Skip to main content

Full text of "Handbuch der Mineralchemie"

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



( 



I 



y 



/ 



J 



HANDBUCH 



DER 



MINERAL CHEMIE 



h. 



\J 



HAOT)BUCH 



DER 



MINERALCHEMIE 



VON 



g/f/baihmelsbeeo, 



I>B. UND PB07ES80B AK DEB TnOTEBSITlT . UND LEHBEB AM OEWEBBE-IK8TITUT 
HC BEBLIN, MITOLDUO DEB AKADEMIE DEB WISSENSCHAFTEN ZV BEBLIN, 
COBBESFONDENTEN DEB AKADEMIE DEB WISSENSCHAFTEN ZU 

MÜNCHEN ETC. ETC. 






LEIPZIG, 

VERLAG VON WILHELM ENGELMANN. 



1860. 



Das Recht der englisclien und franzOsiBclien Uebersetzung 

behftlt sich der Verleger vor. 



• 






• • • 



• * 



• • • • . 



• • 



• • • . 



HEINRICH ROSE 



UND 



GUSTAV ROSE 



8EIXEX 



HOCHVEREHRTEN FREUNDEN 



ZUGEEIGNET 



VOM 



VERFASSER 



Vorrede. 



Vor zwanzig Jahren veröffentlichte der Verfasser eine Arbeit unter 

dem Titel : 

,, Handwörterbuch des ebemiscben Theils der Mineralogie, Abthlg. I 
und II. Berlin 4844.<< 

Sie hatte den Zweck, die Kenntnisse von der chemischen Natur der 
Mineralien möglichst vollständig in einem Gesammtbiide darzustellen, 
sie sollte dem Chemiker und Mineralogen alle Thatsachen auf diesem 
Gebiete nebst Angabe der Quellen liefern. 

Der Beifall, mit welchem das Buch von den Männern der Wissen- 
schaft aufgenommen wurde, war ein Beweis, dass ein solches Werk ein 
Bedürfniss geworden war für den Forscher und den Lehrer, aber selbst 
das ehrenvolle Urtheil des unsterblichen Berzelius in seinem XXII. 
Jahresbericht täuschte den Verfasser nicht über viele Mängel seiner 
Arbeit. 

Durch fünf Supplemente (1843 — 1853) wurde versucht, die 
fortlaufenden Erweiterungen der Mineralchemie in Form eines Reper- 
toriums mitzutheilen , wiewohl dadurch der Nachtheil mehrfachen Auf- 
suchcns jedes einzelnen Artikels entstand. 

Seit dem Erscheinen des letzten Supplements sind sieben Jahre 
vcrnr)ssen, in denen die chemische Kenntniss der Mineralien grosse 
und wichtige Vermehrung erfahren , die gesammte Chemie selbst solche 
Fortschritte gemacht hat, dass das Handwörterbuch mit seinen Supple- 
menten heute nicht mehr den Zustand der Wissenschaft darstellt. Der 
Verfasser hat von jeher seine Kräfte diesem Gebiete mit Vorliebe zuge- 
wendet, und glaubt, dass ein Zeitraum von zwanzig Jahren wohl ge- 
eignet sei, das eigene Urtheil zu läutern und den Blick über das Ganze 
zu schärfen. 



vni 

Das vorliegende Werk ist keioe Umarbeitung des Handwörter- 
baches , sondern eine neue selbstständige Arbeit , bei welcher ebenso- 
wohl auf Vollständigkeit als auf Vermeidung alles Unnöthigen, beson- 
ders in Bezug auf Formeln u. s. w. gesehen wurde. Die Thatsachen 
und die daraus gezogenen Schlüsse sind immer scharf getrennt gehalten, 
und jene, wo es thunlich war, nicht ohne Kritik für diese benutzt. 

Die Anordnung des Materials soll kein System sein ; sie gewährt 
aber den Vortheil , Mineralien vergleichen zu können, welche fUr ver- 
schieden gelten, gleichwie Unterschiede bei solchen wahrzunehmen, 
welche man fUr identisch hält. In der Einleitung hat der Verfasser 
versucht, seine Ansichten über den Werth der Mineralanalysen, über 
die Constitution der Mineralien, gleichwie über Heteromorphie und Iso- 
morphie darzulegen. 

Die Gebirgsarten wurden nicht aufgenommen, da eine austührliche 
chemische Charakteristik derselben von Herrn Dr. Roth zu erwarten 
steht. 

Berlin im März 1860. 



Inhalt. 



Einleitang. 

Mineralchemie. 

Die Analyse der Mineralien. 

Berechnung der Mineralanalysen. 

Yerbindangsverhällnisse zwischen Spa- 
ren und Basen. SäUigungsstufen. 



Chemische Constitution der Mioerallen, 

insbesondere der Doppelsililcate. 
Funlction des Wassers in Mineralien. 
HeteroHQorphie. 
Isomorphie (Homöomorphie). 
Mineralsystem. 

Literatur. 



Mineralien. 



L GlUdstoffe (Elemente). 
.4. Gruppe des Kohlenstoffs. 

Diimant 4 . 
Gnphit 1. 

B. Gruppe des Schwefels. 

Schwefel 2. 
SeieoS. 

C. Gruppe der elektronegativen Metalle, 

Tellur 2. 
kKtnik 8. 984. 
ADtimon S. 
Wismoth 4. 
Tellarwismnth 4. 4 048. 

D. Gruppe der elektroposiliven Metalle. 

Eisen 6. 
Kopfer 6. 
Wei 7. 

Qoeckstlber 7. 
Silber 7. 

Silberamalgam 7. 
Gold 7. 

Goldamalgam 40. 
Ratio 4 0. 4 006. 
Iridiom 42. 
OHDiridium 42. 
Nlladiam 4 3. 
MUdiamgold 4 3. 

IL Terbindnngen elektropositiver Me- 
talle mit elektronegativen, mit Selen 
ud Schwefel. 

A. Telluride, 

Ttllorblei 4 4. 
Tdlarsilber 44. 



Tellurgoldsilber 45. 
Schriflerz (Weisstellur) 4 5. 

B. Arsenide. 

Arsenik eisen 48. 
Rothnickelkies 4 8. 
Weissnickelkies 24. 
Speiskobalt 22. 
Whitneyit 985. 
Algodonit 25. 
Domeykit 26. 

C. Antimonide. 

Antimonnickel 29. 
Antimonsilber 29. 

D. Bismutide. 

Wismuthsilber 30. 
Wismuthgold 30. 

E. Selenide. 

Selenblei 30. 
Selenkobaltblei 30. 
Selenkupfer 32. 
Selenkupferblei 82. 4 04 0. 
Selensilber 34. 
Eukairit 34. 

Selenquecksilber 35. 4 010. 
Selenquccksilberblei 35. 4 OH. 
Selenquecksilberkupfer 36. 
Selenquecksilberkupferblei 86. 
Selenschwefelquecksilber 37. 

F. Sulfuride. 

a. Einfache Schwefelmetalle. 

Realgar 38. 
Operment 38. 
Antimonglanz 39. 



VIII 



Das vorliegende Werk ist keine Vi 
hijchos, .sondern eine neue selbststündii 
wolil auf VolIsUlndi^kcit als auf Vermci 
(l(M'.s in Uozug auf Formeln u. s. w. i:- 
und dio daraus gezogenen Schlüsse si: 
und jon(*, wo es (hunlich war, nicht 

Die Anordnung des Materials 
ab(!r den Vorlheil, Mineralien vei 
schieden gellen, gleichwie Unlei 
welche man für identisch hUlt. 
versiK^ht , seine Ansichten übr ■' 
die (lonstitulion der Mineralien 
morphie darzulegen. 

Die (jcbirgsarlen wunl 
choinische Charakteristik d 
steht. 



U e r I i n im MUrz ! 



C'i 



^* 



V^ 









Ri ^si.). 



■ Hl. 
^^^üil^taDZ 4 08. 

. i??iniiungen von Ni, (=0, 



»t 



in 



m 



Fe. 



.%i«ikies 4 09. 
.*;** IM. 

'?-*^iil 416. 987. 

.Miu ii6. 987. 

.^.rf.ve* H9. 
^.-..«.vr^it 480. 

ff 

IV. Verbindungen von Sn. 

".lukies 424. 

lU. Oxyde. 

A. Wusserfreie Oxyde. 
\ . Monoxvde A und ft 



l'eriklns 428. 
Nickcloxyd 4 23. 
Kothkupfererz 4 23. 4 008. 
Schwarzkupfererz 4 24 . 
mci»:laUe 4 25. 
UoUizinkcrz 4 25. 

9. Sesquioxyde R. 

Korund 4 26. 
Cliryüobcnll 427. 
KispnKlanz 4 28. 
Hraunit 4 29. 

3. Bioxyde K. 

Quarz 4 30. 4 007. 
Opal 4 32. 
Anain» 4 37. 
Hrn4»kit 4 37. 
Rutil 43S. 4 008. 
Zirkon SS9. 
Auerbaohit 892. 
/.mnsloin I3l>. «049. 
Polinnil (rxrolusir 4 40. 
IMallnerit 4 4«. 

l. TriloxydeR. 

Aritonikbluthc 4 41. 
AnlimonMulho. Sonarmonlil 4 44. 

NVolfranuH'kor 4 42. 
MolxMdnooker 4 42. 
WiMimlhookcr 4 43. 

/?. Oxmihtjiiraii\ 
I. Von Monoxyden. 



Uruoii 4is. 



XI 



2. Von Sesquioxyden. 






y. 988. 

s ^)xvden R und R. 

.jL-liMlrat <56. 

Vi'vbindungen voti Oxyden. 
I . Verbindungen von R und ft. 

a. Spinellgruppe. 
Va^neteisen 4 57. 
VasDoferrit 4 60. 
."^pioell 464. 
Ce\!oDit 4 63. 990. 
Cblorospinell 4 64. 
Cihnit 4 66. 
Kreittonit 4 67. 
D^^lQit 4 6S. 
Fraoklinit 4 68. 
Chromeiseo stein 474. 
Irit 474. 
Crenpecfaerz 4 75. 

(.Nicht regulär krystallisirte Ver- 
biodangen von R und ft. 

Hansmannit 4 77. 
Credoerit 4 78. 

2. Anderweitige Verbindungen von 
Oxvden. 

Sapfemianganerz 4 80. 
Pfilomelan 480. 4006. 
Wad 4 83. 
Vinicil 4JJ4. 
Erdkobalt 484. 
Mfnnij!e 4 85. 
AotimuDocker 4 85. 

D. Oxysulfurete. 

AolimoDblende 4 87. 
Kirelinit 4 87. 
VolUit 488. 

IT. Haloidsalxe. 

A. Chloride. 
1. Einfache Chloride. 

S>lTin 489. 
Salmiak 489. 4 009. 
^toasalz 489. 4014. 
fiiew±Jorid 490. 
Atakamil 490. 
Cotuanit 192. 



Matlockit 492. 
Mendipit 4 98. 
Qaeckailberhornerz 493. 
Silberhornerz 494. 

2. Doppelchloride. 

Carnallit 4 94. 
Tachydrit 495. 
Kremerait 4 95. 

B. Bromide. 

Bromargyrit 496. 
Embolith 4 96. 989. 

C. Jodide. 

Jodargyrit 4 97. 

D, Fluoride. 
i . Einfache Fluoride. 

Flusspath 497. 
Fluocerit 4 98. 
Yttrocerit 4 99. 

2. Doppelfluoride. 

Chiolilh 4 99. 
Kryohth 200. 

T. Sanerstoffsalxe. 

A. Carbonate. 
i. Wasserfreie. 

Witberit 202. 
Strontianit 203. 
Aragonit 204. 
Alstonit 205. 
Barv'tocaicit 206. 
Manganocalcit 206. 
Weissbleierz 207. 
Tarnovicit 208. 
Iglesiasit 208. 
Kalkspath 208. 
Magnesit 24 4. 
Bitlerspath 24 2. 
Breunnerit 218. 
Manganspath 220. 
Spatheisenstein 222. 
Zinkspath 226. 4 04 9. 
Plumbocalcit 229. 

2. Hydrate. 

Soda 229. 
Trona 230. 
Gay-Lussit 234. 
Lanthanit 232. 
Hydromagnesit 232. 
Hydromagnocalcit 233. 
Nickeismaragd 288. 
Zinkblüthe 238. 
Kupferlasur 239. 
Malacbit 240. 
Aurichalcit 244. 



Unn-Kalkcirbonat Ui. 
Vogllt 14(. 
LlebigU St4. 
Wiimutbspatb 344. 

3. VerbinduDgeo mit Haloidsalzen 
Blei hörnen HS. 
Parisit 146. 

B. Nitrate. 
KaüMlpatar t4g. 
Natronsalpeter >i7. 
Kalksalpeler Hl. 

C. Oxalate. 
Whewellit 3ta. 
Hnoiboldtlt (Oislit) Stü. 

D. MeUilate. 
HoDigsteio Hi. 

E. Borate. 
\. Wasserfreie. 

Rhodiiit ISO. 

8. Hydrale. 
Larderetlit SSO. 
Tinkal 250. 
Bcrocaluit t&\. 
Boronalrocaicit ass. 98S. 
Mydrdboracl 351. 
Lagonit 1S3. 

3. VerbioduDgeD mil Chloriden. 
Boracit iSt. 
Stassfurthit 15«. 

F. Sulfate. 
1. Eiofacbe. 

a. Wassertreie. 
GlBserit 367. 
UaacagDln SS7. 
Thenardit aSB. 
Schwerapeth 358. fODO. 
CaieBlin iflS. 
Anhydrit 1S1. 
Bleivilrtol 1G<. 

6. Hydrat«. 
Glaubereali ISS. 964. 
Leconlit 9 BS. 
Gipi 16S. 994. 
BilterMlz SBt. 
Zinkvitriol ISS. 
Nickelvitriol 1S6. 
Kobaltvilriol 1S6. 
Knprervitriol 167. 
Brochanlit 3t 67. 
LInam 169. 
Baartaiz 369. 
AlatniDit 371. 
FeUöbanyit 371. 



Eiienvilriol 378. 

Coquimbit 173. 

Copiapil. Misy 374. 

Slypticit 176. 

Apatelil. Fibrolerrit £77. 

Vitriotocber 177. 

Uranocker. üranblülhe x. Th. 379. 

2. Doppelsalze. 



Pikromerit 131. 
Biijdit iSl. 
LOweit 183. 
Polybalilh 383. 
CyBDochrom 184. 
Alaun 384. 



Alaur 



n 380. 



Vollait 191. 
Römerit 191. 
Bolryogen 193. 
Jaroait 194. 
Geibeisenerz 39S. 

CranoxydoxydulBuirale (JohBDnil. Urangrün) 
30S. 
3. Verbindungen mit Carbonaten. 
Lanarkit 106. 

Leadhillit (u. Susannit] 307. 
Celedonit 398. 

G. Chromate. 
Rothbleierz 39 B. 
Helaoocbroit 300. 
Vauquelinit 800. 

H. Molybdate. 
Gelbbleierz 300. 

/. Wolframiale. 
Scheelit 303. 
Scbeelbleierz 304. 
Woirran SOS. 

A". Vanadate. 
1 . Einfache. 
Dechenit. ArHoxen Sil. 
Descloizil 813. 
Volborthit 313. 
Kalkvolbortbit SIS. 

2. Verbiodungen mit Chloriden. 
Vanadinit 115. 

L. Phosphate. 
i. Wasserfreie. 
Oateolith 310. 
Krypiolith 330. 
Xenolin 330. 
Honailt 331. 



XIll 



Monazüoid 883. 
Triphylio 828. 4 046. 
Triplit 825. 

2. Hydrate. 

ViviaDit 325. 
Gröneisenstein 328. 
Melanchlor 329. 
Hureaalit 830. 
Heterosit 334. 
Kakoxen 383. 
Beraun it 834. 
Delvauxit 334. 
Calcoferrit 335. 
Wawellit 885. 
Kalait 337. 
Peganit 338. 
Fiacherit 338. 
Thooerdepbosphat 339. 
Gibbsit 339. 
L4izulilh 389. 
Chi]drenit844. 
Cranit 344 . 
Chalkolith 342. 
Libethenit 344. 347. 999. 
Pseudolibethenit 344. 
Tagilit 345. 
Dibydrit 345. 
Ehiit 347. 

Pbospbocbalcit 348. 4004. 
Thrombolitb 349. 
KooarU 849. 

3. Verbindungen mit Chloriden und 

Fluoriden. 

Wagnerit 349 
Zwieselit 350. 
Apatit 354. 983. 
Pyromorphit 355. 
AmblygODit 358. 

4. Verbindungen mit Sulfaten. 

Diadocbit 360. 
Svanbargit 364 . 
Beudantil 362. 

M. Arseniate. 
\ . Wasserfreie. 

Berzeliit 364. 
Nickelarseniat 364. 
Carminspath 365. 

2. Hydrate. 

Haidingerit 366. 
Pbarroakolitb 366. 
Pikropbarroakolith 367. 
Nickelblütbe 367. 
Kobaltblätbe 368. 
KötÜgit 369. 
LaTendulan 870. 
Skorodlt 370. 
Eiseosioter (z. Th.) 374. 



Würfelerz 374. 
Arseniosiderit 372. 
Trichalcit 878. 
Olivenit 374. 
Kooicbalcit 375. 
Eacbroit 376. 
Ennit 877. 
Cornwallit 377. 
Kupferschaum 378. 
Strablerz 378. 
Kupferglimmer 379. 
Linsenerz 380. 

3. Verbindungen mit Chloriden und 

Fluoriden. 
Mimetesit 384. 

4. Verbindungen mit Sulfaten. 

Pittizit 384. 

N. Antitnoniate (Antimonite und 
Selenite). 

Romeit 385. 

Bleiniere 886. 

Antimonsaures Quecksilberoxyd 387. 

Selen igsaures Bleioxyd 388. 

Selenigsaures Quecksilberoxydul 388. 

0. Tantalate und Niobate. 

Tantalit 388. 
Golumbit 398. 
Samarskit 897, 
Yttroilmenit 398. 
Yttrotantalit 399. 
Fergusonit 400. 
Tyrit 404. 
Pyrochlor 402. 

P. Titanate. 

1. Einfache. 
Perowskit 405. 
Titaneisen 406. 4 04 5. 

2. Titanate mit Tantalaten (Niobalen, 
Zirkoniaten). 

Euxenit 422. 
Aeschynit 423. 
Polykras 424. 
Polymignit 425. 

An bang. Mineralien, deren Zusammen- 
setzung unvollkommen bekannt ist 425. 

Q. Silikate. 

I. Silikate von Monoxyden. 

A. Wasserfreie. 

4 . Gruppe des Olivins. 
Fayalit 485. 
Olivin 486. 

Monticellit. Batracbit 442. 
Chondrodit 443. 



J> 



XIV 



S. Gruppe des Willemits. 
WlllemU445. 
Troostit 446. 
Tepbroit. Knebelit 447. 

3. Gruppe des Augits. 

A. Bisilikate von Monoxyden . 

Wollastonit449. 
Bostatit 450. 
Grunerit 454. 

a. l8oraoq;>be Mischungen von Augit- 
typus. 
Diopsid 454. 
Eisenhaltiger Augit 458. 
Jeffersonit 457. 
Rhodonit 458. 
Fowlerit 459. 
Kieselmangan 459. 
Manganoxydsilikat 460. 

Parallel reihe. 
Broncil. Hypersthen. Diallag462. 

6. Isomorphe Mischungen von Horn- 
blendekypus. 
TremolU 468. 
Strahlstein 474. 
Anthophyllit 47t. 
Cummingtonit 478. 
Asbest 474. 
Krokydolith 476. 

B. Bisilikate von Monoxyden und Eisen- 

oxyd. 

a. Von Augittypus. 

Babingtonit 477. 
Akroit 478 
Aegirin 479. 

h. Von Hornblendetypus. 
Arfvedsonit 484. 

C. Bisilikate und Bialuminate von Mon- 

oxyden u. Eisenoxyd. 

a. Von Augittypus. 
Thonerdehaltiger Augit 488. 986. 

6. Von Hornblendetypus. 

Thonerdehaltige Hornblende 490. 996. 
Uralit. Pitkärantit 498. 

D. Bisilikate von Monoxyden und Thon- 

erde. 

Spodumen 499. 

4. Trisilikate. 

Kalktrisilikat 508. 
Magnesiatrisilikat 508. 

B, Hydrate. 

a. Von Kalk. 

Okenit 508. 
Gttrolit504. 
Apophyllit 504 
Xylocblor 506. 
Datolith 506. 



Botryoiith 508. 
Pektolith 509. 
Steint 54 4. 

6. Von Magnesia (Eisenoxydul). 

Chlorophäit 542. 
Meerschaum 542. 4 000. 
Speckstein 54 4. 
Talk 54 6. 
Eisentaik 549. 
Spadait 520. 
Monradit 520. 
Pikrosmin 524 . 
Pikrophyll 524 . 
Aphrodit 522. 
Hydrophit 522. 
Gymnit 528. 
Nickelgymnit 4 004. 
Thermophyilit 524. 
Serpentin 525. 4 042. 
Schillerspath 582. 
Villarsit 588. 
Dermatin 534. 

Parallelreihe: Silikate und Alu« 
m i n a t e. (Gruppe des Cblorits). 

Chlorit534.990. 
Tabergit 990. 
Ripidolith 537. 994. 
Epichlorit 589. 
Melanolitb 539. 
Eisenchlorit 540. 
Voigtit 540. 
Aphrosiderit 544. 
Metachlorit 544. 
Chonikrit 858. (994). 
Pyrosklerit 542. 
Kammererit 542. 994. 
Veimiculith 548. 

c. Anderweitige Silikate. 

Thorit 544. 
Cerit 546. 
Tritomit 548. 
Kieselzinkerz 549. 
Dioptas 550. 
Kieselkupfer 554. 

IL Silikate von Sesquioxyden. 
A. Wasserfreie. 

Phenakit553. 

Beryll 553. 

Bamlit 556. 

Cyanit 556. 

Monrolith. Wörthit 558. 

Silllmanit 559. 

Andalusit 560. 

Chiastolith 568. 

Topas 568. 

Pyknit 566. 

Staurolith 567. 

B, Hydrate. 

Euklas 570. 
Thon 572. 4 044. 



) 



XV 



PyrophyllU S85. 
Agtlmalolith z. Th. 586. 
Karpbolith 587. 
Degeröit 588. 
Aothosiderit 588. 
Chloropal 588. 

m. Silikate von Monoxyden und 
Sesquioxyden. 

A. Waserfreie. 

4. Gruppe des Feldspatbs. 

Aoorthit 590. 
Krsbyit 595. 
Labrador 595. 
Febit 6»0. 
Porzellaospath 604. 
Santturit 605. 
Aadesin 606. 
flyalophan 609. 
Oligoklaa 64 4 . 
Aibit64 6. 
Orthoklas 628. 4 003. 

FeldspaiAsubstanz ak GebirgsarL 

Obsidian (BimsteiD) 689. 
PerUtein 637. 
Pechslein 640. 

UUuonhaUige Thonerdesüikate. 

PeUIit 642. 
Zygadit. Pollui 64t. 

Nebenreihe. 

Leucit 645. 999. 
Nephelio 649. 
Daryn 652. 
Gaocrioit 658. 

1 Gruppe des Glimmers. 

Kaliglimmer 656. 
Magaesiagl immer 666. 
Eokamptit. Lepidomelan 674 . 

I. Gruppe des Tarmalins. 
Tnrmalio 672. 



Nebenreihe. 



Aiioik 685. 



^- Gruppe der Singulosilikate. 

I. Regalttre. 

A. Granatreihe. 

Granat 688. 
HelviD 700. 

B. Sodalitbreihe. 

Sodalith 702. 
Hanyo 705. 
Nosean 708. 
UftorsteiD 708. 



Skolopsit74 4. 
Ittnerit 74 4 . 

II. Viergliedrige. 

Sarkolith748. 
Mejonit 74 4. 
Wernerit 74 5. 
Humboldtililh 780. 
Gehlepit 784. 
Vesuvian 782. 

III. Zweigliedrige. 

Lievrit 740. 
Wehrlit 742. 

IV. Zwei- und eingliedrige. 
Orthit 742. 

Bodenit 748. Maromootit 749. 

E pidotreihe. 

Zoi8it749. 4 020. 

Pistacit752. 4004. 

Backlandit 759. Bagrationit 760. 

Maoganepidot 760. 

V. Eingliedrige. 
Anorthit s. Feldspath. 

5. Anderweitige Silikate. 

Leukophan (Melinophan) 768. 
Barsowit 766. 
Cordierit 766. 
Sapbirin 769. 

Anhang. Zweifelhafte wasserfreie Sili- 
kate 770. 

B. Hydrate. 
4 . Gruppe der Zeolithe. 

a. Prehnitreihe. 

Glottalitb 784. 
Prehuit 784. 
Jacksonit 784. 
Groppit 784. 
DIgit 785. 
Chlorastrolith 785. 

b. Reihe der Feldspathhydrate. 

Thomsonit 786. 

Gisroondin 789. 

Brevicit 790. 

Färölith (Mesole) 790. 

Mesotyp (Natrolith) 794. 

Lehuntit 794. 

Scolecit 795. 

Punahlit 796. 

Mesolitb (Harringtonit. Galaktit) 797. 

Bdingtonit 8^4. 

Levyn 802. 

Zeagonit 803. 

Analcim 803. 

Cluthalith 805. Pikranalcim 805. Eudno- 

phit 806. 
Caporcianit 806. 
Leonhardit 807. 



XVI 



Havdenit 820. 
995. 



LaumoDtit 808. 
HerschelitSIO. 
PbillipsU 81 1 . 
GmelioitSU. 
Ledererit 815. 
Chabasit 815. 
Phakolilb 81 9. 
Harmotom 810. 
Faujasit 828. 
Parastilbit 823. 
Epistilbii 824. 
Brewsterit 825. 
Stilbit (Heulandit) 826. 
Beaumontit 827. 
Desmin (Stilbit) 828. 

3. Gruppe des Pinits. 

Esmarkit (Praseolitb) 881. 
Fablunit8S1. 
Weissit 832. 
Cbloropbyllit 888. 
Aspasiolitb 834. 
Pinit 835. 

3. Anderweitige Hydrate. 

Damourit 842. 
Margant 848. 
Euphyllit 845. 
Cbloritoid 846. 
Masonit 847. 
Clintonit 848. 
Cronstedtit 850. 
Thanngit851. 
Hisingerit 852. 

Anhang. Unvollkommen bekannte Hy- 
drosilikate 854. 



IV. Silikate mit Titanaten. 

Tilanit881. 
Guarinit 883. 
Yttrotitanit 884. 
Scborlamit 886. 
Tschewkinit 887. 
Mosandrit 888. 
Enceladit 888. 

• 

y. Silikate mit Zirkoniaten. 

Eudialyt (Eukolith) 892. 
Katapleit 895. 
Tachyalphtit 895. 

VI. Silikate mit Titaniaten und Zir- 
koniaten. 

Oerstedtit 896. 

VII. Silikate mit Zirkoniaten und Nio- 

baten. 

Wöhlerit 896. 

I. Anhang. Bleteoriten 901 . 

11. Anhang. Zersetsungsprodokte früherer 
organischer Verbindungen 958. 

III. Nachträge 981. 

IV. Tabellarische Uebersicbt des Sauerstoff- 

verhSiltnisses in der wichtigsten Silika- 
ten 1021. 

Register der einzelnen Artikel 4027. 



Einleitung. 



Ein Mineral ist ein selbstständiger unorganischer Körper, welcher einen 
Theil der festen Erdmasse bildet. 

Ein selbststandiger Körper, im Gegensatz zu einem Gemenge, ist ein 
homogenes Ganzes, also ein einfacher Stoff oder eine chemische Verbindung. 
Die vorzüglichsten Kennzeichen der Selbstständigkeit sind die Krystallform und 
die gleichartige libemische Beschaffenheit. Allerdings kann auch ein amorpher 
IlMper ein homogenes Ganzes bilden, doch ist die Selbstständigkeit amorpher 
Substanzen eine seltenere Erscheinung. Andererseits giebt es auch Krystalle, 
deren Substanz entweder unrein ist, oder in Folge chemischer Prozesse eine 
Veränderung ihrer ursprunglichen Natur, selbst bis zum Verschwinden dersel- 
ben, erlitten hat (Pseudomorphosen). Deswegen ist die homogene und gleich- 
bleibende chemische Beschaffenheit das sicherste Kennzeichen für die Selbst- 
ständigkeit eines jeden Minerals. 

Die grosse Mehrzahl der Mineralien unterliegt einem fortwährenden Angriff 
uifs Wassers, des Sauerstoffs und der Kohlensäure, d. h. einer Zersetzung, 
deren Produkte eine oder mehre neue Verbindungen sind. Bleibt ein solches 
Zersetzungsprodukt am Orte seiner Entstehung, so bildet es, wenn die Zer- 
setzung noch nicht vollendet ist, mit dem ursprünglichen Mineral ein Gemenge, 
weiches durch seine scheinbare äussere homogene Beschaffenheit den Beobach- 
ter Dicht selten täuscht, und zu dem Glauben veranlasst, man habe es mit einem 
neuen (selbstständigen) Mineral zu thun. Es ist daher immer sehr gewagt, eine 
Substanz für ein neues Mineral zu erklären und sie zu benennen, ehe die che- 
miscbe Untersuchung über ihre Selbstständigkeit entschieden hat, so wie es 
Dicht minder gewagt ist, auf Grund einer einzigen Analyse eine Substanz für 
ein neues Mineral zu erklären. Nicht selten ist ein angeblich neues Mineral 
sp^r in Folge genauerer Beobachtung und Untersuchung als ein längstbekann- 
Ics, j^och gemengt mit einem anderen oder mit seinen eigenen Zersetzungs- 

tasa«lfk«rf*f lllB«i«lebenie. b 



l 



xvin * 

Produkten erkannt worden, und viele der in diesem Werke, namentlich in den ' 
Anhängen, aufgeführten Mineralien dürften hei genauerer Kenntniss wieder ^ 
verschwinden*). 

Ein Mineral ist ein unorganischer Körper, d. h. ein solcher, der ohne ^ 
Mitwirkung von Pflanzen- und ThiersloflTen entstanden ist. Die grosse Mehr- ' 
zahl der Mincrah'en war vor dem Auftreten der Pflanzen- und Thierwelt schon - 
vorhanden; spiiter entstandene sind oft sekundäre Bildungen, d. h. Pro- ' 
dukte der Einwirkung von Wasser, Sauerstoff und Kohlensäure auf primitive 
Mineralien. 

Es würde jedoch eine unnütze Consequenz sein, wollte man die kleine Zahl a 
solcher natürlichen Verbindungen von den Mineralien ausschliessen , welche - 
durch eine Wechselwirkung organischer Substanzen auf ältere Mineralien ent- 
standen sind, d. h. die Salpetersäuren und Oxalsäuren Salze und den Honig- ! 
stein. Streng genommen, gehören solche sehr neue Bildungen allerdings nicht : 
dahin ; noch viel weniger aber solche, die, im Pflanzen- und Thierkörper ge- i 
bildet, später in die obersten Erdschichten gerathen. (Phosphorsaure Ammo- i 
niak-Magnesia der Kloaken, die Salze des Guano u. s. w.). i 

In älteren und jüngeren Sedimentärgesteinen, den Produkten mechanischer 
und chemischer Zerstörung älterer Mineralien, finden sich die Zersetzungspro- 
dukte organischer, insbesondere vegetabilischer Stofle, die Stein- und Braun- 
kohlen, Erdhar/e, Bernstein, Asphalt, Steinöl u. s. w. Diese Körper snid' 
grösstentheils Gemenge, und gehören nicht zu den Mineralien, sondern eu den 
Gebirgsarten. Aus Gründen praktischer Nützlichkeit sind sie in diesem Werke 
in einem Anhange zusammengestellt. 

Das Wasser und die in der Atmosphäre enthaltenen gasförmigen Stoffe ge- 
hören, der obengegebenen Definition zufolge, nicht in die Mineralogie. 

Zur vollständigen Charakteristik eines jeden chemisch selbstständigen 
Körpers gehört die Kenntniss seiner geometrischen, physikalischen und cbemi- 
scben Eigenschaften. Diese Kenntniss wird daher auch von einem jeden Mine- 
ral gefordert, und je vollständiger sie ist, um so schärfer lässt sich der Unter- 
schied des Minerals von allen übrigen, um so genauer lässt sich die Stellung 
angeben, welche es in der Beihe derselben einnimmt. 

Bei dem Jugendzustande der Chemie und Mineralogie ist es erklärlich, dass 
die vollständige Kenntniss aller Eigenschaften noch nirgends erreicht ist, 
ja es lässt sich behaupten, dass die Beschränktheit unserer geistigen und empi- 
rischen llulfsmittel nur erlauben werde, dem Ideal der Forschung allmälig 
nälior zu kommen, ohne die Möglichkeit, dasselbe jemals zu erreichen. Dies 
darf jedoch nicht davon abhalten , auf die gleichmässige Erforschung der Eigen*- 
schaften der Körper den grössten Werth zu legen. 



4} T h o in s n hat in seinen Outlines of Mineralogy etc. in solcher Art eine Menge neuer 
Silikate aufgeführt, von denen man meist nichts weiter als ihre prozentische Zusammen- 
setzung erfährt. 



In der Mineralogie hat eine solche gleicbmässige Erforschung der Eigen- 
schaften eigenüich niemals stattgefunden. Die Einen begnügten sich damit, die 
durch sinnliche Wahrnehmung gegebenen Unterschiede (äussere Kennzeichen) 
aufiasuchen und festzustellen, wie Struktur, Hiirte, Dichtigkeit, Farbe u. s. w. ; 
sie erforschten also vorzugsweise die physikalischen Eigenschaften, ohne 
freilich tiefer in das optische, elektrische und magnetische Verhalten der Mine- 
ralien einzugehen, für welches die betreffenden Theile der Physik damals noch 
fehlten. Werner ist das Haupt dieser eigentlichen Mineralogen. Andere 
richteten ihr Augenmerk vorzüglich auf den Bau der Krystalle, dessen mathe- 
matische Gesetze sie zu ergründen suchten; bei ihnen traten also die geome- 
trischen Eigenschaften in den Vordergrund. Ilauy ist der erste unter den 
Krystallographen. Noch Andere endlich widmeten sich der Analyse der 
Mineralien, und suchten folglich deren chemische Eigenschnften festzustellen. 
Klaprotb ist der Typus der Mineralchemiker. 

Diese Theilung der Arbeit unter Mehrere bezeichnet den Jugendzustand 
der Mineralogie, aber sie ist zugleich die Quelle vielfacher Miss Verständnisse und 
Irrthttmer geworden. Denn der eigentliche Mineralog und der Krystallograph 
verstand nicht die Kunst, das von ihm geometrisch und physikalisch unter- 
sachte Material zu analysiren, und der Mineralchemiker mass und berechnete 
nicht den Erystall, dessen Zusammensetzung er feststellte. Wenn dann die 
Resultate Aller zusammengestellt wurden, so blieb die IdentilUt der Substanz 
oft zweifelhaft, ja es ist aus der Geschichte der Wissenschaft zur Genüge be- 
kannt, dass nicht selten fUr die Beschreibung und für die Analyse eines Mine- 
rals offenbar verschiedenes Material gedient hatte. Welche raschen Fortschritte 
hatte die Mineralogie gemacht, wenn Hauy^s krystallographiscbes Wissen und 
Klaproth's chemische Geschicklichkeit in einer Person vereinigt gewesen 
waren! 

Nichts ist aber natürlicher, als eine solche gesonderte Erforschung einzelner 
Eigenschaften, denn nur durch einseitige Studien konnte der Einzelne Grosses 
leisten. Auch dachte Niemand in jener Zeit an einen inneren Zusammenhang 
aller Eigenschaften eines Körpers. Mitscherlich^s Entdeckung der Isomor- 
phie war der erste grosse Schritt zu der Einsicht, dass die Krystallform und 
die chemische Natur bei jedem Körper in einem inneren Zusammenhange stehen, 
dass die Zusammensetzung sich gleichsam verrüth durch den geometrischen 
Aufbau der kleinsten Theile. Die wichtigen Entdeckungen der Optik lehrten, 
dass der Gang des Lichtstrahls in dem Krystall aufs genaueste mit seinen Sym- 
melriegesetzen verknüpft ist. Selbst die Dichtigkeit eines Körpers, lange Zeit 
bei Mineralien sehr oberflächlich bestimmt, bat eine viel grössere Bedeutung 
erlangt, seit wir wissen, dass auch sie gesetzliche Beziehungen zur chemischen 
Xator der Substanz hat ; die Heteromorphie und Isomerie forderten zu Verglei- 
changen der Form, der Struktur und der Constitution der Materie auf. 

Alle diese Beziehungen zwischen den verschiedenen Eigenschaften sind bis 
jetzt nur zum kleinsten Theile aufgedeckt, allein es darf schon jetzt als fest be- 



XX 

gründet ausgesprochen werden, dass ein solcher Zusammenhang existiri. Bierin 
lif*gl denn nucli die sichere Bürgschaft, dass ein Irrthum nicht wiederkehren 
werde, wie der von Mohs war, welcher, jenen Zusammenhang nicht ken- 
nend, die Form von dem Inhalt ablöste, und glaubte, zur Kenntniss eines Mine- 
ralH brauche man nur zu wissen, wie es aussieht, nicht aber, was es ist. 

Mineralchemie. 

Indem das vorliegende Werk von allen Eigenschaften der Mineralien nur 
diu chemischen in Betracht zieht, wird ein Blick auf die Entwicklung und den 
gegenwärtigen Standpunkt der Mineralchemie nicht ohne Interesse sein. 

Als der erste, welcher sich mit der Mineralanalyse beschäftigte, ist G. B. 
Sago (1740—1824) zu nennen, welcher eine Anzahl von Mineralien, jedoch 
meist nur qualitativ, und sehr unvollkommen, untersuchte'). Viel bedeuten- 
der ist schon Torbern Bergman (1735 — 84), welcher Überhaupt zu den aofr- 
gezeichnctsten Chemikern seiner Zeit gehört, und die chemische Analyse auf 
nassem Wege n)chr als ein Anderer ausgebildet hat, obwohl seine quantitativen 
Bestimmungen an Genauigkeit denen von Wenzel nachstehen. Die Mineralogie 
und die Metallurgie verdanken ihm vielfache Beitrilge'), ja er versuchte selbst 
schon eine systematische Anordnung der Mineralien auf chemischer Grundlage^). 

Deutschland war aber auch auf diesem Gebiet reich an Forschem, deren 
Arbeiten noch heute Anerkennung verdienen. Ileycr, Westrumb, Wieg- 
ieb, Bucholz, Gehlen, Pfaff, Döbereiner, Rose, Lampadius 
u. A. lieferten Analysen von Mineralien, alle aber wurden weit übertroffen von 
M. II. Klaproth (1743 — 1817), dem Begründer der neueren analytischen Che- 
mie, welcher die meisten Mineralien mit einer Genauigkeit untersuchte, weldie 
Erstaunen erregt, denn viele seiner Bestimmungen haben selbst durch die gros- 
sen Fortschritte der Wissenschaft bis heute nur eine geringe Correction erfahren. 
Er war der Erste, welcher die Resultate der Analyse ohne irgend eine Verände- 
rung mittheilte, und ihre Beurtheilung fUr alle Zeiten dadurch möglich machte, 
dass er die angewandte Menge der Substanz, den Gang der Analyse und die 
Quantität der abgeschiedenen Stoffe stets angab, so dass man im Stande ist, 
das Ergcbniss zu controliren und die Berechnung da zu berichtigen, wo neuere 
Erfahrungen dies nöthig machen. Man kann nicht dankbar genug diese Dar- 
legung der Thalsachen anerkennen, und die späteren Chemiker sind, wenigstens 
in wichtigen Füllen, Klaproth hierin gefolgt. 

Es braucht hier nicht erwähnt zu werden, welche Aufschliessungs- und 
Trennungsmethoden wir Klaproth verdanken, dass er zuerst das Kali im Mi- 



4) Memoiren der Pariser Akademie. Examen chyralque de differeutes sobstaDces min^ 
Im. 4 769. 

• i) De docimasia mineramm humida. 4 780. 
•) Sciagraphia regni mineralis secundum principia proxima digotti. 4782. 



XXI 

neralreich (im Leucil) nachwies, dass er der Entdecker des Urans, der Zirkon- 
sflure, des Titans, des Cers und der Honigsteinsäure ist, und dass er die Stron- 
tianerde, das Tellur, das Chrom, die Beryllerde und die Yltererde entweder 
gleichzeitig mit Anderen auffand oder doch die Eigenschaften dieser Körper 
durch genaue Untersuchung ihres Verhaltens kennen lehrte. ') 

Ein Zeitgenosse Klaproth's, dem die Mineralchemie gleichfalls viele Un- 
tersuchungen verdankt, war L. N. Vauquelin (1763—1829), der auch in den 
tibrigen Zweigen der Chemie sich grossen Ruhm erwarb. Seine Mineralanaly- 
sen sind insbesondere deshalb von Werth, weil das Material, welches er be- 
nutzte, ihm von Hauy geliefert wurde, welcher die Wichtigkeit der chemischen 
Untersuchung vollkommen würdigte, und seine durch krystallographische Stu- 
dien erlangten Resultate, seine Bestimmungen, Vereinigungen und Trennungen 
von Mineralien oft durch die Zusammensetzung bestätigt fand. Die Mineralana- 
lysen Vauquelin *s beziehen sich also auf geometrisch und physikalisch wohl- 
bestimmte Substanzen, und es herrschen hier nicht die Zweifel, welche so vie- 
len späteren Arbeiten einen Theil ihres Werths rauben. Als Analytiker steht 
Vauquelin hinter Klaproth zurück, denn seine Arbeiten sind minder genau, 
seine Methoden weniger scharf; nichtsdestoweniger wird der Entdecker des 
Chroms und der Beryllerde für immer zu den berühmten Namen in der Chemie 
gerechnet werden'). 

In Schweden hatten die Schüler T. Bergmanns die Hineralchemie fort- 
dauernd bereichert. Gähn, Ekeberg, Gadolin, Hisinger u. A. sind 
unter ihnen zu nennen, vor Allen aber J. J. Berzelius (1789—1848), 
dessen unsterbliche Verdienste um die Chemie noch im frischen Andenken 
der Zeitgenossen leben. Ein ausführliches und mit grossem Fleiss entwor- 
fenes Bild seiner umfassenden und schöpferischen Thätigkeit verdanken wir 
H. Rose'). Eine seiner frühesten Arbeiten gehört der Mineralchemie an, 
die Untersuchung des Cerits, welche er gemeinschaftlich mit Hisinger aus- 
führte, und deren Resultat die Entdeckung des Ceriums war. Später erschie- 
nen von ihm zahlreiche Analysen, insbesondere der seltneren skandinavischen 
Mineralien, der Tantalite, Gadolinite, Yttrotantalite, wobei die Thorerde von 
ihm entdeckt wurde. Diese Arbeiten wurden mit viel geringeren Mengen von 
Substanz ausgeführt, als man früher zu nehmen pflegte, ihre Resultate waren 
um vieles schärfer, denn Berzelius erfand viele jener zahlreichen Hülfsmittel 



4) Beiträge zur chemischen Kenntmss der Mineralkörper 4 795 — 1845 (S. Literatur.) 
Crell's cbem. Annalen. — Köhler's bergmänn. Journal. — Schriften der Gesellsch. natur- 
forsch. Freunde zu Berlin. — Vauquelins Probirkunst. 

8) Ann. deChimie. — Journ. des Mines. — Bull, de la soc. philomat. — Ann. und M6m. 
da Mos. d'hist. nat. — Manuel de l'essayeur. — Hauy Trait^ de Mineralogie. 

3) Gedftcbtnissrede auf Berzelius gehalten in der öffentlichen Sitzung der Akademie 
der Wissenschaften in Berlin am 3. Juli 4 851. Berlin 4852. 



XXII 

l>ei chemischen Arbeiten, jener Apparate, welche noch heute im Gebrauch sind, 
und von ihm rühren viele der wichtigsten analytischen Methoden her, wie e. B. 
die Zerlegung der Silikate durch Fluorwasserstoffsäure, die Anwendung des 
Chlors bei der Analyse von Schwefel-Selen-Antimon und Arsenik Verbindungen, 
die Scheidung der Platinmetalle, die Analyse der Meteorsteine und der Mineral- 
wasser. Durch ihn wurde das Löthrohr ein wichtiges HUlfsmittel bei der Prü- 
fung der Mineralien. Seine grossen Verdienste um die Mineralogie, die Anwen- 
dung des Gesetzes der bestimmten Proportionen auf die Zusammensettung der 
Mineralien, die Ermittelung ihrer Constitution und die Aufstellung der Formeln, 
so wie seine Versuche, ein rein chemisches Mineralsystem eu begründen, wer- 
den wir weiterhin zu besprechen haben'). 

Ausserdem übte Berzelius einen auserordentlichen Rinfluss auf die Fort- 
schritte der Mincralchcmie durch seine zahlreichen SchUler, von denen viele 
den Ruhm des Meisters durch eigene gUinzende Arbeiten erhöhten. Arfved- 
son, der in seinem Laboratorio \H\1 das Lithion bei der Analyse des Peialits 
entdeckte, Bonsdorff, Berlin, Mosander, N. NordenskiOld , Trolle- 
Wachtmeister, Svanberg unter den Schweden, C. Gmeiin, Magnus, 
Mitscherlich, G. und II. Rose und Wöhler unter den Deutschen brau- 
chen nur genannt zu werden als MHnner, deren Arbeiten die chemische Rennl- 
niss der Mineralien ausserordentlich gefördert haben, und während Milscber- 
lich der Entdecker der Isomorph ie wurde, lehrten Bonsdorffan den Hornblen- 
den, U. Rose an den Augiten und Trolle-Wachtmeister an den Granalea 
durch ganze Reihen von Analysen die Anwendung dieses Gesetzes auf mehrere 
der wichtigsten Silikate, nachdem Berzelius selbst die Kieselerde tuersi als 
eine SUure, die Silikate als Salze betrachtet hatte. 

Wenn auch in England und Frankreich die Mineralchemie niemals vernach- 
lässigt wurde, und Chenevix, Phillips, Thomson, Turner, Cordier, 
Berthier, Dufrenoy, Delesse, Damour, Marignac (in Genf) u. A. 
werthvolle Arbeiten geliefert haben, so ist doch in Deutschland vorzugsweise 
dieser Zweig der Chemie inimerfort mit besonderem Eifer gepflegt worden, und 
insbesondere haben die unmittelbaren Schüler Berzelius's eine grosse Zahl 
unter den Jüngeren dazu angeleitc>t. Von den vielen deutschen Mineralchemi- 
kern der neueren Zeit gedenken wir nur Slromeyer^s wegen seiner sorgfäl- 
tigen Mineralanalysen; Fuchses, L. Gmelin's, v. Kobell's, Karsten's 
und Plattner\s, welcher Letztrer eine unübertroffene Meisterschaft im Ge- 
brauche des Lüllirohrs bcsass, und dasselbe sogar zu quantitativen Bestimmun- 
gen gebrauchen lehrte. 



1) Afhandlingnr i Fisik, Kemi orh Minoralo^i. — Anwondung des LOthrohrs. — Lehr- 
Itucii drr Chemie. - Jabreshericbt. — Zahlreiche Abhandlungen in den K. Vet. Acad. Hand- 
igar, äohwoigger'8, Gilbe rt's und Poggeiidorff's Auualen, Gehlen 's und Leon- 
ird's Zeitschriften, den Ann. de Chimie und den Annais of Philosophy. 



XXIII 



Die Analyse der Mineralien. 

Abgesehen von der kleinen Zahl isolirt vorkommender Elemente, von den 

nicht sehr zahlreichen Oxyden und einfachen Schwcfelmetallen, hioton die 

Mineralien mehr oder minder complicirte Verbindungen und isomorphe Mischun- 

g^Q dar, deren Bestandtheile zuweilen sehr zahlreich werden. Die Analyse 

vieler Mineralien ist daher oft mühsam, selbst schwierig, und bei Gegenwart 

gewisser Körper (Titan, Zirkonium, Cermetalle, Tantal und Niob, Yttrium und 

Bereiter) fehlen bis jetzt häufig noch ganz und gar die Mittel und Wege zur 

Scheidung. Aber selbst die besten Trennungsmethoden für gewöhnlichere 

Körper sind niemals absolut genau, und ein gutes Scheidungsini ttel für zwei 

Stoffe verliert zuweilen seinen Werth durch die Gegenwart eines dritten Stoffs. 

Unter den Mineralien, welche keines der seltneren Elemente enthalten, 

machen im Allgemeinen die Verbindungen und Mischungen von Sulfuriden so 

wie die Silikate die meisten Schwierigkeiten bei der Analyse. 

. Die Verbindungen des Schwefels mit Antimon, Arsenik und elektropositi- 
ven Metallen sind oft sehr complicirt zusammengesetzt und erfordern grosse 
Aufmerksamkeit bei der Trennung der einzelnen Bestandtheile. (Vgl. die Be- 
merkungen über derartige Analysen u. d. Art. Fahle rz). 

Die Analyse eines Silikats ist oft mit grossen Schwierigkeiten verknüpft. 
Zunicbst lässt sich die Kieselsäure niemals mit grosser Schürfe von den Basen 
trennen. Die durch Zersetzung eines Silikats mit ChlorwasserstoffsUure abge- 
schiedene Kieselsäure enthält zuweilen noch ansehnliche Mengen gewisser Basen 
(Oxyde der Cermetalle, auch Zirkonsäure. Vgl. Cerit und Eudialyt). Aber 
auch die nach dem Aulschliessen von Silikaten durch kohlensaures Alkali und 
eine Säure abgeschiedene Kieselsäure ist zuweilen unrein, und enthält oft Thon- 
erde und Magnesia. Es hängt sehr von der Art des Eindampfens der Flüssig- 
keit ab, und es ist erwiesen, dass durch zu starkes Erhitzen des Rückstandes 
ein Theil jener Erden und des Eisenoxyds selbst durch nachherige Digestion mit 
starker Säure von der Kieselsäure nicht getrennt werden kann. Nach meinen 
Erfahrungen kann man aus Silikaten, die über 50 p. C. Kieselsäure enthalten, 
dieselbe niemals rein abscheiden; man uiuss sie stets mit Fluorwasserstoff- 
säure (oder Fluorammonium) und Schwefelsäure prüfen, und die Menge der 
Erden bestimmen ^]. Auch sehr thonerdereiche Silikate geben immer eine thon- 
erdehaltige Säure. Es ist daher leicht begreiflich, dass die älteren Analysen 
vieler Silikate zu viel Kieselsäure angeben. Im Cyanit fanden Klaproth, 
Vanaxem u. A. bis 43 p.C. derselben statt 37,5 p.C, aus Tremolit erhielten 
Bonsdorff u. A. bis über 60 p. C, statt 58,3 p.C. 

Andererseits bleibt eine gewisse Menge Kieselsäure aufgelöst, und schlägt 

sich mit den einzelnen Basen nieder, von denen sie wiederum nur unvoU- 



I) S. meioe Abbandlangen über die Aagite, Hornblenden und Tormaline. 



XX IV 

kommen zu trennen ist. Sieberlich ist diese Trennung in den meisten Füllen 
nicht vorgenommen worden. 

Was die Scheidung der Basen betrifft, so ist die von Thonerde und Ma- 
gnesia sehr schwierig , und man darf dreist behaupten , dass bei Anwendung 
von Kalilauge niemals sümmlliche Thonerde erhalten wurde. War zugleich Eisen 
vorhanden , so fiel sie bei Abscheidung desselben mit ihm zugleich nieder. Viel 
schlimmer ist es aber, dass eisenfreie Ammoniakniederschläge aus magnesia- 
reichen Flüssigkeiten nicht selten ohne Weiteres für Thonerde gehalten sind, 
obwohl sie meist mehr Magnesia als Thonerde enthalten haben dürften. Dadurdi' 
ist ein Theil der Sauerstoff reichen Magnesia für die Monoxyde verloren gegangen, 
ein Umstand , der sehr zu berücksichtigen ist bei der Berechnung von Silikat 
analysen. Endlich ist die Bestimmung der relativen Mengen von Kali und Na- 
tron oft sehr unsicher. (S. Bischofs und meine Analysen von Leucit. 
Ferner glasigen Feldspath.) 

Andererseits ist die Bestimmung der Oxydationsstufen des 
Eisens in Silikaten häufig vernachlässigt, und man hat ganz willkürlich Oxy* 
dul oder Oxyd angenommen, und Rechnungen darauf gegründet. (Magnesia- 
glimmer etc.) Freilich ist es schwer, sichere Zahlen werthe zu erlangen, und 
man muss sich mit Approximationen begnügen. 

Wir haben hier nur einige Hauptpunkte hervorgehoben, um daran zu erin- 
nern , dass man an Silikatanalysen nicht zu strenge Forderungen machen darf, 
und dass viele von den vorhandenen wohl nicht einmal denjenigen Grad der 
Genauigkeit besitzen, den man heutzutage von ihnen verlangen muss. 

Bei allen diesen Betrachtungen ist die Substanz des Minerals als rein vor- 
ausgesetzt. Allein eine nühere Untersuchung und vielfache Erfahrung in diesem 
Felde lehrt, dass reine Mineralien nicht häufig sind. Ist aber die Substanz eines 
Minerals nicht rein, so wird das Resultat der Analyse, mit den unvermeidlichen 
Fehlem derselben überdies behaftet, noch weniger der wahre Ausdruck der 
reinen Verbindung sein, und dem Gesetz der bestimmten Verhältnisse nicht 
entsprechen. 

Zwei Ursachen liegen der Unreinheit der Mineralien zum Grunde. Die eine 
ist in ihrer Bildung, die andere in ihrer natürlichen Zersetzung zu suchen. 

Ist die Krystallform oder der krystallisirte Zustand überhaupt ein Merkmal 
für die Selbstständigkeit einer Mineralsubstanz , so darf man mit Recht erwar- 
ten, dass regelmässig ausgebildete Krystalle auf eine reine Substanz schliessen 
lassen. Deshalb giebt man ihnen auch (tlr die Analyse den Vorzug vor der der^ 
ben Masse derselben Substanz, auf welcher sie häufig aufgewachsen sind. Leti- 
tcro ist vielleicht gar ihrer Natur nach verschieden von den aufgewachsenen 
Krystallen , und manche irrige Angaben mögen darin begründet sein , dass man 
für die Analyse die sorgsam untersuchten schönen Krystalle schonte, und dazu 
di(^ (l(M'l)o Masse wählte, in der Voraussetzung, beide seien ihrer Mischung nach 
ideiilisch. 

Allein auch gut ausgebildete Krystalle enthalten häufig fremde Stoffei 



XXV 

mögen sie sich nun auf nassem oder trocknem Wege gebildet haben. Die Erfah- 
rangen bei dem Krystallisiren von Salzen haben langst gelehrt, dass aus unrei- 
nen Langen unreine Krystalle ansohiessen , und dass wiederholtes Umkrystalli- 
siren zu ihrer Reinigung nöthig ist. Schwerlösliche Verbindungen , die wir in 
Form von Niederschlägen aus Flüssigkeiten erhalten , reissen häufig etwas von 
löslichen Salsen mit nieder , wovon sie durch Auswaschen nicht zu befreien 
sind. Die Mineralien, welche aus wässerigen Auflösungen krystallisirt sind, un- 
terliegen solchen Verunreinigungen ebenfalls ; sie haben, sozusagen, von der 
Mutterlauge etwas eingeschlossen , welche wohl immer noch andere Stoffe ent- 
hielt, und wir mUssen sie analysiren, wie sie sind, ohne sie durch Umkrystalli- 
siren reinigen zu können. Waren sie aber aus geschmolzenen Massen durch 
Abkühlung krystallisirt, so konnten sie nur dann rein ausfallen, wenn das 
Ganze aus einer Verbindung bestand; sie mussten aber, wenn mehre Verbin- 
dungen zugleich vorhanden waren , um so leichter von diesen verunreinigt wer- 
den, je schneller die Abkühlung erfolgte. Die mikroskopische Prüfung dünner 
Krystallplättchen zeigt, dass viele scheinbar homogene und reine Krystalle fremde 
Körper, oft wiederum in Krystallen, einschliessen , die sich mechanisch gar 
nicht absondern lassen. Aber solche Einschlüsse sind häufig schon mit blossem 
Auge sichtbar, natürlich nur, wenn die Krystalle durchsichtig und hellgefärbt, 
jene aber minder durchsichtig und dunkler sind. Auf- und eingewachsene Kry- 
stalle zeigen in gleichem Grade diese Erscheinung. Sind die Einschlüsse aber 
ebenso durchsichtig und hell, als die Masse des Krystalls, oder ist letzterer dun- 
kel, undurchsichtig, so entgeht ihre Anwesenheit der genauesten Beobachtung, 
und giebt sich wohl erst in den Resultaten der Analyse zu erkennen. Es ist da- 
her Reinheit der Substanz , wenn auch nicht mit voller Sicherheit , doch mit 
grösserer Wahrscheinlichkeit 4. bei kleineren Krystallen zu erwarten, die bei 
ihrer Bildung weniger von der Mutterlauge einschliessen konnten , und 2. bei 
durchsichtigen und hellgefärbten, in welchen sich Fremdartigkeiten leichter 
wahrnehmen lassen. Sehr oft sind blättrige, deutlich spaltbare Massen eines 
Minerals reiner als in der Nähe vorkommende Krystalle desselben. 

Aber bei weitem nicht alle Mineralien finden sich in krystallisirter Form, 
viele nur in derben Massen, manche im amor()hen Zustande. In solchen Fällen 
sind Verunreinigungen noch leichter möglich und oft gar nicht wahrzunehmen. 

Vor der Entdeckung der Isomorphie galten die geringen Mengen isomorpher 
Bestandtheile in Mineralien als blosse Verunreinigungen , und man blieb in der 
Regel zweifelhaft, ob man sie bei der stöchiometrischen Berechnung mit in Be- 
tracht ziehen oder ganz ausser Acht lassen sollte, wiewohl man einsah, dass 
z. B. geringe Mengen von Basen in Silikaten doch nicht als freie Basen, sondern 
in Verbindung mit einer gewissen Menge Säure beigemengt sein müssten. 

Ueberblickt man die einzelnen Abtheilungen des Mineralsystems , so findet 
man, dass die grösste derselben , die der Silikate , auch die meisten Unsicher- 
heiten, betreib der Kenntniss von der chemischen Zusammensetzung der einzel- 
nen Mineralien in sich schliesst. Wenn auchMie complicirtere Natur vieler Sili- 



konimon zu InMin 
niVhl vori^onciinn 
Was (iio S. 
^nesin sehr s. 
von Kaliliui"r n 
vorliiiiulen, so 
schliinnior ist 
reichen Flüs> 
obwohl sie ni> 
ist ein Theil i 
ein Umstand 
analysen. I 
tron oft s. 
Ferner gln.- 
Ander. 
Kisens in 
diil oder () 
glimnier el. 
man niuss 
Wir h 
nern, chis 
lind dass 
Genau igke 
Bei al 
ausgesetzt 
Felde lehr: 
Minerals n 
Fehlem d« 
reinen Vc 
onlsprech« 
Zwei 
ist in ihn 

Ist d: 

für die 8i 
ten, dass 
lassen. I 
ben Mas> 
tere ist 
Krvstalh" 



:r Schu'ö ;r«ii;en, 
•-L'it dt-r >.:i*uinz 
^lü j:ar i.i; \or- 
— :.: dem x f : >► \zrii- 
- iehail :-L freiem 
..•:. >ien fesloii <; .ffen 
i diejenicf. w-iche 
..k.inen, Solfdiirfn 
->^ohüng ausiil.t. >o 
_ - :j^^i*H^, welche man 
--^ . von denen alter 
^ -^tn l'nifang eine allse- 

- .'\-ieD in einer höheren 
- . • : retallen in dem Ent- 
-». . cc Phosphaten u. s. w., 
.*. >: :?c und freier arseni- 
Angriff der Gewässer 
!s • •:* Verbindungen (Car- 
^ ' V .-. enthalten. Kiesel- 
N . !/ »/jrbonate und freie 
. i. •! »7 f5am , zersetzen zu 
... I .-. .- ^- j Hornblenden) 
!! ;:«• S-rx'csin, vielleicht 
•'M>.:,r.^ Gliinmer) füh- 
V i V /• ii.-tT i :• <t.«rken Basen 
* N. ifr^fi.:":. und Wasser 
'if> !..'t::^s^ mi*4 einer solchen 
'^•i V •-.,&, :i:::.;r und daher be- 
•;'ri. % . L*»rtf *.:h befand, oft 
:i K.^\ •>&• .:>>.* der Prozess 
>;. :»fi s.» •. .♦ aber auf kr V- 
■ • i!".- ' .^ ^,i;ci .tusdehncnd. 
•. >«^ .'ni».i*»iiir^r^en von be- 



H . i 



«. ^tk» < 



L<_' 



\.»t* 



I -» 



iv'« 



.ier Erdmasse 

*:iL rL»i.:«f^. wo die Ge- 

- .V . >* . >^ i -. •t.:ui»i j: e liewHsser mit 

^ , ..- . -^ . .!t -ii' JU::ii allgemeinen 

f^ .; :-.-i» • /rTizzolungen aller 

^ ; ! ^>;'-:ciukte imMi- 

> ^.». *< »-»-uiat»! . iljss so häufig 

*..*... j«. .i?<%iu:'^ iuf ersl Iheilweise 



xxvu 

vollendet, d. h. bei denen nur ein Theil der Masse verändert ist , und auch 
solche^ bei denen die Zersotiung kaum begonnen hat , und deren chemische Na- 
tur nur noch wenig verändert ist. Bei der grossen Verbreitung des Kalks ist es 
daher ein sehr gewöhnliches und leichtes Merkmai anfangender Zersetzung eines 
Silikats, wenn dasselbe Kohlensäure, d. h. kohlensauren Kalk enthält; es ist 
aber sogleich ein Beweis , dass die zersetzenden Gewässer nicht hinreichend 
freie Kohlensäure enthalten hatten , um den entstandenen kohlensauren Kalk in 
löslicher Form fortzuführen, was bei längerer Dauer des Prozesses oder geringe^ 
rer Kalkmenge eingetroffen wäre. 

Solche Silikate nun , die von der Zersetzung mehr oder minder ergriffen 
sind, kommen ungemein häuGg vor, und es ist in vielen Fällen schwer, selbst 
unmöglich, aus ihrem Ansehen auf ihren veränderten Zustand zu schliessen. 
Das Resultat ihrer Analyse spricht aber häufig dafür, indem bei seiner Berech- 
nung kein einfaches Verhältniss der Bestandtheile sich ergiebt. So ist es eine 
bekannte Thatsache , dass der Sauerstoff der Thonerde sehr häufig, statt das 
Zwei- oder Dreifache von dem der Monoxyde (des Kalks, der Alkalien) zu sein, 
etwas grösser ist, aber jenen Multiplen doch so nahe liegt, dass kein anderes 
Verhältniss wahrscheinlich ist. Recht frische Abänderungen desselben Minerals 
zeigen dann oft ein solches Verhältniss mit genügender Schärfe. Augit und 
Hornblende, kalkhaltiger Feldspath , Zoisit , Granat , Wernerit und manche Zeo- 
liihe zeigen diese Erscheinung. 

In vielen Fällen ist die Umwandlung eines Silikats nicht einfach eine Ab- 
scheidung der stärkeren Basen , sondern oft ein Austausch der einen gegen die 
anderen. Gewässer, welche lösliche Verbindungen (z. B. Carbonate) von Magne- 
sia oder Eisenoxydul enthalten, veranlassen die Bildung von Silikaten derselben, 
welche an die Stelle von Kalksilikat treten , dessen Basis als leichtlösliche Vor* 
bindung (Cari)onat) von den Gewässern fortgeführt wird. Enthalten sie Alka- 
lien, so können auch diese als Silikate in die neu entstehende Ver))indung ein- 
gehen. Sehr schöne Beispiele der Art liefert der Wernerit (Skapolith) und der 
Cordierit, aus welchem letzteren dann schliesslich Pinit und vielleicht Glim- 
mer entsteht. 

Wir theilen die Ansicht derjenigen Geologen , welche glauben , dass alle 
wasserhaltigen Mineralien sekundäre oder spätere Bildungen sind. 
Fttr uns sind daher Ghlorit, Talk, Serpentin aus älteren primitiven wasserfreien 
Silikaten erst später entstanden, und auch fUr die Zeolithe , die meistens in den 
Blasenräumen der Basalte, Dolerite , Phonolithe und der älteren Laven vorkom- 
men, nehmen wir eine solche spätere Bildung durch den Einfluss der Gewässer 
auf die ursprünglichen Gcmengtheile dieser Gesteine an. Wir können daher 
nicht umhin, auch dann eine Zersetzung bei Silikaten und eine anfangende Bil- 
dung von Hydraten zu erblicken, wenn ein sonst wasserfreies Mineral in gewis- 
sen Abänderungen etwas Wasser enthält. Denn damit verbindet sich in der 
Regel ein weniger frisches Ansehen , geringere Härte und ein Verlust an starken 



xxvni 

Manche Silikate enthalten einige Prozente Wasser bei sonst dusserlicb an* 
verändertem Ansehen, wie Glimmer, Vesuvian, Zoisit und Pistacit. Auch hier 
betrachten wir das Wasser als erst später zur Mischung des ursprünglichen Sili- 
kats hinzugetreten, und glauben, dass hierbei auch das Eisen ox yd in diesen 
Verbindungen unter Umständen aus ursprünglichem Eisenoxydul sich mag ge- 
bildet haben, gleichwie aus dem farblosen Eisenoxydulphosphat der gewöhn-* 
liehe blaue Vi vianit entstanden ist, wobei wir freilich nicht verkennen, dass 
dieser Gegenstand noch nicht vollkommen aufgeklärt ist. 

So viel steht jedenfalls fest, dass eine grosse Zahl von Silikatanalysen bei 
der Berechnung deswegen nicht auf einfache Verhältnisse führt, und nicht durch 
einfache Formeln auszudrücken ist; weil das Material sich in einem Zustande 
mehr oder minder fortgeschrittener Zersetzung befand. Selbst mit besonderen 
Namen hat man dergleichen veränderte Mineralien belegt , und weil sie oft nur 
von einem Fundort beschrieben und untersucht sind, weil zuweilen selbst 
blos eine Beschreibung, zuweilen blos eine Analyse von ihnen bekannt ist, fehlt 
die Gelegenheit , sie gründlich zu prüfen , und sie stehen dann als unsichere, 
iweifelhafte Glieder für lange Zeit da, wovon die Anhänge dieses Werkes lu den 
einielnen Abtheilungen den Beweis geben. Aber wir müssen sogar gestehen, 
dass selbst manche in diese Abtheilungen eingereihte Mineralien zu gegründe- 
Ml Zweifeln Anlass geben. 

Berechnung der Mineralanalysen. 

Jede chemische Verbindung ist eine Vereinigung der Bestandtheile in un- 
\%<indelbaren Gewichtsverhältnissen , welche als Atomgewichte (Aequivalente) 
^)er Vielfache derselben bezeichnet werden. Berzelius hat zuerst die Gesetze 
«h'r lu^stimmten Proportionen auf die Mineralien angewendet, und in seiner im 
J« 181 1 erschienenen Arbeit: »Versuch, durch Anwendung der elektrochemi- 
ji^'hon Theorie und der chemischen Proportionenlehre ein rein wissenschaftliches 
S\«lem der Mineralogie zu begründen« eine Anzahl von Mineralanalysen be- 
iv\'hnot. Mit der wachsenden Zahl der Analysen, der genaueren krystallographi- 
^<^u und physikalischen Kenntniss der Mineralien, besonders aber seit der 
l^^ldtvkung der Isomorphie ist die stöchiometrische Berechnung immer wichtiger 
^wortien, und gilt als der Prüfstein für die Richtigkeit des empirischen Resul- 
^uljk und für die SelhstsUindigkeit und Reinheit der Verbindung. Weil aber jenes 
^ nur durch eine Anzahl complicirter Manipulationen erhalten wird, weil unsere 
^^idungsmethoden oft mangelhaft sind, und weil auch reine Mineralsubstan- 
^ nach dem früher Gesagten, nicht immer für die Untersuchung zu erlangen 
4 wird das Resultat der Berechnung stets nur einNäherungswerth 
dem die nächstliegenden einfachen Verbiudungs Verhältnisse gleichsam 
werden müssen. 

ji stöchiometrische Rechnung darf niemals mit einer mathematiscbea 
m werden, denn diese allein ist in ihren Resultaten genau, weil ihre 



undlagen es sind. Die stöchiometrische Rechnung aber gründet sich auf jene 
hlen, welche als Atomgewichte oder Aequivalente bezeichnet werden, 
id welche selbst das Resultat von Analysen, wenngleich in den meisten Fällen 
•n sehr einfachen und mit möglichster Sorgfalt angestellten und wiederholten 
lalysen sind. Als empirisch gefundene Grössen sind sie gleichfalls nur Nähe- 
ingswerihe, die bei verbesserten Methoden und grösserer Geschicklichkeit 
fr Wahrheit immer näher kommen, sie aber vielleicht nie erreichen werden. 

Atomgewichte der Elemente, wie sie in dem vorliegenden 
Jerke bei den Rechnungen benutzt sind: 



Aluminium 


AI » 


474 


Molybdän 


Mo s 


675*) 




AI s 


342 


Natrium 


Na = 


287,5 


Antimon 


Sb « 


4504 


Nickel 


Ni » 


362,5 


Arsenik 


As = 


940 


Niob 


Nb » 


644 


Baryum 


Ba = 


857 


Osmium 


Os « 


4250 


Beryllium 


Be » 


86,5 


Palladium 


Pd = 


664 




8e » 


473 


Phosphor 


P = 


387,5 


Blei 


Pb = 


4894,6') 


Platin 


Pt = 


4237,5 


Bor 


B « 


436,2 


Quecksilber 


Hg = 


4250 


Brom 


Br s 


4000 


Rhodium 


Rh » 


650 


Calcium 


Ca = 


250 


Ruthenium 


Ru s 


650 


Cer 


Ce = 


575 


Sauerstoff 


= 


400 


Chlor 


Cl = 


443,3 


Schwefel 


S » 


200 


Chrom 


Cr = 


329 


Selen 


Se » 


495,3 


Didvm 

• 


Oi 




Silber 


Ag = 


4350 


Eisen 


Fe » 


350 


Stickstoff 


N = 


4 75 


Fluor 


Fl = 


237,5 


Strontium 


Sr = 


548 


Gold 


Au = 


2458 


Tantal 


Ta = 


860 


Jod 


J = 


4 586 


Tellur 


Te = 


802 


Iridium 


Ir = 


4232 


Thorium 


Th = 


744 


Kadmium 


Cd s 


696,8 


Titan 


Ti = 


300 


Kalium 


K = 


489 


Uran 


U = 


743 


Kiesel 


Si = 


485 


Vanadin 


V = 


856,8 


Kobalt 


Co = 


375 


Wasserstoff 


H » 


42,5 


Kohlenstoff 


C = 


75 


Wismuth 


Bi = 


2600 


Kupfer 


Cu = 


396,6 


Wolfram 


W = 


4450 


IjinthaD 


La = 


580 


Yttrium 


Y = 


437,5 


Lithium 


Li = 


82,5 


Zink 


Zn = 


406,6 


Magnesium 


Mg = 


4 50 


Zinn 


Sn » 


735,3 


Mangan 


Mn » 


337,5 


Zirkonium 


Zr = 


558,5 



i) Wofiir zuweilen 4294,5 gebraucht ist. 

t) Beim MolybdäDglaoz a 575,8 gesetzt. Berzelius' and Dumas' Versuche ergeben 

A^ fiel höher, nttmlich 596-600. 



Hiernach sind folgende Atomgewichte Vielfache von dem des Wassersto 



Wasserstoff 


= 


1 


Phosphor 


= 34 


Kohlenstoff 


SS 


6 


Yttrium 


= 35 


Sauerstoff 


= 


8 


Cer 1 
Molybdän! 


>=: 46 


Magnesium 


SS 


42 


Stickstoff 
Schwefel 


gg. 


44 
46 


Rhodium \ 
Ruthenium/ 


= 52 


Fluor 


s: 


49 


Brom 


» 80 


Calcium 


sr 


20 


Wolfram 


» 92 


Natrium 


» 


23 


Platin 


= .99 


Titan 
Mangan 


= 


24 

27 


Osmium ^ 
Quecksilber/ 


= 400 


Nickel 


=8 


29 


Blei 


= 403 


Eisen 


» 


28 


Silber 


= 408 


Kobalt 


sss 


30 


Wismuth 


= 208 



Mehrere der vorstehenden Atomgewichte hätten allerdings eine Correct 
erfahren können. Da sie indessen bei dem Druck des Werkes schon benu 
waren, so Hess sich eine Aenderung im Verlauf der Arbeit nicht mehr vorne 
men ^) . Wir würden aber für die Folge nachstehende Zahlen annehmen : 

Wasserstoff = 4 



Arsenik 


= 937,5 


» 75 


Beryllium 


= 87,5 


= 7 


Bor 


= 137,5 


= 14 


Jod 


=» <587,5 


= 427 


Kadmium 


= 700 


= 56 


Kalium 


= 487,5 


= 39 


Nickel 


a 362,5 


= 29 


Palladium 


= 668,5 


= 53 


Tellur 


» 800 


=: 64 


Uran 


= 750 


s 60 


Die von Dumas neuerlich') feslgestellten Atomgewichte si 




a 100 


H= 1 


'Aluminium 


=» 471,875 


43,75 




AI a 343,73 


27,5 


* Antimon 


«s 1525,0 


422 


Arsenik 


»s 937,5 


75 


*Baryum 


» 856,25 


68,5 



4) Eine sehr nützliche Zosammenstellang der betreffenden Arbeiten ist: Streck 
Theorien und Experimente zur Bestimmung der Atomgewichte der Elemente. Braunschwi 
4 859. Vgl. ferner: R. Schneider Ueber Aequivalentbestimmung. Pogg. Ana. GVIt, 119. 

2) Ann. Chim. Phys. III. S6r. LV, 489. Ann. Chem. Pharm. CXIII, «0. 



tXXL 








s 100 


H» 1 


♦Blei 


s= 


1293,75 


103,5 


Brom 


SS 


1000,0 


80 


Chlor 


s= 


443,75 


35,5 


Fluor 


b: 


837,6 


19 


Jod 


» 


1587,6 


127 


Kadmium 


SS 


700,0 


56 


♦Kiesel 


3E 


175,0 


14 


♦Kobalt 


S 


368,78 


29,5 


♦Mangan 


» 


343,76 


27,5 


♦Molybdän 


= 


600,0 


48 


Natrium 


SB 


287,5 


23 


♦Nickel 


BS 


368,75 


29,5 


Phosphor 


a= 


387,5 


31 


♦Selen 


«: 


496,875 


39,78 


♦Strontium 


SS 


546,875 


43,75 


♦Tellur 


SS 


806,25 


64,5 


♦ Wismuth 


SS 


2625,0 


210 


Wolfram 


^ 


1150,0 


92 


♦Zinn 


SS 


737,5 


59 



Die mit einem ♦ bezeichneten Zahlen weichen von den vorher angeführten 
ab. Es wären demnach 2 At. Aluminium as 4 At. Mangan, und 4 At. Kobalt s= 
1 At. Nickel. 

Schneider hatte das Atg. des Mangans = 337,5 (87) gefunden, Dumas 
dasselbe erst = 325 (26,5) und bald darauf = 343,75 (27,5) angegeben; der 
Erstere bemerkt^) , dass die von Letzterem angewandten Methoden zur Erlan- 
gung genauer Resultate nicht recht zweckmässig erscheinen. Neuere Versuche 
Schneider 's bestätigen die von ihm gefundene Zahl. 

Betreffs der Atg. von Nickel und Kobalt differiren die Versuche der genann- 
ten Chemiker ebenfalls ; auch hier hat Schneider durch neue Versuche mit 
dem Nickel die Richtigkeit der von ihm frUher bestimmten Zahl 362,5 (29) 
Consta tirt')< 

Die bei Berechnungen von Mineralanalysen am häufigsten vorkom- 
menden Verbindungen sind die Oxyde und die Schwefelmetalle, wes- 
halb im Folgenden die prozentische Zusammensetzung der wichtigsten ange- 
geben ist. 



4) Pogg. Ann. GVII, 605. 
t) A. a. 0. 646. 



XXXÜ 

1. Oxyde. 

Gorrigirt. 







Atg. 


inlOOTh. **• inlOOTh 


Arseniksäure 


Äs 


1440 


34,72 1437,5 34,78 


Baryt 


Ba 


957 


10,45 


Beryllerde 


Ue 


473 


63,42 475 63,16 


Bleioxyd 


Pb 


1394,6 


7,17 


Borsäure 


B 


436,S 


68,78 437,5 68,57 


Chromoxyd 


€r 


958 


31,31 


Cbromsäure 


Cr 


629 


47,70 


Eisenoxydul 


fe 


450 


22,22 


Eisenoxyd 


fe 


1000 


30,00 


Kali 


K 


589 


16,97 587,5 17,02 


Kalk 


Ca 


350 


28,67 


Kieselsaure 


5i 


385 


51,95 


Koballoxyd 


Co 


475 


21,05 


Kohlensäure 


C 


275 


72,73 


Kupferoxyd 


Cu 


496,6 


20,14 


Lilhion 


Li 


182,5 


54,80 


Magnesia 


«g 


250 


40,00 


Manganoxydul 


lün 


437,5 


22,S6 


Manganoxyd 


«Q 


975 


30,77 


Natron 


Na 


387,5 


25,80 


Nickeloxyd 


— 


462,5 


21,62 


Pbospborsäure 


P 

• • 


887,5 


66,34 


Salpetersäure 


N 


675 


74,07 


Schwefelsäure 


S 


500 


60,00 


Strontian 


Sr 


648 


15,43 


Titansäure 


Ti 


500 


40,00 


Thonerde 


Ä\ 


642 


46,73 


Wasser 


A 


112,5 


88,90 


Zinkoxyd 


Zn 


506,6 


19,74 


Zinnsäure 


5n 


935,3 


21,40 


Hiernach vereinfacht sich die Rechnung in folgenden Fällen (bei we 


den mit einem * bezeichneten die corrigirten Zahlen zum Grunde liegen) se 



Sauerstoff. 
Arseniksäure* 23 = 8 As : =s 45 

Berylierde* 19 = 42 Be : c=s 7 

Eisenoxydul 9=2 Fe : = 7 

= 3i 
Eisenoxyd 40 = 3 Fe : = 7 



8 
42 
2 
4 
3 
4 



XXXIII 





w 


8 


Ca : =» 


5 


: 2 








SS 


2i; 


1 








C : = 


3 : 


: 8 








BS 


1 


: 2f 






•> 


Mg : = 


3 


: 2 








^ 


H 


: 1 






8 


Mn : SS 


31 : 


; 8 




■■ 


4 


Mn : s 


9 


: 4 








^ 


2t 


; 1 




^ 


8 


Na : = 


23 


: 8 




.'i = 


3 


S : s= 


S 


: 3 








s= 


1 


: H 




s = 


S 


Ti : = 


3 


: 2 








SS 


H 


: 1 




9 = 


8 


H : = 


1 : 


: 8 


oslimmlcn Zahlen, 


insoweit sie von den mit^ 




Atg 


• 


Sauerstoff in 400 Tb. 




, 


936,25 


10,46 






.)xvd 


1393, 


75 


7,17 






! sclsüure 


375, 





53,33 






.übaltoxyd 


468,75 


21,33 






Manganoxydul 


443,75 


22,53 






Manganoxyd 


987,50 


30,38 






Nickeloxvd 

• 


468, 


75 


21,33 






Strontian 


646,875 


15,46 






Thonerde 


643, 


75 


46,60 






Zinnsäure 


937,50 


21,33 







II. Scbwefclmetallc. 

Corrigirt. 
Alg. Schwefel in 100 Tb. Atg. Scbwefel In 400 Tb. 



m 



Schwefelanlimon 


Sb 


2104 


28,60 




IM 

Sb 


2504 


39,94 


Schwefelarscnik 


W 

As 
ff 


1540 


38,96 




9W 

m 

As 


1940 


51,55 


Schwefelblei 


Pb 


1494,6 


13,38 


Schwefeleisen 


Fe 


550 


36,36 




fe 


1300 


46,15 



') 



1537,5 39,02 
1937,5 51,61 



I Mach Dumas >■ 9495 and tS,U p. C. Schwefel. 
iBBiltktrf *« Miacralebmie. 







Aif. Sckvcdidia 


5dbm*efeIki]|dBr 


€ii 


yS»3.* f^M 




Co 


Tj^^.e tz.^i 


ScbwcfelguaaksUiier 


H« 


li.>» I3,M 


SdrncCelBiBwr 


^ 


• -SV> If.W 



iDdem 1» ir itier 4k » Beoestcr Zeh wifdemm lebhaft erörterten Ansichten 
llber die irtmnigtiftriir rmtMiBiNHMliiiiij;^ vieler Oxyde etc.. und die von manchen 
GbeaiiLfsrxi natii dam Xm^pmgt von Beneiias an^enomowoe Halbining des 
AlMiif vo» AjutmftHiu Anevik^ Wismuth, Chlor. Brom, Jod, Wasserstoff, Stick- 
iUA. Pbo^diur^ scAfft der Alkalimetalle, nicht besonders henrorheben, weil sich 
die in dieMmi Werke gegebenen Mineralformeln danach leicht modificiren lassen 
wQrdt», mamn wir, ihres hioi^en Vorkommens oder ihres theoretischen In^ 
ieref«e§ «cfen, die Oxvde des Aluminiums, Berylliums, Bors, Kiesds und Zir- 
bMiiomts hinsichtlich ihrer Zusammensetzung etwas näher ins Auge fassen. 



T hon erde. Ihre Znsammensetzung und danach das Atg. des Aluminiums 
beruhen auf einem einzigen Versuch von Berzelius aus dem J. 4812, der 
nach der Correktion für das Schwefelatom ihr Atg. = 610,8 giebt, so dass AI 
« 340,8, AI =: 470,4 ^ird. Hiemach enthält sie 46,8 p.C. Sauerstoff. Nach 
Dumas* neueren Versuchen ist ihr Atg. = 643,75, woraus 46,6 p.C. Sauer- 
stoff folgen. 

Beryllerde. Bekanntlich sprechen manche Gründe für die Annahme, 
dass sie zu den Monoxyden gehöre. Ihr Atg. als 6e ergab sich aus den Versuchen 
von A wdejew zu 474,2 und 480,8. Wird es = 475 genommen, so ist das 
Atg. des Ber)'liiums (87,5) das siebenfache von dem des Wasserstoffs, oder 2 At. 
Beryllium (475) sind genau gleich einem At. Stickstoff. 

Borsäure. Für die Annahme von drei At. Sauerstoff spricht die Dichtig- 
keit des Chlor- und Fluorbors , so wie das Sauerstoffverhältniss in den Salzen, 
insofern der Sauerstoff der Säure =s 4, 3, 6, 9, 15 und 48 ist, wenn der der 
Basis as 4 gesetzt wird. Nimmt man nun an, dass die Borsäure 4 At. Bor ent- 
hält, so ist ihr Atg. nach dem für das Natrium corrigirten Versuche von Berze- 
lius s 438, also B SS 438; sie enthält dann 68,5 p. C. Sauerstoff. Wahr- 
scheinlich ist aber B s= 437,5 d. h. 14 mal so schwer als Wasserstoff, so dass 
die Zusammensetzung der Säure weniger von den alten Zahlen abweicht. 

Einige Thatsachen sind der Ansicht günstig, dass die Borsäure ein Sesqui- 
ozyd sei, d, b. 2 At. Bor enthalte, 6. Wenn sie in dieser Weise als schwache 
Basis mit den übrigen Sesquioxyden isomorph gedacht wird, so wird die Con- 
stitution der Turmaline und des Axinits eine einfachere, während diese An- 
nahme ticim Datolith viel weniger für sich hat. (S. diese Mineralien.) 



XXXV 

Einige Chemiker sind geneigt , in der Borsäure nur 2 At. Sauerstoff anzu- 
nehmen, fi, d. h. sie der Kohlensäure , Kieselsäure und anderen schwächeren 
Säuren analog zu betrachten, und Diejenigen, welche die Analogie in den Eigen- 
schaften der Oxyde als vorzüglich massgebend fttr die atomistische Zusammen- 
setzung halten, müssen besonders dieser Ansicht zugethan sein. Indessen die 
insbesondere von Hermann*) dafür vorgebrachten Gründe haben keine be- 
weisende Kraft; in wenigen borsauren Salzen ist der Sauerstoff der Säure ss 2 
oder ein Vielfaches davon, denn die Existenz eines Natronsalzes Na'B^ s=s NaB 
ist zweifelhaft, im Hydroboracit (S. 253) ist das Sauerstoffverhältniss 4 : 4 nicht 
sicher, und 4 : 44^ ss 2 : 9 gleich gut anzunehmen , und es bleiben nur Bo- 
racit und Stassfurthit mit dem Verhältniss 4:4. Endlich ist die Dichtigkeit der 
gasförmigen Borverbindungen mit dieser Ansicht nicht gut in Einklang zu 
bringen. 

Kieselsäure. Ihre Verbindungen wurden zuerst von Berzelius als 
Salze betrachtet; ihm verdanken wir die Verwandlung der Kieselerde in Kie- 
selsäure, gleichwie die Erörterung der Gründe, welche für 2 oder 3 At. 
Sauerstoff sprechen. Wenn er sich schliesslich für letztere entschied^ und sich 
dabei von den Sättigungsstufen, der Analogie mit der Borsäure und der gleichen 
Constitution von Orthoklas und Alaun bestimmen Hess , so sprach er es doch 
auch deutlich aus, dass 2 At. Sauerstoff in der Kieselsäure eigentlich viel wahr- 
scheinlicher seien, weil es so viele Bisilikate gebe, und Überdies die gasförmige 
Zusammensetzung der Fluorverbindungen des Kiesels sich danach am einfach- 
sten erklären lasse. 

Seit L. Gmelin dieser Ansicht den Vorzug gab, hat sie mehr Eingang ge- 
funden, und jetzt eine so überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich, dass sie 
wohl bald allgemein angenommen sein wird. Denn so zahlreich auch die Sät- 
tigungsstufen der Kieselsäure sein mögen, so lehrt ein Blick auf die Silikate doch 
sehr bald , dass die Trlsilikate und diejenigen , worin der Sauerstoff der Säure 
ein Bruchtheil oder Vielfaches von drei ist, gering an Zahl sind, während die 
Bi- und Singulosilikate ausserordentlich häufig vorkommen. Wenn man die 
gasförmigen Verbindungen , die der Säure proportional zusammengesetzt sind, 
als SiCl' und SiFl' betrachtet, so ist ihr Atomvolum = 2, d. h. 1 At. ist gleich 
dem Gewicht von 2 Vol. ihres Dampfes, gleichwie beim Zinn- und Titanchlorid 
and vielen anderen Chloriden, während nach der älteren Ansicht jenes = 3 sein 
würde. Zugleich werden die Formeln der Kieselfluorverbindungen viel einfacher, 
indem das Kaliumsalz jetzt » KFl + SiFl' statt 3KF1 + 2SiFl' ist. Endlich 
aber hat Mari gnac neuerlich gefunden, dass diese Salze isomorph sind mit 
denjenigen, in welche das der Zinnsäure entsprechende Fluorid eingeht, z. B. 
die Strontiumverbindungen 

(SrFl 4- SnFl*) + 2 aq 
und (SrFl+ SiFl*) + 2 aq. 

1} J. f. pr. Chem. XXXV, ZS6. 

c* 



\ 



^it:^ 3Ni höchster Wahrscheinlichkeit 
^ ^ ,.r»i ihic auch bei der Kieselsäure diese 

^ ^^•»■f^fÄfiÄ'aii.nfferenzen von Chlor- und Brom- 

«,.^i«.-K juf Si*0*, und Boedecker*) hat 

. „•^'•atÄ^ ^«?* Atomgewichts erklärt, indem er 

,. . «rfHifiijng Grund dazu zu iinden glaubte, 

^"^^ ii«f Summe der Atome der Bestandtheile 

^^ ^.j >ei dem Vierfachen der relativen Wärme 

^' "* ^; ***. icai Chlor- und Fluorkiesel die Formeln 

^ .., .c,.:ii «s 4 zu, ebenso den Chloriden von Zinn 

^: uH*.vt die entsprechenden Oxyde, Kieselsäure, 

..4..- >i:s\*he Zusammensetzung der KieselsJiure be- 

,. , om, in wieweit til)erhau[)t ihre Zusammen- 

u: ^ k-K*rj:ohung der illteron Versuche von Berze- 

^ .v^ Kiosrltluorbaryums, dass das Atg. des Kiesels 

N; S lur SiO*. Danach enthält die Kiosolsüure 51,9 

^ . ,..•:• .ii»or die Analvse durch die neueren Atg. von 

..»,j.'. inau die Zahlen 2;>8,G oder 172,4, wonach die 

x*»*»>-*rt' enthillt, was einen Unterschied von 1,8 p. C. 

X xo» relouze, den Chlor<zehaIt des Chlorkiesels zu 

..j^ V -i dos Kiesels = iOOjö oder 177,7, wonach die Kie- 

> ^»» » '^..'i^ iMithallen würde. Dumas will neuerlich auf glei- 

v* ^ odt*r 175 gelangt sein. 
^0 --v*» dilrfte, dass das Atg. des Kiesels ein Vielfaches von 
\illvi\ Atg. des Wasserstofl's würc, so könnte es sein: 

v^*» l^Ö Kieselsciure = Si 

Atg. Sauerstoff. 

— ITI» 375 53,33 p. C. 

. > - i;i>,2 379,2 52,75 „ 

,i - Is:J,3 383,3 52,18 „ 

^. ,;i bod.iuern, dass die bisherigen Versuche so unsicher sind, da 

''^ ^ xi.n^uK ^"" Silikatanalysen einer Corrcction bedürfen würde, 

^ ^^^^^ xlollKt'halt der Saure 53 p. C. oder mehr betrüge. Bei der Un- 

*^ j ^^iwou» der angeführten Werthe den Vorzug einzuräumen, ist in die- 

's-^"^^'^ ^^^ Vig. de.H Kiesels = 185, und danach der Sauerstoflgehalt =51,9 



N • 



\« 



>»^* '^'\Ja.|Iiou wordtiu. 



^ k^H^Hure. Ans der Verbindung von Schwefelsäure mit Zirkonerde 

^^^^^»llUH das Atg. des Zirkoniums abzuleiten gesucht, indem er das 
^^ ^ li't** betrachtete, lis beträgt (nach der Correction) 418,9. Neuerlich 

V ^i^|m«aui>""""*''""K (lor natUrlichon Silikate. Güttiogen 1837. 



xxxvn 

ist das spec« Gew. des Cbloreirkoniumdampfes von Deville bestimmt wor- 
den, welches sich mit der Zusammensetzung von Zr'GI' nicht wohl vereinigen 
lässt, wohl aber, wenn die Verbindung als ZrCl' gedacht wird, deren Atom- 
Tolam dann »a 2 ist, gleichwie das der Chlor- und Fluor Verbindungen von 
Kiesel, Zinn und Titan, welche sSimmtlich analoge Zusammensetzung haben. 
Daraus wird für das Oxyd des Zirkoniums die Formel ZrO' oder Zr höchst 
wahrscheinlich , und wir können dasselbe , welches in mancher Hinsicht der 
Titansäure nahe steht, fortan als Zirkonsdure bezeichnen. Das Atg. des Me- 
talls ist demnach bb ^ . 448,9 s 558,5, das der Zirkonsäure = 758,5, obwohl 
diese Zahlen später wohl noch berichtigt werden müssen. 

G. Rose hat darauf aufmerksam gemacht^], dass Zinnstein, Rutil und 
ZirkoD nach Form und Spaltbarkeit isomorph sind. Ist nun die Zirkonsäure = 
Zr, so erscheint der Zirkon als ZrSi, während der Auerbachit => Zr'Si' ist, und 
da beide gleiche Form haben, geht auch hieraus die Isomorphie der Zirkonsäure 
und der Kieselsäure hervor. Beide Mineralien sind folglich isomorphe Mischun* 
gen, denen sich vielleicht auch der Oerstedtit anreiht, der ausserdem Titansäure 
lu enthalten scheint. Sie müssen also im System unter den Oxyden (Dioxyden) 
ihren Plati haben, worauf S. 889 aufmerksam gemacht wird. 

Verbindungsverhältnisse zwischen Säuren und Basen. 

Sättigungsstufen. 

Da die Klasse der Sauerstoffsalze die Mehrzahl der Mineralien bildet, so 
muss hier daran erinnert werden , dass die bei künstlichen Verbindungen be- 
kannte Thatsache mehrer Sättigungsstufen einer Sciure im Mineralreich in einer 
grossen Ausdehnung wiederkehrt, so dass sie zu einigen Betrachtungen ver- 
anlasst. 

Jedes Salz ist eine Verbindung vonSdure und Basis nach bestimmten Atom- 
gewichten (Aequivalenten) , welche durch das einfache Sauerstoffver- 
hältniss in Basis und Säure sich aussprechen. Es ist daher bei der 
Berechnung der Analysen von Salzen sehr gewöhnlich, die Sauerstoffmengen der 
Bestandtheile aufzusuchen , uro zu sehen, welches Verhcfltniss zwischen ihnen 
obwalte, d. h. welchem einfachen Vcrhültniss die gefundenen Zahlen am näch- 
sten kommen. 

Bildet eine Säure mehre Sätligungsstufen, so müssen dieselben unterschei- 
dend bezeichnet werden. Wir nennen diejenige die einfache, in 
welcher jedes Glied eine Verbindung von 1 At. Basis (Monoxyd) 
und i At. Säure ist. Also 

ftS = einfach schwefelsaures Salz, 

liC =s einfach kohlensaures ,, 

ftSi = einfach kieselsaures ,, 

tiP =3 einfach phosphorsaures ,, 



4) Pogg. Aoo. CVII, 60t. 



XSXTÜl 

u. B. w. bt die Basis ein Sesqnioxyd, so enlhlli das einfache Salz natttr- 

lieb drei AU Saore. z. B. 

RS»; «&«; ÄK 

Die sauren Salze bezeichnen wir durch das Mnliiplumi die 

basischen durch den Bruchtheil Yon Säure, welche sie, bei 

gleicher Menge Basis mit dem einfachen, enthalten. Z.B. 

fl S* und 11 S* s=r zweifach sdiwefelsaures Salz. 

A Si'und fl Si* a= zweifach kieselsaures Salz. 

A'Si'ond fi'Si* =s anderthalbfach kieselsaures Salz. 

ft'Si und fi^Si' =s halb kieselsaures Salz. 

fl'^ und ftp s drittel phosphorsaures Salz. 
Niemals aber darf man sich der Bezeichnung »neutrales Salz « für alle 
Salze einer und derselben Sättigungsstufe bedienen, wie dies nach dem Vor- 
gänge von Berzelius vielfach geschehen ist, denn die Beaktion dnes Salzes 
gegen Pflanzenfarben hängt von der Stärke der Säure und der Basis ab, und 
was nicht neutral reagirt, kann nicht neutral genannt werden. 

Sättigungsstufen der Silikate. Dis Kieselsäure zeichnet sich durch 
eine grössere Zahl von Sättigungsstufen als andere Säuren aus, obwohl deren 
so viele gewiss nicht in der Wirklichkeit existiren, als man bei einer Durch- 
sicht der Silikatformeln glauben mischte. Zieht man zuvörderst diejenigen Si- 
likate in Betracht, welche keine Doppelsalze sind, d. h. nur eine Basis enthal- 
ten, so wie die isomorphen Mischungen derselben, so sind die einfachsten hier 
vorkommenden Verbindungsverhältnisse folgende : 
Sauerstofi 

Si 
4 = R Si'. Zweifach kieselsaure Salze (Quadrisilikate). 

3 = R^§i'. Anderthalbfach kieselsaure Salze (Trisilikate). 

(ft*Si*) 

2 = R §1. Einfach kieselsaure Salze (Bisilikate). 

(ftSi«) 

1 = R'Si. Halbkieselsaure Salze (Singulosilikate). 

(ft2 Si») 

i =s tl^Si. Drittel kieselsaure Salze. 

(RSi) 

Von diesen sind die beiden ersten Sättigungsstufen sehr selten. Das Qua- 
drisilikat findet sich nur im Okenit und im Apophyllit, vielleicht auch im Dato- 
lith und Dotryolith ; das Trisilikat nur im Chlorophäit und im Meerschaum. Um 
so zahlreicher sind aber die beiden letzten Stufen, die Bi- und Singulosilikate, 
vertreten. 

Ausserdem aber kommen intermediäre Verhältnisse^vor, und zwar: 
1) Zwischen Bi- und Trisilikaten. 
Sauerstoff 
U:Si 
1 : ?^ = ft*Si». Fünfviertel -Silikat. 



XXXIX 

4 : 2f =s R»Si«. SechsfÜnftel- Silikat. 

4 : 2i = il«Si^ Siebeosechstel^ Silikat. (?) 

T) Zwischen Singulo- und Bisilikaten. 

4 : H = ft*Si». Dreiviertel -Silikat. 
1 : H = ft'Si*. Zweidrittel- Silikat. 

(RSi») 

3) Zwischen Singulo- und Drittel- Silikaten. 
4 : t = A»Si». Zweifünftel -Silikat. 

(R»Si«) 

1 : t = h8Si'. Dreiachtel - Silikat. 

(R«»Si») 

Die Verhältnisse 4 : f, so wie 4 : f und 1 : ^ sind zweifelhaft. 

Es ist indessen die Annahme dieser Verbindungsverhältnisse als selbststän- 
diger SätiiguDgsstufen nicht unbedingt nothwendig, denn man kann die Silikate, 
iD welchen sie vorkommen, viel einfacher als Verbindungen eines Bi- und Tri- 
silikats, eines Singulo- und Bisilikats, oder eines Singulo- (Halb-) und Drittel- 
Silikats betrachten. 

Es ^^ird also : 

Trisilikat. Bisilikat. 

R*Si* = ft^Si» + 2RSi. Talk. Speckstein. 
R»Si« = ft*Si» + 3ftSi. Spadait. (?) 
R«Si^ = ft^Si» 4- 4 ASi. Spadait. (?) 

BiSilikat. Singulosilikat. 

R*Si» = 2RSi 4- R«Si. Hydrophit. Gymnit. 

R»Si*= ftSi + R*SL Serpentin. 

R Si* = RSi»+ R*Si». Porzellanthon. Steinmark. 

SiDguIosikat. Dritieisilikat. 

R*Si« = R*Si»4-3R Si. Euklas. 
h«Si» = h«Si 4-2ft»Si.«) Chondrodit. 

Hiemach bedarf es nur der Annahme von fünf Sättigungsstufen der Riesel- 
säure, es würde sich selbst empfehlen, nur diejenigen als selbstständig anzu- 
sehen, in welchen der Sauerstoff der Säure ein Vielfaches von der Zahl 2 oder 
ein einfacher Bruchtheil davon ist, also nur die Verhältnisse 4 : 4, 4 : 2, 1 : 1 
und 1 : ^ gelten zu lassen, denn die Trisilikate lassen sich als Verbindungen 
von Bi- und Quadrisilikaten betrachten : 
R^Si» = RSi»4.ftSi 

R«Si» = RSi«4.RSi». 

Die Drittelsilikate aber können als Verbindungen von Halb- und Viertel- 
Silikaten angesehen werden : 



4) Oder«A*Si -4- R*Si. 



XL 



ft Si =:r IPSl» ^ ft«Si>, 

nur wflrde diese Yorstellaiig von den bamchsten Gliedem die weniger einlache 
sein. 

Die im Bidierigen erörterten YerliSitnisse sind die bei einfachen Silikaten 
mit Sicherheit bekannten. Nun giebt es aber eine grosse Zahl Doppel Sili- 
kate, d.h. Silikate von Monoxyden und Sesquioxyden, bei denen naturgemäss 
gleichüalls ein einfaches SanerstoffverhAltnias swisefaen den Basen and der 
Saure herrschen muss. Cntersncht man jenes, so findet das Geseti in der Thai 
auch hier seine Bestatigong. 

Sanerstoff 



Petalit. 

Orthoklas, Albit, Desmin, Stilbit, Brewsterit. 

Andesin, Lencit. — Anaicim, Laumontit, Herschdlt^ 

Phillipsit, Gmelinit, Chabasit (z. Hl.}. 
Anorthit, Granat, Sodalith, Haujn, Sarkolith, Mejonit, 

Humboldtilith, Yesnvian, Epidot. — Chlorastrolith 

Thomsonit, Gismondin. 
Gehlenit. 



(ft,«) 


:Si 


1 


: 4. 


4 


: 3. 


1 


: i. 



1 : 1. 



4 



Aber auch hier finden sich intermediäre Verhaltnisse, nämlich : 
Sauerstoff 



ft,ft: §i 



ft*Si» 



= 2* = IR^Si 
fft'Si». 

'■ ** = \R»Si*^ 

»± fR*Si». 

= H = ^R*Si». 
= H = \R8Si". 

,± i*^'5i«. 



15 Harmotom. 



Oligoklas. — Chabasit (i. Th.), Faujasit. 

Labrador. — Mesotyp, Scolecit, Mesolitb, 
Zeagonit, Lev^n. 

Barsowit, Cordierit. — Brevieit, Färölith. 



Prehnit, Groppit. 



♦={ 






Nepfaelin. — Gismondin (?). 

Auch noch basischere Verbindungen kommen vor, i. B. ^ : ^ (Euklas?), 
1 : f (Thuringit), \ : ^ (Margaril) und i : i (Chloritoid). Aber es sind ver- 
einzelte und meist noch nicht sicher begründete. 

Die Auffassung dieser complicirteren Verhaltnisse ist eine mehrfache, und 
fuhrt nothwendig zu Hypothesen Über die Constitution der Doppelsilikate, die 
Folgenden zur Sprache kommen soll. 



XU 



Chemische Constitution der Mineralien, insbesondere der 

Doppelsiiikate. 

Wir ziehen hier nur die herrschende dualistische Ansicht in Betracht, da 
leine andere so überwiegende Vorzüge besitzt, um sie an die Stelle jener setzen 
tu können. 

Es handelt sich daher nur um die Constitution derjenigen Mineralien, die 
zu den Amphidsalzen (Schwefel- und Sauerstofisalzen) gehören, die wir uns 
als Verbindungen yod Säure und Basis denken. Unter ihnen werden wir hier 
ausschliesslich diejenigen Silikate in Betracht ziehen, welche, der herrschenden 
Ansicht gemäss, als Doppelsalze ^oppelsilikate) gelten, weil die eine ihrer 
Basen ein Monoxyd, die andere ein Sesquioxyd ist. Freilich sind es meist iso- 
morphe Mischungen solcher Doppelsalze, worauf wir weiter unten zurttckkom- 
men, was jedoch auf die Betrachtung ihrer Constitution keinen Einfluss hat. 

In diesen Verbindungen stehen die beiden Basen in einem einfachen Atom- 
i^erhäUnisSy wie die am besten bekannten Beispiele beweisen. Z. B. : 

R -f- ft in der Gruppe des Feldspaths, im Leucit, in der grossen Masse der 
Zeolithe (Feldspathhydrate), im Nephelin, in der Sodalithgruppe, 
im Cordierit etc. 

im Mejonit (Wemerit), in der Epidotgruppe, im Chlorastrolith. 
im Prehnit. 
im Granat, Sarkolith. 
im Vesuvian. 
im Humboldtilith. 
im Petalit. 



3^4- 2ft 
2ft+ R 

3fi4- fi 
9R+2R 
6ft-|- ft 
3R-«- 4ft 



Die Constitution der Doppelsilikate kann aus verschiedenen Gesichtspunk- 
teo aufgefasst werden. 

Beide Glieder des Doppelsilikats stehen auf gleicher Süt- 
> tigungsstufe. Dies ist wohl die einfachste und für gewisse Singulosilikate 
^igar die einzig wahrscheinliche Ansicht. Denn Verbindungen wie 

! R* R*Si' (Mejonit, Wernerit, Epidotreihe) , und 
a«'R2Si9 (Humboldtilith) 

lassen sich schwerlich anders denn als Verbindungen zweier Singulosilikate 
denken, 

3ll*Si 4- 2R*Si» und eft^Si 4- ft«Si». 

Andere Singulosilikate hingegen, gleichwie die Bi~ und Trisilikate, beide 
M dem Verbältniss der Basen =s R : ft a= 4 : 4, lassen noch eine andere, bis- 
weilen selbst einfachere Deutung zu, wenn man voraussetzt, dass die bei- 
^1 den Glieder der Verbindung ungleiche Sättigungsstufen seien. 



XLII 

Singulosilikate. 
VerhttUni^s der Basea. Gleiche SttUigungsstufen. Ungleiche Sättigungsstufen. 

I. tl-h ft ft*Si4-R*Si» ftSi + RSi 

(Anorthii. Sodaiithgruppe. Thomsonitj. 

II. 3ft 4- « 3ft*Si 4- R*Si» R»Si* + Mi 

(Granat. Sarkoilth). 
III. 9ft -hSR 9ll*Si + 2R«Si» 6ft»Si* + R*Si» 



(Vesuvian). 
Bisilikate. 



{< : f ) (< : i) 



IV. Rh- R ftSi + RSi» RSi«4.RSi* 

(4 : 4) (4 : f) 

(Andesin. Leucit. Anaicim, Laumontit etc.). 
Trisilikate. 

V. ft-h R ft*Si» + R*Si» ftSi»4-RSi» 

{i : 6) (< : 2) 

oder RSi^ + RSi* 

(Orthoklas, Albit, Stilbit, Desmin etc.). 

Einfacher wird die Constitution im zweiten Falle eigentlich nur in I und V, 
so dass man im Allgemeinen bei der Aufstellung von Formeln zur Annahme un- 
gleicher Sattigungsstufcn nicht genöthigt ist. 

Es giebt aber ausserdem eine nicht unbedeutende Zahl von Doppelsilikaten, 
welche weder Singulo- noch Bi- noch Trisilikate sind, sondern intermediäre 
Verbindungsverhältnisse aufweisen, und deren schon oben (S. XL) gedacht 
wurde. Fasst man dieselben ebenfalls als Verbindungen auf, deren beide Glie- 
der auf gleicher Süttigungsstufe stehen, so muss man sie als Verbindungen 
eines Doppelsalzes von Bisilikaten und eines solchen von Trisilikaten, oder als 
Verbindungen eines Doppelsalzes von Bisilikaten und eines solchen von Singu- 
losiiikaten betrachten. Z. B. : 

Sauerstoff von 
R, R : Si 

I. I : 2i ^1^4 gi,« ^ ft2gi9 _^ 2ftSi8 oder |^§j6 _^ gftg^S 

„ , o. f^'Si» = ll^Si» + 6ft Si 
II. i : 2i^|^8§p7^ R«Si»4-6RSi» 

,„ , , fft*Si» =2ft Si ^ R«Si 

111. 1 : H^|^4 Si9 ^2R Si8+ R»Si» 



4) Verhältniss des SaucrstofTs. 



xLiri 

M. I : H(Ri6Si»7^2ft Si»4.7ft*Si» 

IHe relative Menge der beiden gleichartigen Doppelsilikate hängt natürlich von 
dem Verhältniss der beiden Basen ab, welches fast ohne Ausnahme das ein- 
fachste, 4 At. gegen 4 At. ist. 

Die Constitution solcher Verbindungen, durch Formeln ausgedrückt, er- 
seheint dann allerdings minder einfach. Man hat bisher bei ihnen, um kurze 
Formeln zu erhalten, auf die Gleichheit der Säitigungsstufen niemals geachtet, 
sondern die Kieselsäure willkürlich unter die Basen vertheilt, und höchstens 
darauf gesehen, dass das Silikat des Monoxyds keine höhere Sättigungsstufe als 
das 'des Sesquioxyds bildete. Bei einer solchen willkürlichen Vertheilung der 
Säore können oft mehre Formeln gleichzeitig gebildet werden, in denen die 
beiden Glieder mitunter äusserst weit von einander liegende Sättigungsstufen 
darstellen. Wir stellen hier die beiden Arten der Formeln einander gegenüber. 

I. ft+ft 

(üarmotom). 

\-H (ft Si -♦- ft Si'iJ (1 : 4) {i : i) 

oder 

i (RSi«4-fiSi«)\ 
\+3iRSi 4-RSi»;J 

11. R -♦- ft. 

(Oligoklas. Chabasit z. Tb. etc.). 

( (ft^Si» 4- Ä2Si»)\ hliz-Z . 9ti§:8 

i+ b (K ^1 -I- « bl Ij (4 -3) (4 . 2) 

111. h 4- R 

(Labrador. Mesotyp. Scolecit. Mesolith etc.). 
2(fl Si H-ft Si»)\ ftSi-i-RSi« 

(ft^Si 4.ft^Si3)! ^:l)^iT:\-) 



{ 



IV. FH- R 

(Cordierit. Barsowit. Brcvicit. Färölitb). 

/ 2 (h Si + R Si»)\ 9 ft <ti j. Ä«Si» 



XLIV 

V. 2Ä-l-ft 
(Prehnit) . 

oder ft*Si»4-R*Si»*) 

VI. Ä + ft 

(Nephelin). 

oder 1^ (ft2§i^ fttgi»,! 

Der grosse Unterschied beider Betrachtungsweisen leuchtet ein. Der Oli* 
goklas ist nach der ersten eine Verbindung von Kalk (Natron)- Tbonerde«- Tri* 
Silikat mit Kalk (Natron)- Thonerde- Bisilikat; nach der xweiten eine Verbin* 
düng von Kalk (Natron)- Trisilikat mit Thonerde- Bisilikat. Wir haben x¥rar 
bei der hypothetischen Natur des Gegenstandes im vorliegenden Werke die kür- 
zeren Formeln allein angegeben, weil sie die^ faktische Zusammensetzung am 
schnellsten wiedergeben, sind aber der Meinung, dass Formeln, welche die 
Constitution chemischer Verbindungen darstellen sollen, nicht nothwendig auch 
die kürzesten zu sein brauchen. FUr Diejenigen freilich, welche Oberhaupt jede 
die Constitution betreffende Specuiation für unstatthaft halten, ist die Aneinan- 
derreihung der Atome (Aeq.) der Bestandtheile genügend. 

Funktion des Wassers in Mineralien. 

Bekanntlich verbindet sich das Wasser in festen Verhältnissen mit einigen 
Elementen (Chlor, Brom), mit vielen Oxyden, sowohl Säuren als auch Basen, 
mit vielen Haloid- und Amphidsalzen. Solche Verbindungen heissen ganz all- 
gemein Hydrate. Die Stärke der Verbindung ist bei den Hydraten ungemein 
verschieden, denn während manche in der Hitze unzersetzbar sind (Hydrate 
von Schwefelsäure, Salpetersäure, von Kali und Natron, d. h. von den stärk- 
sten Säuren und Basen) geben die meisten durch den Einfluss der Wärme das 
Wasser ab, ja viele wasserreiche Salzhydrale verlieren schon bei gewöhnlicher 
Temperatur 'leicht einen Theil desselben. Da ein grosser Theil der Mineralien 
auf nassem Wege entstanden ist, so sind die Hydrate unter ihnen zahlreich 
vertreten. 

Aus den Untersuchungen Graham^s über die phosphorsauren Salze ist 
die Hypothese hervorgegangen, dass Säuren und Sauerstoffsalze oft eine gewisse 
Menge Wasser als Vertreter von Basis enthalten, und man hat dafür die 
Bezeichnung basisches Wasser erfunden. 



^^ ^. f 4R Si 4-M*Si*)\ 



f (4ft Si4-ft*äi^)\ 1 



S) Wäre im Nephelin der SauerstofT der Basen und der Säare stall 8 : 9 «s 7 : 8, so wür- 
den beide Doppelsilikate in dem Verhältniss von 4 : 3 AI. stehen. 



XLV 

Diese Ansicht würde begründet sein, wenn das Wasser in jenen Verbin- 
dungen wirklich ein Ersatz (Ür die fehlende Basis wttre, wenn das Wasser die 
sauren Eigenschaften der Sauren ebenso ganz oder theilweise aufhöbe, als dies 
durdi Basen geschieht^ und wenn zwei Verbindungen, deren eine wasserfrei 
ist, während die andere 4 At. Basis weniger, dafUr aber 4 At. Wasser enthalt, 
{Reiche Krystallform hätten, d. h. isomorph wären. Denn nur in diesem Sinne 
kann von einer Vertretung des einen Körpers durch den anderen die Rede sein. 
Allein das Wasser hat nicht im geringsten die Fähigkeit, die Rolle einer Basis zu 
spielen, weder im Schwefelsäurehydrat noch in den beiden Phosphaten des 
Natrons (^a* -f- fi) P und (Na + 2 fi) P, von denen jenes sauer, dieses alka- 
lisch reagirt. Das Wasser kann nicht dem Begriff Basis entsprechen, welcher 
den Gegensats Säure bedingt; auch ist es kein amphoteres Oxyd nach Art 
schwacher Basen oder Säuren, weil es weder im Schwefelsäurehydrat die sät» 
tigende Kraft der Säure für Basen, noch im Kalihydrat die sättigende Kraft des 
Kalis für Säuren im geringsten vermindert, wenn es auch in einem elektroche- 
ansehen Gegensatz zu dem mit ihm verbundenen Körper steht. Allerdings kann 
das Wasser schwache Affinitäten bis zu einem gewissen Grade überwinden, 
wenn es durch seine Masse unterstützt wird, und ein flüchtiger oder unlöslicher 
Körper abgeschieden werden können ; dann wirkt es durch Hydratbildung (Zer- 
setinng von Magnesiacaii)onat durch Wasser, von Metallsalzen bei der Fällung 
basischer Salze). Dies ist eine Zersetzung, die den Afßnitätsgesetzen gemäss ist. 

Der entscheidendste Beweis für die basische Natur des Wassers würde die 
Isomorphie von Verbindungen sein, wie sie oben angedeutet wurden. Allein 
«ine solche Isomorphie ist noch niemals beobachtet worden*), 
Bod in den wenigen Fällen, wo man sie gefunden zu haben glaubte, hat sich 
eine krystallisirte wasserfreie Verbindung durch den zersetzenden Einfluss des 
Wassers und der Kohlensäure mit Beibehaltung ihrer Form in ein an Basis 
ärmeres Hydrat verwandelt (Olivin in Serpentin)^). 

Auch in den Hydrosilikaten hat man basisches Wasser angenommen, und 

dasselbe von dem Krystallwasser unterschieden. Bödecker hat noch neuer- 

I lieh'] diese Ansicht zu vertheidigen gesucht, und ihr die Hypothese beigesellt, 

dan ein Singulosilikat niemals basisches Wasser enthalte, dass man aber in 

«iaem wasserhaltigen Bi- oder Trisilikat solches annehmen könne. 

Bödecker erinnert an die bekannte Erfahrung, dass manche Hydrosiii- 
kale, die durch Säuren zersetzt werden, nach vorgängigem Entwässern sehr 
^ von dieser Eigenschaft verlieren. Er fuhrt an, dass dies insbesondere bei 



I) Die gegentheiliga Behauptoog HermanD's in Betreff der Phosphate und Arseniate 
J. f. pr. Chem. LXXIV, 804) ist durchaus unrichtig. Die Axenverhällnisse des Chrysoberylls 
ud der Hydrate ft & lassen sich allerdings vergleichen, aber dies gilt auch vom Olivin, viel- 
leicht auch vom Pfkrosmin und Bittersalz. 

1) S. weiterhin : Polymere Isomorphie. 

3) Die Zosammensetzung der natürlichen Silikate. S. 8. 



1 



\ 



4m yab^fnm ftrniigiMHjrttufap der Ekm^slkvn: «mtROi 

piktmUkfim. £r fcbuU nicfal« cb» «dief üntBieiiiiiif 

Mldbe YerftMkrung ißem'triuou kMxut^ vcai §afdt maak 

y^mmot^ tmm Acal ««aiiiosleML, «fe Um» jb ikoBÜiiikHL wmüaaiiBft 

JUMab den EtUU^m ^«b mum«» mid dttnr «cürvtirBr 

£» M iedwdk iikte 4Pn^niiid0L da» äbf Bydnwiiifcaip 
«ifcii «b ffi^pifcfijMtir wie Mid, natai dn ErliilKiD suk dnndh 
jwrMiMB ii« i f . IiNsiB der ftabuil SHMTSütf der ftwim ohI 
S; C dir «b «ftd fite* iitflb licArwfr Mirwiiifiir Stil, pnlutintm «ani 
wad dftr M«i<n.}9» &aiiMniUi8 s if : Ji? «ird vur mi luu^ Am 

Emvkkmi^ «mi 1 Tiininijiwiitil i ih> y-trtMqwrwiit «ird. aei^ «dw fi 






TmI Gf^mdU kit ttw 4»rMd «»kfl, du» «dl e 
nd h tfc fwr 1iWt§nmmr (mUmtifdU als d» ÜwijBe 
hw i iefcti WaBncr bo wi i rt , JUldtt die nflek^ 
iifKftit m «iBMi Ki$r|Mr fndei um hmsAwpe^ 
SAmtleH tu IfaUllee ; die Tbamdka beireiMi 
Kdrpers mit I Ai. SmerüBfl, SdbweCel oder Waaser eine fesirre iü^ ab die mit 
i oder n AUmm tMber E»per. Ilas Teribakea der Zeafiike midnpriekl auch 
io dieser Beziefaimg deo YoransseCxm^eo Bddecker*s pmE cuLscUedeB. Denn 
die Versuche von Dainoor') se^en, dass mancke Zeolitlie das dafdi ErluUen 
verlorene Wasser ans der Loft fast ganz wieder anfnrhnifii, was doch sdiwer- 
lich erfolgen wflrde, wenn sie Wasser als Basis entkieilen. 

Verbindungen von Silikaten mit Hydraten. Die GonsliUilion 
gewisser Hydrosilikaie von Monoxyden, namentlich von Magnesia (Eisenoxydul), 
Zinkoxyd und Kupferoxyd hat man oft so aufgefasst^ dass man sidi dieselben 
als Verbindungen eines Silikats mit einem Hydrat der Basis denkt. Also z. B. 

Serpentin = Hg'Si' + 2aq'r=r 2l%5i -h llgH' 
Hydrophit r= Ag^Si' + 4aq = SUgSi -h UgA^ 
Gvmnit ^ Hg^Si« ^ 6aq ^ 3JkgSi + ÜgA* 

Es sind dies mithin solche, die wir als Verbindungen von Singulo- und 
BfSflik;iten aulgelasst haben, bei denen nun das Silikat stets Bisilikat ist, wie es 
wasserfrei als Enstatit, wasserhallig als Monradit, Pikrosmin , Pikrophyll und 
Apbrodit vorkommt. Auch die Glieder der Chloritgruppe, deren Zusammen- 
Mftxung noch zweifelhaft ist, sind in gleicher Art gedeutet worden. 

Es ist an und für sich schon eine Inconsequenz, solchen wasserhaltigen 
Hilik^ten, deren Uauptglieder Speckstein, Talk und Serpentin sind, und deren 
ftildung sicher eine ganz ahnliche ist, eine zweifach verschiedene Constitution 
/iiik;breilien zu wollen. Viele von ihnen, namentlich der Serpentin, enthalten 
EiiMrnoiydul, d, h. es sind isomorphe Mischungen einer Magnesia- und einer 

i, OtmpL r«nd, XUV, 975. 



XLVII 

Eisenozydulverbindung. Denken wir sie uns als aus Silikaten und Hydraten 
bestehend, so müssen wir gleichzeitig Magnesiahydrat und Eisenoxydulhydrat 
darin annehmen« Nun ist Magnesiahydrat schon eine Verbindung, welche leicht 
Kohlensaure anzieht und die bei der Bildung jener Silikate mittelst kohlensaure- 
haltiger Gewässer gewiss zu Carbonat geworden wäre, Eisenoxydulhydrat kann 
aber tlberhaupt nicht entstanden sein, da es nur bei Ausschluss von SauerstofiT 
existirt. Die geringen Mengen Kohlensäure, welche Serpentin u. s. w. zuweilen 
enthalten, möchten eher beweisen, dass die Gewässer, welche auch auf diese 
Verbindungen später einwirkten, einen kleinen Theil des festeren Silikats zer- 
setzt haben. 

Femer ist man gezwungen, Magnesiahydrate von sehr verschiedenem und 
überhaupt einem viel höheren Wassergehalt anzunehmen, als das selten vor- 
kommende und oft kohlensäurehaltige Hydrat, der Brucit, ja mehr als das künst- 
lich dargestellte enthalten. Will man dieser Schwierigkeit dadurch entgehen, 
dass man das Silikat gleichfalls als wasserhaltig betrachtet, und obige Formeln 

(SAgSi -«- aq) +%fi 
3(llgäi+ aq) -4- Agä 
3(MgSi +5aq) + AgA 
schreibt, so ist dies rein willkürlich. 

Auch bei den wasserhaltigen basischen Carbonaten, Phosphaten 
und Arseniaten ist die Annahme von Hydraten sehr gewöhnlich. Z. B. 
Hydromagnesit = l^g^ C + 4aq = 3(%C + aq] + %fi 
Predazzit = (Ca, Äg)'C* -f- aq « 2 (Ja C + Jiigft 

Pencatit = (Ca, li*g)*C 4- aq « CaC 4- Ägfi 

Nickelsmaragd = Ni» C -#- 6 aq = (Ni C 4- 4 aq) 4- 2 Ni fl 

Zinkblüthe = Zn^C + 2aq == ZnC 4- 2Znfi 

Kupferlasur = Cu*C* 4- aq=2CuC4-Cuft 

Malachit = Cu*C 4- aq = CuC 4- Cuft 

Betrachtet man diese Carbonate lediglich als basische Salze, so wären 
ft*C' = Dreiviertel -Carbonat 
ft»C* = Zweidritlel- ,, 
ft*C =r Halb - „ 

R»C = Drittel - ,, 
Die wasserfreien Carbonate sind stets einfache = ftC. 

Unter den wasserhaltigen Phosphaten und Arseniaten vonMon— 
Oxyden dürfen folgende Sättigungsstufen als zuverlässig angesehen werden : 
Haidingerit = Ca* As 4- 3aq 

Pharmakolith = Ca* Äs 4- 6aq 

Nickel (Kobalt)- blüthe = ll' Äs + 8aq 
Vivianit =rfe*P 4- 8aq 

Trichalcit = Cu'Äs 4- 5aq 

Sit } - ^-'^ * »^ - ^"'ft ^ ^"« 



KaK Zweigliedrig Secbsgliedrig 

Kalk 1 1 ) 9 

Oxab. GhrooKixyd- Natron ReguUir Zwei- u. eiiigliedrig. 

t ^}Uin dies sind nicht alle bekannten Fälle, da unter den künstlichen und 
Verbindungen isomorphe Mischungen sich finden, welche dieHetero- 
M der Grundverbindungen darthun. Z. B. 

^ Viergliedrig. Sechsgliedrig 

^ft » Fe, AI, Mn) (»n) (Pe, il) 

»$ Regultfr. Zweigliedrig. Sedisgliedrig» 

^1t« Ag,Pb,Zn Ag,Co? Ni,Cd,Hg) 

HCliBr»)) Regul£lr. Viergliedrig. Zweigliedrig. 

HgJ PbCl 

I^JL Zweigliedrig. Zwei- u. eingliedrig. Sechsgliedrig. 

vlh • K. Na, Ca) (Glauberit) (RS) 

l^jjl ^ 7 au Zweigliedrig. Zwei- u. eingliedrig. 

^»•Ilg,Zn,Ni,Co,Mn,Fe,Cu) 

1^ $ > 3 f^b (! Zweigliedrig. Sechsgliedrig. 

(Leadhillit) (Susannit) 

I^W Viergliedrig. Zwei- u. eingliedrig, 

vlh m t:a, Pb, Fe, Mn) (Wolfram) 

I^C Zweigliedrig. Zwei- u. eingliedrig. Sechsgliedrig. 

^1^ «• Ha, 8r, Ca, Mg, Pb, Fe, Mn, Zn) (Plumbocalcit) 

|kt( Regulär. Sechsgliedrig. 

vl^ ^ Ca, Fe) (Perowskit) (|te,Äg] ti) 

l^^jb Zweigliedrig. Sechsgliedrig. 

(Olivingruppe) (Phenakit, Willemit) 
\,\f( - (:a,Mg,Fe,Mn,Zn,Be) 

.\|JÜ Zweigliedrig. Eingliedrig. 

(Andalusit) (Gyanit) 

\K \\ Ml* Regulär. Eingliedrig. 

^H .üi Na, Ca) (Sodalithgruppe) (Anorthit) 

HÄlMl* Regulär. Eingliedrig. 

(Leucit) (Andesin, Hyalophan) 

(H - K,Na,Ba,Ca) 

H'^ftMi* Regulär. Viergliedrig. Zwei u. eingliddrig^ 

(Granat) (Sarkolith) (Orthit) 

^H » K, Na, Ca, Mg, Ce, V, AI, Fe, Mn, Cr) 

H» R* Si» Viergliedrig. Zwei- u. eingliedrig. 

(Mejonit) (Epidotreihe) 

(H «« Na, Ca, Mg, AI, Fe, Mn) 

' "\iMÄi** Viergliedrig. Zweigliedrig. 

(Vesuvian) (Lievrit?) 

|i*-f>6aq Zweigliedrig. Zwei- u. eingliedrig. 

I m Na, Ca). (Epistilbit) (Stilbit) 



LI 

Unstreitig ist aber die HeCeromorphie viel mehr verbreitet, und die erwei- 
terte Kenntniss naittrlicher und kttostlicher Verbiadungeo wird sicher noch 
Yieie neue Fttlle kennen lehren. Wie htfufig findet man Körper von analoger 
Constitationy die man für isomorph halten sollte, dennoch in unvereinbaren 
Formen? Der Grund darf in der Heteromorphie solcher Körper gesucht werden. 

Wenn es Aer eine Eigenschaft mancher Körper, einfacher wie zusammen- 
gesetzter, ist, in zwei oder mehreren Formen zu krystallisiren, die wegen un- 
gleicher Symmetriegesetze und irrationaler Axenverhältnisse krystallonomisch 
Terschieden sind, so könnte man die Frage aufwerfen, ob die Heteromorphie 
Dicht allen festen Körpern eigen sei? In der That hat A. Nordenskiöld 
neuerlich aus einer Zusammenstellung der Körper nach ihren Krystallformen 
den Schluss gesogen, dass chemische Verbindungen von bestimm- 
ter stöchiometrischer Natur in jedem System krystallisiren 
können*). 

laomorphie (Homöomorphie) . 

Wenn es wahr ist, dass Krystallform und chemische Natur eines 
Körpers Form und Inhalt repräsentiren, so mUssen beide an einander gebunden 
sein, eine innere Abhängigkeit zeigen, und wenn es dereinst gelingen wird, die 
Gesetze dieses Zusammenhanges zu entdecken, so wird die Form aus der Zu- 
sammensetzung, gleichwie diese aus jener, sich im Voraus berechnen lassen, 
and es werden auch die übrigen Eigenschaften des Körpers in ihren noth wendi- 
gen Beziehungen zu einander und zu den geometrischen und chemischen klar 
vor Augen liegen. 

Sind wir nun zur Zeit noch weit entfernt von diesem Ziele, so ist es doch 
die Aufgabe, die Anfänge weiter zu verfolgen, welche in der Erkenntniss, dass 
ein solcher Zusammenhang Überhaupt vorhanden ist, bisher gemacht worden 
sind. Es ist Mitscherlich's wichtige Entdeckung der Isomorphie, deren 
Verfolgung durch Beobachtung und Spekulation als Nolhwendigkeit erscheint. 

Zwei oder mehre Körper, welche chemisch verschieden 
sind, können gleiche Krystallform haben. 

Was heisst aber: gleiche Krystallform? In der engeren oder wei- 
teren Fassung dieses Begriffes, worin die Ansichten sehr abweichen, liegt die 
geringere oder grössere Ausdehnung dessen, was man als isomorph betrachtet. 
Barin allein stimmen Alle ttberein, dass eine wirkliche Gleichheit der For- 
men nicht vorausgesetzt werde, dass Unterschiede in den Kantenwinkeln zwi- 
schen gleichwerthigen Flächen selbst von einigen Graden vorkommen, die zur 
Folge haben, dass die Axenverhältnisse nicht genau, sondern nur annähernd 
dieselben sind. Dieses Zugeständniss ist schon deswegen nöthig, weil bei dem 



4) Bidrag Uli Iflran om den Kristallograflska Isomorfin och Dimorfin. Till K. Vet. Akad. 
btenmad deu 4. Ifars 4S58. 

d* 



Dämlichen Körper nicht blos in Folge störender Einflüsse während der Krystall- 
bilduDg Abweichungen sich finden , sondern auch weil die Temperatur einen 
Einfluss ausübt, der sich äusserlich in Winkelverandeningen xeigl. 

Abgesehen hiervon sind die Ansichten über den Begriff von Isomorphie im 
Wesentlichen zweifach verschieden : 

Die Einen betrachten als gleich krystallisirt oder als isomorph nur solche 
Körper, deren Form und Struktur wirklich übereinstimmen, d.h. deren 
Axen verhältniss und Spaltbarkeit dieselben sind, wie dies be- 
kanntlich vielfach vorkommt. 

Andere dagegen fassen den Begriff weiter, indem sie Krystalle isomorph 
nennen, deren Axen in rationalen und einfachen Verhältnissen 
stehen, so dass die beobachteten Flächen bei ihnen verschieden sein können^ 
diejenigen des einen Krystalls aber bei dem anderen krystallonomisch möglich 
sind. Auf Uebereinstimmung der Spaltbarkeit legen sie kein Gewicht, weil sa« 
der Meinung sind, dass KrystallflUchen nicht blos als äussere Begrenzungsele- 
mente, sondern auch im Innern existiren, und lediglich die unvollkommenen 
HUlfsmittel Ursache sind, dass meist nur einige von ihnen als Spaltungsflächen 
sich auffinden lassen, wozu die Erfahrung kommt, dass in manchen Abände- 
rungen desselben Körpers bald diese, bald jene Spaltungsrichtung vollkom- 
mener ist. 

Wenn wir dieser weiteren Auffassung des Begriffes: gleiche Kr y stall- 
form das Wort reden, so verkennen wir durchaus nicht die Schwierigkeit sei- 
ner Ausdehnung. Denn wir wissen sehr wohl , dass die Festsetzung desseUi 
was einfache Axenverhältnisse heisst, einen gewissen Spielraum lässt, und 
dass eine zu weit getriebene Vergleichung derselben, bei welcher z. B. mög- 
licherweise alle viergliedrigen oder alle sechsgliedrigen Formen unter sich in 
Beziehung stehen könnten, offenbare Willkür sein würde. Gewiss giebt es 
Körper, deren Formen zufällige Aehnlichkeit haben ; diese von wirklich iso- 
morphen abzusondern^ muss die Aufgabe sein. 

Es ist die Frage aufgeworfen worden, ob Formen aus zweien oder mehren 
verschiedenen Krystallsystemen isomorph sein können, und von Einigen, wie 
z. B. von Laurent bejaht worden. Danach können insbesondere sechsglie- 
drige Krystalle mit zweigliedrigen und regulären zusammenfallen. Unsere Kry- 
stallsysteme sind künstliche Gruppen, aus den Symmetrieverhältnissen der Kry- 
stalle abgeleitet, d. h. aus der Uebereinstimmung dessen, was geometrisch und 
physikalisch gleich und verschieden ist. Durch die Annahme von Linien (Axen) 
als Richtungen, in welchen die Molekularkräfte gleichartig wirkten, erhalten sie 
einen bestimmten Ausdruck, während die Formen selbst in allen dieselben sfnd. 
Deswegen giebt es auch keine Uebergänge aus einem System in das andere; 
€in Würfel wird nie als ein Rhomboeder betrachtet werden dürfen, denn in 
jenem sind alle Begrenzungselemente gleichwerthig, der Lichtstrahl erleidet in 
ihm eine einfache Brechung; in diesem tritt die Differenz einer Richtung 
(Eckenaxe, rhomboedrische Axe) als Hauptaxe gegen die übrigen hervor, hier* 



mit iQgleioh die Differenz des Oben und Unten gegen die Seiten ; in ihm ist 
jene eminente Richtung zugleich die einzige , in welcher der Lichtstrahl unge- 
brochen durch den Krystall geht, wahrend er in allen übrigen in zwei Strahlen 
gespalten wird. Und ähnlich ist es beim Vergleich eines sechsseitigen Prismas 
des sechsgliedrigen Systems mit einem rhombischen von 180^, wenn dasselbe 
durch Abstumpfung der scharfen Kanten zu einem sechsseitigen wird. Es ist 
deshalb zwar von Interesse, wenn sich nachweisen Ittsst, wie dies neuerlich 
u. A. von A. Nordenskitfld geschehen ist^), dass WinkelgrOssen und Axen- 
verhllltnisse nahe abereinstimmen bei gewissen zweigliedrigen und sechsgliedri- 
gen Krystallen, wie bei den beiden Formen des schwefelsauren Kalis, beim 
Kali- und Natronsalpeter, beim Aragonit und Kalkspath, d. h. bei dimorphen 
oder chemisch analogen Körpern, wenn man die sechsgliedrige Form als eine 
zweigliedrige Combination auffasst, oder wenn man die zweigliedrigen Formen 
sich als gewisse Zwillinge denkt, wodurch sie dann gleichsam zu sechsgliedrigen 
werden. Allein die so herbeigeführte Uebereinstimmung oder Aehnlichkeit ist 
lediglich eine mathematische, nicht eine physikalische. 

Dennoch giebt es einzelne Fälle, in welchen Körper, welche in verschiede- 
nen Systemen krystallisiren, für isomorph erklärt werden müssen. Dies findet 
aber, so weit die Erfahrung reicht, nur in den beiden grossen Gruppen des 
Augits und des Feldspaths statt, d. h. bei dem zwei- und eingliedrigen und 
dem eingliedrigen System. Der Rhodonit und Pajsbergit, so wie der Babingtonit 
stehen dem eigentlichen Augit ausserordentlich nahe, obwohl die Richtungen, 
welche bei letzterem rechtwinklig sind, hei ihnen um 2 — 3^ davon differiren. 
Der Orthoklas ist das einzige Glied der Feldspaihgruppe, welches man dem 
zwei- und eingliedrigen System zuzählt ; die beiden Flächen seines vertikalen 
Prismas zeigen indessen schon in geringem Grade jene physikalische Differenz, 
welche sie bei den eingliedrigen Feldspathen so entschieden wahrnehmen las- 
sen. Solche vereinzelte Fälle erfordern natürlich eine besondere Beurtheilung. 

Die Fundamentalerfahrungen, aus denen die Kenntniss der Isomorphie her- 
vorging, wurden an Verbindungen gemacht, denen aus anderweitigen Gründen 
eine analoge Zusammensetzung zugeschrieben wird. Da aber das, was wir die 
chemische Constitution einer Verbindung nennen, d. h. die Gruppirung der 
Elementaratome, in das Gebiet der Hypothesen fällt, so muss man richtiger nur 
sagen, dass Gleichheit der Krystallform bei Körpern gefunden wurde, die eine 
relativ gleiche Anzahl von Elementaratomen enthalten, also stöchiometrisch 
gleich sind, wobei auch noch zu erwägen ist, dass die Grösse des Atoms 
(Aequivalents} oft selbst das Produkt einer bestimmten Annahme ist, und sein 
Werth möglicherweise halb oder doppelt so gross sein könnte. Wie also auch 
die Verbindung KSO^ constituirt sein mag, so ist doch klar, dass sie und die 
isomorphen Verbindungen KSeO*, KCrO*, KMnO* als gleich constituirt zu 
denken sind. Ob aber alle diese Salze KRO^ oder, wie Einige annehmen. 



UV 

K*BO* Süd. bsst sich faktisch nicht entacheidcii. Die benorphie pebC alM 
iLciiieD Aofschloss Hbcr die Constitation, nicht einmal Ober die relative Zahl dar 
Atome einer Yerbindnog. Die bomoqihie Ton Co'S und AgS wird nicht er- 
klärt dadurch, das man letzteres flir Agf S hilt, denn jenes ist iseoMMph auch 
mit FeS, PbS und ZnS, welche nicht ab R'S betrachtet werden können. Dia 
Formel der Thonerde wird doreh deren Isomorphie mit dem Eisenozyd nicht 
bewiesen: es ist lediglich eine Annahme, dass jene aus 2 At. Metall und 
3 At. Sauerstoff, gleich diesem , bestehe, nnd wenn die Beriilerde mit dar 
Thonerde isomorph ist, in ihren chemischen Eigenschaften aber den Monoxyden 
nahe sieht, so dass man zweifelhaft ist, ob siefie oder Ae sei, so ist dies nur ein 
Beweis, dass die Uebereinstimmung der Krjstallformen nicht nothwendig eine 
analoge Zusammeosetzuog bedingt, am wenigsten aber eine solche beweist. 

Ueberhaupt aber ist die Isomorphie nicht nothwendig mit der diemisdiea 
Constitution verknüpft, d. h. mit der Stellung der materiell versdiiedenen 
Atome in dem zusammengesetzten Atom der Verbindung, denn sie tritt auch 
da auf, wo von einer Constitutioo nicht wohl die Rede sein kann, bei einfachen 
KOrpem und bei Verbindungen aus je einem Atom derselben. Wir können sie 
daher nur als eine Folge gleicher oder analoger Anordnung der chemisch 
gleichartigen Atome, einfacher wie zusammengesetzter, in dem geome- 
trischen Bau der Kristalle betrachten. 

In der That ist schon jetzt die Zahl solcher EOrper sehr ansehnlich, die 
gleiche Krjstallform haben, nach allem aber, was man von ihrer Constitution 
als wahrscheinlich behaupten kann, darin einander höchstens ahnlich, mitunter 
auch ganz verschieden sind. Dies ist die komorphie von stOchiometrisch 
ungleichen Verbindungen. Anorthit ist isomorph mit Labrador; jener ist 
eine Verbindung ftÄlSi', dieser ftÄlSi'; die relative Zahl der Atome ist ver- 
schieden. Die Gruppe des Feldspalhs, Augits, Turmalins, wahrscheinlich auch 
des Glimmers, die Singulosilikate von R und R liefern zahlreiche Belege dafbr, 
dass Isomorphie bei Verbindungen von ähnlicher Constitution vorkommt. 
Die grosse Formenähnlichkeit von Aragonii und Kalisalpeter, von Kalkspath 
und Natronsalpeter, von Augit und Borax, von Chrysober^'ll, Olivin und Bitter- 
salz u. s. w. beweist aber, dass auch Verbindungen von durchaus verschie- 
dener Constitution isomorph sein können. 

Für die Constitution der Mineralien ist die Isomorphie von Oxyden und 
Schwefeimetalien von grosser Wichtigkeit. 

Die Monoxyde krystallisiren regulär (äg, Ni, Cd), zweigliedrig 
(Cu, Ph; , und sechsgliedrig (Zn) . Dennoch sind Verbindungen, von Itg, Cn 
und Zn isomorph, so dass man glauben muss, sie kOnnen unter Cmständen 
sämmtlich isomorph sein. 

Die Sesquioxyde sind viergliedrig (fin) oder sechsgliedrig (A, 
Fe, 4ir,. 

Hieraus folst nicht blos, dass jedes Oxyd heteromorph sei, sondern aucb| 



LV 

da» die Honoxyde unter Umsttfnden mit den Sesquioxyden iso- 
Borph sind. 

Diese Ansicht wird durch Thatsachen sehr untersttttit, die sich mir bei 
Mineraluntersuchungen gezeigt haben. Der Eisenglanz enthttlt häufig kleine 
Mengen Eisenoxydul und Magnesia; das Bisilikat ftSi ist isomorph mit dem Bi* 
Silikat Re&' ; regulfire Oktaeder, aus Fumarolen am Vesuv gebildet, und von 
rhomboedrischem Eisenoxyd begleitet, sind eine Verbindung lilg'l^e* (Magno* 
ferrit) ; der gleichfalls regulär krystallisirte Franklinit ist A'ft, worin ft s ^e 
ond Zu, ft =a 1^ und iln ist. 

Die isomorphen Verbindungen eines Monoxyds und eines Sesquioxyds, die 
Glieder der Spinellgruppe, sind also nicht immer aus je einem Atom beider zu- 
sammengesetzt ; sie sind ganz allgemein =s tl''*ft'', d.h. Mischungen zweier iso- 
morphen Verbindungen. 

Dieselben Erscheinungen wiederholen sich bei den Schwefelmetallen. 
Die meisten Monosulfurete RS krystallisiren regulär, einige zweigliedrig 
!€iiS, AgS), einige sechsgliedrig (CdS, NiS, HgS). Sie sind also heteromorph^). 
Rnstallisirte Sesquisulfurete R^S' sind zwar nicht bekannt, allein die Ver- 
biodungen von beiden Arten sind isomorph mit den Monosulfureten (regulär 
sind Bnntkupfererz, Guben, Kobaltnickelkies, viergliedrig sind Kupferkies und 
Homichlin, zweigliedrig ist der Sternbergit, sechsgliedrig der Magnetkies), und 
wir können recht gut annehmen, dass derartige isomorphe Verbindungen im 

Allgemeinen s= R^R" sind, d. h. Mischungen aus zwei isomorphen Schwefel- 
metallen*). 

Isomorphie von Schwefel- und Arsenikverbindungen. Die 
grosse Aehnlichkeit in den Krystallformen bei Speerkies (FeS*), Arsenikkies 
(FeS^ + FeAs) und Kobaltarsenikkies (RS^ + RAs) einerseits, so wie bei Schwe- 
felkies (FeS*), Kobalt und Nickelglanz (RS' + RAs) ') hat auf die Isomorphie 
von RS' und RAs geführt. Auch ist es sehr wahrscheinlich, dass die sechs- 
giiedrigen Formen Ni'Sb, Ni'As und NiS im Zusammenhang stehen, während 
Co As, NiAs die reguläre Form vieler Sulfurete RS besitzen^). Hieraus folgt, 
dass auch dieArseniete R^As und RAs unter Umständen isomorph sein können, 
was durch die wechselnde Zusammensetzung des Arsenikeisens Fe"* As** und des 
Speiskobalts R^'^As" wirklich sich bestätigt, und mit der Heteromorphie der 
Metalle zusammenhängt. Zweigliedrige Formen, wie sie Fe*" As** zeigt, finden 
sich überdies beim Antimonsilber Ag*"Sb* wieder. 

Breithaupt: Pogg. Ann. LI, 510. — v. Kobell : J. f. pr. Chem. XXXIII, 402. — 
G. Rose: Pogg. Aon. LXXVI, 75. MineraUyst. S. 46. 



1) Die Dimorphie von 6a S, AgS, NiS ist bekannt. 
i) S. Buntkupfererz. 

I) WegeodesADtimonnickelglanzes kommen auch Antimonverbindungen hier in Betracht. 
4) Die Isomorphie von RS und RAs würde die Zusammensetzung des Amoibits und 
Gendorffits erkläreo. Vgl. S. 66. 



LVI 

Iflooiorphe Mischungen. Aus der gemeinBoheftlichen AuflOtUg iso- 
morpher Verbindungen krystallisirt eine isomorphe Mischung , deren Messe 
homogen erschrint, obwohl ein solcher KrystaU entweder ein Gomplex aneinan- 
dergdagerter Atome der einxelnen isomorphen Karper ist, oder aus einem viel- 
fachen Wechsel von einzelntti Krystallschiditen jener besteht, in gewisser Art 
ebenso besdbaflen, wie ein KrystaU, welcher sich in der Auflösung einer iso- 
morphen Substans vergrtfssert hat, und physikalisch wie chemisch seine hete- 
rogene Beschaffenheit erkennen ISsst. Bei Gelegenheit einer diesen Gegenstand 
betreffenden Untersuchung^) habe ich in der chemisdien Natur der inneren 
und äusseren Schichten eines Krystalls, der in der Losung isomorpher Salze sich 
gebildet hatte, keine Verschiedenheit finden können. 

Bei der Bildung der Mineralien scheinen alle Umstände das Entstehen iso- 
morpher Mischungen begünstigt zu haben, und die letzteren spielen deshalb 
eine sehr wichtige Rolle, ja häufig sind die einzelnen Grundverbindungen nicht 
oder nur zum kleinen Theil für sich bekannt. Fahlerz, Spinell, die rhomboe- 
drischen Garbonate, Olivin, Augit (Hornblende), Feldspath, Glimmer, Turma- 
lin, Granat,^ Vesuvian, Epidot sind nicht mehr die Namen einzelner Mineralien, 
sondern ganzer Gruppen, deren jede ihre Grund Verbindungen und die isomor- 
phen Mischungen derselben einschliesst^). Die Kenntniss dieser Gruppen, die 
Deutung der chemischen Natur wichtiger und zahlreicher Mineralien, die, von 
den Mineralogen fUr eine sogenannte Species erklärt, chemische Verschieden- 
heiten in der Art und relativen Menge einzelner Bestandtheile ergeben hatten, 
das Mittel, für solche verschiedene Abänderungen einen allgemeinen Aus- 
druck, die stöchiometrisobe Gleichheit der Zusammensetzung zu finden, alles 
dies ist eine Folge der Entdeckung der Isomorphie. Wir brauchen bei reinem 
Material jetzt nicht mehr kleine Mengen eines Stoffes für unwesentlich, für bei- 
gemengt zu erklären, wie man zu thun genöthigt war, als man die Analysen 
der Mineralien stöchiometrisch zu berechnen suchte, bevor die Isomorphie be- 
kannt war. 

Bei isomorphen Verbindungen von analoger Zusammensetzung kann die 
materielle Verschiedenheit den einen oder anderen Bestandtheil oder beide 
treffen, und im Fall diese Bestandtheile keine Elemente sind, kann sich die 
Verschiedenheit möglicherweise in gleicher Art auf letztere als auf die entfern- 
teren Bestandtheile erstrecken. (K Gl - K J - Na Gl - Am Cy ; Na S - Ag 5e) . Es 
giebt unter den Mineralien viele Isomorphieen, bei denen der eleklronegative 
Bestandtheil der Verbindungen ein anderer ist (Schwefel -Selen- Arsenik-An- 
timonverbindungen ; Haloidsalze, Molybdate und Wolframiate; Phosphate und 
Arseniate), aber bei weitem grösser ist die Zahl der isomorphen Verbindungen, 
welche in der Natur des elektroposiliven Bestandtheils verschieden sind. 



1) Kammeisberg über das VerhältnisSi in welchem isomorphe Körper insanmeQ- 
krystallisiren. Pogg. Ann. XCI, 8t1. 

i] Vgl. Ramm elsberg über die Silikate etc. Ztschrft. d. geol. Ges. X, 47. 



LVII 

Die iflomorphett Hischungan pflegt man httuflg als einfache Verbindoogen 
«miiselieDY ia welchen der eine Beatandtheii durch das Aeq. eines anderen 
verirelen oder ersetzt werde; auch nennt man diese Bestandtheile selbst 
wohl isomorphe. Die abgekürzte Schreibart der Formeln isomorpher Mischun- 
geo hat Yiel dazu beigetragen, diesen an sich bildlichen Ausdrücken einen Wertb 
10 geben, der ihnen nicht gebührt. In einem rhomboedrischen Carbonat, wel- 
ebes Kalk, Magnesia und Eisenoxydul in dem Atomverhaltniss von 3:2:4 
eDthflliy hat man eine isomorphe Mischung von 30a(!, iiL%C und J^eC, von drei 
isomorphen Carbonaten, deren ausführliche Formel 

io die kürzere 

tCa| 
(Ca, % fe)C oder! lüg VC 

ife) 
verwandelt wird. 

Bei der stüchiometrischen Berechnung, insbesondere der Silikate, hat man 
es hautig mit einer grosseren Zahl von Monoxyden zu thun, die man als soge- 
nannte isomorphe Basen zusammenfasst , ohne dass die Isomorphie der Silikate 
aller einzelnen thatsfichlich erwiesen ist. Es gilt dies insbesondere von den 
Alkali- und Erdsilikaten, von der sogenannten Vertretung von Kalk und Natron 
io diesen Verbindungen. Obwohl schon Hausmann auf die Isomorphie der 
Salfate von ihnen hingewiesen hat, kennt man doch kein kr\stallisirtes wasser- 
freies Natronsilikat, etwa das Bisilikat, dessen Form mit der des Wollastonits 
za vergleichen sein würde. 

Welchen Einfluss die relative Menge zweier isomorpher Verbindungen auf 
die Winkel, die Art derFlilchen und herrschenden Zonen und auf die Struktur 
aasübt, ist bis jetzt kaum bekannt. Die isomorphen Mischungen der rhomboe- 
drischen Garbonate haben Winkel, welche zwischen denen ihrer Grundverbin- 
dungen liegen; ihre Spaltbarkeit ist die der letzteren. Diopsid {Ca&i + AgSi) 
ist in der Flächenausbildung und Struktur verschieden von Tremolith (CaSi + 
3ägSi); wird dieser ober geschmolzen, so krystallisirt er beim Abkühlen in 
der Fonn des Diopsids und zeigt auch die Augitstruktur. 

Unter den isomorphen Verbindungen, welche stüchiometrisch un- 
gleich sind, treten zuvörderst diejenigen hervor, welche eine ähnliche Con- 
stiiution haben. Diese Aehnlichkeit kann aber eine mehrfache sein : 

a) Die isomorphen Verbindungen enthalten dieselben Elemente, jedoch in 
anderen Verhältnissen (RO und H^O^ RS und R^S^ OaAlSi' als Anorthit mit 
Kalklabrador Ca ÄlSi^; Na^l^eäi* im Aegirin mit Na^Fe'Si^ im Akmit, über- 
baapt Peäi und l^eSi' in der Augilgruppe) . 

b] Sie enthalten verschiedene Elemente, deren stOchiometrisch gleiche Ver- 
bindungen schon isomorph sind. (Die Oxyde und Sulfurele, deren R verschie- 
den ist: OaAlSi' mit ICÄlSi*; OaSi und MnSi im Rhodonit mit l^e SiMm Ba- 
bingtonit; RSi und l?eSi< in der Augitgruppe; R^Äi^Si» » Mejonit mit R^^ft^Si» 
«Hamboldtilith). 



LVIU 

Hierher gehört auch die Isomorphie von BisUikat ftSi mit Bielmniiuil ft'Xl* 
in der Augitgruppe (was natQrlich keine Isomorphie von Kiesebtture nnd Thon- 
erde bedingt). 

Dass slöchiomeirisch ahnliche KOrper^ die isomorph sind, sich ebenso in 
isomorphen Mischungen vereinigen können , lehren die angeführten und nodh 
viele bekannte Falle. 

Was endlich solche Ktfrper betrifft, die nahe gleiche Form bei grosser Ver- 
schiedenheit in der chemischen Natur zeigen, so konnte man geneigt sein, 
ihre Isomorphie für scheinbar, fUr lufMlig lu halten. Aragonit, Kalisalpeter 
und Boumonit; Kalkspath, Natronsalpeter und Rothgttltigen ; Chrj'soberyll, 
Olivin und Bittersalz; Augit und Borax u. s. w. Sind sie wirklich Isomorph? 
Da die Thatsachen für diese Behauptung nicht ausreichen, so kann man nur mit 
Hülfe einer Hypothese solche Körper für isomorph erklären. 
6. Rose: Pogg. Aon. LXXVI, S9I. 

Isomorphie der Verbindungen von ll und R. Wenn die Mon- 
oxyde und die Sesquioxyde für sieb isomorph sind , so ist es erklärlich , dass 
auch ihre Verbindungen es sind. In der Augitgruppe ist in der That ftSi iso- 
morph mit FeSi*, also auch gewiss mit ÄlSi', wenn die Thonerde elektropositiv 
ist, und der Spodumen wäre dann eine isomorphe Mischung von SASi mit 
iÄlSi'. Besonders aber unter den zablreicben Singulosilikaten lassen sich ein- 
zelne isomorphe Gruppen erkennen , deren Glieder die beiden Silikate ll^Si und 
fi'Si* in verschiedenen Verhältnissen enthalten. So z. B. die regulären: 

Sodalith ft + R 

Granat SA + ft. 

Die viergliedrigen: 

Mejonit 3A -i- 2ft 

Sarkolitb dll + fi 

Vesuvian 9 R + ? R (oder vielleicht ursprünglich 6 A + 11) 

HumboIdtilitb6A + fi. 

Die zwei- und eingliedrigen: 

Epidot 3 ft + 2 fi 

Orthit 3A+ fi. 

Bei gleicher Menge ft verhalten sich mithin die Mengen von R ss 4 : 3; ■■ 
4 : 2 : 3 : 4 : = I : 2. Es scheint demnach, dass die relativen Mengen von ft 
und ft keinen Einfluss auf die Form haben, d. h. dass überhaupt ft^Si isomorph 
sei mit ^^&i*. Dann sind aber solche Doppelsilikate weiter nichts als isomorphe 
Mischungen, die freilich oft aus einer grossen Zahl isomorpher Grundverbindun** 
gen bestehen, wenn man die Natur der Basen R und ft bei einigen, z. B. beim 
Granat, Orthit etc. in Anschlag bringt. 

Zu derartigen Schlüssen gelangt man freilich nur, wenn man überhaupt 

die erwähnten Mineralien für isomorph hält, und nicht glaubt, dass z. B. die 

'gliedrigen nur im Allgemeinen ähnliche Erystallform besitzen. Allein Epidol 



LIX 

fld OHhit sind doch wirklich isomorph ; ihre Krystalle kommen in regelmfissi- 
er ferwachsung vor , wie Orthoklas and Albit , oder grOner und rother Tar- 

Es konnte nach dem Angeführten nicht befremden , wenn die Isomorphie 
iweier siOchiometrisch verschiedenen, jedoch ahnlichen Verbindungen sich auch 
lei einem und demselben Mineral in einem Schwanken der relativen Menge 
euer zu erkennen gttbe; dann würden z. B. Vesuvian und Epidot nur ganz all- 
fmmn als mti^äi -i- nlt^Si' zu bezeichnen sein, und die Analysen mttssten für 
tie einzelnen Vesuviane und die einzelnen Zoisite , Pistacite etc. die Grosse von 
R und n feststellen. Hermann behauptet in der Tbat , dass dem so sei , dass 
M den beiden genannten Silikaten das Verhältniss A : ft variire , dass es Epi« 
klegebe, in welchen 3tl + ft, 2tl + ft, SK -i- 5ft, \ik + 7ft vorhanden 
sei. Hermann hat diese Art von Isomorphie als He te rem er ie bezeichnet, 
und die Hypothese aul^estellt , dass unter solchen verschiedenen Verbindungen 
ndi immer einige befinden , welche ursprüngliche sind , während die übrigen 
larch Zusammentreten dieser entstanden. So sieht er die Epidotverbindungen, 
welche 3 tl + 2 ft SS A und 2 tl -i- ft ss B enthalten , als heteromere Moleküle 
an, und denkt sich die 8tl + 5ft als 8A + B, die 42 A -i- 7R als dA + B*). 

Ganz abgesehen von dieser Hypothese muss für die Begründung der Hete- 
romerie erwiesen sein, dass bei den genannten Mineralien die Basen tl und ft in 
ihrer gegenseitigen Mengo Schwankungen unterliegen. Die von Hermann aus- 
gehlhrten Analysen sprechen allerdings dafür ; allein ich habe bei eigenen Un- 
tersuchungen nicht die Ueberzeugung gewinnen können, dass die von Her- 
mann behaupteten Verschiedenheiten existiren^), und erinnere an das im Frü- 
heren über die bei Mineralanalysen erreichbare Genauigkeit Gesagte , wonach 
alle oomplicirten Verbindungsverhältnisse eine vorsichtige Beurtheilung verlan- 
^. In dem vorliegenden Falle') insbesondere werden die Sauerstoffpropor- 
tioaen durch die Menge beider Oxyde des Eisens afficirt , und da deren Bestim- 
mung sehr seh wierig ist , sind complicirte Mischungsverhaltnisse , auf einzelne 
ÄDalysen gebaut, sehr fraglich. 

Andere von Hermann angeführte Fiille von Heteromerie fallen theils zu- 
sammen mit der Isomorphie stöchiometrisch verschiedener Verbindungen , theils 
ermangeln sie der Begründung wegen unsicherer Kenntniss der Form oder der 
Zusammensetzung, und werden zum Theil durch neuere Untersuchungen wider- 
legt, so dass jedenfalls die Thatsachen, welche zu einer Isomorphie im Sinne 
Hermann's leiten, noch nicht vorhanden sind^). 



1) spater bat Hermann auch RH so wie das Wasser selbst als sogenannte acceMori- 
icke Moleküle in die Formeln aufgenommen. 

2) S. die Artikel Epidot and Vesuvian. 

I) Früher hatte Hermann bis S*/« p. C. Kohlensäure in Epidoten gefunden, die später 
fmr Wasser erklärt worden. 

4) Zu welchem leeren Formelspiel solche und ähnliche Hypothesen führen , das beweist 
4iaAiisicfat Hermann 's (and Anderer): Alle Feldspathe seien Verbindungen von RRSi* 



HarpianD: J. L pr. Cbem. XLIU, 8«. 84. LU, 250. LXX, 824. LXXIV» tM. hJXS, 

385. LXXVUl, 395. — RammeUberg: Pogg. Ann. LXXVI, 89. LXXXIV, 458. Supplo- 
ment IV zu meinem Handwörterb. XIX. 

Siehe ferner : 

V. Kübel 1 über Isoinoq)hie, Dimorphie, Polymerie und Heteromerie: 
J. f. pr. Chem. XLIX, 469. 

Polymere Isomorphie. Wir haben in dem Abschnitt: über die Fiink^ 
tion des Wassers in Mineralien bereits bemerkt, dass es aus chemischen Grttft- 
den unstatthaft sei , das Wasser als eine Basis 2u betrachten , und dass eine 
Vertretung einer Basis durch Wasser oder umgekehrt nur eine Art symbolischen 
Ausdrucks in Fällen sei , wo die Affinität von Basis und Säure durch das che^ 
mische Moment des Wassers afficirt, und, wie so häufig, ein basisches Salz oder 
Bine Verbindung von Salz und Hydrat der Basis gebildet wurde. 

Scheerer hat die Hypothese aufgestellt, dass drei Atome Wasser die 
Stelle von einem Atom eines Monoxyds vertreten können, dass Verbindungen, in 
welchen diese Vertretung stattfinde, gleiche Rrystallform haben, und er hat diese 
Art von Isomorphie als polymerelsomorphie bezeichnet. 

Offenbar enthält diese Behauptung zwei Hypothesen ; zunächst die , dass 
zur Entstehung gleicher Krystallform nicht blos die materielle Beschaffenheit 
und die Anordnung der Atome, sondern unter Umständen auch ihre Zahl in 
Betracht komme ; die zweite Hypothese spricht dies in Betreff bestimmter Küt^ 
per und bestimmter Zahlen aus. Es wird nicht behauptet, dass Wasser und ein 
Monoxyd, z. B. Magnesia, isomorph seien, was sie in der That auch nicht sind, 
sondern dass in Verbindungen die Stelle , welche drei Wasseratome einnehmen, 
durch ein Magnesiaatom ausgefüllt werden könne , ohne dass der Krystallbau 
eine Veränderung erfahre. Man sollte glauben , dass dies möglich sei dadurch, 
dass 3 Wasseratome denselben Baum einnehmen wie ein Magnesiaatom , allein 
die in gewöhnlicher Art zu berechnenden Atom voiume beider Körper sind durch«- 
aus verschieden. 

Es muss also thatsächlich nachgewiesen werden , dass zwei (oder mehre) 
Verbindungen, welche sich nur dadurch unterscheiden, dass die eine i At. tl 
weniger enthält als die andere, dafür aber 3 At. Wasser, dieselbe Krystallform 
haben. 

Scheerer hat solche Thatsachen nachzuweisen gesucht an Gordierit und 
Aspasiolith, an Olivin und Serpentin und einigen anderen in Krystallform ver- 
gleichbaren Körpern. Allein diese Thatsachen sind unbrauchbar, 
weil die zum Vergleich benutzten wasserhaltigen Krystalie Pseudomorp ho- 
sen der wasserfreien sind, die im Innern sehr oft die noch unzersetzte ur- 



and RnSi^. Hermann hat nicht einmal, wie er doch meint, nachgewiesen, dass sie so 
betrachtet werden können, denn zu derartigen Betrachtungen geben die Tbatsachea 
von selbst Anlass. Etwas anderes wäre es, wenn er nachgewiesen hfitte, dass sie so be- 
trachtet werden müssen. 



ae Wasser annimmt '), dass er in Metallsulfaten die 6 At. Wasser, 
1er Warme zunächst entweichen , für basisches Wasser httlt, dass er 
)tung wagt , den Skapolithen sei pseudomorphe Bildung gans fremd, 
! Resultate von Mineralanalysen überhaupt stets seiner Hypothese gtLn- 
, beweist ebenfalls nur, dass er eine unbegründete und unnöthige 
aufrecht erhalten will. 

iscbof: Geologie II, 258. 279. — Blum: Psendomorphoseii u. Kachtrsg in 
nS. 58. — Haidinger: Pogg. Ann. LXXI, 266. — Naamannt J. f. pr. 
CXXIX, 4 96. XL, 4. — Rammeisberg: Sapplem. lU. IV. V. zum Handwörtar- 
- G.Rose: Pogg. Ana. LXXXII, 6H. Vgl. Serpentin. — Scheerer: Pogg. 
yUh 319. LXIX, 535. LXX, 441. 545. LXXI, 445. J. f. pr. Chem. L, 449. LIU, 
Sg. Ann. LXXIII, 455. LXXXIV, 824. LXXXV, 287. LXXXVII, 78. 87. 

Mineralsystem. 

iter wir in die Kenntniss der chemischen Verbindungen eindringen, 
er ergiebt sich, dass alle Eigenschaften eines Körpers in einer inne- 
oUi wendigen Beziehung zu einander stehen. Werden dereinst alle 
ten der Körper bekannt sein, so wird sich zeigen, dass die Art und 
dieser Eigenschaften für alle Körper eine nähere oder entferntere 
üg, Analogie oder Aehnlichkeit hervorbringt. Dann wird sich leicht 
die verschiedene Grösse dieser Aehnlichkeit bestimmen lassen; dann 
öglich sein, die Eigenschaftsdifferenz in einer Reihe darzustellen, 
assification oder System genannt werden mag. 
, selbst wenn es möglich wäre , die Gesammtheit aller Eigenschaften 
lernen, würde sich die Stellung der Körper nicht durch eine Reihe 
lassen. Die unendliche Manchfaltigkeit der Naturerscheinungen , die 



LXII 

tu denelbea Zeit i wischen zwei andere Körper stellt. Jeder KOrper gehört 
gleichzeitig in mehre Reihen, deren jede darch die Grösse einer gewissen Eigen- 
schaft bezeichnet ist. Eine lineare Aneinanderreihung der KOrper, in welcher 
jeder einzelne nur mit zwei anderen in Berührung steht, ist mithin immer ein 
dflrftiges, mangelhaftes, ganz ungenügendes Bild, nie im Stande, die Totalitat 
des Zusammenhanges auszudrucken , und wie auch eine soldie Reihenfolge be- 
schaffen sei, immer wird sich zeigen, dass ein Glied , in gewissen Eigenschaften 
allerdings seinen Nachbarn am nächsten , doch in irgend einer anderen Eigen- 
schaft weit mehr gewissen entfernteren Gliedern sich nähert, als jenen. 

Diese Schwierigkeit hat sich , bewusst oder unbewusst , allen Denen ge- 
zeigt, welche bisher mit dem höchst mangelhaften Material unserer dermaligen 
Kenntnisse eine systematische Anordnung der chemischen Verbindungen , der 
kdnstlich dargestellten gleichwie der natttriichen , versucht haben. Sollen wir 
aber derartige Versuche gar nicht wagen, weil uns die Eigenschaften keines 
einzigen Körpers vollständig bekannt sind, und weil , selbst wenn dies der Fall 
wäre , eine Reihenfolge nie der Ausdruck von allem ist? Sollen wir dem Ideal 
nicht zustreben , weil seine Erreichung in grosser Feme liegt? Gewiss nicht. 
Ganz abgesehen von dem praktischen Nutzen beim Studium der Wissenschaft 
wird jeder, wenn auch mangelhafte Versuch , den Zusammenhang der Körper 
untereinander zu finden, den Fortschritt der Wissenschaft begünstigen, weil 
wir dann am leichtesten sehen, welche Stellen des unermesslichen Gebietes der 
Erforschung zunächst bedürfen. 

Da das vorliegende Werk nur einen sehr kleinen Theil der Elemente und 
Verbindungen , und auch nur die chemischen Eigenschaften derselben behan- 
delt, so gehört die Systematik, streng genommen, gar nicht hierher. Es mögen 
indessen einige Betrachtungen, die Systematik betreffend, hier entschuldigt 
werden , weil die chemischen Eigenschaften in der Geschichte derselben eine 
grosse aber entgegengesetzte Rolle gespielt haben. 

Die beschreibenden Naturwissenschaften (Zoologie, Botanik), denen 
das Hülfsmittel des Versuches fehlt, haben es mit lebenden Organismen zu 
thun, welche sehr manchfacbe Aggregate von Wasser und chemischen Verbin- 
dungen (organischen Verbindungen) sind , die nicht selten dieselbe Zusammen- 
setzung , immer aber eine bestimmte organische Struktur haben , und in jedem 
Augenblick durch Aufnahme oder Abgabe von Stoffen (Stoffwechsel) eine Ver- 
änderung erfahren. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt hat diese Struktur, die- 
ser Stoffwechsel Bestand ; eine dem Organismus inwohnende selbstthätige , Be- 
wegung hervorrufende Ursache hört dann auf, zu wirken ; nach dem Absterben 
unterliegen die einzelnen chemischen Verbindungen denjenigen Zersetzungspro- 
zessen, welche Luft und Wasser hervorrufen können. 

Die Systematik organisirter Wesen muss auf die Beschaffenheit ihrer r- 
ganc gegründet sein. Klassen, Ordnungen, Familien, Gattungen , Arten sind 
Gruppen, gebildet durch die Gleichartigkeit einer grösseren oder geringerai 
Zahl von Organen. Die Systeme der Botanik und Zoologie ziehen also nur die 



Lxni 

iQssere und innere Form (Struktur) der Organe in vBetracht , nicht die Form 
oder die chemische Beschaffenheit der einzelnen Verbindungen , deren Gomplex 
diese Organe aufweisen. In der organischen Welt bedingen äussere und innere 
Fonn der Organe die Manchfaltigkeit der Einzelnwesen. 

Die Chemie (Mineralogie) hat es mit Elementen und deren Verbindungen zu 
Ihm. Es fallen ihr auch die Verbindungen zu, welche im Pflanzen- und Thier-^ 
erpnismus vorhanden sind , jedoch erst nach dem Absterben desselben , denn 
die chemische Charakteristik ist unabhängig von der Stellung und Funktion, die 
sie im lebenden KOrper bekleideten. Organisch beissen sie nur wegen ihres 
Ursprungs, nicht wegen ihres chemischen Verhaltens. Die chemischen Verbin-* 
dangen bedürfen , einmal gebildet, nicht des Hinzutretens von Stoff: sie erhal- 
ten sich selbst, so lange nicht ein Angriff chemischer Ägentien auf sie stattflndet. 
Sie sind selbststSindige Körper (daher keine Uebergänge, wie bei Gemen- 
{BD, I. B. gemengten Gebirgsarten) und, so weit sie fest sind, vielleicht immer 
GllNg, zu krystallisiren. Die Krystallform ist der Stempel der Selbststän- 
di^eü. 

Die Unterscheidung und Klassißkation der Elemente und Veii>indungen 
kann sich nicht blos auf äussere und innere Form (Struktur) gründen, weil es 
isomorphe und heteromorphe Körper giebt; sie kann sich auch nidit blos auf 
(fie chemische Zusammensetzung gründen (weil es heteromorphe und isomere 
Körper giebt). Sie muss sich gleichzeitig auf alle Eigenschaften, vorzugsweise 
aber auf Form und Zusammensetzung, gründen*). 

Es bedarf heutzutage keines Beweises , dass das Material der Mineralogie, 
die HQlbmittel , dasselbe zu erforschen , die Eigenschaften , welche die Minera- 
lien an and für sich besitzen , dieselben seien , welche dem grossen Gebiet der 
Chemie zugehören, sofern man die Chemie nicht in dem beschränkten Sinn auf- 
hsst, dass ihre Aufgabe lediglich die Erforschung der chemischen Natur ist, 
sondern dass der Chemiker zugleich die geometrischen und die sonstigen physi- 
kalischen Eigenschaften einer künstlich dargestellten Verbindung zu untersuchen 
habe. Wir vindiciren der Chemie die^n Umfang, weil wir nicht der Ansicht- 
siiid, dass die Krystallform Gegenstand einer besonderen Wissenschaft sei , dass 
die Dichtigkeit, das optische Verhalten u. s. w. von dem Physiker bestimmt 
werde, da Physik und Mathematik die allgemeinen Gesetze der Körper 
Bach Raum und Zeit behandeln und ihr Umfang an sich schon sehr gross ist. 
hsofem also ist die Mineralogie (Oryktognosie) ein Theil der Chemie, und zwar 
ea sehr beschränkter ; die in der letzteren geltenden Grundsätze müssen dann 
lalle Anwendung auf die Mineralogie finden. 

Die ungeheure Masse des Materials in der Chemie erschwert jeden Versuch, 
jetzt schon ein System aufzustellen. Die geringe Zahl der Mineralien hat aber 
Khon längst und oft dazu aufgefordert, und es ist lehrreich, zu sehen, welche 



41 6. Rose aast aabr treffend: Die Krystallform ist nichts anderes als der Ausdnick 
:i #nef bestimmten Zosammensetzung (Mineralsyst. S. 6.). 



LUV , 



oft sehr einseitige und divergirende Ansichteo, ja welche unglaubliche Imhttmer 
dabei vertheidigt worden sind. 

Wir wollen hier keine Geschichte der Mineralsysteme geben, am wenigsten 
jene Versuche von Werner, Uauy, Karsien besprechen, welche der ersten 
Periode der Wissenschaft angehören, theilweise auf sehr richtigen Prinzipien be- 
ruhen, aber bei der höchst unzulnnglichen Kenntniss des Materials jetzt nur 
noch einen historischen Werth halben. Daran wollen wir nur erinnern , dan 
man immer von einem Gegensatz nalurhistorischer , chemischer und gemischter 
Systeme in der Mineralogie redet. Wir haben schon im Früheren (S. XXj 
bemerkt, Mohs habe die geometrischen und physikalischen Eigenschaften der 
Mineralien von den chemischen gleichsam abgelöst ; dies war ein Irrthuro i der 
daraus entsprang, dass er nicht wusste, wie alle Eigenschaften eines Körper» 
ein Ganzes bilden, seine Form keine zubillige, sondern der Ausdruck seines In- 
halts (der chemischen Natur) sei. Allein Mohs ist in einen zweiten, grösseren 
und ganz unbegreiflichen Irrthum verfallen , indem er chemische Verbindungen, 
wie es die Mineralien sind , nach gleichen Grundsätzen wie Pflanzen und Thiere 
klassificiren zu müssen glaubte. Sein System mit seinen Ordnungen, Geschlech- 
tern und Arten ist nichts w*eiter als eine auf die äusseren, beobachtbaren Eigen- 
schaften gegründete Anordnung, in welcher alle Mineralien für identisch gleiten, 
welche in solchen Eigenschaften übereinstimmen (viele isomorphe Körper). Mit 
einem Worte: er glaubte, nach dem Ausdruck Berzelius\ ein Mineral zu 
kennen, weil er wusste, wie es aussieht. 

