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Full text of "Westfälisches Urkundenbuch (Volume 4): Die Urkunden des Bisthums Paderborn vom Jahre 1201–1300."

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WESTFALISCHES 

URKUNDEN - BUCH. 

FORTSETZUNG VON ERHARDS REGESTA HISTORIAE WESTPALIAE. 

HERAUSGEGEBKN 
VON DEM 

VEREINE FUR GESCHICHTE UND ALTERTHUMSKUNDE WESTFALENS. 

VIERTER BAND: 

Die Urkimden des Bisthums Paderborn vom J. 1201 — 1800. 

>h ti <r« - 

1201—1250 1251 — 1300 

bearbeitet bearbeitet 

von von 

Dr. Roger Wilmans, Dr. Heinrich Finke, 

Koniglichem Staatsarchivar und Geheimen Archivrathe a. o. Professor der Geschichte an der Koniglichen Akademie 

zu Munster. zu Munster. 

Nebst Personen- und Ortsregister, Siegelverzeichniss und Glossar 

von 

Dr. H. Hoogeweg, 

Koniglichem Archivar. 



mt^^^ki I III Hfc^H— t^*—*M^*ii^i 



Miinster, 1877 — 1894. 

In Commission der Regensberg'schen Buchhandlung. 

(B. Tbeissing.) 



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W4-I 
H/56 



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WESTFALISCHES 

URKUNDEN-BUCH. 

FOBTSETZUNG VON ERHARffS REGESTA B1ST0RUE WESTFAUJE. 

HERAUSGEGEBEN 

▼ ON DEM 

VEREINE FUR GESCHICHTE UND ALTERTH UMSKUNDE WESTFALENS. 



VIERTER BAND: 
Die Urkunden des Bisthums Paderborn vom J. 1201 — 1300. 

Erste Abtheilung: 

Die. Urkunden der Jahre 1201 — 1240. 



Bearbeitet 



Dr. Roger Wilmans, 

Koniglichem Staats-Archivar und Geheimen Arehiv* Rathe. 



M ii n s t e r, 

gedruckt unci in Commission bei Friedrich Regensberg. 

18 7 4. 



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Verzeichniss der benutzten Handschriften ! ). 



Msc. I. 118. Copiar des Domstifts zu Paderborn. Pergament. 4°. ssec. XIII in. 

„ I. 121. Copiar des Stifts Busdorf, von verschiedenen Handen des 15. Jahrhunderts. Papier. Fol. 

„ I. 123. Desgl. des 18. Jahrhunderts. Papier. 

„ I. 126. Giiter- Register und Copiar des Klosters Abdinghof. Papier. Fol. ssec. XIV und XV. 

„ I. 127. Copiar des Klosters Dalheim. Pergament. 4°, verfasst im J. 1480. 

„ I. 129. Copiar des Klosters Marienmunster. Papier. Fol. ssec. XV und XVI. 

„ I. 131. Desgl. Papier. 4°. ssec. XVI. 

„ I. 133. Fraternitatsbuch des Klosters Corvey. Pergament. Fol. ssec. XII med mit spateren Nachtragen. 

„ I. 134. Copiar des Klosters Corvey. Pergament. Fol. saec. XV. exeunt. 

„ I. 136. Copionale tertium des Klosters Corvey. Papier. Fol. ssec. XVII. 

„ I. 139. Copiale sextum des Klosters Corvey. Papier. Fol. ssec. XVII. 

„ 1.242. Urkunden -Ausziige aus den Libri Variorum der Biblioth. Theodorian. Paderbornensis. Papier. Fol. ssec. XVII. 

„ I. 245. Chronicon Corbeiense. Papier. Fol. ssec. 18. 

„ VI. 224. P. von Hatzfeld's Regesten der im Copiar') des Kloster's Gerden befindlichen Urkunden 1128 — 1540. 
Papier. 8. 

„ VII. 1316 c. Guterverzeichniss des Hochstifts Herford. Pergament. Klein Fol. ssec. XII. 

„ VII. 3117. E. A. F. Culemanns Codex diplomaticus Ravensbergensis. Papier. Fol. ssec. 18 med. 

„ VII. 3301a. Kleines Copiar des Hochstifts Herford. Papier, ssec. 15. Klein 4°. 

„ VII. 3301 f. Storch's Copiar von Herforder Urkunden. Papier. Fol. ssec. 18 med. 

„ VII. 4210. Copiar des Stifts Gokirchen. Papier. Fol. ssec. 15. 

„ VII. 4509 a. Kleines Copiar des KloBters Hardehausen. Papier. Klein 8°. ssec. XVI. 



! ) Nur die erste und siebente Sammlung der Handschriften des hiesigen Konigl. Staats-Archivs (Msc. I. und VII.) ent- 
halten in der Regel Copiare von antiquarischem Werthe , die iibrigen aber Urkundenabschriften , hin und wieder auch 
Bruchstucke von Copiaren, die Kindlinger (II.), Niesert (HI.), Wilkens (IV.), Meyer (V.) und Erhard ,VI.) zusammen- 
gestellt haben. Dieser letzteren Sammlung sind dann auch die neuerdings aus dem Nachlasse von P. von Hatzfeld > x 
erstandenen Handschriften angeschlossen worden. x 

^ Im Besitze des Herrn Grafen von Bocholtz-Alme. 



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IV Verzeichniss der benutzten Handschrif ten. 

Msc. VH. 4509b. Fragment eines Guterverzeichnisses des Klostera Hardehausen. Pergament. Fol. smc. XIII med. 

„ VII. 4512. Copialbuch des Klosters Marienmunster. Papier. Fol. Im J. 1727 verfasst. 

„ VII. 4513. Copiar des Klosters Willebadesseri. Papier. 8°. seec. XV. 

„ VII. 5102. Copiar der Herrschaft Buren. Papier. Fol. seec. XVII. 

„ VII. 6723. Copialbuch des Stifts Marsberg. Papier. Fol. ssec. XVII. 

„ VII. 6704. Copiar des Klosters Flechtdorf im Ftirstenthum Waldeck. Pergament. Fol. seec. XIV und XV. 



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DIE URKUNDEN 



DES 



BISTHUMS PADERBORN. 



1201 — 1300. 



Wwtf. tTric-^fitfcli. IV. 



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I 



* Der Cardinallegal Petrus nd vincula S. Petri verleiht dem Abl von Cwvey das Recht, gegen die, tvelche die 

Stiftsgiiier venousien und berauben, navh dreimaliger verqebUcher Vortadung, die Excommunication auszu- 

sprechen. G. J. (1188—1190?) l J — Orig.f?J Fr. Corvey U. 74; Abschr. des 17. Jahrh. auf einem 

eingekgten Blatle hinzugefiigt Msc I. 134. S. 13$. 

Petrus Dei gratia tituli sancti Petri ad vincula presbiter cardinalis apostolice sedis legators venerabili in 
Christo fratri . . eadem gratia Corbiensi abbati, in Domino eternam salutem. Cum essemus apud eccle- 
siam tuam, que millo jpediante ad ecclesiam Romanam noscitur pertinere, ex tua et fratrum tuoram 
conquestione cognovimus, quod quidam parum Domini minas homines formidantes bona eiusdem ecclesie 
ausu temerario violenter diripiunt et detinere presumunt. Quia vero ex inspectione privilegiorum, que 
Romani pontifices tue ecclesie radulserunt, nobis constitit evidenter, quod omnes illi excommunicationi 
subiaceant, qui bona ad tuam ecclesiam pertinentia sine iusta causa presumunt auferre; quia propter 
hoc non potes semper presentiam episcoporum adire, tibi quafungimurlegationisauctoritate, concedimus, 
xit secundum tenorem privilegiorum, quibus tua gaudet •ecclesia, in omnes prefatos malefactores, si post 
terciam citationem noluerint resipiscere, tibi liceat sententiam excommunicationi^ proferre, et turn Domini 
subiaceant anathemati, quousque ecclesie tue plenarie satisfaciant 
Ein Siegel scbeint nie vorhanden gewesen zu sein. 

% 

Beringer von Horhusen griindet im Stift Marsberg seine und seiner Vertoandten Memorie. 1201 April 30. — » 
Or. Propstei Marsberg V. la; Abschr. Msc. 11.40. S.539; 101. S.15; Vll. 5723. S.387; gedr. Seibertss 

U.-B. I Nro. 145. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Ego Brunincgus Montis Martis ecclesie gratia Dei 
prepositus, omnibus, quibus hoc scriptum ostensum fuerit, in Domino salutem. Quocienscunque aliqua 
memorie digna in nostra presentia aguntur vel constituuntur, dignum iudicamus, ut per aliquod monu* 
mentum posteris nostris nostre occasiones innotescatit, ut ratum sit, quod agitur et nostre institutions non 
infringantur. Notum sit ergo cunctis Christi fidelibus, tarn presentibus, quam fiituris, quod Beringerus 
dictus de Harehusen, cum filio suo Johanne, qui nobis in capitulo nostro professionem fecit, novem 
mansos sue proprietatis in Erdelinghusen 2 ), heredibus suis hoc annuentibus, nostre contulit ecclesie in 
perpetuo possidendos, ut post obitum ipsorum apud nos predictorum memoria servetur. Ut autem hoc 
factum firmum ratumque habeatur, presentem litter am sigillo domni mei abbatis Widekindi et ecclesie 



*) Wir miissen uns begniigen, diese der Schrift nach etwa der Mitte des 13. Jahrh. angehorende Orkunde an das Ende 
des zwolften zu setzen, da es uns bisher nicht gelungen ist, mit den una zu Gebote stehenden Hulfsmitteln, wah» 
rend des 13. Jahrhanderts einea in Deutschland als Legaten fdngirenden Cardinal Petrus tituli 8. Petri ad vincula 
nachzumreisen, wogegen aber bei Jaffe R. P. R. S. 870 in den Jahren 1188*-ll90 ein Cardinal Petrus tit. S. Petri ad 
vincula tit Eudoxiae vorkommt. Wenngleich namlich die Schrift unserer Urkunde dieser Zeit nicht angehoren kann, 
so ist es doch moglich, da ein Siegel nie vorhanden war, dass hier nur eine Abschrift s. XHL med. von einer Ur- 
kunde aus den J. 1188—1190 vorliegt — 9 ) Eriinghausen SO. von Marsberg. 

1* 



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4 1201—1202. 

Corbeiensis fecimns roborari. Acta sunt hec anno gracie M°CC°I°, pridie Kalendas Maii; in presentia 
domni W. abbatis, Conradi prepositi, Conradi, Cononis scriptoris; Conradi de Amelungessen, Thiderici 
comitis dicti de Horhusen, Walmodi marscalci, Ludolfi burgraviL 
Beide Siegel sind abgefallen. 

3. 

* Bernard II. , Bischof von Paderborn, genehmigt, dass die Bruder Godscale und Albert ihre Giiter zh 
Osterhusen l J, welche sie vom Bischofe zu Lehn trugen, mit Ausnahme des Houses daselbst, welches Albert 
allein gehorte, unter sich getheilt, und Gotschalk, welcher sich dem Klosterleben tmdmen wollte, sich selbst 
mit seinem Antheile am Grundbesilze, dem Kloster Gerden getoeiliet habe. Zeugen: Benrich Dechant, Lam- 
bert Propst, Thiderich Scholaster (des DomsJ, Bernard Propst Sti. Petri et Andrece 2 J, Johan de Padra , Hen- 
rich Kammerer. Aus dem Laienslande: Amelung vicecomes, Hildebold villieus zu Enhus, Conrad, Stapel und 
sein Bruder Wernher, Conrad Kammerer, Wilhelm von Herstelle, Gerhard von Etlen. 1202 anno episcopatus 
14. ind. 5. — Hier nach den deutschen B J und lateinischen 4 J Regesten der im Gerdener b J Copiar enthaltenen 
Urkunden dieses Klosters in Msc. VL 224. S. 23 3 J u. 1. 242 K S. 32 4 J. 

4. 

* Bernard 11. , Bischof von Paderborn, bestdtiget, dass Benrich und Hermann Cleriker und Goswin, 
Anton und Werner Laien, alle Gebriider von Siddeshen und ihre Schwester Jutta, dem Kloster Gerden fur 
31 Mark drei Mansen in der Villa Siddeshen 6 J verkauft haben. Zeugen sind: Benrich Dechant, Lambert 
Propst, Meinricus, Alexander prior es, Conradus custos, Thidericus scholasticus. Ex fidelibus ecclesie Her- 
mann von der Lippe, Bertold von Sconenberg, Bertold und Thietmar Bruder von Buren r Amelung vicecomes r 
und die Ministerialen: Werner von Bracle, Conrad camerarius. 1202 anno episc. 15. ind. 5. — Hier nach 
den deutschen und lateinischen Regesten Mse. VI. 224. &. 24; I. 242 h . & 32. 

* Bischof Bernhard IF. bekundel den Ertcerb mehrerer Giiter seilens des KL Willebadessen. 1202. — Regest 

Msc. 1. 242 K S. 61. 

Litera Bernhardi II. Paderbomensis episcopi de tribus mansis in Overde resignatis a Bia femina de 
Helmeren, domo in Rode a Geroldo et Conrado fratribus de Helmeren, domo in Helmere 7 ) a Wernhero. 
de Vlechten, qui duas filias in cenobio collocavit et domum istam a Wernhero et Waltero de Bilinc- 
husen emerat, manso in Bulehem 8 ) ab Hermanno et Henrico fratribus de Swalenberg consanguin«is epi- 



') Da an den Hof Osterhus — Echthaus im Kspl. Vosswinkel, im aussersten Nordwesten des Kr. Arnsberg, wohl nicht 
zu denken ist, so kann ich in Westfalen and den benachbarten Landern diesen hier und in den Gerdener Urkunden 
von 1177, Erhard G. 392 und von 1207 vorkommenden Ort mit Bestimmtheit nicht deuten. Weil indessen das Kloster 
Gerden sonst viele Guter im Lippesehen besass und im J. 1207 noeh andere Osterhusensche Giiter gegen Besitzungen 
in Vogelhorst, Amt Horn, eintauschte, so konnte man versucht sein, den ersteren Namen mit Osterholz in eben 
demselben Amt zu identificiren. Doch steht dem entgegen, dass dieser Name schon in den Traditionen Meinwerc's 
Astanbolte (Preuss u. Falkmann I. Nro. 20, 26 ) und i. J. 1320 Osterholte (ib. II. 655) lautet* Vielleieht ist bei Osterhusen 
aber an den S. von Gerden im Er. Warburg liegenden Osterberg zu denken. — 2 ) Stift Bussdorf. — 3 ) Die von Peter 
von Hatzfeld herriihren. — *) Aus den Abschriften der libri Variorum. — 6 ) Fruher und auch wohl jetzt noch im 
Besitz des Herrn Grafen yon Bocholz-Alme. Dasselbe ist aueh bei den Urkundenauszugen in Wigand's Archiv IV. 
78 sq. benutzt worden. — *) Siddessen NO. von Gerden. Vgl. Nro. 48. — T ) Helmern SO. von Willebadessen. VgL 
die Willebadessener Urk. v 1237. — *) Bei Kleinenberg SW. von Willebadessen Vgl. die Urk. dieses Klosters v. 1221. 



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12 02. 5 

scopi et Henrico de Stenhem, domo in Gulehem, domo in Rozedehusen, 3 mansis in Albrachtessen ab 
Hermanno et Bernhardt) fratribus de Holthusen, Helmwico de Nedere et Jutta deHerse, domo in Home 
a Ludolpho de Raven resignatis. Acta hec anno pontificatus nostri 16., indictione 5. Testes: Lambertus 
inaior prepositns, Henricus decanus, Alexander, Thidericus priores, Conradus custos, Thidericus scholasticus, 
Bernhardus prepositus de S. Petro (et Andrea), Johannes de Elsen, Henricus camerarius canonici; Amelungus 
vicecomes, Wernherus de Bracle, Anselmus, Gerardus deEtlen, Lippoldus, Conradus camerarius, Luderus. 

