i«r ISaer 
L).H<»lar: StaiiimUfel der v. M. — Gauhf, II. S, 730. -. Freih. e. Krohne ^ II. 8. 3SS— &r. — 
N. (ioiK'ul. Ilaiidb. 177H und 1777, 8. 128, 1778. iS. 148-51 uud Nachtrag, S. 78. — N. W. 
A.- L. III. 8. 412. - Freih. r d. Knestbxck, 8. 'J12. — Freih. r. Ltdebur , 11. 8. 110. - 
Siehmacher t I- I7y: v. M., Brauuüchw. II. l-*7 iiiid V. Supplem. 30. — Harenherff, HbUr. 
diplom. Qaiidersl. Tab. 33. Nr. 3. - r. Meding, I. 8. 395-97. - W.-B. des Köoigr. Baoaov. 
C. 44 und 8. lü. — Knenchke, 11. 8. 301—803. — v. He/tiir, haoiiov. Adel, Tab. if3. 

Minsinger, Edle. Erbländ.-österr. Adelsstund. Diplom von 1790 
für Andreas Minsinger, k. k. Stabs - Chirurg , mit dem Prädicate: Ed- 
ler V. — 

^eyerle v. Mühl/eld. 8. 2-ü. 

Minsleben. Altes, längst erloschenes, braunschweigisches u. Ittne- 
burgischos Adelsgeschlecht, von welchem nur Name und Wappen: 
(Schild quergetheilt : oben in Roth zwei schwarze Pfähle und unten Sil- 
ber ohne Bild) durch ein Epitaphium derer t. Garssenbtlttel zu Esse* 
rode im Lüneburgischen bekannt sind. 

r. Meding, 11 1. 8. 4.'i7. 

Minntoli, Menn y. Minntoli (in Roth ein schräglinker, goldener 
Balken und vor demselben ein gekrönter . silberner Löwe , an dessen 
rechten Hinterfusse ein kleiner, goldener Schild, belegt mit einem Hen- 
schenkopfe, angeheftet ist). Schweizerisches, aus Genf stammendes 
Adelsgeschlecht, aus welchem Johann Heinrich Menü v. Minutoli, geb. 
1772 zu Genf, 1787 in die k. preuss. Armee trat und von Stnfe zu Stufe 
stieg. Derselbe machte als Generalmajor mit mehreren Gelehrten eine 
Reise nach Aegypten, welche er in einem selbstständigen Werke n. in 
mehreren Journal- Aufsätzen beschrieben hat und starb 1846 als Gene- 
rallieutenant a. D. mit Hinterlassung dreier Söhne. Der älteste, Adolph 
M. V. M., h. Sachs, meiningenscher Hofmarschall, wurde 1848 ermordet, 
der zweite, Julius, w. k. preuss. Ober- Regier. -Rath, war längere Zeit 
General-Consul für Spanien und Portugal und wurde amtlich mit dem 
freih. Titel genannt und der jüngste , Alexander, wurde k. preass. Re- 
gierungsrath. 

N. Pr. A.-L. III. S. 895. — fr^h. v. Udthmr, U. 8. 11^ 



— 306 — 

lOiiatiyo, Freiherren. Erbl&ndisch - Osten*. Freiherrnstand. Di- 
plom von 1820 fDr Friedrich Minutillo, k. k. Oenerolmtuor a. Montnrs- 
Inspeetor^ — Ein Sohn desselben, Vincenz Freih. v. Minutillo, war in 
nener Zeit k. k. Generalmajor und Brigadier bei dem 1 . Cavallerie-Ar- 
mee^Corps. 

M«ff«rle 9. Mühl/tld, 8. 7t. — liilititr- .Sclif>mat. d. östcrr. KaiMorthuraH. 