Berzelius hat bekanntlich seit dem J. 4844 mit grösster Entsohied^iheit 
die Ansicht gellend zu machen gesucht, dass nur ein rein chemisches Mine- 
ralsystem brauchbar sei. Er sprach unverholen aus, dass nichts anderes aU 
die Zusammensetzung an der Klassifikation der Mineralien theilnehmen dürfOi 
und seine Versuche, die Prinzipien dafür weiter zu entwickeln und speciell zur 
Anwendung zu bringen, habe ich, auf seine eigene Veranlassung, historisch zu- 
sammengestellt und erläutert^). Er deckte mit grossem Scharfsinn die Inconse- 
quenzen, Mängel und Irrthümer der minerjalogischen Systeme auf, und erklärte^ 
dass ein genügendes chemisches Mineralsystem in der Gegenwart nicht mög- 
lich sei. 

Offenbar verkannte Berzelius nicht die Wichtigkeit der geometrischen 
und physikalischen Eigenschaften für die Körper der Chemie und Mineralogie; 
allein die Krystallkunde war ihm nicht geläufig , er legte der Form nicht die ge- 
bührende Wichtigkeit bei ; er verfuhr einseitig , indem er blos den materiellen 
Inhalt als maassgebend für die wissenschaftliche Anordnung der Körper ansah; 
auch er übersah noch, dass alle Eigenschaften eines Körpers Berechtigung 
haben, weil sie sämmtlich im Zusammenhang stehen. 



1) Berzelius' neues chemisches Mineralsystem nebst einer Zosammenstellang sei- 
ner iilteren hierauf bezüglichen -Arbeiten. Herausgegeben von G. Rammelaberg. Nürn- 
berg i847. 






L3rv 

Sind nun auch alle elDsicbtavoHen Mineralogen der Ansicht, dast ein rich- 
tiges Syslem erst von der Zukunft zu erwarten sei ^) , so dürfen wir doch nicht 
uBleriassen, schon jetit eine Gruppirung der Mineralien zu versuchen, und da- 
bei die Gessmintheil ihrer Eigenschaften , insbesondere Form und Zusammen- 
sekrong, zu Ralbe zu ziehen. Es liegen auch bereits mehre werth volle Ver- 
sodieder Art vor, wie z. B. 6. Rose*s krystallo-chemisches Mineralsystem, in 
welehem die Krystallform das Genus, die Zusammensetzung die Species be- 

SÜOUDt. 

Jedes 11 ineral ist eine chemische Verbindung, falls es nicht ein Element ist ; 
als solche hat es eine qualitativ und quantitativ feststehende Zusammensetzung. 
Zwei Mineralien, welche nicht chemisch identisch sind, sind eben zwei verschie- 
dene Mineralien. Allein dies genügt nicht. Zwei Verbindungen können gleich 
zusaromengeseUi und doch verschiedene Körper sein (Isomerie). Zur Identität 
imeier Körper gehört also, dass sie gleiches Atomgewicht und gleiche 
Constitution besitzen. 

Dies wird eine Folge gleichartiger Anordnung derEIementaratome, d. h. 
der materiell verschiedenen, sein. 

Nun kann eine und dieselbe Verbindung unter Umständen amorph, un- 
teranderen krystallisirt erscheinen; manche Eigenschaften werden dann 
verschieden sein (optisches Verhalten, Dichtigkeit, selbst chemisches Verhalten 
in gewissem Grade) ; es sind zwei verschiedene Körper, wie Quarz und Opal. 
Eodlicb im krystallisirten Zustande kann eine und dieselbe Verbindung in meh- 
ren unvereinbaren Formen erscheinen (Heteromorphie) ; dadurch ändern sich 
wiedennn viele Eigenschaften, und es sind verschiedene Körper, wie Änatas, 
Rutil, Brookit. Alles dieses mag eine Folge ungleichartiger Anordnung der zu- 
*sammengesetzten Atome sein. 

Was als einMineral betrachtet werden soll, muss demnach 
dieselben Elemente, in gleicher Weise geordnet, so wie die- 
selbe Krystallform besitzen (abgesehen vom Auftreten oder Fehlen ein- 
zeiner Glieder der Krystallreihe). 

Sobald man diese allerdings engbegrenzte Definition dessen, was denselben 
Namen tragen soll, aufgiebt, geräth man in Widersprüche und bedarf neuer Dc- 
Goitionen. Dies zeigt sich in dem bekannten Streit um die mineralogische 
Species. Ueisst Species das einzelne Mineral, es sei einfach oder eine Verbin- 
dung, so liegt ihre Definition in der so eben gegebenen ; man thut aber wohl, 
den Ausdruck Species in der Chemie und Mineralogie gar nicht zu gebrauchen, 
weil er in der Botanik und Zoologie einen ganz anderen Sinn hat. Berzelius 
hat sich mit grösster Entschiedenheit gegen die sogenannten Species erklärt, 
und darauf hingewiesen , dass sie bald dem Begriff chemische Verbindung bald 
dem der Mischung isomorpher Verbindungen entspreche. Welcher Inconsequenz 
sich in dieser Hinsicht Viele schuldig machen, beweisen die Lehrbücher. Augit 



1) Naumann's Elemente der Mineralogie. 5. Aafl. S. 458. 

RaBBelfbery'f Mineraldwiiie. 6 



LXVl 

ist eine Species; darunter sieben die einzelnen isomorphen Miscbungon , die 
reinen Bisilikate und deren Mischungen mit Äluminaten als Varietttten. Das 
chemisch Gemeinsame ist nicht die Art der Materie , nur die analoge Constita- 
tioUy und auch diese nicht im strengeren Sinne^ weil ftSi und tfÜ^ in Mischung 
auftreten. Aber Aragonit, Witherit, Strontianit und Weissblei- 
erz, die hiemach nur eine Species bilden sollten , und welche gleichfalls iso- 
morphe Körper von gleicher Constitution (ftC) sind, trennt man als ver- 
schiedene Species. 

Der Grund der ungenügenden Feststellung dessen, was ein Mineral ist, 
liegt vorzüglich darin, dass man das eigentliche Wesen der isomorphen Mischun- 
gen sich nicht klar gemacht hat. Wir glauben indessen , dass isomorphe Ver- 
bindungen sich immer nur in bestimmten, wenngleich sehr manchfaltigen, 
Verhältnissen zu Mischungen vereinigen; dass diese Mischungen den Gnind- 
verbindungen anzureihen , nicht unterzuordnen seien , und dass der Mangel an 
besonderen Namen für die einzelnen kein Grund sei, sie unter einen Namen 
als ein Mineral zusammenzufassen. Ist es auch für jetzt unthunlich, alle Mi- 
schungen mOaC + nlilgC -h pteC besonders zu bezeichnen, so ist doch jede 
derselben ein chemisch constantes Ganze , gleichberechtigt mit Ca C oder einer 
der übrigen Grundverbindungen , und wenigstens in einem dereinstigen System 
mit einem besonderen Namen zu belegen. Der £inwand, dass der Namen allzu- 
viele würden, ist nur ein Zeugniss für die Unzulänglichkeit der heutigen Nomen- 
klatur; die Behauptung, dass solche Mischungen in unbestimmten Verhältnissen 
vorkommen, ist irrig, und hauptsächlich durch unreine, etwas zersetzte Sub- 
stanzen oder durch ungenaue Analysen entstanden. Nur aus praktischen Grün- 
den lässt es sich billigen , wenn vorläufig isomorphe Mischungen unter einen 
Namen vereinigt werden, die sich in Bezug auf das Atom verhältniss ihrer Grund- 
verbindungen unterscheiden, oder wenn man zu einer Grundverbindung auch 
solche Mischungen stellt , die nur eine verhältnissmässig kleine Menge anderer 
isomorpher Verbindungen enthalten. 

Für die Geschichte dieses Theils der mineralogischen Systematik sind fol- 
gende Schriften nachzusehen : 

v. Kobell Bemerkungen über dieMineralspecies mit vicarirenden Mischungs- 
theilen : 
J. f. pr. Ghem. XLIV, 99. XLVI, 494. 

Fuchs über den Begriff der Mineralspecies : 
Ebendas. XLY, 4 . 

Berzelius : 
A. a. 0. 

Monheim : 

Verh. d. naturh. V. d. pr. Rbeinl. V. Jahrg. 474. IX, 4. 

Die Lehrbücher von v. Kobell, Naumann, Dana u. A. 



uDgea eieKiroposiiiver una ncgauver meiaiie ^ii. Ji — n) isomorpne miscoun- 
nachen; dasselbe würde für die Verbindungen von Sulfuriden (II. F. 6) und 
I grossen Theil der als Schwefelsalze betrachteten Verbindungen zweier 
iride (II. P-c), sodann für die Verbindungen der Monoxyde und Sesqui- 
e (III. C 4) gelten, und auch die Klassifikation der Silikate mUsste mehr- 
I Abänderungen erleiden , dem gemäss , was in dieser Einleitung gesagt 
[en ist. 



Literatur, 



I. Einzelne Werke. 

A rp pe Undersöknin^ar ulförda pä Kejserl. Alexanders -Universiteto Kemiska Laboratoriom. 
Andra H&riet. Helsingfors 1856. (Abdruck a. d. Acta soc. scient. fenn.)- Enthttlt: Ana- 
iyser af FiDska Mineralier, meddelade af Arppe. — Nägra bidrag tili KflnDedom af Fin- 
lands Mineralier af Moberg. '— Om Malachilens sammans&ltning och KristalKorm a( 
A. Nordenskidld. 

Analyser afFinska Mineralier. (Abdr. a. d. Acta soc. sc. fenn.). 1857. 

Berzelius Die Anwendung des Löthrohrs in der Chemie und Mineralogie. Dritte Auflage. 
Nürnberg 4 837. 

Neues chemisches Mineralsystem, nebst einer Zusammenstellung seiner ttlteren hierauf 

bezüglichen Arbeiten. Von C. Rammeisberg. Nürnberg 1847. 

Bergemann Chemische Untersuchung der Mineralien des Bleibergs. Bonn 1890. 

Beudant Lehrbuch der Mineralogie. Deutsch von C. Hartmann. Leipzig1826. 

Bischof, G. Lehrbuch der physikalischen und chemischen Geologie. 11 Bde. Bonn 
1847—51. 

Dana A System of Mineralogy. HL Edit. New- York and London 1850. IV. Edit. (Zu Letzte- 
rer sieben Supplemente im Am. J. of Sc. II Ser. Vol. XX— XXVIH). 

Del esse Th6se sur l'emploi de l'analyse chimique dans les rächerches de Mineralogie. 
Paris 1848. 

Du Menil Disquisitiones chemicac nonnullorum fossilium. Schmalkalden 18t2. 

Chemische Analysen unorganischer Körper. I. Schmalkalden 182S. 

Frankenheim System der Krystalle. Breslau 1842. 

Greg and Lettsom Manual of the Mineralogy of Greal Britein and Ireland. London 1858. 
Hauy Traitö de Mineralogie. IL Edition. Paris 1822.. 

Lehrbuch der Mineralogie, übersetzt von Karsten und Weiss. 1— IV. Paris und 

Leipzig 1804—10. 

H isinger Mineralgeographie von Schweden. Nach der Handschrift zur zweiten Aufl. übers. 

von Wohl er. Leipzig 1826. 
Hoch heimer Chemische Mineralogie. Zwei Bände. Leipzig 1702— 93. 
John Chemische Untersuchungen der Mineralkörper. Berlin 1808 — 16. 
Ken ngott Mineralogische Untersuchungen. Breslau 1849. — Mineralogische Notizen. (A. d. 

Sitzungsberichten der K. Akad. d. Wiss. zu Wien). 
Kjerulf Das Christiania-Siiurbecken, chemisch -geognostisch untersucht. Herausgegeben 

von A. Strecke r. Christiania 1855. 
Klaproth Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper. Sechs Bttnde. Berlin 

1795-1815. 
V. Kobell Charakteristik der Mineralien. Zwei Bände. Nürnberg 1880. 

Grundzüge der Mineralogie. Nürnberg 1838. 

Tafeln zur Bestimmung der Mineralien. 6. Aufl. München 1857. 

V. Kokscharow Materialien zur Mineralogie Russlands. I.Band. Petersburg 1858. U. Band. 

1854-57. HI. Band. 1858. 
V. Leonhard Handbuch der Oryktogoosie. Zweite Aufl. Heidelberg 1826. 
Monticelli e Covelli Prodrome della mineralogia vesuviana. Napoli 1826. 



LXIX 

S»rdeDikiöld . A., Beskrifbing öfver da i Fiolaod ftiDna MiDcralier. HtlsiDgfon 48ftS. 
KordentkiOld . N., Bidrag tili Dtfrmare Kannedom af Finlands mineralier och gaogoosi. 

SUKkholm 4 8S0. 
Plaltaer Die Probirkonat mit dem LOthrohr. Dritte Aufl. Leipzig 4858. 
Roie, G , Minerslogiacb-geognottische Reise oaeii dam Ural ato. II Bde. 1887 a. 4t. 

— Elemente der Kryatallographie. Berlin 1838. 

— Dts krysUlle-cbemisclie MineraJayatem. Leipzig 185S. 
loth Der Veauv und die Umgebung von Neapel. Berlin 4857. 
Sartorias Ton Waltershausen Die vulkanischen Gesteine von Sicilien und Island. 

GatUageD 4 85t. 

Slromeyer Untersuchungen über die Mischung der Mineralkörper. GttUIngen 482i. 
I TliomsoD Oatlinea of Mineralogy, Geology and mineral Analysis. II Vol. London 4886. 
. Ulms OD Syaieroatisch - tabellarische Uebersicht der mineralogisch - einfachen Fossilien. 
I Cassel o Marburg 4844. 

Vogl Gaogverbttitnisse und Mineralreichthum Joachimsthals. Teplitz 4857. 

Ausaerdeai einzelne andere seltener citirte Werke. 



II. Zeltochriften und periodische Werke. 

A, Deutsche. 

Aiaalen der Pharmacie; spfiter Annalen der Chemie ond Pharmacia. Hei^ 
aoffgegebeo von Wöhler, Liebig und Kopp (Brandes , Geiger, Merk, Mohr, 
Trommadorff etc.). Heidelberg. Seit 4 88S. 
laamgartner (u. v. BCCingsbauaen) Zeitschrift für Physik und Mathematik. Wien 
4888 — 8i. Baumgartner (u. v. Holger) Zeitschrift für Physik und verwandte 
WifseDScbaften. Wien. Seit 4888. 
Berichte ttber die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien, gesam- 
melt von Haid in ger. Seit 4 846. 
Berzeliua Jahresbericht über die Fortschritte der physischen Wissenschaften. A. d. 
Schwedischen übersetzt von C. Gmelin, dann von Wohl er. I— XXVII. Tübingen 
4888—48. 
Brandes Archiv des Apotbekervereins im nördlichen Deutschland. 1 -XXXIX. Lemgo 

4888—88. 
Crell Chemische Annalen. I — XL. Helmstttdt 4 784-4804. 
Erdmann 0. L. (u. Schweigger-Seidel, dann Marchand, dann Werther) 

Journal für praktische Chemie. Leipzig. Seit 4834. 
Grhlen A. Neues allgemeines! Journal der Chemie. I— VI. Berlin 4808 — 5. Gab- 
leo Journal für Physik, Chemie und Mineralogie. I —IX. -Berlin 4806 — 10. 
Gilbert Annalen der Physik. 1— LXXVI Leipzig 4 799-4 884. 
Glocker Mineralogische Jahreshefte. I— IV. Nürnberg 4885. V. 4887. 

— Jal/rbnch der K. K. geologischen Reicbsanstalt. Wien 

^srsten (und v. Dechen) Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hütten- 
kunde. Berlinseit 4 889. (Geschlossen). 

Kästner Archiv für die gesammte Naturlebr^. Erlangen seit 4884. 

Ktangott Uebersicht der Reiultate mineralogischer Forschungen. 4844 — 49. 4850^84. 
Dann jahrlich erschienen. Wien, dann Leipzig. 

T. Leonhard Taschenbuch für die gesammle Mineralogie. I— XVIII. Frankfurt a. M. 
4807—84. 

— Zeitschrift für Mineralogie. I— V. 4885—29. 

— rund Bronn) Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie etc. 4880—38. Neues Jahr- 
bacb. Seit 4888. 

Liebig und Kopp Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie, Physik, Minera- 
logie und Geologie. Glossen. Seit 4 847. 

\.MolI Ephemeriden der Berg- und Hüttenkunde. I— V. Nüniberg 4 806— 9. 

Monatübericbte der \L. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Seit 4 889. 

Pogi^endorff Aunalen der Physik und Chemie. Leipzig. Seit 4 824. 

Scheerer Allgemeines Journal der Chemie. I— X. Leipzig 4 799— 4 803. 

^chweigger Journal für Physik und Chemie. I— LXIX. Nürnberg (Halle) 48H — 4838. 

Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichenKlasse der K.K.Akademie 
der Wissenschaften zu Wien. 



LXX 

VerhaDdlangen der %, mtsischMi mfneratogiBehen Geselltcbafi zu St. Petaraborg. Seil 

4847. 
Zeitschrift der deutscbeo geologischen Gesellscbaft. Berlio. Seit 1849. 
Zeitschrift für die gesammteo Nntarwissenscbaften. Halle. 

B, Französische. 

ADDales de Chimie. I— XCVI. Paris 1788-1815. 

Annales de Chimie et de Physiqae par Gay-Lassac et Arago (Daroas, Regnault 

etc.). Paris. Seit 4846. 
Annales des Mines. r^igees par le cooseil g^n^ral des mines. Paris. Seit 4846. 
Anoales da Museom d'histoire oaturelle. I — XX. Paris 480S>-4S. 
Biblioth^qae Di verseile. Sciences et arts. Gen^ve 4 846— -45. Fortgesetzt als: Archives des 

Sciences pbysiques et naturelles. Seit 4 846. 
Bulletin de la socieiö göologique de France. Paris. Seit 4 880. 
Bulletin des sciences. Par la societö philomatique de Paris. 

Bulletin de la sociötö imperiale des naturalistes deMoscou, publik par Fischer deWaldheim. 
Bulletin des sciences pbysiques par Förussac. Paris. Seit 4 8S4. 
Comptes rendues bebdomadaires des steoces de racadtoiie des sciences. Paris Seit 4885. 
L'InstItut. Journal des acadömies et socMtös scientifiques de la France et de TEtranger. pa> 

ris. Seit 4 888. 
Journal de Pbysique etc. Par Rozier/De la Metherie, Ducrotay de Blainville. 

1-XCVl. Pari» 4 774 -4 8JI. 
Journal des lünes. I— XXXVIü. Paris 4 784—4845. 
Mömoires du Museum d'histoire naturelle. Paris. Seit 4845. 

C. Englische. 

American Journal of Science and Aris by S i 1 1 i man (Dana). Newbawen. Seit 4848. 
Annais of Philosopby by Th. Thomson. I— XX. London 484 8—80. New Series by R. 

Phillips. 4— XII. 4884—86. 
Annais of the Lyceum of natural bistory of New- York. Seit 4 884. 
Edinburgh Joarnal of Science by D. Brewster. I— XVI. 4884—88. 
Edinburgh philosopbical Journal byJameson (und Brewster). I— XIV. 4848—86. E.New 

pbilosophical Journal. Seit 1886. 
London and Edinburgh philosopbical Magazine by Taylor and Phillips etc. London. 

Seit 4 882. 
Pbilosophical Magazine and Journal byTilloch (Taylor). I- LXVIIL London 4 788—4 886. 
Pbilosophical Magazine by Taylor and Phillips. 1— XI. London 4887—88. 
Philosopbical Transactions of the Royal Society of London. Seit 4665. 
Pbilosophical Transsetions of the Royal Society of Edinburgh. Seit 4 888. 
Pbilosophical Trsnsactions of the Royal Irish Academy. Dublin. 
Quarterly Journal of the chemical society of London. Seit 4848. 
Quarterly Journal of Science, Literature and theArts I— XXX. London. 484 6—80. 
Records of general Science by R. Thomson. London. Seit 4 885. 

D. Schwedische. 

Afhandlingar i Fisik, Kemi och Mineralogi utgifne af Hisinger och Berzelius I — VI 

Stockholm 1806-4 6. 
Kongl. Vetenskaps-Academiens Handlingar. 
Oefversigt af K. Vetenskaps-Academiens Fdrhandlingar. 



Mineralien. 



V' 



L Grundstoffe (Elemente). 



A. Gtauppe d6B KohlenstofEii. 

Diamant« 

Unschmelzbar. Verbrennt an der Luft oder in Sauerstoffgas bei hinreichend 
hoher Temperatur zu Kohlensäure. 

Nach Dumas und Stass hinterlüsst er beim Verbrennen ^^^r ^^^ rir 
eines gelblichen Rückstandes. Auch E r d m a n n und Marchand erhielten etwa 
tiVt röthlicher Asche. Indessen sind diese Versuche stets mit nicht'ganz farb- 
losen Diamanten angestellt worden. Petzholdt will bei mikroskopischer Un- 
tersuchung solcher Rückstände, gleichwie an dem braunen Einschluss eines 
braunen Diamants, eine zellige an das Pflanzenparenchym erinnernde Struktur 
beobachtet haben, was von Wo hier indessen widerlegt wurde. 

DerDiamantist (regulär krystallisirter) Kohlenstoff im reinstenZustande. 

Gepulvert, wird er auch durch ein Gemisch von zweifach chromsaurem 
Kali und Schwefelsäure aufgelöst, d. h. zu Kohlensäure oxydirt. 

Dumas u. Siass: Ann.Cbim. Phys. III. S6r. 1,5. — Aon. Chem. Pharm. XXXVIII, 
U4. — Erdmaon u. Marchand: J. f. pr. Chem. XXIII, 469. — Petzholdt: 
Ebeodas. XXIII, 475. XXV, 474. Und : Beitr. zur Naturgesch. d. Diamants. Dresden 
484S. — Wohl er: Ann. Chem. Phann. XLI, 846. 

Graphit. 

Verbrennt v. d. L. nach längerem Blasen und hinterlässt (wenn er zuvor 
durch Säure gereinigt worden] eine geringe Menge Kieselsäure. Ungereinigter 
Graphit giebt aber stets eine eisenoxydhaltige Asche, zuweilen mit Spuren von 
Titansäure. 

Säuren greifen ihn nicht an, ziehen aber gewöhnlich Eisenoxyd u.s. w. aus. 
Ein Gemisch von zweifach chromsaurem Kali und Schwefelsäure löst ihn in der 
HiUe auf^ wobei sich Kohlensäure entwickelt. 

■^•■»•lakery^t MiMrtlelMMi«. 1 



I 



Auf Grund der alteren Versuche von Scheele, Berthollet, Vauque- 
lin und Saussure hielt man ihn für Kohlenei'sen , bis Vanuxein, Sef- 
ström und Karsten zeigten, dass das Eisen als Oxyd beigemengt sei. 

Der Graphit ist (zwei- und eingliedrig krystallisirter) Kohlenstoff. 

Der Graphit von Ersby in Finland hinterlässt nach A. Nordenskiöld 
beim Verbrennen 1,8 p. C, bestehend aus Kieselsäure, Eisenoxyd und Hom- 
blendekömchen. Der von Ceylon giebt nach Fritzsche 0,9 p. C, der von 
Wunsiedel im Fichtelgebirge nach Fuchs nur 0,33 p. G. Rückstand. In dem 
englischen und ostindischen fand Prinsep bis 8 p. C. Eisen, 1 ,S bis 37,8 Thon- 
erde und Kalkerde, so wie etwas KieselsXore und Wasser. 

Die Asche des Graphit von Kaiser^erg, von Hafernluden in Mtthren und 
von Passau untersuchten Fers tl und Ragsky. 

FerstI: Jahrb. geol. Reichsanst. 4854. 868. — Fritzsche: Berg- u. hütt. Ztg. 
4854. 828. — Fuchs: J. f. pr. Ghem. VII, 858. — Karsten: Archiv f. Bergb. u. 
Hütt. XII, 94. — Prinsep; EdiBb. N. phU. J. XIT. 846. ^ Ragsky: Jahrb. geol. 
Reichsanst. 4854. 804. — Sefsiröm: Pogg. Ann. XVI, 468. 
Vgl. femer: 

Brodie: Ann. Cbem. Pharm. XCVIT, 4t8. — Dumas u. Stass:S. Diamant. — 
Erdmann u. Marchand: J. f. pr. Ghem. XXIII, 459* XXXV, SSO. — A. Nor- 
denskiöld: Pogg. Ann. XCVI, 440. 

B. Grappe des Behwefels. 

Schwefel. S, (Gediegener Schwefel). 

Rein oder mit erdigen Stoffen gemengt. Zuweilen etwas Schwefelarsenik 
enthaltend. 

Selen« Se. (Gediegen Selen). 

Von dem zu Gulebras in Mexico nach Del Rio vorkommenden ist noch 
keine Untersuchung bekannt. 

leleisdiwefeL Stromeyer bnd den Sahniak von Lipari mit einem Selen (uad Ar- 
senik) enthaltenden Schwefel gemengt, und in dem Salze selbst j^ Selen, vielleicht aii 
selenigsaures Ammoniak darin enthalten. 

Schwgg. J. XLIII, 458. 

C. Gruppe der elektronegatiyen Metall«« 

Tellur. Te. (Gediegen Tellur). 

Schmilzt und verflüchtigt sich v. d. L. auf der Kohle mit starkem Rauch 
und grünlicher Flamme, Goldkömer und eine eisenhaltige Schlacke hinterlassend. 
In der offenen Röhre raucht es stark und verbrennt, zuweilen mit dem charak- 
teristischen Selengeruch ; das graue Sublimat von telluriger Säure wird beim 
Erhitzen weiss und schmilzt zu kleinen Tropfen. 

Löst sich in Salpetersäure unter Entwicklung rother Dämpfe (meist mitr 
Zurücklassung von etwas Gold). Auch in Schwefelsäure lösjt es sich bei niede^ 
rer Temperatur ohne Oxydation mit rother Farbe auf. 



Klaproth. Petz. 

(T. V. d. Grube MariabUf bei Ztlatbna). 

Tellur 92,55 97,22 

Gold 0,25 ' 2,78 

Eisen 7,20 ^ 

Spuren 



Schwefel 



400. 400. 

Klaproth: Beitrüge III, S. — Petz: Pogg. Ann. LVII, 477. 

Arsenik. As. (Gediegen Arsenik. Scherbenkobalt). 

Verflüchtigt sich im Kolben, meist einen Rückstand lassend, der auf Bisen, 
Kobalt oder Nickel reagirt, auch wohl eine Spur Silber enthalt. V. d. L. ver- 
flüchtigt es sich mit starkem Geruch und beschlagt die Kohle weiss. Dieser 
Besdüag ist flüchtig. 

In Salpetersifure und in Königswasser ist es auflOslioh. 

Antimon. Sb. (Gediegen Antimon). 

Schmilzt V. d. L. sehr leicht, raucht stark, bleibt nach Entfernung der 
Flamme einige Zeit im Glühen, und umgiebt sich dabei mit einem Netzwerk von 
krystallisirter antimoniger Säure. Zuweilen zeigt sich ein Arsenikgeruch. Hier- 
bei entsteht ein starker weisser Beschlag, der weniger fluchtig als beim Arsenik 
ist. Gewöhnlich bleibt ein Rückstand, der auf Eisen und Silber reagirt. 

Wird von Salpetersaure unter Abscheidung von antimoniger Saure oxydirt, 
von Königswasser aufgelöst. 

Dufrenoy fand im ged. Ant. von AUemont einen ziemlich starken Silber- 
gehalt. 

Arsenikantimon. (Allemontit) . Die Abänderung von Poullaouen 
(Antimoine testae^) giebt im Kolben zuerst viel Arsenik, schmilzt dann, liefert 
nichts Flüchtiges mehr, entwickelt aber hierauf v. d. L. von Neuem Arsenik- 
dämpfe, während das Oxyd, welches sich in der Umgebung der Probe bildet, 
mehr blättrig erscheint. Bei fortgesetztem Blasen verflüchtigt es sich ganz. 
Berzelius. 

Das A. von AUemont im Dauphin^, dessen sp. Gew. =b 6,203 ist, be- 
steht nach meinen Versuchen aus 
Arsenik 62,15 
Antimon 37,85 

Dies entspricht ungefähr einer isomorphen Mischung von 4 At. Antimon 

und 3 At. Arsenik, 

SbAs'. 

3 At. Arsenik » 2820 » 65,22 
i - Antimon « 4504 =s 34,78 

4324 400. 
Hammelsberg: Pogg. Ann. LXII, 417. 

1* 



Wismuth. Bf. (Gediegen Wismuth). 

Schmilzt V. d. L. leicht und beschlagt die Kohle mit gelbem Oxyd, welches 
sich durch die Flamme forttreiben lässt ; nach längerem Blasen verflttchtigt es 
sich bis auf einen Rückstand, der auf verschiedene Metalle, oft stark auf Silber 
reagirt. 

Löst sich in Salpetersäure auf. 

Tellurwismuth. (Tetradymit). Diesen Namen fuhren mehre isomorphe 
Mischungen, in denen zum Theil auch Schwefel und Selen vorkommen. Hier- 
nach verhalten sie sich v. d. L. verschieden. 

Das T. von Tellemarken gi^t beim Rösten weisse Dämpfe und ein 
schmelzbares Sublimat von telluriger S., zunächst der Probe einen rothen An- 
flug von Selen. V. d. L. auf Kohle schmilzt es und riecht stark nach Selen; 
dabei bildet es einen irisirenden Beschlag, der in der inneren Flamme, sie grttn 
färbend, verschwindet. Das Metallkom kann vollständig verflüchtigt werden. 
Berzelius. 

Das T. von Schemnitz (der Tetradymit) verhält sich ähnlich, giebt aber zu- 
gleich schweflige S. und ist nicht ganz flüchtig. Berzelius. Es schmilzt im 
Kolben, giebt ein graues Sublimat, beim Rösten schweflige S., Selengeruch 
und neben rothem Selen ein weisses Sublimat von schmelzbarer telluriger S. 
y. d. L. färbt es die Flamme blaugrün, giebt in der Nähe einen dunkelgelben, 
weiterhin einen weissen Beschlag, imd ist vollkommen flüchtig. Plattner. 

Löst sich in Salpetersäure, zuweilen unter Abscheidung .von Schwefel, auf. 

A. Tellurwismuth. 

4. Virginien. Krystallisirt und grossblättrig. Genth. 

a. b. c. d. 

Wismuth 53,07 53,78 54,56 
Tellur 48,49 47,07 49,79 46,40 

404,26 400,85 404,35 S 0,37 

Dies wäre eine Mischung 

Bi -f- Te». 

4 At. Wismuth = 2600 =: 54,94 

3 - Tellur s 2406 = 48,06 



5006 400. 

B. Schwefel-Teliurwismuth. 

4. Virginien. Jackson. Nach Abzug von 3^6 p. C. Gold, Quarz undEis^i-' 

oxyd. 
2. Schubkau bei Schemnitz. a) Berzelius, 6)Wehrle, c) Hruschauer 
S.Deutsch-Pilsen. (Früher als Molybdänsilber bezeichnet). Wehrle. 

4. Davidson Co., Nord-Carolina. Sp. G. ä 7,237. Genth. 

5. Virginien. Fish er. Nach Abzug von 2,7 p. C. Beimengungen. 

6. Cumberland, England. Bammelsberg. 













- 










4. 


a. 


t. 
b. 


c. 


s. 


4. 


6. 


6. 


Wismath 


57,32 


58,30 


60,0 


59,2 


61,45 


61,35 


60,43 


84,83 


TeUnr 


32,80 


36,05 


34,6 


35,8 


29,74 


33,84 


36,02 


6,73 


Sdiwefel 


9,88 


4,39 


4,8 


4,6 


2,33 


5,27 


3,76 


6,43 


Silber 


— 


— 





— 


2,07 


100,46 


100,20 


97,49 


Beirrt 


— 


0,75 


— 


— 


— 









400. 99,42 99,4 99,6 95,29 

Hier sind folglich drei Mischungen su unterscheiden : 
No- 4 =sBi-|.Te» + S* 

No. 2.4.5 »Bi 4-Te>-hS 
No. 6 =Bi*-i-Te -i-S*. 

C. Selen-Tellurwismutb. 

4. Virginien. Fisher. 

a. b.*) 

Wismuth 54,81 54,43 

TeUur 37,46 37,70 

Selen 7,23 7,47 



100. 99,30. 
Dies wQrde nahezu 

Bi« + Te« + Se* 

sein. 

D. Schwefel-S^J<en-Tellurwismuth. 
4. S. Jos^, Brasilien. Damou^* 


Wismuth 
Tellur 
Schwefel 
Selen 


79,15 
15.93 
3,15j 
1,48f 


78,40 
15,68 

4,58 



99,78 98,66. 

Giebt: Bi« + Te«+{*|^ 

Es ist nicht zu laugnen , dass die grosse Manchfaltigkeit des in Virginien 
vorkommenden Minerals etwas befremdend erscheint. 

Da die krystallisirten Abänderungen mit dem Wismuth, gleichwie mit dem 
Tellur isomorph sind, so betrachten wir mit G. Rose alle diese Substanzen als 
isomorphe Mischungen ihrer Elemente, während man sie früher als Verbindun- 
gen von Scbwefelwismuth und Tellurwismuth angesehen hat. 

Berzelius: Pogg. Ann. I, 874. Jahresb. XII, 4 78. — Damour: Ann. Gbim.* 
Phys. III S^r. XIII. J. f. pr. Ghem. XXXY, 4 75. — Fisher: Am. J. of Sc. II Ser. 
VII, tSS. — Genth: Am. J. of Sc. II Ser. XVI, 84. XIX, 45. J. f. pr.Chem. LX, S7S. 
LXIV, 466. — Hruschtuer: J. f. pr. Cham. XLY, 456. — Jackson: Am. J. of Sc. 



4) Nach Abzug von 6,44 p. C. Beünengungen. 




Uftv TLfHI X.7t. — K«k<Il: i. Ipc.Cltfm ¥1X1,».«. .T. ms »mScs T.d.L.}. 
XU, SM >■— jjirf ■. ZUcteft IX. lU. 

«ad ^edhKlht^t MC*. sc^flSil adbcr cffH fi« nlctiL 1b %h 
«TMaif« ftlve. das« ArMMk. Xacä FlattBex «ad Berzelivs dife^ealiciert •ris 

fall zvent bmaes Sdiwefeivscaik, iImb Ancflik, vad 

feriftf^ai fraoca ftockstoAd, der Eift€% Kobalt vid Wlmatk fifcilt Aacii ä der 
•dt ttw K^^i» gjeU er aaek EnteraB atAwclliee Siare. bÜ Soda iMk Berxelims eine 

Wikread Berzelia» den A. Tom Pihnl— a» bei Ifaricabti 
IHaafülafe det Aneoiks kielt, fiud Eerftteaioi HÜSel vi» dra 

Aneoik MpTS 
WisiDutb 3.M 

9f,79 
VieOeiefat war die antersacbte Substanz etae isomorpbe Misckaof beider Eörper. 

Berzelias: iabresb. IX, 491. — Xerslea: Sdiwgg. J. Uli, S77. 

D. Onqppe der ele kiiup u B itiven MefteDe. 

EtoeB« Fe« (Gediegen Bisco. TeUurisches Eisen). 

Folfzende Vorkonunnisse von angeblichem natttriiclieni leUurischem Eisen 
sind cheniisch geprüft worden : 

Kamsdorf in Thüringen. Klaprolh fand darin 6p. C.Blei and l,5Kupfer. 

Mühlhausen in Thüringen, nach Bornemann im Keoper vorkommend, ist 
nach Brückner frei von Nickel und Kohle. 

Chotzen, Chrudimer Kreis, Böhmen. Es soll nach Neumann 0,64 Nickel, 
0,32 Arsenik und 0,74 Graphit enthalten. Möglicherweise ist es, obgleich 
im Planer gefunden, älteres Meteoreisen. 

Petropawlowsk in Sibirien, im Goldsand gefunden, sp. Gew. s 7,76, ent- 
hält nach Sokolowsky 2,07 p.G., nach Ivanow 7 p.C. Nickel, und ist 
vielleicht Meteoreisen. Die mit dem oraliscben Platin vorkommenden Bisen- 
flitter s. Platin. 

Nacli Andrews enthalten viele Basalte und Dolerite melallisdies Eisen. 
Metcoreisen s. Meteorite. 

Brückner: Pogg. Ann. LXXXVIII, 4 45. — Ivanow (Sokolowsky) : BraMO*» 
Archiv f. wiss. Kunde Rasalands I, 144. 79t. — Klaproth: Beitr. IT, 496. — Ne««- 
mann: Jahrb. gcol. Rcicbsanst. VIII, 354. 

Kupfer. Ca. (Gediegen Kupfer). 

I);i9 gediegene K. vom Lake Superior enthält nach Hautefeuille 7,29p. C- 
Silber und 0,03 Quecksilber. 

Compl. rcnd. XLIII, 466. J. f. pr. Chem. LXX, SSO. 



Blei* Pb. (Gediegen Blei). 
Das ged. Blei von Zomelahuacan bei Perote in Mexico ist sehr rein ; nach 
meinen Uniersuchungen enthalt es weder Eisen noch Kupfer. 
ZeitsetkT. d. geol. Gea. VI, a74. 

f^ueeksllber. Hg. (Gediegen Quecksilber). 
Scheint niemals chemisch untersucht zu sein. 

Silber. Ag. (Gedi^en Silber) . 

Enthält fast immer kleine Mengen Eisen, Kupfer und Gold. Berthier 
fand in dem von Gourcy bei Caen 40 p. G. Kupfer. Nach John enthält das ged. 
S. von Johann-Georg^nstadt 4 p. G. Antimon nebst Spuren von Arsenik und 
Kupfer. Das ged. S. von Kongsberg in Norwegen enthält nach Saeman n einige 
ProG. Quecksilber. 

Berthier: Ann. Min. XI, 7t. — Saemann: Dana p. 45. 

Silberamalgam. Giebt beim Erhitzen unter Aufkochen und Spritzen 
Quecksilberdämpfe, und hinlerlässt eine aufgeschwollene Silbermasse. 
L(tet sich in Salpetersäure auf. 

1. AHemont, Dauphin^ Cordier. 

2. Moschellandsberg, Rheinbaiem. Hey er. 

3. Ebendaher. Krystallisirt. Klaproth. 

4. Arqueros, Prov. Coquiod}o, Chile. Domeyko. 

4. 8. t. 4. 

Silber 87,5 85,0 36 86,5 

Quecksilbe r 72,5 73,3 64 13,5 

400. 98,3 400. 100. 

Hiemach gtebt es drei isomorphe Mischungen beider Metalle, insofern die beiden 
ersten Analysen gegen 1 At. Silber 3 At. Quecksilber, die dritte 8 At. des letz- 
teren, die des chilenischen Amalgams (Arquerit) dagegen auf 6 At. Silber 
\ At. Quecksilber giebt. 

AgHg«. AgHg^ Ag'Hg. 

Ag = 1.350 = 26,46 Ag« 1330 «35,06 6Agar 8100 = 86,63 

3Hg = 3750 = 73,54 8Hg = ^ 2500 = = 64,94 Hg = 1250 = 13,37 

5100 100. 3850 100. 9350 100. 

Cordier: J. Mines XII, 4. — Domeyko: Compt. rend. XIV, 567. Pogg. Ann. 
LVI, 64). —Heyer: Grell, ehem. Ann. II, 90. —Klaproth: Beitr. I, 48S. 

Gold. Au. (Gediegen Gold). 

Das ged. G. ist stets silberhaltig. Ist die Silbermenge gering (doch nicht 
unter 0,85 p. C), so giebt es v. d. L. mit Phosphorsalz in der inneren Flamme 
eia opalisirendes Glas ; bei grosserem Silbergehalt ist letzteres gelb, undurch- 
sichtig. G. Rose. 

Das bis 20 p. C. Silber enthallende wird von Königswasser gut zerlegt ; 
^s süberreichere lässt sich dadurch schwerer scheiden. 



8 

Wir fuhren hier die wichtigsten Analysen vom gediegenen Golde nach des* 
sen Fundort an. 

Europa. Sp.G. Au. Ag. Gu. Fe. 

Piemont 4,«9-.«,8f MichelottL 

Grafsch. Wicklow, Iriand 4e,t48 9S,U 6,47 — §,78 Hallet. 

Füses, SiebeDbttrgen 84,89 44,68 0,64 6,48 G.Rose. 

Siebeabürgen, kryst. 85,84 Bons Sing. 

Vörospatak „ 60,46 88,74 G. Rose. 

Asien. 

W.*) Schabrowgki bei Katharinenborg 49,46 98,96 0,4 6 0,85 0,05 

W. Boraschka bei Nischne Tagil 48,66 94,44 5,88 6,86 

Beresow 98,78 5,94 6,68 6,64 

W. Katharinenbarg, ein Krystall 98,84 6,88 0,06 0,88 ,» 

deagl. derb 98,80 7,08 0,06 6,68 

W. Perrol Pawlowsk bei Beresow 98,60 7,08 0,08 0,06 

W. Czarewo Nikolajewsk bei Hiask 98.47 7,87 0,48 0,08 

W. Bucbarei 98,04 7,58 6,86 6,47 

Beresow, kryst. 94,88 8,68 6,69 

W. Boruschka 47,96 94,86 8,85 6,89 

desgl. 47,74 90,76 9,08 

Newiansk 88,65 40,64 0,09 0,85 

W. Czarewo Nikolfljewsk (Miask) 47,78 89,85 40,65 

Alexander Andrej ewsk (Miask) 47,54 87,40 48,07 0,69 — 

W. Gozuschka (Nischne Tagil) 87,84 48,48 6,08 6,84 »» 

desgl. 87,70 48,80 

desgl. 87,47 48,44 0,05 0,88 

W. Petropawlowsk (Bogoslowsk) 47,44 86,84 4 8,49 0,80 

W. Boraschka (Nischne Tagil) 47,06 88,85 46,45 „ 

Elektrum v. Schlangenberg, (Altai) 64 86 Klaproth. 

Sirttnowski (AlUi) 4 4,55 60,98 88,88 — 0,88 G.Rose. 

AwdiDjew fand in Krystallen von Waschgold von Kaiharinenburg : 

a) in Granatoedem (sp. G. =47,74 — 48,89) 8,58—8,86—4,0—4,84—5,55—5,68 — 5,78— 
6,04— 6,47— 6,54— 8,08 p.c. Silber; 6) in Tetraedern (sp.G. =46,08) 49,47—80,84; 
c) in Oktaedern von Elektrum (sp. G. =45,68) 49,47—80,84 und 88,8—88,5 p.G. Silber. 

Afrika. Sp.G. Au. Ag. Cu. Fe. 

Körner vom Senegal 94,6 5,85 Pt 0,45 Level. 

Blättchen ebendah. 86,8 44,8 0,9 

Goldstaub ebendah. 84,5 45,8 0,8 

Amerika. 

a) Californien. 

Eine Probe 46,88 97,84 4,08 0,74 Tesche- 

macher. 

Sacramentothal 46,88 98,0 6,7 — Rivot. 

In Stucken 98,7 6,9 0,4 Level. 

Sacramento 46,65 94,4 8,5 — Rivot. 

American River 45,70 90,9 8,7 — 0,8 „ 






it 

»t 
tt 
$9 
»f 
9» 
9t 
9t 
»t 



9t 
tt 
tt 



tt 
tt 



4J W. bezeichnet Waschgold. 



9 



Sp. G. Au. Ag. 



Co. Fe. 



Unbek. Lokal. 


^7,4 


90,97 


9,08 


■ 


Oswald. 


KOrner desgl. 


I5,M— 46,<8 


1 90,04 


9,04 


9;8# 


Henry. 


Grtfss. Stttck 


■ 


86,67 


4t,88 


9,89 9,54 


»f 


Feather River 


47,S5 


89,4 


49,5 


- 0,8 


Rivot. 


KOnier u. BUttehen 


- 


89,64 


46,05 


0,84 


Hofmann. 


Rlvi^re du Lovp, Caiiada 


4«,57 


89,84 


49,76 




Hunt. 


deagl. 


47,85 


87,77 


4t,t8 




tt 


desgl. 


47,09 


86,4 


48,6 




»» 


Chaudi^re 




86,78 


4 8,87 




t» ' 


Südamerika. 












Bacaramanga 




98,99 


8,09 




Bottssin 
gault. 


Giroo, Blättchen 




94,90 


8,40 






S. Bariolom« bei Qaiebralomo 




94,90 


8,40 






W. Baja bei Pamplona 




88,45 


44,85 






W. El Llaao, Vega de Supia 




88.58 


4 4,48 






W. Malpaso bei Mariqaita 


4 4,70 


88,84 


44,76 






W. Rio Sucio desgl. 


4 4,69 


87,94 


48.06 






W. Ojas ADchas, Aotioquia 




84,S0 


45,50 






W. Trinidad bei Sta Rosa de Osos 




88,40 


47,60 






W. El Llano 




88,40 


4 7,90 






Titiribi, kryst. 




76,44 


88,4t 


0,08 


G. Rose. 


Grobe SebasUana, Marmato 




74,40 


85,69 




Bonssing. 


Otra Mina, Titiribi 




73,40 


86,60 




it 


Titiribi 




74,00 


86,00 




t$ 


Marmato 


4i,66 


78,58 


86.48 




»> 


Sta Rosa de Osos 


4i, 45 


64,98 


85,07 




tt 



Das Waschgold aus Chile (von Punitaqui, Casuto, Guaicu, AndocoIIo) ent- 
hält nach Domeyko 84—96 Gold, 3—15 Silber. 

Australien. Sp. G. Au. 

W. Eine Probe 45,60 95,48 

desgl., Klumpen 94,55 



Ag. 

8,59 
5,07 



Cu. Fe. 



Kerl. 

Golfier-Bes- 
seyre. 

Dufr^noy stellte eine vergleichende Untersuchung des Goldsandes aus 
Californien, Neu Granada und dem Ural an. 

Boussingault suchte zu zeigen, dass in dem gediegenen Gold beide Me- 
talle stets in bestimmten Verhältnissen, nämlich 1 At. Silber mit 4,3,4,6 At. 
Gold oder 2 At. Silber mit 3 oder 5 At. Gold verbunden seien. 

G. Rose bewies, dass dits nicht der Fall ist, dass allmttlige Steigerungen 
im Silbergehalt vorkommen, ji dass die Zusammensetzung desselben Stücks an 
einzelnen Stellen ungleich ist und dass beide Metalle überhaupt als isomorph 
gemischt angesehen werden nttssen. 

Awdejew sieht einen Zusammenhang zwischen der Form der Goldkry- 
stalle und ihrem Gehalt, iisofem die Oktaeder, Tetraeder und Granatoeder 
bestimmte Unterschiede zeigien. 



10 

Awdejew: PoM* ^^^- I'IU. 4it. ^ Bo«ssiogault: Ann. Chiro. Phys. XXXIV, 
40t. Peff.Aiui. X, SU. — Domeyko: Ann. Min. IV. S«r. VI. — Dttfr^aoy: 
Compl. raod. XXIX* 49t. J. f. pr. CImiii. XLVIÜ, ttl. — Golfier - Besseyre: 
LeoDh. Jahrb. 4tS4. t4t. — Henry: Phü. Mag. XXXIV, ttt. J. f. pr. Chmä. XLV^ 
4tt.^ Hof mann: Ann. Cham. Pharm. LXX, »5. — Hunt: Am. J. of Se. U tar« 
XV, 44t. — Kerl: B. u. httti. Zt«. 4t5t. No. t. — Klaproth: Baitr. IV, 4. — Lt-' 
Yol: Ann. Chim. Phys. IV. S«r. XXVU, t4f. J. f. pr. Ghem XLIX, 474. — Maltet: 
J. of the geol. Soc. of DohUnIV. S74. — Michelotti: Leonh. Jahrii. 4tit. SC «^ 
Oswald : Pogg. Ann. LXXVIU, f«. — Rivot: Ann. Min. IV. S«r. XIV, 40&. XVI, 4t7. 
— G. Rose: Pogg. Ann. XXIII, 4 tl. ^ Teschemacher: J. ehem. Soc. London. 
4S49. Oct. 49S. 

Goldamalgam. Verhält sich beim Erhitzen ähnlich dem Silberamalgam. 

4. Mariposa, Californien. Kleine gelbliche Kristalle, sp. G. :=45,47, im ge-* 

diegenen Quecksilber vorkommend. Sonnenschein. 

2. Choco, Neu Granada. Kleine weisse und weiche Kdrner, das Platin beglei«- 

tend. Schneider. 

4. t. 



a. 


b. 




Gold 39,02 


41,63 


38,39 


Silber — 




5,00 


Quecksilber 60,98 


58,37 


57, iO 



«00. 100. 400,79 

Hiemach ist No. 1 eine isomorphe Mischung von I At. Gold nnd 3 Ai. Queck- 
silber. No. 2 dagegen lässt sich als eine solche aus 2 At. Gold (nnd Silber) und 
5 At. Quecksilber betrachten, worin jene beiden im Yerhältniss von 4 : 4 ent- 
halten sind. 

AU „^ ♦ijjV 

Au = ^458 =r 39,57 f^u» 3933 » 36,68 

3Hg g»3750 = 60,43 lAg= 540= 5,03 

6208 400. SHg t= 6250 = 58,29 

40723 400. 
Schneider: J. f. pr. Chem. XLIII, 817. — Sonnenschein : Ztschrft. d. geol. 
Ges. VI, S43. 

Platin. PI. (Gediegei Platin) . 
Die älteren Arbeiten von Chenevix, C>llet - Descotils, E. Davy, 
Tcnnant, Thomson, Vauquelin und WoIIaston hatten nur die Ab- 
scheidung des Platins und der ihm ähnlichen seltenen Metalle zum Zweck. 
Berzelius verdanken wir die ersten Analysen ron Platitikömern. 

A. Ural. 

4. Goroblagodat. a) Unmagnetisch, iridiumfrei^ a) Berzelius. b) Claus. 

2. Nischno Tagilsk. a) Osann. b) sehr dunkegraue magnetische, c) d)en- 
solche nicht magnetische Körner. Berzeliu^. 

3. In Petersburg zur Scheidung kommend. Osaun. 



tl 





4. 






1. 




». 




. a. 


b. 


a. 


b. 


c. 


. 


Platin 


86,50 


85,97 


83,07 


78,94 


73,68 


80^87 


Bhodiom 


i,*6 


0,»6 


0,59 


0,86 


4,15 


4.44 


Iridium 


— 


0,98 


1,91 


4,97 


a,85 


0,06 


Osmium*) 


— 


0,54 




— 





— 


Palladium 


4,10 


0,75 


0,86 


0,88 


0,30 


1^30 


Eisen 


8,32 


6,54 


10,79 


11,04 


12,98 


10,88 


Kupfer 


0,45 


0,86 


1,30 


0,70 


5^80 


2,30 


Beimengungen 


1,40 


8,10 


1,80 


*.»« 


8,30 


0,11 


(Osmium- Irid. 

U.9.W.) 


98, 9S 


98,70 


99,78 


98,75 


. 97,86 


400. 



B. Neu-Granada. 

4. Barbacoas. Grössere KOrner. Berzelius. 

5. Claus.*) 

C. Borneo. 

6. Kleine Kömer. Böcking. (Nach Abzug von 3,8 p. C. Osmium -Iridium 
und 0,S Gold.) 

7. Blätteben oder platte Kömer. Bleekerode. (Nach Abzug von 3,97 p.C. 
Gold, 8,83 unlöslichen Substanzen, wobei Osmium -Iridium, und 1,63 
Eisenoxyd und Kupferoxyd.) 

B. C. 

4. 5. 6. 7. 



Platin 


84,30 


84,80 


86,10 


88,05 


Ehedium 


3,46 


8,07 


■ — 


0,89 


Iridimn 


1,46 


1,0» 


0,6» 


7,16 


Osmium 


1,03 


1,01 


0,31 


1,34 


Palladium 


4,06 


1,60 


— 


1,69 


Eisen 


5,31 


8,28 


11,18 


6,78 


Kupfer 


0,74 


0,64 


0,14 


0,39 


Quarz 


0,72 


98,82 


98,36 


100. 



98,08 
In anderen Proben des Erzes von Bomeo fand Bleekerode 65,82 bis 
75,03 Platin, 0,90—4,62 Gold, 8,13—10,15 unlösliche Substanzen. 

Der beständige und nicht unbedeutende Gehalt an Eisen (das Maximum ge- 
rade in unmagnetiscben Körnern) hat schon Svanbergzu der Ansicht geführt, 
dass das gediegene Platin eigettirch Platineisen, d. h. eine isomorphe Mi- 
schung nach bestimmten Verhätnissen sei. Die ungleiche Zusammensetzung der 
einzelnen Kömer lässt indessen solche Verhältnisse aus den bisherigen Analy- 
sen nicht mit Sicherheit berecHnen. 

Berzelius: K. Vet. Aca«. Handl. 4 828. Pogg. Ana. XIII, 485. 6S7. 588. — Blec- 
kerode: Pogg. Ana. cm, M6. — Böcking: Ana. Ghem. Pharm. XCVI, 148. — • 



I) Der Vtrlust besteht zum Theil in Osmium, 
t) Nach Abzug von 4,4 p. C. Unlöslichem. 



n 

Claus: Beiirttge x. Cham. d. Platinmetalle. Dorpat 4854. S. 60. — La agier: Ana. 
Chim. Phya. XXIX, t89. Schwgg. J. XLVI, 94. — Osana : Pogg. Aao. Vlll, 505. XI, 
•II. Uli, S8t. XIV, 8t9. XV, 158. — Syaaberg: Berz. Jahresb. XXUI, t78. 

Dag Eisen, welches in Flittern das uralische Platin begleitet, enthält nach 
Osann 8,45 p. G. Platin. 

Iridium. Ir. 

Platiniridinm (gediegen Iridium). Dieses das ged. Platin begleitende 
IGneral scheint eine isomorphe Mischung, gleich jenem, jedoch mit bedeutendem 
Iridiumgehalt, zu sein. 

4 . Nischne Tagflsk. Sp.G. s 46,94. Svanberg. 

8. Brasilien. Sp.G. «28,80. Derselbe. 





1. 


1. 


Platin 


49,64 


55,44 


Iridium 


76,80 


27,79 


Rhodium 


— 


6,86 


Palladium 


0,80 


0,49 


Eisen 


— 


4,14 


Kupfer 


1,78 


3,30 




99, H 


98,08 


erstere würde etwa Ptlr* sein 


• 



Prinsep fand in einem ahnlichen Mineral von Ava 60 Iridium und 80 

Platin. 

Svaaberg: Ben. Jahresb. XV, t05. 

OsmirSdium (Iridosmium). Ist z. Th., wie das vonNewjansk, Inder 
Hitze unveränderlich, doch verliert das von Nischne Tagilsk nach G. Rose v. d. 
L. seinen Glanz, färbt sich dunkel und entwickelt den Geruch der Osmium- 
säure. Alle Arten geben, mit Salpeter geschnolzen, jenen Geruch. 

Wird von Säuren nicht angegriffen. 
4 . Brasilien. Thomson. 

2. Nischne Tagilsk. Sechsseitige Tafeln. Claus. 

3. Kaiharinenburg (?]. Blättchen, deren sp.G. »49,85. Berzelius. 

4. Ebendaher (?). Ein einzelnes Korn. Derselbe. 

5. Ebendaher (?). Ein anderes Korn. Dersebe. 







1. 


9. 


L 


4. 


s. 




Osmium 


84,5 


27,32 


49,34 


75 


80 




Iridium 


78,9 


53,24 


46,77 


25 


20 




Platin 


— 


10,08 


— 


100. 


100. 




Ruthenium 


— 


5,85 


\ 








Rhodium 


— 


1,51 


3,15 








Eisen 


2,6 
100. 


— 


0,7i 
100. 








100.') 





1 ) Spuren von Pd, Fe, Ca. 



13 

Werden die übrigen Metalle dem Iridium hinzugerechnet, so würden vier 
Verbindungen zu unterscheiden sein : 

I. Drei At. Iridium gegen ein At. Osmium. Ir'Os. Dahin No. 4., so wie auch 
als (Ir, Pt, Ru, Rh)*Os No. 2. 

II. Gleiche Atome. IrOs. No. 3. 

m. Ein At. Iridium gegen drei At. Osmium, IrOs*. No. 4. 
IV. Ein At. Iridium gegen vier At. Osmium, IrOs^. No. 5. 
Die berechnete Zusammensetzung ist : 





I. 


II. 


ni. 


.IV. 


Os 


25,47 


50,28 


76,17 


80,44. 


Ir 


74,83 


49,78 


24,83 


49,36 



4 00. 4 00. 400. 4 00. 
Berzeiius fand, dass vier Kömer, jedes für sich untersucht, zu IV, zwei 
andere zu III gehörten. Beide unterscheiden sich äusserlich nicht, doch zer- 
setzt sich die osmiumreichere Verbindung viel leichter. (Auf eine solche, und 
nicht auf eine so osminiumarme, wie No. S, muss das beim Löthrohrverfaalten 
Gesagte bezogen werden, und die von Berzeiius untersuchten Proben stam- 
men wahrscheinlich von Nischne Tagilsk. 

Claus: S.Platu. — Berzeiius: K.Vet.Acad.Handl. 4 8tS. Pogg. Ana. XXXli^ast. 

Palladium. Pd. (Gediegen Palladium). 
Ist noch nicht untersucht worden. 

Palladiumgold. (Ouro poudre). In diesem Mineral von Porpez in Bra-^ 
sUienfond Berzeiius: 85,98 Gold, 4,47'Silber, 9,85 Palladium. Ist es eine 
isomorphe Mischung oder ein Gemenge? 

Lampadiushat nach Johnson 's Angaben Über Vorkommen und Schei- 
<lung Mittheilung gemacht. 

Berzeiius : Jahresb. XV, t05. -- Lampadius: J. f. pr. Chem. XI, 809. 



1 



n. Terbindungeii dektropositiTer Metalle mit elektro« 

negatiTen, mit Selen imd SchwefeL 



A. Tellnxide. 

TeltarbM. 

Schmilzt im Kolben und giebt nur ein sehr geringes weisses Sublimat; in 
der offenen Röhre bildet sich rund um die Probe ein Ring von Tropfen, und es 
entsteht ein weisser Dampf, der sich zu einem schmelzbaren Sublimat verdichtet. 

V. d. L. färbt es die Flamme Mau, sdimiht im Reduktionsfeuer zu einer 
Kugel, welche sich schliesslich bis auf ein kleines Silberkom verflüchtigt. Wobei 
sich zunächst der Probe etn metallisch gltfncender Ring, und jienseits d^selben 
ein brSuidichgelber Beschlag bildet, der unler Blauftfrbung der Flamme flttcfatig 
ist. In der äusseren Flamme breitet sich di^ Probe auf der Kohle aus, und giebt 
weniger des metallischen^ mehr von dem gelben Beschlag als vorher. 

LOst sich leicht in Salpetersäure auf. 

Nach einer vorläufigen approximativen Anal]^se G. Rose^s (von dem auch 
die vorhergehenden Angaben] enthält das T. von der Grube Savodinskoi am Altai : 
TeUur 38,37 
Blei 60,35 

Silber 1,^8 

400. 
Es ist hiernach eine Verbindung von 4 At. Tellur und 4 At. Blei, 

PbTe, 
in isomorpher Mischung mit ein wenig Tellursilbdr AgTe. 
i At. Tellur = 802 = 38,26 
i - Blei =4294 =64,74 

2096 400. 

G. Rose : Pogg. Ann. XVIII, 68. 

Telluroilber. 

Schmilzt in der offenen Rühre, raucht aber nicht (giebt nur ein geringes 
Sublimat). V. d. L. auf Kohle raucht es in starker Glühhitze, und hinterlässt 



15 

ein etwas sprOdes Silberkorn. Mit den Flttsseo gpebt e$ in der äusseren Flamme 
ein gelbliches, in der inneren ein farbloses, beim Erkalten graues Glas. Von 
Soda iivird es reducirt. Mit Soda und Eohlenpuiver im Kölbchen geglüht, liefert 
es mit Wasser eine hochrothe Auflösung von Tellurnatrium. 

Es löst sich in Salpetersäure auf; aus der Auflösung krystallisirt tellurig- 
saures Silberoxyd. 

1 . Grube Savodinskoi am Altai. G. Rose. 

2. Nagyag, Siebenbürgen. Sp.G. »8,34 »8,45. Petz. 

3. Beisbanya, Ungarn, a) Derbes, b) kömiges mit grünem Beschlag. Ram- 

melsberg. (Approximative Analysen sehr kleiner Mengen; b) nach 

Abzug von 45,25 p. G. Unlödichem). 

t. s. 

a. b. 

33,0 

60,S8 64,5 



i 



I 



Tellur 


1. 
36,96 


b. 
36,89 


t. 

37,76 


Silber 


62,48 


62,32 


64,55 


Gold 





— 


0,69 


Eiwn 


0,24 


0,50 


100. 



97,5 



99,62 99,74 
Es ist eine Verbindung von 4 At. Tellur und 4 At. Silber, 

AgTe. 
4 At. Tellur = 802 « 37,27 
4 - Süber« =4350 = a 62,73 

2452 400. 
Tellurgoldsilber. Eine isomorphe Mischung beider, zu Nagyag vor- 
kommend, deren sp. G. =8,72 — 8,83 ist, enthält nach Petz: 



Ungeföhr 



TeUur 


34,98 






Silber 


46,76 






Gold 


18,26 
100. 


AuTe + 4AgTe. 






S At. 


Tellur = 4010 = 


33,79 




4 - 


Silber r= 5400 » 


45,50 




1 - 


Gold = 2458 =s 


20,71 



4 4 868 400. 
Petz: Pogg. Ann. LVII, 470. — 6. Rose: Ebendas. XVIII, 64. 

^ Schriften (Weisstellur). 

Schrifterz giebt beim Risten in der offenen Rdhre ein weisses, und zu- 
nädist der Probe ein graues SuUimat, welches beim Erhitzen zu klaren Tropfen 
schmilzt. T. d. L. schmilzt e; auf Kohle zu einer dunkelgrauen Metallkugel, 
^rbt dabei die Flamme grtlnliciblau, und bildet einen weissen Beschlag , der in 
der Reduktioisflamrae mit blaaem Schein verschwindet ; nach längerem Blasen 
bleibt ein gelbliches geschmeuUges Metallkom, das im Erstarrungsmoment auf- 
glttht. Zusatz von Soda befbidert die Reduktion. B e r z e 1 i u s. 



1» 

blMsidk a rii|iii ■im Itr AlüAeidBn; to» Clihfiillmi nt; die 
mme Ftewrigfctit wird dMch Wmmt wo» e^Mh. 

Weitsten vr mertalt sicli wie Schriftm bMi Bfifta «ad t. d. L. auf 
Kohle; bei fartgeggtiigM WUmm eaMtkMrÜMrdmtdber HgecMtg, «ril €b bJeibi 
ein wewes Mclaflkera, mithes m ^«Jinürwlnni sich üchlairfllM, was erst 
(imin flut Zorfldlassaiis yvmi Gold ewUgLj wenn man es mü den Doppeilm 
mnen Silbers zQsanuMn^eschaofafli kal. flaltner. 

bi Salpetefsanre M es oMer Ahn bi iihia|i, yw Geld aidtoslkb. 

Heide MneraBeii sind saenl tob Klaprotb, neaÜeb i n sb eaondere von 
tett antersncbl worden. Ibre Seit en b eü, firenMie PeJMiwbn ngep (sie konunen 
mit Gold ond Nätlefen vor], nnd die S^wieri^eit der S e heidun gsmeOioden 
macben besonders die fitdieren Angriben nnsicber. 

A. Scbrifterx. 
f , Grube Franciscos m Oftnbanya. Klaprotb. 

2. Apf>roxiniatiYe Bestimmung thi Berxelins. 

3, Ofüenbanya ; sp. G. ss 8,28. o) dOnne nadeUbnuge Krystalle ; b) undeut- 
Krystalle. Peix. 

I. f. a. 

a. b. 

TeUur 60*) 51—5« 59,97«) 58,81*) 

Antimon — Spar 0,58 0,66 

Gold 30 84 26,97 96,47 

Silber 10 11,3 11,47 14,31 

Kupfer — Spur 0, 76 — 

Mei — 1,5 0,25 2,75 



e. 



100. Fe, As Spur 400. 400. 

B. Weisslellur. (Gelben). 

4.Nagyag. Klaproth. 

2. Desgleichen. Petz, a) Lange Krystalle von weisser Farbe, sp.G. »8,27; 
b) dicke weisse Krystalle , sp. G. = 7,99 ; c) kurze gelbliche Krystalle, 
sp. G. =8,33; d) derbe lichtgelbe Mass; e) desgjeich^. 

a. b. c. d. 

Schwefel 0,50 

TeUur 44,75 55,39 48,40 $4,52 44,54 49,96 
Antimon — ^ 2,50 8,42 5,75 8,54 3,82 

Gold 26,75 24,89 28,98 27,40 25,34 29,62 

Saber 8,50 4 4,68 40,69 ':,47 40,40 2,78 
Blei 49,50 _2^4 3,51 ^16 44^ 4M2 

400. 400. 400. 400 100. 100. 

Die Berechnung dieser Analysen geschieht im einfachsten unter der Vor- 
aussetzung^ dass einerseits Tellur und Antimon, andererseits (Sold, Silbe^ und 

4) Auf dem Veriust. 



17 



A. Schriften 



B. Weissteliur 



Blei isomorph seien. Es -verhalten sich die At. der elekiropeelUven Metalle sti 
denen der elektronegativen, R : Te, Sb 

7,52 - 4 

7,38 -» 4 

7,06 — 4 

6,59 « I 

6,80 » 4 

6,12 « 4 

6,48 » 4 
Nimmt man das Verhältniss 4 : 3 als das einfachste, so wAren beide Mineralien 

An 
RR* oder 



a -» B,47 
b «r 2,43 
a » 2,30 
b « 2,24 
c » 2,28 
d «r '2,70 
e s 2,47 



8,4 
8,5 
3,0 
3,0 
3,0 
2,3 
2,6 




Beide würden sich nur dadurch unterscheiden, dass im Schrifterz fast nur 

Gold und Silber, und zwar in dem Atomverhaltniss von 4 : 4 auftreten, so 

dass die specielle Formel 

AgTe* + AuTe* 



wäre. 



6 At. TeDur 
4 - Gold 
4 - »Iber 



Berechnet. 
4842 « 55,82 
2458 « 28,52 
4350 — 4^,66 



8620 400. 
Im Weiss tellur oder Gelberz hingegen würde wesentlich noch Blei ent- 
halten sein, und das Mineral eine Mischung der isomorphen Tellur Verbindungen 
AuTe', AgTe', PbTe' mit den gleiohialls unter sich und mit jenen isomorphen 
Antimonverbindungen AuSb', AgSb*, PbSb' sein. Indessen ist das Atom-Ver- 
hältniss der isomorphen Glieder in den Analysen nicht constant, da 

Pb : Ag : Au 

0,20 : 4,09 : 4,09 

0,79 

0,55 

0,80 

0,20 

Zwar nimmt mit steigendem Bleigehalt der Silbergehalt im Allgemeinen 
ab, doch nicht stetig, und obwohl Silber und Blei als elektropositiver dem 
Gold gleichsam gegenüberstehen, so ist doch das Verhttltniss jener zu diesem 
schwankend. 

Die At. von Antimon und Tellur aber verhalten sich in 



m a i 
b = 0,27 
c s« 0,63 
d = 0,87 
e« 1,07 



«,48 
1,40 

4,03 
4,20 



a ^ 0,16 : 6,90 -. 1 
b » 0,56 : 6,03 » : 


: iS,0 
10,8 


c =s 0,38 : 6,48 = 
d » 0,S7 : 5,55 — . 
e s 0,85 : 6,23 » 


16,8 
; 10,0 
:2i,4 


RtBB.lik.ri't MiaenielMai.. 





Die Menge des AntiniODS sieht in keiner nachweisbaren Beziehung zu dem wecb* 
seinden Blei- oder Silbergehalt. 

Es bedarf kaum der Bemerkung, dass unter der Voraussetsungi^ Au »4^29, 
SbaB752, die Formeln anders ausiallen müssen. Man erhält alsdann im All- 
gemeinen 

RTe*oderR jj^ 

Indessen entbehren alle diese Vorstellungen gar sehr der sicheren B^rttn- 

düng. Denn abgesehen davon, dass das Atomverhältniss von 4 :2,3 bis 4 :3,S 

schwankt, ist auch, streng genommen, der Ausdruck R(TeySb)* nur für das 

Weisstellur gültig, da im Schrifterz, wie auch die obenangeführte Berechnung 

zeigt, mehr Tellur enthalten ist. Aus den beiden Analysen folgt vielmehr die 

Formel 

R'Te*^ oder 2RTe*-hRTe*, 

oder, mit dem halbirten Atg. des Goldes, 

R»Te" 

Gegen die von Petz vorgeschlagene Formel 

R»Te' = AgTe + 2AuTe« 

bat G. Rose mit Recht eingewendet, dass Gold und Silber, als isomorph, 

schwerlich in verschiedenen Verhältnissen mit Tellur verbunden seien, weshalb 

er R Te* vorzieht. 

Man sieht, dass bis jetzt die wahre Zusammensetzung beider Mineralien so 

wenig wie ihre Beziehungen feststehen. 

Berzelius: Jabresb. XllI, 462. ~ Klaproth: Beitr. 111, 46.10. -*Petz: Pogg. 
Aon. LVIl, 479. -— G.Rose: Blineralsyst. 56. 

B. Anenide. 

Arsenikeisen. (Arsenikalkies) . 

Giebt im Kolben ein Sublimat von Arsenik, beim Rösten arsenige Stfure. 
StOsst v.d.L. reichlich Arsenikdämpfe aus, und ver\i'andelt sich in eine schwarze 
magnetische Masse. 

Wird von Salpetersäure unter Abscheidung von arseniger S. aufjgelöst. 
Löst sich in Königswasser auf, ' 

Die an die älteren Versuche Klaproth^s und Karsten^s sich schliessen- 
den neueren Analysen setzen ausser Zweifel, dass wenigstens zwei Verbindun-* 
gen zu unterscheiden sind. 

Wir bringen den Schwefel als Arsenikkies in Abzug, und berechnen dett. 
Rest auf 1 00 Th. 

A. Dreiviertel-Arsenikeisen. Fe^As'. 

^ . Reichenstein in Schlesien, a) Karsten, b) Meyer, c) theils derb, theih* 

krystallinisch . Weidenbusch. 
2. Geier im Erzgebirge. Derb, mit Arsenikkies in kleinen Krystallen 

mengt. Behnke. 



19 







1. 




1. 




Sp.G. 


-i7,O0Brthpt. 


6,84-6,i 




a. 


b. 


0. 




Schwefel 


4,77 


4,63 


4,09 


6,07 


Arsenik 


65,88 


63,14 


66,64 


68,94 


Antimon 


— 


— 


— 


4,37 


Eisen 


32,35 


30,84 


34,64 


38,98 


Gebirgsaii 


r •■■" 


3,66 
98,66 


4,04 
99,86 


— 




400. 


99,30 


Arsenikkies 9,0i 


8,49 


6,60 


30,83 






Rest: 






Arsenik 


67,86 


68,48 


68,06 


67,38 


Bisen 


3S,16 


34,68 


34,96 


38,68 



B. Einfach-Arsenikeisen. FeAs. 

1. Reichenstein. Hof mann. 

2. Fossum, Norwegen. Scheerer. 

3. Schladming, Steiermark. Weidenbusch. 

4. Breitenbrunn, Sachsen. Behnke. 

5. Andreasberg, Harz. Illing. 





4. 


1. 


t. 


4. 


i. 


Sp. G. = 


4,94 


7,09 


8,67—8,74 


7,28 


6,80 


Schwefel 


4,34 


0,70 


4,40 


4,65 


Arsenik 


65,99 


70,46 


78,48 


69,85 


70,59 


Antimon 


— 





— 


4,05 


— 


Eisen 


28,06 


87,77 


86,48 


87,44 


88,67 


Bergart 


8,17 
98, f 6 


99,84 


99,36 


99,44 


400,94 


Arsenikkies 9,87 


6,43 


3,60 


6,68 


8,40 






Rest: 






Arsenik 


74,35 


78,43 


73,49 


78,84 


78,48 


Eisen 


88,66 


87,87 


86,54 


87,46 


87,88 


Berechnet : 












A. 






B. 






Fe* As» 






FeAs 




3 As» 


8880» 


66,80 


AS=: 


940 » 78,84 


4Fe = 


1 400 « : 

• 


33,80 


Fe = 


350 = 87,46 



4220 400. 4290 400. 

Vielleicht sind beide Verbindungen isomorph. Die zweite scheint ein gros- 
SCTes sp. G. zu haben. 

Behnke : Pogg. Ann. XCYiriJSi. — (Breiihaupt über Ar. : Ebendas.LlV, 265). 
•^Hofmann: Ebend. XXV, 485. — llling: Ztsohrft.-f. d. ges. Naturw. 4854. 889. 
Karsten: Eisenhüttenkunde II, 49. -^ Meyer: Pogg. Ann. L, 454. — .Scheerer: 
Ebend. XLIX, 586. L, 458. —Weidenbusch: G. R o s e 's Mineralsyst. 58. 

2* 



Brennt y. d. L. mit blauer Flamme unter Entwickelung you Anenik- 

dttmpfen. 

Ist schwer in Salpetersäure, leicht in Königswasser aufldslich. 

Diese sehr problematische Verbindung, angeblich in Sachsen (wo?) vorkommend, soll 

nach K 8 n e 

Arsenik 54 . 8 
Hangan 4 5,5 

•7,1 
enthalten. Eine Verbindung Mn' As mttoste aus 57,6 Arsenik und 4t,4 ibnmaii bestehen. 
Qu. J. of Sc. N. S. VI, 081. Pogg. Ann. XIX, 145. 

Anenikaiekel. 

A. Rothnickelkies. (Kupfemickel) . 
Giebt im Kolben kein Sublimat. Schmiltt v. d. L. unter Entwicklung von 
Arsenikdampf zu einer spriklen weissen Kugel. Giebt, geröstet, mit deo Fltlssen 
die Reaktionen des Nickels, bisweilen auch die des Kobalts« 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von arseniger S., vollständig 
in Königswasser, zu einer grünen Flüssigkeit auf. 

Vom Rotbnickelkies besitzen wir eine Reihe gut übereinstimmender 
Analysen« 

4. Riecheisdorf in Hessen, a) Pfaff. b) Stromeyer. c} Suckow. 

2. Aus dem Mansfeldischen a) Gerbstädter Revier, bau ml er. 6) von San- 
gerhausen. Grunow. 

3. Grube Rohnärd bei Olpe in Westphalen. Schnabel. 

4. Oestro Langöe bei Krageröe in Norwegen, sp. G. ss 7,663. Scheerer. 

5. Ayer im Annivierthale des Wallis, derb, sp. G. s=7,39. Ebelmen. 

6. Allemont im Dauphin^. Berthier. 

7. Baien, Dpt. Basses- Pyrdn^es. Derselbe. 







4. 




( 


1. 


1. 


4. 




a. 


b. 


c. 


a. 


b. 






Schwefel 


0,8Q 


0,40 


0,45 


0,74 


1,35 


0,48 


0,14 


Arsenik 


46,42 


54,72 


53,69 


54,62 


54,89 


52,71 


54,35 


Nickel 


48,90 


44.20 

r 


45,76 


44,47 


43,22 


45,37 


44,98 


Eisen 


0,34 


0,34 


2,70 


0,05 


0,54 


— 


0,81 


Blei 


0,56 
97,02 


0,32 
99,98 


— 


99,88 


100. 


1,41 

100. 


Ca 0,11 




102,30 


99,79 




Schwefel 


5. 

2,18 


2,00 


7. 

2,8 








Arsenik 


54,05 


48,80 


33,0 








Antimon 


0,05 


8,00 


27,8 








Nickel 


43,50 


39,94 


33,0 ' 








Kobalt 


0,32 


0,16 


^— 








Eisen 


0,45 


■^ 


i,i 








Gangart 


0,20 


— 


2,0 







400,75 99,90 400. 
Die Analysen 1 — 5 (ausgenommen die offenbar unrichtige 4 a) beweisen, das0 
der Roihnickelkies eine Verbindung von 4 At. Arsenik und SAt. Nickel, Halb^ 
\rsenikni ekel, ist. 



21 

• Ni*A8. 
4 Ai. Arsenik «940,0 » 56,44 
2 - Nickel «725,6 «48,56 

4665,6 400; 

Kleine Mengen von Arsenikeisen (Kobalt), so wie etwas Bleiglanz, vielleicht 
auch Nickelglanz scheinen beigemengt zu sein. 

In No. 5 findet sich sogleich eine geringe Menge Ni'Sb in isomorpher Mi- 
schung, eine grössere in No. 6 und 7, welche Abtfnderungen jedoch auch Anti- 
monglanz (oder Nickelglanz) beigemengt enthalten müssen. 

Biumler u. Grnnow: Ztschrft. d. geol. Ges. IX, Z9. 40. — Berthier: Ana. 
Chim. Phys. XUI, SS. Ann. Mines IV, 467. Ibid. Ui S6r. VII, 5t7. — Ebelmen: 
ADD. MiDes IV. S4r. XI, SS. -^ Pfaff: Scbwgg. J. XXII, S56. ~ Scheerer: Pogg. 
ADD. LXV, 199. — ScliDabel: PrivatmitiheUnoc. — Stromeyer: Gott. gel. Aas. 
U47. sa4. — Sackow: D. Verwitt. im MiDeralreiche 58. 

B. Weissnickelkies. (Arseniknickel und Chloanthit). 

Giebt im Kolben ein Sublimat von metallischem Arsenik, und ven^^andelt 
sich in Halb-Arseniknickel. Verhält sich sonst dem letzteren gleidb. 

Nach meinen Versuchen schmilzt das Mineral v. d. L. auf Kohle leicht, 
raucht stark, glüht, aus der Flamme entfernt, noch lange fort, und umgiebt sich 
mit Krystallen von arseniger S. Nach längerem Blasen bleibt ein sprödes Me- 
tallkom, an der Oberfläche stellenweise von arseniksaurem Nickeloxyd grün 
gefäirbt. Mit Salpeter und kohlensaurem Alkali erhitzt, oxydirt es sich mit Hef* 
tigkttt, unter Verflüchtigung eines Theils Arsenik. 

Nach Breithaupt .ist die Verbindung dimorph . Er unterscheidet : 

A. Weissnickelkies, zweigliedrig; sp. G. s=7,4. 

B. Ghloanthit, regulär; sp.G. =6,4—6,5. 

Oft mit grünem Beschlag von arseniksaurem Nickeloxyd (NlckelblUthe) überzogen. 

4. Schneeberg. Hofmann« 

2. Biechelsdorf. Booth. 

3. Joachimsthal in Böhmen; sp. G. = 6,89. Maria n. 

4. Kamsdorf bei Saalfeld ; sp.G. =6,735. B. 

5. Annivierthal im Wallis. Berthier. 

6. Ailemont; sp.G. »6,441. B. 

7. Chatham, Connecticut, derb. Shop er d. 

i. «. 8. 4. ö. 6. 7. 

a. b. 



Schwefel 

Arsenik 

Nickel 

Kobalt 

Eisen 


0,U 
7<,30 
28,44 

0,50 
2,19 ■ 
402,27 


72,64 

20,74 

3,37 

3,25 


0,58 

74,47 

24,48 

3,62 

2,83 

0,29 

99,97 


70,34 
28,40 


70,93 
29,50 


2,90 

65,02 

26,75 

3,93 

4,40 

400. 


2,29 
74,44 
48,74 

6,82 
98,93 


70,00 

42,46 

4,35 

47,70 , 


Kupfer 


98,74 


400,43 


4 01,24 


Wismuth 


400. 





•) 



^' 4) Eine spätere UntersucbuDg von Gentb gab für den sog. Chathamit Arsenik 67,46 

l' ^f^M, Schwefel 4,7S--5,6t, Eisen 41,85—42,92, Nickel 9»4 4— 40,4 7, Kobalt 8,82-8,85. 
• I)ttallin. IV. Edit. p. 542. 



bt eine Verbindung von je 4 Ai. Arsenik und Nickel, Einfach-Arse- 
niknickel, NiAs 

I At. Arsenik »940,0 « 7S,45 
4 - Nickel »362,8 — 27,^5 

4302,8 400. 

Die Varieiäten 6 und 7 sind isomorphe Mischungen, und »war ist 

6«r9FeA8-4-5NiAs 

7«3FeAs-4-2NiAs. 

Auch No. 2 enthält 4 At. Fe As und 4 At. Co As gegen 5 At. NiAs. 

Mancher Speiskobalt ist Chloanthit, in welchem ein grösseres Yerhaltniss 

von Co As voiiianden ist. S. Speiskobalt. 

Hof mann fand in einem Erz von der Grube Hasselhaue bei Tanne am 

Harz: 

Schv^ofel 44,05 

Arsenik 53,60 

Nickel 30,02 

Kobalt 0,56 

Eisen 3,29 

98,52 

Dies deutet auf ein Gemenge. 

Berihier: Ann. Mines, III. S«r. XI, 504. ^ Booth: Pogg. Ann. XXXII, SM. — 
Breithaapt : Ebendas. LXIV, 484. — Uofmann: Ebendas. XXV, 491. 494. * Ma- 
rian: Vogl Mineralreichthum Joachimsthala. TepUtz I8S7. S.I4t. — Shepard: Am. 
J. ofSc.XLVII, 854. 

Speiskobalt. 

Giebt (mit Ausnahme des Arsenikkobaltkieses) im Kolben kein Sublimat; 
beim ROsten ein solches von arseniger Säure. Schmilzt v. d. L. leicht unter 
starkem Arsenikgeruch zu einer grauen spröden Kugel, welche mit den Flossen 
auf Kobalt, oft auch auf Nickel reagirt. 

Wird von Salpetersäure unter Abscheidung von arseniger S., von Königs- 
wasser vollständig zu einer rothen, grünlichen oder gelblichen FlUssigkeit auf- 
gelöst. 

Die frühesten Untersuchungen dieses Erzes rühren von Mönch, Klap- 
roth, John, Laugier u. A. her. Stromeyer's Analyse gab Berselius 
Anlass zur Aufstellung einer Formel, welche sich jedoch neuerlich, besonders* 
da oft mehr Nickel als Kobalt in Speiskobalten gefunden wurde, als nicht aus^ 
reichend erwiesen hat. 

Reines Arsenikkobalt ist nicht bekannt. Die als Sp. bezeichneten Minera-^ 
licn sind isomorphe Mischungen der Arsenide von Kobalt und Eisen, oder von 
Kobalt, Nickel und Eisen. Allein sie differiren noch mehr als das natttrlicho 
Arsenikeisen in den relativen Mengen des Arseniks und der elektropositive0 
Metalle ) ohne dass ihre Krystallform eine andere wäre. An dem nämlicheo 
Fundorte kamen solche verschiedene Mischungen vor. 



Ausserdem enthalten sie meist eine kleine Menge Schwefel. Da kein 
Grund ist, eine Beimengung von Kobaltglanz etc. anzunehmen, so wird es ge- 
stattet sein, denselben als Vertreter von Arsenik in Rechnung zu bringen ; ebenso 
ein wenig Wismuth, ol^eich derbe Varietäten wohl gediegßnW., selbst Wis- 
muthglanz enthalten ktanten. 

A. Dreiviertel-Arsenikkobalt (Nickel, Eisen). 

4 . Schneeberg. Krystalle, scheinbar von der Ferra des Arsenikeisens ; sp. G. 
SS 6,84 (G. Rose). Jackel. 

2. Riecheisdorf, Hessen. Oktaeder mit Würfelfltfchen; sp.G. «6,374. Ram- 
melsberg. 

3. Schneeberg (?). Salv^tat u. Wertheim. 

4. Atacaroa, Stidamerika. Smith. 





*. t. 


8. 4. 


Schwefel 


0,49 2,n 


2,80 0,08 


Arsenik 


66,02 60,42 


58,71 70,85 


Wismuth 


0,04 — 


— — 


Kobalt 


21,21 10,80 


3,01 24,13 


Nickel 


— 25,87 


35,00 1,23 


Eisen 


11,60 0,80 


0,80 4,05 


Kupfer 


1,90 — 
101,26 100. 


— 8,41 




100,32 100,75 


Hier verhalten sich die Atome von 


• 




R : As 






1 SS 9,54 : 7,26 


« 4 : 3,0 




2 = 10,2 : 7,4 


= 4 : 2,9 




3 a 10,51 : 7,65 


» 4 : 2,9 


^ 


4 as 10,20 : 7,54 


= 4 : 3,0 


Diese Substanzen sind also satnnitlich 




R*As», 




analog dem Dreiviertel-Arsenikeiscn. 




Specieller ist : 








1 = Fe* As» + 


2 Co* As» 




2 = 3 Co* As« + 


7M*As» 




3 = Co* As» + 


12Ni*As» 




4 » Fe* As» + 


2Cu*As»-|-6Co*As». 



B. Einfach-Arsenikkobalt (Nickel, Eisen). 

1. Tunaberg, Schweden. Derb. Varrentrapp. 

2. Schneeberg, Grube Sauschwart. Dorb, grau. Hofmann. 

3. Schneeberg. K ob eil. (Als Eisenkobaltkies bezeichnet]. 

4. Riecheisdorf. Kömig. Klauer. 

5. Schneeberg, Grube Daniel. Krystallinisch. Lange. 







— tu» 






«- 



»4.7» 




r '' 



Xa> 1 



« ^.« ":ä « ♦ (MC 



ö 



JMBftrw unrf. Sr*^4•ilkMK $>tiH.ifrLas>. 



lai 






K«pfer 



*,tr 



liHK 



Jrmuk. 
RohAlt 

a.rit 

* *»,« r»..tf . I 






n,» 

3,3S 

4S.ti 
6,5S 

«kM ML» »»,63 98,67 






3,7» 
7.33 



1,38 



:3 

3 
3 
3 



3»8 
3,9 
3.« 
3.7 
M 



Setil man 3 : 4, m sind dieie Abänderungea 

B'As* 

4 -■ SFe*As*-»-nGo*Aa* 

5 -■ Fe* As* 4- iCo'As* 

3 » 8Co*As* -I- 3Ni«A8* 

4 :- 8 Co* As* •!• SFe*As* -l- 6Ni*As« 

5 — 8 Co* As* + 4 Fe* As* + 7Ni*As* 

6 •■ Co* As* + 8 Fe* As* + 4Ni*As*. 

D. Andertbalb-Arsenikkobalt. (Arsenikkobaltkies. Tesseralkies). 

Skuterud, Norwegen. Oktaeder mit Würfel, Granatoeder und Leucitoeder. 

Sp. G. »6,78. a) Sc beer er. d) Wühler, a) Krystallisirt, /}) derb. 

a. b. 



ScbweCel 


0,69 


..» 


-— 


Arsenik 


77,84 


79,8 


79,0 


Kobalt 


80,01 


18,5 


19,5 


Eisen 


1,51 


1,3 


<,4 



100,05 99,0 99,9. 
Hier ist das Atomverhäliniss R : As im Mittel » 5,6 : 8,4 s 1 : 1,6 « S : 3. 

Somit ist dieses Mineral Co' As* 

mit sehr wenig Fe* As'. 

Die allgemeinste Formel des Speiskobalt ist folglich 

R-As". 
Vielleicht sind die elektropositiven Metalle so wie das Arsenik dimorph, die 
Speiskobalte isomorphe Mischungen von R und As. 

Die nickelreichen Abänderungen können auch zum Chloanthit (Weissnickel- 
kies) gestellt werden, worauf Breithaupt zuerst hinwies. 

Nach 6. Rose enthalten alle krystallisirten Speiskobalte Nickel (was in 
(nüieren Analysen tthersehen sein mag), sowohl die mit rothem als mit grünem 
Beschlag. 

Ball: S. G. Rose. — Hofmann: Pogg. Ann. XXV, 486. — Jäckel: S. 0. Rose. 

— Karsted t. Klauer. Lange. In meinem Laborat. — Kobeli: Grundz. d. Hin. 800. 

— G. Rose: Mineralsyst. 60. — Salvötat: Wertheim, Th^se. Paris 4864. 79. — Sar- 
stor ins: Ann. Ghem. Pharm. LXVI, 878. — Scheerer: Pogg. Ann. XLU, 546. — 
Smith. Dana. 11 Soppl. 49. — Stromeyer: Gdtt. gel. Anz. 4847. No. 7t. — Var- 
rentrapp : Pogg. Ann. XLVIII, 605. — Wöhler: Ebend. XLIII, 594. 



Araenikkupfer. 

A. Algodonit. 

Verhalt sich wahrscheinlich dem Folgenden ahnlich. 

Nach Fleld enthalt dieses Mineral von Algodones, Prov. Goquimbo, Chile: 

Arsenik 1 6,23 
Kvpfer 83,30 

0,34 

99,84 



Iß 

Demnach ist es eine Verbindung iron 1 At. Arsenik und 1t At. Ku^lfery 

Cu*»As. 
4 At. Arsenik =s 940 « 46,50 
42 - Kupfer =4759 = 83,50 

5699 400. 

Quart. J. Chem. Soc. X, S89. J. f. pr. Chem. LXXin; 881 . 

/ • 

B. DoQieykit. 

Im Kolben unveränderlich. Schmilzt v. d. L. leicht unter starkem Arse- 
nikgeruch. 

LOst sich in Salpetersäure und Königswasser auf. 

4. Calabozo, Prov. Coquimbo, Chile. Domeyko. 

5. Chile. Field. 

3. Grube San Antonio, Distr. Gopiapo, Chile. Hit Kupferkies gemengt. Do- 
meyko. 

1. %. 8. 

a. b. 



Schwefel 


— 


— 


— 


3,87 


Arsenik 


28,36 


28,44 


28,26 


23,29 


Kupfer 


74,64 


74,66 


71,48 


70,70 


Eiseit 


— 


— 


— 


0,52 



400. 400. 99,74 98,38 

Der D. ist eine Verbindung von 4 At. Arsenik und 6 At. Kupfer, 

Cu*As. 
4 At. Arsenik « 940,0 = 28,32 
6 - Kupfer =: 2379,6 = r 74,68 

3349,6 400. 

In No. 3 verlangt das Arsenik 58,8 Kupfer, um 82,09 dieser Verbindung 
zu bilden. Der Rest, aus 3,87 Schwefel, 4 1,9 Kupfer und 0,52 Eisen bestehend, 
ist jedoch weder Kupferkies noch Kupferglanz. 

Domeyko: Ann. Mines IV. Sär. III, 5. — Field: S. oben. 

Condurrit. Ein früher auf der Condurragrube bei Heistone, neuerlich 
auf der Wheal Druidgrube am Berge Cam Brae bei Redruth in Comwall vorge- 
kommendes Mineral, ist offenbar ein mit Oxydationsprodukten gemengtes Arse- 
nikkupfer. Es wurde von Faraday, später von K ob eil, Bl yth und von mir 
untersucht. 

Giebt im Kolben Wasser und arsenige Säure. Schmilzt v. d. L. auf Kohle 
unter Entwicklung von Arsenikdampf zu einer Kugel , welche hmn Erkalten 
spratzt, stark aufschwillt und berstet. Nach wiederholtem Umschmelzen mit 
Soda und Borax bleibt ein Kupferkorn. 

Wasser entzieht dem C. arsenige Säure. Chlorwasserstoffsäure löst diese 
nebst Kupferoxydul auf und hinterlässt einen metallischen Rückstand, der aus 



17 

Arsenik und Knpfer besteht, nnd in Salpetersäure fast giint auflOslich ist. Auch 
Kalilauge löst aus dem Mineral arsenige Säure, daneben auch Arseniksflure, 
unter Abscheidung von Kupferoxydul auf. 

Nach Bly th giebt der G. auch beim Erhitzen in kohlensaurem Gase arse- 
nige Säure. Kalilauge zieht nach Demselben nur Arsenikstture aus, während 
kohlensaures Natron nur arsenige S. aufnimmt. Der beim Kochen mit Chbr- 
wasserstoffsäure bleibende Rückstand enthält nach Demselben, wenn die Säure 
kurze Zeit einwiAte, Schwefel, Kupfer, Eisen und Arsenik, nach längerer Zeit 
aber nur Arsenik. 

Analysen des G. als Ganzes. 

Faraday. R. Blyth. 

a. b. 



Schwefel 3,06 






2,33 


Arsenik 19,66 


48,70 


47,84 


49,54 


Kupfer 60,50 


70,5« 


70,02 


60,24 


Eisen — 


0,66 


-^ 


0,25 


Wasser 8,99 






2,44 


Sauerstoff 






43,47 


Kohlenstoff 






4,62 


Wasserstoff 






0,44 


Stickstoff 






0,06 
400. 


Nach meiner Untersuchung j 


ist die Zusammensetzung d« 


stoffsäure l<H;lichen Theils s= A und des unlöslichen : 


«B: 


ArsenigeS. 3,70 




Arsenik 


43,89 


Knpferoxydul 62,29 




Schwefel 


2,20 


Wasser 5,83 




Kupfer 


42,81 


7<,82 




Ruckstand 


0,70 
29,60 


B besteht mithin aus 








Kupfersulfaret 


40,85 






Arsenik 


4,46 


s 23,04 




Kupfer 


43,89 


= 76,96 





400. 

Dieses Arsenikkupfer, welches in dem Ruckstande überwiegt (und auch 
irflher fbr sich mit dem G. vorgekommen zu sein scheint), würde demnach aus 
i At. Kupfer und 3 At. Arsenik bestehen, da die Verbindung Cu As* 24,91 Ar- 
senik und 78,09 Kupfer voraussetzt. 

Hiemach scheint es, als sei der Condurrit ein durch Zersetzung entstande- 
fies Gemenge, zu dessen Bildung Arsenikkupfer, vielleicht Schwefel-Arsenik- 
kopfer (Tennantit) Anlass gegeben habe. 



y. Kobell fand in dem in ChlorwasserstofiEittare Ktolichen Theil 8|03 arse- ^ 
nige S«, 79 Kupferoxyduli 3,47 Eisenoxyd und 9,5 Wasser; er hielt den Rest < 
fllr ein Gemenge von feinzertheiltem Arsenik und etwas Schwefelkupfer. ^ 

Bly th fand 42,5 — 43,7 p.C. durch Wasser ausziehbare arsenige Säure. " 
Weil Cblorwasserstoffsäure feinzertheiltes Kupfer auflöst, auch künstlich 
bereitetes Arsenikkupfer davon angegriffen wird, so bediente sich Blyth des ^ 
kohlensauren Ammoniaks zur Trennung der oxydirten Bestandtheile des G. von 
den metallischen. Die Menge der letzteren war sehr verschieden, IS, 4 — 47,5 
—24,« p.c. Es wurden darin 55,5—60,83 Kupfer, 0,45—0,44 Elsen, 47,37— 

22,56 Arsenik und 2,22 — 2,75 Schwefel gefunden. Zieht man das Eisen als Fe, 

und das für den Rest des Schwefels zur Bildung von Gu erforderliche Kupfer 
ab, so bleibt ein Arsenikkupfer als Hauptgemengtheil , welches im Mittel aus ^ 
74 Kupfer und 29 Arsenik besteht und also wohl mit dem Gu^As aus Chile " 
übereinstimmt. 

Im Yacuo über Schwefelsaure verliert der C. nach Blyth 0,53 p.G., bei 
400* 2,33 — 2,49 p. G. Wasser; ausserdem enthalt er noch eine kleine Menge 
stickstofifhaltiger organischer Substanz. 

Blyth: Ann. d. Chem. u. Pharm. LXVI, S6S. — Farads y: Phil. Mag. 48S7. S86. 
Kobell: J. f. pr. Chem. XXXIX, S04. (Berzelius: Jahresb. XXVII, t88.) — Ram- 
me Isberg: Pogg. Ann. LXXI, 805. 

Arsealksilber. 

Giebt beim Erhitzen an der Luft ein weisses und ein schwarzes Sublimat und starken 
Arsenikgeruch. V. d. L. raucht es stark, schmilzt aber nicht; mit Soda reducirt binterllisst 
es nach dem Abschlämmen silberweisse Metallflittern. R. 

Von Salpetersäure wird es oxydirt, das sich abscheidende gelbe Pulver Itfst Ghlorwas- 
serstoffsäure auf. Die salpetersaure Auflösung setzt Krystalle von arseniger S. ab, die chlor- 
wasserstoffsaure wird durch Wasser weiss gefällt. 

K 1 a p r 1 h und D u m e n i 1 analysirten schon vor langer Zeit das A. von der Grube 
iSamson bei Andreasberg, und ich habe diese Untersuchung neuerlich wiederholt. 



Schwefel 


Klaproth. 


Dumenil. 
46,87 


Sp. 
a. 
0,85 


R. 
G. = 7,78. 
b. c. 
4,40 


Arsenik 


85,00 


88,89 


49,40 




Antimon 


4,00 


— 


45,46 


45,48 


Silber 


48,75 


6,56 


8,88 


8,84 8,24 


Eisen 


44,25 


88,85 


24,60 


24,88 



96,00 99,97 98,89 

Das A. wird fast allgemein als ein Gemenge betrachtet und die Analysen sprechen auch 
in der That nicht für eine bestimmte Verbindung, obwohl die älteren wegen der mangelhaf-* 
ten Methoden kaum einer Kritik unterliegen können. Die von mir untersuchte Substanz waf 
im Ganzen homogen, silberweiss, zeigte nur ein wenig gediegen Arsenik und einzelne dunk" 
lere Parthieen, gab aber in verschiedenen Proben nahe gleichen Gehalt, insbesondere ao 
Silber. Indessen könnte sie dennoch ein Gemenge sein. 

Will man das Ganze als eine einzige Verbindung oder vielmehr als eine isomori^ie Mi' 
schung betrachten, so wäre es fast (Fe^Ag) (A8,Sb), da die Aequivalente sich v7,f : 6,0 
verhalten. 






19 

Andererseits könnte man tlch vorstellen, dass das Mineral aas 
l.tS Anenikkles 
1$,%% Aneaikeisen Fe* As' 
und 14, 1 4 AnUmoneilher Ag'Sb* 
besUnde. 

DnmeDil: SchWgg.J. XXXIV, t57. — Klaproih: Beiträge 1, 48t. — Kam 
meUberg : Pogjg. Xnn. LaJlyiI, tes. 



C. Antlmomde. 

Antimonnfekei. 

Giebi beim Krhitien ein geringes Sublimat ; v. d. L, schmilzt es sehr 
schwer, und beschlägt die Kohle weiss. 

Löst sich nur in Königswasser tateht ufid VbllstUndig zu einer grünen Pitts- 
sigkeit auf. 

Das Mittel zweier Analysen Stromeyer's von dem A. von Andreasberg, 
nach Abzog des Bleiglanzes, ist : 
Antimon 68, \ 5 
Nickel 30,91 

Eisen 6,94 

100. 

Es ist eine Verbindung von 1 At. Antimon und i At. Nickel, 

N?Sb. 
4 At. Antimon =1504,0 = 67,46 
2 - Nickel g 725,6 = 32,54 

2229,6 100. 
Stromeyer: Pogg. Ann. XXXI, 484. Schwgg. J. LXIX, 252. 

Antimonsiiber. 

Schmilzt V. d. L. leicht zu einem grauen spröden Korn, entwickelt Anti- 
mondampf, wird weisser, krystallinisch, während es die Kohle weiss beschlägt, 
und hinterlässt schliesslich ein SHberkom. Beim Rösten in der offenen Röhre 
Miert es ein weisses Sublimat und nmgiebt sich mit einer dunkelgelben durch- 
sichtigen Masse. 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung eines weissen Pulvers auf. 

Nach den bisherigen, meist ziemlich alten Analysen scheinen zwei Ver- 
i hifidmigen vonukommen. 

^ i(. 1. Andreasberg. o) Abichd. Aelt. 6) Yauquelin. c) Klaproth 

(blättrig-kömiges A.). 
y 2. Grube Wenzel bei Wolfach. Grobkörnig. Klaproth. 

B. 1. Grube Wenzel. Feinkörnig. Klaproth. 
2. Andreasberg. Plattner. 



80 





t : 


4. 


, { 


B. 




4. 




s. 


4. 9. 


a. 


b. 


c. 






Antimon 








4S,0 


SUber 75,S5 


78 


77 «J 


76 


84 84^7 



99,7 
Hiernach ist A eine Verbindung von 1 At. Antimon mit 4 At.| und B eine 
solche mit 6 At. Silber 

Ag^Sb Ag*Sb 

Sb »1504 »24, 7g Sb «: 1504 « 45,66 

4Ae =5400 = 78,28 6Ag =8400 = 84,34 

6904 400. ' . 9604 400. 

Abich: Grell ehem. Ann. 4798. II, t. — Klaproth. Beiir.4I| 198. IVL, 478. -* 
' Platiner: Prfvatmitihlg. — Vauquelin: Hauy TraiM. III, S59. 

D. Bimratide. 

Wifmiithsilber. 

Das sogenannte Wismntbsilbererz von der Grobe Friedrich Christian im Scbap- 
bachthal des Schwarzwaldes schmilzt v. d. L. leicht, entwickelt schweflige SSnre Und be^ 
schltfgt die Kohle stark gelb. In Salpetersäure ist es auflöslich. Klaproth fand darin 
17 Wismuthi 88 Blei, 45 Silber, 4,8 Eisen, 0,9 Kupfer und 4S,8 Schwefel a9S,5. Indessen 
ist die analytische Methode, namentlich betreffs der Wismuthbestimmung unzuverlässig, und 
entweder ist das Erz eine Schwefelverbindung oder ein Gemenge. 

Später hat Domeykoin einem Erz von der Grube S. Antonio, Distrikt Copiapo in Chile, 
60,1 Silber, 7,8 Kopter, 4 0,4 Wismuth und 1,8 Arsenik neben 49,1 fremden Stoffen gefonden. 
Auch hier ist eine weitere Prüfung mit reinem Material erforderlich. 

Domeyko: Ann. Mines IV. Sör. VI, 168. — Klaproth: Beitr. II, 191. 

Wifmuthgoll. 

In dem Waschgold von Rutherford Co., Nord-Caroliua, soll eine v. d. L. leicht schmelz- 
bare und beim Erkalten krystallisirende Verbindung von Wismuth, Gold und Quecksilber 
vorkommen, deren sp. G. s 11,4— 41,9 angegeben wird. Nach Shepard wäre sie ein 
Kunstprodukt. 

Am. J. of Sc. 11 Ser. IV, 180. 

E. Selenide. 

Selenblei. 

Decrepitirt beim Erhitzen oft lebhaft, ohne sich weiter zu verändern (nach 
Kersten sublimirt sich etwas Selen); giebt beim Rösten ein theils rothes, 
theils graues Sublimat. V. d. L. auf Kohle raucht es, riecht stark nach Selen, 
schmilzt nur unvollkommen, beschlägt die Kohle grau und röthlich, später auch 
gelblich. Nach längerem Blasen verflüchtigt es sich bis auf eine schwarze Masse, 
weiche mit Borax auf Kupfer, Eisen oder Kobalt reagirt. Manche Abänderungen 
geben hierbei ein Siiberkorn. 

Salpetersäure löst es in der Kälte unter Abscheidung eines rothen aus Selen 
bestehenden Rückstandes^ in der Wärme hingegen vollständig auf. 

1) Auf nassem Wege 77,6 Silber. • < 



31 

DttSdenblei des Hanes ist bei Tilkerode von ZiDcken im J. 4823 ent- 
dedLl iworden. Im J. 4825 landen Hausmann und Stromeyer, dass das 
log. Kobaltblcien von Clausthai ebenfalls im Wesentlichen Selanblei sei. 

U. Rose bat jenes und die ilbrigen Seleoerze des Harzes im J. 4824 ana- 
lysiri. 

4. Tilkerode, ziemlich feinkörnig. H. Rose. 

2. Grube Lorenz Gegentrum bei Clausthal, feinkörnig, sp. G. s 7,697. Slro- 

meyer. 

I. t.*) 

Selen 27,59 28,4 4 
Rlei 74,84 70,98 

Kobalt — 0,83 

99,40 99,92 

Hiemach ist es eine Verbindung von 4 At. Selen und 4 At. Blei, 

PbSe 

4 At. Selen s 495,3 « 27,67 
4 - Blei = 4294,6 « 72,33 

4789,9 400. 

Nach Zincken kommt es niemals mit Bleiglanz zusammen vor. Auch ent- 

kill es sowohl nach H. Rose als nach meinen Versuchen keine Spur Schwefel. 

Selenkobaltblei ist eine Abänderung, welche nach H.Rose im Kolben 

eia Sublimat von Selen giebt. H. Rose fand in einem Exemplar von der Grube 

Lorenz bei Clausthal : 

Selen 34,42 





Blei 


63,92 








Kobalt 


3,U 








Eisen 


0,45 
98,93 






bt es eine isomorphe Mischung 










CoSe -(- 6PbSe, 




enthält 


es: 












7 At. Selen . «= 


3467,1 « 


39,88 






6 - Blei SS 


7767,6 = 


66,94 






i - Kobalt » 


375,0 = 


3,18 



41609,7 4 00. 
H. Rose zog indessen aus dem Verhalten in der HitzO; und der gcfunde- 
^ grosseren Selenmenge den Schluss, dass das Kobalt als zweifach Selenko- 
bilt vorhanden, das Mineral folglich eine eigene Verbindung, 

CoSe*-i- 6PbSe 

sei. 

8 At. Selen = 3962,4 « 32,75 
6 - Blei = 7767,6 = 64,20 
4 - Kobalt = 375,0 = 3,40 

42405,0 TOÖ^ 



4; Mittel aus S Analysen. 



3t 

H. Ro«et Pogg. Ann. II, 445. III, ftl4. ttS. — Stromeyerc (Sdtl. gel. Anw 4815. 
Ko. 54. Pogg.Ano. II, 405. 8chwgg. J. XLUI, 444. — Zincken: Ueber d«5 yorkom» 
meh, dfe mraeralogUche Beschaffenheit und das LOihrohrveiliialten def ttanieir S^^ön- 
erze: Pogg. Ami. lU, 171. 

Betenkvpftr. 

Giebt beim ROsten ein Sublimat von Selen und seleniger Stture ; schmilzt 
V. d. L. unter starkem Selengeruch zu einer grauen etwas geschmeidigen Kugel, 
welche sich zuletzt in ein Kupferkom verwandelt. 

B e r z e 1 i u s erhielt aus diesem seltenen Mineral von Skrikerum in Schweden : 

Selen 40 
Kupfe r 64 

404, 

wonach es eine Verbindung von 4 At. Selen und 2 At. Kupfer ist, 

Cn'Se. 
4 At. Selen « 495,3 » 38,44 
2 - Kupfer = 793,2 « 64,56 

4288,5 400. 
Berzelitts: AOiandl. i Fisik. VI, 41. 

SeleükupAsrUei. 

Nach den vorhandenen Analysen kommen beide Metalle in verschiedeilen 
Verhtitnissen vot. 

I. Selenbleikupfer von Tilkerode. Grau von Faii>e. ^) Giebt iin Kol- 
ben nichts Fluchtiges ; beim Rösten ein Sublimat von Selen und seleniger tSflure. 
Schmilzt v.d. L. sehr leicht unter Selengeruch, verhält sich ähnlidi dem Selen- 
blei, hinterlässt aber eine schlackige. Masse, welche stark auf Kupfer und Blei 
reagirt. 

II. Selenkupferblei. Das von Tilkerode ist etwas weniger leicht 
schmelzbar als das vorige ; die Abänderungen von Hildburghausen geben aber 
nach Kerstenim Kolben ein Sublimat von Selen^ 

Diese Mineralien sind in Salpetersäure auflöslich. 
4. Selenbleikupfer von Tilkerode. H. Rose. 

2. Selenkupferblei von dort. H. Rose. 

3 . Desgleichen vom Glasbachgrunde bei Bildburghausen. K e r s t e n. 

4. Desgl. ebendaher. Kersten. 





<••) 


1. 


»•') 


♦••) 


Selen 


34,98 


30,86 


38,09 


29,97 


Kupfer 


45,77 


7,94 


8,58 


4,09 


Blei 


48,43 


60,28 


57,48 


65,16 


Silber 


4,3S! 


— 


0,05 


0,08 


Eisen 


— 


0,78«) 
99,86 


98,19 


— 




100,5» 


99,30 



K\ Die ins Violette fallenden Parthien enthalten nach H. Rose Quecksilber, und gehen 
dann im Kolben ein dunkles Sublimat. 

2) Nach Abzug von S,08 p. C. bleihaltigen Eisenoxyds. 8) Etwas bleihaltig. 

K) Nach Abzug von S p. C. Eisenoxyd und 4,5 Quarz. 5) Nach Abzug von 2,06 Quarf. 



88 

ffimmt man bei Berechnung dieser Analysen das Kupfer als Cn'Se an, weil 
filr sidi und im Eukairii bekannt ist, AgSe (in leteterem) und PbSe aber 
Zweifd isomorph sind, so sind die berechneten Sdenmengen : 





i. 


>. 


t- 


4. 


fOr Kupfer 


9,86 


4,96 


5,36 


8,55 


Blei 


18,53 


S3,06 


24,99 


24,93 


SiUMr 


0,48 


— 


O.OS 


0,03 



88,86 89,4 S 87,37 87,54 
Dinn bleibt der berechnete Selengehalt in allen hinter dem gefundenen sehr 
■erilich zurück, obgleich man erwarten darf, dass letzerer etwas zu klein aus- 
idkn muss, die Mehrzahl der Analysen auch einen Verlust nachweist. 

Nimmt man hingegen die Verbindung CuSe an, so erhttlt man an Selen : 





i. 


t. 


8. 


t. 


für Kupfer 


49,70 


9,98 


40,72 


5,40 


Blei 


48,53 


23,06 


«1,99 


24,93 


Silber 


0,48 


— 


0,02 


0,03 



l 

I "38,74 32,98 38,73 30,06 

■ 

Dinn zeigt sich mithin filr die beiden Erze von Tilkerode ein Selenttberschuss. 

Wird bei diesen die Hälfte des Kupfers als Cu* Se, die Hälfte als Gu Se in 
lechnung gebracht, so erhält man an Selen : 

4. f. 

^ ^ , I 4,98 8,48 

ftr Kupfer { ^'^^ ^'^^ 

„ Blei (Ag) 49,04 83,06 

33,78 30,50 
^. Nar m diesem Fall stimmt also der berechnete Selengehalt mit dem gefundenen 
'^ lieiDlich überein, und es wäre 

4 = Cu*Se -H 2CuSe H- 4PbSe 
2 Ä Cu*Se -I- 8CuSe H- 9PbSe 
)Ud könnte glauben, beide wären ein Gemenge von Selenblei mit 

Cu*Se + 2CuSe. 
Es ist indessen zu bemerken, dass sie beim £rhitzen kein Selen geben, 
^asdoch die Verbindung CuSe auszeichnet, so dass fernere Versuche über ihre 
Zusammensetzung entscheiden müssen. 

Die Erze 3 und 4 von Hildburgbausen, welche nach Kersten beim Er- 
UUea Selen abgeben, würden dagegen kein Gu'Se enthalten, sondern 

3 s: GuSe -H 2PbSe 

4 =s GuSe -H 5PbSe 

^in. Doch möchte auch ihre Natur noch durch wiederholte Versuche aufzu- 
^reasein. 

Zinckeo u. U. Rose: S. Selenblei. — Kersten: Pogg. Ann. XLVl, S66. 

^•■■elfkerf *• Mmeralebeaie. 3 



34 

Selensllber. 

Giebt im Kolben nur ein sehr geringes rothes Sublimat ; verhtfll si 
der offenen Röhre ebenso, liefert daneben auch etwas selenige SSure, und ] 
nach Selen ; schmilzt v. d. L. in der äusseren Flamme ruhig, in der inner 
Schäumen, und glüht beim Erstarren wieder auf. Mit Soda wird es redi 
das glänzende Silberkorn bedeckt sich beim Abktlhlen mit einer schw 
Haut, die durch Umschmelzen mit Borax entfernt wird. 

Ist in verdünnter Salpetersäure sehr schwer, in rauchender leicht lOsli 

G. Rose fand diese Verbindung unter den Selenerzen von Tilkerod 

(sp. G. =5 8,00). Ich habe später ebenfalls eine grossblättrige Probe voi 

untersucht. 

a. b. 





G. Rose. 


R. 


Selen 


(29,53) 


26,58 


Silber 


65,56 


<4,67 


Blei 


4,91 


60,45 



400. 98,34 

Die zur Bildung von AgSe und Pb Se erforderlichen Mengen Selen sind: 

a. b. 

für Ag 24,06 4,28 

P b 4,88 23,04 

25,94 27,29 

In a war das Selen nicht bestimmt worden. 

. Das S. ist mithin eine isomorphe Mischung mit Selenblei, ungefilhr 

PbSe H- 43 AgSe=ia 
AgSe + 4— 5PbSe = b. 
Das reine Selensilber würde 26,85 Selen und 73,4 5 Silber enthalten. 

G. Rose: Pogg. Add. XIV, 474. 

Eukairit. 

Schmilzt V. d. L. unter Entwicklung von Selendampf und giebt ein gi 
weiches etwas sprödes Korn. Liefert beim Rösten ein rothes Sublimat, 
reagirt mit den Flüssen auf Kupfer. 

Ist in Salpetersäure auflöslich. 

Nach Berzelius enthält der E. von Skrikerum in Smäland, Schwc 
nach Abzug von 8,9 p. C. erdigen Theilen : 
Selen 28,54 
Silber 42,73 
Kupfer 25,30 

96,57. 
Ist der Verlust als Selen anzusehen, so beträgt dasselbe 34,97 p. C. ; der E. 
steht dann aus 4 At. Silber, 2 At. Kupfer und 2 At. Selen, 

AgSe -H €uSe, 



i 



85 

ist ein Änalogon des Silberkapferglanzes. 

S At. Selen = 990,6 = 34,64 

4 - Silber = 4350,0 = 43,08 

2 - Kupfer =« 793,2 = 25,34 

3433,8 400. 
ihndirinlich sind beide YerbinduDgen, gleichwie die Sulfurete, isomorph. 

Berselius: Afhaodl. i Fis. VI, 4t. Schwgg. J. XXIU, 477. 

Selenqueeksilber. 

Beim Erhitzen vollkommen flüchtig, hinterlässt aber gewöhnlich etwas Ei- 
aoxyd oder Quarz. Giebt beim Rösten Selengeruch und ein Sublimat, welches 
letallisches Quecksilber enthalt. 

Nur in Königswasser auflöslich. 

Das Selenquecksilber ist von Tiemann zu Zorge am Harz entdeckt, und 
OD Marx beschrieben worden. Neuerlich fand es Römer auch auf der Grube 
ihariotte bei Clausthal, und dieses Vorkommen (sp. G. = 7,4 — 7,37. K.) ist von 
lir, sodann auch von Kerl untersucht worden. 

R. ♦ K. 

a. b. 

Selen 25,5 24,39 .24,90 

Quecksilber 74,5 75,4 4 ' 74,82 

400.*) 99,60 99,72 
iiernach wäre es eine Verbindung von 5 At. Selen und 6* At. Quecksilber, 

Hg*Se'' = Hg*Se + 4HgSe. 
Ddessen möchte die einfache Verbindung 

HgSe 
ioch wahrscheinlicher sein. 

Hg*Se» HgSe 

5 At. Selen » 2476,5 = 24,84 4 At. = 495,3 = 28,37 

6 - Quecksilber = 7503,6 = 75,49 4 - = 4250,6 = 74,63 



9980,4 400. 4745,9 400. 

Man: Schwgg. J. LIV, Si8. — Rammeisberg: Pogg. Ann. LXXXVIII, 89. — 
Kerl: B. u. hütt. Ztg. 485t. No. 47. 

Anhang. Selenquecksilberblei. Giebt im Kolben für sich ein schwaches 
nstallinisches Sublimat, mit Soda gemengt, metallisches Quecksilber. Beim 
iö5ten in der offenen Röhre sublimirt zugleich selenigsaures Quecksiiberoxyd 
Q Tropfen. V. d. L. auf Kohle verknistert es sehr stark, beschlägt jene gleich 
iem Selenlilei und verhalt sich übrigens wie dieses. Zincken u. H. Rose. 

Eine grobblättrige, nach dem Würfel spaltbare Abänderung von Tiikerode, 
leren sp. G. = 7,804 — 7,876 war, enthält nach H. Ros e : 



^ Nach Abzug von beigemengtem Quarz und Eisenglanz. Es ist schwefelfrei, wiewohl 
bie und da mit Schwefelkies verwachsen. 

3* 



u 



Selen 24,97 

Blei 55,84 

Quecksilber 46,94 



97,75 

Nimmt man den Verlust als Selen, dessen Menge dann 87,t8 betrügt, so 

dies mit der bereduMten HeDge, da 

55,84 Blei •> 21 ,3 « Seien ^ 77,M PbSe 

46,94 Quecis. « 6,74 „ = 23,65 HgSe 

tB,«7 400,85 

Das Ers wSre demnach 

HgSe 4- 3PbSe. 

Indessen ist es keine Verbindung, sondern nur ein Gemenge beider Selen 
zufällig nach einfachen Verhältnissen. 

Denn eine andere Probe von demselben Stück enthielt nur 27,33 p. * 
und nach H. Rose's Bemerkung sind die feinkörnigen, dem begleitend 
terspath zunlkchstliegenden Parthieen des Erzes reines Selenblei, wtthn 
Quecksilbergehalt sich erst in der inneren Masse zeigt, und die innersten 1 
gen Parthieen am reichsten an Quecksilber sind. 
H. Rose: S. Selenblei. 

Selenquecksilberkupfer. Nach Zincken ist zu Tilkerode 
dem vorigen auch ein Erz von dieser Zusammensetzung vorgekommen, ^ 
im Kolben Selen und Quecksilber, spttter ein krystallinisches Sublim 
schweflige Saure (?) liefert, v. d. L. auf Kohle sieh zum Theil forlblaa» 
und einen Rückstand lässt, der stariL auf Kupfer, nicht aber auf Blei reagi 

Zincken: B. a. hütt. Ztg. 484t. No. ft4. 

Selenquecksilberkupferblei. Mit dem vorigen vorkommem 
sich ihm ähnlich verhaltend, ausser, dass es v. d. L. auf Kohle eincai 1 
schlag bildet, und nicht auf Schwefel reagirt. Zincken. 

Dieselben Verbindungen kommen auch bei Zorge am Harz vor. I 
innige Gemenge, in denen man ein graues oder weisses, in kleinen Wtirfe 
steliisirtes, so wie ein violettes Mineral unterscheiden kann. Zwei Prob 
in meinem Laboraterio von Knövenagel untersucht worden : 



4. 


2. 


Sp. G. = 5,74 


4,26 


Selen 38,53 


34,49 


Blei 25,36 


43,05 


Kupfer 22,43 


47,49 


Quecksilber 43,42 


3,64 



99,44 98,34 

Berechnung der Selenmenge, wenn das Ganze aus RSe besteht : 

Selen für Pb 9,70 16,47 

Gu 27,64 21,84 

Hg 5,49 4,43 

42,53 39,74 



las Kspiir als Cu^Se vorhuMka, a» bat mm 

SelflüflirPb »,70 IM? 

Ca 43,88 40,98 

H g 5,19 4,43 

28,71 88,8S 

Folgt wohl ziemlich sicher, dass beide Selenverbindusigen des Kupfers 

o seio BitissMi. Bringt man nun d^n Verhist bei den Analyaea als 

Anschlag, zieht die zur Bildung von PbSe und HgSe erforderliche 

S so bleiben in 4} 8Gu : 7Se =» €uSe -i- 6GuSe, in 8) 14 Gu : 9Se 

e -H 7 Gu Se. Die Rechnong giebi dann 

I. 



Kupfer 



53 » 3,45 Se a- 8,M CSoSe 
60 «= 20,73 =8 37,33 GuSe 



\46, 

Blei 25,36 » 0,70 » 35,06 P)>Se 

Quecksilber 43,18 » 5,49 am 18,34 ^gSe 



39,07 99,68 

f. 

r 6,36» 3,97 8e=- 40,33 «uSe 
JLupIer . 144,43-43,90 - 28,03 GuSe 

Blei 43,05 =» 4 6, 47 — 59,52 Pb Se 

Quecksilber 3,64 =s 4,43 ■■ 5,04 H gSe 

35,77 99,92 

Btapricht demnach 

1. 2Gu*Se-l- 42CuSe-l- OPbSe 4- 3HgSe 

8. 3Gu*Se-i- 40GuSe-|. 42PbSe-l- HgSe. 

Selensehwefelqueckstlber. 

itändig flüchtig, ein schwarzes Sublimat bildend ; giebt auf Zusatz von 

allisches Quecksilber. Y. d. L. auf Kohle yerbreitet es starken Selen- 

Qd beschlägt die Kohle weiss. H. Rose. Nach Kersten soll auch 

e Säure wahrnehmbar sein. 

1 von Salpetersäure nicht angegriffen. 

ose fand in diesem Mineral von San Onofre in Mexiko : 

Selen 6,49 

Schwefel 40,30 
Quecksilber 84,33 

98,48 

enthält es 4 At. Selen, 4 At. Schwefel und 5 At. Quecksilber, und ist 

nndung (oder eine isomorphe Mischung) von 4 At. Selenquecksilber 

, Schwefelquecksilber, 

HgSe 4- 4HgS. 

4 At. Selen » 495,3 = 6,56 

4 - Schwefel == 800,0 s= 40,60 

5 - Quecksilber » 6853,0 » 88,84 

7648,3 400. 



38 

Del Rio erwähnte eine« grauen Minerals von Cülebraa in HeiJkOy wdehea 
49 Selen, 4,5 Schwefel, 24 Zink und 49 Quecksilber enthalten, so wie eines 
rothen, welches gleichfalls Selen, Quecksilber und Zink enthalten soll. Später 
gab er an, letzteres sei ein Gemenge von Selenschwefelquecksilber, Selenkad- 
miom, Seleneisen und gediegen Selen. 

Kersten: Kastn. Archiv XIV, 427. — H. Rose: Pogg. Ann. XLVI, 315. — DeJ 
liot PhU. Mag. IV. 443. lU Ser. VIII, 164. Pogg. Ann. XIV, 48t. XXXIX, StS. 



F. Snlfliride. 

a. Einfache Schwefelmetalle. 

Realgar. 

Schmelzbar und vollkommen fluchtig, mit gelber oder rother Vatbe sich 
sublimirend. Beim Rösten zersetzt es sich theilweise, riecht nach schwefliger 
SXure und giebt ein weisses krystallinisches Sublimat von arseniger Sttura. 
Y. d. L. auf Kohle brennt es mit gelblichweisser Flamme unter Verbreitung 
grauweisser Dämpfe. Mit einem Gemenge von Soda und Cyankalium im Kolben 
erhitzt, giebt es einen Arsenikspiegel. 

Von Salpetersaure, leichter von Königswasser, wird es unter Abscheidang 
Yon Schwefel aufgelöst. In Kalilauge ist es in der Warme unter Abscheidang 
eines braunen Subsulfurets auflöslich , und Sauren fällen es aus dieser Auf- 
Msong mit gelber Farbe. 

Das R. aus dem Banat enthalt nach 

Klaproth. Langier. 
Schwefel 30,5 30,43 

Arsenik 68,0 69,57 

98,5 400. 

Es ist gleich dem künstlich dargestellten eine Verbindung von 4 At. Arsenik 
wd i At. Schwefel 

As « AsS* 
2 At. Schwefel = 400 = 29,85 
1 - Arsenik = 940 = 70,4 5 

4340 400. 
Nach Berzelius enthalt das natürliche und das künstliche Realgar immer 
ll^ arsenige Saure beigemengt, die durch Wasser oder verdünnte Ghlorwas* 
^KSli>ffisäure ausgezogen wird. 

Berzelius: Schwgg. J. XXII, 974. — Klaproth: Beitr. V, tt4. -* Laugior: 
^.ym. LXXXV, 46. 

Operment 

I sich auf trocknem und nassem Wege wie Realgar. Löst sich aber 
fi so wie in Ammoniak vollständig auf. 



39 



\. Aus der Türkei. Klaproth. 

i. Fundori unbekannt. L a u g i e r. 

4. t. 

Schwefel 38 38, U 
Arsenik 62 61,86 



100. 100. 
Es ist gleich dem künstlichen O. eine YerbinduDg von 1 At. Arsenik und 3 At. 
Schwefel, arseniges Sulfid, 

As = As S« 

3 At. Schwefel = 600 = 38,96 
I - Arsenik = 940 = 61,04 

1540 100. 
Klaproth: Beitr. V, 884. — Langier: Ann. Chim. LXXXV, 46. 

MBOrpUl nannte Scacchi ein gelbes von Realgar begleitetes Mineral ans der Solfa- 
tan, in zwei verschiedenen zweigliedrigen Typen krystallisirend (deren Deutung Dana ver- 
bellte). Es verhalt sich dem Operment ähnlich, hat ein spec. Gew. s 8,58, schmilzt hdm 
Erhitzen nicht. Es ist noch nicht analysirt. 

Scacchi: Mem. geolog. 4849. — Dana: Am. J. of Sc. II Ser. XV, 484. 

AntimoDglani. 

Schmilzt sehr leicht, färbt dabei v. d. L. die Flamme schwach grünlich, 
entwickelt schweflige Säure und weisse Dämpfe und giebt einen weissen Be- 
schlag auf der Kohle ; bei längerem Blasen verflüchtigt er sich gewöhnlich bis 
auf einen Rückstand, welcher auf Eisen, Blei, Kupfer reagirt. In einer offenen 
Röhre erhitzt, schmilzt er zu einer schwarzen an den Rändern rothen Masse, 
wobei ein weisses Sublimat entsteht, welches zum Theil krystallinisch, schmelz- 
bar und fluchtig (antimonige S.), zum Theil unschmelzbar und nichtflüchtig (an- 
timonsaure antimonige S.) ist. 

Chlorwasserstoffsäure löst das Pulver beim Erhitzen unter Entwicklung 
von Schwefelwasserstoffgas auf, wobei meist ein Rückstand von Chlorblei bleibt. 
Salpetersäure verwandelt es in ein weisses Pulver, während wenig Antimon in 
Lösung geht. Von Kalilauge wird es gelb gefärbt und (im Fall es ganz rein ist) 
aufgelöst; aus der Flüssigkeit fällen Säuren orangerothes Schwcfelantimon. 

Ausser den älteren Untersuchungen von Wenzel, Proust, Bergmann 
und Vauqueiin verdienen insbesondere die späteren von J. Davy, Thom- 
son, Brandes und Schnabel angeführt zu werden. 

1. J. Davy. 

2. R. Brandes. 

3. A. aus Schottland. Thomson. 

i. Rryst. A. von der Casparizeche bei Arnsberg in Westphalen . Schnabel. 

4. S. 8. 4. 

Schwefel 25,94 26,5 26,23 27,85 
Antimon 74,06 73,5 73,77 72,02 
Eisen — — — 0,43 

100. 100. 100. Töö^ 



€0 

Dar AntimoDglaiUE ist antimoniges Sulfid, fliae der «ilMMMUgen 8. 

proportionale Verbindung aus i At. Antimon und 3 At. Schwefsl, 

Sb » SbS*. 

3 At. Schwefel a 600 « 88,6 

4 - AnUmon » 4504 « s 74,4 

2f04 400. 
Brandes: Trommsd. N. J. III, 858. — DaTy: Phil. Traasact. 4811. 4M. -- 
Schnabel: PrivatmiUhlg. -> Thomson: Ann. of phil. IV, S7. Schwgg. 1. XVII, SN. 

WismuthglaDi. 

Giebt im Kolben ein geringes Sublimat von Schwefel, beim Rosten schwef- 
lige S. und ein weisses schmelibares Sublimat von schwefelsaurem Wismuth- 
oxyd, kommt in starker Hitze ins Kochen und umgiebt sich mit braunem Oxyd. 
V. d. L. schmilzt und kocht er mit Spritzen, beschltfgt die Kohle gelb, und Ittsst 
sich bis auf eine geringe Schlacke vorbUsen, welche meist auf Eisen und KapCsr 
reagirt. 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscheiduiig von Schwefel auf. 

Seine Zusammensetzung ist durch H. Boschs Analyse festgestellt worden. 
4. Riddarhyttan in Westmanland, Schweden, a) H. Rose. 6) Genth. 
a. Gjelleb&ck« Norwegen. Sp.G. «= 6,403. Scheerer. 

3. Retsbanya, Ungarn. Wehrle. 

4. Oravicza im Banat. Hubert. 

6. Comwall. a) Warrington. 6) .Von Tellurwiamuth begleitet; ap.Q.mm 
6,405. Rammeisberg. 

4. t. t. 4. 5. 

a. b. a. b 

Schwefel 48,79 48,65 49,42 48,28 49,46 20,00 48,42 

Wismuth 80,98 84,03 79,77 80,96 74,55 72,49 78,00 

Tellur — 0,32«) — — — _ _ 

Kupfer — — 0,44 — 3,43 3,70 2,42 

Eisen — — 0,45 — 0,40 3,84 4,04 

Blei _ — — — 8^86 400. 99,88 

Gold — — — — 0,53 

99,70 400. 99,48 99,24 400,53*) 
Der W. ist eine Verbindung von 4 At. Wismuth und 3 At. Schwefel, Wis- 

muthsulfid, 

Bi = Bis' 

3 At. Schwefel = 600 ^ 48,75 

4 - Wismuth = 2600 =t 84 ,25 

3200 400."" 



4) Mit Spur Selen. 

2) Nach Abzug des Goldes und der übrigen Scbwefelmetalle s 4f,tt Schwefel und 
80,74 Wismuth. 



41 

UsUmiie Menge Tellur, weiche Genth gefimden, gehört wohl beigemengt 

lern TeUarwismuth an. 

Eine Probe des Gornwaller Erzes, worin letzteres vorkommt, und deren 

sp.G. = 7,371 war, gab mir: 45,29 Schwefel, 80,08 Wismuth, 6,03 Tellur. 
Ein Theil des Wismuthglanzes ist neuerlich als eine besondere Verbindung 

erkannt worden. S. Kupferwismuthglanz. 

Berzelius fand, dass ein W. von Gregersklack bei Bispberg beim Rösten 

keinen Schwefd abgiebt, und schioss daraus, dass derselbe eine niedere Schwe- 

MongMtufe enthalten könnte. 

Ein Mineral von Deutsch-Pilsen in Ungarn, in welchem Klaproth 5 p. G. 

Schwefel fand, während er den Rest fUr Wismuth hielt, und das als Wismuth- 

^aox in seiner Sammlung sich vorfand, ergab nach H. Rose's Löthrohrprobe 
GehaH an Tellur, Wismuth und Silber, mit Spuren von Selen und Antimon. 
Berzelius: Aowendg. d. Löthr. S. 448. — Gen ths Am. J. of Sc. 11 Ser. XXIII, 
MS. 1. f. pr. Chem. LXXIU, t04. — Hubert: Haidinger's Benchte iil, 404. » Klap- 
roth: Beitr. I, tSS. — H. Rose: Gilb. Ann. LXXII, 490. — Scheerer: Pogg. Ann. 
LXV, tff. — Warrington : Phil. Mag. and Ana. IX, 19. Berz. Jahresber. Xfl, 477. 
— Wehrle: Banmgartn. Ztschrfl. X, 885. 

MolybdAnglani. 

j Verändert sich beim Erhitzen nicht; giebt beim Rösten schweflige Säure. 

Färbt V. d. L. die äussere Flamme gelblichgrttn und giebt in derselben auf 
Eohle einen gelblichen, beim Erkalten weissen Beschlag, der in der Nähe der 
Probe mehr roth erscheint; dabei schmilzt er nicht. Nach möglichst vollkom- 
neuem Ri)sten liefert er mit Borax ein gelbes, beim Erkalten farbloses, in der 
inneren Flamme ein braunes bis schwarzes Glas ; mit Phosphorsalz auf Kohle 
in der äusseren Flamme ein grünes Glas, welches in der inneren noch gesättig- 
ter erscheint. 

Salpetersäure verwandelt ihn in ein gelblichweisses Pulver. Königswasser 
löst ihn zu einer grünlichen, Schwefelsäure zu einer blauen Flüssigkeit auf. 

Die ältesten Untersuchungen des M. rühren von Scheele, Ilsemann 
und Heyer her. 

1. Altenberg, Sachsen, a) Bucholz. fr) Brandes. 

l. Lindas, Smaland in Schweden. Svanberg u. Struve. 

•i. Bohuslän, Schweden. Dieselben. 

4. ehester, Pennsylvanien. Seybert. 
f 5. Reading, Pennsylvanien. Sp.G. = 4,52. Wetherill. 

i. !.•) 8.*) 4. 5.») 

a. b. 

Schwefel 40 40,4 40,9 41,0 39,68 40,67 
Molybdän 60 59,6 59,4 59,0 59,42 5 9,33 

400. 100. <00. 100. 99,10 fOO^ 



1) Nach Abzug von 0,8 p. C. Bergart. 

t) Desgl. von 8,4 p. C. 

t) Dwgl. von 8,48 Bisenoxyd, 1,88 Kieselsäure and 0,8 Wasser. 



4> 

Der M. ist eine Yerbindang von I At. Molybdän und 8 AI. Schwefel, mo- 
lybdSiniges Sulfid, 

Mo = Mos*. 
2 At. Schwefel = 400,0 ^ 40,99 
4 - Molybdän = 575,8 = 59,04 

975,8 400. 
Brandes: Schwgg. J. XXIX, 8t5. — Bucbolz: Scheerei's J. IX, 485. — Hey er: 
CreU's Ann. 4787. II, t4. 4S4. -^ lisemann: Ebendas. 4787. I, 407. — Seybert: 
Ann. of Phil. N. S. IV, t34. Schwgg. J. XXXVI, 470. — Svanberg u. Strnve: Yet. 
Ac. Handl. 4848. J. f. pr. Chem. XLIV, 857. ^ Wetherill: Am. J. of 8c. II Ser. 
XV, 448. 

Manganglaiii. 

Beim Erhitzen unveränderlich. Entwickelt beim Rösten schweflige S. und 
fiirbt sich graugrün. V. d. L. längere Zeit geröstet, schmilzt er in gutem Re- 
duktionsfeuer an den Kanten zu einer bräunlichen Schlacke, und giebt mit den 
Flüssen Manganreaktion. Die ungerOstete Probe löst sich in der inneren Flamme 
in Phosphorsalz mit Brausen auf, wobei sogar Detonationen (vielleicht durch 
entweichenden Schwefelphosphor) entstehen. 

Ist in Chorwasserstoffsäure unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff 
auflöslich. 

Die älteren Analysen von Klaproth, Vauquelin und Del Rio gaben 
unrichtige Resultate; der Erstere hielt ihn für ein Oxysulfuret. Arfvedson 
bestimmte seine Zusammensetzung. 

4. Nagyag, Siebenbürgen. Arfvedson. 

2. Grube Preciosa bei Perote, Mexiko. Spaltbar nach dem Würfel, sp. G. 

= 4,036. Bergemann. 

4. s. 

Schwefel 37,9 36,84 

Mangan 62,4 68,98 

400. 99,79 

Hiernach ist er eine Verbindung von 4 At. Mangan und 4 At. Schwefel, Man- 
gansulfuret, 

Mn = MnS. 
4 At. Schwefel = 200,0 = 37,24 
4 - Mangan = 337,5 = 62,79 - 

537,5 400. 
Arfvedson: Vet. Acad. Handl. 4 822. Pogg. Ann. I, 58. — Berge mann: Leonh. 
N. Jahrb. 4857, 394, — Del Rio: Hauy Traitd. IV, 270. — Klaproth: Beitr. III, 85. 

Ilauerit. 

Giebt im Kolben Schwefel und lässt einen grUnen Rückstand, der sich wie 
Manganglanz vcrhült. 

Löst sich unter Abscheidung von Schwefel in Ghlorwasserstoffsäure auf. 



48 



• 

UMk Hauer enlhflR dies" zu Kalioka imweil V^es bei Altsohl in Ungarn 


YorkoBunende Mineral : 




Schwefel 


53,64 = 54,8 


Mangan 


42,97 45»8 


Eisen 


4,30 400. 


Kieselsäure 


4, SO 



99,44 
Kr isl mithin eine Verbindung von 4 At. Mangan und 8 At. Schwefel, Mangan- 
bisulfurety 

Mn sMqS' 
i At. Schwefel = 400,0 = 54,24 
4 - Mangan = 337,5 = 45,76 

737,5 400. 
Pogg. Ann. LXX, 4 48. 

Elsensulftaret. 

Terhflit sich wie Magnetkies. 

Lost sich in Ghlorwasserstoffsäure ohne Abscheidung von Schwefel auf. 
Das E. kommt am reinsten in manchem Meteoreisen vor, obgleich es dann 
immer ein wenig Nickelsulfuret enthält. (S. Meteoreisen). 

Als Mineral ist nur die folgende isomorphe Mischung bekannt. 

Eisennickelkies. V. d. L. geröstet, giebt er mit Borax in der äusseren 
Flamme ein von Eisen gefärbtes Glas, welches in der inneren schwarz und un- 
durchsichtig wird. 

Scheerer hat dieses broncefarbige , regulär oktaedrisch spaltbare und 
nicht magnetische Mineral von Lillehammer in Norwegen, sp. G. = 4,6, unter- 
sacht. 

b. 

36,64 = 36,86 

40,24 40,86 

24,07 22,28 

4,78 400. 





a. 


Schwefel 


36,45 


Eisen 


42,70 


Nickel 


48,35 


Kupfer 


4,46 



98,66 99,70 
Die Proben enthielten ein wenig Kupferkies, der in b durch Rechnung in 
Abzug gebracht ist. 

Hiemach ist der £. eine isomorphe Mischung von 4 At. Nickelsulfuret und 
l At Eisensulfuret 

Ni + Fe*. 

3 At. Schwefel = 600,0 = 36,08 
2 - Eisen = 700,0 = 42,4 

4 - Nickel = 362,8 = 24,82 

4662,8 400. 



44 

A : Viefteiolii bardkt dtr Mokfllgihall «Miolier MagMlkieM «uT auMr dwurtigen 
BmiDenguiig. 

Pogg. Aon. LVIII, S45. 

SehwefdklM. 

Giebi im Kolben ein Sublimat von Schwefel, verhält sich sonst wie Magnet- 
kies. 

Wird von GhlorwasserstofiEstfure schwach angegriffen, von Salpetersllure 
unter Abscheidung von Schwefel aufgelöst. 

Der Schwefelkies ist unter den Neueren von Hatchett, Bucholi, be- 
sonders aber von Berzelius analysirt worden, der seine Zusammensetioiig 
feststellte. 

I.Hatchett. a) in PentagondoddLaedem, 6) in gestreifken Würfeln» e) ia 

glatten Würfeln krystallisirt, d) strahliger. 
S. Bucholz. 

3. Berzelius. 

i. Grube Heinrichssegen bei MUsen, in Pentagondodeakedem kryiialliairt. 
Schnabel. 

5. Grube PhiUppshoShung bei Siegen, derb. Derselbe. 

6. Gornwall, Lebanon Co., Pennsylvanien. Booth. 

4. t. a. 4. 5. $. 

Sohwefel 5S,45 58,5 58,7 53,6 51 53,98 53,5 53,4 »3^37 
Eisen 47,85 47,5 47,3 46,4 49 46,08 46,5 46,5 44,47 

100. 400. 400. 400. 400.400. 400. 99,9 Cm 8,39 

49«,93 
Der Seh. ist eine Verbindung von 4 At. Eisen und 8 At. Sdiwefel, Kisdft- 
bisulfuret, 

Fe = FeS* 
8 At. Schwefel == 400 = 53,33 
4 - Eisen = 350 = 46,67 

750 400. 
Der meiste Seh. enthält ein wenig Gold. 

Schnabel fand in dem von der Grube Silberkaule bei Eckerhagen, Kreis 
Waldbroel, 0,468 p.C. Nickel. Nach fireithaupt ist insbesondere der von 
Flussspath und Schwerspath begleitete arsenik haltig. 

Berzelias: Gilb. Ann. XLVIII, 4t4. ^ Bootht Dana Min. 5B. — Bvoholi: 
Gehlens N. J. IV, 291. — Hatchett: Phil. Transact. 4804. — Schnabel: fttvatmillh. 

Speerkies. 

Verhält sich wie der vorige. 

4. Analyse von Berzelius. 

2. Grube Briccius bei Annaberg. Kyrosit von Breithaupt. Scheid- 
hauer. 



4S 





i. 


t. 


Schwefel 


53,35 


53,05 


Arsenik 


— 


0,93 


Eisen 


45,07 


45,60 


Mangan 


0,70 


— 


Kupfer 


— 


4,41 


Kieselsäure 


0,80 





99,92 100,99 
Der Speerkies ist eine heteromorphe ModifikatioD des Eisenbisulfiirets, 
ffmck dem Sckweielkies. 

Lonchidit (Kausimkies) Breithaupt ist ein Gemenge von Speei*kie4 
and Arsenikkies, welches im Kolben ein geringes Sublimat von Schwefelarsenik 
giebt, und mit den Flüssen auch auf Kupfer und Kobalt reagirt. Naoh Plattner 
eDthielt eine Probe aus der Freiberger Gegend : 
Schwefel 49,61 



Arsenik 4,39 






Eisen 44,2S 






Kupfer 0,75 






Kobalt 0,35 






Blei 0,20 






99,52 






Diese Zahlen lassen sich als ein 


Gemenge 


aus 


Schwefel 47,51 


Schwefel 


1,88 


Eisen 41,28 


Arsenik 


4,39 


88,79 


Eisen 


2,94 


Speerkies 


Kobalt 


0,35 



Schwefelkupfer 0,94 
Schwefelblei 0,23 



9,56 

Arsenikkies 
deuten. 

Berzelius glaubte die Ursache des häufigen Verwitterns des Sp. in einem 
Gehalt an Eisensulfuret, FeS, sehen zu müssen. 

Berzelius: Schwgg. J. XXVII, 67. XXXVI, 8^1. — Plattner: Pom. Ann. 
LXXVII, «35. — Scheldhauer: Ebend. LXIV, «8«. (Breithanpt ebend. LVni,9$i}, 

Haarkie8. 

Schmilzt V. d. L. unter Entwicklung von schwefliger S. ziemlich leicht zu 
einer Kugel, welche stark sprüht und an Volum etwas abnimmt, aber flüssig 
bleibt. Nach vorgängigem Rösten giebt er in gutem Reduktionsfeuer eine etwas 
geschmeidige magnetische Metallmasse. Mit den Flüssen reagirt er nach dem 
Rösten auf Nickel, zuweilen auch auf Kupfer, seltner auf Kobalt. 

Salpetersäure und Königswasser lösen ihn mit grUner Farbe auf. 

Klaproth untersuchte zuerst den H. von der Grube Adolphus bei Johann- 
Georgenstadt, welchen er jedoch für Arseniknickel hielt. Erst Rerzelius be- 
wies durch die Lötbrohrprobe, dass der H. Schwefelnickel sei, was Arf ved- 
son durch die Analyse besUfttigle. 



4< 

I . Fundort unbekannt. Arfvedson. 

i. Camsdorf bei Saalfeld ; sp. G. = 5,65. Rammelsberg, 

3. Friedrichszeche bei Oberlahr, Kreis Altenkirchen. SchaabeL 

4 . t. a. 

Schwefel 34,26 35,79 = 35,63 35,03 

Nickel 64,35 61,34 64,37 64,80 

Kupfer — 4,U 100. 99,83 

Eisen — 1,73 

98,61 100. 

Hiemach ist der H. eine Verbindung von 1 At. Nickel idmI I At. 

Nickelsulfuret, 

Ni = NiS. 
1 At. Schwefel = 200,0 = 35,54 
1 - Nickel = 362,8 = 64,46 

562,8 100. 

Miller fand das sp. G. des li. von Dowlais bei Merthyr Tydvfl s 5,262 

— 5,295; Breithaupt den von Johann -Georgenstadt und von Camsdorf 

s= 5,00. Miller vermuthet eine chemische Verschiedenheit dieser Substanzen, 

da auch die seinige leicht spaltbar ist in drei Richtungen unter ¥^nkeln von 

144^8', die mit der liauptaxe solche von 159^10' bilden. 

Arfvedson: Vet. Aead. Handl. 1822. 427. Pogg. Ann. I, €8. — Breitka«pt: 
Pogg. Ann. LI, 5H. — Klapro tb: Beitr. V, 284. — Miller: L. and Ed. plül. Mag. 
4 885. Febr. — Schnabel: Privatmittb. 

KobaUkies. 

Ein derbes graues Mineral von Radschputanah in Hindostan, nach Midd- 
leton enthaltend: 

Schwefel 35,36 
Kobalt 64,64 

100. 
Danach wäre es eine Verbindung von 1 At. Kobalt und 1 At. Schwefel, Ko- 
baltsulfuret, 

Co = CoS. 
1 At. Schwefel = 200 = 34,78 
1 - Kobalt = 375 = 65,22 

575 100. 
Cbem. Gazette No. LXXVII, 28. Berz. Jabresb. XXVI, 322. 

Zinkblende. 

Decrepitirt beim Erhitzen zuweilen heftig, verändert sich v. d. L. wenig, 

mndai sich nur an dünnen Kanten, giebt beim Rösten langsam schweflige S., 

""üd sowohl für sich, als auch mit Soda in der inneren Flamme einen Zinkbe- 

blag auf der Kohle. Im Reduktionsfeuer giebt sie für sich anfangs einen 



47 

hnunrolheii Bescblag, wenn sie nicht zu wenig Kadmium enthält, sodann einen 
weissen. Die gerostete Blende zeigt mit den Flüssen fast immer mehr oder we- 
niger Eisenreaktion. Die Leberblende giebt beim Erhitzen Wasser, Schwe- 
fdwasserstoff und einen brenzlichen Geruch, und färbt sich durch beigemengte 
orgamsche Substanz schwarz. 

Wird von Gblorwasserstoffsflure schwer, von Salpetersäure unter Abschei- 
duDg von Schwefel leichter aufgelöst. 

Aeltere Untersuchungen haben Prousit, Ridd, Thomsonu.A. geliefert. 

1. Analyse von Arfvedson. 

2. Franklin, New Jersey. Farblos, durchsichtig, sp. G. 4,063. Henry. 

3. Wheaüey-Grube bei PhOnixville, ehester Co., Pennsylvanien. Smith. 

4. Grube König Wilhelm bei Clausthal. Krystallisirt^ schwarz, sp. G. = 4,07. 
Kublemann. 

5. BaibI, Kämthen. Schalig. Kersten. 

G. Przibram, Böhmen. Strahlig. A. Löwe. 

7. Pyrenäen. Schalig. Werthheim. 

8. Bagn^res de Luchon, Pyrenäen. Blättrig. Berthier. 

9. Eaton, New-Hampshire. Jackson. 
40. Lyman, ebendaselbst. Derselbe. 

H. Shelbume, ebendas. Ders. 

42. Christiania, Norwegen. Schwarzbraun, strahlig. Scheerer. 

43. Marmato bei Popayan, Südamerika. Schwarz, a) Von Gandado, 6) von 
Salto. Boussingault. 

44. Bottino bei Serravezza, Toscana. Derb. Bechi. 

i. %. 8. 4. 5. 6. 7. 

Schwefel 33,66 32,22 33,82 33,04 32,10 32,75 33,4 

Zink 66,34 67,46 64,39 65,39 64,22 62,62 64,3 

Kadmium — — 0,98 0,79 Spur 4,78 — 

Eisen _ — _ 1J8 4,32 2,80 2,3 

Kupfer — — 0,32 0,43 0,72^) 99,35 400. j 

400. 99,68 Pb 0,78 — 0,80 ^) 

400,29 • 99,4 6 

Antimon 0,63 

404,46 

8. 9. 40. H. 4t. 43. 44. 45. 

a. b. 

Schwefel 33,6 33,22 33,4 32,6 33,73 33,73 33,76 33,65 32,3 

Zink 63,0 63,62 55,6 52,0 53,47 54,95 54,48 48,4 4 50,2 

Kadmium — 0,60 2,3 3,2 — — — — Cu 0,2 

Eisen 3,4 3,40 8,4 4 4,3«) 42,53*) 4 4,32 44,76 46,23 48,4 



fOO. 400,54 99,7 99,4 99,43 400. 400. 97,99 400,8 



4) Aatimon und Bleiöxyd. t) Wasser. 

5) Eioscbliesslicb 4,t Mangan. 4) Mit 0,74 Mangan. 



g 

Die reinen Abändeningeii sind eine Verbindung von I At. Zink und 4 äA. 
SchweM, Zinksulfuret, 

Zn ae ZnS. 
1 At. Schwefel = 900,0 « 32,97 
I - Zink = 406,6 = 67,03 

606,6 100. 
Die dunklen Arten enthalten das isomorphe Eisensulfiiret beigemischt, und iwar 
verhalten sich die At. von Eisen und Zink in : 

10 » 1 : 5,7 U r= 1 : 2,6 

IS = 1 : 3,6 15 a 4 : 2,4 

13 = 4 : 3,0 
Die schwarze Bl. von Mannato ist also 

Fe -f- 3Zn. 

Andere eisenhaltige französische Z. sind von Berthier, Bouis und Le- 
canu analysirt worden. Die braunen Z. des Oberharxes embalten nach Osann 
2,13—4,1 p.c. Eisen und 0,35 — 0,58 p.C. Gadmium. 

Stromeyer wies zuerst den Kadmiumgehalt der Z. von Pnibram nach, 
die auch Clarke untersucht hat. Die von Nuissi^re in Frankreich enthtflt oadi 
Daroour 1,13 p.C. jenes Metalls. 

Arfvedson: Pogg. Ann. 1,6t. — Bechi: Am. J. of 8c. IlBer. XIV, €4. -— Ber- 
thier: Ann. Mines IX, 449. — Bouis: J. d. Chim. m^ 4835. Avril. — Boussia- 
gault: Pogg. Ann. XVII, 399. — Clarke: Ann. of Phil. 1890. Schwgg. J. XXX, SM. 
— Dam cur : Ann. Miues III S«r. Xll, 945. J. f. pr.Chem. XIII, 854. --7 Henry: Pkil. 
Mag. 1854. Jan. J. f. pr. Cbem. LH, 997. — Jackson: Dana Min. 479. — Kerstea: 
Pogg. Ann. LXIII, 489. — Kuhlemann: Ztschrft f. d. ges. Naturw. VIII, 499. — 
Lecanu: J. dePharm. IX, 457. ^ Löwe: Pogg. Ann. XXXVIII, 484. ^ Osann: 
B. u. hütt. Ztg. 4853. No. 4. — Sciieerer: Pogg. Ann. LXV, 800. — 8mith: Am. 
J. of Sc. II Ser. XX. J. f. pr. Chem. LXVI, 436. — Thomson: Ann. of Phil. 4844. 
Schwgg. J. XVII, 394. — Wertheim: Thöses prös. k la Fac. d. sc. Paris 4884. p. 78. 

larasmolith nannte Shepard ein braunes Mineral von Middletown, Ck>nnecUcut, 
worin er 38,65 Schwefel, 49,4 9 Zink und 49,46 Eisen fand. Nach Dana ist es eine lersetite 
mit Schwefel gemengte Zinkblende. 

Am. J. of Sc. II Ser. XII, 94 0. 

Bleiglani. 

Oecrepitirt beim Erhitzen, giebt in der offenen Röhre schweflige Sfiure und 
ein Sublimat von Schwefel und schwefelsaurem Bleiozyd. V. d. L. auf Kohle 
schmilzt er nach Verflüchtigung des meisten Schwefels, liefert dann ein Blei- 
korn, welches sich beim Abtreiben meist silberhaltig erweist, wUhrend die 
Kohle mit Bleioxyd und schwefelsaurem Bleioxyd beschlägt. Manche Abinde- ' 
rungen geben beim Rösten auf der Kohle einen antimonbaltigen Beschlag, andere 
Selengeruch und im Glasrohr ein rothes Sublimat. 

in Chlorwasserstoffsäure löst sich das Pulver in der Wärme langsam auf, 
und beim Erkalten krystallisirt Ghlorblei. Von starker Salpetersäure wird es 



I 



49 

onter Abxatx von Schwefel und schwefelsaurem Bleioxyd theilweise aufgelöst. 
Admlich verhfili sich Königswasser, welches gleichzeitig Chlorblei bildet. 
4. Lauenstein, Hannover. Westrum b. 

2. Pnibram, Böhmen, a) Sp. G. = 7,252, 6) = 7,324. Lerch. 

3. England. Thomson. 

4. Castlelandhill bei Inverkeithing, Schottland. Robertson. 

4. t. s. 4. 







a. 


b. 






Schwefel 


16,41 


U,41 


14,18 


13,0« 


13,S1 


Blei 


83,00 


81,80 


83,61 


85,13 


84,63 


Silber 


0,08 


— 


— 


— 


— 


Eisen 


^^^ 


3,59 


2,18 


0,60 
98,65 


— 


Zink 


97,84 



99,49 99,80 99,97 
Der B. ist eine Verbindung von 4 At. Blei und 4 At. Schwefel, Bleisul- 
foret, 

Pb = PbS. 
4 At. Schwefel » 200,0 = 43,40 
4 - Blei = 4294,6 = 86,60 

4494,6 400. 
Meist enthält er kleine Mengen der isomorphen Sulfurete von Silber, Eisen und 
Zink. 

Bleischweif ist dichter Bleiglaoz, von dem die Abänderung von der 
Bockswiese bei Clausthal am Harz, deren sp. G. = 7,53 — 7,55 ist, nach meiner 
ÜDtersachung enthält : 

Schwefelblei 95,85 

Schwefelzink 3,34 

Schwefeleisen 0,54 

Schwefelantimon 0,30 

400,03 
Selen liess sich nicht finden. 

Der Antimongehalt rührt von beigemengtem Schwefelantimonblei her. 
Bechi hat in solchen Abänderungen aus Toscana 2,4 — 5,8 Antimon, 1,3 — 2,8 
Eisen, 0,4 — 4,2 Kupfer und 0,02—4,3 Zink gefunden. 

Bechi: Am. J. of Sc. II Ser. XIV, 60. ~ Lerch: Ann. Chem. Pharm. XLV, 825. 
— Robertson: Edinb. N. phil. J. 4829. 256. — Westrumb: Physisch -chem. 
Schriften lU, 4 . 

tlffnilteettad leid von P h i 1 1 i p s ist ein Schwefelblei von Dufton in England, welches 
im Licht brennt, beim Erhitien und beim Behandeln mit Lösungsmitteln Schwefel abgiebt, 
Qod worin Johns ton 90,88 Bleisulfuret und 8,74 Schwefel fand. Es ist wahrscheinlich 
ein Gemenge von Bleiglanz und Schwefel. Auch Thomson untersuchte ein ähnliches Mi- 
oeral aus Iriand, das 4 ,79 freien Schwefel enthielt. 

John 8 ton: Rep. ofthe I and II Meeting of the British Assoc. Leooh. N. Jahrb. 

4S84. 54. — Thomson: OuUines I, 552. 

Riaa«ltberf*t MiBtrmlelimBic. 4 



so 

Kupferglani. 

Giebt beim Erhitzen an sich nichts Flüchtiges. Färbt v. d. L. die Flamme 
bläulich, schmilzt auf der Kohle unter Entwicklung von schwefliger SSure und 
unter Sprühen in der äusseren Flamme leicht, erstarrt in der inneren, und lie- 
fert bei der Reduktion mit Soda ein Kupferkom. 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel zu ^fner blanen 
Flüssigkeit auf. 

4. Rothenburg. Derb. Klaproth. 

2. Grube Gumeschefskoi bei Katharinenburg am Ural. Derb. Klaproth. 

3. Aus dem Siegenscben. Ullmann. 

4. Grube Neue Hardt bei Siegen. Schnabel. 

5. Tnited Mines in Com wall. Thomson. 

6. ßyglands Grube, Tellemarken. Derb; sp. G. « 5,795. Scheerer. 

7. Strömsheien, Teilemarken. Blättrig; sp. G. = 5,521. Derselbe. 

8. Monte Catini, Toskana. Bechi. 

9. Chile. Derb. Wilczynsky. 



«. 


i. 


t. 


4. 


B. 6. 


7. 


8. 


». 


Schwofel 22,0 


18,50 


19,00 


21,50 


20,62 20,43 


20,36 


20,50 


21,81 


Kupfor 76,5 


78,50 


79,50 


7i,73 


77,16 77,76 


79,12 


76,54 


74,71 


Kison 0,5 


2,25 


0,75 


1,26 


1,45 0,91 


0,28 


1,76 


3,33 


KiodolsUure — 


0,75 


1,00 


2,00 


— — 


— 


*- 


— 



99,0 400. 100,25 99,49 99,23 99,40 99,76 98,79 99,85 
Der K. ist eine Verbindung von 2At. Kupfer und 4 At. Schwefel, Kupfer- 
iulfuret, 

€u = Cu*S. 

4 At. Schwefel = 200,0 = 20,4 4 
2 - Kupfer = 793,2 = 79,86 

993,2 400. 

Plattnor fand, dass der anscheinend ganz reine derbe K. von Bogos- 

Iowiik am Ural beim Glühen in Wasserstoffgas 4,66 p. G. verliert, wobei sich 

ain wiinfg tnotallifichos Kupfor bildet. Es geht etwas Schwefel fort, aber eine 

W/y/iiMtrlifldun^ InI nicht deutlich wahrzunehmen. Doch glaubt Plattner, dass 

Ah VrMU'hi^ (lU^mm Verhaltens in dem Vorhandensein von Kupferoxyd liegt, weil 

/ptr*#<lb«t K,, in t^Umu verMchlossehen Gefösse mit Chlorwasserstofifsäure behan- 

rt^if hiim blAfl^rllno MchwefcIsHu refreie Flüssigkeit gab. 

Vafffllt« H\u Mlfifiriil UUN (lorCantongrube, Georgia in den V. St., enthält nach Genth: 

!#,## i9rUwtif$t\, 11, no Kifpffir, 0,05 Blei, 0,21 Silber und 0,44 Eisen, hat ialso die Zusammen- 

HH^HHH titt* Huffttiru\Hn%iin. Nach Genth wäre es eine Pseudomorphose liacb Blilglaiii, 

4i$^HtHft fmih fiHd ^fiMlUtarkMt das Brz besitzt, während es nach Pratt die dimor|ftia, bis ^ 

\t4^ mp ^iMf*lf)/(h «irhHltfvnii AbUnderang des Kopfersulfurets wäre. 

^tii U\ Am. l of H<;. II »er. XIV, 61. — Genth: Am. J. of Sc. 11 Ser. XXni, 
4M l t iH t:UNU I.XXIII, S04. — Klaproth Beiträge II. 17«. IV, 37. — Platt- 

Et hm AfMi XLWi, fft?. ~ Scheerer: Pogg. Ann. LXV, 190. — Schnabel: 
'ifhfn(ift$tiUHn/i, ThrunHon: Outl. of Min. 1, 599. — ü 1 1 m a n n : Syst. tabell. 

ft^itUM A. «4«, -< W i 1 c X y n ft k y : In meinem Laborat. 



i 



51 

Kupferindig. 

Giebt beim Erhitzen Schwefel; verhalt sich sonst wie Kupferglanz, 
r Vesuv. Govelli. 

S. Grube Haus Baden bei Baden weiter. Wal ebner. 
3. Leogang im Sakburgischen ; sp. G. = 4,590—4,636. v. Hauer. 





i: 


s. 


s. 


Schwefel 


32 


SS, 64 


34,30 


Kupfer 


66 


6i,77 


64,56 


Eisen 




0,46 


4,14 


Bld 


— 


4,04 


400. 



98 98,91 

Ein K. von der Grube Stangenwage bei Dillenburg war nach Grimm mit 
3,96 Schwefelkies, 10,57 Eisenoxyd etc., und 48,6.3 Quarz gemengt. 

£in nordamerikanisches Mineral, Gantonit genannt, hat dieselbe Zu- 
MfflmeDsefizuDg. 





Pratt 


Genth. 


s 


33,49 


32,76 


Cu 


66,20 


65,60 


Ag 


— 


0,35 


Pb 




0,44 


Fe 


— 


0,25 


Unltfsl. 


0,34 


0,46 



100. 99,23 

Nach Genth ist es eine Pseudemorphose, aus Ble^Ianz entstanden, nach 
Pratt aber ein regulär krystallisirtes Kupferbisulfuret , welches gleich dem 
Sulfuret dimorph wäre. 

Der K. ist eine Verbindung von 4 At. Kupfer und 4 At. Schwefel| Kupfer- 
bisalfuret, 

Cu a CuS. 
I At. Schwefel =: 200,0 = 33,52 
I - Kupfer « s 396,6 « 66,48 

596,6 400. 

Coyelli: Ann. Chim. Pbys. XXXV, 105. — Grimm: Lieb. Jahresb. 4850. 70t.— 
Haner: Wien. AiLad. Ber. 4854. Januar. ~ Pratt n. Genth: Dana. IV. Suppl. 
Kopp. Jahresb. 4857. <5<. — Walchner: Schwgg. J. XLIX, 458. 

HfBltt. So nannte Breithaupt ein derbes graues Erz, welches nach Plattner 
k« Erhitzen nur Spuren von Schwefel giebt, sich sonst wie die vorigen verhält. Nach 
ftimalbeo enthält es (ob ans Chile oder von Sangerbausen?) 70,t Kupfer nod 0,t4 Silber, 
iifolge einer Löthrohrprobe. Ninmit man das Fehlende fijür Schwefeli so wäre das Mineral 
(IM Verbindung von 6 At. Kupfer und 5 At. Schwefel, und könnte als 4 At. Sulfuret und 
(AI. Bisulfuret betrachtet werden*), 



i) NiaMMu 4- 6ii» wie Breiüiaiipl annimmt, was 78,77 p.C. Kupfer vorauifetzt. 

4* 



52 



Cu*S» s €u H- 4Ca. 



5 At. Schwefel » 1000,0 » t9,59 

6 - Kupfer = iS79,< s 70,44 



8379,6 4 00. 
Da indessen das Mineral nur eine Spur Schwefel beim Erhitzen giebt, so ist diese Zu- 
sammensetzung h(k;hst unwahrscheinlich, und muss durch eine vollständige' Analyse be- 
stätigt werden. 

Breithaupt (Plattner) : Pogg. Ann. LXI, 678. 

Silberglani. 

Schmilzt V. d. L. auf Kohle unter Aufscbwelleu und Entwicklung von 
schwefliger S. und hinterlüsst ein Silberkorn, zuweilen auch etwas Schlacke, 
welche auf Kupfer und Eisen reagirt. 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel auf. 

Brunn ich fand 90 p. C. Silber; Klaproth fand in dem krystallisirten 
S. von der Grube Himmelsfürst bei Freiberg 8ö,3 und in einem derben von 
Joachimsthal 85 p. C. Metall. Von letzterem Fundorte analysirte neuerlich 
Linda k er eine krystallisirte jedoch nicht ganz reine Varietät: 

Schwefel. 



Schwefel 


14,46 




Silber 


77,58 


44,49 


Blei 


3,68 


0,57 


Kupfer 


1,53 


0,3S 


Eisen 


2,02 
99,87 


S,30 zu Fe 




4 4,74 


Die Probe enthielt also : 




Silberglanz 


89,07 




Bleiglanz 


4,25 




Schwefelkies 4,32 




Kupferglanz 1,94 





99,55 
Der reine S. ist eine Verbindung von 1 At. Silber qnd 4 At. Schwefel, 
Silbersulfuret, 

Ag = AgS. 
1 At. Schwefel = 200 = 12,90 
1 - Silber = 1350 = = 87,10 

1550 100. 

Schreiber fand, dass bei massigem Erhitzen aus der Oberfltfcbe des S. 

metallisches Silber in Fäden auswächst. G. Bischof hat diese Erscheinung 

später bestätigt, besonders aber beim Erhitzen in Wasserdämpfen verfolgt. 

Bischof: Pogg. Ann. LX, i89. Lehrbuch 11, 9067. — Brünnich: Cronstedfs 
Mineralogie. 4 780. S2. — Lindaicer: VoglJoachimsthal. 78. — Klaproth: Beitr. 
1, 458. — Schreiher: J^d.Phys. 4784. HauyMin. von Karsten u. Weist 111,475. 



58 

AktBlMt. Nach Kenngott ein scheinbar zweigliedriges Mineral in sehr Icleinen Kry- 
stallen, welche den Silberglanz von Joachimsthal begleiten, und ein sp.G. s 7,84 — 7,86 be- 
sitzen. Kenngott glaubt, nach Massgabe einer qualitativen Prüfung, dass es Silbersulfuret 
sei, von der Form des Kupferglanzes, während der Silberglanz die reguläre Form des dimor- 
phen Kvpfersulfnrels hat. 

Pogg. Ann. XCV, 468. Min. Notizen No. 16, 7. 

Silberkupferglam. 

Schmilzt V. d. L. leicht zu einer grauen halb geschmeidigen Kugel, welche 
mit den Flflssen auf Kupfer reagirt, und nach dem Abtreiben mit Blei ein Sil- 
berkom hinterlässt. 

L5st sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel zu einer blau- 
grünen Flüssigkeit auf. 

4. Schlangenberg am Altai. Derb. Strom ey er. 
2. Rudelstadt in Schlesien. Krystallisirl. Sander. 



Schwefel 
Silber 
Kupfer 
Eisen 


1. 

46,78 

52,27 

30,48 

0,33 


i. 

45,^2 

52,74 

30,95 

0,24 








98,86 


99,82 




talle ^fordern an Schwefel 


- 




Ag 


7,74 


7,79 


zuAg 




Cu 


7,69 


7,84 


.^u 




Fe 


0,49 


0,44 


- Fe 



4 5,62 45,74 
Der S. ist eine isomorphe Mischung von 4 At. Kupfersulfuret u. 4 At. Sil- 
bersulfuret, 

Ag -I- €u. 
2 At. Schwefel ^ 400,0 ^ 4 5,73 
4 - Silber = 4350,0 = 53,08 
2 - Kupfer = 793,2 = 34,49 

2543,2 400. 

Nimmt man an, dass das Eisen als Bisulfuret (Schwefelkies) hpigcmengt 
sei, so erhöhen sich die berechneten Schwefelmengen auf 45,84 und 4 5, 88 p. C, 
io sehr genauer Uebereinstimmung mit den Analysen. 

In Chile scheint S. oft gemengt mit Kupferglanz vorzukommen, wie aus 
Domeyko's Untersuchungen mehrerer derber grauer Erze von dort hervorgeht. 

4. i. 8. 4. 5. 





S. Pedro 




Casema 




S. Pedro 


Schwefel 


47,83 


49,93 


20,53 


24,44 


20,79 


Kupfer 
Silber 


53,38 


53,94 


60,58 


63,98 


75,54 


88,79 


24,04 


46,58 


42,08 


2,96 


Eisen 


— 


2,09 


2,34 


2,53 


0,74 



400. 400. 400. 400. 400. 



54 



Die berechneten Schwefelmengen filr €u, Ag und Fe sind : 

Cu 13,46 13,60 I5,S8 46,44 49,04 
Ag 4,S7 3,56 S,46 4,79 0,44 

Fe — 4,gO 4,32 4,47 0,49 

47,73 48,36 49,06 49,40 49,90 

Wird das Eisen als Bisulfuret berechnet, so erhalt man 

49,56 90,38 90,87 90,39 
Im Ganzen ist: 

I = Äg H- 3€u 
9 = Ag H- 4€u 

3 = Ag H- oeu 

4 ssr Ag -h 94a 

Domeyko: Ann. Mines IV. S^r. III, f. — Sander: Pogg. Ann. XL, t4t. — 
Stromeyer: GöU. gel. Anzeigen 1816. Schwgg. J. XIX, 8S5. 

Jalpait. 

So hat Breithaupt ein ähnliches regulär krystallisirtes und nach den 
Wttrfelflächen spaltbares Mineral von Jalpa in Mexiko genannt, dessen sp. G. 
s 6,877 — 6,890 ist, und welches nach R. Richter enthält: 

Schwefel 4 4,36 

Kupfer 43,49 SS s,S4 Schwefel 

Silber 74,54 = io,59 

Eisen 0,79 a= o,4S 

99,78 <M» 
Da sich die Schwefelmengen von Kupfer- und Silbersulfiiret ss 4 : 3 ver- 
halten, so ist das Mineral eine isomorphe Mischung von 4 At. des ersteren und 
3 At. des letzteren, welche die reguläre Form der beiden Glieder besitzt, 

3Ag -4- €u. 
Berechnet : 
4 At. Schwefel = 800,0 »44,48 
. 9 - Kupfer = 793,9 =r 4 4,06 
3 - Silber => 4050,0 « 74,76 






5643,9 400. 
Breithanpt: Berg- a. httU. Ztg. 48S8. No. 44. 

Caproplumbit. 

Schmilzt V. d. L« unter Aufwallen, entwickelt schweflige S. und beschlägt 
die Kohle gelb und weiss. Giebt mit Soda ein kupferhaltiges Bleikom. 

Dieses von Breithaupt beschriebene Erz aus Chile (sp. G. «* 6,498) ent- 
hält nach der Löthrohrprobe Plattner *s: 



M 

Blei 64,9 = 40,08 Schwefel 
Kupfer 49,5 SS 4,96 
Silber 0,5 = 0,07 






15,44 

Hieroach ist der G. eine isomorphe Mischung aus 1 At. Kupfersulfuret und 
2Ai. Bleisulfuret, 

€u H- 2Pb. 

3 At. Schwefel <= 600,0 = 4 5,07 
% - Blei SS 2589,2 = 65,01 
2 - Kupfer = 793,2 = 49,92 

3982,4 400. 
Pogg. Ann. LXI, 674. 

Greenoekit« 

Decrepitirt beim Erhitzen, ßirbi sich hochroth, giebl v. d. L. schweflige S. 
und auf Kohle in der inneren Flamme oder mit Zusatz von Soda einen starken 
braunen Beschlag. 

L(tot sich in der Wärme in Chlorwasserstoffsäure auf. 

Connel und Thomson haben dies seltene Mineral von Bishoptown, Ren- 

frewshire in Schottland, untersucht. 

Connel. Thomson. 
Schwefel 22,56 22,4 

Kadmium 77,30 77,6 

99,86 400. 

Der 6. ist eine Verbindung von 1 At. Kadmium und 1 At. Schwefel, Kad- 
miumfulfuret, 

Cd = CdS. 

4 At. Schwefel = 200^0 s 22,36 
4 - Kadmium = 696,8 = 77,64 

896,8 400. 
Connel: Edinb. J. XXVIII, 890. Pogg. Ann. LI, 274. — Thomson: Phil. Mag. 
1840. Dcbr. J. f. pr. Chem. XXII, 436. 

Zinnober* 

Färbt sich beim Erhitzen dunkel und sublimirt im Kolben vollständig. Ver- 
Oüchtigt sich beim Rösten zum Theil, während auch Quecksilber sublimirt und 
schweflige S. sich entwickelt. Mit Soda im Kolben giebt er ein Sublimat von 
Quecksilber. Die unreinen Varietäten hinterlassen Rtickstände, welche oft orga* 
Dische Stoffe enthalten, dann schwarz erscheinen und an der Luft verbrennen. 

Ldst sich nur in Königswasser mit Abscheidung von etwas Schwefel auf.* 
4. Japan, a) Klaproth. b) John. 