6. 

* Bisch. Bernhard 11. bekundet den Erwerb mehrerer Zehnten seitens des KL Willebadesseru 1202. — 

Regest Msc. I. 242 b. S. 61. 

Littera Bernhardi II. de decima in Watervelde a consanguineo suo Bernhardo de Lippia et Gode- 
scalco et Johanne fratribus de Mulenhusen, duabus partibus tertiis decime in Odehem ab Everhardo de 
Heden, decima in Bulehera ab Anselmo de Atlen resignatis. Testes: Lambertus prepositus maior, Hen- 
ricus decanus, Alexander, Thidericus de Etlen priores; Conradus custos, Thidericus scholasticus, Bern- 
hardus prepositus de sancto Petro, Johannes de Elsen, Henricus camerarius; Amelungus vicecomes; et 
hii ecclesie nostre ministeriales: Wernherus de Bracle, Henricus, Lippoldus de Atlen, Gerhardus de Etlen, 
Conradus comes, Luderus. 1202. 

r. 

Graf Beinrich von Ziegenhagen x ) verzichtet auf den Zehnten gewisser von den Monchen des Klosters Harde- 
hausen ausgerodeter Landereien. 1202. — Or. KL Hardehausen U. 14; gedr. Wigand Arch. 1. 2. S. 60 2 J. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Henricus comes de Cichenhagan in perpetuum. Amen. 
Notum esse volumus tarn futuris quam presentibus, ne libera detur errori facultas, quod Volperdus de 
Burchnen cognomento Craz fratribus in Hersvithehusen Deo servientibus cum uxore sua contulit predium, 
quod nunc vocatur Novate sancte Marie 9 ), quod ipsi propriis laboribus in agros redegerunt. Hoc autem 
predium multis annis quiete possederunt cum omni iure, sicut et donatores ante possederant. Tandem 
suggestum est mihi ab emulis predictorum fratrum, sicut malorum est semper invidere bonis, quod decima 
predictorum agrorum mei deberet esse iuris sicut et agrorum circumiacentium. Et, ut verum fatear, 
facile inclinatus est animus meus ad assensum odore lucri, sicut est humana fragilitas; cepique in pre- 
dictos fratres agere magis potestative quam iudiciarie, illis excipientibus contra me in hunc modum: 
„ Privilegiatus est totus ordo noster 4 ) ab apostolico in decimis omnium novalium nostrorum." Item: 
„Hanc decimam amplius quam XXX a annis quiete possedimus, ideoque hanc decimam solvere non debe- 
mus. tt Novissime vero ammonitus a viris prudentibus, et ego ipse considerans, non esse tutuni, Dei 
servos indebite gravare, renunciavi accioni mee una cum uxore mea et filiis meis imperpetuum, et domi- 
nus Conradus Craz similiter fecit, qui dicebat predictam decimam se in feodo habere debere, si ego earn 
evicissem. Huius rei testes sunt qui etiam ammonitores fuerunt, scilicet: comes Fridericus de Cichen- 

hagen, comes nhardus de Ogtershusen, Henricus de Gastervelt, Rupertus de Cassle 5 ), Gerlacus 

de Cassle et alii quam plures. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°.II . indictione Va«). 
Nur die Siegelriemen sind erhalten. 



») S. von Fritzlar, Prov. Hessen. -— 2 ) Mit dem falschen Jahre 1205. — *) Marienrode, Hof in der Pfarre Borken, N. 
von Ziegenhain. Vgl. Rudolf Ortslexicon II. 2749. — 4 ) Der Cistercienser. — 6 ) Mit Hdlfe chemischer Reagentien ist 
es una gelongen, diese Nam en, welche in dem Abdrucke bei Wigand fehlen, wiederherzustellen. — *) Die Indiction 
allein hatte Wigand auf das richtige Jahr hinfuhren konnen. 



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6 1201. 

8. 

* Bischof Bernard 11. von Paderborn iiberweiset das obere Bans in Luthardessen l ) den ft-abenden des 
Klosters Gerden. Dieses Bans hatte Bitter Thegenhard, Dienstmann der Paderborner Kirche, damals noch 
unvermdhlt, mit seinen Briidern Wildebert und Sigfrid dem Bischof am 12. April 1202*) resignirt. Am 
27. April 1203 genehmigte sodann Bildegard, die Gemahlin des Thegenhard, bevor sie noch von demselben 
Kinder hatte, diesen Verzicht. Zeugen sind: Lambert Dompropst, Benrich Domdechant, Bernard Propst ad 
S. Petrum et Andream, Hermann Propst in Nienkerken etc.; sodann die Ministerialen: Bildebald von EneH- 
hus, Belmich Grubo, Luder von Danen t Bonifacius und Erpo von Ekkere, Everhard von Besen, Berno von 
Bemedissen, Bur chard von Drenethe und Johann von Ethene. 1203. — Nach den lateinischen und deutschen 
Regesten in Msc. 1. 242 K S. 33; VI. 224. S. 26. 

9. 

* Bischof Bemhard 11. von Paderborn genehmigt, dass ein von seinem Bochslifl lehnriihriger Zehnten, den 

er an seinen Venoandten Bernhard von Oesede, dieser aber an Werner von Brakel als Lehen verliehen, von 

Letzterem an das KL Gerden verkauft werde, nachdem jedoch Werner den Lehnfiscus durch einen andern 

Zehnten entschadigt habe. 1203 s ). — Abschr. Msc. 11.71. S. 226, lateinische und deutsche Regesten 

Msc. 1. 242*. S. 33; VI. 224. S. 25. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus secundus Dei gratia Paderbornensis ecclesie 
episcopus. Ut facta memorie digna ad posterorum notitiam devolvantur, consuetum est et perutile, ilia 
8cripti8 autenticis commendari, que inter homines' circa contractus et huiusmodi rationabiliter geruntur. 
Sic nos, ne temporum antiquitas errorem et error periculum inducere valeat, presentibus significamus et 
futuris, quod Wernherus de Bracle ministerialis ecclesie nostre accipiens a procuratoribus claustri Ger- 
dinensis quinquaginta et duas marcas, quarum ipse recepit in persona propria triginta marcas in Pader- 
burne cum filio suo Hermanno et genere suo Gozwino, Richelmus autem duodecim in Bracle, pro quibus 
decimam in Wernessen in pignore tenuerat ab.eodem Wernhero, reliquas decern marcas villicus Sosa- 
tiensis nomine filii sui prenominati Gozwini, decimam iamdictam de Wernessen 4 ) de legitimorum heredum 
suorum consensu et collaudatione resignavit Bernhardo de Ozede consanguineo nostro, quam tenuerat ab 
eo, Bernhardus vero idem nobis ipsam decimam resignavit. Nos itaque monasterio Gerdinensi ex libe- 
ralitate paterna sic nobis vacantem decimam contulimus eandem. Ceterum in recompensationem decime 
pretaxate memoratus Wernherus nobis decimam de Dodenhusen*) resignans obtinuit a nobis, ut prefato 
earn Bernhardo concederemus, quam idem Wernherus recepit in beneficio ab eodem. Ut autem firma 
hec permaneant et iqconvulsa, scripti et sigilli nostri munimento decrevimus procurare, precipientes in 
Jesu Christi Domini nostri nomine et sub excommunicationis pena, ut nullus posterorum ea retractare 
sive violare presumat, sed quilibet sub debita hec f ovens stabilitate a Domino promereatur benedictionem. 



A us der von Preuss und Falkmann II. 704 mitgetheilten, das El. Gerden ebenfalls betreffenden Urkunde von 1325 geht 
unzweifelhaft hervor, dass dies Luthardessen bei Peckelsheim S. von Gerden lag und epater verschwunden sein muss. 
Das Luthardeshusen der Tradd. Corb. ed. Wigand 436 durfen wir dagegen wohl als Luthorst im Fr. Calenberg NO. 
von Dasael deuten, weil dies nach Biisching IX. 298. vor Alters Luthardessen geheissen hat. Die Berufung Falke's 
S. 363. auf das von ihm erfundene Registr. Sarachonis thut zur Sache naturlich Nichts. 2 ) „Thegenhardus anno 
1202 die coene Domini III. Idus Aprilis, cum (episcopus) ad synodum procederet, resignavit in maiori choro" .... 
— ») Bernhard II starb am 23. April 1203. — 4 ) Jetzt nicht mehr vorhanden. Nach einer Gerdener Urkunde 
von 1268, auf die Preuss und Falkmann zu I. 80. mit Recht verweisen, muss es zwischen Brakel und Garden gelegen 
haben. — *) Wohl identisch mit dem spater verwusteten Dudenhausen im Lippeschen Amt Schwalenberg. YgL Preuss 
und Falkmann II. zu 1039. 



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1203. 7 

Acta autem sunt anno incarnationis dominice M°.CC°.III , indictione quinta, anno pontificatus venerabilis 
domini Innocentii pape sexto, tempore dissensionis super imperio inter dominum Ottonem et Philippum, 
pontificatus nostri anno quintodecimo, et coram testibus subscriptis: Lamberto preposito maiori, Heinrico 
decano, Alexandra et Thiderico prioribus, Thiderico scholastico, Conrado custode, Bernhardo preposito 
sancti Petri, Hermann o preposito de Nova Ecclesia, Johanne de JSlsen, Heinrico camerario canonicis; 
Amelungo vicecomite, Anselmo, Wernhero de Flechten, Geroldo de Allenhusen, Walthero de Billinchusen, 
Rotgero de Frodenhusen et aliis quam pluribus ecclesie nostre ministerialibus. 

10. 

Btschof Bemhard 1IL van Paderborn und Abt Widikind von Corvey schhessen wegen ihrer beiderseitigen Anspriiehe 

auf die Desenburg etnen schiedsrichterlich vermiUeUen Vertrag dahm ab, dass die Burg auf gemeinsame Kosten 

zerstort werde. 1203. — Or. Fr. Corvey U. 76 , Abschr. Msc. 1. 134. S. 161, gedr. Schaten ad antu 1203. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus tercius Dei gratia Paderburnensis episcopus. 
Sciat presens etas et cognoscat universa posteritas, quod pene primo tempore pontificatus nostri 1 ) do- 
minus Widikindus, abbas Corbeiensis, questionem nobis movit super castro Desenberch 2 ) et super quibus- 
dam dampnis, que se a nobis et maxime a predecessore nostra sustinuisse dicebat. Fideles itaque mini- 
steriales et sue et nostre ecclesie, partes suas ad bonum pacis fideliter interponentes, p(er)suaserunt 
nobis, quod compromisimus in arbitros et tactis ewangeliis iuravimus, quod per omnia staremus ipsorum 
prdinationi. Statuerunt igitur, quod castrum Desenberch pari labore et paribus expensis destrueremus, 
et quod de cetero montem ilium nulli hominum conferremus, neque odii neque dilectionis intuitu, qui 
presidium vel aliquam munitionem in eo exstrueret, sed terram faceremus arabilem et omne emolumen- 
tum de novellationibus, decimationibus et quibuscumque proventibus similiter haberemus. Si vero gra- 
vamen aliquod vel dampnum huius rei causa emergeret, quod bono zelo et totis viribus nos vicissim 
iuvaremus. Ipsi quoque arbitri, interposito iuramento, certos nos reddiderunt, si necessitaa exigeret, 
quod fideliter et efficaciter nobis assisterent. Statuerunt preterea, si nos aliquid in novalibus, molendinis 
vel aquis indebite occupasse videremur, et dominus abbas ostenderet hoc sibi iure conpetere, quod amice 
dimitteremus vel in beneplacito ipsius retineremus, et quod ipse idem faceret nobis, si forte iniuria ali- 
qua a se vel a suis nobis esset illata. Statuerunt etiam, quod nee nos homines suos, nee ipse nostros 
ad aliqua cogat obsequia, et si aliquo casu factum fuerit, quod infra sex septimanas emendetur. Ad hec 
statuerunt, quod decime illi super LX mansos, quorum XX VIII sunt in Menberche et X in Hestene et 
VIII in Kuneclo et Helgerssen et VIII in Heiligeberche et VI in Baldereborc, ab antecessore nostro col- 
late, adiceremus decimam super XL mansos exstirpandos in bonis Corbeiensis ecclesie, redditibus domini 
abbatis et fratrum prebende specialiter pertinentibus, nulli aliiprius conferendam, nisi horum XL manso- 
rum cum predictis LX numerus adimpleatur. Et annonam, quam predecessor noster in commutationem 
illius decime de iamdictis LX mansis acceperat et comiti Amelungo de Parburnen postmodum feodali 
iure concessit, assignavimus XX moldra eiusdem mensure et annone in curia Wine the*), donee ea a 
comite possimus absolvere et in proprietatem Corbeiensis ecclesie reducere valeamus. Volentes igitur 
venerabili et dilecto amico nostro et ecclesie sue, quantum in nobis est, providere, successores nostros 
cum consensu capituli nostri in eadem pacta obligavimus, et, quia facta hominum cum hominibus trans- 
eunt, ne constitutio nostra post diem vocationis nostre oblivionis contingat nube fuscari, preacntem pa- 



l ) Abt Widikind von Corvey wurde 1189 wwahlt und Bernhard UL trat im Mai 1303 die Regierung an. — «) Der De- 
senberg zwischen Warburg und Daseburg, welcher letztere Name nach den von Forstemann 0. N. S. 412 gesammelten 
Stellen urspriinglich identisch mit Desenberg iat. — *) Ein untergegangener Ort zwischen Vorden und Altenbergen 
im Kr. Hoxter. Vgl. die Marienmunstersche U. v. 1230. 



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8 «»3 

ginam sigillo nostro et sigillo ecclesie nostre communitam, posteris nostris in argumentum veritatis trans- 
mittimus, auctoritate Dei et sanctorum omnium et nostra districte mandantes, ne quis ullo ingenio contra 
hums ordinationis pacta venire presumat. Acta sunt hec anno incarnationis Domini M°.CC 9 .III , indi- 
ctione VI, pontificatus nostri anno tertio ! ). Testes huius rei sunt: Lambertus prepositus, Tidericus de- 
canus, Heinricus prepositus sancti Petri, Tidericus scolasticus, Conradus custos, Johannes cellerarius, 
Wulframmus, Hermannus Nove Ecclesie 2 ) prepositus, Hermannus, Tetmarus, Cratto, Gerhardus, Volquinus, 
Conradus, Hermannus Boleko, Frethericus, Adolfus; laici: Bernhardus Bercule, Hermannus de Scarden- 
berch, Bernhardus de Northe, Hermannus comes de Warthberch, Heinricus dapifer de Parblirnen, Her- 
mannus pincerna, Gerhardus scultetus et idem hii fuerunt arbitri domini episcopi de predicta ordinatione. 
Fuerunt autem hii arbitri domini abbatis: Bodo de Hoenborc, Hermannus Bercule, Conradus de Amelun- 
gessen, Raveno de Otberche, Ludolfus dictus Burgravius, Amoldus de Porta, Heinricus de Lutmersen. 
Keins der ursprimglich angehangten zwei Siegel ist vorhanden. 

11. 

* Papst Innocenz HI. nimtnt die Personen und Giiter des Cislercienser-Ordens-Klosters Berswytehusen 
in seinen Schutz. 1203 Mi 13. Ferentini*J. — Abschr. s. 14. Msc. VII. 4509. 



12 

* Papst Innocenz III. bestdtigl dem Abt Widikind von Corvey alle diesem Klosler von seinen Vorgangern 

gewahrten Privilegien und die von den tueUlichen Fiirsten demselben verliehenen Exemtionen. 1203 

December 12. Anagni. — Or. Fr. Corvey U. 77; Abschr. Msc. I. 134. S. 91 4 J. 