Mirbach, Freiherren und Grafen (Stammwappen : in Schwai'z ein 
zehnendiges, mit der Wurzel ausgerissenes, silbernes Hirschgeweih). 
Böhmischer Freiherrn-, erbl.-österr. Ritter- und Grafen- und preussi- 
seher Grafenstand. Kaiserliches Adels- und Wappenbestätigungsdiplom 
von 1629: Freiherrndiplome vom 9. April 1529 und 19. Dec. 1663; 
Ritterdiplom von 1786 für Friedrich Gotthard v. Mirbach. kuriändischcr 
Linie , knrsächs. Capitain in d. A. und erbl.-österr Grafendiplom vom 
19. August 1791 fftr Denselben als Gutsbesitzer in Böhmen: preussi- 
sches Grafendiplom nach dem Rechte der Erstgeburt vom 15. October 
1840 fftr Johann Wilhelm Joseph v. Mirbach, rheinischer Lmie, Ritter- 
haaptmann der Genossenschaft des rheinischen, ritterbtirtigen Adels, k. 
preuss. Major a. D. und königl. Erlaubniss zur Annahme des W^appens 
nnd Titels eines Grafen v. Mirbach - Harlf für Richard Joseph Hubert 
Frciherm v.Vorst-Lombeck-Gudeiiau. — Altes, rheinländisches Rittcr- 
geschlecht aus dem Stammhause : Ruine u. Dorf Mirbach, an der EifeU 
im Kr. Dann, Reg. -Bez. Trier, in welchem Walther und Heinrich I. 
▼. Mirbach 1095 die Schenkungs-Urkunde des Herzogs Gottfried von 
Brabant an die Kirche zu Ufflingen in der Eifel unterschrieben. Theo- 
dorich v.Meirbach. Ritter, kommt mit seiner Frau, Judith, und seinem 
Bruder, Johann, 1290 vor; Henrich war 1360 Bundesgenosse der Her- 
ren v. Sleiden gegen die Blankenheimer; Wilhelm besass 1398 die 
Burg Dreibom als Pfand etc. Um diese Zeit und spüter waren die Mir- 
bache Vasallen der Grafen v. Blankenheim und Manderscheid und viel- 
fach die Burgmänner derselben in Gerolstein, Kasselbnrg etc. Emme- 
rich I. V. M. zog 1580 nach Curland, vermählte sich mit Sophie v. Dön- 
hoff und erwarb die pussenschen Güter. Von dem älteren Sohne des- 
selben, Emmerich IL, stammen die v. Mirbach in Curland, Ostpreussen 
nnd Böhmen ab, während der jüngere Sohn, Johann. 1601 die Güter 
seiner Vettern am Rhein erbte und dorthin zui-ückging. 1634 wurde 
die Familie v. M. in die geschlossene, curländische Ritterbank aufge- 
nommen und in der Matrikel des liefländischen Adels von 1742 findet 
sich dieselbe noch. Die Niederlassung in Böhmen, und zwar aus Sach- 
sen, erfolgte erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. — Der erbländ.- 
ö^rr. Grafenstand kam , s. oben , in die Familie in der Person des 
Grafen Friedrich Gotthard a. d. H. Zeloden in Curland, gest. 1824. 
Derselbe vermählte sich 1786 mit Johanna Nepom. Philippine Gräfin 
v. Martinitz, geb. 1747. verw. Grf. Bolza, Frau auf Kosmanos und in 
zweiter Ehe 1805 mit Barbara v. Holly, geb. 1774. Aus der zweiten 
Ehe stammt: Graf Gotthard, geb. 1806, Herr der Herrschaft Kosmanos 
im Kr. Bunzlau in Böhmen, venu, in erster Ehe 1828 mit Mathilde 
Friederike Grf. Pachta, Freiin v. Rayhofen, geb. 1812, gest. 1832, in 
zweiter Ehe 1834 mit deren Schwester, Aloyse Grf. Pachta, geb. 1808, 