2. Terbitz bei Neumärktl in Krain. Klaproth. 

3. Gnibe Merkur bei Silberg, unweit Olpe, Westphalen. Krystallisirt. 
Schnabel. 



56 



4. Hohensolms bei Weziar. Blättrig. Derselbe. 

5. Idria. (Lebererz). Klaproth. 



i. 



8. 



4. 



a. 


b. 








Schwefel U,75 


47,5 


4 4,25 


43,67 43,78 


43,76 


Quecksilber 84,50 


78,4 


85,00 


86,79 84,55 


84,80 


Eisenoxyd — 


^7 


99,25 


4 00,46 Bergart 4,02 


Eisenoxyd 0,20 


Manganoxyd — 


0,2 




99,35 


Thonerde 0,55 


Kalk — 


4,3 






Kieselsäure 0,65 


Thonerde — 


0,7 






Kupfer 0,02 


Kupfer — 


0,2 






Kohle 2,30 



99,25 4 00. 



99,27 



Bealey fand in Proben von Moscheilandsberg, Älmaden in Spanien und 
Neu-Almaden bei S. Clara in Galifornien 48 — 70 p. G. Quecksilber. 

Der Z. ist eine Verbindung von 4 At. Quecksilber und 4 At. Schwefel, 
Quecksilbersulfuret, 

Hg = HgS. 
4 At. Schwefel = 200 = 43,79 
4 - Quecksilber = 4250 = 86,24 

4450 400. 
Bealey: Am J. of the Chem. See. IV, 480. J. f. pr. Chem. LV, S84. — John: 
Chem. Unters. I, i52. — Klaproth: Beitr. IV, 44. — Schnabel: Privatmitth. 



6. Verbindungen von Sulfuriden mit Telluriden, Arseniden^ 

Antimoniden oder Bismutiden. 

Bl&tteren, 

Beim Rösten in der ofTenen Röhre fgiebt es schweflige S. und ein theils 
graues, theils weisses Sublimat aus telluriger S. und tellursaurem Bleioxyd be- 
stehend. 

Schmilzt V. d. L. leicht, brennt mit blauer Flamme, raucht und beschlägt 
die Kohle gelb, welcher Beschlag in der inneren Flamme verschwindet, die sich 
dabei blau färbt; nach längerem Blasen bleibt ein geschmeidiges Goldkom. 

ChlorwasserstolTsäure zersetzt es theil weise; nach Berthier bleibt ein 
aus 34 p. C. Gold und 66 p. C. Tellur bestehender Rückstand. Nach Folbert 
entwickelt es Schwefelwasserstoff und löst sich grösstentheils auf; der Rück- 
stand enthält Gold, Tellur und Blei. Salpetersäure löst es nach Demselben mit 
ZurUcklassung des Goldes auf. Königswasser bewirkt unter Abscheidung von 
Schwefel, Chlorblei und schwefelsaurem Bleioxyd eine Auflösung, aus welcher 
durch Wasser tellurige S. gefällt wird. 

Das B. von Nagyag, als das häußgste der Tellurerze, ist seit Klaproth 
mehrfach untersucht worden. 



57 





4. 


1. 


•••) 


4. 


»••) 


• 


Klaproth. 


Brandes. 


Schdnlein. 


Berthier. 


Folberl 


Schwefel 


3,0 


2,96 


9,70 


44,7 


9,78 


Tellur 


38,8 


34,84 


30,09 


43,0 


17,63 


Antimon 


— 


— 




4,5 


3,77 


Blei 


54,0 


54,44 


50,95 


63,4 


60,55 


Gold 


9,0 


8,29 


9,40 


6,7 


5,94 


Silber 


0,5 




0,53 


_^ 


«- 


Kupfer 


4,3 


4,18 


0,99 


• 4,0 






400. 98,H 404,36 400. 97,58 

Das von Folbert untersuchte B. war in sechsseitigen Tafeln krystallisirt, 
in Quarz eingewachsen, und hatte ein sp. G. s= 6,680. Es enthielt eine Spur 
Selen. Nach Demselben zieht Schwefelkohlenstoff ein Viertel des Schwefels aus. 
Petz fand im B. 6,48—7,84—8,54 p.C. Gold. 

Bei so abweichenden Besultaten ist es schwer, Über die chemische Natur 
des B. zu entscheiden. Klaproth und Brandes versäumten die Bestimmung 
desjenigen Schwefels, der beim Auflösen in Königswasser sich oxydirt hatte. 
Sonst stimmen die Metalle hei ihnen und Schön lein ziemlich ttberein. Wir 
können vorläufig nur die Aeq. der Bestandtheile berechnen. 



Oder 



Pb«) : Au*) 

3. 4,23 : 0,37 

4. 5,13 : 0,87 

5. 4,68 : 0,24 



Te : Sb 
3,75 — 
4,69 : 0,30 
2,20 : 0,25 



s 

4,85 
5,85 
4,86 



Pb, Au; Te(Sb),S. 

3. = 4,60 : 8,60 = 4 : 4,90 

4. = 5,40 : 7,77= 4 : 4,44 

5. = 4,92 : 7,34 = 4 : 4,48 

Demnach würde das antimonfreie etwa als { 

(Pb,Au)(S,Te), 
das antimonhaltige als 

(Pb, Au)* (S, Te, Sb)* 
zu bezeichnen sein. 

Berthier: Ann. Chim. Phys. LI, 480. — R. Brandes: Schwgg.J. XXXV, 409. 
— Folbert: Verh. u. Mittb. des siebenb. V. für Naturw. 8. Jabrg. 99. — Klaproth: 
Beitr. 111, i6. — Petz: Pogg. Ann. LVII, 477. — Schönlein: Ann. Chem. Pharm. 
LXXXVI, i04. 

Arseoikkies« 

Im Kolben giebt er zuerst ein rothes oder braunes Sublimat von Schwefel- 
arsenik, sodann ein schwarzes von metallischem Arsenik. Auf Kohle v. d. L. 
schmilzt er zu einer schwarzen magnetischen Kugel, welche zuweilen neben den 
Reaktionen des Eisens auch die des Kobalts zeigt. Nach Berthier verliert er 



i) Mittel aus fünf Analysen. i) Mittel aus zwei Analysen. 

3) Nebst Ag und Ca. 4) Atg. a S458. 



58 

durch Schmolzen in verschlossenen Tiegeln die Hälfte des Schwefels und drei 
Viertel des Arseniks. 

Salpetersäure zersetzt ihn unter Ähschcidung von Schwefel und arseniger 
Säure, Königswasser unter Abscheidung des ersteren, der sich bei längerem Er- 
hitzen vollständig auflösen kann. 
4. Analyse GhevreuTs. 

2. Schweden. Thomson. 

3. Freiberg, a) Stromeyer, b) sp.G. = 6,043. ^Behnke. 

4. Ehrenfriedersdorf (Plinian nach Brthpt.); sp. G. as 6,3. Plattner. 

5. Reichenstein; sp. G. = 5,896. Weidenbusch. 

6. Melchiorstollen bei Jauernick (Johannisberg) in östr. Schlesien. Derb. 
Freitag. 

7. Sala; sp.G. = 5,88. Behnke. 

8. Altenberg bei Kupferberg in Schlesien. Grosse Krystalle; sp.G. s 6,043. 
Derselbe. 

9. Rothzechau bei Landshut in Schlesien; sp. G. =s 6,067. Derselbe. 

40. Wettin. Kleine Zwillingskrystalle ; sp.G. s 5,365 u. 5,657. Baenisch. 



Schwefel 20,13 


a. 

19,60 


t. 

24,08 


b. 
20,38 


t. 5. 

20,08 49«17 


6. 

21,14 


Arsenik .43,18 


45,74 


42,88 


44,83 


45,46 45,94 


41,91 


Eisen 34,94 


33,98 


36,04 


34,32 


34,46 33,62 


36,95 


98,49 


99,32 


100. 


99,53 100. 98,73 


100. 




7. 


8. 


9. 


40. 




Schwefel 


48,52 


20,25 


19,77 


22,63 




Arsenik 


42,05 


43,78 


44,02 


•39,86 




Antimon 


1,10 


1,05 


0,92 


— 


• 


Eisen 


37,65 


34,35 


34,83 


37,51 





99,32 99,43 99,54 400. 

Aus diesen Untersuchungen ergiebt sich übereinstimmend, dass der A. aus 4 At. 
Arsenik, 2 At. Schwefel und 2 At. Eisen besteht, demzufolge er als eine Ver- 
bindung von 4 At. Eisenbisulfuret und 4 At. Eisenarseniet betrachtet wird, 

FeS* H- Fe As. 

8 At. Schwefel == 400 = 49,60 
4 - Arsenik = 940 = 46,08 
2 - Eisen = 70O « 34,82 

2040 4 00. 
Da er mit dem ersten Gliede der Formel als Speerkies isomorph ist, so kann 
man schlfessen, dass auch Fe As isomorph FeS* sei, weshalb er auch durch 

As 






Fe . g. 



bezeichnet worden ist. 



59 

Kobaliarsenikkies. Auch die analoge Verbindung CoS* -h CoAs zeigt 
dieielbe Dimorphie wie FeS', obwohl sie bis jetzt noch nicht für sich, sondern 
nuner nur in isomorpher Mischung mit FeS* + Fe As vorgekommen ist. Solche 
Mwfjhmigpn von der regulären Form des Schwelelkieses sind der Kobaltglanz, 
solche aber von der zweigliedrigen Form des Speerkieses und Arsenikkieses 
siadder Glaukodot und der Danait. 

Der Glaukodot giebt nach Plattner im Kolben kaum etwas Flüchtiges, 
eioe Spur arsenige Säure. Schmilzt v. d. L. auf Kohle in der inneren Flamme 
unter Entwicklung von Schwefel- und Arsenikdämpfen zu einer schwarzen 
Kugel, welche mit Borax starke Eisenreaktion, bei erneuertem Umschmelzen 
wü dem Fluas aber blaue Gläser giebt, die eine Spur Nickel enthalten, 
l f. Glaukodot (Brthpt.) von Huasco in Chile; ^p. G. a 5,975—6,1)03. 
Plattner. 

2. Kobaltarsenikkies von Skuterud, Kirchspiel Modum in Norwegen; a) kleinere 
Ery stalle (Mittel von 3 Analysen), b) grössere nach Scheorer, c) dergl. 
nach Wohler. 

3. K. (Danait) von Franconia, New-Hampshire. Hayes. 

4. Sogen, strahliger Kobaltglanz von Orawicza im Banat, nach Breithaupt 

hierher gehörig ; a] nachHuberdt, b) nach Patera. 

4. i. 8. 4. 

a. b. c. a. b. 



Schwefel 20,24 
Arsenik 43,30 
Eisen H,90 
Kobalt 24,77 


17,66 
46,77 

26,62 28,77 
8,57 6,50 


17,48 17,84 

47,45 41,44 

30,91 32,94 

4,75 6,45 


19,75 

44,13 

30,36 

6,75 


19,78 

43,63 

32,03 

4,56 


100,08 »9,62 100,59 98,67 
Diese isomoq>hen Mischungen sind im AUgemeinen 

m(FeS^ + FeAs) + n(GoS* + Co As) oder 


99,99*) 


100. 




lU*2.h- 






In 1 (Glaukodot) ist m s 1 , d 
«• „ =3, 


i«2 

= 1 






2» 


SS 9 


= 2 






2' 


M =7. 


= 1 






3 (Danait) 
4 


«« = 6, 


= 1 
= 1 







Baentsch: Ztsch. f. d. ges. Naturw. VII, 87i. — Behnke:S. Arsenikeisen. ^ 
Berthier: Ann. Chim. Phys. LXll. J. f. pr. Chem. X, 48. — Breithaupt: Pogg. 
ADD. LXXXI, 578. — Chavreul: Gilb.Ann. XVII, 84. — Freitag: In mein. Laborat. 
— Hayes: Am. J. of Sc. XXIV, 886. » H uberdt u. Patera: Leonh. Jahrb. 4848. 
«5. — Plattner (Breithaupt): Pogg. Ann. LXIX, 480. LXXVII, 4i7. — G. Rose: 
Ebend. LXXVI, 84. (Ueberdcn PUnian). 



4) Nach Abzag von 48,4 p. G. beigemengtem Wismuth. 



«0 

Kobaltglaoi. 

Giebt beim Erhitien an sich nichls Fluchtiges, beim Rösten dagegen arse- 
nige Stture. V. d. L. auf Kohle entwickelt er Arsenikdampfe und schmilzt so 
einer grauen schwach magnetischen Kugel, welche mit den Flüssen auf Kobah 
rt^girl. 

Nach Rorthior verliert er beim Erhitzen 30 bis 40 p. C. Schwefelarsenik, 
umt Itt^st tulottt Co^ As zurück , worin jedoch noch 5 bis 6 p. G. Schwefel 
bleiben. 

In Salpetersäure löst er sich (unter Abscheidung von Schwefel und arseni-* 
ger Stture) lu einer rothon Flüssigkeit auf. 

Klaproth analysirte schon den K. von Tunaberg, übersah jedoch den 
Uehall an Sohwofol. Stromeyer^s Analyse gab zuerst ein richtiges Bild von 
ik^r Zunammensolzung des Minerals. 

I. Skuti^rud, Kirchspiel Modum in Norwegen, a) Stromeyer. b) Ebbing- 

haus. 
>(. Orawioxa im Banat, mit gediegen Wismuth vorkommend, a) Huber dt. 

b) Slrahligor. Patera. 
H. iSrulH^ Phiiippshoflnung bei Siegen. Schnabel. 
4. iirubo Morgenröthe bei Eisern unweit Siegen. Derb, lange für Speiskobalt 

l$ehalttni. Schnabel (Anal, nach Abzug von Schwefelkies und Bergart). 
i^ Si^ltennunter faseriger Speiskobalt von der Grube grüner Lowe bei Siegen. 

Sohnabel. 
Ilk 8«H^^n. Stahlkobalt von der Grube Bamberg bei Siegen, stahlgrau ins Vio- 

Mle, üohwartlich anlaufend, a) Schnabel. 6) Heidingsfeld. 



{ 


1. 


% 


• 


s. 


4. 


a. 


b. 


a. 


b. 






Si'hwefel !20,08 


20,25 


19,76 


49,78 


19,10 


19,35 


Arsenik 43,46 


4«,97 


44,43 


43,63 


44,75 


45,31 


Kobalt 33,10 


3!i,07 


30,37 


32,03 


89,77 


33,71 


Ki.ten 3,S3 


3,42 


5,75 


4,56 


6,38 


1,63 


99,87 


98,71 

5. 


400. 


100. 

6. 


100. 


100. 


Schwefel 


«9,98 


20,86 


b. 
«9,08 






Anienik 


42,53 


42,94 


13,14 






Antimon 


2,84 


^ 


I.Ol 






Kobalt 


8.67 


8.92 


9,6« 






Eisen 


25,98 


28,03 


äl,99 






Kupier 


— 


— 


t,36 








100. 


«00.75 


100.83 








Il^jl^i^lius leigle, dass Stromever's Anahse den K. als eine Verbin- 
I Au Arsenik« 2 At, KiO^li uml 2 Al. Si^hw^M zu erteonen giebt, 
AmIymsh besUHigen diese Aonahuie« Man kann ihn demnach 



«1 

ab eine Yerbindiuig von i At. Kobaitarseniet und < Ai. Kobaldbisolfuret, 

CoS* -I- Co As 
betrachten. 

2 At. Schwefel s 400 s 49,U 

1 - Arsenik » 940 ^ 45,00 

2 - Kobalt — 750 = 35,86 

2090 400. 
YieOeicht sind beide Verbindungen isomorph, denn Co As ist regulär, CoS' ist 
zwar nicht bekannt, doch FeS' als Schwefelkies isomorph mit dem Kobaltglanz, 
und dann ist der letztere eine isomorphe Mischung. 

Ausserdem enthält er stets eine gewisse Menge der isomorphen Eisenver- 
bindung 

FeS* -4- FeAs, 
deren Menge sich zu derjenigen der Kobaltverbindung nach Aeq. verhält 



in 4 =: 

2* = 
2^ 

3 » 

4 ^ 

5 u. 6 =: 3 



40 

5 

7 

4,5 
48 

4 

Berthier: Ann. Chim. Phys. LXII. J. f. pr. Ch. X, 45. — Ebbinghaus: In 
meinem Laborat. — Heidingsfeld: Ebendas. — Haberdt u. Patera: Leonh. 
Jahrb. 4848. 815. — Klaproth: Beiträge II, 8 Oi. — Schnabel: Verb. d. nat. V. 
d. pr. Rheinl. 7. Jahrg. 458. u. Privatmittheilung. — Stromeyer: Gott. gel. Anz. 
484 7. 7SI. Schwgg. J. XIX, 388. 

Niokelglani« 

A, Antimonnickelglanz (Nickelspiessglanzerz). 

Schmilzt y. d. L. unter starker Entwicklung von Antimondämpfen (oft 
auch eines schwachen Arsenikgerucbs), und giebt ein sprödes Metallkorn, wel- 
ches auf Nickel, zuweilen auch auf Robalt reagirt. 

Wird von Salpetersäure unter Abscbeidung von Schwefel und antimoniger 
Sinre zu einer grttnen Flüssigkeit aufgelöst. 

4. Sa)ii- Altenkirchen. John. 
2. Grube Landskrone im Siegenschen. H. Rose. 

4. z. 

Schwefel 44,16 45,98 15,55 
Antimon 64,68 55,76 54,47 
Nickel 23,33 27,36 28,04 



99,47 99,40 98,06 
Die Analyse John's ist wegen mangelhafter analytischer Methoden nicht richtig. 

Mach H. Rose ist der A. eine Verbindung von 4 At. Antimon, 2 A^t. Nickel 



wd t AI« 9ptiwtlil> wd Mtet sidi als eine solche von i Au sweihdifidNreret« 
«kkol immI 4 AI« Attlinoaiiickel beirscbten, 

NiS* + MSb. 
t AI. SdiwoM » 400,0 » 45,84 
I « Anliinon » 1504,0 » 57,49 
t - Nickol = 785,6 « 87,60 

8689,6 400. 

B. Arseniknfckelglans. 

Oior^piUri sUrk beim Erhitzen und giebt ein gelbbraunes Sublimat vcm 
SdiwoMaraomk« Beim Rosten entwickelt er arsenige Säure und sdiw^lige 
SMiirt; T« d« L. schmilst er unter Entwicklung von ArsenikdatnpfeH vx einer 
KuilMi ^'oiohe mit den Fldssen auf Nickel, Kobalt und Eisen reagirt. 

Wird von Salpetersaure unter Abscheidung von Schwefel und arsoiiger 

SAurt lu einer grtlnen Flüssigkeit aufgelöst. Wird von Kalilauge nidit ciMelxt. 

4 « Von Haueisen bei Lobenstein ; sp. G. = 5,954. a) R. b) Heidingsfeld. 

t« Gnibe Jungfer bei Musen. Krystallisirt . Schnabel. 

S« Pfingllwiese bei Ems. Krystallisirt (mit PenlagondodekaederfUlchai). 

Hergemann. 
4, Loos in Helsingland, Schweden ; sp. G. a=s 6,43. a) Pf äff. 6)Berseliu8. 
5« Grube Mercur bei Ems. Derb. Schnabel. 

e. QitibeAlbertinebeiHarzgierode. (dp.6.siB6,3.Zinckeli; 6,09.Cr.Bo8e.}R. 
7« Gioisdorf in thttringen. DObereiner. 





* M 


4. 


t. 


t. 


n 


b. 
19,34 


•. 


«. 


7. 


aoikw«foi 


80,46 


18,96 


18,94 


19,04 


18,36 


17,88 


t8,83 


14 


AnMik 


48,08 


46,18 


46,08 


4S,08 


45,90 


45,37 


38,98 


44,01 


48 


AuUmon 


— 


0,33 


— 


0,6t 


— 


— 


— 


0,86 


— 


NWIi»l 


34,88 


3S,04 


38,66 


34,18 


84,48 


89,94 


86,87 


30,30 


87 




— 


1,81 
Co 0,60 
:uO,11 


8,38 
100. { 


1,08 
Bo 0,87 
100,14 


10,46 


4,11 4,97 «,09 
0,98 8,83 400. ( 
99,68 Gu8,75 


11 




40«. ' 
( 


100. 




98,14 





400,97 404,96 

Die reinsten Abänderungen besteben hiernach im Wesentlichen a«t 'i A%. 
Al^^enik, 9 At. Nickel und 2 At. Schwefel, und lassen sich als Verbindungen 
NM 4 At. zweifach Schwefelnickel und i At. Arseniknickel betrachteiii 

NiS*H.NiAs. 
9 At. Schwefel = 400,0 = 49,36 
4 - Arsenik = 940,0 =s 45,54 
9 - Nickel = 795,6 ^ 35,43 

2065,6 400. 



I ^ielt 8,58 pyC. Eisenoxyd, von dem ein Theil mit dem Mineral gemengt war. 
ilk'%6Mtitlich angelrorige nicht bestimmt werden konnte, so ist die ginte Menge 



Fast oMDer ist aber die isoaior|»he Eisen Verbindung 

FeS» H- FeAs 
beiaemischl : nnd twar verlddi sich dieselbe in der dos Nickels 

inl^ »4 : 48 In 3^ » 4 : 6,f 

S » 4 :4S in5 » I :5 



Der ÄDtimon- und der Arsemkni<^dglani sind isomorphe Verbindungen« 

C. Aniimon-Arseniknickelglans. 

Zn den isomorphen Mischungen von A und B gehören die am frOhtslen, 
nSmlich von Klaproih und von Ullmann untersuchten. Sie geben die Renk- 
tionen bdder Verbindungen. 

4. Freusburg. Klaproth. 

2. Sayn-Altenkirchen. Dil mann. 

3. GnibeAlbertinebei Hangerode, sp. 6. »6,352 — 6,506. Rammeisberg. 

4. s. s. 

Schwefel 15,25 46,40 47,38 



Antimon 


47,75 


47,56 


50,84 


Arsenik 


11,75 


9,94 


8,65 


Nickel 


85,85 


86,40 


89,43 


Eisen 


— 


— 


1,83 



400. 400. 408,43 

Dürfte man die Bestimmung von Arsenik und Antimon hier als richtig ansehen, 
so wäre 

4 » 5A + 8B 

8 a 3A-«- B 

3 rx 48A^ B 

Diesen Mischungen kommt die Formel 

(Sb 
NiS» + Ni{A, 

lU. 

Da der Nickelglanz gleiche Form mit dem Weissnickelkies NiAs hat, so 
schreibt Franken heim die Formeln der beiden Verbindungen 

Ni(S»,Sb) undNi(S*,As). 

Arsenikglanz von abweichender Zusammensetzung (Amoibit, 
Gers(lorf6t) . 

1. Krystallisirter N. von Schhdming in Steiermark; sp. G. as 6^7^6)9. 
Hörnes. a) LOwe. h) sp.G. ss 6^64. Pless. 

2. Derber N. von Schladming. a) Löwe, h) Vogel. 

3. N. von Prakendorf in Ungarn. Lowe. 

4. Amoibit von Lichtenberg bei Stehen im Fichtelgebiif;e, regulMr kryaialli« 
sirt, sp.G. s 6,08. t. Kobell. 



«4 







i. 




s. 




1 


4. 


a. 


b. 
a. fi. 


r- 


a. 


b. 






Schwefel 4 4,13 


46,44 46,94 


46,35 


4 4,22 


43,74 


46,25 


43,87 


Arsenik 49,83 


39,88 39,40 


39,04 


42,52 


45,74 


46 JO 


45,34 


Nickel 26,44 


27,90 28,62 


49,59 


38,42 


35,42 


28, 7ö 


37,34 


Kobat — 


0,83 2,88 


44,42 


— 


— 


— 


Spur 


Eisen 9,55 


44,97 42,49 


44,43 


2,09 


2,54 


8,90 


2,50 


99,65 


99,69 400. 


400,23 


Si 4 ,87 
99,42 


4,46 
98,84 


400. 


99,05 


1 . a. Mittel von 


3 Analysen. 


2. Mittel 


von 2 Analysen. 


4. Nach Abzug 


von 0,95 Bleiglanz. 














Das Atomverhaltniss ist hier 


\ 










S: 


: As 


: Ni (Co, Fe) 












4. a. 4,33 : 




: 4,85 












h.a. 4,90 




: 2,84 












ß. 2,07 : 




: 3,0 












y. 4,97 




: 3,0 












2. a. 4,57 : 




: 2,44 












b. 4,40 




: 2,44 












3. 4,66 : 




: 2,44 












4. 4,44 




: 2,25 













Alle diese Analysen weichen von dem Yerhältniss 2:4:2 merklich ab. 

Der krystallisirte N. 4 a giebt, wenn man das Verhfillniss 4|^ : 4 : 4f an- 
nimmt, 

3As -4- 4S -4- 5Ni » 2Ni -4- 3NiAs, 

doch dürfte es viel wahrscheinlicher sein, in diesen Krystallen eine Beimengung 
von Rothnickelkies anzunehmen, oder vorauszusetzen, dass die Bestimmung des 
Schwefels zu niedrig, die des Arseniks zu hoch ausgefallen sei. Ersteres kann 
man mit noch mehr Recht von dem derben Erz No. 2., so wie von dem unga- 
rischen No. 3. behaupten. Auch bei dem krystallisirten N. von Stehen (4.) 
möchte dies die Ursache der abweichenden Zusammensetzung sein. 

Die von Lerch untersuchten Krystalle sind durch wechselnden und zum 
Theil grossen Kobaltgehalt ausgezeichnet, und weichen auch durch das Atom- 
verhältniss 2 : 4 : 3 von den übrigen ab. Ihre Analysen bedürfen der Bestä- 
tigung. 

Auch mit Hülfe der Isomorphie von Schwefel und Arsenik erlangt man für 
diese Nickelerze keine genügende Aufklärung. 

Da NiAs und NiS' -i- NiAs regulär krystallisiren, so können sie isomorph 
sein. Nimmt man dies an, so müssen NiAs und NiS* es gleichfalls sein. In 
jedem Nickelglanz mtlssen also die Atome von Nickel gleich sein der Summe der 
At. des Arseniks und der Hälfte der At. des Schwefels. 



65 

Die angefilhrteii Analysen geben In diesem Fall : 

As, S : NifFe, Co) 
l.a. 4,66:1,85 
b. a. 4,95 : 2,84 
ß. 2,03 : 3,0 
y. 4,98 : 3,0 

2. a. 4,78:2,44 
b. 4,07 : 2,44 

3. 4,83:2,4 4 

4. 4,72 : 2,25 

Viel wahrscheinlicher ist indessen eine andere Ansicht, welche keine we- 
seDÜichen fremden Beimischungen oder analytische Fehler voraussetzt. 

Arseniknickel (NiAs) ist regultfr, gleich vielen Sulfureten von der Form RS; 
gehört dazu auch NiS, so können diese NIckelglanze als isomorphe Mischungen 

betrachtet werden. In der That verhalten sich die Atome von 

Ni(Co,Fe) : S,As 

2,33 = 4 : 4,26 

2,90 s=r 4 : 4,02 

3,07 « 4 : 4,02 

2,97 =s 4 : 0,99 

2,57 r= 4 : 4,06 

2,40 sr 4 : 4,42 

2,66 = 4 : 4,26 

2,44 = 4 : 4,09 

also nahe 

BerzeliuB: Vei. Acad. Handl. 48ao. Jahresb. I, 76. Scbwgg. J. XXXII, HS. — 
Bergemaon: J. f. pr. Chem. LXXV,i44. — Döbereiner: Schwgg. J. XXVI, 270. — 
Heidingsfeld: lo mein. Lab. ^ John: Schwgg. J. XII, t SS. — Klaprotb: Beitr. 
VI, Stf. — Kobell: J. f. pr. Chera. XXXIll« 402. — Löwe: Pogg. Ann. LV, 508. 
Haidingef's Berichte 4847 u. Privatmiitb. — Pfaff : Schwgg. J. XXII, 360. — Pless: 
Ann. Chem. Pharm. LI, 250. — RammeUberg: Pogg. Ann. LXVIII, 644. — 
H. Rose: Ebenda«. XV, 688. — Schnabel: Verb. d. nat. V. d. pr. Rbeinl. VIII, 807 
n. Privatmithl. — Ujlmann: System .-tabell. Uebers. 879. — Vogel: In mein. Labor. 



mNiS •♦- nNiAs — *,-. . 

As 



in 1 . a. 




=s 1,85 


b. 


«. 


»2,84 




ß- 


» 3,00 




y- 


»3,00 


2. a. 




»2,44 


b. 




»2,U 


3. 




»2,41 


4. 




»2,25 


»4:1 


• 





c. Verbindungen von Sulfuriden. (Schwefelsalze.) 

I. VerbindaDgen vod Sb und As. 
a. Von Eisensulfuret. 

Berthierit. 

Schmilzt v.d.L. leicht, giebt Antimonrauch; und hinterlässt eine schwarze 
ma|p[ietische Schlacke, weldie znweilen auf Zink und Mangan reagirt. 

RaBBclberg'tlliMraldMiiü«. ^ 



66 

Lost sich schwer in ChlorwasserstoSisäure, leicht in Königswasser anf. 

4. Grube Neue Hoffnung Gottes bei Bräunsdorf unweit Freiberg, a) Ram- 
melsberg. b) Hauer. 

2. Ärany-Idka in Ungarn ; sp. G. = 4,043. Pettko. 

3. Anglar, Dept. de le Creuse. Berthier. 

4. Grube Martouret bei Chazelles, Auvergne. Berthier. 

5. Chazelles. Berthier. 



. 


4. 


i. 


t. 


4. 


s. 




a. b. 










Schwefel 


31,32 30,53 


29,27 


^9,18 


28,81 


30,3 


Antimon 


54,70. 59,31 


57,88 


58,65 


61,34 


52,0 


Eisen 


11,43 10,16 


12,85 


12,17 


9,85 


16,0 


Mangan 


2,54 


— 








Zink 


0,74 


— 






0.3 




100,73 100. 


100. - 


100. 


100. 


98,6 


Berechnete Schwefeimengen für 


• 








Antimon 


22,99 23,76 


23,18 


23,58 


24,57 


20,83 


Eisen 


6,53 5,81 


7,34 


6,95 


5,63 


9,14 


Mangan 


1,50 








— 


Zink 


0,36 








0,15 



30,38 29,57 30,52 30,47 30,20 30,42 

Verhältniss der Schwefel mengen von 

Fe : Sb Fe : Sb 

4. a. = 4 : 2,7 3. = 4 : 3,4 

4. b. = 1 : 4,1 4. = 4 : 4,4 

2. = 1 : 3,1 5. = 4 : 2,2 

Ob diese grossen Differenzen auf dem Vorhandensein mehrerer bestimmter 
Verbindungen oder auf Beimengungen beruhen, lässtsich noch nicht entscheiden. 

No. 5. mit dem Verhältniss des Schwefels = 4:2 entspricht 

Fe'Sb*. (I.) 
No. 1. a. und 2. mit 4 : 3 entsprechen 

FeSb. (H.) 
No. 1 . b. mit dem Verhältniss 1 : 4 giebt 

Fe'Sb*. (HI.) 
lliÄ tieiden ersten Formeln erfordern 

I. n. 

dS «1800 = 30,73 4S = 800 = 30,14 

Mb im 3008 = 51,35 Sb = 4504 = 56,67 

HV$i im 4^060 = 47,92 Fe = 350 = 43,49 

»868 400. 2654 400. 

Dk ¥4H'Uii4 U. M wohl durch die Analysen am meisten verbürgt. 



67 

Bertbier: Aon. Mines III S^r. III, 49. Pogg. Ann. XI, 478. XXIX, 458. — Hauer: 
Jahrb. geol. Reichsanst. IV, 885. -^ Pettko: Haiding. Berichte I, 6i. -* Rammels- 
berg: Pogg. Ann. XL, 458. 

6. Von Bleisulfuret. 

Zinekenit. 

Decrepitirt beim Erhitzen. Giebt in der offenen Röhre schweflige S., weisse 
Dämpfe und ein theii weise flüchtiges Sublimat. Schmilzt v. d. L., giebt Anti- 
mondämpfe und lässt sich bis auf einen geringen meist eisen- und kupferhalti- 
gen Rückstand verflüchtigen. Dabei beschlägt die Kohle zunächst der Probe 
gelb, weiterhin weiss. (6. Rose. Zincken). 

In Wasserstoffgas geglüht, verliert er allen Schwefel als Schwefelwasser- 
stoff, und es bleibt Antimonblei zurück. Wohle r. 

Wird von Ghlorwasserstoffsäure beim Erhitzen aufgelöst. Beim Erkalten 
scheidet sich Ghlorblei aus. Salpetersäure und Königswasser geben partielle 
Lösungen unter Absatz weisser Ruckstände, welche oxydirtes Antimon (und 
Blei) enthalten. Kalilauge und Schwefelalkalien bewirken eine theilweise Zer- 
setzung ; die Auflösung giebt mit Säuren einen orangefarbigen Niederschlag von 
Schwefelantimon . 

Analysen des Z. von Wolfsberg am Harz : 

4. 8. 

H.Rose. Kerl. 

Schwefel 28,58 84,28 

Antimon 44,85 43,98 

Blei 34,90') 30,84 
Silber — 0,12 

Kupfer 0,48 — 

Eisen — 4,45 

99,45 97,64 

Da sich der Schwefel des Bleis und Antimons =1:3 verhalten, so be- 
steht der Z. aus 4 At. Schwefelbiei und 4 At. Schwefelantimon, einfach 
Schwefelanti^onblei, 

PbSb. 
4 At. Schwefel = 800,0 « 88,83 
4 - Antimon » 4504,0 = 44,80 
4 - Blei = 4894,6 = 35,97 

3598,6 400. 

Die untersuchten Proben scheinen etwas Antimonglanz enthalten zu haben. 

Kerl: B. a. hütt. Ztg. 1858. No.SI. ~ G. Rose: Pogg. Ann. VII, 94. — H. Rose: 
Ebendas. VIII, 99. — Wohl er: Ebendas. XLVI, 455. 



1) Antimon und Blei das Mittel aas i Aoalysem. 



Terhäh sidi wie ZindLenit. 

Zosammeiisetxung des P. von Woltsbei^g am Harz, a. nach H.Rose, b.nadi 
Kodernatseh: 

m. b. 



Schwefel 
AntimoD 
Blei 


21,71 S1,49 
37,94 37,53 
40,57 40,98 

100,22') 100. 


Schwefelmengeii •. b. 
für Antimon 15,47 15,01 
Blei 6,88 6,33 



24,45 24,34 

Beide verhalten sich 

in a. = 3 : 4,24 = 9 : 3,72 =: 42 : 4,96 
„ b. = 3 : 4,26 = 9 : 3,78 = 42 : 5,04 

Nimmt man das Verhaltniss 9 : 4 an, so besteht der P. aus 4 AU SchweCdblei 
und 3 At. Schwefelantimon, Drei viertel- Seh wefelaniimonblei, 

pb*sb». ao 

Zieht man 42:5 vor, so enthält er 5 At. Schwefelblei und 4 At. Schwefelanti- 
mon, ist Vierfanftel-Schwefelantimonblei, 

Pb»Sb*. (H.) 

I. n. 

43 At. Schwefel = 2600 = 24,46 47 At. sr 3400 »24,40 

3 - AnUmon = 4542 = 36,74 4 - := 6046 =: 37,86 

4 - Blei = 5178 = 42,43 5 - = 6473 a = 40,74 

42290 400. 45889 400. 

Die erste, von H. Rose angenommene Formel stimmt hiemach mit den Ana- 
lysen nicht ganz so gut als die zweite. 

KaderDatsch: Pogg. Ann. XXXVII, 58S. ~ H. Rose: Ebendas. XXVIII, 4t4. 

Jamesonit. 

Verhält sich wie der vorige. 

4. Comwall. (Sp. G. =5,564 Haidinger). Mittel von 3Analysen. H.Rose. 

2. Valencia d' Alcantara, Estremadura; sp. 6. = 5,646. Schaffgotsch. 

3. Arany-Idka; sp.G. = 5,604. A. Löwe. 



4) Scbwefel and Blei das Mittel zweier Bestimmangen. 



69 





1. 


a. 


•. 


Schwefel 


32,34 


21,78 


18,69 


Antimon 


34,29 


32,62 


33,10 


Wismuth 




1,05 


0,22 


Blei 


39,94 


39,97 


40,82 


Eisen 


2,64 


3,63 


2,99 


Kupfer 


0,18 




1,78 


Zink 


Spur 


0,42 


0,35 


SUber 


— 


— 


1,48 




99,39 


99,47 


99,33 


Berechnete Schwefelmengen : 






Antimon (Bi) 13,77 


18,22 


13,31 


Blei 


6,80 


6,20 


6,33 


Eisen 


1,51 


2,07 


1,67 


Klopfer 


0,05 


— 


0,44 


Zink 


— 


0,21 


0,16 


Silber 


— 


— 


0,21 



S4,53 S4,70 82,42 
In No. 3 fehlen also 3,53 p. G. Schwefel, d. h. die Menge der Metalle ist zu hoch 
bestimmi. 

Das YerhfllinUs des SchweCdls ist 

für R : Sb 
in 4 = 7,76: 43,77» 4,7: 3 

2 = 8,48 : 43,22 = 4,9 : 3 

3 = 8,84 : 43,34 = 2,0 : 3 

Also offenbar = 2:3. Der J. ist folglich eine Verbindung von 4 At. Schwefel- 
antimon und 2 At. Schwefelblei| Halb- Schwefelantimonblei, 

Pb*Sb. 

5 At. Schwefel =a 4000 = 49,64 
4 - Antimon = 4504 = 29,53 
2 - Blei = 2589 = 50,83 

5093 400. 
Allein diese Verbindung findet sich immer in isomorpher Mischung mit der ent- 
sprechenden des Eisens (Rupfers, Zinks, Silbers). Eine solche aus 4 At. des 
Eisensalzes und 3 At. des Bleisalzes bestehend, 

Fe*Sb + 3Pb*Sb, 

enthflh: 

20 At. Schwefel » 4000 » 24,64 

4 - Antimon ss 6046 ss 32,65 

6 - Blei sfc 7767 » 42,02 

5 - Eisen «■ 700 » 3,79 

48483 400. 



7« 



MU-in H. Böse 's Xaati» tem matam des S^wefelTeriidtaiases tod 2:3 
tef ^nii KT : 3 a« 5,f : 9. Sunt auA <irfbr dw ^«1 5 : f , 8» erhall man die 

flAtSdiwefel »SmO:s2«.80 

3 - AntioMMi SS i54i ==r :i5.t4 

I ' Mei :s SIT8 » M^13 

f ^ Eisen =3^30= g,7 3 

12840 IM. 

md wHeh^ adem der Analfse entspnehl. In deaaen ist sie weder einlach, noch 
a»ft ftOefcjicht aof das Resohat der übrigen Anahrsen gerade wahrsdieinlich, 
■ttd wir dürfen eher annehmen, dass der Frohe etwas Anümon^anx (^ des 
Garnen av ^ p. C. des Mmerab) bcüitmen gt war. 

H, Itojie selbst hat indessen ans seiner Anahse einen anderen ScUnss ge- 
zofcen. Er betrachtet nämfich das Eisen ab in Form Ton Sdiwefdkies betge- 
mengt, whd nmmt das SchwefeiTerhällniss Ton Blei nnd Antimon s 4,5 : 3 
jv I : 2 an. Dann wäre der J. eine Verbindung Ton 2 At. SchweMantimon 
lind ^ At. SehwefefUei, Zweidrittel-Schwefelantimonbleiy 

Pb»Sb». 

Zf^ht fMfn m H, Rose's Analyse das Eisen als Ksolfiiret, das Kupfer als 
ümUnfH s*hf und stellt sie der berechneten Zusammensetzung geg^itlber, so 
erhalt man: 

Schwefel 20,48 6 At. =: 4200 == 44,83 

Anifmmi 36,44 2 - = 3008 == 37,47 

Wd 42,44 3 - = 3884 = 48,00 

99,36 8092 400. 

Hier ßndet deswegen keine Uebereinstimmung statt, weil die Analyse in dieser 
Form Oberhaupt der Formel nicht entspricht. 

36,44 Sb«i 44,60 Schwefel 
42,44 Pb » 6,56 „ 

24,46, 

und ferner ist 6,56 : 44,60 = 4,35 : 3, und nicht = 4,5 : 3. 

WAre in der That das Eisen als Bisulfuret vorhanden, so hätte die Analyse 
23,04 p. C. Schwefel liefern mOssen, also 0,7 mehr, als geschehen ist, und es 
worden 5} p. C. Schwefelkies beigemengt gewesen sein. 

Auch die Analyse No. 2, welche noch mehr Eisen gegeben hat, und bei 
wi*l(!hcr die gefundenen und (mit FeS) berechneten Schwefelmengen genau 
stitiinicn, spricht gegen die Annahme von Schwefelkies. 



71 

Wir dürfen daher im J. das Schwefelverhaltniss von Pb : Sb = 2 : 3 an- 

•ehroen. 

A. Löwe: Haidinger's Berichte I, 6«. — H. Rose: Pogg. Ann. VIII. 99. — Graf 
Schaffgotscb: Ebendas. XXXVIII. 408. 

Federerz (Heleromorphit). Den ersten Namen giebt man haarfOrmigen 
Massen von Schwefelaniimonblei, weiche mit Antimonglanz, Zincl^enit u. s. w. 
zusammen vorkommen. Da gewisse dichte oder faserige Massen dieselbe Zu- 
sammensetzung haben, wurde der zweite Name von Zincl^en und mir für 
diese Substanzen vorgeschlagen. 

1. Wolfsberg am Harz. Dicht, grau; sp.G. = 5,679. a) Michels, b) Po- 
seiger. 

2. Herzog Alexius-Erbstolln im Selkethal am Harz. Faserig, hellgrau, senk- 
recht gegen die Faserrichtung vollkqmmen spaltbar; sp.G. = 5,693—^,749. 
Rammeisberg. 

3. Wolfsberg. Haarfbrmig. H.Rose. 

4. Bottino in Toskana, a) und b) haarförmig, c) nadeiförmig. Rechi. 





4 


• 


«•') 


s. 




4. 






a. 


b.') 






' a. 


b. 


c. 


Schwefel 


49,44 


20,52 


20,23 


19,72 


20,53 


18,39 


19,25 


1 Antimon 


34,68 


31,54 


31,96 


3t,04 


32,16 


30,18 


29,24 


Blei 


50,03 


44,00 


44,32 


46,87 


43,38 


47,68 


49,31* 


Eisen 


Spur 


8,91 


2,93 


1,30 


0,95 


0,25 


— 


Zink 


— 


— 


— 


0,08 


1,73 


1,08 


0,21 


Kupfer 


401,09 


1,03 
100. 


0,56 
100. 




1,25 
100. 


1,11 
98,69 


2,00 


1 


99,01 


100,01 


Rerechnete Schwefelmengen für : 










Antimon, 


42,67 


12,63 


12,80 


12,43 


12,88 


12,09 


11,71 


Blei 


7,73 


6,81 


6,86 


7,25 


6,71 


7,38 


7,63 


Eisen (Zn, Cu) 


— 


1,93 


1,82 


0,78 


1,71 


0,97 


0,60 



20,40 24,37 24,48 20,46 24,30 20,44 49,94 
Siets haben die Analysen zu wenig Schwefel gegeben. 
Das Yerhältniss des Schwefels ist für : 

R : Sb R. : Sb 

in I. a. = 7,73 : 42,67 = 4,83 : 3 in 4. a. = 8,42 : 42,88 = 4,96 : 3 

b. = 8,74 : 42,63 = 2,08 : 3 ' b. = 8,35 : 42,09 = 2,07 : 3 

2. = 8,68 : 42,80 = 2,04 : 3 c. =» 8,23 : 44,74 =2,41 : 3 

3. s= 8,03 : 42,43 = 4,94 : 3 
Also herrscht das Yerhältniss 2:3. 

Das Federerz hat also dieselbe Zusammensetzung wie der Jamesonit. Es ist 
bei der Uebereinstimmung in der Struktur und dem sp. G. beider nicht länger 



"^ 4) In beiden Analysen ist das Antimon aus dem Verlast bestimmt. In No. 4 . sind 9,75 

'' p.c., in No. S. aber 8,7 p. G. Zinkblende in Abrechnung gebracht, weil dieses Mineral sicht- 
lich mit dem Erz verwachsen ist. 



n 

Twettefh^flf dass HeleraiDorphfi und Federen dicbla faserige wmI kaarltlmiige 
AbitodemDeen des Jamesonits sind. 

Becbi: Am. J.oTSc. USer. Xnr, St. — Micbels: Ib Mein. LabonL— H. Mose: 
Pogg. AaiL XV, 471. — Poselger u. Rammelsberg: liliiMrtH UULYU, 94S. 






iH (Dofrenoysil). 

Giebt im Kolben ein rolbes Soblimat von Schwefelarsenik. Sdumlit v. d. 
L. leicht unter Entwicklung von Schwefel- und Arsenikdämpfen und hinterlSsst 
zuletxt ein Bleikom. 

Wir behalten den von Wiser zuerst gd>rauchten Namen ftlr die Substanz 
bei, welche Da m ou r im deii>en Zustande untersuchte, und fbgen die Analys n 
der von Heusser, S. v. Waltershausen, Descloizeaux und Marignac 
als zweigliedrig beschriebenen Krjstalle (oder als gleichartig mit densdben an- 
gesehen) bei, welche mit ersterer zusammen in dem Dolomit des Binnenthab 
(Wallis) vorkommen. 





4. 


1. 


s. 


4. 


8. 


e. 




D. 


St. 


c. 


N. 


U. 


8t. 


Schwefel 


22,49 


23,97 


24,66 


23,82 


24,05 


23,54 


Arsenik 


20,69 


22,04 


23,32 


23,81 


23,95 


25,44 


Blei 


55,40 


53,30 


51,18 


51,65 


54,40 


54,48 


Silber 


0,24 


0,24 


0,02 


0,12 


0,02 


0,47 


Eisen 


0,44 
0,31 




— 




— 


0,08 


Kupfer 


99,52 


99J8 


99,40 


99,42 


400,41 




99,54 












Sp. G. = 


: 5,549 


5,355 


5,074 




5,459 






7. 


s. 


9. 


4t. 


II. 


19. 




St. 


ü. 


U. 


St. 


St. 


St. 


Schwefel 


24,22 


23,95 


24,66 


25,30 


25,77 


«5,94 


Arsenik 


25,27 


26,46 


25,74 


26,33 


26,82 


28,55 


Blei 


49,22 


49,66 


47,58 


46,83 


47,39 


44,56 


Silber 


0,94 


0,63 


0,94 


1,62 


— 


0,42 


Eisen 


0,25 
99,90 


— 


— 




— 


0,45 




400,70 


98,92 


100,08 


99,98 


99,89 


Sp. G. = 


: 5,074 


5,469 


5,405 


5,477 


5,393 



D. = Damour. N. =Nason. St. = S tockar-Escber. U. sUhrlaub. 

No. 4. Derbe Hasse. No. 2. Mittel von 5 Analysen, deren Substanz etwas 
zersetzt erschien. No. 7. Mittel aus 2 Analysen, von derb&r frischer Masse. 
No. 40. und 44. Krystallfragmente. No. 42. Dergleichen. 

Verhältniss des Schwefels : 

Pb : As Pb : As 

4 = 8,93 : 43,24 = 2,03 .3 7 = 7,75 : 46,43 « 4,44 : 3 

2 = 8,27 : 44,05 = 4,77 : 3 8 := 7,77 : 46,89 = 4,38 : 3 

3 = 7,90 : 4 4,88 = 4,60 : 3 9 = 7,49 : 46,43 = 4,37 : 3 

4 « 8,00 : 45,49 = 4,58 : 3 40 = 7,48 : 46,80 = 4,34 : 3 

5 « 7,94 : 45,29 = 4,56 : 3 44 = 7,32 : 47,42 «.4,28 : 3 

6 = 8,03 : 46,05 = 4,50 : 3 42 = 7,24 : 48,22 « 4,49 : 3 



73 

Damour's Analyse mit dem Schwefel veiiiflltniss »2:8 ergiebt eine Ver- 
Uidtuig von 4 At. Schwefelarsenik und S Ai. Scbwefelblei, Halb-Schwe- 
felarsenikblei, 

Pb*As, (I.) 
analeg dem Jamesonit (Heteromorphit). 

Die übrigen Analysen weichen sSimmtlich unter sich ab, und gerade die 
Krystallfragmente (40, 44, 42) ergeben die geringste Menge Basis, so dass sie 
sich dem Verhältniss 4 : 3 oder der Formel 

PbAs (II.) 
Bihem, welche der des Zinckenits entspricht. 
Diese beiden extremen Verhältnisse erfordern : 

I. n. 

58 = 4000 =r 22,08 4S ^ 800,0 == 26,36 

As = 940 = 20,76 As = 940,0 = 30,98 

2Pb = 2589 = 57,46 Pb = 4294,6 = 42,6 6 

4529 400. 3034,6 400. 

Unstreitig ist ein Tbeil der Substanz nicht mehr unverändert. 

Sart. V. Waltershausen glaubt, dass beide| ebenerwähnte Verbindun- 
gen sich nach Art isomorpher Körper vereinigt finden können, und dass daraus 
die Zwischen Verhältnisse sich ergeben. 

Lässt sich die Form des Zinckenits und des Binnits mit einander vergleichen? 

Damour: Ann. Chim. Phys. II S^r. XIV, 879. Berz. Jahresh. XXVI, 818. — Des- 

cloizeaux: Ana. Mines, IV. S6r. VIII. — Heusser: Pogg. Ann. XCVII, H5. — 

Sartorius v. Waliershansen (Nason, ührlanb] : Ebendas. XCIV, H7. C, ft87. — 

Stockar-Escher: Kenngoit Uebersicht 4 856— 57, 476. 

Boulangerit. 

Verhält sich wie Zinckenit. 

1. WolCsberg am Harz. Faserig; sp. G. = 5,96. Rammeisberg. 

2. Oberlahr, Sayn-Altenkirchen. Abendroth. 

3. NasaQeld, Lappland. Thaulow. 

4. Moli^res, Dpt. du Gard, Frankreich. Boulanger. 

5. Nertschinsk, Sibirien, a) C. Broraeis. 6) Brttel. 

6. Bottino, Toscana. a) Nadelfbrmig, 6) derb. Bechi. 

4. 9. 8. 4. 5. 6. 

Schwefel 4 8,94 19,05 48,86 48,5 48,24 49,44 47,82 47,99 

ÄDlimon 25,94 25,40 24,60 25,5 25,04 23,66 26,74 26,08 

Blei 55,45 55,60 55,57 53,9 56,29 53,87 55,39 53,45 

Eisen — — — 4,2 — 4,78 0,23 0,35 

Kupfer — — — 0,9 — — 4,25 4,24 

Zink — — _ _ _ -^ 0,08 4,44 

Silber — — — — — 0,05 404,54 400,22 

400. 400,05 99,03 400. 99,54 98,47 



74 

Da die Scbwefdmeiigeii, welche Blei und Antimon aufnehmen, {^ich gross 
sind, 80 isl derB. eine Verbindung von 4 At.Schwefelanlimon und 3Ai.SGhwe- | 
(elblei, Drittel-Scbwefelantimonblei, i 

Pb'Sb 
6 At. Schwefel = 1200 » 18,81 i 

I - AnUmon » 4504 ss 22,83 i 

3 - Blei « 3884 « 58,96 

6588 400. 

Die Abweichungen der Analysen von der Berechnung müssen theils in der 

Benutzung des älteren Atg. des Antimons, theils in Beimengungen von Antimon-* 

glänz gesucht werden. 

A b e D dro th : Pogg. Ann. lULVlI, 498. — B ec hi : Am. J. of Sc. II 8er. XIV. St. — 
Boalanger: Ann. Alines n Sdr. VIII, ft75. Pogg. Ann. XXXVI, 4S4. — C. Bromeis: 
Pogg. Ann. XLVI, 984. — Brüel: Ebendas. XLVIII. 558. — Thaalow: Ebendts. 
XLI, 946. 

Imbrllbtt. So nannte Breitbaupt ein Mineral von Nertschiosk, sp. G. « s,8, wel- 
cbes 58,8 Blei, 0,S Kupfer, 8,04 Silber neben Antimon and Schwefel eDthalten soll. Ist 
wabrscheinlich Boalangerit. 

nuHstlh. Giebt im Kolben Schwefel und Schwefelarsenik. BnthiUt nach Platt- 
ner 58,8 p. C. Blei. 

Breithaapt a. Plattner: J. f. pr. Chem. X, 449. Bors. Jahresh. XVIU» 991. 







Meneghinit. 






Yerhült sich wie 


Zinckenit. 








Nach Bechi enthält dies 


faserige Mineral von 


Bottino in 


Toscana 


Schwefel 


47,62 










Antimon 


49,28 


= 


7,79 Schwefel 






Blei 


59,24 


9,49] 








Kupfer 


3,54 


0.90 1 


.40.99 „ 






Eisen 


0,34 


8,90 j 









99,89 «8,04 

Da 7,72 : 40,29 = 3 : 4,4, so ist das Verhältniss »3:4 aniunehmen. 
Dann ist der H. eine Verbindung von 4 At. Schwefelantimon und 4 At. Schwe- 
felblei, Viertel-Schwefelantimonblei, dem etwas von dem entspre- 
chenden Kupfersalze beigemischt ist, 

«M'sb. 

A€uJ 

7 At. Schwefel « 4 400 =s 46,94 

4 - Antimon = 4504 = 48,49 
^ - Blei = 5074 = 64,36 

iV - Kupfer = 289 g = 3,54 

826r 400. 
Am. J. of Sc. II Ser. XIV, 80. 



75 



ChNikroniL 

Terfaäli sich wie die vorigen, reagiri aber meist auch auf Arsenik. 
4. Meredo in Galicien, Spanien; sp. 6. » 6,43. Sau vage. 

2. Sala, Schweden; sp. G. » 6,54 (Kerndt). Svanberg. 

3. Tal di Gastello bei Pieirosanio, Toscana ; krystailisirt ; sp. G. » 6, 45—6, 47. 
Kerndt. 





4. S. 




t. 


Schwefel 


46,90 46,26 




47,32 


Antimon 


16,00 9,57 




9,68 


Arsenik 


— 4,69 




4,72 


Blei 


64,89 66,45 




66,54 


Kupfer 


4,60 4,54 




4,45 


Eisen 


— 0,42 




4,73 


Zink 


— 0,44 


4 






99,39 99,04 


04,44 


Berechnete Schwefelmengen für 


A 


n 


Antimon 


6,74 


3,83 


3,88 


Arsenik 


— 


3,04 


3,02 


Blei 


40,02 40,26 


40,28 


Kupfer (Pe,Zn) 0,40 


0,56 


0,87 




47,43 47,66 


48,05 


Verfaältniss des Schwefels für 






B 


: Sb(As) 






1 » 10,48 


: 6,74 = 4,7 


: 3 




2 » 10,82 


: 6,84 s 4,8 : 


3 




3 s 41,15 


: 6,90 « 4,85 


:3 




Es scheint demnach das Verbültniss 5 


: 3 st 


lattzufindei 



G. von Meredo eine Verbindung von 4 At. Schwefelantimon und 5 At. Schwe- 
felblei, F ttn f tel -Schwefel an timonblei, 

Pb»Sb, (I.) 
und die beiden anderen Varietäten sind isomorphe Mischungen dieses Salzes mit 
dem entsprechenden Arseniksalz in dem Verhältniss 4 : 3, 

4Pb»Sb + 3Pb»As (U.) 



I. 

8S = 4600 = 4 6,70 

Sb =r 1504 = 4 5,70 
5Pb = 6473 = 67,60 
9577 400. 



U. 



8S = 4600 = 47,44 
^Sb = 859 = 9,20 
^As r= 403 rs 4,32 
5Pb = 6473 =r 69,34 



9335 400. 

Kerndt: Pogg. Ano. LXV,80S. —Sauvage: Ann. Mines III S6r. XVII, 6S5. Pogg. 
Ann. LU, 7S. — Svaobergt Berz« Jahresb. XX, t«5. Pogg. Ann. LI, 685. 



76 

Eilbrickenit. Nach Apjohn beitohi dies Mineral aus der Grafschaft Cläre in Irland, 
dessen sp. G. » 6,407 ist, aus: 
Schwefel 46,86 
Antimon U,89 a 6,78 Schwefel 



Blei 68,87 40,681 

Eisen 0,88 o^^^^'^^ 



,681 

mV'' 



»» 



4 00. 4 6,68 

Die 'Schwefelmengen für Antimon und Blei verhalten sich wie 8 : 6,66. Das Mineral ist 
also entweder Geokronit, oder es hat das Verhttltniss 8 : 6 cb 4 : 9, und ist dann eine Ver- 
bindung von 4 At. Schwefelantimon und 6 At. Schwefelblei, Sechstel -Schwefelanti- 
monblei, 

Pb*Sb. 
9 At. Schwefel = 4800 s 4 6,26 
4 - Antimon » 4 604 ss 4 3,68 
6 - Blei g 7768 m 70,46 

41078 400. 
Berz. Jahresb. XXII, 4 98. 

c. Von Kupfersul füret. (Von Kupfer- und Bleisulfuret). 

Kupferantimonglani. 

Schmilzt V. d. L. leicht, giebt AntimoDdainpf und binterlässt ein metalli- 
sches Korn, welches bei der Reduktion mit Soda Kupfer giebt, dessen Reaktion 
auch eine geröstete Probe mit den Flüssen liefert. 

Auflöslich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel und oxydir- 
tem Antimon. 

\ . Wolfsberg am Harz. H. Rose. 
S. Guadiz, Spanien; sp. G. = 5,015. Th. Richter. 

4. Schwefel. 8. Schwefel.' 



Schwefel 


S6,34 




25,29 




Antimon 


46,81 


48,79 


48,30 


49,85 


Kupfer . 


24,46 


6,«4 


25,36 


6,58 


Eisen 


1,39 


0,80 


1,23 


0,70 


Rlei 


0,56 


0,09 


100,18 


26,58 



99,56 25,89 

Da der Schwefel fttr Kupfer und Antimon = 1:3 ist, so muss der K. als 
eine Verbindung von 1 At. Kupfersulfuret und 1 At. antimonigem Sulfid betrach- 
tet werden, einfach Schwefelantimonkupfer. 

4iSb. 
4 At. Schwefel « 800,0 = 25,83 

1 - Antimon = 1504,0 = 48,56 

2 - Kupfer =. 793,2 = 25,61 

3097,2 100. 
Th. Richters B. u. httU. Ztg. 4857. No. 17. — H. Rose: Pogg. Ann. XXXY, 864. 



77 

(Binail Descloizeaax). 

Ein im Dolomit des Binnenthals (Wallis) in Begleitung von Binnit vorkom- 
mendes in Combinationen des regolUren Systems krystallisirtes Mineral, des- 
sen Form Dam 011 r irrthUmllcb auf den von ihm analysirten B. bezogen hatte. 
Sp. G. 4,348—4,393—4,689 S. v. W. 

Giebt im Kolben Schwefelarsenik, beim Rösten arsenigß Säure. Entwickelt 
?. d. L. Arsenikdämpfe und schmilzt unter Spritzen zu einer schwarzen Solgol, 
weldie sich mit einem Zinkbeschlag umgiebt. Mit Soda erhält man ein Kupfer- 
korn. Wiser. 

Analyse von Uhrlaub (a) und von Stockar-Escher (b): 



Schwefel 


a. 
27,54 






b. 

32,73 


Arsenik 


30,06 


= 


49,49 Schwefel 


48,98 = HJ8 Schwefel 


Kupfer 


37,74 


=r 


9,52. 
0,431 
0J8| 
0,47) 


46,24 = H,66^ 


Blei 
Silber 


2,75 
-1,23 


= 


4,94 = 0,89) 


Eisen 


0,82 


= 


— «3,07 



400,U 29.79 99,86 

Obwohl nicht ganz, ist doch in a. das Verhältniss des Schwefels von Kupfer etc. 
und von Arsenik nahe = 4 : 2 (4 : 4,84), so dass der B. eine Verbindung von 
2 At. arsenigem Sulfid und 3 At. Kupfersulfuret sein würde , worin etwas 
von letzterem durch die isomorphen Sulfurete von Blei, Silber und Eisen ersetzt 
wäre, Zw ei drittel- Schwefelarsenikkupfer, 

€u»As*. 
Berechnet man diese Formel, uüd verwandelt in der Analyse die letztgenannten 

Sietalle in ihr Aeq. Kupfer, so erhält man : 

Gefunden. 

9 At. Schwefel = 4800,0 = 29,70 27,54 

2 - Arsenik =4880,0 = 34,03 30,06 

6 - Kupfer = 2379,6 = 39,27 42,00 

6059,6 400. 99,60 

Die gefundene Schwefelmenge bleibt um %% p. C. unter der verlangten, was 
iodess nicht berechtigt, die Gegenwart von AsS* vorauszusetzen, wie es S. v. 
Waltershausen gethan hat. 

Allein die zweite Analyse, obwohl mit nur 0,0785 grm. reiner Krystalle 
angestellt, giebt ein ganz anderes Resultat. Die berechnete Schwefelmenge 
bleibt um 40 p. C. unter der gefundenen; wenn aber das Arsenik als Arsenik- 
sulfid vorhanden ist, so erfordert^es 20,2 Schwefel, dessen Gesammtmenge nun 
32,45 betragen würde, entsprechend der Analyse. Da 44,95 : 20,2 = 2,96 : 5 
oder fast s 3 : 5, so hätte das Mineral die Formel des Enargits, 

Cu'As, 
and diese Verbindung wäre dimorph. 



78 ' 

Eine Wiederholung der Analysen ist mithin erforderlich. 

Sart. V. Waltershausen! Pogg. Anu. XGIV, 447. — Stockar-Bscher und 
W i s e r : KenngoU Uebersicht 4 866—57. 4 78. 

EnargiL 

Decrepitiri beim Erhitzen, giebt im Kolben ein Sublimat von Schwefel und 
Scbwefelarsenik, schmilzt v. d. L. leicht unter Entwicklung von Arsenikdttm- 
pfen und Bildung eines weissen Beschlags auf der Kohle, wahrend die gerostete 
Probe auf Kupfer reagirt. 

Löst sich in Königswasser auf. Kalilauge zersetzt das Pulver tbeilweise, 
und Säuren fällen aus der Auflösung antimonhaltiges Schwefelarsenik. 

\ . Francisco Gang bei Horococha, Distrikt Jauli der peruanischen Cordillere. 
Ein von Breithaupt entdecktes und von ihm und Dauber gemessenes 
zweigliedriges Mineral, dessen sp. G. nach Ersterem = 4,43 — 4,44, nach 
Kenngott nur 4,368 ist. Plattner. 
2. Brewers Grube, ChesterGeld Co., Sudcarolina. Ein prismatisch spaltba- 
res Mineral, vielleicht mit dem ersteren identisch. Genth. 

4. J. 



Schwefel 


32,22 


33,78 


Arsenik 


<7,60 


15,63 


Antimon 


1,64 


— 


Kupfer 


47,20 


50,59 


Eisen 


0,56 


100. 


Zink 


0,23 




Silber 


0,02 





99,44 
Da in Plattner's Analyse die Atome von Arsenik, Kupfer und Schwefel 
3= 4 : 6 : 8 sind, so lässt sich der E. als eine Verbindung von 4 At. Arseniksul- 
fid und 3 At. Kupfersulfuret betrachten. 



n 



€u» Xs, 

t m 

welche mit ein wenig der Verbindung €u' Sb isomorph gemischt ist. Berech - 

nung dieser Formel, nebst der Reduktion des Antimons und der übrigen Metalle 

auf die Aeq. von Arsenik und Kupfer : 

Gefunden. 

8 At. Schwefel = 1600,0 =r 32,52 32,58 

4 - Arsenik == 940,0 = 49,44 48,82 

6 - Kupfer = 2379,6 = 48,37 48,60 

4949,6 400. 400. 

Qenth: Am. J. of Sc. II Ser. XXIII, 4S0. — Platt n er : Pogg. Ann. LXXX, S88. 

BournoniL 

Giebt, in einer offenen Röhre geröstet, schweflige Säure, ein flüchtiges und 
schmelzbares Sublimat (antimonige S.) und ein unschmelzbares nicht flüchtiges 
(antimons. Bleioxyd). Schmilzt v. d. L. auf Kohle leicht, raucht eine Zeit lang, 



79 

iid erstarrt dann zu einer schwarzen Kugel ; bei stärkerem Blasen entwickeln 
idi Bleidämpfe und es bleibt zuletzt eine Schlacke, welche mit Soda ein Ku- 
lerkom liefert. 

Salpetersäure zersetzt ihn; es entsteht eine blaue Auflösung, während 
Mhwefel und ein weisses Antimon und Blei haltendes Pulver sich abscheidet. 
Sehnlich wirkt Königswasser. Kalilauge zieht einen Theil Schwefelantimon aus. 

Der B. wurd zuerst von Hatchett, dann von Klaproth und Meissner 
DBtersucht. Durch Anwendung des Chlors bei der Analyse gelang es aber vor- 
täglich erst H. Rose, die wahre Zusammensetzung festzustellen. 

1. Neudorf bei Harzgerode. a) Meissner, b) H. Rose, c) Sinding. 
d) Aelteres Vorkommen vom Meiseberg, tafelartige Krystalle, hellgrau, von 
unebenem ins Blättrige fallendem Bruch; (sp. 6. as 5,703 Zincken, 
5,792 G. Bromeis, 5,779 R.). e) Neueres Vorkommen, schwärzlich, mit 
mehr ausgebildeten Rhombenoktaederflächen , von muschligem Bruch, 
(sp. G. = 5,844 Zincken, 5,847 Bromeis, 5,863 R.), C. Bromeis. 
f) dasselbe. Rammeisberg. 

2. Wolfsberg am Harz, schwärzliche Krystalle, fast nur von den Hexaidflächen 
gebildet, im Längeobruch faserig, im Queerbruch muschlig, (sp. G. = 
5,796 Zincken, 5,801 Bromeis, 5,786 R.). a) Bromeis, 6) Ram- 
melsberg. 

3. Clausthal am Harz, a) Klaproth. 6) Von der Grube Alter Segen. Derb. 
Kerl, c) Derb. Kuhlmann. 

4. Nanslo, Cornwall. Klaproth. 

5. Alais, Frankreich. Dufr^noy. 

6. Mexiko. Derselbe. 

4. 



a. 


b. 


c. 


d. 


e. 


f. 




Schwefel 19,86 
Antimon 20,77 
Blei 37,59 
Kupfer 18,40 
Eisen — 


20,31 
26,28 
40,84 
12,65 


49,63 
25,68 
41,38 
12,68 


18,99 
24,82 
40,04 
18,16 


19,49 
24,60 
40,42 
13,06 


20,15 
24,54 
41,83 
43,48 




96,62 


100,08 


99,37 


99,01 


97,57 


100. 




9. 

a. b. 


a. 


b. 


c. 


♦. 


B. 


6. 


Schwefel 19,76 19,62 18,00 


19,30 


18,81 


16,0 


49,4 


17,8 


Antimon 24,34 26,08 19,75 


24,42 


23,79 


28,5 


29,4 


28,3 


Blei 42,88 41,1 


n 42,50 


44,31 


. 40,24 


39,0 


38,9 


40,2 


Kupfer 13,06 12,38 11,75 


13,34 


12,99 


13,5 


12,3 


13,3 


Eisen — — 


5,00 


2,35 
0,18* 


2,29 
') 0,17«)' 


4.0 
98,0 


100. 


— 


100,04 100. 


96,00 


99,6 




• 


100,90 


2,60») 










Qaarx. 




100,88 








4) Mangan. S) 





80 

Nach H. Rose^s Analyse und allen späteren verfaaheD siiidie 
mengen fUr Kupfer, Blei und Antimon »1:8:3. Der B. aoAldli natkm I AL 
Antimon; S At. Kupfer, 2 At. Blei und 6 At. Schwefel, und muB äk mat Im- 
morphe Mischung von 4 At. Drittel-Schwefelantimtsknpfer «ndSAt 
Drittel-Schwefelantimonblei betrachtet werden, 

9 

€u'Sb + «Pb»Sb « ^r Üb 

6 AL Schwefel « 1200,0 s 49,72 

4 " Antimon = 4504,0 « 24,74 

2 " Blei SS 2589,2 ^ 42,54 

2 - Kupfer as 793,2 « 43,03 

6086,4 400. 

Sein Atg. ist jedoch das dreifeche. 

G. Bromeis: Pogg. Ana. LXXVII, 954. — Dafr^ncy : Ann.lliiief mSfr. X, 174. 
Ilatcbett: Phil. Trans. 4894. — Kerl: Ztschrft. f. d. get. Nalorw. f 8U. SM. - 
Klaproth: Beitr. IV, 82. » Kublemann: ZtschHl. f. d. get. Nat. Till, S«l. — 
Meissner: Schwgg. J. XXVI, 79. — Rammeisberg: 8. Bromeif . — H.Rose: 
Pogg. Ann. XV, 578. — Si ading : In meinem Laborai. 

Antimonkupferglanz (Mohs's prismatoidischer Kupfergboi, Wolchit] , 
von der Wölch bei St. Gertraud im Lavantthal, verhält sich v. d. L. und auf 
nassem Wege wie Bournonit. (Dass er im Kolben ein Sublimat von Schwefel- 
arscnik gebe, habe ich nicht finden können). 

Nach Schrötter soll er 28,60 Schwefel, 46,65 Antimon, 6,03 Arsenik, 
29,90 Blei, 47,35 Kupfer und 4,40 Eisen enthalten. Diese Zahlen entsprechen 
keiner bestimmten Zusammensetzung. Berechnet man für die Metalle die Schwe- 
felinenge, so betrügt sie nur etwa 25 p. C. 

Das Mineral ist gewiss nichts anderes als ein theilweise zersetzter Bourno- 
nit. Sein spec. Gew. (von Mohs = 5,735 bestimmt) ist nach meinen Wägungen 
= 5,88 — 5,94, und wegen der Durchwachsung mit Oxydationsprodukten 
schwer zu bestimmen. 

No. 4. ist das Mittel von vier Analysen, berechnet auf 400 Th., weil sie 
wegen der Einmengungen von kohlensauren, schwefelsauren und antimonsauren 
Salzen von Blei- und Kupferoxyd so wie etwas Wasser stets einen Vertust er- 
gaben. No. 2. ist das in Wasscrstoflgas geschmolzene Mineral. 

Schwefel 4 6,84 «5,23 

Antimon 24,44 24,46 

Kupfer 42,83 43,69 

Blei 45,59 46,45 

Eisen 0,36 0,5 8 

400. 4Ö0^4T 



81 

Es nuss also, da die Menge des Schwefels zu gering ist, ^ etwas von den 
kallen ursprünglich als Garbonai vorhanden gedacht werden, bei dessen Bit- 
Dg Schwefel fortgeführt wurde. 

ScbrOtter: Baurogartn. Ztschr. VIII, 284. 

d. Von Silbersulfuret. 
Isomorphe Mischangen mit Blei-, Kupfer-, Eisen- und Zinksulfuret 

Miargyrit« 

Deerepitirt heim Erhitzen, schmilzt sehr leicht und giebt im Kolben ein 
hwaches Sublimat von Schwefelantimon ; entwickelt beim Rösten schweflige 
. und Antimondämpfe. Schmiltt v. d. L. leicht und ruhig zu einer grauen 
^fi^ beschlagt die Kohle weiss, und hinterlässt nach längerem Blasen mit der 
sfdatMKisflaiiune ein Silberkorn, welches mit den Flüssen schwach auf Kupfer 
■girt. 

TerhSlt sich gegen Säuren etc. wie dunkles Rothgültigerz. 

Nach H. Rose enthält der M. von Bräunsdorf bei Preiberg: 
Schwefel S4,95 

= 4 5,66 Schwefel 

5,89 I 

0,85 J 

b sich die Schwefelmengen des Silbers und Antimons »1:3 verhalten, so 
uder M. eine Verbindung von je 4 At. der beiden Schwefelmetalle, Einfach- 
Ichwefelantimon Silber, 

AgSb. 

4 At. Schwefel == 800 = 24 ,89 
4 - Antimon s 4504 xr 44,46 
4 - Silber = 4350 ^ 36,95 

3654 400. 
Pogg. Ann. XV, 469. 

Brongniardit. 

Deerepitirt beim Erhitzen, schmilzt v. d. L. leicht, giebt Antimonrauch 
und Bleidämpfe, und hinterlässt zuletzt ein Silberkorn. 

Damour hat dieses derbe grauschwarze Mineral aus Mexico fsp. G. = 5,95) 
untersucht. 



Antimon 


39,14 


Silber 


36,40 


Kupfer 


1,06 


Eisen 


0,6S 



Schwefel 


49,24 






Antimon 


29,77 = 


Schwefel 4 4,92 


Silber 


24,77 


8,67 




Blei 


24,91 


8,85 




Kupfer 


0,62 


0,46 


. 8,04 


Eisen 


0,26 


0,45 




Zink 


0,36 
99,93 


0,48 








49,98 


RaBMcIsberg^t Mioemlcheniie. 







82 

Die Scbwefelmengen der elektropositiven Metalle und des Antimoi» TWiyilteD 
sich s 4 : 4^ oder b 2 : 3, so dass das Mineral als 

9 ^ tlw 9 ^ §tt 9 ^ 999 

R*Sb oder Ag»Sb + Pb»Sb 
zu betrachten ist. 

Diese Formel ist der des Heteromorphits (Jamesonits), d. h. des iweiten 
Gliedes im letzten Ausdruck, analog. Von dem SchiUglaserz unterscheidet sidi 
der B. durch den grösseren Gehalt an Schwefelantimon. 
Damour: Ann. Mines. IV S6r. XVI, 9i7. 

Sehilfglaseri. 

Giebt beim Rösten schweflige S. und ein weisses Sublimat, Ton dem ein 
Theil, der aus antimonsaurem Antimonoxyd und antimonsaurem BlekuLyd be* 
steht, nicht fluchtig ist. Schmilzt v. d. L. auf Kohle leicht, beschtegt sie weiss 
und zunächst der Probe gelb und lässt ein bleihaltiges Siiberkom, welches durch 
Abtreiben rein erhalten wird. 

4. Grube Himmelsfttrst bei Freiberg. Sp. G. » 6J94. Wohl er. (Mittel 

von 3 Analysen). 

2. Hiendelencina, Spanien. Sp. G. s 5,6 — 5,7. Escosura. 

4. S. Berechneter Schwefel 

Schwefel 48,74 17,60 i. j. 

Antimon 27,38 26,83 «0,97 40,75 

Blei 30,27 34,90 4,67\ 4,Wj 

Silber 22,93 22,45 8,4o( •,si/ •'" 

Kupfer 4,22 — o,8W®'** 

>.06J 



Eisen 0,H — o, 



4 00,65 98,78 49,44 49,04 

Das Verhältniss ist folglich in beiden Analysen s 9 : 6,9 oder s 42 : 9,2, also 
gleichnahe 9 : 7 wie 42 : 9 ss 4 : 3 « 4f : 4. 

Wir nehmen das letztere als das einfachste an. Dann ist das Seh. eine Ver- 
bindung von 4 At. Schwefelantimon und 9 At. Schwefelblei und Schwefelsilber, 

R*Sb*, 
eine Formel, welche als 

R»8b* + 2R»Sb oder 3R*Sb + R»Sb 
zu deuten ist. Da nun in den isomorphen Verbindungen, woraus das Ganze be- 
steht, 4 At. der Silberverbindung auf 5 At. der Bleiverbindung (nach Wohle r) 
kommen, so wäre die berechnete Zusammensetzung: 
24 At. Schwefel -x 4200 = 49,04 

4 - Antimon i« 6046 =s 27,24 

5 - Blei tm 6473 = 29,30 
4 - Silber -x 5400 » 24,45^ 

22089^ 4 00. 
was mit der Analyse sehr wohl stimmt. In dem zweiten Ausdruck würde das 



83 

erste Glied dem Brongniardit und JamesoDÜ, das zweite dem RotbgUltigerz und 
Boulangerii entsprechen. 

Wohle r hatte das Schwefelverhältniss == ^ : 4 = 12 : 9,6 oder 9 : 7,8 
angenommen. Es als 1 : 4 zu nehmen, wie Dana und G. Rose gethan haben, 
ist jedoch unthunlich. Auch ist kein Schwefelantimon beigemengt, wie Ersterer 
^rorausseUte und die Krystallform des Seh. ist auch nicht die des Bournonits, 
sondern nach Miller zwei- und eingliedrig. 

Dana: Min. II, 79. — Escosura: Ann. Mines V. S^r. VIII, 496. •— Miller 

(Brooke) : Min. 908.— G.Rose: Mineralsysi. 58. ^ Wöhler: Pogg. Ann. XLVI,U6. 

Rothgaitigeri. 

A. Dunkles. (Antimonsilberblende). 

Decrepitirt beim Erhitzen, schmilzt im Kolben leicht und giebt in stärkerer 
Hitze ein braunrothes Sublimat von Schwefelantimon ; entwickelt beim Rösten 
schweflige S. und Antimondampf, der ein weisses zuweilen krystallinischcs 
Sublimat bildet. Y. d. L. auf Kohle schmilzt es sehr leicht unter Spritzen, be- 
scklägt jene weiss, und giebt entweder fUr sich längere Zeit im Oxydationsfeuer 
erhalten, oder mit Soda in der Reduktionsflamme behandelt, ein reines Silber- 
kom. 

In Wasserstoffgas geglttht, verwandelt es sich unter Entwicklung- von 
Schwefelwasserstoff in Antimonsilber. B o n s d o r f f. 

Durch Salpetersäure wird es beim Erhitzen zuerst geschwärzt, und dann 
unter Abscheidung von Schwefel und antimoniger Säure aufgelöst. Auch durch 
Kochen mit Kalilauge oder Schwefeikalium wird es schwarz ; Säuren schlagen 
ans der Flfissigkeit orangerothes Schwefelantimon nieder. 

Nachdem die frühesten Untersucher des R., Henkel, Wallerius, Cron- 
siedt und Bergman, Arsenik als wesentlichen Bestandtbeil angenommen hat- 
ten, lehrte Proust das antimonhaltige dunkle von dem arsenikhaltigen lich- 
ten R. unterscheiden. RIaproth und Vauqueiin, denen wir die ersten 
Analysen verdanken, erhielten dabei in Folge unvollkommener Methoden einen 
Veriust, den sie als Sauerstoff in Rechnung brachten. Bonsdorff gab die erste 
genaue Analyse, indem er das Mineral durch Wasserstoffgas zerlegte, imd die 
von ihm gefundene Zusammensetzung ist durch alle späteren Analytiker bestä- 
tigt worden. 

1 . Andreasberg am Harz. Bonsdorff. 

2. Mexico. Wöhler. 

3. Grube Mularoche bei Zacatecas in Mexico. Böttger. 



Schwefel 


1. 

n,78 


s. 

18,0 


8. 

17,76 


Antimon 


23,26 


21,8 


24,59 


Silber 


58,96 


60,2 


57,45 



100.*) 100. 99,80*) 



4] Nach einer kleinen Correktion des Resultats. 

6* 



S4 



Klaproih halte 
,, Grube Kurprinz. 


in dem R. von 
•b.; gefunden: 


Andreasberg iß.) und 


in 


doni 


rwa 


Frei- 


Schwefel 
Aotimon 
SUber 


60,0 
20,3 
17,0 


62,0 
18,5 
16.7 













97,3 97,2 
Da die SchweCelmengen, welche das AntioK>n [zu anlimonigem Solfid) ond 
das Silber erfordern, gleich gross sind, so ist das donkle R. eine Terbindon^ 
von 1 AI. Schwefelantimon und 3 At. Schwefelsilber, Drittel-Schwefel- 
antimonsilber. 

Ag»Sb 

6 At. Schwefel = 1200 =? «7,77 oder Schwefelantimon 31, «6 
I - AnUroon = 1504 = 22.28 Schwefelsilber 68,81 

3 - Silber = 4050 = 59,9 5 TÖÖ^; 

6754 «00. 

R. Lichtes. (Arseniksilberblende. 
Schmilzt im Kolben leicht zu einer dunkel bleigrauen Masse, und giebt beim 
Glühen ein geringes Sublimat von Schw efelarsenik ; in einer offenen Röhre ent- 
wickelt es schweflige und arsenige Säure, welche ein kryslallinisches Sub- 
limat bildet. V. d. L. auf Kohle bilden sich Schwefel- und Arsenikdämpfe, die 
Kohle beschlügt mit arsenig^r Säure; später entwickeii sich nur schwefÜ^ie S., 
und die ^schmolzeneKogel besteht aus Schwefelsilber, welches, in gleicher Art 
wie oben behandelt, sich in reines Silber verwandelt. 

In Wasserstoffgas geschmolzen scheint es nur Silber zu hinteriassen. 
Wöhler. 

Gegen Salpetersäure verhält es sich ähnlich dem dunklen R., nur bleibt 
neben Schwefel arsenige Säure zurück. Ebenso gegen Alkalien und Schwefel- 
alkalien ; Säuren aber fällen aus der Auflösung gelbes Schwefelarsenik. 

U. Rose analysirte kr\stallisirtes 1. R. von Joachirosthal (sp. G. ss 5,55^. 
G. Rose) : 

Schwefel 19,51 

Arsenik 15,09 = Schwefel 9,«3\9 9^ 
Antimon 0,09 ,, o,28j ' 

Silber 64,67 „ 9,58 

99,96 " 19,49 

Das lichte R. hat also eine analoge Zusammensetzung wie das mit ihm isomor- 
phe dunkle; es ist eine Verbindung von I At. arsenigem Sulfid und 3 At. 
Schwefel.sill>er, Drittel-Sch wefeiarseniksilber. 

Ag^Vs 

G AI. Schwefel = 1200 = 19,40 oder Schwefelarsenik 24,9 
I - Arsenik = 940 = 45,19 Schwefelsilber 75,4 

:i - Silber = 4050 = 65,4 1 ~JÖo7~ 

6190 100. "" 



85 

" ■ ■■ r 

Da weitere Analysen nicht vorliegen, so ist es unbekannt, ob es antimon- 
freies lichtes R. giebt. Umgekehrt reagirt das lichte R. von Andreasberg nicht 
auf Arsenik, das fable R. von dort aber auf Antimon und Arsenik, so wie auf 
Kupfer und Eisen. "Es ist daher noch zu ermitteln, ob der Unterschied der 
Farbe sugleicb der chemischen Verschiedenheit in allen Fällen entspricht« 

BoDSdorff: K. Vet. Ac Haodl. 4884. Schwgg. J. XKXIW, SSS. — Böttgers Pri- 
TatmiUheilang. — Klaproth: Beiträge I, 44S. 455. V, 497. — Proust: J. d. Phy- 
•iqae LIX, 491. Gehlens N. J. IV, 508. —H.Rose: Pogg. Ann. XV, 47S. — Vaaqae- 
li n : J. des Mioes XVII, 4. — Wffhler: Ann. d. Pharm. XXVn, 457. — Zincken: 
B. u. htttt. Ztg. 4841. N0.S4. 

Xanthokon. 

Schmilzt im Kolben vor dem Glühen, wird grau und giebt ein geringes 
Sublimat von Schwefelarsenik. Beim R(»sten lieCart. er schweflige und arsenige 
Säure. V. d. L. entwidLelt er Arsenikdampfe und hinterlUsst ein Silberkom. 
Plattner. 

Nach Plattner enthalt der X. von der Grube Himmelsfürst bei Freiberg 
a] brauner, älteres Vorkommen, b) gelber, neueres Vorkommen : 





a. 


b. 


Schwefel 


84,36 


84,80 


Arsenik 


13,49 


44,38 


Snber 


64,18 


63,88 


Eisen 


0,97 


— 



100. 400. 

Hiernach muss der X. beide Sulfide des A* enthalten, und da die At. von Arse- 
nik, Silber und Schwefel » 3 : 9 : 20 sind, hat Plattner die Formel 



n 



Ag*Xs -h «Ag'As 
aufgestellt, in welcher das erste Glied das Analogen des Enargits, das zweite 
aber lichtes Rothgttitigerz ist. 

20 At. Schwefel = 4000 »21,09 
3 - Arsenik = 2820 » 4 4,86 
9 - Silber ==J2f50 = 64,05 

18970 400. 
Von Einigen wird die Feuerblende Breith. mit dem X. vereinigt, was 
indessen nicht statthaft erscheint. Nach Zincken reagirt die F. von Andreas- 
berg V. d. L. auf Schwefel, Antimon und Silber. 

Breithaupt u. Plattner: Pogg. Ann. LXIV, 87i. 876. — Zincken: B. u. hUlt. 
Ztg. 4 842. No. S4. 

Fahlen. 

Antimonfahlerz. Giebt beim Erhitzen im Kolben bis zum Schmelzen 
ein dunkelrothes Sublimat, aus Schwefelantimon und antimoniger Säure be- 
stehend; in einer offenen Rdhre weisse Dumpfe und ein weisses Sublimat, 
so wie schweflige Sfiure. Schmilzt v. d. L. auf Kohle unter denselben Erschei- 



86 

nangen leicht und mit garingem Aufwallen zu einer grauen Kugel ; der weisse 
Beschlag in der Nfihe der Probe ist in der Hitze gelblich und nimmt, mit Kobah- 
aolution befeuchtet und in der Äusseren Flamme erhitzt, eine grüne Farbe an. 
Wird die Kugel gepulvert und geröstet, so reagirt sie mit den FIttssen auf Kupfer 
und Eisen. Wird die geröstete Probe mit Probirblei und Borax unter den ge- 
hörigen Vorsichtsmassregeln geschmolzen, und das kupferfaaltige Blei auf der 
Kapelle abgetrieben, so bleibt ein Silberkom. 

Salpetersäure zersetzt das Pulver, und scheidet antimonige Säure und 
Schwefel ab. Königswasser hinteriässt Schwefel, und in den meisten Fällen auch 
Ghlorsilber, während die Auflösung durch Zusatz von Wasser weiss gefällt wird. 
Kalilauge zieht in der Wärme Schwefelantimon aus, welches durch eine Säure 
mit orangerother Farbe gefilllt wird. 

Arsenik fa hier z. Giebt im Kolben ein Sublimat von Schwefelarsenik 
(und auch von metallischem Arsenik, Kl.aproth), in der offenen Röhre arse- 
nige Säure und schweflige S. Schmilzt v. d. L. auf Kohle leicht unter Ent- 
wicklung von schwefliger Säure, arseniger S., und Schwefelarsenikdämpfen, 
wobei manche Abänderungen (Kupferblende) einen Zinkbeschlag geben. Die 
geröstete Probe reagirt auf Kupfer und Eisen. 

Salpetersäure bewirkt eine Abscheidung von Schwefel und arseniger Säure, 
Königswasser zuletzt eine vollständige Auflösung, welche durch Verdünnen nicht 
gelrübt wird. Aetzkali liefert eine Flüssigkeit, aus welcher Säuren gelbes Schwe- 
felarsenik fallen. 

Arsenik-Antimon fahlerz giebt die Aeaktionen beider vorbeigehenden 
Arten. Ein geringer Arsenikgehalt giebt sich zu erkennen, wenn das gepulverte 
Erz mit Soda gemengt in der inneren Flamme erhitzt wird. 

Quecksilberhaltiges Fahlerz giebt zuweilen schon im Kolben ein 
graues Sublimat von Schwefelquecksilber, oder in einer offenen Röhre ein sol- 
ches von metallischem Quecksilber. Geringe Mengen Quecksilber findet man, 
wenn das Pulver mit trockner Soda im Kolben geglüht wird. 

Klaproth hat die ersten brauchbaren Analysen von Fahlerzen geliefert, 
deren Resultate nur durch die zum Theil unvollkommenen Scheidungsmethoden 
jener Zeit, besonders in Hinsicht auf Schwefel, Antimon und Arsenik, einer 
Gorrektion bedürfen. Durch Anwendung genauer analytischer HülCsmittel ge- 
lang es alsdann H. Rose, die Zusammensetzung der Fahlerze mit den chemi- 
schen Proportionen in Einklang zubringen; alle späteren Analysen haben nur 
zur Bestiitigung der seinigen gedient. ^) 

A. Antimon fahlerz. 

1. Ilabachtfundgrube, Freiberg. (Krystallisirtes Weissgültigerz). H.Rose. 

2. Grube Wenzel bei Wolfach im FUrstenbergischen. Krystallisirt. H. Rose. 



' Die älteren für die Berechnang nicht geeigneten Analysen sind mit einem * bezeichnet. 



87 



3. KreniniU, Ungarn. (Derbes WeissgttiUgen.) Klaproth. 

4. Grobe El PurgaVorio im Gerro de Gualgayoc, Peru. Derb, sp. G. v 3,94. 
Klaproih. 

5. Meiseberg bei Neudorf, Han. Krysialliairt, sp.G. ss 4,862. Rammels- 
berg. 

6. Oanstbal, Harz. Krystallisirt. Sander. 

7. Meiseberg. Derb, a) Sp.G. »4,5S6. b) Sp.G. » 4,892—4,946. Ram- 
melsberg. 

8. GablaOy Niederschlesien. Derb. Krieg. 

9. Clausthal, Rosenhöfer Zug. Krystallisirt. Schindling. 

10. Grobe Zilla bei Clausthal. Krystallisirt. H. Rose. 

11. Grobe Silberseegen bei Clausthal. Krystallil^irt. Kuhlemann. (Schon 
von Klaproth ontersucht). 

12. Andreasberg am Hars. Krystallisirt, sp.G. s 4,90. Kuhlemann. 

13. Dorango, Mexico. Derb. C. Bromeis. 

14. Rammeisberg bei Goslar, Harz. Derb. Kerl. 

15. Kapnik, Ungarn. Krystallisirt. Klaproth. 





1. 


i. 


•.• 


4» 


5. 


6. 


Schwefe 


i n,n 


23,52 


25,50 


27,76 


24,80 


24,1 


Antimon 


24,63 


26,63 


27,00 


23,50 


26,56 


26,8 


Silber 


31,89 


17,71 


13,25 


10,25 


10,48 


8,9 


Kupfer 


14,84 


25,23 


25,50 


27,00 


30,47 


36,7 


Eisen 


6,98 


3,72 


7,00 


7,00 


3,62 


4,6 


Zink 


0,99 
98,87 


3,10 
99,91 


— 


1,75* 
97,26 


') 3,39 
0,78' 


0,9 




98,25 


) 100,9 












100. 






7. 




8. 


9. 


4 0. 


44. 




a. 


b. 










Schwefel 


24,69 


24,22 


25,08 


25,65 


24,73 


25,54 


Antimon 


25,74 


26,44 


26,79 


28,52 


28,24 


27,64 


Silber 


7,66 


7,27 


5,33 


5,13 


4,97 


3,18 


Kupfer 


32,46 


31,53 


34,34 


33,14 


34,48 


34,59 


Eisen 


4,19 


4,36 


5,37 


2,73 


2,27 


6,23 . 


Zink 


3,00 


3,25 


3,52 


5,77 


5,55 


3,43 




97,63 


97,07 


99,43 


100,94 


100,24 


100,61 






4t. 


u. 


H. 


46.» 






Schwefel 


25,22 


23,76 


25,82 


28,00 






Antimon 


28,05») 


25,97 


28,78 


22,00 






Silber 


1,58 


1,09 


0,67 


0,25 






Kupfer 


37,18 


37,11 


37,95 


37,75 






Eisen 


3,94 


4,42 


2,24 


3,25 






Zink 


5,00 


5,02 


2,52 


5,00 








100,97 


0,54 
0,47») 


97,98 


96,25 










98,38 









1) Blei. 2) Einschliesslich 0»67 Arsenik. 



8} Blei und Unzersetztes. 



88 



B. ArsenlkfablarE. 

i. Grube Kröner, Freiberg. Darb. Klaproth. 

2. Junge hohe Birke. Freiberg. Derb. Klaproth. 

3. Grube Prophet Jonas bei Freiberg. Derb. Klaproth. 



m 

«I 
ifl 



4. Skuterud, Kirchspiel Modum, Norwegen. Derb, sp. G. «4,53. Fearnlay. ti 

5. Grube Prophet Jonas bei Freiberg. (Kupferblende). Sp. 6. « |,S — i^i, « 
Strich roth. Plattner. 

6. Trevisane Mine bei Redruth, Gomwall. (Tennantit). a) Hemming. • 
b) Phillips, c) Kudernatsch. d) krystallisirt (Granatoeder, WttrM, i 
Tetraeder und die beiden Pyramidentetraeder a : a : |a) ; sp. 6. v 4,69. i 
Wackernagel. e) ebensolcher. Rammeisberg. i 





4.* 


«.♦ 


».• 


4. 


s. 


Schwefel 


10,0 


10,0 


10,0 


29,48 


28,44 


Arsenik 


14,0 


24,1 


17,1») 


49,04 


48,»7 


Kupfer 


48,5M 


4^4»). 


42,5 


48,60 


44,07 


Eisen 


25,5 


22,5 


27,5 


9,24 


2,82 


Zink 




— 


0,9*) 




8,89 


Blei 




— 


— 


— 


0,34 




98,0 


98,0 


98,0 


4 00. 


99,50 

• 






6. 
(TennaDtit) 








a. 


b. 


c. 


d.«) 


e. 


Schwefel 


23,0 


30,25 


27,76 


26,88 


26,61 


Arsenik 


12,1 


12,46 


49,40 


20,53 


19,03 


Kupfer 


50,0 


47,70 


48,94 


48,68 


51,62 


Eisen 


15,0 


9,75 


3,57 


3,09 


1,95 


Zink 


— 


— 









100,1 100,16 99,37 99,18 99,21 

C. Arsenik-Antimonfahlerz. 
a. Quecksilberfreies. 

1. Mornshausen bei Biedenkopf, Hessen. Derb, von dunkelrothem Strich. 
Sandmann. 

2. Grube Aurora bei Dillenburg. Krystallisirt, von rothem Strich. H. Rose. 

3. Kapnik, Ungarn. Desgleichen. H. Rose. 

4. Cornwall. Sp. G. == 4,73, von schwärzlichem Strich. Wittstein. 

5. Elisahethzeche hei Gamsdorf, Thüringen. Amelung, 

6. Annaberg, Sachsen. Derb. Klaproth. 

7. Pyschminskische Grube bei Beresow, Sibirien. A. Löwe. 



\) Enthält 0,5 Silber. 2) Desgl. 0,4. 

3) Einschliesslich 4,5 Antimon. 4) Silber. 

5j Nach Abzug vod 4,58 Bergart. 



89 

8. Suhlberg bei MUscn, Siegen. Krysiallisirt, sp. 6. « 4,58, braunschwar- 
ler Sirich. Sandmann. 

9. Cabamis Couniy, Nordcarolina. Derb, von braunrolhem Strich. Genih. 
49. Gersdorf bei Preiberg. Kr^stalliairt, von schwarzem Strich. H. Rose. 

41. MouzaTa, Algerien. ]>eri:>, sp. G. s 4,749. Ebelmen. 

42. Markircben (S. Marie-aux-Mines), Elsass. Krystailisirt. H. Rose. 





<. 


s. 


8. 


4. 


5. 


6.» 


Schwefel 


24,61 


85,03 


25,77 


25,64 


23,73 


4 8,50 


Antimon 


25,65 


25,27 


23,94 


23,661 


28,87 


23,00 


Arsenik 


1,65 


2,26 


2,88 


4,40f 


0,75 


Kupfer 


38,17 


38,42 


37,98 


39,18 


38,78 


40,25 


Silber 


0,62 


0,83 


0,62 




— 


0,30 


Eisen 


1,59 


1.52 




0,86 


6,99 


5,0.^ 


43,50 


Zink 


6,28 
98,67 


6,85 
400,48 


7,29 
99,34 




3,59 
400. 






99,87 


96,30 




7. 


8. 


9. 


40. 


41. 


42. 


Schwefel 


26,10 


25,52 


25,48 


26,33 


27,25 


26,83 


Antimon 


21,47 


49,74 


47,76 


4 6,52 


4 4,77 


4 2,46 


Arsenik 


2,42 


4,98 


4 4,55 


7,24 


9,42 


40,19 


Kupfer 


40,57 


38,44 


30,73 


38,63 


41,57 


40,60 


Silber 


0,56«) 


0,69 


4 0,53 


2,37 


— 


0,60 


Eisen 


2,92 


2,29 


4,42 


4,89 


4,66 


4,66 


Ziok 


5,07 


6,50 


2,53 


2,76 


2,24 


3,69 




99,11 


0,36*) 


400. 


98,74 


99,64 


0,41 *) 



98,46 99,44 

6. Quecksilberhaltiges. 

[Es ist wahrscheinlich, dass in dem Antimon oft Arsenik enthalten ist, auch 
«enn letzteres nicht angeführt ist). 
1. Schmölnitz, Ungarn, a) Poratsch. Derb. Rlaproth. 6) Kotterbach bei 

Iglo. Derb. Scheidhauer, c) Poratscher Terrain, Rothbauer Stollen. 

Sp.G. = 4,582. Hauer. (/) Zavatkaer Terrain, Apollonia. Sp. G. = 4,605. 

Hauer, e) Poratscher Terrain, Andrei Rerghandlung. Sp.G. =5 4^762. 

Hauer. /} Desgl., Heil. Geist Transaction. Sp.G. = 4,733. Hauer. 

g) Desgl., Gustav Friderici. Sp. G. = 5,407. Hauer, h) Kotterbach. 

Krystailisirt, sp. G. = 5,356. v. Rath. 
l, Schwatz, Tyrol. Derb, sp.G. = 5,407. Weidenbusch 
3" Grube Guglieimo, Val di Castello, Toscana. Derb. Rersten. (Neuerlich 

von Bechi mit gleichem Resultat untersucht). 
4 Valle di Angina, Toscana. Derb, sp.G. = 4,84. Kerslen. 



^] Und Bergart. 
9; Kieselsäure. 



90 











1. 

(SchmOlniU}. 


- . 


■ 




a.» 


b. 


c. 


d. 


e. f. 


g- 


h") 


Schwefel 


86,00 


84,74. 


88,00 


86,90 


19,38 84,89 


84,87 


88,53 


Aniimoii 


19,50 


19,34 


34,66 


86,70 : 


13,33 30,48 


85,48 


49,84 


Amenik 


— 


4,83 


— 


— 


— — 


— 


3,75») 


Kupfor 


39,00 


37,64 


39,04 


36,59 : 


U,83 38,80 


30,58 


35,34 


HillH»r 


— 


— 


0,48 


0,44 


0,40 0,07 


0,09 


0,84 *) 


Qutfckailber 6,85 


7,87 


0,58 


3,07 


3,57 6,57 


46,69 


47,87 


KInDn 


7,60 


5,84 


7,38 


7,44 


9,46 6,85 


4,46 


0,87 


Kliik 


— 


4,07 
400.*) 


400,68 





— — 


— 


0,69 




98,26 


99,48 400,07 99,36 


98,67 


400. 


1 




Schwefel 


88,96 


84,47 


83,40 










Antimon 


84,35 


87,47 


87,47 










Arsenik 


Spur 


— 


— 










Kupfer 


34,57 


35,80 


35,90 










Silber 


— . 


0,33 


0,33 










Quecksilber 45,57 


2,70 


8,70 










Eisen 


8,84 


4,89 


4,93 










Zink 


4,34 


6,05 


6,84 










Bergart 


0,80 


98,44 


97,97 







98,83 

Unter allen metallischen Verbindungen des Mineralreiches zeichnen sidi die 
Fablerze durch die Manchfaltigkeit und das Schwanken der Bestandüieile aus. 
Deshalb bietet die Deutung der Analysen hier grössere Schwierigkeiten als bei 
anderen dar. Aber auch die Ausführung dieser Analysen ist schwieriger als die 
anderer Schwefelverbindungen, und es müssen die Angaben von Klaproth 
von der Rechnung ausgeschlossen bleiben. Glücklicherweise besitzen wir sie- 
ben Musteranalysen von H. Rose, dessen Methode von den späteren Unter- 
suchem fast immer befolgt worden ist. Leider scheint es jedoch, ab wenn zu- 
weilen dennoch die Resultate der Letzteren nicht die erforderliche Genauigkeit 
besitzen, was einerseits in Mangel an sorgfältiger Auswahl des Stoffes, anderer- 
seits in der chemischen Analyse selbst liegen mag. 

Wir finden in dem Fahlerz stets ein oder mehre sehr elektronegative Me- 
talle (Antimon, Arsenik) mit sehr elektropositiven (Kupfer, Silber, Quecksilber, 
Zink, Eisen), und beide mit Schwefel verbunden. Es ist also natürlich, darin 
eines jener zahlreichen Beispiele von Schwefelsalzen zu sehen, wie sie im Mine- 
ralreich unter den Silber-, Kupfer- und Bleierzen vorkommen. Da indessen 



i) Nach Abzug von 9,28 Kieselsöure. 
2) Mittel von drei Analysen. 
8) Einschliesslich 0,81 Wismuth. 
) Blei. 



r: 



91 

tfnmÜicheFahlene Stets mehr ab eines der elektropositiven ond auch oft mehr 
äi eines der elektronegativen Metalle enthalten, deren Beschaffenheit und 
Ings Terschieden ist, so sind sie immer isomorphe Mischungen von 
■ehren Schwefelsalzen. 

Bei der Berechnung der Fahlerzanalysen gilt es zuvörderst, die darin ent- 
Utenen einzelnen Sulforete und Sulfide zu ermitteln, und erscheint es als das 
Niiariichsle, in ihnen nur solche Schwefelungsstufen vorauszusetzen , welche 
ndi ihr sich vorkommen. 

Wir nehmen also an : 

das Kupfer als €u 

das Silber als Ag 

das Quecksilber als Hg 

das Zink als Zn 

das Eisen als Fe 

das Antimon als Sb 

das Arsenik als As. 
Zwar hat man bei der Berechnung einiger wahrscheinlich nicht genauer 

Fahlerzanalysen geglaubt, das Kupfer ganz oder theilweise als Bisulfuret Cu an- 
Dehmen zu müssen, ohne dafür irgend einen Beweis zu geben. Im Gegen theil 
dOrfte das Verhalten der Fahlerze beim Erhitzen, wobei niemals freier Schwefel 
vierflttchtigt wird, direkt gegen eine solche Annahme sprechen. Dasselbe gilt 

von der Voraussetzung, das Quecksilber sei als Halbsulfuret, Hg, vorhanden. 

Jede Berechnung einer Fahlerzanalyse wird also darin zunächst bestehen, 
die zur Bildung der angeführten Sulfurete und Sulfide erforderlichen Quantitä- 
ten Schwefel nach Massgabe der Menge der einzelnen Metalle zu berechnen. Die 
Summe der Schwefelmengen muss der direkt gefundenen gleich 
sein , oder ihr doch sehr nahe kommen. 

Dies ist nun in der That in den Analysen zuverlässiger Analytiker der Fall. 

Wählen ^ir z. B. die von H. Rose. 

Schwefel 
Kefunde 
A. 



C. 





gefunden. 


berechnet. 


1. 


24,47 


22,24 


2. 


23,52 


23,40 


40. 


24,73 


24,88 


3. 


25,77 


25,28 


2. 


25,03 


25,72 


40. 


26,33 


25,58 


42. 


26,83 


26,43 



Die Differenzen betragen fast nie K p. C, und sind bald positiv, bald negativ. 

Man darf hiernach wohl behaupten, dass die grössere oder geringere lieber- 
einstimmung des gefundenen und des berechneten Schwefelgehalts einen Mass- 
stab fur die Genauigkeit der Analysen abgiebt. 



9» 

Wenn man nun die sämmliiohen Angaben bereohnei, nalttiüoh. mit Ana-^ 
ni^me derer von Klaprothi so finde! man bei der grosaen MehnaU Jena; 
UebereinaUmmting, wenn aucli die Differenzen zuweilen etwas grdaaer aosfaUett/ 
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Analyse einen Verlust ergebeo: 
hatw Betrachtet man ilin als bestehend in Antimon (oder Arsenik), so vermin- 
dert sich jene Differenz meistens, oder verschwindet woMigans. 

Etwa acht Analysen aber zeigen in den gefundenen und berechneten "Soliwe^ 
feimengen so grosse Abweichungen , dass sie als unrichtig betraditet werden. 
müssen. 

Um diese Verhältnisse ttbersehen zu können, folgt hier die Berechnung des 
Schwefels. Die eingeklammerten Zahlen bezeichnen den Schwefel des Anti- 
mons (Arseniks), wenn der Verlust der Analyse als solches angenommen wird. 



A, Antimonfahlerz. 

4. 9. 6. 6. 7a. 

Sb 9,82 40,62 40,67 40,76 40,34 (H,29j 

Ag 4,65 2,65 4,56 4,32 4,42 

Cu 3,76 6,40 7,73 9,06 8,24 

Fe 3,42 2,43 2,02 2,58 2,40 

Zn 0,49 4,53 4,68 ^ 4,48 

Pb — _ 0,42 Oy44 — 



Tb. 
40,62 (44,79) 
4,08 
8,00 
2,50 
4,61 



22, U 


23,33 


23,78 23,86 93,6« (24,53) 13^84(24,98) 


Gefunden 24,47 


23,52 


24,80 24,10 


24,69 93,76 


8. 


9. 


4*. 14. K%. 


«t. 44. 


Sb 10,36 


41,48 


44,27 44,07 44,40 


40,43(44,08) 44,55(42,36) 


Ag 0,80 


0,77 


0,74 0,48 0,22 


0,46 0,40 


Cu 8,72 


8,36 


8,75 8,72 9,38 


9,42 9,63 


Fe 3,07 


1,57 


4,30 3,57 2,2« 


2,53 1,28 


Zn 1,74 


2,84 


2,75 1,69 2,46 


2,48 4,25 


Pb — 




— -_ — 


0,09 — 



24,69 
Gefunden 25,08 



25,02 24,81 25,53 25,72 25,4 4 (25,76) 23,84 (24,62) 
25,65 24,73 25,54 25,22 23,76 25,82 



♦ . 5. 

As 12,48 12,09 

Cu 10,81 10,42 
Fe 5,27 4,27 
Zn(Pb)— 4,46 



B, Arsenikfahlerz. 



28,26 28,24 
Gefunden 29,18 28,11 



6. 
d. 



b. c. d. e. 

7,98 42,24 43,40 12,45(42,63) 

42,40 42,42 12,28 43,02 

5,58 2,04 4>77 4,44 



25,66 26,70 27,45 86,28(26,76) 
30,25 27,76 26,88 26,64 



93 



C. Arsenik-Antimonfahlert. 
a. Quecksilberfreies. 





4. 


s. 


•. 


4. 


7. 


8. 


9. 


1». 


44. 


4S. 


Sb 


10,30 


40,08 


9,55 


9,48 


8,62 


7,94 


7,13 


6,59 


5,93 


4,97 


As 


1,06 


4,44 


4,84 


2,84 


4,85 


3,49 


7,40 


4,62 


5,84 


6,53 


Co 


9,69 


9,75 


9,64 


9,88 


10,30 


9,75 


7,80 


9,80 


40,55 


40,30 


Ag 


0,09 


0,42 


0,09 




0,08 


0,14 


4,57 


0,36 




0,40 


Fe 


0,94 


0,87 


0,49 


4,00 


4,67 


3,22 


4,85 


4,37 


4,44 


1,83 


Zn 


3,44 


3,39 


3,64 


— 


2,5t 


4,34 


0,84 


2,80 


2,67 


2,67 



25,46 25,65 25,22 26,47 24,53 25,49 25,96 25,54 26,40 26,40 
Gefunden 24,64 25,03 25,77 25,64 26,40 25,52 25,48 25,03 27,25 26,83 

6. Quecksilberhaltiges. 

4. 
d. e. 

40,72 43,38 



b. 

Sb 7,42 

As (Bi) 2,59 

Gu(Ag) 9,4 4 

Hg 4,00 

Fe 4,30 

Zo(Pb) 0,50 



c. 
42,67 



f. 
42,44 



g- 



40,23 (40,76) 



9,93 9,34 8,69 8,33 7,77 
0,08 0,50 0,58 0,94 2,68 
4,22 4,07 5,44 3,35 0,84 



h. 

7,76 
2,30 
8,97 
2,77 
0,50 
0,37 



24,92 26,90 
GeCiiDden 23,65 22,00 


24,60 
25,90 


28,06 24,70 24,52 (22,05) 22,67 
49,38 24,89 24,37 22,53 


3. 

Sb 8,57 (9,04) 
Ca(Ag) 8,77 
Hg 2,50 
Fe 4,28 


8. 

4 4 ,03 
9,43 
0,44 
4,08 


44,00 (41,84) 
9,44 
0,44 
4,44 


Zn 0,66 




2,99 


3,07 



24,78 (22,25) 24,67 24,73 (25,54) 

Gefunden 22,96 24,17 23,40 

Diese Tabelle giebt im Allgemeinen ein gutes Bild von der Zuverlässigkeit 

'^ Analysen (vgl. A.4 4, B. 6b, Ca. 7, C.b, 4 c, e, g), worauf wir unten zu- 

rüclkomTiien werden. 

Die stöehiometrische Berechnung hat nun die Aufgabe, das Verhültniss des 

Srhwefels der Sulfurele und der Sulfide zu ermitteln. 

Setzen wir also die Schwefelmenge des Antimons oder Arseniks oder beider 

= 3, so ist der Schwefel sümmtlicher Sulfurete (wobei H. Rose's Analysen mit 

R. bezeichnet sind) : 

A. B. C. 

fR.;4. 3,76 4. 3,96 a. 

(R.) 2. 3,59 5. 4,01 4. 3,65 

5. 3,69 6c. 3,54 (R.) 2. 3,68 

6. 3,65 6d. 3,2^ (R.) 3. 3,64 

6e. 3,36 







A. 




7a. 


3,84 (3,53) 




7 b. 


. 3,73 (3,36) 




8. 


4,45 




9. 


3,54 


(»•) 


40. 


3,60 




44. 


3,92 




48. 


3,77 




43. 


4,S2 



A. 



C. 



Schwefel 


Verhäliniss 


für das Autimon 


des Schwefels 


Sb»i504 


Sb=1613 


von Sb : R 






nach a 


nach/9 


1 « 9,82 


9,16 


3 : 3,76 


3 : 4,04 


2 B 10,62 


9,91 


3 : 3,59 


3 : 3,85 


10 » 11,27 


10,50 


3 : 3,60 


3 : 3,87 


2 » 10,08 


9,40 


3 : 3,68 


3 : 3,91 


3 » 9,55 


8,90 


3 : 3,64 


3 ; 3,87 


10 » 6,59 


6,15 


3 : 3,84 


3 : 4,00 


12 « 4,97 


4,64 


3 : 3,89 


3 : 4,00 



im Scbwefelgehalt des 
Fablenes 


a. 

— 0,97 


— 0,66 


-»-0,49 


•1- 0,90 


— 0,08 


•t- 0,69 


— 0,62 


•t- 0,06 


-»-0,55 


-•- 4,20 


-0,54 


— 0,07 


-»-0,43 


-1-0,76 



Die Differenz ist positiv, wenn die gefundene Schwefelmenge grö^r, sie 
ist negativ, wenn dieselbe kleiner ist, als die berechnete. 

Eine andere, jedoch unerhebliche Abweichung der älteren Schwefelberech- 
nung liegt im Eisen, dessen alleres Atg. niedriger war, so dass also mehr Schwe- 
für dieses Metoll in Rechnung gebracht wurde. 



94 

C. 
4. 3,39 Lj, 

8. 3,89 L 

9. 2,36 
(R.) 10. 3,84 

11. 3,66 
(R.) 12. 3,89 

b. 
Ib. 4,47 
Id. 3,88 
1 f. 3,12 
1h. 3,76 

2. 4,62(4,38) 

3. 3,71 

4. 3,74(3,49) 
Hiernach zeigen sich ziemlich grosse Differenzen, und es ist kein einbches 

Yerhäitniss so (iberwiegend ausgesprochen, als man erwarten sollte. 

In den sieben Analysen H. Rose's ergiebt sich der Schwefel des Antimons 
(Arseniks) zu dem der Sulfurete = 3 : 3,59 bis 3 : 3,89 im Mittd = 3 : 3,7. 
Ueberhaupt ist die Schwefelmenge der Sulfurete 

in 14 Analysen s 3,50—3,74) 

in 13 „ = 3,75-4,25/ ™ ^'^^®* = ^t^- 
Drei Analysen geben sie kleiner, und zwei ergeben sie grösser. 

H. Rose hatte aus seinen Analysen den Schluss gezogen, dass die Schwe- 
felmenge der Sulfurete == 4 sei, was damals um so eher geschehen konnte, als 
in Folge des älteren höheren Atg. des Antimons die mit ihm verbundene Menge 
Schwefel etwas kleiner ist. Wir wollen dies an H. Rose's Analysen darthun. 

Differenz 



Tlrotideni kaiiD für 'die Gruppe der Fabiane keta anderea VerlUllliitoa des 
Sdiwefela ab das von 3 : 4 mit besserem Reoht aDgenommen werden , auob 
wenn von den 27 Analysen, worin die letzte Zahl zwischen S,50 und 4|25 
schwankt, nur eine einzige (das Arsenikfahlerz, welches Breithaupt Kupfer- 
blende nennt, nach Plattner 's Analyse) die Zahl 4 genau giebt, nur zwei die- 
selbe überschreiten, dagegen die übrigen 24 sämmtlich weniger Schwefel in den 
Sulfureten geben. 

Der Grund dieser Erscheinung kann in der Methode der Analyse liegen, 
d. b. es kann die Menge des Antimons (Arseniks) zu gross, die der elektroposi- 
tiven Metalle zu klein angegeben sein. 

Das Antimon ist wohl immer als Schwefelmeiall, oft gemengt mit freiem 
Schwefel, gewogen worden. Nun wissen wir aus den Versuchen H. Rose 's, 
dass das antimonige Sulfid beim Trocknen hartnäckig 0,6 p. C. Wasser zurück- 
hält, und es ist hlkshst wahrscheinlich, dass dies auch beim Antimonsulfid, viel- 
leicht in noch höherem Grade stattfindet^). Wurde nun das Antimon, wie oft 
geschieht, indirekt, d. h. durch Bestimmung des Schwefelgehalts, erhalten, so 
musste seine Menge zu gering ausfallen, was auch fUr das Arsenik gehen 
dürfte. Eine andere im gleichen Sinne wirkende Fehlerquelle ist ein Verlust 
an elektitqxisitiven Metallen, die, dem Gange der Analyse gemäss, erst nach Ab- 
scheidung der übrigen Bestandtheile bestimmt werden. 

Ein Beispiel mag zeigen, welchen Einfluss diese Umstände auf das Resultat 
einer sonst ganz zuverlässigen Analyse haben. Das krystallisirte F. von Wol- 
fach (A. 2) gehört zu denen, bei welchen sich das Schwefelverhältniss von 3 > 4 
nicht herausstellt, auch wenn man das frühere Atg. des Antimons zu Grunde 
legt. Die Analyse zeigt den höchst geringen Verlust von 0,4 p. C. Nehmen wir 
nun das Verhältniss 3 : 4 an, so gehören von den gefundenen 23,52 Schwefel 
y, as 40,08 dem Antimon, Vr = 43,44 den übrigen Metallen an. Setzen wir 
dann voraus, Silber und Kupfer seien absolut genau bestimmt, so erhalten wir : 

Gefunden. Berechnet. 



Schwefel 


83,52 


83,58. 


Schwefel 


Antimon 


26,63 


(25,47) 


SS 40,08 


Silber 


47,71 


4 7,74 


S,65 1 


Kupfer 


85,83 


85,23 


ir. 


Eisen 


3,72 


(4,63) 


Ziok 


3,40 


(3,55) 


4.75 j 



99,9-1 99,84 «8,51 

Wenn also H. Rose's Analyse 4,46 Antimon zuviel, dagegen 0,94 Eisen 
und 0,45 Zink zu wenig gegeben hätte, so würde das Resultat der Berechnung 
genau entsprechen. 

Da überhaupt die Genauigkeit der Scheidung, welche gewiss nicht leicht 
ist, so wie die Reinheit des Materials wohl nicht selten etwas zu wünschen übrig 
lassen, so kann man um so weniger strenge Forderungen an die Resultate stellen. 

I) Nach H. Rose's Erfahrnng wttre indessen das getrocknete AnUmonsnlfid wasserfrei» 



96 



Die FahUrie sind folglich 


eine 


Gruppe 


seknofen voo Schwefelsalzen. 


in 


WC 


wichen d< 


Saere ond Basis s 3 : 4 ist. 








Die einielnen Sähe sind folgende : 








A. 






B, 


a. eu*Sb 






f. 4a*As 


b. Ag*Sb 






g- Ag*As 


c. Hg^SI) 






h. Hg* As 


d. Zn*Sb 






i. Zn*As 


e. Fe*Sb 






k. Fe* As. 



VGA 



Allein keines dieser Salze ist bis jetzt für sich gefunden worden. Entweder 
sind die Glieder i4 in isomorpher Mischung, Antimonfahlerz, oder A, Ar- 
senikfahlerz, oder endlich treten Glieder von A und B selbst zusammen, 
und liefern die Abtheilung C der Arsenik-Antimonfahlerze. 

.4. Antimon fahlerz. 

Dass in ihnen die Glieder a und b im engeren Sinn einander vertreten, er- 
giebt schon die Reihenfolge der Anah-sen. Ueberhaupt finden sich hier allem 
die silberreichen Fahlerze ^). Die At. der Sulfobasen stehen in folgenden Yer- 
hültnissen : 



4. 

5. 

6. 



a 

7,7 

4,7 
3,5 



7a. 5,6 
7b. 5,0 

8. 5,0 



9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
U. 



2,9 
3,2 
5,2 

3,8 
3,8 

7,7 



b 

9,5 
«,7 

0,9 

0,5 

0,8 

0,7 

0,5 

0,3 

0,3 

0,3 

0,1 

0,07 

0,09 



e 
7,0 

«,* 

\ 

1,6 
4,6 
1,8 
0,5 
0,5 

0,9 
1,0 
1,0 



a-i-b 
2,45 
2,46 
2,55 
4,00 
2,46 
2,19 
2,00 
2,13 
2,33 
1,78 
2,05 
1,93 
3,89 



d 
4 
4 
1 
4 
1 
4 
1 
1 
1 
4 
1 
1 
4 



II. Ros<> 
Formel 



hatte das letzte Verhältniss =s 2 : 1 genommen, wonach die 



Fei* 
Zn) 



Sh 



Gui 



4) U«l)er d. amerikanische C. u. 9 s. unten. 



05 



die Gruppe der Fahlerze kein anderes Verhtfltniss des 

Tiit besserem Recht angenommen werden, auch 

'n die letzte Zahl zwischen 3,50 und 4,25 

''^hlerz, welches Breithaupt Kupfer- 

'^nhl 4 genau giebt, nur zwei die- 

iintiich weniger Schwefel in den 



II der Methode der Analyse liegen, 
(uiiksj zu gross, die der elektroposi- 



i'S 



• Is Schwefelmetall, oft gemengt mit freiem 
wissen wir aus den Versuchen H. Rose^s, 
I rocknen hartnackig 0,6 p. G. Wasser zurück- 
iiilich, dass dies auch beim Antimonsulfid, viel- 
stattfindet*). Wurde nun das Antimon , wie oft 
iiich Bestimmung des Schwefelgehalts, erhalten, so 
.ring ausfallen, was auch für das Arsenik gelten 
■ ii gleichen Sinne wirkende Fehlerquelle ist ein Verlust 
•lallen, die, dem Gange der Analyse gemäss, erst nachAb- 
.011 Bestandtheile bestimmt werden. 
mag zeigen, welchen Einfluss diese Umstiinde auf das Resultat 
'/. zuverlässigen Analyse haben. Das krystallisirte F. von Wol- 
xirt zu denen, bei welchen sich das Schwefelverhältniss von 3 :- 4 
teilt, auch wenn man das frühere Atg. des Antimons zu Grunde 
Analyse zeigt den h(k;hst geringen Verlust von 0,4 p. G. Nehmen wir 
Verhaltniss 3 : 4 an, so gehören von den gefundenen 23,52 Schwefel 
) 11,08 dem Antimon, % = '13,44 den übrigen Metallen an. Setzen wir 
\ uraus, Silber und Kupfer seien absolut genau bestimmt, so erhalten wir : 

Gefanden. Berechnet. 



-s 



Schwefel 


23,62 


23,52 


Schwefel 


Antimon 


26,63 


(25,47) 


= 40,08 


Silber 


<7,7< 


47,74 


«.65 ) 

'''' 18.44 
S,64 [ ' 

4,75 


Kupfer 


25,23 


25,23 


Eisen 


3,72 


(4,63) 


Ziok 


3,40 


(3,56) 



99,94 99,84 ",51 

Wenn also H. Rose's Analyse 4,46 Antimon zuviel, dagegen 0,94 Eisen 
0,45 Zink zu wenig gegeben hätte, so würde das Resultat der Berechnung 
lu entsprechen. 

Da überhaupt die Genauigkeit der Scheidung, welche gewiss nicht leicht 
so wie die Reinheit des Materials wohl nicht selten etwas zu wünschen übrig 
m, so kann man um so weniger strenge Forderungen an die Resultate stellen. 

J Xach U. Rose's Erfahrnng wäre indessen das getrocknete Antimonsulfid wasserfrei. 



» 



oderds 






As + 2€a*As 



zu bezeichnen ist. 



C. Arsenik-Antimonfahlerz. 

a. QuecksUberCreies. 

In dieser Abtheilung ist dasVerfaältniss von Antimon und Arsenik oder von 

AB A : B 

in 1 = 40 : 1 8 » S,S : 4 

2=7:4 9 u. 44 SS 4 : 4 

3 =: 5 : 4 40 » 4,4 : 4 

4 =: 3,4 : 4 42 » 4 : 4,3 

7 = 5,5 : 4 

Das amerikanische Pahlerz No. 9, durch seinen Silbergehalt vor allen übri- 
gen ausgezeichnet, hat das ganz abweichende Schwefelverhältniss 3 : 2,36, also 
nahezu 

R'As* s RAs -h 2R*As. 
Ist es ein Pahlerz? 

6. QaeckftUberhaltiges. 

Die Mehrzahl dieser Fahlerze enthält wohl ndben der Verbindung c auch 
noch A, obwohl nicht iomier ein Arsenikgehall angegd>en ist. 

Unter den Analysen der Schmöinitzer Erze stimmt bei 6, d, /* und h der 
gefundene Schwefelgehalt gut oder annähernd mit dem berechneten ; aber nur 
d und h zeigen das Verhältniss 3 : 4 approximativ, f giebt viel eher 3 : 3, und 
6 3:4^. Was soll man aber zu Hauer 's Analysen c, e und g sagen, wo die 
Differenz im Schwefel sehr gross ist, so zwar, dass die gefundene Menge bald 
kleiner, bald grösser ist als die berechnete? Antimon und Arsenik {A : B) sind 
in b und h nahe ==3:4. 

Das tyroler F. No. 2 giebt, den Verlust gleich Antimon genommen, das 
Schwefelverhältniss 3 : 4,4, fast wie das von Scheidthauer analysirte un- 
garische Erz. 

Ausser einer kleinen Menge Wismuth, welche Rath in dem F. von 

Schmölnitz fand, ist der Platingehalt zu bemerken, der in dem F. von Gha- 

peau bei Ghampol6on, Dpt. Hautes-Alpes nach Gueymard und Ebelmen in 

Spuren vorkommt. 

Arne lang: In meinem Laborai. — Bechi: Am. J. of Sc. II Ser. XIV, 60. — 
C. Bromeis: Pogg. Ann. LV, 447. ^ Ebelmen: Ann.Mines IV. S4r. XI, 47. — 
Fearnley: Pogg. Ann. LXV, «98. — Genth: Am. J. of Sc. II Ser. XVI, 84.— Guey- 
mard: Compi. rend. XXIX, 84 4. — v. Hauer: Jahrb. geol. Reichsanst. 485S. No. 4. 
98. — Hemming: Phil. Mag. and Ann. X, 457. Ben. Jahresb. XII, 474. — Kerl: 
B. u. hUtt. Ztg. 4853. No. 8. ~ K ersten: Pogg. Ann. LIX, 414. LXVU, 4t8. — Klap- 
roth: Beitr. 1,477. IV, 40. 54. — Kudernatsch: Pogg. Ann. XXXVIII, 897. — 



Kahlmasns Ztoch. f. d. ges. Naturw. 4856. 500. ~ A. Löwe: G. Rose Reise n. d. 
Qrtl. 1, 4f7. — PbilUps: Qu. J. VII, 95. Schwgg. J. XXXII, 486. — Plattner: 
Pogg. Ann. LXVn, 4fS. — RammeUberg: Ebend. LXXVII, f 47. — v. Ratb: Ebend. 
XCVI, ist. -^ H.Rose: Ebend. XV, 576. — Sander: In m. Lab. —Sandmann: 
Ann. Cbem. Pharm. LXXXIX, 864. — Scheidtbauer: Pogg. Ann. LVIII, 464. — 
Schindling: Leonh. Jahrb. 4856, 885. — Wackernagel: In mein. Lab. — Wei- 
denbusch : Pogg. Ann. LXXVI, 86. — Wittstein: VierteUabrsschrft. f. pr. Pharm. 
IV, 7«. 

WetotgUtlgWl. Verhält sich ähnlich dem Schilfglaserz und Brongniardit. 

Dieses Erz Ist durch seinen Gehalt an Blei charakterisirt, obwohl man den Namen auch 
aaf silberhaltiges Fahlerz übertragen hat. Es ist nur derb bekannt, und seine Reinheit 
sckww zu beortheilen. 

4. Grube HimmelsfUrst bei Freiberg, a) lichtes, 6) dunkles. Klapro th. 

t. Grube Hoffnung Gottes bei Freiberg. Feinkörnig, anscheinend homogen, von etwas 

Zinkblende und Schwefelkies begleitet, sp.G. « 5,488-^5,465. Von Fre ie sieben als 

W e rn e r 's achtes W. mir mitgetheilt. R. 



t 

( 





i. 


b.«) 


s. 


• 


Schwefel 


13,84 


8S,39 


88,53 




Antimon 


8,50 


81,88 


88,39 » 


Schwefel 8,97 


Blei 


51,84 


41,73 


38,36 


5,96 


Silber 


SS, 00 


9,44 


5,78») 


0,86 


Eisen 


S,4S 


1,79 


3,83 


«,<» 


Zink 


— 


— 


6,79 


8,86 


Kupfer 


— 


— 


0,38 


0,08 



97,94 97,80 100. «^4« 

la meiner Analyse verhält sich der Schwefel des Antimons und der Suifbrete s 8 : 4,46. 
Nimmt man 8 : 4 an, so ist das W. gleichsam ein Silber- und bleihaltiges Fahlerz 



m. 1. - «» 2 - w. - tPbl V 



R^Sb s SFe^Sb 4- 8Zn*Sb 4- 6 

iAgJ 



Fournet fand in einem angeblichen W. von der Grube Himmelfahrt bei Freiberg 
^4 p. C. Silber, ähnlich dem lichten von Klaproth untersuchten Erze. 

Fournet: Ann. Chim. Phys. LXII. J. f. pr. Chem. X, 44. -> Klaproth: Beitr. 
1,416. — Rammelsbcrg: Pogg. Ann. LXVIU, 515. 

Spr6dgla8en. 

Ikcrepitiri beim Erhitzen, schmilzt im Kolben und giebt ein geringes Sub- 
iimal von Schwefelantimon; beim Rösten schweflige S. und Antimonrauch, 
zuweilen auch arsenige S. V. d. L. auf Kohle schmilzt es sehr leicht, beschlttgt 
im Oxydationsfeuer unter Ausstossen kleiner Theile die Kohle mit öxydirtem 



4] Nach Abzug von 7,85 Thon. 8) Desgl. von 4,75. 

8) Nach zwei LOthrohrproben 6^ und 6f p. C. ; nach einer anderen unvollständigen 
Analyse 5,98 p. C, neben 86,54 Blei, 8,78 Eisen, 8,45 Zink und 0,4 9 Kupfer. 

7* 



100 

Antimon, und verwandelt sich in Schwefelsilberi welches wenig Äntimön eni- 
htfit, und nach längerem Blasen, während ein rother Beschlag eptsteht, ein Sil- 
berkorn hinterlässt, dem luweilen etwas Schlacke anhängt, welche mit den 
nnssen auf Kupfer und Eisen reagirt. Manche Varietäten geben auch auf Kohle 
Arsenikgeruch. 

Von Salpetersäure wird es unter Abscheidung von Schwefel und antimoni- 
ger Säure aufgelöst. Mit Kalilauge gekocht, erleidet es eine theilweise Zer- 
setEung ; Säuren ftillen aus der alkalischen Flüssigkeit orangerothes Schwefel- 
antimon. 

Schon Klaproth hat das Spr. untersucht; H. Rose aber hat die erste 
genaue Analyse desselben geliefert. 

4 . Grube Alte Hoffnung Gottes zu Grossvoigtsberg bei Freiberg. Blättrig. 
Klaproth. 

2. Grube Neuer Morgenstern bei Freiberg. Brandes. 

3. Sohemnitz in Ungarn. Krystallisirt (Röschgewächs). H. Rose. 

4. Grube Andreaskreuz zu Andreasberg am Harz. Krystallisirt. Kerl. 



4. 


s. 


8. 


4. 


Schwefel 42,0 


19,40 


46,42 


46,54 


Antimon 40,0 


— 


14,68 


45,79 


Arsenik Spur 


3,30 


— 


— 


Silber 66,5 


65,50 


68,54 


68,38 


Eisen 5,0 


5,46 


— 


0,44 


Kupfer 0,5 


3,76 


0,64 


— 


Bergart 4,0 


1,00 100,28 


400,82 


'95,5 


98,41 






[^ebnete Schwofelmenge 

• 


• 

4. 

6,32 






o. 

für Antimon 5,88 






Silber 10,46 


40,13 






EiMsn — 


0,08 






Kupfer 0,16 


— 







46,20 46,53 
llifi Hrhwiifolrncngen des Antimons und des Silbers verhalten sich in 

3 s 3 : 5,27 4 = 3: 4,85 

^$^l^u mhif m #) : 5. H. R ose hat indessen das einfache Verhältniss 3 : 6 s 4 : 2 
HUUßfmmiutiSi. fn dlosom Fall besteht das Sp. aus 4 At.' antimonigem Sulfid 

Ag'Sb. 
Ü At Hchwofi)! »: 4800 =: 45,80 
4 Antimon » 4504 » 43,49 
n Hllliitr - 8400 g 74,01 

IIOY 400. 



lOi 

Die jdm Analysen besser entepreohendß Formell wonacl^Dur 5 At. SUber- 
solfarei yoriianden sind, 

Ag»Sb, 
erfordert dagegen: 

8 At. Schwefel s 1600 =: 16,24 

1 - Antimon s 4504 » 15,87 

5 - Silber = « 6750 « 68,49 

d854 400. 
Emeoerte Analysen wären sehr zu wünschen. 

Brandes: Schwgg. J. XXII, t44. —Kerl: B. u. hütt. Ztg. 4S58. No.S. — Klap- 
roth: Beifar. I, ISS. •— H. Rose: Pogg. Ann. XV, 474. 

Aftsitl. Diesen Namen bat ein derbes fahlerzäbniicbes Mineral vom südlichen Gärd- 
see, Kircbspiel Wermskog in Wermland, Schweden, erhalten, dessen sp. G. m 4,87 ist. 
Schmilzt Y. d. L. leicht und verhalt sich wie silberhaltiges Fahlerz. 
Enthalt nach Svanberg: 

Schwefel 30,05 

Antimon*) 24,77 ä »,92 Schwefel 



Kupfer 


32,91 


S,80 


Silber 


3,09 


0,4S 


Zink 


6,40 


8,17 


Eisen 


4,34 


0,76 


Kobalt 


0,49 


0,t7 


Blei 


0,04 


0,05 


Bergart 


4,29 


8S,98 



400,35 

Der grosse Ueberschass an Schwefel hat Svanberg veranlasst, Kupferbisnlfuret (Cu} 
d&rin anzanehmen, wodurch die berechnete Schwefelmenge a 81,S8 p.C. wird. In diesem 
FaJ] verhält sich der Schwefel des Antimon zu dem der übrigen Metalle s 8 : 6,4. 

Dieses Verhältniss ist vielleicht s 8 : 6. Allein dies so wie das Vorhandensein des sup- 
poQirten Schwefelkupfers, in Folge dessen beim Erhitzen S p. C. Schwefel entweichen müss- 
ten, was nicht angeführt ist, bedürfen einer weiteren Prühmg. 

Svanberg : Oefv. af V. Ac. Fdrh. IV, 85. Berz. Jahresb« XXVU, t86. 

Polybasit. 

Schmilzt im Kolben sehr leicht, giebt aber nichts Flüchtiges. Beim Rösten 
in der offenen Röhre entsteht schweflige S. und ein weisses Sublimat, welches 
oft mit kleinen Krystallen von arseniger S. gemengt ist. V. d. L. schmilzt er in 
der äusseren Flamme unter Spritzen sehr leicht zu einer Kugel, welche einen 
Beschlag absetzt, und lässt nach längerem Blasen ein Silberkom, welches beim 
Erkalten schwarz anläuft. Geröstet, reagirt er mit den Flüssen auf Kupfer. 

Verhält sich gegen» Säuren wie Fahlerz. 



4) Mit Spur Arsenik. 



; n ■ 

Der von 6. Rose luersi vom SprOdglaserz unterschiedene P. wurde in 
besondere von H. Rose analysirt. 
4. Schemnitz. H. Rose. 
3. Freiberg. H. Rose. 

3. Comwall. Joy. 

4. Guarisamey, Prov. Durango, Mexico. H. Rose. 



*. 


a. 


t. 


(. 


Schwefel 16,83 


16,35 


15,87 


17,04 


Antimon 0,25 


8,39 


5,46. 


5,09 


Arsenik 6,83 


1,17 


3,41 


3,74 


Silber 78,(3 


69,99 


78,01 


64,89 


Kupfer 3,04 


4,11 


3,36 


9,93 


Eisen 0,33 


0,89 


0,34 


0,06 


Zink 0,59 


100,30 


100,45 


100,15 


99,70 








Berechnete Schwefelmengen : 






Antimon 0,40 


3,35 


8,18 


8,03 


Arsenik 3,97 


0,75 


8,19 


2,39 


Silber 10,73 


10,37 


10,67 


9,58 


Kupfer 0,77 


1,04 


0,85 


8,51 


Eisen 0,19 


0,17 


0,80 


0,03 


Zink 0,89 


15,68 


16,09 


16,48 


16,05 








Es verhalt sich mithin der Schwefel 






Sb, As : Ag, Cu, Fe (Zn) 






1 » 4,07: 11,98 


= 3 : 8,8 






8» 4,10 : 11,58 


= 3 : 8,5 






3 = 4,37 : 11,78 


s 3 : 8,0 






4 s 4,48 : 18,06 


= 3 : 8,8 






H. Rose hat das Verhaltniss 3:9 


B 1 : 3 a 


DRenommi 



aus 1 At. antimonigem (arsenigero) Sul6d und 9 At. Silber- (Kupfer-)sulfu 
besteht, 

# 1 ^ Int 

Sb 




|As 
Es ist eine isomorphe Mischung von Schwefelsalzen, worin : 

nt nt §99 

Sb : As Ag : €u (Fe) 

in 1 :s 1 : 40 in 4 u. S =: 9 : 4 
2 =: 9 : 2 3 = 40 : 4 

3u.4=:4:4 4ss4:4 

Joy: Mise. chim. research. Göttiiigen 485S. 14. — H. Rose: Pogg. Ann. XV, 5 
XXVIII, 4Ö6. 



lOB 



n. Verbindaogen von oi(5b). 

Ko|iferwf9iiiiitliglani. 

Schmilzt V. d. L. auf Kohle unter Schäumen und Spritzen ziemlich leicht, 
und giebt bei derBeduktion mit Soda einen gelben Beschlag und ein Kupferkorn. 

Ltfst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel lu einer blau- 
grttnen FlOssiglLeit auf. 

Der K. vom Tannenbaum bei Schwarzenberg im Erzgebirge, bisher für 
VSIsmuthglans gehalten, ist auf Grund der Analysen Schneider 's eine beson- 
dere Verbindung. 



a. 


b. 


Mittel 




Schwefel 19,01 


48,65 


48,83 




Wismuth 62,66 


64,67 


68,46 == 


SchwefeH4,84 


Kupfer 48,45 


48,99 


48,72 


4,7» 



100,42 99,34 99,74 <M7 

Da sich die Schwefelmengen ss 3 : 4 verhalten, so ist der K. eine Verbindung 
von 1 Ai. Kupfersulfuret und 4 At. Wismuthsulfid, 

€uBi, 
4 At. Schwefel s= 800 s= 49,08 
4 - Wismuth = 2600 = 62,04 
2 - Kupfer s = 793 = s 48,94 

4493 400. 
Die Zusammensetzung des K. ist daher derjenigen des Kupferantimonglan- 
zes analog; wahrscheinlich sind beide auch isomorph. Ihre Krystalle gehören 
zam zweigliedrigen System. Aus Dauber^s Messungen berechnet sich für den 
Kupferwismuthglanz das Axenverhältniss a : b : c = 0,7997 : 4 : 0,6548. Am 
Kupferantimonglanz sind bisher keine gegen die Hauptaxe c geneigte Flächen 
beobachtet worden. G. Boschs Messungen ergeben a : b = 0,4422 : 4. Es 
ist also bei beiden Mineralien die Axe a wenigstens sehr nahe = 4:2. 
Schneider: Pogg. Ann. XC, 466. — (Dauber: Ebendas. XCII, 244). 

Wittiehenit. (Kupferwismutherz] . 

Giebt beim Erhitzen Schwefel, schmilzt v. d. L. auf Kohle unter Spritzen; 
giebt einen gelben Beschlag, und nach dem Boston bei der Beduktion mit Soda 
pio Kupferkorn. 

Löst sich beim Kochen mit Chlorwasserstoflfsäure und beim Abschluss der 
Luft bis auf das eingemengte metallische Wismuth zu einer fast farblosen FlUs- 
sifckeit auf, während Schwefelwasserstoff entweicht. Hat die Luft Zutritt, so 
l(^st sich nach einiger Zeit auch das beigemengte Wismuth auf. Schneider. 
Salpetersäure löst es unter Abscheidung von Schwefel auf. 



HM 

Klaproth analysirie das K. von der Grube Neuglttck bei Wittichen ior 
Schwarzwalde, seine Analyse war jedoch unrichtig, da er nur einen Theii des 
Schwefels bestimmte. Neulich hat insbesondere Schneider die wahre Zu- 
sammensetzung zu bestimmen geaucht , indem er nachwies, dass eine gewisse 
Menge Wismuth mechanisch beigemengt ist. 



4. 


t. 


8. 


4. 




Klaprotb. 


Schenk. 


Tobler. 


Schoe 


ider. 
b. 

15,87 


Schwefel 42,58 


17,79 


17,86 


46,45 


Wismuth 47,24 


48,13 


49,65 


51,83 


50,68 


Kupfer 34,66 


31,14 ♦ 


31,56 


31,84 


33,49 


Eisen — 


2,54 


8,91 


99,29 


99,68 



94,48 99,60 101,38. 
Beim Kochen des Minerals mit ChlorHasserstoffsäure erhielt Tobler 3,96p. G. 
Ruckstand, welcher aus 1,86 Schwefel, 8,87 Eisen, 0,86 Kupfer und 0,53 Wis- 
muth bestand, Schneider hingegen 15,95 p.C. reines Wismuth. Zieht man 
diese Beimengungen ab, so ist 



Schwefel 


s. 

16,00 


4. 

19,42 


Wismuth 


49,18 


43,05 


Kupfer 


30,70 


37,53 


Eisen 


4,64 


100. 



97,46 
Die Resultate sind hiernach sehr verschieden. 

In Schneider's Analyse erfordert das Kupfer 9,58 Schwefel, um Sulfiiret 
zu bilden. Es bleiben mithin 9,9 Schwefel, d. h. die HiSlfte übrig, während 
43,05 Wismuth, um BiS' zu bilden, 9,97 Schwefel erfordern. Da also die 
Schwefelmengen für beide Metalle gleich sind, so ist der W. eine Verbindung 
von 3 At. Kupfersulfuret und 1 At. Wismuthsulfid, 

€u*Bi, 
wie Kobell schon längst vermuthet hatte. 

6 At. Schwefel = 1800 = 19,50 
1 - Wismuth =: 8600 s= 48,08 
6 - Kupfer = 8379 = 38,48 

6179 100. 
In Tobler's Analyse erfordert das Kupfer 7,79 Schwefel, das Eisen (zu 
FeS) 0,94 Schwefel. Es bleiben mithin 7,87 Schwefel übrig, welche 31,39 
Wismuth erfordern, um BiS' zu bilden. Die Analyse hat also gegeben: 

Schwefeleisen, Fe, 2,58 = Schwefel 0,94 

Schwefelkupfer, €u, 38,49 = „ 7,79 

Schwefelwismuth, Bi, 38,66 = n _^*!_ 
Wismuth 17,73 i6,oo 

97,46 



MbbiI ohui alM BMk 47,73 p.G. mugmnmgim WinMHh ao, so efkih imh die 
viNiSefcBeider aulgeslallle Forind. Indessen liai Tobler das Ers in einer 
ktmmfhMn ven Kehienslliire in ChlorwassersloIfcKure «uigelilsi, und dabei die 
aDgefbhrten Zahlen «füllten, und es ist daher bedenklich, ansonehsMiii dass 
sich eine so ansefanGche Menge gediegnen Wlsnralbs ao%ei<(st haben «oUlo. 

Tobler hat auch einen anderen Schluss aus seinen Tersuchen gesogen. 
Da der durch ChlorwassersiofiEsSnre nicht au%eltfste Antheil dieselben Bestand- 
ibeile wie die Anflteung enthielt, die Probe überdies keine Beimengiing von 
Wisnnith erkennen liess, so berechnet er das Gesammtmultat (4) : 

34,56 Gu » 39,57 Gü « 8,04 S 
2,91 Fe = 4,58 Fe = 4,67 „ 



9,68 

49,65 Bi = 61,15 Bi = 11,50 

21,18 

Da nun für das Wismuth nur 47,26 — 9,68 = 7,58 Schwefel übrig bleiben, 
%. 11,50 aber =s 7,67 sind, so sieht er hierin einen Beweis, dass das Wismuth 
als Salfuret, BiS', in dem Mineral enthalten sei. 

Da nun die Schwefeimengen des Kupfers (Eisen) und des Wismuths « 
9,68 : 7,58 = 1,28 : 1 sind, so würde die Formel entweder 

M'Bi« oder «»> 
Fei Fe 

sein. 

Ist aber das Eisen nicht als dem Kupfersulfuret isomorphes Sulfuret vor- 
haDden, sondern als Sesquisulfuret mit jenem verbunden, d. h. als Kupferkies 
beigemengt, so ist : 

Eisensesquisulfuret 5,44 = Schwefel 9,50 
Kupfersulfuret 1,04 = ,, o,88 

Kupferkies 6,45 
Kupfersulfuret 38,53 »= ,, 7,18 

Wismuthsulfuret 57,32 = „ 7,67 



4 8,48 

Dann würden die Sohwefelmengen zwar fast gleich, die Formel daher 

CNi*Bi 
sein, aHein auch 0,88 p. C. Schwefel in der Analyse fehlen. 

Diese Ansicht entbehrt aber insofern einer Stutze, als die supponirtcSchwe- 
fdongsstufe des Wismuths voraussetzt, dass beim Auflösen des Minerals ent- 
weder das dem Wismuthoxydul entsprechende ChlorUr sich bildet, oder eine 
Zersetzung desselben in Wismuth und Wismuthchlorid erfolgt, was nicht beob- 
achtet ist. 



Schwefel 


49,65 


Schwefel 


Wismuth 
Antimon 


25,80 » 
9,24 


Mol 

> 9,78 
a,78 ' 


Blei 


40,13 


6,28 


Eisen 


2,96 


4,70 > 8,45 


Kupfer 


0,86 


o.m) 



98,04 47,88 

Die Schwefclmengen von Wismuth und Antimon verhalten sich lu denen 
der Sulfiirete = 3 : 2,5. Allein die Analyse hat 4% p. C. mehr Schwefel und 
überdies 4,96 p. C. Verlust gegeben. Bestände letzterer aus Antimoni so würde 
die berechnete Schwefelmenge 48,64 p.C. betragen, und jenes Yerhttltniss = 
10,54 : 8,45 = 3 : 2,33 sein. Allein weder 3 : 2,5 = 6 : 5 noch 3 : 2,33 = 
r die Formeln 



Sb 



undPb'" 

Sb 



I 



106 I 

Die Deuliing Sehneider's bMbi also Mr jetai die anndmilMirile. i 

Klaproth! Beitrage IV, 94. — Schenk: Ana. d. Chaan.«. Pliaffn. XGI» tat. — | 
Schneider: Pogg. Ann. XGIll, aaa. 47a. XGVU, 478. — Toblar: Ami. d. Ch. a. 
Phann. XGV, 987. 

Anhang. Auf dem Geistergang mJoachimsibal komm! nach Vogl ein darbaa graues 
Ers vor, dessen sp.G, s 6,0 ist, und welches nach Lindaker folgendes Verhalten seigt: 

Giebt im Kolben Schwefelarsenik and metallisches Arsenik. Schmilxt v. d. L. leicht 
ifnter Entwicklung von ArsenikdSmpfen und Bildung eines gelben Beschlags su etneas spra- * 
den Korn, welches mit Soda in der inneren Flamme ein Knpferfcom glehi. 

USst sich (ob vollständig?) in GhlorwasserstoffiBüure unter Bntwickinng Ton Schwefal- : 
Wasserstoff, in Salpetersäure unter Abscheidung von arseniger S. auf. 

Mittel mehrerer Analysen nach Abing von 18,88 p. C. unlöslicher Stoffe and Wasser: 
Schwefel 9,94 
Arsenik 80.74 
Wismuth 45,84 
Kupfer 48,04 

99,00 

Die At. der Bestandtheile sind : Cu* 4- Bi' -h As* -h S". 

Es ist vielleicht ein Gemenge, da es nach Vogl gelbe Punkte (Kiese oder gadiegaD 

Wismuth) enthält, weshalb aoch die von Lindaker vorgeschlagene Formel 

aCuAs 4- Bis' 
sehr problematisch erscheint. 

Vogl Joachimsthal 488. 

Kobeliit. 

Schmilzt V. d. L., beschlagt die Kohle gelb, verflüchtigt sich theilweise, und 
hinterlässt ein weisses Metallkom. 

Löst sich in Chlorwasserstoffsäure unter Entwicklung von Schwefelwasser- 
stoff auf. 

Nach Setterberg enthält der K. von Hvena in Schweden: 




t07 

sind lOTerlissig. Man sollte eher das emfiiehe yerbflllniss 3 : 3 as ( : ( vor- 
ansaeUen, wonach der K. 

a 

Pb'Sb + 3Pb»Bi 

wäre, wie G. Rose annimmt, obwohl das Mineral eine neue Untersuchung ver- 
langt. 

' G. Rose: Minerslsyst. 64. — Setterberg: Berz. Jabresb. XX, f15. Pogg. Ann. 

LV, ass. 

Nadelen. 

Decrepitirt beim Erhitzen, schmilzt im Kolben, giebt aber nichts Flüchtiges. 
Bildet beim Rösten weisse Dämpfe, die sich theilweise zu klaren Tropfen ver- 
dichten. Schmilzt V. d. L. sehr leicht (kocht und sprüht Funken. Plattner)> 
beschlägt die Kohle weiss und gelblich^ während ein röthliches Metallkorn bleibt. 
(N. von Schwarzenberg verflüchtigt sich nach längerem Blasen fast ganz und 
reagirt nicht auf Blei. PI.). Der Rückstand zeigt mit den Flüssen die Reak- 
tionen des Kupfers. 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscbeiduog von Schwefel und schwefel- 
saurem Bleioxyd auf. 

Das N. von Beresow ist zuerst von John, genauer von Fr ick (sp. G. nach 
Demselben ss 6,757) und später von Chapman untersucht worden. 





John. 


Frick. 


Chapman. 


Tellur 


1,32 


a. 


V. 




Schwefel 


11,58 


16,05 


16,61 


18,89 


Wismuth 


(3,20 


34,62 


36,45 


28,04 


Blei 


24,32 


35,69 


36,05 


40,43 


Kupfer 


12,10 


11,79 


10,59 


12,64 


Nickel 


1,58 


98,15 


99,70 


100. 



94,40 
In Frick's Analyse b sind die Schwefelmengen, welche die drei Metalle 
erfordern, 8,41 — 5,58 — 2,67 = 16,66. Der Schwefel des Wismuthsulfids ver- 
hält sich zu dem der Sulfurete s 8,41 : 8,25 =1:1. Femer ist der Schwe- 
fel der letzteren ss 2 : 4 . Das N. ist folglich eine isomorphe Mischung von 1 At. 
Drittel - Schwefelwismuthkupfer und 2 At. Drittel - Schwefel- 
wismuihblei, 

€u«Bi + 2Pb»Bi. 

18 At. Schwefel » 3600 » 16,71 

3 - Wismuth = 7800 = 36,20 

6 - Blei = 7768 = 36,05 

6 -• Kupfer « 2380 = 11,04 

8«548 r*. «00. 



m 

Eb hat eine dem Boaroeoü annloge ZusammeDseUwigi und ist «uoli 
isomorph mit ihm. 

Gbapman: Chem. Gaz. 4847. S87. — Frick: Pog|. Add. XXXI, 529. • 
Gehlen's J. V, SIT. 

Chiviatit. 

Verhalt sich wie das vorige. 

Dies von Brooke entdeckte derbe graue und in drei Richtungen i 
Erz von Ghiviato in Peru, dessen sp. G. » 6,920 ist, enthält nach me 
tersuchung : 

Schwefel 48,00 Schwefel 

Wismuth 60,95 s I8,80 

Blei 46,73 8,60 ] 

Kupfer 8,42 o,60 4,8? 

Eisen 1,02 4,46 ) 

Unlösliches 0,69 48,47 

99,74 
Nach Abzug von 4,02 Eisen und 4,46 Schwefel = 2,48 Schwefelkies 
das Erz begleitet) verhalten sich die Schwefelmengen der beiden Sulfi 
des Wismuths » 3,24 : 43,80 s 4 : 4,3. Nimmt man 4 : 4,5 » 2 : 
ist das Mineral 

*^'^ki»=^u»Bi»+4Pb»Bi», 
i€ul 

d. h. eine isomorphe Mischung von Anderthalb -Schwefelwism 
und dem analogen Kupfer salze in dem Atomverhtfltniss von 4:4. 

4 4 At. Schwefel a 2200 » 47,76 

3 - Wismuth a 7800 =» 62,96 

i - Blei ^ 2074 ==: 46,72 

i - Kupfer = 347 = 2,56 

42388 400. 
Pogg. Ann. LXXXVllI, 880. 

Nickelwismittbglaiii. 

Schmilzt V. d. L. auf Kohle zu einem grauen, innen speisgelben, 
magnetischen Korn und giebt einen gelblichen Beschlag. Reagirt mit d 
sen auf Nickel (Kupfer und Eisen} . 

Löst sich in Salpetersaure unter Abscheidung von Schwefel zu ei 
nen Flüssigkeit auf. 

Dieses seltene Mineral von der Grube Grünau, Sayur-^tenkirchei 
zuerst von Kobell, später von Sc|^,p^abel untersucht. 



IM 





Kobell. 


Schnabel. 


Schwefel 


38,46 


31,99 


33,'l0 


Wismoth 


U,14 


10,49 


10,41 


Nickel 


40,65 


S8,0S 


22,78 


Kobalt 


0,28 


11,24 


11,73 


Eisen 


3,48 


5,55 


6,06 


Kupfer 


1,68 


11,59 


11,56 


Blei 


4,58 


7,11 


4,36 



Ni 



100,81 400. 400. 

Eine Berechnung des Schwefels lehrt zuvörderst, dass hier höhere Schwe- 
felungsstufen als die gewöhnlichen voiiianden sein müssen, doch weichen alle 
drei Analysen beträchtlich von einander ab. 

Zieht man in Kobell's Analyse das Blei als Sulfüret ab, so verhalten sich 
die At. der Metalle und des Schwefels »■ 3 : 4,38. Franken he im hat das 
VerhUltDiss 3 : 4 und die Formel 

'Si . 

li 

vorgeschlagen, und stützt diese Ansicht darauf, dass der gleichfalls reguläre 
Kobaltnickelkies auch analog zusammengesetzt ist. 

Dagegen ist, gleichfalls abgesehen vom Schwefelblei, das Atomverhältniss 
der Metalle und des Schwefels in SchnabeFs Analysen ss 4 : 5. 

Eine Wiederholung der Analysen ist hiemach wUnschenswerth. 

Frankenheim: Syst. d. Krystalle 84. — v. Kobell : J. f. pr. Chem. VI, 889. ~ 
Schnabel: Privatmittblg. 

III. Verbindaogen von f(i,€o, Fe. 

Kobaltnickelkies. 

Giebt im Kolben ein wenig Schwefel, beim Rösten schweflige Säure. 
Schmilzt v. d. L. auf Kohle ziemlich leicht zu einer Kugel, welche sich mit einer 
schwarzen Rinde tiberzieht und dem Magnet folgt. Das abgeröstete Pulver giebl 
mit Borax eine violettblaue Perle, welche auf Kohle im Beduktionsfeuer metalli- 
sches Wickel abscheidet, das durch etwas Gold gesammelt werden kann, worauf 
die Boraxperle rein blau erscheint, während das Gold, mit Phosphorsalz im 
Oxydationsfeuer behandelt, ein von Nickel geförbtes Glas liefert. Plattner. 

in Salpetersäure unter Abscheidung von Schwefel zu einer rothen Flüssig- 
keit aoflöslich. 

Hi Singer und Wernekink gaben die ersten Analysen, wonach man das 
Mineral als wesentlieh aus Schwefel und Kobalt bestehend ansah, bis Schna- 
bel zeigte, dass Jene einen ansehnlichen Gehali an Nickel übersehen hatten. 



4. Riddarhyiian in Wesimanland. Hisinger. 

2. Grube Jungfer bei Musen unweit Siegen, a] Wernekink. 6) Schnabel. 
c) Ebbinghaus. 

3. Finksburgy CarroII Co., Maryland. Genth. 

4. La Motte, Missouri. Derselbe.. 

4. s. 9. 4. 







a. 


b. 


c. 






Schwefel 


38,50 


42,58 


44,98 


42,30 


39,70 


41,54 


Nickel 


— 


— 


33,64 


42,64 


29,56 


30,53 


Kobalt 


43,20 


53,35 


22,09 


11,00 


25,69 


21,34 


Eisen 


3,53 


2,30 


2,29 


4,69 


1,96 


3,37 


Kupfer 


44,40 


0,97 


400. 


400,63 


8,23 


Pb0,39 


Bergart 


0,33 
99,96 


98,87 






0,45 
99,59 


1,07 
98,84 



Aus Hisinger's und Wernekink 's Analysen hatte man geschlosseUi 
dass das Mineral nach Abzug von beigemengtem Kupferkies Kobaltsesquisulforet, 

€0| sei. 

Frankenheim stellte dieVermuthung auf, daiss die regulttreKrystallform 
auf eine Verbindung 

Co So 
schliessen lasse, welche sich auch nach AufBndüng des Nickelgehalta besiHtigt 
hat. 

Es verhalten sich nämlich die Atg. der Metalle und des Schwefels 

in 26 = <5,73 : 20,9 l , . ^ , 
2c=s <5,9 : 21,0/ 

Der Koballnickelkies ist mithin eine isomorphe Mischung von 1 At. Sulfuret und 

1 At. Sesquisulfuret von Nickel, Kobalt und Eisen, RR s NiNi mit do^o 

und etwas Fe Fe. 

Das Verhältniss von Ni und Co ist 

in 26 s 3 : 2, in 2 c, einem neuen ausgezeichneten Vorkommen, »4:1. 
In einem anderen Versuche wurden 3 4, 84 Ni gegen 18,6 Cob8:1 gefunden. 

Die Deutung der Natur des K. von Riddarhyttan erfordert neue Untersu- 
chungen, da sein Kupfergehalt nicht allein von beigemengtem Kupferkies her- 
rühren kann. 

Frankenheim: System d. Krystalle. S. 24. — Genth: Am. J. of Sc. IlSer. XXIII. 
J. f. pr. Ch. LXXIII, f05. — Hisinger: Afhandl. i Fis. 111, 849. Schwgg. J. II, S48. 
— Schnabel und Ebbinghaus: Privatmittheilung. — Wernekink: Sckwgg. J. 
XXXIX, 806. Leonh. Ztschrft. f. Min. 4886. Juli. 

Carrollit. Diesen Namen legte man einem Kobaiten von Finkaborg, Garroll Co.» Marf* 
laiiü, bei, welches nach Smith und Brush grau, nicht spaltbar, vom ap.G. » 4,88 ist. 



111 



da drei Analyseii sind davon bekannt : 




Faber. 


Smith u.Brush 


Genth. 


Schwefel 17,04 


44,29 


44.74 


Arsenik 4 ,84 


— . 


— 


Kapfer 32,99 


48,45 


4 7.55 


Kobalt 28,50 


87,70 


38,70 


Nickel 4 ,50 


4,54 


4,70 


Eisen 5,S4 


4,40 


0,48 


Quan 8,45 




0,07 



99.80 400,08 400,49. 

In der Analyse von Smith nnd Brnsh verhalten sich die AI. von Cu(Fe) : Co(Ni) : 
$ s 5,5 : 4 0,5 : 20,8 »4:2:4, oder die Metalle und der Schwefel s 3 : 4. Das Mineral 
iüft sich also analog dem Kobaltnickelkies als 

£n<6o 
belnchten. 

4 At. Schwefel » 800,0 a 44,40 

4 - Kupfer a 898,8 « 20,88 

2 - Kobalt « 750,0 « 88,52 

4948,8 fÖÖ^ 

Faber: Am. J. ofSc. II Ser. XIII, 448. J. f. pr. Chem. LVI, 888. — Genth: ibid, 

XXUI, 445. Bbendas. LXXUI, 205. — Smithu. Brush: ibid. XVI, 865. 

Magnetkies. 

Giebt beim Erhitzen nichts Fluchtiges, beim Rösten nur schweflige Säure. 
Schmilii V. d. L. zu einem grauen stark magnetischen Korn. 

In Wasserstoffgas erhitzt, verliert er Schwefel, und wird zu einfach Schwe- 
feleisen (Sulfdrei). Löst sich in Chlorwasserstoffsäure unter Entwicklung von 
Schwefelwasserstoff und Abscheidung von etwas Schwefel auf. Durch Kochen 
mit Kalilauge verwandelt er sich in schwarzgrUnes Eisensulfuret. Grf. Schaff- 
!(otsch. 

Der M. wurde von Hatchett, Berthier, besonders aber von Stro- 
meyer untersucht; spätere Analysen haben H. Rose, Plattner u. A. ge- 
liefert. 
\. Bartes, Pyrenäen. Stromeyer. 

2. Treseburg am Harz, a) Stromeyer. 6) Rammeisberg. 

3. Bodenmais, in Baiem. a) H. Rose, b) Grf. Schaffgotsch. 

4. Pahlun, Schweden. Plattner. 

5. Conghonas do Gampo, Brasilien. Platin er. 

6. Radschputanah, Hindostan. Middleton. 

4. 2. 8. 4. 5. 8. 

Schwefel 43,63 40/l5 40,56 38,78 40,S2 40,43 37,73 

Eisen 66,37 59,85 60,52 60,59 59,72 59,63 62,27 

Kieselsäu re — — 0,82 99,94 100,06 400. 
100. 100. 100,12 

Der M. vom Berge Lalliat bei Sitten im Wallis enthält nach Berthier 

39—40,2 Schwefel und 61 — 59,8 Eisen, (eine stark und eine schwach magne- 
tische Abänderung). 



Der Schwefel Verlust beim Gltthen in Wasserstoff beirfigt nach Plattner 
für 4 = 4,72 p. C, für 6 =x 4,92 p. C. 

Der M. ist eine Verbindung von 7 At. Eisen und 8 At. Schwefel, 

Fe^S* 
8 At. Schwefel r= 1600 » 39,50 
7 - Eisen = 2450 = 60,50 

4050 400. 
[ A n m. Die analytischen Resultate sind nicht für die neueren Atg. beider Blenent« 
corrigirt.] 

Da der M. nicht gut als eine eigene Schwefehingsstufe gelten kann, so muss 
er als eine Verbindung zweier anderer betrachtet werden. Die grössere Wahr- 
scheinlichkeit spricht für die Annahme, dass er eine Verbindung von 5 At. Ei- 
sensulfuret und 4 At. Eisensesquisulfuret sei, 

Fe* Fe, 
während er sich allerdings auch als eine Verbindung von 6 At. Sulfuret und 
1 At. Bisulfuret 

Fe« Fe 
denken Ittsst. 

Berzelius hat diese Ansicht zuerst gegen die von Stromeyer verthei- 
digt, dass in dem Magnetkiese oft etwas Schwefelkies aufgelöst enthalten sei, 
und 6. Rose hat darauf hingewiesen, dass eine Verunreinigung mit letzterem 
allerdings leicht statt6nden könne, selbst im Inneren krystalliniscber Massen 
von Magnetkies. Ein solcher unreiner M. scheint der von Stromeyer unter- 
suchte vou Bar^ges gewesen zu sein. Beim Auflösen in Ghlorwasserstofibaure 
bleibt dann der Schwefelkies, gemengt mit Schwefel, zurück, wogegen reiner 
M. von Bodenmais nach meinen Versuchen dabei nur 4-- 5 p. C. Schwefel hin- 
terltfsst, welchem kein Schwefeleisen beigemengt ist. 

Grf. Schaffgotsch glaubte aus den Analysen der verschiedenen M.schlies- 
sen zu dürfen, dass darin 4 At. Sesquisulfuret mit wechselnden Mengen Sulfuret 
vereinigt sei, wogegen G. Rose bemerkt, dass die Differenzen der Zahlen von 
der analytischen Methode herrühren können, keine entsprechenden Unterschiede 
der einzelnen M. sich wahrnehmen lassen , und geringe Ueberzttge von Eisen- 
oxyd auf den schaligen Zusammensetzungsstücken das Resultat schon etwas 
modißciren müssen. 

Breithaupt hat den M. als isomorph mit dem Greenockit und Uaarkies 
(auch dem Antimonhickel und Rothnickelkies) betrachtet, und daraus geschlos- 
sen, dass er reines Eisensulfuret sei. Auch Frankenheim und v. Kobell 
sind dieser Ansicht beigetrelen. Dieselbe wird indessen dadurch widerlagt, 
dass der M. erst durch Erhitzen in Wasserstoffgas zu Sulfuret reducirt wird, 
dass alle Abänderungen einen gleichgrossen Schwefelüberachuss über lettteres 
zeigen. Auch bemerkt G. Rose, dass das Sulfuret nicht magnetisch sei^ dass 
der M. ein geringeres sp. G. als der Schwefelkies besitze, und deshalb, da sonst 



113 

niedere Schwefelnngsslufen schwerer sind als höhere, als eine Verbindung von 
iweien betrachtet werden müsse, vor allem aber, dass der M. mit den oben 
genannten Mineralien zwar Formähnlichkeit habe, mit ihnen jedoch im strenge- 
ren Sinne nicht isomorph sei. 

Das Eisensul füret, Fe, kommt nach meinen und Smith 's Beobachtun- 
§9en in manchem Meteoreisen vor, bat ein sp. G. = 4,75—- 4,78 und löst sich in 
CUorwasserstoOstture ohne Abscheidung von Schwefel auf. (S. Meteorit). Aus- 
serdem findet es sich in isomorpher Mischung mit Nickelsulfuret in dem regulär 
spaltbaren Eisennickelkies (S. diesen). 

Nickelhaltiger Magnetkies. Scheerer untersuchte einen solchen 
TOQ Modam in Norwegen (4), und Berielius einen derben von Klefva in SmS- 
land, dessen sp. G. s 4,674 ist, und welcher in Wasserstoflgas 3,75 p.G. vei^ 
liert (2). Ein dritter von unbekanntem Fundort ist in meinem Laboratorium 
aotersucht worden (3). 





4. 


9. 


8. 


Schwefel 


40,46 


38,09 


39,95 


Eisen 


56,03 


67,64 


58,90 


Nickel 


2,80 


3,04 


8,60 


Kobalt 


— 


0,09 


— 


Mangan 


— 


0,88 


— 


Kupfer 


0,40 


0,45 


— 



99,69 99,53 101,45 

Berthler: Ann. Mines III S^r. XI, 499. — Berzelius: Schwgg. J. XXII, 290. 
Jaluresb. XXI, 4 81. Chem. Mineralsyst. S. 456. (An. des nickelhaltigen M.). Jahresb. 
XXI, 484. — Hatchett: Nicholsons J. X, 40. XI, 44. — Middleton: Phil. Mag. 
III Ser. XXVIII, 85i. — Plattner: Pogg. Ann. XLVII, 869, — G. Rose: Pogg. Ann. 
LXXIV, 194. — H.Rose: GUb. Ann. LXXII, 489. — Schaffgot seh : Pogg. Ann. 
L, 588. — Scheerer: Ebendas. LVIII, 818. — Stromeyer: Gott. gel. Anz. 4 84 4. 
447. Gilb. Ann XLVIII, 4 88. 109. 

Buiitkupreren. 

Giebt im Kolben nichts Fluchtiges. Schwärzt sieb v. d. L. und schmilzt 
ZQ einer grauen, nach längerem Blasen magnetischen Kugel, welche spröde und 
im Bruch grauroth ist, und giebt mit den Flüssen Kupferreaktion. 

Wird von Ghlorwasserstoffsäure schwer, von Salpetersäure leicht unter 
Abscheidung von Schwefel aufgelöst. 

Schon Klaproth untersuchte das B., da er aber 4 p. C. Verlust erhielt, 
fdaubte er einen Gehalt an Sauerstoff annehmen zu müssen. Namentlich durch 
Plattner's Versuche ist die chemische Natur des B. bekannt geworden, dessen 
derbe Varietäten nicht selten mit Kupferglanz oder Kupferkies verwachsen sind. 

Wir bringen die vorhandenen Analysen nach dem Kupfergehalt in drei 
Reihen. 

Rsmaelfberg^f Minenldiemie. o 



114 

A. Buntkupfererz mit 56—68 p. G. Kupfer« 

i. Gondurra Mine bei Gamborn, Gornwall. Krysiallisirt. Plattner. 
S. Rednith in Gornwall. Krysiallisirt. Ghodnew. 

3. Fundort ungewiss. Krystallisirt. Varrentrapp. 

4. Monte Gatini in Toscana. Derb. Bechi. 

5. Grube Märtanberg in Dalarne, Schweden. Derb. Plattner. 





<. 


a. 


s. 


t. 


5. 


Schwefel 


S8,84 


S6,84 


26,98 


84,98 


85,80 


Kupfer 


56,76 


57,89 


58,80 


55,88 


56,10 


Eisen 


14,84 


14,94 


14,84 


18,03 


17,36 



99,84 99,67 400,02 98,83 99,26 
In diesen Abänderungen ist i At. Eisen, 3 At. Kupfer und 3 At. Schwefel 
enthalten, so dass das B. als eine Verbindung von 3 At. Kupfersulfuret und 
i At. Eisensesquisulfuret, 

Gu'Fe 
betrachtet werden kann. 

6 At. Schwefel = 1200,0 = 28,04 
6 - Kupfer == 2379,6 » &5,60 
2 - Eisen = 700,0 »16,36 



4279,6 100. 
Obgleich das Sesquisulfuret als Mineral nicht bekannt ist, so ist doch diese 
Annahme, welche das B. in Analogie mit dem Kupferkies u. s. w. bringt, der- 
jenigen vorzuziehen, wonach es als eine Verbindung 

' I Cu ' » ' ' 

€u^ , ai€uGu-l-€uFe 

I I*e 
zu denken wflre, obwohl diese Gonstitution sehr einfach ist. 

Berzelius und Phillips hatten frtther das B. als eine Verbindung von 
Kupfer- und Eisensulfuret betrachtet, wogegen aber der höhere Schwefelgehalt 
des Erzes, so wie sein Verhalten in Wasserstoffgas sprechen, insofern es dabei, 
wie Plattner gezeigt hat, eine gewisse Menge Schwefel verliert, welche die 
höhere Schwefelungsstufe des Eisens (oder Kupfers nach der obigen Formel) 
abgiebt. Dieser Verlust betrug in No. 2 3,35 p. G., wahrend die Rechnung 
3,61 p.c. erfordert. 

Aber nur die Analyse No. 1 ergiebt die genttgende Schwefelmenge (sogar 

noch 1 p. G. mehr, ob vonGuS oder Fe S' herrührend, ist nicht zu entscheiden), 

die übrigen geben weniger, denn für die vorhandenen Metalle wird an Schwefel 

gefordert : 

s. 8. 4. 5. 

27,51 27,51 29,54 29,03 

Gefunden 26,84 26,98 24,92 25,80 

Differenz 0,67 0,53 4,62 3,23 

wobei nur No. 4 einen betrachtlichen Verlust ergdi>en hat, der^ ak Schwefel 

genommen, die Differenz auf 3,45 p. G. herabbringt. 



tu 

Wenn man auch vorläufig auf die geringen Differenzen in No. S und 3 
keinen Werth legt, No. 4 wegen des Verlustes von der Berechnung ausschliesst, 
so kann man doch No. 5 nicht ohne Weiteres auf die Formel beliehen. Dieses 
derbe B. verlor in Wasscrstoffgas 2,18 — 8,56 p.C. Schwefel. 

56 JO Kupfer -h U,45 Schwefel = 70,85 €u 

itt 

47,36 Eisen - h U,88 „ = 32,24 Fe 

29,03 402,49 

gefunden 25,80 

-j— = 4,99 p. C. Schwefel müssten fortgehen, wenn das Sesquisulfuret sich 
in Sulfuret verwandelt, während nur 2,56 p. C. gefunden wurden. 

Alles dies beweist, dass dieses B. eine beträch tl iche Menge Eisen- 
snlfuret enthalten müsse. Halten wir uns an Plattner's Schwefelbestim- 

mung, so berechnet sich der Gehalt des Erzes zu : 

. Schwefel Schwefel 

Rupfersulfuret 70,25 =s 44,45 oder €u 24,74 = 5,00 
Eisensesquisulf. 40,80 = 5,00*) 'ße ^0,80 = 5,00 

Eisensulfüret 48,22 =s 6,65 , «, 

99,27 25,80 ^^»^^ €u*Fe 

€u 45,54 s 9,45 

F e 48,22 ^ 6,65 

63,76 €u* Fe*. 
Dieses B. enthält also nur ein Drittel der Verbindung, welche man für das kry- 
stallisirte annimmt, und muss entweder als ein Gemenge von % Buntkupfererz 
mit Vt Kupferglanz, oder als eine isomorphe Mischung 

€u**^e -h 2€u*Fe* 
betrachtet werden. 

Nun lasst sich aus dem grösseren Verlust in Wasserstoff allerdings auf einen 
grosseren Gehalt an Sesquisulfuret schliessen. Nehmen wir den Verlust der 
Analyse ä 0,74 p.C. als Schwefel, so dass dessen Menge = 26,54 p.C. würde, 
so erhalten wir: 

Schwefel Schwefel 

€u 70,25 « 4 4,4 5 oder ^u 36,94 « 7,44 

Fe 46,42 = 7,44») ge 46,42 « 7,44 

F e 43,63 = 4,95 53,06 Cu*Fe 

^^^- «^'ö* ^u 33,34 -6,74 

Fe 43,63 » 4,96 



46,94 du»Fe^ 



4) NadidieserVerihoiliiiigdesSchwefels sollieosin Wasserstoff narfsl, 7p. C. verlieren. 
t) -y as s,4S ist der berechnete Verlust in Wasserstoff. 