Innocentius episcopus servus servorum Dei, dilecto filio W. abbati Corbeiensi salutem et apostolicam 
benedictionem. Solet annuere sedes apostolica piis votis et honestis petentium precibus favorem beni- 
volum impertiri. Ea propter, dilecte in Domino fili, tuis iustis postulationibus grato concurrentes assensu, 
libertates, immunitates et dignitatis monasterio Corbeiensi per predecessores nostros indultas et eorum 
privilegiis confirmatas, exempciones eciam secularium exactionum per principes seculares concessas, eidem 
auctoritate apostolica confirmamus, et presentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo omnino ho- 
minum liceat hanc paginam nostre confirmationis infringere, vel ei ausu temerario contraire. Si quis 
autem hoc attemptare presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli aposto- 
lorum eius se noverit incursurum. Datum Anagnie, II. Idus Decembres, pontificatus nostri anno sexto. 
Die Bulle des Paps tea hangt an rothen und gelben seidenen Faden. 



•) Diea auffallende und rich widersprechende Datum lasst sich nur so erklaren, dass die Verhandlung im Jahre 1203, also 
primo tempore pontificatus nostri, wie es im Eingange heisst, stattgefunden hat, auf welches Jahr dann auch die 
Indiction passt, dass aber die Beurkundung erst pontificatus nostri anno tercio, wie das Diplom ausgeschrieben ent* 
halt, erfolgt ist. — *) Nigenkerken bei Corvey. — *) Die Abschrift in dem schon von Alters her durch Mausefrass 
sehr serstorten kleinen Copiar hat freilich „Maguntine", auch ergeben die Fragmente kein bestimmtes Merkmal am 
festzustellen , ob der Aussteller Innocenz III. oder IY. gewesen ist. Da aber der letztere am 13. Juli seines 6. Pon- 
tificatsjahrs zu Lyon (Lugduni), Innocenz III. dagegen zu „Ferentini" sich aufgehalten hat, so habe ich mich urn ao 
mehr fur diesen entscheiden mussen , als das Hardehausener Archiv von ihm noch eine andere Urkunde vom 28. April 
1215 besitzt. — 4 ) Aus welcher einzelne im Originale verschwundene Worte erganzt werden konnten. 



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1303-1304. 9 

13. 

* /?, Bernhardt HI. von Paderborn verbiirgt dem Kloster Hardehausen den Besitz eines Gules. O. J. 

1203—1223. — Or. Kl Hardehausen U. 15. . 

Bernhardus tercius Dei gratia Patherbornensis episcopus cenobio Hersvithehusensi in perpetuum. Ex 
iniuncto nobis cure pastoralis officio ecclesiarum nobis commissarum iura conservare bonaque ipsarum, 
ne a violentis iniuste diripiantur, tenemur defensare. Notum sit igitur universis tarn futuris quam pre- 
sentibus, quod cenobio Hersvithehusensi warandiam prestare decrevimus in predio Willenhusen l ) et in 
silvula, que dicitur Ruholt; quod ne alicui in dubium veniat, presentem paginam sigilli nostri impressione 
iussimus corroborari. 

Das Siegel ist abgefallen. 

14. 

* Graf Heinrich von Schwalenberg schenkt gewisse zu seinem Allod Droheim gehorige Guter nebst der Mast- 

berechtigung dem Kloster Hardehausen und billet den Paderborner Bischof und das Domcapild, diese 

Schenkung in ihren Schulz zu nehmen. 1203— 1223. — Or. Fr. Paderborn U. 88. 

Dilecto domno suo B. reverendo Paderbornensis ecclesie episoopo H. comes de Swalenberc tarn de- 
votum quam debitum obsequium. Honestatem vestram scire cupimus, quod iustis petentium desideriis 
adesse cuprentes, quidquid in cultis agris allodio cuidam videlicet Droheim 2 ) adiacentibus nostri iuris 
fait, ecclesie beate Marie in Herswidehusen in libera potestate contulimus. Unde serenitatem vestram 
devote rogaraus, quatinus privilegio et sigilli vestri inpressione factum nostrum super hac re confirmare 
et eos, qui contra id presumant aliquid contra iuris ordinem attemptare, excommunicationis vinculo in- 
nodare dignemini. Sciatis etiam, quod in pascendis porcis et pecoribus in nemore ubicunque ad nos 
spectat, eidem allodio sine omni impedimento potestatem dedimus. 
Das Siegel ist nicht erhalten. 

15. 

Der Paderborner Bischof, Bemhard HI. von Oesede, bestatigt, dass seine Sch wester, die Abtissin Gertrud 
ton Bbdeken, die Bedriickungen ihres Drosten mit Geld habe abkaufenmussen, wogegen dieser sich verpflichte, 
nur dreimat im Jahre sein Drostenamt im Stift zu verwaken und nur ml zwei Pferden und einem Diener 
zu kommen. Kehre der Bischof oder ein anderer Landeskerr im Stifle ein, so kbnne die Abtissin von wem 
sit wolle das Dapiferat versehen lassen. 1204. — Hier naich der Abschrift*) im liber IV 4 ) Variorum 
fol. 2; nach einem Copiar von Bodeken gedr. Wigand Arch. IV. 271. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego Bernhardus Dei gratia Paderburnensis ecclesie electus 
omnibus fidelibus, ad quos pagina ista pervenerit, perpetuamin Domino salutem. Venerabilis soror nostra 
domna Gertrudis Budecensis abbatissa accessit aliquando ad presentiam nostram et coram nobis conque- 
rendo proposuit, quod Conradus miles, dapifer eius, occasione officii sui in multis earn vexaret indebite, 



*) Dieaen Namen so wie Ruholt vermag ich nicht zu deuten, wenn Willenhusen nicht vielleicht das S. von Hardehausen 
liegende Billinghausen im Fr. Waldeck sein sollte. Ygl. Yarnhagen W. G. L 73. — *) Die Lage dieses Hofes im 
Dorfe Schlangen Fr. Lippe erweist die Urkunde v. 1211. unten Nro. 46. — •) „Ex copiario Budicensi fol. 51." Dies 
Copiar besitzen wir micht. — 4 ) Welchen Band Herr Professor Giefers una gutiget mittheilte. 

WetH U«k.-Bucb, IV. 2 



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10 1*04. 

et quod sub specie ministrandi multa in preiudicium ipsius faceret, que nunquam ab aliquo antecessore 
fuissent attentata. Quod licet absonum et incongruum videretur valde, tamen quia prefatus miles multis 
amicorum consiliis et suffiragiis munitus erat, melius visum est, quod *) propter sociam multitudinem, ei 
deferretur in aliquo, quam deterius aliquid forte contingeret. Causa igitur pari consensu partium et 
nostra permissione a iudicio translata fuit ad arbitros et per eos itadecisa, quod domna abbatiasa preter 
curiam in Hoyerinchusen 2 ) , quam constat eidem officio attinere, prefato militi dedit quindecim marcas 
hoc pacto, quod ipse cum suis heredibus renunciavit omnibus que sibi usurpasse volebat, et quod de 
cetero fungi debet officio suo cum eo moderamine, quo sui predecessores illud hahuisse dignoscuntur, ita 
scilicet T quod tribus tantum vicibus in anno serviat in mensa abbatisse, hoc est in pasca, in pentecoste 
et in nativitate, et tunc sit ibi cum duobus equis et uno servo et veniat in sancta nocte et recedat in 
sancto die post prandium, nisi domna abbatissa eum faciat remanere. De aliis articulis, que in questio- 
nem venerant, hoc diffinitum est: si abbatissa rel episcopum vel alium de magnatibus terre recipit ho- 
spitio, liberum est ei constituere dapiferum, quemcunque voluerit; si abbatissa testa ta vel intestata de- 
cesserit, nihil ad dapiferum omnino de reliquiis eius, nisi ipsa de benignitate aliquid duxerit ei assiguan- 
dum. Ut igitur transactionis huius forma perpetuo salva eonsistat, notitie posterorum in presenti scripto 
sub sigillo nostro earn tjransmittimus et ut inviolabiliter semper observetur, auctoritate Dei omnipotentis 
et nostra et sub anathematis intimatione districte mandamus. Acta sunt hec anno dominice incarnationis 
M a .CC°.IIII a , indictione septima, sedente domno Innocentio, regnante domno Ottone. Testes huius rei 
sunt: Lambertus prepositus, Henri cus decanus, Conradus custos, Thidericus scholasticus, Johannes celle- 
rarius. Laici: Amelungus comes, Henricus dapifer, Gerardus, Anselmus, Hildeboldus, Helmwicus, Hin- 
ricus, Bertoldus; et Budecensis ecclesie Ermendrudis preposita, Gysla decana, Justina, Margareta; clerici: 
Henricus, Theodericus, Hermannus, Bertoldus; layci: Thiemarus advocatus, Hermannus, Herebordus, Hen- 
ricus, Basilius, Ludolf, Rotgherus, Liutfridus et alii plures. 

16. 

Propsl L. *J von Marsberg uberlasst zwblf Acker Landes dem Abte Albert von Breddar gegen einen Erbzirts. 
1204. — Abschr. Msc. VII. 5723. fol. 201; gedr. *) Seibertz I. Nro. 123. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego L. prepositus in Monte, qui dicitur Martis, salutem 
dico domino Breydelario abbati totique capitulo in perpetuunu Scriptum nostrum sub bulla nostra secus 
monasterium vestrum deponentes, simili forma vestrum recepturi, ut sit nostris vestrisque posteris obli- 
gatio perpetua super eo, quod XII iugera nobis pertinentia et vestris adiacentia campis irrevocabiliter in 
usus vestros concessimus, ut annuatim nobis in passione beatorum Petri et Pauli apostolorum duodecim 
denarios graves persolvetis, sive colatis eosdem agros sive neglexeritis , dum non per nos impedimentum 
nullum habeatis. Igitur super eos, qui hanc ordinationem temptaverint infringere, sine dilatione ferat 
dominus episcopus Paderbornensis sententiam excommunicationis, nisi forsitan loco predicte pensionis, de 
contrahentium consensu, nobis adeque utile postmodum providere procuretis. Testes: Nicolaus abbas in 
Hardehusen, Bozuvinus Breydelarie prior, et monachi eius ibidem contemporanei nostri. Acta sunt hec 
anno dominice incarnationis millesimo ducentesimo quarto. 



*) „qua" die Abschrift. — *) Gehdrte nach dem Guterregister Msc, VII. 4501. fol. C. 3'. zum Officium in Altenbodeken f 
das im S. des Stifte liegt. Der Name hat sich jetzt nicht mehr erhalten. — *) Sonet nicht zu constatiren. Im Jahre 
1201 war Bruning Propst, im Jahre 1219 ein Th. — * 4 ) Und zwar naeh dem damals ( 18^9) noch vorhandenen Origi- 
nale , was aber jetzt nicht mehr erhalten und selbst nicht einmal in dem alteren Repertor verzeichnet ist. — Die 
Fehler unseres Copiars scheinen aber nach Massgabe dee Seibertz'schen Druckes schon im Originale vorhanden 
gewesen zu sein. 



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1305. U 

it. 

* Das Domcapitel von le Mans dankt dem zu Paderborn fur die iibersandte Lebensgeschichle des h. Liborius, 
des vierten Bischofs von le Mans, welche es mit dem Begleitschreiben in seinem Archiv niederlegen will. 
Zugleich ubergiebt es das schon geschriebene Buch vom Leben des h. Julian, des Stifters der Kirche von 
le Mans, der mit den heiligen Thuribius und Pavacius vom h. Clemens, dem Nachfolger des h. Petrus, zur 
Begriindung der Kirche dorthin gesandt tuorden und bitiet das Paderborner Domcapitel, das Gediichtniss des 
h. Julian fortan am 27. Januar gleichfalls zu feiern x ). 1205 September 30. — Or. Fr. Paderborn U. 89. 

Reverendis in Christo dominis suis karissimis fratribus et amicis Lamberto Dei gratia preposito dccano 
et capitulo maioris ecclesie Paterburnensis H. decanus indignus et capitulum Cenomanense salutem in 
Domino et sinceram cum devotis orationibus et obsequiis caritatem. Summo patri Deo et eius unigenito 
cum spiritu principalis honor et gloria et gratiarum actio plenius referatur. Cuius unigenitus plenus 
gracie et veritatis apparuit matri nostre ecclesie primitive et de plenitudine eius, quam fons vite in plu- 
rimas derivavit areolas, qui fueramus prius steriles fecundati, simul non tarn loco quam animo fideles 
accepimus universi. Hoc certe nascentis ecclesie rudimenta poscebant, ut granum sinapis in arborem 
magnam surgeret et fermentum mulieris in tribus farine satis absconditum novam conspersionem altius 
elevaret. Sic granum frumenti mortuum feneravit, sic Joseph Egyptum nobili Israelitarum semine augmen- 
tavit. Quando sapientia Dei humanitus corporata radicavit in populo honorificato, et in electis populis 
Christranis mittens radices, vineam suam novis agricolis tradidit et non iam labruscas a parricidis sed 
botros cipri a fidelibus accepit custodibus, et ex eis bibit vinum dignum dilecto labiis et dentibus rumi- 
nandum. Extunc vere vinec florentes dederunt odorem suum. Sed que est ista speciosa inter alias spi- 
ralis ad nos pre ceteris odorem suavitatis? Ecce odor eius sicut odor agri pleni, quern benedixit Domi- 
nus. Quenam inquam est ista tarn prudens inter filias, suo tarn humilis nostro iudicio tarn sublimis? 
Quomodo tarn prudenter primordia sua meminit et singula recolit incremental Etiam quando erat par- 
Tula et ubera nondum habens, et cum stillarent montes dulcedinem et colies fluerent lac et mel, tarn 
diu lactabatur, donee vidit sterilem habitare in domo matrem filiorum letantem. Sic karissima soror 
nostra a primis exorsa cunabulis ordine progreditur et primo unitas cordis et anime in multitudine ere- 
dentium et rerum omnium communitas recensetur, quando sub apostolico duodenario, septenario levitico 
ministrante ilia prior Christiana fraternitas lingua et manu alternis panibus pascebatur. Cuius siquidem 
de medio karitatis fulgur egrediens et scintille quasi aspectus eris candentis simili zelo plurimas eccle- 
sias accenderunt, et sic est inter eas insolubilis germanitas confirmata, ut unanimes passionum et con- 
solationum participes permanerent, sine locali confinio contigue sive spaciosis tcrrarum tractibus separate. 
Sic prudentis8ima soror nostra Paterburnensis ecclesia stilo i altiloquo et coturnato sermone matris sue 
primitive ecclesie statum feliciorem commemorat, ut sorores commoneat, ut corda patrum in filios con- 
vertat, ut quod consuevit facere ipsa doceat, quasi utens voce et vice vere lucis, que illiiminat omnem 
hominem, dicat: Ignem veni in terram mittere et quid volo nisi ut ardeat. Est revera sororis nostre 
humilitas multis laudibus prosequenda, que suos ita dissimulat titulos, ita a se excelsa abstulit quod 
precoma sua alienis ascribit et aliena incommoda suis excusat commodis et obnubit, ut illud sibi com- 
peteret: Laudet te alienus et non os tuum, et alterum 1 non deesset: Justifica magnum similiter et pusil- 
lum. Vos etenim patres Paterburnenses revera magni estis uno et eodem pignore, nos pusilli; nostro 
vos estis deaurati thesauro, nos vero transmigrante ad vos glorioso confessore nostro et episcopo Liborio, 
quasi luce aurea sumus forsitan obscurati. Vos honore nostro divinitas dignata es, quo forsitan fuimus 
nos indigni. Verumtamen per divinam gratiam nostre Cenomanensi ecclesie id solaminis est relictum, ut 
inclitum confessorem Liborium et nostrum predicare semper debeamus et vestrum. In nobis cepit, sed 



') Ygl. die unten Iblgende Urkonde aus dem April 1243. 