KnetcAke, DeuUtch. AdelsLex. VI. 20 



— 306 — 

gest. 1845 und in dritter Ehe 1849 mit Josephine Freün ▼. StVincent- 
Montalin, geb. 1805. Ans der ersten Ehe stammt, neben einer Todi- 
ter, Grf. Josephine, geb. 1831, vermählt 1851 mit Friedrich Grafieii 
V. Schmising-Kerssenbrock, k. pr. Regierungs-Referendar, ein Sohn, Gr. 
Friedrich, geb. 1832, aus der zweiten Ehe aber entsprossten, neben vier 
Töchtern, von welchen Grf. Natelie, geb. 1836, sich 1860 mitRndoIpb 
Grafen Wratislaw v. Mitrovic und Schönfeld, k. k. Gubemial- u. Statt- 
halterei-Rath zu Prag, vermählte, zwei Söhne : Graf Hugo, geb. 1840, k. 
k. Oberlieutenant u. Graf Gotthard, geb. 1845. — Graf Johann Wilhelm 
Joseph, s. oben, hatte sich 1819 mit Antoinette Grf. v. Wolff-Metter- 
nich vermählt und starb 23. Dec. 1849 ohne Nachkommen, nachdem 
er den Sohn seiner Schwester , Ottilia , vermählt mit Maximilian Frie- 
drich Freiherrn v. Vorst - Lombeck - Gudenau : Richard Joseph Hubert 
Freih. v. Vorst-Lombeck-Gudenau , s. oben, zu seinem Universal- und 
Fideicommiss- Erben bestimmt hatte. Letzterer nahm in Folge fidei- 
commissarischer Anordnung, wie angegeben, mitkönigl. Erlaubniss statt 
seines bisherigen Namens Wappen und Titel eines Grafen v. Mirbach- 
Harff an und so entstand die gräfliche Linie Mirbach-HarfT, welche fol- 
gendes Wappen führt: Schild geviert: 1 u. 4 das mirbachsche Stamm- 
wappen u. 2 u. 3 in Silber fünf, 1, 3 u. 1, schwarze Ringe u. auf jedem 
äussern Ringe der zweiten Reihe steht einwärts gekehrt ein schwarzer 
Rabe : Vorst. — Die hierher gehörige Linie der Familie v. Mirbach 
stieg, wie folgt, herab : Johann v. Mirbach : Wilhelmine v. Schilling n 
Güstorf; — Johann Wilhelm v. M.: Anna Barbara v. Harff, Erbin n 
Harff; — Johann Adolph Werner, lebte um 1695: Elisabeth v. Hocb- 
kirchen ; — Carl Adolph Joseph, aufgeschworen 1714: Gabriela Godefridt 
Felicitas v. Schaesberg; — Wilhelm Ludwig Joseph, aufgcschworei 
1742 : Maria Margaretha v. Buchholz; — Gerhard Joseph Wilhelm so 
Harff: Auguste Grf. v. Velbrück-Lanquit ; — Ottilia u. Graf Johann Wil- 
helm Joseph, Geschwister. — Graf Richard Joseph Hubert, geb. 1810 
und gest. 1853 — Sohn des 1855 verstorbenen k. k. KämmerersMaxi* 
milian Freih v. der Yorst-Lombeck und Gudenau, Herrn zu Ziadlowitz 
in Mähren, aus der Ehe mit Ottilie Freiin v. Mirbach zu Harff, geat. 
1846 — vermählte sich 1840 mit Julie Grf. Hoyos, Grf. v. Guttenstein, 
Freiin zu Sttichsenstein. geb. 1816, folgte als Universal- u. Fideicom- 
miss-Erbe seinem 1849 verstorbenen Oheime Grafen Johann Wilhelm 
Joseph 31. Mai 1850 unter Annahme dessen Namens, Wappens a. Ti- 
tels und war k. preuss. Geh.-Regierungsrath. Aus seiner Ehe stammen 
zwei Töchter, Antonia Freiin v. Mirbach-Harff, geb. 1846 undTberese. 
Freiin v. M.-H. und zwei Söhne: Johann Wilhelm Graf v. Mirbach-HarC, 
geb. 1842, Herr zu Harff, Pylshof, Enzen, Honsdorf, Immendorfi 
Fürth etc. etc. und Ernst Freih. v. Mirbach-Harff, geb. 1845. — Der 
freiherrliche Stamm blüht in zwei Hauptlinien, der älteren und jüngeren. 
Die ältere Hauptlinie zählt vier Speciallinien. Die erste Speciallinic hat 
drei Aest«, die zweite Speciallinie aber zwei Aeste, von denen der zweite 
Ast aus drei Zweigen besteht, der erste dieser Zweige ist erloschen und 
der zweite hat zwei Nebenzweige; die dritte Speciallinie ist in zwei 
Aeste geschieden und die vierte ist ongetheilt. Von der jüngeren Hanpt- 



— 307 -^ 

linie sind zwei Speciallinien erloschen. Die dritte Speciallinie hat zwei 
Aeste und der erste Ast zwei Zweige. Die genealogischen Verhältnisse 
beider Hanptlinien, so wie der neueste Personalbestand aller Special- 
linien, Aeste und Zweige finden sich in dem genealog. Handbuche der 
freiberrl. Häuser genau angegeben. 

MegerU w. Mükl/eld. Krg.-Bd. 8. 23 u. 179. - Robima, iiiederrheln. Adel, I. 8.301—306. 

— N. Pr. A.-L. in. 8. 412—14. - Fahne, I. S. •iH4. - Deutsche Gr«fenhäus. d. Gegenw. II. 
S. 120—2«. — Freiherr t. Ledtbur, ü. 8. 110 u. it. — Geoeal. Tiutehenb. der gr&flich. HEu- 
•er, I8«l. 8. MS. 1864. 8. 5.V2-54. u. histor. TMchtiib. tn Demselben, S. ßOß, — GeneAl. 
TMcb«nb d. frelh. H&user, \m^. 8.637-46. — 8i*bmaeker , II 111. - r. Steinen, III. 7. 