8* 



116 

d. h. etwa die Hälfte beider Verbindungen, wobei merkwürdiger Weise <Ue Ei- 
senmengen in beiden Schwefelungsstufen genau, die des Kupfers in beiden Ver- 
bindungen fest gleich sind. Diese Betrachtung zeigt das B. No. 3 als 

€u*Fe + ^u*Fe*. 
Wir sind nicht der Meinung, dieses B. enthalte das zweite Glied als Kupfer- 
glanz beigemengt, sondern wir nehmen eine Isomorphie beider Glieder an, da 

in der That die Kupfersteine ^u°Fe regulär krystallisiren. Giebt man dies zu, 

so ist aber auch Fe isomorph mit Fe^ gerade wie nach meiner Ansicht Fe iso- 
morph ist mit Fe, und es existirt wahrscheinlich ebenso bei den Schwefelmetal- 
len R und 1^ eine Isodimorphie wie bei den Oxyden ft und ft' und den Metallen 
selbst. 

Aber selbst das krystallisirte B. möchte oft eine solche isomorphe Mi- 
schung sein. No. 3 z. B. hat Vt p- C. zu wenig Schwefel ergeben. 

Die gefundene Menge bedingt : 

Schwefel Schwefel 

Kupfersulfuret 72,88 = 4 4,69 oder €u 56,55 » 4 1 ,40 
Eisensesquisulfuret 24,70 = 14,40 j^^ ^4 70 = 44 40 

Eisensulfuret 2,42 = 0,88 ' — ' - 

IÖÖ: 26;97 81,25 6u*te 

^u 46,33 » 3,S9 
Fe 2,42 =r 0,88 

48,75 €u*Fe 
Also selbst dieses krystallisirte B. kann nur etwa 80 p. C. der Verbindung ent- 
halten, welche die Formel ausdrückt, im Fall man sich streng an die Analyse 
hält. 

B. Buntkupfererz mit 60— 64 p.c. Kupfer. (Derb). 

4 . Ferriccio in Toscana . B e c h i . 

2. Miemo in Toscana. Bechi. 

3. Coquimbo in Chile. Böcking. 

4. Ross-Island im See von Killarney, Irland. Phillips. 

5. St. Pancrace, Dpt. de TAude. Bert hier. 

6. Bristol, Connecticut. Bodemann. 

7. Woitzkische Grube am weissen Meer. Plattner. 

8. Vestanforss Kirchspiel, Westmanland. Hisinger. 

9. Sibirien. R. Brandes. 

1. S. 8. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 

Schwefel 24,70 23,98 25,46 23,75 24,0 25,70 25,06 24,69 22,44 
Kupfer 60,04 60,46 60,80 64,07 62,3 62,70 63,03 63,33 63,86 
Eisen 45,89 45,09 43,67 14,00 43,7 44,53 44,56 44,80 43,24 

400,60 99,23 99,93 98,82 400. 99,93 99,65 99,82 99,54 



117 

y, I Wir wählen hier zur Berechnung zwei der besten Analysen mit dem höchsten 
../ Schwefelgehalt, No. 6 und 7. Die berechneten Schwefelmengen sind: 

. 6. 7. 

für€u 45,56 15,65 

„ Fe 9,88 9,91 *) 

25,44 25,56 (gefunden 25,41, wenn der Verlust in Schwe- 
fel besteht). 

Diese B. können zwar kein Eisensulfuret enthalten, aber sie sind anders 

lusammeDgesetzt als die vorhergehenden, insofern der Schwefel beider Sohwe- 

feliiietalle statt ss 1 : 1, hier ss 1^ : 1 ist, so dass sie der Formel 

^u^^e* =r ^u'Fe + €u«£e 
cDtsprecbeD. 

45 At. Schwefel » 3000 ^ 26,00 

48 - Kupfer s 7439 » 61,87 

4 - Eisen « 1400 « 12,13 

41539 100. 

Wer glaubt, dass dasB. ausschliesslich die Formel Gu'Fe habe, muss zugeben, 
dass diese Abänderungen 30 p. G. Kupferglanz beigemengt enthalten. 

C. Buntkupfererz mit 70 p. C. Kupfer. (Derb). 

1. Eisleben. Plattner. 

2. Monte Gastelli, Toscana. Berthier. 

3. Nadaud, Prankreich. Berthier. 

4. Sangerhausen bei Eisleben. Plattner. 

4. S. 8. 4. 

Schwefel 22,65 22,3 20,0 22,58 
Kupfer 69,72 70,0 70,0 71,00 
Eisen 7,54 7,0 7,9 6,41 



l 



99,91 99,3 97,9 99,99 
Berechnete Schwefelmengen 

4. 4. 

fllr€u 47,58 47,90 

?e 6,46 5,49 

24,04 23,39 
Differenz 1,39 0,81 

Geht man von der gefundenen Schwefelmenge aus, so enthalten diese Erze : 

4. Schwefel 4. Schwefel 

€u 87,30 = 17,58 88,90 = 17,90 

Fe 4,81 2,22 6,70 3,09*) 

Fe 7,78 2,83 4,4 1,60_ 

99,89 22,63 100,00 "22~59~ 



• 

<) Es iDiiss 3 a> 8,a p. C. in Wasserstoff verlieren. Die Versuche gaben 2,06~S,66p. G. 
t) Da^ ailyOfSOistdlesderVerlustin Wasserstoff, Die Versuche gaben 1,08 -1,4 7 p.Ct 



tii) 



Demnach ist 1 ■* S 4a'K 



e 



7Äi*Fe oder ^ul'^jf 

Fe] 



4 s 3^u*fe -h S^u^Fe oder €iil*^^ 

Fe 

Von dem ersten Gliede würde No. 4 nur 46|83 p. C, No. 4 nur 82,04 p. G. ent- 
halten. Schweriich könnte dann das Ers als B. geltoi. Wer den Best fttr bei- 
gemengten Kopferglans hält, moss hier wie auch in den froheren Fnilen einen 
viel eisenreicheren annehmen, als die sammtlioben bisher ontersuohten Abän- 
derungen dieses Minerals. 

Wenn nun eine so grosse Beimengung eines anderen Minerals in dem B. 
höchst unwahrscheinlich, die Existenz von Eisensul füret aber nach den 
Scbwefelbestimmungen und dem Verlust in Wasserstoff nicht zu Ulugnen ist, 
auch die Uebereinstimmung vieler Analysen in den drei Beihen gegen ein Ge- 
menge spricht, so dürfte es am besten sein, das B. fUr eine isomorphe Mischung 

^u'Peund€u"Fe 
zu halten. 

Guban. Als eine ähnliche Mischung erscheint ein sehr helles Erz von 
Bacaranao aufCuba, welches nach Breithaupt^ der es zuerst beschrieb, nach 
dem Würfel spaltet und ein sp. G. = 4,04S besitzt. Wegen grossen Sdiwefel- 
eisengehalts schmilzt es v. d. L. sehr leicht. Von den folgenden Analysen ist 

die erste mit dem Material dieser Beschreibung angestellt. 

1. s. 

Scheidthauer. Eastwick. 
Schwefel 34,78 39,93 

Kupfer 82,96 20,26 

Eisen 42,54 38,90 

100,25 99,09 404,12 400,34 

Nach No. 4 enthält das Erz 4 At. Kupfer, 2 Au Eisen und 3 At. Schwefel, und 
kann als aus 4 At. Kupfersulfuret, 2 At. Eisensulfuret und 1 At« Eisensesqui- 
sulfuret bestehend gedacht werden, worauf Kenngott zuerst aufmerksam ge- 
macht hat. Da die beiden ersteren isomorph sind, so erhklt es die Formel 



t. 

Magee. 
40, H 

S1,46 


4. 

Stevens. 

40,49 

S0,71 


39,55 


39,41 



*^be = 4u»Fe + 2Fe«fe, 
♦ Fe) 



und ist also ein Buntkupfererz, analog dem krystallisirten. 

(6) 3 At. Schwefel » 600,0 =: 35,38 

(2) 4 - Kupfer » 396,6 » 23,38 

(4) 2 - Eisen = 700,0 =» 44,24 

4696,6 400. 
Die (Ihrigen Analysen haben weit mehr Schwefel, und im Mittel 4 At. Kupfer, 
2 At. Eisen und 4 At. Schwefel, gleichsam 4 At. Kupferkies und 8 At. Schwe- 
felkies. 



119 

Bechi: Am. J. of Sc. II Ser. XIV, 64. — Berthier: Ann. Min. III S^. III, 48. 
VII, 646. 5S6. — Bodemann: Pogg. Ann. LV, 446. — Bdokings Aon. Chem. Pharm. 
XCVI, 144. — Brandes: Sehwgg. J. XXII, 854. — Chodnew : Pogg. Ann. LXI, 895. 
Hisinger: Afh. i Fis. IV, 86S. — Klaproth: Beitr. II, S84. — Phillips: Ann. of 
Phil. 489S. 197. — Plattner: Pogg. Ann. XLVII,854. — Varrentrapp : Ebend. 87S. 

Guban : 

Brelthaupt: Pogg. Ann. LIX,8S5. — Eastwicketc.: DanaMin.68. — ^Scheidt- 
haner: Pogg. Ann. LXIV, 180. 

Kupferkies. 

Decrepitirt beim Erhitzen, färbt sich dunkler, und giebt zuweilen eine Spur 
Schwefel. (Verliert im Kohlentiegel 9 p. C. Berthier). Beim Rösten ent- 
wickdt er schweflige Säure. V. d. L. auf Kohle schmilzt er ziemlich leicht 
imler Au&odien und Funkensprtthen zu einer Kugel, welche innen dunkelgrau, 
aussen schwarz und rauh erscheint und dem Magnet folgt. Die abgeröstete 
Probe reagirt mit den Plflssen auf Kupfer und Eisen. 

In Salpetersäure ist er unter Abscheidung von Schwefel auflöslich. 
\. Ramberg im Saynschen. Krystallisirt. H. Rose. 
S. Aus dem Ftirstenbergischen. Desgleichen. H. Rose. 

3. Orrijärfvi, Kirchspiel Kisko in Pinnland. Hart wall. 

4. Engend, a) krystallisirt, h) traubig. Phillips. 

5. AUevard, Dpt. Isdre. Derb. Berthier. 

6. Kaafjordy Norwegen. Malaguti u. Durocher. 

7. Val Castmcci, Toscana. Bechi. 

8. Monte Catini, Toscana. Bechi. 

4. S. 8. 4. 5. 6. 7. 8. 

Schwefel 35,87 36,52 36,33 35,^6 34,46 36,3 38,76 35,62 36,46 

Kupfer 34,40 33,12 32,20 30,00 31,20 32,1 32,73 34,09 32,79 

Eisen 30,47 30,00 30,03 32,20 30,80 31,5 28,51 30,29 29,75 

Quan 0,27 0,39 2,23 2,64 1,^0 — — — 0,86 

101,01 100,03 100,79 100. 97,56 99,9 100. 100. 99,56 

Hiernach sind im K. 1 At. Kupfer, 1 At. Eisen und 2 At. Schwefel vorhanden. 
Man kann ihn demzufolge sich denken : entweder als eine Verbindung von 1 At. 
Kupferbisulfuret und 1 At. Eisensuifuret, oder als eine Verbindung 
von 1 At. Kupfersulfuret und 1 At. Eisensesquisulfuret, 

GuFe oder €u Fe. 
2 At. Schwefel s 400,0 = 34,89 
1 - Kupfer = 396,6 »34,59 
1 - Eisen = 350,0 = 30,52 

1146,6 100. 
(Oder 2293,2). 
Es ist schwer zu sagen, welche Formel die wahrscheinlichere ist. Das Ku- 
pferbisulfuret kommt zwar vor, jedoch äusserst selten im Vergleich zum Sul* 



120 

furei. Andererseits kennt man wohl Eisensulfuret, wenigstens in meteorischen 
Massen, doch nicht das Sesquisulfuret als Mineral für isich. Jedoch settt die 
zweite Formel den K. mit dem Buntkupfererz und den übrigen Verbindungen 
dieser Abtheilung in Analogie^ und macht ihn zu einem Schwefelsalze, in wel- 
chem das Sesquisulfuret als Sulfosäure auftritt. 

Verliert nun der K. beim Glühen im Kohlentiegel 9 p. C.^ d h. ein Viertel 
des Schwefelsi so ist dies so zu erklären, dass das Eisensesquisulfuret zu Sul- 

füret wird, und €u Fe' zurückbleibt. ' 

Selengehalt. Kersten fand im K. von der Grube Emanuel zu Heins- 
berg bei Freiberg Spuren davon. Auch der K. vom Rammeisberg bei Goslar 
muss Selen enthalten, da bei Gelegenheit der Schwefelsäurefabrikation zur 
Ockerhütte , wobei jener geröstet wird, der Schlamm der Bleikammem seien- 
haltig ist. 

Bechi: Amer. J. of Sc. II Ser. XIV, 61.— Berthier: Ann. Miiies VIII, 841.489. 
-^ Hartwall: Leonhards Handbuch 8.646. — Malaguti u. Durocher: Ann. 
MinesIV. S^r. XVII, 299. — Phillips: Ann. of Phil. III. 1888. April 896. — H. Rose. 
Gilb. Ann. LXXII, 4 85. 

Sternbergit. 

Giebt beim Rösten nur schweflige Säure. Schmilzt v. d. L. unter Aus- 
scheidung von Silber zu einer magnetischen Kugel. Die abgeröstete Probe giebt 
mit Borax im Reduktionsfeuer ein schwarzes Glas und ein SilberiLom, und 
ersteres zeigt, mit Borax im Oxydationsfeuer umgeschmolzen, die gelbrothe Farbe 
des Eisens. 

Löst sich in Königswasser unter Abscheidung von Schwefel und Ghlorsilber 
auf. 

Nach Zippe enthält der St. von Joachimsthal in Böhmen : 
Schwefel 30,0 
Silber 33,2 
Eisen 36,0 

99,2 
In einer Abänderung von Schneeberg fand Plattner durch das Löthrohr 29,7 
Silber. 

Hiernach enthält der St. i At. Silber, 4 At. Eisen und 6 At. Schwefel, was 
nach Kenngott einer Verbindung von 1 At. Silbersulfuret, 2 At. Eisensulfuret 
und i At. Eisensesquisulfuret entspricht. Wenn die ersteren isomorph sind, ist 
er eine Mischung 



M% = 



nt t ^m 



* 



, , _, Ag'Fe + 2 Fe* Fe. 
Fe) 

6 At. Schwefel = 1200 = 30,38 
i - Silber = 1350 = 34,18 
4 - Eisen = 1400 = 35,44 

3950 100. 



121 

Keaagotl: Mineral. Unten. I, 80.— [Zippe: Schrift, d. Ges. d. böhm. Museums 
1 8tS. Aagust 1 51 . Pogg. Ann. XXVII, 690. (B r e i t h a u p t : Schwgg. J. LXVUI, 889). 

IV. Verbiodungeo von Sn. 

Zinnkies. 

Giebt in der offenen Röhre schweflige S. und nahe der Probe einen weissen 
nicht flüchtigen Beschlag. Y. d. L. auf Kohle am Oxydationsfeuer behandelt, 
bedeckt er sich und die Kohle mit einem eben solchen, im Reduktionsfeuer 
schmilzt er zu einer Kugel. Abgeröstet, reagirt er mit den Flüssen auf Kupfer 
und Eisen, und giebt mit Soda und Borax ein blasses etwas sprödes Kupferkorn. 

Salpetersäure löst ihn unter Abscheidung von Schwefel und Zinnsäure zu 
einer blauen Flttssigkeit auf. 

4. Wheal Rock bei St. Agnes, Corn wall, a) Klaproth. 6).Kudernatsch. 
c) Hallet. 

2. St. Michaels- Berg, Comwall. Johnston. 

3. Zinnwald im Erzgebirge.*] Sp. G. = 4,506; a) frühere, b) spätere Ana- 



l]rse. Rammelsb 


erg. 




ifc 


#k 






a. 


b. 


c. 


1. 


3. 


b.') 


Schwefel 


30,5 


29,95 


.29,54 


29,93 


29,97 


29,05 


Zinn 


26,5 


S5,81 


26,90 


34,62 


29,08 


25,65 


Kupfer 


30,0 


29,69 


29,23 


23,55 


26,43 


29,38 


Eisen 


12,0 


42,57 


6,74 


i,79 


6,83 


6,24 


Zink 


— 


4,79 


7,27 


40,14 


6,96 


9,68 



99,0 99,81 99,65 100. 99,27 100. 

Nimmt man an, dass das Zinn als Sulfid (Sn S^), die übrigen Metalle als Sulfu- 

rete vorhanden sind, so sind die berechneten Schwefelmengen für: 

4.b. 8. b. 1.0. s.a. S. 



Zino 14,04 


43,95 


4 4,63 


45,82 


4 7,20 


Kupfer 7,49 


7,44 


7,37 


6,66 


5,94 


Eisen 7,48 


3,56 


3,85 


3,90 


2,74 


Zink 0,88 


4,77 


3,58 


3,44 


4,98 



29,59 29,69 29,43 29,72 30,86 
Hiernach verhält sich der Schwefel der Sulfurete und des Zinnsulfids in : 

l.b. s 1 : 0,9 3.a. s= 1 : 1,1 

3.b. = 1 : 0,9 2. = 1 : 1,26 

I.e. SS 1 : 0,99 
Also anbezweifelt as 1 : 1 . Auch der Schwefel des Kupfersulfurets ist gleich 



1) VoD Breithaupt im Bergm. Jahrb. 4 881 beschrieben. 
2} Nach Abzog von 0,47 fileiglanz. 
S) Desgleichen, jedoch mehr. 



122 . 

dem des Eisen- und Zinksulfurets zusammengenommen. Der Z. enthXit gleiche 
At. Metalle und Schwefel. 

Hiernach hat Kudernatsch zuerst den Z. als eine Verbindung von glei- 
chen At. zweier Halb-Sulfostannate von Kupfer und Eisen betrachtet, welche 
sich in isomorpher Mischung befinden, und zu denen auch das Zinksak in ge- 
ringerer Menge hinzutritt, gleichsam das Eisensalz ersetzend. 

i. • " ' • " » • " Fe I * " 

€u*Sn + Fe*Sn (I.) oder €u*Sn 4- , > Sn 

ZnJ 
Specieller sind 1 c und 3. 

2€u*Sn + Fe*Sn + Zn*§n (II.) 

I. II. 

8S = 4600,0 = 29,87 16S » 3200 » 29,56 

2Sn = U70,6 = 27,45 4Sn = 2944 = 27,46 

4Cu= 4586,4 = 29,64 8Cu = 34 73 = 29,30 

2Fe = 700,0 = 43,07 2Fe = 700= 6,47 

5357,0 400. 2Zn = 843 = 7,54 

40827 400. 
In 2 scheint etwas Zinkblende beigemengt gewesen zu sein. 

Kenngott, welcher eine Analogie des Z. mit dem Kupferkies in Form in 
Spaltbarkeit vermuthet, hat die Constitution des ersteren auf analoge Art aus- 
zudrücken versucht, indem er das Mineral als eine isomorphe Mischung zweier 
Schwefelsalze von Kupfersulfuret betrachtet, deren Säure Eisensesquisulfuret 
und Zinnsesquisulfüret sind. In der That lässt sich die Formel I. des zinkfreien 
Erzes so umgestalten, dass sie 

t m im I 

€uFe -h €u8n = €u 

wird, worin das erste Glied Kupferkies ist. Aliein die zinkhaltigen Abänderungen 
gestatten eine solche Deutung nicht, weshalb Kenngott angenommen hat, das 
Zink rühre von beigemengter Zinkblende her. Dass dies zuweilen in geringem 
Grade der Fall sei, ist nicht zu bezweifeln, doch können nicht gut 43 p. C. (3 b) 
als Beimengung angesehen werden. Ausserdem ist das Zinnsesquisulfüret über- 
haupt nicht bekannt, und das ihm entsprechende Oxyd ist keine eigene Oxy- 
dationsstufe, sondern zinnsaures Zinnoxydul. Dagegen sind^'gerade die Sulfo- 

stannate R'Sn sehr wohl bekannte, zum Theil krystallisirende Salze. 

Johnston: B.u. hütt. Ztg.1, 10. — Kenngott: Min. Unters. I, 41.^ Klaproth: 
Beitr. II, S57. V, 128. — Kudernatsch: Pogg. Ann. XXXIX, 446.— Mallet: Am. 
J. of So. U Ser. XVII, 88. — Rammeisberg: Pogg. Ann. LXVIII»8I8. LXXXVIU, 608/] 

4) A. a. 0. hatte ich geglaubt, Kenngott's Hypothese unter Annahme auch von FeS 
und SnS aufrecht erhalten zu können. 




m. Oxyde. 



A. Wasserfreie Oxyde. 

1. Moooxyde. R und ft. 

Periklas. 

V. d. L. unschmelzbar. — In Säuren auflöslich. 

Dies von Scacchi in Dolomitblöcken des H. Somma entdeckte Mineral 
(^>. G. SS 3,674) enthält nach 



4. 


s. 


Scacchi. 


Damour. 


Magnesia 89,04 


93,44 


Eisenoxydul 8,56 


6,04 



97,60 99,45 

Der P. enthält das Eisen als Oxydul, und nimmt nach Damour beim Gltt- 
ben in Sauerstoffgas um soviel an Gewicht zu, als jenes zu seiner Verwandlung 
in Oxyd bedarf. In Wasserstoffgas erleidet er keinen Gewichtsverlust. 

Hiemach ist der Periklas Magnesia, Ag, mit einer kleinen Beimischung 

des isomorphen Eisenoxyduls (1 At. gegen 30 At. Talkerde nach No. 2). 

Damour: Ann. Mines IV S6r. III, 384. — Scacchi: Mem. geol. I. J. f.pr. Chem. 
XXVIII, 486. 

Nickeloxyd. 

Unschmelzbar und in Säuren fast unauflöslich. 

Bergemann hat neuerlich regulärkrystallisirtesN.,Ni, von Johann-Geor- 

grastadt beschrieben, welches von Wismuth und Nickelooker begleitet wird, 

und dessen sp. G. » 6,398 ist. 
J. f. pr. Chem. LXXV, 848. 

Rothkupfereri. 

Schmilzt v. d. L. und färbt die äussere Flamme grttn, oder nach dem Be- 
feuchten mit Ghlorwasserstoffsäure blau. Auf Kohle reducirt es sich zu einem 



124 

Kapferfcorn, welches nach dem ErslaireD mit einer scfawarxMi Kinde bedeckt 
ist. 

LOsl sich 1d Ghlorwasserstoffsaure zu einer braunen, durch Wasser mü 
weisser Farbe fällbaren, in Salpetersaure zu einer blauen Flüssigkeit auf. 

Seine chemische Natur wurde fast gleichzeitig von Klaproth und Gbe- 
nevix erkannt. 
1. Aus den Turjinschen Gruben des Urals. Blättrig. Klaproth. 
S. Gomwall. Chenevix. 

I. 9. 

Kupfer 91 88,5 
Sauerstoff 9 11,5 
100. 100. 
Es ist Kupferoxydul , ^u. 

8 At. Kupfer = 793,2 = 88,8 
1 -Sauerstoff = 100,0 » =; 41,8 
893,2 100. 
Kupferbltlthe [haarfOrniiges H.]. Stimmt in chemischer Hinsicht mit 
dem R. überein. Nach Suckow wSren die kleinen Krystall« sechsgliedrig, 
nachKenngott zweigliedrig. Dagegen (and Brooke, dass die K. ans Com- 
wall und Sibirien in verzerrten regulären Formen (WOrfelnJ ersefaflint, ' ms 
G. Rose neuerlich von der K. von Niscbne Tagilsk bestätigt hat. Die Dimorphie 
des Kupferoxyduls ist daher noch zweifelhaft. 

Kersten giebt in der K. von Rheinbreitbaeh etwas Selen an, welches 
auch Bergemann in einem Uber;A'iegend aus Rothkupfererz bestehenden Ge- 
menge der dortigen Erze fand, während v. Kobell verschiedene Tarletäten von 
K. vergeblich auf Selen prüfte. 

BergemaDn: Schwgg. J. LIV, HB.— Chenevix i GeUen« N. J, a. Ch. U, 18«. 
— Kerstea: Schwgg. J. XLVII, ist. Pogg. Aon. XLVI, IM. — Klaprolhi Bellr. 
rv, S7. 

Schwankapfferen. (Tenorit). 
. V. d. L. unschmelzbar. Verhalt sich sonst wie Rolbkupferen. 

Löst sich in GhlorwasserstoQisäure mit f^ner, in SalpetersHure mit blauer 
Farbe auf. 

Dies zu Coppcr Harbour am Liikc Superior in grösseren Massen gefundene 
Erz, dessen sp. G. = 5,952 ist, besiebt im Wesentlichen aus Kupferoxyd. 
Joy erhielt aus einer Probe 99, i5 p. C. desselben; eine minder reine gab 1,19 
Eisenoxyd, 0,23 Kalk, 3,38 Kieselsüure. 

Es ist eine Verbindung von 1 Al. Kupfer imd I At. Sauerstoff, Cu. 
1 At. Kupfer = 396,6 = 79,86 
1 - Sauerstoff = 100,0 = gP.U 

496,6 100. : ,.M 

f i 
1 V^ 



In seioen derben Massen kommen Würfel vor, welche nach Whitney Sehte 
rystalle, nach Hayes und Teschemacher Pseudomorphosen nach Rothku- 
Eererz sind, das dort aber nur in Oktaedern bekannt ist. 

Tenorit sind kleine schwarze Blättchen auf Vesuvlaven, welche die Reak*^ 

anen des Kupferoxyds geben. S e m m o i a. 

Klfferscliwlno ist ein aus der Verwitterung von Kupferkies etc. entstandenes Ge- 
leoge. Die K. von Lauterberg am Harz enthält nach Dum e nil : 80,05 Manganoxyd, S9 Ei- 
enoxyd, 41,5 Kupferoxyd, 29,45 Wasser. 

Damenil : Ghem. Forschungen. 8H. — Joy : In mein. Laborat. Auch Pogg. Ann. 

LXXX, S86. — Semmol a: Bull. g6ol. XIII, SOS. — Whitney: Reporten Lake Su- 

perior region. II, 99. 

Bleiglfttte. 

Schmilzt V. d.'L. leicht und redncirl sich zu Bleikömern. 

Löst sich in Salpetersäure gleichwie in Essigsäure vollständig auf. 

Die in Mexico auf Bleiglanz vorkommende scheint ziemlich rein zu sein. 
>agh erhielt als Mittel zweier Analysen : 92,65 Bleioxyd, 5,81 Eisenoxyd, 4,38 
LoUensaure, 0,4 4 Kieselsäure. John fand in einer B. von unbekanntem Fund- 
Nl: 89,1 Bleioxyd, 0,48 Eisenoxyd und Kalk, 2,4 Kieselsäure und 3,84 Kohlen- 
iluie. 

Die B. ist Bleioxyd, f*b, 

K At. Blei « 4294,6 => 92,83 

4 - Sauerstoff = 400,0= 7,47 

4394,6 400. 

John: Schwgg. J. IV, S49. (XXXII, 406). — Pugh: Ann. Chem. Pharm. C, 4SS. 
— Rammelsberg: Ztsch. d. geol. Ges. VI, 674. 

Rothzinkerz. 

V. d. L. unschmelzbar; giebt mit Borax ein amethystfarbig^s Glas, wel- 
ches in der inneren Flamme gelb oder bouteillengrtln wird ; mit Soda auf Kohle 
einen weissen Zinkbeschlag, auf Platinblech Manganreaktion. 

Löst sich in Chlorwasserstoffsäure mit Chiorentwicklung (wegen eines Ge- 
balts an Manganoxyd) auf. 

Bruce, später Berthier, neuerlich Hayes und Whitney haben das 

R. aus New-Jersey untersucht. 

Bruce. Bertbier. Hayes. Whitney.') 

a. b. 

Zinkoxyd 92 88 93,48 98,86 96,19 

Manganoxyd 8 KV) 5,50*) Spur 3,70 

Eisenoxyd — — 0,80 — — 

Wasser — — — 1,14 — 



400. 100. 99,78 100. 99,89 



lj AUilniln. S) Als Mn. 

3; a ist derbes grobkörniges, in Franklinit eingesprengt aus der Nähe der Franklinhtitte. 
Analyse nach Abzug von 4,6 p. C. Franklinit. 6) grossblättriges von Sterling, nach Abzug 
^<^Q •,< p. C. beigemengten Magneteisens. 



Aus der Untenraohung von Whitney folgt, das das R. niohiy wie man 

früher wohl annahm, eine Verbindung von Zinkoxyd und Manganozyd, sondern 

reines Zink oxyd ist, 

in. 

i At. Zink » 406,6 » 80,86 

< - Sauerstoff « 400,0 « ^9,7 4 

506,6 100. 
Das begleitende weisse erdige Mineral ist kohlensaures Zinkoxyd. 

Berthier: Ano. Ilines IV, 488. — Brace: Am. J. ofSc. I,M. Schwgg. J. XXXIII, 
848. — Hayes: Ibid. XLVIII, 864. —Whitney: Pogg. Ann. LXXI, 169. 

... 

2. Sesquioxyde. R. 

Korund. 

y. d. L. unveränderlich ; wird von Borax und Phosphorsais schwer, von 
Soda gar nicht aufgelöst. Wird das feine Pulver mit Kobaltsolution befeuchtet 
und dann im Oxydationsfeuer anhaltend geglüht, so ftrbt es sich Mau. 

Wird von Sauren nicht angegriffen. Nur durch Schmdsen mit den Hydra- 
ten der Alkalien oder den sauren schwefelsauren Saison derselben oder dordi 
Phosphorsuperchlorid (R. Weber) lässt er sich aufschliessen. 

Klaproth's Analysen haben suerst die chemische Natur des Konrnds ken- 
nen gelehrt. Neben Thonerde fand er in den meisten Fallen audi KiesebSure, 
selbst wenn er die durchs Reiben im Feuersteinmörser hinzugekommene Quan- 
tität abzog. H. Rose bewies, dass, wenn man die Anwendung solcher Reib- 
schalen vermeidet, und sich des sauren schwefelsauren Kalis zum Auftchliessen 
des Korunds bedient, die Masse in Wasser vollkommen auflöslich ist, also keine 
Kieselsäure enthalt. Auch Huir fand bei der Analyse eines krystallinischen K. 
nur 1,5 p. C. Kieselsäure, dem Verlust der Reibschale entsprechend. 

Ghenevix, Tennant und neuerlich L. Smith haben Korund und Smir- 
gel untersucht. 







Si 


Fe 


Si 


A 




K., Bengalen. 


Kl. 


89,50 


4,86 


5,50 




mm »6,85 


K., China 


Kl. 


8i,0 


7,5 


6,5 




•> 98,0 


Saphir, Orient. 


Kl. 


98,5 


4,5') 


— 




a 400. 


>i >> 


Sm. 


97,6< 


4,89 


0,80 




a» 4 00,20 


Rubin ,, 


Sm. 


97,32 


4,09 


4, «4 




s 99,62 



K., Kleinasien Sm. 86,6—92,4 4,7-8,2 2,0—3,8 0,7—3,7 
K., Indien Sm. 84,5—93,4 0,9—7,0 0,9—4,0 2,8—3,4 

Sm., Kleinasien Sm. 60,4—77,8 8,6—33,2 4,6—9,6 4,9—6,6 

Der K. ist Thonerde, 

Äl. 

2 At. Aluminium » 342 ss 53,3 

3 - Sauerstoff =s 300 « 46,7 

642 400. 



4) Wobei 9,5 £u. 



1J7 

NaehSmitb ist 



ist 


Harte 


Spec. Gew. 


Saphir 


100 


4,06 


Rubin 


40 


4,08 


Kornnd 


77—55 


3,60—3,92 


Smirgel 


57—40 


3,74—4,31 



Cheney ix: Phil. Transact. 180S. 387. — Klaproth: Beiträge 1,47.84. — Muir: 
Thomson Oull. I, S4S. — H. Rose: Pogg. Ann. LI, 279. — Smith: Am. J. 11 Ser. X, 
SS4. Lieb. Jahresb. 4850. 705. — Tennant: J. d. Phys. LV, 428. Gilb. Ann. XII, 249. 

Chrysoberyll. 

Y. d. L. unveränderlich (auch im Feuer des Porzellanofens. Klaproth). 
riebt mit den FIttssen langsam klare Gläser, welche bei dem sibirischen Ch. 
efawach grttn gefärbt sind. Wird von Soda nicht angegriffen. Mit Kobaltsolu* 
00 giebt das Pulver ein schönes Blau. 

Staren greifen ihn nicht an. 

Klaproih, der ihn zuerst (1795) zerlegte, glaubte darin Rieselsäure und 
iMBerde, nebst etwas Kalk und Eisen gefunden zu haben, und auch Arfved- 
on erklarte ihn (1822) für ein Thonerdesilikat. Zwei Jahre später bewies 
»eyberiy dass der Ch. wenig Kieselsäure, dagegen viel Beryllerde enthält, 
vorauf H. Rose darthat, dass die Kieselsäure der Mischung des Chr. überhaupt 
remd ist, wie auch Thomson gefunden hatte. 

1. Brasilien, a) Klaproth. b) Arfvedson. c) Sieybert. d) Berge- 
mann, e) Thomson, f) Gelber; sp.G. = 3,7337. Awdejew. 

2. Haddam, Connecticut; a) Seybert. b) Damour. 

3. Ural. Grttn; sp.G. ss 3,689. (G. Böse) Awdejew. 

4. 
a. b. c. d. e. f. 



Titaosäure — 


— 


2,67 


2,82 — 




Kieselsäure 18,0 


18,73 


6,00 


5,13 




Thonerde 71,5 


81,43 


68,67 


71,01 76,75 


78,10 


Beryllerde — 


— 


16,00 


16,00 17,79 


17,94 


Eisenoxyd 1,5 


— 


5,25 


3,85 4,49 


4,88 


Kalkerde 6,0 


— 




— —. 


100,92 


Glühverlust — 




0,67 
99,26 

2. 


0,52 0,48 
99,33 99,51 

6. 




97,0 100,16 




Titansäure 


a. 
1,0 








Kieselsäure 


4,0 




— 




Thonerde 


73,6 


76,99 


78,92 




Beryllerde 


15,8 


18,88 


18,02 




Eisenoxyd 


3,7 


4,13 


3,48 




Chromoxyd 





— 


0,36 




Glühverlust 


0,4 
98,5 


— 


Cu,(>b 0,29 
101,07 






100. 





1) Mittel von drei Analysen. 



188 

Der Chrysoberyll ist mithin, den zuverlüssigsten Analysen gemlfsSy eine 

Verbindung von \ At. Beryllerde und 3 At. Thonerde, 

»eÄI», 

worin auch etwas Eisenoxyd und Ghrorooxyd als isomorphe Beimischung eintritt. 

3 At. Thonerde = 1926 s= 80,28 
1 - Beryllerde «] 473 = 49,72 

2399 400. 
Betrachtet man die Beryllerde als ein Monoxyd, so wtlrde die Formel 

fieil. 
Ob die Titansäure wesentlich, und in welcher Form sie überhaupt vorhan- 
den sei, ist nicht bekannt. 

Da Thonerde und Beryllerde für sich isomorph sind, scheint die eigen* 
thümliche Krystallform des Gh. Folge von Heteromorphie zu sein. 

Arfvedson: Vet. Acad. Handl. l8St. Schwgg. J. XXXVlIf, 4. — Awdejew: 
Pogg. Ann. LVI, 448. — Bergemann: De Chrysoberyllo. DIssertatio. Gdttlngan 48t6. 
— Damoar: Ann. Ghim. Phys. III 86r. VII, 478. Pogg. Ann. LIX» IS«. — Klap- 
roth: Beitr. I, 97. — G. Rose: Pogg. Ann. XLVUI, 879. — Seybert: Schwgg. J. 
XLII, 198. — Thomson: Ontl. I, 400. 

EiMüglam. (Rotheisenstein). 

V. d. L. unschmelzbar; wird in der inneren Flamme magnetisch (und 
schwarz), löst sich schwer in Sfluren auf, und zeigt im reinen Znalande nur das 
Verhalten von Eisenoxyd. 

Der krystallisirte E. von Elba enthttlt nach Berzelius etwas Titan- 
säure. Ich habe in sehr schönen reinen Krystallen (sp.G. » 5,883) krin Ti- 
tan, in anderen (sp. G. = 5,241) höchstens 0,3 p. G. Titansäure gefunden. Da- 
gegen ist der E. von Krageröe (sp.G. 5,240) ebenso gut als Titaneisen zu be- 
zeichnen, und stimmt mit dem vom Tavetschthal Graubtindtens (haplotypes Ei- 
senerz Breith.) Uberein. S. Titaneisen. 

Der E. von Elba enthält nach meinen Versuchen immer etwas Eiaenoxy- 
dul (bis 0,8 p.c.) und Talkerde (0,4 p.C.). 

Der krystallisirte E. vom Vesuv (sp. G. s 5,303) ist stark magnetisch. 

Ich fand darin : 

Sauerstoff 
Eisenoxyd 96,15 1 ^^ ^^ 

Eisenoxydul 3,11 i ' 

Talkerde 0,74 

100. 

Die dem Magnet folgsamen Theile verloren in WasserstofTgas nur 88. 
p. G. ; sie würden demnach 77 Eisenoxyd und 23 Eisenoxydul enthalten/iindl 
eine Verbindung fe*ße' darstellen. 

Da man schwerlich eine Beimengung von Magneteisen annehmen Uann, so 
l^sst sich diese Erscheinung nur aus der Isomorphie beider Oxyde, ailgemeio 
aus der IsodimorpLie der Oxyde R und R erklären. 



) 



129 

In dem bltttirigeD E. von Wicklow in Irland, dessen spec. G. s 4,486 ist, 
fandHallei: 95,72 Eisenoxyd, 0, 49 Manganoxyd, 0,98 Thonerde, 1,84 Kie- 
fdstture. 

Rotheisenstein. Schnabel fand in R. aus der Gegend von Wetzlar, 
ood zwar a) von der Hermannszeche (Rotheisenrahm), 6) ebendaher, c) von der 
Grube Engelsherberg : 



Eisenoxyd 


92,45 


73,77 


c. 
80,95 


Kiesels£lure 


5,63 


83,16 


16,74 


Pbosphorsüüre 


0,19 


0,45 


0,51 


*l, Ca, % 


0,65 


1,41 


0,97 


Wasser 


1,08 


1,«1 


0,83 




100. - 


100. 


100. 


Der E. ist im reinsten Zustande E 


lisenox 


y«i, 




fle 






S At. Eisen 


a= 700 a= 


70 




3 - Saaerstofi 


' = 300 = 


■■ 30 





1000. 100. 
Berzelias: Pogg. Aon. I, 84. — Mallei: J. ofihe Dublin geol. See. IV, 278. — 
Rammelsberg: Pogg. Ann. CIV, 497. — Schnabel: Privaimittheilung. 

Braunit 

V. d. L. anscbmelzbar. Giebt (im reinsten Zustande) beim Glühen kein 
Wasser, jedoch 3,4 p. C. Sauerstoff, und verhält sich wie Manganoxyd, löst sich 
iolglidi in Chlorwasserstoffsaure unter Chiorentwicklung auf. 

Er wurde von H a i d i n ge r krystallographisch , von Turner chemisch 
festgestellt. 
4. Elgersburg, Thüringen. Turner. 

2. Botnedalen, Ober Tellemarken in Norwegen. Tönsage r. 

3. St. Marcel, Piemont. Sog. Marcelin, sp. G. = 4,75. Damour. 



Mangaooxyd 
Eisenoxyd 
Baryterde 
Kalkerde 


4 

96,71 
2,26 


95,83 
1,74 


8.*) 

96,62 
1,62 

1,36 


Wasser 


0,95 
99,92 


2,19 
99,76 






99,00 


Der B. ist Manganox 


yd, An. 






2 At. Mangan 

3 - Sauerstoff 


= 675 : 
SB 300 : 


= 69,23 
= 30.77 






975 


100. 





*! Nach Abzag von $,%% p. G. KieseMure und 8,81 p. C. Unlöslichem. 
t) Nacb Abzug von 7,7 Kieselsäure und 2,72 Gangart. 

I Kaaaclf bcrf *• MineraleheMie. ^ 



■ 

Bechi untersticfate minder reine Abfindenrngen von Blba, und Scott 
soiobe aus Hindosian. 

Bechi: Am. J. of Sc. II Ser. XIV, 68. — Damour : Ann. Mine« IV Sör. I, iOa. ^ 
Scott: JamesonsJourn. Uli, S77. ^ Ton sage r: Pogg.Ann. LXV, aai. — Tarner: 
Ebendas. XIV, 214. 

3. Bioxjrde. R. 

y. d. L. unscilmeizbar. Schmilzt mit Borax etwas schwer %vl einem klaren 
strengflUssigen Glase, während Phosphorsalz fast nichts von ihm auflöst. Mit 
Soda liefert er unter Brausen ein klares Glas. Die unreinen Varietäten zeigen 
ein ihren Beimengungen entsprechendes Verhalten v. d. L. 

Unauflöslich in Säuren mit Ausnahme derPluorwasserstofiEBäure. Kochende 
Kalilauge löst Quarzpulver nur in sehr geringer Menge auf. Aus unreinen Va- 
rietäten wird durch Säuren meist ThonerdO; Eisenoxyd u. s. w. ausgezogen. 

Der Quarz ist im reinsten Zustande krystallisirte Kieselsäure, 

Si. 
4 At. Kiesel « 485 «: 48,05 

2 - SauerstoflF « 200 = 54,95 

385 400. 

Amethyst. Ueber den färbenden Stoff bat H e i n t z Versuche angestellt. 
Ein dunkler brasilianischer A. entfärbte sich bei etwa 250^ und enthieh höch- 
stens 0,04 p. G. Mangan. Ein hellerer gleichen Ursprungs enthielt 0,0197 p. C. 
Eisenoxyd, 0,0236 p. C. Kalkerde, 0,0433 p. C. Magnesia und 0,0448 p. G. Na- 
tron. Durch letzteres wird die zuerst von Po ggendor ff geäusserte Vermu- 
thung, die Ursache der Färbung sei Eisensäure, ziemlich wahrscheinHcb 
und die Entfärbung in der Hitze steht hiermit im Einklang. Mangan fehlt, oder 
ist in zu geringer Menge vorhanden , um als färbender Stoff angesehen zu 
werden. 

Beim Erhitzen in Kohienpulver wurde ein A. opalisirend und im durchfal- 
lenden Licht deutlich gelb. 

Organische Stoffe scheinen die Färbung nicht zu bedingen. Eine Analyse 
ergab 0,00273 p. G. Kohlenstoff. 

H e i n t z : Pogg. Ann. LX, 54 9. 

Carneol. Nach GaulthierdeGlaubry soll sein Farbstoff organischer 
Natur sein, da er, mit Kupferoxyd geglUht, Kohlensäure bildet. 

Diese Angabe, an sich unwahrscheinlich, und vielleicht an einem künstlich 
geffirbten Exemplar erhalten, ist von Heintz widerlegt w*orden, der aus einem 
intensiv gefärbten C. aus der Gobinskoi-Steppe (China) nur 0,008 p. C. Koh- 
lenstoff, dagegen aber 



tat 



Eisenoxyd 


0,050 p. C. 


Thonerde 


0,081 „ 


Magnesia 


0,028 ,, 


Kali 


0,004 „ 


Natron 


0,075 „ 


Wasser 


0,394 ,, 



erhielt. Mangan enthält er nicht; die Färbung rührt also wohl von Eisenoxyd 
her, das Hellerwerden durch Glühen aber von der Entstehung unzähliger feiner 
Risse. 

Gaulthier de Claubry: Ann. Cbim. Phys. L, 4S8. Schwgg. J. LXVI, 406. 
Pogg. Ann. XXTI, 562. — Hein tz : S. Amethyst. 

Chrysopras. Nach Kia pro th enthält der Ch. von Kosemüts M, 4 6 Kie- 
selsäure, 0,08 Thonerde, 0,83 Kalk, 0,08 Eisenoxyd, 4,0 Nickeloxyd, 4,86 
Wasser. 

Beitr. II, 187. 

Eisenkiesel. Nach einer Mittheilung SchnabeTs enthält der E. von 
Sundwig bei berlohn 3,93 p. C. Eisenoxyd, 0,42 Thonerde, 0,73 Wasser. 

Faserquarz. Klaproth fand in hellbraunem F. vom Cap i,5p. C. £i- 
seooxvd. 

Beitr. VI, «39. 

Feuerstein. In einer schwarzgrauen Abänderung fand Klaproth: 
0,50 p.c. Kalk, 0,25 Thonerde, 0,25 Eisenoxyd, 1,00 flüchtige Theile, welche 
t. Th. eine Kohlenstoffverbindung sind. 

Berzelias fand in einem F. aus der Kreide von Limhamm in Schonen 
0,H7 p.c. Kali und 0,143 Kalk, Spuren von Eisen und Thonerde, und dne 
geringe Menge eines kohlenstoffhaltigen ohne Rückstand verbrennlichen Körpers, 
von dem wahrscheinlich die dunkle Farbe herrührt. 

Von einer an der Oberfläche mit einer weissen Kruste bedeckten Masse 
enthielt das Innere 0,134 p. C. Kali, 0,574 Kalk, 0,12 Eisenoxyd und Thonerde, 
die weisse mehlartige Rinde dagegen 0,32 p.C. Kali, und ebensoviel Kalk, wo- 
nach es scheint, als habe sie ihre Entstehung der Einwirkung kalihaltiger Ge- 
wässer zu verdanken, welche den Kalk gegen Kali austauschten. 

Nach Heintz wird der F. aus der Kreide (von Rügen) beim Glühen in 
Sauerstoffgas vollständig entfärbt, der aus der Jurabildung jedoch nicht. Die 

Analysen gaben : 

F. aus dem Jura F. aus der Kreide 

heller sehr dunkler 

Kohlenstoff 0,01 0,066 0,073 

Wasser 1,14 1,103 1,298 

Der erstere war innen ganz weiss geworden^ äusseriich aber noch gefärbt, die 

Färbung rührt also bei ihm nur z. Th. von organischer Substanz her. 

Berzelius: K. V. Ac. H. 4S40. Jahresb. XXI, 187. — Heintz: Pogg. Ann. LX, 
519. _ Klaproth: Beitr. I, 40. 

9* 



131 

Haytorit. Diese PMudomorphose, von Haytor, Derooshire, enthlhnach 
Wo hier: KieselsXore 98,5, Eisenoxyd 0,2, Wasser 0,5, imd vertiilt sieh che- 
misch gans wie Quarz. 

Wähler: Pogg. Ann. XII, ISS. 

Heliotrop. Verhält sich wie Quarz, brennt sich nach Klaproth etwas 
mttrber, wird dabei grauweiss, und an Stelle der rothen Funkle entstehen kleine 
Höhlungen. 

Brandes und Firnhaber landen: Kieselsaure 96,25, Thonerde 0,83, 
Eisenoxydul 1 ,25, flüchtige Theile i ,05. 

Brandes: Schwgg. J. XXXV. 4M. —Klaproth: Beitr. 1, 17. 

Hornstein. Klaproth fand in dem splittrigen H. von Sehneeberg, der 
sich weiss brennt: Kieselsaure 98,25, Thonerde 0,75, Eisenoxyd 0,50, Wassn* 
0,50. Kersten giebt in einem chalcedonartigen grauen und rothlichen E. vui 
Marienbadan: Kieselsaure 90,296, Thonerde 3,100, Eisenoxyd 1,733, Magne- 
sia 4,285, Kalk 0,936, Natron und etwas Kali 0,700, Wasser 4,950. 
Kersten: Leonh. Jahrb. IS45. S5S. — Klaproth: Baitr. VI. ISO. 

Knollenstein. Ein Gemenge von Quarzmasse mit Thon und Flnssspath, 
in dem Prophyr von Halle vorkommend. 

Wolff: J. f. pr. Chem. XXXIY, %i9, XXXVI, 44S. 

Rosenquarz. Nach Fuchs enthalt der R. von Rabenstein bei Bodenmais 

f — 4,5 p. G. Titanoxyd, aber weder Alkali noch eine alkalische Erde. Ber- 

thier glaubt dagegen, der R. von Quincy sei durch einaü organiadien Stoff 

gefilrbt. Nach Wolff ändert der R. (und der Rauchtopas) beim Glühen weder 

sein absolutes noch sein spec. Gewicht. 

Berthier: Ann. MinesX, S7t. XIII, SIS. — Fuchs: Schwgg, J. LXII, MS. — 
Wolff: J. f. pr. Chem. XXXIV, S87. 

Opal. 

Decrepitirt meist beim Erbitzen, und giebt mehr oder weniger Wasser, wel- 
ches zuweilen brenzlich riecht und Ammoniak enthalt (Damour). Verhalt sich 
sonst wie Quarz. 

Wird von Sauren, mit Ausnahme der Fluorwasserstoffsäure, welche iha 
leichter als den Quarz auflöst, nicht angegriffen. Das Pulver ist in kochender 
Kalilauge auflöslich (Fuchs). Mancher 0. wird schnell, mancher langsam, der 
Hyalith am schwersten aufgelöst. Auch nach dem Glühen ist der O. in Kali- 
lauge auflöslich (Graf Schaffgotsch). 

1. Milchweisser 0. von Kosemütz, Schlesien. Klaproth. 

2. Halbopal vom Schiffenberg bei Glossen. Wrightson. 

3. Hyalith von Waltsch in Böhmen. Grf. Schaffgotsch. 

4. Cacholong von der Fiiröem. Forchhammer. 

5. Pechopal von Telkebanya, Ungarn. Klaproth. .. ;. . . 






138 

6. Gelbbrauner O. aus dem Trachyt der Roseüau im Siebengebirge. Sp. 6. 
SS 2,094. V. d. Mark. 

7. Weisse Rinde auf dem vorigen. Sp.G. = 2,063. Derselbe. 
). Hydrophan von Hubertsburg, Sachsen. Klaproih. 

}. Jaspopal, brauner aus dem Trachyt des Stenzelberges im Siebengebirge. 

V. d. Mark. 
). Holzopal von Oberkassel bei Bonn. R. Brandes. 
I. Feueropal von Washington Co., Georgia. Brush. 
L Hyalith von Frankfurt a. M. (Steinheim?) Bucholz. 
I. Weisser O. vom Stenzelberg, z. Th. erdig; sp. G. as 2,049. V. d. Mark. 
i. Holzopal, brauner von Telkebanya. Klaproth. 
5. Feueropal von Zimapan, Mexico. Derselbe. 
5. Feueropal von der Fdrtfern. Forchhammer. 
7. Edler O. von Czerweniza, Ungarn. Klaproth. 
B. Holzopal vom Quegstein im Siebengebirge. Brandes. 
9. Halbopal aus dem Dolerit von Steinheim bei Hanau. Stucke. 
0. Grünbrauner 0. von Meronitz in Böhmen, Pyrop führend ; a) fettglänzende, 

b) matte Abänderung. Werthheim. 



, 


4. 


t. 


•. 


4. 


5. 


• •) 


7. 


Wasser 


0,10 


2,73 


3,0 


3,47 


5,0 


5,61 


5,08 


Kieselsäure 98,75 


90,20 


95,5 


95,32 


93,5 


91,82 


89,54 


Thonerde 


0,40 


1,86 


— 


0,20 


— 


0,14 


0,27 


Eisenoxyd 


— 


4,11 


0,8 


— 


1,0 


2,15 


4,94 


Kalk 


— 


— 


0,2 


0,06 


— 


^■MB 


• "^ 


Magnesia 


— 


0,86 





0,40 




0,18 


0,17 


Natron 




0,90 





0,06 


— 




— 


Kali 


— 


0,80 
0,31 «)' 





0,07 
99,58 




0,10 
00. 1 


— 




98,95 


99,5 


99,5 ^ 


00. 






101,76 








• 






8. 


9. 


4 0. 


ii. 


la. 


48. 


u. 


Wasser 


5,25 


5,67 


6,42 


5,84 


6,33 


7,02 


7,5 


Kieselsäure 93,13 


88,28 


93,01 


91,89 


92,00 


85,01 


43,5 


Thonerde 


1,62 


0,31 


0,12 


1,40 




0,83 




Eisenoxyd 




5,58 


0,37 


— 


— 


6,56 


47,0 


Kalk 


— 




— 




— 





-— 


Magnesia 




0,16 


— 


0,02 


— 


0,33 


— 


Natron 


— 


— 


— 




— 


— 


— > 


Kali 






— 





— 


0,25 
100. 







100. 


100. 


99,62 


99,15 


98,33 


98,0 



4) Schwefelsäure. 

i) GleichfaUs von G. Bischof untersucht. 



Haytorit. Diese Pseudonv 
wohler: Kieselsttare 98,5, Ki 
misch ganz wie Quarz. 

Wöhler: Pogg. Ann. XI 

Heliotrop. Verhalt- 
mürber, wird dabei graii\\ < 
Höhlungen. 

Brandes und Fir 
EisenoxyduH ,25, flürl 
Brandes: Schv 

Hornstein. l 

sich weiss brennt : 

0,50. Kersten^ 

Marienbad an: Ki-' 

sia 1,285, Kalk 
KerstcT' 

Knollei 
in dem Propl 

Wol- 

Rosf -'^^ 
4—1,5 p. 

thier {:! 
gefilrht. 
sein a)' 



if. 



t9. 







a. 


b. 


* . 


to,oo 


H,46 


42,89 


^ « 


82,75 


83,73 


73,45 


51 


3,50 




— 


.:i? 


3,00 


3,58 


9,95 


— 


0,25 


1,57 


4,21 


— 


— 


0,67 


2,13 


.».äO«) 


— 




— 



itf. 



,^. ^i 



»00,17 99,50 101,00 99,63 

Opale ist, so verschieden wird auch 
^ wie folgende Uebersicht lehrt : 
2,5—2,9 Grf. Schaffgotsch. 
Damour. 
\. Kobell. 
Damour. 






3,06 

4,0 

3,01 

4,6 

5,1 



Brush. 



Damour. 

Forchhammer. 

Damour. 

V. Kobell. 
Damour. 



^«' 



V 



cl 



^. .^.U. 2,054) 

6,1 
,No.5,14) 6,38 

7,97—8,96 
^tiww 8,9 

8,9*) 

^XKV 10,1») 

IC \^iert nach Kobell bei schwachem Erhitzen 7,5, 
«^4 Jk4ti zusammen 10,94 p. C. 
"I^^: ;.»Ko Kieselsäure, wahrscheinlich durch Eintrocknen 
^ ^V ^Ä**»^*"' ^^^^ ^^* ^^^ Zersetzung von Silikaten durch Ge- 
^^ ^div Daher sein Gehalt an Basen und an Wasser. Letz- 

itiuMls Kiesclsäurehydrat zu betrachten, und Damour hat 
m^ ^^~ .^fiJK'V^ H)dnitc zu unterscheiden gesucht. Allein die Anaiy- 
^'^^ ^njj UHVior Ansicht nicht gUnstig; sie zeigen, dass der Wasser- 
^ s!L Jwl und 13 p.c. ganz ausserordentlich schwankt, und dass 




^j^ *^*Va^.>> \hAndorungen hierin zuweilen sehr verschieden sind (Vgl. 

i^iB>^ ^^Hi^lim'hon lind die chemischen YerhHltnisse thun entschieden dar, 
•^^ l^^ohof cmlwickclt hat, dass der 0. ein Absatz von Kieselsäure 



^^S^J ^yUjÄMUH, «n. vitiileicht eine erstarrte Kieselgallerte ist, welche aus 

■ ^A ^gltHnm*"! «tliiM<-l)lioHslich 0,03 Kohle. 
^ ^ ^ '•nit In Nlttrkcrcr llilzc cnlweicheii. 

j 'lermoimtlichem Liegen nur noch 6 p. C. Wasser. 



136 

der ZerseUimg von Silikaten herstammt, und deshalb auch fest immer noch 
Reste von den Basen derselben, Erden und Alkalien, enthält, auch mit Eisen- 
oxydhydrat häufig gemengt ist. Forchhammer machte schon früher auf den 
Gehalt an diesen Stoffon aufiDierksam, und da er im ungarischen O. fast nichts 
von ihnen, in dem O. von den Färdem dagegen meriLÜche Mengen fand, sosteilte 
er die Ansicht auf, jene dem Alaunstein führenden Trachyt Ungarns angebörigen 
Opale seien reine Kieseisäurehydrate, entstanden durch die EinwiriLung von 
schwefelsauren Dämpfen, die anderen der Trappformation eigenthUmlichen aber 
seien Hydrate von sehr sauren Silikaten von Magnesia , Kalk und Alkali, und 
ihre Bildung analog der Kieselsäureabscheidung aus löslichen (Alkali*) Silikaten. 
Das Material für alle aber sei Feidspathsubstanz. 

Ausführlich ist dieser Gegenstand in G. Bischof^s Werk behandelt. 

Viele Opale seheinen Quarz beigemengt zu enthalten, viele kommen in 
sichtlicher Abwechslung mit demselben vor, indem Streifen beider einander 
bedecken. Nach Fuchs sind Cbalcedon und Feuerstein Gemenge von 
Quarz und Opal, denen letzterer durch Kalilauge entzogen wird, was von Bi- 
schof bestätigt wird. Auch verdünnte Fluorwasserstoffsäure, weiche den 
Opal viel leichter als den Quarz auflöst, ist geeignet, das gleichzeitige Vorhan- 
densein beider, namentlich ho ganzen Stücken, angeschliffenen Platten, deutlich 
zu machen. Die Opalstreifen lassen Vertiefungen zurück, während die Quarz- 
streifen Erhabenheiten bilden, so dass man mittelst derartig geätzter Platten in- 
struktive Abdrücke darstellen kann. Auf «.dieses Verhalten machte v. Kobell 
zoerst aufmerksam. Das Schwanken des Wassergehalts beim Opal beruht hier- 
nach mit auf dem wechselnden Gehalt an beigemengtem Quarz, und ehe man 
in jenem bestimmte Hydrate annimmt, erscheint es nothwendig, zu beweisen, 
dass die Masse nur amorphe Kieselsäure enthält. 

Nicht selten sind Gemenge von Opalmasse mit kohlensaurem Kalk. Dabin 
gehört der Schwimmkiesel von St. Ouen bei Paris, welcher nach Grf. 
Schaffgotsch 3,3 Wasser, 86,9 Kieselsäure, 0,7 Thonerde und 9,1 kohlen- 
sauren Kalk enthält. 

Bischof: Geologie II, 4 SS 4. — Brandes: Nöggerath Gebirge Rheinland -West- 
phalen I, SSS. — Brush: Dana Min. p. 451. — Bucholz: Gehlens Journ- I, SOt. 
YIII, 476. — Damour : Ann. Mines III S6r. XVJI, S02. Bull. g6ol. II S^r. V, 457. — 
Porchhammer: Pogg. Ann. XXXV^SSI. — Fuchs: Ebendas. XXXI, 577.— Klap- 
roth: Beitr. 11,454, IV, 456. — v. Kobell : Charaki. der Min. I, S58. — v.d. Mark . 
V. Dechen geogn. Beschr. d. Siebengb. in den Verh. d. nat. V. d. pr. Rheinl. 9. Jahrg. — 
Schaffgotsch: Pogg. Ann. LXVIII, 4 47. — Stucke: Nose Beschrbg. einer Samml. 
vulk. Foss. S. 7S. — Werthelm: In mein. Lab. — Wrightson : Ann. d. Chem. u. 
Pharm. LIV, S5S. 

Alumocalcit von Eibenstock im Erzgebirge gelatinirt nach Kersten 
mit Säuren und soll 4 Wasser, 86,6 Kiescls^iure, 3,23 Thonerde, 6,25 Kalk ent- 
halten, und ist vielleicht ein Gemenge von Opal und einem Silikat. 

Kieselsinter. Absätze von Kieselsäure, meist in amorpher Form, zu- 
weilen quarzbaltig, oder die festen Theile von Infusorien bildend. 



134 





45. 


46. 


47. 


4S. 


Wasser 


7,7!> 


7.97 


■ 10 


9.«* 


Kieselsäure 92,00 


88,73 


90 


8(;." 


Thonerde 


— 


0,99 


— 


,1 


Eisenowd 

• 


0,25 








Kalk 


— 


0,49 


— 




Magnesia 


— 


1,48 


— 




Natron 
Kali 




0,34 


— 






100. 


100. 


~r- 





So verschieden der Wässerige ii' 
oft der der n<Smlichen Yarieliil nn-- 
Ilyolith o) von Ziniap- 
b] von Wall 



^. 4 I iet. 



0) 


vom 1' 




Pechopal a) 


au> 




b) 


Vn- 




Weisser 0. . 


1 




Holzopal \<> 






Pcchopai . 




' ■ 


Weisser f 

■ 






Glasopa 






FarbJL'f 




- 


Edler 




« 


bei starkem ' 




• » 


Der Op 






gallcrtartii: 






wüsser al) 




•• 


leres hat 






selbst vi 






sen der 




. »c •> • 


gehall 




j* " ' ' ■* 


Slussei 


_■* 




Hvali: 


«k 


^ . . . V ■ 


• 




*«>.ifc- • 


• 




.. . - ' ^ 


wie 


• 




aus 


^ .i 


» X ^? •*> 






fjurnet, 



I iöhnien. In Kalilauge 



. : n a e r. 
■ V» 



i.ro 

W.97 

T 8. 

• 0.1) 3,00 
ST.e 93,25 

e.o 2,00 

— 1.25 

: 1} 



d. 
Daniour. 

10,40 

87,67 

o;7i 

0.40 



0,82 
Spur 

9. 

9,00 



40. 

8,89 



86,48*) 87,58 
1.41" 



0,55] 
0,56' 

2,00 



8,04 

1,09 
0,30 



V, 



r » ■. 99.50 100. 99,90 

• Suvholi und Beudant ^ebon 
•-.;;• ■.:r.J Weisser. 

•-: ■■."."'XiT, weiche auf nassem Wege 

> .V v.v; iHl.86 Kieselsäure, 0,29 

K4 k -.09 kohiens. .Magnesia, 9,01 



. € , -^ . ■* 



187 

Nach Damoiir verlierl der Geiserit (No. 4) bei 100 — 150^elwa Zwei* 
drittel des Wasaers. 

Hochstetter fand in dem Absatz einer heissen Quelle der aiorischeii In- 
sel Flores 43 p. G. in verdünnten Slnren l(tolicher Tbeile, bestehend aus Eisen* 
oxyd, Thon- und Kalkerde. Der Rest enthielt 67,6 Kieselsäure, %i Eisenoxyd, 
10,2 Thonerde, 4 Kalk. Andere Quellabsätze der Fumas auf Terceira bestan- 
den theils nur aus Eisenoxydhydrat, theils aus Kieselsaure und Schwefel mit 
etwas Eisenoxyd. 

Baumann: In meinem Laborat. — Bickells Ann. Chem. Pharm. LXX, tat. — 
Damour: Bull. gtel. II Sdr. V, 457. *• Forchhammer: Pogg. Ann. XXXV, SS4. — 
Fournet: Leonh. Jahrb. 4SS1, 420. — Hochstetter: J. f. pr. Chem. XXV, S7 5. ^ 
Karsten: Schwgg. J. LXVI, «5. — IClaprotb: Beitr. II, 4aa. V, 4«i. VI, I4S. — 
Kuhlemann: Ztschrfl. f. d. ges. Naturw. VUI, 478. — Hallet: Phil. Mag. V, 185.-* 
Salv^tat: Ann. Ghim. Phys. DI S^r. XXIV, 848. — Zellner: Schwgg. J. XUI. W. 

Anatas. 

V. d. L. unschmelsbar. Giet>t mit Borax ein fest farbloses Glas, welehee 
in der inneren Flamme gelb oder amethystiarbig wird ; mit Phosphorsak erhilk 
man etwas schwer eine Perle, die in jener sich blau ftlrbt. 

Wird von Säuren nicht angisgriffen. 

Vauquelin fand in dem A. im Wesendiohen nur Titansäure, und H. 
Rose bewies später, dass er aus reiner Tita nsäure besteht, und beim Glühen 
nicht sein absolutes, wohl aber sein spec. Gewicht ändert, welches xuersi in 
das des Brookits und sodann des Rutils übergeht. 

Der A. aus Brasilien enthält nach H. Rose 0,25 p. G. Eisenoxyd, nach 
Damour 0,S Zinnsäure und 4,4 4 Eisenoxyd neben 98,36 Titansäure. 

Damoar: Ann. Ghim. Phys. III S^. X. — H.Rose: Pogg. Ann. LXI. 548. — 
Vauquelin: Ann. sc. nat. IX, 818. Berz. Jahresb. VIII, 848. 

* 

Brookit (Arkansit). 

Verhält sich wie Anatas. 

H. Rose bewies, dass der B nur aus (zweigliedrig krystallisirter) Titan- 
säure besteht, welche beim Glühen die Dichtigkeit des Rutils erlangt. Er fand 
in dem englischen B. 4,4 p. G. Eisenoxyd. In dem vom Ural geben an : 

Hermann. Romanowsky. 
Titansäure 94,09 94,34 

Eisenoxyd 4,50 3,28 

Gruhverlust 4,44 4,34 



4 00. 98,90 

Nach meinen Untersuchungen stimmt der Arkansit von Magnet Cove, 
Hot Springs Co. in Arkansas, in Form und Mischung mit dem Brookit ttberein, 
was von|M|iller und Kenngott, so wie von Hermann und Whitney be- 
stätigt wurde. Damour und Descloizeaux, welche bei der Analyse einen 



188 

Uebeesehusfl Ten 1,5 bis 3 p. G. erhielten^ fanden, daas des Pulver beim Glühen 
in Sauerstoffgas um 0,45 p. C. zunimmt, und dass es beim Erbilien mit Sdiwe- 
feUäMre sehweflige & entwidcelt, woraus sie seUiessen, das lfiim*al enthalte 
auoh Tilanoxyd, und s« aus Brookit dnreii reduoirende Einflüsse entstanden. 
Auch soll letiterer in der inneren Ltfthrohrflamme das dunkle Ansäen des A. 
eriialten. 

Dameart Ana. Mines UI S6t. XV. — Hermaani J. f. |ir. Gh. XiVI, 404. L, SM. 
— Rammelsberg: Pogg. Add. LXXVII, 586. — Romano wsicy : B. u. biitL Ztg. 
4$5S. No. i6. — H. Rose: Pogg. Aon. LXI, 5U. 

Rutil. 

' Y. d. L. unveränderlich. Giebt mit Borax im Oxydationsfeuer ein grün- 
liches^ im Reductionsfeuer ein schmutzig violettes Glas; mit Phosphorsalz in 
letzterem ein rothes, welches auf Zusatz von Zinn blau oder violett wird. Mit 
Soda schmilzt das Pulver unter Aufbrausen zusammen ; bei gehörigem Yerhält- 
niss wird die Perle, aus dem Feuer genommen , unter lebhaftem Erglühen kry- 
ataHinisch« Zuweilen bemerkt man dabei Hanganreaktion. Nach Berzelius 
tiBagirt der R. von KflringbridLa mitunter auf* Chrom. 

Von Säuren wird er nicht angegriffen. 

Klap ro th bewies, dass der R. das Oxyd des von Gregor im Titaneisen 
entdeckten Metalls enthttlt, weldiem er den Namen Titan ertheilte. Er analy- 
sine E. von Boinik in Ungarn, von Gajuelo bei Buitrago, Prov. Burgoa in Spa- 
niel, von Arendal und vom Spessart. Vauquelin und Hecht untersuchten 
den R. von St. Yrieix und von Käringbricka, weicher letztere audi von Eke- 
borg zeriegt wurde. 

Obgleich nm namentlich durch Klaproth erwiesen .war, dass der R. we* 
sentKch aus TitansSure, mit mehr oder weniger Eisenoxyd besteht, so waren 
doch die Analysen nicht ganz richtig, weil die abgeschiedene TitansSore Kali 
enthielt, was Vauquelin später selbst bemerkte. Zwar gab Ekeberg im 
schwedischen Rutil nur 3 p. C. Chromoxyd neben 97 Titanstfure an, allein erst 
seitdem H. Rose die Verbindungen des Titans genauer untersuchte, ist auch 
die Natur des RuUis als wesentlich aus Titansäure bestehend klar geworden. 
Später hat blos Fe sc hier, durch fehlerhafte Methoden irregeführt, in dem R. 
von St. Yrieix ein titansaures Eisenoxyd sehen wollen, worin 74,3 TitansäurOi 
27,5 Eisenoxyd, 4,2 Manganoxyd enthalten sein sollten. 

1. St. Yrieix. aj H. Rose. 6} Dam cur. 

2. Freiberg. Schwarz, sp. G. = 4,242, beim Glühen roth werdend. Kersten. 

a. b. 

Titansäure 98,47 97,60 96,75 

Eisenoxyd 4,53 4,55 2,40* ) 

400. 99,45 99,45 



1) Nebst Magoeteisen, welches sich aus dem Pulver durch den Magnet aoszieben liest. 



1»9 

DtrR. iü wllita im reinslm Zostancie Titansaure, 

ti 
4 At. Titan » 304,5 »s 60,19 

2 - Sauerstoff — gOO,0 » > 99,87 

501,5 100. 
Damour und Descloizeaux fanden, dass ein Rutil beim GlOhen in Was- 
serstoffgas 4,51 p.c. verlor, und sein sp.G. von 4,273 in 4,365 veränderte. 
Da sie den Eisenoxydgehalt nicht angegeben haben, so ist nicht zu ersehen, 
wie weit die Reduktion der Titansäure hierbei vorgeschritten war. 

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Eisen im Rutil als Titaneisen ent- 
halten ist. 

Damour: Aim.Ghim.Phys. IllS^r. X. — Damour u. Descloizeaux: S.Broo- 
kit. — Bkeberg: K. Vet. Ac. Handl. 4808. 46. — Kersteo: J. f. pr. Chem. XXXVII, 
470. ^ Klaproth: Beitr. 1,888. 11,888. lY, 458. — Peschier: Bibtioth. univ. 
1884. Mai. 48. — H. Rose: Gilb. Ann. LXIII, 67. Pogg. Ann. III, 466. — Vauque- 
lin: J. des Mines XV, 40. Ann. du Mus. VI» 88. 

limenorutii nannte Kokscharow eine schwarze eisenreiche Abände- 
rung vom Ilmengebirge , deren sp« G. lu 5,074^5,133 angegeben wird und 
worin Hermann 89,3 Titansaure und 4 0,7 Eisenoxyd Cand. 
Kokscharow Mat. lur Min. Russlands II, 858. 

Zinnstein. 

Für sich v. d. L. unveränderlich ; reducirt sich auf Kohle in der inneren 
namme nach längerem Blasoti, leichter auf Zusatz von Soda, zu metallischem 
Zinn. Mit den Flüssen reagiri er oft auf Eis«k und Mangan. Der tantalhaltige 
giebt mit Borax ein Glas, welches bei einem gewissen Zusatz von selbst oder 
durchs Flattern unklar wird, und reducirt sich schwerer. 
Wird von Säuren kaum angegriffen. 
f. Schlacken walde, Böhmen. Klaproth. 

2. Altemon, Comwall. Derselbe. 

3. Finbo bei Fahlun. Berzelius. 

4. Grafschaft Wicklow in Irland. Braune Kömer aus dem Sande, sp. G. as 
6,753. Mallet. 

5. Xeres in Mexico. Dunkelbraunes Holzzinn von rothem Pulver, sp.G. =s 
6,862. Bergemann. 

4. 8. 8. 4. 5. 

Zinnsäure 95,4 98,60 93,6 95,26 89,43 

Tantalsäure — — 2,4 — — 

Kieselsäure — 0,75 — 0,84 2,24 

Eisenoxyd 0,7 0,36 1,4 2,41 6,63 

Manganoxyd — — 0,8 — — 

Thonerde — ^ — — — 1,20 

96^7 99,71 98,2 98,51 99,47 



MO 

Klaproth erfaieU durah Badoklmi im Koblentiagel feigande p. G.'«q Zinn: 

Seifensinn von Ladok, Cornwall 76 

Desgl. von Alternon 76 

Polgooth, Cornwall, nadelfilrmige Kryatalle 75 

St. Agnes, C, graue Krystalle 74 

Boluinni C. 73 

ScUackenwalde, braune Krystalle 78,5 

Der Z. im reinsten Zustande ist Zinnsäure, 

Sq. 

4 At. Zinn — 735,3 — 78,64 

2 - Sauerstoff « 200,0 a » 24,39 

935,3 400. 
Berge mann: Leonh. Jahrb. 4857. sas« — Berielias: Schwgg. J. XVI, 156. — 
Klaproth : Beitr. U, 145. — Mall et : J. Dobi. geol. Soc. IV, 172. 

Polianit (Pyrolusit). 

Giebt beim Eriiitzen meist ein wenig Wasser; verliert (im reinsten Zu- 
stande) beim Glühen 42 p. C. Sauerstoff. Ist v. d. L. unsebmehbar, wird roth- 
braun, und verhält sich wie ein reines Manganoxyd. 

Löst sich in Chlorwasserstoffsäure beim Erwärmen unter Ghlorentwicklung 
auf. 

4 . Polianit von der Maria-Theresiazeche bei Platten in Böhmen. Sp. G. » 
4,88. Plattner. 

5. Pyrolusit vonEIgersburg beillmenau, Thüringen. Sp. G. tm 4,94. Turn er. 

3. P. von Ihlfeld (?). Sp. G. ^ 4,849. Derselbe. 

4. P. aus Schweden (wahrscheinlich von Undenaes). Arfvedson. 

4. 1. I. 4. 

Sauerstoff 48,28 47,90 47,69 20,43 

Manganoxydul 84,40 (48,30) 80,44 (48,09) 80,06 (48,00) 77,74 (47,47)') 

Baryt — 0,53 6,67 — 

Wasser 0,32 1,43 4,58 4,86 

100. 400. 400. 400. 

Hiemach ist der P. Mangansuperoxyd, 

Mn, 

4 At. Mangan s 337,5 = 62,8 oder: Sauerstoff = 48,6 

2 - Sauerstoff =200,0=37,2 Manganox>duI =84,4 



537,6 <00. 400. 

Nach Breithaupt ist die von ihm Polianit genannte Varietät, welche 
sich durch ihre grosse Härte auszeichnet, eine ursprungliche Bildung, der Pyro- 
lusit hingegen stets eine sekundäre, aus der Oxydation anderer Manganerze her- 
vorgegangene , oft die Masse von Pseudomorphosen bildend, und daher nie so 
rein wie der Polianit, auch stets merklich Wasser enthaltend. 



4) Die eingeklammerten Zahlen s Sauerstoff. 



14t 

Wasser nebi ans Pyrolusii oft Umie Meof^n yan Ghlornairiiiin md Ghlaiw 

calcium aus und diese Salze sind die Ursache, dass manehar BratiBstein mit 

Schwefelsäure etwas Chlor entwickelt. 

Arf^edsos: Scliwgg. J. XLII, S40. — Platiner: Pogg. Aaa. LXl, i9%. — Tur- 
ner: Bbendas. XIV, 128. 

Plattnerlt (Schwerbleierz}. 

Ein wahrscheinlich von Leadhills stammendes schwarzes Mineral in aeehs^ 
seitigen Prismen (wohl Pseudomorphosen von Pyromorphit) ist von Lampa- 
dius und von Plattner untersucht worden, and enthält nach Letzterem 86,2 
p. G. Blei nebst Sauerstoff und einer Spur Schwefelsäure. 

Es wäre hiemach Bleisuperoxyd, 

Pb 

1 At. Blei » 4294,5 »= 86,62 

2 - Sauerstoff = 200,0 = 43,38 

U94,5 400. 
Breithaupt: J. f. pr. Chem. X, 508. 

4. Tritoxydc. R. 

Arseoikbiathe. 

Verflüchtigt sich beim Erhitzen vollständig und bildet ein krystallinisches 
Sobliroat. Reducirt sich, mit Kohle gemengt, oder v. d. L. auf Kohle zu me- 
tallischem Arsenik, welches als schwarzer Metallspiegel oder in Form von Däm- 
pfen erscheint^ die durch ihren Geruch charakterisirt sind. 
Ist in Wasser schwer auflOslich. 
Im reinen Zustande arsenige Säure, 

Äs. 
4 At. Arsenik = 940 == 75,84 
3 - Sauerstoff = 300 = 24,19 

4240 ~iÖo7~ 

Antimonbifithe und Seoarmontit. 

Verflüchtigen sich beim Erhitzen vollständig; schmelzen v. d. L. sehr leicht 
unter Entwicklung von weissen Dämpfen, welche auf der Kohle einen starken 
Beschlag bilden, und werden in der inneren Flamme auf Zusatz von Reduktions- 
mitteln in Antimon verwandelt, wobei jene sich grünlich färbt. 

Leicht löslich in Ghlorwasserstoffsäure zu einer durch Wasser fällbaren 
Auflösung. 

Schon Klaproth und Yauquelin hatten die A. (Weissspiessglanzerz) 
untersucht, wiewohl erst durch A. Rose's Versuche bestimmt ermittelt wurde, 
dass sie im Wesentlichen antimonige Säure ist. Suckow gi^t in der 



▲bmdemiiig von Wolbch «4,7 «atjamigt fi., 4,8 Eiaenoxyd, M Kmftsäure 
und 6,8 W9tatlifleh«6 Aniimon an. 

Der SeDarmontit aus der Provinz Gonslantine in AlgerieD (ap. G. «b 5,8S 
-«4|30) iat nach RiTot dieiiliUa antimenlge Saure, miiS^re^ Ton Blei, jedoch 
firei von Arsenik. 

Die aniimonige Saure ist mithin dimorph, als Antimonbiüthe zweigliedrig, 
als Senarmontit regulär. Letzterer giebt bdfä BubKmiren Krystalle von beiden 

Sb. 
i At. AnümoE » 4504 •- 8d,37 

3 - Sauerstoff » 300 »> 46,63 

4804 400. 
Klaproth: Beitr. III, 48t. — Rivots Ann. Ghim. Phys. lU S«r. XXXI, 504. — 
A. Rose: Pogg. Ann. LIIl, 167. — S)lckow: Die Verwitl. im Min. 4a. — Vauqae- 
lin: HauyTrait^IV, «74. 

TaaaillOCker. Ein gelber Anflug auf gediegen Kupfer der Cliffgrube am Laice Sape- 
rior soll nach vorlttufigen Versuchen aus Vanadiasäure/V, bestehen. 
Am. J. of. Sc. II. Ser. XI, SS8. 

Woifraoaocker. 

Schwärzt sich v. d. L. in der inneren Flamme, ohne zu schmelzen. Giebt 
mit Borax in der äussern Flamme öin färbloses oder weisses, in der inneren ein 
geblichesy beim Erkalten rotbes 61m. 

Löst sich nicht in Säuren, wohl aber in Alkalien, auch in Anmoniak auf. 

Ist Wolframsäure, 

W. 

4 At. Wolfram = 4<50,8 = 79,3« 
3 - Sauerstoff = 300,0 « «0,68 

U50,8 fOO. 
B. Silliman: Am. J. of Sc. IV, 88. 

MolybdAnoeker. 

Schmilzt V. d. L., beschlägt die Kohle und verhält sich überhaupt wie ge- 
rösteter Molybdänglanz. 

Ist in Chiorwasserstoffsäure gleichwie in Alkalien auflöslioh» 
Ist seinem Verhalten nach Molybdänsäure, 

tto. 
1 At. Molybdän « 575,8 ^ 65,74 
3 - Sauerstoff = 300,0 a » 34,29. 

875,8 4 00. 
Nach Jackson enthält der M. von Westmoreland, New-Hampshire, etwas 
Uranoxyd. 

Dana Min. III Sdit. 890. 



141 

WismuihoAer. 

Schmilzt V. d. L. und reducirt sich leicht su meiailischem Witmuth. 
Ist in SalpcAersSiure auitoslich. 

La mpadius erhielt aus eioero W. : 86,4 Wismutboxyd, 5,1 Eisenoxyd, 
4,1 Kohlensäure und 3,4 Wasser. Es ist hiernach nicht sicher, ob dieser was- 
serfreies Wismuthoxyd oder im Wesentlichen ein wasserhaltiges Garbonat (S. 
Wismuthspath) ist. Später fand Suckow in einem aus der Verwitterung von 
Nadelerz entstandenen W. vom Pichtelgebirge 96,5 Wismuthoxyd, 2 Eisenoxyd- 
hydmt, 4,5 arsenige Säure. 

Das Wismuthoxyd, 

Bi 
enthält 

f At. Wismuth s 2600 »= 89,66 
3 - Sauerstoff = 300 = 10,34 

2900 100. 
Lampadius: Handb. d. ehem. Anal. 280. —Sackow: D. Verwitt. im Hin. 14. 



B. Ozydhydrate. 

4. Von Monoxydeo. 

Brueit (Nemalit). 

Giebt beim Erhitzen Wasser, i^rbt sich (durch Eisengehalt) oft bräunlich- 
gelb, und reagirt alkalisch, ist v. d. L. unschmelzbar und verhält sich wie 
Magnesia. 

Löst sich in Säuren leicht auf. 

Bruce, Vauquelin und Fyfe gaben die ersten Analysen dieses Minerals. 

<. Hoboken, N. Jersey; a) Bruce, b) Vauquelin, c) Stromeyer, 
d) Whitney, e)R., /)Wurtz(a. Bnicit, /9. Nemalit oder faseriger Er.). 

2. Texas, Lancaster Co., Pennsylvanien. Smith u. Brush. 

3. Svinaness auf der Shetland-lnsel Unst. a) Fyfe, 6) Strom eye r. 

a. 

Magnesia 70 

Eisenoxydul — 

Manganoxydul — 

Wasser 30 

Kohlensäure — 

Kieselsäure — 



b. 


c. 


d. 


e. 


f. 




64,0 


68,34 


62,89 


64,86 


69,11 


66,05 


2,5 


0,12 


4,65 


4,05 


0,47 


5,63 





0,63 




— 


— 


— 


29,0 


30,90 


28,36 


29,48 


30,42 


30,13 


— 


— 


4,10 


— 




— 


2,0 


— 


— 


0,27 


— 


— 



100. 97,5 98,99 100. 98,65 100. 104,81 



144 



t 


. :■ » S* ; 


.'<';.itif^j V 




a. 


b. 


Magnesia 


66,30 


66,95 


Eisenoxydul 


0,50 


1,00 


Hanganoxydol 


— 


— 


Wasser 


34,93 


32,75 


Kohlensaure 


4,87 


— 


Kiesebtfure 


_ 


_^ 



a. b. 

6»,7S «6,67 

— 4,46 ) 

— <,57 
30,85 30,39 



100. 



400. 400. 400. 

Hiernach ist der Br. (Nemalii) Magnesiahydrai, aus 4 A4. Magaesia und 
4 Ai. Wasser bestehend, 

AgA B Ag -«- aq., 
worin oft ein wenig Magnesia durch Eisenoxydul vertreten ist.. 
4 At. Magnesia as S50,0 :s 68,97 
4 - Wasser = 4 42,5 « 34,03 

362,5 400. 

, Das reine frische Mineral ist ganz frei von Kohlensäure, obwohl dieselbe, 
vielleicht aus der Luft angezogen, zuweilen im Br. getroffen wird, wie denn G. 
Rose fand, dass die Abänderungen von Hoboken, Svinaness und Pyschminsk 
sich mit gleiehformigem Brausen dar eiue^liei Parthieen in Stfuren auflösen. 

Nuttal und Connel erklärten den Nemalit (in welchem ich keine l^ar 

Kohlensäure fand), fUr ein Carbonat; der Letztere erhielt: 

Saaerstoff 

0.68) 

7,f7 
t4,85 

99,46 
Diese Zahlen entsprechen einer Verbindung aus 4 At. Kohlensäure, 6 At. Magne- 
sia und 6 At. Wasser, 

Ütg'C + 6aq. =: (AgC + aq.) + 5AgA. 
4 At. Kohlensäure = 275 = 44,22 
6 - Magnesia =4 500 = 64,23 

6 - Wasser = 675 = 27,55 

2450 400. 
Wahrscheinlich bat sich ein Theil des Minerals in Hydromagnesit verwandelt. 

Thomson fand in einem Nemalit von Hoboken: 54,72 Magnesia, 5,87 
Eisenoxyd, 42,57 Kieselsäure, 29,66 Wasser, und erklärte das Mineral für ein 

Silikat. 



K) Kalk. 



Magnesia 


57,86 


Eisenoxydul 


2,84 


Kohlensäure 


40,00 


Wasser 


27,96 


Kieselsäure 


0,80 



145 

Bruce: lIiD. Journ. I, 86. — Connel: Edinb. N. phil. J. 4846. Octob. 387. J.'f. 
pr. Ch. XL, «84. — Fyfe: Edinb. N.phil.J. VIII, 852. — Nuttal: Am. J. of Sc.4 824. 
Schwgg. J. XXXV, 488. — Rammeisberg: Pogg. Ann. LXXX, 284. — G.Rose: 
Reise nacb dem Ural 1,480. — Smith u. Brush : Am. J. of Sc. XV, 24 4. — Stro- 
meyer: Uotersuch. ( auch Kastn. Archiv IV, 480). — Thomson: Outlioes I, 4 66. — 
VauqueliD: Ann. du Mus. XX, 8 ~ Whitney: J. Bost. Nat. Hist. Soc. 4849. 36. 

8. Von Sesquioxydeo. 

Ilydrargillit (Gibbsit). 

Giebt beim Erhitzen Wasser; wird v. d. L. weiss, blättert sich auf, leuchtet 
sehr stark, schmilzt aber nicht. Giebt mit Kobaltsolution ein schönes Blau. 
Ist in Säuren etwas schwer löslich. 

Lis senke fand dieses Mineral in dem Talkscbiefer der Schischims- 
kaja Gora bei Slatoust am Ural auf, G. Rose beschrieb es näher, und zeigte, 
(Liss es Thonerdehydrat sei. Hermann analysirte es, und fand darin eine 
kleine Menge Phosphorsäure. Dieselbe Verbindung, jedoch frei von Phosphor- 
s<iure, erkannte v. Kobell in einem Wawellit- oder Zeolith-ähnlichen Mineral 
aus Brasilien. 

Viel froher schon war von Torrey ein nordamerikanisches Mineral von der- 
selben mineralogischen und chemischen Beschaffenheit beschrieben und unter- 
sucht, und als Gibbsit bezeichnet worden. Hermann fand darin eine grosse 
Menge Phosphorsäure, und überzeugte sich dann, dass der Gehalt derselben 
sehr schwankend ist. Nach ihm fand Gross ley keine, B. Silliman, so wie 
Smith und Brush fanden sehr kleine Mengen Phosphorsäure, so dass es 
scheint, als kämen Thonerdehydrat und Phosphat dort im Gemenge vor. Da 
sich nicht ermitteln lässt, ob Torrey die Phosphorsäure übersehen hat, so ist 
es am besten, für das Hydrat den obwohl jüngeren Namen Uydrargillit, und für 
das Phosphat den Namen Gibbsit zu behalten. Ob jedoch II e r m a n n letzteres 
im reinen Zustande gehabt hat, ist noch ungewiss. 
I. Ural; sp. G. = 2,387. Hermann. 
i. Gidade d'ouro preto (Villa ricca) in Brasilien ; a) sp. G. =2,34. fr) anderes 

Vorkommen, v. Kobell. 
3. Richmond, Massachusets. a) Torrey. fr) sp. G. = 2,389. B. Silliman. 

c) Smith u. Brush. 

4. s. 8. 

aha h c 

Phosphorsäure 1,43 — — — 0,59—0,67 0,57 Spur 

Thonerde 64,03 65,6 67,26 64,8 63.44—64,95 64,24 63,48 

Vasser 34,54 34,4 32,39 34,7 33,42—35,20 33,76 34,68 

100. 100. 99,65 99,5 Kieselsäure 1,33 1,09 

Magnesia 0,10 0,05 

100. 99,30 

Da der Sauerstoff der Thonerde und des Wassers gleichgross sind, so ist 

der H. eine Verbindung von 1 At. Thonerde und 3 At. Wasser, 

AI A^ oder AI + 3aq. 

Ran neltbery^t Mioeralcbeniie. 10 



146 



4 At. Thonerde « 642,0 s 65.54 
3 - Wasser = s 337,5 = s 34^46 

979,5 100. 
Hermann: S. Gibbsit. — Kobell: J. f. pr. Chem. XLI. 16t. L,49t. — 6. Rose: 
Pogg. Ann. XLVni, 564. — B. Sllliman: Am. J. of Sc. II Ser VII, 444. IX, 408. — 
Smith Q. Brush: Ibid. XVI, 44. — Torrey: Edinb. phil. J. VII, 888. 

Anhang. Als Thonerdehydrat sind noch einige Substanzen von problematischem 
Charakter bezeichnet worden. So z. H. eine von den ColUnes de Beaux, Dept. der Rhone- 
mündungen, nach Berthier 5S Thonerde, S7,6 Eisenoxyd und SO, 4 Wasser enthaltend. 
Ein Mineral von Bernon bei Epemay soll nach Lassaigne aus 99,5 Thonerde, iO Kalkerde, 
87,5 Wasser, 2,5 Kieselsäure und 8,5 organischen Stoffen bestehen, was wohl nicht wahr- 
scheinlich ist. 

Berthier: Ann. Mines VI, 531. — Lassaigne: Ann. Ghim. Phys. XXVIII, 880. 

Diaspor. 

Decrepitirt beim Erhitzen heftig, zerfUUi zu glänzend weissen Scbuppen, 
und giebt, jedoch erst in zieoilich hoher Temperatur, Wasser. Ist v. d. L. on- 
schmelzbar und verhält sich wie der vorige. Manche Abänderungen decrepiii- 
ren wenig, andere färben sich beim Glühen braun und reagiren mit den Flüssen 
auf Eisen. 

Wird von Säuren nicht angegriffen, nach dem GlOhen jedoch von Schwe- 
felsäure au^elöst. D a m o u r. 

Die erste Analyse dieses Minerals rührt von Ghildren her. 
4. Von unbekanntem Fundort (angeblich Broddbo). a) Ghildren. |6} Du- 
fr^noy. 

2. Kosoibrod bei Katharinenburg im Ural, a) Hess, b) Duf renoy. c) Da- 
mour. 

3. Schemnitz in Ungarn. Sp. G. = 3,303. Löwe. 

4. Gummuchdagh in RleinasieUi a) krystallisirt, 6) blättrig. Smith, 
ö. Naxos, blättrig. Derselbe. 

6. Bahia, Brasilien. Sp. G. ss 3,464. Damour. 



Thonerde 

Eisenoxyd 

Wasser 

Kieselsäure 

Kalk 





4. 




2. 




8. 


4. 


1 


a. 


b. 


a. 


b. 


c. 




a. 


b. 


76,06 


78,93 


85,52 


74,66 


84,83 


85,13 


82,80 


83,12 


8,64 


0,52 




4,51 




— 


1,80 


0,66 


U,70 


45,13 


14,48 


14,58 


15,81 


15,00 


14,52 


14,28 


— 


1,39 




2,90 


— 


— 


0,67 


0,82 


— 


1,98 
97,95 


100. 


1,64 
98,29 


100,64 




0,41 
99,00 


— 


99,40 


100,13 


98,88 




Thonerde 


5. 

82,94 


6. 

84,02 










Eisenoxyd 


1,06 


0,68 










Wasser 


14,21 


14,59 










Kieselsäure 


0,26 


0,43 










Kalk 




0,35 


— 









98,82 99,72 



147 

Nach diesen Analysen ist der Diaspor Thonerdehydrai, aus 4 Ai. 
Thonerde und 4 At. Wasser bestehend, 

Äl ft oder Sa -f- aq. 
4 At. Thonerde := 642,0 = 85,09 
4 - Wasser =« H2,5 = 44,91 

754,5 400. 

Children: Ann. of phil. 482S. Berz. Jahresb. III, 440. — Damour: Aim. Chira. 
Pbys. 4846. — Dafrönoy: Ann. Mines, III S^r. X, 577. — Hess: Poggend. Ann. 
XVIII. 855. — Löwe: Ebend. LXI, 307. ~ Smitb: Ann. Mines, IV. S6r. XVIII, 890. 

Manganit. 

Giebt beim Erhitzen Wasser und etwas Sauerstoff, zusammen etwa 43 p. C. 
Verhält sich sonst wie Braunit. 

Löst sich in Chlorwasserstoffs^ure in der Kälte zu einer braunen Flüssig- 
keit auf, welche besonders beim Erwärmen Chlor entwickelt und sich entfJrbt. 

1. llfeld am Harz, a) L. Gmelin. b] Turner. 

2. Cndenäs in Westgothland. Arfvedson. 

4. 8. 

a. b. 

Mangan 62,86 62, 
Sauerstoff 27,64 27, 
Wasser 9,50 40,40 10,08 

400. 400. 400. 

Hiernach ist der M. eine Verbindung von 4 At. Manganoxyd und 4 At. Wasser^ 
^aoganoxy dhydrat, 

lünä = üln + aq. 

2 At. Mangan = 675,0 = 6<,96l 

3 - Sauerstoff = 300,0 = 27,53] ' 

4 - Wasser = 412,5 = 40,54 

1089,5 400. 

Arfvedson: Schwgg. J. XXVI, «68. — L. Gmelin: Ebendas. XLII, 808. — 
Turner: Pogg. Ann. XIV, 849. 

Göthit. 

Verhält sich wie Brauneisenstein. 

V. K ob eil zeigte zuerst die Verschiedenheit des Güthits und des gewöhn- 
lichen Brauneisensteins. 

1 . Krystallisirter (Nadeleisenerz) von der Grube Bestormel bei Lostwithiel in 

England, sp. G. ss 4,37. Yorke. 
i. Göthit von der Eisenzeche bei Eiserfeld, Siegen. ä) v. Kobell. 

b) Schnabel. 
3. Stilpnosiderit von Amberg in Baiern. v. Kobell. 

10* 



:;"} •••'« 



148 

i. Lepidokrokit TOD Oberkircheo im Westerwald. v. Kobell. 

5. L.vomHoIlerlerZug beiSiegen. a)Brandes, 6} v. Eobell, c) Sebna- 
bel,d) a. 

6. L. von der Grube Huth bei Hamm an der Sieg. Scbnabel. 

7. Langfaseriger G. von demselben Fundort. Schnabel. 

8. Dichter G. in Schwefelkiesform aus Sachsen, v. Kobell. 

9. Ebensolcher aus Maryland, v. Kobell. 

10. Ebensolcher von BeresDw. v. Kohell. 

11. Ebensolcher in Schwefelkiesform von Lewaschowka bei Sterlitamak, 
Gouv. Orenburg. Hermann. 



Eisenojyd 89,95 


86,35 


89,27 


86,8i 90,53 88,00 85,05 84.84 85,53 


MaDganoxyd 0,16 


0,51 


0,65 


— — 0,50 2,50 2,15 2,27 


Wasser (0,07 


<<,38 


<0,08 


10,68 9,47 10,76 11,50 18,68 12,20 


Kieselssure 0,98 


0,85 


— 


8,00 — 0,60 0,35 0,63 - 


Phosphoreaure — 


— 


— 


1,08 _____ 


Kupferoxyd — 


0,90 










<CI0,»6 


99,99 


100. 


100. 100. 99,75 100. 400. 100. 




6. 


7. 


8. ». 1*. It. 


Eiseaoxyd 


83,5< 


86,57 


86,34 86,38 86,87 90,08 


MaDganoxyd 


4,7S 


1,25 


— _ — — 


Wasser 


11,35 


18,63 


11,66 40,80 41,13 40,19 


Kieselsaure 


0,1« 


0,S7 
100,08 


8,00 8,88 8,00 — 


(00. 


100. 100. 100. 100,81 



Breilhaupt fand im Nadeleisenerz von Oberkirchen 10,32, von Woina 
10, ii, von Zwickau 40,93 p.C. Wasser. 

Der Stilpnosiderit von der Grube Katharina bei Hamm enthält nach Scbna- 
bel : 75,70 Eisenoxyd, 13,32 Wasser, 2,67 Pbosphorsäure, 7,6t Kieselsaure. 

Zehn Varietäten von Brauneisenstein von Siegen , aus dem Kreise Gum- 
mersbach und der Gegend von Wetzlar gaben Demselben S,S1 — 8,29 Hangan- 
oxyd, 10,66—12,57 Wasser, 0—2,85 Phosphorsäure, 1,82-10,1* Kieselsaure. 
Der G. ist eine Verbindung von 1 At. Eisenoxyd und 1 At. Wasser. 
Pefl = Pe + aq. 
1 At. Eisenoxyd = 1000,0 = 89,9 
1 - Wasser" = 118.8 = 10,1 
1112,5 100. 
Yorke fand, dass alle Brauneisensteine, deren spec. Gew. ^ 3,71, als 
Pulvür = 3,98 ist, dem gewähnlicben Br. mit anderthalbfachem Wassergehalt 
angehören, so dass sich beide Hydrate durch das sp. G. unterscheiden lassen. 

Zugleich aber bemerkt Derselbe, dass es auch Gemenge von beiden gebe, 
wie denn z. B. der braune Glaskopf von Wunsiedel nach ihm 83,8 Eisenoxyd 



56. » 2,59 
5 c. = 2,62 
5d. = 2,43 



149 

and 12,42 Wasser enthält. Es scheint auch, dass einige Lepidokrokite diese 
Natur besitzen. 

So ergiebt sich der Sauerstoff von Eisenoxyd (Manganoxyd) und Wasser in 

1 

1 

1 

anstatt 3:1. Das Verhältniss 2,4 : 1 wttrde 2PeÖ + Pe^fl^ das von 2,5 : 1 

villrde 3l^eÄ -I- Pe*fl* entsprechen. 

Brandes: Nöggerath Gebirge in Kheioland-Westphalen I, S58. — Breithaupt: 
J. f. pr. Chem. XIX, 403. — Hermann: Pogg. Ann. XXVllI, 570. — v. Kobell: 
J. f. pr. Chem. I, 48«. 849. — Schnabel: Privatmittheilung. — Yorke: Phil. Mag. 
XXXU, t64. Herz. Jahresb. XXVI, 346. 

Brauneisenstein. 

Giebt beim Erhitzen Wasser, und färbt sich roth. V. d. L. schmelzen 
dünne Splitter in der inneren Flamme zu einer schwarzen magnetischen Masse. 
Zu den Flüssen verhält er sich wie Eisenoxyd, reagirt aber auch oft auf Mangan 
und Kieselsäure. 

Löst sich in Chlorwasserstoffsäure, zuweilen mit Hinterlassung von etwas 
Kieselsäure, auf. 

V. Kobell wies zuerst nach, dass die Brauneisensteine zwei verschiedene 
Uydrate des Eisenoxyds sind, von denen das eine die krystallisirte Abctnderung 
enthält, und als Göthit von dem anderen (Brauneisenstein, brauner Glaskopf) 
zu unterscheiden ist. 

1. Dichter B., Pseudomorphose von Schwefelkies, von Minden, v. Kobell. 

2. Faseriger B. von Kamensk, Gouv.Perm. Derselbe. 

3. Vicdessos, Pyrenäen. D'Aubuisson. 

i. Pecheisenstein aus dem Siegenschen. v. Kobell. 

5. Horhausen, Nassau. Schönberg. 

6. Brauner Glaskopf von der Grube Kuhbach bei Rübeland am Harz ; sehr 
rein. Amelung. 

4. s. 3. 4. 5. 6. 

82,27 86,77 

13,26 13,23 
4,50 100. 



Eisenoxyd 82,24 


83,38 


82 


82,87 


Manganoxyd — 


— 


2 




Wasser 13,26 


15,01 


14 


13,46 


Kieselsäure 4,50 


1,61 


1 


0,67 


Phosphorsäure — 


— 


— 


3,00 


100. 


100. 


99 


100. 



100,03 

Breithaupt fand in dem faserigen B. von Hamm 13^31 p.C, von Neila 
•3,54 p. G., von Raschau 13,93 p. C. Wasser. Alle hinterliessen beim Auflösen 
eioe ansehnliche Menge schleimiger Kieselsäure. 



150 

In dem B. ist der Sauerstoff des Wassers halb so gross wie der des Eisen- 

oxyds; er ist folglich eine Yerbiodung von 2 At. Eisenoxjd imd 3 Al. 

Wasser, 

Pe*ft» = «Pe + 3aq. 

2 At. Eisenoxyd =s 2000,0 = 85,56 

3 - Wasser = 337,5 =: U,44 

2337,5 400. 

Die Kieselsäure, welche im B. enthalten ist, scheidei sich beim AufltfseD 

desselben oft gallertartig ab, zum Beweise, dass ein Eisenoxydsilikat dem Hy- 
drat beigemengt ist. Wo hl er vermuthet, dass dies die Zusammensetzong 

des Antbosiderits habe. Er fand, das ein faseriger B. von Bieber in HesseD, 
der etwa 3,5 p. C. Kieselsäure und 14,5 p. G. Wasser eathäli, vireon man ihn 
in ganzen Stücken mehre Tage lang mit massig starker Chlorwasserstoffsäure 
in Berührung lässt, ein helibraunlichgelbes Skelett giebt, welches ein wasser- 
haltiges Silikat ist, und sich zuletzt in der Säure in reine KieselgaUerte ver- 
wandelt. 

Es ist bemerkenswerth, dass manche Brauneisensteine einen höheren Was- 
sergehalt ergeben. So fand Hurra y in einem braunen Giaskopf von Htttien- 
rode am Harz : 



Eisenoxyd 


81,44 


Wasser 


17,96 


Rieselsäure 


0,17 


Kohle 


0,46 



100. 
Der B. von der Wölch im Lavantthale Kämthens gab mir 16,78 p. G. Gltlh- 
verlust. 

Diese Varietäten würden, falls eine solche Zusammensetzung sich bestä- 
tigte, ein Hydrat, bestehend aus 1 At. Eisenoiyd und 2 At. Wasser darstelleD, 
worin der Sauerstoff beider = 3:2 ist, 

PeÄ* = Fe + 2aq. 

1 At. Eisenoxyd =1000=: 81 ,65 

2 - Wasser = 225 = 18,35 

1225 100. 
Hierher gehört vielleicht auch der Xanthosiderit aus dem Porphyr des 
Lindenberges bei Ilmenau, ein in concentrisch-strahligen gelben Massen vor- 
kommendes Mineral, welches nach Schmid enthält: 





a. 
Gelber 


b. 
Rolher 


Eisenoxyd 


74,96 


75,00 


Manganoxyd 


1,82 


1,33 


Kieselsäure 


12,51 


5,02 


Thonerde 


1,32 


4,51 


Wasser 


15,67 


14,10 


Kohlens. Kalk 
Koblens. Magnesia 


} 3,72 


3,04 



100. 100. 



IM 

Beide fnbn waren bei 406® getrocknet worden, wobei eie 8,9 p. G. Was- 
ser Vieren hatten. Der Sauerstoff von Wasser und Eisenoxyd ist in a » 4 : 4 ,6, 
in 6 SS 4 : 4,8, allein unstreitig ist ein Theil des Eisenoxyds mit Kieselsaure 
verbunden, und dies Silikat vielleicht wasserhaltig^. 

Ob der Lepidokrokit hi^er oder zum Gdtbit gehört, ist zweifelhaft. 

S. Göthit. 

Amelnng: Analyse aus meioem Laboratorio. — Breithaupt: J. f. pr. Ch. XIX, 
108. — D'Aubiiisson: Traitd de llinaralogie. — v. Kobell: J. f. pr. I, 184. 849. — 
llurray: In meinem Laborat. — Schmid: Pogg. Ann. LXXXIV, 495. — Schön- 
berg: J. f. pr. Ch. XIX, 407. — Wöhler: Ebendas. XXII. 445. 

Anhang. Eisenocker. Die Absätze eisenhaltiger Quellen bestehen hauptsächlich 
aus Eisenoxydhydrat, enthalten aber oft auch kleine Mengen Arsenik, Antimon, Kupfer, Zinn 
und Blei. 

Rippoldsau und Wiesbaden. Will : Ann. d. Gh. u. Pharm. LXI, 492. ~ Kissingen. 
Büchner: J. f. pr. Ch. XL, 44S. — Alexisbad. Hammelsberg: Pogg. Ann, LXXII, 
674 • 

Bohnerz. Eine. allgemeine Bezeichnung für Eisenerze in Körnern oder 
Geschieben, oft von concentrisch schaliger Textur. 

Walchn er untersuchte das olivengrüne schalige B. vom Aliinger Stollen 
bei Liel, Revier Kandem in Baden, welches sich in Sauren unter Abscheidung 
von gallertartiger Kieselsaure auflöst und im Mittel zweier Analysen 24,25 Kie- 
säure, 62,02 Eisenoxydul, 8,52Thonerde und 8,05Wasser enthalt. Walch- 
ner hat das Vorhandensein des Eisen ox yd uls nur aus dem Ueberschuss bei 
der Analyse berechnet, überhaupt nicht angegeben, ob auch Oxyd zugegen sei, 
weshalb die Analyse wiederholt zu werden verdient. Weltzien konnte später 
an demselben Material das Gelatiniren mit Säuren nicht beobachten, und er- 
kannte es als thonigen Brauneisenstein. 

Schenk analysirte folgende Bohnerze aus dem Revier von Kandern: 
a) Erzrevier Auggen ; 6) Heuberg ; c) Altinger Stollen ; d) Kandem. 





a. 


b. 


c. 


d. 


Kieselsäure 


13,00 


3,80 


11,80 


13,04 


Thonerde- 


6,74 


6,86 


7,47 


5,88 


Eisenoxyd 


71,7« 


75,51 


68,70 


70,46 


Kalk 


0,60 


— 


— 


— 


Wasser 


8,83 


12,99 


11,55 


11,18 



100,25 101,16 99,50 100,50 

Schon Klaproth hatte aus einem B. aus dem Schwarzwalde 23 p. C. 
Kieselsaure, 6,5 Thonerde, 53 Eisenoxyd, 1 Manganoxyd und 14,5 Wasser er- 
halten. 

Das B. von der Zeche Friedrich Wilhelm bei Horde in Westphalen enthalt 
nach V. d. Mark: 54 p. G. Thon und Glimmer, 35,92 Gisenoxyd, 2,48 Thon- 
erde, 0,62 Magnesia, 7,45 Wasser. 

Nach A. Müller enthalt das B. von der Grube Eschwege bei Gebhardts- 
bagen im Braunschweigischen 7,9 Kieselsaure, 8,5 Thonerde, 67,8 Eisenoxyd, 



152 

2,8 Kalk, 0,8 Magnesia, 0,7 Hanganoxydul, 0,3 Kali, 8,3 Phosphorsäure, 0,i 
Arseniksäure, 0,4 Vanadinsäure, 10,3 Wasser, und Spuren von Chrom, Molyb- 
dän und Kupfer. 

Redtenbacher untersuchte das B. von Ivan im Oedenburger Comitat 
in Ungarn, welches man wohl für meteorisch gehalten hatte. 



Sand 


54, 's 8 


b. 
62,65 


Eisenoxyd 


17,71 


41,53 


Hanganoxyd 


13,73 


11,45 


Thonerde 


4,31 


6,24 


Kohlens. Kalk 


3,73 
6,14 


8,13 


Wasser 



400. 400. 

Der Sand enthielt: 75,34 Kieselsäure, 4 6,96 Thonerde, 3,92 Eisenoxyd, 
0,83 Manganoxyd, 0,52 Kalk, 0,52 Magnesia, 4,34 Kali, 0,57 Natron. 

In der gelblichen Kruste fanden sich : 69,09 Sand, 4 4,23 Eisenoxyd, 45,57 
Thonerde, 0,29 Kalk, 0,26 Magnesia, 3,56 Wasser. 

Gottlieb hat Bohnerze aus dem Gouv. Olonez in Russland, von Buzias 
im Banat, und aus dem Flusse Sant^e in Nord-Carolina analysirt, welche Ge- 
menge von Brauneisenstein mit Thonsubstanz darstellen, und z. Th. mangan- 
reich sind. 

Nach Berthier enthalten die Bohnerze von Fouta- Diallon in Afrika und 
von Beaux bei Arles keine Kieselsäure, sondern Thonerdehydrat. Weil die B. 
aus der Champagne und zum Theil aus Bourgogne (wie z. B. das von Mont 
Girard bei St. Dizier, weiches 7,2 Kieselsäure, 7 Thonerde, 69 Eisenoxyd, 
46 Wasser enthält), wenn sie mit Chlorwasserstoffsäure behandelt werden, 
einen Theil der Thonerde an die Säure abgeben, hat Berthier angenommen, 
dass sie neben Thonerdesilikat noch Thonerdehydrat enthalten, was indessen 
noch zu beweisen wäre. 

Zwei magnetische B., die Derselbe untersuchte, nämlich von Ch^tillon, 
Dpt. C6le d'Or, und von Narcy, Dpt. du Marne, enthiellen neben wenig Kiesel- 
säure Thonerde Wasser und Eisenoxyd und Oxydul in dem Verhältniss von 
68 : 4 6. Sie waren vielleicht Magneteisen. 

Spuren von Titan haben Wal ebner und Berthier in einigen B. ge- 
funden. Etwa 0,2 p. C. Vanndinsäure und etwas Chrom fand Bodemann 
in den B. von Steinlade und Haverlah am nordwestlichen Harzrande. Otto 
bemerkte gleich Müller Vanadin in dem B. von der Grube Eschwege, und der 
Letztere wies Vanadin, Phosphorsäure und Arseniksäure in wUrtember- 
üischen B. nach. 

Die meisten B. dürften demnach als Gemenge von Brauneisenstein und von 
Silikaten zu betrachten sein. 



158 

Berthier: Ann. Chim. Phys. XXXV, 847. — Bodemann: Pogg. Ann. LV, 638. 
Gottlieb: Ann. Chem. Pharm. XLV, 349. — Klaproth: Beitr. IV, 428. — V. d. 
Mark: Ztschr. d. geol. Ges. VIII, 433. — Müller: J.f.pr Chem. LVII,4S4. LX, 63. — 
Otto: B. u. hült. Ztg. 4848. 624. — Redtenbacher: Ann. Chem. Pharm. XLI, 308. 
— Walchner: Schwgg. J. LI, 209. — Weltzion (Schenk] : Ann. Chem. Pharm. 
XC, 4 23. 

Rasencisenstein (Sumpferz, Wiesenerz, Quellerz). Dieser Name be- 
zeichnet die jüngsten Bildungen von Eisenoxydhydrat, aus eisenhaltigen Wassern 
durch den Einfluss faulender Pflanzensubstanz in Sumpf- und Moorgegenden 
abgesetzt. Meistens sind es Gemenge, in denen Quarzsand oft die Hauptmasse 
bildet. Charakteristisch sind Beimischungen von phosphorsaurem, kieselsau- 
rem und huminsaurem Eisenoxyd und Oxydul. Es sind die Eisenerze der Nie- 
derungen und Ebenen. 

Beim Auflösen in Chlorwasserstofl^säure, wobei zuweilen wegen Mangan- 
oi)dgehalts sich Chlor entwickelt, bleibt neben Quarzkörnern oft chemisch aus- 
geschiedene Kieselsäure von einem Eisensilikat zurück. Durch Kochen mit 
Kalilauge erhält man meist eine braune Flüssigkeit, in welcher Säuren einen 
Niederschlag von Iluminsäuren als dunkle Flocken erzeugen. 

Die R. aus der Mark Brandenburg und aus Pommern (Dars, Dame- 
row, Finow-Kanal, Friedrichswalde, Gross-Garz, Euhblank, Münsterberg, 
Oberhof) sr^^ und die aus der Neumark (Briesen, Buschwiesen, Caasel, Com- 
lendorf, Dissenchen, Drischnitz, Papitz, Schlichow, Rüben, Werben) s B ent- 
halten nach Karsten: 

A. B. 

Sand 1,01—27,10 8,30—22,75 

Kieselsäure 3,89—12,60 2,50— 8,60 

Phosphorsäure 0,80— 4,44 2,80— 3,90 

Eisenoxyd 23,24—62,21 44,40—57,50 

Eisenoxydul 0,00— 7,50 2,20—10,80 

Manganoxyd 0,60—20,40 0,25— 1,75 

Wassern. org.Subst. 16,90—29,20 16,10—29,50 

Ein R. von der Feldmark Golzow bei Brandenburg enthält 57,6 p. C. Ei- 
senoxyd (nach Versuchen in meinem Laborat.). 

Klaproth giebt in dem R. von Klempnow in Pommern 66 Eisenoxyd, 1,5 
Muuganoxydy 8 Phosphorsäure, 23 Wasser an. 

1. Aus der Lausitz. D'Aubuisson. 

2. Von Leipzig, a) gelblichbraun, b) schwärzlichbraun. 0. Erdmann. 

3. Von Auer bei Moritzburg. Bischof. 

4. Von Polenz in Sachsen. Karsten. 



IM 

4. t. ». 4.*) 

a. b. 

Kieselsäure 6,0 9,20 5,95 7,00 — 

Pbospborsäure 2,5 40,99 9,57 0,67 4,43 

Schwefelsäure — 3,07 — 



Eisenoxyd 61,0) ^, ,^ ^^ ^^ 67,46 82,38 

3,49 - 



sr;x ';::} »'.-« «».»« 

Thonerde 2,0 0,41 0,73 — 2,40 

Kalk _ _ _ 0,90 — 

Wasser 49,0 28,80 23,95 47,00 4 4,09 

97,5 4 00,50 400,70 99,29 400. 
Drei Varietäten aus Schleswig enthalten nach P fa f f : 

a. b. c. 

Sp.G. = 2,432 4,024 

Kieselsäure 8,42 4 4,40 14,50 

Phosphorsäure 3,44 6,64 4,48 

Eisenoxyd 62,92 72,94 79,40 

Manganoxyd 4,48 6,00 3,60 

Thonerde 4,60 0,80 4,34 

Wasser 4 8,40 0,40 0,4 



404,66 401,48 403,04 
Bemerkenswerth ist das Fehlen des Wassers in den spec. schweren Erzen b und c. 

Die R. in Schweden haben Lidbäck und Svanberg uniersucht. 

Der R. aus der Gegend von Nischnei-Nowgorod in Russland enihältin 
zwei Proben nach Hermann: 

a. b. 

Sand 50,28 47,50 

Phosphorsäure 2,93 3,50 

Quellsatzsäure 4,08 2,50 

Eisenoxyd 30,57 32,75 

Manganoxyd 4 ,55 4 ,00 

Wasser 43,87 43,00 

400,28 400,25. 

Hermann nennt ihn Quellerz, und glaubt, sein Hauptbestandtheil sei 
ein Hydrat mit 3 At. Wasser, l^e + 3aq. 

Ein R. von New- York enthält nach Karsten: 2,80 Kieselsäure, 0,42 
Phosphorsäure, 66,33 Eisenoxyd, 3,60 Eisenoxydul, 0,75 Manganoxyd, 26,40 
Wasser und organische Substanz. 

Nach meinen Versuchen kommt Eisen ox yd ul in manchen R. (Dars in 
Pommern] in ganz geringer Menge, in anderen (Anoaburg in der Lausitz) gar 
nicht vor. 



4) Nach Abzug von 4$,7 p.C. Saqd, 



155 

Einige sollen Gbrom enthalten, wie Berthier, Karsten und Yauque- 
lin angeben. 

Die Bildung des R. hat Kindler beschriehen. 

Bischof: In meinem Laborat. — Erdmann: J. f. pr. Chem. V, 474. — Her- 
mann: J. f. pr. Chem. XXVII, 58. — Karsten: Archiv f. B. u. H. XV, 4. — Ker- 
slcn: J. f. pr. Chem. XXXI, 407. — Kindler: Pogg. Ann. XXXVII. «08. — Klap- 
roth: Beitröge IV, 4 23. — Lidbäck: Hisinger's Mineralgeogr. von Schwedlsn, übers. 
V. Wöhler. S. «44. ~ Pfaff: Schwgg. J. XXVII, 79. — Svanberg: Berz. Jahresb. 
XIX, 3S«. 

Thoneisenstein. Die Gemenge von Brauneisenstein und Thon stimmen 

meisl mit den Bohnerzen im Verhalten überein. Zuweilen sind es aber thonige 

Sphärosiderite, die im Innern noch eine gewisse Menge Eisenoxydulcarbo- 

nat enthalten. Von dieser Ai*t ist z. B. der Th. oder die Eisenniere aus dem 

Lias des Teutoburger Waldes, welchen Brandes untersuchte. 
J. f. pr. Chem. XXIII, 482. 

Analysen von hierhergehörigen Eisenerzen : 

Struve Brauneisenstein von Kertsch in der Krim: Leonh. Jahrb. 4856, 560.' 

Hauer B. von Gaya u. Strazowitz in Mähren: Jahrb. geol. Reichsanst. VII, 805. 

VUI, 454. 
FerientsilcBr. aus Ungarn : Gbendas. 

Stohmann Raseneisenstein von Osnabrück: Kenngott Uebersicht 4856—57. 4 48. 
Ausführliche Untersuchungen der Eisenerze Englands in : Memoirs of the geological 

Survey of Great Britain. The iron ores of Gr. Brit. I. II. London 4856. 4858. 

Unaocker. Nach Berzelins giebt ein hellgelber U. beim Erhitzen Wasser, färbt 
lieh roth, wird v. d. L. im Reduktionsfeuer grün und ist in Säuren leicht auflöslich, woraus 
sich schliessen lässt, dass er reines Uranoxydhydrat ist. Eine festere und dunklere 
Abänderung schmilzt v. d. L. zu einer schwarzen Masse und giebt bei der Reduktion mit- 
teist Soda Bleirauch und weisse Metaltkömer. Sie enthält zugleich Kalkerde. 

Nach den neueren Analysen von Lindaker sind die U. Joachimsthals Suirate von 
Iranoxyd und anderen Basen. S. Uranoxydsulfate. 

Berzelius: Anwendung des Löthrohrs 465. Pogg. Ann. I, 874. 

■ • 
_ » • » ^ » » 

3. Von Oxyden Rund R, 

Sassolin. 

Giebt beim Erhitzen Wasser und schmilzt v. d. L. zu einem klaren Glase, 
die Flamme grün färbend. 

Löst sich in Wasser und in Alkohol auf. Letztere Auflösung bräunt Kur- 
knmapapier und brennt mit grüner Flamme. 

Klaproth untersuchte die B. von Sasso in Toscana, und fand darin nach 
Abzug der erdigen Theile 86 p. C. Borsäurehydrat, 11 p. G. schwefelsaures 
Manganoxydul und 3 p. C. schwefelsauren Kalk. Stromeyer prüfte später 
den S. von der Insel Volcano, und fand ihn aus reiner Borsäure mit einer Spur 
Schwefelsäure bestehend. Die aus den toscnnischen Soffionen im Grossen dar- 
gestellte Borsäure ist von 0. Erdmann, Wittstein u. A. untersucht wor- 



156 



I 



dm; sie enUi^l Chlorüre und Sulfate von Ammoniak^ Kali, Natroii| Kalk, in 

Magnesia und Eisenoxyd/ Ueber die Salze der Mutterlauge haben Abich und j 

Schmidt nähere Angaben gemacht. ^ 

Der S» ist Borsäurehydrat, aus i At. Borsäure und 3 At. Wasser be- t 

BA' s B + 3aq. 
I At. Borsäure = 436,2 = 56,38 

3 - Wasser = 337,5 = 43,62 , 

773,7 100. 
0. Krdmaan: J. f. pr. Cbem. XIII, 72. — Klaproth: Beitr. 111,95,^ Schmidt: 
Ami. Chem. Pharm. XCVIII, «73. — Stromeyer: Gilb. Aoo. LXI, 477. — Witt- 
a 1 1> i n s Ann. d. Pharm. XXXVI, SOS. 

JyitÜMltllirehydrat. Die Analyse eines Antimonockers von Constantine in Algerien 
d^rch C u m e n g scheint auf ein solches Hydrat hinzudeuten. Es wurden nämlich 62 An- 
ItHHUi» 17 Sauerstoff, 45 Wasser, 4 Eisenoxyd, 8 Gangart erhalten. 
Kin Hydrat mit vier At. Wasser, 

*Sb + ♦ aq. 

<^HVMnlc»ri i 

4 At. Antimon = 4 504 =^64, 89 

5 - SauerstofT s 500 = 20,88 
4 - Wasser = 450 = 48,88 

2454 4 00. 
Ann. Mines IV. S6r. XX, 80. 

C. Verbindungen von Qiyden. 

1. Verbindungen von ft, ft. 
a. Spinell-Gruppe. 

(Regulär krystallisirte (Ifi und ft"S). 

Die hierher gehörigen Mineralien sind isomorphe Verbindungen eines Mon- 
i»\yd8 und eines Sesquioxyds, meist in dem Verhältniss gleicher Atome. Das 
Muuoxyd kann sein: Magnesia, Eisenoxydul, Manganoxydul, Zinkoxyd* und 
\>iihrscheinlich auch Ghromoxydui (Kupferoxyd? Kalk] ; das Sesquioxyd hinge- 
l«ou Thonerde, Eisenoxyd, Manganoxyd, Chroraoxyd. Im üranpecherz und im 
Irit sind ausserdem von ersteren noch die Oxydule von Uran, Iridium und Os- 
mium, von letzteren die Oxyde dieser Metalle enthalten. Indessen sind diese 
Yurbindungen bis jetzt nur zum kleinen Theii für sich gefunden (Magneteisen, 
Spinell)^ meist sind mehre derselben zu einer isomorphen Mischung vereinigt, 
welche in den einzelnen Abänderungen des Minerals verschiedene Verbindungs- 
vt^rhllllnisse der Grundverbindung darbietet. 

Wenn, wie ich glaube, die Oxyde ft und ft isomorph sind, so müssen alle 
diose Verbindungen als isomorphe Mischungen angesehen werden. Vielleicht 
^ • TiflQche von ihnen = ft"lt, wie ich es wenigstens vom Franklinit nachge- 
be, bei welchem u = 3 ist. 



157 

Die frühesten Spinellanalysen rühren von Klaproth her^ dem Vauque- 

Wxkj Laugier, Gollet-Descotils , Thomson u. A. folgten. Allein die 

analytischen Methoden jener Zeit führten häufig zu unrichtigen Resultaten, und 

während Berzelius die Natur des Magneteisensteins ermittelte, blieb die der 

übrigen Glieder unsicher, bis Ab ich durch eine neue Methode (Zerlegung 

mittelst kohlensauren Baryts) die analoge Zusammensetzung jener feststellte, 

and H. Rose 'zeigte, dass die Kieselsäure ihnen fremd sei, ihre Einmengung 

aber durch eine leichte Methode des Aufschliessens (mit saurem schwefelsaurem 

Kali) sich vermeiden lasse. 

Viele Analysen bedürfen hiemach einer Correction : 1 ) des Abzugs der 
Kieselsäure, und 2) der Berechnung der Oxydationsstufen von Eisen, Mangan und 
Chrom, so dass der Sauerstoff der Monoxyde und Sesquioxyde ss 1 : 3 sei. 
Diese Correctionen sind im Nachfolgenden versucht, obwohl sie in manchen 
Fälien problematisch bleiben. (Vgl. Franklinit, Ghromeisen). 

Magnetelsen. 

Schmilzt V. d. L. sehr schwierig; verhält sich sonst wie Eisenglanz, und 
reagirt zuweilen auf Mangan. 

Ist in Chlorwasserstoffsäure auflöslich. Bei einer unzureichenden Menge 
Saure entsteht eine eisenoxydulreiche Auflösung und ein bräunlicher eisenoxyd- 
reicher Rückstand. 

Proust bewies zuerst, dass das M. als eine Verbindung von Eisenoxyd 
und Eisenoxydul zu betrachten sei, während Gay-Lussac es für eine eigene 
Oxydationsstufe hielt. Berzelius verdanken wir die Kenntniss der richtigen 
Zusammensetzung des Erzes, die später zwar mehrfach bezweifelt, durch meine 
neueren Versuche jedoch bestätigt ist. 

Berzelius bestimmte die Quantität Eisenoxyd, welche zwei schwedische, 
nicht sehr reine M. gaben, nämlich i) von Slogbergsköl und Norra in Grenges- 
feld, und 2) von Mohrgrube bei Riddarhytta. Die Resultate sind (nach der Cor- 
rection für das jetzige Atg. des Eisens) : 

i, 2. 

Eisenoxyd 401,20 p.C. 101,38 p.C. 

= Eisen 70,84 ,, 70,96 ,, 

Hieraus schloss Berzelius, dass im M. 1 At. Eisenoxydul und 1 At. Ei- 
seooxyd enthalten sei, 

1. Tyrol. Oktaeder in Chloritschiefer. Karsten. 

2. Zillerthal in Tyrol. Krystallisirt. Fuchs. 

3. Seh warzenstein im Zillerthal. Oktaeder, v. Kobell. 

4. Greiner im Zillerthal. Oktaeder; sp. G. = 5,148. Rammeisberg. 

5. Berggiesshübel in Sachsen. Granatoeder. Karsten. 

6. Traversella in Piemont. Granatoeder; sp. G. =: 5,106. Rammeisberg. 

7. Balmy im Alathal. Granatoeder; sp. G. ss 5,185. Rammeisberg. 



\) Nach Abzug von 3,31 Titaneisen. 

2) Mittel aus drei Analysen. 

8) Nebst 0,4 Titansäure. 

4) Einschliesslich 2 p. C. Manganoxydul. 

Nach Abzug von 0,4 p. C, wovon 0,S5 Titaneisen. 

Nach Abzug von 4,85 Eisenglanz. 



168 I 

8. Siopfelskoppe bei Eisenacfa. Oktaeder mit dem Leudtoid a : a : ^a; \ 
sp. G. s 4,940. Im Basalt; ein wenig Brauneisenstein anhäiigeDd. Ram- ; 
melsberg. 

9. Arendal. a) körnig. Karsten. 6] schalig. v. Kobell. 
40. Dannemora in Schweden. Oktaeder. Karsten. 

II« ThorsSker in Schweden. Derb. Karsten. 

tS« Norberg in Westmaniand, Schweden. Blättrig; sp.G. s 5^002; in Talk- 
schiefer. Rammeisberg. ^ 
13. Gellivara in Lappland. Körnig, mit Eisenglanz gemengt. Karsten. . 

r«) 2. 8.*) ♦. 5. 

Eisenoxyd 69,87 68,40 74,96 67,59 69,«4 ' 

Eisenoxydul 29,64 30,88 25,04 32,54 30,49 

99,51 99,28 400. 400,43 99,73 

6. 7. 8. ». 

a. b. 

Eisenoxyd 74,20 69,72 69,88 69,74 75,87 
Eisenoxydul 29,00 30,93 27,88 30,00 24,43*) 
Magnesia 0J8 — 4,20») — — 

400,38 400,65 98,96 99,74 400. 

4 0.') 44. 42. 4 8.*) 

Eisenoxyd 70,23 70,42 74,85 70,71 
Eisenoxydul 29,65 2 9,40 28,00 28,78 

99,88 99,82 99,85 99,49 

Das M. ist eine Verbindung von 3 At. Eisen und 4 At. Sauerstoff oder von 
4, At. Eisenoxydul und 4 At. Eisenoxyd. 

fePe. 

3 At. Eisen =4050 = 72,44 4 At. Eisenoxyd «4000 = 68,97 

4 - Sauerstoff = 400 = 27,59 4 - Eisenoxydul = 450 = 34,03 

4 450 400. 4 450 400. 

Es liefert bei vollständiger Oxydation 403,45 Eisenoxyd. 

Die Abweichungen in den Analysen beruhen hauptsächlich auf der Schwie- 
rlgkoit, die relative Menge beider Oxyde genau zu besimmen. 

Die Analysen No. 3 und 9 b. weichen am meisten von dem einfachen Ver- 
hUllniss ab, insofern sie weit mehr einer Verbindung von 3 At. Oxydul und 
4 At. Oxyd entsprechen. Noch weniger von jenem sollen nach 6. Winckler 
anscheinend frische Oktaeder aus dem PfitschthalTyrols enthalten, n&mlich 49,66 



18« 

« 

p.c. gegen 79,66 Oxyd, was beinahe 4 At. Oxydul auf 8 At. Oxyd ausmaoheo 

wurde. 

te«J?e* tePe» 

il^e a iOOO s 7i,77 9fe » SOOO » 81,63 

3fe 3« 4350 «= 25,^3 f e « 450 = » 48,37 

5350 400. S450 400. 

Es wäre wichlig zu entscheiden, ob diese verschiedenen Verbindungen bei- 
der Oxyde ursprüngliche von gleicher Krystallform sind. 

Kar Sien hat in einigen M. einen Gehalt an Titaneisen angegeben, der 
besonders in den Rrvstallen No. 4 bemerkenswerth erscheint. Ich habe bei 
meinen Versuchen stets auf Titan geprüft, jedoch nur aus dem nicht ganz frischen 
M. aus dem Basalt der Stopfeiskuppe 0,4 p. C. Titansaure abscheiden können. 
Es ist daher die Gegenwart dieses Metalls in dem krystallisirten H. noch zwei- 
felhaft (S. Titaneisen). 

Martit. Reguläre Oktaeder, deren Substanz lediglich aus Eisenoxyd 
besteht, kommen an mehren Orten vor. Kobell hat ihre chemische Beschaf- 
fenheit zuerst nachgewiesen, und auch ich habe in dem M. aus Brasilien, dessen 
sp. G. =3 5,455, also geringer als Eisenglanz ist, ausser ein wenig Kieselsäure 
nur 4,83—2,30 p. C. Eisenoxydul gefunden. Entweder ist das Mineral eine 
Pscudomorphose nach Magneteisen oder das Eisenoxyd ist dimorph und kann 
unter Umständen regulär krystallisiren. 

Oktaedrischer Eisenglanz vom Vesuv. Unter den durch Fuma- 
rolenwirkung entstandenen Produkten (angeblich aus dem Fosso di Cancherone 
stammend) Gnden sich Krystalle von oktaedrischen Umrissen, mit matten Flä- 
chen und zugerundeten Kanten, hie und da von Eisenglanzblättchen bedeckt. 
Sie sind in Bruchstücken stark magnetisch und geben ein braunschwarzes Pul- 
ver; ihr sp. G. ist 5,835. Diese Krystalle enthalten nach meiner Untersuchung: 
Eisenoxyd 92,94 
Eisenoxydul 6,47 
Magnesia 0,82 

99,90 
Sie lassen dieselbe zwiefache Deutung wie der Martit zu. 
Erdiges Magneteisen (Eisenmulm). Ein auf der Grube Alte Birke bei 
Siegen vorkommender Eisenniulm, der vielleicht aus Spatheisenstein sich ge- 
bildet hat, und dessen sp. G. = 3,76 ist, enthalt nach dem Mittel dreier Ver- 
suche von Genth, mit denen die von Schnabel nahe übereinstimmen : 

Sauerstoff 
Eisenoxyd 66,20 49,86 



Eisenoxydul 43,87 
Manganoxydul 47,00 
Kupferoxyd 0,09 
Kieselsäure 4,75 

98,94 



8,84 J 



89 



160 

Ausserdem Spuren von Kobalt, Wasser und Kohlensäure. Enthttli ec kein Man- 

gnnoxyd? 

Berthier (Marlit von Framont.) : Ann. Mines III Sär. III, t9. ^ Berzelios: 
Schwgg. J. XV, f90. — Fuchs: J. f. pr. Cbem. XVII, 460. ~ Oenth: Ann. Chem. 
Pharm. LXVI, t77. — Karsten: Archiv XVI, 47. — v. Kobell: Schwgg. J. LXII. 
495. LXIV, 429. J. f. pr. Chem. I, 84. — Rammeisberg: Pogg. Ann. GIV, 586. — • 
Wi uckler: Vierteljahrssch. f. pr. Pharm. V, 244. 

Magnoferrlt. 

Verhau sich \^ie Eisenoxyd, verliert aber bei der Reduktion in Wasserstoff 
nur 24 p. G. am Gewicht. 

Ist in GhlorwasserstoffsSiure schwer auflöslich. 

Nach meinen Untersuchungen ist der Eisenglanz vom Vesuv häufig ver- 
wachsen mit regulären Oktaedern, welche stark magnetisch sind, und ein 
braunschwarzes Pulver geben. Man hielt sie lange für Eisenoxyd, bis ich nach- 
wies, dass sie eine Verbindung von Eisenoxyd und Magnesia darstellen, die sich 
freilich von dem begleitenden rhomboedrischen Eisenglanz nicht vollständig 
trennen lässt. Am ausgezeichnetsten hat sich diese Verbindung aus den Fuma- 
rolen nach der Eruption von 1855 gebildet; ihre Krystalle, die Sc a och i genau 
beschrieben hat, sind von feinen Eisenglanzblättchen durchwachsen, welche 
unter sich und einer Oktaederfläche parallel liegen. Das spec. Gewicht des mit 
dem Magnet unter Wasser ausgezogenen Pulvers ist es 4,568 — 4,614 — 4,638 — 
4,654, je nach der Menge des beigemischten Eisenglanzes, jedenfalls weit ge- 
ringer als Magneteisen. Sie sind mit löslichen Salzen gemengt, GUoraren und 
Sulfaten von Kali, Natron und Kalk. 

4. Eruption vom J. 1855. a) Krystalle im Ganzen; &, c, d) Analysen von mit 

dem Magnet ausgezogenem Pulver. 

2. Aelterer Eisenglanz vom Vesuv, auf röthlicher zersetzter Lava: Dem Magnet 

folgsamer Antheil. 

4. t. 

Eisenoxyd 86,96 85,00 85,05 84,20 84,35 

Magnesia 12,58 13,69 13,95 16,00 45,65 

Kupferoxyd — 0,60 1,01 — — 

99,54 99,29 100,01 100,20 400. 
Verlust in Wasserstoff 25,88 25,33 25,62 

Sauerstoff von Eisenoxyd (äu) 26,09 25,62. 25,71 25,26 86,30 

In den magnesiareichsten Proben ist der Sauerstoff der Magnesia und des 

Eisenoxyds = 1:4. Enthielte die Substanz keinen Eisenglanz beigemengt, so 
wäre sie demnach eine Verbindung von 3 At. Magnesia und 4 At. Eisenoxyd, 

Jilg^Fe*. 
Ist sie aber, ihrer Form zufolge, dem Magneteisen analog, eine Verbindung von 
1 At. Magnesia und 1 At Eisenoxyd, 

SgPe, 
so ist ein Viertel des Eisenoxyds als beigemengter Eisenglanz zu betrachten. 



161 

U^te* fllglte 

Sauerstoff Sauerstoff 

iFe » iOOO =r 84,21 f5,96 9e == 4000 « 80,0 t4.d 

3*8 = 750 = 45,79 Mg = 250 =s 80,0 

4750 400. 4850 400. 

}k letzteren Fall würe in 



4.d. S. 

Eisenoxyd 

Magnesia 

Beigem. Eisenglanz 80,80 84,75 



::;",:}«•■» äI'm. 



400,80 400. 

Die Uebereinstimmung dieser beiden mit ganz verschiedenem Material ge- 

■aehien Analysen spricht gegen eine wesentliche Beimengung, und es wäre die 

mgüäre Form der Verbindungen ft*"!!" eine Folge von Isonnorphie der Monoxyde 

«d Sesquioxyde. 

Rammelsberg: Pogg. Ann. CIV, 542. — Scacchi (Palmieri n. Guarini): 
Memoria sull* Incendio Vesuviano di 1855. Roth, der Vesuv. 8. 84 t. 

Spinell. 

Verändert beim Erhitzen z. Th. seine Farbe, indem der roihe grttn und 
4bm Carblos wird. Unschmelzbar v. d. L. Giebt mit den Flüssen schwache 
BIkii- und Chromreaktion. 

Wird von Säuren nicht angegriffen ; nur von conoeqUirter Schwefelsflure, 
jedoch sehr schwierig, aufgelöst. 
4. Roiher (edler) Spinell von Ceylon. 
8. Blauer Sp. von Aker, Stfdermanland. 



8. 


1. 
b. 


c. 


a. 


b. 


Klaproth. 


Vanquelin. 


Abicb. 


BerzeliuA. 


Abicb. 


Thonerde 74,60 


82,47 


69,04 


72,25 


68,94 


Chromoxyd — 
Magnesia 8,25 
Eisenoxydul 4 ,50 
Kalk 0,75 


6,48 
8,78 


4,40 

26,24 

0,74 


44,63 
4,26 


25,72 
3,49 


Kieselsäure 15,50 


— 


2,02 
99,05 


5,48 
96,62 


2,25 


400. 


97,43 


400,47 


Corrigirt. 








Thonerde 




70,43 




70,63 


Ghromoxyd 

Magnesia 

Eisenoxydul 




4.42 

26,75 

0,73 




26,34 
3,57 



99,03 400,44 

itBa«Ub«rf't MiMnlciiMie. 11 



ittä I 

Saaentoffverbflkniss ft : R ^ 

in 4 c = 40,86 : 33,23 = 4 : 3,06 ,1 

„ 2b := 44,34 : 32,94 » 4 : 2,94 
Der Spineil ist demnach eine Verbindung von 4 Al. Thonerde und 4 At. ^ 
Magnesia, Magnesia-AI uroinai, 

AgÄl. 
4 At. Thonerde s 642 = 74,97 
4 - Magnesia = 250 = 28,03 ^ 

892 400. G 

In geringer Menge sind die isoniorphen Verbindungen Mg Cr und teil bei- | 
geniischt. Letztere steht im blauen Sp. zum Magnesiaaluminat im Verhaltniss | 
von 4 : 43. ^ 

Abich: Pogg. Ann. XXIII, 105. Ben. Jabresb. XXIII, t81. — Bertelivs: Geb- 
iets N. J. VI, 804. > Klaprotb: Beitr. II, 1. — VaaqueliD: J. d. Miafit 
No. XXXVIII, 8». 

Ceylonit (Pleonasi). ■ 

Unveränderlich und unschmelzbar. Verhält sich wie der vorige, reagirt _ 
jedoch mehr oder minder stark auf Eisen. Der sehr eisenreicbe von Roosperg ~ 
(Hercinit) nimmt beim Glühen an der Luft 3,2 p.C. Sauerstoff auf, wobei die 
grüne Farbe seines Pulvers in roth übergeht. 

A. Reine Aluminate. 

1. Härmala im Kirchspiel Lojo, Pinland. Mit Ghlorit und Ghondrodit in 
Kalk. Thoreid. 

2. Barsowskoi bei Kyschtimsk, Ural. Abich. 

3. Tunaberg, Schweden. Dunkelgrün. A. Erdmann. 

4. Ronsperg, K-Iattauer Kreis, Böhmen. (Hercinit). Quadrat. 





4. 


t. 


s. 


(. 


Thonerde 


67,49 


65,27 


62,95 


61,17 


Magnesia 


18,79 


47,58 


13,03 


2,92 


Eisenoxydul 


4 4,75 


43,97 


23,46 


35,67 


Zinkoxyd 


4,38«) 


— 


99,44 


99,76 


Kieselsäure 


0,63 


2,50 






Kalk 


0,42 
400,46 


99,32 






Thonerde 


67,90 


66,95 






Magnesia 


49,00 


18,03 






Eisenoxydul 


4 4,88 


14,33 






Zinkoxyd 


4,38 


99,31 








400,46 








4) Und Kupferoxyd. 





163 

Isomorphe MischuDgen von Magnesia- und Eisenoxydul - Aluminai, und 
zwar ist der Sauerstoff von 

I^e : lüg 
in 4 » 2,64 : 7,60 r= 4 : 2,9 
8 =s3,18: 7,24 =r 4 : 2,25 

3 =r 5,20 :5,H =4 : 1,0 

4 = 8,42 : 4,47 = 7:4 
Es ist folglich 

C. von Härmala » f^eÄl + 3KIgÄl 
C. vom Ural ::= il^e:^! + 9%^ 

C. von Tunaberg = jfeÄl + lilgÄI 
C. von Ronsperg = 7f^eÄl » AgÄl. 

B. Aluminaie und Ferrate. 

4 . Vesuv, a) von glasigem Feldspath und Nepbelin begleitet ; 6) in Dolomit 
eingewachsen. A b i c h. 

2. Monzoni im Fassathal. Ab ich. 

3. Franklin, New- Jersey. Grosse grUnsch warte Oktaeder, von Rothzinkerz 
und Kalkspath begleitet. Vogel. 

i . Stulgrube bei Arendal. Scheerer. 

5. Ceylon, a) Collet Descotils. 6) C. Gmelin. 

6. Iserwiese im Riesengebirge. A b i c h. 



4. 




s. 


s. 


4. 




5. 


6. 


a. 


b. 








a. 


b. 




Thonerde 67,46 


62,84 


66,89 


66,09 


55,17 


68 


57,20 


59,66 


Eisenoxydul 5,06 


9,40 


8,07 


10,64 


18,33 


16 


20,51 


19,29 


Manganoxydul — 


— 




— 


2,71 


— 


— 


— 


Magnesia 25,94 


24,87 


23,61 


21,66 


17,65 


12 


18,24 


17,70 


Kieselsäure 2,38 


1,83 


1,23 


0,80 


5,09 


2 


3,15 


1,79 


Wasser — 


— 


— 


0,96 


98,95 


98 


99,10 


99,17 



400,84 98,94 99,80 400,45 

Da der Sauerstoff der Monoxyde mehr als ein Drittel von dem der Thonerde 
beträgt, so muss etwas Eisenoxyd vorhanden sein. Die Correctionen sind : 

4. f. 8. 4. 5. 6. 

Thonerde 68,34 64,04 67,68 67,04 58,42 59,00 64,30 

Eisenoxyd 3,37 7,67 2,63 2,47 44,44 40,54 7,09 

Eisenoxydul (Mn) 2,06 2,66 5,79 8,55 44,88 44,86 43,42 

Magnesia 26,26 25,33 23,90 24,97 48,59 48,60 48,49 

400. 99,67 400. 400. 400. 400. 400. 

Der allgemeine Ausdruck für diese Geylonite, welche möglicherweise vier- 
bebe Mischungen sind, ist : 

11» 



ia s 

3 = 

i.5 = 

6 = 



Die Ai. der Beftandllidle stehen dabei in folgendem YerUltnin: 

24 4 : 32 

47 4 : 43 

8 4 : 40 

4,6 4 : 42 

3 4 : 8—9 

3,4 4 : 43 

Nach Thomson enthalt der dunkelgrflne nordamerikanische G. von 

Franklin. Amity. 

Thonerde 73,34 64,79 

Magnesia 43,63 47,87 

Kalk 7,42 40,56 

Eisenoxydul — 2,80 

Kieselstture 5,62 5,59 

Wasser — 0,98 

99,98 99,59 

welche Angaben offenbar unrichtig sind. 

Gellet Descotils: J. d. Mines V, 484. ^— A. ErdntBat Ftf raOk tUl e 

eskrifn. öfver Tunaberg. (S. OHvid). — C. Gmelin: Ben. Jahreab. IV» 45S. — 

drat: Ann. Chem. Pharm. LV, 8ft7. *- Scheerer: Pogg. Ann. LXV, 894. — T 

son : Outl. I, SU. — T bore Id : Arppe analyser of finslia mineraller. 81. — Y 

In mein. Labor. 

Chlorospinell. 

Verhält sich wie die vorigen ; nur wird er beim Erhitxen vorttberg< 
bräunlichgrün. 

Zwei Proben dieses anfangs fttr Gahnit gehaltenen und von G. Rose u 
schiedenen Spinells von Slatoust am Ural gaben bei der Analyse H. Rose*i 





a.' 


b. 


Thonerde 


64,13 


57,34 


Eisenoxyd 


8,70 


44,77 


Magnesia 


86,77 


27,49 


Kupferoxyd 


0.,S7 


0,6S 


Kalk 


0,27 


— 



100, U 100,22 
Hiemach ist der Ch. 



% 






und unterscheidet sich vom Ceylonit durch das Fehlen der Eisenoxydulve 
düng. Und zwar ist 

a » ÜkgPe + ^2AgÄ\ 

b = Agl^e + eiÜlgÄl. 
Die grüne Färbung rflhrt vom Kupferoxyd her. 

Pogg. Ann. L, 652. 



1<6 

rseliiingsprodukte von Spinell. Die Umwandlung von Spinell, 
idere von Ceylonit, oft mit Beibehaltung der Form, in weicbe an Ser- 
der Speckstein erinnernde Massen, ist mehrfach beobachtet worden. 

Geylonit (Pleonast) vonMonzoni. Specksteinähnlich. 

a. b. 

BfarigDac. Stttdler. 

Kieselsäure 31,10 37,5 

Thonerde 17,50 15,7 

Eisenoxyd 2,76 4,6 

Manganoxyd — 1,7 

Magnesia 29,69 25,8 

Kalk 5,56 8,7 

Wasser 13,67 6,0 

100,28 100. 

Spinell von Sommerville, St. Lawrence Co., New- York. Theils 
etzte Krystalle, theils weisse innen graue Massen, mit Spinenkömem 
nmer gemengt. Von Shepard alsHoughit bezeichnet. Die weissen 
n enthalten Kohlensäure. Johnson. 

Hydrotalkit und 4) VOlknerit. Hochstetter beschrieb zuerst 
ihnliches Mineral von Snarum in Norwegen, in Serpentin eingewachsen. 
$ es neuerlich gleichfalls untersucht, und sein sp. G. =s 2,091 gefunden, 
sich leicht und mit gleichförmigem Brausen in Säuren auf, und behält 
ch dem Glühen seine Auflöslichkeit. Hermann untersuchte offenbar 
I Mineral, von ihm Völknerit genannt, von der Schischimskaja Gera 
, wo es im Talkschiefer mit Ghlorospinell, Hydrargillit und anderen Mi- 
vorkommt, und zuweilen sechsseitige nach der Endfläche voltkommen 
e Prismen bilden soll. Sp. G. = 2,04. Dana hat zuerst auf die Aehn- 
dieser Substanzen mit der amerikanischen aufmerksam gemacht, und 
en wohl ebenfalls aus Spinell entstanden sein. 



>••) 








s. 






«. 




Hochstetli 


er. 


Ramme 


Isberg. 




Hermann 


yd 




6,90 


a. 


b. 


c. 


d. 




e 23,87 




12,00 


19,25 


17,78 


18,00 


18,87 


46,96 


1 43,84 




36,30 


37,27 


38,18 


37,30 


37,04 


37,08 


iure 5,83 




10,54 


2,64 


6,05 


7,32 


7,30 


3,92 


26,46 




32,66 


41,59 


37,99 


37,38 


37,38 


42,04 


400. Rückst 


. 4,20 


100,72 


100. 


100. 


400,59 


400. 






99,60 













>hoson hat die sich gallertartig ausscheidende Kieselsäure in Abrechnung ge- 



166 



Hermann 's und meine Analysen geben, wenn man die KolileiisXare auB- 

ser Acht Ulssi, 

JÜA<-ft-5-6iigA^ 

von denen das letztere Kohlensäure angezogen hat. 

Hermann: J. f. pr. Chem. XL, 4S. — Hochstetter: Ebendas. XXVII, t76. ~ 
Johnson: Am. J. of Sc. II Ser. XII, S64. J. f. pr. Chem. LV, 1S8. ^ Marignac: 
Arch. phys. nat. VI, SOI. -^ Rammelsberg: Pogg. Ann. XGVII, 196. ^ Stadler: 
Lieb. Jahresb. 4847—48, H97. 



Gahnit. 

V. d. L. unveränderlich; wird von Borax und Phosphorsall fast g9r nicht 
aufgelöst ; giebt mit Soda, besser noch im Gemenge mit Borax, auf Kohle in der 
inneren Flamme einen Zinkbeschlag. 

Wird von Säuren nicht angegriffen. 

Ekeberg lieferte die erste Analyse, Vauquelin eine zweite des Gahnits 
von Fahlun in Schweden. Die unvollkommenen Methoden der Scheidung führ- 
ten jedoch zu unrichtigen Resultaten, wie A bich gezeigt hat^ welcher die Ana- 
logie des G. mit den Spinellen nachwies. Die vollkommenste Methode des Auf- 
schliessens, mit saurem schwefelsaurem Kali, welche H. Rose für ähnliche 
Verbindungen benutzte, Hess erkennen, dass Kieselsäure dem reinen G. fremd 
ist. 



4. Fahlun, Schweden. 








2. Franklin, New-Jersey. 


1. 




1. 




a. b. 
Ekeberg. Vauquelin 


c. 
Abich. 


Abich. 


Thonerde 


60,00 


42 


55,14 


57,09 


Eisenoxyd 


9,25 


5 Oxydul 5,26 


4,55 


Zinkoxyd 


2i,25 


28 


30,02 


34,80 


Magnesia 


— 




5,25 


8,22 


Kieselsäure 


4,75 


i 


3,84 


4,22 


Schwefel 


— 


<7 


99,54 


99,88 


Rückstand 


— 


1 

97 


m 


9 




98,25 






Oder: 


4 c. 


X. 






Thonerde 


67,34 


57,80 






Eisenoxydul 


5,74 


4,60 






Zinkoxyd 


31,22 


35,23 






Magnesia 


5,46 
99,76 


2,25 
99,88 




In Ab ich 's Analysen ist der Sauerstoff: 






Thonerde 


1 c. 

26,78 


I. 


26,99 




Eisenoxydul 4,27) 


4,02 


# 




Zinkoxyd 


6,m 9,60 


6,94 


8,86 




Magnesia 


2,1 8j 


0,90 







167 

Da in der Analyse' 1 c. der Sauerstoff der Thonerde etwas mehr als das 

Dreifache von dem der Monoxyde beträgt, so folgt, das« der G. von Fablun auch 

etwas £isenoxyd enthält. Die Rechnung giebt: 

Sauerstoff 
Thonerde 57,34 t6,78) 

Eisenoxyd 2,08 o.6«j ^'*^ 

£isenoxyduI 3,60 o,80 

Zinkoxyd 31,22 6,46 } 9,4 4 

Magnesia 5,46 sjs 



99,70 
Die allgemeine Formel für den 6. ist folglich 

Zn \ Zn 

Pe 



*'e [ Äl oder *■© 



Ägj Mg 

Siebt man von der kleinen Menge der £isenox yd Verbindung ab, so stellt der 6. 
von Fahlun eine isomorphe Mischung 

teSi + 3%Ä1 + 6ZI1ÄI = **8 l Äl + äZnÄl 

dar, während der amerikanische 

^eÄl + ttgiÜ-i- 7ZnÄl 
ist. 

Kreittonit ist eine dem Gahnit nahestehende Spinellmischung. Spec. 
G. = 4,488—4,892 (?R.). 

Verhält sich wie Gahnit, und giebt mit den Flüssen deutlich Eisenreaktion. 
Plattner. 

Nach V. Kobell enthält dies Mineral von Bodenmais in Baiem: 



Thonerde 


49,62 


Eisenoxyd 


18,48 


Zinkoxyd 


26,67 


Magnesia 


3,40 


Manganoxydul 


1,44 



99,61 *) 

Je nachdem man, um die Analyse mit der allgemeinen Spinellformel in 
Einklang zu bringen, das Mangan als Oxydul oder Oxyd annimmt, lässt sich 
berechnen : 







Sanentoff 


Sauerstoff 


Thonerde 


49,62 


«.88 /••'•' 8,03 


88,47 
8,44 >8«,06 


Eisenoxyd 


9,60 


Manganoxydul 


«,44 


o.isj Oxyd 1,60 


0.«8 




Eisenoxydul 


7,99 


s,ui *'" 26,67 


t.M 




Zinkoxyd 


26,67 


S,S6 > 8,67 
4,88 J 


Magnesia 


3,40 


1,88) 3,40 




98,78 


98,72 







4 ) Nach Absag von 4 p. C. anzenetzter Sobstam. 



Lttsst man die unbedeutoide Heng» Mangan weg, so ist d«r KMiUenii n 

* 

Zn ) iT| tpi 

Mg I l i! 

Die Atg. von Mg : ^e : Zn sind s= 3 : 4 : 42, die von Fe : Xl « 4 : 8. ^ 

Dysluit ist eine andere hieher gehörige Mischung, welcher jedoch die 

Magnesia fehlt. Die Substanz, von gelbbrauner oder graubrauner Farbe, sp. G. ^ 

SBB 4,55, kommt mit FrankJinit etc. zu Sterling, New- Jersey, vor, und enthält ^ 

nach Thomson: 

Sauerstoff 
Thonerde 30,49 u,st 

Eisenoxyd 44,93 ^%m 

Manganoxydul 7,60 i,ii 

Zinkoxyd 4 6,80 s,S4 

Kieselsäure 2,96 

Wasser 0,40 



400,48 




Formel AR gemäss setzt die 


Rechnung voraus : 




Sauerstoff 


Thonerde 34,55 
Eisenoxyd 30,07 


44,78 
9,0 Jj 


Eisenoxydul 44,98 


«,6si 


Manganoxydul 7,86 


4,79V »,M 


Zinkoxyd 47,40 


8,48] 




98,86 
Der Dysluit ist mithin (wenn er kein Manganoxyd enthält) : 

Zn 
te 
An 

Die At. von lln : l^e : Zn sind ss 3 : 5 : 6, die von fe und ii » 3 ; Ö. 

Abich: Pogg. Ann. XXIII, 880. — Ekeberg: Gehlens N. Joam. V, 448. ^ 
V. Kobell: J. T. pr. Chem. XLIV, 99. — Plattner (Breithaupt): Pogg. Ann. 
LXIX, 440. — H. Rose: Ebendas. LI, fSI. — Thomson: OuU. I, ÜO. 

Fraoiaiiat. 

V. d. L. unschmelzbar, wird leuchtend, sprüht Funken und bededLt sieb, 
an der Oberfläche mit Blasen (Abi ch). $^(zt im Reduktionsfeueris ftür sich oder 
mit Soda, auf Kohle einen Zinkbeschlag ^b. Giebl mit Borax ein von Mangai» 
gefärbtes, im gesättigten Zustande aber wßiu: rothes Glas, welch«» m dttr inne- 
ren Flamme bont^illengrttn wird. Beagirt mit Soda stark auf Mangan. 

Verliert bei der Reduktion in Wasserstoffgas in schwacher Glühhitze (icB^ 
Glasgefässen) 48 — 49 p. C. Sauei:^^, u^d Y^rwandeU «ii^. io, ,^ fpl^warze^ 



169 

Pulver, welcbas aus Eisen, Manganoxydul, Zinkoxyd und elwas melallischein 
Zink besteht. In starker Glühhitze verliert er etwa 40 p. C, indem fast alles 
Zink reducirt und verflttchligt wird. Der Rückstand ist grau. 

Das Pulver löst sich beim Erwärmen in Ghlorwasserstoflisäure langsam zu 
einer gelben FIttssigkeit auf, wobei sich eine geringe Menge Chlor entwickelt. R. 

Der F. von Franklin oder Sparta in New-Jersey wurde von Berthier zu- 
erst unterschieden, von ihm und Thomson, später von Ab ich und von 
Dickerson untersucht. Ich habe vor kurzem die Analyse wiederholt. 





<. 


8.*) t.*) 


*••) 


B 


erthier. 


Tbomson. Abich. 


Dickerson 


Eisenoxyd 


66 


66,50 69,67 


66,22 


Manganoxyd 


46 


45,08 48,40 


12,08 


Zinkoxyd 


47 


47,57 40,93 


«1,70 




99 


99,45 99,00 

5. 
Rammelsberg. 


100. 




a. 


b. c* d. 


e. 


Eisenoxyd 


64,28 


65,38 6i,»8 63,i0 


64,64 


Manganoxyd 




13»«8 13,87 t3,iS 


13,81 


Zinkoxyd 




25,09 


25,51 






403,88 


103,96 




Mittel 


au8 5. 




Eisenoxyd 


64,54 


s Eisen 45,16 




Manganoxyd 


43,54 


Mangan 9,38 




Zinkoxyd 


25,30 


Zink 20,30 






403,32 


(Sauerstoff 25,1 6) 





400. 

Es lässt sich aus den angewandten Trennungsmethoden leicht nachweisen, 
dass die älteren Versuche, besonders Abich^s Analyse, ein unrichtiges Resultat 
gegeben haben. Auch werden wir weiterhin sehen, dass der Fr. Eisenoxydul 
enthält, die Analyse also einen Ueberschuss geben muss, und mithin auch No. 4 
nicht genau sein kann. 

Nach dem Mittel meiner Versuche verhalten sich die At. von Mangan, Zink 
and Eisen ss 4 : 4,8 : 4,8 oder nahe as 4 : 2 : 5. Die Summe derselben und 
die Sauerstoffatome sind =s 4 : 4,2 3= 5 : 6. Der Fr. ist daher nicht, wie die 
übrigen Gtieder dieser Gruppe, eine Verbindung R'O^ ss> ftft, sondern er ist 

Das Mangan ist giUiap oder bei weitem lum grdssten Theile als Oxyd vor- 
banden'). Nehmen wir das erstere an, und theileA den Keat des Saueratoffii 



4) Nach Abzug von ein wenig Kieselsäure und Tbonerde. 
t) llitlel aus iwei Analysen. 

Wf Aus dem Maximum des Chlors, welches der F. beim Auflösen entwickelt, ergiebt 
sich, diss er wenigsteMi i,i p. G. Manganoxyd eathalten muss. 



170 

nach Abzug jenes and des Zinkoiyds, dem Eisen zu, so erhaKen wir: 

a. oder b. 
Manganoxyd 13,54 13,51 
Eisenoxyd 31,64 S7,50 
Eisenoxydul 29,55 33,31 
Zinkoxyd 25,30 25,30 

100. 99,62 

worin der Sauerstoff ist : 

vom Manganoxyd ^>^^) lo aj ^«^^ 



4,131 
9,48/ 



Eisenoxyd 9,48j ' 8,25 

Eisenoxydul 6,551 7,381 

Zinkoxyd 5,00/**'^^ 5,00 )**'^^ 



12,38 



Hn 


^ 


337,5 


SZn 


= 


813,2 


,60 


= _ 


960,0 



25,16 24,76 

6 ist so berechnet, dass die SauerstofTmengen von ti und R gleich sind. 

Setzt man die At. von Mn : Zn : Fe s= 1 : 2 : 5, so ergiebt die Rechnung 
folgende Zahlen, wie sie die Analyse liefern sollte: 

5Fe = 1750,0 =45,33 = Pe 64,76 

= 8,74 =lin 12,62 
=s 21,06 = Z n 26,24 
a = 24,87 103,62 

3860,7 100. 

Wahrscheinlich enthält der P. Mn : 2l^e und 2Zn : 3^e, indessen giebt die Ana- 
lyse 5Zn : 7 Fe. Schreibt man die Formel 

AfeWfPe 
AZnj|i«n, 

so ist Mn : Zn : Fe = 8 : 15 : 37 SS 1 : 1,9 : 4,6 statt 1:2: 5, und man er- 
halt: 

4Mn s= 3900 SS 13,47 s:: Fe 44,73 = l^e 63,90 

8l^e SS 8000 SS 27,64 Mn 9,33 == ütn 13,47 

21 te = 9450 = 32,64 Zn 21,07 == Z n 26,25 

15Zn SS 7599 =s 26,25 24,87 103,62 

28949 100. 100. 

Wenn man versucht, die Constitution des F. nach der Formel ftft zu be- 
rechnen, so erhält man 2% p. C. Ueberschuss, und findet, dass er beim Auf- 
lösen wenigstens 1,9 p. C. Chlor entwickeln müsse, während ich unter Um- 
ständen nur 0,2 p. C. erhielt.') 



1) Dass eine Chlorentwicklung überhaupt stattfindet, die theoretisch nicht möglich 
scheint, liegt darin, dass das Manganoxyd sich früher auflöst als das Eisenoxydul. Direkte 
Versuche hs^ben mir das Resultat gegeben» dass eine solche AuflösoDg zuletzt noch Eisen- 



17! 

Die abweichende Formel des Fr. findet ihre Begründung in der Isodimor- 
phie der Monoxyde und Sesquioxyde. 

Abich: Pogg. Ann. XXIII, Sit. — Berthier: Ann. M ines IV, 489. — Dicker- 
son: Dana Min. 406. — V. Kobell: Schwgg. J. LXII, 4 96. LXIV, 410. — Ramme l8> 
berg: Pogg. Ann. CVII, 849. —Thomson: Outl. 1, 488. 

Chromeisenstein. 

V. d. L. unveränderlich; der nicht magnetische wird in der inneren 
Flamme magnetisch. Löst sich in den FlUssen etwas schwierig auf, und giebt 
Gläser, welche in der Hitze die Farbe des Eisens, nach dem Abkühlen aber, 
besonders im Reduktionsfeuer und nach Zusatz von Zinn, die des Chroms zeigen. 
Mit Soda und Salpeter geschmolzen, bildet er eine gelbe Masse. 

Von Säuren wird er nicht angegriffen. In Wasserstoffgas geglüht, verliert 
der Gh. von Boresow nach Moberg nur 0,86 — 0,9i p. C. Sauerstoff, welche 
bei nachherigem Erhitzen an der Luft wieder aufgenommen werden. Der von 
Texas verliert nach meinen Versuchen gleichfalls nur Bruchtheile eines Prozents. 

Nach Rivot dagegen verliert der Gh. von Baltimore in Wasserstoffgas bei 
starker Hitze 9,41 p. G., so dass der ganze Eisengehalt reducirt wird. 

Vauquelin, der Entdecker des Ghroms, hielt den Gh. (von Bastide de 
la Carrade bei Gassin, Dpt. du Var), seinen Versuchen zufolge, für eine Verbin- 
dung von 43,7 Ghromsäure, 3i,7 Eisenoxyd und 20,3 Thonerde. Laugier 
nahm zuerst das Ghrom als Oxyd, indem er fand, dass die Ghromsäure sich 
erst beim Schmelzen mit Alkalien bildet. Durch Abich^s Analysen ist dann 
das Mineral als ein Glied der Spinellgruppe erkannt worden. 

Die nachfolgenden Analysen sind nach Abzug der Kieselsäure (bis 3 p. G., 
einmal 10 p. G.) berechnet. 

4. He ä Vaches, St. Domingo. Berthier. 

2. Steyermark. Klaproth. 

3. Röraas, Norwegen. Lau gier. 

4. Baltimore, Maryland, a) Berthier. 6)Seybert. c) Rivot; d)krystalli- 
sirter und e) derber. Abich. 

5. Unionville, Chester Go., Pennsylvanien. a) Seybert. 6) Starr. 

6. Texas, Lancaster Go., Pennsylvanien. a) Garrett. 6) Franke. 

7. Vom See Memphramagog, Ganada. Hunt. 

8. Bolton, Ganada. Hunt. 

9. Beresow, Sibirien, a) Lau gier. 6) Mo berg. 
40. Volterra, Toscana. Bechi. 

14. Ihami, Kleinasien. Rivot. 

42. Insel Skyros im Archipel. Rivot. 



oxydul enthält. Dadarch erledigen sich die Einwürfe v. KobelTs gegen die Spinellformel 
des Franklinits. 



172 



1. 


f. 


8. 




4. 










a. 


b. 


0. 


d. 


e. 


Chromoxyd 37,9 


56,7 


56,82 53,2 


44,20 


64,80 60,04 55,37 


Thonerde 22,6 


6,4 


9,48 40,3 


4 4,54 


2,00 11, 


85 13,97 


Eisenoxydul 39,0 


33,7 


26,96 36,4 


40,27 


27,65 20,13 19,13 


Magnesia — 


2,0 


5,63 — 




2,07») 7, 
96,52») 99, 


45 10,04 


Gltthverlust — 


98,89 99,6 


99,01 


47 98,51^ 


99,5 


98,5 
















S. 


6. 




7. 


s. 




a. 


b. 


a. 


b. 






Chromoxyd 


53,40 64,28 63,38 55,4i 


49,75 


45,90 


Thonerde 


40,04 0,93 




5,75 


11,30 


3,20 


Eisenoxydal 


36,49 35,87 38,66 28,88 


21,28 


35,68 


Magnesia 




— S 


),28«) 9,39 
(,39 99,16 ' 


18,13 
100,46 


15,03 




99,30 97,48 40 


99,81 






f. 


1*. 


41. 


48. 








a. b. 










Chromoxyd 


53,5 64,76 


4i,23 


42 


54 




Thonerde 


j 


44,4 40,93 


80,83 


16 


18 




Eisenoxydul 


25,4 48,59 


35,62 


34 


20 




Magnesia 




— 6,74 


— 


5 


8 





400. 404,02 400,68 97 400. 

Die Analysen der Ch. zeigen grossere Differenzen als man en;varten sollte, 
und erregen zum Theil Zweifel an ihrer Richtigkeit. Wenn der Cb. als Glied 
der Spinellgruppe der Formel ft ft entsprechen muss, so kann er ^Is Monoxyde 
Eisenoxydul und Magnesia, als Sesquioxyde Eisenoxyd, Chromoxyd und Thon- 
erde enthalten. Nimmt man das Eisen ausschliesslich als Oxydul in Rech- 
nung, so zerfallen alle zuverlässigeren Analysen in zwei Klassen, nämlich 
4 ) solche, bei denen der Sauerstoff der Sesquioxyde weniger als das Dreifache 
von dem der Monoxyde, und 2) solche, in welchen er mehr beträgt. Und zwar 

ist das Sauerstoffverhältniss 

Pe, «g : Cr, Äl. 
4. «. 

in 3 s 4 :2,67 in 4c » 4 : 3,44 

4e s= 4 : 2,88 4d » 4 : 3,22 

5o = 4 : 2,62 96 = 4 : 3,74 

56 = 4 : 2,47 

66 =5 4 : 4,94 

7=4: 4,73 

8=4: 4,43 

10=4: 2,96 

4) Kalk. 

i) Gefunden tO,?« Eisenoxyd, wodurch die Summe = 99,69 wird. 

3) In Abich's Abhandlung ist 44,94 Chromoxyd, und die Summe s 98,t5 angegeben. 
Beides ist unrichtig. 

4) Nickcioxyd. 



178 

Was die erste Riasse betrifft, so sieht man leidit, dass sie die Spinell- 
fomiel erhalten, wenn man die gleichzeitige Anwesenheit von Eisenoxyd 
vorausseUty wie es folgende Rechnung beispielsweise seigt : 



4e. 
Baltimore (derb). 

Abieb. 



Chromoxyd 

Thonerde 

Eisenoxyd 

Eisenoxydul 

Magnesia 



56,37 
43,97 
4,40 
48,04 
40,04 
98,90 




6 b. 

Texas. 

Franke. 

55,4 4 

5,75 

42,06 

48,02 

9,39 




40. 
Volterra. 

Beehi. 

44,23 

20,83 

0,33 

35,32 

400,74 




400,36 

Die letzte Analyse entspricht überhaupt unter allen der Formel direkt am besten, 
und ist ein Gehalt an Eisenoxyd darin und in 4e. vielleicht gpr nicht vorhanden. 
Die zweite Klasse, in welcher sich gerade zwei der am genauesten 
untersuchten Gh. befinden, kann nach dem Vorhergehenden kein Eisenoxyd 
enthalten. Moberg hat daher angenommen, dass auch Chromoxydul vor- 
handen sei, d. h. dass die Verbindungen Orft (Or€r, CrÄl) an der Zusammen- 
setzung des Minerals Theil nehmen. Hiernach berechnen sich die Analysen 
A bi c h 's und Mo b e r g's folgendermaassen : 



4d. 

Thonerde 44,85 
Chromoxyd 58,25 
Chromoxydul 4,64 
Eisenoxydul 20,43 
Magnesia 7,45 

99,29 



Sauerstoff 




9 b. 

40,93 
59,83 

4,39 
48,59 

6,74 
400,48 



Sauerstoff 




Abgesehen von der kleinen Menge Ghroraoxydul sind in beiden Abände- 
rungen ziemlich nahe die Atg. von Magnesia und Eisenoxydul =s 2 : 3, die von 
Thonerde und Chromoxyd = 4 : 4, so dass die Hauptmasse durch 

hezeichnet wird. 

Wenn aber Chromoxydul in diesen Ch. wirklich vorhanden ist, so wird 
seine Gegenwart auch in allen übrigen denkbar, falls dieselben noch mehr Ki- 
senoiyd enthalten, als oben berechnet wurde. 

Rivot erhielt aus No. 4c. 30,72 p.C. Eisenoxyd, und beim Glühen in 
Wasserstoff" 9, 4 4 Verlust, welche 30,37 Elsenoxyd entsprechen. Da aber ent- 
weder viel Chromoxydul oder Eisenoxydul vorhanden sein muss, so giebt die 
Analyse einen zu ansehnlichen Verlust, um Vertrauen zu verdienen*). 



4) Wird our Eisenoxyd angenommen, so setzt dies 34,96 Chromoxyd and 36,66 Oxy- 
(lol voraus. Summe » 96,44 . 



174 

HierDach ist also die allgemeine Formel des Chromeisensteins 

te ] (Fe 
Or i kr 



lüg] |äi. 



Bechi. Aid. J. ofSc. II Ser. XIV, 62. — Berthier: Aoii. Chim. Phys. XVII, 59. 
— Franke: In mein. Laborat. ~ Garret (Starr): Am. J. of Sc. 11 Ser. XIV, 45. — 
Hunt: Logan Report of Geol. of Canada. 4849. —Klaproth: Beitr. IV, 4SS. ^Lao- 
gier: Ann. du Mus. VI, SSO. — Moberg: J. f. pr. Chem. XLIII, n9. — Rivot: 
Aon. Chim. Phys. 111 Ser. XXX, SOS. Ann. Chem Pharm. LXXVIU, %U. — Seyberi: 
Am. J. ofSc. IV, SSr — Vaaquelin: J. des Mines No. LV, 5SS. 



Irit. 

V. d. L. unveränderlich ; beim Glühen mit Salpeter Osmiumsäure ent- 
wickelnd. 

In Säuren unauflöslich. 

Nach Hermann enthält der I. vom Ural: 



Indium 


56,04 


Osmium 


9,53 


Eisen 


9,72 


Chrom 


9,46 


Sauerstoff 


(15,25) 



100. 

Die Constitution des Minerals, welches regulär krystallisirt , ist w ohl am 
einfachsten als 

aufzufassen, wo ft = den Oxydulen von Iridium, Osmium und Eisen, K ss Iri- 
dium- und Osmiumsesquioxydul und Chromoxyd, vielleicht auch Eisenoxyd ist. 
Die Analyse giebt 6 At. Iridium gegen 1 At. Osmium an; mit Rücksicht hierauf 
kann man die Formel 

Air I ( irif 
^Ös [jÖsA 

«feJlCrH 
construiren, 

11 Iridiumsesquioxydul = 1423,0 = 53, U 

VV Iridiumoxydul = 228,6= 8,54 

^ Osmiumsesquioxydul = 239,0 = 8,92 

3*5^ Osmiumoxydul = 38,4 = 4,43 

ff Eisenoxydul = 360,4 = 13,46 

H Chromoxyd = 388,1 = 14,5 1 

2677,5 100. 



175 

Oder 

6 Ai. Iridium ^ 7392,6 » 55,87 

i - Osmium = 4842,6 = 9,89 

4 - Eisen = 4 408,0 » 40,48 

4 - Chrom = 4340,4 » 40,08 

80 - Sauerstoff = 8000,0 = = 4 4,94 

43377,6 400. 
Andere Deutungen der Constitution haben früher Hermann und Berze- 
lius versucht. 

Berzelios: Jahresb. XXII, 494. — Hermann; J. f. pr. Chim. XXIII, S76. 