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12 *J05. 

yos ipse perfecit; nos sanctificavit in terris, vobis preside! iam celestis; nobis ad tempus est datus, vobis 
sine tempore destinatus; nos corpprali presentia destituit, sed utrisque nunquam deerit dono beneficii 
spiritualis. Quid igitur faciemus sorori nostre die isto quando alloquenda est? Summum patrem, a quo 
cepimus, cum timore et reverentia filiali pariter collandemus hi beati Liborii mentis gloriosis, cuius 
sacratissimum corpus Cenomanensi ecclesia concedente r posteaquanv Paterburnensis soror nostra karissima 
spiritualis effecta est, sibi meruit. Et Saxonica circa id locorum duricies emollita, biems infidelitatis 
transiit, imber persecutionis abiit et recessit, flores virtutum et miraculorum apparuerunt, et vox turturis 
audita est in terra ilia, maxime quando virtus mirifica eximii confessoris astrinxit, quicquid fide& Chri- 
stiani dogmatis alligavit. Vobis ergo, Paterburnenses, honor iste precipuus et peculiaris gloria consecratur, 
qui patrem nostrum tanto eefebratis honore, studio colitis, affectu intimo ©ompkctimini ut dfcatisr Inveni 
quern desiderabat anima mea, tenui ilium, nee dimittam. Cedit etiam ad cumuhim laudis vestre, quod 
pro pignore tanto, cum vobis plurimas debeamus r humiles gratias nobis solvitis, affectum propensius 
exibetis t et offertis obsequram nee verbis ostendi sed vet exequutione flagitatis aliquando exiberi. Exem- 
plaris oontinentia deinceps, quod nos valde audire delectat annexuit, prospere permanere nee fuisse trans- 
latam sedem vestre cathedralis ecclesie l % de quo rumor levus nobis questionem moverat et conquestum. 
Quo iam vestra assereione destructo auditui nostro dedistis gaudium et leticiam in laudibua salvatoris. 
Ad extremum vero quasi fimbriis aureis vestre epistole iam ponendis, acceptabiles et honeste petitionee 
vestre quod sunt apud Dominum, innotescunt. Nicbil enim aliud quam quod animarum saluti et honori 
divino inserviat, postulant aut intendunt, ut fervor mutue karitatis de igne sancti spiritus olim accent us 
cotidie convalescat, flagret ardentius et ignescat, ut servantes- mutuo unitatem spiritus in vinculo pacis 
et fraterne dilectionis unam sanctam communionem, prout fieri poterit r et rem publicam habeamus con- 
silii, auxilii, substantie, voluntatis. Insuper ut epistolam vestram,. cui sicut raagistre et domine hec nostra 
humilis ancillatur,. et librum vestnun de vita et translatione eximii Liborii in nostris memoritei repona- 
mus archivis* Tercio et ultimo instantius et obnoarius suppkeatis, ut natalicium diem magnifici patris 
nostri Liborii et patroni sollenni cantu et cultu celebriter illustaremus. Quibus siquidem- postulatis gra- 
tissimo et Kbentissimo concurrentes assensu r gracias etiam vobis subicknus pleniores devotissirao- vebis 
ammo respondentes, quod aque nulle nostram erga vos poterunt extinguere caritatemi, nee flumina obruant 
earn-, quam Deus verus siabiliat supra petram. Vestram vero epistolam vel sanctissimi libellum Liborii 
nulla delebit oblivio,. nee oblitterabit antiqmtas, sed in domo Domini et aput nostros posteros permane- 
bunt. Et iustus Liborius,. qui aput nes floruit, Domino iargiente cultu: ampKore* florebit et multiplica- 
bitur in domo- Domini et heatissimi et apostoliei Juliani, eui scilicet quartus gloriosus successit Liborius 
duobus aKis quoque viris apostolicis intermediis Thuribio archipresbitero et Pavacio archidiacono Ceno- 
mannensi eathedre per ordinem prestitutie. Hie enim Juliamis primus Ce&omannorum apostolus, velut 
Abraham patriarcha pater sequentium presulum et Cenomansium gentium in Ckristo quadam functus 
auctoritate apostolica usque in hodiernitm diem extritit et existit, missus comitantibu* illis a beato Cle- 
mente Petri apostoli suocessore. Unde firaternitati vestre humiliter supplicat Cenomannensis ecclesia soror 
vestra, quatinua librum de vita ipsius elegante* exaratum reverenter et memoriter aput vos in perpetuum 
habeatis et apoetoli nostri beatissimi Juliani natalicium diem Vlto Kalendas Februarii sollenniter cele- 
bretis r ut qui clams sigjiis et miracutis regne Framcie suflragatnr,. sue quodammodoPaterburneiBi ecclesie 
et populis Saxonie, sicut per ipsun* et propter ipsum facers magna potens est deminus r abundantius 
suffragetur, nosqwe et vos suffuhi tantk intereessoribus utrique ecclesie combinatis divino munere gemi- 
nate eorum suffragio^ utramque stolam possimus facilius a Domino consequi in tempore retributionis. 
Amen. Yalete in, Domino et manete in dilectione nostra. Data anno Domini M°:C(XV . pridie Kalendis. 
Octobris. 

Dat aahangende Siegel Set sehr btsck&digtL 



*) Yoa €in*r damsis beabsichtigten Verlegung des Paderborner Buthums, ist sonst nichts beftamik 



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1105-1216. 13 



18. 



Abt Thetmar Von CorVey ubertrdgt das Amt zu Monninghausen an Albert von Lippe und Stormede als ein 
erbliehes Amtslehen und unter der Bedingung, dass der jedesmalige Inhaber desselben und seine Frau Mini- 
sterialen des Stifls Corvey werden miissen. Ein an Albert von Lippe schon friiher als Homagiallehn uber- 
tragener Wald soil in dieser Eigenschaft immer mit dem Amte vereinigt bleiben. 0. / (1205 — 1216.) — 
Abschr. Msc. 1. 134. S. 57; gedr. Falke 71 C. 314. mit dem Jahr 1209 *) und desgleichen in dem von Wigand 
1856 herausgegebenen Rechtsgutachten: „Sind die ehemaligen Corvey schen Lehne Vitingambt und 
Ehringhausen Mannlehne oder Weiberlehne?" S. 17. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Thetmarus Dei gratia Corbeiensis abbas, notum essecupi- 
mus tarn presentibus quam faturis, quod de consilio ac consensu ministerialium ac confratrum ecclesie 
nostre, Alberto dicto militi de Lippia 2 ) et uxori eius Gertrudi curiam nostram in Munichusen*) iure 
officii, quod vulgo ambtregih A ) dicitur, porreximus quando idem officium vacavit, dum (Godescalcus) *) 
pro gravibus iniuriis ex detencione prebende fratrum et nostra illatis multotiena commonitus reeipi&cere 
minus curaret. Predictus etiam 8 ) Albertus ad habundantem cautelam Albertum et Wagerum (sic I) fratres 
prefati Godesealei et pueros ipsorum ab omni impeti(i>ne predicti officii, que^ forte ipsis quasi hereditario 
iure conpetere videbatur, cessare amicabiliter promovit. Promo vebit insuper ut uxor eius per concam- 
bium, sire quocunque alio modo valuerit, ecclesie nostre ministerialis efficiatur; alioquin prefate curie 
officio carebit. Adiectum etiam est, ut si prefatus A. de Lippia sine heredibus forte decedat, eius offi- 
cium predictum uni de filiis sororis vel fratris ipsius, quern ipsius amici ad id decreverint, porrigemus, 
et si huiusmodi filius sine heredibus decesserit, deinde alteri filio et nulli amplius de ipsis, si forte plu- 
res fuerint, porrigemus, ita tamen, quod ille qui nobis ad accipiendum ipsum officium fuerit representatus, 
sit ecclesie nostre sen per concambium seu alio debito modo ministerialis, alioquin ipso officio carebit. 
Preterea silva, pertinens predicte curie, que prefato A. de Lippia non iure officialis, sed pheodalis bene- 
ficii prius pertinebat, sequetur ipsam curiam, ita tamen, quod sive Albertus ipse, sive alius predictorum 
heredum suorum ipsam curiam habeat, simul habeat silvam cum curia, sed silvam iure pheodali, quem- 
admodum prius habebat, et curiam iure officiali, et ita simili modo simul utrumque vacet, scilicet silva 
cum curia, si a prefato Alberto et a predictis heredibus suis ipsam curiam vacare contingat. Preterea 
si ipsius Alberti contingat uxorem tolli de medio, uxorem libere condicionis ducet, quam ecclesie nostre 
conferet in ministerialem vel si libere condicionis non fuerit, per concambium fiet ecclesie nostre mini- 
sterialis. Adiectum insuper est, ut si sepedictus Albertus moveat alicui werram extra servicium ecclesie 
nostre et sine eius auctoritate, et ex hoc ipse forsan in redditibus ipsius curie, sicut et aliorum bono- 
rum suorum, habuerit detrimentum, nichilominus consuetam pensionem nobis et fratribus nostris de ipsa 
curia persolvet. Ut autem hoc factum nostrum firmum et stabile permaneat, nee veniat in oblivionem, 



*) Siehe den Excnrs. — *) Nach der scharfsinnigen Untersuchung von Seibertz Dynasten S. 363 — 368 ist dieser Albert 
von Lippe fur identisch zu halten mit Albert von Stormede. Wie er hier auch den Beinamen de Lippia fiihrte, so 
siegelt auch sein Enkel Albert II. in einer Benninghauser Urkunde von 1256 mit der Lippe'schen Rose. Preusa und 
Falkmann Lipp. Reg. I. 136 weisen darauf hin, daaa der U.-B. III. 80 in einer Urkunde von 1213 auftretende 
Albertus dapxfer domini Hermanni de Lippia der hier genannte gewesen sein muss. Dies diirfte urn so riehtiger sein> 
als Albert darin ein Gut resignirt, welches dicht bei dem Marienfelder Erbe Brokelmann im Kspl. Herzfeld, Brschft. 
Uhlentrap^ also dicht an der Lippe und unwext von Monninghausen liegt. Vgl. die Gerdener Urkunde vom 18. No- 
vember 1229 Nro 169, wo der Vater Alberts II. sich genannt findet. — *) Das sogenannie Vitingamt zu Monninghausen 
im Kr lippstadt, zwischen Stormede und der Lippe. — 4 ; So ist dies im Copiar in „ambergeth i( verstummelte Wort 
wiederzugeben. — *) Im Copiar ausgelassen. — *) So das Copiar, und zwar riehtiger als „au^em tf bei Falke, was 
dieser aber nur ana den hier sehr ineinander gezogenen Buchstaben des Copiars , nicht ana dem Originale entnommea 
haben kann* 



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14 1205 — Ht6. 

presentem paginam tarn ecclesie nostre quam nostri sigilli fecimus appensione communiri. Testes huius 
rei sunt: Conradus prior, Conradus prepositus de Gronyngen , Wilhelmus prepositus de Monte , Hermannus 
portarius, Ludolfus camerarius, Tidericus de Munechusen et totus conventus noster; laici: Conradus de 
Bovessen, Conradus de Amelungessen et filius eius Hereboldus, Ludolfus de Erclen, Henricus deLuthar- 
dessen, Gerebertus de Lutmersen, Johannes de Paderburnen, Bertoldus marscalcus, Heinricus de Flessin- 
gen, Ludolfus dictus burgravius, Bertrammus de Stainhem, Heinricus de Mederike, Wigerus (sic I) et Albertus 
fratres de Munechusen et Bernhardus iudex deLippia, Heinricus dictus de Herstol, Ricbodo et Bertoldus 
fratres de Redinchoven et alii quamplures. 

E x c u r s. 
Indem Falke diese Urkunde abdruckt, versichert er zwar nicht direct, dass er sie nach deth Originate 
mittheile — bei ihm ware, wie er angiebt: ipsum diploma accurate et uti decet exhibitum — aber in- 
dem er sich sorgfaltig bemiiht, im Drucke die Abkiirzungen der alten Schrift in moglichst treuer Gestalt 
wiederzugeben , will er dadurch offenbar den Schein erwecken, als ob seine Abschrift unmiUelbar dem Ori- 
ginate entnommen set. Doch i&t dem keineswegs so; vielmehr beweisen grade die von ihm mil Typen nach- 
geahmten Abkiirzungen, dass er nur unser Copiar aus dem Ende des 15. Jahrhunderls vor sich gehabt hat, 
keineswegs aber ein Original aus dem Beginne des 13, wo die Abkiirzungen eine ganz andere Gestalt hatten. 
Dies ergiebt sich dann auch aus andern Umstdnden. 1st sein autem, tote wir oben Note 6. gezeigt, nur 
entstanden aus den im Copiar ineinander gezogenen Schriftziigen von etiam, so hat Falke auch nur die 
Schrift des spdteren Copiars falsch lesen kbnnen, indem er Rednichoven stall Redinchoven druckle, denn 
die Urkundenschrift des beginnenden 13. Jahrhunderts lassl einen solchen lrrthum gar nicht zu. Diese An- 
nahme, dass Falke eben keine andere Quelle gehabt, als das noch heule vorhandene Copiar, wird denn noch 
durdh den Umstand erhdrtet, dass das unsinnige ambergeth des Copiars slatt ambtreght, wie das Wort 
nach dem vorhergehendem „i ur e officii" mil Sicherheit gelesen werden muss, sich in seinem Drucke eben falls 
findet. Wenn derselbe daher auch hinter „dum" das im Copiar ausgefallene Wort „Godescalcus" erganzt, 
So diirfen wir dies ebenso, wie das am Ende hinzugefiigte Datum: Acta sunt hec anno dnce incarnacionis 
MCCVIIH anno prelationis nre IIH°, III. Kl. Decembr. nur fur einen von ihm herriihrenden Zusatz halten, 
der keine Autoritat beanspruchen kann, wenn er auch die Veranlassung gewesen ist, dass eine Hand aus 
der zweiten Hdlfte des 18. Jahrhunderts im Copiar die Zahl 1209 in Klammern zu dieser Urkunde gefiigt hat. 

Seine Falschungen haben sich bei dieser Gelegenheit aber nicht auf die Erfindung dieses Datums be- 
schrankt; er hat die Geschichle sogar noch ib. S. 315 mit einer ganz neuen Urkunde bereichert, von der das 
Corvey sche Archiv weder das Original noch eine Abschrift besitzt, und die ausserdem das entschiedene Ge- 
priige der Fdlschung an sich tragi. Dieselbe verdient um so mehr eine cingehende Priifung , als auch Wigand 
L c. S. 23 sie fur acht hall und sie in dem erst in unseren Tagen entschiedenen Process des Berrn von 
Garrelts, der fur seine Gemahlin, eine geborene Freiin von Horde, die Succession in den Corvey schen Leh- 
nen Vitingambl und Ehringhausen — als Kunkellehen — beanspruchte, aber nicht durchsetzte, eine gewisse 
Rolle gespielt hat. 

Machdem das Stift Corvey durch vorliegende Urkunde Mbnninghausen dem Albert von Lippe-Slormede 
nach Amtrecht verliehen, muss es in dieser Eigenschaft auf dessen Sohn Rabodo 1. und durch diesen auf 
den Enkel Albert If. iibergegangen sein. Dieser verstand sein Erbrecht daran auch dann zu bewahren, 
als der Abt von Corvey die villicatio Munckehosen dem Bischof Simon von Paderborn fur 300 Mark verpfan- 
den musste, und zwar dadurch, dass er sie von diesem gegen Zahlung von 400 Mark als Pfand iibernahm. 
Hieriiber giebt uns eine Urkunde vom 14. August 1277 , Fr. Paderborn U. 290 Auskunft 1 ). Nachdem nun die 



l ) Sie ist zuerst aus einer von P. von Hatzfeld nach diesem Original gemachten Abschrift von Seibertz III. 458 publicirt 
worden. Eine Stelle, die Hatzfeld in dem ganz verblichenen Originate nicht lesen konnte, habe ich mit Hulfe der 
DD. Veltman und Friedlander , wie ich glaube, richtig entziffert. 