— Robeni, ElemenUr werkeben, I. 35. - Tyrof. II. 2«8: Gr. v. U. — W. - B. der Preuss. 
aiMinprotini, 1. T«h. 82, Nr. 164 und 8. 78: Frelh. t. M. sn B. - Pomraer. W.-B. I. 417: 
V. M..H. 

Mirendorp. Altes, meklenburgisches Adelsgeschlecht, aus welchem 
Tamme v. Mirendorf noch 1 389 lebte. — Das Wappen des Letzten des 
Stammes war in der Kirche zu Rocknitz im Amte Dargun, Meklenburg- 
Schwerin, aufgehangen. 

9. Meding , 11. 8. 880 : nach dem MaiiuMcripU- abgegangener meklenb. Familien. 

Miretzky v. Mirtenfeld. Erbl.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1816 für Sebastian Miretzky, k. k. Oberlieutenant, mit dem Prädicate: 
Y. Idlrtenfeld. 

Megerle 9. Mühl/eld, Er«. Rd. 8. 380. 

Mirmann. Ein in der Person des Peter Franz Friedrich Stephan 
y. Mirmann, laut Eingabe d. d. (31eve, 23. Juni 1829, in die Adelsma- 
trikel der preussischen Rheinprovinz, und zwar unter Nr. 53 der Classe 
der Edelleute eingetragenes Geschlecht. Die Geschwister v. Mirmann 
waren 1857 zu Eyll im Kr. Cleve angesessen. 

Freik. v. Ledebur, 11. 8. 111. - W. • B. der Preaiis. Kheinprov. I. Tab. 83. Nr. 165 u. 
8. 78. 

Mischtiak v. Scharfenfeld. Erbländ.-Österr. Adelsstand. Diplom 
von 1772 für Johann Mischtiak, k. k. Feldartillerie-Unterlieutenant, 
mit dem Prädicate : v. Scharfenfeld. 

Htget'U V. Müht/eld , Erg.-Bd. R. 3^0. 

I Missbach. Reichsadolsstand, in Kur-Brandenburg anerkannt. Adels- 
diplom vom 25. Juli 1695 für Johann Enist Missbach und Anerken- 
nungsdiplom vom 13. Sept. 1699 für Denselben. — Ein aus der Neu- 
mark stammendes Geschlecht, welches in derselben im Kr. Arnswalde 
bereits 1644 zu Retz und 1646 zu Steinbusch begütert war. Magnus 
Ewald und Carl Gotthelf Gebrüder v. Missbach erbten 1769 von ihrer 
Tante, Eleonore Constanzia v. Wedel, in Pommern das Gut Runow im 
Kr. Regenwalde, welches später Ernst Sigismund Ferdinand v. Miss- 
bach besass. — Prochnow im Kr. Deutsch-Crone, Prov. Westpreussen, 
war noch 1783, Grüneberg bei Arnswalde in der Neumark 1798 und 
Neu-Lobitz bei Dramburg in Pommern 1803 in der Hand der Familie. 
Ein V. Missbach, Hauptmann im 15. k. preuss. Inf.-Regim., schied 1824 
aus dem activen Dienste. 

N. Pr. A.-L. in 8. 414. — Frei/V. v. Ledebur , II. 8. 111. - W.-B. d. Preuss. Monarch. 
IT. 4. — KneiCkke, l. 8. 208. 

• Mistelbach. Altes, erloschenes, bayerisches und fränkisches 

Adelgeschlecht, welches von Siebmacher auch zu dem meissenschen 



— 308 — 

Adel gerechnet wird, doch 'findet sich in den bekannten Schriften 
Aber den meissnischen Adel der Name Mistelbach nicht. In Franken 
gehörte die Familie zu der reichsfreien Ritterschaft des Cantons Ge- 
bürg. — 

Wigul Hund, I. 8. 274. — Biedermann, Canton G«bärg. Tab. 337. — Sutwtr, 8. 379 «. 
iid. — Riebntacher , I. 99 : v. Mistelbacb. Bayerisch n. I. l60 : v. Miatelbaeb, MoiasiiUcb. — 
w. Meding, lU. H. 437 and 38. 

Mitdorf, Freiherren. SteiermSrkisches Freih^mgeschlecht, wel- 
ches von dem ausgegangenen Geschlechte v. Aspach, Bd. 1. S. 124, 
22. Oct. 1629 das Wappen (in Gold zwei kreuzweise tiber einander ge- 
legte, mit Eisen beschlagene Dreschflegel) erbte. 