Uranpechen. 

V. d. L. unschmelzbar; fUrbt bei Kupfergehalt die äussere Flamme grün; 
giebt mit den Flüssen in der äusseren Flamme gelbe, in der inneren grüne Glä- 
ser. Bei der Reduktionsprobe mit Soda erhält man meist BleikOrner und Eisen- 
flitter, zuweilen auch Arsenikgeruch. 

Wird von Chlorwasserstoffsäure kaum angegriffen, welche beigemengte Si- 
likate und Garbonate zerlegt, und auch meist wegen vorhandener Schwefel- 
metalle (Schwefelblei) etwas Schwefelwasserstoff entwickelt. Ist im reinsten 
Zustande in Salpetersäure mit gelber, in concentrirter Schwefelsäure, wenn- 
gleich sehr schwierig, mit grüner Farbe aufldslich. 

Klaproth entdeckte im J. 4789 im U. das Uran und gab die ersten Ana- 
lysen des Minerals. 

Joachimsthal. 
4. s. 

Klaproth. Rammeisberg.*) Theyer. 

79,45 

6,80 
Spur 

0,65 
4,48 
5,30 
3,90 

8,84 
0,46 

— — 0,85 

— 8,44 3,32 
0,36 — 4,85 



Uranoxydoxydul 


86,5 


Schwefel 1 
Blei J 


6,0 


Kupfer 


— 


Zink 


— 


Wismuth 




Arsenik 


— 


Kieselsäure 


5,0 


Eisenoxydul 


8,5 


Manganoxydul 


— 


Kalk 




Magnesia 


— 


Natron 




Kohlensäure 


— 


Wasser 


— 


400. 



s. 


4. 


heyer. 


Ebelmen. 


68,51 


75,94 


4,75 


0,60 


6,57 


4,22 


3,95 


— 


0,70 


— 


0,52 


— 


4,36 


— 


3,50 


3,48 


5,70 


3,10 


— 


0,82 


2,47 


5,24 


0,2« 


2,07 



99,94 100,39 400,89 



4) Von der Grobe Tanne. 



176 



Tranoxydoxydul 

Schwefel 

Blei 

Antimon 

Kobalt 

Kieselsäure 

Eisenoxvdul 

Kalk 

Magnesia 

Kohlensäure 

Wasser 



Johann-Georgenstadt 
ö. 

Schimmenides C. 
Praff. 

4,20 



1 



4,44 
i,02 
8.24 



Przibram.*) 

t. 

Hauer. 

80,52 

1,48 

6,07 

2,09 

4,79 
2,86 
2,97 
0,64 
0,89 
0,48 



400,42 



Norwegen.*) 
(StrOmsheien bei Valle \n Siteradalen) . 

7. (Sp. G. Ä 6,71) 

Sc beer er. 



Uranoxydoxydul 

Bleioxyd 

Niobsäure 

Kieselsüure 

Manganoxydul 

Wasser 

Geb.art u. Verl. 



76,6 

45,6 

4,0 

2,7 



400. 



99,49 

Nordamerika.*) 
(Nordaeite dea Oberen 

8. 
Genth. 

Uranoxyd 46,24 
Uranoxydul 46,47 
Bleioxyd 7,39 

Eisenoxyd 3,54 
Kalk 5^3 

Magnesia 0,56 

Thonerde 0,52 
Kieselsaure 13,45 
Kohlensäure) ^ ^ ^ 
Wasser | ' 

99,28 



). 



Verschieden vom Uranpecherz erscheinen folgende Substanzen : 



9. 
Gummlerz (Brtbpt.) 
von Jobann-Georgenstadi. 
Hyazintbroth. 
Karsten. 



Uranoxyd 

Manganoxyd 

Kalk 

Kieselsäure 

riiosphorsUure 

W.isser 

Arseniksäure 

Fluor 



72,00 
0,05 
6,00 
4,26 
2,30 

4 4,75 

}Spur 



99,36 



4 0. 
Eliasii V. d. Eliaszeche 
zu Joachimstbal. 
Rothbraun, sp. G. = 4,S87. 

Ragsky. 
Uranoxyd 64 ,33 
Bleioxyd 4,62 

Kalk 3,09 

Magnesia 2,20 

Eisenoxyd 6,63 

Eisenoxydul 4,09 
Kieselsaure 5,43 
Kohlensäure 2,52 
Phosphorsaure 0,84 
Wasser 40,68 

98,43 



44. 

Nordküate 

des Oberen Sees. 

Schwarz/) 

Whitney. 



Uranoxyd 

Bleioxyd 

Kalk 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Kieselstture 

Kohlensäure 

Wasser 



59,30 
5,36 

44,44 
2,24 
0,9^ 
4,35 
7,47 
4,6» 

98,70 



4) Sebweru ran erz Brei th. Sp.G. = 7,768. H. 

2) In Oktaedern krystallisirt. 

8) Coracit. Soll in Chlorwasserstoffsäure auflüslich sein. 

k) In verdünnter CiorwasserstofTsiiure leicht auflöslich mit Brausen. 



17T 

Froher für ein Silikat gehalten, wurde das U. zuerst von Kersten als 
Uranoxydul betrachtet, welches die damalige Bezeichnung ftar das üranoxyd- 
oxydul war. Diese Verbindung 

Ü8 

besteht im reinen Zustande aus 

3 At. Uran ^ 2229 = 84,79 oder 1 At. Uranoxyd =s 1786 = 67,94 

4 - Sauerstoff = 400 = 15,21 1 - Uranoxydul « 843 = 32,06 

2629 100. 2629 100. 

Ebelmen hat zwar zu beweisen gesucht, dass in dem Uranpecherz beide 
Oxvde in einem anderen Verhältniss enthalten seien, nämlich als 

Ü»8 oder 0»8, 
allein seine Versuche lassen dies bei der sehr complicirten Mischung des Erzes 
nicht deutlich erkennen. Es ist in der That noch kein reines U. untersucht wor- 
den, und die Schwefelmetalle, Silikate und Carbonate müssen doch als Verun- 
reinigungen betrachtet werden, wiewohl man noch gar nicht weiss, ob nicht em 
Theil der Basen als Vertreter des einen oder anderen der beiden Oxyde vorhan- 
den ist. 

Die drei letzten Substanzen können nicht gut mit dem U. identisch sein. 
Von dem hyazinthrothen Mineral von Johann-Georgenstadt mit i4% p. C. Was- 
ser ist die Oxydationsstufe des Urans zweifelhaft ; vielleicht macht aber Uran- 
oxydhydrat seine Hauptmasse aus. Das amerikanische (ob identisch mit No. 8?) 
eothall nach Whitney Uranoxyd in chemischer Verbindung (vielleicht mit 
Kalk und Bleioxyd), denn auch nach dem Glühen ist es in Chlorwasserstotf- 
sSure aufl(5slich. 

Selen fand Kersten in geringer Menge in U. von Johann-Georgenstadt 
uDd Schneeberg. Vanadin ist zuerst von Wöhler und Svanberg, dann 
voD Kersten bemerkt worden, und soll No. 9 nach Letzterem Vanadinsäure 
enthalten. Es ist in neuerer Zeit durch Patera aus dem Erz von Joachimsthal 
bei dessen Verarbeitung im Grossen dargestellt worden. 

Ebelmen: J. f. pr. Chem. XXX, 414. — Genth: Am. J. ofSc. II Ser. XXIII, 424. 
— Hauer: Jahrb. geol. Reichsanst. 4 853. 4 05. -^ Kersten: Pogg. Ann. XXVI, 494. 
Schwgg. J. LXVI, 48. J. f. pr. Chem. XXIX, 833. XXXI, 406. — Klaproth : Beitr. 
U, 497. — Pfaff: Schwgg. J. XXXV, 3J6. — Ragsky (Haidinger): Pogg. Ann. 
ErgSnzbd. III, 348. — Rammeisberg: Pogg. Ann. LIX, 35. — Scheerer: Ebend. 
LXXII, 670. — Theyer: In mein. Labor. — Whitney: Phil. Mag. XXXVII, 458. 
J. f. pr. Chem. LI, 437. — Wöhler: Ann. Chem. Pharm. UX. 845. 

b. Nicht regulär krystallisirte VerbindungeQ von Rund R. 

Hausmaunit. 

Verhält sich wie Braunit, giebt aber beim Glühen keinen Sauerstoff. 
1. llfeld am Harz. Turner. 
2) Ilmenau am Thüringerwald. Rammeisberg. 

Raaaelsberf^« Mineralcbemt«;. 1 2 



178 

I. t. 

MangUMZjdoxjdal 98,90 99,44 

Sauerstoff 0,22 0,05 

Bam 0,41 0,45 

Kicsebanre 0,34 — 

Wasser 0,43 — 

100. 99,64 

Der H* isl eine Verbindung von 3 At. Mangan und 4 At. Sauerstoff, Man- 
ganoxydoxydul, 

ilnSn. 

3 XU Mangan 4012,5 = 71,68 oder 4 At. Manganoxyd s 975,0 =s 69,03 

4 - Sauersto ff 400,0 = 28,32 4 - Manganoxydul = 437,5 = 30,97 

4412,5 400. 4442,5 400. 

Der kleine Ueberschuss an Sauerstoff rührt von den Fehlem der Analyse oder 
einer Beimischung von Superoxyd her. 

Tora er: Trtosaci. E. S. Ediab. 4817. Pogg. Ano. XIV, tSl. 

CredBerit. 

V. d. L. schmelzen nur dttnne Splitter an den Kanten. Giebt mit Borax 
ein dunkel violettes, mit Phosphorsalz ein grünes Glas, welches beim Abkühlen 
blau und in der inneren Flamme roth wird. 

Ldst sich in Ghlorwasserstoffsäure unter Ghlorent^icklung zu riner grünen 
Flüssigkeit auf. 

Ich habe das von Credner zuerst beschriebene Mangankupfer von 
Fricdrichsrode am Thüringer^ald nach diesem Mineralogen benannt. Die Ana- 
lysen No. 4 — 3 sind von mir, No. 4 ist von Credner. 





1. 


s. 


8. 


4. 


Manganoxydul 


64,Si 


56,29 


52,55 


51,06 


Sauers tofT 


8,83 


8,58 


5,78 




Kupferoxyd 


23,73 


32,35 


40,65 


42,43 


Bant 

• 


2,01 


3,08 


1,48 


0,52 


Kalk 




0,76 


— 


0,63 


Wasser 









0,25 


Rückstand 





— 


— 


0,63 



98,81 99,06 100,46 
Von meinen Analysen stimmt No. 3 mit der von Credner in Betreff der Haupt- 
bestandtheile Ubereiu, während bei 4 und 2 eine gewisse Menge Psilomelan oder 
Pyrolusit beigemischt war. 

Ich fand, dass die Proben mit dem Maxime des Kupfergehalts beim Glühen 
ihr Gewicht nicht ^ndorlcn, wahrend die übrigen in Folge des beigemengten 
Superoxyds einen Verlust bis zu 4 p.C. ergaben. 

Wird das gepulverte Mineral in Wasserstoffgas geglüht, so nimmt es eine 
hellbraune Farbe an, enthält metallisches Kupfer, und löst sich in Chlorwasser- 



179 

ilofftfiirD IheQweise auf, wobei kein Clilor frei wird. Das UngeUtote besteht 
nur aus melaUischem Kupfer, etwa zwei Drittel der gpnzen Kupfermenge be- 
tragend. 

Geringe Mengen Vanadiosäure, welche die Analysen ergaben, rühren von 
einem Anfluge von Kupfer-Kalkvanadat (Volborthit) her« 

In No. 3 enthalten 52,55 Manganoxydul 14,88 Sauerstoff. Da 5,78 : 44,82 
s 4 : 2 sind, so ist das Mangan in dem Crednerit als Manganoxyd vorhan- 
den. Nun verhält sich der Sauerstoff desselben zu dem des Kupferoxyds s: 
17,73 : 8,35 oder nahe =s 2 : 4 . Das Mineral ist folglich eine Verbindung von 
2 At. Manganoxyd und 3 At. Kupferoxyd, 

Cu»«n^ 

2 At. Manganoxyd = 4950,0 s= 56,69 oder Manganoxydul 50,88 

3 - Knpferoxyd = 4489,8 = « 43,34 Sauerstoff 5,84 

3439,8 400. Kupferoxyd 43,34 

400. 
Ein kleiner Theil des Kupferoxyds scheint durch Baryt ersetzt zu sein. 

Gredner's Analyse stimmt gleichfalls sehr gut mit der Formel überein. 

Ihr Urheber hat ihr jedoch eine andere Deutung gegeben. Derselbe fand näm- 

h'ch, dass das Pulver des Minerals beim Erhitzen 0,25 p. C. verliert, welche er 

als Wasser betrachtet, und bei stärkerem Glühen, wobei es braun wird, um 

0,65 p. C. zunimmt, woraus er schliesst, dass dies von einem Gehalt an Man- 

l^anoxydul herrühre, welches sich in Oxydoxydul verwandelt. Eine direkte 

Saaerstofifbestimmung hat er nicht versucht. Er berechnet daher seine Analyse 

za: 

Sauerstoff.^) 

9,45 
5,4ö' 
8,60 



Hanganoxyd 


31,85 


Manganoxydul 


22,96 


Kupferoxyd 


42,13 


Baryt 


0,52 


Kalk 


0,63 


Wasser 


0,25 


aodutand 


0,63 



><lj88 



98,37 
Da 9,45 : 13,88 =s 3 : 4,4 = 6 : 8,8 oder nahe 6 : 9, so wiire das Mineral ss 
[Mo, Cu)*fin'. Credner selbst hat das weniger gut stimmende Verhältniss 
3 : 4, und danach die Formel tl^ltn angenommen. 

Der von mir direkt bestimmte Sauerstoffgehalt Ittsst aber die Gegenwart 
von Manganoxydul nicht zu. Ausserdem spricht dagegen das Verhalten in Was- 
serstoffgas. Ich fand, dass das Material zur Analyse No. 3 bei dieser Reduktion 
13,58 p. G. Sauerstoff verlor. Berechnet man jene aber nach C redner's An- 



i) Nach dem ttlteren Atg. des Mangans. 

12 



180 

Mehl, indem man 3t, 15 Manganoxyd nne i3,6S Manganoxydal wraussMii, so 
httlien unr 44,44 p. C. SauerstoflT entweichen können. 

Credner: Pogg. Ann. LXXIV, 546. — Ra mm eis borg: Ebendas. 659. 

2. Anderweitige Verbindnngen von Oxyden. 

Kapfermanganen. 

Giebt beim Erhitzen Wasser; ist v. d. L. unschmelibar und reagirt mit 
den Flüssen auf Kupfer, Mangan und Kobalt. Das K. von Gamsdorf verliert 
über Schwefelsäure und im Vacuo einen grossen Theil seines Wassers ; beim 
Glühen ausserdem auch Sauersloff. In Wasserstoffgas hinterlttsst es 68,5 p. G. 
eines braunen Rückstandes, worin metallisches Kupfer. 
4 . Schlackenwalde in Böhmen. K e rs te n. 

2. Camsdorf bei Saalfeld in Thüringen. Traubig. a) Bdttger. 6)Ram- 
melsberg. 

4. «. 







a. 


b. 


Sauerstoff 


— 


9,35 


9,71 


Manganoxyd 


75,20 


Oxydul 54, i1 


54,48 


Kupferoxyd 


»,87 


17,23 


15,98 


Kobaltoxyd 


^^^^^ « 


0,14 


0,53 


Baryt 





1,73 


1,78 


Kalk 


_ 


2,91 


2,45 


Magnesia 





— 


0,75 


Kali ' 





0,65 


0,56 


Wasser 


20,40 


18,01 


14,88 



400,47*) 404,43«) 404,42») 
In No. 2 ist der Sauerstoff nicht hinreichend, um s^mmtliches Mangan in 
Superoxyd zu verwandeln, dagegen ist seine Menge lu gross für Manganoxyd. 
Es lässt sich nicht entscheiden, ob neben Superoxyd Oxydul oderOxyd vorhan- 
den sei. Vielleicht ist das Mineral aus Crednerit hervorgegangen, dessen Man- 
ganoxyd sich theilweise höher oxydirt hat. Ebenso ist es eine Hypothese, wenn 
man das Ganze als eine Verbindung von Manganoxydul und Kupferoxyd (nebst 
den übrigen Monoxydcn) mit Mangansuperoxyd und Wasser auffast. 

Böttger u. Kam melsberg: Pogg. Ann. LIV» 545. — K ersten: Schwgg. J. 
LXVI, 4 . 

Psilomelan« 

Giebt beim Erhitzen bald nur Spuren, bald grössere Mengen von Wasser, 
und entwickelt beim Glühen Sauerstoff. Verhält sich sonst wie die übrigen 
Manganerze. 

Löst sich in Chlorwasserstoffsäure unter Chlorentwicklung auf. 



1) Nach Abzug von 1,47 Eisenoxyd, Kieselsäure und Gyps. 

2) Desgleichen von 2,20 Brauneisenstein. 

3} Desgleichen von 5,50 Brauneisenstein und 2,74 Kieselsäure. 



181 

Nach den Versuchen von Fuchs und von mir zieht Wasser aus manchem 

P. nach dem Glühen Kali (P. von Baireuth, Horhausen), und nach Berthier 

etwas Baryt aus, mehr noch, wenn er mit Kohle geglüht wurde fP. von la Ro- 

mansche). Dieser Baryt- und Kaligehalt ist für das Mineral charakteristisch. 

i. La Romandche, Frankreich, ä) Berthier (a dichter, ß erdiger P.). 

6) Turner. 

2. Schneeberg, Sachsen. Turner. 

3. Skidberg, Schweden. Sp.G. = 4,254. Bahr. 

4. Langenberg bei Schwarzenberg, Erzgebirge. Schalig, von Glaskopfstruk- 
tur. Heyl. 

5. Heidelberg. Traubig. Rammeisberg. 

6. Gy, Dpt. Haute-Sa^e. Dunkelgrau, fasrig, weich. Ebelmen. 

7. Ilmenau. Scheffler.*) 

8. Elgersburg bei Ilmenau. Dicht und geradstänglig. Rammeisberg. 

9. Elgersburg. Dicht, sehr hart. Herter. 
40. Baireuth, Fichtelgebirge. Fuchs. 

1 \ . Horhausen im Saynschen . Rammeisberg. 

12. Ilmenau; dicht, hart. Glausbruch. 

^3. Grube, ,, junge Sintemzeche'' bei Eisern, Siegen; schalig abgesondert, 

dicht. Schnabel. 
[Die eiDgeklammerten Zahlen sind der SauerstoiT des Manganoxyduls nach dem ttlteren Atg. 

4. S.a. 





a. 
a. 


1 


b. 








Sauerstoff 


42,4 


12,3 




42,23 


12,94 


♦ 7,16 


Manganoxydul 


65,4 (u, 


7) 69,3 (15 


.«7) 


66,00 (u,84) 


64,91 (u,6«) 


64,64 (!(,((] 


Baryt 


16,5 


13,5 




46,60 


16,36 


16,04 


Kalk 


— 











0,61 


Magnesia 


— 











0,29 


Kali 










— 


0,29 


Kobaltoxyd 


— 









— 


0,03 


Wasser 


98,0 


4,9 
400. 




4,43 
99,05 


6,22 
99,73 


— 




99,06 




4. 


ft. 




6. 


7. 


8. 


Sauerstoff 


13,92 


45,46 




44,48 


15,1 


15,36 


Manganoxydul 


69,51 (11 


j,64) 70,4 7 


(U,74) 70,60 (45,J 


J7) 69,1 (16,6) 


76,08 (17,04) 


Baryt 


8,78 


8,08 




6,55 


5,9 


4,16 


Kalk 


0,80 


0,60 




— 


1,9) 




Magnesia 


0,54 


0,«4 




1,05 


-[ 


3,71 


Kali 


0,27 


2,62 




4,05 


-1 




Kapferoxyd 


0,36 


0,30 




— 




— 


Kobaltoxyd 




0,54 









— 


Wasser 


4,05 
97,63 


4,43 
99,4 4 




1,67 

98,1 •») 


96,4 


— 




99,31 



4) Nach demselben enthält der dortige P. zuweilen Vanadin (bis 0,6 p. C). 

5) Nebst 0,77'#'e und 0,60 Si. 



181 

•. 4f. H. 4t. 4t. 

Sauerstoff 46,06 46,2 15,47 45,82 42,02 

Manganoxydul 74,64 (16, 7t) 76,4 (i7,H) 77,48 (I7,t6) 77,23 (I7,ti) 78,90 («7,75) 



Baryt 


S,40 


— 


— 


0,18 


— 


Kalk 


4,84 


— 


0,39 


0,91 


— 


Magnesia 


0,64 


— 


0,32 


— 


— 


Kali 


0,92 


4,6 


3,04 


5,29 


0,27 


Kupferoxyd 


0,46 





0,98 


0,40 


— 


Wasser 


2,70 
99,63 


4,2 
100. 


3,46 
101,54 


— 


4,38 




99,77 


4,40') 



99,97 
Die Zusammensetzung des P. hHngt davon ab, auf welcher Oxydationsstufe 
das Mangan sich befindet. Nun verhält sich der Sauerstoff des Oxyduls zu 
dem Rest : 



4 . a. a. 


» 1,21 


: 1 » 6: 5 


8. 


1,11 


: 1 = 9 : 8 


ß- 


= 1,27 : 


; 1 »5 : 4 


9. 


1,04 : 


.1=1:1 


b. 


a 1,21 : 


: 1 »6:5 


10. 


1,12: 


1=9:8 


2. 


s 1,19: 


; 1 »6:5 


11. 


1,15: 


1=7:6 


3. 


a> 0,84 : 


1 » 5: 6 


12. 


1,10 : 


: 1 =9:8 


4. 


= 1,12: 


1 =: 9 : 8 


13. 


1,48 : 


,1=3:2 


5. 


a> 1,04: 


1=1:1 








6. 


» 1,10 


; 1 =9 : 8 








7. 


= 1,03 


:1 » 1 : 1 









Wären beide Sauerstoffmengen gleich, so würde nur Mangansuperoxyd anzu- 
nehmen sein ; dies ist allerdings bei No. 5, 7 und 9 der Fall. Meistens aber ist 
etwas weniger Sauerstoff vorhanden, so dass man auf gleichzeitiges Vorhanden- 
sein von Superoxyd und einer niederen Oxydationsstufe, Oxyd oder Oxydul, 
gefuhrt wird. 

Die abweichende Analyse No. 3 enthält wohl einen Fehler ; die Substanz 
von No. 43 unterscheidet sich von übrigen Psilomelanen, sie würde hauptsäch- 
lich als Mn'O" = MnMn zu betrachten sein. 

Turner nahm an, jene niedere Stufe sei Manganoxyd; dieses bilde in 
Verdindung mit Baryt (oder Kali) den Ps. ; das Superoxyd sei nur beigemengt. 

Ich habe nach Analogie der gleichfaHs amorphen ähnlichen Verbindungen 

Erdkobalt und Kupfermanganerz die Ansicht aufgestellt, jene niedere Stufe sei 

Oxydul; dieses sei, isomorph mit dem Baryt (Kali) etc., mit Mangansuperoxyd 

in chemischer Verbindung, so dass letzteres elektronegativ auftrete, und der 

Sauerstoff =s 4 : 4 sei ; nur das übrige Superoxyd sei beigemengt. Die Formel 

ist dann : 

äln) 

fta iMn*. 



h) Eisenoiyd. 



188 

Es ist klar, daas diese Annahmen sammilich hypothetisch sind, gleichwie 
XU erforschen bleibti ob es wasserfreie und wasserhaltige P. giebt. 

Bahr: J. f. pr. Chem. LIII, Sit. — Berthier: Ann. Mines VI, S94 . — Claus- 
brach, Herter, Heyl: In mein. Laborat. — Ebelmen: Ann. Mines III Sör. XIX, 
486. — Fuchs: Sihwgg. J. LXII, 155. — Rammelsberg: Pogg. Ann. UV, 654. 
LXVIII, 811. — Scheffler: Archiv d. Pharm. XXXV, 160. Leonh. Jahrb. d. Min. 
4847. 4. —Schnabel: Privatmittheilung. ~ Turner: Pogg. Ann. XIV, 116. 

Anhang Wad (Manganschaum, Groroilit). Verhält sich wie ein (wasserhaltiges) 
Manganerz. Hinterlässt beim Auflösen in Chlorwasserstoffstture oft einen Rückstand. 

Schon Klaproth untersuchte ein pulveriges W., eine sogenannte Guhr, aus dem 
Kron-Kalenberger Stollen der Grube Dorothea bei Clausthal. 68 Manganoxydoxydul, 6,5 Ei- 
senoxyd, i Baryt, 8 Kieselsäure, 4 7,5 Wasser, i Kohle. 

Der W. von Vicdessos enthalt nach Berthier: 69,8 Manganoxydul, 44, 7 SauerstofT, 
7 Thonerde, 41,4 Wasser. Eine ähnliche Substanz von Groroi, Dpt. Mayenne, (Groroilit) gab 
St, 4 Manganoxydul, 41,8 Sauerstoff, 6 Eisenoxyd, 45,8 Wasser, 8 Thon. Vielleicht enthal- 
ten diese Manganerze ein Hydrat von Mangansuperoxyd, was aber in jedem Fall mit Man- 
ganoxydhydrat etc. gemengt ist. Durch grossen Thonerdegehalt war ein Erz von Kalteborn 
bei Siegen ausgezeichnet, worin Berthier 64,4 Manganoxydul, 44,1 Sauerstoff, 47 Thon- 
erde, 6 Eisenoxyd, 41,1 Wasser und 4,1 Quarz fand. Die Thonerde lässt sich erst nach Re- 
duktion des Manganoxyds durch Salpetersäure auflösen. 

4 . Upton-Pine, Devonshire. Schuppig-faserig. Turner. 
1. Derbyshire. Erdig. Turner, 
t. Ilmenau. Scheffler. 

4. Grube Kuhbach bei Rttbeland. Sehr leicht, von Glaskopfstruktur. Rammelsberg. 

5. Mossebo, MöUtorps Kirchspiel in Westgothland. Erdig. Igel ström. 

6. Krummau, Böhmen. Schwarzbraun, sp.G. &■ 1,479. Kussin. 





4. 


1. 


8. 


4. 


5. 


6. 


Sauerstoff 


6,06 


— 


4,7 


5,94 


— 


0,4 7 


Manganoxyd 


84,88 


88,59 


78,9 


75,07 


81,54 


74,60 


Eisenoxyd 


— 


51,84 


<•• 


4,04 


0,77 


44,41 


Thonerde 


— 


— 


— 


— 


6,80 


— 


Baryt 


1,40 


5,40 


8,< 


0,86 


— 


— 


Kalk 


— 


— 


— 


4,11 


4,14 


— 


Magnesia 


— 


— 


— 




0,69 


— 


Kali 


— 


— 


— 


3,66 


— 


— 


Kieselsäure 





1,74 


a,5 


0,47 


4,48 


— 


Wasser 


4 0,66 


40,19 


9,8 


4 0,30 


5,58 


44,44 



400. 409,36') 400. 400. 99,49 400. 

Ein schwarzer weicher Quellabsatz von Wildbad Gastein enthält nach Hornig: 84,45 
Manganoxyd, 44,46 Eisenoxyd, 7,59 kohlens. Kalk, 17,17 Sand, 46,9 Wasser. 

Wackenroder will in einem erdigen W. vom wilden Schapbach in Baden Bleisuper- 
oxyd, Ceroxyd etc. gefunden haben. 

Manche dieser Substanzen scheinen inderThat ourGemenge von Manganoxyd hydrat und 
Eisenoxydhydrat zu sein; andere enthalten offenbar Mangansuperoxyd, wie No. 4, welche 
etwa 8Mn -f- 5aq ist. Es sind Zersetzungsprodukte anderer Manganerze und meist wohl 
Gemenge. 



4) Druckfehler in Berz. Jahresb.? 



184 

Berthieri Ann. Ghiin. Phys. LI» 49. 79. — Hornig: Jahrb. geol. Aeiclimitst. 
VII, 842. — Igelström: Öfsersigt. 4844. tS4. Berz. Jahresb. XXV, 842. — KUp- 
roth: Beitr. III, 844. — Kussin: PrivatmiUbeilung.— Ramme! aber g: Pogg.Ann. 
LXII, 457. — Scbeffler: Archiv d. Pharm. XXXV, 160. — Turner: Berz. Jahresb. 
XI. SOS. — Wackenroder: Kastn. Archiv XIII, SOt. XFV, 157. 

Tar?lclt. Unter diesem Namen hat man folgende Manganerze zusammengefasst : 

4. Warwickshire, England, a) Phillips, b) Turner. 

1. Ilfeld am Harz, a) Pseudomorphose nach Kaikspath. Turner. &)Duflos. 

4. 1. 

a. b. a. b. 

Sauerstoff 4 8,8 4 8,47 4 4,28 4 8,47 

Manganoxydul 84,7(48,4) 80,84 (48,1) 80,79(48,48) 84,40(48,84) 
Wasser 5,0 5,72 4.98 5,43 

400. 400. 400. 400. 

Die Substanz wäre hiernach Mn' 0' + U a MnH + Mn, ist aber doch wohl nur ein Ge- 
menge. 

Duflos: Schwgg. J. LXIV, 84. — Phillips (Turner) : Phil. Mag. and. Ann. VI, 
184. VII, 284. Pogg. Ann. XIX, 4 47. 

Erdkobalt. 

I. Schwarzer Erdkobalt. 

Der schwarze E. von Camsdorf giebt beim Erhitzen Wasser, riecht v.d.L. 
auf Kohle schwach nach Arsenik, schmilzt aber nicht. Mit den Flüssen giebt er 
die Reaktionen des Kobalts und Mangans; die damit behandelte Soda, für sich 
auf Kohle erhitzt^ liefert ein weisses wenig magnetisches Metall, welches mit 
Phosphorsalz eine von Eisen gefärbte und nach dem Abkühlen milchweisse 
Perle giebt. Berzelius. 

Chlorwasserstofiisäure löst ihn unter Chlorentwicklung zu einer grünlich - 
blauen, nach dem Verdünnen rothen Flüssigkeit auf. 

1 . Rengersdorf in der Oberlausitz . K 1 a p r o t h . 

2. Camsdorf bei Saalfeld, a) DObereiner. 6) Rammeisberg. 

4. 2. 









a. 


b. 


Kobaltoxyd 


49,4 


Sauerstoff 


6,78 


9,47 


Manganoxyd 


Manganoxydul 


34,21 


40,0S 


Manganoxyd 


16,0 


Kobaltoxyd 


32,05 


49,45 


Kupferoxyd 


0,2 


Kupferoxyd 




4,35 


Kieselsäure 


24,8 


Baryt 


— 


0,50 


Thonerde 


20,4 


Kali 


— 


0,37 


Wasser 


47,0 


Eisenoxyd 


— 


4,56 




97,8 


Wasser 


22,90 


21,24 



98,94 99,94 
Das Eisenoxyd in meiner Analyse rtihrt von Brauneisenstein her. Zieht 
man es nebst 0,52 Wasser ab, so bleibt eine Verbindung, in welcher das Man- 
gan als Superoxyd enthalten ist, und worin der Sauerstoff der Honoxyde sich 
zu dem des Superoxyds und des Wassers = 1 : 4 : 4 verbalt. 



185 

Will man derartige amorphe Substansen, die als Zerseliimpprodukte und 
^ere Bildungen ersckeinen, duroh Formeln bezetehnjen, so wUrde der schwarze 
1. von Camsdorf, 



Co] 
Cuf 



Mn* -h 4aq 



ein, wobei das Mangansuperogcyd elektronegativ wäre, und analoge Substan- 
BD, wie Kupfermanganerz und Psilomelan, auch ähnliche ZusammensettUDg 
alten. 

Es wäre indessen möglich, dass auch das Kobalt höher oxydirt, das Man- 
an aber, vielleicht theilweise, Oxydul oder Oxyd wäre. 

II. Gelber und brauner Erdkobalt. 

Verhält sich dem vorigen ähnlich, giebt aber meist in der offenen Röhre 
rsenige S. und v. d. L. auf Kohle Ärsenikdämpfe. Dabei schmilzt er nach 
laproth zu einer bläulichen Schlacke. 

Salpetersäure löst ihn nur theilweise auf; es scheidet sich arsenige S. ab, 
od es bleibt ein Kieselsäure und Eisen haltender Rückstand. 

Plattner fand in dem braunen E. von Camsdorf neben Kobalt und Man- 

in auch Eisen, arsenige S., Thonerde und Magnesia. Nach meinen Erfahrungen 

t er lediglich ein Gemenge wasserhaltiger arseniksaurer Salze von Eisenoxyd, 

)baltoxyd und Kalk. 

DObereiner: GiU>. Ann. LXYIt, 888. — Klaproth: Beltr. II, M8. <«- Platt- 
ner: Scliwgg. J. LXIX, 9. — Rammelsberg: Pogg. Ann, UV, 584. 

Mennige. 

Färbt sich beim Erhitzen dunkler, beim Glühen gelb, entwickelt Sauerstoff 
id schmilzt leicht zu einer Masse, die v. d. L. sich zu Blei reducirt. 

Verwandelt sich durch Chlorwasserstoffsäure in Cfalorblei unter Entwick- 
ng von Chlor. Zersetzt sich durch Sa1petersäi;re in braunes Superoxyd und 
:h auflösendes Oxyd. 

Analysen von natürlicher Mennige sind nicht bekannt. Die kttnMiiehe is% 
eist eine Verbindung von 3 At. Blei und 4 At. Sauerstoff, 

Pb*PboderPb¥b. 
e enthält dann 90,66 Blei und 9,34 Sauerstoff. 

Antimonooker. 

I. Cervantit. 

Giebt v. d. L. auf Kohle einen geringen Beschlag; auf Zusatz von Soda 
ducirt sich Antimon. 

bl in Chlorwasserstoffsäure schwer auflöslich. 

Kleine nadeiförmige Krystalle dieses Minerals von Pereta in Toscana ent* 
Iten nach Bechi: 



184 

Berthiert Ann. Chim. Ph^'s. LI, 49. 79. — H ^ «4^64 
VII. 312. — IgeUtröm: Öfsorsigt. 4844. 914. Bcr '^ .^35 
roth: Boitr. III, 84 4. — Kussin: Privatmiltheilun' ^ — 

LXII, 457. —Sc hcff 1er: Archiv d. Pharm. XXX> 
XI. 208. — ^Vackcnroder: Kastn. Archiv XIII, 

Yarvicit. Unter diesem Namen hat man folgondu 

4. Warwickshire, England, a) Phillips. 6) Tun -cWr. Kalk, 4,5 Eisenoxy 

2. Ilfeld am Harz, a) Pseudomorphose nach Kalk.« 

4. 
a. b. 

Sauerstoff 48,8 48,47 

Manganoxydul 84,7 (4 8,4) 80,84 (I 

Wasser 8,0 8,72 ■ ^ anümoniger Säure zu glc 

4 00. TotL 

Die Substanz wttre hiernach Mn* 0' + U » ' 
menge. 

Duflos: Schwgg. J. LXIV, 84. — 
284. VII, 284. Pogg. Ann. XIX, 4 47. 



. -^J» 
-i«.|l_ 

M. 



F 



^ ^4 s 47,38 
I. Schw. ^i#a4 » 58,68 

Der schwarze E. von Camsdr '*** *®®* 

auf Kohle schwach nach Arsenik >«iliUth. 

die Reaktionen des Kobalts und ^ »^fMU sich sonst wie der vorige, 
auf Kohle erhitzt, liefert ein \^ \^ i^ltts (a) und eine des St. von der ( 
Phosphorsalz eine von Eisen - ^^.^g« ^«tt Schnabel (6) gab: 



Perle giebt. Berzelius. '^ K 

Chlorwasserstofiisaure i >^ L $4 85 

blauen, nach dem VerdttnnL .vv^ ' 
4 . Rengersdorf in der 0^ •*** '•* 

2. Camsdorf bei Saalfei. .Ä* *!^' 



100. 

_^^ \oii I At. antimonsaurcr antimoniger Säure 
Kobaltoxyd 

Manganoxyd sbsWsaq. 

Manganozyd ^^^^g . 74 5g 

Kupferoxyd JTJU» »** — 49,83 
Kieselsaure ^jj^ «85 ■ 5,59 

Thonerdi« 4033 ' 400. 

Wasser j^^i saure » 4804 = 44,73 

"^ {[[jyr-^Mitm . 8004 =3 49,68 
^^nm^ ^ 225 = 5,59 

4033 4*00; 
\ df ?^v 11 *«»r. XIV, 64. — Dufrönoy: TralW de Minöralogi 
naar ^ j^^l^ (, j,f. |ih,rm. XIII. 68. J. f. pr. Ch. XL, 848. — Sehn« 

p^tmm Nlok«»lQiy(t. 



Dh 



ist 





D. Ozyralfarete. 

II blende (Roihspiessglanzerz). 

•inen wie Antimonglanz. 
.sersiofifsäare unter Entwicklung von Schwefelwassör- 
(Ige gelb und löst sich dann auf. 
K'hc von Klaproth, Proust und ßerthollet gaben 
Erst durch H. Rose kennt man .'die Zusammen^tzung 



khb. iisdorf nach H. 


, Rose: 








a. 


b. 


c. 


Mittel 


- efel 






S0,49 


80,49 


imoD 


74,45 


75,66 




75,05 


luerstoff 


5,29 


4, £7 




4,78 



100,32 
:h besteht die A. aus 1 At. Antimon, 1 At. Sauerstoff und S At. Sehwe- 
• ?der sie ist eine Verbindung von 1 At. antimoniger Stture und 8 At. aati- 
iiigem Sulfid, 

5b Sb*, 

6 At. Schwefel s 1200 = 19,96 oder: Antimonige Säure 30,0 

3 - Antimon =5 4512 =» 75,05 Anlimonig. Sulfi d 70,0 

3 - Sauerstoff = 300 a s 4,99 100. . 

6012 100. 
H. Rose: Pogg. Ann. III, 458. — Klaproth : Beitr. 111, 478. 

Karellnit. 

Giebt im Kolben schweflige Säure und schmilzt zu einer grauen Masse, 
aus welcher metallisches Wismuth sich aussondert. Verhält sich im ttbrigen 
ähnlich dem Wismuthglanz. In Wasserstoffgas erhitzt liefert er Wasser^ schwef- 
lige Säure und hinterlässt Wismuth. 

Nach Hermann enthält dies von Karelin entdeckte derbe Mineral von der 
Grube Sawodinsk am Altai (sp. G. = 6,6); wo es mit Bismutit verwachsen 
vorkommt : 

Wismuth 91 ,26 

Schwefel 3,53 

Sauerstoff 5,21 

400. 
Hiernach ist es eine Verbindung von 2 At. Wismuth, 1 At. Schwefel und 3 At. 
Sauerstoff, oder von 1 At. Wismuthoxyd und 1 At. eines niederen Schwefelwis- 
maths, 

fiiBi. 



m 

2 Ai. Wismuih » 5200 = 91 ,23 
4 - Schwefel ;«F':M^iP> ^|5fr 

3 - Sauerstoff ^ 300 = 5,26 

5700 49^. 
Bemerkenswerth ist, dass dieses Oxysulfuret uicbi^ wie sonst iiDiner dar Fall 
ist, aus proportioaalea Verbinduagen besteht. Denn wenn mau Wismulhsulfid 
darin annehmen wollte, müsste ein Theil Wismutb beigiemei^ sein, 

Bt'Bi, 2Bi, 
waa 80 p. C. von lettterem beiragen würde. 

Hermann hat nach Entfernung des Bismutits durch Chlorwaaaeniloff* 
sHure weder durch die Loupe noch durch Schttimnien melalliscbea Wiamurti be- 
meAen können. 

Hermann: J. f . pr. Cbem. LXXT, 448. 

Voltiit. 

Verhält sich wie Zinkblende. 
I. Räsiers bei Foni-Gibaud, Dpt. Püy-de*Dtaie. Fournei. 
S^. GMstergang der EMaazeobe zu JoachimsihaL L i n d a k ar. 

4. 1. 

Schwefelzink 82,92 82, 75^ 
Zinkoxyd «5,34 47,25 

Eisenoxyd «,84 — 

«00,«0 400. 
Der V. ist eine Verbindung von 1 At. Zinkoxydund 4 At. Schwefelzink, 

Zn Zn* 

4 At. Schwefelzink » 242&,4 ^ 82,73 
4 - Zinkoxyd » 506,6 = 47,27 

2W3,0 tOO. 
Fear nett Ann. Cbim. Phys. XLI, 4ia. Pogg. Ann. XXXI, 6t. — Lfndaker: 
Vegl Joachlmsthal. 476. 



■ : ' 



Vf. HaloidsalEe. 



A. Chloride. 

1. Einfache Chloride. 

Sylvia. 

Diesen Namen filhri das Ghlorkalium, KCl, welches unier (kn Pamaro*- 
lenproduklen des Vesuvs voriLommt. 

fiMmiali. 

Fluchtig, ohne zu schmelzen* Leicht lOslich in Wasser. 
Klaproth fand in weissem S. vom Vesuv etwas ChlomatrittHi, in gelbem 
Eisenchiorid, in einem grauen aus der Tartarei S,5 scbwefebaures Ammoniak. 

Der Salmiak ist Chlorammonium, 

NH^Cl « AmCI. 

4 At. Chlor = 443,3 = 66,33 

4 - Ammonium = 225,0 = 33,67 

668,3 400. 
Klaproth: Beitr. III, 89. 

Stelnsalf. 

Decrepitirt oft beim Erhitzen, schmilzt v. d. L. und färbt die Flamme 
gelb. 

Ist in Wasser leicht auflöslich. 

Im reinen Zustande Chlornatrium, 

NaCl. 

4 At. Chlor ae 443,3 » 60,66 

4 - Natrium « 287,5 « 39,34 

730,8 400. 



iOO 



Analysen von 



Spur 



NaCI 
4.Wieliczka. Weiss. 4 00. 
t. Berchtesgaden. Faserig. 99»SS 
S. Desgl. Gelb. 99,9S 

4. Hau, Tyrol. 99, 4S 
B. HaUsUdt. Knisiersalz. 98,44 Spur 

5. Schwäbisch-Hall. 99, SS 
7. Dsgl. (Wilhelmaglttck). 99,97 
S. Vic, LoUiringeo. 99,S0 
9. BrftLrt. 9S,04 Spur 0,44 

40. Cardona. 9S,S5 0,99 

44. DJebelMelah, Algerien 97,0 
48. DJebel Sahari. Weiss. 9S,S4 

45. Ooled-Kebbab. Faserig. 98,89 
4 4. Vesuv 4 SSI. SS,4 4S,9 
48. „ 4850. 4S,4S SS,84 
4S. „ 4850. St,45 S7,88 
47. „ 4855. 94,S 



••• • ••• 



KCl Caa MgCl NaSCaSMgS 

Spur 

0,48 

0,07 

0,4« 



Tbon, 
Btsanoxyd. 

O. Biscbof. 



0,25 



0,09 0,98 



0,08 
0,04 

0,05 



0,10 
4,8S 

0,09 

0,80 

4,48 

0,44 

»,0 

0,80 0,08 



$» 



u 



$» 



»$ 



$$ 



<.» 0,7 



0,04 Fehling. 
0,tO Beribier. 
SOcbUng. 

i> 
Foumei. 

4,10 Simoo. 

Foumet. 

Lauglar. 

6. Biscbof. 

Scaccbi. 

KS'4,0 0,9 0,7 0,4 MnCl 0,8 Deville. 

Vogel fand im St. von Berchtesgaden und Hallein etwas GhloriLalium, in 
dem von Hall ein wenig Salmiak. H. Rose prüfte das Knistersals von Wie- 
liczka. Grund, Heine und Karsten unlersochten Bohrproben des Sl. von 
Stassfurth. Die blaue Farbe des St. von Hallstadt verschwindet nach Kenn- 
gott's und meinen Erfehrungen ])em BrbHien und rührt von keinem MetaU 
her. 

Bertbier: Ana. Mines X, ISS. -^ O. Bischof: Geologie. II, 4SS9. 4t7S. ^ De- 
Tille: Bull. g«ol. US6r. XIII, 890. — Febling: J. f. pr. Cbon. XLV, ITS. -*Fonr- 
net: Ann. Miu. iVSör. IX, 548. — Karsten: Monatab. d. Bari. Acad. 4847. Jan. — 
Laugier: Pogg. Aun. III, 79. — H. Rose: Ebendas. XLV1II,S5S.— Scaccbi: Ann. 
Miu. IV. S6r. XVII, 8SS. — Simon (Ville) : Ann. Min. V S^. XII, 874. — SOCbting: 
Zlacbr. ges. Nat. VII, 404. — Vogel: Gilb. Ann. LXIV, 457. J. f. pr. Cbem. II, 190. 

Eisenchlorid. 

Produkt vesuvischer Fumarolen. Fe Cl*. 

Ataeamit. 

Ftfrbt V. d. L. die Flamme stark blaugrttn, und reducirt sich auf Kohle zu 
Kupfer. Giebt im Kolben sauer reagirendes Wasser, in stärkerer Hitze ein grü- 
nes Sublimat. Entwickelt nach J. Davy beim Erhitzen Sauerstoff, und wird 
nach Ulex von Wasserstoff nur unvollständig reducirt. 

In Säuren ist er leicht löslich ; desgleichen in Ammoniak. 

Die ältesten Untersuchungen dieses Kupfererzes aus Südamerika rühren 
von Klaproth, B erthollet und Proust her. Die Differenzen dieser Ana- 
lysen sind durch spätere Wiederholungen dahin aufgeklärt wordeUf dass es we- 
nigstens zwei verschiedene Verbindungen sein müssen, welche, einander h(k;hst 
ähnlich, als Ätacamit gelten. 



19t 

A, Mit geriDgerem Wassergehalt. 

4 . Derber A. von los Remolinos in Chile. Proust. 

5. Derselbe. Klaproth. 

3. A. von? J. Davy. 

4. Desgl. Ulex. 

5. Desgl.; Sp.G. » 4,4 7. Hallet. 

B. und C. Hit grosserem Wassergehalt. 

6. Sandformiger A. Proust, 

7. Kryst. A. von Copiapo in Chile. Sp.G. » 4,25. Field. 

8. A. von Tocopilla bei Cobija in Bolivien. Berthier. 









A. 






4. 


s. 


8. 


*. 6. - 


Chlor 


40,5 


15,95*) 


15,8 


16,18 16,33 


Kupferoxyd 


76,5 


72,06 


73,0 


74,47 74,16 


Kieselsaure 




B. 




1,10 0,08 
C. 




c. 


7. 
a. 


b. 


8. 


Chlor 


11,5 


1i,9» 


15,01 


14,98 


Kupferoxyd 


70,5 


70,74 


70,48 


66,70 


Wasser 




17,79 


18,00 





In den unter A zusammengestellten Analysen bedarf das Chlor ein Viertel des 
gesammten Kupfergehalts zur Bildung von Kupferchlorid , es sind mithin 4 At. 
Chlorid und 3 At. Oxyd verbunden ; das Fehlende entspricht 3 At. Wasser. 

Die Analysen B und C geben dasselbe Verhältniss des Chlors zum Kupfer, 
allein es bleibt dann ein anderthalbfach grösserer Wassergehalt. Berthier 's 
Analyse allein entspricht einer Verbindung mit dem doppelten Wassergehalt. 

Der Atacamit ist mithin ein wasserhaltiges basisches Kupferchlorid, wel- 
ches aus 4 At. Chlorid und 3 At. Oxyd besteht. 

Die Formeln sind für 

A. (CuCl -4- 3äu) 4- 3aq 

B. 2(CuCl -4- 3 (Üu) 4- 9 aq 

C. (CuCl 4- 3(^u) -4- 6aq. 

Berechnung. 
A. 

4 At. Chlor SS 443,3 SS 46,65 oder Chlor 46,65 

4 - Kupfer = 396,6^:4 4,85 Kupferoxyd 74,44 

3 - Kupferoxyd = 4489,8 = 55,83 Wasser 42,67 

3 - Wasser « 337 ,5 « 42,67 403,76 

2667,2 400. 



4} BerecbDUog aus Klaproth 's Angaben. 



tt2 



2 At. Chlor = 886,6 := 45,65 

2 - Kupfer = 793,2 = 43,97 

6 - Kupferoxyd = 2979,6 = 52,50 



oder: Chlor 45|ft5 

Kupüaroxyd 70,00 
Wasser 47,88 



9 - Wasser 


= 4042,5 = 47,88 
5674,9 400. 

C. 


403,53 


4 At. Chlor 


« 443,3 ^ 4 4,77 


oder: Chlor 4 4,77 


4 - Kupfer 


:=: 396,6 a 43,48 


Kupferoxyd 66, M 


3 - Kupferoxyd 


s 4 489,8 =r 49,55 


Wasser 22,50 


6 - Wasser 


= 675,0 « 22,50 


403,33 



3004,7 400. 

Berthier: Ana. Mines, III S^r. VII, 542. — Berthollet: Mto. de l'acad. des 
8C. de Paris. 4786. — J. Davy: PhiL Transact. 4842. Schwgg. J.X,847.— Domeyko: 
Ann. Mines, IV S^r. II, 508. — Field : Quart. J. ehem. See. VIL 8» 498. J. f. pr. Ch. 
LXrV, 425. — Klaproth: Beiir. III, 4 96. — Mallei: PrivaimiUhlg. — Proust: 
Aon. Chim. XXXII, 26. — U lex: Ann. d. Chem. u. Pharm. LXIX, 864. 

Percyllt. Ein blaues in Würfeln krystallisirtes Mineral von Sonora in Mexico, worin 
Percy Chlor, Blei und Kupfer in dem Gewichtsverhöltniss von 0,84 : 2,46 : 0,77 fand, und 
von dem er glaubt, es sei 

(PbCl + Pb) + (CuCl + Cu) + aq. 
Phil. Mag. XXXVI, 484. J. f. pr. Chem. XLIX, 542. 

Cotunoit. 

Schmilzt y. d. L. leicht zu einer gelben Masse, filrbt die Flamme blau, 
verflüchtigt sich zam Theil unter Absatz eines weissen Beschlages und reducirt 
sich wenig zu metallischem Blei. 

Ist in Wasser und Säuren schwer auflöslich. 

Der C. vom Vesuv, obwohl nicht analysirt, ist nach Form und sonstigem 
Verhalten Chlorblei, 

PbCl. 
\ At. Chlor = 443,3 = 25,51 
1 - Blei = 1294,6 = 74,49 

1737,9 100. 

Matlockit. 

Verhält sich ähnlich dem Cotunnit, löst sich jedoch leichter in Salpeter- 
säure auf. 

Dies seltene Mineral von Cromford Level bei Matlock, Derbyshire, enthält 

nach 

Smith. Rammeisberg. 

Chlorblei 57,18 52,45 

Bleioxyd 44,30 46,42 



101,48 



98,87 



198 ' 

Es ist hiemach einfachbasisohes Chlorblei, bestehend aus 4 At. 
Bleioxyd und 4 At. Chlorblei, 

PbCl + Pb. 
4 At. Chlorblei = 4737,8 =r 55,68 » Chlor 44,42 

4 - Bleioxyd a= 4394,6 « 44,38 Blei 83,00 

3438,4 400. Sauerstoff 8,88 

400. 

Rammeisberg: Pogg. Ann. LXXXV, U4. — Smith: Phil.Mag. IV.Ser. II, 480. 
Ann. Cham. Pharm. LXXIX, t48. 

Mendipit. 

Verhält sich wie der vorige. 
4 . Mendip-Hills bei Churchill, Somersetshire. Berselius. 
8. Grube Kunibert bei Brilon, Westphalen. a) Schnabel, b) Rhodius. 

r*) 1. 

a. b. 

Chlorblei 39,80 38,70 38,55 
Bleioxyd 60,80 64,85 67,78 



400. 99,95 400,33 

Der M. ist zweifachbasisches Chlorblei, eine Verbindung von 
4 At. Chlorblei und 8 At. Bleioxyd, 

PbCl + SPb. 
4 At. Chlorblei » 4737,8 s 38,39 » Chlor 9,79 

8 - Bleioxyd = 8789,8 = 64,64 Blei 85,80 

4587, 400. Sauersto ff 4,44 

400. 
Die Analyse von Rhodius nähert sich weit mehr einer Verbindung mit 
3 At. Bleioxyd. 

Berzelius: yei.Acad. Handl. 4888. Pogg. Ann. I, 878. -^ Rhodius t Ann. Chem. 
Pharm. LXll, 878. — Schnabel: PrivatmitÜilg. 

Qaecksllberhornen. 

Verflüchtigt sich, ohne zu schmelzen, und giebt mit Soda im Kolben ein 
Sublimat von Quecksilber. 

Löst sich nur in Königswasser leicht auf. Wird von Alkalien geschwärzt.. 
Es ist QuecksilberchlorUr, 

HgCI. 
4 At. Chlor s 443,3 » 45,06 

8 - Quecksilber » 8500,0 « 84,94 

8943,3 400. 



4) Nach Absng von 8,88 Kohlensäure als 45,8 kohlens. Bieioxyd und 0,88 Wasser. 

Raaaeliberg ^1 MiMnldMiiie. 13 



t94 

Silberhomen. 

Schmilzt V. d. K., zuweilen unter Kochen, zu einer grauen, bräunlichen 
oder schwarzen Kugel, die im Reduktionsfeuer sich nach und nach, mit Soda 
schnell, in ein Silberkom verwandelt. Mit Kupferoxyd geschmolzen^ färbt es 
die Flamme blau. 

Wird von SSuren kaum angegriffen. Löst sich in Ammoniak langsam auf. 
Klaproth hat das S. mehrfach untersucht, und zwar a) aus Sachsen, 
b) vom Schlangenberg am Altai, c) sehr reines von Guantabajo in Peru. 

a.*) h*) 0. 

Silber 73,64 74,33 76 
Schon Sage hatte in peruanischem S. 70 — 74 p. C Silber gefunden. 
Es ist reines Chlorsiiber, 

AgCl. 
4 At. Chlor » 443,3 » 24,75 
4 - Silber = 4350,0 «= 75,25 

4793,3 400. 
Klaproth: Beitr. I, 485. IV, 40. — Sage: A. a. 0. 

2. Doppelchloride. 

Carnallit 

Schmilzt leicht v. d. L. 
Löst sich in Wasser leicht auf. 

Dieses in dem Steinsalzlager von Stassfurt vorkommende Salz enthalt nach 
dem Mittel zweier Analysen von es ten : 



Chlormagnesium 


30,98 := 


: 35,03 


Ghlorkalium 


24,27 


27,44 


Ghloroatrium 


i,82 




Chlorcaicium 


2,82 




Schwefels. Kalk 


<,05 




Eisenoxyd 


0,U 




Wasser (Verlust) 


35,92 


37,53 



400. 400. 
Das Chlornatrium als Steinsalz, der schwefelsaure Kalk als Anhydrit und das 
Bisenoxyd sind beigemengt. Zieht man sie nebst dem Chlorcaicium (mit 6 At. 
Wasser) ab, so ergiebt sich die Zusammensetzung des C. im reinen Zustande 
als einer Verbindung von 4 At. Chlorkalium, 2 At. Chlormagnesium und 42 At. 
Wasser, 

(KCl -4- 2HgCl) -4- 42aq 



4) Nach Abzug von 8 p. C. Beimengungen. %) Desgleichen 8,a p. C. 



195 

2 Ai. Chlormagnesium b 418&,6 » 34,20 
i - Chlorkalium = 932,6 = 26,88 

4 2 - Wasser = 4350,0 = 38,92 

3469,2 4 00. 
Hiemach ist der C. identisch mit dem Salze, welches aus der Mutterlauge des 
Meerwassers und verschiedener Soolen erhalten wird, und was auch leicht 
künstlich darstellbar ist, dessen Zusammensetzung und Krystallform ich be- 
schrieben habe. 

Oesten (H.Rose): Poggend. Ann. XCVIII, 464. — Rammelsberg: Ebendas. 
XCIV, 508. (Hdb. d. kryst. Chem. «04). 

Tachydrit. 

Höchst leicht löslich, an der Luft schnell zerfliessend. 

Dieses gelbliche Salz aus dem Stein salzlager von Stassfurt enthält nach 

meinen Versuchen : 

Chlor 40,34 

Calcium 7,46 

Magnesium 9,54 

Wasser 42,69 

Es ist demnach eine Verbindung von 4 At. Chlorcalcium, 2 At. Chiormagnesium 
und 42 At. Wasser, 

(CaCl -4- 2MgCl} -h 42 aq. 

3 At. Chlor = 4329,9 = 44,4 7 

4 - Calcium = 250,0 = 7,76 
2 - Magnesium = 300,0 = 9,30 

12 - Wasser = 4350,0 =: 44,77 



Pogg. Ann. XCVm, 864. 



3229,9 400. 



Kremersit. 

Leichtlösliche, zerfliessende rubinrothe Oktaeder, eine ephemere Bildung 
von Fumarolen im Krater des Vesuvs, enthält nach Kremers: 55,45 Chlor, 
f2,07 Kalium, 6,47 Ammonium, 0,46 Natrium, 46,89 Eisen und 9,56 Wasser, 
and ist demnach eine isomorphe Mischung gleicher Atome von Kalium- und 
Ammonium-Eisenchlorid, 

oder [(2 KCl 4- PeCl«) 4- 3aq.] -h [(2AmCI -♦- Pe€l*) -♦- 3aq.] 

40 At. Chlor =: 4433 = 55,86 

2 - Kalium == 978 := 42,32 

2 - Ammonium = 450 = 5,67 
4 - Eisen = 4 400 = 47,65 

6 - Wasser =s 675 a: 8,50 

7936 400. 
Pogg. Ana. LXXXIV, 79. 

13* 



194 



Silberhornerz. 

Sclmiilzl \. (J. K., zuweilen unter Kochen, zu einer 
oder schwarzen Kuti<'l, die im Reduklionsfeuer sich nai 1 
schnell, in ein Silherkorn ver\v;indeil. Mit Kupferoxyi 
die Flaintno blau. 

Wird von Siiuren kaum nnueuriflen. Löst sicli In 
Klaproth hat das S. mehrfach uniersucht, ii . 
b) vom Schhinjicnherg am Allai, c) sehr reines von • 

a.*) h*) c. 

Silber 73,64 74,32 76 
Schon Saize hatle in peruanischem S. 70- 
lis ist reines C h 1 o r s i 1 b e r , 

AgCI. 
i At. Chlor = 443,3 = 24,7.. 
\ - Silber = 1350,0 = 7Ö.:'. 



.: Silbererz von 

idss es auch in 

. J findet es sich 

«?<T in Ammoniak. 
.j> chilenische nach 



1793,3 ino 
Klaproth: Beitr. 1, 185. IV, 40. - ^ 



i>5foucr unter Entwicrklunu 
>t:j erfolgt die Reduktion sü- 



2. Do|)| 



) r 



ir 



. i»oi Copiapo, regulilr kryslai- 



Schmilzt leicht v. d. L. 

Lust sich in Wasser leicht anl 

Dieses in dem Stcinsal/Jatzti 

■ 

dem Mittel zweier Analysen \om 
Chlormagncsium 
Chlorkalium 
Chlomatrium 
Chlorcaicium 
Schwefels. Kalk 
Eisenoxvd 
Wasser (Verli; 



li.Oü 



III. 

33,82 

5,00 

61,07 



99,89 
.r ,:•- und Chlorsilbcr, 

111. 



Das Chloraatrium als ^ 
Eisenoxyd sind bei|2eii. 
Wasser) ab, so ergi« ! 
als einer Verbinduii 
Wasser, 



^ i =r 19,84 
. .U) = 13,18 
^ ^750 = 66,98 

I 'hm <oo. 



3AgBr 4- AgCI 
3Br = 3000 = 33,93 
Cl = i43 = 5,01 
4Ag= o4(M) = 61,06 

8843 100. 



-,.v lilSer. II, 4n. Poi:!?. Ann. LIV, 585. — Dome yko: 
" \- of Sc. Il'sör. XV, 447. — Fiold: Quart. J. Chom 
_ Platiner: ruj:j:. Ann. LXXVII. 434. I.XXVMI, 

Jl* <oc. IV, 4 49. J. f. I»r. Chom. LV, 233. 



^ ,«vh von Domey k" i'.i Hroinsilber und 5i,S Cblot-silbor 
M^i untersuclil wi>r.lon. 




0. Jodide. 

Jodargyrit. 

liier graugelben Hasse, färbt die Flamme rolb, 
ru. 
und nur beim Erhitzen unter Entwicklung von 



it in einem amerikanischen Silbererz 18,5 p. C. Jod. 
,os Algodones, Provinz Coquimbo in Chile. (Sp. G. 



54,03 


52,93 93,11 


■ilber 46,25») 45,72 
99,75 


46,52 46,38 
99,45 99,19 


^■■Isilber, AgJ. 

1 At. Jod = 1586 = 54,03 




1 - Silber = <350 = 45,97 
2936 100. 




üamouf! Ann. tlioes V Sir. tV. «9. — 


Domeykn: Ibid. IV S«r. VI, 1BI. - 


^niith: Am. J. of Sc. 11 Ser. XVIII. J. f. pr. Chera. LXIII, 457. 


ÜKClBlt bat mandasnalUrlicheQueckslIbe 
s vicjas in Mexico vorkommen soll. 





1. Einfache Fluoride. 
Flussspath. 

Phospborescirt oft mit grünlichem Schein beim Erhilten und decrepitirl 
uislens. Schmilzt v. d. L. zu einer Kugel und färbt die Süssere Flamme rotb 
(wird in stärkerem Feuer unschmelzbar und kaustisch, v. Kobell}. Borax 
md Phosphorsalz losen ihn leicht und reichlich auf; die übersättigten Gläser 
Verden heim Abkühlen unklar. Hit Soda schmilzt er zu einer klaren Hasse, 
die beim Erkalten sich trubt ; von mehr Soda wird er auf Kohle In ein schwer 
tchmelzbares Email verwandelt, wahrend die Soda in die Kohle geht. Hit Gyps, 
Sdiwerspatb oder Colestin schmilzt er auf Kohle zu einer klaren Perle, die bei 
der Abkühlung unklar wird. Mit geschmolzenem Phospborsalz in einer offenen 
Hohre behandelt, giebt er f^asatzende Dampfe. 



I) In der Abbrndlmig Bt«bt «4, U. 



198 

Von Chlorwasserstoffsäure wird er wenig au^elöst. Mit conoentrirter 
Schwefelsäure erwärmt, entwickelt er gasfiMtnige Fluorwasserstoffsäure, welche 
Glas ätzt. 

Scheele lehrte zuerst die Bestandtheile des F. kennen, Wenzel, Rich- 
ter und Klaproth analysirten ihn, Letzterer eine derbe graue Varietät von 
Gersdorf in Sachsen. H. Davy untersuchte den F. von Derbyahirey und Ber* 
selius den von Alstonmoor in Cumberland (a) und von Norberg in Schweden 
(b). Danach ist die aus 100 Th. erhaltene Menge Kalk 

56% Wenzel 

65,45 Richter 

69,37 Klaproth*). 

72,68 H. Davy 

L F*/ *iJ Berzelius. 
6. 71,44J 

Der reine F. ist Fluorcalcium, 

Ca FI, 

4 At. Fluor = 237^5 = 48,72 = HFl 51,28 

1 - Calcium = s 250,0 « 51,28 « Ca O 71,79 

487,5 100. 123,07 

Klaproth fand weder Chlor noch Phosphorsäure im F. Nach B e r z e 1 i u s 
enthält aber der F. aus Derbyshire 0,5 p. C. phosphorsauren Kalk, und nach 
Kersten enthalten blaue Varietäten von Freiberg und Marienberg Spuren von 
Chlor. 

Nach Wolff verliert der grQne phosphorescirende F. vom Ural beim Glü- 
hen 0,0416 p.c. 

Nach Forchhammer sind Phosphorsäure und Eisen die Ursachen der 
blauen, gelben und grünen Farbe des Minerals. 

Nach Schafhäutl und Schönbein riecht der blaue F. von Wölsen- 
dorfin Baiem beim Zerreiben nach Chlor, und enthält unterchiorigsauren 
Kalk. 

Berzelius: Schwgg. J. XVI, 428. XXIII, 467. — Forchhammer: Pogg. Ann. 
XCI, 580. — Kerston: Ebendas. XXVI, 496. — Klaproth: Beitr. IV, 360. —Rich- 
ter: Ueb. d. neuereu Gegenst. d. Chem. IV, 95. — Schafhäutl: J. f. pr. CheoL 
LXXVI, 429. — Schönbein: Verh. d. naturf. Ges. In Basel. 4857. 4. Hft. 498. — 
Wenzel: Chem. Unters, d. Flussspaths. Dresden 4788. Wolff: J. f. pr. Chem. 
XXXIV, «37. 

Fluoeerit. 

Giebt im Kolben etwas Wasser, und bei der Schmelzhitze des Glases Fluor— 
wasserstofiTsüure, wobei er sich weiss färbt. In der offenen Röhre wird die 
Probe dunkelgelb. Ist v. d. L. unschmelzbar, und reagirt mit den Flüssen auf 
Cer. 



4) Durch Correktion der Berechnung aus dem von K. erhailenen kohlen6aaren Kalk. 



199 

BerseliiiB erbielt aus dem P. von Broddbo bei Fahlan 88,64 Ceroxyd 
tnd 4 ,4S YUererde, und belraobtete ihn als eine Verbindung von je einem Alom 
Iwfluorttr und Gerfluorid. 

Basisches Fiuorcerium. Schwärzt sich v. d. L. auf der Kohle und 
Irbi sich beim Abkühlen roth oder dunkelgelb. Berzelius fand in diesem 
fineral von Finbo bei Fahlun 82, i Ceroxyd und 4,95 Wasser, \foraus ersehloss, 
lass es aus 4 At. Gerfluorid und 3 At. Geroxydhydral bestehe. Eine Ähnliche 
>ubstanz von der Bastnäsgrube bei Riddarhytta enthält nach Hisinger 50,45 
>r~ und Lanthanfluorid, 36,43 Ger- und Lanthanoxyd und 43,44 Wasser. 

Berzelius: Afbandl. i Fis. VJ, 56. Pogg. Add. I, 29. — Hisinger: Vel. Aead. 

Handl. 4838. 4 89. Berz. Jabresb. XX, 249. 

Flsellit. Ein sehr seltenes Mineral von Stennagwyn io Com wall, welches nach Wol- 
aston Fluor und Aluminium enthalten soll. 
Levy: Ediob. J. of Sc. 4825. 478. 

Yttrocerit. 

Giebt beim Erhitzen etwas Wasser, wobei der dunkle weiss wird. Ist v. 
1. L. unschmelzbar, verhüll sich zu den Flüssen ähnlich wie Flussspatb, nur 
ist das Glas im Oxydationsfeuer in der Hitze gelb. Der Y. von Finbo schmilzt 
mit Gyps zusammen, was der von Broddbo nicht thut, der überhaupt erat 
weiss, dann roth wird, und sich wie Fluocerit verhalt. 

Ist in Chlorwasserstoflsäure und in Schwefelsäure auflöslich, mit welcher 
er Pluorwasserstoffdämpfe entwickelt. 

Gähn und Berzelius fanden im T. von Finbo: 

Kalk 47,63 bis 50,00 

Ceroxyd 48,22 — 46,45 

Yttererde 9,10 — 8,40 

Fluorwasserstoff 25,05 — 25,45 

400. IW. 

Berzelius betrachtete das Mineral als eine Mischung von Fluorcalcium, 
Fiuorcerium und Fluoryttrium in verschiedenen Verhältnissen. 

Jackson will im Y. aus Massachusets 34,7 Kalk, 4 3,3 Ger- und Lan~ 
thaaoxyd, 45,5 Yttererde, 49,4 Fluor, 6,5 Thonerde und Eisenoxyd und 40,6 
Kieselsäure und Geroxydulsilikat as 400 gefunden haben, obwohl die Analyse 
eioeo Ueberschuss von 8 p.G. hätte geben müssen, wenn der Fluorgehalt rich- 
tig wäre. 

Berzelius: Scbwgg. J. XVI, 244. — Jacksoo: Proc. Host. Nat. Hist. Soc. 4 844. 
J. f. pr. Chem- XXXVI, 427. 

2. Doppelfluoride. 

Chiolhh. 

Schmilzt sehr . leicht zu einer wasserhellen Perle, die beim Qlrkalten weiss 
vird. Giebt in der offenen Röhre Fluorreaktion; ftrbt die L. flamme gelb, und 



tivfert, gl«lcb dem Krytriilh, in pittsarar Menge mit Borax f/mebtae Ut n^ eioe 
Maaw, IQ weloher sich beim AbkUblea kubische KryslaUe bilden. 

Wird voD Sohwefelsfiuro leicht lerlegt, indem FluorwMBerste&aore uoter 
AufiKihaumeD entweicht. 

Hermann und Auerbaoh entdeckten diee dem Kryolith hockst Shnlicäie 
Mtosral bei Hiast; Erslerer so wie Cfaodnew haben es anaiysirt, jedoch mit 
■bweidtenden Besultatao, and ich habe gezeigt, dass dies von dem Vortianden- 
sein swmer Terbindnogen, welche als Cfaiolith beieichnet werdea, herrOhrt. 
^ Spec. 6. — 2,72 Herrn. S,8i8— S,898 R. 
Hermano. E.'J 

AIumlDium 18,69 18,14 

Natrium 23,78 84.05 

B. Spec. G. = 2,68—8,77 v. Wörth. 3,00 R. 
Cbodnew.'j R.') 

Aluminium 1 6,48 15, 75 

Natrium 86,70 27,68 

ffiernat^ ist A. eine Verbindung von 3 At. Ploornatrium und 2 At. 
Plooraluminium, B. dagegen von 8 At. Ploornatrium und t At. 
Plnoralomininm. '' 

A. 3NaFl + 2A1FI» 

9 At. Fluor = 2137,5 = 58,04 

4 - Aluminium = 68i,0 = 18,137 = 34,84 Thonerdc 
3 - Natrium = 862,5 = 23,39 = 31,53 Nalron. 
3684,0 100. 

B. 8NaFl + AIFl*. 
5At. Fluor = 1187,5 — 56,43 

8 - Aluminium = 348,0 se 16,84 = 30,47 Thonerde 
2 - Natrium — 575,0 = 27,33 = 36,69 Natron. 
8104,5 100. 
Chodoewt Verh. d. K. Rum. min. Ges. lu Peterabarg, 1S4B— tStS. S. MB. — 
HormaitD; }. f. pr. Ch. XXSVII, <8B. — Rammelsbergt Pogg. Ana. LXXIV, Mi. 

Kryolith. 

Verhält sich wie der vorige. 

Abildgaard untersuchte zuerst den K. aus Grönland, und fand darin, 
gleich Vauquelin, Thonerde und Plussstlure. Klaprotb entdeckte den Ka- 



ll Mittel von drei ADSlysen. 

1) Mittel von zwei AnalyRea. Ch. giebt noch t.BS Kalium, 0,*> Magaesinro, f ,04 Yttrioia 
, wovon leb nlcbta gefunden habe. 



201 

trongehalii imdBerselius ermitlelle durch eine genaue Analyse die Zusam- 
mensetsong des damals seltenen Minerals. 

4. Grönland, a) Klaprotb. fr) Berzelius. c) Ghodnew. 

2. Miask am Ural. Sp. G. = 2,95—2,96. Durnew. 

i. %. 

Aluminium 42,79 43,00 43,23 43,4f 
Natrium 26,82 32,93 32,74 32,34 



Eisenoxyd 

Manganoxyd 

Magnesia 



0,83» 



0,55 



} 

Kalk 0,35 

Der K. ist eine Verbindung von 4 At. Fluoraluminium und 3 At. 
Fluornatrium, 

3NaFl-*- AlFl*. 
6 At. Fluor = 4425,0 == 54,49 

2 - Aluminium =s 342,0 » 43,00 = 24,40 Thonerde 

3 - Natrium =s 862,5 = 32.84 = 44,22 Natron. 

2629,5 400. 
Berzelius: Vet. Acad. Handl. 4 8t 8. Pogg. Ann. I, 42. — Chodnew: Verb. Pe- 
tersb. min. Ges. 4845— 46. 808. — Durnew: Pogg. Ann. LXXXIIl, 587. — Klap- 
rotb: Beftr. in, t07. 






i. . f • ' « 



i 1 i ' . . 



V. Sftn^rstolEMlse. 



!■'■ A. Carb<»uite'.' '' ° 

Witherit. 

Schroilzl V. d. L., die Flamme schwach gelbgrün ftrbend, tu einem klaren 
Glase, welches beim Erkalten emailwei^s wird ; auf Kohle nimmt er alkalische 
Ri^kiioft an. 

In Sauren mit Brausen aufiöslich, falls sie nicht sehr oono^ntrirtiSiod. 

Der englische W. ist von Withering, Klaproth (W. von Anglezarke, 
Lancashire) und Bucholz untersucht worden. 

W. Kl. B. 



Kohlensaure 


S1,i 


28 


20,0 


Baryt 


78,6 


78 


79,7 


Wasser 


— 


— 


0,3 



100. 100.*) 400. 
Es ist kohlensaurer Baryt, 

ÖaC. 
4 At. Kohlensaure = 275 s= 22,33 
4 - Baryt = 957 = 77,67 



4232 400. 
Thomson hatte unter dem Namen Sulfatocarbonate of Barytes 
ein Mineral von Brovvnley-Hill, Gumberland, beschrieben, welches 64,82 koh- 
lens. Baryt, 34,30 schwefeis. Baryt, 0,28 kohlens. Kalk und 0,60 Wasser enthal- 
ten sollte, wonach es eine Verbindung von 4 At. schwefelsaurem und 2 At. koh- 
lensaurem Baryt zu sein schien. Allein spätere Beobachtungen, insbesondere 
von Senarmont, haben gezeigt, dass es krystallisirter Wilherit mit beige- 
mengtem Schwerspath ist, und He d die hat in einer Probe ven Hexham 0,94 



i) Bei einem Versuch mit grösseren Mengen fand Klaproth 4,7 p. C. kohlensauren 
Strontian. 



203 

p. C. schwefeis. Baryt, in einer Ton Dofion 0,54 desselben nebst 0,fi% koh- 
lens. Kalk gefunden. 

Bacholz: Scheer. J. X, S46. — Heddle. Phil. Mag. IV Ser. XIII, 687. — Kenn- 
gott: Uebersicht 4853, 44. 4854, 47. — Klaproth: Bditr. I, t60. II, 84. — S^nar- 
mont: Ann. Chim. Phys. IV. S6r. XLI, 66. — Thomson: OuUin. I, 406. — Withe- 
ring: Phil. Transact. 4 784. 298. 

Strontlanlt. 

Schmilzt V. d. L. in gutem Feuer an dünnen Kanten, wobei er anschwillt, 
stark leuchtet, und die Flamme röthlich f^rbt. (Klaproth schmolz ihn im 
Feuer des Porzellanofens zu einem klaren hellgrünen Glase, wobei aber ein An- 
griff der Tigelmasse stattfand. Im Kohlentiegel verlor er 3i p. C. und verwan- 
delte sich in Strontian). 

in Säuren mit Brausen auflöslich. 

Dope (4794) und Klaproth (1793) bewiesen, dass der bis dahin für 
Witherit gehaltene St. von Strontian eine eigenthUmliche Erde enthalte, welche 
nach dem Fundorte benannt wurde. 
4. Strontian, Argyleshire, Schottland, a) Klaproth. b) Stromeyer. 
c) Thomson. 

2. Brüunsdorf, Sachsen. Stromeyer. 

3. Grube Bergwerkswohllahrt bei Clausthal am Harz, a] Weisser, b) Gelber. 
Jordan. 

4. Hamm, Westphalen. er} Redicker, b) Schnabel, c] Von der Hark. 

4. s. 8. 





a. 


b. 


c. 




a. 


b. 


Kohlensäure 


30,0 


30,31 


30,66 


29,94 


30,59 


30,69 


Strontian 


69,5 


65,60 


65,53 


67,52 


65,14 


65,06 


Kalk 


— 


3,47 


3,52 


1,28 


3,64 


3,64 


Manganoxyd 




1 0,07 


— 


0,09 




— 


Eisenoxyd 


— 


0,04 




— 


0,««') 


Wasser 


0,5 
00. 


0,07 
99,52 




0,07 
98,90 


0,25 
99,62 


0,25 


4 


99,72 

4. 


99,86 


Kohlensäure 


a. 
30,80 


b. 
30,86 


c. 
30,84 






Strontian 




65,30 


64,32 


63,57 






Kalk 




3,82 


4,42 


4,80 






Manganoxyd 


— 




— 




■ 


Eisenoxyc 


l 


— 


— 


— 






Wasser 


0,08 
400. 


— 


— 


• 






99,60 


99,24 




4) Bisenoxydul. 





204 

Der StrontiaDti ist kohlensaurer SirontiaDi 

SrC. 

4 At. Kohlensäure xb S75 « S9,79 
4 - Strontian « 648 a a 70,24 

983 4 00. 

Er enthält veränderliche Mengen kohlensauren Kalk in isomorpher Beimischung. 

Emmonit aus Massachusets, von Thomson untersucht, ist ein kalkhal- 
tiger Stronlianit. 

Stromnit (Barytostrontianit), ein Mineral von Stromness auf Pomona 
(Mainland) der Orkneys, soll aus 68,6 kohlens. Strontian und 27,5 schwefeis. 
Baryt bestehen, ist aber wohl nur ein Gemenge. 

Jordan: Schwgg. J. LVII, 844.— Klaprotht Beitr. I.iSO. 11,14. —T.d. Mark: 
Verh. nat. V. d. pr. Rheinl. S. Jahrg. i7i. — Redicker (Becks): Pogg. Aim. L, 494. 
» Schnabel: Privatmitth. — Stromeyer: Untersuch. I, 4M. — Thomson: J. f. 
pr. Ghem. XIII, iS4. 

Aragonit* 

Der A. ist schon früh Gegenstand der Untersuchung gewesen. Klaproth 
(4788), Vauquelin, Fourcroy (4803), Proust, Chenevix, Buchols 
(4804) und Thönard fanden nur Kalkerde und Kohlensaure. Zwar hatte be- 
reits Kirwan (4794) einen Strontiangehalt vermuthet, aber erst durch Stro- 
meyer (4843) ist ein solcher in mehren Abänderungen nachgewiesen worden. 
Seitdem galt dieser Gehalt an kohlensaurem Strontian, obgleich er von anderen 
Analytikern in manchen Aragoniten nicht gefunden werden konnte, für die Ur- 
sache der eigenthttmlichen Form des Minerals, bis die Versuche von G. Rose 
darthaten, dass derselbe nicht wesentlich ist, und dass der kohlensaure Kalk 
als dimorphe Verbindung auch künstlich in der Form des Kalkspaths und des 
Aragonits erhalten werden kann. Schon vorher hatte Mitscherlich auf die 
theilweise Umänderung von Aragonit in Kalkspath aufmerksam gemacht. 

Klare Bruchstücke schwellen beim Erhitzen vor dem Glühen an und zer- 
fallen zu einem groben weissen Pulver. Sonst verhält er sich wie Kalkspath. 

4 . Faserig stängliger A. vom Tschopauer Berge bei Aussig in Böhmen. 
8. Ebensolcher von Waltsch in B. 

3. Stänglicher A. von der blauen Kuppe bei Eschwege in Hessen. 

4. Strahliger A. vom Kaiserstuhl im Breisgau. 

5. Str. A. von der Blagodatskoigrube bei Nertschinsk. Sämmtlich nach 
Stromeyer. 

6. A. vom Papenberg bei Hofgeismar in Hessen. Stieren. 

7. A. von Herrengrund bei Neusohl in Ungarn, sp. G. = 2,93. Nendtwicb. 

8. A. von Retzbanya, sp. G. = 2,86. Derselbe. 



i. 

98,95 


8. 

96,48 


4. 
97,09 


5. 

97,98 


6. 

97,39 


7. 8. 

98,62 99,34 


0,54 
0,U 
0,20 


2,24 
0,82 
0,34 


2,46 
0,44 


4,09 
0,26 


2,22 
0,39 


0,99 0,06 
ö,44CuCO,49 
0,47 0.33 


99,80 


98,95 


99,96 


99,33 


400. 


99,89 99,89 



205 

i, 
Rohlens. Kalk 98,00 

Kohlens. Strontian 4,04 

Eisenoxydhydrai 0,4 4 

Wasser 0,24 

99,36 

Der hellgrüne A. von Gerfalco in Toscana, dessen sp. G. =s 2,884 ist, ent- 
hält nach De Luca: Kohlensäure 44,43, Kalk 50,08, Strontian 4,69, Kopfer- 
oxyd 0,95, Eisenoxyd 0,82, Wasser 4,36. 

Delesse hatte im A. von Herrengrund die Abwesenheit des Strontians 
behauptet. 

Der A. von Ichtershausen bei Arnstadt enthält nach Lappe keinen 
Strontian. 

In dem zum A. gehörigen Sprudelstein von Karlsbad, den Berzelius 
und G handler untersuchten, und zwar in einer eisenreichen Abänderung, 
üanden Blum und Leddin 0,272 p. C. Arsenik. 

Jenzsch fand in allen von ihm geprüften A. einen Fluorgehalt, öfter 
auch kleine Mengen Phosphorsäure und Schwefelsäure. 

Biet u. Thenard: Ball, des sc. 1, 88. Gilb. Ann. XXXI, 897. — Blum und 
Leddin: Ann. d. Ghem. u. Pharm. LXXIII, 847. — Bacholz: N. allg. J. d. Cbem. 
III, 78. — Bucholz u. Meissner: Scbwgg. J. XIII, 4. (Sie konnten in den A. von 
Neumark, Saalfeld, Minden, Bastenue und Limburg keinen Strontian finden). — C hand- 
ler: S. G. Rose. — Delesse: Thöse sur l'emploi de l'analyse chimique dans les 
recherches de min^ralogie. Paris 4843. p. 6. — DeLuca: Institut 4888. XXVI, 809. — 
Döbereiner: Scbwgg. J. X, 819. ~ Fourcroy u. Vauquelin: Aun. de Mus. IV, 
405. Gilb. Ann. LI, 98. — Fuchs: Scbwgg. J. XIX, 4 4 8. — Gehlen: Ebendas. X, 
4 88— Jenzsch: Pogg. Ann. XCVI, 4 45. — John: Schwgg. J. XIII, 49. — K lap- 
roth: Crells ehem. Ann. 4788. 1,387. — Lappe: S. G. Rose. — Mitscher- 
lieh: Pogg. Ann. XXI, 457. — Monheim: Scbwgg. J. XI, 889. — Nendtwich: 
Zipser, die Vers, ungar. Naturf. Neusohl, 4846. — G. Rose: Pogg. Ann. XLII, 858. 
Ztschrft. d. geol. Ges. VllL 548. Abb. d. Berl. Akad. 4856. — Stieren: Archiv f. 
Pharm. 8te R. LXII. 81. — Stromeyer: De ara^onite ejusque difTerentia a spatho 
calcareo rhomboidali chemica. Femer: Scbwgg. J. XIII, 868. 490. Gilb. Ann. XLIII, 
289. XLY, 84 7. XL VII, 93. XLIX, 897. LI, 4 08. LIV, 889. LXIll, 378. 

Alstonit. 

Decrepitirt und leuchtet v. d. L., verheilt sich sonst Sihnlich den vorigen. 
4. Fallowfield bei Hexham. a) Hauer, b) Delesse. c) Thomson. 
2. Bromley Hill bei Aiston, Cumberland. Johnston. 

4. 8. 



a. 


D. 


früher. 


c. 

später. 




Kohlens. Baryt 65,74 


65,31 


49,31 


60,63 


62,16 


Kohlens. Kalk 34,S9 


32,90 


50,69 


30,19 


30,29 


Kohlens. Strontian — 


4J0 


— 


•— 


6,64 


Kohlens. Manganoxydul — 


0,36*) 
99,67 


100. 


9,18 
100. 


— 


100. 


99,09 



4) Beimengungen. 



1 



206 

Isomorphe Mischungen der Carbonate von der Form des Witherits oder 
Aragonits. 

I. I.a.b. » ÖaC -«- Cail 
II. i.ca. SS ÖaC 4- 2CaC 
in. i.c.ß. 8= ifiaC -I- iCaC -I- AnC 
IV. 2. = 76aC -f. 7CaC -h SrC. 

I. n. 

4 At. Lohlens. Baryts 1232 = 66,34 4 At. kohlens. Baryt »4232 « 49,63 
4 - kohlens. Kalk = 625 = 33,66 2 - kohlens. Kalk =4250 = 50,37 

4857 400. 2482 400. 

4.C. istThomson's Bicalcareo-carbonate of barytes, nach Kenngoti in 

allen Eigenschaften dem Alstonit gleich. 

Delesset Ann. Chim. Phys. III S^. XIII, 4S5. — Haaer: Sitiber. Wien. Akad. 
485S. December. — Johnston: Phil. Mag. VI, 4. XI,45. Pogg. Ann. XXXIV, 608. — 
Kenngott: Uebersicht 485S. 40. •- Thomson: OotUnes I, 444. Phil. Mag. X, S7S. 
Reo. ofgen. Sc. I, 373. 

Baiytocalcit. 

y. d. L. fast unschmelzbar; tlberaieht sich in starkem Feuer nach v. Ko- 

bell mit einem grünlichen Glase und i^rbt die Flamme schwach gelblich grOn. 

B. von Alston-Moor, Cumberland : 

Chlldren. Delesse. 

Kohlens. Baryt 65,9 66,20 

Kohlens. Kalk 33,6 34,89 

99,5 S i 0,27 

98,36 
Er besteht aus 4 At. kohlens. Baryt und 4 At. kohlens. Kalk, 
gleich dem Alstonit I, besitzt aber eine eigenthttmliche Krystallform. 

Chlldren: Ann. of Phil. N. S. VII, S78. Schwgg. J. XLIV, t47. — Delesse: Ann. 
Chim. Phys. III, S6t. XIU, 486. 

Hanganocalcit. 

Verhalt sich wie Manganspath. 

Der M. von Schemnitz in Ungarn, welcher nach Breithaupt Form und 

Struktur des Aragonits besitzt, enthält nach meiner Analyse : 

Kohlens. Manganoxydul 67,48 

„ Kalk 48,84 

,, Magnesia 9,97 

Eisenoxydul 3,22 



»» 



99,48. 
Er ist eine isomorphe Mischung 

^eC -«- iilgC -«- 7CaC -«- 24 AnC, 



207 



l 



welehe man als 



bezeichnen kann. 



•^Ic^.J-Mc 



Mg 



Weissbleien. 



Decrepitirt stark beim Erhitzen, wird gelb, und reducirt sich v. d. L. auf 
Kohle zu Blei. 

Löst sich in Salpetersäure mit Brausen auf. Ist auch in Kalilauge auflOslich. 

Kirwan, Bergman, Beaum^ und Westrumb erkannten die che-* 
mische Natur des Weissbleierzes. 

1. LeadhillSy Schottland. Krystallisirt. Rlaproth. 
S. Grube Taininskoi bei Nertschinsk. John. 

3. Griesberg in der Eifel. Bergemann. 

4. Grube Friedrichshagen bei Oberlahnstein, Nassau. Wildenstein. 

5. Grube Churfürst Ernst bei Benkhausen, unweit Allendorf, Westphaten. 
Sog. Blaubleierz in schwarzen Kry stallen. Schnabel. 

6. Wheatley-Grube bei Phoenixville, ehester Co., Pennsylvanien. Smith. 

4. i. s. 4. 5. 6. 

Kohlensäure 46 45,5 46,49 4 6,36 4 6,07 46,38 

Bleioxyd 82 84,4 83,54 83,64 83,93 84,76 

400. 96,9 400. 400. 400. 404,44 

Das W. ist kohlensaures Bleioxyd, 

PbC. 

4 At. Kohlensäure = 275,0 = 46,47 
4 - Bleioxyd = 4394,5 r=s 83,53 

4669,5 400. 

El ei erde. Ist wohl nur erdiges Weissbleierz. Analysen: 4) Kall in der 
Eifel, a) John, 6) rothe; Bergemann. 2) Eschweiler. John. 





a. 


b. 




Kohlensäure 


45,84 1 
77,07 J 


94,23 


16,62 


Bleioxyd 


81,34 


Kalk 
Eisenoxyd 


0,80 


3,27*) 


0,29 


Wasser 


6,32 


2.56 


1,75 



400. 400,06 400. ^ 

Obwohl wasserhaltig, scheint die Bleierde doch keine dem Bleiweiss ähn- 
liche Verbindung zu sein. 



4 ) EiMDOxyd, Thonerde und Quan. 



>08 

Bergemann: Chem. Unt. d. Min. d. Bleibergs. S. 487. 475. — John: Schwgg. 
J. rV»SS7. XXXII, 444. H7. Chem. Unters, ite Forts. 4844. S. SSO. — Klaproth: 
Beitr. III, 467. — Schnabel: Privatmitthl. — Smith: Am. J. of Sc. II. Ser. XX, 59. 
J. f. pr. Ch. LXVI, 48S. —Wildenstein: Jahrb. d.Ver. d. Natark. im Herz. Nassau. 
Heft 6, S. SOO. * 

Tamoviiit. 

Verhält sich v. d. L. ahnlich dem Aragonit, giebi aber auf Kohle einen 
gelben Beschlag. 

Der T. von Tamowitz in Oberschlesien, dessen sp. G. n 2,977 — 2,986, 
enthält nach Th. Böttger: 

Kohlens. Kalk 95,^4 
Kohlens. Bleioxyd 3,86 
Wasser 0,<6 

99,96 
Der T. ist eine isomorphe Mischung (Ca, Pb)C aus Aragonit und Weiss- 
bleiens. 

Böttgei': Pogg. Ann. XLVII, 497. 

Iglesiasit (Zinkbleispath). 

Verhält sich wie Weissbleiers, giebt jedoch v.d. L. neben dem gelben auch 
einen weissen Beschlag. 

Nach Kersten enthält dies Mineral von Monte Poni bei Iglesias auf Sar- 
dinien : 

Kohlens. Bleioxyd 92,40 
Kohlens. Zinkoxyd 7,02 

99,42 
Es ist eine isomorphe Mischung 

ZnC -I- 6('bC, 
ein zinkhaltiges Weissbleierz, worin das Zinkcarbonat folglich gleiche Form mit 
jenem hat. 

Schwgg. J. LXV, 865. 

Kalkspath. 

V. d. L. unschmelzbar; wird kaustisch, schwach leuchtend und terbt die 
äussere Flamme röthlich. Manche Abänderungen brennen sich in Folge von 
metallischen oder organischen Beimengungen roth, grau oder schwarz. 

In Säuren mit Brausen leicht lOslich. 

Einige Analysen reineren R. mögen hier folgen : 
\. Island. Doppelspath. a) Bucholz, 6) Stromeyer. 

2. Ändreasberg am Harz, a) Stromeyer. 6) Ho^shstetter. 

3. Brilon, Westphalen. Schnabel. 



209 









4. 




i. 




s. 








a. 


b. 


a. 


b. 




KoUensfti 


ire 




43,0 


43,70 


43,56 


48,20 


i3,Ö2 


Kalk 






56,5 


56,15 


55,98 


54,40 


5S,30 


Magnesia 








— 


— 


— 


0,13 


Eisen- u. 


Manganoxyd 




0,45 


0,36 


4,56») 


— 


Wasser 






0,5 


— 


0,40 


<,86») 


4,07 



400. 400. 400. 400. 400,02 

DerK. ist im reinen Zustande koblensaurer Kalk, 

CaC, 
4 Ai. Kohlensäure &= 875 s 44,00 
4 - Kalk « 360 « 56,00 

625 400. 
Viele Abänderungen enthalten kleinere oder grössere Mengen der isomor- 
phen Carbonate von Magnesia (dolomitischer Kalk), Eisen- und Manganoxydul 
and Zinkoxyd. Zu den letzteren gehören u. a. : 

4. Grünlicher K. aus dem Basalt des Höllengrundes bei Münden, Kurhessen. 
Ahrend. 

5. Schieferspath von Schwarzenberg in Sachsen. Stromeyen 

6. K. aus den Galmeigruben von Olkucz in Polen. Gibbs. 

7. u. 8. Desgl. vom Altenberg bei Aachen. Monheim. 

9. K. von Sparta, New-Jersey, in welchem Franklinit und Rothzinkerz ein- 
gewachsen vorkommen. Spaltungsrhomboeder = 404^57^,5; sp.G. s= 
2,84. a)Jenzsch; 6) Richter. 





4. 


5. 


«. 


7, 


.-!• 


a. 


b. 


Kohlensäure 


43,92 


44,66 


43,81 


43,2^ 


43,05 


40,77 


44,04 


Kalk 


53,79 


55,00 


50,75 


50,10 


50,86 


48,75 


47,92 


Magnesia 


0,48 


— 


0,85 


— 


— 


0,92 


1,21 


Eisenoxydul 


2,49 


— 


0,58 


5,78 


5,11 


0,38 


7 n 


Manganoxydul 


0,50 


2,70 


4,07 


1,06 


0,48 
0,65 


6,83 
0,38 


/ ,1 V 


Zinkoxyd 


100,30 


Kieselsäure 


— 


— 






0,18 
99,67 


Aq 0,32 
98,35 






400,58 


99,36 


400. 


100,82 





S. ferner Dolomit, Talkspath und Zinkspath. 
Hiemach ist No. 9 ungefähr : 

6CaC^?Hc 
Mgj 

Ahrend: Hausmann Hdb. d. Min. S. 4324. — Bacholz: Gehlens N. J. f. Cli. IV, 
426. — Gibbs: In meinem Laborat. ~ Hochstetter: J. f. pr. Ch. XLIII, 316. — 
Jenzsch: Pogg. Ann. XCVI, 4 47. — Monheim: Privatmitth. — Richter: In mein. 
Labor. — Schnabel: Privatmitth. — Strom ey er: Gilb. Ann. XL V, 216. Unter- 
such. S. 52. 



4) Eisenoxydul. 2) Kieselsäure. 

3) Enthält nach Jenzsch eine kleine Menge Fluor. 

RtBBelsberg^fl Mioeralcheinie. 14 



MO 

Kalkstein. Uebemichi von Untersucbungen von Kalksteinen : 

DolomitiflcJId Kalksteind des Crttnkischea Jura. Pfaff: Pogg. Aaa. LXJCXU, €5. 
LXXXVII, SOO. 

Kalk a. Dolomite in Nassau. Pres eo ins: J. f. pr. Gh. LIV, S5. S74. 

Kalksteine in Wtrt«mi>erg, avck in Betreff Ihres Gebalts von Phosphorsttore u. Alkalien. 
Schramm: J. f. pr. Ch< XLVU, 440. Faist: Ebendas. XLVU, 44S and Ueb. Jah- 
resb. 4S5t. 9M. 

Marmor aas Naasau. Grimm: Jahrb. d. Ver. f. Nat. im H. Nassaa 4S50. 440. Fre- 
senius: Lieb. Jahresb. 4SSS. 9ta. 

Muschelkalk in Franken. Bibra; J. f. pr. Ghera. XXVI. S. 

Tertiärkallc ans Baiem. Frickhin^er: Hepert. f. Pharm. Ste IL U, 50» 

Zechstein Thttringens. Liebe: Leoab. Jahrk f. Min. 4S5S. 7S9. 

Sttsswasserkalk von Giessen. Knapp: Lieb. Jahresb. 4847— 4S. 4S9t. 

Muschelkalk von Saarbrücken. Schnab el : Verb. d. naturh. V. d. pr. Rh. 4 S48. 450. 

Kalksteine von Stecklenberg am Hart. Kosengarten : Ztsofarfl. d. deutselten geel. Ges. 

II, IS7. 
Kalkstein von Lüneburg u. Segeberf^ Roth : Ztschrfl. d. d. gaoL Ges. IV, 565, J. f. pr. 

Gh. LVm, 81. 
Muschelkalk der Wesergegend. Brandes: J. f. pr. Ghem. XIX, 477. 
Kalkstein von Sinsheim in Baden. Sack: G. Leonhard Beitr. zur min. u. geogn. Kennln. 

von Baden, f S5S. I, S7. 
Dolomit vom Hainberg^ b. Götttagei. Weevou: OOtl. geL Ans; 4SKS. 477. Lieb, hh- 

resb. 4S5S. SS5. 
Schwaner dolom. Kalk vonStlgsdor^ Holstein. Forchhammer: J..f.pr. Gh. XUX,8S. 
Kalksteine aus Oeatreioh. Lipoid und FerstU Jahrb. d. geol. Reichsanst. 4854. 485S. 
Keuper-Dol. Vorarlbergs. Landolt : Lieb. Xahresb. 485S. Sil. 
Marmor von Schlanders in Tyrol. Wittstefnr: Rupert, f. Pharm. SteR. (II» Sr. 
Dolomit. Kalk aus Tyrol. Roth: S. Predazzit. Hubert: Jahrb. d. geol. R. 4850. 7S9. 
Kalkstein aus Graubündten. Planta u. KekuU: Ann. d. Gh. u. Ph. LXXXVII, 866. 
Jurakalk der Schweiz. Ghappuis: Lieb. Jahresb. 4 854. 904. 

Jodhaltiger Dolomit von Saxon im Wallis. Rivier u. Feltcrnberg: J.f.pr.Gh. L1X,S4S. 
Qrobkalk von Paris. Nicki 6s: Lieb. Jahresb. 4849. S^, 
Phryganeenkalk von Glermont. f o r c h h am m e r s. oben. 
Milleporenkalk in Frankreich. Damour : Bull. göol. II S^r. VII, 675. 
MUleporen- und Koralienkalk. Damour: Ann. Gh. Phys. III. 86t. XXXII, S6S. B. Sil- 

liman: Am. J. of Sc. II Ser. XII, 474. Horsford: Ibid. XIV, i45. 
Kryst. Kalkstein der Vogesen. Del esse: Ann. Mines, IV. S6r. XX, 444. 
Silurische und cambritche Kalksteine Englands. Forbes: Phil. Mag. IV. Ser. XIII, 365. 

J. f. pr. Gh. LXXII, 487. 
Kalkstein von der Insel Bute. Bryce : Phil. Mag. III Ser. XXXV, 84. 
Jurakalk in England. Völcker: Lieb. Jahresb. 4858. 9S6. 
K. aus NorwegcSn. Kjerulf: das Gbristiania-Silurbecken. Ghristiania 4855. 
Kalk von Faxö u. Kreide von Ringstedt. Forchhammer: S. oben. 
Marmor von Carrara: Witt st ein: S. oben. Kttppel: J. f. pr. Gh. LVH, 8fl4. 
Kalkstein aus der Borsäureregion Toscanas. Schmidt: Ann. Ghem. u. Pharm. GII, 90. 
Kalkstein vom Vesuv. Roth: S. Hydrodolomit. 
K. u. Dolomit aus Liv- u. Esthland. Göbel: Lieb. Jahresb. 4854.904. Petzhol dt: 

Ebendas. 905. 
Kalkstein vom Oelberg bei Jerusalem. Marchand : J. f. pr. Gh. XL, 49S. 
Kalkstein von Madera. Schweizer: J. f. pr. Gh. LXIU, i04. 



an 

Kaütsteüi Yon Mnso, Neir-Granada, Muttergestein des Smaragds. Le wy : S. Beryll. 

Kalksteio TOD verschiedenen Fundorten. Hol g er: Lieb. Jahresb. 4850. 848. Ausser- 
dem 8. Bischofs Lehrb. d. ehem. u. phys. Geologie. 

Fluor in Kalkspath. Einen Fluorgehalt in manchen K. fandJenzsch: Pogg.Anu. 
XGTI, 4 4t. 

Itrwitllltcaleit. Nach Genth kommt zu Girgenti auf Sicilien ein rhomboedrisches 
Cartionat von Kalk lud Strontian vor. 

Am. J. of Sc. U Ser. XIV, 380. 



Magnesit. 

Y. d. L. unschmelzbar; reagirt nach dem Glühen schwach alkalisch, und 
giebt mit Kobaltsolution ein blasses Roth. 

Erst beim ErwSrmen in Säuren auflöslich. 

A. Krystallisirt. Talkspath. 

4. Trag(ls8Üial in Steiermark. Weiss, spaltbar unter 407^ 46'; sp.G. = 
3,033. Hauer. 

2. Snarum, Norwegen. Nach Breithaupt spaltbar nach einem Rhomboeder 
von 4 07^ 28'. Sp.G. »3,047. a) Gelb, durchsichtig; 6) weiss, undurch- 
sichtig. Marchand u. Scheerer. c) Weiss, sp. G. =s 3,065. Mün- 
ster*). 

3) Gannhof bei Zwickau. Im Melaphyr, sp.G. a= 3,076. Jenzsch. 



Kobleosäure 


52,Si 


51,44 


51,57 


52,57 


50,79 


Magnesia 


47,25 


47,29 


47,02 


46,48 


45,36 


Eisenoxydul 


0,43 


0,78 


1,41 


0,87 


2,26 


Wasser 


— 


0,47 
99,98 


— 




0,26 




99,98 


100. 


99,92 


1,12») 



99,79 



B. Dicht. Magnesit. 



I. Kraubat, Steiermark. Riapro th. 
t Hrubschütz, Mähren. Lampadius. 

3. Frankenstein, Schlesien, a) Stromeyer. 6) Rammelsherg. c) Mar- 
chand u. Scheerer. 
i. Griechenland. Rrunner. 
0. Salem, Hindostan. Stromeyer. 
6. Madras, Hindostan. Pfeiffer. 



1) Der Fandort Arendal ist wahrscheinlich ein Irrthum. 
S) Thonerde. 

14 



312 





4. 


t. 


1. 

a. b. 


c. 


«. 


1. 


«. 


Kohlensäure 


49 


54,0 


50,22 52,10 


52,34 


51,02 


51,83 


50,64 


Magnesia 


48 


47,0 


48,36 47,90 


47,66 


49,49 


47,89 


46,12 


Eisenoxydul 


— 


— 


0,21«) - 


— 


— 


0,28») 


0,35*) 


Wasser 


3 

400. 


1.« 

99,6 


1,39 — 
100,18 100. 


— 


— 


— 


0,16 




100. 


100,51 


100. 


1,58») 



98,85 
DerM. ist einfach kohlensaure Magnesia, 

ÄgC. 
4 At. Kohlensaure = 875 ^ 52,38 

4 - Magnesia = 250 = 47,68 

585 400. 
Der M. von Frankenstein ist oft ausserordentlich rein; Marchand und 
Scheerer fanden nur 0,009 — 0,048 p. C. Kieselsaure, wahrend ich zuweilen 
3-8 p.c. erhielt. 

Brunner: J. f. pr. Chem. XLVI, 96. — Hauer: Jahrb. geol. Reichsansi. 4855. 
I, 88. — Jenzsch: Leonh. Jahrb. 4853, 585. — Klaproih: Beitr. V, 07. — Lam- 
päd i US: Sammlg. pr.-chem. Abh. III, 344. — Marc band u. Scheerer: J. f. pr. 
Chem. L, 895. — Münster: Pogg. Ann. LXV,892. —Pfeiffer: J. f. pr. Chem. LXI, 
444,— Stromeyer: Kasln. Archiv IV, 481. Unters. S. 449. Seh wgg. J. XIV, 4. LI, 147. 

Bitterspatb. 

Verhalt sich ahnlich dem Kalkspath. Löst sich schwerer in Sauren auf. 

Wir bezeichnen mit dem Namen Bitterspath alle isomorphen Mischungen 
des kohlensauren Kalks mit der kohlensauren Magnesia, so wie dieser beiden 
Carbonate mit denen des Eisen- und Manganoxyduls. 

I. OaC -«-%C. 
A. Dolomit. Krystallisirt. 

4. Jena. Farblos, krystallisirt. Suckow. 

2. Campo longo am St. Gotthardt. Aus dem Dolomit; grauweiss, sp.G. = 
2,869. Lavizzari. 

3. Tinz bei Gera. Rhomboeder von 406® IT; sp.G. = 2,878. Hirzel. 

4. Orenburg. Stanglig. Klaproth. 

5. Texas in New^ York. Garret. 

6. Freiberg. Perlspath; fleischroth; Spaltungsrhomboeder = 406^23'; sp. 
G. = 2,830. Ettling. 

7. Kapnik. Farblos, in Rhomboedern von 106^46' krystallisirt; sp.G. = 
2,89. Ott. 

8. Zillerthal; Krystallisirt. a) Klaproth. 6) Meitzendorff. 



4) Manganoxydul. 1) Kalk. 

It) Kali, Natron, Thonerde, Kieselsäure. 



213 



9. Tyrol. Ktthn. 

10. Tharand in Sachsen. Tharandit. Rtthn. 
H. Traversella. Sp.G. s 2,629. Pelletier. 
18. Jena. Krystallisirt, gelblich. Göbel. 











1. 


s. 


s. 


4. 


5. 




Kohlens. 


Kalk 




55,2 


55,77 


54,02 


57 


51,90 




Kohlens. 


Magnesia 




44,7 


43,59 


45,28 


41 


46,86 




Koblens. 


Eisenoxydul 





— 


0,79 


1 


1,24 




Kohlens. 


Manganoxydul 


99,9 




— 





— 




99,36 


100,09 


99 


100. 




6. 


7. 


a. 


8. 

b. 


9. 


40. 


n. 


49. 


K. 


K. 53,S0 


52,46 


52 


56,66 


54,62 


54,76 


51,00 


51,7 


K. 


M. 40,15 


41,46 


45 


38,60 


45,92 


42,10 


44,32 


42,0 


K. 


E. 2,U 


1,09 


3 


3,30 


3,62 


4,19 


4,68 


— 


K. 


M. 5,23 


5,41 


— 


1,70 


— 






6,1 



400,72 100,12 100. 100,26 104,16^)101,05 100. 99,8 

B. Krysiallinisch -körnig. 

1. Insel Gapri. Grobkörnig, schneeweiss. Ab ich. 

2. Valle di Sambuco. Ab ich. 

3. Binnenthal im Wallis. Sp.G. =s 2,845. Sart. v. Waltershausen. 

4. Osterode am Harz. Sog. Lukullan. Hirzel. 

5. Suhl am Th Uringerwald. R. 

6. lifeld ao| Harz. Rauhkalk. R. 

7. Scheidama, Gouv. Olonetz in Russland. Schwarz gefärbt. Göbel. 

8. Miemo in Toscana. In meinem Laborat. 

9. Kirchspiel Vaage^ Gulbrandsdalen in Norwegen. Scheerer. 

10. La Spezzia, Italien. Laugier. 

11. Beyenrode am ThUringerwald. R. 

12. Altenbei^ bei Aachen. M o n h e i m. 

1. s. s. 4. 5. 6. 

Kohlens. Kalk 52,30 56,57 55,06 53,24 51,54 55,62 

Kohlens. Magnesia 46,97 43,43 44,55 46,84) ^^ ^^ 42,40 
Kohlens. Eisenoxydul — — — — | ' 0,56 

99,27 m. 99,61 400,08 400,44 98,58 

7. 8. 9. 40. 44. 4«. 

K. K. 55,04 57,94 55,88 55,36 51,56 54,31 
K.M. 42,67 38,97 40,47 41,30 44,96 43,26 
K. E. 1,54 4,74 2,84 2,00 3,48 0,99 

99,22 ft nC 0,57 99,16 98,66 400. ZnC 4,38 
99,49 lil nC 0,56 

400,50 



4) Ob eio Drackfehler im Original? 



214 

Eine isomorphe Mischung gleicher Atome beider Carbonate, 

. CaC + ÜgC, 

enthält : 

i At. kohlens. Kalk =: 625 =5 54,35 oder: Kohlensäure 47,83 

4 ^ kohlens. Magnesia « 525 = = 45,65 Kalk ^ 30,43 

4450 400. Magnesia 24,74 

400. 

II. SCaC -«-2ti[gC. 
Bitterspaih und Dolomii. 

4. D. von Sorrento. Abicb. 

2. D. von Liebenstein am Thüringerwald. Wackenroder. 

3. B. von Kolosoruk bei Bilin in Böhmen, krystallisirt. R. 

4. B. von Glttcksbrunn bei Liebenstein, stänglig. Klaproth. 

5. B. aus Böhmen. Kühn. 

Kohlens. Kalk 65,24 

Kohlens. Magnesia 34,79 

Kohlens. Eisenoxydul — 
Kohlens. Manganoxydui — 
Organ. Substanz — 

4ÖÖI 99,4 4 

Eine isomorphe Mischung von 3 At. kohlensaurem Kalk und 2 At. kohleo 
saurer Magnesia, 

3CaC -«- 2]S[gC, 
enthält : 

3 At. kohlens. Kalk = 1875 = 64,4 oder: Kohlensäure 47,01 
2 - „ Magnesia = 4050 =5 35,9 Kalk 35,90 

2925 400. Magnesia 47,09 



8. 


*. 


*. 


5. 


63,87 


64,00 


60,0 


61,30 


33,Si 


36,53 


36,5 


32,20 


0,91 


2,73 


4,0 


6,27 


0,07 


jl 00,86 


100,5 


99,77 


1,05 









400. 



m. 2CaC -^ÄgC. 

Bitterspath und Guhrhofian. 

4 . Guhrhofian von Guhrhof in Steiermark. 

2. Krystallisirter Bitt. von Hall in Tyrol. 

3. Ebensolcher vom Taberg in Schweden. 

Sämmtlich von Klaproth untersucht. 

I. %. s. 

Kohlens. Kalk 70,5 68,0 73,00 

Kohlens. Magnesia 29,5 25,5 55,00 

Kohlens. Eisenoxydul — 4,0 9 e 2,25 

Thon — 2,0 400,25 

Wasser — 2,0 

400. 98,5 



ai5 

Eine uomorphe Mischung von 8 At. kohlensaurem Kalk und 4 Ät. kohlen- 
saarer Magnesia, 

2CaC4-MgC, 

enthalt : 

2 At. kohlens. Kalk = 4250 = 70,42 oder: Kohlensäure 46,48 

i - kohlens. Magnesia =» 525 =r 29,58 Kalk 39,44 

1775 100. Magnesia 14,08 



100. 



IV. CaC -^3ÄgC, 
Konit. 

Frankenhayn am Meissner in Hessen. 



John, 
a. 


Hirzel 
b. 


Kohlens. Kalk 28,0 


27,53 


Kohlens. Magnesia 67,4 


67,97 


Kohlens. Eisenoxydul 3,5 


5,05 



98,9 100,55 

Nach 6 ist der Konit eine isomorphe Mischung 

ölCaC ^- 3%C) ^- PeC. 

Abich: Geol. Beob. 8. lY. — Ettling: Ann. Chem. u. Pharm. XCIX, S04. — 
Garret: Am. J. ofSc. III Ser. XV, S84. — Göbel: Pogg. Ann. XX, 5SS. — Hirzel: 
Ztschrft. f. Pharm. 4850. S4. — John: Schwgg. J. V, 48. — Klaproth: Beitr. I, 800. 
III, t97. IV, S04. 836. V, 408. VI, 888. — Kühn: Ann. Chem. u. Pharm. LIX, 868. — 
La agier: Mäm. du Btfhs. XIX, 448. — Lavizzari: Leonh. Jahrb. 4845. 808. 4 846. 
SSO. — Meitzendorff: In meinem Laborat. — Monheim: Verb. d. nat. V. d. pr. 
Rbeinl. 6. Jahrg. 44. — Ott: Haidinger's Berichte II, 408. — Pelletier: Ann. Chim. 
Phys. XIV, 488. — Sartorius v. Waltershausen; Pogg. Ann. XCIV, 445.— 
Scbeerer: Ebendas. LXV, 888. — Suckow: J. f. pr. Chem. VUI, 408. — Wacken- 
roder: Schwgg. J. LXV, 44. 

Anderweitige Analysen von Dolomit und dolomitischem Kalkstein : 

Lüneburg; Segeberg. Roth : J. f. pr. Ch. LVIII, 83. 

Thüringen (Arnstadt). Lappe. (S. Aragonit, G. Rose). 

Fränkischer Jura. Pfaff: Pogg. Ann. LXXXII, 464. 

Würtemberg. Faisst: Uebig's Jahresb. 4863. 966. 

Saarbrücken. Wildenstein: J. f. pr. Chem. XLIX, 454. 

Dänemark. Forchhammer: Ebendas. XLIX, 53. 

Oesterreich. Mrazeck und Hauer: Jahrb. d. geol. Reichsanst. 3 ter Jahrg. Hauer: 

Ebendas. 4856. 453. Lipoid: Ebendas. 4t. J. 888. (Salzb. Alpen). 
Frankreich. Berthier: Ann. Mines II Sär. III. Laugier: Ann. Sc. nat. 4886. 848. 

Pyrenäen). Dam cur: BuH. g^ol. U S^r. XIII, 67. (Compiögne). 
England. Gilby: Transact. geol. Soc. Lond. IV, 84 0. 
Vesuv. Roth: S. (Aen. 
Nordamerika. Beck : Am. J. of Sc. XLVI, 85. S. femer Kalkspath. 

lieber die Bildung des Dolomits : 

G. Bischof: Lehrbuch II, 4400. — Dana: Am. J. of Sc. II Ser. VI. 868. Lieb. 
Jahreib. 4$47— 48. 4884. — Durocher: Compt. rend. XXXIII. J.f.pr. Chem. LIV, 4. 
— Forchbammer: S. vorher. — Marignac: BibL univ. X, 477. Lieb. Jahre8b^ 



216 

Ig49. S44. — ilöriot: Pogg. Ano. LXXIV, 594. Haidingei^BeridM«!!, Mt. 484. 
lY, 485. — Pfaff: S. vorher. — Sandberger: Uebers. d. geoKVai^. ?» Nassau. 
Wiesbaden 4847. Lieb. Jahresb. 4847^48. 4 S9S. 

V. Isomorphe Misphungen von Kalk- und Magnesiacarbonai mit grösseren 

Mengen Eisenoxydulcarbonat. 

BraaDspath. 



A, CaC 



fMg 
\Pe 



K . Wermsdorf bei Zdbtau in Mähren. Grimm. 

2. Lettowitz in Mähren. GrossbläUrig, gelblich. Fiedler. 

3. La Valenciana bei Guanaxuato in Mexico. Stänglig. Roth. 

4. Traversella. Krystallisirt, Rhomboeder = 406® 20'; sp. G. = 2,945— 
2,919. Hirzel. 

5. Schneeberg in Sachsen. Ktthn. 

6. Mühlen in Graubttndten. Berthier. 

7. Schams in Graubttndten. Berthier. 

8. Vizille, Frankreich. Berthier. 

9. Siegen. Krystallisirt. Schnabel. 

10. Grube Beschert Glttck bei Freiberg. (Breithaupt's Tautoklin). Ettling. 

: 41. Lobenstein. (Ankerit). Sp.G. »3,04. Luboldt. 

42. Freiberg. Krystallisirt. Schmidt. 

43. Gomiglion bei Vizille. Berthier. 

4 4« Golrath in Steiermark. Ankerit. Berthier. 

4 5. Dientner Thal im Pinzgau. Ankerit. Hauer. 

46. Admont in Steiermark. Ankerit. Fridau. 

4. \. 8. 4. 5. 6. 7. 

Kohlens. Kalk 53,25 54,24 53,48 52,74 52,64 52,8 54,6 

Kohlens. Magnesia 38,84 39,55 34,35 33,46 36,35 32,2 34,2 

Kohlens. Eisenoxydul 5,33 6,431 44,43 42,40 44,0 44,8 

Kohlens. Manganoxydul — — f ' 2,84 0,34 0,4 0,4 

Wasser 4,04 — 4,22 — — — — 

98,43 99,89 '^eQ 22 400,44 404,73 99,4 98,0 

99,43 

8. 9. 40. 44. 4S. 48. 44. 45. 46. 

a b ' 

K. K. 53,0 50,00 49,07 54,64 56,45 50,9 54,4 49^2 49^40 47,59 

K. M. 32,6 34,03 33,28 48,94 48,89 29,0 25,7 30,0 24,34 43,73 

K. E. 44,2 43,26 44,89 27,44 45,94 18,7 20,0 20,8 26,29 34,74 

K. M . 0,5 2,57 2,09 2,24 40,09 0,5 3,0 — -^ ' 2,13 

400,3 flO,45 99,33 99,90 404,37 99,4 99,8 400. 400. 

400,04 ünlös l. 0,45 

98,34 



«7 

Im iUlgraieinm nach der Formel susammeDgesetstY varHn in dem Braun- 
spaih das Veriiillliiias des Eisens und der Magnesia, mkl ist z. B. in 

4 u. 8 = teiÜn): 8 Ag 

5 u. 6 =4 : 4 
4—10 = i : 3 
44. 43. 45a. ^ i : 8 

48 s 4 : 4 (Pe: Ünab 8 : 4} 

45b. s 8 : 4 

B. Von etwas abweichender Mischung sind : 

4 • Ingelsberg bei Hof-Gastein. Grosse braune Rhomboeder in Talk. Ktf hier. 
8. ViUefranche, Dpt. Aveyron. Violett. Berthier. 

3. Von der hohen Wand in Steiermark. Ankerit. Soh rotte r. 

4. Beinhausen bei Gladenbach, Oberhessen. 406^6"; sp. G. as 3,008. Ett- 
ling. 

5. Tinzen in Graubttndten. Braunspath. Schweizer. 

6. Neu-Scbottland. Ankerit aus den Acadian Ironmines. Jackson. 

7. Erzberg, Steiermark. Robwand. Sander. 

4. 

Kohlens. Kalk 60,84 

Eohlens. Magnesia 34,62 

Kohlens. Eisenozydul 6,67 
Kohlens. Manganoxydul — 



s. 


t. 


4. 


B. 


«. 


7. 


60,9 


50,41 


51,84 


46,40 


44,80 


11,91 


30,3 


n,8i 


87,33 


86,95 


30,80 


40,88 


6,0 


35,34 


81,75 


85,40 


83,45 


79,87 


3,0 


3,08 


— 


— 


0,80 


0,46 



99,43 400,8 400,34 400,34 0,75^) 99,85 400,88 



99,50 
Im Ganzen lassen sie sich bezeichnen als : 

4 =: 40CaC + eMgC -h PeC 



8 r= 46 



M -T- i' ,, 



2(te,I»n)C = 3CaC + 2Jj8C 



3 SS 6 ,, -h 8 ,, -f- 3 ,, a= 6 ,, + 5 ,, 

4 SS 8 ^, -f- 5 ,, -f- 3 ,, SS 4 ,, + 4 ,, 

5 SS 5 „ + 6 „ -H 4 ,, « 4 „ + 8 „ 

6 « 7 ,, + 6 ,, + 3 ,, = 3 ,, + 4 ,, 

Berthier: Ann. liiues, VII, 846. II. S6r. III. — Ettling: S. oben. — Fiedler, 
Grimm (Gloclcer) : Jahrb. d. geol. Reichsanst. 6. Jahrg. 98. — Fridau: Haidinger's 
Berichte. V, 4. — v. Hauer: Jahrb. d. geol. Reichsanst. IV, 887. — Hirzel: S. oben. 

— Jackson: Dana II Suppi. 8. — Kühn: S.oben. — Luboldt: Pogg.Ann. GII,485* 

— Roth: S. oben. — Sander: In mein. Laborat. — Schmidt: In meinem Laborat. 

— Schnabel: Privatmiithlg. — Schröiter: Baomgartn. Ztschrft. VIII, ♦. — 
Schweizer: J. f. pr. Ghem. XXIII, 284. 



4) UnlösUehes. 



VI. Isomorphe Mischungoi von Kalk-, Hagnesia- und Kobaltoarbonat. 

Hierher gehtfrt ein rother Bitterspath von Pnibram, worin nadi einem Mit- 
tel zweier Analysen von Gibbs : 

56,77 

36,70 

7,42 

8,03 



Kohlensäure 


45,85 




Kalk 


31,79 oder: Kohlens. 


Kalk 


Magnesia 

Kobaltoxyd 

Eisenoxydul 


17,00 Kohlens. 
4,70 Kohlens. 
1,26 Kohlens. 


Magnesia 

Kobaltoxyd 

Eisenoxydul 


100. 
Entsprechend 

CaC + tJ^lc 
iCo 

G ibbs : Pogg. Ann. LXXI, 564. 


- 




Breunnerit. 





101,92 



Wird beim Erhitzen braun oder schwarz. Reagirt v. d. L. auf Eisen, oft 
auch auf Mangan, verhält sich aber sonst wie Magnesit oder Bitterspath. 

Wir fassen unter diesem Namen diejenigen isomorphen Mischungen von 
kohlensaurer Magnesia und kohlensaurem Eisenoxydul zusammen, 
(denen oft ein wenig Kalk- oder Hangancarbonat beigemischt ist), welche der 
allgemeinen Formel nAgC -f- l^eC entsprechen, in der.nas 1 oder > 1 ist. Die 
eisenreichen hingegen, in welchen n<1, s. Spatheisenstein. 

I. AgC + PeC. 

Mesitinspath. 

1 . Traversella in Piemont. Stromeyer. 

2. Thurnberg bei Flachau im Salzburgischen, (Breith^upt's Pistomesit). 
a) Sp. G. = 3,41. Fritzsche. 6)Sp. G. = 3,427. Ettling. 



Kohlensäure 


i. 
44,09 


43,62 


b. 
44,57 


Magnesia 


20,34 


21,72 


22,29 


Eisenoxydul 


35,53 


33,92 


33,15 



99,96 99,26 100,01 
Eine Mischung von 1 At. kohlensaurer Magnesia und 1 At. kohlensaurem 
Eisenoxydul enthält : 

2 At. Kohlensäure s 550 » 44,00 
1 - Magnesia »s 250 » 20,00 
1 - Eisenoxydul = 450 = 36,00 

1250 iOO. 



Oder: 



1 At. kohlens. Magnesia s 525 ss 42 
1 - kohlens. Eisenoxydul =725 = 58 



1250 100. 



219 

U. 2ÄgC + teC. 

4. Traversella, sp.G. = 3,35. a) Fritzsche. b) Gibbs. 

2. Werfen. Qellbraun, den Lazulith begleitend ; sp.G. ss 3,33. Patera. 

4. s. 

a. b. 

Kohlensäure 45,76 46,05 45,84 

Blagnesia 28,42 27,42 26,76 

Eisenoxydol 24,48 26,64 27,37 

Kalk 4,30 0,22 — 

99,36 400. 99,97 

Eine Mischung aus 2 Ät. kohlensaurer Magnesia und 4 AI. kohlensaurem 
Eisenoxydul enthält: 

3 At. Kohlensäure =s 825 = 46,50 
2 - Magnesia => 500 = 28,47 

4 - Eisenoxydul ss 450 = 25,33 

4775 400. 
Oder: 

2 At. kohlens. Magnesia = 4050 = 59,46 

4 - kohlens. Eisenoxydul =5 725 = 40,84 

4775 400. 

III. nttgC -h ^eC. 

4 . Autun, Dpt. SaAne et Loire. B e r t h i e r. 

2. Grande-Fosse bei Vizille, Dpt. Is^re. Derselbe. 

3. AUevard, Dpt. Is^re. Derselbe. 

4. Zillerthal. Krystallisirt, im Talkschiefer. Joy. 

5. Fassathal. Gelbbraun. Stromeyer. 

6. Pfitschthal in Tyrol. Krystallisirt, Rhomboederwinkel = 407® 22',5 nach 
Mitscherlich. Magnus. 

7. Rothenkopf im Zillerthal. Gelb. Stromeyer. 

8. Tyrol. In gelben Rhomboedern krystallisirter. Brooke. 

9. Vom Harz. Walmstedt. 

10. St. Gotthardt. Gelb, körnig. Stromeyer. 

H . Hall in Tyrol. Schwarz, krystallinisch. Stromeyer. 

12. Semmering. v. Hauer. 

1. s. 8. 4. 5. 6. 

Kohlensäure 40,4 42,6 44,8 49,47 50,4 6 50,07 

Magnesia 42,2 42,8 45,4 34,60 39,47 39,48 

Eisenoxydul 45,2 43,6 42,8 46,09 40,53 9,68 

Manganoxydul 0,6 4,0 — — 0,48 0,73 

Kalk _ _ _ 4,97 _ _ 

Kieselsäure — — — 4,47 — — 

98,4 400. 400. ToÖ! 400,64 99,9Q 



T- r . H ft. ff. ft. 

KoUensSiire 49,99 M,9i I9,tt 5#,» 50,92 50,45 



40,3S 40,9S 40,15 4I.M 42,71 42,49 

EisenoxTdii] 8,58 8,10 0,22 0.54 5,00 3,19 

Manpnoxydal 0,42 — l,M 0,50 1,51 — 

Kalk _____ 2J8 



O.M 

KoUe — — 1,02 — 0,11 1,29 



0.51 



99,30 99,21 100. 99,22 100,25 99,60 

dasHmgan isb Eises, sd ist ki Guaem: 
4.2.= i%C + 2reC 7. :=r 8%C + feC 

3. = U^C + 3^eC 8. 9. = 9]i^C + feC 

I. ^llbC-f. teC 40. =44%C + reC 

5. =^6%C+ l^eC 44. =42%C + reC 

6. • =r 73lgC -«. feC 4t. s 25%C -h FeC 
Eertkier: S. Sfwlfcfiwftfii — Er##k€; Am. «mo. X. S. T, 3ti. FDgg.Aiin. 



XI, IC7. — Döbereiaer: Sckwgg. J. XUI, SIS. -> Fritzsck«: ^igg. Abb. LXX, 
«4S. — Gibbs: Fofg. Am. LXXI, SSS. ~ t. HaBer: Jate^ 4. gBsL Icicksusl. ril, 
IS4. — Joy: iBBOBOBUbor. — XagBBS: roo-Amm.X, I4A. ~ Pater«: Hai- 
's BcficMe. n, SS«. ~ Walaistedt: Sek««. J. XXXT, SS«. 



Decrepitirt bös Eriiitzcn, ist t. d. L. i msffcf lih ar, filrbi sidi grünlich 
gras oder schwarz, und reagprt mit den FIftssen anf Hangan, oft anck auf Eisen. 
Ldst sich erst beim Erwarmen leicht in Sinren aoL 

Nor der dnnkelrothe M. von Yieille in den Pyrenien, dessen sp. G. ss 3,57, 
und in welchem Graner 97,f kohlens. Mai^^noxydnl, 4,0 kohlens. Kalk, 0,8 
kohlens. Magnesia, 0,7 kohlens. Eisenoxydnl and 0,1 Manganoxyd fand, ist an- 
nähernd reines kohlensaores M ansanoxTdol, 

ibC. 
I At. Kohlensäure = 275,0 s= 38,6 
I - Manganoxydol = 437,5 = 61,4 

712,5 100. 
Alle übrigen als M. beieidineten IGneralien sind isomorphe Mischangen. 

I. mMn C -«- nCa C 

1. Kapnik, Ungarn. Bert hier.*) 

2. Radhansbei^, Gastein. Ankertt. Simianowsky. 

4. 1. 

Kohlens. Manganoxydul 90,5 43,36 

Kohlens. Kalk 9,5 85,83 

Kohlens. Eisenoxydnl — 4,40 

400. 400,29 

1. 



4 nm sAnC + CaC 8 » AnC 4- 70aC. 

II. idAdC + nCaC + oAgC. 

4. Kapnik. Stromeyer. 

8. Nagyag. Derselbe. 

4. s. 

Kohlens. Manganoxydul 89,91 86,64 

Kohlens. Kalk 6,05 40,58 

Kohlens. Magnesia 3,30 2,43 

Wasser 0,43 0,34 

99,69 99,96 

1 =r 40ttnC + dUC +*2AgC 2 » 24ttnC 4- SCaC 4- AgC. 

m. miinC 4- nCaC + oPeC. 

4. Elbingerode am Harz. Diallagit. Dumenil. 

2. Obemeisen bei DieU, Nassau. Himbeerspath. (Breithaupt). Biro- 
bacher. 

5. Freiberg. Berthier. 

4. s. 8. 

Kohlens. Manganozydul 91,96 94,34 82,2 

Kohlens. Kalk 1^82 5,39 8,9 

Kohlens. Eisenoxydul 3,22 3,06 7,3 

Kohlens. Magnesia — — 4,6 

400. 99,79 400. 

4.2. = 32ttnC 4- 2(!laC 4- feC 

3. » 431tInC 4- 2(äa,IiIg)C 4- teC 

IV. mlilnC 4- nCaC -h oKgC 4- pi^eC. 

r Grube Alte Hoffnung bei Voigtsberg, Sachsen. Sp. G. »3,553. Kersten. 
2. Freiberg. Stromeyer. 

4. s. 

Kohlens. Manganoxydul 84,42 73,70 

Kohlens. Kalk 40,34 43,08 

Kohlens. Magnesia 4,28 7,25 

Kohlens. Eisenoxydul 3,40 5,75 

Wasser 0,33 0,05 

99,44 99,83 
4 = 28liln(! 4- 4äaC 4- 2%C 4- teC 
2 =: 451iInC 4- 30aC 4- 2lilgC 4- teC. 

V. mÄnC 4- nCoC 4- oCaC 4- pÄgC 
Rheinbreitbach. Roth, sp. G. = 3,6608. Bergemann. 

Kohlens. Manganoxydul 90,88 

Kohlens. Kobaltoxyd 3,74 

Kohlens. Kalk 2,07 

Kohlens. Magnesia 4,09 

Quarz 4,36 

99,44 

Etwa 88 MnC 4- 5Co£ 4- 3CaC 4- 2AgC. 



Bergemann: Tefti. i^8ltQirh. V. d. pr. Rheini. 4^5*^. f4l. --- Bert hier: Ann. Mi- 
nes VI, 598. Schwgg. J. XXXV, 8S. ~ Birnbacher: Ann. Chem. Pharm. XCVIII, 
444. — Damenil: S. Kieselmangan. — Graner: Ann. liinesIU. S^. XVIII, 64. — 
Kersien: J. f.pr.Ghem. XXXVII, 463. — Simianowsky: Haiding. Berichte I, 498. 
— Stromeyer: Gott. gel. Anz. 4888. 4Q84. 

Spath^lsenstein. 

Decrepitirt beim Erhitzen, schwärzt sich und wird magnetisch. Giebt beim 
Glühen ein Gasgemenge aus 5 Vol. Kohlensäure und 4 Vol. Kohlenoxyd und 
einen Rtickstand aus 4 At. Eisenoxyd und 4 At. Ei^noXydul^) (Glasson). 
Reagirt oft stark auf Mangan. 

Löst sich erst als Pulver bdim £rwärmen in Säuren leicht auf. Die durch 
höhere Oxydation veränderten S^. (vfete SphäroiriderH^) ^ebleh gelbe Äuflö- 
sungein, entwickeln auch wohl mit Chlorwasserstoffi^ält^ C&lör ; die tiionigen 
hinterlassen einen hellen, die Kohleneisensteine einen kohligen Rttck^nd. 

Die Sp. sind isomorphe Mischungen von kohlefeisauiM Eiseiiötydiil mit 
wechselnden Mengen der Carbonate von Manganoxy^ul, Uagnesia und Kalk. 

I. Mit 0— 4 p. G.Slanganoxydal. 

4. Burgbrohl am Laacher See. Dichter Sphärosiderit. G.Bischof. 

2. Escourleguy bei Baigorry, Pyrenäen. Berthier. 

3. Pacho bei Bogota, Neu-Granada. Berthier. 

4. Pierre-Rousse bei Vizille, Dpt. Is^re. Berthier. 

5. Steinheim bei Hanau. Sphärosiderit im Dolerit. Stromeyer. 

6. Erzberg bei Eisenerz, Steiermark. Karsten. 

7. Bieber bei Hanau. Krystallisirt, weiss. Glasson. 





4. 


1. 


8. 


4. 


5. 


«. 


7. 


Kohlensaure 


38,46 


41,0 


39,5 


38,0 


38,03 


38,35 


38,41 


Eisenoxydul 


60,00 


53,0 


54,1 


53,8 


59,63 


55,64 


53,06 


Hanganoxydul 


— 


0,6 


0,8 


*,^ 


1,89 


«,80 


4,20 


Magnesia 




5,4 


4,6 


3,7 


— 


1,77 


2,26 


Kalk 


1,84 


— 


1,0 


1,0 


0,20 


0,92 


1,12 



400. 400. 400. 98,2 99,75 99,48 99,53*) 

In No. 4 ist 4 At. äaC gegen 25 At. teG vorhanden. In No. 5 ist Ca : iHn : 

te = 1 : 7 : 224 . In No. 7 ist Ca : % : An : f e = 4 : 3 : 3 : 36. Das reine 

kohlensaure Eisenoxydul, 

feC 

enthält : 

4 AI. Kohlensilure = 275 « 37,93 

4 - Eisenoxydul = 450 = 62,07 

725 100. 



4) 6FeC = ^e, 4 Fe, 5C, C. 
2) 0,48 Gangart. 



213 

U. Ifli 6 — 14 p. C. Manganoxydul. 

4. Rati«ie bei Tiodessos, PyrenHen. Berthier. 

8. Grobe Silbemagel bei Siolbergy Harz. Stromeyer. 

3 . Grube HohegreUie im Hachenbui^ischeD . Karsten. 

4. Junge Keseeigrube, Siegen. Karsten. 

5. S. George de Hunti^res, Savoyen. Berthier. 

6 . Neudorf bei Harzgierode. S o u t z o s . 

7. Zeche Kirschbaum, Siegen. Karsten. 

8. Bendorf bei Goblenz. Berthier. 

9. Siahlbergbei Mttsen, Siegen, a) Karsten, b) Schnabel. 
10. BoUenbacb, S^gen. Schnabel. 

H. Hollerterzug. 42. Stahlert. 43. Häuslingstiefe. 14. Samnerichskaule 
bei Horhau^A. 15. Silberquelle bei Obersdorf. 16. Kammer und Storch. 
47. Guldenhart. 18. Andreas bei Hamm a. d. Sieg. 49. Alte Thalsbach 
bei Eisersfeld. 20. Kux. 24 . Vier Winde bei Bendorf. Sämmtlich Gru- 
ben im Siegenschen. Schnabel. 

^. Allevard, Dpt. Isdre^ Berthier. 





4. 


s. 


s. 


4. 


5. 


e. 


7. 


Kohlensäure 39,2 


38,2« 


38,64 


38,90 


38,4 


36,27 


38,85 


Eisenoxydui 53,5 


49,49 


50,41 


50,72 


50,5 


52,29 


47,20 


Manganoxydul 6,5 


7,07 


7,54 


7,64 


8,0 


9,76 


8,34 


Magnesia 


0,7 


4,84 


2,35 


4,48 


0,7 


4,04 


3,76 


Kalk 


— 


0,67 




0,40 


*,1 


0,67 


0,63 


Gangart 


— 


0,25 
96,24 (?) 


0,32 
99,23 


0,48 4,0 
99,62 400. 1 


— 


0,95 




99,9 


roo. 


99,72 




8. 


». 
a. b. 


40. 


**. 


13. 


It. 


14. 


Kohlens. 


38,4 39,49 38,50 


36,45 


36,45 


37,74 


38,48 


37,62 


Eisenoxyd. 


46,3 47,96 47,16 


46,97 


47,10 


48,86 


50,37 


48,94 


Manganox. 


9,1 


9,50 10,64 


7,56 


7,65 


8,19 


8,30 


8,66 


Magnesia 


4,5 


3,12 3,23 


2,22 


2,45 


2,34 


2,15 


<,9* 


Kalk 


— 


— 0,50 


0,46 


0,34 


0,32 


0,25 


0,32 


Gangart 


4,4 


— — 


5,74 
400. 


4,60 2,55 
400. 400. 


0,45 
100. 


1,54 




99,7 99,77 400. 


100. 




Ai. 


46. 17. 


18. 


1». 


so. 


S1. 


Sl. 


Kohlens. 


37,84 


37,44 38,27 39,19 


1 37,43 


38,57 


38,38 


40,3 


Eisenoxyd. 


50,91 


49,44 50,56 46,6{ 


i 48,79 


48,07 


48,83 


45,6 


Maoganox. 


9,04 


9,62 9,67 9,87 


9,66 


10,40 


40,80 


44,7 


Magnesia 


0,80 


0,94 1,46 3,91 


4,25 


2,21 


1,41 


2.4 


Kalk 


0,40 


— 0,16 0,38 


1 0,36 


0,36 


0,41 





Gangart 


4,01 


3,02 0,08 — 


2,54 


0,33 


0,47 





100. 100. 100. 100. 100. 100. 100. 100. 



Dies siod dM Sp^Übrnmaa^mmm der Gange in ThtnschieiBr vn 
inen isl 4 AI. Minfijifcil 008^ 5—6 At. Eisenqocydal ymil 

nL Mit grassaram Ifangaogahalt. 

Alte Birfce Im Eben, Siegm. Sphärosiderit in Basall. Sei 

Qirenfiriedersdorf, Sacbsen. Magnus. 

dandree, Grabehft Cläre, Irland. Erdige Masse. Kane. 

I . «. I.*) 

a. b. 

KoUeBsaure 38,8S 38,35 38,15 30,9S 

KiseiiQKydid 43,59 36,81 40,40 8,22 

ManganoxTduI 47,87 25,34 54,45 59,23 

0,24 _ _ _ 



Kalk 0,08 — — 4,63 

400. 400,47 400. 400. 

Hieitiach sind 

No. 4. No. 1. 

bteC + iHlnö SteC h- 2An(! 

7C s 4925 «38,42 5C a 4375 « 38,49 

hte ^ 2250 » 44,55 3Pe s 4350 s 37,50 

2<in = 875 « 47,33 21iln « 875 «= 24,34 

5050 400. 3600 400. 

IV. Mit bedeutendem Magnesiagebalt. 

(Isomorphe Mischungen nIßeC -i- AgC). 

4 . Schaller Erbstolln zu Pohl im sächsischen Voigtlande. Sideroplesit Brtl 

Rhomboeder = 407® 6'; sp.G. = 3,646. Fritzsche. 

2. Mitterberg in Tyrol. Sp. G. s 3,735. Kbuen. 

i. 2. 

Kohlensäure 42,40 39,54 

Eisenoxydul 44,56 54,45 

Manganoxydul — 4 , 62 

Magnesia 44,65 7,72 

98,34 400. 

i. a. 

2l!^eC -i-%C 4]^eä + MgC 

3C =825 = 44,77 öC =4375 = 40,45 

gfe = 900 = 45,57 4^6 = 4800 = 52,55 

Mg = 250 = 42,66 Äg = 250 = 7,30 

4975 400. 3425 400. 

Ureithaupt: B. u. bütl. Ztg. «858. No. 7. 



\) Nach Abzug von 40 u. 6 p. C. Kieselsäure, orgau. Stoffen and Wasser. 



225 

V. Kohleneisanstein (Blaokband). 
Gemenge von Spatheisenstein mit Steinkohlensubsianz , gewöhnlich etwas 
Tbonn.8.w. enthaltend. Dieses Eisenerz, in England schon früher bekannt, 
ist neaerlich auch in Westphalen aufgefunden worden. 

Mehre Abänderungen aus* der Nähe von Bochum sind untersucht worden. 
4 . Analyse von Hess. 

2. Grube Friederike, a) sp.G. = 2,81. b) sp.G. =: 2,197. Schnabel. 

3. Grube Schürbank und Gharlottenburg ; a) sp. G. = 2,94. b) sp. G. = 

2,33. Schnabel. (S. ferner Peters). 

i. «. 8. 

Eisenoxyd — — 7,46 7,77 5,93 

Kohlens. Eisenoxydul 60,45 77,72 47,24 69,27 35,30 

,, Manganoxydul — 0,21 — 0,78 — 

„ Magnesia 2,40 2,51 4,40 3,67 1,57 

,, Kalk 1,53 1,02 — — 0,41 

Schwefels. Kalk 0,29 0,05 — — 0,64 

Kieselsäure 1,03 0,93 0,81 4,92 20,23 

Thonerde 6,64 0,77 — 0,52 8,67 

Eisenoxyd 0,94 1,30 — — 1,16 

Kalk — — — 0,14 0,68 

Magnesia — — — 0,13 0,35 

Steinkohle 21,27 14,61 35,34 11,76 20,07 

Wasser 4,96 0,92 4,14 3,01 5,09 

99,21 100,04 99,39 99,69 100,10 
Andere Proben von der Grube Isabelle enthalten nach Schnabel 25,52— 
27,68 Eisen und 7,53 — 7,64 Thonerdesilikat ; solche von der Grube General 
bei Dahlhausen an der Ruhr 9,56—10,54 Eisen und 37,06—64,14 erdige Bei- 
mischungen. 

Diese Spatheisensteine zeichnen sich durch den fast gänzlichen Hangel an 

Mangan aus. 

VI. Thoniger Sphärosiderii. 

Gemenge von Spatheisenstein mit Thon. 

1 . Von der Haardt bei Bonn, nierförmig in Thon über der Braunkohle vor^ 
kommend. Peters. 

2. Von der Grube Gottessegen bei Siegburg, über Trachytconglomerat vor- 
kommend. Peters. 





4. 


9. 


Kohlens. Eisenoxydul 


76,11 


74,37 


,, Manganoxydul 


3,56 


2,79 


„ Kalk 


2,48 


2,93 


,, Magnesia 


1,45 


2,50 


Eisenoxyd 


2,77 


6,69 


Thonerde 


1,36 


• 0,64 


Eisenbisulfüret 


1,23 


1,07 


Kieselsäure 


3,54 


4,84 


Thonerde 


7,52 


2,23 


Wasser, org. S. 


— 


1,94 



100,56 100. 

RaBB«lfberf ^f MinermlcheBie. 15 



8. 

Eisenoxyd 76,76 

Manganoxyd 46,56 

Kalk 0,60 

Magnesia 0,44 

Wasser u. Verl. 5,64 



98,58 



n 



I 



«6 

VIL Zarsetsier SpatheiteDttein. 

In einem braanrotben von der Zeche Engels Zuversicbi im Siegenscben fand 
Karsten 6,6 p. C. Eisenoxyd, nnd den Rest bestehend aas Kohlensäure 36,06, L 
Eisenoxydul 45,85, Manganoxydul 8,00, Kalk 0,46, Magnesia 2,00, Bergart 0,66. 
4. Braunschwarzer krystallisirter Sp. von der'Wtflch im Lavantthale, Kam- 

then, theilweise in Brauneisenstein verwandelt. Rosengarten. 
8. Braunrother Sp. aus der Grube Steigerberg. bei Tiefenbach, Siegen. 

Schnabel. 
3. Schwarzer aus der Grube Vier Winde bei Bendorf, durch Oxydation des 
Sp. No. 24 entstanden. Schnabel. 

4. 1. 

Eisenoxyd 4 4 ,30 Kohlens. Eisenoxydul 34,49 

Eisenoxydul 43,83 ,^ Manganoxydul 8,48 

Manganoxydul 7,34 ,, Magnesia 9,45 

Magnesia 2,44 „ Kalk 4,68 

Kohlensaure) «« jq Eisenoxyd 38,83 

Wasser j * Kieselsäure 3,*4 

400. Wasser 5,74 



400. 
Der letztere ist entweder (f^e, Mn)' -f- aq. oder ein Gemenge von wasser- 
freien Oxyden und Hydraten. 

Berthier: Ann. Mines VlII, 887. II. Sör. III. 25. — Glasson: Ann. d. Ch. u. 
Pharm. LXil, 89.— Hess: Pogg. Ann. LXXVI, 418. — Hisinger: Afh. i Fis. II, 458. 
— Kane: Phil. Mag. 4848. Jan. J. f. pr. Chem. XLIU, 899. — Karsten: Archiv IX, 
920. -> Klaproth: Beiträge IV, 407. VI, 345. — Magnus: Pogg. Ann. X, 445. — 
Peters: In mein. Labor, und: B. u. h. Ztg. 4857. No. 88— 48. — Roaengarten: 
In meinem Laborat. — Schnabel: Privatmittheilung. Ueber Kohleneisenstein: 
Pogg. Ann. LXXX, 444. — Soutzos: In mein. Labor. — Stromeyer: Unter- 
suchungen etc. 

Zinkspath. 

Wird beim Erhitzen weiss und vorübergehend gelb, vmd verhalt sich wie 
Zinkoxyd. Zuweilen reagirt er auf Eisen und Mangan. Unreine Varietäten 
brennen sich roth oder schwarz. 

In Spuren mit Brausen, auch in Kalilauge auflöslich. 

Die ältesten Untersuchungen rtlhren von Marggraff und Sage her. 
S m i t h s n , später Berthier gaben die ersten genaueren Analysen. 



227 



A. Wesentlich Zinkcarbonat. 



I. Somaraolshire. S. Derbyshire. Smith son. 

3. Ampfliii bei Hay, Belgien. Bert hier. 

4. Moresnety Belgien. Krystallisirt. Schmidt. 





i. 


f. 


8. 


4. 


Kohlensäure 


35,2 


34,8 


34,0 


33,78 


Zinkoxyd 


64,8 


65,2 


57,4 


63,06 


Eisenoxydul 


— 


— 


4,0 


0,34 


Kieselsäure 


— 




4,2*) 


1,58 


Wasser 


— 




— 


1,28 



400. 100. 99,6 100,04 

Der Z. ist kohlensaures Zinkoxyd, 

ZnC. 
4 At. Kohlensäure =: 275,0 s= 35,19 
1 - Zinkoxyd = 506,6 = ^64,81 

781,6 100. 
Berthier anaiysirte eine Beihe unreinerer Abäoderungen, welche 30 — 90 
• p.c. Zinkcarbonat neben Garbonaten von Eisen, Mangan, Kalk und Blei ent- 
hieil. Biege! untersuchte Z. (Galmei) von Wiesioch in Baden. 

B. Isomorphe Mischungen von Zink- und Bleicarbonat. 

1. Nertschinsk, Sibirien. Kobell. 

2. Altenberg bei Aachen. Concentrisch strahlig. Heidingsfeld. 

4. 2. 



Kohlensaure 


34,68 


35,13 


Zinkoxyd 


62,21 


64,56 


Bleioxyd 


1,00 


0,16 


Eisenoxydul 


1,26 


— 


Kieselsäure 


— 


0,15 



99,15 100. 
Schon früher hatte Berthier auf den Bleigehalt des ersten aufmerksam 
gemacht. 

C. Isomorphe Mischungen der Carbonate von Zink, Mangan, 

Eisen, Magnesia und Kalk. 

4. Nertschinsk. Bläulich. Karsten, 

2. Herrenberg bei Ninn, Aachen, a) Dunkelgrüne Krystalle, sp. 6. ^ 3,98. 
6) Hellgrüne, sp.G. s 4,03. Monheim. 

3. Altenbei^ bei Aachen. Gelblichweisse Krystalle, sp. G. = 4,20. Mon- 
heim. 



4) Gangart. 

15 



M8 

4. t. S. 

Kohlens. Zinkoxyd 89,44 7S,*4t 85,78 84,9S 

,, Manganoxydul 40,71 44,98 7,68 6,80 

,, Eisenoxydul — 3,80 2,84 4,58 

,, Magnesia — 3,88 4,44 8,84 

„ Kalk — 4,68 0,98 4,58 

Kieselsaure — 0,80 0,09 4,85 M 

Wasser — 0,66 — — 



99,85 98,98 104,45 99,57. 

Aiienberg. GrOne Krystalle. a) sp.G. = 4,09, 6) = 4,45, c) s 4,00, 
d) wm 4,04, e) BS 4,00. Monheim. 

Kohlens. Zinkoxyd 74 ,08 60,35 58,58 55,89 40, 43 

,, Eisenoxydul 83,98 38,84 35,44 36,46 53,84 

„ Manganoxydul 8,58 4,08 3,84 3,47 8,48 

„ Kalk 8,54 4,90 3,67 8,87 5,09 

,, Magnesia — 0,4 4 — — — 

Kieselsinkerz — 8,49 0,48 0,44 — 



400,48 404,44 404,38 98,50 400,94 

No. 4 ist BS MnC + 8ZnC. In den übrigen verhalten sich die At. von 

Zn : Mn Zn : Fe 

8a BB 6 : 4 4a =: 3 : 1 



86=1 ,, , 46 ■= 7 : 4 

4« = 8 :'3 



D. Isomorphe Mischung von Zink- und Kupfercarbonat. 

Ein kupferhaltiger Zinkspath ist der Herrerit von Albarradon in Mexico, 
worin Herrera Tellur, Nickel und Kohlensaure gefunden haben wollte, den 
aber schon Del Rio richtig erkannte. Nach Genth besteht er aus : 



Kohlens. Zinkoxyd 


93,74 


,, Kupferoxyd 


3,4S 


., Manganoxydul 


1,50 


„ Kalk 


4,48 


,, Magnesia 


0,89 



400,43 
Berthier. Ann. Mines III Sör. III, 54. — Genth: Am. J. of Sc. ü Ser. XX. J. f. 
pr. Chem. LXVI, 475. — Heidings feld: In mein. Laborat. — Karsten: Syst. d. 
Metall. IV, 425. — v. Kobeli: J. f. pr. Chem. XXVIII, 48Q. — Monheimi Verh. d. 
nat. V. pr. Rheinl. 5. Jahrg. XXXVI, 174 u. Privatmitth. — Eiegel: Jahrb. pr. Pharm. 
XXIII, 853. ^ Schmidt: J. f. pr. Chem. LI, S57. — Smithson: Nicholson's J. VI, 
76. Geblen's N. J. 11,368. 



Kieselzinlcerz. 



229 

Plumbocalcit. 

Decrepitirt beim Erhitzen, wird braunroth, und giebt v. d. L. mit .Soda 
auf Kohle Bleikömer und einen Bleibeschlag. 

Die chlorwasserstoffsaure Auflösung setzt beim Erkalten oder Abdampfen 
Chlorblei ab. 
4. Leadhillsy Schottland, a) Delesse. 6) Hauer. 
2. High Pim Grube bei Wanlockhead, Lanarkshire. Joh nston. 

a. b; 

Kohlens. Kalk 97,61 92,43 92,2 

„ Bleioxyd 2,34 7,74 7,8 

99,96 400,17 100. 

Eine isomorphe Mischung beider Carbonate, 

("bC + 32äaC 
in der rhomboedrischen Form, die vom ersten noch nicht bekannt ist. 

32 At. kohlens. Kalk = 20000 = 92,3 
4 - kohlens. Bleioxyd = 1669 = 7,7 

21669 100. 

Delesse: Rev. sc. et ind. XII, 448. Berz. Jabresb. XXVI, 576. — v. Hauer: 
Sitzgsber. Wien. Akad. 4 854. April. — Job nston: Edinb. J. of Sc. N. S. VI, 79. Pogg. 
Ann. XXV, S48. 

Vjl^trtl. Verhält sieb wie Malachit, giebt jedoch beim Erhitzen kein Wasser. 

Thomson fand in diesem Mineral von Mysore in Hindostan nach Abzug von 4 9,5 p. C. 
Eiienozyd und S,4 Kieselsäare: 24,56 Kohlensäure und 78,44 Kupferoxyd, welche einem 
halb kohlensauren Kupferoxyd, Gu*G, entsprechen, was S4,68 Säure und 78 J9 
Balis voraussetzt. 

Es wäre das einzige Beispiel eines wasserfreien basischen Carbonats, dessen Existenz 
za bestätigen ist. 

Ouilines 1, 604 . 

Salbit. Auf der Grube Wenzel bei Wolfach in Baden soll ein wesentlich aus kohlen- 
laurem Silberoxyd bestehendes Mineral vorgekommen sein, worin Selb 4S p. C. Koh- 
lensäure, 79,5 Silberoxyd, 45,5 Antimonoxyd angegeben hat. Nach W a 1 c h n e r beruhen 
diese Angaben auf einem Irrthum. 

Selb: Aikins Diction. II, 295. — Walchner: Magaz. f. Pharm. XXV, 4. 

2. Hydrate. 

. Soda. 

Schmilzt V. d. L. und f^rbt die Flamme gelb. 
Löst sich in Wasser zu einer alkalisch reagirenden Flüssigkeit auf. 
f. Debreczin, Ungarn. Szekso genannt, a) Beudant. 6) Wackenroder. 

2. Aegypten. a) Beudant. b) Reicherdt. 

3. Ostindien. Pfeiffer. 





4. 






a. 


«. 




a. 


b. 


a. 


b. 




Kobl^ns. Natron 


73,6 


98,30 


74,7 


48,43 


M»89 


Schwefels. Natron 


40,4 


4,67 


7,5 


34,44 


44,44 


Phosphors. Natron 


— 


4,47 





— 


— 


Chlomatrium 


2,2 


4,46 


3,1 


45,77 


0,77 


Kohlens. Kali 


— 


— 


— 


— 


6,65 


Schwefels. Kali 


— 


0,03 


— 


— f 




Wasser 


13,8 


— 


13,5 


4,28 


88,85 



100. 99,93 98,8 99,53 100. 

No. 1 b. nach Abzug von 2,66 p. C, No. 3. von 36,5 p. C\ anltfslichen erdigen 
Stoffen. 

Die natürliche Soda ist immer ein Gemenge, in welchem, wie namentlich 
aus 1 a. zu folgen scheint, die Verbindung von 1 At. einfach kohlensau- 
rem Natron und 1 At. Wasser die Hauptmasse bildet. 

l^aC -I- aq. 
1 At. Kohlensäure es 275,0 = 35,39 
1 - Natron » 387,5 = 50,14 

1 - Wasser = 112,5 = 14,47 

775,0 100. 

Wackenroder's Analyse bezieht sich wahrscheinlich auf eioXünstlich 
entwässertes Material. Doch scheint auch wasserfreies kohlensaures 
Natron vorzukommen, denn eine BfOorescenz auf verwitterndem Thonschiefer 
der Grube Neue Margarethe bei Clausthal bestand nach Kay s er aü§ 92^07 lioh- 
lens. Natron, 3,32 kohlens. Magnesia, 1,81 kohlens. Kalk» 0,19 kpbleiis^ Eisen- 
oxydul, 1,85 Wasser. 

Beudant: Trait6 de Mineralogie. — Kayter: LeoDh. N.Jahrb. 48M. 68t. — 

Pfeiffer: Ann. Chem. Pharm. LXXXIX, 249. — Reicherdt: In meui. Labor. ^ 

Wackenroder: Arch. d. Pharm. XXXV, 274. 

» 

Trona. 

Verhält sich wie Soda, verwittert jedoch nicht, und schmilzt auch nicht 
beim Erhitzen im Krystallwasser. 

1. Nordafrika. Klaproth. 

2. See Merida bei Lagunilla, Neu Granada. Urao. Boussingault. 





4. 


s. 


Kohlensaure 


38,0 


39,00 


Natron 


37,0 


H,«* 


Wasser 


88,6 


18,80 


Schwefels. Natron 


8,5 


»9,08 



100. 
Hiemach ist die Tr. anderthalbfich kohlensaures Natron, ver- 
bunden mit 4Ät. Wasser. 



28t 

3 AI, Kohlensaure b 825 »40,4 6 
a - Natron «775 «37,94 

4 - Wasser = 450 « = 24,90 

2050 400. 
KUnsUioh dargeslelU, enthält das Salz nur 3 At. Wasser (42,49 Kohlen-* 
saure, 40,43 Natron, 47,38 Wasser). Da es nioht verwittert, so spricht Bous- 
singault's Analyse mdir für ein solches Hydrat. 

Als afrikanische Soda kommt hflufig ein Gemenge von Soda nndTrona 
vor. Ein solches enthielt nach : 



Remy. 


Fleischer. 


Einfach kohlens. Natron 48,43 


2,37 


Anderthalbfocb kohlens. Natron 47,29 


«6,53 


Chlornatrium 8,46 




Wassser 49,671 


7^,10 


Fremde Salze 6,45 





400. 400. 

BoQSSingault : Ann. Min. XII, 978. Pogg. Ann. V, 867. — Fleischer: In mein. 
Laborat. ^ Klaproth: Beitr. III, 88. — Remy : J. f. pr. Chem. LVII, 884. 

Gay-LuMit. 

Decrepitirt beim Erhitzen, verliert das Wasser bei 400* (H. Rose), und 
schmilzt V. d. L. zu einer trüben krystallinischen alkalisch reagirenden Perle, 
welche zuletzt unschmelzbar wird. 

Wird schon von kaltem Wasser, zwar langsam, jedoch vollsSndig zersetzt, 
wobei kohlensaurer Kalk zurückbleibt. Nach vorgangigem Entwässern erleidet 
er diese Zersetzung durch Wasser sehr schnell. 

Der G. von Lagunilla in Neu-Granada enthalt nach der letzten genauesten 
Analyse Boussingault^s: 

Kohlens. Natron 35,02 
Kohlens. Kalk 34,44 
Wasser 30,87 (30,0 H. Rose). 

400. 

Er ist eine Verbindung von 4 At. kohlensaurem Natron, 4 At. koh- 
lensaurem Kalk und 5 At. Wasser, 

(iSTaC + äaC) 4- 5aq. 
4 At. kohlens. Natron » 662,5 = 35,86 

4 - kohlens. Kalk a» 625,0 « 33,80 

5 - Wasser « 562,5 a a 30,34 

4850,0 tOO. 
Bottssingaalt: Ann. Chim. Phys. XUI, 848. HI. S^r. VII, 488. Pogg. Ann. VII, 
97. — H. Rose: Pogg. Ann. XCIIl, 609. 



23» 

Lanthanit. 

Als kohlensaures G er oxydul beschrieb Hisinger ein den Gent be- 
gleitendes wasserhaltiges Carbonat, welches beim Erhitzen braunes Oxyd hinter- 
Ittsst. Er fand darin 40,8 Kohlensäure, 75|7 Geroxydul und 13,5 Wasser, allein 
nach einer Mittheilung von Berzelius war das Resultat wegen der geringen 
Menge der Substanz nicht genau, diese überhaupt, wie Mosander sich tiber- 
zeugt hatte, eine Lanthanverbindung mit Spuren von Cer. 

Neuerlich ist ein blassrothes Mineral in mikroskopischen Krystallen zu Beth- 
lehem, Lehigh Go., Pennsylvanien, gefunden worden, dessen sp. G. » 2,666 
(2,605 G.} ist, und dieselbe «oder eine ähnliche Verbindung wie das schwedi- 
sche darstellt. 

Wird beim Erhitzen weiss, dann braun. Ist v. d. L. unschmelzbar. . Giebt 
mit Borax ein bläuliches, beim Erkalten braunes, dann amethystrothes Glas. 

Ist in Säuren mit Brausen auflöslich. 



a. 


b. 


c. 


Blake. 


Smith. 


Genth. 


Kohlensäure 49,53 


22,27 


24,08 


Lanthan- u. Didymoxyd 54,62 


54,96 


54,95 


Wasser 25,69 


24,45 


23,97 



99,84 404,38 400. 

Es ist eine Verbindung von 4 At. kohlensaurem Lanthanoxyd und 
3At. Wasser mit der isomorphen Didym Verbindung gemischt. 

C + 3 aq. 



Lal 
Di} 



Das reine Lanthansalz muss enthalten : 

4 At. Kohlensäure = 275,0 = 24,28 
4 - Lanthanoxyd = 680,0 = 52,64 
3 - Wasser = 337,5 = 26,41 

4292,5 400. 

Blake u. Smith: Am. J. of Sc. II Ser. XVI, 47, XYIII, 371. — J. f. pr. Chem. 
LX, 874. LXIII, 460. — Genth: Am. J. of Sc. II Ser. XXIII, 446. J. f. pr. Chem. 
LXXIII, 208. — HisiDger : Afbandl. i Fisik. 

Ttterspath. Nach Svanberg und Tengert findet sich kohlensaure Yttererde als 
Begleiter des Gadolinits von Ytterby. 

Berz. Jahresb. XVIII, 148. 

Hydromagnesit. 

V. d. L. unschmelzbar; verhält sich wie Magnesit. 
4. Hoboken, New-Jersey. Trolle Wachtmeister. 

2. Texas, Lancaster Co., Pennsylvanien. Krystallisirt, sp.G. = 2,4 4 — 2,48. 
Smith u. Brush. 

3. Kumi auf Negroponte. v. Kobell. 



233 



Kohlensfiure 


i. 
36,82 


1. 

36,20 


3. 

36,00 


Magnesia 
Wasser 


42,42 

48,53 


42,86 
49,83 


43,96 
49,68 


Kieselsäure 


0,57 




0,36 


Eisenoxyd 
Unlösliches 


0,27 
4,39 




„_^ 



400. 98,89 400. 

Sauerstoff von Magnesia, Kohlensäure und Wasser s 2 : 3 : 2. Der H. ist folg- 
lich eine Verbindung von 4 At. Magnesia, 3 At. Kohlensäure und 4 At. Wasser, 

«g*C« -h 4aq = 3(ÄgC -h aq) 4- figft. 

3 At. Kohlensäure = 825 = 36,26 

4 - Magnesia = 4000 = 43,90 
4 - Wasser = 450 = 49,78 

2275 400. 
Lancasteritist von B. Silliman ein Mineral von Texas genannt wor- 
den, welches ein sp. 6. = 2,32 — 2,35 besitzt, und im Mittel zweier Analysen 
von Em i enthält: 

Kohlensäure 26,96 
Magnesia 50,36 

Eisenoxydul 0,98 

Wasser 24,54 

99,84 
Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser =4:4:4. Es ist mithin 

ftg*C -h 2aq = (ÄgC -h aq.) 4- Mgft. 
4 At. Kohlensäure = 275 = 27,53 
2 - Magnesia = 500 = 49,98 

2 - Wasser = 225 = 22,49 

4000 400. 
Smith und Br u sh erklären es jedoch fUr ein Gemenge von Brucit und Hydro- 
roagnesit. 

Neroalit nannten Nuttal und Gonnel ein Mineral von Hoboken, was 
xofolge der Analyse des Letzteren 

fig*C 4- 6aq = (ÄgC -h aq) 4- 5Ägfl 
sein würde, jedoch wahrscheinlich ein Gemenge von Brucit und Hydromagnesit 
ist. Vgl. Brucit. 

V. Kobell: J. f. pr. Chem. IV, SC. — Silliman: Dana Min. III Edit. p. S48. — 
Smith u. Brush: Am. J. of Sc. II Ser. XV. 807. J. f. pr. Cbem. LIX, 466. — Trolle 
Wachtmeister: Vet. Acad. Handl. 4817. Ben. Jahresb. VIII, 115. 

Hydromagnocaleit. 

Wasserhaltige Carbonate von Kalk und Magnesia in verschiedenen Yerbin- 
daogs Verhältnissen. Verhalten sich wie Bitterspath. 



IM 



A. Hydrodoloioit. 

1. HoDle Somma. Gelblidie, inaeo dichte aDeiiiaDder|(ehaufte Kugeln, derm 
Zwiscbenraume ein lartes, etwas duoUeres Pulver ausfOllt. Sp. G. = 
2,496. R. a)v. Rebell. 6) Rammelaberg. 

2. Texas (?), Pennsylvanien. Innen rOlblicber Uebersug auf Nickelsmaragd ; 
sp.G. = 2,86. Hermann. 




15,*7 . 
r 5,75 . 

so ist : 
3[ftC ■!■ 



Der SauerslofT von Ca r Hg : C : ß 
ist in 1.o = 7,2 : 9,7: 2*, 07 : 

6 = 7,7 : 9,3 : 31,5 : 
Setzt man dafür 1 : H ^ 1 und 3 : 6 : f , 

a = ((*£■ + iaq = 3[ftC -i- aq) + ftA 
6 = 3AC + aq. 
Der Bescbreibung nnch äiiminl die v. Kobell untersuchte Substanz ganz 
mit der meinigen (von Scucclii mii mitgotheilt) Ubereio; die Mengen der Ba- 
sen sind dieselben, und es wBrc denkbar, dass bei der Bestimmung der Kohlen- 
saure in a. ein Irrtbum sldttgefunden hiltle. Die At. von Kalk und Magnesia sind 
ina = 3: i, tnb = 5: <i. Mit Rlieksicht hierauffordert die Bechoung: 



3 C = 885,0 = *5,25 

^Ca = i77,3 = 26,18 

^ägcs i08,S = 22,39 

fl = 112,5 = 6,18 



3 C = 82S = 33,73 
y Ca m 600 = 2i,S3 
yMg« 571 ==23,34 

ifl = 450 = 18,40 

2446 100. 1823,0 100. 

Indessen giebt die Analyse des vesuvischen Minerals weniger Kohlensaure 
als erforderlich ist, um einfache Carbonale zu bilden. Denn der Sauerstoff der 
Rasen und der Sauren ist fast = 3 : 5,5 statt 3 : 6, so dass die Pormel eigentlich 

R"C" + 4aq 
sein wurde. 

Nun hat Roth zu zeigen gesuehl, dass diese und ähnliche Substanzen durch 
die Einwirkung heisser Wasserdampfe auf Dolomit (CaC -t- AgC) entstanden 
seien, wobei ein Tbeil des Hagnesiacarbonats unter Verlust von einem Viertel 



1) Mitt<-J von fünf Analysen. 



285 

der Kohknsiure und Aufbahme von Wasser sich inUydroinagDesit umge- 
wandelt habe, 

41ilgC = «g*C»-|. 4aq; C, 

weicher mit dem abgeschiedenen Ealkcarbonat und dem unzersetzten^ Dolomit 
gemengt zurückgeblieben sei. In der Thai ist 

Ä**C" + 4aq = (»g*C» + 4aq) -h SftC, 

d. h. das Ganze besteht aus Hydromagnesit und einfachen Garbonaten, die als 
Dolomit und Kalk (dolomitischer Kalk) aufzufassen sind, und in welchen auf 
3 At. Magnesia 7 At. Kalk kommen, so dass man sie als 3 (Ca C + lilgC) + 4(2aC 
anzusehen hat. Berechnet man, vom Wassergehalt ausgehend, die Menge des 
Hydromagnesits, so erhält man Zahlen, welche der Formel 

oder: 

5(ttg*C» -H 4aq) 4- 42(CaC -h AgC) -h 4 6CaC 
entsprechen. 

Ge runden. 

3 C = 825 = 44,73 j 14,86 

4 Äg= 4000 = 44,24 i 32,34 45,00 
4 A SS 450 » 6,40 j 6,47 
8 C » 2200 s 34,27 » 48,76 | 34,54 
5,6Ca == 4960 » 27,86 4 4,94 i 26,90 
2,4Ag» 600 » 8,53 8,53 I 8,23 



Oder: 




7035 400. C 42,54 1 400. 



4 4 C »3025 =: 43,00 43,40 

5,6Ca =4960 = 27,86 26,90 

6,4% =: 4 600 = 22,74 23,23 

4ft = 450 = 6,40 6,47 

7035 400. 400. 

Demnach besteht das Mineral aus^: 

Hydromagnesit 32,34 33,33 

Dolomit 39,23 I 

Kohlens. Kalk 28,43 J ' 

400. 400. 

Da in dem Mineral auf 7 At. Kalk 8 At. Magnesia kommen, so ist bei seiner 
Bildung entweder % des Kalks fortgeführt, oder der ursprüngliche Dolomit ent- 
hielt nicht gleiche At. beider Garbonate. 

Wahrscheinlich kann unter gewissen Umstanden das Magnesiacarbonat 
auch die Httlfie der Kohlensäure verlieren, und in eine Verbindung lÜIg^C -f* xaq 
übergehen. Dieser Prozess scheint wirklich bei der Bildung des vesuvisehen 



Minerals gleiehzeitig stattgefunden zu haben, denn das die ZwisebeniHnoie sei- 
ner Kugeln ausfüllende äusserst feine gelbliche Pulver gab mir : 

A. b. Sauerstoff. 

Kohlensaure 42,47 8o,89 

49,70 50,09 u,34\ 



Kalk 



Magnesia 5,62 5,68 i,t7|^*'" 

Eisenoxyd 0,84 0,76 

Kieselsaure 0,43 0,20 



99,20 
Auch hier verhält sich der Sauerstoff nicht s= 4 : 2, sondern s= 4 ,07 : 2 «as 4 
4,86 oder == 45 : 28, so dass das Ganze 

wäre. Berechnet man den Kalk als CaC, so hat man : 

Sauerstoff. 



Kohlensäure 


39,35 


18,61 


Kalk 


50,09 


U»84 


Kohlensäure 


3,42 


1,17 


Magnesia 


5,68 


1,17 


Wasser (Verl.) 


0,80 


0,74 



400. 
Der Rest ist alsdann ganz genau ein basisches Magnesiacarbonat, worin Basis 
und Säure gleichviel Sauerstoff enthalten (halb kohlensaure Magnesia), 

3ttg'C + 2aq « 3 AgC + ttg>A^ 
eine dem Lancasterit analoge Verbindung, welche sich bilden kann, wenn iKgC 
die Hälfte der Säure verliert, 

6ägC — 3C + 2aq = 3äg*C + 2dq. 
Bei dem Vorherrschen des kohlensauren Kalks möchte man glauben, dass der 
Theil, welcher bei Entstehung der Kugeln aus ursprünglichem CaC -i- AgC frei 
werden musste, sich hier wiederfinde. 

Die Substanz No. 2. hat im Ganzen das Sauerstoffverhältniss von 4 6., nur 
stehen die At. von Kalk und Magnesia (einschliesslich der kleinen Mengen der 
übrigen Oxyde) in dem Verhältniss von 4:2. 

3C =825,0 = 46,45 

Ca = 350,0 = 49,58 
2Äg = 500,0 = 27,97 

fi = 412,5 = 6,30 

4787,5 400. 
Genauer genommen, verhält sich jedoch der Sauerstoff der Basen und der Säure 
= 47,06 : 32,40 = 4 : 4,9 Ä 4,05 : 2. Ferner ist der Sauerstoff des Wassers 
und der Basen sa 5,49 : 47,06 = 4 : 3,3. Berechnet man auch hier aus dem 
Wasser die Menge des Hydromagnesits, so bleibt Dolomit als Rest. 



237 



Kohlensflore 40,74 

Magnesia 42,30 

Nickeloxyd 4,25 

Wasser 5,84 

Kohlens&ure 33,83 

Kalk 20, 4 

Magnesia 4 4,72 
Eisenoxydul {iHn) 4,40 

Thonerde 0,45 

400. 



7,7« 



^ «- 1 ^^® / Hydromagnesit 
^'"1 ^^^J(ÄVc» + 4aq) 




69,75 

Dolomit 

(CaC 4- AgC). 



B. Predazzit. 

Ein mannorähnliches Gestein von Predazzo in Sttdtyrol, dessen sp. G. 
2,634 ist, enthalt nach Roth: 



Kohlensaure 


33,54 


b. 
34,25 


Kalk 


44,89 


42,97 


Magnesia 


44,64 


4 4,4 6 


Wasser 


6,99 


7,06 



400. 



98,44 



a. nach Abzug von 0,48, 6. nach solchem von 0,78 p. G. Rieselstture, Thonerde 
and Eisenoxyd. 

Hier ist der Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser = 3:4:4, wahrend 
2 Ai. Kalk gegen 4 At. Magnesia vorhanden sind, 

ft'C* + aq » 2ftC + ftä ==: 2CaC -h AgA. 

SC »550,0=5 34,4 4 

2Ca = 700,0 = 43,44 

Ag= 250,0 =r 45,50 

ft = 442,5 = 6,98 

4642,5 400. 



4 
2 



C. Pencatit. 

Vesuv. Hellblaulichgrau, sp.G. = 2,534. Roth.*) 

Predazzo, Tyrol. a) sp.G. =2,643. Roth, b) sp. G. =2,57. Damour. 



Kohlensaure 
Kalk 
Magnesia 
Wasser 



4. 

29,84 
35,67 
23,83 
40,66 

400. 



a. 
29,23 

35,70 

24,78 

40,92 



b. 
26,68 

35,85 

24,90 

46,64 



400,63 98,04 



I) Dies ist der blaue Kalkstein vom Vesav, in welchem Klaproth S8, 5 Kohlensaure, 
58 Kalkt 4 4 Wasser nnd S,S5 Beimengungen fand. Er hatte die Magnesia übersehen, weil 
er sie mit dem Kalk geflült hatte. 