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1105 — 1116. 15 

Lippe-Stormede in den achtziger Jakren des 13. Jahrhunderts im Mannsslamme ausgestorben, ist dies Gut auf 
die Erbtochter Cunegundis von Stbrmede und durch sie auf ihren Gemahl Friedrich von Hurde oder Horde 
iibergegangen. Bet dieser Gelegenheit wird aber in dem Besitzverhd/tnisse eine Veranderung vorgenommen 
sein, in der Art, doss das Gut, welches ihr Vater Albert 11. im J. 1277 noch als eine villicatio, also naeh 
Amtrechte unter sich hatte, ihrem Gemahl als ein Mannlehn iibertragen wurde. Der hieriiber sprechende 
Lehnsbrief des Corveyschen Abts Beinrich ist noch jelzt im Archiv der Graflich von Bocholtzschen Familie zu 
Alme vorhanden, und von mir im J. 1858 eingesehen und hiernach der von Wigand L c. S. 21 publicirte 
Druck verbessert warden. Vgl. unten zum Mai des J. 1292. Wenn dies Original nun wbrtlich folgendes 
Datum enthalt: Datum et actum in civitate Coloniensi in domo propositi ad S. Apostolos anno Domini 
MCC nonagesimo primo eo tempore quo rex Adolfus eligebatur, so kann primo nur auf einem allerdings 
ganz unbegreiflichen Irrthume l ) des Notars beruhen. Denn es ist notorisch, dass K. Adolf erst am 5. Mai 
des folgenden Jahrs gewahlt wurde. 

Wie man aber auch dariiber denken mag, so viel ist sicher, dass diese Urkunde Falke bekannt gewesen 
sein muss. Aber statt sie einfach zu publiciren, gcliistet es seinem frechen Sinne mehr, der litei*arischen 
Welt auch bei dieser Gelegenheit Etwas aufzubinden und so biwutzte er denn die Urkunde Abt Beinrichs nur, 
um daraus das entsprechende Lehnsreversal Friedrichs von Horde zu fabriciren, Tradd. Corb. S. 315. Wenn 
Wigand S.23 erwahnt, dass dasselbe „zwar im Laufe des friiheren Verfahrens nicht als adit anerkannt wor- 
, t den, aber doch dafur zu halten ist, da Falke es mittheilt, und dieser seine Urkunden nur aus dem Corvey- 
„schen Archive entlehnle. Er theilt sogar das Siegel des Documents in Abbildung mit", so muss man sich 
iiber das unbegreifliche Zutrauen Wigand s zu Falke' s Ehrlichkeit wundern, dass er von ihm, dem er doch 
schwere Falschungeti bei Herausgabe der Tradd. Cor bei. nachgewiesen hatte , nicht annehmen wollte, auch falsche 
Urkunden in die Welt geselzt zu haben. Ich kenne nun die Griinde nicht, die den ersten Richter zur. Ver- 
werfung des Lehnsreversals veranlasst haben; aber falsch und unlergeschoben ist es jeden falls. Zunachst 
tnochle ich bezweifefn, ob es am Ende des 13. Jahrhunderts schon Sitte war, dass neben der von dem Lehns- 
hcrrn ertheilten Belehnung auch der Vasall ein Reversal dariiber ausstellte, mir wenigstens ist ein anderwei- 
tiges Beispiel in dieser Beziehung nicht bekannt. Aber auch die ganze Fassung, insbesondere der in dieser 
Weise damals nicht ubliche und eine spalere Zeit verrathende Schlusspassus domino meo — dedi lias meas 
patentes literas erweisen den gefdlschten Charaktcr des Documents. Mehr noch aber das Datum. Falke 
wusste wohl, dass K. Adolf nicht im J. 1291, sondern erst 1292 enoahlt wurde. Hiernach verbesserte er 
zvoar das Datum seines Figments, behielt abei* sonst dessen Fassung in den Worteh datum et actum in 
civitate Coloniensi in domo prepositi ad sanctos apostolos a. d. MCCXCII. VI. Kal. Junii eo tempore 
quo Adolfus eligebatur in regem Romanorum bei, nur dass er mit dem hinzugefugten Monatstage, 27. Mai, 
nicht nur seine mangelhafte Geschichtskenntniss , sondei % n auch die Falschung selbst verrieth. Denn K. Adolf 
ist nicht am 27., sondern am 5. Mai <n % wahlt worden. Die Falschung wird endlich vollkommen offenbar 
durch das i>on ihm auf Tab. 111. bro 3. abgebildete Siegel. Giebt sich der Trug nun auch in der Urkunde 
schon dadurch zu erkennen, dass Abt Heinrich in der Originalbelehnung Friedrich de Hurdede nennt und 
diese Form oder hdufiger noch Hurde in alien Urkunden des 13. u. 14. Jahrhunderts gebraucht wird 2 J , wiih- 
rend das Falke sche Diplom die moderne Form de Horde hat, so findel sich diese ktztere auch auf der Urn- 
schrift des von Falke abgebildeten Siegels. Aber auch das Siegel, das ein funfspeichiges Rad darstellt, ist 
falsch und untergeschoben. Dies ist nun allerdings das Wappenzeichen der Borde; doch mit dem sehr we- 
sentlichen Unterschiede , dass der Zweig der Familie, ddt im Besitz des Vitingambts zu Monninghausen war, 



Dm J. 1291 Hesse sich auch nicht durch die Annahme retten, dass nach dem am IS. Juli 1291 erfolgten Tode K. 
Rudolfs, noch in der zweiten Halfte dieses Jahres zu Coin, Verhandlungen uber die Wahl E. Adolfs vom Erzbischof 
Siegfried gefuhrt worden seien Denn Dies konnte man doch nicht direct als eine Wahl bezeichnen , wie es in der 
Urkunde gesohieht. — *) Erst in einer Abdinghofer Urkunde von 1375 kommt die zum heutigen Namen den Ueber- 
gang bildende Form Hurde mit dariiber geschriebenem o vor. 



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16 1105 — 1116. 

zur Erinnerung an die Ahnfrau aus dem House Lippe-Stormede, durch welche dieser Besitz in die Famitie 
gekammen, eben die lippesche Rose im Wappen fiihrte. So besiegelte die Urkunde Nro. 536 des Fr. Munster 
vom J. 1342 Themo de Hurde mit dei* Rose, sein Bruder Bernhardus de Hurde aber mil dem Bade. Ausser- 
dem ist es iiber alien Zweifel erhaben, dass Friedrich von Horde, der erste Lehnsinhaber von Monninghausen 
nur mit der Lippe schen Rose siegelte. Denn voir besitz en von ihm zwei solcher Siegel an der Lies- 
borner Urkunde Nro. 83 v. J. 1299 und an einer Urkunde des KU Welver (Nro. 105) v. J. 1305 l ). In beiden 
gleich wie in einer andern des KU Benninghausen v. J. 1309 nennt er sich auch nur de Hurde, nie de Horde, 
wie im Falke schen Siegel. 

Wir miissen also der Urkunde wie dem Siegel jede Glaubwiirdigkeit absprechen. 

19. 

* Abt Thetmar von Corvey iibertragt dem Propst Conrad von Kemnade ein von dessen Bruder, dem Edleti 

Bodo von Homburg angekauftes, von dem Kloster Corvey lehnriihriges Gut auf dem Bofelande 2 ) von 
Kemnade. (1205—1216.) — Or. Kloster Kemnade U. 2. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Thetmarus Dei gracia Corbeiensis abbas. Sciant presentes 
ac posteri quod dominus Bodo et fratre6 sui de Hoenborck •) curtem quandam trium mansorum in Garni- 
natis, quam a nobis tenuerunt, preposito Caminatensi ipsorum fratri nomine Conrado pro quadraginta 
marcis cum omnibus attinentiis et utilitate et ab advocatia liberam et quolibet onere inmunem vendide- 
runt, hanc nobis et antecessori nostro resignantes, et nos eandem curiam contulimus monasterio Camina- 
tensi. ,Ut autem hoc factum racionabile nulla oblivio deleat aut aliqua malignantis ingenii posteritas 
infringet, presentem paginam nostri appensione sigilli fecimus communiri. Testes huius rei sunt: Johannes 
propositus, et Albertus prior Corbeiensis, Hugo cellerarius, Hermannus portarius et alii quamplures de 
conventu. Laici: Conradus de Amelungessen et films eius Hereboldus, Conradus de Bovessen, Ludolfus 
de Erclen et Ludolfus dapifer, Wasmodus marscalcus et filius suus Bertoldus, Heinricus de Lutmersen 
et filius eius Heinricus, Arnoldus de Porta, Heinricus de Scerve et frater eius Johannes, Gerbertus de 
Lutmersen, Tidericus de Horehusen et filius eius Stephanus, Heinricus de Wininchusen et omnes eius 
fratres, Heinricus de Beverungen, Werenboldus et filius eius de Caminatis, Gernandus, Conradus deRen 
et filius eius Conradus, Tidericus de Derspe, Heinricus de Botvelde et filius eius Heinricus et quam- 
plures alii ministeriales. Item Bertoldus de Sconenberch, Helmoldus de Plesse, Hildebrandus deUslaria 
et frater eius Hermannus et alii quamplures homines ecclesie 4 ). 

20. 

* Bischof Bernhard HI. von Paderbom bekundet bestdtigend, dass der Abt von Bredelar den Zehnten in zwei 

Ortschaften vom Dechanten zu Nigenkerken in Paeht genommen. 1205 — 1216 & ). — Or. in zwei Aus- 

fertigungen Kl. Dalheim U. 4. 

Ego Bernhardus tercius Dei gratia Paderburnensis episcopus universis hanc paginam inspectoribus per 
presens scriptum significo , quod dum abbas et conventus de Bredelare decimam in Osninctorp et Mere *) 



') Spftter hat die Familie von Horde die Rose and das Had in einem quadrirten Schilde doppelt angenommen — *) So 
die Ruckachrift der Urkunde. — *) Homburg bei Stadtoldenburg , Hercogthum Braunschweig, SO. von Kemnade. — 
4 ) Von einer viel spateren Hand ist hinzugefugt: „Aota sunt hec anno gracie M°.CC°.XX°. indictione I*". —*) Nach 
den Regierungsjahren des in der Urkunde genannten Abts Thietmar von Corvey. — 6 ) Oisdorf und Meerhof 0. von 
Furstenberg im Kr. Biiren. Diese Giiter hat Dalheim im J. 1470 von Bredelar erworben. Vgl. Mac. I. 127. foL 41. 



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1206. 17 

a domino Herbordo Nove Ecclesie decano et persone ! ) ecclesie in Godelumen 2 ), ad quam dicta ecclesia 
pertinebat, recepissent ad firmam quam vulgo path appellant, rogaverunt nos, ut nos, sicut dominus 
Thetraarus abbas Corbeiensis predicte ecclesie patronus prefate firme suum accomodarat consensum, sic 
et nos nostrum apponere curaremus ad cautelam habundantem. Nos igitur, inspecto scrip to quodam 
quod nobis exhibitum fuerat super huiusmodi contractus veritate, predictorum patroni et persone prefate 
ecclesie sigillis sigillato, confidenter et libenter predictum abbatem et conventum suum exaudivimus, pre- 
memorate firme contractum gratum et ratum habentes. Contractus autem huiusmodi forma est hec, quod 
predictus abbas et ipsius conventus prefato Herebordo et sibi in sepedicta ecclesia Godelumen succeden- 
tibus decern quadrantes siliginis et decern ordei et XXVI avene Huxariensis mensure persolvent annuatim 
in Huxaria representandos quicquid de intemperie seris contingat seu rei alterius impedimento 8 ). Ut 
autem hoc factum firmum et stabile consistat, presentem paginam sigilli nostri appensione fecimus com- 
muniri. 

Vora Siegel des Bischofs ist ein sehr abgeriebenes Bruchstuck erhalten. 

21. 

* Abt Thetmar von Corvey kauft einige bisher als Lehen ausgethane Guter urn 15 Mark fur die Prabenden der 
Mbnche wieder zuriick 1206 Marz 12. — Or. mit dem J. 1207 Fr. Corvey Urk. 78. 

Thetmarus Dei gratia abbas huius nominis tercius. Notum esse volumus presentibus et secuturis 
filiis ecclesie, qualiter tres mansos et dimidium in Nattesungien 4 ) in prebendam fratrum revocavimus, 
quindecim marcis redemptos a quodam Conrado milite, qui eos in beneficio acceperat, cuius rei series ita 
retro se habet. Septem mansos in villa prenominata quidam Udo de Rippbldessen in beneficio habuerat, 
quo sine liberis decedente, propinquis eius instantibus et tarn minisferialium hire quam gratia nos cogen- 
tibus, a nobis eos in beneficio acceperunt et in partibus possederunt; e quibus Conrado prenominato per 
coniugem et liberos, que soror defuncti fuerat, quartum dimidium provenit. Quos quia extra limites sue 
habitationis ad procurandum et excolendum iudicavit difficiles, nobis redimendos eos optulit, quos com- 
municato consilio fratrum et ministerialium ecclesie, ad profectum prebende fratrum quantitate supra 
taxate pecunie et dimidia libra amplius redimere cogebamur, ita scilicet, ut anni tunc instantis fructus 
nobis inde provenirent, si non tantum pecunie pacte nobis resideret, quantum fructus estimari valerent, 
qui eo anno usque tres libras estimati fuerunt. Cum autem tempus solvende pecunie instaret, .affuit 
predictus miles cum altero fratre suo, cui cum XII libras et dimidiam iuxta promissum offeremus, et 
tres residere speraremus, negare cepere pacti conventionem, quamvis hanc testibus defenderemus, volen- 
tes priora in irritum revocare, si non tota promisse pecunie summa sibi proveniret. Qua ad votum di- 
midia minus libra potita fidem coram nobis sub quatuor testibus interposuit, ut tres liberos suos qui 
adhuc infra annos rationis erant, cum discretionis primum annos intrarent, nobis vel successori nostro 
et familie ecclesiastice aut per se aut per aliquem propinquorum suorum exhibitos, factum patris con- 
firmare faceret et iam dictis abrenuntiaret bonis. Huius rei testes sunt: precipue quatuor, qui fidem ab 
eo receperunt, Johannes de Althorpessen, Marcwardus Scathe, Herebordus iudex, Helmbertus miles; de 
conventu Amilianus tunc decanus, Conradus hospitalaris, Gerungus capellanus, Johannes cellerarius; laici: 
Ekkihardus de Thorenbach, Ekkihardus antiquus iudex. Acta sunt hec verbi incarnati anno M°.CC°. VII . 
indictione Villi, nil. Idus Marci, die dominica 4 ). Eisdem testibus astipulantibus, predictus Marcwardus 



l ) So beide Ausfertigungen, wie die Folge ergiebt, fehlerhaft statt persona d. i. Pfarrer. — *) Qodelheim bei 
Hoxter. Vgl. Kaiser -Urk. I. 225. — *) Hier scheint etwas zu fehlen. — 4 ) So die Urkunde, heute Natsungen im 
Kr. Warburg. — *) Der Schreiber der Urkunde folgte offenbar der Paderborner, das Jahr nach unserer heutigen 
Weise beginnenden Rechnung. Denn wollte man annehmen, dass die Urkunde nach der Colnischen Weise datirt 

Wertt Urk.-Bttch. IV. 3 



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18 1206. 

redituum solvendorum ad hospital em domum debitor, eosdem in solido minorare volebat, contra quern dum 
Conradus tunc hospitalaris litem moveret, eundem solidum recuperavit et coram nobis optinuit, ut viginti 
duos singulis annis apportaret. 