Freik w. Stadt, f V. 8. 51ü : Wapp^obrief der Familie. — Sehmutz, 11. 8. M6. 

Mitesser ▼. Dervent. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 
1813 für Paul Joseph Mitesser, k. k. Oberstlieutenant, mit dem Prftdi- 
cate: v. Dervent. 

MegerU w. Mikl/eld, 8. S29. 

Mithofen, MithoiTen. Beichsadelsstand. Diplom vom 7. Novbr. 
1639 f^r Hector Mithobins, Comes Palatinus und Sachsen -lauenburg- 
scher Geh.-Rath und Kanzler, mit dem Namen : v. Mithoffen. Der Adel 
des Geschlechts wurde dem Fähnrich v. M. im Regimente v. Schwerin 
vom Könige Friedrich 11. von Preussen, laut Cabinetsordre vom 3. Juni 
1771, auf Grund des eingesandten Diploms, mit dem ausdrücklichen Be- 
merken,* dass es einer Erneuerung des Adeh nicht bedflrfe, anerkannt 
— Von Hectors Söhnen war Daniel v. M. k. schwed. Geh.-Rath und 
zuletzt Sachsen - lauenburgscher Kanzler, Hector Johann v. M. aber 
Kanzler der Aebtissin von Quedlinburg. Balthasar Friedrich v. M. war 
1736 ebenfalls Kanzler der Aebtissin des genannten Stifts. Das Ge- 
schlecht blühte fort und war nach Anfange des jetzigen Jahrb. im 01- 
denburgschen zu Fickensholt gesessen. Friedrich August v. M. stand 
1806 als Mcgor im k. preuss. Regimente v. Tschammer und wurde 1815 
pensionirt. Der gleichnamige Sohn und seine Tochter, A. C. E. v* M., 
lebten 1855 in Berlin. 

Fi-eih. w.Ledebwr, H. 8. 111. 

Mitis, Ritter und Edle. Erbländ.-Österr. Ritterstand. Diplom von 
1780 für Wenzel Ignaz Mitis, k. k. Bergrath, auch Münz- und Berg- 
wesens-Ober-Inspector zu Nagybanien, für Ferdinand Mitis, k. k. Hof- 
rath der Hofkammer im Münz- und Bergwesen, Bernhard Mitis, Rech- 
nungs-Official bei der montanistischen Hofbuchhaltung und Franz de 
Paula Mitis , Münzwardeins A^juncten , mit dem Prädicate : Edle v. — 
Der Stanmi wurde fortgesetzt, und Sprossen desselben traten in die k. k. 
Armee. In neuster Zeit lebte Joseph v. Mitis als Generalmajor a. D. in 
Pressburg ; Ferdinand Ritter v. M. war Hauptmann I. Classe und Moritz 
Ritter v. M. Oberlieutenant. 

MegerU v. Idühlfeld, 8. 131 und 32. — Milit.>Scbematiam. des Oesterr. Raiserthaos. 

Mitleben, Mittleben, Mittlan. Reichsadelsstand. Diplom von 1634 
für Josua Mittlau, k. k. Hauptmann und für die Brüder desselben, Da- 
niel, Friedrich und Paul Mittlau, mit dem ^amen : v. Mittleben. Die 



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Tamilie war in Ostpreussen im Kr. Angerburg und (rausenstein gesessen. 
Der Stamm ist erloschen. 

frei*. V. Ud*bur, II. 8. 111 and 111. 8. Sil. 

Mitscha, Ritter. Erbländ.-Osterr. Ritterstand. Diplom von 1810 
fllr Franz Adam Mitscha, k. k. Holrath. 

Megerlä p. Müklfeld, 8. i:i2. 

Mitschke- Kollande, Mitschke - Collande. Adelsstand des Kgr. 
Prenssen. Diplom vom 4. Febr. 1846 fQr Jobann Leopold Mitschke, 
Besitzer yon Bartnig, Kollande und Wildbahn im Kr. Militsch, so wie 
auf Zindel im Kr. Grottkau, k. polnisch. Tribunals-Advocaten a. D., 
mit dem Namen : v. Mitschke-Kollande. — Der Stamm wurde fortge- 
setzt. In neuester Zeit war August Aloysius Joseph v. M.-C, Land- 
rath a. D., Herr auf Kollande, Bartnig u. Wildbahn, Alexander v. M.- 
C. Herr auf Pomiany im Kr. Schildberg u. Gr. Butschkau im Kr. 
Namslau u. ein v. M.-C. Herr auf Simsdorf im Kr. Trebnitz. 