P. ift der SjMCMfff TOB Bam, Saore mmi Waav « 9 : t : I 
ift f Au Eaft geeen f Al. 

C =r 275,0 = 27,85 
Ca = 350,0 == 35,44 
Üg = 250,0 == 35,32 
Ü = 112,5 = 11,39 

987,5 100. 
Damovr: BalL gtol. U S^. IT. ftSl. — HermaaB: i. t pr. CIm XLTII, 13. 
— KUproth: Beilr. V, 9f. — t. Kobell: i. f. pr. Choii. XXXTI, SM. — ft*tk: 
Ebeadas. LH, 14« «. ZUchr. d. s«ol. Ges. m, IM. 





1. 


Kohlensäure 


41,69 


Nickeloxvd 


58,81 


Magnesia 


— 


Wasser 


29,50 



Schwant sich beim Erhitzen, und verhält sich ▼. d. L. wie ülckdoxyd. 

LOst sich in Säuren mit Brausen und grüner Farbe auf. 

Analyse des N. von Texas, Lancaster Co., Ptansy Ivanien : I) B. S Uli man. 

2) Smith undBrush. 

1. 
11,63 

56,82 

1,68 

29,87 

400. 400. 

Da der Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser » 3 : 2 : 6, so isl der K. enie 
Verbindung von f At. Kohlensäure, 3 At. Mckeloxyd und 6 At. Wasser, 

WC -h 6aq oder (ISiC + 4aq) -f- SNiA. 

4 AI. Kohlensäure = 275 = 14,76 
3 - Xickeloiyd = 1388 = 59,37 

5 - Wasser = 675 = 28,87 

2338 400. 
Das Mineral, einen Ueberzug auf Chromeisen bildend, wurde anfibigUch für 
Nickeloxydbydrat gehalten. R. D. Thomson zeigte dann, dass es ein Car- 
bonat sei. 

SiliimaD. Am. J. ofSc. USer. 111. VI, S48. Pogg. Ann. LXXIU, 454. —Smith 
a. Brush: Ibid. XVI, 6S. — Thomson: Phil. Mag. 4847. Dcbr. 544. 

Zinkblüthe. 

Giebt beim Erhitzen Wasser; verhält sich sonst ^^ie Zinkspaih. 
4 . Bleiberg in Kämthen . S m i t h s o n . 

2. Höllenthal an der Zugspitze bei Partenkirchen in Baiern. Reichert. 

3. Santander bei Cumillas in Spanien. Sp.G. =: 3,252. a) Braun, b) Pe- 
tersen u. Yoit. c) Koch. 

'- Grube Bastenberg bei Ramsbeck in Westphalen. Schnabel. 



239 





1. 


s. 


a. 


t. 
b. 


c. 


4. 


KoblensSure 


43,5 


46,85 


4 4,3S 


43,88 


43,50 


48,30 


Zinkoxyd 


71,4 


74,69 


73,83 


74,73 


74,46 


64,04 


Wasser 


4 5,1 


4 4,90 


4 4,87 


44,45 


42,04 


45,64«) 



400. 99,74 400,02 1O0. 400. Kupferoxyd 0,62 

Kalk 0,52 

Thonerde, Eisenoxyd S,48 





Unlösliches 


3,88 
99,45 


Der Sauerstoff von 






Zn : C : ä 






ist in 4 =s 14,09 : 9,88 : 43,48 


= 4,4 : 4 : 4,37 




8 ts 44,45 : 44,88: 40,58 


s: 4,8 : 4 : 0,9 




3a » 44,57 : 40,44 : 40,56 


= 4,4 : 4 : 4,0 




36 = 4 4,75 : 40,05 : 40,48 


= 4,47 : 4 : 4,0 




3c = 44,70 : 9,88 : 40,70 


« 4,5 : 4 : 4,4 





Hiernach ist das Sauerstoffverhälintss sa 4|. : 4 : 1, und die Zinkblttthe besteht 
folglich aus 4 At. Kohlensäure, 3 At. Zinkoxyd und 2 At. Wasser, 

Zn'C -h 2aq = ZnC -h 2Znfl. 
4 At. Kohlensaure = 275,0 = 43,64 
3 - Zinkoxyd = 4549,8 =: 75,24 
2 - Wasser « 225,0 = 44,45 

2049,8 400. 
Smiths on's Analyse gtebt 4 At. Wasser mehr. 

Vielleicht ist in der ZinkblUthe mehr als eine Verbindung enthalten. So 
könnte man sich No. 2, welche Zn'^C^ + 4aq am nächsten kommt, als 

(Zn»C -4- 2aq) 4- (Zn*C -h 2aq] = 2 ZnC + 3Znft 

denken. 

Braun, Petersen u. Veit: Ann. Chem. Pharm. CVIII, 48. — Koch u. Rei- 
chert: In mein. Laborat. — Schnabel: Pogg. Ann. GV, 4 44. — Smithson: S. 
Zinkspath. 

Kupferlasur. 

Schwärzt sich beim Erhitzen, schmilzt v. d. L. auf Kohle und reducirt sich 
zu einem Kupferkorn. 

Ist in Säuren mit Brausen auflOslich ; wird auch von Ammoniak mit tief- 
blauer Farbe aufgelöst. 

4. Strahlige K. von den Turjinschen Gruben am Ural. Klaproth. 

2. Chessy bei Lyon. Krystalltsirt. a) Vauquelin. 6) Phillips. 

3. Phönixville, GhesterGo., Pennsylvanien. Sp. G. .=£ 3,88. Smith. 



4,1 Wovon S,OS bei 400^ entweichen. 



«. 


t. 

a. k. 


«. 


tft 


iS,« S5,l« 


S4,9S 


7« 


M^S €9,M 


•9,41 


C 


M 5,»« 


5.84 



IM. IM. fOO. I00,S3 

1b der K. Tcrhlll akk der Sauerstoff des Wassers, des Kopferoxycb and 
yyfchwlm SS I : 3 : 4. Sie ist demnach eine Terbindong von 2 Ai. 
l^hlensanre, 3 AI. K«pferoxjd vod f At. Wasser, und llsst sich 
als 9 AI. kohlessanres Empttnxfd md f Al. Kupferoxydhydrai belrachleD. 

Ci^<? -I- aq s 2CaC -i- CutL 

% AI. KoUensaare s SM.O =r 25,56 
3 ' Kopfienixyd » I4S9,8 s 69,t2 
I - Wasser = r 112,5« 5,M 

* 2152,3 100. 

Elaprotb: Bettr. !¥. Sl. — Pbillips: J. ortkeloyallMlÜ. IV, 17S. — 8aiitli: 
Aa. J. oT Se. n Sflr. XX. 141. — Taaqaella: Aaa. da Mos. XX, I. 



TerfaaH sich wie Kupfieriasnr. 
I. Chessy bei Lyon, o) Yaaqnelin. t) Phillips. 
2« Ton den Tuijinschen Graben am Ural. Klaproth. 

3. Ton Nischne Tagil am Ural, a) dichter Maulicher, beim Brfailsen stark 
decrepitirend ; 6) blaogrUner; c) grüner krystallisirter. A.Norden- 
skiöid. 

4. Ton der Gameschewskischen Grube am Ural; a) grobstrahliger grüner, 

b) feinstraUiger grüner, nicht decrepitirend. A. NordenskiOld. 

c) Struve. 

5. Hokkavaara in Pielisjärvi, Finland; bläulicher Ueberzug auf Kupfer- 
scbwflrze. A. Nordenskiöld. 

6. PhOnixville, ehester Co., Pennsylvanien. Sp. G. s= 1,06. Smilh. 





4. 




1. 




i. 






8. 


b. 




a. 


b. 


c. 


Kohlensäure 


24,25 


48,5 


48,0 


49,30 


49,05 


48,43 


Kupferoxyd 


70,40 


72,2 


70,5 


72,40 


74,84 


72,33 


Wasser 


8,75 


9,3 


44,5 


8,95 


8,94 


8,34 


400,40 400. \ 

4. 


100. 400,35 

5. 


99,80 


98;77 
e. 


Kohlensäure 


a. 
1 49,67 


b. 
20,30 


c. 
49,08 


49,85 49,09 


Kupferoxyd 


72,02 


71,54 


72,4 4 


70,42 74,46 


Wasser 


8,47 


8,34 


8,84 


9,98 


9,02 



99,86 400,45 400. 99,95 99,57 



241 

Im M. verhalt sich der Sauerstoff von Säure, Basis und Wasser ■«8:2:4. 
Er besteht folglich aus 2 At. Kupferoxyd, 4 At. Kohlensaure und 4 At. 
Wasser, und lasst sich als eine Verbindung von 4 At. kohlensaurem Kupfer- 
oxyd und i At. Kupferoxydhydrat betrachten, t 

CvL^C + aq = CnC -h CixA. 
4 At. Kohlensäure » 275,0 = 49,94 
2 - Kupferoxyd as 993,2 a 74,94 
4 - Wasser = 442,5 ^ 8,45 

4380,7 400. 

Kalkmalachit. Mit diesem Namen hatZinckenein dem Kupferschaum 
ähnliches Mineral von der Flussgrube bei Lauterberg am Harz bezeichnet, wel- 
ches beim Erhitzen saures Wasser giebt, und v. d. L. zu einer schwarzen 
Schlacke schmilzt, die bei der Reduktion Kupfer und Eisen liefert. In Chlor- 
wasserstoffsaure Itfst es sich mit Brausen auf, und hinterlässi dabei einen gal- 
lertartigen Rlhskstand, welcher nach Zincken aus Gyps besteht. 

Klaproth: Beitr. fl, S87. — A. Nordenskiöld: Om Malachitens sammaosätt- 
Ding och kristallform. Acta Soc. sc. fenn. IV, 607. ~ Phillips: J. ofihe Royal lostit. 
IV, 176. — Smith: Am. J. of Sc. II Ser. XX, 141. — Siruye: Verh. d. min. Ges. zu 
Petersb. 1860*64. 106. — Vauquelin: Ann. du Mus. XX, 4. — Zincken: Berg- 
u. hüU. Ztg. I, No. 14. 

Aariehalcit. 

Yerhttlt sich wie Malachit, giebt aber v. d. L. in der inneren Flamme auf 
Kohle einen Zinkbeschlag. 

4. Matlock, Derbyshire. Blassgrttn, blättrig. Connel. 

2. Loktewsk am Altai. Th. Böttger. 

3. Ebendaher. Del esse. 

4. Ghessy bei Lyon. Sp. 6. s= 3,32. Delesse. 

4. 1. 6. 4. 

Zinkoxyd 48,5 45,73 32,02 41,19 

Kupferoxyd 32,5 28,27 29,46 29,00 

Kalk — — 8,62 2,16 

Kohlenstturel 16,06 21,45 19,88 

Wasser j ' 9,94 8,45 7,62 



102,5 99,90 100. 99,85 



Sauerstoff von ft 

in 2 « 1,67 

3 =s 1,96 

4 s 2,16 



2 : 1 



1,32 : 1 SS 5 : 4 : 3 

2,08:11 

2,13:1/ 

Hiemach ist das kalkfreie Mineral (Aurichalcit), in welchem 2 At. Kupferoxyd 
gegen 3 At. Zinkoxyd enthalten sind, 

A»(? 4- 3aq = 2ftC + 3ftfl =^2CuC +3Znfl, 

Raa Beltberg^g MiMralebemic. 16 



oder, wie Hermann Torsdiligl, 

[C^C + aq) -4- (Zn* C ^ 2aq), 
d. h. 1 At. Malachit und 1 At. ZinkbiOthe. 

3 At. Zinkoxyd := 4549,8 » 44,69 
2 ' Kupferoxyd »= 993,2 » 29,24 

2 - Kohlensäure » 550,0 »46,48 

3 - Wasser « 337,5 « 9,92 

3400,5 400. 
Wenn in den kalkhaltigen Substanzen (Bnratit) der Kalk wesentlich ist, so 
sind sie 

A'C^aqsftC + ftA, 
d. h. Kalk-Zink-Malachit ; und zwar würde No. 3 

5(Zn*C ^ aq) -4- 5(Cu*C -4- aq) -4- Ca^C ^ aq 
sein. 

Allein schon Berzelius war geneigt, den Kalk als beigemenglen Kalfcipath 

anzusehen. Zieht man ihn nebst der gehörigen Kohlensfluremenge ab, so ist in 

dem Rest der Sauerstoff von 

H : C :i 

in 3 = 4,63 : 4,43 : i = 4,9 : 4,3 : 3 

„ 4 = 2,07 : 4,95 : 4 = 4 : 2 : 4 

Es stimmen dann also die beiden Substanzen vom Altai nemlich fiberein, die 

von Chessy jedoch ist noch immer 

2(Cu*C -f. aq) -f- 3(Zn*C -f. aq), 

d. h. Zink-Malachit. 

Dieser Gegenstand ist daher durch weitere Versuche aufzuklaren. 

Berzelios: Jahresb. XXVII, S56. — Th. BOttger: Pogg. Ami. XLVUI, 4t5. — 
Connel: Ediob. N. phil. J. XLV, 86. J. f. pr. Chem. XLV, 454. — Delesse: Ann. 
Chim. Phys. III S6r. XVIII, 478. J. f. pr. Chem. XL, 187. — Hermann: J. f. pr. 
Chem. XXXIII, S98. 

Ilran-Kalkcarboiiat. 

Wird beim Erhitzen unter Wasserverlust grauschwarz oder (bei Luftzu- 
tritt) braunschwarz. Ist v. d. L. unschmelzbar und reagirt mit den Flttssen 
auf Uran. 

Löst sich in Ghlorwasserstoffsäure leicht £U einer grünen Flüssigkeit auf. 
Dieses in zeisiggrünen körnigen Aggregaten zu Joachimsthal von Yogi ent- 
deckte Mineral enthält nach dem Mittel dreier Analysen von Lindaker : 

Sauerstoff. 
47,85 



Kohlensäure 


S3,86 


Uranoxydul 


37, U 


Kalk 


15,56 


Wasser 


23,34 



4,40) 
4,48 j 



8,85 
SO, 75 



99,87 



348 

Da der Sauerstoff a 4 : 4 : 4 ; 5, so ist das Mineral eine Verbindung von 
4 At. kohlensaurem Dranoxydul, 4 At. kohlensaurem Kalk und 5 At. Wasser, 

((iaC + ÜC) + 5aq. 
2 At. Kohlensaure = 550,0 » 83,86 
i - Uranoxydul » 843,0 ss 36,56 
1 - Kalk a 350,0 » 45,18 

5 - Wasser » 568,5 « 24,40 

8305,5 400. 
Lindaker: Vogl Joachimsihal 8. 4H. 

vogiit. 

Schwärzt sich beim Erhitzen, schmilzt nicht v. d. L., förbt jedoch die 
Flamme grttn, giebt mit Borax in der äusseren Flamme ein gelbes, beim Ab- 
kahlen rothbraunes Glas, mit Soda bei der Reduktion metallisches Kupfer. 

Löst sich leicht in S&uren auf. 

Dieses als grüner krystallinisch- schuppiger Deberzug des Uranpecherzes 

von der Eliaszeche zu Joachimsthal vorkommende Mineral enthält im Mittel von 

drei Analysen nach Lindaker: 

Sauerstoff. 

Kohlensäure 86,44 I9,S4 

Uranoxydul 37,00 4, s« ] 

Kalk 44,09 4,04! 4 0,11 

Kupferozyd 8,40 4,69] 

Wasser 43,90 4S,86 

99,80 
Der Sauerstoff der Basen, der Säure und des Wassers ist as 4 : 4,9 : 4,8, 
also wohl SB 4 : 8 : 4 . Der Y. ist mithin eine isomorphe Mischung der ein- 
fachen Garbonate von Uranoxydul , Kupferoxyd und Kalk in dem Verhältniss 
von 43:5:48, oder vielleicht von 8:4:8, 

jCa IC -4- aq 
iCuj 

5 At. Kohlensäure sr 4375,0 = 88,53 

8 - Uranoxydul » 4686,0 » 34,98 

8 - Kalk = 700,0 = 44,58 

% 4 - Kupferoxyd » 496,6 « 40,30 

5 - Wasser « 568,5 = 4 4,67 

4880,4 400. 

Allerdings entsprechen die Formeln 

3AC -h 4aq und 4ftC + 5aq 

besser der Analyse, sind aber minder einfach. 
Vogl Joacbimsthal S. 4 08. 

16* 



Kohlensäure 


10,8 


Uranoxyd 


38,0 


Kalk 


8,0 


Wasser 


45,8 



244 

Liebigit. 

Färbt sich beim Erhitzen grünlich grau, beim Glühen schwarz und nach 
dem Erkalten roth. Bleibt v. d. L. schwarz und reagirt mit den Flüssen auf 
Uran. 

LOst sich in Ghlorwasserstoffsäure zu einer gelben Flüssigkeit auf. 

Nach einem Mittel dreier Analysen von Smith enth&lt dieses Mineral, wel- 
ches mit Uranpecherz bei Adrianopel vorkommt : 

Sauerstoff. 
IM 

6,86 
40,4« 

Der Sauerstoff verhält sich ss 3,25 : 2,8 : 4 : 17,6. Es ist hiemach schwer, 
aus der jedenfalls nicht sehr genauen Analyse ein zuverlässiges Bild von der 
Zusammensetzung des Minerals abzuleiten. Nimmt man jene Proportion = 
3:3:4 : 18, so wäre der L. als 

(2(JaC -h&C) -h 36aq (I.) ' 

) angenommen, und daher die Formel 

) 4- 20 aq (II.) 

n. 

sc « 550 s 44,44 

6 xr 1786 = 36,49 

Ca = 350 = 7,09 

20fi x= 2250 = 45,58 

9147 100. 4936 400. 

Smith: Ann. Chem. Pharm. LXVI, S54. 

Wismuthspath. 

Decrepitirt beim Erhitzen, färbt sich braun, und schmilzt sehr leicht. Re- 
ducirt sich v. d. L. auf Kohle zu Wismuth. 

Wird von Salpetersäure aufgelöst, wobei ein gelber erdiger Rückstand 
bleibt. 

Als W. habe ich ein im Aeusseren dem Weissbleierz ähnliches Mineral aus 
den Goldgruben von Ghesterfield Co., Südcarolina, bezeichnet, dessen sp. G. == 
7,67 ist. Genth hat neuerlich eine helle (a) und eine dunkle (6) Abänderung 
von Brewers Mine daselbst untersucht. In den nachstehenden Analysen sind 
die Beimengungen von Thon, Eisenoxydhydrat und ein wenig Kalk- und Magne- 
siacarbonat in Abzug gebracht, welche bei mir 8 p. C, bei Genth 28 — 30p. C. 
betrugen. 



anzusehen. 


Smi 


ilh 


hat 4 

I. 


(Oa 






3C 


^ 


825 


^ 


9,02 




26 


= 


3572 


=s 


39,05 




iCa 


=r 


700 


^s 


7,65 


\ 


36 A 


= 


4050 


=s 


44,28 



n. 




G. 






b. 


EoUflnsfiara e,56 


7,04 


7,30 


Wismuthoxyd 90,00 


89,05 


87,67 


Wasser 3,* 4 


3,91 


5,03 


100. 


100. 


100. 



Zufolge der beiden ersten Analysen ist der Sauerstoff von Saure, Basis und 
Wasser =3:6:8, der W. folglich eine Verbindung von 3 Ät. Kohlensilure, 
i At. Wismatboxyd und i Ät. Wasser, 

Eii*C> + iaq = 3(BiC + aq) -t- Bill. 
3 At. KoblensSure » S25 = 6,i1 
i - Wismuthoxyd =11600 = 90,40 
i - Wasser = 450 = 3,t9 

12875 100. 
Oentb: Am. J. ofSc. II Ser. XXIII. (H. J. t. pr. Chero. LXXIll, tOS. — Ram- 
neliberg: Pogg. Ann. LXXVl, 564. 



3. Verbindnogen mit Saloidsalzen. 
Bleihomeri. 

Schmilzt V. d. L. leicht zu einer undurchsichtigen gelben Kugel, die beim 
Erkalten weiss und kryslallinisch wird, und reducirt sich auf Koble leicht lu 
UeikOmerD. 

Wird durch Wasser allmaÜg zersetzt, indem Chlorblei sich auflöst. Lust 
sich in massig verdOnnter Salpetersäure mit Brausen auf. 
I. Cromford Level bei Uatlock, Derbyshire. a) Klaproth. b) Sp. G. = 

6,305 Rammeisberg, c) Smith. 
i. Grube Elisabeth bei Tamowitz, Obcrscblesien. Krug von Nidda. 
I. 1. 

a. b. ■ c 

Chlorblei 53,5 50,93 51,78 50,46 

Kohlens. Bleioxyd_ 48.4 48.45 48,88 49,44 
101,9 99,38 100. 99,89 

Aus Klaprolh's Analyse hat schon Ber'zelius gefolgert, dass das B. 
'ine Verbindung von 1 At. Chlorblei und 1 At. kohlensaurem Blei- 
oiyd w), 

PbCl 4- fbC. 
1 At. ChloAlei = 4738 = 51,0 = Chlor 13,01 

1 - kohlens. Bleioxyd = 1669 = 49,0 Bleioxyd 81,85 
3TÖ7 ~100. Kohlensau re 8,07 

102,93 
Berifllini: Pogg. Ann 1.171. — Klaproth: Beitr. 111, Kl. — Krngvon 
Nidda: ZtBCbr. d. geol. Ges. 11. Iia. — Rammeisberg : Pogg. Aon. LXXXV, Ml. 
— Smith: Dana Hin. IV Ed. ^»^. 



a46 

Parisit. 

Färbt sich beim Erhitzen unter Verlust von Wasser und KoUensSiure braun, 
und ist V. d. L. unschmelzbar. 

Löst sich in Chlorwasserstoffsäure mit Brausen auf (ohne Chlorentwicklung). 

Nach Bunsen besteht dies von Lavinio de Medici Spada entdeckte 

Mineral aus den Smaragdgruben von Muzo in Neu-Granada aus : 

Fluor 5,49 

Cer (La, Di) 50,78 

Calcium 8,29 

Sauerstoff 9,55 

Kohlensäure 23,54 

Wasser 3,38 

100. -* 

Hiernach wird es wahrscheinlich, dass der P. eine Verbindung von 4 Al. ' 

Fluorcalcium, 3 At. kohlensaurem Ceroxydul (Lanthan und Di- ' 

dymoxyd) und 4 At. Wasser sei, I 

Ce| 

Ca FI + (3 La IC + aq) 

Di) 

Bunsen fand das Atg. der drei nicht weiter getrennten Metalle s= 586, 

wonach die Rechnung erfordert : 

4 At. Fluor as 237,5 « 6,76 oder: Fluorcalcium 43,95 

3 - Cer (La, Di) =r 1758,0 = 50,50 Ceroxydul (La, Di) 59,42 

4 - Calcium s 250,0 s 7,49 Kohlensäure 23,70 
3 - Sauerstoff =s 300,0 = 8,62 Wasser 3,23 

3 - Kohlensäure= 825,0 = 23,70 400. 

4 - Wasser = 442,5= 3,23 

3483,0 400. 
Vielleicht enthält aber der P. auch Cerfluorür (La Fl, Di Fl) und kohlensauren 
Kalk, so dass seine Formel allgemein 

RFl + (3ftC!-f;aq) 
ist. 

Ann. Chem. Pharm. Uli, 447. 

B. Nitrate/) 

Kalisalpeter. 

Leicht schmelzbar, die Flamme violet förbend; verpufit auf gLtthenden 
Kohlen. 

Leicht auflöslich in Wasser. 



4) Diese Gruppe bildet eigentlich einen Anhang zum Mineralsy stein, da ihre Glieder 
unter Mitwirkung organischer Stoffe entstandene Verbindungen sind. 



2 47 

In einem natürlichen Salpeter von Moifetta, Apnlien, fand Klaproth: 
4,75 Salpeters. Kali, S5,5 schwefeis. Kalk, 0,2 Chlorkalium, 30,4erdigeTheile. 
Er ist salpetersaures Kali, 

• • • • 

KN. 
4 At. Salpetersäure =s 675 = 53,4 
i - Kali = 589 = 46,6 

1264 100. 
Klaproth: Beitr. I, 817. 

Natronsalpeter. 

Leicht schmelzbar, die Flamme gelb färbend. Verpufifl schwach auf glU- 
enden Kohlen. 

Leicht auflOslich in Wasser. 

Analysen des N. aus dem Distrikt Atacama in Bolivia (Chilesalpeter) : 





a. 


b. 


c. 


1 

J 


Lecana. 


Hayes. 


Hofstetter. 


Salpeters. Natron 


96,7 


64,98 


94,S9 


„ Kali 


— 


— 


0,4S 


,, Magnesia 


— 


— 


0,86 


Chlomatrium 


1,3 


28,96 


1,99 


Jodnatrium 


— 


0,63 




Schwefels. Natron 


— 


3,00 


— 


„ Kali 


— 


— 


0,84 


Wasser 


8,0 


— 


1,99 


Erdige Theile 




2,60 
100,17 


0,21 




400. 


100. 


Er ist salpetersaures Natron, 








• • 

• • • • 

NaN 






i At. Salpetersäure 


= 675,0 


» 63,53 




1 - Natron 


= 387,5 


= 36,47 





1062,5 100. 

Hayes: Am. J. of Sc. XXXVIIJ, 440. XXXIX, 875. Berz. Jahresb. XXI, 247. 
XXII, 34t. — Hofstetter: Ann. Chem. Pharm. XLV, 840. — Lecanu: J. d. Pharm. 
XVUl, 4 03. Berz. Jahresb. XUI, 478. 

Kalksalpeter. 

Shepard fand in einer Efflorescenz der Kalkhöhlen von Kentucky : 57,44 
Salpetersäure, 32,0 Kalk, 10,56 Wasser. 

Die Substanz ist mithin salpetersaurer Kalk mit 1 At. Wasser, 

• • • • 

CaN -+- aq. 



:m8 

1 At. Salpetersaure « 675,0 = 59,34 
4 - Kalk « 350,0 = 30,77 

4 - Wasser = Hg,5 = g 9,89 

H37,5 400. 
Treatise on Min. 11, t. p. 84. 

C. Oxalate/] 

Whewelllt. 

Die von Brooke auf Kalkspathkrystalleri von unbekanntem Fundort ein- 
mal beohachteien zwei- und eingliedrigen Krystalle sollen nach Sand all oxal* 
saurer Kalk (ob Ca€ -+- aq?) sein. 

Gonistonit. Zweigliedrige Krystalle von Coniston in Ciunberland, deren 
sp.G. = 2,05, die nach Greg 28,02 Oxalsäure, 21,05 Kalk, 0,82 Magnesia 
und Natron und 49,15 Wasser enthielten, und also Oa€ + 7aq waren, sind 
nach einer spateren Angabe von ihm keine Mineralsubstanz. 

Dasselbe gilt von dem Oxalsäuren Kalk, der nach Liebig auß einem Flech- 

tenttberzug antiker Marmorsäulen des Parthenons herstammt. 

Greg: Am. J. of Sc. 11 Ser. XVII, 333. 440. XXII, Sft9. — Liebig: J. f. pr. 
Chem. LX, 50. — Sandall: L. and Ed. phil. Mag. XVI, 449. Ben. Ja|iresb. XXI, 484. 

Humboldtit (Oxalit). 

Schwärzt sich im Kolben ; verwandelt sich beim Erhitzen an der Luft zu- 
letzt in rothes Eisenoxyd. 

Löst sich in Säuren mit gelblicher Farbe auf, und wird durch Alkalien, 
unter Äbscheidung von Eisenoxydul, welches sich grUnschwarz, dann braun 
färbt, vollständig zersetzt. 

Dieses anfangs für ein mellithsaures Salz gehaltene seltene Minefral aus der 

Braunkohle von Koloseruk bei Bilin in Böhmen ist angeblich von Mariano de 

Rivero, jedoch mit ganz unrichtigem Resultat, untersucht worden. Ich habe 

später seine wahre Zusammensetzung ermittelt. 

Mar. deRiv. Rammelsberg. 

Oxalsäure 46,U 42,40 

Eisenoxydul 43,86 41,43 40,24 40,80 

Wasser — 16,47 

100. TÖÖ^ 

Hiernach ist der U. eine Verbindung von 2 At. oxalsaurem Eisen- 
oxydul und 3 At. Wasser, 

2PeC + 3aq. 

4) Diese und die folgende Abtheilung enthält Verbindungen organischen Ursprungs, 
Vielehe eigentlich nicht hieher gehören. 



249 

2 Ai. Oxalsäure »s 900,0 a 4SJ4 

2 - Eisenoxydul s 900,0 = 42,44 

3 - Wasser « 837,5 « 15,78 

2437,5 400. 
Er enthalt nicht, wie Berzelius vermuthet hatte, gleichzeitig Elsenoxyd. 

Berzelius: Jahresb. XX, )44. XXII, tlO. » Mariano de Rivero: Ann. Chim. 
Phys. XVm. 907. Schwgg. J. XXXUI» 426. ~ Rammelsberg: Pogg. Ann. XLVI, 
381. Uli, 618. 

D. MeUitate. 

(Honigsteinsaure Salze). 

Honigfltein. (Hellith). 

Giebt beim Erhitzen Wasser, zersetzt sich später, unter Bildung flüchtiger 
Produkte, verkohlt und hinterlässt beim Verbrennen einen weissen Rückstand 
von Thonerde. 

Dem feinen Pulver wird durch Kochen mit Wasser ein Theil Säure ent- 
zogen, wahrend der Rückstand hellgrau erscheint. Von starken Säuren, gleich- 
wie von Kalilauge, wird es vollständig aufgelöst.. 

Klaproth entdeckte in diesem Mineral (aus der Braunkohle von Artem 
in Thüringen) eine neue organische Säure, Honigsteinsäure (Mellithsäure), 
deren nähere Kenntniss wir insbesondere Wühler verdanken. 

b. 





Klaproth. 


Wöhler. 

o 1 


Mellithsäure 


46 


a. j 


Thonerde 


46 


U,5 11 


Wasser 


38 


44,4 



400. 400. 

Nach Wohle r's Analyse ist der H. eine Verbindung von 4 At. Thon- 
erde, 3 At. Mellithsäure und 48 At. Wasser, 

Äl, (C*0*)* •+. 48aq = ÄlMe« + 48aq. 

3 At. Mellithsäure =: 4800 = 40,30 oder: 42 C = 900 = SO, 4 5 

4 - Thonerde = 648 = 4 4,37 90 = 900 = 20,4 5 
48 - Wasser = 2025 = 45,33 Äl = 642 = 4 4,37 

4467 '400. 48ft a= 2025 = 45,33 

4467 4 00. 

Klaproth: Beitr. III, 444. ^ Wöhler: Pogg. Ann. VJI, 835. 



«50 

E. Boi^. 

(Borsaure Salze). 

1. Wasserfreie. 

Bhittitt. 

Schmilzt V. d. L. schwer, höchstens an den Kanten, zu einem weissmi Email, welches 
an einzelnen Anschwellungen sehr stark mit gelbrothem Licht erglüht. Dabei fifrbt er die 
Flamme anfangs grttn, dann roth (Rh. von Sarapulsk), oder die grttne Färbung erhalt sich 
dauernd neben der schwächeren rothen (Rh. TonSchaitansk). Mit den FIttssen giebt er fkrb- 
lose Gläser. 

In Chlorwasserstoffsäure löst er sich schwer auf. 

Dieses seltene auf den Krystallen von rothem sibirischem Turmalin von 0. Rose ent- 
deckte Mineral enthält nach seinen Versuchen Borsäure und Kalk. 
Pogg. Ann. XXXIII, SB8. XXXiX, tU. 

2. Hydrate. 

Larderellit. 

Eine SalzeSlorescenz der Borsäurelagunen TosoanaSi in mikrosk^^isclien 
weissen Rsystallen, die in Wasser lOslich sind. Einer Analyse von Beohi zu- 
folge enthalt die Substanz : 





Sauerstoff. 


Borsflure 68,55 


47,46 


Ammoniumoiyd 1 4 ,73 


1,9t 


Wasser 48,3S 


46,SS 



99,60 
Da der Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser nahe gleich 4 : 42 : 4 ist, so 
wäre der L. eine Verbindung von 1 At. vierfach borsaurem Ammoni- 
umoxyd und 4 At. Wasser, 

AmB* + 4aq. 
4 At. Borsäure = 4744,8 s 69,S4 

1 - Ammoniumoxyd = 3S5,0 = 42,90 
4 - Wasser = 450,0 a= 47,86 

2549,8 400. 
Aus seiner Auflösung in heissem Wasser krystallisirt nach Bechi das sechsfach 
saure Salz Am 6* + 9aq. 

Am. J. of Sc. II Ser. XVII, 480. 

Tinkah (Borax). 

Bläht sich beim Erhitzen stark auf, schwärzt sich v. d. L., riecht brenzlich, 
in Folge organischer Beimengungen, und schmilzt dann zu einer klarbleibenden 
Perle, die Flamme gelb färbend. . Mit Schwefelsäure befeuchtet, und erhitzt. 



251 

oder mit Flussspath und saurem schwefelsaurem Kali geschmolzen (ersterer ist 
unnölhig}, filrbi er die Flamme grttn. 

Lttst sich in Wasser mit Hinterlassung von erdigen und organischen Bei- 
mengungen auf. 

Klaproth fand in dem T. oder dem natürlichen Borax aus Tübet nach 
Abzug von 3V4 p. C. Verunreinigungen : 37 Borsäure, 4 4,5 Natron und 47 Was- 
ser, obgleich er keine vollkommene analytische Methode anwenden konnte. 

Im T. gleichwie im reinen Borax verhält sich der Sauerstoff von Basis, 

Säure und Wasser ss 4 : 6 : 10. Er ist demnach eine Verbindung von I At. 

zweifach borsaurem Natron und 10 At. Wasser, 

Naß* + lOaq. 

8 At. Borsäure =5 87S,4 «= 36,58 

4 - Natron = 387,5 ^ 16,25 

10 - Wasser = 1125,0 = 47,17 

2384,9 100. 
In einer Efflorescenz der Borsäurelagunen Toscanas fand Bechi: 43,56 
Borsäure, 19,25 Natron, 37,19 Wasser, cntspechend einem Hydrat mit 7 At. 
Wasser. 

Fownes und Sullivan wollen im Tinkal 2,13 p.G. Phosphorsäure ge* 
fanden haben. 

Bechi: Am. J. ofSc. II Ser. XVll, 499. — Fownes u. Saiiivao: Phü. Mag. 
XXVII, 869. Pogg. Ergäozbd. II, 868. ~ Klaproth: Beitr. IV, 350. 

Borocaleit. 

Als wasserhaltiger borsaurer Kalk werden zwei Substanzen betrachtet. 

1. Eine Inkrustation von den Borsäurelagunen Toscanas. 

2) Ein mit dem Namen Tiza bezeichnetes Mineral aus der Gegend von Iqui- 
que in Bolivia, dem Fundort des Natronsalpeters, wo es nach Heyes 
knollige Massen , aus faserigen Aggregaten bestehend, bildet, welche von 
Magnesia-Alaun begleitet werden. (Vgl. Boronatrocalcit). 





u 


9. 




Bechi. 


Hayes. 


Borsäure 


52,06 


46,11 


Kalk 


21,22 


18,89 


Wasser 


26,72 


35,00 



100. 100. 

Hiemach sind beide Substanzen zweifach borsaurer Kalk, allein die tos- 
caoische enthält 4 At., die südamerikanische 6At. Wasser. 

1. 9. 

CaB* + 4aq. CaB* + 6aq. 

2B =872,4 = 52,11 2B =872,4 = 45,95 

Ca = 350,0 = 21,00 Ca = 350,0 = 18,51 

4ft = 450,0 = 26,89 6fl = 675,0 = 35,54 

1672,4 100. 1897,4 100. 

Bechi: Am. J. of Sc. 11 Ser. XVIf, 4 99. - Hayes: ibid. XVIII, 96. 



Bsronatroealdt. 

Scbmilit V. d. L. unler Aufblähen leicht su einem kUrbleibeodeD Glase, 
verfielt sich Überhaupt ahnlich dem Tinkal. 

LCsLsicii kniitii in kallern, wenig in kochendem Wasser EU einer alkalisch 
reagircnden Flils^igkeil, lekht hingegen in Siluren auf. 

Dic-ses Mineral kommt na demselben Orle und mit denselben Eigenschaften 
wie der von Hayes beschriebene Borocalcit vor. Oft enthalt es Glauberitkry- 
stalle. 



DIex. 


Dick. 




Rammelaberg. 




fiorsBare 49,5 


t5,<3 




(4«, IS) 




Kalk 15,8 


ll,3S 


I!,77 


l!,46 




Natron 8,8 


9,63 


7,76 


6,1» 




Waaser !5,9 


«7,4S 


3i,i0 


34,40 




Kali — 


0,51 


0,80 


Chlorkalium l,<6 




Chlor - 


),60 


1,98 


Ghlornatrium 1,66 




Scbwefelsaure — 


1,10 


0,91 


Sofawefels. Kalk «,77l 


1,58 


<00. 


(00. 




Sobwefels. Natron 0,8|| 
100. 


Glauberit 


Oder im reinen Zustande 












BorsBure 


44,10 It,Ba 








Kall 


(3,06 »,n\.„ 








Natron 


6,83 ,,,,] ••" 








Wasaer 


, ; 36,08') <I,00 





400. 
Ncnerlicb ist der B. auch zu Windsor, Neuschottland, gefonden worden, 
gemengt mit Glaubersalt und Gyps. Nach Baw enthalt er: 
Borsaure 44,10 

Kalk U,20 

Natron 7,91 

Wasser 34,49 

100. 
Da sich in meiner Analyse der Sauerstoff der Basen, der SSure und des 
Wassers = 4 : 6 : G verhalt, Natron und Kalk aber =1:2 sind, so besteht 
der B. aus 1 At. zweifach borsaurem Natron, 2 At. iwelfach bor- 
saurem Kalk und ISAl. Wasser, 

[Naß' + SCaB'} -l- I8aq. 
6 At. Borsflure = 2617,8 = 45,66 
2 - Kalk = 700,0 =: 12,21 

1 - Natron *= 387,5 = 6,80 
1 8 - Wasser =2 025,0 = 35,33 
5729,7 100. 
Schreibt man die Formel 

(Naß* + lOaq) + 2(CaB' + 4aq), 

1) Ein späterer Versuch ergab : 13,11 Kalk, 7,91 Natron. 



25» 

so isl das Mineral eine Verbindung von 4 At. Tinkal (Borax) und 8 At. Borooal- 

cit von Heyes. 

Dick: Phil. Mag. IV. Ser. VI, 50. — Haw: Am. J. of Sc. IV. Ser. XXIV. J. f. pr. 
Chem. LXXIII, ISa. — R ammelab er g : Pogg. Ann. XCVII, 104. ^ 1)1 ex: Ann. 
Chem. Pharm. LXX, 49. 

Hjrdrobomcit. 

Schmilzt V. d. L. leicht zu einem klarbleibenden Glase, w(d)ei die Flamme 
etwas grün erscheint. 

Ist wenig in Wasser, leicht in Stturen auflöslich. 

Nach zwei Analysen von Hess enthält der H. vom Kaukasus : 





a. 


b. 


Mittel. 


Saueretttff. 


Borsaure 


49,82 


49,94 


49,58 


14,40 


Kalk 


<3,74 


13,30 


13,52 


*''*l««7 


Magnesia 


<0,7< 


10,43 


10,57 


> 8,a7 

4."j 


Wasser 


26,33 


26,33 


26,33 


28,40 



400. 100. 400. 

Der Sauerstoff der Basen, der Borsäure und des Wassers ist «= 4 : 4,2 : 8,9, 
also nahe »4 : 4 : 3, der der beiden Basen unter sich ist s I : 4, so dass der 
H. als aus vierdrittel-borsauren Salzen 

(Ca«B* + Sg» B») + 1 8 aq = J^ Jb* + 9 aq 

bestehend bezeichnet werden kann. 

4 At. Borsäure » 1744,8 a= 47,70 
i - Kalk = 525,0 = U,35 

i - MagnesU = 375,0 ^ 40,25 
9 - Wasser « 4042,5 = 27,70 

3657,3 400. 
Wenn man das Sauerstoffverhältniss =s 4 : 44- : 3 annimmt, so besteht das 
Mineral aus anderthalbfach-borsauren Salzen, 

(Ca»B» + ftg'B») + 42aq. 
Diese einfachere Formel verlangt : 

6 At. Borsäure = 2647 = 50,65 

2 - Kalk » 700 ^ 43,55 

2 - Magnesia » 500 = 9,68 

42 - Wasser = 4350 =26,42 

5467 400. 
Sie dürfte der ersten vorzuziehen sein. 
Hess: Pogg. Ann. XXXI, 49. 

Lagonit. 

Eine gelbe erdige Substanz, an den Borsäurelagunen Tosc«inas gefunden, 
welche nach Bechi aus 47,95 Borsäure. 36,26 Eisenoxyd und 44,02 Wasser 



bestdit, was einfach boraaürem Eisenoxyd mit 3 At. Wasser ent- 
spricht. 

f^eB* 4- 3aq. 

3 At. Borsaare » 4308,6 « 49,44 

i - Eisenoxyd » 4000,0 ss 37,84 

3 - Wasser == 337,5 « 42,75 

2646,4 400. 
B echi : Am. J. of Sc. 11 Ser. XVII, 4t9. 

3. Verbindangen mit Chloriden. 

Bonicit. 

Giebt beim Erhitsen kein Wasser oder nur eine Spur desselben, ausserdem 
nach G. Rose ein geringes Sublimat, wa^rschejplich von Borsäure. Schmilzt 
V. d. L. unter Aufwallen zu einer weissen krystallinischen Perle, und ftirbt die 
äussere Flamme grün. Mit Borax und Phosphorsalz bildet er klare Glttser, von 
denen das letztere nach der Sättigung sich trübt. Hit Soda schmilzt er bei 
richtigem Yerhältniss zu einer klaren Hasse, welche beim Abkühlen eine facet- 
tirte Oberfläche erlangt. 

Das feine Pulver ist in Ghlorwasserstoffsäure schwer auflOslich. 

Der B. wurde von Ilsemann und Heyer, dann von Westrumb unter- 
sucht, welcher die Borsäure darin auffand. Die Analysen von Yauquelin, 
Dumenil und Pfaff waren nicht ganz richtig; Stromeyer, besonders aber 
Arfvedson, welcher zuerst Flusssäure anwandte, erhielten genauere Re- 
sultate, welche durch Web er 's und meine Versuche sich bestätigten. Ver- 
anlasst durch die Auffindung eines Chlorgehalts im Stassfurthit, prüften H. Rose 
und Heintz auch denBoracit, und fanden darin ebenfalls dieses Element, wel- 
ches von allen Frtlheren übersehen worden war. 

Analysen des B. von Lüneburg: 

A. Aeltere. 

4. F. Stromeyer. 2. Arfvedson. 3. Rammeisberg, a) reine durch- 
sichtige Erystalle; sp. G. = 2,955. b) grössere trübe Krystalle, gleich- 
sam aus concentrisch faserigen Massen bestehend, deren Spitze im Mittel- 
punkt liegt, und deren Basis eine Granaloederfläche bildet ; sp. G. s= 8,935. 

4. Weber. Undurchsichtige Krystalle. 

4. ). 8. 4. 

Magnesia 33,0 30,3 30,23 30,50*) 38,83 32,86 
Eisenoxyd 0,79 0,45 

Glühveriust 3 ,58 



i) Ich habe den Glühverlust nicht besUmmt. Die Krystalle b gaben an Wasser etwas 
schwefelsauren Kalk ab. 



255 
B. Neuere. 

4. 3. f. 

Siewert. Geist. Potyka. 

a. b. a. b. Mittel. a. b.*) 

Chlor 8,?8 8,75 8,30 8,62 8,50 8,45 7,78 

Magnesia 30,70 30,79 30,43 30,30 30,48 S9,82 30,58 

EiseDOxydul 4,52 4,43 4,83 4,05 4,38 4,59 4,66 

B 62,94 62,49 

A 0,55 0,94 



403,02 403,09 
Bereclmet man das- Chlor als Chlormagnesium'), so besteht der B. aus : 

Chlor 8,50 8,40 7,83 

Magnesium 2,88 2,73 2,65 

Magnesia 25,68 25,08 26,29 

Eisenoxydul 4,38 4,58 4,67 

Borsäure 64,56 62,51 61,56 

400. 400. 400. 

Oder nach Berechnung der dem Eisenoxydul aequivalenten Menge Magnesia : 

3. 8. 

a. b. 

Chlor 8,55 8,46 7,89 

Magnesium 2,89 2,74 2,67 

Magnesia 26,64 26,4 4 27,42 

Borsäure 64,95 62,96 62,02 



400. 400. 400. 

Hiemach besteht der B. aus 4 At. Chlormagnesium und 2 A t. v i e r- 
drittel-borsaurer Magnesia, 

MgCl-+.2]Slg«B*. 
4 At. Chlor a 443,3 » 7,94 

4 - Magnesium « 4 50,0= 2,691^^,,^. 
6 - Magnesia =4500,0 = 26,87/^8'*^»^^ 

8 - Borsäure = 3489,6 = 62,50 



5582,9 400. 401,79 

Nach Heintz und Sie wert erleidet der B. durch anhaltendes und star- 
kes Glllhen einen Gewichtsverlust, in einem Versuche 3 p. C, der aus Chlor 
und etwas Borsäure besteht, wobei ersteres durch Sauerstoff ersetzt wird. Ein 
solcher B. enthielt nur noch 5,78 p. C. Chlor. 

Bevor der Chlorgehalt des B. aufgefunden war, hielt man ihn für lilg'B^, 
wonach er fast dieselbe Menge Basis, 30 p.C, dagegen aber 70 p. C. Säure ent- 
halten muss. Nun ist letztere früher nie direkt bestimmt worden, wodurch sich, 
da die Differenz 7 p. C. ausmacht, der Fehler hätte aufOnden lassen. A. Stro- 
meyer hat später eine solche direkte Bestimmung der Borsäure, wie über- 
haupt eine Analyse des B. gegeben, wozu ihm trübe Krystalle, welche Quarz (?) 
enthielten, dienten. Seine Analyse ergiebt : 

Magnesia 26,89 

Borsäure 57,00 

83,89 



4) a durchsichtige, 6. undurchsichtige KTystalle. 
%) Uud zieht das Wasser ab. 



356 

Eine solche Analyse kann nichts beweisen. Auf 30,78 Magnesia kommen hier 
65; 4 2 Borsäure. 

Der B. scheint sich unter Aufnahme von Wasser in Stassfurthit zu verwan- 
deln, denn die trüben Krystalle von faseriger Textur enthalten Wasser, sind 
spec. leichter, und lösen sich nach G. Bose leichter in ChlorwasserstoflEsHure 
auf ala die unveränderten durchsichtigen Boracitkrystalle. 

Arfvedson: Schwgg. J. XXXVIII, 7. — Dumenil: Ghem. Forsch. S. 54. — 
Heintx (Geist und Siewert): Ztschrft. f. d. ges. Naturw. XIII, 405. — Heyer: 
Grell ehem. Ann. 4788. II. — Ilsemann: Ebendas. I. — - Pfaff: Schwgg. J. VIII, 484. 
— Potyka: Privatmittb. —Rammeisberg; Pogg. Ann. XLIX* 445. — 6. Itose: 
Ebendas. XCVII, 68). — A. Stromeyer: Ann. Ghem. Pbarm. G, 87. — F. Stro- 
meyer: Gilb. Ann. XLVIII, t45. — Vanquelin: Hauy Trait« II, 888. ^ Weber: 
Pogg. LXXX, 38S. — Westmmb: Pfays. cbem. Schriften 8. Hit. 4. 

StaMfkirthiC 

Giebt beim Erhitzen Wasser. Nach 6. Böse giebt er ein geringes weisses 
Sublimat, decrepitirt zuweilen und giebt dann ziemlich viel Wasser. 

Schmilzt V. d. L. viel leichter als Boracit, verhält sieb sonst wie dieser. 

Löst sich schwer in Wasser, leicht in Chlorwasserstoffsäure auf. 

Karsten entdeckte dieses Mineral in dem Salzlager von Btassfurth bei 
Magdeburg, fand es dem Boracit gleich zusammengesetzt, und hielt es fttr eine 
dichte Varietät desselben. Neuerlich fand Ludwig, dass es neben durch 
Wasser aufzulösendem beigemengtem Chlonnagnesium eine gewisse Menge die- 
ses Salzes in chemischer Verbindung enthält, welches durch Wasser nicht aus- 
zuziehen ist. Heintz bewies, dass der Gehalt an Chlor constantist, und der 
St. überdies beinahe 2 p.C. Wasser enthält. 

A. Frühere Analysen. 

Karsten. Ghandler. 

Magnesia 89,48 89,98 

Eisenoxydul 0,64 0,89 

B. Neuere. 

4. 8. 8. 4. 8. 6. 

Heintz. Siewert. Rey. Mittel. Schulz. Polyka. 

Chlor 8,U 8,06 8,39 8,80 8,79 8,08 

Magnesia 30,15 31,83 34,19 30,86 30,67 

Eisenoxyd 0,43 0,52 0,32 0,42 fe 0,4Q 

Wasser 1,73 2,10 2,09 t^^^T;?^-^:-/ 1,95 

Zieht man das Eisenoxyd ab, und berechnenaas Ghlorliß^jChlQrmagnesium, so 
giebt: . ' ' '^ 

'4. 8. * /> '^ 

Chlor 8,20 8,02 

Magnesium 2,77 2,71 

Magnesia 26,24 26,37 

Borsaure 60,82 60,95 

Wasser 1,97 1,95 

100. 100. 



257 

Hienttdi iai der St. eine Verbindung von i AI. Boracit und i Ai. 
Wasser, 

(MgCl-^2»g*B*) -f-aq. 

.1 At. Chlor =« 443,3 = 7,86 

I - Magnesium = 480,0 =s 8,66 
6 - Magnesia » U50,0 = 25,69 

8 - Borsäure =3489,6 = 64,84 

1 - Wasser = 448,5« 4,99 

5645,4 400. 
Nach G. Rose besieht der St. aus mikroskopischen prismatischen Krystal- 
len. Sein sp.G. ist nach Karsten = 8,943. 

Chandler: Dana Min. IV. Suppi. — Heintz(Rey u. Siewert): Ztschrft. f. d. 
ges. Nat. XIII, 4 . — Karsten: Pogg Ann. LXX, 557. ^ Potyka u. G.Rose: 
S. Boracit. — Seh alz: In mein. Laborat. 



F. Sulfate. 

1. Einfache, 
a. Wasserfreie. 

Glaserit. 

Decrepitirt und schmilzt v. d. L. auf Kohle zu einer Hepar. — Ist in Was- 
^r aaflöslich zu einer neutralen Fltlssigkeit. 

Dieses Salz findet sich unter den Lavaefflorescenzen (Fumarolenprodukten) 
des Vesuvs, gemengt mit anderen Salzen und mit Eisenglanz. Ist im reinen 
Zustande einfach schwefelsaures Kali, 

fcS. 
4 At. Schwefelsäure = 500 = 45,94 
4 - Kali = 589 = 54,06 

4 089 4 00. 
Guiscardii Dal solfato potassico trovato nel oralere delVesario nel 4 84S. S. Roth 
der Vesuv S. 810. 868. 481 . 

liseilt. Eine Salzefflorescenz aas der Tuffgrotte von Miseno bei Neapel. wel(*he 
iiscbScacchi zweifach schwefelsaures Kali zu sein scheint. 

Ztschrft. d. geol. Ges. IV, 463. 

Mascagnin« 

Schmilzt beim Erhitzen leicht, giebt Wasser, Ammoniak, Schwefelsäure 
und verflüchtigt sich zum Theil unzersetzt. — Ist in Wasser leicht aufldslfch. 
Diese unter den Salzefflorescenzen einiger Vulkane bemerkte Verbindung, 

^■■■eliiberg^s MiaenilcliMirf». 17 




enthalten ist, nnuty ekwnhl si<5 
^^ ^f<»TW Avmoniak (Ammoniamoiyd) sein, 

V MO a. 60,60 

V 395 » 39,40 




8S5 400. 

ThenardiC 

jl^ .^iWitfM stark gelb, schmilzt und bildet auf Kohle eine 
^^^^s^- l^if^M auflöslich. 
^ ^ .. jitiMIl der Tb. von Salines d'Espartines bei Aranjuez in 



i 






.^^^^^ Xjjfciron 99,78 
ygi^tu^ >»lron 0,M 

400. 
^ . .^. ; («umA itt nadeltennigen SalzeOlorescenzen aus den oberiiarzer Gm- 
>..\^U9kUit*l VI — 95,3 schwefeis. Natron, 4,6 — 4 Schwefels. Magnesia, 
* .k^s^vU'ök* b^üu>ooxydul, 4,6 — 4,8 schwefeis. Kalk und 4—4,8 Wasser. 
■ * v^j^i \*jh\vefelsaures Natron, 
^ ÄaS. 

t At Schwefelsäure = 500,0 » 56,34 
I - Nalron = s 387,5 « 43,66 

887,7 400. 

Ctiaaaeoa: Ann. Chim. Phys XXXII, 808. Schwgg. J. XLYII, t09. — Kays er: 
U. u. h. Ztg. 1859. No. 48. 

MagnesialsalCRt s. Bittersalz. 

Sehwerspath, 

Decrepitirt gewöhnlich sehr stark, rundet sich v. d. L. nur an den Kanten, 
(ttrbt beim Schmelzen die Flamme gelblichgrttn (v. Kobell), und bildet auf 
Ktkhie in der inneren Flamme theilweise eine Hepar. Mit Soda auf Platinblech 
schmilzt er zu einer klaren Masse. 

Ist in Sauren unauflöslich. #^« 

£r ist von Withering, Bucholz, Richter, Kl aprotb u. A. vielfach 
untersucht worden. 

4. Freiberg, schaliger. Klaproth. 

2. Peggau, Steiermark, körniger. K. 

3. Neu-Leiningen in der Pfalz, faseriger. K. 

4. Nutßeld, Surreyshire. Stromeyer. 
.'). Naurod bei Wiesbaden, kömiger. Fresenius. 
0. Clausthal, dichter, splittriger. Jordan. 



1 in der Sdiweis, im Dolomit, krystallislrt ; sp.G. a 3,977 
Sartorias v, WallershanseD. 

8. ScbtrfiBrie, New-York. [Calatronbaryt), derb. Haidingsfeld. 

9. BrauDgelber in kleinen Kryslallen aus den Braunkohlen von GSrzig, An- 
halt-KoifaeD; sp.G. =s 1,(88. R. 

10. ParbloserdurchsichtigerKrystall von Silbach; sp.G. — 4,4861(G.Rose].R 
1. I. I. 4. S. 

Schwefels. Baryt 97,50 90 99 99,37 89,(7 
Schwftfels. Strontian 0,85 — — — <,85 

Kieselsflare 0,80 10 — — 8,15 

Eisenoxyd — — SpurI 0,S9 

Wasser 0,70 — — ( ' 0,08 

99,85 400. 99^ 99,49 "ÖmT 



Schwefels. Baryt 86,00 


87,79 83,t0 


83, {8 




9,07 7,(0 


(S,(« 


Kteselsjture 5,75 


0,08 CS e,li 


0,89 


Eisenozyd — 


— <,83 


0,S5 


Wasser 0,37 


— — 


— 


98,87 


* 8,(5 98,(5 


99,74 



99,69 
In No. 10 wurde nur eine unbestimmbare Menge Strontian gefunden. 
Der Seh. ist schwefelsaurer Baryt, 
ßaS. 
1 At. Schwefelsaure = 500,0 = 34,32 
1 - Baryt = 957,0 = 65,68 

1457,0 100. 
Viele Abänderungen enthalten aber Beimischungen des isomorphen schwefel- 
unren Strontians ; am reichsten an demselben ist die von GOrzig (9), in welcher 
wf { At. SrS 4—5 At. äaS kommen. Der sogenannte Galstronbaryt zeichnet 
*>cti Überdies durch einen merklichen Gehalt an schwefelsaurem Kalk aus; er 
ntbalt 1 At. Kalk gegen 1 At. Strontian und S At. Barjt. 

FreseniDB: Apq. Cbem. Pbarm. LX1II, ass. — Haidingifeld: In meloem La- 
bont. — Jordan: Schwgg.J. LVII, SSS. — Klaproth: Beltr. II, 70. III, tSS. — 
Kammellberg: Pogg. Ana. LXVJII, Bit. - Sartorias v. Waltershansen! 
Ebendas. XCIV, tat. — Stromeyer: Unteroucb. i%i. 

COleslin. 

Decrepitirt beim Erhilien. Schmilzt v. d. L., indem er die Flamme roth 
^rht, ziemlich leicht zu einer milchweisseu Kugel, welche auf Kohle in der in- 
neren Flamme sich in eine alkalisch reagirende Hepar verwandelt. Mit Soda 
l'efert er gleichfalls eine solche; mit Flussspath bildet er ein klares, beim Er- 
Uten milchweisses Glas. 

17" 



▼oft dem SohweHBpAtii uotendieidet «an ilm ntch Ir. Kobell leieht, in- 
dem man einen Splitter in der inneren Litthrohrfiamme glüht, mit Ghlorwasser- 
stoffsfiure befeuchtet, und dann an den blanen TfaeS der Flamme bMt, wekhe 
er lebhaft roth färbt. 

Wird von Wasser und Säuren in sehr geringem Grade aufgeUM. 

Kl ap roth erkannte zuerst den sogenannten blauen Fasergyps von Pranks- 
town in Pennsylvanien als schwefelsauren Strontian. 

4. Frankstown in Pennsylvanien, faserig. Klaprath. 

8. Doraburg bei Jena, faserig, a) Stromeyer. 6] Maddrell. 

3. Sttntel bei Münden in Hannover, blättrig. Stromeyer. 

4. Dehrself bei Alfeld in Hannover, blättrig. Derselbe. 

5. Thieder Berg bei Braunschweig, rtfthlich, concentrisch strahlig. Leon- 
hardt. 

6. Fassathal. R. Brandes. 

7. Gii^enti. Stromeyer. 

8. Ischl, krystallisirt, aus dem Steinsalz, v. Hauer. 

a. b. 



j » 



Schwefelsäure 


t 42 42,95 




43,78 




Stronticin 


58 56.26 

• 




54,73 








100. Eisenoxyd 0,03 


Kalk 


1,41 








Thonerde 0,05 




99,90 








Kohlens. Kalk 0,40 












Wasser, BHotnen 0,10 












99,49 










3. 


4. 6. 


6. 


7. 


s. 


Schwefelsäure 


42,74 


42,94 41,23 


40,85 


43,07 


43,82 


Strontian 


55,48 


55,01 53,90 J 


S1,93 


56,35 


55,96 


Baryt 


0,86 


0,«4 - 


1,23 


— 


— 


Kalk 


0,34 


— 1,12 




€aC 0,09 


— 


Eisenoxyd 


0,04 


0,65 1,88 


0,50 


0,03 


Spur 


Kohlens. Kalk 


0,02 


&i 0,11 UnlOsl.0,94 3i 


1,00 


H 0,18 


0,41 


Wasser 


0,05 


0,25 0,49 CaCj 
99,58 99,56 CaS) 


1,83 


»9,7« 


100,19 




99,20 







97,34 

Der G. von Gross-Rühden (WilhelmshUtte) bei Bockenem (Braunschweig) 
enthalt nach meinen Versuchen 0,85 p. G. Kalk. In dem G. von Nörten (Han- 
nover) fanden Grüner 26 p. G., Turner 20,4 p. C. schwefelsauren Baryt. 
Thomson^s Barytcoelestin aus Nordamerika ist dagegen nach Hunt frei von 
Baryt. 

Der G. ist schwefelsaurer Strontian , 

SrS. 



261 

I . 

I 

I 4 At. Sdiwefelsäure s 500 =» 43,55 

I - Sirontianerde « 648 « 56,45 

4U8 400. 
Brandes: Scbwgg. J. XXI, 477. — Gmner: Gilb. Ann. LX, 7t. — v. Hauer: 
Jahrb. d. geol. Reichsanst. IV, 897. — Hunt: Dana Min. IV. Edit. p. 169. — Klap- 
roih: Beitr. II,9t. — v. Kobell: J. f. pr. Gh. I, 90. — Maddreli u. Leonhardt: 
In meinem Laborat. — Stromeyer: Untersuchungen. S. )08. — Turner: Edinb. 
phiL J. XXUI, It9. 

Anhydrit« 

Schmilzt V. d. L. schwer zu einem weissen Email, und giebt auf Kohle eine 
Hepar. Borax löst ihn zu einem klaren Glase, welches beim Erkalten gelb wird. 
Mit Flussspath schmilzt er leicht zu einer klaren Perle zusammen, welche bei 
der Abkühlung undurchsichtig wird, bei längerem Blasen anschwillt und un- 
schmelzbar wird. Mit Soda giebt er eine Hepar. 
Ist in Wasser und Säuren sehr schwer löslich. 
4. Sulz am Neckar. Blau. Klaproth. 
%. Himmelsberg bei Ufeld. Strahlig. Stromeyer. 

3. Vulpino bei Bergamo. Körniger A. (Vulpinit). a) grobscbuppiger, b) fein- 
schuppiger. Stromeyer. 

4. 9. 8. 









a. 


b. 


Schwefelsäure 


69,78 


S5,80 


56,77 


58,01 


Kalk 


43,06 


40,68 


41,40 


41,70 


Eisenoxyd 


0,10 


0,85 


0,03 


— 


Kieselsäure 


0,85 


0,S3 


0,86 


0,09 


Kohlensäure 




0,09 








Wasser 


— 


8,91 


0,94 


0,07 


Bitamen 

m 


— 


0,04 


99,40 


99,86 



403,49*) 400. 

Der Anhydrit ist schwefelsaurer Kalk, 

OaS. 

4 At. Schwefelsäure = 500 = 58,88 
4 - Kalk = 350 = 44,48 

850 400. 
Klaproth: Beitr. IV, 994. — Stromeyer t Schwgg. J. XIV, 875 u. Unters, d. 
Min. 

Blei Vitriol. 

Decrepitirt beim Erhitzen, färbt v. d. L. die Flamme blau, schmilzt im 
Oiydationsfeuer zu einer klaren Perle, welche beim Erkalten milchweiss wird, 



1) Corrigirte Analyse. 



Von dem Sohw^^^^f 


■ 


^^^H 


■EBleikSmerD. Mit Soda 


dem man einco SplitU^^f 


^^^^^H 


W^ 




1 


^K^S 


ä&uiü serseUt ihn theilweise 


er lebhaft mib (Hrbt,.J^^^| 
Wird von Waasi^^^l 




nBaslich. 


Klaprotberka^^^l 


■ 






tuwu in rennsylvaoirt^^^H 


P 


^»Slrom 


eyer. 


f. Prankstown in^^^H 




t. 


j. 


S. Dornliurg bei J»^^^ 

H. SQntelbei Mllnil 

i. Dehrselfbei All— "-^ 




«5.75 

7«,S0 


85,0 SS,09 
60,5 78,46 


5. Thieder Berji l«^^ 
hardt. -^M 

7. Girgenli. - 


^5 


S,2S 
98,50 


-- 0,09 
— 0,0« 

1,5 0,51 
96,0 99,SI 


R. Iscbl, k< 


_*> 


Bloioxyd, 
(>bS. 






.. « 


S00,0 = 26,40 




3> 


1391,6 =. 73,60 






189i,6 100 





Klaproth: Beitr. III, 46t. — Stromayer: 



Strom 1 



1 f\ klimmt in den Gruben der Siem AInMgren in SpaDlen 

^ M. hworapatbs oder BleivItrinU vor, weichet waiMrfraies 

I IM niiio scheint. Dach soll es In Wuaer nnauflltsUch Min. 

. . I iMJ u p l ein weisses krysIslIiniscb-teinUtinlgM Mineral, «In 
' ii.'iiichlorer der Sierra Almagrera, deuen ip,G. — l,TT — 1,8> 
. . .:i>.ii' und UDverunderlich'], und enthalt nach DteDdttrtter 
,, >. liAefetsSure und bloss ein wenig hygroikoplaetiea Wauer. 
luiK li'it eine weisse Salzerflorescenz vom Arartt, IB mHäut 
<i,-, *f,Ti Tbonerde und 1,78 achwerelMarei EluaoiydDl hnd. 
I tilornHcb wnsserfroie Eweidrittel- lobwefelaaDte 



AIS* 




363 



b. Hydrale. 



Glanberaali. 

Schmilzt beim Erhitzen in seinem Krystallwasseri verbalt sich sonst wie 
Thenardit. — Leicht löslich in Wasser. 

Eine unter den Salzefflorescenzen des Vesuvs gefundene Probe enthielt nach 
Beudant: Schwefelsäure 44,8, Natron 35,0, Wasser20,S, wonach es schwe- 
felsaures Natron mitS At. Wasser ist, 

NaS -I- 8aq. 

4 At. Schwefelsäure ss 500,0 s 44,94 

s 387,5 » 34,83 
s 285,0 » 20,83 



4 - Natron 
2 - Wasser 



4148,5 400. 

Bekanntlich enthält das gewöhnliche Glaubersalz 4 At. Wasser. Diesem 
gleich ist ein angeblich von Guipuzcoa in Spanien stammendes 6., worin Ri- 
vot 24,8 Schwefelsäure, 49,5 Natron, 0,3 Kalk, 0,5 Magnesia, 54,5 Wasser 
fand. 

Ann. Min. V 86t. VI, 55S. 

Gips. 

Wird beim Erhitzen undurchsichtig, blättert sich auf und giebt Wasser. 
Sdimilzt V. d. L. zu einem weissen Email, welches auf Kohle in der inneren 
Phmme eine Hepar bildet. Giebt mit Flussspath eine in der Hitze klare, beim 
Erkalten milchweisse Perle. 

Löst sich in Wasser und in Säuren schwierig auf. 

Der G. ist in früherer Zeit von T. Bergman, Richter, V.Rose, 
Bacholz u. A. untersucht worden. Eine Varietät von faseriger bimssteinähn- 
licher Textur, von dem Vulkan von Albay auf der Insel Luzon, Philippinen, 
stammend, bat de la Trobe analysirt. 



Schwefelsäure 

Kalk 

Wasser 



Bergman. Bacholz. 



46 
32 
22 



46 
33 
24 



400. 



400. Kiesels. 
Thonerde i 
Eisenoxyd/ 



Dela.Trobe. 
44,49 
29,44 
20,48 
6,43 



0,64 



400,85. 

Der G. ist eine Verbindung von 4 At. schwefelsaurem Kalk mit 
i At. Wasser, 

OaS-i- 2aq. 



I AU SdMcfeisawe « MO »s 4i,5l 
I - Edk »SMw32,M 

« - WaMer « W5 « 20,93 

I07K 100. 

llacii JohasoB und Eogers soll am East River io Ken-Schottland «sd in 

9§täi^/ir^Bitik ein sebweCBbaorer Kalk niil mir eiutni Ifiertel des Wasaet^ehalts 

wwknmmtn Doeh ist dies yielleiciit ein G e menge von Gjps nnd Anhydrü. 

Baefcols: 6«ilmsK.l. d.Chfla.T,4if. — DoloTrobo: la 
— lofcasoa «.logors: DinsMiB.f. 070. — T. Eooo: 
He Aai. SO. 




ZerwCxt sidi in starker Hüae Ifce fl tr eioc , wobei sieh sanin IHHuftt cnV- 
wid^dn, nnd ein alkalisoh reaprender Bficksland blaüit, ▼. d. L. geg^hl, 
giebi es mit Koballsolution nach abermaligem Erhitsen ein blasses Botb. 

Ulslidi in Wasser. 

Aeltere Analysen ¥on B. rOhren Ton Klaprolh (B. ¥on Uria, iram Cap- 
lande), ¥on Vauqueiin, John nnd Vogel bor. Von neoaren aimi tilgende 
hervorzuheben : 

4. Bosjemansfloss im Caplande. Siromeyer. 

2. Idria. Sogen. Haarsalz. Derselbe. 

3. Calatayud in Catalonien. Derselbe. 

4. Neosohl io Ungarn. Rosenrolh| stalaklilisdi. Derselbe. 

5. Pison, Dpi. de FAude. Im Gips. Bouis. 





4. 


%. 


s. 


t. 


s. 


Schwefelsaure 


32,26 


3S,30 


34,90 


34,37 


3i,37 


Magnesia 


14,58 


16,39 


16,49 


45,34 


47,34 


Eisenoxydul 


— 


0,83 


— 


0,09 





MangBDOxydul 


3,61 


— 


— 


0,3« 





Kupferoxyd 


— 


— 


— 


0,38 





Kobaltoxvd 

m 






— 


0,69 





Wasser 


49,24 


50,93 


54,80 


54,70 


48,32 



99,69 99,85 99,59 99,88 400. 

Das B. ist eine Verbindung von f At. schwefelsaurer Magnesia und 
7 Al. Wasser, 

AgS + 7aq. 

1 At. Schwefelsäure ^ 500,0 = 32,52 
1 - Magnesia = 250,0 « 16,26 

7 - Wasser g = 787,5 c = 51,22 

1537,5 100. 

In dem Steinsalzlager von Stassfurlh kommen weisse feinkörnige Ge- 
menge von Steinsalz und Bittersalz vor, in danen letzteres zum Theil wasser- 



265 

frei, nun Theil nur mit wenig Wasser verbunden auftritt. Eine in meinem 
i«aboratoria untersuchte Probe gab nach Abzug von 4 p. C. Chlömatrium : 



Schwefebäure 


57,7 


Magnesia 


26,8 


Wasser 


15,5 



400. 
^hrmd die Formel 

ttgS -I- aq 
erfordert: 

4 At. Schwefelstfure « 500,0 » 57,98 
4 - Magnesia sr 250,0 » 28,99 

4 - Wasser « 4 42,5 = 43,03 



862,5 400. 
Karsten bezeichnete als Martinsit eine Salzmasse von Stassfurth, in 
wdcher er 90,98 Chlömatrium und 9,02 schwefelsaure Magnesia gefunden 
batte, und die er für eine chemische Verbindung hielt. 

Bouis: Revue soieni. industr. XIV, 800. — John: Schwgg. J. XXXIl, flSS. — 
Karsten: Beri. Akad. MonaUb. 1845 S4S. — Klaprotb: Beitr. II, StO. III, 404. *- 
Rammelsberg: Pogg. Ann. XCVIII, S6S. — Stromeyer: Ebendas. XXXI, 487. 
Sdiwgg. J. LXIX, 888. — Vogel: Schwgg. J. XXIX, 4 50. 

Zinkvitrlol. 

Verhalt sich ähnlich dem vorigen ; giebt aber v. d. L. auf Kohle bei der 
Redaktion einen Zinkbeschlag. 

\ . Bammelsberg bei Goslar am Harz. K 1 a p r o t h. 

2. Comwall. Schaub. 

3. Schemnitz in Ungarn. Beudant. 





4. 


2. 


s. 


Schwefelsäure 


22,0 


24,60 


29,8 


Zinkoxyd 


27,5 


25,66 


88,5 


Manganoxyd 


0,5 


4,33 


0,7 


Rupferoxyd 




4,00 





Eisenoxyd 




0,47 


0,4 


Wasser 


50,0 


46,50 


40,8 



400. 99,26 400,2 

Nur die von Beudant untersuchte Substanz erscheint als einfach 
schwefelsaures Zinkoxyd mit 6 At. Wasser, 

ZnS + 6aq. 

4 At. Schwefelsäure = 500,0 = 29,73 
4 - Zinkoxyd » 506,6 »: 30,43 

6 - Wasser = 675,0 =: 40,4 4 

4684,6 400. 



366 ^ 

Me beideD andemi AnalyMn baam auf basiMbe Sdse odar G«nii»ge das 
vorigen mit solcboi whlmeo. Niomt nuD Eiaen nnd Muign aU Oxytkde, aa 
ist der Sauerstoff von 

A: S 
in 1 — 1 : 2,4 
S n I : 2,1 : 6,7 
Ea verdienen diese SltereD Versuche wohl eioe Wiederbolnng. 

BeudBQt: TraiMUin. U, «81. — KUprotbi Beilr.V, 4n. — Scbaab: CraU 
ehem. Ann. 1S01. 

BAebltrllll (Pyromelln). Sieht lich v. d. L. stark anf, DUM «leb gtlb, und tchnibt 
tu einer grau«n magnetiichan kugel. Ul in Wasser mit grOner Farbe Uallcb. Bine Analjaf 
tot nlcbt bekannt. 

Kobaltvitriol. 

Giflbt beim Ertiiuen Wasser, beim Hosten whwea%e Sitira. 
Ist in Wasser mit rother Farbe anfltfslioh. 

Von dieser sekundären Bildung, durch Oxydation von KobaltersaD entstan- 
deOf beaitzeD wir folgende Untersuchungen : 

1. Bieber bei Hanau in Beasen. a] Kopp, b] Winkelblaoh. 

S. Als Beschlag auf Pochenen von der Grube Hoi^georOthe bei Siegeo. 

Schnabel. 
3. AusblQhung aus dem Schlamm der Erae von der Grube Glttoksatem bei 
Siesoi. Scboabel. 





< 




«.'1 


t. 






b. 






Schwefelsaure 


l»,7» 


SO.OS 


S7,»S 


«8,81 


Kobaltoxyd 


38,71 


49,91 


S(,7I 


93,30 


Kupferoxyd 


— 


— 


0,58 


0,30 


Hagrosia 


— 


3,86 


— 


0,88 


Kalk 


— 


— 


— 


0,t3 


Wasser 


41,55 


16,83 


50,21 


is,n 


Chlor 


— 


— 


0,05 


o,et 




(00. 


99,65 


<00. 


98,98 



Der K. ist also gleich dem künstlich dargestellten, der die KryatalUorm des 
Eisenvitriols besitzt, einfach schwefelsaures Koballozyd mit 7 At. 
Wasser, 

CoS + 7aq. 
t At. Schwefelsäure = 500,0 = 2S,37 
i - Robaltoxyd = 475,0 m, 25,53 

7 - Wasser = 787,5 = 46.10 

(762,5 10«. 

1 1 SiKh Abzug von 3t p. C. erdiger Betmengangen. 



867 

Bdne Heogeo isomorpher Sulfate fehlen niemals ; so entbSlt der von W i d - 
kelblech nntersuchte K. 1 Al. Hagnesiasali g^n 3 At. Kobalbalk, 

4 At. Schwefelsäure « S00,0 =: 29,30 

1^ - Koballoxyd = 366,2 = 20,88 

i - Magnesia n 68,5 = 2,66 

7 - Wasser « 787, S o. 46,16 

n06,S 100. 
Die Analyse von Kopp würde auf ein basisches Salz Co*S ^- 8aq fuhren, 
iit jedoch sehr zweifelhaft. 

Kopp: L«onhsrd Hdb. d. Mio. S. (U. — Sehnabel: Privatmittbeil. — Wln- 
kslblach: Ann. d. Pbarm. XIII, IIB. 

Knpfervllrlol. 

Giebt beim Erhitzen Wasaer und wird weiss, beim RSsten schweflige 
SSare. Bedncirt sich v. d. L. auf Kohle zu Kupfer. 
Ist in Wasser mit blauer Farbe auflQstich. 
[ Ein mit Elsensulfeten im nordlichen Chiles Prov. Coquimbo, vorkommen- 

der K. enthalt nach H. Rose : 

Schwefelsaure 31,43 » 32,09 
Kopferoxyd S8,3t = 31,88 

Eisenoxyd 2,09 

Thonerde 0,80 

Magnesia 0,44 

Kalk ' 0,90 

Wasser 34,09 = 36,09 

Kieselsäure 1,89 400. 

99,95 
Auch Tob 1er hat diesen K. analysirt. 

Der reine K. ist einfach schwefelsaures Kupferoxyd mit S At. 
Wasser, 

CuS -H 5aq. 
1 At. Schwefelsäure => 500,0 » 32,07 
f - Kupferoxyd = 496.6 = 3f,85 

8 - Wasser — 568,8 = 36,08 

1589,1 100. 
Am Vesuv kommt suweilen (1858) das wasserfreie Salz, vielleicht auch 
ein weniger als 8 At. enthaltendes vor. Scaccbi. 

H. Roie: Pogg. Aon. XXVII, IIS. — Tobler: S. Stypticit. 

BroohaDtit. 

Verhall sich wie Kupfervitriol, ist jedoch nicht ii 
auflttslich. 



Wasser, nur in Sauren 



268 



4. ReUbanyai Utigam. Magiios. 






• 


S. KiisuYig, bland. Forobhammer. 


• 




■ 


3. Nassau an der Lahn. Risse. 








4. Krystallisirter Br. Rivot. 

4. 




t. 


8. 


t. 


a. 
'Schwefelsäure 1 7, 1 3 =s 1 8, 69 


b. 
47,43a-:18,40 


18,88 


49,0 


49,4 


Kupferoxyd 62,63 68,34 


66,93 69,52 


67,76 


67,8 


69,9 


Wasser 41,89 12,97 


44,92 42,38 


4S,81 


43,t 


44,7 


Zinnsaare 8,18 400. 


3,44 400. 


09,4 i 


400. 


C 1,9 


Bleioxyd 0,03 


4,05 






98,9 



99,86 400,47 

Die Zinnsäure, obwohl sicher nur beigemengt, löst sich mit dem Mineral in 
Säuren auf. 

Der Sauerstoff ist : 

Cu : S : ft 
in 4 a » 43,8 : 44,2 : 44,5 » 3,7 : 3 : 3,0 
4 b » 44,0 : 40,8 : 44,0 s 4,0 : 3 : 3,0 

2 a 43,7 : 41,3 : 44,4 » 3,6 : 3 : 3,0 

3 » 43;6 : 41,4 : 11,7 » 3,6 : 3 : 3,0, 
also offenbar ss 4 : 3 : 3. 

Hiemach ist der B. viertel- schwefelsaures Kupf^roxyd mit 
3 At. Wasser. 

Ou^S + 3aq =: OuS -I- 3CuA 

1 At. Schwefelsäure = 500,0 = 17,70 
4 - Kupferoxyd =1986,4 = 70,34 
3 - Wasser = 337,5 = 11,96 

2823,9 100. 

Eine auf das Sauerstoffverhältniss 6:5:5 oder 7:6:6 basirte Formel 
hat nicht viel Wahrscheinlichkeit. 

In einem Mineral aus Mexico fand Berthier: 16,6 Schwefelsäure, 66,2 

Kupferoxyd und 17,2 Wasser, was BrochantH mit 4 At. Wasser, (Üu^S -i- 4aq 

= (OuS + aq) + 30u tt sein würde. 

Berthier: Ann. Cbim. Phys. L, SSO. Scfawgg. J. LXVI, 18S. — Forchham- 
mer: Berz. Jahresb. XXIII, 164. J. f. pr. Chem. XXX, 896. — MagDut: Pogg. Ami. 
XIV, 444. — Risse (Sandberger): Bbendas. GV, 64 4. «^ Rivott Aon. Mine« IV. 
Sör. Ul, 740. 

Kipferiammten. P e rcy fand in dem K. von Moldawa im Banat : 

a. 

Scbwefelstfure 4 5,88 
Kupferoxyd 48,46 



Tbonerde ) 
Eisenoxyd / 
Wasser S8.06 



44,70 

t8.06 
98,10 



b. 


Mittel 


Sauentoff. 


44,46 
47,7t 
44,81 
4,49 
18,61 


4 4,91 
47.94 
44,81 
^J9 
18,84 


8,95 
9,67 

10,15 


98,84 


98,74 





»6 9 

Das SauentoflVerbältniss ist a 4,7 : 5,4 : 8 s 44,0, woraus keine Fomiel sieh ooostnii- 
en Ifisst, wie denn die Substanz wohl nur ein Gemenge eines basiaohen KupferauUtatts mit 
'inem aluminitflbnlicben Mineral zu sein scheint. 
Percy: Phil. Mag. III Ser. XXXVI, 400. 

LiDarit (Bleilasur). 

Giebt beim Erhitzen Wasser; ist v. d. L. unschmelzbar und reagirt mit 
len Flüssen auf Kupfer und Blei. 

Löst sich in Salpetersäure unter Abscheidung von weissem schwefelsaurem 
ftleioxyd zu einer blauen Flüssigkeit auf. 

Analysen des L. von Wanlockhead: 4) Brooke. 2) Thomson. (Sp.G. 
= 5,214). 

4. 1. 

Schwefels. Bleioxyd 75,4 74,8 

Kupferoxyd 18,0 19,7 

Wasser 4,7 5,5 

98,1 100. 
Hiernach besteht der L. aus gleichen At. schwefelsauren Bleioiyds. 
i^upferoxyds und Wasser, und kann als 

fbS + OuA 
gedacht werden. 

1 At. Schwefels. Bieioxyd == 1894,6 « 75,67 

1 - Kupferoxyd := 496,6 » 49,83 

4 - Wasser = 442,5 g 4,50 

2503,7 400. 
Brocke: Ann. of pbil. 48SS. Berz. Jabresb. III, 481. — Tbomson: Pbil. Mag. 
4 840. J. f. pr. Cbem. XXII, 44 7. 

Haarsali. 

Bläht sich beim Erhitzen stark auf, wird durch Wasserverlust unschmelz- 
bar, und giebt später saure Dämpfe. Die geglühte Masse der reinen Abände- 
rungen zeigt mit Kobaltsolution ein reines Blau. 

Leicht loslich in Wasser. 
4 . Freienwalde bei Berlin. Aus Alaunerde auswitternd. Bammelsberg*). 

2. Kolosoruk bei Bilin, Böhmen. Aus Braunkohle. R. 

3. Friesdorf bei Bonn. Aus Braunkohle. R. 

4. Potschappel bei Dresden. Aus Alaunschiefer. R. 

5. Nickolsdorf bei Lienz in Pusterthal. Aus Glimmerschiefer auswitternd. 
Barth. 

6. Königsberg, Ungarn. Jurasky. 

7. Pyromeni auf der griechischen Insel Milo. H a r t w a 1 1. 

4) Schon von Klaprotb untersucht. Beitr. III, 4 08. 



270 



in Nea-Granada. Boassingault« 
9. EpaürdtaaValkaiia Ton Pasto. B. 
40. Copiapo in Ghila. H. Rose. 
44. Adelaide, AusUraiiü^ Herapath. 





t. 


V 


s. 


4. 


s. 


6. 


Schwefelsaure 


35,79 


38.« 


37,38 


35,74 


36.0 


37,5 


Thonerde 


14, S8 


45,87 


44,87 


4S,78 


46,8 


14,6 


Eisenoxydul 


0,73 


— 


»»*» 


0,67 


« 


2,2 


MHManaKvdDl 


0,34 


— 


— 


4, OS 


* 





Magnesia 


4,93 


— 


— 


M? 


— 


-^ 


Kalk 


^4^ 


— 


0,45 


0,M 


— 





Kali 


0,48 


— 


0,24 


0,32 


<— 





Wasser 


49,03 


48,6f 


U,i6 


47,02 


48,1 


45,5 




400. 


400. 


I00,S8 


98,43 \ 


100,2 


9«,8 




7. 


8. 


». 


««. 


1«. 




Schwefelsaure 40,77 


36,40 


35,68 


37,1» 


85,84 




Thonerde 


45,45 


46,00 


44,98 


44,83 


«7,48 




Kisenoxydal — 


0,04 


««^M» 


2,62 < 


•) - 




Hanganoxydul — r 


— 


— 


— 


— 




Magnesia 


0,85 


0,04 


— 


0.45 


— 




Kalk 


«,<*' 


■) Spar 


— 


• 


— 




Kali 


0,S6 


— 


— 


^ 


0.04 


*) 


Wasser 


44,83< 


*) 46,60 


49,34 


45,26 


47,00 


p 



400. 99,02 400. 400,34 400. 

. Das H. ist einfach schwefelsaure Thonerde mit 48 At. Wasser, 

ÄlS*-|- 48aq. 

3 At. Schwefelsäure ss 4500 » 36,00 

4 - Thonerde a= 642 s 45,40 
48 - Wasser « 2025 = 48,60 

4467 400. 
Die meisten Abänderungen enthalten andere Sulfate, öfters auch etwas 
Alaun beigemengt. 

Barth: Chem. Centralbl. II, 741. — Boussingault: Ann. Ghim. Phys. XXX 
409. LH, 848. Pogg. Ann. XXXI, 14«. — Hartwall: Berz. Jahresb. X, 478, ^ He- 
rapa tb: Chem. Gaz. 4848. J. f. pr. Cham. XL, 184. — Jarasky: Ostd. BL f. Lit. 
4847. — Rammelsberg: Pogg. Ann. XLIII, 480. 899. — H. Rose: Ebendas. 
XXVII, 84 7. 

Dafyt nannte M i 1 1 ein Salz, welches sich an den heissen Quellen von Chivachy bei 
Bogota absetzt, und worin er 29,0 Schwefelstture, 45,0 Thonerde, 4,1 Eisenoxyd, 84,8 Was- 
ser und 8,0 erdige Tbeile fand. Es wäre« da der Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser 
CS 1 : 2,3 : 6,2, Ä1*S^ -I- 56aq: vielleicht ein Gemenge (Verbindung?) von ÄlS* und lÄlS*. 
M i 1 1 : Ann. Mines III Sdr. I, 4 744 . 



4) Natron. 2) Wobei 0,4 Chlorwasserstoff. 8) Oxyd. 4) Kupferoxyd. 



271 

AlnmlDit. 

Anfangs ftlr Thonerdehydrat gehalten, bis Simon und Bucholz den Ge- 
lt an Schwefelsäure nachwiesen. 

Giebt beim Erhitzen Wasser, schweflige Silure und hinterlässi beim Glühen 
letzt reine Thonerde. Bildet mit Soda eine Hepar. 

Unlöslich in Wasser, leicht löslich in ChlorwasserstoflEiBare. 
4 . Aus dem Garten des Pädagogiums in Halle. 

2. Horl bei Halle. Stromeyer. 

3. J^ewhawen, Sussex. Derselbe. 

4. LunelVieO. Dufrenoy. 

5. Antun. Dumas. 

4. 





a. 


b. 


c. 


d. 


e. 




Simon. 


Buchol: 


t. Stromeyer. 


Schmid. 


Harchand 


Schwefelsäure 


49,25 


84,5 


23,36 


23,25 


22,3 


Thonerde 


32,50 


34,0 


30,26 


29,23 


30,7 


Wasser 


47,00 


45,0 


46,38 


46,34 


47,0 


Eisenoxyd \ 








— 





Kalk l 


4, SS 


2,0 


— 


4,48 




Kieselsaure ) 








— 







400. 


99,5 


400. 


400. 


400. 






a. 


*. h. 


S. 




Schwefelsäure 


23,68 


23,37 23,45 


23 




Thonerde 




30,98 


29,87 29,72 


30 




Wasser 




45,34 


46,76 46,80 


47 





400. 400. 99,97 400. 

Der A. ist eine Verbindung von 4 At. drittelschwefelsaurer Thon- 

de und 9 At. Wasser, 

ÄlS + 9aq, 
stehend aus : 

Schwefelsäure 4 At. s 500,0 = 23,22 
Thonerde 4 - = 642,0 = 29,80 

Wasser 9 - « 4042,5 = = 46,98 

24 54,5 400. 

Felsl^baDylt. 

Aus Krystallblättchen bestehende kugelige Massen, auf Schwerspath von 

Isöbanya aufgewachsen, sp. G. =s 2,33, welche sich wie Aluminit verhalten, 

id nach v. Hauer aus 

Sauerstoff. 

Schwefelsäure 4 6, 47 9,S8 

Thonerde 45,53 si,26 

Wasser 37,27 88 js 

99,27 



272 

bestehen. Der Sauerstoff verhalt sich mt 4 : 8,4 5 : 3,35. SeUt man 4 : 2 * 3^ 
aK 3 : 6 : 40, so wUre dies Mineral eine Verbindung von seohstel-schwe-' 
feisaurer Tbonerde mit 40 At. Wasser, 

il*S-|.40aq, 
oder gleichsam Aluminit, verbunden mit 4 At. Thonerdehydrat, 
4 At. Schwefelsäure » 900 » 47,49 
2 -.Thonerde s 4284 » 44,44 

40 - Wasser = 4 425 : = 38,67 

2909 400. 
Nach Hauer verliert das Pulver bei 400^ 44,6 p. C. Wassw, d.b.'S At. 
f berechnet 4 4 ,6 p. C), welche es in gesättigt feuchter Luft wieder ansieht. 
Von ähnlicher Zusammensetzung sind folgende erdige Substanzen : 

1 . Huelgoet in der Bretagne. B e r t h i e r. 

2. Sudlich von Halle vorkommend, in drei Varietäten. 

3. Bemon bei Epemay, Dpi. Marne. Lassaigne. 



I 

3i 



4. 

a. 


s. 

b. 


e. 


Marcband. Backs. Wolff. 


Mflrtens. Schaiid. 


lUrchMid 


Schwefelsflure 43,37 44,45 42,22 42,44 


4 4,04 ! 4 4,54 


n,o 


Thonerde 43,00 39,50 37,74 38,84 


35,96 36,47 


36,0 


Wasser 43,63 48,80 49,48 47,07 


50,00 49,03 


47,2 


400. 99,75 CaC 4,00 4,68 


400. 09,74 


100,2 


400,44 400. 






8. 

Schwefelsflure 20,06 


- 




Tbonerde 39,70 






Wasser 39,94 






Gips 0,30 






400. 






Hier ist der Sauerstoff von 






Äl : 5 : A 






in 4 = 20,08 : 8,02 : 38,79 s= 


7,5:3:U,5 




2a (M.) »18,44: 6,87:43,38 s 


8,0 : 3 : 19,0 




2 6 (M.) = 46,79 : 8,42: 44,45 » 


6,0 : 3 : 45,8 




2c — 46,8 : 40,2 : 44,9 » 


5,0 : 3 : «2,3 




3 = 48,54 : 42,03 : 33,30 » 


4,6 : 3 : 8,3 




Demnach wäre : 






1 =r ÄI'^S' + 30aq » 2(Ji^lS -i- 9aq 


) + 3Älft*«) 




2a = Ä1«^S> + 57 aq s S(Ä\S 4- 9aq) + 5Alä« 




26=21^5 +45aq= (ÄlS +9aq)+ ÄlA« 




2c s ÄI^'S' + 35aq » 3(AS + 9aq) + 2ÄlA« 




3 =Äi»S»+46«q 







4) Dieses Hydrat entsteht nach Marchand beim Behandeln des Alaminits mit Am- 
moniak. 



273 

Diese Substanzen sind z. Th. wohl Gemenge von Aluminit und Thonerde- 
hydrat; S6 wftre Felsöbanyit mit der anderthalbfachen Wassermenge, während 
%c und 3 sich als Gemische von Drittel- und Sechstel-Sulfat betrachten lassen. 

Kapnicit hatte Kenngott ein in faserig-kugeligen Hassen vorkommen- 
des Mineral von Kapnik genannt, worin Hauer: 6,20 Schwefelsäure, 75,75 
Thonerde und 48,55 Wasser fand. Ein damit übereinstimmendes ungarisches 
Mineral hat indessen nach Stadeler eine dem Wawellit (S. diesen) nahekom- 
mende Zusammensetzung. Deshalb glauben Beide, Hauer habe die Phosphor- 
sflure übersehen, die Schwefelsäure aber bei der Analyse hineingebracht, eine 
in der That gewagte Annahme, welche eine Rechtfertigung Hauer's hoffen 
lasst. 

Berthier: M^m. oa not. chim. Paris 4889. 288. — Dufr^noy (Dumas) : Min. 
II, tM. —'Hauer: I^enngott Uebersicht. 4854.28. 4855. 49. — Lassaigne: Ann. 
ICbim. Phys. XXIX, 98. Scbwgg. J. XXXIV, 484. — Marchand (Backs, Härtens, 
Scbmid, Wolff): J. f. pr. Cb. XXXII, 495. XXXIII, 6. ~ Stttdeler: Ann. Cbem. 
Pbarm. GIX, 808. — Stromeyer: Untersucb. 99. 

Eisenvitriol. 

Brennt sich v. d. L. roth unter Entwicklung von (Wasser und) schwefliger 

Säure. — In Wasser löslich. 

Ist im reinen krystallisirten Zustande seh wefelsaures Eisenoxydul 

mit 7 At. Wasser, 

feS -i- 7aq. 

< At. Schwefelsäure = 500,0 = 28,8 
4 - Eisenoxydul = 450,0 = 25,9 
7 - Wasser = 787,5 « 45,3 

1737,5 400. 

Täuriseit nennt Volger ein Salz von der Windgalle im Kanton üri, 
welches die Form des Bittersalzes und die Znsammensetzung des E. haben soll. 

Leonb. Jabrb. 4855. 452. 

' Eisenoxiydsulfate, 

Die ziemlich zahlreichen wasserhaltigen Eisenoxydsulfate geben beim Er- 
hitzen Wasser, schweflige und Schwefelsäure und hinterlassen Eisenoxyd. 

h Coquiinbit. 

Aufiöslich in Wasser. Aus der Auflösung krystallisirt nach längerem Stehen 
und Verdunsten das Salz in einer anderen Form. H.Rose. 

Dieses Eisensalz von Copiapo, Provinz Goquimbo in Chile, wurde von H. 
Rose (4)*) und von Blake {i)^) untersucht: ' 



f . • 



4) a) kristaHisirt, 6) feinkörnig. 

2) Angeblich reguläre Oktaeder, die auch aus der Auflösung Nieder erhalten werden 
sollen. 

RammeUberg^i .Mineralchemie. • lo 



SM 






«A» 


b. 
13,55 


44,37 


Tl^H 


25,84 


26,79 


<« 


0,78 


4,06 


♦.TS 


0,44 


— 


0,3« 


0,24 


0,30 


SO, 40 


29,98 


29,40 


0,34 


0,37 


0,82 



400,04 400,24 99,73 
\^v:^ «^'v*^ Um^ J^ KifsdsSare, des Kalks als Gips, der Magnesia als BiUer- 
s .^Ä mwä 'MC^ ^vr^MMlIung der Thonerde in ihr Aeq. von Eisenoxyd: 

AA^^MMire 43,60 43,53 44,75 

yj^oaTyd 86,60 26,80 29,40 # 

W«äMr 29,80 29,67 29,45 

400. 400. 400. 

tKH* Stiknerstoff der Säure gleichwie des Wassers ist das Dreifache von dem 
xkM Hmuh. IWr G. ist mithin eine Verbindung von 4 At. einfach schwefel- 
sAuroiM Kiaenoxyd mit 9 At. Wasser, 

|feS«+ 9aq. 

3 At. Schwefelsaure » 4500,0 = 42,72 

4 - Eisenoxyd = 4000,0 s 28,48 
9 - Wasser « 4042,5 « 28,80 

3542,5 400. 
Ihiiweifelhaft gehört zum Coquimbit ein Theil der Substanzen, welche als 
S\4undilrbildungen in den Gruben des Rammeisbergs bei Goslar vorkommen, 
und als Misy bezeichnet werden. Dies gilt wenigstens von dem, was Bor- 
ohors (4) und Ulrich (2) untersucht haben, während eine Analyse von List 
auf oin basisches Salz (S. 275) führt. 

4. 2. 

Schwefelsäure 38,00 s 44,67 39,44 = 42,86 

Eisenoxyd 24,24 34,29 28,00 30,03 

Zinkoxyd 5,80 2,00 

Wasser 30,06 27,04 30,64 27,4 4 

98,40 400. 400,08 400." 

Die corrigirten Zahlen sind nach Abzug des beigemengten Zinkvitriols (mit 7 At. 
Wasser) berechnet. 

Blake: J. Bost. N. H. See. Dana Min. SSO. — Borchers (Ulrich) : B. u. hütt. 
Ztg. 4S54. S8S. — H. Rose: Pogg. Ann. XXVII, 809. 

II. Copiapit und Misy. 

A, Copiapit. Krystallinisch-körniges Salz von Copiapo, auf dem vorigen 
als Ueberzug. Z. Th. in kleinen gelben Krystallen. Nach dem Mittel zweier 
Analysen H. Rose's enthaltend: 



J7d 









Sauerstoff, 


Schwefebaore 


39,60 


a 41,59 


n,n 


Eisenoxyd 


S6,33 


33,59 


40,0S 


Wasser 


89,48 


84,82 


M,M 


Thonerde 


1,H 


<00.*) 




Kalk 


0,06 






Magnesia 


3,00 






Kieselsäure 


8,00 







400,58 
Der Sauerstoff von Basis, Sfiure und Wasser ist =s 1 : 2,47 : 2, 
fsu ^ 4 : 2^- : 2, wonach das Salz aus 2 At. Eisenoxyd, 5 At. Sc 
e und 42 At. Wasser besteht, 

. ?e*5» + 42aq, 
sich als eine Verbindung von 4 At. einfachen und 4 At. Zwe 
-Sulfats betrachten lässt, 

(Fe S» + Pe S*) + 42aq. 
5 At. Schwefelsäure tm 2500 » 42,73 
2 - BisencuLyd = 2000 = 34,49 

42 - Wasser » 4350 « 23,08 

5860 400. 
au genommen, giebt die Analyse 43 At. Wasser (berechnet: 44,95 
iure, 33,54 Eisenoxyd, 24,54 Wasser). 
H. Roses a. a. 0. 

B. Hisy (z. Th.) vom Rammeisberg bei Goslar. Mikroskopische Ki 

iner dunkelgelben, in Chlorwasserstoffsäure löslichen Masse vereinig 

Wurde schon früher von Dumenil, neuerlich von List untersuc 

anhängende freie Säure durch Alkohol entfernte, und die Substai 

' Schwefelsäure trocknete. 









Sauerstoff. 


Schwefelsäure 


48,93 


B 47,15 


as.M 


Eisenoxyd 


30,06 


44,00 


4I,U 


Wasser 


81,39 


44,85 


4 0,58 


Zinkoxyd 


8,49 


400.») 




Magnesia 


8,84 






Kali 


0,38 







400. 
Der Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser ist hier ss 1 : 2,3 : 0,8( 
ihn s 4 : 2i : f SS 9 : 24 : 8, so wird das Salz 

l?e»S^ + 8aq, 

I) Abgezogen: 48,45 Bittersalz, 0,49 Gips und die Kieselsäure, wtthreod die ' 
18 Aeq. von Eisenoxyd verwandelt ist. 

I) In Abzug kommen 0,57 scbwefels. Kali, 8,88 Zinkvitrioi und 47,85 Bittersa 
^ At. Wasser. 

' 18* 



276 

oder eine Verbindung r^n 4 At. einfachem und i At. Zweidriilel> 

Sulfat, • • ■ '-• i-l'w.'ii-»'- 

(PeS» + «foS») 4- 8äq. ' :'^ '■»'' ' ■ 

7 At. Schwefelsäure =: 3500 »^ 47,34 ' ' ' ' 
3 - Eisenoxyd =3000 = 40,54 -J. f :i 

8 - Wasser ' = 900 = 12,15 * ' 

7400 100. ""''-'' 

L i s t hat die Formel des Salzes i4 mit 6 At. Wasser angi^nommen (berech- 
net: 48,33 Säure, 38,65 Basis, 43,02 Wasser), iind später bemerkt, dass das 
Salz wohl beim Trocknen über Schwefelsäure Wasser verloren höben milchte. 
Vielleicht ist es = i4 züisammengesetzt. *"'.., 

Immer ist es gewagt, Analysen zu berechnen, bei denen so grosse Mengen 
fremder Substanzen in Abzug kommen. 

Dum e Dil: Kdsttt' Arch. XI, 488. - List: Ann! Ch^:'Phtnrm. tXXIV, Stf. 
Ztschr. f. d. ges. Naturw. V, 869. 

IIL Styptieit. 

Ein Salz in kugelförmigen Aggregaten, aus gelbtichgrtltien fas<^gen Parti- 
keln bestehend, von Copiapo in Chile. Bildet nach Smith imkrosk^ische Krj- 
stalle. Wird nach H. Rose schon von kaltem Wasser unter Abscheidung eines 
basischen Salzes Kenietast. • . . : , ■ 





H.Rose; 


Smith. 


Tobicr. 


Schwefelsäure 


34,73 = 34,42 


30,25 


31 ,i» 


Eisenoxyd 


28,4 4 34,43 


34,75 


34,69 


Wasser 


36,56 37,45 


38,20 


'36;82 


^alk 


4,94 4 00.*) 


1 


400.. 


Magnesia 


0,59 




# 


Rieselsäure 


4,43 


0,54 


. • 1 • 



400,53 400,74 

Der Sauerstoff von Basis, Säure und Wasser ist nahe, 9f:..4. : 2 : 3|^, so dass 
dieses Mineral eine Verbindung von 4 At. zweidritteNsohw^felsaureoi 
Eisenoxyd und 40 At. Wasser darstellt, 

PeS» -h40aq. _ .,, 

2 At. Schwefelsäure = 4 000 = 32,0 
1 - Eisenoxyd = 4000 = 32,0 *,i, 

40 - Wasser = 4 425 = 36,0 

3425 400. 

Berzelius machte darauf aufmerksam, dass dasp kflnstliche Zweidrittet' 

Sulfat sich unzersetzt in Wasser auflöst. 

Berzelius: Jahresb. XIV, 499. — H. Rose: A. a. 0. — Smith: Am. J. of Sc 
II Ser. XVm, 872. J. f. pr. Gbem. LXIU; 467. ^ Töbler: Ai». Cbem. Phand- 
XCVl, 388. . 



M 



4) Abgezogen: 5,85 Gips und 8,62 Bittersalz. 



277 

, , IV. Apatelit und Fibroferrit. 

A. Apatelit. Gielbe ockrige Substanz von Aateuil bei Paris. Heillet. 

• < • 

B. Fibroferrit. Faseriges Salz aus Chile. Prideaux. 

il* 9> 0* 8> 

Schwefelsäure 42,90 S5,74 28,9 i7,« 

Eisenoxyd 53,30 46,oo 34,4 io,5 

Wasser 3,96 t,50 36,7 m,6^. ' ' 

100,16 400.*) ^ "* 

Sauerstoff von , 

?e : S : ft 
ioil = 4 : 1,6 : 0,2 s 1 : H : t 

* = 4 : 4,6 : 3,1 =4 : 4f : 3 *- ' 

Hiernach ist 

.4 = Pe»S*+ 2aq = (^l^eS* + ?eS) + 2aq. 
B = Pe*S» + 27 aq = (2l?eS^ + PeSj + 27aq. 

5S = 2500 = 43,70 5S = 2500 = 29,30 . 

3l^e tt 3000 » 52,39 3l^e s=s 3000 » 35,45 

2fl = g25 -c = 3,94 27fl t= 3637 = 35,55 

5725 400. 8537 \ 4,00. 

Meillet: Rev. sc. ind. XI, 254. Berz. Jahresb. XXIV, 8S7. — Prideaux: L. Ed. 
phil. Mag. 4844. Bfai. 897. J. f. pr. Chem. XXIV, 1)7. 

V. Vitrielocker. 

Vitriolocker, den Botryogen von Fahlun begleitend, ist nach B e r z e - 
lius scchstel-schwefelsaures Eisenoxyd mit 6 At. Wasser, 

?e*5 + 6aq. 
4 At. Schwefelsaure == 500 » 45,76 
2 - Eisenoxyd = 2000 = 63,00 

6 - Wasser = 675 = 21,24 

3175 100. 
Dasselbe Salz kommt nach Hochstetter zu Obergrund bei Zuckmantel 
in Oesterr. Schlesien in ansehnlichen Stalaktiten vor. Naumann nennt es 
Glocker it. S. Botryogen. 

EUenocker. Unbestimmte Bezeichnung für Absätze eisenhaltiger Gewässer. Mancher 
ist nichts als Eisonoxydhydrat (s. Brauneisenstein) ; die folgenden scheinen Gemenge von 
gl Oiydhydrat und basischen Sulfaten zu sein. 

4. MuschUger E. aus den vitriolischen Grubenwässern des Rammeisbergs bei Goslar. 

Jordan. 
t. Erdiger Ton dort. Derselbe. 
t. Dunkelbrauner von Modum in Norwegen. Scheerer. 



4) Nach Abzug von 40 p. G. Schwefel und erdigen Theilen. 



178 

Spliw^lWMuit' li,Bi«41,$6 lf,90a »»is ' e/oo 

Ei8«pi»y4 98,85 70,13 88JS 78,97 f^,78 

WMOer 48,48 47J> 48,8> 48,78 48,87 

linkozyd 4,88 400. 4,89 400. 4 00,80 

Kttpfomyd 0,87 0,50 

Borgaii t,00 4,44 



40*. 400. 



Siueroloff von 



9e : S : A 
* in 4 « 84,07 : 7,59 : 45,98 « 8,8 : 8 : 6,0 
9 s 88,48 : 5,87 : 44,88 s 48,4 : 8 : 8,8 
8 « 84,88 : 8,80 : 48,06 a 84,9 : 8 : 46,5 

AanMbornd ist 

4 s l^e'S + 6aq. 
1 ssl^e^S + 6aq. 
3 = Pe^S -I- 40aq. 
Jordan: J. f. pr. Cham. 1X^95^ — Scheerer: Pogg. ^9. XLV, 48$, 

PiiStphia. Giebt ibeim Erhitzen Wasser, beim Glühen: saure Dämpfe und färbt sich. 
V. d. L. Schwan. 

Löst sich wenig in Wasser, leicht In GhlorwasserstoflM&ufe mit brasner Farbe. 

0. Erdmann untersuchte diese aus GrubenwaMera abgesetite amofpbe Bildung von 
Garnsdorf bei Saalfeld in ThtUingen, welche wahrscheinlich durch Einwirkung oxydiiier 
Schwefelkiese auf Thonschiefer entstanden ist. 

b. 

7,4 4 



Schwefelsäure 


a. 
Grüne Var. 
49,60 


S. 
7,56 


b. 
Gelbe Var. 

4 4,90 


Thonerde 

Eisenoxyd 

Wasser 


85,98 

9,77 

44,70 


87,07 


6,80 
40,06 
40,48 


Bergart u. Verl. 


0,74 




4,44 



..':«!"■•• 



88,67 

14^ 

400. 400. 

Die Substanz besteht hiernach aus basischen Sulfaten von Thonerde und Eisenoxyd, und 
kann ihre Gesammtmischung durch 

R'S» + 30aq + (R»S + Ä«S) 4- SOaq = a 
und ft'S + 4 5aq =: 6 
ausgedrückt werden. 

Schwgg. J. LXII, 4 04. 

Vranoxydsulfaie. 

Sulfate von Uranoxydul sind bisher noch nicht gefunden worden. Da- 
gegen kommen gelbe basische Sulfate von Uranoxyd vor, die wir als 
Uranooker bezeichnen wollen. John hat zuerst einen solchen in Wasser tjieil- 
weise löslichen Körper als ein Uranoxydsulfat erkannt, wogegen das grO^e Mi- 
neral, welches er für schwefelsaures Uranoxydul hielt, und welohes in Wasser 
löslich war, beide Oxyde des Urans enthalten zu haben scheint. Berzelius 
nachte zuerst auf den Kupfergehalt eines solchen SuUat^ aufpaerksam, und 



279 

Lindaker hat in neiiesler Zeit durch Analysen dargethan, dass Johannit, Uran- 
vitriol, Urangrttn u. s. w. Sulfate sind, welche Uranoxyd und Oxydul, oft zu- 
gleich auch Kapferoxyd oder Kalk enthalten. Wir werden sie bei den Doppel- 
salzen anführen. 

BerzeliQs: Pogg. Ann. I, 875. ^ John: Schwgg. J. XXXII, 945. 

Uranocker (Uranblüthe z. Th.). Giebt beim Erhitzen Wasser, färbt sich 
roth, dann braun, entwickelt v. d. L. auf Kohle schweflige S., und reagirt mit 
den Flüssen auf Uran. 

Wird durch heisses Wasser zersetzt, indem sich ein Theil auflöst. Ist in 
Chlorwasserstoffsäure leicht auflOslich, und wird durch Ammoniak gelb gefärbt. 

1 . Uranblüthe von Joachimsthal. Schwefelgelbe oder orangefarbige Scbup* 
pen und Nadeln, zu rundlichen Aggregaten vereinigt. Wird von dem fol- 
genden und von Gips begleitet, der häuOg gelb geförbt ist. Lindaker. 

2. Uraoocker. Orangero^h, matt. Derselbe. 

3. Uranocker. Citronengelb, feinschuppig oder erdig. Derselbe. 

4. Sogenannter Uranvitriol. Mikroskopische citronengelbe rhombische Pris- 
men. Dauber. 





4. 


i. 


*. 


4. 


Schwefelsäure 


13,06 


10,16 


7,12 


4,0 


Uraooxyd 


67,85 


66,05 


70,93 


79,9 


Eisenoxytl 


0,<7 


0,86 


0,41 


— 


Kupferoxyd 


— 




0,23 


— 


Kalk 


0,61 


2,62 




— 


Wasser 


47,69 


20,06 


20,88 


14,3 



99,38 99,75 99,57 98,2 

Es sind mithin verschiedene Verbindungen, wenn nicht Gemenge, bei deren 
Berechnung der Kalk als beigemengter Gips, das Kupferoxyd als Vitriol, das 
Eisenoxyd aber, von dem man nicht wissen kann, ob es als Hydrat oder als ein 
Sulfat vorhanden ist, an und für sich abgezogen werden mag. Dann ist der 
Sauerstoff von 

: A 

: 15,38 = 4 

: 16,34 = 1 

: 48,33 = 1 

: 12,7 = 1 

« ««S' + iaaq. 

= 26»S +S!7aq. 

» 8«S + 18aq. 

Weitere Untersuchungen müssen aber erst entscheiden, ob die Zusammensetzung 
dieser Substanzen constant ist. 

Lindaker untersuchte eine mehr kupferhaltige Uranblüthe, in feinen Na- 
deln von grünlichgelber Farbe : 









S 


: C 


in 


1 


:= 


7,29 


: 11,40 




2 


s: 


3,74 


: 11,09 




3 


s 


4,13 


: 11,91 




4 


=: 


2,4 


: 13,4 


1 




=s 


1 :1, 


5: 2 


2. 


3 


=B 


1 : 3 


:4,5 


4 




-s 


1 : 6 


: 6 



1,5: 


2,< 


2,9: 


4,4 


2,9 


»,* 


5,6 : 


5,3 



tso 









Saaerttoff. 


Schwefelsflure 


17,36 


B 14,64 


8,79 


rnooxyd 


62,04 


, 74,29 


49,4S 


Kupferoxyd 


5,24 






Wasser 


15,23 


11,17 


9,98 



99,84 100.*) 
Ifiw Yvfhallen sich die Saaerstoffmeogen = 1 : 1,4 : 1,1. Setzt man da- 
Ohr I t.» : I, so ist das Sab =» S^S* -i- 6aq, d. h. die Substanz No. 1 mit 
iviltNüä WjMWf^hak. Da indessen kaum anzunehmen ist, dass die untersuchte 
»ftiftttwn «A 16 p.c. Kuprervitriol gemengt gewesen wSre, so konnte sie auch 
>««)M «^ KvpÜBfoxyd- Uranoxyd- Sulfat sein, wofür sie auch Lindaker halt, 

(CuS + 8»S») + 12aq 



INk«Mr: Pogg. Ann. XGII, 954. -. Lindaker: VogUoachtmsthal. 8. 119. 

2. Doppelsalze, 
a. Wasserfreie. 

Glaaberit. 

H^-f^pitirt stark beim Erhitzen, giebt Spuren von Wasser und schmilzt 
\. ^ l. au einem klaren Glase; auf Kohle erhalt man in der inneren Flamme 

In XV'asser werden die Krystalle undurchsichtig, indem eine Zersetzung er- 
f^^; «II» dem gepulverten Mineral wird durch Wasser schwefelsaures Natron 
myjj^ ^v^M schwefelsaurem Kalk aufgelöst, aber der grösste Theil des letzteren 
tlfa^ibl surück. Durch sehr vieles Wasser löst sich Alles auf. Das Verhalten 
^ll^o^lUhten G. gegen Wasser ist dasselbe. (H. Rose]. 

I. ViUarubia in Spanien. Brongniart. 

^. IMrohtesgaden. v. Kobell. 

3;^ bchl. Blassroth. v. Hauer. 

4. T^ropaca in Peru. Hayes. 

S^ D^n Boronatrocalcit in Bolivia begleitend, sp. G. » 2,64. Ulex. 



4. 


a. 


«. 


4. 


5. 


Schwefelsäure 56,5 


57,29 


57,52 


57,22 


55,0 


Kalk 80,2 


21,04 


20,37 


20,68 


19,6 


Natron 23,3 


21,27 


2<,87 


21,32 


21,9 


Chlor — 




0,3< 
100,07 


fe 0,U 
99,36 


B 3,5 


100. 


99,60 


100. 



H) MMh AhsQg von 4S,t8 Kupfervitriol s 5,SS Schwefelsaure and 5,90 Wasser. 



281 

Der Gl. ist hiernach einei Verbindung von .1 At. sohwefelaairrem Na- 

ron und 4 Ai. schwefelsaurem Kalk, 

NaS + CaS; 

2 At. Schwefelsäure . es 4000,0 a 57,48 ;:* . / 

I - Kalk = 350,0 == 20,42 , 

4 - Natron = 387,5 = 22,40 



Oder: 



4737,5 400. 

4 At. Schwefels. Kalk = 850,0 = 48,87 
4 - Schwefels. Natron s 887,5 = 54,43 



4737,5 400. 
No. 5 war mit etwas Boronatrocalcit gemengt, und betrug die Menge der Bor- 
saare in verschiedenen Proben 4 bis 5 )p: G: 

Brongniart: J. des Mioes XXIII, 5. — v» Hauer: Kenngott min. Notizen 
5te Folge. S. H. — Hayes: Phillipis Min. 5th edit. by Alger. Boston 4S44. — v. Ko- 
bell: Gel. Ad2. derbair. Akad. — H. Roset Pogg. Ami. XCIll, 606. — U lex: Ana. 
Cbem. Pbarm. LXX, 54. 

6. Hydrate« 

Pikromerit« 

Aus der Auflösung von Salzkrusten, aus Fumarolen der Vesuvlaven vom 
J. 4855, krystallisirt nach Scacchi neben anderen Salzen schwefelsaures 

Magnesia-Kali, 

(fcS 4- MgS) + 6aq. 

% At. Schwefelsäure =4000 = 39,78 
4 - Magnesia = 250 = 9,94 

4 - Kali » 589 =» 23,43 

6 - Wasser = 675 = 26,85 



2544 100. 



Roth der Vesuv S. 813. 



Blödit 

In Wasser leicht auflOslich ; aus der kochend bereiteten Auflösung krystal- 
lisirt nach Göbel bei 40^ Glaubersalz. 

1. Ischl, Oberöstreich. a) John. 6) Hauer. 

2. Aas den Karrduanschen Seen bei Astrakan. (Astrakanit). Göbel. 

3. Mendoza in den Laplatastaaten. Aus dem Boden auswitternd. Hayes. 



r 


> 


a. 


». 


a. 


b. 






Schwefels. Natron 33,34 


44,02 


41,73 


45,74 


Schwefels. Magnesia 36,66 


36,36 


35,81 


33,31 


Schwefels. Manganoxydul 0,33 


— 


-r- 


— 


Schwefels. Eisenoxyd 0,34 


— 


— 





Chlomatrium 0,33 


0,50 




4,46 


Chlormagnesium — 


— 


0,34 


— 


Wasser 22,00 


81,50 


S1,9ft 


49,60 



93,00 99,38 99,83 99,84 



^ &:. «iaw44«£sa«rMi Magnesia -NalriB 

uHi . i . Vii^— .- 
.'^l > ^ % S ^ aar 



iftl^r 7 t^lH. »I s: iSi|i«*sift59 



I i J-± . a. 



«iHC.4 IM. 
•Jm. & S». ^ ■«■•r: UM). aeoL B0iclisiB5t 



^ i I ' f » .WB. ^ n sK. X i«: 1A3 



*;. «i 



^JsÄwr 



Liftviittsa VQ 


m faeU W 


liiaiBilii tBeSOm Sab, dessen 


£araKl4« 


« «■!&* 


dk laaer (*) ealhalteiKl : 


^ 


&. 




aw 


S^» 




13. r» 


tkfl 




•:k*: 


1^» 




Iki^S 


IkW 




•».<4f 


IM.« 





Umiudi K<« dk» ftaerä Aoe Ter^ailn^ vob ^ AI. schwefelsaure» 

45 =« iO-W.<> s 5i,li =r eSi 5 « 17:5,0 = 46,«5 

iSt: = 500.> =r I3.W iÄj5 = 1500,0 = 39,09 

iSa Ä 775.»> = *0.l* 5tt = 56^,5 = 1 4.66 

5ft ^ 563,5 = 14,66 383'7,5 100. 

307.5 IW. 
Haaer : Jahrb. ^«ol. Retciuaiist. IS36. a«a. — Karafial: Uaidiog. Ber. u. Mitth. 
V. Fir. d. NaL t84a. tas. 

ftaiaala ist ein bei SaidschiU ia Böhmen answittenides Salz, welches nach Reuss aus 
a6.04 schwefelsaurem Natron, 31, 3S schwefelsaar^r Magnesia, 0,4t schwefelsaurem Kalk 
uiiil l.«9 Chlonnagnesium (Wasser?) besteht, aber je nach der Fundstelle und der Jabresieit 
uitKloich zusanuueogeseUt, daher ein Gemenge isL 
Ro uss: Grell ehem. Ann. 1791. II, 48. 

Polyhalith. 

(iiobt beim Erhitzen Wasser, schmilzt v. d. L. auf Kohle zu einer unklaren 
rotiilichen Perle, die in der Flamme erstarrt und weiss wird. 

assor löst ihn l)ci gewöhnlicher Temperatur unter Zersetzung langsam 

1 lasat vorzugsweise Gips ungelöst ; war der P. zuvor durch Erhitzen 

it worden, so erhärtet er durch Wasser zuerst, und schwillt dann 



283 

xa «ner nehr VQlominOsen Mass» ao, dabei wird er aber viel leiebler und voll- 
standigDr sersetat, als wenn er nicht entwässert wäre. Q. Aase. 

Die erste Analyse des P. rohrt von Stromeyer beri der den sogenann«- 
teo faserigen Anhydrit von Isohl als eine eigene Verbindimg erkannte. 

1. Ischl, OberOstreich- Stromeyer. 

2. Aussee, Steiermark. Roth, blättrig. a)Reinmelsberg. 6) Dexter. 

3. Gmunden^). Roth. Joy. 

4. Hallein. Roth, blättrig. Behnke. 

5. Hailstadt. Röthlich. v. Hauer. 

6. Ebensee bei Ischl. Roth. v. Hauer. 

7. Vic, Dpt. derMeurthe. a) Grauer. Dexter. 6) Ziegelrother. Jenzsch. 



4. 


t. 8. 

a« Jb. 


4. 


Schwefels. Kalk 44,T4 


45,43 45,68 42,78 


42,29 


Schwefels. Magnesia 20,03 


20,59 18,97 49,05 


18,87 


Schwefels. Kali 27,70 


88,10 88^39 28,11 


27,09 


Schwefels. Natron — 


— Q,61 0,75 


2,60 


Chlornatrium 0,19 


0,11 0,31 1,75 


4,38 


Eisenoxyd 0,34 


0,33 0,24 0,47 


1,35 


Wasser 5,95 


5,24 6,08 6,41 


6,40 


98,95 

5.*) 


99,90 100,16 99,32 

«. 7. 


99,08 


Schwefels. Kalk 64,24 


61,18 44,72 44,11 


Schwefels. Magnesia 42,56 


13,53 19,08 19,78 


Schwefels. Kali 16,86 


• 19,12 27,77 25,87 


Schwefels. Natron — 


— — / 


1,69 


Chlornatrium — 


0,23 0,44 ( 


},24 


Eisenoxyd — 


0,41 0,59 ^ 


1,01 


Wasser 6,34 


6,05 7,40 ( 


},16 



100. 100,26 lOO.'j 99,38*). 

Der französische P. No. 7 war schon früher von Berthier untersucht 

worden, und sollte danach enthalten : 



a. 


b. 


Schwefels. Kalk 40,0' 


52,2 


Schwefels. Magnesia 17,6 


2,5 


Schwefels. Natron 29,4 


21,6 


Chlornatrium 0,7 


18,9 


Eisenoxyd u. Thonerde 4,3 


5,0 


Wasser 8,0 


— 


100. 


100,2 



4) Der FuDdort ist Ischl oder Aussee ; bei Gmuoden kommt er nicht vor. 
t) Nach Abzug von 4S,4S p. C. QiIorDatrium. 

8) Nach Abzug von 6,88 p. C. Thon, dem etwas Wasser angehört, daher 7,4 p. C. (ikrtfen 
P. zuviel sind. 

4) Nebat 0^58 KieselsSure^ Xhoqerde and Magnesia enthaltend. 



W4 

bedürfen, aad deoeii «bo Berthier, die ^M«>ubri«htigfltäd'(ifa|-4fd&sHM^'n^ 
wrfal (Qr 7 g^i«nrt h^t), er^eM sichr (tar den P. eineQbervHiMliiiinMaBZa^m- 
menselzui^ «08 4 At.- aiebwefeliaatetn Kslij 1 Ai.' se%^tlfeiVatair«r 
Magnesia,.! At. scbwefeUaarem'Katk und 8 At.' Wasser, 

' (KS'+ÄgS + sCaS) +2a(i. ' , 

5 At. Schwefels. Kalk =1700 = 45,17 

f - Schwefels. Hagnesia = 750 = 19,32 . i ;: 

1 - Schwefels. Kali =1089 = 28,93 ,;!.„'• 
8 _ Wfss^ .; = 23^ = 5,1)8 "' .'.■'"., 

376* 100. 
Es ist noch nicht recht khr, in welcher Art die Constitution dieser eigen- 
thUmlichen Verbindung aufzafassen sei ; vielleichtistsie '^'' "^ ''''" "' ^ 
(KS-4- AgB) -^ aq'4- (tCa9 4- aq); ÖdM' ' ' ' 

(kS+S*^|S) + 2aq. V J . ii< 

Berthlen Ana. Hines X, SM. — Ilaii«r; V^'nngoU mibV itot. Mo. S.'S. 7. — 
Jeniicfa: Pogg. Ann. XCVn, (TS. — BammelBbergt Pogg. Aln^'UITOll Sil. - 
U. RoBe (Bebnk«, Dextar, Joy): Pogg. Ann. XCIU, 1. ^ Stromeyvr'iVSchwgg. 
J. X^. aSB. Gilb. Ami. LXI, 4». 

CfaBoehrom. 

Aus der Auflösung von Salzkrusten auf Lava vom VesuV VoÄl S. 1 S55 er- 
hielt Scacchi blaue Krystalle von schwefelsaurem Kupferozyd-Kali, 
isomorph mit dem Pikromerit, 

(KS-»-CuS) -*-6aq. 

2 At. Schwefelsäure = 1000,0 = 36,22 
4 - Kupferoxyd = 496,6 = 18,00 
1 - Kali = &89,0 = 21,33 

6 - Wasser = 678,0 = 2i,24 

2760,6 100. 
Hauche Krystalle waren eine isomorphe Mischung beider Sähe. 
Roth der Vesuv. S. SU. ISS. 

Alaun. 

Wir bezeichnen hiermit im weiteren Sinn alle diejenigen Doppelsulfalc, 
welche der allgemeinen Formel 

(RS +»§•) + 2taq 
entsprechen. Sie sind wahrscheinlich sammt und sonders isomorph, obwohl 
nicht alle in bestimmbaren Krystallen des regulären Systems bekannt sind. 
Die nalUrlich vorkommenden Alaune enthalten als Sesquioxyd nur oder weseat- 
cb nur Tbonerde, geh&ren daher lur Abtheihing des Tbonerde^Alauns. 



285 

Alk gobentteimfiiiiitxen viel Wasser, icktnalzan in demselben, entwickeln 
spater AurelMiBpfe ond schweflige S. und hihterid^s^n'i^ach dem Glühen 6inen 
in Wasser nur theilweise löslichen Rückstand. Der Ammoniak-Alaun entwickelt 
ausserdem Dämpfe von schwefels^uFem Amwpnia|^ und hinterlässt reine Thon- 
erde. 

Sie sind in Wasser auflOslidi ; ihre Auflösungen rea^iren sauer. 



I t 



A. Kali -Alaun. 

Ist im reinen Zustande bisher noch nicht gefunden worden, wohl aber 
findet er sich sehr gewöhnlich dem Haarsalz beigemengt. Klaproth fand in 
einem Salzgemenge vom Cap Miseno 18 p. C. unlösliche Stoffe, 2,5 Gips und 
47 krystallisirten Alaun; der Rest bestand aus Haarsalz (ÄlS^ -i- 18aq). 
Nadi Dana kommt im östlichen Theil von Tenessee der Alaun in grösseren 
Massen vor. 

Er bt im reinen Zustande schwefelsaures Thonerde - Kali, 

(feS + Äli5») + 24aq. 

4 At. Schwefelsaure ä± 2000 = 33,75 

I - Thonerde = 642 = 40,82 

i - Kali = 689 = 9,95 

24 - Wasser = 2700 = 45,48 

5031 100. 
Dana: Am. J.'bfSc. II Ser. XXII. 249. — Klaproth: Beitr. I, 844. 

B. Ammoniak - Alaun« 

Von dem bei Tschermig in Böhmen vorkommenden, welcher von Ficinus 
fttr Magnesia-Alaun gehalten wurde, bis Well n er den Ammoniakgehalt auf- 
fand, sind folgende Analysen bekannt: 

4. 9, 8. 4. 

Grüner. Pfaff. LampadiuS. Siromeyer. 

Schwefelsäure 33,68 36,00 38,58 36,86 ' 

Thonerde 10,75 12,14 12,34 11,60 

Magnesia .:.^.:i ■ 0,28 — 0,12 

Ammoniak 3,62 6,58 4,12 3,72 

Wasser . 51,00 45,00 44,96 48,39 

99,05 100. 100. 99,89 

Der A. ist schwefelsaures Thonerde - Ammoniak (Ammonium- 
oxyd), 

(AmS + ÄlS») + 24 aq. 
4 At. Schwefelsäure = 2000 = 35,33 
1 - Thonerde = 642 = 11,32 

1 - Ammoniumoxyd = 325= 5,74= 3,76 Ammoniak 
24 - Wasser = 2700 = 47,6 1 «> 49,59 Wasser 

5667 100. 



286 

Fi«iQMi Gilb. Anti UUX^44. t40i ^ atmn^n BbelHiia. UCDC, Mt, ««^^lam- 
padiiia: Bbendas. LXX, ISt. UnUV.tOt. — Pfaff: H4b^ m^ iXkmm, ü. 47c ^ 
S t r o m e y e r : Pogg. Ann. XXXJ» t?. 

C. Ntttron-AlMii. 

4. SdD Juan bei Mendozai Sttdamerika. Thomsoo. 

2. Subsesquisulfate of Alomina aus dem sOdlichen Peru. Weias, bserig, 

sp. 6. s 4,584. Derselbe« 

4. i. 



Sohwefelslare 


37,7 


36,«0 


Thonerde 


48,4 


«8,85 


Natron 


7,6 


8,85 


Wasser 


42,4 


39,80 



400. 404,SO 
Die erste Analyse entspricht zwar einem schwefelsauren Thoaecde- 
Natron I giebt jedoch nur % des erforderlichen Wasaergehaits, wahivchainlich 
wegen Verwitterung des Salzes. 

(NaS -f- JUS*) -f- 20aq. (l^aS + ÄlS*> ^ S4aq. 

4S s 2000,0 = 37,87 4S s 2000,0 « 34,93 

Xl » 642,0 SS 42,46 Si » 642,0 » 44,49 

Ha = 387,5 » 7,38 Na » 387,5 s 6,80 

20fl = 2250,0 = 42,59 24Ä = s 2700,0 = 47,08 

5279,5 400. 5729,5 400. 

Der auf der griechischen Insel Milo in faserigen Massen vorkommende 
Alaun, welcher dort das Produkt einer Solfitat^nwirkung ist, soll nach She- 
pard's qualitativer Prüfung Natron-Alaun sein. 

Thomson 's Analyse No. 2 deutet auf ein Gemenge von Natron-Alaun mit 

ÄlS* + 6aq. 

Shepard: Am. J. of Sc. XVI, 908. Schwgg. J. LVIl, 4t. — Thomson: Ann. of 
New-York 48t8. IX. Phil. Mag. 4848. March49t. Leodh. Jahrb. 4888.555. J. f. pr. 
Cham. XXXI, 498. 

D. Hagnesi-AlaMii. 

Pickaringit. 

Hierhergehört ein Salz von Iquique in Bolivia, welches nach Heyes ent- 
hält : 



Schwefelsäure 


36,32 


Thonerde 


42,43 


Magnesia 


4,68 


Eisen (Mangan-) oxydul 


0,43 


Kalk 


0,43 


Wasser 


45,45 


Chlorwasserstoffs. 


0,60 



99,74 



287 



Bb itt wobi eine mil Gips aod Chlorttren gemengte schwefelsaure 
rhonerde - Magnesia, 

(ÜlgS + ÄlS») -f- 24 aq. 

4 At. Schwefelstture «s SOOO s=s 35,8a 

4 - Thonerde « 642 = < 1,4 7 

I - Magnesia s 250 » 4,47 

24 - Wasser r= 2700 = r 48,26 

5592 100. 
Die Analyse giebi eher 22 Ai. Wasser, wahrscheinlich in Folge der beige- 
mengten Salze. 

Hayes: Am. J. of Sc. XLVII, 860. Ben. Jahresb. XXV, S94. 

E. Mangan - Alaun. 

Nicht rein bekannt, nur in isomorpher Mischung mit dem vorigen oder mit 
Kali-Alaun. 
1. Lagoa Bai in Südafrika. Apjohn. 
i. Bosjemansfluss daselbst. Stromeyer. 
3. Utahsee im Mormonengebiet Nordamerikas. Smith. 





4. 


s. 


<. 


Schwefelsaure 


33,64 36,77 


38,85 


Thonerde 


10,65 11, 5f 


10,40 


Hanganoxydal 


6,60 1,95 


2,12 


Magnesia 


0,36 3,69 


3,94 


Kali 


— 


— 


0,20 


Wasser 


48,15 45,74 


46,00 


Chlorkalium 


— 


0,20 
7 99,86 


— 




99,2 


100,51 






Sauerstoff: 




S 


20,10 22,06 


23,31 


Äl 


4,97 5,37 


4,86 


lÜD 


1,48 0,44 


0,48 


Ag 


0,14. 1,48 


1,57 


a 


— 


— 


0,03 


fi 


42,80 40,66 


40,89 


ft : S\ 


: S : 


ä 




1 s 4,62 : 4,97 


: 20,10 . 


42,80 a 1 : 


3,0 : 12,4 : 86,4 


2 » 1,92 : 5,37 


: 22,06 : 


40,66 = 1 : 


2,8 : 11,5:21,2 


3 s 2,08 : 4,86 


: 23,31 : 


40,89 s 1 ; 


2,8: 11,2 : 20,0 


Am besten stimmt No. 1 


mit dem 


Verhaltniss 1 


: 3 : 12 : 24 der Alaune, 


Mischung von etwa 10 At. 








1 


[KinS-i- 


ÄlS*} -1- 24 aq 


mit 1 At. Magnesia-Alaun darstelle 


nd. No. 2 und 3 sind etwa » D H- 3 £ 



»88 

kvt^hnk PhiKMiii^tUI, §MJ -: Smkik: AmkJ JL of So^ H Am XVHIi •?•. J. L 
pr. Chem. LXIII, 460. — Stromeyer: GöU. gel. Ant. 4811^ Not tfC^ ^07, ; pjOf^; 
Aon. XXXI, 4 17. ^ »; 

F. EboMixydöl-Abnni. 

{Federalaiin, Haarsalz z. Th.) 

4. BjOrkbadLagärd, FiDlaiid.. Arpp0. ._ ^t 

2. Island. (Hversali.) Forchhammer. 

3. Urmiah. Persieo. B. SiUimaD. 

4. Mörsfeld, Rheinbaiem. Rammelsberg. 

5. Fundort oDbekanni* Bert hier. 

6. Hurlet bei Glasgow. PhiUipiB. 

Schwefelsäure 34,74 35,46 34,98 36,03 34,4 30,9 

Thonerde 43,$3 i^^ W,(i6 1«,Sir 8;« * '^,2 

Eisenoxyd — 4,23 4,09 — — . i __ 

Eisenoxydul 6,23 4,57 9,46 ?,3t ^ 42,0. 80,7 

Magnesia — 2Jd — 0,23 0;iBi '^ — 

Kali - - ' ' - • 0,43" " ±.'>-'^-jL 

Wasser 44,20 45,^63 43,05 43,03 44,0 43,2 



■I : . f 



98,47 m. 99,58 100. V^OÖ. , <00. 

Die Hauptmasse dieser faserigen Sal^e ist das seh w^l^lsaiira.f honerde- 
Eisenoxydul, , ., |. 

(teS +Äi5*) +24aq. ^, 

4 At. Schwefelsäure s 2000 s 34,56 

4 - Thonerde «: 642 = 44,08 

4 - Eisenoxydul « 450 =a 7,77 

24 - Wasser = 2700 = 46,59 

5792 400. ^ 

Magnesia- und Kali-Alaun, So wie auch wahrer Eisen-Alaun (ft =: l'e) sind 
isomorph beigemischt, und wo in den Analysen (5,6) dec Eisenoxydulgehalt zu- 
nimmt, ist entweder Eisenoxyd zugleich vorhanden, oder eine Beimengung von 
Eisenvitriol zu vermuthen. >! 

Hierher gehört auch der Haflotrichin, den Scafichi in der Solfatar/i 

u. a. 0. gefunden hat. ;l / 

Arppe: Analys.af Finsk. min. 4867. — Berthier : Aqn, Mines V,867. — Forcb- 
hammer: Berz. Jahresb. XXIII, S63. J. f. pr. Oietn. XXX,, 395. — Phiilips: Ann. 
Chim. Phys. XXIII, 32t. — Rammelsberg: PQgg. Ann. XLIII, 899. — Scacchi: 
Roth Vesuv. S. 324. Ztschr. d. geol. Ges. iV, 4C2. — Silliman : t)ana Hin. II, 388. 

Bergbatter, eine Salzeffloiiescenz aus Schiefergesteinen, |st ein Gemenge von Sulfaten, 
zuweilen von Alaunarten. 

Die vom Irtysch in Sibirien enthält :' 81 S>chwefelsäufe, 2,5 Thonerde, 8 Eisenoxydul, 
6,25 Magnesia, 0,25 Manganoxydul, 4,5 Kalk, 0,25 Natron Und 49,i8 Wafsser. Itlaprotb. 



289 



Die gelbliche yoq Wetzelstein bei Saatfeld: 7,0 Thonerde, 9,97 EiBenoxydol, 0,8 Magne- 
lia, 0,7 Natron^ 1,75 Ammoniak, 48,5 Wasser. R. Brandes. 

Brandes: Schwgg. J. XXXIX, 417. — Klaproth: Beitr. VI, 840. 

Alaunstein. 

Aus der Zersetzung von Trachyt (Feldspathlava) durch Schwefelwasserstoff 
and Wasserdämpfe hat sich in einigen Gegenden ein poröses Gestein, Alaun- 
fels, gebildet, ein Gemenge von Quarz und Alaunstein, der z. Th. derb, z. Th. 
rhomboedrisch krystallisirt, darin vorkommt. 

Die älteren Untersucher, wieDolomieu, Vauquelin, Klaproth haben 
nur das Gestein im Ganzen zerlegt; erstCordier, Collet-Descotils und 
Bert hier versuchten die Analyse des Alaunsteins für sicjb. 

Der reine Alaunstein decrepitirt beim Erhitzen, giebt Wasser (ein geringes 
Sabliroat von schwefelsaurem Ammoniak), und schweflige Säure, schmilzt aber 
nicht. 

Von Ghlorwasserstoffsäure wird er kaum angegriffen, von Schwefelsäure 
jedoch aufgelöst. Auch in Kalilauge ist er auflöslich. Nach vorgängigem schwa- 
chem Glühen giebt er an Wasser Alaun ab, während der Rückstand nach v. Ko- 
bell in Ghlorwasserstoffsäure auflöslich ist. (Nach Berthier bleibt aber im- 
mer ein TheU Tbonerde unaufgelöst, deren Menge durch Kochen mit der Säure 
iimimmt). 

Das ganze Gestein verhält sich ähnlich; nur hinterlassen Schwefelsäure 
oder Kalilauge einen Rückstand von Kieselsäure. 

1. Tolfa bei Civita vecchia. 







(Alaunfels) 






* 


a. 


b. 




d. 




Vauquelin. 


Klaproth. 




R. 


Kieselsäure 


24,00 


56,5 




1,94 


Schwefelsäure 


25,00 


46,5 




36,94 


Thonerde 


43,92 


49,0 




34,02 


Kali 


.3,08 


4,0 




10,38 


Wasser 


4,00 


3,0 




16,78 




100. 


99,0 


Krystallisirt. 


100. 




Ber.*) 


Ber. 


Cordier. 


Ber. 


Schwefelsäure 


33,0 


38,8 


35,50 


37,67 


Thonerde 


57,8 


44,7 


• 39,65 


34,69 


KaU 


4,0 


9,4 


10,02 


10,58 


Wasser 


5,2 


7,4 


14,83 


17,06 




400. 


400. 


100. 


100. 



4) D. h. nach Abzug dar Kieselsäure. 

Raaneltberf^t M ioertlchemie. 



19 



290 



«. UBgava. 


Beregsnsi. 


k 






Klaproth. 


B^r^liier. 




KieaeUäure 


1 


86,5 


86,88 


Schwefelsfiure 


18,50 




87,0 


88,91 


Thonerde 


n,80 


i 


86,0 


87,15 


Biaenoxyd 


— 




4,0 


Spur 
7,80 


KaU 


1,00 




7,3 


Wasser 


5,00 




8,8 


9,86 




98,85 


1 


99,0 


100. 


Berechnet : 








Schwefelsäure 


34,8 


39,48 


39.54 




Thonerde 


48,6 


37,95 


37, < 3 




Kali 


8,8 


10,66 


10,67 




Wasser 


13,8 


14,97 


18,66 





400. 100. 100. 

3. Moniioni, Toscana. Collet-Descoiils. 

4. Insel Milo. 

5. Hont Dore in der Auvergne. 

6. Gleichenberg in Steiermark. 







4. 


t. 


6. 






Saavage. 


Cordlar 


Fridaa. 


Kieselsaure 




19,0 


88,40 


50,74 


Schwefelsaure 




31,0 


87,00 


16,50 


Thonerde 




30,0 


31,80 


49,06 


Bisenoxyd 




— 


1,44 


*M 


Kali 




»,» 


5,80 


3,97 


Wasser 




10,6 


3,78 


7,83 






100. 


98,16 


Ca 0,56 
Ag 0,41 
k,§i 0,31 
Lösl. 0,18») 


Berechnet : 






100. 


Schwefelsäure 


35,6 


38,87 


39,1 


35,3 


Thonerde 


40,0 


37,04 


46,5 


40,8 


Kali 


13,8 


11,60 


8,5 


8,5 


Wasser 


10,6 


13,09 


5,9 


15,4 



100. 100. 100. 100. 

7. Gelblicher amorpher Alaunstein in knollenförmigen Massen, sp. G. ss S,58, 
aus' der Steinkohle von Zabrze in Oberschlesien: 

Low ig. 

Schwefelsaure 36,06 

Thonerde 34,53 

Kali 10,45 

Wasser 18,96 

100.») 



4) Enthält neben den Rhomboedern von Alaunstein Quarxkrystaile. Mittel aus iwai 
Analysen. 

i) 0,09 Mg Sund 0,08 Mg Cl. 

3) Nach Ab^ug von 8,87 p. C. Kieselsäure und organischer Substans. 



291 

la d0Q neueren Analysen ist der Sauerstoff von Kali, Thonerde und Schwe- 
fdiaure Obereinslimmend ta 1 : 9 : 48, d. h. der Alannstein besteht aus 4 At. 
Kali, 3 At. Thonerde und 4 At. Schwefelsäure, so dass er als eine Verbindung 
von 4 Ai. einfach schwefelsauren Kalis und 3 At. drittelschwe- 
felsaurer Thonerde zu betrachten ist, 

RS + 3^lS. 

Nur in Betreff des Wassergehalts zeigen sich Verschiedenheiten. Der krystalli- 

sirte Alaunstein. Ton Tolfa nach meiner Analyse (4.d) und der amorphe aus 

Schlesien nach Löwig (7) enthalten so viel Wasser, dass dessen Sauerstoff 

gleich dem der Thonerde ist, d. h. 9 Atome. Sie entsprechen mithin der Formel 

(RS -f- 3ÄlS] Hh 9aq (^4). 

Der Alaunstein aus Ungarn nach Berthier uüd meiner Analyse (8. 6. c), so wie 

der von Milo nach Sauvage (4) enthalten nur zwei Drittel so viel Wasser, d. h. 

6 Atome, werden also durch 

(RS+ 3Ä1S] + 6aq (B) 
bezeichnet. 

Die berechnete Zusammensetzung ist in beiden Fällen : 

A, B. 

48 «2000,0 8 36,48 4S » 2000,0 s 38,53 

3 AI SS 4926,0 = 34,84 3Ä1 = 4926,0 = 37,47 

R :b 589,0 » 40,66 R » 589,0 » 4 4,35 

9ft « 4042,5 « 48,32 6fl ^ 675,0 « 42,95 

5527,5 400. 5490,0 400. 

Da nun der römische und der ungarische Alaunstein dieselbe Form haben, 
so besitzen sie ursprünglich gewiss auch denselben Wassergehalt, und man darf 
vermuthen, dass der letztere und der von Milo ein Drittel des Wassers später 
verloren haben. 

Auffallend bleibt es, dass die älteren Analysen des krystallisirten A. von 
Tolfa von der meinigen, und unter sich auch im Kaligehalt so sehr abweichen. 
Da Berthier 's und meine eigenen Resultate an dem ungarischen A. so- 
wohl unter sich als auch, was das Verbältniss der Basen und der Säure anlangt, 
mit den übrigen im Einklang stehen, wenn man die Kieselsäure abzieht, so folgt, 
dass letztere in der That in der Form von Quarz der alleinige Begleiter des A.ist. 
Da aber viele der älteren Analysen nach alleiniger Abrechnung der Kiesel- 
saure einen viel grösseren Gebalt von Thonerde zeigen, so liegt die Vermuthung 
nahe, dass der Alaunfels zuweilen auch eine gewisse Menge Thonerdesilikat ent- 
halten könnte. Berechnet man, von der Schwefelsäure ausgehend , die den 
obigen Formeln entsprechende Menge Thonerde, so erhält man für 400 Th. : 





<.a. 


i.b. 


4.C. 


<.a. 


8, 


5. 


«. 


Schwefelsäure 


44,6 


41,9 


37,6 


40,0 


37,8 


42,5 


37,9 


Thonerde 


43,0 


40,4 


36,2 


39,4 


36,4 


40,9 


36,5 


Kali 


6,4 


10,1 


10,6 


3,» 


14,6 


»r« 


9,1 


Wasser 


7,0 


7,6 


15,6 


17,3 


11,2 


7,4 


16,5 




100. 


100. 


100. 


100. 


100. 


100. 
19* 


100. 



292 

Es ergiebl sich dann, dass Cordier's Analyse des A. irea Tolfi.(1«c) so 
ziemlieb mit der meinigen stimmt, und dass auch der steimefae A. diesribe Zn- 
sammensetznng hat. 

Dagegen wfirde Klaproth's Analyse des A. von Tolfa, so wie Cordier's 
von dem aus der Auvergne einer Verbindung entsprechen, in weicher der 
Sauerstoff von Kali, Thonerde, Säure und Wasser = 1 : 42 : 46 : 4 w8re. 

Die drei letzten Analysen sind im Alkaligehalt, und folglich auch im Was- 
sergebalt (da dieser meist aus dem Verlust gefolgert ist), verschiedm onier sidi 
und von den übrigen. 

Berthier: Aon. Minet IV Sa^. II, 459. — Collet-DescotiU: Ibid. I86t, I,i49. 
— Cordt er: AoD.Chim. Phys. IX, 74. GUb. Aon. LXIX, SS. Schwgg. J. XXXIII, 181 
Fridan: Ann. d. Chem. u. Pharm. LXXVI, 406. — Klaproth: Beiträge IV, t49. — 
LOwig: Ztochrft. d. d. geol. Ges. VIII, 146. — Sauvage: Ann. Mines IVS^r. X. S5. 

Voltait 

Schwarze reguläre Krystalle (Oktaeder etc.), von Breislak 4792 in der 
SolCatana entdeckt, neuerlich von Scacchi beschrieben, und von Dufr^noy 
untersucht. 

Ist in Wasser mit gelber Farbe leicht löslich. Die Auflösung enthalt beide 
Oxyde des Eisens. 

Abich hat auf ktlnstlichem Wege dieses Doppelsalz dargestellt, welches 
nach ihm in Wasser sich unter Abscheidung eines basischen Salzes sersetzt. 





Dufrönoy. 


Abich. 


Sauerstoff. 


Schwefelsäure 


45,67 


48,32 


29,00 


Thonerde 


3,27 


2,20 


;■»} •■" 


Eisenoxyd 




47,65 


Eisenoxydul 


28,69 


11,60 


2,67 




Kali 


5,47 


4,04 


0,68 


8,84 


Natron 


— 


6,25 


0,06 




Wasser 


15,77 


15,94 




UJ7 



98,87 100. 

Duir^noy's Analyse ist unbrauchbar, weil die Eisenoxydbestimmung fehlt. 
Bei Abich ist das Yerhältniss des Sauerstoffs ft : ft : S : A nahe =1:2:9:4, 
wonach der Y. eine isomorphe Mischung 

. '%*Rt **:£}«• -'«"^ 

wäre, obwohl man die Alaunformel erwarten sollte. Er verdient eine wieder- 
holte Untersuchung. 

Abich: B. u. hUtt. Ztg. 4842. No. 47. — Dufr 6noy : Ann Mines III S^r. IX, 465. 
Scacchi: Ztschrft. d. geol. Ges. IV, 4 63. 

Röinerit. 

Röthlichgelbe zwei- und eingliedrige Krystalle aus dem Rammeisberg bei 
Goslar, von Eisenvitriol und schwefelsaurem Eisenoxyd (Copiapit, Misy) begleitet 
d durchwachsen ; sp. G. =2,15—2,18. 



293 

Schwillt beim Erhitzen auf, wird weisslich, giebt Wasser, schweflige und 
Schwefelsäure,, während der Rückstand sich braunroth färbt. Reagirt mit den 
Flüssen auf Eisen und Zink. 

Löst sich in kaltem Wasser zu einer concentrirt rothen, verdünnt grün- 
lichen Flüssigkeit auf, während ein gelbliches krystallinisches Pulver (Misy) sich 
absetzt. Unter dem Mikroskop erscheinen in der bräunlich violetten Masse des 
R. zahlreiche Kryslalle von jenem eingewachsen. Die Auflösung enthält beide 
Oxyde des Eisens. Beim Erwärmen trübt sie sich unter Abscheidung eines 
basischen Salzes. 

Das Mittel zweier Analysen von Tscherroak, nach Abzug des Unlöslichen 
i0,5 p C.) und des Gipses (von 0,58 Kalk) ist: 

Sauerstoff. 

25,18 48,7 

6,86 8»48 





Schwefelsaure 


41,88 




Eisenoxyd 


21,22 




Eisenoxydul 


6,44 




Zinkoxyd 


2,03 




Wasser 


28,43 
100. 


Das 


Sauerstofifverhältniss ft 


Ausdruck 







0,40] 



88 4 

85,27 48,8 

j^e : S : H =: 4 : 3i : 13i : 13i giebt den 

(6 AS -h 7ßeS*) -h 81 aq. 
Wenn man eine Einmengung von schwefelsaurem Eisenoxyd Fe S* + 9 aq an- 
nimmt, so wird das Verhältniss 1 : 3 : 12 : 12 sehr wahrscheinlich, so wie die 
Formel 



(jf^|s..ßeS»)^^2aq. 



4 At. Schwefelsäure = 2000,0 = 41,56 

1 - Eisenoxyd = 1000,0 = 20,78 

i - Eisenoxydul = 350,0 = 7,27 

i- Zinkoxyd = 112,6= 2,34 

12 - Wasser = 1350,0 = 28,05 



4812,6 100. 

Grailich macht darauf aufmerksam, dass eines der in Chile (Copiapo) 

vorkommenden und als Coquimbit bezeichneten Eisensalze niciit bloss im Aeüis- 

seren, sondern auch in optischer Hinsicht sich wie Römerit verhält, und dass 

die krystallographischen und optischen Verhältnisse des Coquimbits nochmals 

verglichen werden sollten. 

Grailich (Tschermak): Sitzb. d. Wien. Akad. XXVIII. (4858). Nb.4. S. 171. 

Botryogen. Ein dem vorigen höchst ähnliches^ vielleicht mit ihm iden- 
tisches Mineral^ gleichfalls eine Sekundärbildung, aus der Insjö Sänkning zu 
Pahlnn, wo es mit Gips und Bittersalz vorkommt. 



292 



A 



Es ergiebi sich daniiy dass G ord i 
ziemlich mit der meinigen stimmt, uüi 
sammensetzang hat. 

Dagegen wttrde Klaproth's 
von dem aus der Auvergne oii. 
Sauerstoff von Kali, Thonerde, S 
Die drei lotsten Analysen ^ 
sergebalt (da dieser meist au^ u- 
und von den Übrigen. 

Berthler: Ann.Minesl 
— Cordier: Ann. Chim. * 
Fridau: Ann. d. Cheui. > 
Löwig: Ztschrfl. d !. ^ 



• • 






unter Abscheidung eines 
gemengt. RnlhJflt beide 



die Menge des Eisenoxyduls 



c. 

6,92 
30,90 



Salz 



Schwarze repu 
Solfatana entdeckt, 
untersucht. 

Ist in Wasser 
Oxyde des Eiser .. 

Abich h.il^ 
nach ihm in W 



Duh 
Bei ^ 
wer 



^ 1.38 
rf 5.39, 

lufolge mit 6 At. Wasser verbunden, 
aio« dieses, sondern auch das Bittersalz als 
...irii^ iwnigstens nicht ganz und gar unwesentlich 
^1^ 2inksalz im Römerit einer isomorphen Ver- 
Jftss nach Abzug beider Salze, der Rest io a 
i ergiebt. 

b. 
2,76 

55,04 

7,70 
17,30 
19,38 

0,32 

35 — 55 p. G. Bittersalz beigemengt gewesen. 
^^ ^ ^^y,4iHUi«nsetsung des B. noch zu ermitteln. 

"^* iJI. »^ •V. 107. Schwgg. J. XXIU, 44. Pogg. Ann. XII, 49i. 







w 



Jarosit« 

^^ «^1« O^mulmbit etc. 
jljf^^lhüupt bestimmte in gelbbraunen Rhomboedem von fast 
^mI nach der Endfläche spaltbare Hineral aus dem Barranco 
Ahiiagrera in Spanien, dessen sp. G. =s 3,256 ist, besteht 



^>i^^«liure 



28,8 

52,5 

1.7 

6.7 

9,2 

98,9 



Sauerstoff. 
n,J5 

15,75' 

0,79 

^,14 

8.48 



H6,54 



«5J 

44,5 

4 
7,f 



295 

Nimni mm das VerfaäUniss »4 : 15 : 45 : 7, so wtfre der Jarosit 

(fcS -H l?e»S*) + 7aq. 
r rinel ist indessen wenig wahrscheinlich, and bedarf die Analyse des 
•it tn Alaunstein vielleicht isomorphen Minerals, zu dessen Bildung Spatli^ 
üstein gedient hat, einer Wiederholung. 

B. u. hütt. Ztg. 4 852. No. 5. 

Gelbeiseners. 

1. Koiosoruk bei Bilin, Böhmen. Aus den Braunkohlen. Rammeisberg. 
^. Kirchspiel Modum, Norwegen. Aus Alaunschiefer. Scheerer. 

1. Sauerstoff. a. Sauerstoff. 

Schwefelsäure 32,41 ^4 9,16 3S,45 49.47 

Eisenoxyd 46,73 44,01 49,63 44.89 

Kali 7,88 4,I4 — 

Natron — 5,20 4,8i 

Kalk 0,64 ojs — 

Wasser 43,56 4 2,05 I3,f1 44,64 

100,92 100,39 

lo beiden Mineralien ist das Verhältniss des Sauerstoffs nahe ss 15 : 12 : 1 : 9, 

so dass 

1 = (fe S -h 4PeS) -h 9aq 

2 = (ü^aS -h 4l?eS) + 9aq. 

Es sind sekundäre Bildungen, aus Schwefelkies hervorgegangen. 

Rammeisberg: Pogg. Ann. XLIII, 48S. — Scheerer: Ebendas. XLV, 488. 

Uranoxydoxydulsulfate. 

ffeben den basischen wasser^altfgenÜr^nöxyd^fdtett kötumeü zu Joächims- 
thal mehrere, z. Th. krystallisirte grüne Sulfate vor, welche offenbar beide 
Oxyde des Urans enthalten. Ausserdem finden sieb kleinere oder grössere Men- 
gen Kupferoxyd und Kalk in ihnen. Ihr allgemeines Verhalten ist das der Uran- 
oxydsulfate, nur verwandeln sie sich v. d. L. in eine braune oder grünlich- 
schwane Masse. In ihrer Auflösung (in Wasser oder Chiorwassersiciffatture) 
bildet Ammoniak einen graugrünen, an der Luft sich gelb färbenden' Nieder^ 
schlag. 

Obgleich diese Salze neuerlich von Lindaker analysiri wurden^ ist ihre 
Zusammensetzung doch nicht mit Sicherheit anzugeben, da nicht bewieseti ist, 
dass sie beide Oxyde des Urans in dem Verhältniss je eines At. enthalten,, «nd 
es auch fraglich ist, inwieweit der Kupfer- und Kalkgehalt ihnen wesentlich 
angehört (sie sind oft von Gips begleitet, dessen feine Krystaite nicht selten 
grün gefärbt sind). 

I. Johannit. Beim Auflösen in heissem Wasser bleibt ein Theil in grün- 
lichen Flocken ungelöst, wahrscheinlich ein durch Zersetzung entstandenes ba- 
sisches Salz. 



II. Basisches. Sulfat. Kleiniraubige oder - fcugal jy AfgragiteJfMlhr 
ibeilweise in Wasser IttsliGh. I ) Kapferfreief 2) kupferhaliige Ablnderung. 

DI. Drangrfln. Fast unauflöslich in Wasser, Idslioh in Giriorwasaer- 
sIeflbSorey mit ZorttcUassaDg von Gips in verdünnter SehweABlsaara. 





I.*) 


11. 




m.*) 






4. 


s. 


« 


Schwefelsaure 


20,02 


12.34 


12,12 


20,03 


Uranoxydoxydul 


67,7« 


79,50 


79,69 


36,14 


Kapferoxyd 


6,00 




2,24 


6,55 


Eisenoxydul 


0,20 


0,<2 


0,36 


0,14 


Kalk 


— 


1,66 


0,05 


10,10 


Wasser 


5,59 


5,49 


5,25 


27.16 



99,53 99,H 99,74 400,4S 

Auch ein Tbeil der Uranblüthe gehört vielleicht hierher, insofern sie 

ein Doppelsalz von Uranoxyd und Kupferoxyd wSre. In einer grüngelben nadel- 

fbnnig krystallisirten Abänderung fand Lindaker : 

Sauenloff. 
Schwefelsaure 47,36 40,4i 4o 

Uranoxyd 62,04 io,4i lo 

Kupferoxyd 5,24 i,04 4 

Wasser 45,23 41.54 4i 

99,84 
Substituirt man das Verhältniss 9:9:4 : 42, so wSre das Mineral 

(CuS + 8*5*) + 42aq. 
In diesem Fall ist es jedoch, als verschieden von der kupferfreien UranblOthe 
(S. 279), mit einem besonderen Namen zu bezeichnen. 

Vogl Gangverhältoisse aDdHineralreichtham Joachimsthalt. Teplitz 4S67. S. SS. 447- 

3. Verbindungen mit Carbonateo« 

Lanarkit. 

Schmilzt V. d. L. zu einer weissen Perle, und giebt auf der Kohle Bleirauch 
und BleikOmer. 

Löst sich in Salpetersäure unter Brausen und mit Hinterlassung vonschwe^ 
feisaurem Bleioxyd auf. 

Der L. von Leadhills ist von Brocke (4) und Thomson (2) analysirt 
worden. (Sp. G. = 6,3497 Th.). 

4. t. 

Schwefels. Bleioxyd 53,4 53,96 

Kohlens. Bleioxyd 46,9 46,04 

400. 400. 



4) Mittel von zwei Analysen. 



297 
Er ist demnach eine YerbinduDg 

I Ai. Schwefels. Bleioxyd a 4894,6 :>;: 53,47 
4 - Kohlens. Bleioxyd = 4669 ,6 «46,83 

3564,2 4 00. 

Brocke: Bdinb. phil. J. III, H7. — Thomsoo: Phil. Mag. 4840. JT. f. pr.'CheiD. 
XXII, 446. . n 

Leadhillit (and Sn sann ii). 

Brocke unterschied zuerst das Sulphato-tricarbonate of lead von Lead- 
lls und gab auch eine Analyse desselben. Er beschrieb die Form als rhom- 
edrisch, wahrend Haidinger sie für zwei- und eingliedrig erklärte. Neuer- 
ih fanden Brocke und Miller, dass zu Leadbills zwei Bleidoppelsalze von 
vidier Zusammensetzung vorkommen, von denen das eine, der Leadhillit, 
i^liedrig, das andere, der Susannit, rhomboedrisch ist. Das spec. Gew. 
iD ersterem wird = 6,266—6,435, das von letzterem s 6,55 angegeben. Ihr 
lemisches Verhalten ist das nämliche. 

Sie schwellen v. d. L. auf Kohle etwas an, werden gelb und reduciten 
ch leicht zu Bleikömem. 

In Salpetersäure lösen sie sich mit Brausen und Hinterlassung eines weis- 
in Rückstandes auf. 

Ob die Analysen sich auf den L.-oder den S. beziehen, ist nicht immer zu 
Uscheiden. 

<. Leadhills. a) Brocke (Susannit), b) Irving, c) Berzelius, d) Stro- 
meyer, e) sp.G. = 6,00. Thomson. 

2. Nertschinsk. Sp. G. = 6,526—6,55 (also vielleicht Susanidt). Kot- 
schubey. 



a. 


b. 


4. 
c. 


d. 


e. 


1. 

a. 


/• 


chwefels. Bleioxyd 27,5 


29 


28,7 


27,3 


27,43 


27,05 


2ef,94 


oblens. Bleioxyd 7^,5 


68 


71,0 


72,7 


72,57 


74,26, 


72,87 



400. 97 99,7 400. 400. 401,34 99,78 

iemach siod beide Mineralien heteromorphe Verbindungen von 4 At. schwe- 
Isaurem und 3 At. kohlensaurem Bleioxyd, 

1 At. Schwefels. Bleioxyd =s 1894,6 = 27,45 ^ 

3 - Kohlens. Bleioxyd = 5008,8 = 72,55 

6903,4 100. 

Berzelius: Jahresb. III, 184. — Brooke: Edinb. N. phil. J. III, 4 4 7. 488. — 
Irving: Ibid. VI, 888. — Kotschubey: Kok scharow Materialien z. Min. Russlands. 
Petersburg 4858. S. 76. — Stromeyer: Gött. gel. Anz. 4825. S. 448. -> Thomson: 
L. and Ed. phil. Mag. 4 84«. Decbr. 401. J. f. pr. Ch. XXII, 448. 



19 8 

CalcdOBtt. 

?. d. L. auf Kohle leicht redociribar zu kupferhaltigeai Blei. 

Wird von Salpeteratare unter Brausen lersetst: m entsteht eine bUne 
Auflösung unter Absdieidung eines weissen PuItots von aeliwdelsaurem Blei- 
oxvd. 

Dies von Brooke als Cupreous Sulfato-Carbonate of Lead beschriebeDe 
krystallisirte Mineral von Leadhills ist von demselben, spttter von Th Otts od 
untersucht worden. 







Brooke 


). 


Thomson. 


Schwef(^. Bleioxyd 


Sp.G. = < 
55,8 


5.4 


Sp. G. » S,« 
5S,88 


Kohlens. 


Bleioxyd 


32,8 




31,94 


Kohlens. 


Kupferoxyd 


H,4 


Kupferoxyd 


43,37 






400. 


Wassern. Verl. 4,84 



100. 

Beide Analysen diffsriren kiemach so sehr, dass die ZusammenaeUBAg dieMs 

Minerals sweifielbaft ist. Nacb der ersten ist es 

6f>bS-|. iPbC -|.3CaC 
oder vielleicht 

3^bS-|. 2(>bC -h CuC 

Jf»b| 



PbS 



JPbl- 



wonach es enthalten sollte : 

3h)SÄ 5683,8 =t 58,03 

2PbC= 3339,2 = 34,09 
CuC=r 774,6 = 7,88 

9794,6 400. 

Noch unsicherer ist das Resultat von Thomson ^s Analyse. 

Brocke: Edinb. phil. J. III, 447. — Thomson: Phil Mag. 4840. J. f. pr. Cbem. 
XXII, 44 8. 

Zinkazurit nannte Breit ha upt ein in kleinen blauen Krystallen in der Sierra Alma- 
grera in Spanien vorkommendes Mineral, dessen sp. G. = 3,49 ist. Beim Erhitzen giebtes 
wenig Wasser, v. d. L. die Reaktionen von Kupfer und Zink und mit Soda eine Hepar. VTaek 
qualitativer Prüfung von Plattner und Tb. Richter besteht es aus schwefelsaurem 
Zinkoxyd, kohlensaurem Kupferoxyd und etwas Wasser. 

B. u. hütt. Ztg. 4 851. S. 4 04 

G. Chromate. 

fChromsanre Salze). 

Rothbleierz. 

Decrepitirl beim Erhitzen, färbt sich dunkler, schmilzt v. d. L., breitet 
sich auf der Kohle aus und reducirt sich unter gelinder Detonation zu Bleikör- 



i 



299 

nem, wobei jene gelb beschlägt und eine graugrüne Masse ttbrigbleibt. Borax 
und PhosphorsaU lösen es in der äusseren Flamme zu gelblichen, beim Erkalten 
grttnen Gläserui welche in der inneren Flamme dunkler grOa werden. Mit 
Soda auf Kohle erfolgen Bleikttmer; auf Platinbleoh entsteht eine gelbe Sab* 
masse. Mit saurem schwefelsaurem Kali geschmolzen bildet es eine dunkel 
violette Masse, welche beim Erstarren rothlich, und nach dem Erkalten grün- 
lichweiss erscheint. (Yanadinbleierz giebt im gleichen Falle eine gelbe Masse). 

Kochende Chlorwasserstoffsäure verwandelt es in. weisses krystallinisches 
Chlorblei und eine grtine Auflösung von Ghromchlorid. Salpetersäure last es 
sehr schwierig mit gelber Farbe auf. Kalilauge verwandelt es zuerst in ein 
braunrothes basisches Salz, und löst es dann zu einer gelben Flüssigkeit auf. 

Yauquelin entdeckte in dem sibirischen R. die Chromsäure, und lieferte 
die erste, wenngleich nicht ganz richtige Analyse. Später ist es von Th ^nard, 
Pfaff und Berzelius untersucht worden. 



Vaaquelin. 


Th^nard. 


Pfaff. 


Berzelius. 


Chromsäure 36,40 


36 


34,72 


31,5 


Bleioxyd 63,96 


64 


67,91 


68,5 



100,36 100. 99,63 iOO. 

Es ist eine Verbindung von 1 At. Chromsäure und 1 At. Bleioxyd, einfach 

chromsaures Bleioxyd, 

f^bCr, 

4 At. Chromsäure = 629,0 = 31,08 

1 - Bleioxyd = 1394,5 = 68,92 

2023,5 100. 
Berzelius: Sch^wgg. J. XXII, S4. — Pfaff: Ebeadas. XVIII, 7Z. — Th^oard: 
J. de Physfque LI, 74 . Gilb. Ann. VIII, 2S7. — Va u q u e I i n : J. des Mines No. XXXIV. 
787. Greifs Ann. 4 798. I, 488. 276. 

Melanochroit» 

Färbt sich beim Erhitzen dunkler, schmilzt v. d. L. auf Kohle leicht, und 
verhält sich auf trocknem und auf nassem Wege im Allgemeinen wie Both- 
bleierz. 

Hermann entdeckte den M. als Begleiter des Rothbleierzes von Beresow 
und fand: 

Chromsäbre 23,31 
Bleioxyd 76,69 

100. 
Er ist hiernach sweid rittet -chromsaures Bleioxyd, 

«>b«Cr». 

2 At. Chromsäure a 1258,0 = 23,12 

3 - Bleioxyd « 4183,5 = 76,88 

5441,5 100. 
Pogg. Ann. XXVIII, 462. 



V. d. L. auf Kohle leicht redneirtur zu ki 
Wird voo Salpetentun mtar Brauspr 

Auflösung uDter Absdieidui^ rine« weisse- 

oxyd. 

Dies von Brooke als Copraous P' .^ 

krystalliiirte Mineral yon Leadhilla i< 

untersucht worden. 



. .datto dann unter starkes 

_r% ü» Ton HetaDkOrnern uid- 

.r4ntf GUtser, welche im Re- 

.-^pterrotb werden. Hit Sodt 

.riben Hasse. 

oung eines gelben BUcksUndas 



Sdiwefela. Bleioxyd 
Kofalens. Blnoxyd 
Kohleni. Kupfero_\ 



Beide Aoalyaen differirmi 
Hinerals iwaUalhafl isL 



^-4 — 6:8:1. Der V. ist folglich eine 
.:«!- jhromsaarem Kupferoxyd und 
..-rm Bteioxyd, 
.^■•*äPb'Cr». 
. ^j.Tt « 87,68 
' ' «SW? — 61,40 
"" - - '»iW * <0,98 
tM3l tOO. 
„yiB^ I XXX, »9». 

..■■ %BM«1 vcm Beresow in kleinen onogefirbigen Kryst«!- 
..M^-m. nnd oicb Plattner die Reaktionen von ChralD- 
..>'<»*■ 
wb a» IMS. So. 7. 



H. Hblybdate. 

M^tvbdansaure Salze). 

Gelbbleien. 

^j, Srtettt« und fiirbt sich dunkler. S^milzt v. d. L. auf 
■"»^■«^. ^ mW Thwl in dieselbe ein, wahrend Bleikömer und ein Blei- 
.^ -=»■■ ^^. VH-h laniiwor Einwirkung der inneren Flamme erhalt man 
^ ^<kUiuaien MeInMkOrner, die theils aus geschmeidigem me- 
.M*to «w> MolyUUnblei bestehen. Hit Borax giebt es (auf Pla- 
* (telblii'hoK liias, welches beim Abkühlen farblos, in der 
r^^ 9oliwan winl, und nach dem Ausplatten schmutzig grUn 
I tv»'hi>int. Hit Phosphorsalz giebt es ein gelblich grtlnes 
r Abkllhlung blasser, und in der HeduktionsQamme dunkel - 
h Hlobl m BleikDrnor. Hit saurem schwefelsaurem Kali ge- 






30t 

triebt es eine Masse, welche mit Wasser und etwas Zink eine blaue 

^ f. 

'•^rwasserstoffsäure zersetzt das Pulver; unter Abscheidung 

'^ grünliche Flüssigkeit. Salpetersäure hinterlässt ein 

-^ntlich aus Molybdänsdure besteht, und, mit Säure 

MKlelt, eine blaue Auflösung liefert. 

'^ UM' orsle richtige Analyse von diesem von Jacquin und 

'•os( liriebenen Erz aus Kärnthen, welches man für eine Wolf- 

'jf'hnlien hatte (1796); später ist es von Macquart, Hat-^- 

ij 1 , ' l u. A. untersucht worden. 

r,i.. i." r:4 in Kärnthen : 

a. b. c. 

Klaproth. Macquart. Hatchett.. 

Molybdänsäure 34,25 28,0 38 

Bleioxyd 59,23 63,5 58 

93,48*) CaC 4,5 g e 3 

Si 4,0 99 ' 

100. 

d. e. f. g. 

Göbel. Melling. Parry. Brown. 

Molybdänsäure 40,5 40,29 39,30 32,37 

Bleioxyd 50,0 61,90 60,35 60,24 

99,5 102,19 99,65 92,61 

2. Grube Azulaques bei la Bianca, Zacatecas in Mexiko. Bergemann. 

3. Pbönixville, ChesterCo., Pennsylvanien ; sp. G. =6,95. a) Gelbe, 6) rothe 
Varietät. Smith. 

«. 3. 

a. b. 

Molybdänsäure (37,65) 38,68 37,47 

Bleioxyd 62,35 60,48 60,30 

JÖÖ, 99,16 V 1,28 

99,05 

Esist demnach molybdänsaures Bleioxyd, 

t>bäo. 

1 At. Molybdänsäure = 875,0 = 38,55 

4 - Bleioxyd = 1394,5 = 61,45 

2269,5 100. 

I. Anhang. Ein krystallisirtes Gelbbleierz aus Chile enthält nach Do- 
mey ko (nach Abzug von 8 p. C. Eisenoxyd) : 
Molybdänsäure 46,12 

Bleioxyd 47,00 

Kalk 6,88 

100. 



4) Nach der GoirekUon des Bleigehalta, wie K. ihn gefuodea hat. 



802 j_ 

Em ist eine isomorphe Mischung des Blei- und Kalksalses, 

Cafio-hSPbllo. 

3 At. Molybdansaure » 86S5 » 45,54 
2 - Bleioxyd » 2789 » 48,39 

4 - Kalk s 350 » 6,07 



,5764 400. 
n. Anhang. Nach Boussingault enthalt ein Mineral von Paramoriot 
bei Pamplona in Neu--Granada : 

Molybdänsäure 40,0 

Ghromsäure 4,2 

Phosphorsäure 4,3 

Kohlensäure 2,9 

Bleioxyd 73,8 

Chlor .4,3 

Eisenoxyd 1,7 

Thonerde 2,2 • 

Quarz 3,7 

98,4 

4,3? s= 6,40 *^b = 7,4Pb»P 
2,9C = 44,70 „ « 47,6 PbC 
4,3C1= 4,09 „ = 5,4 PbCl. 

Rest : Sauorstoff. 

Molybdänsäure 40,0 = 46,64 5,70 | 

Chromsäure 4,2 2,00 o,94 | ^^^ 

BJeioxyd 48,9 84,36 5.88 

60,4 4 00. 

Es ist hiemach nicht sicher, dass das Erz, wie Boussingault glaubt, haupt- 
Sächlichaus drittei-molybdänsaurem (chromsaurem) Bleioxyd besteht. 

Ein Yanadingehalt kommt auch in dem G. von Bleiberg vor, wie ich aohitt 
vor längerer Zeit bemerkte, und wie Wöhler neuerlich bestätigte. Vgl. Des- 
cloizit. 

Die rothen Krystalle des 6. von Betzbanya hielt Johns ton fllr Rothblei- 
erz. 6. Rose zeigte, dass sie nur eine geringe Menge Chrom enthalten. 