Von dem Siegel ist nur die linke Seite erhalten, die einen Theil der sitzenden Figur des das Evangelium in der 
Linken haltenden Abts darstellt. Yon der Umschrifb sind die Buchstaben . . . ETMAR DI GR. erhalten. 

22. 

Papst Innocenz III. bestatigt dem Stift Busdorf zu Paderbom alle seine gegenwiirligen und kunftig aufgesetz- 

lichem Wege zu erlangenden Giiter, namentlich die von seinem Grander Meinwerk ihm geschenkten fiinf Bo ft. 

1206 November 18. Im Lateran. — Or. Stift Busdorf U. 11, Abschr. Msc. I. 121. S. 4. 123. S. 4'; 

gcdr. Schaten ad ann. 

Innocentius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis canonicis ecclesie sanctorum apostolorum 
Petri et Andree Patherburnensis salutem et apostolicam benedictionem. Commisse nobis amministrationis 
officium exiget et integritas rationis exposcit, viros ecclesiasticos sincera caritate diligere et ne indebit\s 
graventur molestiis apostolice protections clipeo confovere. Eapropter, dilecti in Domino filii, vestris 
iustis postulationibus grato concurrentes assensu ecclesiam vestram cum omnibus, que in presentiarum 
legitime possidet aut in futurum iustis modis Deo propitio poterit adipisci, sub beati Petri et nostra 
protectione suscipimus. Quicquid autem bone memorie M. (sic!) quondam Paburnensis episcopus eidem 
ecclesie vestre tarn in decimis quam in curtibus, in areis et in parrochia, que consistit in quinque villis 
videlicet Aspethera, Hildelinghusen, Hasvuthehusen , Hohensili, Albethinghusen '), rationabiliter contulit, 
sicut ea omnia iuste ac pacifice possidetis, eidem ecclesie vestre auctoritate apostolica confirmamus et 
presentis scripti patrocinio communimus statuentes, ut nulli omnino hominum liceat hanc paginam nostre 
protectionis et confirmationis infringere vel ei ausu temerario contraire. Siquis autem hoc attemptare 
presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit 
incursurum. Datum Laterani XIIII. Kalendas Decembres, pontificatus nostri anno nono. 
Die an rothen und gelben seidenen Faden hangende Bulle ist zum Theil verkalkt. 

23. 

Albertus Dei gracia comes de Eversteine bestatigt den Monchen von Hardehausen den Besitz von 
XXIII Alansen, welche sie crkauften a liberis in cometia nostra 2 ), behalt sich aber an alien Giitern das 
ius regie pensionis 8 ) vor. Dagegen tritt er den Monchen seine Anspriiche an einen Ilorigen ab, turn pro 
reBtauro, quia enormiter eos dampnificaveram in obsidione castri Desenberg, turn pro eo quod taxata 



ware, also dem Jahre 1208 angehorte, so ist damals der 12. Mars kein Sonntag, sondern vielmehr ein Mittwoch 
gewesen. Aber auch im J. 1207 fallt der 12. Marz auf einen Montag. Da nun die Ind. Villi auf 1206 hinweist, and 
in diesem Jahr der 12. Marz wirklich ein Sonntag war , so werden wir dies for unsere Urkunde statuiren und anneh- 
men mussen, dass die Jahreszahl 1207 auf einem Schreibfehler beruht. — ') Diese fanf Villen oder Bauerschaften 
liegen in oder urn die Stadt Paderborn; die erste ist der Stadtbezirk Maspern (Bessen I 162.), Hildelinchusen lag in 
der Richtung nach Dale oder Imminghusen (vgl. Giefers in den Beitragen zur Qesch. Westfalens 1866 S. 29), Hasvuthe- 
husen ist der Stammsitz derer von Haxthausen, dorthin fuhrte der Weg aus dem 8pirings y jetzt Casseler Thore; es 
lag da, wo jetzt noch das Haxter Feld ist; Hohensili oder Queden, im Suden, dicht dabei, wo jetzt das Querfeld; 
statt Albethinghusen, wie die papstliche Urkunde schreibt, ist Asbethinghusen zu lesen; hiervon hat sich im Pens- 
linger Feld NO. der 8tadt nooh eine Spur erhalten. — *) Die sedes iudiciaria einer Everstein'schen Freigrafsehaft lag 
am Donnersberg auf dem Wege von Wormeln nach Germete. Ygl. die Gerdener Urkunde v. 1226 und v. Spilcker in 
Wigands Archiv I 1. S. 56. Ob diese Grafachaft wohl mit der hier erwahnten von Mainz lehnruhrigtn identisch ist? 
— *) Den Konigszins. 



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1206—1107. 19 

pecunia redemerunt vades meos in Sosatia. Vom Kirchenbanne befreit, toird er in die Fraternitat des 
Klosters aufgenommen und entschadigt die Maimer Kirche a qua cometiam teneo fur die erwahnten Dimi- 
nutionen der Freigrafschaft. 1206. Zeugen: Hermann Byrecule et frater eius Bernhardus, Heinricus dapifer 
noster, Herimannus de Lovene, Thidericus de Duergen et frater eius Eselherius, Goswinus de Winthusen. 
1206. — Gedr. v. Spilcker Grafen v. Everstein V. B. S. 35 l J. 

24. 

Albertus comes de Everstene ubertrdgt dem KL Hardehausen das Obereigenthum iiber zwei Mansi in 
Scherfede, welche seine Vasallen Heinrich und Conrad dem Kloster verkauft uml ihm resignirt hatteru Zeu- 
gen: Bernhardus Patherburnensis ecclesie episcopus, Heinricus prepositus de Hamele; Heithenricus comes 
de Luterberge, Hermannus Bercule de Holthusen, Bernhardus de Nordhem, Ekkehardus de Wellethe, 
Hermannus de Atholvessen . . . Argentum etiam pariter totum datum est eis (Heinrich und Conrad) in 
Huxaria in presentia d. Adam iudicis ipsius civitatis. A. d. i. MCCVI. — Aus dem Originate gedr. bei 
0. Spilcker Everstein U.-B. 33. 

25. 

* B. Bernhard III. von Paderbnrn giebt dem KL Gerden den Hof zu Siddesen in Tausch gegen den Hof 
Nuten. 1207. — Abschr. Msc. II. 71. S. 237; laieinische und deutsche Regeslen Msc. 1. 242*>. S. 33; 

VI 224. S. 28. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus tertius Dei gratia Paderbornensis ecclesie 
episcopus. Quum cautum et utile omnino esse cognoscitur, ut facta memoria digna scriptorum autenti- 
corum suffragio posterorum imprimantur cognitioni, nos in eo sequentes predecessorum nostrorum vestigia 
presentis inspectione pagine cunctis Christi fidelibus insinuamus, .quod venerabilis decessor noster sancte 
recordationis Bernhardus episcopus a Bertoldo et filiis ipsius de Bilinchusen curiam in Sidessen 2 ), quam 
pheodi nomine tenebant, liberam accepit, in cuius recompensationem ipsis decimam in Ossendorp 8 ) libe- 
raliter de consensu ecclesie nostre in pheudum concessit, obtinuitque a provisoribus cenobii Gerdinensis, 
ut ipsi curiam in Nuten 4 ) castro Iburch adiacentem, et ex hoc sibi et successoribus suis Paderbornensis 
ecclesie episcopis magis oportunam voluntarie resignarent, et omne ius ipsius curie et omnium bonorum 
ei pertinentium, que ab ecclesia Paderbornensi tenebant, cederent usibus mense episcopalis. Volens 
autem idem venerabilis decessor noster claustri Gerdinensis pie ac sollicite providere indemnitati, consen- 
tiente sibi ecclesia nostra supra memoratam curiam in Sidessen claustro Gerdinensi contulit in pretaxate 
curie Nuten recompensationem, quam nos ei presenti instrumento sigilli nostri appensione firmato in 
perpetuum sancimus sub anathematis prohibentes interminatione, nequis supradictis permutationibus tarn 



l ) Aus einer weiteren hierauf bezuglichen Urkunde des Grafen Otto von Everstein vom Jahre 1225, gedruckt bei 
Spilcker 1. c. Seite 52, ersieht man sodann, dass nach Alberts Tode, Otto's Bruder, die Grafen Conrad und 
Heinrich, cum longe essem a patria, diesen Vertrag angefochten und einzelne von diesen Gutern wieder an sich 
geries€n hatten. Diese Differenzen werden nun dadurch ausgeglichen, dass das Kloster Hardehausen dem Grafen Otto 
27 Mark leiht, wofiir es in curte nostra Wormlo 27 Mark aus dem Ertrage des Getreides allmalig zuriickempfangen 
werde, wovon dreiMark eine Entschadigung ftir die durch seine Bruder angerichteten Schaden sein sollen. Ausserdem 
bestatigt er die von seinem Vater dem Kloster unter Konigsbann iibergebenen Guter nochmals demselben per sen- 
tentiam et ad maiorem cautelam fecimus tradi per manus uxoria mee Ermengardis et filii mei Alberti, distinguentes 
que a scabinis conquisita sunt, et ab aliis qui Uberi dicuntur. — *) NO. von Gerden. — *) NW. von Warburg. — 
4 ) In der Nahe des SW. von Driburg liegenden Berges Iburg jetzt nicht mehr nachzuweisen. Zur Sache vergleiche 
man noch Wigand Archiv IV. 78. not. 26. 

3* 



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20 1207. 

provide ac solenniter tractatis audeat inposterum obviare, aut cenobio Gerdinensi de sepedicta curia de 
Sidessen questionem movere. Acta autem sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.VII°, indictione 
decima, pontificatus nostri anno quarto, et coram testibus subscripts : Lamberto preposito maiori, Tide- 
rico decano, Heinrico beati Petri preposito, Tiderico scholastico, Conrado custode, Johanne cellerario T 
Hinrico camerario, magistro Joanne fratre et subdiacono nostro; Amelungo comite et filiis eius Heinrico 
dapifero, Lippoldo, Conrado, Hermanno, Wernhero, Rotgero et aliis quampluribus ministerialibus 
ecclesie nostre. 

26. 

* Bischof Bernhardt III. von Paderbom bestiitigt, dass ein gewisser Albert und dessen zwei Sohne ihre 
vom Hochstift Paderbom lehnriihrigen Giiter zu 0$terhu$en l J, welche zum Werthe von 26 Mark abgeschatzt 
seien, demKloster Gerden fur 10% Mark, fiir 6 Viertel Gelreide und fur kiinftig vom Kloster zu Lehngehende 
Giiter zu Vogelhorst 2 J , verkauft haben. Zeugen: Lambert Dompropst, Thiderich Domdechant, ffenrich Propst 
zu St. Peter (Busdorf), Thiderich Scholaster, Conrad Custos, Johann Kellner, Henrich Kammerer; Amelung 
Graf, Henrich Droste (dapifer). 1207. — Regest Msc. J. 242 *>. S. 33; VI. 224. S. 27. 

2T. 

* Albert, Dechanl des Stifts Busdorf, kauft ein an dessen Propst wegen binnen Jahr und Tag versiiumter 

Muthung heimgefallenes Lehen. von dem Vasallen fur 18 Mark, die ein Canonicus des Stifts, Gerhard, behufs 

Stiftung seiner Memorie vorstreckt. 1207. — Or. (Concept?) Busdorf U. 12; Abschr. Msc. 121. f. 14. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Notum sit tam presentibus quam future successions homi- 
nibus, quod ego Albertus, decanus ecclesie beatorum apostolorum Petri et Andree in Patherburne, et 
alii fratres et concanonici mei eiusdem ecclesie a Gerhardo de Sinestorp, consencientibus uxore et filio 
ipsius, quedam bona Sinestorp 8 ), que ipse nomine ecclesie nostre de manu prepositi nostri tenebat in 
feodo, et quia infra annum et diem de novo preposito nostro scilicet domino Heinrico eadem bona sibi 
concedi non postulavit, secundum iusticiam feodalem iure perdiderat, XVIII marcis redemimus; eademque 
bona nobis et successoribus nostris iam dictus prepositus in augmentum prebendarum nostrarum in per- 
petuum contradidit. Verum quia magister Gerhardus Bremensis ecclesie et nostre canonicus, pro anni- 
versario depositionis sue die ob salutem anime sue iugiter apud nos observando, memoratam nobis do- 
navit pecuniam, de fructibus predictorum bonorum secundum voluntatem ipsius ita ordinavimus, scilicet, 
ut medio tempore, hoc est donee ipse debitum universe carnis solvat, in octava pentecostes vigilie, pro- 
xima vero feria secunda, missa in commemorationem omnium animarum fidelium et tercia feriapro salute 
vivorum Salus populi sollempniter decantetur, et tam priori die IIII solidi et VI denarii, quam posteriori 
die alii HII solidi et VI denarii fratribus nostris erogentur, et XII denariatae panis pauperibus distri- 
buantur, ea sollicitudine illi fratri incumbente, qui sepedicta bona vice capituli a decano receperit in 
obedienciam 4 ). Postquam autem prefatus magister diem clauserit extremum, coniunctis in unum duabus 
medietatibus, novem solidos in anniversario die depositionis eiusdem obedientiarius ministret fratribus, 
V autem denariatas panis det scolaribus, unum denarium campanario, candelam de dimidia libra cere 
ponat in choro a tempore vigiliarum per totam noctem usque ad finem misse pro defunctis duraturam. 
Panem denarium valentem et caseum denarium valentem conferat ad introitum misse cum candela com- 



>) Vgl. oben Nro. 3. — *) Ostlich yon Lemgo. Das Kl. Gerden hatte bekanntlich viele Besitzungen im heutigen Fiir- 
stenthum Lippe. — *) Der Name hat sich noch jetzt in der Zinsdorfer Mark erhalten, im Er. Buren, N. von Wun- 
nenberg and Farstenberg, and hangt jedenfalls mit dem ebenda befindlichen Sint- oder Sentfeld zusammen. — 
*) Sehr bezeichnend far den Ursprung des Namens der Obedienzien. 



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1207. 21 

petente, imum denarium Bacrificet.ad missam. Ut autem hec omnia rata maneant et inconvulsa, et a 
6ucce8sorum nostrorum non effugiantmemoria, presentis cyrographi paginam conscribi, et sigillo ') ecclesie 
nostre fecimus muniri, nominibus nostris, qui hiis dum agerentur presentes aderamus, subter notatis: 
Albertus decanus, Heinricus custos, Heinricus, Cesarius, Rodolfus, Ludolfus, Thyetmarus scolasticus, 
Frethericus, Werno, Johannes, Heinricus, Lambertus. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.VII , 
indictione IX a , domino Innocentio III. ecclesie Romane presidente, domino autem Ottone rege regnante. 

28. 