Frtih. w.Ledebur, U. 8 111 und IIJ. 8 311. 

Mittelbarg. Fränkisches Adelsgeschlecht, welches zu der reichs- 
freien Ritterschaft des Cantons Altmühl durch seine Besitzungen ge- 
hörte. 

Biedtrtnann. Canton Altmuhl, Tab. 237. 

Mittelstadt. Ein in Pommern, im Brandenburgischen und in Ost- 
preussen begütert gewesenes Adelsgeschlecht. Dasselbe sass in Pom- 
mern 1703 zu Vötzkow im Kr. Schievelbein , im Brandenburgischen 
1751 zu Nassenheide im Kr. Nieder-Bamim und später in Ostpreussen 
zu Meschkcn im Kr. Ragnit. 

Fr€ih. V. Ledebur, 11. 8 111 u. 112. 

Mittenwalde. Altes, uckermärkisches, auch unter dem Namen : 
y. Mittelwolde und Mittenwolde vorgekommenes Adelsgeschlecht aus 
dem gleichnamigen Stammhause in der Uckermark. — Zabel v. Mittel- 
walde starb 1440 ohne Nachkommen. Mit ihm erlosch der Stamm und 
Heinrich v. dem Berge wurde mit den Gütern desselben belehnt. 

Orundemann, 8. 47. — N. Pr. A.-L. V. 8. 332. 

Mittergarten. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1705 für 
Jeremias Mittergarten, Kammerdiener des Bischofs von Brixen Caspar . 
Ignatius Gr. Künigl. 

Megerle r. Mühlfeld, Krg.-Bd. 8. 380. 

Mittermayr, Edle (Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold 
ein auf grünem Boden stehender, vorwärtssehender Mann mit langem, 
rothen Rocke, weissem Kragen, Aufschlägen u. Gürtel, und rother, 
weiss aufgeschlagener, spitziger Mütze, in der Rechten drei rothe Ro- 
sen an einem Stiele haltend und links in Roth drei, 1. u. 2, goldene 
Sterne). Reichsadelsstand. Diplom vom 4. Juli 1792 für Franz de Paula 
Mittermayr, Mitglied des Innern Raths zu München, mit dem Prädi- 
cate: Edler v. Der Empfänger des Diploms, ein 1766 geborener 
münchner Bürgerssolm, erhielt das erwähnte Adelsdiplom, welches da- 
mals noch zur innem Stadtraths- Stelle in München erforderlich war 
und wurde später, nach Anlegung der Adelsmatrikel des Kgr. Bayern, 
als k. bayer. Communal-Administrator der Haupt- und Residenzstadt 



— 310 — 

München in dieselbe eingetragen. — Die Familie ist nidit mit der 
schlesischen Familie v. Mittmeyer zu verwechseln. 

9, Lang, 8. 4&0. - W.-B. d. Rgr. Bayern, VII. 98. 

Mitterpaoher ▼. MitternbnrjBr. Erblftnd.-österr. Adelsstand. Di- 
plom von 1736 für Joseph Ignaz Mitterpacher, Güter-Präfect in Ungarn, 
mit dem Prädicate : v. Mitter nburg. 

Mfgerle v. Mühlfeld, Krgäiu.-Bd. S. 381. 

Mitterstiller, Freiherren. Erbländ.-österr. Freiherrnstand. Di- 
plom von 1760 für Simon Mitterstiller, kursächs. Platz-Oberstlieutenant 
za Dresden. 

Megfrlt v. Mühlftld, S. 71. 

Mittmann. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1748 ftlr Jo- 
hann Andreas Mittmann, Handelsmann zu Krockau und von 1750 ftr 
Samuel Mittmann, Bürger und Kaufmann zu Krockau. 

JÜtgerle v. Mühl/fld, Krg Bd. 8. 391. 

Mittmann und Kirchberg. Ein in der zweiten Hälfte des 17. Jahrb. 
in Schlesien blühendes Adelsgeschlecht. — Johann Anton Valentin 
v. Mittmann und Kirchberg, k. k. Oberstlieutenant, ^rb 16. Febr. 1699. 

Frtih. r. Ledfbur, U. 8. 112. 

^ Mittmeyer, Mittmeier ▼. Plagotitz, Mitmeier (in Blau drei, 2 u. 1 , 

weisse Tauben). Ein zu dem schlesisclien Adel zählendes, nicht mit der 
bayerischen Familie v. Mittermayr zu verwechselndes Geschlecht, wel- 
ches aus Mähren nach Schlesien kam und nach einer alten Besitzung 
den Beinamen Plagotitz führte. — Ein Mittmeyer v. Plagotitz trat 1808 
als k. pr. Capitain aus dem activeii Dienste, war 1820 Postmeister in 
Strehlen und lebte später in Cosel. 