Bergemann: Pogg. Aon. LXXX, 400. — Boussingault: Ann. Ghim. Phys. 
XLV, 825. Pogg. Ann. XXI, 694. — Brown (Parry) : PhU. Mag. 1847. Oct. J. f. pr. 
Chem. XLII, 481. — Domeyko: Ann. MInes IV. Sör. III, 16. — QObelx Schwgg. J. 
XXXVII, 74. — Hatchett: Phil. Transact. 4796. 188. ~ Johnston: Phil. Mag. 
XII, 387. — Klaproth: Beitr. II, 165. — Macquart: Hauy Min. v. Karsten u. 
Weiss. III, 584. — Melling: In mein. Labor. — Parry: S. Brown. — G. Rose: 
Pogg. Ann. XL VI, 689. -> Smith: Am. J. of Sc. II Ser. XX, 141. — WO hier: Ann. 
Chem. Pharm. CII, 888. 



808 

I. Wolframiate. 

;Wolframsaure Salze). 

Scheelit. 

Schmilzt V. d. L. an den Kanten zu einem durchscheinenden Email ; löst 
in Borax im Oxydationsfeuer zu einem farblosen Glase auf, wetohes, bei 
itr Hitze geschmolzen, klar bleibt, nach dem Anwärmen aber trübe wird; 
vollkommen gesättigte Glas wird unter der Abkühlung milchweiss und kry- 
linisch; im Reduktionsfeuer, und auch nach Zusatz von Zinn nimmt das 
tflis keine Färbung an. Phosphorsalz löst ihn im Oxydationsfeuer zu einer 
Upren farblosen Perle, welche im Reduktionsfeuer heiss gelb (oder bei Eisen- 
fiaU grün), nach dem Erkalten aber blau ist; setzt man Zinn hinzu, so ftlUt 
[ie Farbe dunkler aus, und erscheint zuletzt grün ; durch einen grösseren Zinn- 
lasitz und langes Blasen kann man selbst eine schwach grünlichgelbe Perle 
«kalten. Nach v. Kobell giebt mancher Seh. in der inneren Flamme ein 
Irsimliches oder graues, durch Behandeln mit Zinn blau werdendes Glas. Mit 
Soda giebt er eine aufgeschwollene weisse Masse. Nach Plattner zeigt er, in 
einer offenen Röhre mit geschmolzenem Phosphorsalz erhitzt, schwao^Q F^ior- 
itBtktion. 

Der gepulverte Seh. wird von GhiorwasserstoflF«- oder Salpeteraäur unter 
Abscheidung eines gelblichen, in Ammoniak löslichen Pulvers zersetzt. Kali- 
buge bewirkt gleichfalls eine Zerlegung, und die vom Rückstande getrennte 
FHlssigkeit wird von Säuren gefällt. 

Scheele entdeckte im J. 4784 ia dem grauen Seh. von Bispberg in 
Schweden oder dem Tungstein die Wolframsäure. T. Bergmann und D'El- 
huyar untersuchten ihn gleichfalls. Doch gab erst Klaproth (480Q) die rich- 
tige Zusammensetzung, welche Berzelius (1815) bestätigt hat. 

1. Bispberg, Schweden. Scheele. 

2. Schlacken wald, Böhmen, a) D'Elhuyar. 6) Klaproth. c) Bueholi 
und Brandes. 

3. Zinnwald im Erzgebirge. Bucholz und Brandes. 

4. Pengilly in Comwall. Klaproth. 

5. Oesterstorgrufva, Wärmland. Berzelius. 

6. Huntingdon, Connecticut. Bowen. 

7. Katharinenburg am Ural. Gelb, sp. 6. = 6,07f. Ghoubine. 

8. Framont im Elsass. Delesse. 

9. Neudorf bei Harzgerode. Röthlichgelb, sp. G. = 6,03 R. 

10. Kupfergrube LIamuco, Prov. Coquimbo, Chile. Grün. Domeyko. 

4. 2. S. 4. 6. 
a. b. c. 

Wolframsäure 68 68 84,5 79,6 84,0 78,00 80,42 

Kalk 32 30 48,5 20,4 47,5 49,38 49,40 

400. 98 400. 400. 98,5 97,38 99,82 





79,18 
80,14 

99,86 


804 




• 

9. 

78,64 
24,56 


lt. 

76,38 
48,80 

3,31 
97,83 


Wolframsaure 
Kalk 
Magnesia 
Kupferoxyd 


18,88 
0,65 


^,36 
19,40 


iii 


97,94 


9», 75 


400,20 



Hiernach \si der Scb. eine Verbindung von je 1 At Basis und Saure, ainfaeh 

wolframsaurer Kalk, 

CaW, 

4 Al Wolframstture s 4 450 = 80,56 
4 - Kalk = 350 = 49,44 

4800 400. 

Bei den vorstehenden Analysen sind Kieselsaure, Thonerde, Bisen^ und 
tfanganoxyd als Beimengungen abgerechnet Die grUne' Pürbong des ehHeu- 
sphen Seh. (40) soll von Kieselkupfer herrühren. 

Nach Bretthaupi enthalt der Seh. von Schlackenwald (sp^G. «k 6|S) 
e^ige Proc. Fluor, und auch der von Zinnwaid (sp.G. » 5,97-^5,99)' resf^it 
auf Chlor und Fluor. ' 

BerzellQs: Afb. i Fis. IV, 106. — Bowen: Ami. J. of^. V, MS. 8dMrg8.J. 
XXXVI, t47. — Brelthanpt: Schwgg. J. LIV, 490. --' Bnbhols ü; Bfl'aBd^t: 
Ebenda». XX, 186. — Choablne: Aon. Mia. Rosa. 4844, 847. >- Deless«:'!«!. 
1 ' g«ol. II Hr. X, 47. -— D'Blhuyar s Chem. Zerglied. d. Wolframs. Uabm. vo« Qrea. 
I, Balle 4786. — Domeyko: Ann. MInes IV. S6r. III, 46. — Klaproth: Battr. III, 44. 
-7 Rammalsbarg: Pogg. Ann. LXVIII, 644. — Scheele: K. VSt Äcad. ayi 
Handl. 4 784 . 

S^heelblelers. 

Schmilzt v. d. L. ziemlich leicht und erstarrt krystaliinisch ; giebt auf der 
Kohle Bleibeschlag; liefert mit Borax in der äusseren Flamme ein farbloses, in 
der inneren ein gelbliches, beim Erkalten trübes graues, oder natch längerem 
Blasen ein klares dunkelrothes Glas; mit Phosphorsalz entsteht in der Busseren 
Flamme eine farblose, in der inneren eine blaue Perle. Mit Soda aof Kohle 
erhält man Bleikömer ; mit Soda und Salpeter auf Platin Manganreftktion. Nach 
Breithaupt zeigt das Seh. v. d. L. deutlich einen Chlorgehalt. 

Wird von Salpetersäure unter Abscheidung gelber Wolframsätire zersetzt. 
Ist in Kalilauge auflöslich. 

Das Seh. von Zinnwald im Erzgebirge (sp. G. = 8,403 — 8,487 {erndt) 
enthält nach 

L ■ I 

Lampadius. Kerndt.*) ^' 

Wolframsäure 54,75 54,73 

Bleioxyd 48,25 46,00 

Kalk — 4,39 

Eisen- \^. Manganoxy dul — 0,47 

400. 99,59. ' ' 



4) Mittel aus zwei Analysen. 



305 
Es ist wolframsaures Bleioxyd, 

4 At. Wolframsäure = 1450,0 = 51,00 
4 - Bleioxyd == 1394,5 « = 49,00 

2844,5 400. 

Breithaupt: Schwg^. J. UV, 439. *- Kerodt: J. f. pr. Chem. XLII, HS. — 
' Lampadius: Schwgg. J. XXXI, 254. 

Wolfram. 

Schmilzt V. d. L. etwas schwer zu einer magnetischen Kugel, welche an 
iler Oberfläche krystallisirt. Giebt mit Borax die Reaktionen des Eisens, mit 
Phoqphorsalz in der inneren Flamme eine blutrothe und auf Zusatz von Zinn 
Srflne Prerle. Mit Soda reagirt er auf Mangan. 

Bei Luftausschluss mit CblorwasserstoffsSiure erhitzt, färbt sich das Pulver 
Man, während die Säure (bei un verwittertem Mineral) kein Eisenoxyd, sondern 
dar Eisenoxydul auflöst. Der blaue Rückstand wird nach Berzelius an 
ler Luft gelb, und verwandelt sich in ein Gemenge von Wolframsäure und 
Eisenoxyd ; von Ammoniak wird er nur bei Luftzutritt angegriffen, wobei Wolf- 
ramsäure sich auflöst, und Eisenoxydul sich höher oxydirt. Weder bei partiel- 
ler und succesiv wiederholter , noch bei vollständiger Zersetzung durch die 
Säure in verschlossenen Gewissen löst sich Eisenoxyd, sondern stets nur Oxydul 
luf. (Schneider). 

Auch mit concentrirter Schwefelsäure verwandelt sich das braune Pulver 
Jes W. beim Erhitzen in ein blaues ; bei fortgesetzer Behandlung entwickelt 
sich schweflige Säure, die Masse wird gelb, und auf Zusatz von Wasser bleibt 
W^olfiramsäure zurück, während die Auflösung neben Manganoxydul nur Ei- 
lenox yd enthält. (Lehmann). 

Salpetersäure zersetzt ihn, unter Abscheidung von gelber Wolframsäure, 
loch bleibt immer ein grosser Theil unangegriffen R. 

In Chlorgas erhitzt, giebt er ein Sublimat von Eisenchlorid und wolfram- 
saores Wolframchlorid. (Beringer). 

Durch Rochen mit Kalilauge wird das Pulver zersetzt, Wolframsäure auf- 
gelöst, doch enthält der Rückstand immer noch viel unzersetztes Mineral. (Ein 
Versuch gab 55 p. G. in Kali aufgelöste Wolframsäure). R- 

Der W. wurde 1785 von D. Juan Joseph und D. Pauste D'EIhuyar 
Kuerst untersucht. Sie fanden darin die von Scheele im Scheelit (Tungstein) 
entdeckte metallische Säure auf. Klaproth, Gmelin, Wiegleb und Vau- 
quelin wiederholten die Untersuchung, und Berzelius gab (1815) die erste 
genauere Analyse. Während dieser Chemiker gleich den meisten seiner Vor- 
gänger das Wolfram als Säure, Eisen und Mangan als Oxydule im W, apnahm, 
hatten Aikin und Hausmann darin Wolframoxyd vermuthet, und Vauque- 
lin hatte zu finden geglaubt, es seien gleiche Mengen Eisenoxydul und Eisen- 
o\yd vorhanden. Graf Schaffgotsch und Margueritte vertheidiglen die 

RaBBeliberg^ii Miiieralchemie. 20 



806 

Ansiebt, dass Wolframoxyd vorbanden sei, die indessen durch, die ArbiMt^n von 
Ebelmen, Scbneider und besonders von Lehmann widei4eJBi wurde. 
Wir kommen weiterhin darauf zurück. 

Die Abänderungen des Wolframs sind isomorphe Mischungen, der Wolfr^- 
miate von Eisenozydul und Hanganozydul in verschiedenen Verhflllnissen. 

A. 5PeW + HnW. 

4. Neudorf bei Harzgerode. Sp. G. s 7,143. Rammeisberg. 
2. Ebendaher (Grube Meiseberg). Scbnfider. 



4. 

Wolframsöure (76,«9)*) 


1. 

76, «6 


Eisenoxydul 80,47 




20,27 


Manganoxydul 3,54 




3,96 


Kalk — 




0.28 


Magnesia — 


- 


0,15 


400. 


400. 


Eine Mischung nach der Formel enthält : 




6 At. Wolframsäure s 


8700,0 


« 76,40 


5 - Eisenoxydul = 


2250,0 


a 19,76 


4 - Manganoxydul » 


437,5 


a 3.84 



44387,5 400. 

B, 4feW + ÄnW. 

1. Neudorf, a) Sp.G. = 7,825—7,888. Kerndt. ft) (Grube Pfaflbnberg). 
Schneider. 

2. Grube Glasebach bei Sirassberg am Harz. Schneider. 

3. Grube Neuhaus Stolberg bei Strassberg. Petzold. 

4. Ehrenfriedersdorf, Sachsen, a) Schaff gotsch. b) Krystallisirt, sp.G. 
= 7,499—7,540. Kerndt. 

5. Limoges. Ebelmen. 

6. Chanteloup, Limoges. Sp.G. = 7,480 — 7,510. Kerndt. 

7. Godolphins Ball, Cumberland. Sp.G «7,24—7,83. Kerndt. 

8. Monte Video, a) Sp. G. ^ 7,544. Schaffgotsch. 6] Sp.G. ■•7,499 
—7,513. Kerndt. 

9. Nertschinsk. Sp.G. =7,490—7,503. Kerndt. 





4 


• 


1. 


S. 


4. 






a. 


b. 






a. 


b.. 


Wolframsäure 


75,90 


76,21 


76,04 


76,57 


(76.10) 


(75,88) 


Eisenoxydul 


49,24 


18,54 


19,61 


18.98 


19,16 


19,16 


Manganoxydul 


4,80 


5,23 


4,98 


4,90 


4,74 


4,96 


Kalk 


— 


0,40 


0,28 


0,70 




— 


Magnesia 


-^— 


0,36 
100,74 




— 


— • 


— 




99,94 

p.c. 


100,92 


101,15 


100. • 


100. 


4} Direkt. 76,56 





I 



i 



307 





5. 


6. 


7. 


8. 

a. 


b. 


9. 


Woitramstare 


76,«0 


75,82 


(75,92) 


(75,89) 


76,02 


(75,64) 


Ibenoxydid 


19,19 


19,33 


19,35 


19,S4 


19,21 


19,55 


Ihngjanoxydul 


4,48 


4,84 


4,73 


4,97 


4,75 


4,81 


Magnesia 


0,80 
100,67 


— 




— 


— 


— 




99,99 


100. 


100. 


99,98 


100. 



Die Formel erfordert : 

5 Al. Wolframsäure = 7250,0 = 76,44 

4 - Eisenoxydul » 4800,0 = 18,97 

1 - Manganoxydul = 437,5 = 4,62 

9487,5 400. 

C. aPeW + SnW. 

1. Godolphins Ball, Cumberland. Berzelius. 

2. Chanteloup, Limoges. Schaffgotsch. 

4. «.•) 



1 


a.*) b.») 




Wolframsäure 


(76,27) (75,45) 


(76,00) 


Eisenoxydul 


48,00 48,55 


17,95 


Manganoxydul 


5,73 6,30 


6,0Ü 




400. 400. 


100. 


Berechnet : 


• 




4 A. Wolframsaure ss 5800,0 » 


76,44 


3 > Eisenoxydul = 1350,0 = 


17,80 


4 - Manganoxydul » 437,5 = 


5,76 



7587,5. 400. 

Von diesen drei Abtheilungen ist aber nur die mittlere sicher verbürgt. Die 
erste und dritte enthalten noch zu wenige und nicht zweifellose Repräsentanten. 

Die Abänderungen in A sind schwerlich von No. 4 — 3 in ^ verschieden , 
ihr grösserer Eisengehalt ist möglicherweise Folge einer anfangenden Verwilte- 
mog (S. weiterhin). In No. 4 ist der Sauerstoff von liln : te = 1 : 5,67. Doch 
könnte leicht etwas Mangan beim Eisen geblieben sein. In No. 2 ist zwar Mn : Fe 
genau =4:5, rechnet man jenem aber Oa und Mg hinzu, so sind sie ä 4 : 4,4. 
[Nach Lehmann gehören die Erden nicht dem Wolfram, sondern einer beson- 
deren Verbindung an). 

Auch die Abtheilung C ist zweifelhaft, da No. 1 s No. 7, und No 2 ss 5 
oder 6 in B sind. 



4) Nach Abzug von 1,4 Kieselstture. 

t) Desgl. von 4,25 p.G. Die Analyse a mit kohlensaurem Natron, ^ mit uorem schwe- 
felsaurem Kali. 

t) Mittel voo drei Analysen. 

20» 



308 

Zwischen den angeführten und den folgenden stehen einige nicht sicher 
verbürgte altere Analysen. 

Vauquelin giebt in dem W. aus dem Dpt. Haute-Vienne (Fundort vcm 
B, 5 und 6, C.2 ?) 13,8—15,6 Eisenoxyd und 13,0—16,0 Manganoxyd an, ent- 
sprechend 12,4 — 14,0 Eisenoxydul und 11,7 — 14,4 Manganoxydul. 

Auch Richardson erhielt aus einem W. von unbekanntem Fundort: 

Sauerstoff. 
Wolframsäure 73,60 45,i9 

Eisenoxydul 11,20 ^M\ 

Manganoxydul 14,75 z,z% I ' 

100,55 
Hier ist Fe : Mn = 1 : 1,3i = 3 : 4, allein die Analyse giebt zu wenig Säure, 
da der Sauerstoff von ft : W : 1 : 2,6 statt 1 : 3. 

D. 2teW + 3«nW 

1. Zinnwald, Erzgebirge, a) D'Elhuyar. 6) Sp.G. = 7,19'l Schaff- 
gotsch. c) Ra mmelsberg. d) Ebelmen. e) Kussin. f) Sp.G. = 
7,222— 7,230 Kerndt. y) Schneider. A) Weidinger. 

2. Altenberg, Erzgebirge. (Vielleicht Zinnwaidj. Sp. G. » 7,189—7,198. 
Kerndt. 

3. Scblackenwald, Böhmen. Krystallisirt, sp.G. =7,482—7,535. Kerndt. 

4. Grube Neubescheert Glück bei Freiberg. Derb, sp.G. = 7,223—7,229. 
Kerndt. 

5. Lockfell, Cumberland. Derb, sp.G. = 7,231— 7,239. . Kerndt. 

G. Huntingdon, Connecticut. Faserig- stanglig, sp.G. = 7,411—7,486. 

Kerndt. 
7. Trumbull, Connecticut. Derb, sp.G. = 7,218—7,269. Kerndt. 

a. b ■) c. d.") e.*) f. g. h. 

Titansäure — — __ — — -. 1,89*j 

Wolframsäure 65,0 (75,50) 76,11 75,99 75,90 75,62 76,01 75,62 

Eisenoxydul 12,1 9,52 9,62 9,40 9,55 9,81 8,73 

Manganoxydul 20,5 14,98 13,96 14,00 14,85 13,90 12,17 

Kalk 2,0*) — 0,48 — — 1>19 2,27 

Magnesia — — — — — — 0,31 *) 

~~99;6 TÖÖ^ 100,05 99,30 100,02 100,91 100,99 

a a £ II A n 

Wolframsäure 75,43 75,68 75,83 (75,96) 75,47 (75,76) 
Eisenoxydul 9,65 9,56 9,21 9,54 9,53 9,75 

Manganoxydu l 14,90 14,30 U,56^ 14,50 14,26 14,49 

99,98 99,54 ~ 99 ,'6Ö 100. 99,26 100. 



1) ZinnsteiD und Qaarz. 9) Mittel von drei Analysen. 

3) Desgl. von zweien. 4) Desgl. von dreien. 

6) Ich habe im W. von Zinnwald in besonders zu diesem Zweck angesielUea Versuchen 
^eine Titansäure gefunden. 6) Wasser. 



309 



Kerndt führt auch einen W. von Neudorf an, dessen sp. G. ss 7,S3, und 
worin 9,78 Bisenoxydul und 14,42 Manganoxydul, doch dürfte die untersuchte 
Probe von Zinnwald gewesen sein. 

Berechnung : 
5 Al. Wolframsaure = 7250 = 76,62 

2 - Eisenoxydul » 900 = 9,51 

3 - • Manganoxydul =: 4312 = 43,87 

9462 400. 

E. feW+ 4ÄnW. 

4. Schlackenwalde. Feine braunrothe Nadeln, nach Blum von der Form des 
Wolframs, zum Theil in Steinuiark verwandelt, und mit Flussspath und 
Apatit durchwachsen, sp. G. = 6,45. a) frühere, b) spätere Analyse, 
letztere mit reiner Substanz. Rammeisberg. 

a. b. 



I 



Wolframsäure (67,05): 


= 71,71 


71,5 


Eisenoxydul 6,72 


7,19 


5,4 


Manganoxydul 19,73 


21,10 


23,1 


Kalk 3,02 


100. 


100. 


Thonerde 1,01 






Kieselsaure 1,08 






Phosphors, u. Fluor 0,61 






Gltth Verlust 0,78 







400. 

Die Seltenheit der Substanz und die Schwierigkeit, sie von den Begleitern 
m U-ennen, macht die Deutung des Resultats unsicher. Die Berechnung würde 
geben: 

6 At. Wolframsaure » 7250 ss 76,72 

4 - Eisenoxydul = 450 = 4,76 

4 - Manganoxydul = 4750 = 48,52 

9450 400. 
Sie verdient eine neue Untersuchung. 

Die schon erwähnte Ansicht, dass der W. nicht Wolfrarosäure, sondern 
Wolframoxyd enthalte, ist insbesondere durch Lehmann widerlegt worden, 
(iraf Schaf fgotsch hatte sie vorzüglich aus dem Ueberschuss bei der Analyse 
cffolgert, der indessen bei möglichst genauer Arbeit nicht stattfindet. Mar- 
cueritle hielt ihn ftlr Wolframoxyd, W* 0* = WW, verbunden mit Eisen- 
und Manganoxyd. Er wollte gefunden haben, dass bei der Einwirkung von 
ChlorwasserstofTsdure in der Kälte Eisenoxyd aufgelöst werde, beim Kochen aber 
nur Eisenoxydul vorhanden sei. Auch konnte er ktlnstiirh «nus Wolframsäure 
und einem Eisenoxydulsalze nur Eisenoxyd und blaues Wolframoxyd erhalten, 
>^iewohl ich später wolframsaures Eisenoxydul durch Fallung dargestellt habe. 



310 

li • . 

Schneider glaubte die UDrichtigkeit dieser An^icbien dadurch beweisen 

zu können, dass er durch Schmelzen des W. mit kohlensaurem Natron bei Luli- 
ausschluss wolframsaures Natron erhielt, obwohl dieser Versuch nicht entschei- 
det, da Lehmann bei Anwendung von Wolframoxyd das gleicl^e Resultat er- 
halten hat, wobei die Kohlensaure zu Kohlenoxydgas reducirt wird. Der Letztere 
hat in der Wirkung der Schwefelsäure ein Mittel gefunden, die Zweifel Über die 
Constitution des Minerals zu lösen. 

Wolframozyd wird unter Entwicklung von schwefliger S. zu Wolfrarasaure 
oxydirt. Wolframsäure und (entwässertes) schwefelsaures Eisenoxydul geben 
mit Schwefelsäure zuerst blaues Oxyd und Eisenoxyd, dann Wolframsäure und 
schweflige Säure. 

Da nun in den verschiedenen Arten von Wolfram die Menjge des Metalls 
dieselbe ist, nur die Quantitäten von Eisen und Hangan verschieden sind (s. die 
berechneten Formeln), so muss aus allen die nämliche Menge schwefliger S. 
erhalten werden, wenn sie eine niedere Oxydationsstufe des. Wolframmetalls 
enthalten. Ist aber das auftretende blaue Oxyd selbst erst ein Produkt, so 
muss die Menge der schwefligen S. im Verhältniss zum Eisen der Varietät stehen. 

Nun erhielt Lehmann aus W. von Neudorf (B) und aus solchem von Zinn- 
wald (D) solche Mengen schwefliger Säure, dass der Sauerstoff, den die Schwe- 
felsäure dabei verlor, für 400 Th. Mineral beträgt 

in B 1,95 p.c. in i) 0,90 p.C, 

Da 4 At. Sauerstoffs At. Eisenoxydul oxydirt, d. h. 400 Tb. von jenem 900 Tb. 
von diesem, so sind an Eisenoxydui vorhanden : 

in Ä 47,55 p.c. in JE) 8,4 p.C. 

Aus diesen Resultaten folgt, dass die Menge der schwefligen Säure der des Ei- 
senoxyduls proportional ist, ihre Bildung nur von letzterem abhängt, das Wol- 
fram mithin als Säure vorhanden ist. 

Auch bei Anwendung von gewogenen Mengen Wolframs}fure und schwefel- 
saurem Eisenoxydul ergab sich ein Quantum schwefliger S., genau entsprechend 
der Menge des letzleren. 

Lehmann macht darauf aufmerksam, dass die Ablosungsflächen des W. 
oft von einem Verwitterungsprodukt bekleidet sind, welches Eisenox yd ent- 
hält. Solcher W. giebt mit Cblorwasserstoffsäure eine eisenoxydhalligq Auflö- 
sung, und dies scheint bei Vauquelin, Margueritte u. A. der Fall gewe- 
sen zu sein. 

Endlich giebt Lehmann an, dass der W. weder Kalk noch Magnesia ent- 
halte, wohl aber von einem Wolfrainiat beider Basen begleitet werde. 

Berin^er: Ann. Chem. Pharm. XXXIX, S58. — Berzelius: Sohwgg. J.XVl, 
476. Jahresb. XXIV, 322. — Breithaupt (über fj : fi.u. h. Ztg. 4852. No. 4S - 
D'Elhuyar: Chem. Zergl. d. Wolframs, leb. v. Gren. Halle 4 786. — Ebelmen: 
Ann. Chim Phys. III S^r VIII, 505. J. f. pr. Chem. XXX, 408. — Kerndt: J. f. pr. 
Chem. XLII, 84. — Klaproth: Schrift, d. nat. Ges. zu Berl. 4787. VII, 489. ^ Rus- 
sin: Privatmitth. — Lehmann: J. f. pr. Chem. LXI, 460. — Marguerittet Compt. 
rend. 4848. J. f. Chem. XXX, 407. — Petzold: Pogg. Ann. XCIII, 474. — Rani- 



31t 

1 

melsberg: Pogg. Ann. LXVIII, 5t7. LXXVII, t<«. LXXXIV. 454 iE), — Rlchard- 
son: Phil. Mag. 4885. J. f. pr. Cheni. VIII, 44. — SchaffgoUch: Pogg. Aon. 
LH, 475. — Schneider: J. f. pr. Ghem. XLIX, 884. — Vauquelin: J. Mines 
XIX, 8. Ann. Chim. Phys. XXX, 494. — Weldinger: Lieb. u. Kopp Jahresb. 
4 855. 958. 

E. Vanadate.*) 

1. Einfache. 

Dechenit. (Eusynchit] . 

Schmilzt V. d. L. leicht zu einer gelblichgrttnen oder grauen Perle, redu- 
dri sich auf Kohle zu BleikOrnern und giebt mit Phosphorsalz die Reaktionen 
des Vanadins. 

Löst sich in Salpetersäure leicht zu einer gelben, in Chlorwasserstoffs^urc 
unter Abscheidung von Chlorblei zu einer grünen Flüssigkeit auf. 

i. Niederschlettenbach ira Lauterihefe Rheinbaierns. Dunkelrothe kryslalli- 

nischtraubige Aggregate ; sp. G. = 5,81. (Krantz). Berge.inann. 
2) Uofsgrund bei Freiburg im Breisgau. Gelbrothe UeberzUge auf Quarz; 

sp. G. = 4,945. Nessler. 

4. f. 

Vanadinsaure 47,10 46,40 49,27 45,12 
Blejoxyd 52,0t 53,48 50,57 55,70 

400,07 99,28 99,84 400,82 

Hiernach ist der D. einfach vanadinsaures Bleioxyd, 

PbV 

4 At. Vanadinsaure s: 4 4 56,8 =s 45,32 
4 - Bleioxyd = 4394.5 =» 54,68 

2551,3 400. 

Die Ansicht Nessler's, das von ihm uniersuchte Mineral enthalte neben 
Vanadinsäure auch Vanadinoxyd fV), ist nicht begründet. 

Brush fand im D. einen Gebalt an Zink. Wahrscheinlich kommen iso- 
morphe Mischungen vor, wie sie sich im Folgenden und im Vanadinit zeigen. 

Araeoxen. Ein Mineral, ganz von dem Ansehen des Dechenits No. 4 
und Ton demselben Fundort. Schmilzt v. d. L. mit einigem Schäumen, ent- 
wickelt Arsenikdampf, verhält sich aber sonst wie der vorige. 

Kobell. BergemaoD. Sauerstoff. 

Vanadinsäue 47,04 4,48) 

Arseniksaure 40,66 8,70| ®'*' 

Bleioxyd 48,7 53,26 8,8214 

Zinkoxyd 46,3 48,36 8,68 1 •** 

99,32 



I) 0te isomorpheo Mlscbuugen mit Phosphaten und Arseniaten stehen ^eichfalls schon 
hier. 



312 _ 

K ob eil koiiDte aas Mangel an Material nur Blei und Zink bestiannen. Nach 
Bergemann s Analyse scheint der A. eine isomorplie Miachang 



iZnJ iZnJ 



zu sein. 



2 At. Vanadinsäare = S3fl3.,6 =s f8,80 

f - Arseniksäure = 1440,0 = ff, 70 

4,5 - Bleioxyd » 6275,7 = 50,98 

4,5 - Zinkoxyd = 2279,7 = f8,5 2 

42309,0 fOO. 
Natürlich bedarf diese Annahme noch der Bestätigung durch wiederholte Ana- 
lysen. 

BergemaoD: Pogg. Aon. LXXX, t98. LeoDh- Jahrb. I8S7. t97. — Brash: An. 
J. of Sc. HI Ser. XXIV. (Dana IV. Suppl). — v. Kobell: J. f. pr. Cham. hfjH. - 
Nessler (Fischer;: Bericht d. oat. Ges. xa Freibarg. Inli. 4Sa4. 

Descloisit« 

Schmilzt V. d. L. auf Kohle unter Reduktion von Blei zu einer schwarzen 
Schlacke. Giebt mit den Flüssen Yanadlnreaktion. 

Löst sich in Salpetersäure zu einer farblosen Flüssigkeit auf. 

Nach Damour enthält dies in kleinen schwarzen zweigliedrigen Krystallen 
von 5,839 spec. Gew. in dem Gebiet der La Platastaaten vorkommende Mineral 
nach Abzug von 9,44 p. G. Unlöslichem, worin 6 Manganoxyd, .der Rest Quan- 
sand: 







Sauerstoff. 


Chlor 


0,35 




Vanadinsäure 


24,80 


6.41 


Bleioxyd 


60,40 


4,8dj 


Zinkoxyd 


2,25 


0,44 1 4,91 


Kupferoxyd 


0,99 


o.aoj 


Manganoxydul 


5,87 




Eisenoxydul 


1,49 




Wasser 


2,43 





98,58 

Die Analyse liess sich nur mit einer kleinen Menge der seltenen Substanz 
ausführen, deren ungleiche Färbung eine Beimengung von fremden Oxyden an- 
rleutet. Nimmt man Eisen und Mangan als beigemengte Hydrate an, so wHre 
(las Mineral ein Vanadat von ßleioxyd (Zn, Ou) worin der Sauerstoff von Säure 
lind Basis = 1,3 : 1. 

Damour hat das Verhältniss 1,5 : 1 angenommen, und glaubt darin ein 
hnlh vanadinsaures ßleioxyd, 

Pl)*V, 
sohon zu müssen. Die theoretische Zusammensetzung eines solchen stellen wir 



313 

hier den gefundenen Werthen, und zwar a) nach Verwandlung von Zink- und 
Kopferoxyd in ihr AequiV. Bleioxyd, und b) ohne jede Rücksicht auf diese Ba- 
sen g^enUber. 

Gefanden, 
a. b. 

1 Ät. Vanadinsäure — 4156,8 » 29,3 26,3 29,4 

2 - Bleioxyd as 2789,2 = 70,7 73,7 70,9 

3946,0 400. 400. 400. 

Hiemach ist die Natur des Minerals noch nicht sicher. Ueberdies dürfte es 
Chlorblei enthalten. 

Anhang. Bei Phoenixville, ehester Co., Pennsylvanien, kommt ein Mi- 
neral als dunkelrother krystallinischer Ueberzug auf Quarz vor, der nach 
Smith 20,4 4 Molybdänsäure, 4 4 ,7 Vanadinsäure, 55 Bieioxyd, 5,9 Thonerde, 
Eisen- und Manganoxyd, 4,43 Kupferoxyd, 2,94 Wasser und 2,24 Kieselsäure 
enlhält. Vielleicht besteht dieser Körper aus Pbflo und Pb*V. 

Damour: Ann. Chim. Phys. III Sör. XU, 7t. 78. — Smith: Am. J. of Sc. II Ser. 
XX, 14«. 

Volborthft. 

Giebt im Kolben etwas Wasser und schwärzt sich. Schjsiilzt v. d. L. auf 
Kohle im Oxydationsfeuer leicht zu einer schwarzen Schlacke, in der sich nach 
längerem Blasen Kupferkömer zeigen. In Borax und Phosphorsalz gie)i)t er dia 
Reaktionen des Kupfers. Auch Soda reducirt ihn. 

Löst sich in Salpetersäure zu einer grünen Flüssigkeit auf, in welcher beim 
Stehen ein rother Niederschlag von Vanadinsäure sich bildet. 

Dieses seltene Mineral vom Ural, dessen Vorkommen Planer genauer an- 
gegeben hat, scheint nur vanadinsaures Kupferoxyd zusein, doch fehlt 
nach eine Analyse, die entscheiden würde, ob es mit dem folgenden identisch 
ist, d. h. auch Kalk enthält. 

Hess: J. f. pr. Chem. XIV, 59. — Planer: Archiv f. wiss. Kunde Russlands 
VUI, 415. 

Kalkvolborihit. 

Verhält sich im Ganzen wie der vorige. Die Phosphorsalzperle erscheint 
in der äusseren Flamme gelblichgrün, in der inneren gesättigt grün, sodann 
emailähnlich und kupferroth; auch nach längerem Blasen wird sie nkhtent- 
f;irbt, sondern bleibt nach Zusatz von Zinn grün. 

In Königswasser leicht auflöslicb zu einer grünen oder, bei völliger Sätti- 
gung, tiefgelben Flüssigkeit, in welcher letzteren Wasser einen bräunlichgelben 
Niederschlag hervorruft, worauf die Farbe der Auflösung in grün übergeht; 
durch metallisches Eisen wird Kupfer gef<illt und eine blaue. Flüssigkeit erhalten. 
Letztere Farbe rufen auch organische reducirend wirkende Verbindungen^ z.B. 



814 

Zucker oder Weinsteinsäure, hervor. In concentrirter Schwefelsäure löst sich 
das Mineral unter Abscheidung von Gips in feinen Nadeln auf. 

Credner hat di^cs mit dem russischen Volborthit vielleicht identische 
Vanadat bei Friedrichsrode am ThUringerwald als Begleiter von Crednerlt und 
Psilomelan gefunden und uniersucht. 
a) grttn, feinbl^ttrig ; sp. G. ■■ 3,i95. Mittel von swei Analysen; 6) hell- 
grün; c) grünlichgrau; sp. G. &■ 3,860. 





Vanadinsaure 36,58 


(36,91) 


c. 
39,08 




Kuprerozyd 44,15 


38,90 


38,27 




Kalk 18,28 


17,40 


16,62 




Magnesia 0,80 


0,87 


0,98 




Manganoxydul 0,40 


0,53 


9M 




Wasser 4,68 


4,62 


5,05 




Unlfisliches 6,10 


0.77 


0,76 


• 


9^,63 ' 


100. 


I01,I8 




Sauerstoff: 


% 






V 9,49 9,Q8 


10,13 






Cu 8,9t 7,85 


7,78 






Ca (S^,iAa) 3,80 5,44 


5,84 






fi 4,11 4,11 


t.« 




)»Bnu 


Bch ist der Sauerstoff von 

ft :V: A 







in a s 4,0 : 3 : 1,3 
6 s 4,1 : 3 : 1,3 

C "BS 0,0 I o I 1 |«f 

Nimmt man das VerhHltniss 4 : 3 : 1 an, so ist das Mineral eine isomorphe Mi- 
schung von viertel vanadinsauren Salzeii, 

Das VerhHltniss des Kalk- (äg,]lkn) Vanadats zum Kupfervanadat ist in a 
a= 3 : 7, in 6 und c == 2 : 3. 

Credner: Leonh. Jahrb. 4S47. 4. Pogg. Ann. LXXIV, 846. 

TaiiadllllnipfBrbleien. Schmilzt v. d. L. ttusserat leicht, giebt mit Phosphoraalz ein 
grünes Glas, mit Soda ein kupferhaltiges Blelkorn. 

D o m e y ko untersachte zwei Proben einer braunen Sabstaui aus HOhlangen in derilMm 

Pyromorphit der Mina grande in Chile, und fand im Mittel : 

Sauerstoff. 
Phosphorsaure 0.71 0,40 \, 

Arseniksaure 6.26 4,6i | '" ^ 6.47 

Vanadins&ure 45,i1 



Mr' f 6. 
8.95/ 



Bleioxyd 60,56 ^'^^iTOi 

Kupferozyd 47.88 8.60 /'•''* 

Chlorblei 0,87 

400. 



315 



Du Besoltal der Analyse Ifisst sich durch 

+ 3 







•atdrückeD, wiewohl die Substanz gewiss ein Gemenge ist. 
Domeylco: Ann Mines IV. S^r. XIV, U(. 



2. Verbindani^en mit Chloriden. 

Vanadinit. 

V. von Beresow: Decrepitirt stark beim Erhitzen, schmikt v.' d. L. auf 
Kohle zu einer Kugel, die sich unter FnnkensprUhen zu Blei reducirt und die 
Kohle gelb beschlligt. Giebt mit Phosphorsalz in der äusseren Flamme ein rOth- 
lieh gelbes, nach dem Erkalten gelblich grünes, in der inneren ein schön grün 
gefärbtes Glas. G. Rose. 

V. von Matlock*) : Schmilzt zu einer Kugel, die sich in die Kohle lieht 
und Bleikömer hinterlässt. Giebt mit Borax ein dunkelgelbes, nach dem Kr* 
kalten farbloses Glas; mit Phosphorsalz ein ebensolches, nach dem Erkalten 
helleres, welches in der inneren Flamme oder auf Kohle grtln wird. Reagin mit 
Borsäure und Eisen auf Phosphorsäure. B e r z e 1 i u s. 

V. von Wanlpckhead: Schmilzt in derPincette, bleibtgelb, entwickelt 
auf Kohle Arsenikgerucli, verhält sich sonst wie V. von Beresow. Johnston. 

V. von Zimapan: Verhält sich wie V. von Matlock, giebt aber keine 
Reaktion auf Phosphorsäure, wohl aber mit Soda auf Kohle Arsenikgeruch, 
ßerzelius. 

I 

Mit Salpetersäure befeuqhtet, färbt es ^ch intensiv roth. Heddle. Löst 
sich in dieser Säure mit gelber Farbe auf; das Unaufgeldste bedeckt sich oft 
mit einem rothen Absatz von Vanadinsäure. Chlorwasserstoffsäure bildet unter 
Absatz von Chlorblei eine grtlne Auflösung. Schwefelsäure verhält sich ähnlich 
unter Abscheidung von schwefelsaurem Bleioxyd. 

Del Rio fand im J. 1801 in eioejn Bleierz von Zimnpan in Mexico 80,72 
p.c. Bleioxy4.und 14,8 einer Metallsäure, deren Metall er für ein neues 
hielt und Er^thronium nannte. Als später Collet-Descotils dasselbe ftlr 
Chrom erklärte, und 74,2 Bleioxyd, 3,5 Eisenoxyd, 16 Chromsäure und 1,5 
Salzsäure in dem Erze angab, bekannte sich Del Rio selbst zu der Ansicht des 
französischen Mineralogen. Nachdem aber Sefström 1830 das Vanadin ent- 
deckt hatte, bewies Wöhler, dass das Bleierz von Zimapan vnnadinsaures 
Bleioxyd sei, worauf Berzelius es untersuchte. Später w^rde es von G.Rose 
zu Beresowsk aufgefunden, gleichwie Johns ton und Thomson das englische 
Vorkommen prüften. Endlich habe ich das schön krystallislrte Vanadinbleierz 



4 ) In 6 r e g und L e 1 1 s o m Min. of Great Britein etc. ist nur Wanlookhead als F«ndort 
angeführt. 



316 

aus Kämthen analysiri und seine Isomoq)bie mit dem Pyromorphit| Mimetesit 
(und Apatit) nachgewiesen, wSihrend Struve das En von BerMowsk genauer 
untersucht hat. 

1. Zimapan, Mexico. Berielias. 

8. Grafschaft Wicklow, Irland. Thomson.') 

3. Windischkappel in Karnihen. Krystallisirt, sp.G. ■■ 6,M6. Bammels- 
berg, 

4. Beresowsk bei Kalharinenburg. Braune yd)erittg9 auf krystallisirtem Py* 
romorphit; sp.G. a* 6,863. Struve. 



4. 

Chlor a,56 


f. 

• 

8,44 


s. 

2,23 


4. 

••1 
2,46 


!>••) 


Vanadinstture 


23,49 


17,44 


16,98 


44,54 


Phosphorstture 




0,98 


3,08 


2,79 


Bleioxyd 76,54 


73,94 


76,70 


.79,47 


78,88 



97,29 401,99 
Bertebnet man die Menge des ChlorUeis. so erhttlt man folgende Zablen, wobei 
die eingeklammerten aus dem Verlust entnommen sind : 

I. s. B. 

Chlor 2,56 2,44 2,23 

Blei 7,48 7,13 6,52 

Bleioxyd 68,48 66,26 69,68 

Vanadinsaure (21,48) 23,43 (24,17) 17,41 (20,62) 

PbosphorsHnre — — ■ 0,95 

100. 99,26 96,79 

4.a. 4.b. 

Chlor 2,46 2,46 

Blei 7,r8 7,18 

Bloioxvd 71,73 71,14 

VanadinsXure 16,98 (15,55) 14,54 (16,43) 

Phosphorstare 3,08 2,79 

101,43 98,11 

SauerstofiTberechnung. 

r 1. 8. 4.a. 4.b. 

Pb 0,58 0,55 0,50 0,56 0,56 

Pb 4,91 4,75 4,99 5,14 5,10 

V 5,57 6,08(6,27) 4,51 (5,34) 4,40(4,03) 3,77 (4,26) 
P - 0,53 1,72 1,56 

Wird die zur Bildung von Drittel-Phosphat erforderliche Menge Bleioxyd 

berctpbnet, so verhalt sich in dorn Vanadat der Sauerstoff des Bleioxyds und der 

$^uro 



i\ n«r Fundort ist mehr oU zweifelhaft. 

inog von 0,t5 p. C Dergart und 0,56 Eisen- und Chromoxyd. 
Ibwt.Sf^UDd 0,80 p.c. 



3t7 



^ ■ 



in 4 s 4 : (1J3) 
2 = 4 : 4,«8 (4,32) 
3=1: 0,97 (1,44) 
4a = 4 : 4,07 (0,98) 
4^ = 1 : 0,90 (4,02), 
diso offenbar = 4 : 4 = 3 : 3, so dass der Hauptbestandtheil drittel vana- 
diosaures Bleioxyd ist. 

Die nichtkrystallisirten Vanadinite No. 4 und 2 enthalten vielleicht auch 
etwas Pbosphorsclure (No. 4 nach Berzelius eine Spur Arseniksaure). 

Der V. von Zimapan (No. 4) ist eine Verbindung von 4 At. Chlorblei 
und 3 At. drittel -.Vanadins au rem Bleioxyd, 

PbCl + 3Pb*V. 
f At. Chlor s 443,3 ^ 2,44 ^ Chlor 2,44 

4 - Blei = 4294,5 = 7,29 Bleioxyd 78,52 

9 - Bleioxyd = 42550,5 = 70,67 Vanadinsaur e 49,60 

3 - Vanadinsäure = 3470 ,4 = 49,6 400,56 

47758,7 400. 
Sicherlich hat auch No. 2 diese Zusammensetzung, und möchte die Analyse nicht 
ganz correct ausgefallen sein, da man im Bleivanadat Pb**V* oder J*b*V*doch 
nicht wohl annehmen kann. 

Der krystallisirte V. von Windischkappel (No. 3) enthalt Phosphorsaure. 
Aus seiner Isomorphie mit dem Pyromorphit folgt, dass jene in dieser Form 
vorhanden ist, und da der Sauerstoff des Bleioxyds im Phosphat und im Vana- 
(lat s= 4 : 45 ist, so ist das Mineral eine isomorphe Mischung von 4 At. Pyro- 
morphit und 4 5 At. der obigen analogen Vanadinverbindung, 

(PbCl + 3Pb»P) 4- 45 (PbCl + 3Pb»V) 

16 At. Chlor = 7093= 2,50 = Chlor 2,50 * 

16 - Blei = 90712= 7,31 Bleioxyd 78,74 

U4 - Bleioxyd =200808 = 70,87 Vnnadinsaure 18,37 

i.) - Vanadinsaure = 52056 = 4 8,37 Phosphorsaure 0,95 

3 - Phosphorsäure = 2676 = 0,95 400,56 

"283345 100. 
Demnach hatte die Analyse 2 p. C. zu wenig ßleioxyd und 0,96 zu wenig Vana- 
dinsäure gegeben. Leider hat die Seltenheit des Materials eine Wiederholung 
unmöglich gemacht. 

Der V. von Beresowsk (No. 4) ist viel reicher an Phosphorsaure, denn in 
beiden Analysen verhalt sich das Bleioxyd des Phosphats und des Vanadats 
nahe = 4 : 4, so dass diese Abänderung 

(PbCl + 3Pb*P) + 4(PbCl + 3Pb»V) 
sein vi^Qrde. Allein sie ist mit Pyromorphit verwachsen*) nach Art isomorpher 



4) Kokscbarow's Ansicht, es seien Psoudomorpbosen von Vanadioit nach Pyromor- 
phit. vermag ich nicht zu theilen. 



318 

— r^r 

Körper (Feldspatb, Tunnalin, rhomboedriscbe Carbonate) und da beide Minera- 
lien nur mechanisch gesondert wurden, so wäre es leicht mOglich, dass die Pro- 
ben etwas Pyromorphit enthalten hätten. 

Dem sei aber wie ihm wolle, so steht die Isomorphie der beiden Verbindun- 
gen fest, ungeachtet ihre Säuren nicht dieselbe Constitution 4>csitzen. Allein 
Fälle der Art sind mehrfach bekannt. Freilich liegt die Vermuthung nicht 
fern, die Vanadinsäure enthalte gleich der Phosphorsäure 5 At. Sauerstoff, was 
aber g^en die von Berzelius gefundenen Mul tipein der Oxydationsstufen 
des Vanadins streitet. Struve, der dieser Idee zugethan ist, hofll'sie durch 
eine besondere Untersuchung ZU begründen. 

Ganz anderer Art ist Kenngott 's Vorstellung, wonach der Verlust bei 
meiner Analyse davon herrtlhren soll, dass der V. eine höhere Oxydationsstufe 
als die bei der Analyse ausgeschiedene enthalte^ und zwar eine Säure mit 5 At. 
Sauerstoff. Allein diese Erklärung, so einfach sie ist, lässt sich mit den That- 
Sachen nicht vereinigen. Zunächst weiss ich mit voller Sicherheit, dass etwas 
Vanadinsäure verloren ging; femer scheidet sich aus der Auflösung dieses und 
ähnlicher Vanadate in Salpetersäure sehr oft ein Theil V aus, ohne dass sich 
.Sauerstoff entwickelt, so dass keine höhere Oxydationsstufe vorhanden sein 
kann. Femer bat Struve in 4a sogar einen Ueberschuss erhalten, und ge- 
zeigt, dass 4 6, wo ein Verlust stattfand, unter Hinzurechnung von Sauerstoff in 
Kenngott ^s Sinn gar nicht zur Pyromorphitmischung führt. 

Ein hierher gehöriges derbes Mineral von unbekanntem Fundort enthält 
nach Damour: . 







Sauerstoff. 


Chlor 


8,26 




Blei 


6,62 


0,54 


Bleioxyd 


63,72 


4,67 1 


Zinkoxyd 


6,34 


^,%i\ 6,44 


Kupferoxyd 


2,96 


0.59 j 


Vanadinsäure 


45,86 


4,4 4 


Wasser 


3,80 


8.88 



101,56 

Der Sauerstoff der Basen, der Säure und des Wassers im Vanadat ist =s 4,68 : 
3 : 2,5, und der empirische Ausdruck des Ganzen 

Pb|» 
3PbCi 4- 4(Zn>V^ + 5aq.) 

Ca] 

Berzelius: Jahresb. XI, iOO. — Collet - Descotils: Geblens N. J. II, 095. 
V, 123. — Damour: Ann. Min. III S6r. XI, 464. J. f. pr. Chem. XI, 484. — John- 
ston: Edinb. J. of Sc. 4881. Schwgg. J. LXIII, 419. — Kenngott: Pogg. Ann. 
XCIX, 93. -> Raminelsberg: Ebendas. XCVIlI, 249. — G. Rose: Ebendas. XXIX, 
A55. — Struve: Verb. d. min. Ges. z. Petersb. 4857. — Thomson: Outlin I, 574 
' Wöhler: S. Berzelius. . i .mI t 



319 
L. Phosphate/) 

1. Wasserfreie. 

Osteolith. 

Fllrbi sich beim Erhitzen gelbh'ch und verhttlt sich wie phosphprsaurer 
Kalk, d. b. wie Apatit, ohne jedoch auf Fluor zu rea^iren. 
Ist in starken SSluren auflOslich. 

1. Kratzer Berg bei SchOnwalde, unweit BOnrisch Friedland. Erdige weisse 
Nssfe aus den Zwischenräumen der Basaltsäulen; sp. G. = ä,828. 
Dürre. 

2. Ostheun bei Hanau. AusdemDolerit; sp.G. = 3,03— 3,08. C.Bromeis. 

3. Honnef im Siebengebirge. Im Trachytconglomerat, von Apatit begleitet. 
Blohme. 

4. Wahrscheinlich von Redwitz im Fichtelgebirge. WeisS; erdig, sp. G. ae 
2,89. Schröder. 





4. 


t. 


s. 


«. 


Phospborstfure 


34,64 


36,88 


37,33 


48,00 


Kalk 


44,76 


49,41 


47,50 


48,16 


MagDesia 


0,79 


0,47 


2,70 


0,75 


Thonerde 


6,4 4 


0,93\ 
1,88f 


3,88 


— 


Eisenoxyd 


0,50 


— 


Kali 


— 


0,76 


i— 


0,04 


Natron 


— 


0,68 


— 


0,08 


Kieselsaure 


8,80 


4, SO 


3,50 


4,97 


KohlensHure 


— 


1,84 


8,80 


2,81 


Wasser 


2,97 


8,88 


1,65 


1,31 



98,69 99,54 98,16 401,02 
ÖDsireitig ist die Hauptmasse dieser Substanzen drittel phosphorsaurer 
Kalk, 

(ia»P. 
4 At. Phosphorsäure ss 887,5 :s 45,84 
3 - Kalk « 4050,0 « 54,49 

4937,5 400. 

Berechnet man aus der Phosphorsäure der Analysen seine Menge, so erhält man: 

4. 1. t. 4. 

Phosphorsäure 34,64 36,88 37,33 39,00 

Kalk 40,99 43,64 44,4 8 49,70 

75,63 80,52 84,64 94,70 



4) Die isomorpheii Mischungen mit gerinsfen Mengen von Arseniaten (und Yanadaten) 
stehen gleichfalls hier. 



820 

Wahrscheinlich ist der 0. aus der ZerseUung von Apatit hervorgegangen, und 
mit anderweitigen Zersetzungsprodukten gemengt. Vgl. Phosphorit (Apatit). 

Aehnliche Substanzen von Roth in der fthön und von Rethel in den Arden- 
nen sind von Uassenkamp und Meugy untersucht worden. 

Bluhme: Ann. Chem. Pharm. XCIV, IM. — C. Bromeig; Ebeodat. LXXIX, «. 
— Dürre: Pogg. Ann. CV, 455. — Hassenkamp: Leonh. Jahrb. 485«. 4SS. — 
Meugy: J. f. pr. Chem. LJLX, 499. — Schröder: Ann. Cbem. Pharm. LXXXIX, 
tt4 . Gl. «81. 

Kryptollth (Pbosphocerit) . 

Beim Auflösen des grOnen und röthlichen Apatits von Arendal in Salpeter- 
sHure bleiben nach Wohle r sehr feine blassgelbe Nadein zurück, welohe in der 
llitie ünverHnderlich sind, und sich in heisser Schwefelsäure aufUMen (4). 

Beim .auflösen des gerüsteten Kobaltglanzes von Johannisberg in Schweden 
in Chlorwasserstoßsäure bleibt nach Sims ein grüngelbes krystallfnisches Pul— 
vor, sp. G. s= 4,78 (2). 





4. 

Wöhler. 


s. 

Watts. 


Phosphorsäre 


27,37 


29,33 


Geroxydul *) 


70,26 


66,65 


Eisenoxydul 


4,51 


2,70 


Kobaltoxyd 


— 


0,46 



99,44 99,U 

OlTonbar sind beide Substanzen identisch, und wahrscheinlich der Hauptsache 
nach drittel phosphorsaures Ceroxydul, 

(Je»P, 
i At. Phosphorsäure =r 887,5 = 30,47 
3 - Ceroxydul = 2025,0 » 69,53 

2912,5 100. 

Der K. würde dieselbe Verbindung wie der Monazit sein, wenn dieser keine 
Thorerde enthielte. Wo hl er fand im K. weder Zirkonsäure noch Thorerde. 

Watts: Quart. J. Chem. Soc. II, 18«. Lieb. Jaliresb. 4849. 778. — Wöhler: 
Pogg. Ann. LXVII, 424. Ann. d. Chem. u. Pharm. LVII, 268. 

Xenotini. 

V. d. L. unschmelzbar. Bildet mit Borax langsam ein klares Glas, welches 
durch einen stärkeren Zusatz bei der Abkühlung trübe wird ; mit Phosphorsalx 
erfolgt sehr schwer eine Auflösung. 

Unnuflöslich seihst in starken Säuren. 

1. llitterön hei Flekkefjord, Norwegen, a) Sp. G. = 4,557. Berzelius. 
b) Scheerer. c) Sp. G. = 4.45. v. Zschau. 

2. Clarksviile, Georgia. Aus den Goldwäschen: sp. G. a 4,51. Smith. 



i) Walirsctieinlic'h Lnnltian- und Didvmowii eiithailend. 



^ 



nt 





a. 


1 . • . . : 1 


•■■ .1' 
c. 


• ' ■ ^»J. .• 


Pbosphorsflure 


33,49«) 


nicht best. 


30,7* 


3*, 15 


Tttererde 


68,58 \ 




60,98 


54,<3 


Ceroxydul 


- 


68 


•^,98 


»4,03*) 


Eisenoxyd 


3,93») 1 







S,06 


Kieselsäure 





nicht bMt 


^ 


«,99 



400. 98,97 400,5C 

Weon man in der als YUererde bezeichneten Substanz 48,6 p. G. Sauerstoff an- 
Dimmi, so ist das Sauersioffverhältniss : 

4.C. 8. 

P 47,32=5 48,28=5 

t 



l '::!Sh.- M '::g".'» '.' 



Hiernach scheint es, als sei der X. ein Drittelphosphat von Tttererde und Cer- 
oxydul. 

Castelnaudit sind kleine anscheinend quadratische Erystalle und Kör- 
ner aus dem diamantfllhrenden Sand von Bahia, die wohl nichts als Xenotim 
sind. Sie werden in der WSfrme von conoentrirter SrtkwefelsXrure auf^löst. 
Damour fand darin Phosphorstture und Yttererde. Eine Probe der braunen 
KOmer (sp. 6. « 4,39) gab ihm spttter^ 34,64 Phosphorsäure^ 60,40 Yttararde, 
7,4 Titanstare und Zirkonerde, 4,2 Uran- und Bisenoxyd. 

BersellU8tyet.Aead.flandI.48S4. Pogg. Ann. III, 808. — Damour: InsCItal 
XXI, 78. BuU.gM. II S6r. XUI»548. Lieb, /ahresb. 4858. 844. 4847. 886. -^ Schwe- 
rer: Pogg. Aim. LX, 894. ^ Smith: Am. /. pf Sc. XVUI, 877. KenngpU Ue^rs. 
4854. 45. — Zschau; Leonh. Jahrb. 4 855. 54 8. 



V. d. L. unschmelzbar; filrbt, mit Schwefels&ure befeuchtet; die Flamme 
blaugrttn. Mit den Flüssen giebt er gelbrothe, beim Erkalten fast ferblose OlS- 
ser, mit Soda Manganreaktion und bei der Reduktionsprobe ZinnkOrnchen. 
Karsten. 

Von Chlorwasserstoffsäure wird er unter Entwicklung von Chlor und mit 
Hinterlassung eines weissen Rückstandes aufgelöst; die Auflösung ist dunkelgelb. 
Auch in massig starker Schwefelsäure löst er sich auf, und bei längerer Di- 
gestion schlägt sich ein wolliges weisses Salz (schwefelsaure Thorerde) nieder. 
Karsten. Reim Auflösen des M. in Chlorwasserstoffstture entwickelt sich 
kan Chlor. Wohl er. 



4) Mit Sparen von Fluor. 

8} Basisch phosphorsanres. 

5) Apyroximative. 

4) Lanthan- und Didymhaltig. ' 

ftanneltberf *• Miaermlehenie. 21 



a. 


b. 


88,50 


88,05 


17,95 


— 


«4,78 


37,36 


23,40 


S7,4I 


1,68 


1,46 


— 


0,80 


1,86 


— 


«.10 


1,75 


_ 


.^— 



f. Sbloiisl, Ural. (Ifeapl Breoke) a) Kerslen. h) sp. G. «i 5,0— 5,SS. 

Hermann. 

S. lio ChioD, Anlioqnia in Nen-Gfanada. Damonr. 

3. Norwieh, Conneeticiii. (EdwanUt). Shepard. 

I. 1. s. 

b. 

PiMMphoninre 88,50 88,05 89,1 86,«« 

Thorade 

Ceraxydol 84,78 37,36 46,4l ^„ 

Unthanozyd 83,40 87,41 84,5| 

Kalk 

Magnesia 

Manginoxydnl 

Zinnsinre 

Zirkonerde — — — 7,77 

Thonerde — — — 4,44 

Kiesekaore — — — 3,33 

400,87*) 96,83 400. 98,73 'J 

Berzeiiasnnd WOhier haben die Anwesenheit der Tlwrefde im M. be- 
aUltigi; Hermann hingegen lAngnei diesdbe und glanbi, dam ein hiriichfn 
schwefelsaares Cerazyd mit dem Thorerdesnibi verwediseli werden aei. 

Aoch im amerikanischen M.» den G. Rose saerst als solchen eikannle, ist 
etwas Zinn enthalten. Shepard *s Analyse verdient wenig Yertrauen, andh 
hat Derselbe spater angegeboi, er habe bei wiederholten Yersodien Lanthan- 
oxyd und Thorerde gefunden, Zirkonerde und Kieselsaure dagegen rtlhrten von 
beigemengtem Zirkon her. 

Wegen dieser differirenden Angaben sind neue Analysen erforderiich, um 
die Zusammensetzung des M. festzustellen. 

VorlauOg geben wir das aus No. 4 und 8 folgende Resultat, wonach das 
Sauecstoffverhaltniss ist : 

4.a. 4.b. s. 

P 46,05 45,80 46,39 

th 8,43 
Ce 3,67 
La 3,43 
Ca, U^, An 0,90 

Hiernach ist der Sauerstoff von f^ : ft 

in 4 a = 5 : 3,4 
4 6 = 5 : 3,8 
2 = 5 : 3,8, d.h. = 5 : 3, 



5,53^ ^,S7\.^ .^ 

^^»«3 4.08l40,88 3,59r'*^ 
0,73 



4) Spuren von TiUn und Kali. 

t) Desgl. von Eisen, Magnesia und Beryllerde. 



323 
so dass der M. als eine isomorphe Mischung von Drittelphosphaten 

lu betrachten wäre. 

Monazitoid. So nennt Hermann diejenigen Monazite vom Ural, welche 
ein grösseres spec. Gew. haben (5,88) und braun gefärbt sind. 

Geben beim Erhitzen etwas Wasser; leuchten v. d. L. stark, verhalten 
sich übrigens wie Monazit. 

Entwickeln mit GhlorwasserstofiTsäure beim Erhitzen etwas Chlor und lOsen 
sich unter Hinterlassung eines ansehnlichen Rückstandes mit gelber Farbe auf. 
Auch Schwefelsäure löst nur einen Theil farbloft auf. 

Hermann untersuchte zwei Va rietfl ten . 



Sp.G. 


a. 
= 5,28 


5,18 


Tantalsflure 


6,27 


3,75 


Phosphorsäure 


17,94 


22,70 


Ceroxydul 


49,35 




Lanthanoxyd 


21,30 ► 


73,55 


Kalk 


1,50 




Wasser 


1,36 


— 



97,72 100. 

Die Tantalsäure hatte die Eigenschaften derjenigen des finnländischen Tantalits. 

Hermann nimmt an, dass eine Verbindung ft'fa einem Phosphat ft^ß 
in a beigemengt sei, und dass 6 ein Gemenge von gleichen Theilen Monazit und 
Monazitoid darstelle. Solche Gemenge sind nach ihm alle Monazite, deren sp. G. 
= 3,12—5,25 ist; ihr Gehalt an Phosphorsäure ist 22—25 p.C. 

Woher rtlhrt aber die Chlorentwicklung beim Auflösen? 

■ 

Berzeltus: Jahresb. XXV, 876. — Damour: Ann. Chim. Phys. III Sör. LI, 445. 
Hermann: J. f. pr. Chem. XXXIII, 90. XL, 21. 28. — K ersten: Pogg. Ann. XLVIf, 
385. (Breithaupt: Schwgg. J. LV, 301). — G. Hose: Pogg. Ann. XLIX, iS8. Syst. 
Hebers, d. Min. d. Urals 43. — Shepard: Am. J. of Sc. XXXII, 68. Pogg. Ann. XLUI, 
US. — Wohl er: Pogg. Ann. LXVII, 414. 

Trlphylin. 

Decrepitirt schwach beim Erhitzen und giebt meist ein wenig Wasser, wo- 
bei er sich dunkel färbt. Schmilzt v. d. L. sehr leicht zu einer glänzenden 
dunkelgrauen magnetischen Kugel, während er die Flamme bläulichgrttn, zu- 
weilen auch röthlich förbt, und reagirt mit den Flfissen auf Eisen und Mangan. 

Löst sich in Säuren auf. Wird von Kalilauge unvollkommen zersetzt. 

Fuchs untersuchte zuerst den T. von Bodenmais. 
1. Bodenmais in Baiem. a) Fuchs. 6) Baer. c) Rammeisberg (Mittel 

aus vier Analysen), d) Gerlach, e) Hellgraugrüne Masse, sp.G. 39 3,561. 

Oesten. 

21* 



324 



2. Kietytf, Kirohspiel Tamnela in 


Pinland. 


(Tetraphyli 


in, Perowskjrn). Ber- 


zelius und N 


. Nordi 


enskiold. 














4. 






«•*) 




a. 


b. 


c. 


d. 


e. 


w 


PhospborsHure 


44,47 


36,36 


40,72 


40,32 


44.49 


42,6 


Eisenoxydol 


48,57 


44, 5S 


39,97 


36,84 


38,81 


S8,6 


Manganoxydul 


4,70 


»,76 


9,80 


9,05 


5,63 


«,♦ 


Lithion 


3,40 


5,09 


7,48 


6,84 


7,69 


8,« 


Natron 


— 


5,16 


4,48 


2,54 


0,74 


— 


Kali 


— 


4,19 


0,58 


0,35 


0,04 


— 


Kalk 


— 


4,00 


— 


0,58 


0,76 


— 


Magnesia 


— 


0,73 


— 


4,07 


2,39 


4,7 


Kieselsäure 


0,87 


4,78 


0,85 


— 


0,40 





Wasser 


0,68 




— 


— 


— 






99,35 101,59 100,05 98,16 100,05 103,8 

Fuchs erhielt in Folge der angewandten Methode kein richtiges Resultat 
fttr die Basen. Baer's Analyse ist schon wegen der Abweichung im Säurege- 
halt, von der Berechnung auszuschliessen. Es bleiben c, d und e mit folgenden 
Sauerstoffgehalten : 

c. d. e. 

f^ 88,88 88,71 84,89 

^'e 8,87K, _, 8,11 1,^ ,^, 8,481 ^ ^^, 



Li *»0<>liQ7( 3,76j H5,57 4,24 j [45,83 

tfra,<t 0,47j ' ' 0,70i5,40j 0,19 i 6,57) 

Ca,»g 0,95) 1,17) 

In den beiden Analysen c und d ist der Sauerstoff der Säure und der Basen 
SB 5 : 3,4; in e hingegen, wozu das Mineral möglichst frisch gewählt war, 

= 5 : 3,08, d. h. = 5 : 3. 
Hiernach ist der T. eine isomorphe Mischung von Drittelphospha- 
ten, und da der Sauerstoff des Eisen- (Mangan) oxyduls und des Lithions (der 
Magnesia etc.) annähernd = 8:1, der des Mangan- und Eisenoxyduls = 1:7 
und der der Magnesia und des Lithions = 1:4 ist, so kann man seine Formel 
(nach e) 



schreiben. 



tLi l'ft^glfe 18p 
i]«g/*^-*^%»np 

3 At. Pbosphorsäure = 8668,5 = 44,81 

6i - Eisenoxydul = 8368,5 ä 89,76 

\ - Manganoxydul = 388,1 s= 5,53 

8f - Lithion « 438,0 « 7,37 

f - Magnesia = 150,0 = 8,53 

5941,1 100. 






1; Vorlltuflge Analyse. 



• verwitlerlen T. |S. Pseadalriplh) besUtigt diese 

l^ tnebr vtmdea Basen gegeben haben, 

. .iiindi^en SohadoDg der 8lare, theil« 

I liieii (lunkJer gefärbten Proben aoboD 

< ii( amicliman will, dou sie die folgende 

. - Berzoliui, lobreab. XV, IH. — Pn«hai 
rlaeb: Ztscbr. r.d.ges.Nat. IX, (4>. — 0*at«ll: 

...Uberg^ Ebenda». LXXXV, 4>9. 

Triplit. 

hi^in^se phosphat^ [erriföre beieichnete Mineral von 
i> Iriphylia ähnlich verhüll, zugleich aber Spuren von 
r offenen Mhre liorert, eatbfllt nach Berielius: 

SaueretoD. 



llil'Ct 


32,61 


■ ■lul 


3(,95 7 


^■■xydul 


32,40 7 




1,73 




98,69') 


n saure 


und der Basen ist 


,el-Pho8phaten, 



= S : i,1, also B 5 : (, so d 



8 At. PhosphorsSure »1775 = 33,33 
i - Eisenozydul « 1800 se 33,80 

4 - Hanganoxydul » «750 « 88,87 
5325 100. 
Berifllias: Schwgg. J. XXVU, 70. 

2. Hr<lr«te. 
VIvUwU. 

Giebt beim ErhitieD vid Wasser, bläht sieh auf, und wird steUenweise 
no and rotb; brennt sich v. d- L. roth und sobmiltt dann zu einem grauen 
ÜDunden Korn ; reagirt mit den Flossen auf Eisen. 

<J Corrlglrt« Resnitat. 

1) EinaefalieMlIcb des Aeq. vom Kalk. 



I 



bi in Slam wMMeh, md winl &oA danh Milieu imw^Ü, iw^dche 
Phosphonlore auflöst, und einen scbwinlichen Bflctrtmd bOdei. 

Alle fimlieren Analytiker hatten daa Bisen des Bnas nor als O jLj J M angfr- 
friben. Uk habe jedoeh geseigly dass maA eine ansehnüd ha Hangs Bkennjd 
voriiandea ist. Nsosrlieh hat Fisher eine im Sande von Dehiaravs ^ntkem- 
Bssnde kryslalisirta Yaiietat, weiche er noch farblos erUeh, yntetsmihl , Biese 
an der Lnft hdlgrfln werdende Sobstanx, welche das nrqirtn^idhs Mhwisl 
darstellt, ehe es durch die BinwiriLong der UA p a ondemoi phosirt ist^ enthsh 
naehihm: 

Phosphorslnre S7, 4 7 

Eisenoxydol 44,10 

Wasser S7,95 

Kiesrisinre 0,tO 

99,3« 
Der Sanerstoff von Basis, Sloren und Wasser ist s 3 : 5 : 8, des Mineral ist 
mithin eine Verbindung von 4 At. Phosphorsaure, 3 At. Eisenoxjdul und 8 At. 
Wasser, Drittel-Phosphat, 

t^P H- 8aq. 
4 At. Phosphorsaure 887,5 = 98,29 
3 - Eisenoxydul 4350,0 s 43,03 

8 - Wasser 900,0 « 98,68 

3437,5 400. 
Der Yivianit ist isomorph mit der Kobaltblttthe Co' As + 8aq. 

Meine Untersucbungen betreflfon die krystallisirten Abänderungen : 
I. von Bodenmais in Baiem. 
8. von Mulüca Hill, Gloucester Co., New-Jersey; sp. G. s 9,58, 



Phosphorsaure 


4. 

99,01 


s. 

98,60 


Eisenoxyd 


44,60 


44,94 


Eisenoxydul 


35,65 


34,59 


Wasser 


— 


96,43 



104,16 

Der Sauerstoff des Oxyduls ist doppelt so gross wie der des Oxyds ; der Sauer- 

Stoff beider zusammen verhalt sich zu dem der Saure fost = 3,5 : 5, und der 

letztere zu dem des Wassers s 5 : 7. Hieraus folgt, dass das Mineral auf 3 At. 

Eisenoxyd 1 8 At. Oxydul, 8 At. Phosphorsaure und 56 At. Wasser enthälif 

d. h. eine Verbindung zweier Phosphate ist, welche durch die Formel 

6{t^P ^ 8aq) H- (fe»?* n- 8aq) ' 
bezeichnet wird. 

8 At. Phosphorsaure = 7100 » 99,00 

3 - Eisenoxyd = 3000 = 49,94\ _ * . . ^- 

18 - Eisenoxydul = 8100 = 33,06/ "~ '^^ **''" 

66 - Wasser = 6300 = 95,70 

94500 400. 



^iTiBDit ist eine Pseudomorpbose von dem wtfissen 
-I- 8aq, und entstand, indem S At. des lettterso 3 At. 
' die Hälfte des Wassers verloren. 



i' Varietäten untersucht worden. 
<>., New-Jersey. Erdig. Kurlbaam. 
ilellblau; Ausfüllung eines Cardinm. Struve. 
■e. Erdig, schmuUigblau. Struve. 

in einem Gardium. Dunkelbraun, krysUlNDiscb, 
J,72. Struve. 




■i.-.iu 


" 


89,66 
18, »6 


29,(7 
8(,34 


(9,79 88,73 


^™**- .,enoxydul 


33,(( 38,80 




87,68 


8(,64 


(3,75 9,75 


ilügnesia 




0,03 


— 


7,37 — 


Wasser 




85,60 


87,50 


86,(0 84,(8 






101,35 


99,65 


100,(8 (00,80 


Sauerstoff: 






p 




16,68 


(6,35 


((,09 (6,(0 


fe 




5,53 


6,40 


9,93 l(,46 


«e 




6,<3 


4,78 


3,05 8,(6 


«g 




0,0< 


— 


8,96 - 


a 




88,76 


84,45 


83,80 8(,44 


preclieDd dem Verhaltntss: 






P:!!.: 


fe|l»6) : « 






1 = 9,0 : 3 : 


3,3 


; (8,4 


3 = 


9,9 : 9 : 5,4 ; 8 


S =30,8 ; tu : 


S,S 


: 46,0 


4 — 


85,8 : 18: 3,4:3 






1 = 10 : 3 


: 3 


18 = 


( f •■ P + 


fe P) + 1S«q 


8 =30 : 1! 


: 9 


45 = 


|3*e' P + 


Po*?*) + 45 sq 


» ~ 29 :<8 


: 3 


33 = 


{te'P + 


8»e"P") +33Bq 


3 = (0 : 9 


: 6 


2) = 


8(l' P + 


3Pe -t-SIaq. 



idtaet man^das Eisenoxyd auf Oxydul, so wUrde das SauerstoRverbHltniss 
Basis und Sänre sein ; 

1 = 8,9 : 8 

a - 2,7 : ft 

4 = 3:5 

3 - 4,4 : 5. 
Diese Dntersucfaungen beweisen, dass die Umwandlung des ursprttnglichen 
'dulpbosphats nicht immer dieselbe ist.*: 



DiB illenn AnalynD liBd UAf/niB: 
4. Me d» Franoe. LangUr. 
%. Kertsch in der Krim. Segeih. 

3. New-Jersey. a) Thomson. 6)Vanaxem. 

4. Bodenmais. A. Togel. 

6. St. AgneaiQ ComwalL Slromeyer. 

6. Brdiges BisMibkMi too KotaiMriierge. KUptoih, 

7. Hillenirapp im Lippesoben. Brattdes. 

8. Alieyrae. Bertkier. 



r 


s. 


a. 


b. 


U 


•. 


PhosphorsSure 84 


24,M 


26,06 


85,86 


86,4 


31,18 


Eisenotydd 45 


48,79 


, 46,3« 


44,84 


11.« 


41,83 


Wasser 31 


20,S0 


27,41 


88,86 


91,« 


87,48 


400. 


40Ö. 


99,51 

f 


98,65 


M,l 


99,89 


Mmsphorsltare 


e. 
3lfe,0 


30.»l 


8. 

83,1 






BbMioxydal ' 


47,5 


43,77 


43,0 






Manganoxydul 


— 


— 


«»« 






Wasser 


80|0 


85,00 


38,4 






fienlsäure 


— 


0,08 


K 






Thenerde 


— 


0,70 


0,6 







99,5 99,84 99,4 
Die meisten dieser Analysen durften wegen der «nalytiscben Methoden nicht ge- 
nau ausgefallen sein. 

Anglarit ist wahrscheinlich derber V. von Anglar, Dpt. Haute- Vienne. 

Berthier fand darin: P 24,8, te 54,0 Sn 9,0 ft 45,0, glaubt aber, das 
Manganoxyd sei beigemengt. 

Berthier: Ann. Mines XII, SOS. — Brandes: Schwgg. J. JULJU, 77. — Fisher: 
Am. J. of Sc. n Ser. IX, S4. — Klaproih; Beftlr. IV, 4a«. — Klirlhaasit JUb» J. 
of Sc. II Ser. ZXUI, 4M. J. f. pr. Gb. LXXIII, S07. — Laugier: Hany TraiM de Min. 
p. 4S6. -— Ramme Isbern: Pogg. Ann. LXIY, 440. — Segeth: J. f. pr. Ghem. XX, 
356. — Slromeyer: Untersuch, S. S74. — Struve: J. f. pr. Chem. LXVn, SH.— 
Thomsoii: Oatl. of Hin. I, 461. ^ Vogel: Gilb. Am. LIX, 474. 

Grflnelmnsteln. 

Giebt beim Erhitsen Wasser, schmilzt v. d. L . UiokX lu ^Mr sohwanen 
porösen Kugel. 

Ist in Chlorwasserstoffsäure aufltfslich. 
4. HoIIerter Zug bei Siegen. Dunkelgrüner concentrisch-faseriger 6. a) Kar- 
sten, b) Schnabel. 

2. Dpt. Haute- Vienne. Vauquelin. 

3. Allentown, New-Jersey. Dunkelgrün, iaserig; im flrfl nto n d veriwnMDend. 
Kurlbaum. 



999 





4. 




s. 


3. 




a. 


b. 






Phospborsäure 


27,72 


28,39 


27,«ö ., 


38,64 


Eisenoxyd 


63,45 


53,66 


56,20 


. 53,74 


MangdDOxyd 


— 


— 


6,76 


— 


Eisenoxydul 


— 


9,97 


— 


3,77 


Wasser 


8,56 


8,97 


9,29 


40,49 



99,73 ^00,99 100. 100,23 

Nach Karsten, welcher nur Eisen ox yd angiebt, ist der Sauerstoff 

700 diesem, von der Phosphorsäure und vom Wasser as 19,03 : 15,54 :'Y,6'1 

s 6,1 : 5 : 2,45. Setzt man 6 : 5 : 2,5, so erhalt man 4 At. Eisenoxyd| 8 At. 

Saure und 5 At. Wasser, 

2*e»P + 5aq. 

Nach Schnabel sind jedoch beide Oxyde des Eiaens cugegeni (welche 
64,74 p. G. Oxyd betragen) und ist der Sauerstoff vom Oxydul, Oxyd, der 
Saure und dem Wasser ä 2,21 : 16,10 : 15,01 : 7,97 = 1 : 7,3 : 7,2 : 3,6 
s 0,74 : 5 : S : 2,5. Setzt man 0,75 : 4,5 : 5 : 2,5, so giebt dies eine Verbin- 
dong von 3 At. Oxydul, 6 At. Oxyd, 4 At. Säure und 9 At. Wasser, 

(te^P + 3Pe*P) + 9aq. 
4 At. Phosphorsäure ats 3550,0 =: 29,80 
6 - Eisenoxyd ^ 6000,0 = 50,37 

3 - Etsenoxydul » 1350,0 >s 11,33 
9 - Wasser ^ 1012,5 = 8,50 

, 11912,5 100. ..,.,, 

Das von Yauquelin untersuchte Mineral giebt den Sauerstoff der BasQn» 
der Säure und des Wassers = 18,91 : 15,61 : 8,26 f=s 6,0 : 5 : 2,7, oder an- 
nähernd SB 6 : 5 : 2,5, was die Formel 

2R*P + 5aq • 

ausdrücken würde, übereinstimmend mit Earsten^s Analyse. Es enthält ge- 
gen 1 At. Hangan 8 At. Eisen. Vanquelln prüfte die Auflösung mit GoldcUo- 
rid vergeblich auf Eisenoxydul. Sollte das Manganoxyd das vorhandene Etoeti-^ 
oxydul oxydirt haben? Ueberhaupt ist die mineralogiscbe Uebereinstimmung 
beider Mineralien nicht erwiesen. 

Das amerikanische Mineral.scheint im Wesentlichen gleichfalls fe^P + 3aq 
zu sein ; an eine bestimmte Verbindung mit te^P ist wohl nicht zu denken. 

Ein anderes Eisenoxydphosphat von Fouchäres, Dpt. der Aube gab Ber- 
thier: 17,58 Phosphorsäure, 51,1 Eisenoxyd, 28,57 Wasser, 1,66 Kieselsäure. 

Melanchlor nannte Fuchs ein schwai^^es Mineral von Rabenstein im 

Zfriesel in Baiem, dessen sp.G. a= 3,38 ist, und worin er 25,52 (ein anderes 

Mal 30,27) Phosphorsäure, 38,9 Eisenoxyd^ 3,87 Eisenoxydul, 9—10 Wasser 

and etwas pbosphorsauren Kalk fand. 

Berthier: Ann. Mines 111 8«r. IX, »I«. — Tuchs : J. f. pr. Chem. XVII; 474. — 
Genth (Kurlbaum): Am. J. ofSc. II Ser. XXIII, 4SI. — Karsten: ArchW XV, 
S4t. — Schnabel: Privatmitth. — Vauquelin: Ann. Chim. Phys. XXX, SOS. 



380 

Giebt beim ErhitieQ Wasser; schmflxt ▼. d. L. sehr leidit la einer sdiwar^ 
leo {^QzeDden Kugel. Nadi Dam cor schmilxi er xu einer rOthlidigelben kry- 
stallmisdien Perie, wdche in der Äusseren Flamme braun^ dann schwan wird, 
und etwas Funken sprnh^ während die Flamme grOnUch grfMH wird. HH 
den Flössen reagirt er auf Eisen und Mangan. 

In Sauren isl er Idcht aufl(fslich; die Aufhtoung enthill die Helalie ab 
Qxydule. 

Analysen des H. von f«imagfts : 
4. Dufr^noy. 

8. a) und b) gelber H. ; sp. 6. 3,185. Damour. 
3. aotblicber H. ; sp.G. ■■ 3,498. Damour. 







a. 


b. 




Phospborsanre 


38,00 


37,96 


38,80 


37,83 


Manganoxydul 


32,85 


41,15 


48,04 


41,80 


Eisenoxydul 


H,40 


8,40 


6,75 


8,73 


Wasser 


48,00 


48,38 


18,00 


11,60 


Quars etc. 


^ 


0,35 


0,50 


0,30 



99,95 99,94 99,49 400,86 

In dem Mittel aus Damour's Analysen ist der Sauentoff der Saure, der 
Basen und des Wassers ss 8 : 4 : 4 s 5 : 8Vt ^ ^ Vt- Demnadi besteht der H. 
aus 8 Ai.' Phosphorsaure, 5 At. Mangan- und Eisenoxydul und 5 AI. Wasser, 

♦»■ff...,, 

und ist vielleicht besser als ein Doppelsalz 

(ft»P ^ ft«P) + 5aq 
zu betrachten. 

8 At. Phosphorsaare a 4775,0 s 39,4 4 

4i - Manganoxydul = 4883,0 = 40,80 

f - Eisenoxydul = 375,0 » 8,87 

5 - Wasser « 568,5 sr 48,39 

4535,5 400. 

Dufr^noy's sehr^abweichende Analyse giebt den Sauerstoff von Saure, 
Basen und Wasser « 5 : 8,3 : 3,6 s 80 : 9,8 : 44,4. PRmmt man 80 : 9 : 45 
s 5 : 8^ : 3f an, so erhalt man den unwahrscheinlichen Ausdruck 

*•?* + 45aq. 

Damour: Ann. llinesV S^r. V. — Dufrönoy :.lbid. II Sär. YÜ, U7. Pogg. Ann. 
XVII, 49t. 



»1 

HMtfTMit« 

Schmilzt V. d. L. zu einer dunkelbraunen oder 8chWiirz4h Masse ; verhält 
sich sonst wie der vorige. - | 

Der H. vonLimoges wurde von Yanqueljui dann von DqXrönoy unter- 
sucht. Nach Letzterem enthält er : 

Sauerstoff. 

Phosphorsäure 44,77 ffü,5l) r l? i 

Eisenoxydul 34,89 7,7« | 

Manganoxydul 17,57 «.ooT^'*^^ 

Wasser 4,40 8,94 

Kies^äure * 0,28 

'' 98,80 ' 

Der Sauerstoff der Säure, der Basen und d^ Wassers ist as 6 : 3 : 4 , so 
dass man daraus die Formel 

3R»&? + 5aq + 3|J^^}V + öaq 
ableiten kann. i - 

6 At. Phosphorsäure = 5385,0 » 48,35 

40 - Eisenoxydul s 4500,0 = 35,78 

5 - Manganoxydul = 8487,5 » 47,40 

6 - Wasser = 568,5 = 4,47 

48575,0 400: 

Dafr^noy : Ann.llin. IlSör. VII, 443. Pogg.Anü: XVII, 495. Vauquelio: Ann. 
Chim. Pl^ys. XXX, 394. 

Verwitterungsprodukte von Triphylin und ähnlichen Mineratien. 

A. Alkalihaltige. 

4 . Norwich, Massachusets. Schwarze Krystalle, in Form und Spaltbarkeit an 

Triphylin erinnernd, von blaurothem Strich; sp. 6. =s 8,876. V. d. L. 

leicht schmelzbar unter Aufschwellen zu einer schwarzen Masse. Mittel 

zweier Analysen von C r a w. 
8. Chanteloub bei Limoges. Alluaudit. Braun, spaltbar wieTriplit; sp. 

G. as 3,468. In GblorwasserstofiTsäure unter Chlorentwicklung auflöslich. 

Damour. 



j 





4. 


Sauerstoff. 


t. 


Sauerstoff. 


Phosphorsäure 


43,00 


M,40 


44,25 


ai.s« 


Eisenoxyd 


86,69 


8,0<\ 


25,62 


'•"1 8.«0 
0,81/ 


Manganoxyd 


84,00 


1,06 


Manganoxydul 


— 




23,08 


8.S7| 


Kalk 


4,79 


0,54 1 


— 


f «,«« 


MatroQ 


-^ 


M," 


5,47 


«,»») 


Lithion 


8,23 


«,ia) 







Wasser 


2,07 


1.8« 


2,65 


t,85 


Kieselsilure 


0,30 




0,60 





400,08 99,73 



3» 

In diesen Substanzen ist der Q n ßt tHt ton 
ft:A: P :ft 

1 « 4 : 9 : 45: 4 
S« 5:6 : 18:8 

Man könnte daher 

4 =r (ftf^ H- 8?f») H- aq 

2 rs (5ft'? + 2R*P) -h iaq 

beseichnen, wenn es Oberhaupt statthaft wttre, für solche SidMtansen, deren 
homogene Beschaffenheit mehr als zweifelhaft ist, Formeln au&ustellen. Da- 
mour hat für die zweite das Verhflltniss 6 : 6 : 80 : 2 » 3 : 3 : 40 : 4, und 
die Formel 

(ft*P ^ PeP) H- aq 
angenommen. 

Graw (Dana) : Am. J. of Sc. II. 8er. XI, 4at. -^ Damoar: Aon. Min. IV. S6r. 
XIU, 844 . 

B. Alfcalifreie., 

4. Bodenmais in Baiem. Pseudotriplit. Wird Von SalpelersMure wmig 
angegriffen, welche in der Wärme sich und das Pulver rOtUidi filrbt. 
(v. Kobell). a) Fuchs. 6}Delffs. 





a. 


b. 


PhosphorsSure 


35,70 


35,74 


Bvenoxyd 


48,47 


51^00 


Manganoxyd 


8,94 


8,06 


Wasser 


5,30 


4,52 


Kieselsäure 


1,40 


0,71 



99,54 400. 

Dieses nach Fuchs aus dar^Zersetzung des Triphylins entstandene Mineral 
scheint 



fPe 1«*, 



• 8 aq 

zu sem. 

8 At. Phosphorsäure » 4775 » 35,56 

8f - Eisenoxyd » 8573 = 54,55 

f " Manganoxyd = '148 ==: 8,38 • 

8 - Wasser = 885 = 4,54 

(994 400. 

Eine solche Verbinching kann durch direkte Oxydation von ft*P entstehen. 

S. Triphylin. 

2. Chanteloub, Limoges. Als Heterosit bezeichnet. BrAiinlidi violett; 
sp.G. =3,44. Rammelsberg. 



333 







SauOTttoff. 


Phospboraäare 


32,48 


«8,4 8 


Eisenoxyd 


31,46 




Manganoxyd 


30,04 


Wasser 


6,35 
400. 


8,84 




«•P« + 


üaa. 



Also etwa 



Die Terbindungi durch deren einfache Oxydation die Substanz entstanden wäre, 
wflrde 

Min. 

Delfft: BliftA OnrktogD. t. Aufl. fti7. — < Fachfli: 8. Triphylin. — Rammelt- 
berg: Pogg. Ann. LXXXV» 44t. 

Kakoxen. 

Giebi beioi Erhitzen Wasser, welches schwach sauer reagirt und Fluor- 
wasserstofibiure enfhdt. Schmilzt v. d. L. an den Kanten zu einer schwärzen 
l^anienden Schlacke und färbt die äussere Flamme biaugrün. Reagirt mit den 
FlUasen auf Eisen. 

bi in Ghlorwasserstoffsäure aufKtslich. 

Dies früher für Wawellit gehaltene Mineral von der Grube Hrbeck, Sohicht- 
amt Straschitz bei St. Benigna (Zbirow) in Böhmen wurde untersucht von 
Steinmann (a), Holger (6), Eichardson (c) und Hauer {dy a gelbe fase- 
rige, ß kugel- und nierfDrmige Abänderung). 

a« b. c. d. 

a. ß, 

Phospborsäure 47,86 9,80 80,5 19,63 85,74 

Eisenoxyd 36,38 36,83 43,4 47,64 44,46 

Wasser 85,95 48,98 30,8 38,73 38,83 

Thonerde 40,04 4 4,89 — 400. 400. ' 

Kalk 0,45 — 4,4 

Magnesia — 7,58 0,9 

Zinkoxyd — 4,83 — 

Kieselsäure • 8,90 3,30 8,4 

Sdiwefelsäure — 4 4,89 97,9 

99,49 99,70 

Den früheren Analysen dürfte unreineres Material zum Grunde liegen ; auch 
in d ist die Menge des UnlOsKchen in Abzug gebraeht. 

Die Analyse c würde nach Abrechnung des Uebrigen 84,85 Phosphorsäure, 
45,95 Eisenoxyd, 38,80 Wasser geben. 



Nn sind die S«oerstofHMBf0ii in 

Fe : (^ : tt 
e. s 43,78 : H,tS : 88,62 » 6,4 : 5 : 42,7 
d.a. s 44,29 : 44,M : 29,09 a. 6,5 : 5 : 43,2 
d.ß. =5 42,44 : 44,41 : 29,17 s 4,3 : 5 : 10,4 

e and d. a geben also liemlidi nahe das YeriilUnias 6:5:42. wonaeh der I* 

4 Ai. SSore, 2 AI. Basis nnd 42 Ai. Wasser enthalt, 

f^P -I- 42aq. (L) 

dß giebl dagegen eher 4,5 : 5 : 40 » 9 : 40 : 20, oder 2 At. Stare, 3 At. Basis 

nnd 20 At. Wasser, 

Pc*P* -h 20aq. (D). 

Haner halt aber sdbst das Material Ton d. ß nidit für so rein, als des tob d.U. 

Da nun das Resultat des letsteren mit Bichardson's Analjae nrinlidi gak 

llbereinstiaunt, so gswnint die etsleFonnel an Wahrscheinüchtail ■ Sie irwlangt: 

4 AI. Phosphorsanre » 887,5 a> 20,94 

2 - Eisenoxvd ^ 2000,0 ^ 47,20 

42 - Wasser' «4350,0 =g 34,86 

4237,5 400. 



▼. Haaer: Jahrb. d.gaotneielitaBSi. 4ti4. f7. — t. Holgar: liaawpila Hifhifl 
Vm, ISS. ^ Richardsoot ThooifOB Ooll. I. 476. — StainnaaB: Laonh. Haa^ 
hmch. 8. 7it. 

Itraaatl. Varhllt sieb wis Kakoieo. Die eblorwassentoAaare SalUsm^ eotbilt 
kein Eisenoxydiil. Plattoer. 

Ist ein Begleiter def Kakoxeas und enthalt gieichgins Phosphor a me, Blseaeiyd aad 
Wasser. 

. Brei^baupt: J. f. pr. Cbem. XX, es. ^ 

DeHaailt. Decrepitirt beim Erbitxea, giebt Wasser and sdunilsl xa einar graaea 
staric magnetischeo Kagel. 

Ldst sich mit brauner Farl>e in Ghlorwasseratoffaäare auf, mit Hinteriassong von etwas 
Kieselsaure, und mit Brausen durch beigemengten Kalltspath. 

4. Bemeau bei Vis6, Belgien, a) Dumont. a rothbraun: nach Abxng von 44 p. C. iLoh- 
lens. KallL und 8,6 Kieselsäure, ß Braunschwarz : nach Abzog too S«t tod jenem nnd 
4,4 Ton dieser. 5) Del v aus. e) Hauer. 

5. Leoben, SteiermariL. Dem Torigen ahnlich. v. Hauer. 

4. «. 

a. b. c. 





ff. 


ß' 








Phosphorstture 


46,64 


46,57 


48,36 


80,94 


S6,6a 


Eisenoxyd 


14,20 


SS,6S 


40,44 


58,64 


5a,84 


Kalk 


— 


— 


— 


7,94 


Mt 


Wasser 


46,76 


46,84 


44,48 


4 9,08 


t6»6i 



4 00. 4 00. 99,77 4 00. 466. 

Hieraas Usst sich die Natur der Substanz nicht beurtheilen. Ist der Kalk in a und b mit 
Recht als Carbonat in Abzug gebracht? Woher die Differenzen im Eisen- und Wassergehalt? 
Die mitgetheilten Zahlen geben fttr 

4aJ?e'P-l- Siaq 4 6 l^e'P H- 4aaq, 

während 4 c und S sich als 

(Ca»P + 2Pe»P) + «4aq 
darstellt. 



885 

8 Ai. Phosphorsäare » S66S,5 >■ S4,45 

6 - Bisenoxyd is 6000,0 v 48,84 

8 - Kalk s 4 050,0 s 8,46 

S4 - Wasser « «700, « >4,78 

4S44S,8 400. 
Breiihaiipi rechnet den D.zum Diadochit, der indessen Schwefelsttnre enthält. 

DelYaax! Bull, de l'Acad. d. Bruxelles. 4888. 447. — Dumont: Phil. Mag. lU 
8er. Xrv, 474. Pogg. Ann. XLVII, 496. — Hauer: Jahrb. geol. Reichsanst. 4884, S7. 

Otlilfclllt. Bin gelbes blättriges Mineral von Battenberg im Leiningenschen. Sp. G. 
»1,88. 

Giebt beim Brhitxen Wasser. Schmilzt v. d. L. sehr leicht zu einer schwarzen glän- 
naden magnetischen Kngel. 

WM Ton Chlorwasserstofbäore leicht zersetzt. 

KathlltnaehHeissig: 

Sauerstoff. 



Phosphorsänre 84,04 
Bisenoxyd 84,84 
Thonerde S,90 
Kalk 4 4,84 
Magnesia 8,66 
Wasser so,66 




7,80 
4,88 
4,88 
4,06 


49,08 
8,66 

6,89 
48,88 


99,97 
Die SaoerslofAiiengen sind » 5 : 8,8 : 


«,4 


: 4,8. 
4ft»f 


Setzt man 6 : 8,4 : 4,4 : 4,8, so erhält man 
^) -f- 48 aq. 



Wawellit. 

Giebt beim Erhitzen Wasser und oft zugleich Fluorwasserstoffsäure. Färbt 
V. d. L. die Fiamme schwach blaugrün, schwillt auf Kohle auf, stäubt zuweilen 
umher und wird weiss, und verhält sich sonst wie Thonerde. 

Löst sich in Säuren und in ätzenden Alkalien auf.*) Nach v. Kobell giebt 
der W. von Bamstaple und Striegis mit Schwefelsäure eine stärkere Fluorreak- 
lioD als der von Amberg. 
i Klaproth, Gregor, John und H. Davy fanden in dem W. nur Thon- 

; erde und Wasser, daher Letzterer ihn Hydrargillit zu nennen vorschlug. Fuchs 
entdeckte im J. 4846, dass ein für einen Zeolith gehaltenes Mineral von Amberg, 
welches er Lasionit nannte, ein Thonerdehydrophosphat sei ; er machte auf die 
Aehnlichkeii desselben mit dem W. aufmerksam, und zeigte zwei Jahre später, 
dass es in der That wirklich Wawellit, und die Phosphorsäure in diesem ganz 
übersehen sei, da die phosphorsaure Thonerde sich gegen Reagentien der Thon- 
erde selbst sehr ähnlich verhält. Berzelius, der schon früher im W. die Ge- 
genwart einer Säure vermuthet hatte, bestätigte 4849 Fuchs' s Entdeckung. 
4. Amberg in Baiem. Fuchs. 

2. Langenstriegis bei Freiberg, a) Blauer, b) grüner und gelber, c) brauner, 
d) schwarzer. 0. Erdmann. 



4) Nach Städeler wird er von kochender Chlorwasserstoffsäare wenig angegriffen. 



3. Zbirow in Böhmeo. Hernaiin. 

4. AUendorf (?). Sonnenichein. 

5. Earnslaplei DevoDshire. a) Fachs. 6) Berieliai. 

6. Steamboaty CSiesler Co., Pennsylvanien. Genth. 

7. Ungarn. (Kapnidt). I^.G. » S|356. Stadeler. 



Plnor — 

PlKMi|Aors8Qre 34,79 



Thonerde 

. »/ 

Eimooxyd 
Wasser 



36,56 
88,00 



a. 
Spar 

34,06 

36,60 

1,00 

27,40 



b. 
Spar 

SS,S8 

36,39 

8,69 

S7,40 



99,88 99,06 99,46 



•c 

Spar 
34,55 
34,90 

8,81 
84,01 

7,30*) 



d. 
Spur 

38,46 

35,39 

4,50 

84,00 



4,6» 
S4,fl9 
36,39 

1.80 
86.34 
0»,»l 



Hoor — 

Pbosphorsaare 38,16 



Thonerde 

Eisenoxyd 

Wasser 

Kalk 

KiesebSore 



35,76 

88,38 
0,86 
8,70 

99,80 



t.*) b. 

— 8,06 

34,98 33,40 

37,18 35,35 

— 4,86 
88.00 86,80 

— 0,50 
100,16 99,36 



99,97 100. 



Spar 
34,68 
36,67 
0,88 
88,89 



35,49 
aC».59 

(S4.M) 



99,86 106. 



Hiernach darf man annehmen, dass der W. eine Yeiiundong von 8At. Phos- 
phorsaare, 3 At. Thonerde and 12 At. Wasser sei, 

Ja'P*-*- 12aq. 

2 At. Phosphorsaare a> 1775 » 35,14 

3 - Thonerde a« 1986 » 38,13 
12 - Wasser = 1350 = 26,73 

5051 100. 
Stadeler §|)aabt 13 At. Wasser annehmen la lotlssai (bereobaet: 34,37 
Pbosphorsaare, 37,38 Thonerde, 88,31 Watter). 

Berzelius and Hermann nahmen den W. als eine Terbindang von 
Plaoraiaminium mit Thonerdephosphat, und stellten demgemlsae Formeln aaf. 
Allein abgesehen von der sehr unsicheren Bestimmung der PInormenge war der 
vom Ersteren untersuchte W. kalkhaltig, konnte also ein wenig Flnssspath ent- 



4) Kieselsaure, z. Th. aa Thonerde gebnnden, da Kalilaage 49,7 p. C. dieser VarieUt 
nnaufgelöst Issst. 

8) Kieselstture. 

5) Mittel von zwei Analysen. 

4) im gegliibten Mineral fand Stadeler 47,48 Pbosphorsaare, so dass biemacb auf 
^1,4* derselben M,S6 Thonerde kommen würden. 



337 

Jialten, w&hrend manche W. gar nicht auf Fluor reagirdn. Es bleibt also noch 
xweifeihaft, ob die Fluorverbindung wesentlich ist. 

Der W. No. 7 ist von Kenngott als ein besonderes Mineral hingestellt, 
ond mit dem von Kapnik für identisch erklärt worden, worin v. Hauer Schwe- 
felsäure gefunden hatte (S. Felsöbanyt, Hydrale von Sulfaten). Eine qualitative 
Probe einer solchen Substanz von Kapnik ergab in der That keine Schwefel- 
sSure, wohl aber viel Phosphorstture. Stadeler nimmt darin nur 44 At. Was- 
ser an. 

Berzelius: Schwgg. J. XXII, S97. XXVII, 68. ~ 0. Erdmann: Ebenda«. LXIX, 
454. — Fachs: Ebendas. XVIII, S88. XXIV, 414. ^ Genth: Am. J. of Sc. II Ser. 
XXIII, 4S8. -^ Hermann: J. f. pr. Chem. XXXIIl, S88. — Klaproth: Beitr. V, 
408. — Sonnenschein: J. f. pr. Chem. Llll, 844. — Stttdeler: Ann. Chem. 
Pharm. CIX, 806. 

Kalaft. 

DecrepitirV beim Erhitzen, giebt Wasser und schwärzt sich. Ist v. d. L. 
unschmelzbar, wird aber braun, glasig und färbt die äussere Flamme grün. 
Mit den Flüssen erhält man Kupfer- und Eisen reaktion. 

Ist in Säuren aufltfslich. Nach Hermann löst er sich nach dem Schmel- 
zen mit Kalihydrat in Wasser auf, wobei jedoch die verschiedenen Varietäten 
bald mehr bald weniger Rückstand lassen. 
4. Jordansmühle in Schlesien, a) Zellner. b) John. 
2. Aus dem Orient. Blau; sp. G. = 2,624. Hermann. (Von diesem blie- 
ben nach dem Schmelzen 7 p. G. ünaufgelöst). 

4. 8. 





a. 


b. 




Sauerstoff. 


Phosphorsäure 


^ 38,9 


30,90 


28,90 


46,80 


Thonerde 


54,5 


44,50 


47,45 


88,46 


Kupferoxyd 


4,5 


3,75 


2,02 


0,40 


Eisenoxyd 


2,8 


4,80 


4,40 


0,88 


Manganoxyd 


— 




0,50 


0,45 


Kalk 


— 




4,85 


0,68 


Wasser 


4,0 


49,00 


48,48 


46,46 



98,7 99,95 4 00. 

Unstreitig ist der K. ein Hydrophosphat von Thonerde, gemengt mit Phos- 
phaten von Kupfer, Eisen, Mangan, Kalk, deren Zusammensetzung jedoch nicht 
ermittelt ist. Denkt man sich dieselben als Salze, worin der Sauerstoff von 
Basis und Säure ss 3 : 5 ist, so bleibt für das Thonerdephosphat der Sauerstoff 
von Phosphorsäure und Thonerde s 43,87 : 22,46 s 5 : 8, was 

Ä1»P« + 45aq = (Ä1*P + 2Ä1«P) + 45 aq 

entsprechen würde. Der Sauerstoff des Wassers ist gleich dem der Säure, wenn 
nicht ein Theil für die übrigen Phosphate in Abzug kommt, was doch wahr- 
scheinlich ist. 

RiB ■•Itbtrf *• MincralcibMii«. 22 



Ueberdies ifl in deo liieren Analysen die genme TrannBg der bflUhi 
Hanptbestandtheile nichl TerbOrgl. 

In einen grQnen Türkis, der nach den Behmddn nnl Nalranijdm 
25,48 p.c. hinterliess, fand Hermann: Phea ph er sl nra 5,64, ThoMvde 55,71^ 
phospbomarai Kalk') 18,10, Kapfarozvd l,4S, EisenoKfd 1,10, MangMiiffyi 
e,60, Wasser 18,13, KieselsSoie 4,26. 

MdgUdierweise ist jedoch von den Beimengungen nnr der Kalk ab fWi- 
phat Torhanden, während die übrigen Oxyde als Hydrate biaiywniiHill sind, h 
diesem Fall ist der Sauerstoff von 

^ : AI : A 
in la = 21,80 : 25,45 » 5 : 5,9 

4 b =r 17,32 : 20,78 : 46,89 3= 5 : 6 : 4,9 
2 = 45,32 : 22,46 : 46,46 = 5 : 7,2 : 5,2 

Dann erscheint der K. ab 

£l*^-f-5aq, 
wo das Yerfaaltniss 5:6:5 com Grande liegt. Diese Pormd bring;t den K. in 
eine einüache Bexiehung su den nachfolgenden Sobstanien. 

Peganit, gewöhnlich dem Wawellit sogerechnet, von Striegps in SaohMD; 
und 

Fischerit, ein grünes Mineral von Nischne-TagQ, dessen qp. 6. aB2,46 
ist, und welches sich ähnlich dem Kalait verhalt, jedoch nur in Schwefebiiire 
gut loslich ist, sind beide von Hermann untersucht worden. 

PeS*i>>^- Ssaentoff. Fischerit. 



Phosphorsäure 


30,49 


17,09 


29,03 


l<,S7 


Thonerde 


44,49 


S0,78 


38,47 


47,M 


Kupferoxyd \ 






0,80 




Eisenoxyd (So) i 


2,20 




4,20 


• 


Gangart J 






• 

3,00 




Phosphors. Kalk 


— 






Wasser 


22,82 


SO, 98 


27.50 


t4,4S 



400. 400. 

H e r m a n n hat angenommen : 

Peganit = Äl* t^ + 6 aq, 
Fischerit = Äl*t^ + 8aq, 
wonach sie und der Kalait verschiedene Hydrate von sechstelphosphoraanrer 
Thonerde wären. 

Es ist nicht zu verkennen, dass die Natur aller dieser Ifinoalien noch nicht 
feststeht. 

Hermann: J. f. pr. Cham. XXXIII, 982. — John: Bull. sc. nat. 1887. 440. — 
Zellner: Isis 4884. 887. 



4) Als Oa'P angenommen. 



I 



389 

1lM0r46pkt8^at von der Insel Bourbon. Vauqu ei in fand in einem Mineral 
TOD dort 80,6 Phosphorsäure, 46,7 Thonerde, 8,4 Ammoniak, 49,7 Wasser und färbenden 
Stoff. 

Ami. Chim. Phys. XXI, 488. Berz. Jahresb. III, 4 44. 

Gfbbsit« 

Seitdem das Hydrat der Thonerde mit 3 At. Wasser allgemein als Hydrar- 
gilUt bezeichnet wird, überträgt man den Namen des nordamerikanischen auf 
das Phosphat, welches nach Hermann mit jenem zusammen vorkommt. 
Nach seiner Analyse enthält der G. von Richmond, Massachusets : 
Phosphorsaure 37,62 
Thonerde 86,66 

Wasser 35,72 

4 00. 

Er ist also drittelphosphorsaure Thonerde mit 8 At. Wasser, 

ÄlP -f- 8aq. 

4 At. Phosphorsäure = 887,5 = 36.53 
4 - Thonerde = 642,0 = 26^42 

8 - Wasser = 900,0 = 37,05 

2429,5 400. 
In später untersuchten Proben fand er nur 26,3 — 15,3 — H,9 p.C. Phos- 
phorsäure, 38,3 — 50,2—53,9 Thonerde, so dass dies wohl Gemenge von Gibb- 
sit und Hydrargillit sein mögen. 

Hermann: J. f. pr. Chem. XL, 3S. XLII, 4. 

Laziilith. 

Giebt in der Hitze Wasser und wird weiss. Färbt v. d. L. die Flamme 
schwach grün, schwillt an, wird blasig, schmilzt aber nicht, und giebt mit Ko- 
baltsolution ein schönes Blau. Der L. von Voran zerföUt unter starkem An- 
schwellen in Stücke, und färbt sich mit Kobalt röthlich. Der L. aus Wermland 
wird braun und porös, und giebt Manganreaktion. 

Wird von Säuren wenig angegriffen, nach vorgängigem Glühen aber fast 
ganz aufgelöst. (Fuchs). Ghlorwasserstoffsäure zieht Eisen aus, während der 
Rest grün erscheint. Concenlrirte Schwefelsäure zieht nach längerer Digestion 
alles Eisen aus, und lässt einen weissen Rückstand, welcher von Säuren nicht 
angegriffen wird. Aehnlich wirkt Fluorwasserstoffsäure. (Igel ström). 

K 1 a p r 1 h untersuchte den L. von Kriglach, übersah jedoch die Phosphor- 
säure, welche von Fuchs nachgewiesen wurde. 

Wir geben die Resultate der Analysen nach Abzug der Kieselsäure, welche 
stets beigemengt ist. 

1. Hellbrauner L. (Blauspath) vom Fressnilzgraben bei Kriglach in Steier- 
mark, a) Sp.G. = 3,046. Klaproth. b) Sp.G. = 3,004. Brandes. 
c) Sp.G. = 3,02 Rammeis berg. (Mittel von zwei Analysen). 

22* 



»40 



S. Hellblauer L. vom ftftdelgraben bei Werfen im Sabburgischen. Sp. 6. ■* 
3,057. Fuchs. 

3. Dunkelblauer L. von der Fischbacher Alpe im Graiier Kreise i Steier- 
mark. Sp. 6. as 3,444. Mittel von zwei Analysen. Bammelsberg. 

4. L. V. Sinclair Co., Nord-Carolina. Sp.G. «3,482. Smith u. Brush. 

5. L. vom HorrsjOberg, Elfdalsdistrikt, Wermland, Sp.G. « S,78. Igel- 
strOm. 



Phosphorsäure 
Thonerde 


a. 
83,78 '. 

i 


b. 
46,33 

)6,90 


s. 

44,16 48,70 
33,14 36,60 


48,68 
38,89 


43,76 
34,70 


s. 

48,68 
38,86 


Eisenoxydul 


0,88 


0,85 


1,77 8,70 


8,11 


8.17 


10,55 


Magnesia 




5,90 ' 


14,50 


18,58 9,54 


9,87 


10,04 


8,58 


Kalk 




3,54 


0,45 


1,53 — 


1,11 


— 


— 


Wasser 




5,90 


0,54 


6,88 6,19 


6,04 


5.69 


5,30 






400.') { 


»9,57 


100. 97,63 


100. 


99,86 


99,81 






Sauerstoff 


• 
• 










p 


4.C. 

84,75 


t. t. 4. 

83,93 83,86 84,53 


6. 

83,83 






Äi 


15,47 


17,04 15,36 14,80 


15,34 






Fe 


0,39 


0,60 1 ,80 


1,81 


8,84 






lüg (Ca) 5,44 


3,88 8,48 


4,01 


3,43 






H 


6,H 


5,50 6,37 


4,97 


4,71 




Oder: 




P: M 


: ft : 


A 










1c 


. » 5 : 3,1 


:1,8 


;1,8 










8. 


a 5 : 3,5 


: 0,9 


:1,1 










3. 


= 5 : 3,8 


: 0,9 


:1,1 










4. 


» 5 : 3,0 


:1,8 


:1,0 










5. 


=. 5 : 3,8 


:i,a 


:1,0 









Das wahre Verhältniss ist demnach unbezweifelt =s 5 : 3 : 4 : 4. Der L. be- 
steht mithin aus je 4 At. der einzelnen Bestandtheile, und kann entweder als 

(ft»P + Äl»P) + 2aq, 
oder vielleicht besser als 

(ft«p4-Äl«P») 4-3aq 
betrachtet werden. 

Die hellen Varietäten enthalten nur eine geringere Beimischung der isomor- 
phen Eisenverbindung als die dunklen, denn es ist 

te : Ag te : Ag 

4c. = 4 : 44 3. = 3 : 4 

2. = 4 : 6 4. = 4 : 9 

5. » 2 : 3 



4) Kl ap ro th giebt noch 0,S6 p. C. Kali an. 



34t 

Brandes: Schwgg. J. XXX, 885. — Fuchs: Ebend. XXTV, 878. — Igelström: 
J. f. pr. Cbem. LXIV, S88. — Klaproth: Beitr. I, 497. IV, 979. — Rammelsberg: 
Pogg. Ana. LXIY, 960. — Smith u. Brash : Am. J. of Sc« U Ser. XVI, 866. 

Childrenit« 

Giebt beim Erhitzen Wasser, färbt v. d. L. die Flamme blaugrttn, ist im- 
schmelibar, und reagirt mit den Flüssen auf Eisen und Mangan. 
Wird von Chlorwasserstoffsäure langsam aufgelöst. 

Dieses seltene Mineral von Tavistock, Devonshire, wurde zuerst von Wol- 
las^ton ab ein Phosphat von Thonerde und Eisen erkannt. Ich habe es neuer- 
lieh specieller untersucht. Sp. G. = 3,247. 

Sauerstoff. 
Phosphorsäure 28,98 «6,90 

Thonerde 4 4,44 6,74 

Eisenoxydul 30,68 6,84 ] 

Manganoxydul 9,07 9,08 > 8,89 

Magnesia 0,4 4 o,06j 

Wasser 46,98 45,09 

400,23 

Sauerstoff von ft : Äl : ß : fi 



gefunden 7,9 : 6 : 4 4,4 

angenommen 8 ,: 6 : 45 



43,5 
45 



Hiemach enthält der Gh. 8 At. Eisen- und Manganoxydul, 2 At. Thonerde, 
3 At. Phosphorsäure und 45 At. Wasser. Eine solche Mischung, in welcher 
Eisen und Mangan =? 3 : 4 , kann man durch 

darstellen. 

3 At. Phosphorsäure = 2662,5 = 28,94 

2 - Thonerde = 4284,0 = 43,94 

6 - Eisenoxydul = 2700,0 = 29,32 

2 - Manganoxydul = 875,0 = 9,50 

45 - Wasser = 4 687,5 = 4 8,33 

9209,0 400. 

Rammeisberg: Pogg. Ann. LXXXV, 485. — Woll ästen (Haidinger) : Eben- 
das. V, 468. 

Vranit« 

(Kalk-Uranit. Uranglimmer). 

Giebt beim Erhitzen Wasser und wird gelb. 

Schmilzt V. d. L. auf Kohle zu einem schwarzen, halbkrystallinischen Korn. 
Giebt mit den Flüssen im Oxydationsfeuer ein gelbes, im Reduktionsfeuer ein 
grttnes Glas. 



341 

LiM sich in SalpetersAnr? m e\aeiT gelben FlQssigkeit auf. 

Berzelius untersu'^liU! luorsi (18(9) dea C. lon Antun, fand darin einen 
Kalkgebalt, und glaubt« ihn für eine wasserhalli}te Verbindung von L'rano&yd 
mit Kalk halteo lu dUrfen. Ab aber Phillips im Chnlkolith die Phosphor- 
saure entdeckt hatte, fand Berzelius (1833) bei Wiederholung seiner Ver- 
su(^ diese SBare auch im Uranit. 

Der U. von Aulun enthält nach : 





L.ugier 


B e r z p ] i u s. 


Werlher. 




15,0 


i5,«n 


14,00 


üranoiyd 


56,7 


61,-3 


63, S8 


Kalk 


4,8 


5,88 


5,86 


Baryt 


— 


1,57 


1,03 


Magnesia (An) 


— 


0,80 


— 


Wasser 


21,7 


15,4» 


14,30 


ZiDQsaure 


_ 


0,06 


98,47 



98,2'l 100. IS*) 

Da der Sauerstoff von Kalk (Ba), Uranoxyd, Phosphorsaure und Wasser = 
1 : 6 : 5 : S, so besteht der U. aus I At. Knlj& (äa), 3 At. Uranosjd, 1 At. Phos- 
phorstture und 8 At. Walser, und kann durch 

(Ca'P -t-i&P] + Ua<] 
bezeichnet werden. 

1 At. Pbospborsaura » 867,& ~ 1fi,U 
i - Uranoxyd = 3S72,0 = 62,56 

1 - Kalk = 330,0 =6,13 

8 - Wasser « 900, = 15^76 

5709,S 100. 
Atg. = 17188,5 
Berzelius hatte dieselbe Zusammensetzung durch 
(Ca»P + e*P) + 16aq 
ausgedrückt. Werther lieht mit Hit scberlich die Form 

(Ca,fi»}P + 8aq 
vor. 

BerzeliuB: Jabresb. IV, 14«. XXII, llt. Scbwgg. J. XUV, ». Pogg.Ann: 1, 174. 
— Laagier: Ann. Cbim. Pby>. XXIV, S> 9. — Wertber: J. f. pr. Cbem. XLUI, IM. 

Chalkollth. 

(KupCer-Uranit). 
Verhalt sich wie der vorige, giebt aber mit Phosphorsalz und Zinn die Re- 
aktionen des Kupfers, und mit Soda bei der Reduklionsprobe metallisches, zu- 
weilen arsenikhaltiges weisses Kupfer. 

4} Nach Abzug vdd S p. C. Kieselsäure und Eisenoxyd. 
t) Im Mittel der Versucbe und nach Abzug der Ber^ii. 



343 

UM sidi ifi Salpetersäure mit gelblichgrUner Farbe auf. Durch Kochen 
mit Kalilauge teii>t er sich theil weise gelb und braun. 

T. Bergman hielt den Gh. fUr eine Verbindung von Salzsäure, Kupfer 
und Thonerde. -Klaprot h entdeckte darin (1790) den Urangehalt und glaubte, 
es sei ein durch Kupfer gefärbtes Uranoxyd, obwohl er jenes in einer gelben 
Abänderung nicht finden konnte, es daher für unwesentlich erklärte. Auch 
Gregor fand im Ch. nur Uran, Kupfer und Wasser (4805 und 4815). Erst 
Phillips entdeckte (4822) die Phospborsäure, wiewohl nach Conybeare be- 
reits Ekeberg dieselbe bemerkt hätte. Berzelius bestätigte sodann Phil- 
lips 's Angaben. 

Die Resultate der Analysen des Ch. aus Comwall (Gunnis Lake bei Calling- 
toD) sind : 

Gregor. Phillips. Berzelius. Werther. 
Phosphorsaure 1 46,0 45,57*) 4 4,34 

üranoxyd J ' 60,0 64,39 59,03 

Kupferoxyd 8,3 9,0 8,44 8,27 

Wasser 45,4 4 4,5 45,05 4 5,39 

97,8 99,5 99,34 97,03 

Der Gh. hat eine analoge Zusammensetzung mit der des isomorphen Uranits, 
also 

((iu»P-f- 2Ö«P) + 24 aq. 
4 At. Phosphorsäure = 887,5 s 45,46 
2 - Uranoxyd =3572,0 = 64,00 

4 - Kupferoxyd = 496,6 = 8,48 
8 - Wasser = 900,0 = 45,36 

5856,4 400. 
Atg. = 4 7568,3 
Das von der Constitution des Uranits Gesagte findet natürlich auch auf den Ch. 
Anwendung. 

Berzelius: S. Uranit. — Gregor: Phil. Transact. 4805. Ann. of phil. V, %S\. 
— Klaproth: Beitr. II, S46. — Phillips: Ann. ofphil. 4812 4818. Berz. Jahresb. 
III, 487. — Werther: S. Uranit. 

Kupferoxydphosphale, 

Trotz vielfacher Untersuchungen ist die Zusammensetzung mehrer hierher 
gehöriger Mineralien noch unsicher. Nur der Libethenit, welcher die Form 
des Oliyenits hat, und der Phosphochalcit, der vielleicht mit dem Strahlerz iso- 
morph ist, sind deutlich krystallisirt. Oefter aber ist die Bezeichnung der ana- 
lysirten Substanz unsicher oder sie war ein Gemenge von zweien. Dazu kommt, 
dass neuerlich in einigen nicht bloss ein Gehalt an Arseniksäure, sondern, wie 



I) Mit Sporen yoo Arseniksttore. Die Menge des Urans ist hier and beim Uranit nach 
dem neueren Atg. corrigirt. 



344 

im Ehiit, selbst von VanadinsXore gefunden ist, der vielleicht allgemeiner vor- 
kommt, ab 'man nach den vorhandenen Analysen glauben sollte. 

Beim Erhitxen geben die Kupferphosphate Wasser und sehwinen sich, 
y. d. L. terben sie die Flamme schwach, nach dem Befeuchten mit Ghlorwas- 
serstoffsäure aber deutlich blau. Dabei schmelzen sie zu schwärzlichen Massen, 
welche krystallinisch erstarren. Auf Kohle reduciren sie sich theilweisCi und 
mit Zusatz von Soda vollständig. 

Sie lösen sich in Säuren mit blauer oder grttner, m Ammoniak mit rein 
blauer Farbe auf. 

I. Libethenit. 

4. Libethen, Ungarn. Krystallisirt. a) Kühn. 6) Bergemann. 

8. Nischne Tagilsk, Ural. Krystallisirt, sp. G. s 3,6 — 3,8. Hermann. 

4. a. 

8. b. 

Phosphorsäure 29,44 26,46 28,64 

Arseniksäure — 2,30 — 

Kupferoxyd 66,94 66,29 65,89 

Wasser 4,05 4,04 5,50 



100,43 99,09 4 00. 

Sauerstoff ß(As) : Cu : ft 

4 a = 46,49 : 43,50 : 3,60 » 5 : 4,4 : 4,4 
4 b « 45,74 : 43,26 : 3,58 =» 5 : 4,2 : 4,4 
4 « 46,0 : 43,3 : 4,9 = 5 : 4,4 : 4,5 



angenommen = 5:4 : 4. 

Schon aus der Isoroorphie des L. mit dem Olivenit folgt das durch die beiden 

ersten Analysen verbürgte VerhäUniss, wonach er aus 4 At. Phosphorsäure, 

4 At. Kupferoxyd und 4 At. Wasser besteht, 

Cu*P + aq = Cu*P -♦- Cufl. 

4 At. Phosphorsäure = 887,5 == 29,72 
4 - Kupferoxyd = 4986,4 = 66,54 
4 - Wasser = 442,5 = s 3,77 

298674 400. 

Nach Berge mann ist 4 At. des entsprechenden Arseniats (Olivenits, 

Cu^As -f- aq) mit etwa 48 At. des Phosphats in isomorpher Mischung. 

Bergemana: Pogg. Ann. CIV, 490. — Hermann: J. f. pr. Chem. XXXVIl, 
175. — Kühn: Ann. Chem. Pharm. LI, 424. 

II. Pseudolibethenit/) 

1 . Libethen . Sogenannter Libethenit. B e r t h i e r. 

2. Ehl bei Linz am Rhein. Sogen. Ehlit. Schwärzlichgrttn, sp. G. s 4,27. 

Rhodius. 



1) Ich habe einstweilen den nachfolgenden beiden Substanzen za ihrer Unterscheidung 
diegen Namen gegeben. 



345 





4. 


%. 


Pbosphorsäure 


28,7 


28,9 


Kupferoxyd 


63,9 


63,4 


Wasser 


7,4 


7,3 



400. 99,3 

Sauerstoff P : Cu : A 

1 = 46,08 : 42,89 : 6,58 = 5 : 4,0 : 2,0 

2 = 46,49 : 42,73 : 6,49 = 5 : 3,9 : 2,0 



angenommen = 5:4:2 
mach sind beide Substanzen gleich dem Libethenit mit doppelt so viel 
isser, 

Cu*P + 2aq =5 (Cu»P + aq) -♦- Cufl. 
4 At. Phosphorstture = 887,5 a 28,64 
4 - Kupferoxyd = 4986,4 = 64,40 

2 - Wasser =s 225,0 « 7,26 

3098,9 400. 
Berthier: Add. Mines. VIII, 884. •— Rhodius: Ann. Ghem. Pharm. LXII, 874. 

III. Tagilft. 

Nischne Tagilsk. Traubige smaragdgrüne Massen, sp.G. etwa 3,5. Her- 

IDD. 

Sauerstoff. 
Phosphorsäure 26,94 46,07 5 

Kupferoxyd 62,38 42.88 4,4 

Wasser 40,74 9,54 8,4 

400. 

s Verhältniss 5:4:3 giebt eine Verbindung mit dem dreifachen Wasserge- 

t des Libethenits, 

Cu*P -f- 3aq = (Cu*P + 2aq) -f- Cuft. 

4 At. Phosphorsäure = 887,5 = 27,64 
4 - Kupferoxyd =4986,4 = 64,85 

3 - Wasser = 337,5 = 40,54 

3244,4 400. 
Hermann: Sw Libethenit. 

IV. Dihydrit. 

. Vimeberg bei Bheinbreitenbach. Arf vedson. 

I. Nischne -Tagilsk am Ural. Kleine dunkelgrüne Krystalle ; sp.G. = 4,4. 
Hermann. 

4. «. 

Phosphorsäure 24,70 25,30 

Kupferoxyd 68,20 68,24 

Wasser 5,97 6,49 

98,87 400. 



84g 

Sauerstoff 9 : Ou : A 

4 :m 13,84 : 43,76 : 5,34 =: 5 : 5,0 : 4,9 
8 = 44,4 8 : 43,76 : 5,76 = 5 : 6,0 : 2,0 

aDgenommen ss 5 : 5 : S 
Diesem Yerhältniss gemäss enthttlt der D. 4 At. PhosphorsSure, 5 At. Kupfsroxjd 
und 2 At. Wasser, 

Ctt"P -i- 2aq = Cu*P 4- aCuft. 

4 At. Phosphorsäure » 887,5 = 84,69 

5 - Kupferoxyd » 8483,0 » 69,06 
8 - Wasser « 885,0 « 6,85 

3595,5 400. 
Das Mineral vom Vimeberg wurde als Pbosphochaloit untersucht. . 
Arfvedson: Ben. Jthresb. IV, 4 48. — Hermann; & Libelhenit. 

Anhang. Folgende Analysen geben Wassergehalte iwischen Dihydrit und 
Ehlit: 

4 . Nischne-Tagilsk. a) Dichte, sehr harte Massen, im Verhalten. dem folgen- 
den ähnlich. A. NordenskiOld. b) Aehnlich beschaffen. Derselbe. 
c) Nierformige und traubige smaragdgrtliie Massen, spangrUn, sp. G. am 3,8« 
Zerspringt beim Erhitzen zu feinem Pulver gleich Olivenit (und Diaapor). 
Hermann, d) Knollige Massen, sp. G. = 4,85. Derselbe, e) F«n- 
strahlig, sp. G. s 4,434. A. Nordenskiöld. 

8. Vimeberg. Sp. G. ss 4,4. Hermann. 

4. «. 

a.*) b. c. 

Phosphorsäure 84,37 84,47 84,4 8 
Kupferoxyd 68,08 68,57 68,30 
Wasser 7,84 7,86 7,58 

99,60 400. 400. 

Sauerstoff P : Cu : Ä 

4 a = 43,04 : 48,97 : 6,08« 5: 
46 = 43,53 : 43,84 : 6,45 = 5 : 
4 c = 43,55 : 43,78 : 6,68 » 5 : 
4d= 43,34 : 43,87: 6,67 = 5 : 
46 = 43,47 : 43,78 : 6,97 = 5 : 
8 = 43,76 : 43,57 : 7,89 = 5 : 

Es scheinen Gemenge von Dihydrit und Ehlit zu Sein, falls man nicht daraus 
mit dem Verhältniss 5 : 5 :8^ eine eigene Verbindung machen will, 

8Cu»P -f- 5aq = (8Cu*P -♦- aq) -f- 4<;ufl. 
Hermann: S. Libethenit. — A. Nordenskiöld: Privatmittheilang. 



d. 


e. 




23,75 


24,05 


24,55 


68,75 


68,44 


67,25 


7,50 


7,84 


8,20 


400. 


400. 


400. 


5,0 : S,3 






5,0 : 8,4 






5,4 : 2,5 






5,0 : 2,5 






5,4 : 2,6 






5,0 : 2,6 







4) Nach Abzug von 6 p. G. Malachit. Mit dieser Analyse stimmen noch zwei andere 
tiberein. Auch in 4 6 und e ist Malachit nach der Menge der Kohlensaure abgerechnet. 



V. Ehlit. 

4. EU bei Linz am Rhein, a) Bergemann. b) A. Nordenskiöld. 
t NischDO-Tagilsk. Plattenförmig, sp.G. s 4,0. Hermann. 
^QpfenJ 3. Libethen. Sogenannter derber Libethenit. a) Ber thiei*. 6) KUbn. 



rn; 





j 


1. 




t. 




s. 




a. 


b. 






a.') 


b. 


Phosphorsäure 


24,93 


23,00 




23,47 


24,7 


23,14 


Kupferoxyd 


65,99 


67,98 




67,73 


66,3 


66,86 


Wasser 


9,06 


9,02 


« 


8,80 


9,0 


10,00 




99,98 

• 


100. 




100. 


100. 


100. 


Sauerstoff P : 


Ca : 


A 










4 a = 13,97 


: 13,32 : 


8,06 => 


5 


:5,0: 


2,9 




ib = 48,88 


: 13,69 ; 


: 8,02 « 


5 


: 6,0 : 


3,1 




2 = 13,45 : 


: 13,67 : 


7,82 = 


5 


: 5,0 : 


2,9 




3a =r 13,83 : 


: 13,35 : 


8,00 = 


5 


: 5,0 : 


2,9 




3fc = 42,97 


: 13,48 : 


8,89 = 


5 


:5,1 : 


3,4 





Angenommen s 5 : 5 : 3 

^VBierans folgt, dass der E. aus 4 At. Phosphorsäure^ 5 At. Rupferoxyd und 3 At. 
f| VainrbMtehty 

Cu»P + 3aq = (Cu'P + aq) -f- 2Cufl 

4 At. Phosphorsäure = 887,5 &s 23,94 

5 - Kupferoxyd » 2483,0 sa 66,97 
3 - Wasser , = 337,5 = 9,09 

3708,0 400. 
Bergemann wiederholte neuerlich seine obige Analyse (No. 4.o) des 
Ehiits, und fand dabei eine beträchtliche Menge Vanadinsäure auf 

Sauerstoff. 
Yanadinsäure 7,3 4 4.04) 

Phosphorsäure 47,89 <o,08j ' 

Kupferoxyd 64,09 49,44 

Wasser 8,90 7,94 

98,22 
fterdurch wird die Deutung der Constitution des Minerals in ähnlicher Weise 
^ie beim Vanadinit erschwert. In der Voraussetzung, dass es sich nicht um 
^n Gemenge handelt, die Vanadinsäure die gewöhnliche ist, und ihr 3 At. 
Sauerstoff zukommen, kann man, da sich der Sauerstoff der Bestandtheile nahe 
^4:40:43:8 verhält, den Ehlit als 

Cu«V + 6[tCu«P + aq) -h 3(;ufl] 
auffassen, obwohl hier noch mehr als beim Vanadinit die Frage sich auf- 



43 



4) Nach Abzug von 4 p. C. Kohlensäure als Malachit und 4,6 Eisenoxyd als Brauneisen- 
stein. 




SmoMT P , tm -. M 




1 s it,U : »,« : IS,7» s S : 


: S.I -- S.C 


t *• lt,7» : n,7i : 7^ » S : 


:M:M 


«•441«; fMLSi«. Z. ». Ju C. fc CIl 1 


iis^«n. ■ 


fZ,M«. 




▼Lriiniiii 


MdL 


1. Vinwbcrn bei IhönbrailMch. mj Sp.G. 


«4.2—4,1 


t. ey«BUmi. Bergeaann. 




r BincUMTg in Voigüande. Emhn. 


t. 


PbMphonaare 20,4 21, S9 


49,89 


Areeaik^hire — — 


4,78 


Kopfemyd 70,8 68,74 


69,97 


Waaaer 8,4 8,64 


8,24 


99,6 98,90 


99,85 


Saaentoff 1^(1«) : Co : tt 




1a »44,43: 44,28:7,46 = 5 


: 6,2 : 3,3 


4 b wm 42,06 : 43,86 : 7,68 » 5 : 


: 5,8 : 3,2 


2 »44,75: 44,40: 7,44 «5 


: 6,0 : 3,0 


3 »44,70:44,47:6,58^5 


: 6,2 : 2,8 



— LysBr 



ti,87 

71,73 
7,40 
400. 



Angenommen s 5 : 6 : 3 

Hiamach besteht der Ph. ans 1 At. Phosphorsäure, 6 Al. Kapferoxyd tmd 3 At 
WB§§erf 

Cn^P 4. 3aq s Ca*P + SCuft. 



849 

4 At. Phosphorsäure » 887,5 «r 21 , 4 4 
6 - Kupferoxyd » 8979,6 » 70,87 
3 - Wasser = 337,5 « 8,02 

4204,6 4 00. 

lo dem Pb. von Ehl ist 4 At. des entsprechenden Arseniats (Strahlerz) mit 

47 At. Phosphat gemischt. 

Bergemann: Pogg. Ann. CIV, 490. — Kühn: Ann. Cli. u. Pharm. XXXIV, S48. 
U, 4S4. — Rhodins: S. oben. 

TknmMttk, ein amorphes Mineral von Retzbanya, nach Plattner anntthemd aas: 

Sauerstoff. 
Pbosphorsäare 44,0 SS,9 » 5 

Kupferoxyd B9,S 7.9 4,7 

Wasser] 46,8 4 4,9 8,S 

4 00. 

asnnmeogesetst. Ist der Sauerstoff >■ 5 : 4| : 8^, so wfire es 

Cq'P* + lOaq = (Cu*P -f- «CuP) -f- *Oaq, 
m Bicht gerade wahrscheinlich ist. 

Plattner: J. f. pr. Chem. XV, 8S4. 

biailt nennt Breithaupt ein grünes krystallinisches, in der Struktur an Vivianit 
TiBBendes Mineral von Röttis bei Jocketa im sächsischen Volgtlaode, dessen sp. G. » s,4S 
-1,40 ist^ und welches ein Hydrophosphat von Nickeloxyd zu sein scheint. 
Breithaupt: B. u. h. Zeitg. 4859. No. 4. 

3. Verbiadangen mit Chloriden und mit Flaoridea. 

Wagnerit* 

Schmilzt V. d. L. nur in dünnen Splittern sehr schwer und unter Ent- 
^img von Gasblasen zu einem grUngrauen Glase. Färbt, mit Schwefelsäure 
'^feuchtet, die Flamme blaugrttn. Reagin mit den FlUssen schwach auf Eisen, 
od schmilzt mit Soda unter Aufbrausen, jedoch ohne sich aufzulösen. 

Löst sich in Schwefelsäure unter Entwicklung von Fluorwasserstoffsäure 
if. 

Dieses seltene Mineral aus dem Höllgraben bei Werfen im Salzburgischen 
; zuerst (4821) von Fuchs, später von mir untersucht worden. Sp. G. » 

985—3,068. (R.). 

Fuchs. Rammeisberg. 

a. b. c.*) 



Fluor 


6,<7 






9,36 


Phosphorsaure 


41,73 


41,89 


40,23 


40,61 


Magnesia 


46,66 


42,04 


38,49 


46,27 


Kalk 


— 


1,65 


4,40 


2,38 


Eisenoxydul 


4,50 


2,72 


3,31 


4,59 


Manganoxydttl 


0,45 


0,55*) 


0,96')" 


103,21 



99,51 



4) Tbonerde. 8) Nach Abzog von t,U KieMlsiur«. 



»60 

Fuchs erhielt, obwohl seine Methode nicht genau war, und er w 
Phosphorsäure noch Fluor direkt bestimmte, doch ein annähernd richtiges 
sultat. Da Kalk- und Bitterspath den von mir untersuchten W. begleitei 
darf man wenigstens den Kalk als unwesentlich betrachten und als Carbon 
Abzug bringen. Geschieht dies in e, und verwandelt man das Eisenoxydi 
das Aeq. von Magnesia, so erhält man : 

R. Fuchs. 

Fluor 9,78 = 9,78 «3,H*) 

niosphorsäure 42,41 42,41 41,73 

Magnesia 48,32 50,98^ ) 49,41 

Eisenoxydul 4,79 103,17 104,25 

105,30 
Hiernach enthält der W. 1 At. Phosphorsäure, 4 At. Magnesia und 1 At. Fl 
und kann, wie schon v. Kobell aus Fuchs 's Analyse vermuthet hatte, 
eine Verbindung von 1 At. Fluormagnesium und 1 At. drittel-pk 
phorsaurer Magnesia betrachtet werden, 

MgFl + Äg»P. 
1 AU Fluor SS 237,5 = 11 ,73 » 1 1 ,73 

1 - Phosphorsäure » 887,5 » 43,82 48,82 
3 - Magnesia =s 750,0 b 37,04 49,38 Magnesia 

1 - Magnesium =150,0 = 7,41 104,93 

2025,0 100. 

Zersetzter Wagnerit. Eine den W. begleitende röthliche wc 
Masse, in welcher ich 93,81 Kieselsäure, 1,87 Phosphorsäure, 1,49 Magn* 
2,58 Kalk und 1,41 Thonerde und Eisenoxyd fand, scheint ein Zersetiu 
rUckstand des Minerals zu sein. 

Fuchs: Schwgg. J. XXXIII, 269. — v. Kobell: Ghar. d. Min. I, 406. — B 
m eis her g: Pogg. Ann. LXIV, 252. 

Z wieselit. (Eisenapatit) . 

Decrepitirt v. d. L. und schmilzt unter Aufwallen leicht zu einer metal 
schimmernden magnetischen Kugel von bläulichschwarzer Farbe, währei 
mit den Flüssen auf Eisen und Mangan reagirt. 

Löst sich in der Wärme in GhlorwasserstofTsäure auf. Giebt mit Schw 
säure Fluorreaktion. 

Der Z. ist von Fuchs zu Zwiesel bei Bodenmais in Baiem entdeckt 
untersucht worden. Ich habe ihn später ebenfalls analysirt. 



1) Wahrscheinlich ist wegen beigemengten Bitterspaths die Magnesia etwas zu 
ausgefallen. 

2) Dies ist die indirekt, aus dem Aeq. der schwefelsauren Magnesia berechnete II 
welche richtiger ist als die von Fuchs selbst angeführte. 



351 








Fuchs. 


Ramme! 


isberg. 
b. 


Fluor 


3,18 


6,00 


Phosphorsäure 


35,60 


30,33 




Eisenoxydul 


41,56 


41,42 


40,90 


Manganoxydul 


20,34 


23,25 


21,33 


Kieselsäure 


0,68 


101,00 





101,36 
Fuchs hat das Fluor durch Glühen des Minerals, die Phosphorsäure gar 
nidit bestimmt. Er sah sich dadurch zu der unrichtigen Annahme geführt, 
dass das Mineral die Formel eines Apatits besitze, welcher statt des Kalks Eisen- 
und Manganoxydul enthalte. Allein nach meinen Versuchen ist der Name »Ei- 
senapatit« nicht passend, denn es ist eine Verbindung, welche nur 1 At. der 
isomorphen Phosphate enthalt : 






^Mn| 



Oder: 



4 At. 
4 - 
8 - 
4 - 

* - 

* - 


Fluor 

Phosphorsäure 
' Eisenoxydul 
Manganoxydnl 
Eisen 
Mangan 


s 237,5 = 8,46 
= 887,5 = 34,60 
s 900,0 = 32,05 
= 437,5 = 15,58 
= 233,3 = 8,31 
s 112,5 » 4,00 

2808,3 400. 


4 At. 
4 - 
2f - 

U - 


Fluor 

Phosphorsäure 
Eisenoxydul 
Manganoxydul 


= 237,5 = 8,46 
= 887,5 = 34,60 
a 4200,0 s: 42,73 
= 583,3 = 20,77 



103,56 
Die Analyse hat freilich nur 6 p. G. Fluor gegeben, was bei dessen seh wie- 
riger Bestimmung nicht gegen die Formel spricht. 

Unstreitig hat der Z. die Struktur des Triphylins , mit dem er entweder 
isomorph oder aus dem er entstanden ist. 
Fuchs: J. f. pr. Ghem. XVIII, 499. 

Apatit 

Y. d. L. nur in dünnen Blättchen sehr schwer zu einem Tarblosen durch- 
scheinenden Glase schmelzbar. Wird von Borax langsam zu einem klaren Glase 
aufgelöst, das milchweiss geflatlert werden kann. Phosphorsalz löst ihn reich- 
lich und klar auf; die fast gesättigte Perle wird beim Erkalten unklar und er- 
hält Facetten; bei vollkommener Sättigung entsteht eine milchweisse Kugel. 
Beim Erhitzen mit geschmolzenem Phosphorsalz in einer offenen Röhre zeigen 
die meisten Apatite Glasätzung. Mit Soda schwillt er unter Brausen an. Mit 
Seh wefelsäure befeuchtet, f^rbt er die Löthrohrflamme grünlich. Manche Varietä- 
ten (Phosphorit vqn Estremadura) schmelzen leichter und geben etwas Wasser. 



Wir «rdiM» im t4 

«. Apatit. 

4. In^erte. IKwwapni. Was, m^eMkIi flaidM. Talcker. 

2. SiianM, S<c»«fni. HStlff^. jilMitgili. Sp.G. » 3,174. •) 6. ■••€. 
6; Weber. 

3. KrafefVe. W^<te. Taleker. 

4. Ebendaher, leih: Dendbe. 

5. Cabe de Gala, Spanes. KnrttalfiMt, gdb. Sp.G. «* 3,S3S. 6. Mase. 

6. Areodal. Krjüallifift, pfliJ Sp.G. «> 3,2». G. Rase. 

7. UimkUmo, SCaal .Vw-Toriu KryttaUwit, «elb. Sp. 6. s 3,IM. 
JaekiOD. 

H. CroHD-Poiol, Xew-Yadu Traabig, Maupfla. Sp.G.» 3,053. Jaeksta. 

^. Gr^oer im ZiUenbMl Derb, gelb. Sp.G. s 3.175. G. Maae. 

iQ. Scbwaneosteio im Zillertlial. Krystallisirt, gelb. laoiaialabcrB. 

i i . Faldigl bei Sterung, Tyrd. KnitaUifin, gelMichweiss. Sp. G. » 3,4M. 

oj G« Roie, 6) Joy. 

42. ScblackeDwalde, BdhmeD. Sirahlig und aliiigMg- Kammelabarg. 

13. St. GoUbardu Krjstalliairt, weiss. Sp.G. » 3,497. G. Roaa. 

14. Fargas, Finland. Krystallisirt, blau. Sp.G. = 3,49. Arppa. 

15. Kietyd, Kirchspiel Tammela, Finland. BlaogrOn. Sp.G. ^3,48. Arppe. 

46. Mias'k, Ural. Gelb. Sp. G. ss 3,234. Rath. 

47. Wheal Fraoco bei Tavistock, Devonshire. (Frankolit). Kugdige Agp^^gite. 
Henry. 

6. Phosphorit. 

K, Logrosan, Estremadura. Daubeney. 
2. Amberg, Baiem. Mayer. 

A. 

4. 9. t. 4. 5. e. 7. 

a. b. 

Chlor 4,40 2,74 2,66 4,38 4,03 0,56 0,54 0,34 

Fhosphorsfiure 44,25 44,54 42,28 44,84 42,34 

Kalk 53,84 54,75 53,46 54,44 54,59 55,30 55,89 55,08 

SÄ S:r. •■" '•"■') 0.»« M5 

Alkall 0,47 — 0,30 

Walser 0,42 0,49 0,83 

" Utol. 0,82 0,99 4,40 

Nabst Geroxyd und Yttererde 



it^ 



353 

» 

I. 9. 40. H. 42. 48. 44. 45. 46. 47. 

a. b. 

,81 0,09 0,07 0,06 0,05 0,05 0,03 Spur Spur Spur 

56 43,01 40,76 41,39 42,08 41,57 

.76 55,57 55,31 55,87 55,24 53,97 55,66 54,74 55,40 55,17 53,10 

10 0,09 0,27 0,81 1,72 0,17*) 3,09*) 





4. 


9. 


Fluor 




2,09 


Chlor 


0,20 


— 


Phosphorsäure 


37,18 


43,53 


Kalk 


54,08 


53,55 


Magnesia 




0,10 


Eisenoxyd 


3,15 


0,90 


Kali, Natron 


— 


0,73 


Kieselsäure 


1,70 





Chlor = 443,3 = 6,81 1 ,^ .^ 

Calcium = 250,0= 3,84/^"'^^ 



Bischof fand in vielen Apatiten etwas Magnesia. Der Phosphorit 
)berg enthält eine kleine Menge Jod. 

ir Pluorgehalt ist nicht mit Sicherheit direkt bestimmbar. 

ir haben es hier mit zwei isomorphen Grundverbindungen zu thun, deren 

s 1 At. Chlor- oder Fluorcalcium und 3 At. drittelphosphorsaarem Kalk 

A, ChlorapaUt = CaCl + 3Ca'| 

B. Fluorapatit =s CaFl + 3Ca'P. 

Berechnete Zusammensetzung. 

A. 
1 At. Chlor 
1 - 

3 ^ Phosphorsäure = 2662,5 = 40,92 \ oq or 
9 - Kalk = 3150,0 = 48,43 / > 

6505,8 100. 

B. 

1 At. Fluor = 237,5 = 3,77 \ 

1 - Calcium = 250,0 = 3,97 J ^»^* 

3 - Phosphorsäure = 2662,5 = 42,26 \ q© q- 
9 - Kalk = 3150,0 = 50,00 f ^^>^^ 

6300,0 100. 

e Analyse muss geben : 

A. B. 

Chlor 6,81 Fluor 3,77 

Phosphorsäure 40,92 42,26 

Kalk 53,81 55,56 

101,54 101,59 

3iner Cblorapatit scheint noch nicht untersucht worden zu sein, obgleich 

er behauptet, No. 1, 3 und 4 seien fluorfrei, was der allgemeinen For- 



ausserdem 0,4 6 Wasser und organische Substanz. 
Magnesia und Eisenoxydul. 

neltberg^t Mineralchemie. 23 



854 

mel gemäss, nicht der Fall sein kann. Reiner oder fest reiner Flaorapatit sind 
die zaletzt aufgeführten Abänderungen. Die grosse Mehnahl aber sind iso- 
morphe Mischungen beider Verbindungen, 

Ca|JJ+3(5a»P. 

Man kann mit Hülfe der Chlorbestimmung die relative Menge beider so wie das 
Fluor aus den Analysen berechnen, und erhält dann : 

4« 9 a. 8. 6. 7. S. 9. !•. 

Fluor 4,23 2,23 3,44 3,44 3,53 3,60 3,67 3^68 
i4. 67,4 40,0 8,2 7,5 5,0 3,4 4,3 4,0 
B. 32,6 60,0 94,8 92,5 95,0 96,9 98,7 99,0 

44 a. 49. 4t. ^ 

Fluor 3,68 3,69 3,70 
- A. 0,9 0,8 0,5 
B. 99,4 99,2 99,5 

Die Abweichung des Phosphorits aus Spanien {B. 4 ) dürfte in der Analyse sa 
suchen sein. Solchen Phosphorit, welcher weder Chlor noch Fluor enlhäUi 
s. unter Osteolith. 

Lasurapatit nennt Norden skiold blaue sechsseitige Prismen, «eldie 
den Lasurstein vom Baikalsee begleiten. Schmelsen v. d. L. in starker HHie 
unter Entfärbung, und verhalten sich wie Apatit. Als Bestandtheile werden 
ausser Phosphorsäure und Kalk noch Kieselsäure, Thonerde und Magnesia an- 
gegeben. 

Hydroapatit. Nach Damour kommt in den Pyrenäen ein Mineral in 
warzenförmigen Concretionen vor, dessen sp. G. =3,40 ist, welches beim Er- 
hitzen ammoniakalisches Wasser, und bei der Analyse 3,36 Fluor, 40,00 Phos- 
phorsäure, 52,35 Kalk und 5,30 Wasser giebt. 

Zersetzter Apatit. Pseudoapatit hat man undurchsichtige Apa- 
titkrystalle von der Grube Churprinz bei Freiberg genannt, wdche sich v. d. 
L. ähnlich dem Apatit verhalten. (Erdmann, Plattner). 

Talkapatit nannte Hermann ein bei Slatoust mit dem Leuchtenbergit 
vorkommendes Mineral, dessen sp. G. =s 2,70—2,75 ist, und welches beim 
Auflösen 9,5 p. C. Rückstand hinteriiess. 





Pseudoapatit. 


Talkapatit. 




Rammeisberg. 


Hermann. 


Kohlensäure 


1 nicht Schwefelsäure 
/ bestimmt 


2,32 


Fluor 


nicht best. 


Chlor 


— 


0,92 


Phosphorsäure 40,30 


43,H 


Kalk 


53,78 


41,44 


Magnesia 


0,44 


8,55 


Eisenoxyd 


4,78 


1,10 


Wasser 


nicht best. 





a 



_365 

Nach V olger ist der letztere ein zersetzter mit HöhluDgen erfüllter Apatit, 

der-von einem gleichfalls zersetzten Glimmer oder Chlorit (Leuchtenbergit) und 

von Perowskit begleitet wird. Vielleicht hat jener die Magnesia geliefert. 

Arppe: Aoalyser af Finska min. p. 4. — Bischof: Geologie I, 784. — Dam cur: 
Ann. Mines. V. S^r, X, 65. — Daubeney: Ann. Chem. Pharm. LV, 4 46. — 0. Erd- 
mano: J. f. pr. Chem. V, 474. — Henry: Pogg. Ano. LXXXIV, 84 4. — Hermann: 
J. f. pr. Gh. XXXI, 404. — Jackson: Am. J. of Sc. II Ser. XI, 409. XII, 78. — Joy : 
Cham, researches. GOttingen 4858. p. 44. — Klaproth: Beitr. IV, 494. V, 480. — 
Mayer: Ann. Chem. Pharm. CI, 284. — Nordenskiöld: Bull, de Moscou 4857. 
1,948. Ztschrfl. f. d. ges. Nat. 4857 December. — Plattner: Probirk. S. 999. — 
Rammeisberg: Pogg. Ann. LXVIII, 506. LXXXV, 997. — Rath: Pogg. Ann. XCVI, 
884. — G. Rose: Pogg. Ann. IX, 485. LXXXIV, 803. — Vauquelin: J. des Mines 
XXXVII, 96. — Volger: Pogg. Ann. XCVI, 559, — Völcker: J. f. pr. Chem. LXXV, 
884. — Weber: Pogg. Ann. LXXXIV, 806. 

Pyromorphit (Grün- und Braunbleierz z. Th.). 

Schmilzt V. d. L. sehr leicht und färbt die äussere Flamme blangrün; die 
erstarrte Perle zeigt eine krystallinische Oberfläche ; wird sie auf Kohle im Re- 
duktionsfeaer umgeschmolzen, so bildet sich ein gelber Beschlag, während die 
Probe beim Abkühlen perlmutterglänzende Facetten erhält, und im Moment der 
BOdung derselben von neuem erglüht. Mit Soda erhält man Bleikömer und 
eine Sehlacke. Manche Varietäten verhalten sich wie Mimetesit, indem sie Ar- 
senikreaktion zeigen. 

Das Grünbleierz von Beresow giebt mit Phosphorsalz im Oxydationsfeuer 
ein grünes Glas, welches in der Reduktionsflamme bräunlich und undurchsichtig 
wird. G. Rose. 

Ist in Salpetersäure auflöslich. Die kalkfreien Abänderungen lösen sich 
auch in Kalilauge auf. 

Klaproth, welcher die Phosphorsäure und das Chlor in diesen Bleierzen 
oadiwies, lieferte die ersten Analysen derselben, welche indessen wegen der 
mang^haften Methoden nicht ganz richtig ausfielen. Erst Wo hier stellte ihre 
Zosammensetzung fest und wies ihre Isomorphie mit dem Mimetesit und Apatit 
nach. Später hat besonders Kersten die fluor- und kalkhaltigen Abände- 
ningen analysirt. 

Der F. Ist die dem Mimetesit und Apatit entsprechende Verbindung von 
f At. Chlorblei und 3 At. drittelphosphorsaurem Bleioxyd. Dieselbe kommt 
theils für sich, theils in isomorpher Mischung mit Mimetesit oder mit Apatit 
vor. 

A, Nur Phosphorsäure enthaltend. 
4. Zschopau, Sachsen. Grün, o) Sp. G. = 6,27. Klaproth. 6) Wöhler. 

2. Hoffsgrund bei Freiburg im Breisgau. Grün. Klaproth. 

3. Huelgoet, Bretagne. Braun; sp. G. ss 6,60. Klaproth. 

4. Wanlockhead. Gelb; sp.G. = 6,56. Klaproth. 

5. Leadhills. Orangeroth. Wöhler. 

23* 



SM 

6. Ponllaoaen. Braan, krystallisiri ; sp. G. « 7,048. Kerften. 

7. Ponllaooen. Derb; sp.G. » 7.050. Kersten. 

8. Mechemich in der Eifel. Bergemann. 

9. Kranaberg, Amt Usingen in Nassau. Krystaltisirii hellgrün; qi.6. ■■ 7|4. 
Sandberger. 

40. Ems im Nassauischen. Gelb, krystallisirt. Sandberger. 
44. Beresow, Sibirien. Krystalle, von Vanadinit begleitet; sp.G. ■■ 6,745. 
Strnve. 

Die Data in Klaproth's Analysen sind nach den jetzigen Annahmen in 
Betreff des Ghlorsilbers, schwefelsauren und phosphorsauren Bleioxyds (I^U^ 
res Ph^P) corrigirt. 

4. a. s. 4. 5. 





a. 


b. 








Chlor 


2,72 


2,57 


2,47 


2,66 


2,59 2,52 


Bleioxyd 


77,99 


82,25 


76,70 


78,17 


79,54 82,46 


Pbosphorsliare 19,87 




20,59 


21,32 


19,38 




6. 


7. 


8. 


9. 


1*. 44. 


GUor 


2,53 


2,53 


2,50 


2,67 


2,89 S,64 


Bleioxyd 


82,30 


82,29 


80,21 


81,62 


82,2Q 81,34 


Phosphorsäare 






15,94 


15,96 15,82 


Wassser 






0,70 




0,09») 


Berechnet man aus 


dem Chlor die Mengi 


e des Chlorbleis, und nimut <las fehlMide 


für Pbosphorstture, 


so erhalt i 


nan: 




\ 


• 


l.b. 


5. 


s. 


7. 


8. 


9. 4». 44. 


Chlor 2,57 


2,62 


2,53 


2,53 


2,50 


2,67 2,89 2,54 


Blei 7,48 


7,39 


7,56 


7,56 


7,30 


7,80 8,44 7,40 


Bleioxyd 74,19 


74,50 


74,16 


74,15 


72,36 73,22 73,11 73,36; 


Phosphors. 15,76 


15,59 


15,75 


15,76 


17,15 15,94 15,96 15,82 


100. 


100. 100. 100. A 


0,70 99,63 100,40 0,59*) 



400. 99,74 

Hieraus folgt, dass der P. eine Verbindung von 4 At. Chlorblei und 3 At. 
drittelpbosphorsaurem Bieioxyd ist, 

PbCl + 3Pb»P 
4 At. Chlor = 443,3 = 2,64 

4 - Blei = 4294,6= 7,641 ^. 

9 - Bleioxyd = 42554,4 = 74,04[ "«»»«' 

3 - Phosphorsaure = 2662,5 = 45,74 

46954,8 400. 

B, Phosphorsäure und Arseniksäure enthaltend. 

4. Zschopau, Sachsen. Krystallisirt, weiss. Wöhler. 

2. Altai. Gelbe kugelige Massen ; sp. G. s 5,537. Struve. 



Bisen- und Chromoxyd. 



357 



• 

3. Rosiers bei Pontgibaud, Auvergne. Grün und bräunlich, traubig ; sp. G. 
s 6,57. Klaproth. 


4. 


2. 


8. 


Chlor 2,56 
Bleioxyd 80,55 
Phosphorsäure 
Arseniksäure 2,30 

9r: 


2,58 
81,53 
12,90 * 

2,61 


2,59 
75,80 
14.05 

3,83 


Chlor 2,56 
Blei 7,53 
Bleioxyd 72,44 
Phosphorsäure 15,17 
Arseniksäure 2,30 


9. 

2,58 

7,55 

73,40 

12,90 

2,61 





100. 



99,04 



Die Varietät No. 1 würde mithin eine isomorphe Mischung von 1 At. Mimetesit 
ood etwa 40 Ai. Pyromorphit, die No. 8 von 1 und 8 At. sein. 

C. Kalk und Fluor enthaltend (Braunbleierz). 

1. Grube Sonnenwirbel bei Freiberg. Polysphärit. Braune Kugeln und Tro- 
pfen; sp. G. B 6,092. Kersten. 
8. Mies in Böhmen. Traubig; sp. G. s= 6,444. Kersten. 

3. Desgleichen, krystallisirt, sp.G. = 6,983. Kersten. 

4. Bleistadt in Böhmen. Krystallisirt; a) sp.G. =7,009. Kersten. 6) Sp. G. 
B 6,843. Lerch. 

5. England. Krystallisirt. Kersten. 



i. 



2. 



4. 



5. 



Chlor 


2,68 


2,76 


2,50 


Bleioxyd 


72, n 


75,83 


84,33 


Kalk 


6,47 


3,71 


0,43 



2,56 2,47 2,60 
81,46 80,38 82,08 
0,32 0,81 0,32 
Eisenoxydul 0,38 
Eine Berechnung dieser fluorhaltigen Abänderungen ist nur unter der Vor- 
aussetzung statthaft, dass sämmtliches Chlor an Blei gebunden, der beigemischte 
Apatit ein reiner Fluorapaiit sei. Alsdann erhält man : 



r 



Chlor 


2,62] 


Blei 


7,66 


Bleiozyd 


63,92 


Phosphorsäure') 


14,46 


Fluor 


0,43] 


Calcium 


0,46 


Kalk 


5,82 


Phosphorsaure 


4,93 


100. 



. 88,36 



Hl, 64 



i. 
2,76] 

8,06 
67,15 
15,35 

0,25 

0,27 

3 

2 



• 83,32 



,34 f 
!.82) 



6,68 




99,22 



0,78 



iOO. 



100. 



1) Verlust. 



Oder: 



Flaor 


0,43 


0,25 


0,03 


Chlor . 


2,68 


2,76 


2,50 


Bleioxyd 


72,47 


75,83 


84,33 


Kalk 


6,47 


3,71 


0,43 


Phosphorsäure 


19,09 


48,17 


46,28 



100,78 400,72 100,57 
Hiernach sind diese Braunbleierze isomorphe Mischungen von Pyromorphit und 
(Fluor-) Apatit, \ 

n(PbCl + 3Pb»P) + (CaFl + SCa^P), < 

und zwar ist n ungefähr 

= 3 in No. 1 . 
= 6 ,, ,, 2. 
^ 48 ,, ,, 3., 
so dass letzteres gleichwie No. 4 6 und 1 7 (asi reinen Pyromorphil darstellen. 

Nuissierit, ein Mineral von der Grube la Nuissi^re bei Beaiqeu, Depi- 
du Bhöne, worin Barruel fand: 



Chlorblei 


7,65 


Bleioxyd 


46,50 


Kalk 


42,30 


Eisenoxydul 


2,44 


Phosphorsäure 


49,80 


Arseniksäure 


4,06 


Kieselsäure 


7,20 




99,95 


ist wahrscheinlich ein unreiner Pyromorphit. 



Barruel : Ann. Chim. Phys. LXU. J. f. pr. Chem. X, 40. — Bergemann: Chem- 
Unt. d. Min. des Bleiberges. S. 904. — Kerstenx Schvgg. J. LXII, 4. — Klaproth : 
Beitr. III, 4 46. V, 204. — Lerch: Ann. Chem. Pharm. XLY. 818. — G. Rose: Pogg. 
Ann. XLVI, 689. — Sandberger: J. f. pr. Chem. XLVIi, 469. — Struve: Verb, 
d. min Ges. z. Petersb. 4857. — Wo hier: Pogg. Ann. IV, 464. 

Amblygonlt 

Giebt beim Erhitzen etwas Feuchtigkait, welche sauer reagirt und das Glas 
angreift. Schmilzt v. d. L. (schon in der Kerzenflamme, v. K ob eil) sehr leicht 
zur klaren Perle und ertheilt der äusseren Flamme eine gelblichrothe Farbe. 
Wird er gepulvert, mit Schwefelsäure befeuchtet und in der blauen Flamme des 
L. erhitzt, so entsteht eine vorübergehende blaugrttne Färbung. Borax und 
Phosphorsalz lösen ihn sehr leicht und in grosser Menge zu einem klaren farb- 
losen Glase auf. Mit wenig Soda schmilzt er, mit einer grösseren Menge schwillt 
er an und bildet eine unschmelzbare Masse. Mit geschmolzenem Phosphorsalz 
in einer offenen Glasröhre behandelt, entwickelt er FluorwasserstoflEsäure. 
Plattner. 



359 

Als feines Pulver wird er von Chlorwasserstoffsfture schwer, von Schwe- 
felsäure leichter aufgelöst, v. K o b e 1 1. 

Berzelius gab zuerst eine unvollsändige Analyse, und ich habe sodan» 
den grauweissen A. von Amsdorf bei Penig (spec. Gew. s 3,H Breithaupt) 
näher untersucht. 



Ich fand : 



Fluor 


a. 


b. 

8,n 


Pbosphorsäure 
Thonerde 


48,00 
36,86 


47,15 
36,68 


Lithion 


6,33 


7,03 


Natron 
Kali 


5,48 


3,89 
0,43 



c. 



36,89 



Mittel. 


At. 


8,41 


3,4 


47,58 


5,36 


36,88 


5,74 


6,68 


3,70] 




3,89 


0,85 


.4,68 


0,43 


0,07 





102,63 
Hiemach verhalten sich die At. von Fl 



4 02,97 

R : AI : P = 1 : 4,36 : 4,7 : 4,6. Wir 
wollen mit Rttcksicht auf die Schwierigkeiten der Analyse das einfache Yerhält- 
oiss 4 : 4,5 : 4,5 : 4,5 zum Grunde legen. 

Deber die wahrscheinliche Constitution dieser seltenen Verbindung kann 
man verschiedener Ansicht sein. 

Nimmt man an, dass das Fluor mit Aluminium und mit Lithium (Natrium) 
zudem Doppelsalze RFl + AI Fi' verbunden sei, so bleibt 4 At. eines Doppel- 
phosphats SB ft^P* H- M^P^f worin also der Sauerstoff des Lithions (und Na- 
trons) und der Thonerde as 4 : 3, der der Basen und der Säure = 2:3, und 
in den beiden Gliedern as 4 : 3 und 4 : 4 ist. Die Formel 

(RFl 4- AI Fl») + (ft*P» H- Ä1*P») 

giebt bei der Berechnung, wenn man der Analyse gemäss 2 At. Natron gegen 
5 At. Lithion nimmt : 



4 AI. Fluor 

6 - Phosphorsäure 

5 - Thonerde 
3f - Lithion 
4f - Natron 

2 - Aluminium 

^ " Lithium 

f - Natrium 



= 950 = 8,50 
= 5325 = 47,66 
= 3240 = 28,73 
=r 652 = 5,83 
= 554 = 4,96 
s: 342 = 3,06 
= 59 = 0,53 
= 82 = 0,73 



oder: 


Fluor 


8,50 




Phosphorsäure 


47,66 




Thonerde 


34,47 




Lithion 


6,94 




Natron 


5,95 



403,52 



44474 400. 

Als eine Bestätigung dieser Formel dürfte die Erfahrung dienen, dass das Thon- 
erdephosphat Jil^P^ aus der Auflösung des Amblygonits in Schwefelsäure durch 
Ammoniak gefällt wird. 

Berzelius hielt die Verbindung K^P^ für nicht wahrscheinlich, und selbst 
wenn sie als 2ft' ß -i- A P betrachtet würde, sei das letzte Glied schwerlich neben 



360 

basischem Thonerdefdiospliat vorhanden. Er schlug aut Beihahaltmig d«a Atom- 
Verhältnisses den Ausdruck 

(4RF1 + K^P) + (ÄPP» + %JiPP) 

vor, 

G. Rose giebt der Formel 

(AlFl* + A) -h i(ti^P + 2 AP) 

den Vorzug, welche erfordert : 



Fluor 


6,38 s 


6,38 


PhosphoraSore 


48,40 


48,40 


Thonerde 


89,03 


34,83 


Alammiam 


3,10 




LitbioD 


7,06 


7,05 


Natron 


6,04 


6,04 



400. 402,70 

Diese sonst einfache Formel enthalt zu wenig Fluor. 

Eine Wiederholung der Analyse des Amblygonits ist la wflnscheny 

weil die Thonerde' der Berechnung nicht gut entspricht. 

Berzelius: Gilb. Ann. LXV, S94. Jahresb. XXVI, S7S. — Baanmalabergi 
Pogg. Ann. LXIV, ass. — G.Rose : Mineralsyst. TS. 

■ 1 

4. Yerbindangen mit Sulfaten. 

Diadochit 

Giebt beim Erhitzen sauer reagirendes Wasser. Ffirbt v. d. L. die Flamme 
grttn, bläht sich etwas auf und schmilzt nur an den Ecken zu einer schwarzen 
wenig magnetischen Fritte. 

Durch Erhitzen mit Wasser lOsen sich 42,6 p. C. Schwefelsäure , jedoch 
kein Eisenoxyd auf. R. 

P 1 a 1 1 n e r hat diesen von Breithaupt unterschiedenen Sinter von Ams- 

bach bei Schmiedefeld am ThUringerwald untersucht, und ich habe den Gehalt 

an Schwefelsäure bestimmt. 

P. Sauerstoff. R. 

Phosphorsäure 4 4,82 8,29 

Schwefelsäure 45,44 9.08 44,9 

Eisenoxyd 39,69 44,94 

Wasser 30,35 as,98 

Tool 

Die Sauerstoffmengen sind = 5 : 5,46 : 7,8 : 46,3. Setzt man dafllr 5 : 6 
7,5 : 46, so enthält die Substanz 2 At. Phosphorsäure, 4 At. Schwefelsäure, 
5 At. EiscDoxyd und 32 At. Wasser, und lässt sich als eine Verbindung von 
Zweineuntel-Phosphat und Zweidrittel-Sulfat ansehen, 

(?e»P* + 2?eS*) + 32 aq. 



361 

i At. Pbosphorsäure &> 4775 sr 44,34 

4 - Schwefelsäure s= 2000 =s 46,46 

5 - Eisenoxyd ^ 5000 = 40,40 
32 - Wasser = 3600 = 29,40 

42375 400. 
rch Wasser wird das basische Sulfat zersetzt, % ^er Säure werden frei. 
eS^ zerfallen mithin in l^e'S und 5 Ät. freie Säure. • 

Breithaupt; J. f. pr. Ch. X« 501. — Plattner: Privatmittheilung. 

Svanbergit. 

Giebt beim Erhitzen stark saures Wasser. Entfärbt sich v. d. L. 'und 

Dilzt nur in dünnsten Splittern. Giebt mit Soda auf Kohle eine Hepar, und 

mt, mit Kobaltsolution befeuchtet und geglüht, eine schon blaue Farbe an. 

Löst sich in Säuren theilweise ; der weisse Rückstand zeigt beim Glühen 

Feuererscheinang. 

Dieses Mineral wurde von IgelstrOm als Begleiter von Lazulith am Horr- 

Brg in Wermland entdeckt und untersucht. Sein sp.G. ist » 3,30, und 

dKrystalle sind nach Dauber würfelähnliche Rhomboeder, gleich denen 

Beudantits, spaltbar nach der Endfläche. 

Sauerstoff. 
Phosphorsäure 47,80 4o,08 5 

Schwefelsäure 47,32 4oj9 5,2 

Thonerde 37,84 47,67 8,8 

Kalk 6,00 4,74 1 

Eisenoxydul 4,40 0,84 15,80 s,6 

Natron 42,84 8,I8J 

Wasser 6,80 8,o4 8,o 

Tool 

lificirt man das Verhältniss =:= 5 : 6 : 9 : 3 : 3, so könnte man sich den S. 



(2*S}'P + 2Äi»S») + 6aq. 



ken, wodurch sich das Freiwerden von Schwefelsäure beim Erhitzen er- 
ren würde. 

4 At. Phosphorsäure = 887,5 = 46,82 

2 - Schwefelsäure =: 4000,0 = 4 8,95 

3 - Thonerde =: 4926,0 = 36,50 

4 - Kalk SS 350,0 =r 6,63 

2 - Natron = 775,0 = 4 4,69 

3 - Wasser = 337,5 = 6,44 

5276,0 400. 
Atg. = 40552. 



3« 



Das Miiienl scfaeäit ein Prodnkl der Emwirkng 

auf LazoUtli zo sein. 

Damber: Pofg. Aj». C, S79. * Igelstr^a: 
UIV,t»l. 



B. Ton Cork in Irland: Gidbl beim ErfciCien 
roCby ist T. d. L. unschmelzbar, entwickch anf Kahle 
giebc einen gelben Beschlag; mit den Flüssen reagirt « 
Kiqrfer : mit Soda redncirt, giebt er BleikOrner and Eiseafittar m 
xen Schlacke. B. 

B. Ton Dernbach. Schmilzt ¥. d. L. anf Kahl» 
za einer Bleikamer enthaltenden schwarzen hqiatiachan TtrhIaAn F. Sai 
berger. 

B. Ton Borrhansen verhalt sich ebenso, nnr 
Blasen Arsenikgemdi. S. 

An Wasser giebt er nichts Lösliches ab. In 
beim Kochen langsam aoflöslich; die rothgelbe AnflOanng 
Chlorblei ab. (Nach Percy und Sandberger ist er in 
aoflOslich). Von Salpetersäure wird er nidit angegriSn. 
beim Kochen bräunlich, und zieht Phosphorsflure aus. 

Wollaston gab in diesem von Levy bestimmten Kneral 
Bleiozyd an. Neuere Analysen rühren von Percy, R. Müller nnd von 
her. 

4 . Dernbach bei Montabaur in Nassau. GrOne scharfe Bhomboeder; 8p.&. 
= 4,0048. (F. Sandberger). R. Müller. 

2. Glendone bei Cork, Irland. Grüne würfelahnliche Rhomboeder; sp.G« 
= 4,295. Rammeisberg. 

3. Horrhausen in Rheinpreussen. Krystalle wie die vorigen, a) Percf« 
b) Müller. 






a. 


4. 
b. 


c. 


Mittel 


i. 

a. 


b. 


Schwefelsäure 




4,53 


4,69 


4,61 


13,55 


13,96 


Phospborsaure 

Arseniksäure 

BIcioxyd 

Kupferoxyd 

Eisenoxyd 


43,49 
Spur 
25,74 
Spur 
44,70 


13,21 
43,80 


12,96 
28,11 
43,84 


13,22 

Spur 

26,92 

Spur 

44,11 


9,73 
0,37 

22,981 
2,45/ 

40,42 


8,81 
0,10 

27,57 

40,96 


Wasser 


11,44 






11,44 


9,77 












100,30 


99,27 






4) S. auch Nephclin. 

2) Andere Versuche gaben 42,39-49,40 S; 8,00 P, 0,31 As, 30,85 Pb, 38J4 Pe. 



363 







*. 






a. 




b. 


Schwefelsflure 


*i,'3i 


12,35 


1,70 


Phosphorstture 


1,46 


— 


2,79 


Arseniksäure 


9,68 


13,60 


12,51 


Bleioxyd 


24,47 


29,52 


23,43 


Eisenoxyd 


4S,46 


37,66 


47,28 


Wasser 


8,49 


8,49 


(12,29) 



98,87 101,61 100. 

Das^ unier den Krystallen von Horrhausen auch solche vorkommen, welche 
nur sehr wenig Arseniksäure, dagegen überwiegend Phosphorsäure enthalten, 
fand ich durch qualitative Proben. 

Die Differensen der Analysen rühren von der Schwierigkeit her, das seltene 
Mineral frei von der Unterlage von Brauneisenstein u. s. w. zu erhalten. (Die 
schwarze traubige Masse, auf welcher die Kry stalle von Horrhausen aufsitzen, 
ist ein EisMisinter, der 79,65 Eisenoxyd, 6,76 Phosphorsäure, 0,87 Schwefel- 
sftore und 18,78 Wasser enthält). 

Die Sauerstofltaiengen sind : 

S :P{Xs): f b : ?e : ä 
I. M. 2,76 : 7,34 : 1,93 : 13,23 : 10,16 = 1,9 : 5 • 1,3 : 9,0 : 6,9 
9. M. 8,26 : 5,10 : 2,21 : 12,21 : 8,68 = 8,3 : 5 : 2,1 : 12,0 : 8,5 
3 o.a. 7,39 : 4,18 : 1,75 : 12,74 : 7,55 = 8,9 : 5 : 2,1 : 15,2 : 9,0 
ß. 7,41 : 4,72 : 2,11 : 11,29 : 7,55 = 8,0 : 5 : 2,2 : 12,0 : 8,0 
36. 1,02 : 5,90 : 1,68 : 14,18 : 10,92 = 0,9 : 5 : 1,4 : 12,0 : 9,3 

Einen besseren Ueberblick gewinnt man^ wenn der S. der Phosphor- und 
Arseniksäure ss 1 5 gesetzt wird : 

1. = 5,7 : 15 : 3,9 : 27,0 : 20,7; vielleicht 6 : 15 : 4 : 27 : 21 

2. = 24,9 : 15 : 6,3 : 36,0 : 25,5 ,, 24 : 15 : 6 : 36 : 25 
3 a. a. = 26,7 : 15 : 6,3 : 45,6 : 27,0 ,, 27 : 15 : 6 ; 45 : 27 

ß. SS 24,0 : 15 : 6,6 : 36,0 : 24,0 ,, 24 : 15 : 6 : 36 : 24 

36. = 2,7 : 15 : 4,2 : 36,0 : 27,9 „ 3 : 15 : 4 : 36 : 27 

Sandberger glaubt aus den Analysen 1 und 3a. eine Formel ableiten 
zu können, in welcher das Sauerstoffverhältniss = 3 : 20 : 4 : 27 : 24 

= 2% : 15 : 3 : 20 V* : 18 

ist, die daher den Analysen gar nicht entspricht. 