* Abt Gumpert von Geismar und dasCapitel von Fritzlar *J bektlnden eine Schenkung anHausem und Kauf- 

scharren in der Sladt Fritzlar *J an das KU Hardehausen. 1207. — Or. KL Hardehausen U. 16. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Nos Gumpertus Dei gratia Geismariensis prepositus 
et capitulum Fritlariense in perpetuum. Cum pro modulo nostre possibilitatis universis sacre fidei cul- 
toribus teneamur impendere opera karitatis, maiorem tamen pro hiis debemus gerere sollicitudinem, qui 
vita Marthe posthabita Marie quietem elegerunt. Inde est, quod notum fieri volumus tarn futuris quam 
presentibus, quod prepositus in Winede 4 ) Thitmarus bona infra Friteslar in areis domorum et maccello- 
rum 6 ) sita et extra in agris posita, a monasterio in Wicenstein 6 ) coempta, eidem monasterio et capelle 
legaverat, equaliter post obitum suum possidenda. Elapso autem modico post tempore bona eadem a 
iam dictis absolvit monasteriis donatione sive precio XX marcarum. Cum autem ilia in libera habuisset 
possessione, contulit eadem monasterio Hersvithehusensi in ecclesia Friteslar astantibus clero et populo 
infra missarum sollempnia et dein coram iudicibus laicis in foro dicta donatione confirmata iuxta con- 
suetudinem oppidi pretaxati. Testes vero hii aderant: Heinricus cantor, Cunradus custos, Cunradus de 
Rusteberg, Adeloldus, Herimannus, Cunradus M8nt; laici quoque Radbodo de Cenre *), Hernestus de 
Zuschene 8 ), C8no de Holtzeim, Geveno, Rudolfus et alii quamplures tarn clerici quam laici. Igitur ut 
hec facta rata et inconvulsa omni evo permaneant, sigillo ecclesie nostre prepositique Geismariensis hanc 
paginam fecimus communiri, horrendo ilium percellentes anathemate, siquis in posterum attemptaverit 
hec eadem ausu temerario irritare. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°.VII . indictione nona 9 ). 
Beide Siegel sind abgefallen. 

29. 

* Die vom Bischof Gerhard von Osnabriick zwischen seiner und der Paderborner Kirche beantragte Briider- 

schafl wird vom Bischof Bernhard 111. von Paderborn und dessen Domcapilel genehmigt. 0. J. 

(1207—1216) «•/. — Or. Fr. Paderborn U. 87. 

Dominis et fratribus venerabilibus ac dilectis in Christo 6. Patherburnensis ecclesie episcopo L(am- 
berto) preposito, T(iderico) decano totique capitulo G. Dei gratia episcopus, L. prepositus, H. decanus 



») Ein Siegel ist an dieaer auf einem langlichen Streifen liniirten Pergaments verzeichneten Urknnde, deren Schrift aber 
durchaua gleichzeitig ist, nie vorhanden gewesen. Mdglicherweise liegt hier also nor ein Concept vox. — *) N. von 
Fritzlar liegt das alte, in der Geschichte des h. Bonifacius berohmte Geismar, verschieden von dem bei Liebenau 
belegenen Hofgeismar. — •) Vgl. die Urkunde vom 11. September 1234 Nro. 229. — 4 ) Weende, Nonnenkloster, N. 
von Gottingen; Otto prepositus de Wenethe bezeugt 1247 eine Urkunde der Edlen von Plesse. Wenck H. G. II. B. 166. 
— *) Kauf- und Fleischerscharren. — 6 ) Kloster Weissenstein, spater Schloss Wilhelmshohe bei Cassel, vgl. Busching 
VIL 104. Eine Erwahnung dieses Elosters findet sich nur einmal in Wencks Hess. Gesch. II. 13. 129, wo nebendem 
Aussteller unseres Documents auch Bruno in Wizenstein prepositus, eine Urkunde Erzbischof Conrads von Mainz von 
1196 bezeugt. — ^ Zennern S. v. Fritzlar. — 8 ) Zueschen NW. von Fritzlar, im Fr. Waldeck. — •) Unrichtig statt 
decima. — 10 ) Im J. 1207 wird zuerst der Paderborner Domdechant Dietrich erwahnt, oben Nro. 26, und im J. 1216 



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22 not— tao8. 

et ceteri Osnabrugensis ecclesie fratres devotas orationes et obsequium cum eo, qui fratribus debetur, 
affectu. Noticia religionis et honestatis ecclesie vestre desiderium suscitavit in nobis, ut ecclesiam no- 
stram ei speciale karitatis vinculum alligaret. Cum desiderio per litteras nostras vobis exposito univer- 
sitatis vestre benivolum et ut speramus, immo confidimus, inspiratum a Deo gaudemus et gratias agimus 
accessisse consensum. Gratam igitur et ratam libenter habituri perpetuo coniunctionem ecclesiarum vestre 
et nostre presenti autentico protestamur, quod societatis illius et voti vobis debiti, quod ecclesias sorores 
mutuo sibi debere facit obligatio specialis, ecclesie vestre semper erimus debitores. 
Das Siegel fehlt. 

30. 

* Bitter Anselm von Atteln l J stiftet im KL Willebadessen seine Memorie. 0. J. (1207 — 1215) 2 J. — 

Begest Msc. I. 242*. S. 6L 

Lambertus maior propositus, T(heodericus) decanus, Henricus prepositus sancti Petri et to turn cafti- 
tulum Paderbornense testantur, quod Anselmus miles in Atlen tan turn de bonis suis dederit ccenobio in 
Wilbodessen, ut unaque devota singulis feriis sextis recipiat similam, quod conventus contulerit frater- 
nitatem capituli sui et omnium orationum fecerit participem et singulis feriis sextis pro salute ipsius 
celebranda (sit) cum vigiliis solempnibus missa publice votiva. Quod siquis contempserit, indignationem 
omnipotentis Dei, beatorum suorum apostolorum Petri et Pauli et sancti Viti martyris se noverit incur- 
surum. 

31. 

Papst Innocenz HI. zeigt dem Convent des Klosters Corvey an, dass er von seinem Legaten die Verzicht- 
leistung des Abts von Corvey auf die bisher in Deutschland Ubliche Gewohnheit, ohne papstliche Erlaubniss 
von einer Kirche zu einer anderen uberzutreten , empfangen habe. Auf Grund dieser Gewohnheit sei derselbe 
friiher von Helmershausen nach Corvey iibergegangen, und hierauf vom Bischof von Paderbom vom Amte 
suspendirt worden, was aber der Legat unter bestimmten Bedingungen revocirt habe. 1208 Mai 5. Lateran. — 
Or. KL Corvey U. 79; gedr. Schaten ad ann.; ein Auszug ist in das Corp. Juris Canon. C. 7. X. 

de consuet. (1, A ) iibergegangen. 

Innocentius episcopus servus servorum Dei. Di(l)ectis filiis conventui Corbeiensis monasterii salutem 
et apostolicam benedictionem. Cum venerabilis frater noster . . 8 ) episcopus Hostiensis et dilectus filius 
•L. 4 ) tituli sancte Crucis presbiter cardinalis, olim in partibus Alamannie legationis officio fungerentur, 
invenerunt dilectum filium abbatem de monasterio Helwordeshusensi, quod ad Romanam ecclesiam nullo 
mediante noscituf pertinere, ad monasterium Corbeiense, quod etiam est Romane ecclesie speciale, pro- 
pria temeritate migrasse, licentia illud deserendi vel confirmatione a nobis vel ab ipsis etiam, qui (vices) 
nostras in illis partibus tunc 4 ) gerebant, nee habita, nee petita. Cumque Nortusium advenisset regalia 
recepturus 6 ), iidem existentes ibidem, ut contemptus eius manifestior appareret, ad eos accedere non 



stirbt Bischof Gerhard von Osnabriick. — l ) W. von Willebadessen. — a ) Nach dem Auftreten des Domdechanten 
Dietrich datirt, Wahrscheinlich ist diese Urkunde aber die domcapitolarische Bestatigung zu Nro. 55 ». vom 6. No- 
vember 1213. — *) Hugelin. — 4 ) Leo. Beide erscheinen als Legaten zuerst auf dem Reichstag zu Worms, 3. August 
1207. Bohmer R. J. 1198— 1254 S. 314. — 6 ) Also war der ttbertritt des Abts von Helmershausen in's Kl. Corvey 
schon langere Zeit vor der Ankunft der Legaten Hugelin und Leo erfolgt. — •) Yon E. Philipp, der in der zweiten 
Halfte des August 1207 einen Reichstag in Nordhausen hielt, wo auch jene Legaten gegenwartig waren. Bohmer 
1. c. S. 24. 



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1208. 23 

curavit, se mandatorum ipsorum exhibens modis omnibus contemptorem. Propter quod dicti legati vene- 
rabili fratri nostro . . P(aderb)urnensi episcopo ! ) dederunt firmiter in mandatis, ut eundem ad suam 
presentiam evocaret et predictis omnibus diligentius expositis coram eo, ipsum ab omnd officio et bene- 
ficio suspendere non differet, donee nostro vel illorum se conspectui presentaret, de contemptu veniam 
petiturus. Ceterum cum suum nuntium ad eorumdem pres(entiam) (de)stinaret, se super predictis omni- 
bus per eundem excusans, illius terre allegavit consuetudinem generaJem, asserens, quod pro confirma- 
tione electionis vel optinend(a) (etia)m benedictione vel licentia de uno ad aliud monasterium transeundi, 
summus pontifex vel eius legati non efant aliquatenus requirendi, cum in illis partibus consue(tu)do talis 
hactenus sit servata. Idem vero legati precibus multorum inducti tarn ecclesiasticorum quam secularium 
princip(um), qui eosdem pro ipso instantissime rog(averunt), predictam sententiam relaxarunt, pref(ato) 
episcopo Paderburnensi mandantes, ut memorato abbati iniungere non differet, ut usque ad dominicam, 
qua cantatur Letare Jerusalem 2 ) proxime preteritam, nuntios suos ad sedem apostolicam destinaret r 
mandatum nostrum tarn super hoc, quam aliis, eisdem mediantibus nuntiis recep turns; quod si (facere) 
forte negligeret, extunc ipsum in pristinam sententiam reducere non differet, et earn faceret firmiter 
observari. Postmodum autem cum suos ad sedem apostolicam nuntios destinasset, iidem volentes eum 
multipliciter excusare ad defensionem ipsius predictam consuetudinem allegarunt. Cum igitur hoc no& 
tarn consuetudo quam corruptela merito sit censenda, que profecto sacris est canonibus inimica, ipsam 
de cetero servari nolentes eisdem legatis dedimus in mandatis, ut a predictis nuntiis Her(bordo) videlicet 
preposito et C. canonico EcclesieNove s ), qui plenam tarn abbatis, quam Corbeiensis conventus procura- 
tionem habebant, sicut nobis constitit per pub(li)cum instrumentum, vice nostra obedientiam reciperent 
manual em, facta renuntiatione consuetudinis antedicte, qui tarn in consuetudinis ipsius renuntiatione, 
quam in obedientia exhibenda nostrum adimplentes mandatum, litteras super hoc suis signatas sigillis 
apud nos dimittere procurarunt. Quo circa discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatenus 
quod factum est per nuntios antedictosTatum habentes, de cetero huiusmodi pravam consuetudinem nul- 
latenus observetis. . Datum Laterani V. Non. Maii, pontificatus nostri anno undecimo 4 ). 



') Bernhard III. von Oesede. — *) 16. M&rz 1208. — *) Nigenkerken dicht bei Corvey. — 4 ) Wer dieser von Helmers- 
hausen nach Corvey ubergehende Abt war, sagt der Papst leider nicht Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es 
aber Thetmar gewesen. Wir ersehen dies aus dem von Strunck Annal. Paderb. III. S. 125 sq. gesammelten Catalogus 
abbatum Helmwardeshusensium , der S. 126 sagt: reperitur in Uteris Helmershusanis de anno 120.5 indictione octava, 
quarum initiom est : Ego Thetmarus divina dementia huius nominis tertius Helmwardeehusensis abbas. Eben dieselbe 
Urkunde betrifft wohl aucb das Regeet, welches sich Msc. 1. 242 b . S. 47. befindet, wenn dort aach als Jahr falschlich 
l'J06 angegeben wird. Ausserdem besassen wir fruher unter den jetzt an das Kasseler Staatsarchiv abgegebenen Ur- 
kunden des Kl. Helmershausen unter Nro. 5. eine undatirte, die einer temporibus et auctoritate in Helmordeshusen 
abbatis Themari huius nominis tercii gemachten Schenkung des ius in marcha Desla erwahnt. Wenn man nun in 
Betracht ziehet, dass der tJbertritt dieses Abts vom El. Helmershausen zu dem Oorvey'schen , wie wir oben Note 5 
erwiesen, schon langere Zeit vor der im August 1207 erfolgten Ankunft der Legaten stattgefunden hat, so werden 
wir auch den oben Nro. 21 auftretenden Corvey'schen Abt Thetmar fur identisch mit diesem anerkennen und anneh- 
men miissen, dass seine Wahl fur die letztere Wurde schon im Jahre 1205, Nro. 18—20, jedenfalls vor dem 12. Marz 
1206 erfolgt ist. Wollten wir die Epochen der Correy'schen Abte am Ende des 12. und im Anfange des 13. Jahrh. 
festzustellen suchen, so mussten wir zun&chst von den Erfindungen Paullinis in seinen Annal. Corb. (Syntagma S. 384 
und bei Leibn. IL 310), die leider auch die Darstellungen der handschriftlichen Chroniken von Corvey, Msc. I. 245 
u. 251, vollkommen beherschen, ganz absehen. Aber auch eine etwas altera Geschichtsquelle , namlich der von 
einer Hand aus dem Anfange des 16. Jahrh. Msc. I. 133. S 51 eingetragene Catalog, abb. Corbeiensium, giebt keine 
Auskunft. Denn es heisst dort: Widikindus abbas sedit 19 annis, Thetmarus abbas sedit annis 6, Hugoldus . . annis 
10, Hermannus annis 30. Yoransgesetzt nun, die Annahme Erhard's R. 2232 sei rich tig, der den Tod Conrads, des 
Vorgangers von Widikind in's Jahr 1189, und zwar nach dem mir unbekannten Necrologium von Marienmunster auf 
den 15. December setzt, — und in der That nennt Widikind C. 506 das J 1190 das erste prelationis nostra, — 
so hatte Widikind, der nach Nro. 12 noch am 12. December 1203 am Leben war, bis zum J. 1208 regiert, was durch 
unsere Urkunden schon als unmoglich erwiesen wird. Hiernach kdnnen also auch die ubrigen Daten una Nichts zur 
Bestimmung der Epochen helfen. — Gegen die von Mopyer Onpm. p. 125 angegebenen Tages- und Jahreadaten kann 



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24 H08- 



32. 



* Bischof Bernard III. von Paderborn bestdtigt, dass Anton und Goswin Briider von Sidessen mil 
Genehmigung des Sohnes ihrer Schwester, dem Klosler Gerden gegen Empfang von 42% Mark die Giiter 
zu Dalessen x ), welche sie von ihm zu Lehen getragen, abgetreten und er das Eigenthum dieser Giiter dem 
genannten Kloster geschenkt habe. Zeugen: Lambert Dompropst, Thiderich Domdechant, Benrich Propsi 
zum h. Petrus, Thiderich Scholaster, Conrad Kiister, Johann Kellner, Benrich Kammerer; Amelung comes, 
Benrich dapifer und andere Ministerialen der Kirche. 1208. — Begesl Msc. L 242 b. S. 33; VI. 224. S. 29. 

33. 

* Erzbischof Siegfried von Mainz bekundet, dass das Kloster Bardehausen ein von der St. Stephanskirche in 
Mainz in Pacht gehabtes Gut dieser letzteren abgekauft habe. 1209. — Or. Kl. Bardehausen U. 17. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Sifridus Dei gratia sancte Moguntine sedis archiepiscopus 
universis Christi fidelibus salutem in Domino. Ut ea, que humana ordinat dispensacio, memorie valeant 



ich in Bezug auf Widikind nichts einwenden, habe indessen aber auch keinen positiven Beleg fiir ihre Richtigkeit 
auffinden konnen. Dagegen erweist die Urkunde Bredelars Nro. 13 vom Corvey'schen Abte Hugold den 3. November 
1220 electionis noetre anno quinto ausgestellt, dass Hugold erst 1216 gewahlt und sein Vorganger Thetmar wohl 
bis dahin am Leben gewesen ist. 