SiAapius. I 645. - N. Pr. A.-L. V. 8. 3.^3. — Freih. t, Ledebur , II. H. 31«. — Sitb- 
maekert I. 75: Die MUmuyor, Holilesiscb. 

Mittrowski v. Nomysl, Freiherren und Grafen. Böhmischer, 
alter Freiherm- und erbländ.-österr. Grafenstand. Freiherrndiplom von* 
1705 für Maximilian Mittrowski v. Nemysl, liandeshauptmannsschafts- 
Assessor in Schlesien und von 1716 für Ernst Matthias M. v. N. und 
Grafendiplom von 1767 für Joseph Freih. M. v. N., k. k. Oberstwacht- 
.meister und von 1769 für Maximilian Joseph Freiherm v. Mittrowsky, 
k. k. Feldmarschall und Commandirenden im Banate und für den Bru- 
der desselben, Johann Baptist Freih. v. M., k. k. Kämmerer, Land- 
rechts-Beisitzer und Gubemialrath in Mähren. — Altes, orsprOnglich 
böhmisches Rittergeschlecht, welches urkundlich bis zu Anfange des 
13. Jahrb. zurückzuführen ist. Als Stammhäuser werden Mitrowitz im 
sonstigen wlatis'*' '^n Kr' * e ir d Nemischl bei Bechin im taborer Kreise 
angenommen und eine Stammtafel des Geschlechts hat Baibin mitge- 
theilt. Eine Stammverwandtschaft mit den Grafen Wratislaw v. Mitro- 
witz findet nicht statt: der Beiname der letzteren schreibt sich von 
einem Schlosse Mitrowitz hör, welches das Geschlecht in Kroatien er- 
baut hatte. Anq Böl'm »m kam die Familie nach Mähren und später 
auch nach Schlesien. In Mähren erwiesen sich nach Paprocius die Mitt- 
rowsker schon 1470 bei dem Einfalle der Ungarn sehr ritterlich und 



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tapfer und Wenzel Mittrowsky v. Nemischl kommt 1593 als Assessor 
des mährischen Landgerichts im ollmtttzer Kreise vor. In Schlesien war 
nach Sinapius bereite 1593 die Familie im Troppauschen angesessen 
and aus der schlesischen Linie entepross der obengenannte Freiherr 
Ernst Matthias M. v. N., Vater der Grafen Matthias Joseph und Johann 
Baptist, 8. oben. — Das gräfliche Haus blüht jetzt in zwei Linien, der 
älteren und jüngeren. Die Aeltere umfasst die Nachkommenschaft des 
Grafen Maximilian Joseph und die Stammreihe steigt, wie folgt, herab : 
Peter Mitrowsky v. Nemischl : Eva Freiin v. Larisch und Ellguth ; — 
Carl M. V. N.: Helena Freiin v. Lobeck und Kornitz; — Ernst Mat- 
thias, Freiherr: Maria Theresia Freiin v. Lehoteky; — Graf Maximi- 
lian Joseph; — Graf Johann Nepomuk: Antonia Grf. v. Zierotin; — 
Graf Wilhelm, geb. 1789 und gest. 1857, Herr der Herrschaft Bern- 
stein, Bystritz und Rozinka in Mähren : Josephine Freiin v. Schröfft- 
Mannsberg, verm. 1813 und gest. 1834; — Wladimir Graf Mittrowsky, 
Freih. v. Nemyssl, geb. 1814. — jetziges Haupt der älteren Linie — 
Herr der Allodial -Herrschaften Pernstein und Bystritz mit dem Gute 
Rozinka in Mähren und der Herrschaft Szarvds in Ungarn, k. k. Käm- 
merer und Major in d. A., verm. in erster Ehe 1844 mit Antonia Grf. 
▼. Dietrichstein-Proskau, geb. 1821 und gest. 1847 und in zweiter 1850 
mit Julie Grf. Salis-Zigers, geb. 1832. Aus der ersten Ehe stammen 
Äwei Söhne: Graf Alphons, geb. 1845 und Graf Ernst, geb. 1847, aus 
der zweiten aber drei Töchter: Therese, geb. 1851, Josephine, geb. 
1852 und Emma, geb. 1854. — Die absteigende Stammreihe der jün- 
geren Linie ist nachstehende : Peter Mitrowski v. Nemischl bis Ernst 
Matthias, Freiherr, s. die Stammreihe der älteren Linie; — Johann 
Baptist, Graf: Josepha Grf. v. Pergen ; — Graf Anton Friedrich (L), 
geb. 1770, und gest. 1842, k. k. oberster Hofcanzler: Leopoldine Grf. 
V. Klebelsberg, geb. 1773, verm. 1797 u. gest. 1831 ; — Graf Anton 
Friedrich (H.), geb. 1801 — jetziges Haupt der jüngeren Linie, Herr 
der Herrschaft Myszowa in Galizien, k. k. Kämmerer, Geh.-Rath und 
Oberlandesgerichts-Präsident in Steiermark, Kärnten und Krain, verm. 
1833 in erster Ehe mit Adelheid Grf. v. Clam-Gallas, gest. 1836 und 
1839 in zweiter Ehe mit Therese Grf. Wrbna v. Freudenthal, geb. 
1812. Aus der ersten Ehe stammt: Leopoldine vermählte Freifrau 
y. Simbschen, geb. 1835 und aus der zweiten Ehe entsprossten, neben 
drei Töchtern, Marie, geb. 1842 und Franzisca und Leonie, Zwillings- 
schwestem, geb. 1846, zwei Söhne: Graf Anton Friedrich (IH.), geb. 
1840, k. k. Oberlieutenant und Gr. Eugen, geb. 1843, k. k. Lieutenant. 
Der Bruder des Grafen Anton Friedrich (II.): Graf Joseph, k. k. Geh.- 
Rath, ist Generalmajor und die Schwester, Grf. Leopoldine, geb. 1809, 
war vermählt mit Joseph Freih. v. Henrichs auf Wblfswarffen, Herrn 
der Herrschaften Kunstadt und Gels in Mähren etc. 