Weitere Versuche mit reinem Material können allein über die Zusammen- 
setzung des B. entscheiden und darthun, inwieweit er dem Svanbergit analog 
zusammengesetzt ist, dessen Krystallform er nach Dauber besitzt. 

Percy: Phil. Mag. III Ser. XXXVII, 464. — Rammelsberg: Pogg. Ann. C, 584. 
— Sandberger (Müller): Ebendas. C, 64 4. — Wollaston: Ann. of Phil. N. S. 
XI, 494. Pogg. Ann. VI, 497. 



364 

5. Verbindungen mit Vanadaien. 

(S. Vanadate und Kupferoxydphosphate). 

M. Aneniate/) 

1. Wasserfreie. 

Berzeliit. 

Färbt sich beim Erhitzen grau, und ist unschmelzbar v. d. L. 

Löst sich in Salpetersäure auf. 

Nach Kuhn enthält der B. von Langbansbytia: 





8. 


S. 


b. 


£ 


• 


Arseniksäure 


58,51 


SO.SI 


56,16 


4»,6t 


Kalk 


83,88 


6,61 


80,96 


»,•• 




Magnesia 


15,68 


6,37 >48,S8 


15,61 


«•>♦ 


>4t.40 


Manganoxydul 


2,13 


0,48j 


4,86 


0,»7 




Wasser 


0,30 




8,95 




1,61 



99,84 400,84 

Der Sauerstoff der Säure und der Basen ist in beiden Fällen k 3|3 : 5, was 
dem Verhältniss 1 : 1 % ganz nahe kommt. Demnach wäre der B. 

A*^Äs» = A*ls + 2A«Äs. 

Vielleicht ist aber in der That das einfache Verhältniss 3 : 5, und demgemass 

die Formel 

Ca'As + »g'Äs 

richtiger; was um so mehr durch Versuche zu bestätigen ist, als die zweite Ana- 
lyse auf ein Hydrat hindeutet, 

ft«<»Äs» + 2aq. 
Kühn: Ann. Chem. Pharm. XXXIV, 244. 

Nickelarseniat« 

Bergemann fand zwei wasserfreie Verbindungen von Ärseniksäure und 
Nfakaloxyd, neben krystallisirtem Nickeloxyd und metallischem Wismuth an 
^fiiMDi Gongvorkommen von Johann-Georgenstadt auf. 

r Galbos Arseniat, amorph, sp. G. = 4,988. Giebt beim Erhitzen 
HJrlitM Fluchtiges, vorhält sich sonst wie Nickelblttthe. Wird von Säuren schwer 



Sauerstoff. 

ArHcniksäure 50,53 47,54 = 5 

Nickoloxyd 48,24 
Kohultoxyd 0,21 

Kupfcroxyd 0,57 o,4 4 

WiMmulhoxyd 0,62 o,06 



4 0,4«] 



68 308 



400,17 
9 iiornorphon Mischungen mit Phosphaten (VanadatenJ. 



365 
Es ist also drittel-arseniksaures Nickeloxyd, 

4 At. Arseniksäure » U40,0 = 50,91 
3 - Nickeloxyd = 4388,4 = 49,09 

2828,4 4 00. 

II. Grünes Arseniat, krystallinisch, sp. G. = 4,838. Unschmelzbar 
V. d. L., verhalt sich sonst wie NickelblUthe. Wird gleichfalls durch Säuren 
wenig angegriffen. 

Sauerstoff. 



Arsenikstture 


36,67 


Phosphorstture 


0,U 


Nickeloxyd 


62,07 


Kobaltoxyd 


0,54 


Eupferoxyd 


0,34 


Wismutboxyd 


0,24 



0,07] 



78 



48,44 

•'^^>48,6I 5,8 
0,07 

0,0S' 
99,90 

Hiernach scheint es ein fttnftel-arseniksaures Nickeloxyd zusein, 

I^iȀs. 
1 At. Arseniksäore s U40 » 38,09 
6 - Nickeloxyd =: 2314 « 61,91 

3754 100. 
Bergemann: J. f. pr. Chem. LXXV, S89. 

CJarminspath. 

Beim Erhitzen unveränderlich. Schmilzt v. d. L. auf Kohle unter Ent- 
^'«^ong von Arsenikdämpfen zu einer grauen Schlacke, und reagirt mit den 
Rossen auf Blei und Eisen. 

Ist in Säuren mit gelber Farbe auflöslich. Kalilauge zersetzt ihn theilweise, 
lud zieht Arseniksäure aus. 

Pr. Sandberger fand dieses seltene Mineral zuHorrbausen imSaynschen, 
und Malier gab neuerlich eine Analyse desselben (sp. G. s=s 4,105). . 

Sauerstoff. 
Arseniksäure 49,11 47,05 
Eisenoxyd 30,29 9,09 

Bleioxyd 24,55 4,76 

103,95 

I^r Deberschuss erklärt sich aus der kleinen Mengen des sehr seltenen Minerals. 

mit welcher die Versuche ausgeführt wurden. 

Der Sauerstoff bildet das Verhältniss 5 : 2% : %. Setzt man dafUr 5 : 

i% : Vt =^ 30 : 15 : 3, so besteht der G. aus 3 At. Bleioxyd, 5 At. Eisenoxyd 

Qüd 6 At. Arseniksäure, welche man als 

Ph^Äs + 5PeAs 
denken kann. 



) 



366 

6 At. Arseniksäure = 8640 == 48,48 
5 - Eisenoxyd s 5000 » 28,05 
3 - Bleioxyd » 4484 « 23,47 



47824 100. 
Fr. Sandberger: Pogg. Ann. LXXX. »94. CHI, 846 

2. Hydrate. 

Haidingerit. 

Verhält sich wie Pharmakolith. Enthält nach Turn er : 

Satterstoff. 
Arseniksäure 56,87 49,7» 5 
Kalk 28,84 s.ia tj 

Wasser 4 4,32 4«,7» a.t 

400. 
Unter Annahme des Verhältnisses 5:2:3 ist der H. halbarseniksai 
Kalk mit 3 At. Wasser, 

Ca^Xa "h 3aq. 

4 At. Arseniksäure m: 4 440,0 « 58,42 

2 - Kalk a 700,0 « 28,26 

3 - Wasser b 337,5 » 48,62 



S. den folgenden. 



2477,5 400. 



Pharmakolitk 



Giebt beim Erhitzen Wasser, schmilzt v. d. L. zu einem weissen E 
entwickelt auf Kohle Arsenikdampf, und hinterlässt gewöhnlich eine durct 
halt bläulich gefärbte Hasse. Auch mit den Flüssen reagirt er auf Arsenik 
in der Regel auf Kobalt. 

Leicht auflOsIich in Säuren. 
4. Wittichen im Schwarzwald. Klaproth. 

2. Andreasberg am Harz. John. 

3. Fundort unbekannt. Turner. 

4. GlUcksbrunn im Thüringerwald. Rammeisberg. 



i. 


a. 


8. 


4. 


Arseniksäure 50,54 


45,681 
27,28| 


79,0< 


51,58 


Kalk 25,00 


23,59 


Kobalt- u. Eisenoxyd — 






1,43 


Wasser 24,46 


23,86 


20,99 


23,40 



400. 96,82 400. 400. 

Der Sauerstoff der Säure, der Basis und des Wassers ist hiernach ^ 5 : i 
so dass der Ph. halb arseniksaurer Kalk mit 6 At. Wasser ist, 

Ca* Äs -♦- 6aq. 



367 

4 At. Arseniksaure = U40 = 51,16 
2 - Kalk = 700 = 24,87 

6 - Wasser = 675 = 113,97 

2845 400. 

JobD: Chem. Unt. II, W. Gehlens J. III, 587. — Klaproth: Beitr. III, S77. 
Rammelsberg: Pogg. Aon. LXII, 150. — Turner: Ebendas. V, 488. 



Pikrophannakolith« 

Verhält sich wie der vorige. 

8tr om e ye r fand in dem Mineral von Riecheisdorf in Hessen : 

Sauerstoff. 
Arseniksäure 46,97 46,80 6 

Kalk 24,65 7,04] 

Magnesia 3,22 i^ssi 8,54 t,6 

Kobaltoxyd 4,00 0,24] 

Wasser 23,98 i4,8i 6,0 

99,82 

Die Analyse entspricht zwar, wenn man das Sauerstoffverhai tniss 5 : 2,5 : 6 
uuiimmty der Formel 

Mnewohl es leicht sein könnte, dass bei der Analyse die Trennung der Säure 
ron dm Basen nicht ganz vollständig gewesen, und das Mineral ein magnesia- 
»Itiger Pharmakolith, 

^^X + 6aq 

Wäre. 

Stromeyer: Gilb. Ann. LXI, 485. 



Niekelblflthe. 

Giebt beim Erhitzen Wasser, v. d. L. auf Kohle Arsenikdämpfe, wobei er 
in der inneren Flamme zu einer schwarzgrauen Kugel schmilzt, welche, mit 
^rax im Oxydationsfeuer behandelt, bisweilen auf Kobalt reagirt. 

Ist in Säuren auflöslich. 

^> Allemont im Dauphin^. Bert hier. 
^- Camsdorf bei Saalfeld. Döbereiner. 
^' Riecbelsdorf in Hessen . Stromeyer. 

^- Schneeberg in Sachsen, und zwar a) vom Gottes Geschicken stehenden 
Gange, 6) von Adam Heber, c) vom weissen Hirsch. K ersten. 





4. 




a. 


b. 


e. 


38,30 


38,90 


37,81 


36,80 


35,00 


36,10 


1,53 


— 


— 


— 


8,81 


4,10 


83,91 


84,08 


fi3,98 



368 

I. t. s. 

Ärseniksaure 36, 8i -. 36,97 

Nickeloxyd 36,2/ ^^ I _ ,^ 

Kobaltoxyd 2,5 f ^^'^^ 

Eisenoxydul — — 4,02 

Wasser 25,5 25 24,43 

400. 100. S 0,23 99,94 400,43 98,33 

400. 

In der N. verhält sich, gleichwie in der Kobaltblttthe, der Sauerstoff Yon Bariii 

Säure und Wasser s 3 :'5 : 8. Sie besteht daher aus 3 At. Nickeloxyd, 4 AL 

Arseniksäure und 8 At. Wasser, und ist als eine Yerbindong von 4'At. drit- 

tel-arseniksaurem Nickeloxyd mit 8 At. Wasser su betrachten, 

Ni*^+ 8aq. 
4 At. Arsenikstfure s 4440,0 s 38,62 
3 - Nickeloxyd » 4388,4 « 37,24^ 
8 - Wasser « 900,0 « 24,4 4 

3728,4 400. 
Berthier: Ann. Chim. Phys. XIII, 5t. Schwgg. J. XXVin, IS9. — Döbereintr: 
Schwgg. J. XXVI, 170. « Kerstan: Pogg. Ann. LX, 164. ^ Stromeyert SefaVH- 
J. XXV, WO. 

KobaltblMbe. 

Giebt beim Erhitzen Wasser und wird blau oder (v^enn eiseiilialtig) gH^t 
und braun. Verbreitet v. d. L. auf Kohle Arsenikdämpfe und schmilst tu einer 
schwarzgrauen Kugel von Arsenikkobalt, die mit den Flössen auf das letitere 
reagirt. 

Löst sich in Säuren mit rother Farbe auf ; nur die Auflösung in oonceo* 
trirter Chlorwasserstoffsäure ist blau und wird beim Verdünnen roth. KaK* 
lauge bewirkt eine theilweise Zersetzung, färbt das Pulver schwärzlich, sich 
selbst aber blau. 

4. Allemont, Dauphine. Lau gier. ^ 

2. Riecheisdorf, Hessen. Bucholz. 

3. Grube Wolfgang Haassen bei Schneeberg. Krystallisirt. K ersten. 

4. Rappold Fundgrube bei Schneeberg. Pfirsichblttthroth, sp. 6. s 2,948. 
Kersten. 

5. Daniel Fundgrube bei Schneeberg. Hellrolhe kugelige Aggregate. Kersten. 

6. Joachimsthal, Böhmen. Lindaker. 





<. 


1. 


8. 


4. 


s. 


6. 


Schwefelsäure 












0,86 


Arseniksäure 


40,0 


37 


38,43 


38,30 


38,40 


36,42 


Kobaltoxyd 


20,5 


39 


36,52 


33,42 


29,49 


23,75 


Nickeloxyd 


9,2 


— 






— 


U,26 


Eisenoxydul 


5,5 


— 


i,(H 


4,04 


— 


3,54 


Kalk 


— 


— 





— 


8,00 


0,42 


Wasser 


24,5 


22 


24,40 


24,08 


23,90 


23,52 



99,7 98 400,06 99,84 99,49 99,74 



369 

er Sauerstoff der Basen, der Säure und des Wassers ist ss 3 : 5 : 8. Die K. 
t mithin drittel arseniksaures Kobaltoxyd mit 8 At. Wasser, 

Co* As -♦- 8aq. 

4 At. Arseniksfiure = U40 3= 38,25 

3 - Eobaltoxyd = U25 » 37,85 

8 - Wasser t = 900 « 23,90 

3765 400. 
liorzu traten meist die entsprechenden Arseniate von Nickeloxyd, Eisenoxydul 
ind Kalk. So ist 

No. 1 = 8 Oo : 5 Ni : 3 1^6 

- 4 = 15 Co: 2 ^e 

- 6 = 5C0 : 2 Ca*) 

- 6 SS 6 Co : 3 l^i : l^e 

l6Mfb686hUg ist gewöbnlicb elD Gemenge von Kobaltblttthe und Arsenikblütbe (arse- 
liger S.), von denen letztere durch Erhitzen fortgebt oder durcb Wasser ausgezogen werden 
ten. 

4. Grube Wolfgang Maassen, Sebneeberg. Kersten. 

I. Grube Markus Rdhling, Annaberg. Derselbe. 



Arsenige Stture 
Arsenlkstture 


4. 

64,0 

49,4a44,4 


6. 

48,40 

60,00s86,7 


Kobaltoxyd 

Bisenozydul 

Wasser 


46,6 67,6 

6,4 6.0 

44,6 i^O 


48,80 86,8 
46,48 64,0 



400,7 400. 98,68 400. 

Bucholz: Gehlens J. IX, 808. — Kersten: Pogg. Ann. LX, 284^ — Laugier: 
Moni, du Mus. IX, 666. — Lindaker: Vogl Joachimsthal. 460. 

KOttigit. 

Verhält sich ähnlich der Kobaltblüthe, giebt aber mit den FlUssen Kobalt- 

ind Nickelreaktion und mit Soda auf Kohle einen Zinkbeschlag. 

Löst sich in Säuren auf. 

Diese Sinterbildung aus der Grube Daniel bei Schneeberg enthält nach 

(Ottig: 

Sauerstoff. 
46,9 

6,06| 

4,45i 7,9 

0,48) 

60,8 

100. 

h das Sauerstoffverhältniss wie in der Nickel- und KobaltblUthe, so ist der K. 
»De isomorphe Mischung von drittel arseniksaurem Zinkoxyd mit 



Arseniksäure 


37,47 


Zinkoxyd 


30,58 


Kobaltozyd 


6,91 


Nickeloxyd 


2,00 


Wasser 


83,40 



4) Dies istvielleloht der Rose lit von Levy. 
RiBBelfberir^f MlDcralcheiDie. 24 



370 

8 Ai. Wasser und von den entsprechenden Arseniaten des Kobalts und Nickels, 
annähernd 



(J! i As -♦- 8 aq) -♦- 3(Zn'Äs -♦- 8aq). 



Köttig: J. f. pr. Ghem. XLVIII, 488. 156. 

Lavendlllail, ein Mineral vouAnnaberg, Sacbsen, welches nach Plattner beim Erhitna 
Wasser giebt, v. d. L. leicht schmilzt, dabei die Flamme blau färbt» nach dem Abkflhka 
krystallinisch wird, auf Kohle im Reduktionsfeuer Arsenikdämpfe giebt, und mit den Flfif- 
sen auf Kobalt reagirt. Scheint ein wasserhaltiges Arseniat von Kobalt-, Nickel- aifd Kopfiv- 
oxyd zu sein. 

Breithaupt: J. f. pr. Chem. X, 505. 

Skorodit« 

Giebt im Kolben Wasser und wird gelblich^). V. d. L. auf Kohle ent- 
wickelt er Arsenikdumpfe und schmilzt im Reduktionsfeuer zu einer graoeo 
glanzenden Schlacke, welche bei der Behandlung mit Fldssen auf Arsenik imd 
Eisen reagirt. 

Löst sich in Ghlorwasserstoffsäure mit brauner Farbe auf, wllbrend Salpe- 
tersäure ihn kaum angreift. Wird von Kalilauge unter Abscheidung von brau- 
nem £isenoxyd zersetzt, auch von Ammoniak tbeilweise aufgelöst. 

Die erste richtige Analyse des Sk. (aus Brasilien) verdanken wir Berie- 
lius, worauf G. Rose die Identität dieses und des sächsischen Sk. nachwies, 
welchen Ficin US früher schon, jedoch unrichtig, untersucht hatte. Durch 
Damour's spätere Versuche ist die Abwesenheit des Eisenoxyduls im Sk. fest- 
gestellt worden. 

1. Graul bei Seh warzenberg, Sachsen. Damour. 

2. Vaulry, Dpt. Haute-Vienne. Krystallisirt, sp.G. = 3,H. Damour. 

3. Comwall. Damour. 

4. Antonio Pereira, Brasilien. Sp.G. = 3,18. a) Berzelius. 6) Damour. 

5. Loaysa bei Marmalo, Neu-Granada. Boussingault. 





i. 


2. 


3. 


4. 
a. 


b. 


5. 


Phosphorsäure 








0,67 






Arseniksäure 


52,16 


50,95 


51,06 


50,78 


50,96 


49,6 


Eisenoxyd 


33,00 


31,89 


32,74 


34,85 


33,20 


34,3 


Wasser 


15,58 


15,64 


15,68 


15,55 


15,70 


16,9 



100,74 98,48 99,48. 101,85 99,86 100,8 
Im Sk. ist der Sauerstoff des Eisenoxyds, der Arseniksäure und des Was-* 
sers = 3 : 5 : 4, so dass er drittel arseniksaures Eisenoxyd mit 4 At* 
Wasser ist, 

PeÄs -♦- 4aq. 

4) Nach Berzelius und Plaltner giebt der Sk. von Seh warzenberg beim ErhiUea 
-•« Sublimat von arseniger S., was nach G. Rose von beigemengtem Arsenikkies herrührt. 



371 

I At. Arseniksäure s U40 = 49,84 
I - Eisenoxyd =s 1000 = 34,60 
4 - Wasser = 450 = 15,56 

2890 100. 

Der Ueberschuss der Analyse hatte Berzelius zu dem Glauben veranlasst, 
dass beide Oxyde des Eisens vorbanden wären. 

Eine grttnliche stalaktische Sinterbildung von Nertschinsk, in welcher He r- 
mann: *48,05 Arseniksäure, 36,41 Eisenoxyd und 15,54 Wasser fand, ist hier- 
sach ebenfalk Skorodit, oder wenigstens dieselbe Verbindung. 

Berzalins: Jahresb. V, SOS. — Boussingault: Aun. Chim. Phys. XLI, 807. 
Sehwgg. J. LYI« 480. ^ Dam cur: Ebendas. 111 S6r. X. ^ Ficinus: Schwgg. J. 
XXXIV, 198. — Hermann: J. f. pr. Cham. XXXIII, 95. — G.Rose: Elem. d. 
byat. 465. 

Elsensinter (z. Th.]. 

Bin weisser Eisensinter vom tiefen FUrstenstoUen bei Freiberg erhält nach 
lersten: 

Sauerstoff. 
Arseniksäure 30, S5 4o,5o 

Eisenoxyd 40,45 41,48 

Wasser 88,50 95,88 

99,20 ' 

Da dieSauerstofi^roportionen s 5 : 6 : 12 sind, so wUrde dieser Sinter sech- 
stelarseniksaures Eisenoxyd, und durch 

Fe^Äs + 12aq 
IQ bezeichnen sein. 

1 At. Arseniksäure =s 1440 = 30,05 

2 - Eisenoxyd = 2000 = 41 ,78 
12 - Wasser = 1850 = 28,17 

4790 100. 

K ersten: Schwgg. J. LIII, 476. 

t 

Warfelen. 

\ 

Giebt beim Erhitzen Wasser und wird roth. Verhält sich im übrigen wie 

[ Skorodit. 

\ Ist in Chlorwasserstoffsäure auflöslich. Wird von Kalilauge schnell röth- 
• Kchbraun gefärbt und grösstentheils zersetzt, (v. Kobell). 

Schon von Bindheim, Ghenevix undKlaproth geprüft, wurde das 
W. aas Comwall später von Berzelius analysirt. 

24* 



t 



372 







Saaerstoff. 


Arseniksaare 
Phospborsäure 


iO,9S 
2,57 




Eisenoxyd 


39,90 


Il,f7 


Kupferoxyd 


0,66 


•,IS 


Wasser 


18,94 


IS, 14 



••i 



I02,99<) 
Der Deberschuss von 3 p.G. deutet auf einen Fehler in der AnalfM, denn De- 
tails nicht bekannt sind. 

Wenn man die kleine Menge Kopferoxyd als Co* As in Ahmg bringt^ so ii( 
der Sauerstoff von Saure, Bato und Wasser as 5 : 3,9 : 5. Nimmt man 5:4:5 
an, so ist das W. viertel arseniksaures Eisenoxyd mit 45 At. Wai- 
ser, dem -^ des isomorphen Phosphats beigemischt ist, 

ff At. Arseniksaure s 3927 s 39,84 

^ - Phosphorsaure » S42 » S,46 

4 - Eisenoxyd » 4000 =r 40,58 

45 - Wasser « 1687 = 47,18 

9856 400. 
Schreibt man die Formel 

3(fEeJls + 4aq) +Fea' 
so ist das erste Glied Skorodit. 

Berzelius hatte lediglich aus dem Ueberschuss bei der Analyse gesddoi- 
sen, dass das Würfelerz beide Oxyde des Eisens, der Formel I 

(Pe'Äs -♦- Pe«Äs*) + 48aq 

gemäss enthalte. Allein obgleich die Untersuchung mit Rücksicht hierauf nicht 
wiederholt ist, scheint doch aus dem Yeiiialten des W. gegen Kalilauge hervor- 
zugehen, dass es kein Eisenoxydul enthält. 

Der Beudantit von Horrhausen wurde eine Zeitlang fbr Wttrfeiers gehal- 
ten. Sollte es dort neben demselben dennoch vorkommen, und die so abwei- 
chenden Resultate hervorgerufen haben? 

Berzelius: Jahresb. IV, U4. — Biodheim : Beob. a. Entd. d. Ges. nat Fr. za 
Berlin. IV, 874. ^ Chenevix: Phil. Transact. 4801. 199. ^ Klaprothi Beitr. UI, 
194. 

Arseniosiderft. 

Giebt beim Erhitzen Wasser und ist v. d. L. leicht schmelzbar. Giebt die Re- 
aktionen des Arseniks und Eisens. 



) Nach Abzug von 4,76 Bergart. 



373 

Wasser riebt aus dem Pulver des A. nichts ans. Ghlorwasserstoffsäare 
löst es leicht auf. 

DerA. von LaRoinan^che bei MA^on ist von Dufrönoy und später von 
mir untersucht worden. Sp. G. s 3,52 D., 3,88 R. 





Dofr^noy. 


Ramme 


Isberg. 
b. 

37,36 


Arseniksaure 


34,26 


39,'l6 


Eisenoxyd 


41,31 


40,00 


38,31 


Hanganozyd 


1,29 


Spur 


Spur 


Kalk 


4,83 


12,18 


12,08 


Kali 


0,76 


< 


1 


Kieselsaure 


4,04 





3,57 


Wasser 


8,75 


8,66 


8,68 



98,84 400. 100. 

Die KieselsKure scheidet sich, wie ich gefunden habe, beim Auflösen des 
A. in Chlorwasserstoffstture, gallerartig aus, so dass sie in Form eines nicht 
^ter bestimmbaren Silikats vorhanden ist. Die Probe, von welcher die Ana- 
lyse a gemacht wurde, enthielt jedoch nur eine Spur von jener. In ihr ist der 
Sauerstoff von 

Xs : fe : Ca : fi 
» 13,59 : 12,0 : 3,48 : 7,69 =- 5 : 4,4 : 1,3 : 2,8. 
Seilt man statt dessen S : 4,5 : 1,5 : 3, so lässt sich der A. als 

(Ca* Äs -♦- Pe*Äs) -♦- 6aq 
betmchten. 

2 At. Arseniksäure = 2880 = 37,87 

3 - Eisenoxyd ss 3000 = 39,45 
3 - Kalk == 1050 r=r 13,80 
6 - Wasser = 675 = 8,88 

7605 100. 

Dnfr^noy: Gompt. rend. XVI, SS. J. f. pr. Chem. XXVIII, 315. — Rammels- 
berg: Pogg. Ann. LXVIII, 508. 



Kupferoxydarseniate. 

h Trichalcit. 

Ein äusserlich dem Eupferschaum ähnliches Mineral, welches auf sibiri- 
' schem Pahlerz sich gefunden hat. 

' Decrepitirt beim Erhitzen sehr heftig, färbt sich dunkelbraun und giebt 
i M Wasser. Schmilzt v. d.L. zu einer Perle, und wird auf Kohle in der inneren 
Ramme unter Entwicklung von Arsenikdämpfen zu kupferrothen Körnern re- 
«^Ucirt. 

Löst sich leicht in Säuren auf. 



374 



Nach Hernann anthih dies voo 


ihm entdeckie tupfcrsri 




Ssaerstoff. 


ArMDikaiire 38,73*) 


«.♦»\,.„ 


PhoapboreSare 0,67 


M7f 


Kupfemyd 44,19 


S,M 


Wasser 46,41 


<4.U 


400. 




Der Sauerstoff von Basis/ Saure und Wasser ist » 3,S : 5 : 5, 



3:5:5. Dann besteht der T. aus 4 At. Arsenikslure, 3 At. Knpisrozyd und 
5 At Wasser, 

Cu'As + 5aq. 

4 At. Arsenikstture » 4440,0 » 44,S3 
3 - Kupferoxyd ■■ 4489,8 ■■ 49,66 

5 - Wasser « 569,5 « 46,44 

3499,3 400. 
Hermann: J. f. pr. Chem. LZXIII, Sit. 

IL Olivenlt. 






Giebt beim Erhitzen Wasser, schmiki v. d.L. und ftii>t & losaera PlamiBe 
blaugrün ; die flüssige Masse wird beim Erkalten kryslallinisch. Auf Keiile I 
schmilzt er mit Detonation und unter Entwicklung von ArsenikdlmpliBn wß mmm 1 
äusserlich braunen, innen weissen, sprtfden Regulus : wird derselbe mit Blei 1 
zusammengeschmolzen, von der Schlacke getrennt, und mit Borsäure behandell, \» 
so erhalt man ein Kupferkom. Nach Damour wird er beim Erhitien grOn, 
zuletzt grauschwarz, und hinterlässt v. d. L. auf Kohle zuletzt ein dehnbares 
Kupferkom, welches innen grau ist. 

Ist in Säuren und auch in Ammoniak (mit blauer Farbe) auflOsUch. Kali- 
lauge zersetzt ihn beim Erhitzen unter Abscheidung von Kupferoxyd. 

4. Carrarak in Comwall. Nadelfdrmig. Klaproth. 

9. Comwall. a) Richardson. 6) Krystallinisch. v. Kobell. c) Sp.G. :s 

4,435. Hermann, d) Sp. G. s 4,378. Damour. 
3. Comwall (Holzkupfererz). Faserig, sp. G. =: 3,913. Hermann. 

i. t. s. 







•• 


b. 


c. 


i. 




Arseniksäure 


45,00 


39,86 


36,71 


33,50 


34,87 


40,50 


Phosphorsäure 


— 


— 


3,36 


5,96 


3,43 


1,00 


Kupferoxyd 


50,62 


56,42 


56,43 


56,38 


56,86 


51,03 


Eisenoxydul 


— 




— 


— 


— 


3,64 


Wasser 


3,50 


3,73 


3,50 


4,16 


3,78 


3,83 




99,18 


100. 


100. 


100. 


98,88 


100. 



1) Aus dem Vorlust berechnet. 



375 



Sauerstoff von fi : R : A 

26= U,62 : 11,39 : 3,11 = 5 : 3,9 
2c =B U,97 : 11,37 : 3,70 = 5 : 3,8 
%d=z 14,03 : 11,47 : 3,30 = 5 : 4,1 
3. = 14,62 : 12,19 : 3,40 = 5 : 4,2 



1J 



1 



angenommen = 5:4 

Der 0. besiebt daher aus 4 Al. Kupferoxyd, 1 Al. Arsenik- (Pbosphor-)saure 
ODd 1 At. Wasser, 

Cu*|p 4-aq = (;u«|p^4-Cuft. 

Wegen der Isomorpbie mit dem Libethenit bat G. Rose zuerst diese Formel 
aufgestellt, welcbe aucb dureb die neueren Analysen vollkommen bestätigt wird. 

Nach V. Kobell und Damour sind 6 At. Arseniat mit 1 At. Phosphat 
isomorpb gemischt. 



Cu*|*^ + aq 



4 At. Arseniksäure = 1234,3 = 35,70 
•f - Phosphorsäure = 126,8 = 3,69 
4 > Kupferoxyd = 1986,4 = 57,40 
i - Wasser = 112,5= 3,21 

3460,0 100. 
Chenevix gab im 0. 29 Säure, 50 Basis und 21 Wasser an; er bat viel- 
leicht Eacbroit untersucht. 

Chenevix: Phil. Transact. 4804. 499. — Damour: Ann. Chim. Pbys. III. Sär. 
Xlil, 404. J. f. pr. Chein. XXXVI, «46. — Hermann: J. f. pr. Ch. XXXIII, »94. — 
Klaproth: Beiträge III, 4 88. — v. Kobell: Pogg. Ann. XVIII, 249. — Richard- 
son : Thomson Oatl. I. 

III. Konichalcit. 

Decrepitirt beim Erhitzen, giebt Wasser und schwärzt sich. Sintert v. d. 
l. auf Kohle unter schwacher Entwicklung von Arsenikdampf zu einer schlacki- 
gen rothen Masse zusammen, welche auf feuchtem Lakmus alkalisch reagirt. 
In der Pincette schmilzt er und f^rbt die äussere Flamme anfangs stark, später 
nor an der Spitze grttn, und zunächst der Probe schwach hellblau. In Borax 
löst er sich im Oxydationsfeuer mit gelblichgrttner Farbe, die bei der Abküh- 
long blau wird. Hit Phosphorsalz giebt er in der inneren Flamme auf Zusatz 
von Blei ein in der Hitze dunkelgelbes^ nach dem Erkalten grünes Glas. Mit 
Soda liefert er bei der Reduktion 'Arsenikdämpfe und hinterlässt neben einer 
erdigen Masse ein Kupferkorn . P 1 a 1 1 n e r. 

Ist in Säuren auflöslich. 

Dieses malachitähnliche Mineral von Hinojosa de Gordova in Andalusien 
enthält nach Fritzsche: 



876 

Sftverstoff. 
Yanadins&ure 4,78 t,4< 

Arseniksllure 31,55 4t.96l 

Phosphorsaure 8,96 s.tsj ' 

Kapferoxyd 31 ,68 <,S9 1 

Kalk 81,76 6,4»]**'" 

Wasser 5,49 4,tt 

4 Ol, SS 

Der Sauerstoff der Sfluren, der Basen und des Wassers ist ■■ 5 : 3,8 : 4,5| wo- 
nach sich das Mineral als 






gemengt oder isomorph gemischt mit etwas ti^V (Kalk-YolbortUt) betradilen 
Iflsst. 

Fritzsche: Pogg. Ann. LXXVII, 139. 

IV. Eaehroit 

Färbt sich beim Erhitien gelblichgrttn, verhält sich sonst wie OliTenit. 
Der E. von Libethen in Ungarn enthält nach : 





Tnroer. 


wohler. 


K«bo. 


Arseniksaare 


33, OS 


33,2S 


34,48 


Kupferozyd 


i7,85 


48,09 


46,97 


Wasser 


48,80 


18,39 


49,31 



99,67 99,70 100,70 

Wob 1er £and ausserdem Spuren von PhosphorsSure, Eisen und Nickel. 

Sauerstoff: As : äu : tt 

T. = H,46 : 9,65 : 46,74 = 5 : 4,8 : 7,3 
W. a= 44,53 : 9,70 : 46,35 « 5 : 4,S : 7,4 
K. = 44,95 : 9,48 : 47,46 « 5 : 4,0 : 7,S 

angenommen as 5 : 4 : 7 

Der E. besteht mithin aus 4 At. Arseniksäure, 4 At. Kupferoxyd und 7 At. 

Wasser, 

Cu^Äs + 7aq » (Cu'As + 6aq) + CntL. * 
4 At. Arseniksäure » 4 440,0 a 34,47 
4 - Kupferoxyd =^ 4986,4 =s 47,44 
7 - Wasser =s 787,5 = r 48,69 

4S43,9 400. 

Turner: Edinb. phil. J. No. IV. 304. Schwgg. J. XLV, 88S. — Wöhler: Ann. 
derChem. u. Pharm. LI, S85. ~ Kühn: Ebendas. LI, 1S8. 



377 

V. ErlDit 

Ein grttnes Kupferarseniai in warzen- und nierenforroigen Massen, angeb- 
lich aus der Grafschaft Limerik in Irland, nach Turner^s approximativer Ana- 
lyse enthaltend : 

Sauerstoff. 
ArseniksSure 33,78 44,78 

Kupferoxyd 59,44 44,99 

Wasser 5,01 4,44 

Thonerde <,77 

400. 
Das Sauerstoffverhaltniss ist = 5 : 5 : 2. Ist daher der E. eine selbstständige 
Verbindung, so besteht er aus \ At. Arseniksäure, 5 At. Kupferoxyd und 8 At. 
Wasser, 

Cu'As + 2aq = Cu^Äs -H SCuft. 
\ At. Arseniksäure = 1440 = 34,71 
5 - Kupferoxyd = S483 sr 59,86 
8 - Wasser « 225 = a 5,43 

4148 100. 
Tarner: Ann. of Phil. 4888. IV, 484. Pogg. Aan. XIV, 828. 

VI. Cornwallit. 

Verhält sich wie Olivenit. 

Dieses von Zippe unterschiedene, in Gornwall mit Olivenit und Kupfer- 

schwärze vorkommende Arseniat, dessen sp. G. ss 4,166 ist, enthält nach dem 

Mittel zweier Analysen von Lerch : 

Sauerstoff. 
Arseniksäure 30,22 40,49) 

Phospborsäure 2,15 ^80j ' 

Kupferoxyd 54 , 55 4 4 , 04 

Wasser 13,02 44,86 

99,94 
Die SauerstoflTmengen sind demnach gleich gross oder s 5 : 5 : 5. Der G. ist 
daher eine Verbindung von K At. Arseniksäure, 5 At. Kupferoxyd und 5 At. 
Wasser, 

(iu*Äs -♦- 5aq = (Cu»Äs -h 3aq) + 2CuÄ. 

Von dem isomorphen Phosphat ist etwa 1 At. gegen 9 At. Arseniat vorhanden. 

tV At. Arseniksäure = 1296,0 = 29,25 

tV - Phosphorsäure = 88,7 == 2,01 

5 - Kupferoxyd = 2483,0 « 56,04 

5 - Wasser = 562,5 « 12,70 

4430,2 100. 
Lerch (Zippe): Abh. der böhm. Ges. d. Wi88. 4846. 



69 



878 

VII. Knpfferachanni« 

Dacrepiiirt sebr stark beim Erhitzen, schmiixt v. d. L. zu einer nicht kry- 
staUiniscben Perle, verhält sich aber sonst wie Olivenit. 

Löst sich in Säuren mit Brausen auf ; mit Ammoniak digerirt, hinterlisst 

er einen weissen Rttckstand von kohlensaurem Kalk. 

Nach V. Eobell enthält der strahligblättrige K. von Falkenatein in Tyrol. 

Sauerstoff. 
Arseniksäure 25,01 oder: 28,96 4t,es 

Kupferoxyd 43,88 50,82 io,u 

Wasser 47,46 20,22 47.»7 

Kohlens. Kalk 43,65 400. 

100. 

In dem Arseniat ist der Sauerstoff von Säure, Basis und Wasser «5:5: 8,9. 

Setzt man 5:5:9, so ist der K. eine Verbindung von I At, ArsenikaliirB, 

5 At. Kupferoxyd und 9 At. Wasser, 

Cu'Äs -4- 9aq s (Cu^As + 7aq) -4- 2äufi. 

Da aber selbst reine Stücke des Minerals kohlensauren Kalk enthalten, so ist 
derselbe vielleicht wesentlich, v. Eobel}'s Analyse zufolge ist 1 At. desselben 
gegen 1 At. Arseniat vorhanden, 

CaC -H (Cu*As-4- 9aq). 
Weitere Analysen mtlssen hierüber entscheiden. 
V. B^obellt Pogg. Ann. XVIU, 158. 

VIIL Strahlen. 

Wird beim Erhitzen schwarz ; hinterlässt v. d. L. auf Kohle zuletzt ein 
dehnbares Kupferkorn. Verhält sich sonst wie Olivenit. 

Chenevix. Rammelsberg. Damour. 

Sp.G. = 4,359. Sp.G. «4,342. 



Arseniksäare 


33,5 


29,71 




27,08 


Phosphorstfure 


— 


0,64 




1,50 


Kupferoxyd 


22,5 


60,00 




62,80 


Wasser 


12,0 


7,64 




7,57 


KieselsKure 


3,0 


1,12 




— 


Eisenoxyd 


27,5 


0,39 




0,49 


Kalk 


— 


0,50 
100. 




99,44 




98,5 




ie Saaerstoffverbaltnisse sind : 








Is, P : 


Cu : fl. 








R. =: 10,67 : 


12,10 : 6,79 


= 5 : 5,7 : 


3,2 




D. = iO,U : 


12,69 : 6,74 


= 5 : 6,2 : 


3,2 






angenommen 


= 5:6 : 


3 





879 

Das Si. eoibält also i Ät. Arsenikstturey 6 At. Eupferoxyd and 3 At. Wasser, 

Cu'Äs 4- 3aq = Cu'ls + SCufi. 
4 At. Arseniksäure « U40,0 s 30,27 
6 - Kupferoxyd = 2979,6 = 62,64 
3 - Wasser = 337,5 « 7,09 

4757,1 100. 
Dam cur: S. Olivenit. — Rammelsberg : Pogg. Aon. LXVIII» 540. 

IX. Kupferglimmer. 

Decrepitirt beim Erhitzen, und blättert sich auf; giebt v. d. L. eine schlak- 
kige Masse, welche ein Kupferkom einschliesst. (Damour). Decrepitirt stark 
beim Erhitzen und schwärzt sich. (Hermann). 

Analysen des E. aus Gomwall: a) Chenevix. b) Hermann. Sp. G. a 
2,435. c) Damour. Sp. G. = 2,659. 





a. 


b. 


c. 
a. 


fi. 


AraeniksSure 


81 


47,51 


19,35 


81,87 


Phosphorstture 


— 


— 


1,29 


1,56 


Kupferozyd 


58 


44,45 


58,98 


52,30 


Eisenozydul 




S,02 




— 


Wasser 


81 


3t,49 


83,94 


88,58 


Thonerde 


— 


3,93*) 


1,80 


8,13 



100. 100. 99,30 99,84 

Diese sehr abweichenden Resultate bei einem krystallisirten Mineral sind be- 
fremdend. 

Sauerstoffgehalt As : Cu : fi 

a =7,29:11,71 : 18,67 = 5 : 8,0 : 12.8 
6 = 6,08 : 9,61») : 27,73 = 5 : 8,0 : 22,8 
ca = 6,72 : 10,67 : 21,28 = 5 : 7,9 : 15,8 
ß == 7,38 : 10,55 : 20,07 = 5 : 7,1 : 13,6 
^lierbei ist die Phosphorsäure als mit Thonerde verbunden betrachtet. 
Die Zusammensetzung bleibt mithin zweifelhaft. 
Ist das Sauerstoffverhältniss in a = 5 : 8 : 13, so wäre der E. 

Cu^ls -♦- 13aq = (Cu'Äs -♦- 8aq) -♦- 5(iuft. 

Ist es in ca =3s 5 : 8 : 15, so wäre er 

CvfiAs -h 15aq SS (Ou'As -h 10 aq) + 5 0uA. 
M es in 6 s= 5 : 8 : 23, so wäre er 

Cu®ls -♦- 23 aq = (Cu'Äs -h 18aq) -♦- SCuÄ. 
Damour: S. Olivenit. — • Hermann: J. f. pr. Ch. XXXIU, 294. 



1 ) Mit Phosphonäure. 

i) Einschliesslich des Eisenoxyduls. 



880 

vaohi \Kim Krhitien Wasser, ohne zu decrepitiren, und wird dunkelgrOn. 
Uiulvi \. d. L. auf Kohle eine angeschwollene Masse mil einidnoi KupferiUfr- 
iti*ru Hör mann. Wird beim Erhitzen grttn und tängL an sn g|1lh«n, wodurck 
iv% dunkelbraun wird. Schmilzt v. d. L. auf Kohle langsam, und bildet eioe 
x^uxklo rothe Kugel ; giebt bei der Reduktion mit Soda weisse Schu|qpen von 
.Vraeuikkupfor. (Damour). 

Wird von Sfluren, und selbst von Ammoniak volbtXndig au%elOst. Da- 
mour. 

Analysen des Linsenerses aus Gomwall: a) Ghenevix. b) HeilbhoflS 
krystallisirtes L. Trolle Wachtmeister, c) Ebensolches, fp. 6. » S,MS^ 
Hermann, d) Ebensolches, sp.6. &■ 8,964. Damour. 

a. b.*) c») 4. 



Arseniksaure 14 23,14 
Phosphorsaore — 2,98 
Kupferoxyd 49 39,16 
Thonerde — 8,94 
Wasser 35 25,78 


23,05 82,22 
3,73 3,49 
36,38 37,18 
10,85 9,68 
25.01 86,49 


ß- 
88,40 

3,24 

37,40 

10,09 

85,44 


98 100. 


99,08 98,06 


98,47 


Sauerstoff: As : P : Ca 


: JÜ : A 




6 » 8,03 : 1,67 : 7,90 


: 4,17:88,98 


• 


c » 8,00 : 8,09 : 7,34 


: 5,06 : 88,82 




der« 7,71 : 1,95 : 7,50 


: 4,52 : 22,65 




/J=7,78: 1,81 : 7,54 


: 4,71 : 28,61 




Oder: As,P : Cu : AI : 


fi 




6 = 5 : 4,0 : 2,1 : 


11,8 




c s 5 : 3,6 : 2,5 : 


11,0 




da = 5 : 3,9 : 2,3 : 


11,7 




/} s 5 : 3,9 : 2,4 : 


11,8 





Die Analysen dieser ungewöhnlichen Verbindung stimmen sehr genau ttbereiOt 
wenn man den Sauerstoff der beiden Basen addirt, indem dann in 
6 5 : 6,4 da 6: 6,2 

c 5 : 6,4 dß S : 6,3 

erfolgt. 

Nimmt man das VerhaltDiss 5 : 6 : 42 an, zugleich aber, dass das Kupfer^ 
oxyd anderthalbmal soviel Sauerstoff als die Thonerde enthält, so lässt sich das 
L. als 

3(Cu*{ pV 42aq) + 2(Äl*|p + 42aq) 
bezeichnen. 



4) Nach Abzug von 3,41 Eisenoxyd, 4,04 Kieselsöure und S,95 Gangart. 
9) Nach Abzug von 0,98 Eisenoxyd. 



P:JU 


As 


b s5:18 


5 


c a5:IS 


5 


da »5: 41,6 


5 


d/}»5: 13 


5 



381 

bi 4 Ai. der Phosphate gegen 4 At. der Arseniate vorhanden, so erfordert 
diese Formel 

4 At. Arseniksflure as 5760 » S3,43 

4 - Phosphorsflure = 887 ss 3,56 

48 - Kopferoxyd » 8939 =r 35,90 

4 - Thonerde a 2568 » 40,34 

60 - Wasser = 6750 = 27,40 

24904 400. 

Andererseits könnte man im L. ein Thonerdephosphat und ein Eupferarse- 
oiat annehmen. 

Nun verhfllt sich der Sauerstoff von 

Cu 
4,9 
4,6 
4,9 
4,9 

Oder SS 5 : 42 und 5 : 5, entsprechend den Salzen £l^P und Ou'Äs. Zieht 
maD nun das Verhflltniss von Thonerde und Rupferoxyd in Betracht, so giebt 

c (*l*P + 3CuȀs) + 48 aq 
d (Äl*P + 4Cu»ls) -I- 60aq 
6 (Äl*P-|. 5Cu»Äs) + 72aq 

Man kann sich vorstellen, dass beide Glieder 42 At. Wasser enthalten, 

c Äl^P + 42aq + 3(Cu'Äs -I- 42aq) 
d Ä1*P + 42aq + 4(CVÄs + 42aq) 
6 Ä1*P + 42aq + 5(Cu*Äs + 42aq) 

Es bliebe dann noch zu ermitteln, ob die Menge des Arseniats wirklich variirt. 

Damour: S. Olivenit. — Hermann: J. f. pr. Chem. XXXIII, 896. — Trolle 
Wachtmeister: K. Vet. Aead. Handl. 4838. 80. Berzel. Jahresb. XIII, 477. 



3. Verbindungen mit Chloriden und Fluoriden. 

Mimetesit, (Grün- und Braunbleierz z.Th.). 

Schmilzt V. d. L. auf Kohle, jedoch etwas schwerer als der Pyromorphit, 
zeigt beim Abkühlen krystallinische Oberfläche, und reducirt sich leicht unter 
Entwicklung von Arsenikdämpfen zu Bleikömern. 

LOst sich in Salpetersäure sowohl als auch in Kalilauge auf. 

Wohle r und Kersten haben die hierher gehörigen Mineralien besonders 
untersucht. Dieselben sind theiis reines arseniksaures Bleioxyd -Chlorblei, 
theils isomorphe Mischungen dieser Verbindung mit den entsprechenden phos- 
phorsauren^ und mit den analogen Kalkveii)indungen. 



382 

A. Nur Arseniksäure enthaltend. 

4. Grube Azulaques bei la Bianca, Zacatecas, Mexiko. Gdbe 
Krystalle auf Gelbbieierz. Bergemann. 

B. Arseniksäure und Phosphorsäure enthaltend. 

2. Phönixville, ehester Co., Pennsylvanien. Farblose oder gelbe Kratafle. 
Smith. 

3. Johann -Georgenstadt. Gelb, krystallisirt ; früher schon von Vai. Böse 
qualitativ bestimmt. Wo hier. 

4. Galdbeckfell in Cumberland. (Kampylit Brth.). Sp. G. s 7,218. Bam- 
melsberg. 

5. Horrhausen. Dufrenoy. 

6. Gomwall. Dufrenoy. 

7. Preobraganskisches Bergwerk, Sibirien. Durch einen Pyrohisitflbenug 
äusserlich schwarze, innerlich gelbe Krystalle; sp.G. ss 6,653. Strave. 

C. Kalk enthaltend. 

8. Längbanshytta, Schweden. [Hedyphan. Brth.]. Derb, grauweiss; sp.G. 
SS 5,404—5,496. Rersten. 

9. Mina grande bei Arqueros in Chile. Gelb, erdig. Domeyko. 

A. 

4, 



Chlor 2,44 








Arseniksäure 23,06 








Bleioxyd 74,96 








400,46 








B. 








t. 8. 4. 


5. 


6. 


7. 


Chlor 2,39 nicht best. 2,41 


2,65 


2,34 


2,38 


Arseniksäure 23,47 21,4 9 48,47 


22,20 


24,65 


19,58 


Phosphorsäure 0,4 4 nicht best. 3,34 


0,38 


0,79 


2,44 


Bleioxyd 74,58 75,36 76,47 


74,62 


73,87 


76,44 


400,28 0,50* 


) 99,85 


98,62 


400,54 


404,49 








C. 








8. 


9. 






Chlor 2,66 


2,41 






Arseniksäure 22,78 


12,06 






Phosphorsäure nicht best. 


5,36 






Vanadinsäure — 


1,94 






Bleioxyd 54,03 


68,46 






Kalk 4 4,09 


8,34 






Kupferoxyd — 


0,96 
99,50*) 







^bzug von 1,1 Thonerde und Eisenoxyd, t Thon, 1,1 i Wasser. 



383 



Die bomorphie des M. mit dem Pyromorphit, welche Anlass war» beide 
ineralien als Grün- und Braunbleierze zusammenzufassen, lässt sctioa im Vor- 
ns erkennen, dass der erstere eine Verbindung von 4 At. Chlorblei und 
(At. drittel arseniksaurem Bleioxyd sein müsse, 

PbCl + 3f*b*ls. 

4 At. Chlor s 443,3 ^ 2,38 

4 - Blei a 4294,6 = 6,96l 

9 - Bleioxyd = 12554,4 = 67,45j 

3 - Arseniksäure = 4320,0 = 23,24 



*»b 74,97 



48609,3 


400. 








I^. Dies sind isomorphe Mischungen von Mimetesit und 


Pyromorphit, ei 


sprechend der Formel 










: ' PbCl + 3Pb»/p 

1 ' 






« 




«. «. 


♦ . 


s. 


6. 


7. 


Ghkrbiei 9,38 9,44 


9,45 


10,40 


9,05 


9,33 


Arseniks. Bleioiyd 89,52 82,75 71,70 


86,70 


84,55 


76,73 


Phosphors. Bleioxyd 0,84 7,61 <9,00 


2,15 


4,50 


43,94 


99,73 99,77 400,15 


98,25 


98,10 


100. 


Der Sauerstoff von P Xs 










ist in 8 » 0,08 : 8,04 » 1 : 


400,0 








3 = 0,75 : 7,35 = 4 : 


9,8 








4 as 4,88 : 6,44 » 4 


; 3,4 








5 = 0,21 : 7,70 = 4 . 


37,0 








6 = 0,44 : 7,54 s 4 : 


47,0 








7 =» 4,37 : 6,80 = 4 


5,0 









Folglich ist in diesen Varietäten 4 At. der Phospborverbindung mit etwa 3, 5, 
'0; 18, 36 und 400 At. der Arsenikverbindung vereinigt. 

C. Der Sauerstoff der Oxyde in No. 8 ist 

Äs 7,90 t'b 3,66 

Ca 4,02 

7,68 

^^imiDt man nur Chlorblei an (richtiger auch Chlorcalcium), so ist das Resultat 

d«r Rechnung : 

Sauerstoff. 



Chlor 


2,66 




Blei 


7,77 


0,60 


Arseniksäure 


22,78 


7,90 


Phosphorsäure 


6,96 


8,90 


Bleioxyd 


42,66 


3,06 


Kalk 


4 4,09 


4,01) 



H,80 



7.08 



96,92 



384 

Bei der Analyse hat mithin ein ansehnlicher Veriiist stattgefunden. Corrigirt 
fahrt sie lo 

oder vielleicht im ersten Gliede auch etwas R Fl enthaltend. 

Das erdige Mineral aus Chile scheint Hedyphan lu sein, der etwas Tani- 
dinsaures Bleioxyd enthält. 

Bergemannt Pogg. Ann. LXXX, 404. — Domeyko: Ann. Minea, IV. Sfr.XlT 
446. — Dufrönoy: Trait« de Min. III, 46. — Karsten: Sehwgg. J. LXIl.4^. - 
Rammeisberg: Pogg. Ann. XGI, 646. — V.Rose: Gehlen's N. J. III» 61. - 
Smith: Am. J. ofSc. 11 Ser. XX, 348. — Strave: S. Pyromorphit« -* W6hler: 
Pogg. Ann. IV, 464. 



4. Verbindungen mit Sulfaten. 

Pittitit. 

Terhfilt sich dem Diadochit ähnlich, giebt aber v. d. L. auf Kohle 
dämpfe und schmilzt (nach v. Kobell) zu einer schwarzen magnetischen KogoL 

Durch kochendes Wasser wird Schwefelsäure ausgezogen. Cihlorwa66er- 
stoffsäure löst ihn vollständig auf. Kalilauge zersetzt ihn, doch ist das abge 
schiedene Eisenoxyd nicht frei von Arseniksäure. 

4. Grube Ghristbescheerung bei Freiberg, a) Klaproth. 6) Laagi6r. 
c) Stromeyer. 

2. Kohlengrube Heinrichsglttck bei Nieder-Lazisk in Schlesien. Gdbbraon. 
Zellner. 

3. Grube Stamm Asser bei Schwarzenberg in Sachsen. Braun, durchsieb- 
tig. Rammeisberg. 

4. Siegiitzstollen im Radhausberge bei Gastein. Gelb. Rammeisberg. 



Arseniksäure 

Schwefelsäure 

Eisenoxyd 

Manganoxyd 

Wasser 



a. 

8 
67 



4. 
b. 

20 
U 
35 



8. 



8. 



25 30 



26,06 
40,04 
33,09 
0,64 
29,25 



6,25 
55,00 



26,70 
13,94 
34,85 



24,67 

6,80 

54,66 



38,25 24,54 



400. 99 99,08 

Stromeyer fand zuerst die A 
Zellner untersuchten Abünderungei 

Dass diese amorphen Massen 
Eisenoxyd sind, lässt sich aus den 



& 



400. 
in den vonr 




Arseni 
ilenlf 



385 

Die SauerstoffmeDgen sind in : 

Äs : S : J?e : Ä 
i c sr^ 9,05 : 6,02 : 10,12 : 26,00 = 5 : 3,3 : 5,6 : U,4 
3 = 9,27 : 8,32 : 40,45 : 21,81 = 5 : 4,5 : 5,6 : 11,8 
4a =8,57:3,12:16,40:13,75 = 5:1,8:9,6: 8,0 
46 =9,88:2,61:17,40:11,19 = 5:1,3:8,8: 5,7 

1. Mit dem corrigirten Sauerstoffverhältniss 5 : 3 : 6 : 15 erhült man die 

Formel 

(Pe»ls* + l?eS*) +30aq, 

welche dieselben Salze wie die des Diadochits einschiiesst. 

2 Al. Arseniksaure = 2880 = 25,58 

2 - Schwefelsäure = 1000 = 8,89 

4 - Eisenoxyd = 4000 = 35,56 

30 - Wasser = 3375 = 29,97 

11255 100. 

3. Mit 5 : 4,5 : 6 : 12 lasst sich die Formel 

(I?e»ls* + *feS») +24aq 
construiren. 

2 Au Arseniksäure = 2880 = 25,98 

3 - Schwefelsäure = 1500 = 13,55 

4 - Eisenoxyd = 4000 = 36,12 
24 - Wasser = 2700 = 24,35 

11080 100. 

DemDach enthielte dieser Sinter 1 At. Schwefelsäure mehr als der vorhergehende. 

Wasser zieht aus ihm etwa die Hälfte der Schwefelsäure aus. 

4. Schon die äussere Beschafienheit dieses Sinters deutet auf ungleiche 
Beschaffenheit der Masse. Nur um die Resultate in einem Ausdruck zusammen- 
zufassen, dürfte man 

a = 3FeÄs + 2J?ei? + 4l?eÄ + 20aq 

6 = 2 I, 4-1 n + «^ jj "*" 8 ,, 

setzen. 

Vgl. den schwefelsäurefreien Sinter (bei Skorodit). 

Klaprotb: Beitr. V, 217. — Laugier: Ann. Chim. Phys. XXX, 325. — Ram- 
melsberg: Pogg. Ann. LXII, 189. — Stromeyer: Gilb. Ann. LXl, 184. — Zell- 
ner: Scbwgg. J. XIII, 880. 

Beudaiitit s. Phosphate. 



IT. Antunoniate (Antimonitc und Selenite). 

Romeit. 

Dieses in sehr kleinen röthlicht^elben Quadratoktaedern krystallisirte Mino- 
ral von St. Marcel, dessen sp. G. = 4,675 — 4,714 ist, und welches sich nicht 
in SHuren auflöst, ist von Damour untersucht worden. 

RiinBiel tbergf^ Mineralchemie. 25 



3M 





FrttJhw. 


Spiter. 






«. 


b. 


c. 


anantoff. 


\uiiuiou 


63,44 


68,34 


63,38 




Siiu«»'&totT 






15,76 


48,T5 


Kalk 


16,65 


46,19 


16,60 


«,74 1 


EisvuMvdul 


4,19 


1,41 


1,71 


••«• [ ».«• 


B|tkU)(aD«>xydul 


S,16 


2,61 


4,«3 


•,ot| 


liLi96«)sllure 


0,64 


0,97 


0,98 





■■5 



99,65 
Ui^*iuioh Ul die in dem R. enthaltene Oxydationssiufe des Antimons die inter- 
lueUUlkre Verbindung von Antimonsaure und antimoniger Sflorei SbSb, 

GefoDden. Berechnet. 

Antimon 80,4 79,0 

Sauerstoff <9,9 21,0 

400. 400. 

Ferner ist der Sauerstoff der Basen nahe ein Drittel von dem dieser Yeibin- 
düng, so dass man den Romeit als ein Doppelsalz 

Ca*Sb-i-CaSb i 

* 

betrachten kann. 

GefiiodeB. 

S At. Antimon « 3008 « 64,741- ^^»**lgo 74 

8- Sauerstoff- 800 = 4 6,47j ' IM«| ' 

3 - Kalk « 4050 »84,82 49,89 

4858 400. 400. 

Nach Breithaupt ist der R. isomorph mit dem Scheelit, wonach man ibn 
für antimonigsauren Kalk 

CaSb 
halten sollte. 

4 At. Antimon a 4504 = 69,88 

3 - Sauerstoff s 300 = 43,93 

4 - Kalk « 350 = 4 6,85 

8154 400. 

Es lässt sich nicht Iflugnen, dass diese Ansicht sehr wahrscheinlich ist. 

Die Seltenheit des Minerals, flie Schwierigkeit es rein zu erhalten, und die Oxy- 

dationsstufe des Antimons zu bestimmen, können wohl die Differenzen veror* 

sacht haben. 

Breithaupt: B. u. h. Ztg. 1859. No. 16. - Damour : Ann. M iaes UI. S4r. Xlt 
147. IV. S6r. III, 179. 

Bleiniere« 

Giebt beim Erhitzen Wasser und Airbt sich dunkler. Reducirt sich v. d. 
L. auf Kohle unter Absatz eines weissen und gelben Beschlags zu antimonhal- 
:em Blei. 



387 

i. NertsofaiDsk, Sibirien. Sp. G. rs 4,60 — 4,76. Hermann. 

t Horrbausen im Saynschen. Gelb, erdig, von Quarz und Brauneisenstein 

begleitet. Stamm. 

4. Sauerstoff. t.*) Sauerstoff. 

Antimonsäure 34,71 7,94 42,02 40.48 

Bleioxyd 61,83 4,48 51,90') 8,7S 

Wasser 6,46 6,74 6,08 6,40 



100. 




100. 


Der Sauerstoff von (>b : Sb : 


;fi 




ist in 1 s 2,8 : 5 : 


3,6 


>, fast SS 3 : 5 : 3i 


2 = 1,8: 5: 
ffiernach wäre die Bleiniere von 


2,6 


s 2 : 5 : 2i 


NertschiDsk. 
2fbǤb + 7aq 




Horrbausen. 
2Pb*§b + 5aq. 


2Sb = 4008 = 30,45 
6<>bB8367 = 63,57 
7 fi s 787 = 5,98 




2§b s 4008 s 39,40 
4f>b s 5578 s 54,96 
5A a 562 = 5,64 



13162 100. 10148 100. 

kide Substanzen sind wahrscheinlich nicht ganz reine Verbindungen, was ihrer 
BildoDg zufolge auch kaum zu erwarten ist. 

Aehnliche, nach Brooke aus der Zersetzung von Jamesonit entstandene 
Gemenge, welche bei Lostwithiel in Gomwall vorkommen, enthalten nach : 



• 


Dick. 




Heddle. 








a. 


b. 


c. (Braun) 


Antimonsäure 


47,36 


42,22 


42,44 


46,70 


Bleioxyd 


40,73 


47,04 


46,68 


43,94 


Wasser 


11,91 


11,50 


11,98 


6,62 



100. 100,76 101,10 97,26 

I)ie Säure in a, b und c soll antimonsaure antimonige Säure sein. 

Schon frQher hatte Pfaff in der sibirischen Bleiniere: 43,96 antimons. 
Antimonoxyd, 16,42 Arseniksäure, 33,1 Bleioxyd, 3,24 Kupferoxyd, 0,24 Bi- 
senozyd, 2^34 Kieselsäure, 0,62 Schwefelsäure, 3,32 Eisen, Mangan und un- 
bekannte Substanz gefunden. 

Brocke (Dick, Heddle): Phil. Mag. XII, 488. — HermaDo: J. f. pr. Gh^ 
XXXIV, 4 79. — Pfaff: Schwgg. J. XX VU, 4. >- Stamm: Pogg. Ann. C, 648. 

AatlmODiaiuras CiliecksUberozyd (?). Nach Domeyko wäre ein ziDnobertthnliches 
Mineral aus den chileniachen Qnecksilbergruben eine Verbindung, von Quecksilberoxyd mit 

SbSb. In einer Probe von lllapel fand er 48,5 p.C. von letzterem, 1 4 p. G. Qaecksilberoxyd, 
losserdem Eiaenoxyd, Kieselsaure und Wasser. In einer anderen von Punitagui waren 8, 
"esp. 4S,6 p. C. der beiden ersteren enthalten. 

Diese Angaben sind zu unbestimmt, um über die Existenz eines derartigen Queckailber- 
alzes entscheiden zu können. 

Ann. Mines IV. ser. VI, 488. 



4) Nach Abzug von 8,94 Brauneisenstein. 
2) Einschliesslich 0,84 Kupferoxyd. 

25* 



388 

tilillguirtl Wrtllji. Bd mnenl warn der Grabe FHc di k hHlt ck fcaOlMiMMJignttii; 
4m TkiriBgerwald« wäre Meli Kersteo dies« Verbindug. 

Decrepitirt beim Erfaiizeo, schmilxl zo einer schwaneo Mtne, giebl dabei SjpureB wm 
Selen und seleoiger S., jcbmilzt v. d. L. aaf Koble anter sUrkem Seleii|(enKb zu melaB* 
•cbeo Könieni, indem sieh ein Blei- and Selenbeschlag absetzt, «ad reagtri mit deo FMsüi 
aof etwas Kopier and Eiseo. 

lo Salpetersinre bildet es eise schwach grüne Anfldsong. 

Pogg. Ann. XLVI, S77. 



MeilgSiiret tiecklillaviyill (Onofrit) ist ein zn S. Onofre in M eiiko Torkeai 
des gelbes erdiges lllneral ron dieser Zosammensetznng. i 

Nach Kühler verflttchtigt es sich beim Erhitzen mit Selengeroch, wobei Quecksilb« > 
and eine gelbe Verbindung sublimlren. In Chlorwasserstoffsänre lOsI es sich anter Ab sc b^ i ^j 
dang von Selen auf, and von Kalilaage wird es geschwirzt. 

Pogg. Ann. LXXXIX, 4 4«. 

0. Tantalate und Hiobate. 

Tanfallt. 

Das Löihrohrverhalten der Tantaliie stimmt darin ObereiOi dass sie in def 
Hitze unveränderlich sind. Von Borax werden sie langsam aufgetost und gdMi 
die Reaktionen des Eisens; die bis zu einem gewissen Grade gesMIligte Perle 
kann grauweiss geflattert werden, besonders wenn sie vorber mit der Badok-r 
tionsflamme behandelt worden ; bei völliger Sättigung wird sie unter dem Ab- 
kühlen von selbst unklar. 

Die wolframfreien T. (Tammela, Kimito, Finbo] geben mit Phosphor- 
salz Gläser, welche von Eisenoxyd gefärbt sind, und im Reduktionsfeuer blass- 
gelb, oder auf Kohle mit Zinn grün werden. Die wolframhaltigen (Rroddbo) 
geben im Reduktionsfeuer ein Glas, welches beim Erkalten dunkelroih wird, 
und welches, auf Kohle mit Zinn behandelt, seine rothe Farbe behält. 

Mit Soda geben die T. Manganreaktion. Mit Soda und etwas Borax erhält 
man auf Kohle in gutem Reduklionsfeuer sehr häufig metallisches Zinn. 

Nach Berzelius verwandelt sich der T. im Kohlentiegel in starker Glüh- 
hitze in eine äusserlich messinggelbe metallähnliche Masse, aus welcher Chlor- 
wasserstoffsäure unter Entwicklung von Wasserstoffgas Eisen und Mangan auf- 
löst. 

Von Säuren werden die Tantalite nicht angegriffen. Nur durch schmelzen- 
des Kalihydrat oder saures schwefelsaures Alkali werden sie in der Glühhitze 
aufgeschlossen. 

Hatchett entdeckte im J. 4801 in einem schwarzen nordamerikanischen 
Mineral ein neues Metall, welches er Columbium nannte. Ein Jahr später fand 
Ekeberg in dem Ytlrotantalit von Ytterby und in einem Mineral von Kimito 
in Finland gleichfalls ein solches Metall, dem er den Namen Tantal gab und 
dessen Existenz Klaproth bestätigte, worauf Wo IIa s ton im J. 4809 die 
Identität beider behauptete, die auch seitdem von den Chemikern angenommen 




889 

Benelius untersuchte später die Tantalite aus Finland und Schwe- 

•hlen und Vogel erkannten ihr Vorkommen zu Bodenmais in Baiem 

auch in Frankreich wurden sie nachgewiesen« Berselius hatte inswi- 

bei seinen gemeinschaftlichen Untersuchungen mit Gähn und Bggerts 

Zinn- und Wolframgehalt mancher Tantalite aufgefündeni und Thomson 

lls Analysen von Tantaliten angestellt. 

Nachdem G. Rose die Äehnlichkeit der KrystaDform des Wolframs, des 
jbiirischen und amerikanischen Tantalits hervorgehoben, und schon Wolla- 
siton grosse Unterschiede im spec. Gew. der verschiedenen Tantalite gefunden 
^ktte, beschäftigte sich IL Rose seit dem J. 4840 mit diesen Mineralien, und 
[Vns xahlreiche Analysen derselben unter seiner Leitung ausführen. Dabei fand 
: er, dass die Säure des T. von Bodenmais aus zwei einander höchst ähnlichen 
I und schwer zu trennenden Säuren besteht, von welchen die eine in den finlän- 
1 dkchen Tantaliten allein vorkommt. Für diese behielt er den Namen Tantal- 

laore bei, während er die andere Niobsäure nannte. Zwei Jahre später 
; erklärte er in Folge fortgesetzter mühevoller Untersuchungen die zweite Säure 

m bairischen Tantalit für verschieden von der Tantalsäure und ertheilte ihr den 

RuDen Pelopsäure. 

Da zugleich die Krystallform des finländischen Tantalits Verschiedenhei- 
taiim Vergleich zu der des bairischen und amerikanischen ergeben hatte, wurde 
der Name Tantalit auf die finländischen und schwedischen Mineralien als 
Verbindungen der eigentlichen Tantälsäure beschränkt, die Bezeichnung Go- 
lambit aber für die Übrigen angenommen. 

Auch in dem Columbit aus Nordamerika fand H. Rose beide Säuren des 

■ 

btirischen auf, jedoch eine viel geringere Menge Pelopsäure. 

Durch fortgesetzte unermüdete Versuche mit diesen durch ihre Selten- 
Mi und vielfache Äehnlichkeit äusserst schwer von einander zu trennenden 
I brpem gelangte H. Rose im J. 4853 zu dem Resultat, dass die Niob- und Pe- 
lopsäure Verbindungen des nämlichen Metalls sind, dessen höhere Oxydations- 
stofß die Pelopsäure, dessen niedere die bis dahin Niobsäure genannte Sub- 
stanz ist, obwohl es nicht gelang, letztere durch oxydirende Mittel in jene zu 
verwandeln. Dadurch wurde eine Veränderung der Nomenklatur erforderlich. 

H. Rose nennt nun die frühere Pelopsäure Niobsäure, und die früher 
diesen Namen tragende Unterniobsäure. 

Die Tantalite sind im Wesentlichen tan tal sau res Eisenoxydul, meist 
mit kleineren oder grösseren Mengen von tantalsaurem Manganoxydul, wozu 
bbweilen noch ein geringer Kalk- und Kupfergehalt tritt. Von anderweitigen 
elektronegativen "Bestandtheilen findet sich fast immer Zinn säure, welche 
offenbar isomorph mit der Tantalsäure ist, femer in den französischen Tanta- 
liten eine Substanz, welche in ihrem Verhalten der Zirkonsäuream nächsten 
kommt. Wenn nun letztere in Folge von Deville's Untersuchungen als eine 
Vert)indung von 4 At. Metall und 2 At. Sauerstoff zu betrachten ist, so könnte 



It I 



Seleiigiaiires Bldtiii. Ein Mloeral tod der (ii 
dos Tbüringerwaldes ¥^äre nach Karsten diese V1.1 ■ 

Decrepitirt beim Erhitzen, schmilzt zu oinoi - 
Selen und selcniger S., schmilzt v> d. L. aur K«-' 
sehen Kürncrn, indem sich ein Blei- und Selenl>- 
auf etwas Kupfer und Eisen. 

In Salpetersäure bildet es eine schwach 

Pogg. Ann. XLVI, 177. 

Selenigunres taeckiilberozydiil (Oi 

des gelbes erdiges Mineral von dieser / 
Nach Köhler verflüchtigt es sii< 
und eine gelbe Verbindung sublim ii- 
düng von Selen auf, und von Kalihi 

Pogg. Ann. LXXXIX, i^C 



7 TitansHure, Kiesels 

welche in einigen 

des Wolframs, Colui 

«r '^olframiate mit den li 

^ ^^.- lt. Sauerstoff enthält, e 

:^Me€ sein wttrde, wie die Isoi 



Das Löihrohrverha!*^' 
Hitze unveränderlich 
die Reaktionen do> 
kann grauweiss n 
tionsflamme boh 
kühlen von seil ^ 

Die wo- 
salz Glaser. ^ 

gelb| oder 

geben im "•' ^ ' 

und wei 

Mi 
man :: 



■l-#ö»> 


Frankreich. 




9. 

Jenzsch. 
JL b. 
\70Z 7,027—7,042 


8. 
C handler. 

7,533. 


1,02 


78,98 
2,36 


79,89 
1,51 


f,54 
U,48 
Spur 


5,72 
13,62 
Spur 


1,32 
14,14 

1,82 



>k.^^ 



100,59 



100,68 



98,67. 



^^ .«%« Siivkipiel Tammela, Finland. 



■■>» 



. 


8. 


8. 


4. 


•a.a^<i^l<i< 


Jacobson. 


Brooks. 


Weber. 


^i*4 


7,197 




7,414. 


X<,»:^ 


84,15 


84,70 


83,90 


>tmr 


0,32 


0,50 


0,66 


..t.:5 


14,68 


14.29 


13,81 


i.ii 


0,90 


1,78 


0,74 


-* 


0,07 






— 


1,81 


0,04 


0,11 



!^5i.it> 



101,93 



101,81 



99,22 



hil/ 

Im 



..-.^ ^ V*'^'• 



Si^t^KMo. Kirchspiel Kimito^ Finland. 



Vtjk|^roi h. 



SS 



10 



• 00 



i. 


».*J 


4. 


Berzelius. 


Berzelius. 
7,936 


Hermann. 


83,2 


85,85 


84,09») 


0,6 


0,S0 


0,70 


— 


— 


10,08*) 


7,2 


12,94 


3,33 


7.4 


1,60 


1,32 


_ 


0,56 


—^ 


— 


0,72«) 


— 



98.4 



102,47 



99,70 



.m^kKt^titAjoM »»uNyvi' IJki^rK^lius. S) Kieselsaure. 

Wij^^s'-ft 9ivi\ '^ ^' l^;)UiMur« und 11,01 Unterniobs&ure bestehend. 



391 



5. 6.*) 

A.Nordenskiöld. Wornum. 



♦»w. 



7,85 7,112-7,155 




«nbiydul 
pieroiyd 



84.44 
1,26 

13,41 
0,96 
0,15 
0,14 

100,36 



77,83 
6,81 
8,47 
4,88 
0,50 
0,24 

98,73 



7. 
Weber. 



75,71 
9,67' 
9,80 
4,32 



99,50 



8. 
Weber. 

7,277 

76,81 
9,14 
9,49 
4,27 
0,41 
0,07 

100,19 



D. Björtboda, Finland. 
A. Nordenskidld. 



Tantalsäure 
Zinnsäure 
Eisenoxydul 
Manganoxydul 



83,79 
1,78 

13,42 
1,63 

100,62 



E. Fahlun, Schweden. 

Berzelius. 



Tantalsäure 

Zinnsäure 

Wolframsäure 

Eisenoxyd 

Manganoxvd 

Kalk 


4. 
Broddbo. 

68,22 66,34 
8,26 8,40 
6,19 6,12 
9,58 11,07 
7,15 6,60 
1,19 1,50 




t. 

Finbo. 
a. b. 

66,99 12,22 
16,75 83,65 

7,67 2,18 
7,98 1,22 
2,40 1,40 




100,59 100,03 




101,79 100,67 


M 


Sauerstoffverhaltniss 


ft:R 


1. = 3,24 : 15,91 


= 1 : 4,9 


2. 


= 3,84 : 15,94 » 1 . 4,1 


2o. « 3,21 : 16,39 


= 1 : 5,1 


3. 


= 3,58 : 16,08 s 1 : 4,5 


26. = 3,02 : 16,91 


= 1 : 6,6 


4. 


= 3,24 : 15,96 = 1 : 4,9 


3. »3,54:15,74 


= 1 : 4,4 






C. 
s3,26 : 16,19 = 1 


: 5,0 Sn 1. 


s 


D. 
3,35 : 16,18« 1 : 4,8 Sn 


= 3,18: 16,13 » 1 


: 5,1 (1,46) 




(0,38) 


« 3,14 : 18,36 » 1 


:5,2 (2,07) 






« 3,20 : 16,44 = 1 


:5,1 (1.95) 







H. Rose hat durch besondere Versuche gefunden, dass das Eisen nur als 
;ydul vorhanden ist. 
Nach den Analysen schwankt das Sauerstoffverhältniss von 4 : 4,1 bis 
5,6. 



4) ADgeblich von Tammela, aber wahrscheinlich von Kimito. 



890 



8ie gleichfalls die Stelle der T.p 
verlrcten. Was endlich die W . 
tauten vorkommt, so deutet «i 
und Tantalits allerdings auf cm 
laten, die aber bis jetzt, da uiu 
sowenig von analoger Zusaiuu. 
phie der Phosphate und der ^ a 

A. Gh.. 



. ,. rssTTÄi/idie VerLJitnis: 
■" ^ ntBt» «nd frische:* ten Co 
^^,lw«. «SS die mof^tec Tan- 
liī" einen Theil Eiieo- 



.^* 



.■ I 



/xvuivdul und * At. Tiin- 



... • • '■•• 



r-'^' 



Speo. Gew. 

Tantalsaure 

Zinnstfure 

Kieselsäure 

Zirkonsäurc 

Eisenoxydul 

Manganoxjd 



HL 

» Ä^ ftingans isomorph gemischt, 
«n 9 etwa 2 At. des Eiseusaizes 

''[ .^w« IJ^H» der Bistannale FeSn'und 
" .,.,.^»-»"!*i>»nAI){lndcrungen. nndzwariäl 
, i. S» ASn»-|. 7ftta^ 

.^gfc ^ ^'BÄfT^uchungcn von U. Rose noch 
^ Hfr-,»:iu$ sind die Sauersloflmenüen, 



Spec. 

Tantnis 

Zinnsji 

EiscMi' 

MauL' 

Knik 

Kui- 



k 


b. 


(:L«i 


2,30 


^k< 


17,90 


' ,\.^ 


0.13 


■ f« 


0,25 


r.tS 


0,40 



f « 



.». r" - 






,.j»*-. *• «o^ini'inori d«s Rcsultiil der übrigen, und zwar 

. j \. i* Ä f i. ansMTdom enlhjJli aber der 

•^...>.*^».J»* ^ i^^cs <i<T SftiJorMoff von \V : Sn ; Ta = 

,.^^ X .!> * RSr^ -f. :Afa* zu bestehen scheint. 

_>B. -^ ..■%-'c< V iv r-<M,. 7 jr.nsOure enthalten und möchte 



., -.,* '^^ 



k4i 



. . vr^i-i .♦! i ^n;;:!?!^ ,irs niangan- und zinnreicbeo 
. .»^-.K-, .r. ^fvin.i /i. ^iiNn ubrisien, daher er jenen 

K^.^,> N . .!>- Uu. :n«iN.'.h,'C Tantalits stehen mit den 



393 

larselins! Scbwgg. J. XVI, 859. 447. XXXI, 874. Pogg. Ann. IV, 14. Afh. i. Fis. 

4et. — Damour: Compt. rend. XXV, 670. J. f. pr. Cbem. XLII, 454. — Eke- 

iisrg: Scbeerei^s J. IX, 597. CreirsAnn. 1803. I, 48. ~ Gehlen: Schwgg. J. VI,t56. 

[itchett: GreH's Add. 4802. I, tS7. — Hermann: J. f. pr. Cham. LXX, t05. — 

Janssch: Pogg. Ann. XCVII, 404.* — Klaproth: Beitr. V. 4. — A.Nordanski- 

dld: Pogg. Ann. Gl, 630. CVII, 374. — N. Nordenskiöld : Ben. Jahresb. iCJl, 499. 

Piogg. Ann. L, 658. — G. Rose: Pogg. Ann. LXIV, 474. 886. — |H. Rose (Brooks, 

Chandler, Jacobson, Weber, V^ornum) : Ebendas. LXIII, 847. CIV, 85. — 

WoUaston: Schwgg. J. I, 520. 

Columbit. 

Verhält sich wie Tantalit. Beim Erhitzen mit concentrirter Schwefelsäure 
krbter sich blau; Wasserzusatz verändert die Farbe in weiss. Scheerer. 

Durch H. Rose*s Untersuchungen ist es erwiesen, dass die Tantalite von 
firOnland, Nordamerika, Baiern und vom Ural Untemiobsäure statt Tantalsäure 
Mithalten, daher man für sie, umsomehr als sie auch krystallographisch von 
dm eigentlichen Tantalitcn verschieden sind, den Namen Columbit gewählt hat. 

Nach Damour kommt auch in Frankreich und nach Ä. Nordenskiöld 
üieh in Finland der Columbit neben dem Tantalit vor. 

A. Bodenmais, Baiern. 





a. 


b. 


c. 


d.«) 


•••> 




Vogel. 


Dunin- 
Borkowsky. 


Thomson. 


H. Rose. 


H. Rose. 


Spec. Gew. 


6,464 




6,038 


6,390 




Cntemiobsäure 


75 


75 


79,65 


81,07 


81,34 


Zinnsäure 


1 


0,5 


0,50 


0,45 


0,19 


Eisenoiydul 


17 


20 


14,00 


14,30 


43,89 


Maoganoxydul 


5 


4 


7,55 


3,85 


3,77 


Kupferoxyd 


— 






0,13 
99,80 


0,40 




98 


99,5 


101,70 


99,29 




f.') 


e.') 


h.') 


1. 


k. 




H. Rose. 


Awdejo'vv 


r. Jacobson. 


C h a n d 1 e r. 


Warron. 


Spec. Gew. 


5,70 


6,078 




5,971 


5,698*) 


l'nterniobsäure 


79,68 


80,64 


79,73 


75,08 


78,54 


Zmnsäure 


0,12 


0,10 


0,10 


0,47 


0,03 


Wolframsäurc 


— 






0,39 


4,47 


Eisenoxydul 


15,10 


15,33 


14,77 


n,22 


45,77 


Manganoxydul 


^,65 


4,65 


4,77 


3,59 


2,34 


Kalk 


— 


0,21 


— 


0,22 


0,30 


Kupferoxyd 


0,12 
99,67 


— 


1,51 
100,88 




4,57») 




100,93 


96,91 


99,96 



4) Pulver schwarz ; d krystallisirt. 

2) Dunkelrotbbraunes Pulver. 

8} Dunkler, fast schwarz im Pulver. 

4) 5,72t als Pulver. 

5) Magnesia. 



394 



BerHiBB prüft« die Natur d«r Sian rtnes solclieD Colunbiis, dessen 
i^lG. ^ t,99, und douen t>u]v«r schwarz war, und belracbtele sie als UoW- 
wäabtamirnj vea ip.G. ^ 5,03. SpllM- bericfatigle er seine Angabe dahin, daa 
dia SMm 4m bairiidiRi C. aus 59,58 p. C l'Dtenuobsaure, 9,25 NiobaOoft 
Md 31.17 TbauhlMte botob«. 

Oeslen hat Hermann's Versuche wiederholt, jedoch leine TanlaUatin' 
floden konoen. 

HermacD die Richtigkeit sdoer Angaben zu vertliadigeD 



B. Nordaraefika. ^ , j„ ,i^ ^ J 

Ittdist Hatehettond Shepard, der mit dem C. T6fa CbcisieHläd cü^ 
Venncbe anslellle, halTharoson den araerikanischeti C. DOtersudil, und du 
dardi gntneem sp. G. angezeichneten von Middleton aU TorrelUh UDla^ , 



'! 







UiddlelOD 










■. 


<•■■> 


c'l 


4. 


■"•■V: 






Schlieper 


HBrmana. 


Cbandiar. 


Oetiaa; 


Bpec.Gew. 


i,80i 


&,486— 5,i95 5, SO 


5,58-5,59 


6.088-»,MI 


Unlerniobsattre 


73,90 


78,83 


78,8S 


76,79 


79,»0 


ZiBDUnre 


— 


0,» 


0,40 


0,«l 


. 0,56 


WoKnDislnni 


— 


— 


0,!< 


— 




EiseDoxydul 


*S,65 


(6,65 


U,00 


(8,93 


15,09 


Manganoxydid 


8,00 


i,:o 


5,63 


3,11 


1,50 


Kupkroiyd 


— 


0,07 


— 


— 


— 


Nickeloiyd 


— 


0,»« 


— 


Ca 0,48 


— 


Esik 


— 


0,(5 


%0,t9 


99,Si 


•»,86 


Wancr 


0.3S 
97,90 


101,S1 


99,06 







Fnadort nnbekanirt. 





H. Eosfl. 


Grewin 


Spec. Gew. 


5,708 


s,äso 


Unterniobsaurs 


79,68 


80,06 


Zinnsaure 


0,*7 


0,96 


Eisenoxydul 


16,37 


12,59 


Hanganoxydul 


i,4« 


5,97 


Kupferoxyd 


0.06 


0,44 




1 00,96 


100,02 



1} Pulver brau arotb. 

Eine offeobir verwillerte Abandernng. 



895 

Hermaiiii bidt die Säure dieses C, deren sp. 6. = 4,6 war, für ein 
Gemenga von Niob-,Unterniob> und einer besonderen Säure, die er Ilmensäure 
oanntOi und auch im Yttroilmenit (S. Samarskit) gefunden zu haben glaubte. 
Spater erwähnte er jedoch derselben nicht mehr, und gab 82,38 p.C. Unter- 
niobsäure und 47,62 NiobsUure an, zugleich aber theilte er mit, dass in diesem 
G. 4,48 p.c. Eisen ox yd enthalten seien. 

C. Chanteloub, Limoges. 

Krystallisirt in der Form des C. von Bodenmais; das Pulver grauschwarz ; 
sp. G. = 5,60— 5,727. Damour. 

Unterniobsäure 78, 74 

Eisenoxydul 4 4,50 

Manganoxydul 7,17 

400,41. 

D. Hermanskär bei Björkskär, Kirchspiel Pojo, Finland. 

A; Nord en Ski öl d. 

Unterniobsäure 82,5 

Zinnsäure 4,0 

Wolframsäure Spur 

Eisenoxydul 43,2 

Manganoxydul 5,5 

402,2 

E. Ilmengebirge bei Miask^ Ural. 

Dieser G. wurde zuerst von Hermann untersucht, nachdem er zuvor als 
Mengit bezeichnet worden war. Nach Auerbach hat er die Krystallform der 
übrigen Columbite. Später ist er von Th. Bromeis und von Oesten ana- 
iysirt worden. Er kommt mit Samarskit verwachsen vor, von dem er sich 
durch den mehr körnigen Bruch unterscheidet. 





a. 


b. 


c. 




Hermann. 


Bromeis. 


Oesten. 


Spec. Gew 


5,43-5,73 


5,461 


5,447. 


Unterniobsäure 


80,47 


78,60 


76,66 


Zinnsäure 






0,42 


Eisenoxydul 


8,50 


42,76 


4 4,29 


Manganoxydul 


6,09 


4,48 


7,55») 


Yttererde 


2,00 ' 




Magnesia 


2,44 


3,01 




Kalk 


— 


0,75 


0,54 


Dranoxydul 


0,50 


0,56 


0,54 




400. 


400,46 


400. 


4) Aus dem Verlust. 





^^ J 

Die Sdare^dieses G. ist nach H. Rose last reine Untemiobsttim mit Sparen 
von Niob- und Wolframsäure. 

F. Grönland. 

Sehr reine und frische Abänderung, deren spec.Gew. s 5,375 ist. 

Oesien. 





a. 


b.*) 










Untemiobsäure 76,04 


77,80 










Zinnsäure 0,39 


0,17 


\ 








Eisenoxydul 16,91 


16,52 










Manganoxydul 4,34 


4,95 










Kalk 0,54 


0,39 










98,22 


99,83 




• 






Sauerstoffvei 


hältni 


iss ft 


:ft. 






A. 






B. 




d. 


4,07 : 46,09 « 4 : 4,0 


b. 


4,9$: 


15.68 m, 1 


:3,15 


e. 


3,96 : 16,09= 1 : 4,07 


c. 


*,59: 


15,58 » 1 


:3,4 


f- 


4,43 : 15,75 = 1 : 3,55 ' 


d. 


4,89 : 


16,88 s 4 


:3,1 


9- 


4,52 : 15,94 = 1 : 3,5 


e. 


4,34 : 


15,86 asi 


:3,63 


h. 


4,66 : 15,76 = 1 : 3,38 








» 


• 

t. 


4,69 : 14,98 = 1 : 3,16 








• 


k. 


4,73 : 15,80 = 1 : 3,34 
C. 


■ 




D. 






4,85 : 15,52 = 1 : 3,2 




4,18: 


16,30 « 1 


:3,9 




^.•) . 






F. 




a. 


4,62 : 15,97 = 1 : 3,46 


a. 


4,88 : 


15,08 » 1 


: 3,08 


b. 


5,36 : 15,51 = 1 : 2,9 


b. 


4,89 : 


15,39 s 1 


: 3,14 


c. 


5,01 : 15,28 = 1 : 3,0 











Das Sauerstoffverhältniss ist daher s 1 : 3 bis 1 : 4. 

H. Rose betrachtet das erstere als das ursprüngliche und normale des Co- 
lumbits, weil es sich bei den äusserlich reinsten und frischesten Varietäten 
(z. B. Grönland) findet. 

Der G. ist dann eine Verbindung von 1 At. Untemiobsäure mit 1 Ät. 
Eisen- und Manganoxydul, 

Damour: Ann. MinesIV. S^r. XIV, 428. J. f. pr. Chen[i XLVII, 985. •— Dunin: 
J. d. Phys. LXXXVII, 382. - Hermann: J. f. pr. Chem. XLIV, 207. L, 464. LXVÜI. 



4) a ein grösseres Stück, b mehre kleinere Stücke. 

2) Das Uran ist als \5 der Säure hinzugerechnet. 

3} Durch H. Roso's Güte wurden mir die Resultate von noch nicht publicirten Analy- 
sen mitgetheilt; doch behält sich Derselbe vor, die daraus folgenden Schlüsse in einer be- 
sonderen Abhandlung zu veröfientlichen. 



§4« LXX, MV. — A. NordenskiOld: Beskrifiiiiig #tc. p. t9. ^ Oeslen: Pogg. 
Ann. XCIX, 647* — H.Rose (Awdejew, Bromeis, GrewiDk, Jacobson, 
Schlieper) : Pogg. Adq. LXIII,817. LXX, 579. LXXI, 157. CIV, 97. — Scheerer: 
Ebendas. LXIV, 468. — Shepard : Am. J. of Sc. XVI. iiO. — Thomson : Rec. of 
g«D. Sc. IV, 407. J. f. pr. Chem. XIII, «17. — Vogel: Schwgg. J. XXI, 60. 

Samarskit (Uranotantal). 

Decrepitirt beim Erhitzen ein wenig, verglimmt, berstet dabei auf und 
wird schwarzbraun. Schmilzt v. d. L. an den Kanten zu einem schwarzen 
Glase. Giebt mit Borax in der äusseren Flamme ein gelblichgrttnes bis rOth- 
liebes, in der inneren ein gelbes bis grünlicbschwarzes Glas, welches durch 
Flattern undurchsichtig und gelblichbraun wird. Phosphorsalz liefert in beiden 
Flammen eine smaragdgrüne Perle ; Soda auf Platinblech zeigt Hangangehalt. 
6. Rose. 

Lässt sich gepulvert durch Chlorwasserstoffsäure schwer aber vollständig 
zersetzen, wobei eine grünliche Flüssigkeit entsteht. Leichter erfolgt die Zer- 
setzung durch Schwefelsäure. 

Dieses von G. ftose zuerst beschriebene Mineral aus der Gegend von 
HiaskamUralistvon v. Perez (4) und Chandler (8)unterH.Rose's Leitung^ 
so wie später von Hermann (3, kryst. S., sp. G. = 5,64), untersucht worden. 

4. 9. 8. 

Unterniobsäure l J'^^ ^^'^^ J'^^ 65,40 ^^^3^,^ 



} 



Wolframsäure j ' ' ' 0,48 

Zinnsäure — — — 0,26 — 

üranoxyd U,16 46,70 46,77 49,22 Ü 46,63 

Eisenoxydul 45,43 45,90 45,94 4 5,05 8,87 

Manganoxydul — — — 0,56 4,20 

Yttererde 9,4 5 4 4,04 8,36 4,94 43,29 

Kalk («n) 0,92 4,02 4,88 0,44 — 

Magnesia 0,80 0,75 0,75 0,26 0,50 

96,84 4 04.44 99,61 Qu 0,07 Ce,La 2,85 

96,85 Glühverl.0^33 

"400,03 
Ausserdem Spuren von Kupferoxyd, aber keine Titonsäure. 

Der S. hat die Krystallform des Columbits. Sein sp. G. schwankt; das 
der in 4 untersuchten Stücke war 5,64 4 — 5,647 — 5,680; spätere Bestimmun- 
gen ergaben 5,625 und 5,747. (H. Rose). Das von No. 2 war 5,739—5,746. 
Aehnlich verhält es sich mit dem Gadolinit von Ytterby, dessen sp. G. von 
4,097 bis 4,226 geht, und selbst an einzelnen Parthicen desselben Stückes un- 
gleich ist. 



1) He mann bezeichnet diesen Bestandtheil als Niobsäure mit geringen Mengen 
Umensäure. 



Gleich dem Gadolinil, Orlbit, Tschewkinit und anderen Mineralien leigl 
der S. beim Erhitzen eine aufTaltende momentflne Licltlerscheinung (Verglim- 
men) ; H. Rose beobucblele hierbei keine stärkere Luflontwicklung aus dem 
Appar.nt, als in gleichem Fall beim Gadolinil uod dem Chromoxyd. NacU dem 
Verglimmen zeigt er eine gerl ngere Dichtigkeit. Z. B. 
vorher oachher 

Spec. Gew. 5,1)17 5,485—5,407—5,373 

5,715 3,373 

Umgekehrt verhalten sich Gadolinlt etc. Der Vertust an absolulem Gewicht ist 
- hierbei unbedeutend. 

Ueber die Constitution des Saniarskits, in welchem L'ranoxyd und Unter- 
niobsSure die ehktrouegetiven Bestandtheile sind, dürfen wir H. Bose'sUit- 
theilungen erwarten. VorlUuGg gestatten wir uns nur, seine Ansicht bierauft- 
zusprechen, dass der S. 

sei, d. b. die Coustitulion des Columbils besitzt. 

Yt troilmeni t. Von gleichem Fundort [Ilmengebirge bei Miask). Wurde 
von Hermann ani<inglich für YtlrolDntalit gehalten, sp<iter aber, als er die 
melalliscliG Siiure als verschieden von der Tantalsaure erkannte, und sie für 
eine besondere neue SUure hielt, mit jenem Nanieu bezeichnet. 

Decrepilirt beim Erhitzen, giebl etwas Wasser, und wird braun. Er ist 
von Hermann mehrfach untersucht worden. 



llmensaure 6t, 33 


67,81 


TitansBore — 


5,90 


Oranoiydul 5,61 


1,87 


Eisenoiydul 8,06 


13,61 


HangsDoxydul 4,00 


0,31 


Vtlererde <9,7i 


18,30 


Ceroxydul u. LantbaDOxyd 4,50') 


8,S7 


Kalk 9,08 


0,50 


Wasser 1,66 


— 


104,01 


100,57 



Eine dritte von Hermann angefilhrle Analyse ist offenbar die erste, mit 
dem Unterschiede, dass darin 1 ,50 p. C. TitansBure, aber weder Ger, noch Lan- 
than, noch Zirkonaänre vorkommen. 

Die Yttererde hat nach H. ein sp. G. » 5,0, und ihr Aeq. ist at 664,1 , also 
grosser als das der Y. aus Gadolinit, mit welcher sie aber im Vertialten Uber^ 
einstimmt. 

1) Nebst TitBDgaure und Zirkonstture. * , 






399 

Dar Tttmlmenii hat gleichfalls die Krystallform des Columbits. Nach G. 
Rosa und H. Rose ist er identisch mit dem Samarskit. Sein sp. G. ist nach 
Hermann ■■ 5,398 — 5,45, nach H. Rose 5,703, und nach dem Glühen 5,454. 

H. Rose hat gezeigt, dass die Existenz eines llmeniums und einer Urnen- 
88are der Regründung entbehren , und dass ein Gemenge von Niob- und Wolf- 
ramsäure die Eigenschaften der angeblichen llmensäure habe. Er prüfte den 
TUroilmeDit Hermann's, fand darin Niob- und Wolframsäure , jedoch keine 
TltaDsäure, und glaubt, dass Hermann^s Angaben über die Menge des Urans 
und der Yttererde nicht richtig seien. 

Hermann behauptet dagegen die Existenz der Ilmensäure in dem von ihm 
uDlersuchteD Mineral, welches auf anderen Gruben als der Samarskit vor- 
komme. 

Hermann: J. f. pr. Cham. XXXIIl, 87. XXXVIII, H9. XL, 474. XLII, 429. XLIV, 
Sie. L, 476. LXVIII, 96. — G. Rose: Pogg. Ann. XLVIII, 555. — H. Rose: Ebendas. 
LXXI, 4S7. LXXII, 469. LXXIU, 449. a. Privatmittheilung. 

Yttrotantalit; 

Giebt beim Erhitzen Wasser, wobei der schwarze gelb wird. Wird durch 
GlQhen weiss und entwickelt dabei Spuren von Fluor. Ist v. d. L. unschmelz- 
bar. Löst sich in Phospborsalz anfangs unter Abscheidung von Tantalsäure, 
wobei der schwarze von Ytterby im Reduktionsfeuer ein schwach rothlicbes, der 
dunkle und der gelbe ein grünes , der von Finbo und Kararfvet ein von Eisen 
gefärbtes Glas gA)en. Mit Soda auf Platin zeigt sich Manganreaktion. 

Wird von Säuren nicht angegriffen. Ekeberg entdeckte dieses Mineral 
und die darin enthaltene Tantalsäure , und Herz elius gab später eineHeihe 
von Analysen desselben. H. Rose hat auch den Y. neuerlich zum Gegenstand 
ausfuhrlicher Untersuchungen gemacht , welche jedoch erst zum kleinsten Theil 
bekannt geworden sind. Nur so viel steht fest , dass die Saure des Minerals 
Tantalsaure ist. 

A, Ytterby, Schweden. 
4. Aellere Analysen von Berzolius. 



l ; 





a. 


b. 




c. 




Schwarzer. 


Braunschwarzer. Gelber. 


Tantalstture 


57,00 


51,81 


59,50 


60,42 


Wolframsaure 


8,25 


2,59 


4,25 


1,04 


Yttererde 


' 20,25 


38,52 


29,90 


29,78 


Kalk 


6,25 


3,26 


3,29 


0,50 


Uranoxyd 


0,50 


1,11 


3,23 


6,62 


Eisenoxyd 


3,50 


0,56 


2,72 


4,15 



95,75 97,85 99,89 99,21 



Sie WAÜTHMtore w»r in 6 and cß siniihaltig. Der t i t k m as m "Y 
beim GftllieB 5,74 p. C. Wasser, der gelbe i,85 p. G. Von den bmme 
res sddie Stocke, welche ihre Farbe behiHten, 2,72 p.C, sokbe, 
geiblidi worden, 6,06 p. C. Wasser. 



I. Scfawaner T. vom sp. G. 5,67. Verlor beim GHlben 3,9— 4,86 — 5, 
wob« er [ohne Peoerersdieinung} gelblichbrann wurde, und eil 
» 6,4 anoalun. Peretx. 

!. Sp. G. = 5,458. Analyse von Gh and 1 er. 

I. Gelber T., t. d. L. gelbbraon werdend, dardi SdiweMsaure Ui 
sersetibar. ^. G. = 5,840. Potyka. 
Slmmtlidi in B. Rose's Laboratorio unlersudit. 

4.*) 1. ». 



Tantatsanre 


55,80 


57,«7 


55,60 


Wolframsäure 


0,57 


1,85 


0,49 


Ziniuaare 


— 


0,(0 
18,6t 


0,40 


YUererd« 


sn.iä 


:5,5i 


Ccroxvdul 


— 


— 


1,85 


UrüDoirdul 


3,75 


6,(0 


7.00 


Kalk 


7,1« 


4,78 


3,60 


Hiignvsia 


l,.1ll 


0,75 


0,19 


Riwnoxydu] 


5,96 


4,82 


0,77 


Kiipforoxjd 


O.iO 


0,69 


0,43 


Wasser 


t,86 


6,00 


4,44 




400,07 


400. 


99,67 



Der von Hermann beschriebene und untersuchte Y. vom llmenge 
von ihm spüler als Yltroilmenit bezeichnet worden. 

Ueber die Zusammensetzung der Yttrolanlalite sind die Millheili 
Bose's noch zu erwarten. 

Berzelins: Scbwgg. J. XVf, 451. — Ch •ndler. Polyka: des Letilen 
lation. S. Fergutonit. — Pereti (H. R03«) : fofg. Ann. LXXir, «55. 



Fergnsonit. 

V. d. L. nnschmeltbar , giebt mit den Flössen nur schwer Gläser, 
in der Hitze gelb erscheinen. Das mit Phosphorsalz wird , wenn es gesS 
im Rcduklionsfeuer rSthlich. Bei der Reduktioosprobe mit Soda giebt 1 
körner. 



t) Wurde im geglühten Zustande anal;sirt, nod ist das ResolUI hier 
Wassergehalt von i,<t p. C. berechnet. 




401 

Dieses seltene Mineral (von Kikertaursak, Grönland) enlhMlt nach : 

Hartwall. Weber. 

Unterniobsäure 47,75 48,84 

Zinnsöure 1,00 0,35 

Zirkonsäure 3,02 6,93 

Yltererde 41,94 38,61 

Ceroxydul 4,68 3,05 

Uranoxydul 0,95 0,35 

Eisenoxydul 0,34 1,33 

99,62 99,46 

Aus Weber's Analyse könnte man die Formel 

ableiten. 

Hartwall: K. Vet. Acad. Handl. 4888. 467. Pogg. Ann. XVI, 479. — Weber: 
PrivatmittheilaDg von H. Rose in: Potyka UntersachangeD einiger Mineralien. Inau- 
goraldissertation. Berlin 4 859. S. 59. 

Tyrit. 

So nannten Forbes und Da hl ein norwegisches Mineral, welches in der 
Nähe von Arendal vorkommt, und nicht messbare, doch wahrscheinlich vier- 
giiedrige Krystalle bildet, die eine deutliche Spaltungsfiäche zeigen, und deren 
spec. Gew. s 5,13 — 5,30 — 5,36—5,56 angegeben wird. Nach Bondi und 
Kenngott stimmt die Form mit der des Fergusonits ttberein, und das spec. G. 
ist nach Letzterem ^ 5,555. 

Decrepitirt beim Erhitzen, giebt Wasser, und förbt sich hell grünlich gelb. 
Hit den Flüssen reagirt er auf Uran und Eisen. 

1. T. von Hampemyr. Forbes. 

2. T. von Helle. Derselbe. 

3. Als Tyrit bezeichnetes norwegisches Mineral, schwarz, nicht spaltbar, 
sp.G. = 5,124. Decrepitirt stark beim Erhitzen und wird bräunlichgelb. 
Wird durch Schwefelsäure vollkommen zersetzt. Potyka. 





i. 


t. 


«. . 


Unterniobsäure 


44,90 


44,48 


43,49 


Thonerde 


5,66 


3,55 


W 1,35 


Zinnsäure 






0,09 


Zirkonsüure 




2,78 


0,80 


Yttererde 


29,72 


27,83 


31,90 


Ceroxydul 


5,35 


5,63 


3,68 


Lanthanoxyd 




1,47 


Pb 0,41 


Uranoxydul 


3,03 


5,99 


4,12 


Eisenoxydul 


6,20 


2,n 


1,12 


Kalk 


0,81 


1,68 


1,95 


Kali 


— 


— 


7,23 


Wasser 


4,52 


4,66 


3,71 



100,19 100,18 100,20 

RaBBclibcrg*! Mineralchenie. ^ 2o 



*-••■• ' 'e '.* .-"-'. 'ft ,\ 5* — ► 



ii 

I 



«»i i. ■'-. i.. ;# /.!•■*.. rf.- »> / *.,. .; ..'. .-. . ^^, - ..; I V -^ - -*r3rf!L -rriLiitiijHr TjQnii- 
^ ' * * • * .•-iiiitiifii 1^:111 ♦,*iiia4^. v.'-i • L ^ .Stil. « nBcanwäh' 

/v«Ji Jtif'ijj^, 1/» *:iiiLrj.uiii nfu.^j' Uli« i:*fhMi*'l— Ji- TMtliifCJLi^Mn. Ift? '^lUHIlliir- 
IVU Uli*. <i-.'i '-.;i. ♦>.•:;.! i.'^..-.t •! I >.MiT " i'j»*'. Jirfll. ii-?!!»* iSrnirsnT^'JH ICC. 

*' - ' ^' ' * t ,'•••» ■#. 1 i.'*i '..^.M I». V ihr-"" "'«rüiinini uizni. 3«fi- 
j>« « z' • • ', -.1 '..'.,«,1-1 • ••.!•• *i'vv. *'i*'j*,Hu-* sHT^rffirs o*r 'ra 2r«Tiz 

'^'»»/ <• j« j' ..,., H ..tu «j.v.*. 0-:*.<.t <:. 7i : r tT ir. i^üretd die S*iure 
Ti**' • . .M ;.« ;,< f. v.«/,:y 7.U',v;,f*; /.^,r V. on J H. P. : ?« zÄ2t«. ddSS dio Säure 

K'.-«/f.« \^f. t\itu /-;^.:Mh;»:1./«r/l I'. . ofj Br^% i j k:r*Lle Wöhler nur sehr 
ki' iw M' /i;/' /, i;/*i>«7.-.,* \,i r. „-j'J, if, .hr;, f;,rd ^:r Th-Terde. 

l*/i i \>.M ^MrStU. \\i: I m ;, ft ti f\Mt' \i *:\ut'. Tif:Uf: UntersuchuDg zu bewciscn, 
'Ji* .. '\* I \* ,t,ii Mi.»ülf liMn«. 'Hiof-rd'-, tUifi/rj/in ZirkoLSHure und elwas Lilhion 
t*hi.\,i\t'^ htfjy^iu W<;hl<rr und fl/;rzeJius die Anwesenheit jener von neuem 



4«3 



In einer spBlereD Aaelyse Hermann's fehlt aber die ZirkonsBnra 
lefcwie dts Litbion. 

Einige ungenügende Analysen des P. toq FredrUuvUu rOhren von 
yei her. 

Der nordamerikaniscbe Hikrolith ist nacli Teacbemaeher Pyrocblor. 
ah von ihm aind nur UDvoUkommene Untersuchungen votbndea. 



1. Pf rochier von FredriksvSrn 
Wtfbler. Hayet. 



Niobsaure 1 
Titansaure J 


63 7S 


53,10 


59,00<) 




20,i0 


(8,33 


ZinnsSure 


0,61 


— 


— 


Geroxyd 


6,80 


— 


Spur 


Üranoxydui 


5,48 


(,80") 
8,35 


70*1 


Eiaenoxyd 


S,16 




Hanganoxydul 


2,75 


— 


— 


Kalk 


<S,85 


<9,i5 


(6,73 


Magnesia 


— 


— 


— 


Natron 


— 


— 


5,63 


Fluor 


Spur 


— 


— 


Wasser 


i,80 


0,80 


0,80 




97,30 


97,(0 


(0(,(9 


8. 


Pyroohlor von Brevlg. 




Sp. G. 


= 3,808. 






W«hlor. 








b 




Niobsaure 


67,08 


67,77 


Titansaure 


geringe Menge 




Ceroxyd 1 
Thooerde/ 


6,(6 






Uranoxyd 


i,60 


6, 


7( 


Cisenoxydul 


1,33 






Hanganoxydul 


<,69 






Kalk 


9,88 


(0,(3 


Natron 


? 






Wasser 


7,06 


7,ia 




96,74 







(] Kalk and Tilaoiaure enlballend. 
1] NriMI Uangan und Zinn. 




fj* 


».«»', i.3 


•,1t 


— — 


■•,M 


•M« >,«• 


— 


— I.M 


M.J 


J.T.' '" 


».a 


■ilitkaL !,>• 


1,1« 


•» - 


IM.U 


M,ii Ki.n 


•PHCT dB n,n p C ab ll.U N 



I, P]rr*ehl*r (llikr«lillt] t«o Ckestrrfield, Hassacboself 
Sp. G. = S,405. Haj-es. 

a. b. 

8h»fmr*. flayo. 

Niobfaore 75,70 79,60 

WoirnaMaarel — 

Uranoxydnl [ 7,42 B S,«!") 

Eifeooxyd — 0,99 

Kalk H,Si 10,87 

Walser 2,04 — 

Blei — 1,60 

Zinn — 0,70 

100. 95,97 

1) NKh H. Ro<« elwu Wolframtäare «nltailtcnd ; atuMrdcm hnd W. kMa« 1 
ZlRDtlura und UngaMla. 
~> HaDgiD ballig. 
lyd. 

tbit LIthlon. 
iD|inbilllg. 



405 

ffiernach erfordert der P. wiederholte Untersuchungen, ehe man daran denken 
dirf, seine Constitution festzustellen. 

Von dem Mikrolitb vermuthete Berzelius, es möge Yttrotantalit sein. 

Heyes: Am. J. of. Sc. XL VI, 4 58. 464. — Hermann: J. f. pr. Chem. XXXI, 94. 
L,489. LXVIII, 96. — H. Rose: Pogg. Ann. LXXII, 475. — Shepard: Am. J. of So. 
XXXII, ttS. — Wöhler: Pogg. Ann. Vli, 447. XXVII, 80. XLVIII, 88. Ann. d. Ghem. 
Q. Pharm. LXI, 264. 

P. Titanate. 

1. Einfache. 
Perowskit« 

y. d. L. unschmelzbar; giebt mit Borax in der inneren Flamme bei grös- 
serem Zusatz der Probe ein braunes Glas , welches auch nicht durch Zinn violet 
wird; mit Phosphorsalz unter gleichen Umständen eine in der Hitze graugrüne, 
Bach dem Abkühlen violette Perle. (G. Rose.) 

Wird von Cblorwasserstoffsäure wenig angegriffen, von Schwefelsäure beim 
Erhitzen unter Ausscheidung von schwefelsaurem Kalk zersetzt. 

G. Rose beschrieb und prüfte zuerst dieses in Würfeln krystallisirte Mine- 
nl, welches in der Gegend von Achraatowsk am Ural gefunden worden war. 
4. Achmatowsk bei Slatoust, Ural. Sp. G. = 4,047. (6. R.) a) Schwarzer. 

Jacobson. 6) Brauner. Brooks. 
2- Flodelengletscher bei Zermatt am Monte Rosa. Sp. G. s 4,038. Damour. 
3. Vogtsburg am Kaiserstuhl. Sp. G. = 4,02. Seneca. 

4. «.*) S.*) 





a. 


b. 






Titansäure 


58,96 


59,00 


59,23 


59, < 2 


Kalk 


39,20 


36,76 


39,92 


35,84 


Magnesia 




0,i\ 


— 


— 


Eisenoxydul 


2,06 


4,79 


4,U 


6,44 



400,22 400,66 400,29 404,04 

Da der Sauerstoff der Basen und der Säure = 4 : 2 ist, so ist der P. ein- 

'sch titansaurer Kalk, dem ein wenig des isomorphen titansauren Eisen- 

oiyduls (Magnesia) beigemischt ist, 

Cati 

4 At. Titansäure = 500 = 58,82 

4 - Kalk = 350 = 44,48 

850 400. 
lo der eisenreichsten Abänderung, der vom Kaiserstuhl, ist die Mischung 

feti 4- SCati 
enthalten. 



4) Mittel zweier Analysen. 



t' 9 At. Titensaure ^ 4500 « S8,t7 


i 


8 - Kalk = 2800 = 3«, 13 


i 


\ - Eisenoxydul = 4öO «= 5,80 


A 


77.10 100. 




prookiu.jicobson: Pogg. Ann. LXII, 598. - Dimoui 


r : Ann. Mines IV- S«r. 


Tl. Sit. — O.noa«: Pogg. Ann, XLVIII , S5S. — SeoecB 


: Aoo. Chom. Phwm, 


cnr, »71. 





Titaneisen. " 

V. d. L. unschnielzliar ; nindet sich im Reduklionsfeuer etwas an den Kan- 
ten. [Das T. von Uddewalla ist nach Plantamour scbmekbar.) Reagin mit 
den Flüssen auf Eisen : die Phosphorsaizperle wird in der inneren Flamme rolh 
odar bravnroLh, und nach der Behandlung aat Kohle mit Zinn violet. Zeigt mit 
Sixb uiul fialpeter hUuü}^ HangaDieaklion. 

CblomasaerstoS'sUure ISst das feiae Pulver mehr oder minder leicht auf mit 
Binterlassung von Titansilure. Die Auflösung ist meist gelb geDirbt und enthalt 
ififm Eiaaooxyd und Oxydul. 

Durch Erhitzen mit coucentrirler Schwefelsäure nimmt es eine dunkelblaue 
Farbe aUi welche durch Zusatz von Wasser verschwindet, indem Titansäure 
unanfgeUist bleibt'). 

Wird T. gepulvert mit ChlürwasscrstoffsUure und Kupfer in verschlossenen 
Getkssen behandelt, so löst es sich oft vollständig, oft mit ZurUcklassung von 
ein wenig Titansilure, zu einer violelrothen Flüssigkeit auf, weiche neben Ku- 
pferchlorUr EisenchlorUr und Tilanosjd enthalt. 

In Wasserstoffgas gegltlht, verliert es um so mehr an Gewicht [K — S9 p.C), 
je reicher es an Eisenoxyd ist; hierbei bleibt ein grauer Rückstand, aus wel- 
chem SSuren metallisches Eisen auflösen , und eine schwane Haaee zurücklas- 
sen, welche beim Glühen an der Luft sieb in gelbliche oder rüthlidbe eisenhaltige 
Titansäure verwandelt. 

IroJ. 1791 bemerkte Gregor in einem magnetischen Eisensand von Henaccan 
in Gomwall die Gegenwart eines Hetallkalks von unbekannter Natur. Drei Jahre 
spater bewies Klaproth die Identität desselben mit der von ihm im Rutil ent- 
deckten Titansaure. Er analysirte den Henaccanit, das derbe T, von Aschaffen- 
bürg, die KOmer von Ohiapian in Siebenburgen (Nigrin), den Iserin und den 
schwarzen Eisensand von der finisoben OstseekUste. Cordier, Tauquelin 
und Berthier stellten gleichfalls Untersuchungen, besonders des vulkanischen 
Eisensandes an. Jedoch erst durch H. Rose (18S1) erlangten die Analysen Zu- 
verlässigkeit. Man verdankt ihm die Zerlegung des T. von der Iserwiese und von 
Egersund, so wie Versuche, die relative Menge beider Oxyde des Eisens im T. 
zu bestimmen. Im J. 1829 erschien eine wichtige Arbeit von Hosander Über 
die Zusammensetzung dieser Mineralien , und die erste Ansicht Über die C<Htsti- 

I) Der Colambit verbält sich abolich. 



407 

Mioii denolben, wriche um so grösseres Interesse darbot, als er zuerst das von 
G. Rose als isomorph mit dem Eisenglanz erkannte T. vom Ilmengebirge bei 
teem Aulass analysirte. Wir verdanken ihm die Beobachtung, dass Zinnsäure 
nd Magnesia , besonders letztere, im T. vorkommen. Später erwarb sich 
T. Kobell Terdienste um die Kenntniss einzelner Arten von T., und durch ihn 
wvde fettgestelli, dass das von Mohs als axotomes Eisenerz bezeichnete und 
m RifiigUn» krystallisirte Mineral von Gastein gleichfalls ein Titan^en und 
iwar von einem sdir hohen Titangehalt sei. Diesen Arbeiten folgte eine Reihe 
ladenr von Del esse, Marignac, Plantamour etc. 

Diese Untersuchungen haben eine beträchtliche Anzahl von Analysen ge- 
liefert. Allein sie haben zugleich erwiesen , dass der Name Titaneisen auf Sub- 
sliBZflB von sehr verschiedener Zusammensetzung bezogen wird y die , obgleich 
vorherrschend Eisen, Titan und Sauerstoff enthaltend, in der relativen Menge 
der Bestandlheile ungewöhnliche Schwankungen zeigen , indem die Titansäure 
IQ Asu Analysen von 60 bis auf 4 p. C. heruntergeht. 

Tor Mosander hatte allein H. Rose die Menge des Eisenoxyds und Oxy- 
duls in der Auflösung des T. von Egersund direkt zu bestimmen gesucht. Mo- 
sander sdbst ermittelte das Verhältniss jener durch Rechnung, indem er den 
Gewichtsverlust des T. in Wasserstoffgas zum Grunde legte, eine Methode, 
wddie keiner Genauigkeit f^hig ist. Einer anderen direkten Methode bediente 
sich später v. Kobell. Allein die Resultate, welche diese Chemiker bei einem 
und demselben T., dem von Egersund, erhielten, weichen beträchtlich von ein- 
ander ab, da die procentischen Zahlen folgende sind : 

nach H.Rose. Mosander. v. Kobell. 
Eisenoxyd 42,70 23,2—29,4 28,6 

Eisenoxydul 43,57 27,2—29,2 27,9 

Die derbe Reschaffenheit dieses T. Hess die Yermuthung einer ungleichen 
Zosammensetzung zu , allein noch grössere Differenzen hat das krystallisirte T. 
vom Ilmengebirge gegeben, indem es enthalten soll : 

nach Mosander. Delesse. 
Eisenoxyd 40,7—11,7 40,7 

Eisenoxydul 35,3—37,8 44,1 

Viele, besonders spätere Untersuchungen haben überhaupt diesen Punkt 
garnicht untersucht, seitdem H. Rose die Ansicht vertheidigt hatte, dass die 
relative Grösse des Oxyd- und Oxydulgehalts von der Ausführung der Analyse 
abhänge, dass im T. überhaupt kein Eisenoxydul enthalten sei, sondern Eisen- 
oxyd in Verbindung mit Titanoxyd, welches letztere sich beim Auflösen zu 
Titansäure oxydire , wodurch eine gewisse Menge Eisenoxyd zu Oxydul redu- 
cirt werde. 

Da indessen diese , namentlich zur Erklärung der Isomorphie der T. mit 
dem Eisenglanz, sehr wohl geeignete Ansicht, welche auch fast allgemein ange- 
nommen wurde, mit mehreren Versuchen v. KobelTs im Widerspruch steht, 
so habe ich in neuerer Zeit eine Reihe von T. analysirt , und dabei insbesondere 



406 ' 

auf den SauerstofTgehalt nucksicht ^nommen. Das Resullal dieser Unter- 
auchung ist: 

Die krystallisirteQ T. und die grosse Hebrzahl der Übrigen geben bei der 
Analyse immer auf 1 Ät. TitansSure f At. Eisenosydul. LetEleres ist immer zum 
Theil durch Magnesia ersetzt, und in dem krystallisirten T. von Layton ist 
Sogar i At. derselben gegen 1 Al. Eisenoxxdul vorhanden. Hiernach ist die 
Ansicht H. Rose's, das T. sei = Ü, wo R = Fe und Ti , nur dann zulässig, 
wenn man die Kxistenz eines analog zusammengoselzlen Hagnesiumsesquioxyds 
Annimmt. L'nd da man hierfür keinen Grund hat, so niuss die Constitution der 
T. in dem Sinne Mosander's aufgefasst, das Eisenoxydul nicht als ein Produkt, 
sondern als ein Bestandlheil betrachtet werden. 

Ausser diesen T. von normaler Zusammensetzung Gnden sich Körner und 
derbe Massen, welche davon abweichen. Es muss durch vermehrte Analysen 
entschieden werden , ob dieselben eigenthUmliche Verbindungen oder Gemenge 
, sind. 

Wir werden die Resultate Anderer, in welchen auf die beiden Oxyde des 
Eisens keine Rücksicht genommen ist, im Nachfolgenden zunüchsL so anführen, 
wie die Analyse sie ergeben hat, d. h. die Menge des Titans als Säure, des 
Eisens als Osyd. Ihre Berechnung lassen wir dann in der Weise folgen, dass 
wir darin feTi, und den Rest des Eisens als Oxyd annehmen. ') 

A. Titaaeisen vod Dormaler Zusammensetsang. 
I. ntaDHUTM Biieaaxytllil. 

1 . St. Christophe bei Boui^ d'Oisans im Dauphin^ (GrichloDit). Im fünffach 
schärferen Rhomboeder krystallisirt , von Berzelius als Titaneisen er- 
kannt, sp. G. 3E 4,727. Marignac.') 

2. Ingelsberg bei Uofgastein im Pinzgau. (Axotomes Eisenerz, Hohs. Kibde- 
lophan , Kobell.) Krystallisirt; nicht oder htlchsl schwach magnetisch. 
a) sp. G. = 4,661. v. Kobell. b) sp.G. = 4,689. Rammeisberg. 

3. Rio Chico, Prov. Antioquia, Neu-Granada. KOmer aus dem Gold- und 
Platinsand. D a m o u r. 



42,12 



4) Meine Re^ullate sind rs«l Immer das MHlel mehrerer Analyseo. 

5) Wollaaton und Dra pplez gaben darin Zirkooglure an, und os v 
Zirkou unter gleicbem Namen von Ihnen beachriebvn und untersucht aei. 



Titansaure 


52,27 


59,00 


53,03 


Eisenoxyd 


1,20 


4,25 


2,66 


Eisenoxydul 


46, .53 


36,00 


38,30 


Hanganoxydul 


— 


1,65 


4,30 


Magnesia 


— 


— 


1,65 




100. 


100,90 


99,94 



409 

IHrd in f und Sb die kleine Menge Eisenoxyd abgezogen, Hangan und 
Magiieria aber in Eisenoxydul verwandelt, so erhält man : 

4. ib. 

Titaosäare . 52,90 53,72 

Eisenoxydul 47,4 46,28 

400. 400. 

Bieraach sind diese beiden T. im Wesentlichen titansaures Eisenoxydul, 

feTi 
4 At. Titansäure = 500 = 52,63 
4 - Eisenoxydul = 450 = 47,37 

950 400. 
Die kleine Menge Eisenoxyd ist vielleicht wie in folgenden T. als solches 
darin enthalten , obwohl der SäureUberschuss der Analysen die Yermuthung er- 
WM^ti es dfirfte als titansaures Eisenoxyd, l^eti', darin enthalten sein, 
iadem der Sauerstoff sämmtlicher Basen sich zu dem der Säure verhält. 

inj = 4 : 4,95, in 2b = 4 : 4,93. 
Auch No. 3 ist wohl hierher zu rechnen ; obwohl der Sauerstoff von Basis 
nndSttore as 40,45 : 22,84 = 4 : 2%, so dass daraus 

f e« ti* 
folgen würde. 

U. Isomorphe Mischung von titansaurem Eisenoxydul und titansaorer Magnesia. 

4. Layton'sFarm im Staat New- York. Krystallisirt, von braunschwarzem Pul- 
ver, nicht magnetisch, sp. 6. = 4,293 — 4,343. Rammeisberg. 

Sauerstoff. 
Titansäure 57,74 as.o^ 

Eisenoxydul 26,82 5,951 

Magnesia 43,74 5,48>h,68 

Manganoxydul 0,90 0,20) 

99,4 4 
Dieses ganz eisenoxydfreie T. ist eine isomorphe Mischung von 4 At. titan- 
saurem Eisenoxydul und 4 At. titsDsaurer Magnesia, 

tefi 4- Ägti, 
2 At. Titansäure =4000 = 58,82 
4 - Eisenoxydul = 450 = 26,47 
4 - Magnesia = 250 = 4 4,74 

4 700 400. 

III. Isomorphe Mischungen von titansaurem Eisenoxydul und von Eisenoxyd. 

mfeti 4- n*^e 
Hierher gehört die grosse Mehrzahl der Titaneisen. 
4. Egersund, Norwegen. Derb, von fast schwarzem Pulver, a) Stark magno-- 
tisch, sp.G. SS 4,74—4,75. H. Rose. 6) Theilweise magnetisch, sp. G. 



M A,TS7. Hotander. e) v. Kob«!!. d) Nicht magnetisch , sp. G. s^ 

4,7i4— 4,794. RammeUberg. 
. KragerOe, Norwegen. Dert>, sp. G. « 4,70l. Rammelsberg. 
. St. Paolsbai, Ganada. Derb, kOrnig, schwach magnetisch, sp. G. = 4,56 

—4,66. Hant. 
. Gienaga, Prov. Antioqnia, Neu-Granada. Ktinier aus dein Gold- iinil Pia- 
. Damovr. 



Titansaure S1,f2 39,46 43,29 it,<1 43,24 91,30 

Eisenoxyd 43,82 39,25 23,61 2S,d5 28,66 S,87 

Eisenoxydul 43,86 27,32 29,77 29,06 27,91 39,83 

Manganoxydul — 0,24 — — — — 

Magnesia — 2,31 4,22 L9i — 0,40 

Kalk — 0,96 0,S4 0,49 99,81 100.40 

Gerozydul (t) — — — 0,58 

Chromoxyd — 0,42 0,34 — _ 

408,20 99,33 98,74 !)!),I3 
Die gefundene Menge Eisen als Oxyd betrSijt in : 

a. b. c 4. 

fi. r- 

58,62 59,60 S6,69 68,25 50,67 53,42 
(57,57»') 
l58,43f 

Die in a angewandte Methode zur Bestimmung des Eisenoxyduls ist nach 
meinen Erfahrungen nicht luverlassig, sie giebt oft viel lu wenig; die in b be- 
nutzte indirekte gestattet nur Approximationen, und ihr Besoltat kann oft sehr 
von der Wahrheit sich entfernen. *] Die in c angewandte [Fuchs' Methode mit 
kohlensaurem Kalk) musa nothwendig zu viel Eisenoxyd liefern. 

Die Menge der Titansaure ist in a und d dieselbe, allein erstere Analyse 
giebt 8 p. C. Ueberschuss, so dass irgend ein Irrthum dabei stattgefunden haben 
muss. In Bezug auf den Eisengehalt stehen meine Analysen fUr sich da , darin 
aber stimmen sie mit Mosander's, dass 4 At. TitansSure g^en 4 At. Eisen- 
oxydul vorhanden ist. Corrigirt man b und c, indem man das Eisenoxydul aus 
der Menge der Säure berechnet, und den Rest des Eisens als Oxyd nimmt, so 
erhalt man : 

1) Früher« Versuche. 

3j Moseoder selbst bat dies ichon erkaoot, deno ein kleiner Fehler In der SaunlolT- 
beitimmuDg ändert das Verhaltnlss beider Oiyde ganz weiSDlltch. Ancb die CorrekUon IQt 
das rlchl^e Atg. des Eiaens bat efoen bedentenden Einfluss , so dasa i. B. In y M,M ElMo- 
OKyd und It.tl Oxydul aas der Analyie berechnet werden mflBsen, 



411 





b. 




c. 


a 


ß- 


y- 




Titansäure 39,16 


43,29 


41,11 


43,24 


Chromoxyd 0,M 


0,34 


— 




Eisenoxyd 26,64 


16,50 


21,66 


46,34 


Eisenoxydul 29,69 


36,17 


32,93 


39,00 


Magnesia (An, Oa) 3,27 


1,73 


3,01 





98,85 98,03 98,71 98,58 

Offenbar haben einzelne Massen dieses derben T. eine abweichende Mi- 
schling. Lassen wir a ausser Acht, so steht das von mir untersuchte von 
hohem Titangehalt dem von Mosander und von Kobell untersuchten gegen- 
über. In meinen Analysen *) ist der Sauerstoff von f e : ti : Pe = 1 : 2,2 : 0,3, 
also nahe sbs 4 : 2 : |- == 3 : 6 : 1 , so dass dieses T. von Egersund eine iso- 
iBorphe Mischung von 9 At. titansaurem Eisenoxydul und 4 At. Eisen- 
oxyd ist, 

9 f e ti + Pe 

9 At. Titansäure = 4500 = 47,12 

4 - Eisenoxyd = 1000 = 10,47\ fi« »;7 kq 

9 - Eisenoxydul :a 4050 = 42,41 / ^ '^^ 

9550 100. 
Genauer der Analyse entsprechend , wenn auch nicht wahrscheinlich , ist 
die Formel 

Peio ti" + Fe. 

44 At. Titansäure = 5500 = 50,00 

4 - Eisenoxyd = 1000 = 9,09\ «^ m. mm 
40 - Eisenoxydul = 4500 = 40,91/ *'^ 

11000 100. 

Bei Mosander und v. Kobell ist das Sauerstoffverhaltniss 





ft:ti 


: Pe 


Corrigirt. 


ha. 


2,5 : 5 


: 3 = 4 : 2 : -1,2 


< : 2 : 4,0 


hß. 


3 : 7,2 


: 3 » 1 : 2,4 : 1 


: 0,57 


by. 


3 : 6,6 


: 3 = < : 2,2 : 1 


: 0,8 


c. 


2,2 : 6,0 


: 3 = < : 2,7: 1,4 


: 0,57 



Bei dem offenbar Mangelhaften der Oxydationsbestimmungen wäre es un- 
statthaft, die erste Reihe in Betracht zu ziehen, obgleich Mosander's Versuche 
sichtlich tefi ergeben. In corrigirter Form stimmen ba und y, wenn man 

1:2:4 annimmt, als 

3 f e ti + l?e, 

und hß und c, wenn man 4 : 2 : 0,5 annimmt, als 

6 Pe ti + l?e 

anter sich tiberein. Es möchte demnach nicht zu gewagt sein , anzunehmen, 

dass das zu Egersund vorkommende T. aus wechselnden Mengen von Eisenoxyd 

und (3, 6, 9 At.) titansaurem Eisenoxydul besteht. 



4) Nach der ia e benolzten Methode erhielt Ich 17,9 Biseacxydul , nach der In a hingegeD 
i1,76 p.c., was die Unanwendbarkeit dieser letzteren darthut. 



412 







s. 


«••) 


♦.*) 


Titansaure 46,9S 


48,60 


48,44 


EiaeBoxyd 4 
Eisenoxydul 9 
Manganoxydul 
Magnesia 


4,48 

19,82 

4,22 

19,50 


40,46 
37,30 

3,60 
99,66 


9,45 

44,66 

4,69 


S 


400,94 


Gefunden: Eisenoxyd 55,72 


54,60 


55,74 


Hier ist der Sauerstoff von 








Pe 


; ti : 


Fe 






2 - 9,33 : 


48,78 : 


3,44 


B 1 : 2,0 


: 0,37 


3 a 9,72 


: 49,44 


:3,05 


»4:2 


: 0,34 


4 - 9,63 


: 49,26 


: 2,83 


«4:2 


: 0,30 



OflTenbar ist das Verhaltniss »4:2: 0,33, so dass diese T. gleich dem von mir 
untersuchten von Egersund, und noch besser sogar, der Formel 

9 te ti + Pe 
entsprochen. 

5. Ilmongebirge bei Miask, Ural (Ilmenit). Krystallisirt, Pulver braunschwan; 
schwach magnetisch, a) Delesse. 6) Mosander. c) Sp.G. » 4,844— 
4,873.'). Rammeisberg. 'j 



a. 



c. 



Titansaure 

Zinnsliure 

Chromoxyd 

Eisenoxyd 

Eisenoxydul 

Manganoxydul 

Magnesia 

Kalk 

Bleioxvd 



45,4 
0,5 

40,7 
44,4 



a. 

46,9S 



40,74 

37,86 

2,73 

4,14 



0,5 
0,2 



48,04 

0,39 
42,05 
36,39 
2,46 
0,64 
0,25 



45,93 



44,30 
36,52 

2,72 
0,59 



99,39 4 00,46 400,06 



Gefunden: Eisenoxyd 

Sauerstoff: ft 

ha 9,47 
hß 8,95 
c 8,95 



404,4 
56,36 

ti : l?e 
4 8,77 : 3,22 = 4 
49,20 : 3,74 = 4 



52,94 52,48 54,88 



2,0 
2,0 



0,34 
0,42 
0,48 



48,34 : 4,29 = 4 

Meine Versuche, mit Mosander 's im Ganzen ziemlich wohl ttbereinstim- 
iifMiilf fuhren also zu dem Verhaltniss 4 : 2 : f , so dass der Ilmenit (ttbereiO' 



4, Oirrigirt. 

tl NtchG. Ro80 B 4,766-4,808. 

1ai;b •ln«r Angabo von Schmid wären 84,64 TitansSure und 70,7 Bisenoiyd vor- 
Kt ISihH dar Bewei8, dass das Eisen titanfrei war, was schwerlich der Fall gewesen 



413 

stimmend mit dem T. von Egersund hß und c) aus 6 At. titansaurem 

Eisenoxydul and 4 At. Eisenoxyd besteht, 

6 Pe ti + Pe 
6 At. Titansaure =: 3000 = 44,78 
4 - Eisenoxyd = 4000 == 4 4,92\ «^ «q » 
6 - Eisenoxydul =2700 = 40,30/ ^ 

6700 400. 

6. Ghäteau-Richer , Canada. Nichtmagnetische Körner, spec. G. =s 4,65 

4,68. Hunt.*) 







Corrigirl. 


Saaerfltoff 


TitansSiure 


44,94 


44,94 


46,76 


Eisenoxyd 


59,56 


20,63 


6,49 


Eisenoxydul 




35,04 


^''^n 8,88 
0,55j 


Magnesia 


4,54 


4,54 



402,98 99,09 

Sauerstoff =54:2: 0,74, also = 4 : 2 : f . Hiernach ist es ; 

4 J'e ti + Pe. 

4 At. Titansäure = 2000 = 44,67 

4 - Eisenoxyd = 4000 = 20,841 « ^^ .^ 

4 - Eisenoxydul = 1800 = 37,49| *'® ^^^*^ 

4800 4 00. 
7. Iserwiese, Riesengebirge (Iserin z. Th.). Körner. Dieselben sind im sp. 6., 
dem magnetischen Verhalten und der Zusammensetzung verschieden. 
Schon Klaproth untersuchte sie , und erhielt aus einigen , deren sp. G. 
4,65 war, 30 p. C. Titansäure. Später fand H. Rose in einem stark mag- 
netischen (a) und in einem schwach magnetischen (6) Korn : / 

a. b. 

Titansäure 53,50 
Eisenoxyd 56,28 53,54. 

409,78 

Ich führe hier zunächst meine Analysen von normal zusammengesetzten 
Eöniem an, d. h. von solchen, die 4 At. Titansäure gegen 4 At. Eisenoxydul 
enthalten. 

a) Ein grösseres Korn, sp. G. = 4,676 ; b) einige kleinere, stark magne- 
tische, von braunschwarzem Pulver, sp. G. = 4,745; c) ein stark magnetisches 
Korn; d) einige kleinere Kömer, deren sp. G. = 4,752. 





a. 


b. 


c. 


d. 


Titansäure 


42,20 


41,64 


39,70 


37,43 


Eisenoxyd 


23,36 


26,82 


27,02 


28,40 


Eisenoxydul 


30,57 


26,851 
4,00/ 


30,34 


29,20 


Manganoxydul 


4,74 




3,04 


Magnesia 


4,57 


4,66 


2,23 


2,97 




99,44 


400,97 


09,29 


400,74 


Gef . : Eisenoxyd 


57,33 


56,65 


60,73*) 


60,84 *) 



4) Nach Abzug von 4,9 p. C. Quarz. 
3) Bin wenig Titansäare enthaltend. 



414 



o. ~ 7,80 ; t6,88 : 
b. ~ 8,05 : lf),6ä : 
C. ~ B,iS : 15,8) 
Also f : a : 1. 

HlUiiii ist dieser Iserin eine Hischnng aus 3 At. titnnsaurcm EisenosydiJ 

Uiul 4 A(. Blssnoxyd (vielleicht manchem voa Egersund, ba und y gleich) j 

3 Peti + Pe. 

3 At. Titansaure =1500= 38,96 

1 - Eiaenoxyd = 1000 = 25,98 I 

3 - EiseDOxydul = 1350 ^ 35,06 | 

3850 

4. LichOflId, Connecticut. (Wasbinglonit). Kryslallisirl, schwach magne- 
tisch, von schwanem Pulver, sp.G. = (,986 B. a) Eendall. b) Ha- 
rignac. c) Rammelüberg. 

7. Tvedestrand bei Arendal. Kryslallisirt ; a) magnetisch, sp.G. = i,745; 
b) UBmagnetisch, 8p. G. = i,8t8'j. Mosaoder. 

8. Siö - Tok am Plattensee, Ungarn. KiJrner, worunter oktaedrische Erjslalle, 
sp.G. ~ 4,817. Hauer. 



fe. 

7,01 = i : «,0 : 0,9 

8,0i = 1 : 3,0 : 1 

8,(0 = 4 : 1,9: 1. 



l ße 64,93 



7.') 



»■'i 



ZinosRare — 


_ 


_ 


3,08 


_ 


_ 


TiUnsSnre <6,t» 


22, S1 


2.1,72 


0,6t 


24,25 


30,74 


Ghrotiioxyd — 


— 


— 


— 


0,45 


— 


Eisenoiyd 5«, 84 


89,07 


53,74 56,70 


54,47 


49,93 


Eisenosydul 22,86 


48,72 


22,39 


8,90 


49,69 


48,88 


Hanganoxydul — 
Magnesia - 


_ 


0,25 
0.50 


0,74 


4,43 


3,79 


99,98 


400. 


400,57 400,66 


99,69 


403,34 


Gefunden: Eisenoxyd 77,84 


79.87 


78,59 77,76 


76,04 


70,94 


SauerstofTverhallnis : Pe 


ti 


fe 








6<1 = S,07 


40,(1 


4 5,65 - 4 




3,0 




66 - 4,15 


8,88 


47,72 - 4 




4,3 




6 c = 6,83 


9,49 


46.44 = 4 


4,8 


3,4 




7a = 4,60 


9,04 


4 7,04 - 4 




3,8 




7i = 4,8« 


9,65 


46,38 = 4 




3,4 




8 o.S,l4 


40,28 


44,98= 4 


2 


2,9 





1) Id der Abbandlnng siebt, wohl Irrtbttm lieb, t,4B8, da G. RoE« dusp.G. dfesesT. 
noch bOber, Dämlicb =a i,9ti fand. 

>J Corrigirt. Mosaoder berechnete in 41. b. 

Pe ss.se 60,1« 
ta is,TO ti,39. 



415 

Die Mehrzahl der Analysen fuhrt zu dem YerfaältDiss 4 : 8 : 3, wonach 
)T. Mischungen von gleichen At. iitansaurem Eisenoxydul und 
snoxyd sind, 

teti + Ve. 
4 At. Titansäure ss 500 ^ 25,64 



4 - Eisenoxyd =s 1000 » 54 
4 - Eisenoxydul « 450 » 23 



%Y'''''^ 



4950 400. 

ignac's Analyse des T. von Lichfield, und Mosanders der magnetischen 

talle von Tvedestrand entsprechen mehr dem Verhältniss 4 : S : 4, weiches 

em Ausdruck 

3 tefi + 4Fe 

t. 

3 At. Titansäure s 4500 = 84,90 

4 - Eisenoxyd = 4000 = 58,39 ) « 

3 - Eisenoxydul = = 4350 « 49,74 p^ ^^>^^ 

6850 400. 

Die von Hauer untersuchte Substanz ist aber ihr^ chemischen Natur 

unsicher. Durch Reduktion verlor sie 48,72 p. C. SauerstoflT, was mit den 

7 p. C, welche sich aus der angeführten Berechnung beider Oxyde ergeben, 

t gut stimmt. Allein die Analyse hätte dann 3 p. C. zuviel geliefert, was 

iso der Fall ist, wenn man die direkt gefundenen Zahlen addirt : 

Titansäure 30,74 

Eisen 49,64 (=r 70,94 l?e) 

Sauerstoff 48,72 

Magnesia etc. 3,79 

402,86 
st also offenbar nicht richtig. Femer ist die Angabe, dass dieses T. in regu- 
1 Oktaedern krystallisire, im hohen Grade befremdend, und falls sie sich 
itigen sollte, von Wichtigkeit. 

Silberberg bei Bodenmais. FUr Magneteisen bisher gehalten. A. Vogel. 
Eisenach, Thttringerwald. Derb, von schwarzem Pulver, nicht magne- 
tisch ; sp.G. =s 5,060. Rammeisberg. 

Horrsjöberg, Wermland . Kleine schwachmagnetische Kdmer. Igelström. 
Uddewalla, Schweden. Derb, schwach magnetisch. Plantamour. 





9. 


40. 


**•') 


"••) 


Titansäure 


48,53 


16,20 


47,54 


45,56 


Eisenoxyd 


63,00 


69,91 


66,77 


68,34 


Eisenoxydul 


47,79 


42,60 


45,72 


44,00 


Hanganoxydul 


— 


0,77 


— 


— 


Magnesia 


— 


0,S5 
4 00,03 


— 


— 




99,32 


400. 


97,87 


lefunden : Eisenoxyd 


82,77 


83,94 


84,24 


83,86 



Corrigirt. 



416 

^, ^ 3,95 : 7,H : I«,f0 =s f : f ,5 : 4.« 

10. s 3J9 : 6,48 : 20,97 s f : 2,0 : 6,5 

11. :b 3,49 : 6,98 : 20,03 s I : 2 : 5,8 

12. s 3,10 : 6,20 : 20,49 = 1:2 : 6,6 



Das VerhäliDiss I : 2 : 6, welches allen dieseo T. tfCfwiii n sob uimij 
entspricht einer Mischung von I Ai. tiiansaaren Eisenoxyd«! wad tob 

2 At. Eisenoxyd, 

i At. Titansäure = 500 = 16,95 
2 ' Eisenoxvd » 2000 = 



: ":« } '• «.'• 



aXyOV 
f «,44 



4 



I - Eisenoxydul « 450 

295Ö 100. 

43. Aschaffenburg. Derb, blättrig, meist polar- magneCisdi; sp.G. s 4,75. 
Klaproth; 4,78v. KobelL Wurde zuerst von Klaproih, ^terTon 
V. K b e II untersucht. Letzterer fand : 

Sanerstoff. 
Titansäure 14,16 5,66 t,s 

Eisenoxyd 75,00 st,50 9,s 

Eisenoxydul 10,04 
Manganoxydul 0,80 

Gefunden: Eisenoxyd 86,45 

Wahrscheinlich ist der Oxydulgehalt etwas grösser, wiewohl eine Gorrektion 
nicht möglich ist, insofern die Säure nicht bestimmt wurde. Nimmt man die 
Analyse so wie sie ist, so führt sie zu dem Sauerstoffverhältniss 4 : 2 : 9, d. h. 
zu einer Mischung von I At. titansaurem Eisenoxydul und von 3 At 
Eisenoxyd, 

f'eti + 3Pe. 

4 At. Titansäure = 500 = 4 2,66 

3 - Eisenoxyd = 3000 = 75,95] « «« ^ 

\ - Eisenoxydul = 450 = H,59 j ' 

3950 400. 

U. Snarum, Norwegen. Derb, von Serpentin und Hydrotalkit begleitet, sp.G. 
= 4,943. Rammeisberg. 

45. Binnenthal im Wallis. Krystallisirt ; sp.G. = 5,427 — 5,450. Ram- 
melsberg. 

)ak Bowery, Alabama. Sp. G. = 4,827. Mallet. 



417 

U.*) 4 5. 46.»} 

Titansaure 10,47 9J8 10,24 

Eisenoxyd 80,63 81,99 83,30 

Eisenoxydul 8,90 8,60 9,06 

Magnesia — — 0,08 

100. 99,70 102,65 

GefiiDden: Eisenoxyd 90,52 91,47 93,37 

Sauerstoff: Pe : ti : IPe 

14. » 1,97 : 4,19 : 24,19 a 1 : 2,1 : 12,3 

15. a 1,91 : 3,67 : 24,57 » 1 : 1,9 : 13,0 

16. » 2,04 : 4,08 : 25,00 = 1:2 : 12,2 
Oas Verhältniss 1:2:12 zeigt eine Mischung aus 1 At. titansaurem Ei- 
senoxydul und 4 At. Eisenoxyd an, 

Peti + 4l?e. 

1 At. Titansäure s 500 =: 10,10 

4 - Eisenoxyd « 4000 = 80,80 \ « 

1 - Eisenoxydul = 450 = 9,10 ( ® ^"'^' 

4950 1 00. 

n. St. Gotthardt. (Eisenrose). Krystallisirt, von schwarzem Pulver, nicht 
! magnetisch, a) v. Kobell. 6) Sp.G. = 5,209 (a) und 5,187 (/?). Ram- 
melsberg. 

a. b. 

a. ß. Sauerstoff. 

Titansaure 12,67 8,10 9,10 8,64 

Eisenoxyd 82,49 83,41 S5,03 

Eisenoxydul 4,84 7,63 

Manganoxydu l — 0,44 

100. 100,58 

Gefunden: Eisenoxyd 87,87 93,70 91,89 

Nach Kobell wären nur 9,96 p. C. Titansäure wesentlich, das Uebrige beige- 
inengt. Berechnet man die Analyse hiernach, so erhält man : 

Sauerstoff. 
Titansaure 9,96 8,98 

Eisenoxyd 85,04 25,54 

Eisenoxydul 5,00 4,44 

100. 

Da der Sauerstoff von Pe : ti s 1 : 3,6 ist, so lässt sich die Analyse KobelPs 
gar nicht mit allen Übrigen vergleichen. In der meinigen ist dagegen der Sauer- 
stoff von Pe : ti : l?e SS 1 : 2,0 : 1 4,0. Setzt man 1 : 2 : 15 dafür, so ist die 



4,69 I 

> 1,79 

ojo) 



4) Nach Abzug von etwas beigemengtem Hydrotalkit. 

5) Corrigirt. 

Raaaelsberg^s Minenlcfaeaie. 27 



418 

Eisenrose eine Mischung ans 4 At. tit&nsaurein Eisenoxydul und5 Ak 

Eisenoxyd, 

Peti + sPe. 

4 At. Titansäure ^ 500= 8,40 

5 - Eisenoxyd « 5000 — 84,04 1« ^^ . 
4 - Eisenoxydul = 450 « 7,56] ® ' 

5950 400. 

48. Krageröe, Norwegen. (Sogenannter Eisenglanz). Krystallisirt, schwad^ 

magnetisch, Pulver braunschwarz, sp. G. » 5,230 G. Rose, 5,240« 

Rammeisberg. 

Sauerstoff. 
Titansäure 3,55 4,h% 

Eisenoxyd 93,63 S8,09 

Eisenoxydul 3,26 o,7« 

400,44 
Gefunden : Eisenoxyd 97,25 

Mit dem Sauerstoffverhältniss 4 : 2 : 39 ist dieses Mineral aus 4 At. titan- 
saurem Eisenoxydul und 43 At. Elsenoxyd zusammengesetzt, 

Peti-f. 43*e. 

4 At. Titansäure = 500= 3,58 
43 - Eisenoxyd =43000 = 93,,. , ^^ ^ii 79 



4 - Eisenoxydul = 450 = 3 



MS '• »«. 



43950 400. 

Auch der sogenannte Eisenglanz aus dem Tavetschthal Grau- 
bündtens (das haplotype Eisenerz, Brth.), scheint hierher zu geboren. Nach 
Breithaupt ist sein sp.G. = 4,94. Kobell fand darin 40p.C. Titansäure, 
allein da das Mineral mit Rutil regelmässig verwachsen ist, bringt er nur 3,57 
p.c. als wesentlichen Bestandtheil in Rechnung. Dass nur Spuren von Eisen- 
oxydul sich fanden, dürfte an der Prttfungsmethode liegen. 

Die zuletzt angeführten Mineralien können eigentlich auch als Eisenglanz 
betrachtet werden, da die Menge des Titanats gegen die des Eisenoxyds sieb 
hier schon sehr gering ergiebt. (S. Eisenglanz). 

Nach dem Vorhergehenden lassen sich die verschiedenen Titaneisen unter 
folgende Formeln bringen : 

I. tef'i. Crichtonit. Kibdelophan. T. vom Rio Chico. 

' *^., l Ifi. Titaneisen von Laytons Farm. 
iMgJ ^ 

111. Fe 

mSln ^ Ifi + nPe. Die übrigen Titaneisen, und zwar ist 



m B 9 


n B 


* • 


m 3=s 6 


n B 




m=: 4 


n B 




m B 3 


n B 




niB« 


n B 




m SS 4 


n B 


i. 


IDB 4 


n B 


3. 


ms 4 


n B 


4. 


mss 4 


n B 


5. 


m as 4 


n B 


43. 



419 

Egersund, Krageröe, St. Paalsbai, Cienaga. 
Umengebirge (Ilmenit) . 
Chäteau-Richer. 
Iserwiese (Iserin s. Th.). 
Lichßeld, Tvedestrand, Siö-Tok. 
Bodenmais, Eisenach, Horrsjöherg, Uddewalla. 
Aschaffenburg. 
1 m s 4 n B i. Snarum, Binnenthal, Oak Bowery. 

St. GoUhardt (Eisenrose). 
KragerOe, Tavetschthal. 

B. Titaneisen von abnormer Zusammensetzung. 

r Harihau bei Chemnitz. In sechsseitigen Tafeln krystallisirt. Hesse. 
(Mittel zweier Analysen). 

Titansäure 53,01 
Eisenoxyd 47,35 

100,36 

Wäre hier l^eti vorhanden, so mUssten 47,75 Eisenoxydul gefunden 
sein. Die Analyse führt aber auf ein titansaures Eisenoxyd 

Pe*ti*, 
welches aus je 50 p. C. beider bestehen mUsste. 

Dieses T. verdient eine neue Untersuchung. 

2. Iserwiese im Riesengebirge. Unter den Iserinkörnern kommen solche vor, 

welche oktaedrische Umrisse haben (vielleicht Rhomboeder mit Endfläche). 

Vier derselben hatten ein sp.G. = 4,40, also ein viel geringeres, als die 

früher untersuchten; sie waren ziemlich stark magnetisch, und gaben 

mir bei der Analyse : 

Sauerstoff. 
Titansäure 57,19 ss.ss 

Eisenoxyd 45,67 4,70 



Eisenoxydul 26,00 6,77 1 

),69j ^'^^ 



Magnesia 1,74 o, 



100,60 
Gefunden: Eisenoxyd 44;57 

I^ieser Iserin enthält also gleich dem T. von Layton das Maximum an Säure, 

^7 p.c. mehr als der frühere. Bei ihm ist der Sauerstoff von Fe : Pe : ti s 

3 : 4,1 : 14,6, und der von iP'e : f i b 1 : 3,5. Der Sauerstoff der Basen und 

der Säure ist b 1 : 2,05, d. h. b 1 : 2. In diesem L hätte man also 4 At. 

titansaures Eisenoxydul und 1 At. titansaures Eisenoxyd anzu- 

liehmen, 

4feti + l?eti». 

27» 



420 



> 55, S5 



!lpe47,« 



7 At. Titoutara » SSM 
I - Eisenoxyd » iWO 

4 - Eisenoiydul « 4 800 fc «8,57 J 
6300 tüO. 
Wenn sich diese Zusammessettuag dnroh neuere Ventuchc besliltigt, so dieol 
sie meiner Ansicht von dn- Iseioerplrie des Eisenoxydula und Oxyds tu eii 
weiteren StUUe 

Eisenoxydoxydul enthaltend. 
4. Unkel am Bhein. (Früher scbUckiges .Magneteisen genannt). Derbe Mnssai 

von miucbligem Bruch, im Basalt eingewachsen, von schwarzeui Pulver, 

sp.G. ■■ i,905. BammeUberg. 
8. Vimeberg bei Rheiobreitbach. Von ähnlichem Vorkommen, sp.G. =5,1. 

Rtaodius. 
3. Koste von Hersey. Häretische Kryslalle [?), sp.G. = i,82. Ed^^'a^llI. 



ieol I 
liitoi 

SS« 1 



früher 


■pu.r 


SaUtfr9k>0. 




Tiuossure <<,5I 


8,87 


S,3I 


9,03 = 9,(53 


Eisenoxyd 48,07 


M,8< 


(5,S( 


Fe 65,88 


Eisenoxydul | 


37,8« 


S,16 


Sl.lO 


Hanganosydullss.te 


8,03 


o,(s 9.n 


(00. 


Magneaia ) 


0,78 


O.SI 




98,7t 


(oo,n 






Gadinden: Eiienoiyd 91,58 


93,(6 




9i,(8 



Saneratoff. 



S,BO 



:Pe. 



Titansaure 1 5,S8 
Eisenoxyd i8,71 
Eisenoxydul 36,0< 
100. 
Gefunden : Eisenoxyd 88,7S 
In No. 1 ist der Sauerstoff von ti : ^e 
K t : S% : 4Vt, wonach dieses T. als 

2Peti + 3ßo»Pe> 
betrachtet werden konnte. 

5 At. Titansäure = 1000 = 8,37 

6 - Eisenoxyd = 6OO0 = 60,22 
H - Eisenoiydur »= 4980 = i1,41 

11980 100. 
Die von R h o d i u s untersuchte Substanz ist jedenfalls dieselbe. 



2,7 ! 4,7, d. h. nah« 



Ife 96,23 



1) Nach Abzug voD t p. C. Kieielsänro und S,6 Thonerde. 



42t 

In Md. 3 ist obiges Sauerstoffverhältniss ob 6 : 8 : 45 « 4 : 1 % : t%| so 
S8 dies eine Yerbindong 

Sl^eti H- öPePe 
in würde. 

3 Ai. Tilanstture « 4500 » 41,85 

5 - Eisenoxyd « 5000 == 49,50 ) j^ 

8 - Eiseaoxydul » 3600 = 35,<i5 f ® ^^'" 

40400 100. 
ie ZusammenseteuBg dieser Substanzen, welche vielleicht Gemenge sind, moss 
ich durch wiederholte Versuche festgestellt, und es muss insbesondere ermit- 
It werden, ob die angeblichen Krystalle eine solche Zusammensetiung haben. 

Magnetischer Eisensand. An sehr vielen Orten kommen Kdmer von 
diwarzer Farbe und stark attraktorischer Wirkung auf den Magnet vor, worunter 
lan reguläre Oktaeder bemerkt. Klaproth fand in einer Probe von der Snlän* 
ischenKOste 44p. C, Mahl 33 p.G. TitansUure, besonders aber hat sich Cor- 
ier mit der Analyse dieser Substanzen beschäftigt, und daraus 4 4 — 46 p. G. 
Itansäure erhalten. Sartorius v. Waltershausen giebt in dem Eisen- 
and aus Aetnalaven, in welchem Oktaeder vorkommen, und dessen sp. G. = 
,43 ist, 4S,38 Titansäure und 9S,48 Eisenoxyd an, was einen Ueberschuss 
on 4,56 p.G. bildet, so dass Eisen oxy du 1 vorhanden sein muss, dessen Be- 
timmung man in allen diesen Untersuchungen vermisst. 

Eine Probe von sehr feinem magnetischem Eisensand, am Müggelsee bei 
ieriin vorkommend, von schwarzem Pulver, dessen sp. G. s 5,075 ist, gab 
3ir: 

Titansäure 5,20 

Eisenoxyd 64,36 

Eisenoxydul 30,25 

Manganoxydul 4 , 23 

Magnesia 0,48 

98,52 
Gefunden : Eisenoxyd 94,97 
'^iii man tef'i voraus, so ist der Rest Magneteisen, und das Ganze 

teti + 6fePe 

4 At. Titansäure = 500 » 5,48 

6 - Eisenoxyd = 6000 = 62,18 lg 

7 - Eisenoxydul = 3150 = 32,64 J ^ ^ 

9650 400. 
Alle diese Substanzen möchten wohl Gemenge von Titan- und Magnet- 
sen, und bestimmte Verbältnisse nur zufällig sein. 

Tantalhaltiges Titaneisen. In dem Diamantsand von Diamantino, 
asilien, fand Damour schwarze Körner, von dunkelgrünem Pulver, sp.G. 





= t,$2, und darin: 7i,^« Titansaure, 6,67 TanUlsaare, 2,01 
Eisenoxjdul, was eUva der Formel ^eR* enlsprecben würde. 

Uerthier: Ano Mlnes V,t79.I1IS«r. 111, 40. ~ Berielius: Jabr«ib. I. 7>. XIT, 
■es. — Clemsoo: Au. J a[So. XV11,41. Scbwgg. J. LXIV, «1 — Cordier: J.dB 
HInesXXl. tiS. — DBmour: Ann. Chim.fhys.ltlS^r. LI,4iS. Balt.geol. Il.S«r. XIII, 
a*S. — Uelesse; ThisB sur remplol etc. 4«. — Drappi«»: Sciwgf . J, XXX. »4»-^ 
Edwardt: Rep. ortbelSIhmeetlng. J. f. pr. Cbem. LXXI, 114. — Hioer^VicD 
Aksd. Ber. X[X. ISO. — Hesie: Lieb. Jsbresb. I85S. Bt«. — Hsnt: Am. J. o[5( 
115er. XI, 131. Pbil. Mag. IX, 154. J. r. pr. Cheiii. LXVI. (St. — IgelstrOtn: J.I 
pr. Chom. LXIV, «t. — K endall: Dana UId. 11 Edit. Sil. — KIsprolh: Beilr. II, 
II«. IM US. V, MS 110. — KobeJI : Schwgg. ;. LXIV. S9. J4S. 1. I. pr. Ch™ 
1.87. XIV. Ul. I>ogi;. ADD. LXri. 59S. — LsBsaigne: Ano- lliaes VI, 447. —Mihi 
Bmndes Arvhlv XXVIII. lai. — Mallel : Am- J. ofSc. II S«r. XXIlt, (84. — Mi- 
rlKOX^' Ann. Chioi. Phys. III S^c. XIV, SO. — Mos and er: Vet. .Ac. llandl. im. 
Pofg. Aon. XIX, III. - Plenlstnour! J.f. pr. Cbem. XSIV, »Ol, — Ramaxti- 
berg: Pok Aod Llll. 119. CfV, 497. — Bhodius: Ann. Cbem. Pharm. LXIII, IM. 
Q. RoODt Pou- Ann. IX, 18S. — H. Rose: Ebendas. 111. IS3. XV. 17«. LXU. M«.- 
.«nrlur. v. Wallersbausen: Vatli. Gesteine Isl. elc. — Scbeeren Pogg. inu 
l.XIf. tS». — Sehmid! Pogg. Aon. LXXXIV, 498 — Smith: Ann MinesIV.S«. 
XVIU, lOB. — VopeL Lieb. Jahi^sb. iste. 810. 

2. Titanate luU Taatalalen (Niob^len, ZJrkoDtatea). 
Euxeuit. 
Gli-bt heim Erbitieo Wasser, wird beim GltlbcD getblichbraun, ist V. d. L. 
unstlimelibHr, und gicbt mit Borai und Phospfaorsalz gelbe GlUser, von deoeii 
das lolticr« beim Abkühlen bellgrilo oder farblos wird. 
Wird von S^luren nicht aogegrifien. 
(. Braunschwaner E. von Jölsier, Nordre Bergenbuus Amt in Norwegen; 
sp. G. := 1,60. Scheerer. (Approxim. Analyse). 

2. Braunschwaner E. vod Tvedeslrand in .Vorwegen; sp.G. = i,73 — 1,76. 
Derselbe. 

3. Schwarzer E. von Trotnöo bei Arendal. Sp.G. =i,92— 1,99. Strecker. 

Forbci 



i. Schwarzer E. von Alve; sp 


G. = *,89 


, in KrystaJIen = 


u. Dahl. 










Niobsaure') 


*9,66l 


1. 

53,61 


37,16 


38,58 


Tilansaure 


7,9if 


16,26 


tl,36 


Thonerde 


— 


— 


„ 


3,18 


Uranoxydut 


6,:H 


7,58 


8,15 


5,?2 


Eiseiiüxydul 


— 


8,60 


3,03 


1,98 


Yltererd« 


S5,09 


98,971 


2G,iO 


99,-35 


Ceroxydul 


S,I8 


S.9I| 


3,31 


LsDthanoxvd 


0,96 


^ 


— 


— 


Kalk 


S,i7 


_ 


5,25 


1,38 


W^ß Magnesia 


o,2y 


_ 


— 


0,19 


Wasser 


3,97 


1,04 


2,68 


S,88 




9s,go 


99,71 


100,39 


100,37 



488 

« 

In No. S ist nach Scheerer die Titansflure in überwiegender Menge vor- 
banden. 

Die Niobsflure in No. 3 hatte nach dem RothglUhen ein sp. G. » 4,24. 

Forbes u. Dahl: J. L pr. Chem. LXVI, 444. LXIX, i5S. ^ Scheeror: Pogg. 
ADD. L, 449. Ben. Jahresb. XXVI, S74. Pogg. Add. LXXII, 566. — R. Strecker: 
J. f. pr. Ch. LXIV, 884. 

Aesehynit. 

Mit diesem Namen bezeichnete Berzelius ein Mineral von Miask, von wel- 
chem Hart wall eine approximative Analyse geliefert hat. Später fand sich 
Hermann veranlasst, denselben Namen auf eine Substanz von gleichem Fund* 
ort zu übertragen, welche sich qualitativ und quantitativ vom wahren Aeschynit 
unterscheidet. Ueberdies stimmen Hermann 's zu verschiedenen Zeiten gege- 
bene Analysen auch nicht unter sich. 

Berzelius 's Aeschynit: Giebt beim Erhitzen etwas Wasser; in einer 
offenen Röhre starke Spuren von Fluorwasserstoffsäure ; bläht sich v. d. L. bei 
anlangendem Glühen auf, wird rostgelb, lässt sich aber nicht schmelzen ; nur 
an den äussersten Kanten bildet sich eine schwarze Schlacke. Löst sich in 
Borax leicht mit dunkelgelber Farbe, in Phosphorsalz zu einer klaren farblosen 
Perle, welche bei stärkerem Zusätze gelb erscheint und sich trübt, und in der 
inneren Flamme, besonders auf Zusatz von Zinn, schmutzig dunkelbraun bis 
vioiet wird. Mit Soda entsteht eine ungeschmolzene rostgelbe Masse. Ber- 
zelius. 

Hermann 's Aeschynit: Giebt beim Erhitzen etwas Wasser und Spuren 
von Fluorwasserstoffsäure ; schwillt v. d. L. wie Orthit auf und wird rostbraun ; 
giebt mit Borax eine in der Hitze gelbe, beim Abkühlen farblose Perle, welche 
in der inneren Flamme durch Zinn blutroth wird; in Phosphorsalz entsteht 
schwerer ein klares Glas, welches durch eine grössere Menge leicht trübe, und 
im Reduktionsfeuer, besonders durch Zinn, ametbystroth wird. Mit Soda braust 
das Pulver, ohne zu schmelzen. Hermann. 

Berzelius und Hartwail haben das Verhalten des A. zu Säuren nicht 
angegeben. 

Hermann 's Mineral wird selbst von Schwefelsäure wenig angegriffen, 
schmilzt aber mit saurem schwefelsaurem Kali zu einer klaren Masse, die trübe 

erstarrt. 

Hartwall.') 

Zinnsäure 0,5 

Titansäure 56,0 

ZirkonsHure 20,0 

Ceroxyd 45,0 

Eisenoxyd 2,6 

Kalk 3,8 

97,9 



4) Die Analyse ist nur eine annähernde, besonders in Betreff der Mengen von Titansäure 
und ZirkoDSäure, die nicht vollkommen getrennt werden können. 



XntaMn 


JJ,» 


».«5 


U.ä« 


TüMMJttrF 


II, <t 


l».M 


M.99 


artnimMTfT) 


«,H 


I7.M 


GiSt.M 


CoaiAd 


i;,w 


l,3i 


5,15 


Tluia* 


9,3S 


l.«ä 


l,tt 


UaduKKs;«! 


4,76 


11,1) 


<,» 


C»nH>l 


t,W 


1.^5« 


S.)t 


laft 


«.»» 


— 


— 


WaMCr 


I,M 


<,W 


I,M 



1»,«S'j IM.M 1M,S7 
SpecGew. &,«S l,9S 

In M luUc HermaDD etttmllich TjnUlStar« Migefeb«D, wHcbe er S[dte«' 
tU XuAMun erkannt«, und weiche er jeUl als bestefaewl aus 1 1 . ■>< Niobsäur« 
ond tt.tV CnLcrniobtanre betracbM. Die Zirkoa^tor« dieser and der iweitax 
Ansifse fah mit Cbtorwass«nto(bliirv Lein krv'staUiaiimdes Sab, nnd hat sicts 
■D der drillen Analvu* als ein Gemenge wn THansAure und Ceresyd ra eTien— 
nea ^egel>«n. 

Bb Ut biemacb oocb oichl mfl^cb, aber die wahre ZusaaimenseUmig die- 
wr Snhsttmen oder Ober ihre Idenlitsi ein Crtheil tu filDen. 

Bürrnllg« a. Ilarlwall: Ben. Jabresb. IX. IH. XXV. 37i. — HermaDO: 
lovrn. t. pr. Cbem. XXXI, 8». XXXVIII, «(«. L, t7f . <«. LSVIII, «. 

Decfc|iitirl l^eim ErbiUen, zeigt bei schwachen} GtUben eine Peuern-schei- 
nung, und nimmt dann eine graubraune Farbe an. Ist v. d. L. unscbmelzbar. 
Giebt mit Borax in der äusseren Flamme ein gelbes, in der inneren ein gelb- 
braunes oder braunes Glas; mit Pbosphorsalz in jener eine gelbbraune, nach 
dem Abkühlen gritnliche in dtcser eine dunkelgel^rble Perle. Die Heduktions- 
probe giebl weder Haugan noch ein reducirl«s Metall zu erkennen. 

Chlorwasserslo^ure zerseUt ihn unvollständig, Schwefelsaure dagegen 
vor und nach dem GlUben voIUtSadig. 

Scheerer fand in diesem Mineral von Hitteröen in Norwegen : UtansSure, 
NiobsHure, ZirkonsHure, Eisenoxyd, Uneoxyd, Yltererde, Ceroxydul, nebst einer 
geringen Menge Tbonerde und Spurm von Kalk and Magnesia. 

Scbeerer vergleicht die Krystalirorm des P. mit der des Columbits und 
Samarskits. Hermann findet naht Uebereinstimmung mitderoersteren. Auch 
dem Euxenit steht die Form sehrnabe; doch hat er ein grösseres sp. G. (5,09 
— 5,12) und enthalt Zirkonsäure. Vom Polymignit unterscheidet sich der P. 



1) Spuren von Woirram, Mangan, 



425 

durch Niob- und Crangehalt, die §druige HeDge Kalk und die Abwesenheit des 
Mangans. 

Schaarar: Pogg. Ann. LXII, 480. LXXII, 568. — Hermann: J.f.pr.Ch. L,4 8l. 

Polymignit. 

V. d. L. unveränderiich ; giebt mit den FIttssen die Reaktionen des Eisens 
and Titansy so wie des Mangans. 

Wird als feines Pulver von Schwefelsiiure zersetzt. 
Berzelius fand in dem P. von Fredriksvdmi Norwegen: 



Titansäure 


i6,30 


Zirkonstture 


U,U 


Eisenoxyd 


12,20 


Mangaaoxyd 


2,7» 


Geroxyd 


5,00 


Yttorerde 


44,50 


K(4k 


4,10 



96,04 

Anamlem Spuren von Kali, Magnesia, Kieselsäure und Zinnsäure. 

Die Sehwierigkeit der Trennung von Titansäure und Zirkonsäiire, so wie die 

Sdtenheit des Minerals machen die Analyse unvollkommen. 

Nach Hermann lässt sich die Krystallform des P. auf die des Columbits 

xorttckführen. 

Frankenheim vermuthet die Identität des P. mit dem Aeschynit, wofür 

die Analysen jedoch nicht sprechen. 

Breithaupt nennt GrOnlandit ein für Columbit bisher gehaltenes Mineral, 

dessen sp.G. = 5,432^5,45 ist. Er findet die Krystallform zugleich verwandt 

der des Aeschynits, Euxenits, Polykras und Polymignits. 

Berzelius: K. Vet. Ac. Hsndl. 4824. II, 889. Pogg. Ann. III, 208. ~ Breit- 
haupt: B. n. b. Ztg. 4858. No. 8. — Frankenheim: Pogg. Ann. XCV. 874. — 
Hermann: J. f. pr. Ch. L, 484. 

Pyrochlor s. Tantalate. 

Anhang. 

Mineralien, deren Zusammensetzung unvollkommen 

bekannt ist. 

Adelpholith. 

Ein anscheinend viergliedriges braunes Mineral aus dem Kirchspiel Tam- 
mela in Finland, welches beim Erhitzen Wasser verliert, v. d. L. unschmelzbar 
ist, und nach N. Nordenskiöld 44, Sp.G. Tantal (oder Niob-) säure, Zinn- 
säure^ Eisen- und Manganoxyd und 9,7 p. C. Wasser enthält. 

A. Nordenskidld Beskrifning af de i Finland funoa mineralier p. 87. 



4W 

Ammioliih. 

Rolbe erdige Masse aus Chile, Dach Rival 30,5 Antimoa, tt,8 Tellur, 
18,2 Kupfer, 8S,2 Quectsilber, 2,5 Qua«, und im L'ebrigcn Sauerstoff eol- 
hallend. 

Ann. Hioes V 5«r. VI, S3S. 



Sehr kleine sirkonabulicho Krjslalle vod den azoriscben Insela, »ekht 
nach Uayes Niobsaure und Kalk eothahen soili-n. Vgl. Pjrrhii. 
Teicb«macher: Am S. otSc. II Ser. 111, 3S. 

Barnbardtit (lloDiithlin). 

1. Bamhardtit von Gabarrus Co., Nordcaroliua. Derb, broucegclb von grau- 
scbwaraem Strich, durch Feuchtigkeit brauD oder rotbbcb aDlaufeDd; 
sp.G. » 4,SSf. a] Barnhardts Land. 6] Pioneer-Mills. Genth. 

2. Homichljn vod Plauen im sächsischen Voigtlande. Soll in der Krystall- 
form den KapfeAiea •gleichen, Farbe z^vischen diesem und Schwcfelkief; 
sp.G. s 4,387— 4,48. Th. Richter. 



Schwefel 


SS.iO 


30,13 


(31,7) 


Kapfer 


17,61 


17,65 


i3,8 


Eisen 


88,83 


81,75 


82,1 




99,8i 


99,53 


100. 



Hiernach ist es wohl unzweifelhaft, dass beide eine und dieselbe Substaot und, 
anscheinend eine Verbindung von 3 At. Eisen, 4At. Kupfer und 5Al. Schwefel. 

tu» Fe. 
5 At. Schwefel = 4000 = 30,43 
4 - Kupfer = 1586 =: 48,27 
2 - Eisen = 700 = 21,30 

3286 100. 
Die Substanz von Plauen ist ganz zerklüftet und mit Kupferpecberz durch- 
zogen, daher die Analyse nicht gani genau. 

G.enth: Am. J. of Sc. II Ser. XIX, (7. J. f. pr. Cbem. LXIV, «8. — Richltr 
(Breitbaupt): B. u. h. Ztg. 18SS. No. tS. ISS». No. S. 

Bleigummi. 

Giebt beim Erhitzen Wasser und dacrepitirt lebhaft, wird v. d. L. auf 
Kohle undurchsichtig, weiss, schwillt an, und schmilzt in starkem Feuer theil- 
weise. Hit Soda reducirt, liefert es Blei. Eobaltsolution tSrbt es blau. 

Es ist in Salpetersäure auflitslicb. 



427 

Berzelius gab die erste Analyse, Dufr^noy und Damour wiesen 
später einen Gehalt an Phosphorsäure nach. 

1. Huelgoet in der Bretagne, a) Berzelius. fr) Damour. 

2. La Nussidre bei Beaujeu, Dpt. du Rhtoe. Sp.G. ■■ 4,88. Dafr6noy. 

3. Grube Rosidres bei Carmeaux. Eine Sinterbiidung. Berthier. 

4. Sogen. Hitchkockit. Von der Canlon-Grube, Georgien, Nordamerika. Sp. 
G. SS 4,04 4. Genth. 

4. t. 8. 4. 

a. b. 



Schwefelsäure 


— 


a. 

0,30 


0,85 


r 

0,40 


..» 


_ 


.— 


Phosphorsäure 


— 


8,06 


12,05 


15,18 


1,40 


25,6«) 


80,85 


Bleioxyd 


40,14 


35,10 


62,15 


70,85 


43,90 


10,0 


87,40 


Kalk 




0,80 







— 


Cu 3,0 





Thonerde 


37,00 


34,32 


11,05 


2,88 


34,23 


23,0 


28,41 


Eisenoxyd 




0,20 


— 


— 


— 


— 


— 


Chlorblei 




2,27 


8,24 


9,18 


— 


— 


0,14 


Wasser 


18,80 


18,70 


6,18 


1,24 


16,13 


38,0 


83,20 


Fremdartiges 


8,60 


99,75 


99,92 


99,73 


Si 2,11 


99,5 


1 00.») 



98,54 97,77 

Aus diesen Untersuchungen wird es wahrscheinlich, dass das Bleigummi 
keine gleichförmige Verbindung ist. 

Berzelius erklärte es für ein Bleioxyd-Aluminat, 

Pb^P + 6aq. 
D amou r^s Analyse a führt, abgesehen vom Chlorblei, zu der Formel 

Pb»P + 6Äm». 
Die Analyse ß giebt < At. Phosphat gegen { At. Hydrat, y aber viermal so viel 

des ersteren. 

Auch in Dufr6noy's Mineral sind 7,8 p. C. frb'P enthalten, nach deren 
Abzug der Rest der von Berzelius aufgestellten Formel entspricht. 

Die in No. 4 untersuchte Substanz ist von den übrigen dadurch wesentlich 
verschieden, dass sie ein Thonerdephosphat enthalten muss. Ihre Analyse giebt 

ungef