Baibin. Miseell. Dohem. Der 2. Lib. 'i. — Sinapius , l. S. 645 u. FI. 8. 382. ~ Geneal. 
Archiv, XXXVl. 8. 54». - Oauht. I. 8. 1385 ano 86. — Zedltnr , XXf. 8. 553. - MtgtrU 
9. Mühlftld, S. 3.S u. BrK.-Bd. 8. 79. — v. Schonfeld , AdeUschematismns, I. S. 313. — D. 
Orafenhiuser der Oegenw. 11. 8. 122-24 — Freih. w. Ledtbur , U. 8. 112 und HI. 8. 311. 
— Oeneal. Taseheiib. d. grifl. Hiujter. 1861. 8. 549. 1864. 8. 554—56 und histor. Handboch 
tu Demselben, 8. 608. — Suppl. zu Hiebm. W.-B. VIII. 21. Uerreo M. ?. N. — Scbleaisches 
W.-B. Nr. 160: Freih. t. II. 

Mitzina, Midtsiiii Mistzin, Altes, in Hiqterpommern begütert ge- 



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wesenes Adelsgeschlecht, welches bereits 1671 angesessen war und 
noch 1724 zu Moddrow unweit Bützow sass. 

Fr^ih. c. L^debur, II. 8. 112. 

Mitzlaff, Mitzlaf, Mitzlafe. Eins der ältesten, schon im 14. Jahrh. 
bekannten Adelsgeschlechter Hinter-Poinnierns, welches vorzugsweise 
im stolper Kreise begütert wurde und aus welchem Sprossen auch nach 
Schweden, Dänemark, Polen, Oesterreich, Schlesien etc. kamen. — 
Georg Mitzlaff tritt bereits 1389 als gesessen zu Carzin urkundlich auf; 
Conrad M. zählte schon 1463 zu den Bürgermeistern der Stadt Stolpe, 
welches Amt später im Laufe der Zeit sieben Glieder der Familie be- 
kleideten ; Hans v. M. und die unmündigen Brüder desselben, Jürgen 
und Carl, wurden vom Herzoge Boleslaw in Pommern 1490 mit dem 
Gute Carzin feierlich belehnt; Berend Mitzlaff lebte nach einem Urkun- 
densiegel 1574 und nach einem anderen solchen Siegel ungefähr um 
dieselbe Zeit J. C. v. Mitzlaff; Joachim v. M., kaiserl. Oberst, wird in 
der Geschichte des 30jährigen Krieges mehrfach genannt und Carl 
Gustav V. M., Herr auf Schwuchow, war unter König Carl XU. von 
Schweden Hauptmann. Aus seiner Ehe mit Catharina Marie v. Bau- 
dem