Aus der Vergangenheit dieses Abtes Thetmar konnen wir jetzt nach einer Originalurkunde , die uns mit dem 
Nachlasse Peter's von Hatzfeld zugekommen ist, eine sehr interessante Thatsache angeben. Sie beweist, dass Thetmar 
zwischen 1195 und 1200 unmittelbar nach seinem Amtsantritt als Abt von Helmershausen der Execution des damals 
papstlicherseits bestatigten Ausspruchs des Legaten, dass Helmershausen dem Paderborner Bisthum untergeben sei, 
sich mit bewafmeter Hand widersetzt habe. Dieser Widerstand muss von Erfolg gekront gewesen sein, da Inno- 
cenz in. in der im Teste gegebenen Urkunde des J. 1208 ausdrucklich anerkennt, dass Helmershausen nullo median te 
ad Romanam ecclesiam pertinere. Die jetzt dem Furs ten thum Paderborn unter Nro. 84* einverleibte Hatzfeldische 
Urkunde lautet: 

H(ildebrandus) Dei gratia decanus S. Cuniberti, S. eiusdem ecclesie scolasticus. Omnibus ad 
quos presens scriptum pervenerit notum esse cupimus, quod executio sentencie quam Maguntine 
sedis archiepiscopus Sabinensis episcopus apostolice sedis legatus pro ecclesia Patherburnensi tulit 
et quam dominus papa confirmavit, nobis a Romano pontifice mandata fuit. Unde cum Pather- 
burnensem episcopum in corporalem possessionem adiudicate abbatie mitteremus, Th(ietmarus) 
electus de Helmwardeshusen et eiusdem monasterii monachi collecta multitudine armatorum epi- 
scopo pacifice venienti restiterunt. Ideoque auctoritate nobis mandata tarn prenominatum electum 
quam prefati monasterii monachos et eorum complices in facie Coloniensis ecclesie excommunica- 
vimus et usque ad condignam satisfactionem arcius evitari mandamus. 

Vom zweiten Siegel ist noch ein Bruchstiick erhalten, auf dem eine grossere sitzende Figur, ein Buch in 
der Linken haltend, sichtbar ist. 

Nach Mas8gabe des Umstandee, dass der Decan Hildebrand von St. Cunibert in Coin in den Jahren 1185 — 1202 
urkundlich erwahnt wird, dass dagegen der Erzbischof von Mainz, Cardinalbischof von Sabina, Conrad von Wittels- 
bach, im J. 1200 etirbt, muss diese Urkunde zwischen 1195 und 1200 fallen. Allein da wir aus einer fast ganz ver- 
dorbenen Bulle Papst Coelestins HI. d. d. Lateran 1195 April 29., Fr. Paderborn U. 84, dieErhard ubersehen, so viel 
entnehmen konnen, dass dieser damals Commissare zur Entscheidung des Streits zwischen Paderborn und Helmers- 
hausen ernannte, so wird diese Entscheidung selbst, demnach auch unsere Urkunde, wohl erst einige Jahre spater 
fallen. Thetmars Vorganger als Abt von Helmershausen ist Wilhelm, der urkundlich, so viel ich weiss, nur einmal 
zum Jahre 1189, Erhard C. 490, erwahnt wird. 
Wohl unzweifelhaft identisch mit Dalhauaen SW. von Beverungen. Vgl. Nro. 50. 



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1109. 25 

commendari, necesse est, ea scriptis et voce testium perhennari, ne cum temporis mutabilitate simul 
inmutentur. Noverint igitur presentes et posteri, quod fratres in Hyrsedehusen predium quoddam in 
Ruppoldeshusen canonicis ecciesie sancti Stephani in Moguntia attinens, de quo idem fratres VIII solidos 
lem moneie in annua pensione prefatis canonicis persolverunt, ab ipsis pro XVI marcis ponderati argenti 
mediantibus hiis scilicet Ludewico advocato de Honberch et Alberto, qui sub eodem Ludewico prefuit 
yillicationi in Dielich 1 ), emerunt In cuius predii restaurum prefati canonici bona quedam in Hettens- 
leym sibi cum eadem pecunia comparaverunt. Nos vero hunc contractum ratum et inoonvulsum habere 
volentes ipsum presenti cartule annotatum sigillo nostro fecimus communiri, et ad habundantem cautelam 
sigillum iam dicte ecciesie sancti Stephani fecimus adiungi, testes adicientes, quorum hinc nomina sunt 
subarrata: Cunradus maior propositus, Fridericus decanus, Albertus custos, Godefridus cantor maioris 
ecciesie in Moguntia et magister Eberardus eiusdem ecciesie canonicus, Gerbodo propositus sancti Pauli 
in Wormacia, Arnoldus decanus S. Marie ad gradus in Moguntia, Wernerus scolasticus, Embricho de 
Albecho, Fridericus cellerarius, Gerardus, Godefridus, Johannes, Wigandus canonici prefate ecciesie 
S. Stephani, Heynricus notarius, Cesarius et Willehelmus monachi, Godefridus et Otto conversi in Hyr- 
sedehusen. Unde siquis hanc nostre confirmationis paginam in posterum attemptare presumpserit, indi- 
gnationem Dei omnipotentis et nostram se noverit incurrisse. Actum publice a. d. i. M°.CC°,IX . 
Beide Siegel aind abgefallen. 

34 

* Graf Ludwig von Ziegenhayn iibertragt dem Kbster Bardehawen die van einem seiner Ministerialen 
angekauften Giiter. 1209. — Or. KL Bardekausm U. 18. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego Lodewicus Dei gratia comes in Gigenhagen ecciesie 
in Herswithehusen in perpetuum. Que temporibus nostris consensu nostro racionabiliter facta cognovi~ 
mus, ob maioris cautele firmamentum posteritati nostre scrip ta transmittimus, Quidam ministerialis 
noster Wigandus nomine de Scrikesbach 2 ) bona sua, que emptionis titulo possederat in villa Herrades- 
hu*en a ), cenobio Hersvithehusen XXII talentis vendidit assensu heredum suorum. Idem Wigandus cum 
filiis suis Wigant, Lodewich, Helewich, Udelrich, Bruno et filia sua Jutta prefata bona in manus nostras 
resignaverunt hoc pacto, ut eadem eo iure, quo ipse possederat, cum omnibus attinentiis pretazate eccie- 
sie contraderemus, quod et fecimus. Ut autem hoc factum sepedicte ecciesie ratum permaneat, presen- 
tem paginam sigillo nostro fecimus corroborari. Huius rei testes sunt: Herbordus sacerdos de Treise 4 ); 
Bruno dapifer de Gigenhagen, Hermannus de Sconenberch layci; Sigebodo conversus, Theodericus de 
Oldenthorp et alii quamplures. Acta sunt hec an. d. i. M .CC O .VHH°. 
Das Siegel ist abgefallen. 



Dillich und Homberg S. und SO. von Fritzlar, wo Hardehausen nach Nro. 28 Besitzungen hatte. Attn diesem Grande 
wird Ruppoldeshusen sis Roppertahausen zu deuten eein, das S. von Homberg liegt. Dochbemerke ich, dass Landau 
Hessengau 161 als al teste Form dieses Namens aus einer Urkunde von 1249 Roporgehusen anfuhrt, Ruppoldeshusen 
aber nicht kennt. Eine Riickschrift des 14. Jahrhunderts auf unserer Urkunde lautet Ropodeshusen. — *) Schrecks* 
bach SO. von Ziegenhayn. — *) Auch mit Hulfe von Wenck und Landau vermag ich dessen Lage nicht su bestimmen. 
Bei Wenck II. B. 182. verkauft das Kloster Aulesburg (Haina im S. des Furstenthums Waldeck, vgl. die Urk. von 
1231) decimam nostram in Rumershusen et bona nostra in Herredeshusen. — 4 ) W. von Ziegenhayn. 



W«t£ Urk.«Buoh. IV. 



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2« "«9. 



35. 



Der Edle Heinrich van Schwalenberg verzichtet mil seinem Bruder Hermann in dem Lehnsgericht des Hoch- 
stifle Paderborn auf die Vagtei des Klaslers Gerden. 1209. Abschr. Msc. 11. 71. S. 226; Regesl I. 242 b. 

S. 33; VI. 224. S. 30; gedr. Wigand Archiv II. 369. 

In nomine fcancte et individue Trinitatig. Bernhardus tertius Dei gratia Paderbornensis ecclesie 
episcopus. Qucmiam temporum prolixitas hominum memoriam plerumque solet obumbrare, discreta 
recepit adinventio scripture suflragium, ut facta memoria digna per id transmittantur ad posteros 
fct presentium notitia confirmetur. Omnibus igitur quorum inspectioni hec pagina fuerit oblata duxi- 
mus insinuandum, quod cum nobilis vir Heinricus de Swalenberg se gereret pro advocato cenobii 
Gerdinensis et eo nomine dampna gravia ipsi monasterio irrogasset, obtinuimus efficaci studio tandem 
et labore, quod tarn idem Heinricus quam frater eius Hermannus coram nobis Paderburne in domo 
episcopali constituti, et ex electione ipsorum ac collaudatione ibi figura iudicii pheodalis consistente ? 
presentibus fratribus nostris: maiore preposito, abbate sancti Pauli etcapitulo maiore, preposito etiam et 
capitult) ecclesie sancti Petri, item domino Waltero et Hermanno canonicis Monasteriensibus ac multis 
fidelibus ac ministerialibus ecclesie nostre, omni iuri, quod sibi advocatie ifomine in monasterio videban- 
tur usurpasse predicto, et ore renuntiaverunt et manu. Item decimas, quarum possessione prenominatus 
Heinricus iamdictum cenobium privaverat, possessioni ipsius cenobii ambo recognitione communi reddi- 
derunt. Commisit item Heinricus sepedictus ordinationi nostre de restitutione damnorum, que cenobio 
intulerat eidem, secundum gratiam vel secundum iustitiam sine contradictione facienda. Id autem in 
pactis fuit adiectum, quod si forte in posterum dicturi essent fratres predicti, se ius aliquod in mona- 
sterio Gerdinensi habere, super hoc questio ad nostrum iudicium sive successoris nostri, qui pro tempore 
in ecclesia nostra fuerit r deducatur et legitime per sententiam decidatur. Hec cum taliter processissent, 
quesivimus ad cautelam plenariam et abundantem a Florino de Spenge fideli ecclesie sententiam, an si 
ea gesta, que prenarrata sunt, uterque vel alter fratrum prenominatorum forte velit inficiari inposterum, 
nobis vel successori nostro potius probatio deferenda sit eorundem, an potius eorum sit excusatio admit- 
tenda. Tulit igitur sententiam et hec ab omnibus est approbata, quod si casus pretaxatus emerserit y 
nobis gestorum premissorum probatio sit potius deferenda, quam ipsorum sit excusatio admittenda. Acta 
autem sunt hec anno ab incarnatione dominica M°.CC°.IX°, indictione XI et pontificatus nostri anno VI° 
coram testibus annotatis: Ecberto abbate sancti Pauli, Lamberto maiore preposito, Thiderico decano T 
Heinrico ecclesie beati Petri preposito, Thiderico scholastico, Conrado custode, Wulframmo prioribus y 
item Hermanno de Nienkiricken *) preposito, Volcwino, Cratone, Olivero Coloniensi scholastico, Heinrico T 
Hermanno, Frederico, magistro Joanne, aliisque maioris ecclesie canonicis; item Heinrico decano T Hein- 
rico, Cesario, Rodolfo prioribus, Ludolfo, Thietmaro scholastico, Frederico et aliis canonicis ecclesie beati 
Petri; item Thietmaro de Buren, Florino de Spenge, Amelungo comite de Patherburne 2 ), Thiderico 
comite de Horehusen, Heinrico dapifero, Stephano filio comitis de Horehusen, Hermanno de Wevere, 
Heinrico Sprinc, JohaimeClenoden, Heinrico et Makorio fratribus Paderburnensibus aliisque qnam plu- 
ribus ecclesie nostre fidelibus ac ministerialibus, quorum nomina minus utile quam longum esset enu- 
merare. 



l ) Im angezogenen Manoscriptenbande steht von Kindlinger's Hand: „Menkiriken", ond so dmckt anch Wigand. 
Doch hat Kindlinger sich nur versehen und in diesem klein geschriebenen Worte das ni fur m gelesen. In der Ger- 
dener Urkunde von 1203 wird dieser namliche Hermann als prepositus de Nova Eceletia bezeichnet. Uneere Urkunde 
giebt die alteete mir bekannte deutsche Namensform dieses unweit Corvey belegenen Stiftes. — 2 ) Graf der Stadt 
Paderborn, wird schon in der Gerdener Urkunde von 1207 einfach als comes bezeichnet. Doch bin ich zveifelhaft, 
ob er identisch mit dem Amelungus vicecomes ist, der in Gerdener Urkunden von 1202 und 1203 mehrfach erseheint. 



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1309. 27 



36. 



* Kbnig Otto IV. bekundet den vor ihm ergangenen Beehtsspruch , dass keine der friiheren Abtissinnm von 
Berford die zu ihrem und der Nonnen Unterhati bestimmten Guter anders als auf die Zeit ihres Lebens als 

Lehen habe austhun kbnnen. 1198—1209 (1209 Juni SO. SpeierJ l J. — Abschr. dee XV. Jahrhunderts. 

Msc. VII. 3301a. S. 33. 

0. Dei gracia Romanorum rex et semper Augustus universis inbeneficiatis ecclesie Hervordensis gra- 
ciam suam et omne bonum. Constituta in presencia nostra abbatissa vestra per sentenciam principum 
Maguntinensis, Coloniensis arclriepiscoporum, abbatis Corbeiensis necnon et aliorum fidelium nostrorum 
approbacionem obtinuit, quod nulla abbatissa, que fuerit ante tempora eius, potuit bona spectantia ad 
redditus eius vel ad prebendam sororum, alicui laico in feudum dare, nisi quamdiu vixerit. Unde quia 
regiam 2 ) decet maiestatem, ut que coram nobis terminantur, firmitatem habeant, ipsam ab impeticione 
Remberti laici volumus absolvi, qui intratum 3 ) ab ea petit, quod Lodowicus rex ad redditus eius et 
sororum dinoscitur contulisse. 

37. 

* Bischof Friedrich von Halberstadt bittet auf Grund der zwischen seiner und der Corvey' schen Kir eke beste- 
henden Bruderschafl die Pralaten und den Convent der Letzteren, sich fiir einen ihrer MitbHider zu verwen- 

den, dem der Abt den Genuss seiner Prdbende entzogen hatte. 0. J. 1209 — 1236. — Or. fsehr 

zerstortj Frstth. Corvey U. 80. 

Venerabilibus dominis et confratribus in Christo dilectis. H. priori, (0.) preposito totique Corbeiensi 

conventu(i) F. Dei gratia Halberstadensis episcopus prepositus, A. decanus totumque 

sue maioris ecclesie capitulum cum fraterna dilectione pronam ad obsequia voluntatem. Inter vestram 
tt nostram ecclesias, que sorores fore noscuntur, talem invenimus consuetudinem observatam, quod si 
fratrum nostrorum vel vestrorum aliquis erga suum prelatum vel ecclesiam excessisset, ita quod proinde 



Wann diese Urkunde ausgestellt ist, lasst sich nur annahernd bestimmen. Nach dem Titel fallt sie vor den 4. Octo- 
ber 1209, wo Otto die Kaiserkrone empfiog. Die Erwahnung der Erzbiscbofe von Coin und Mainz giebt, da ibre 
Xamen feblen, ein Bestimmungsmoment urn so weniger ab, als in Folge der etreitigen Konigswurde in beiden Erz- 
8tiftern zwei Wurdentrager waren. Vielleicht aber diirfte die Urkunde um den 30. Juni 1209 in Speier ausgestellt 
sein, wo allein, soweit ich dies aus Bobmer's Begesten p. 45. Nro. 68. constatiren konnte, beide Erzbiscbofe, sowohl 
Siegfried von Mainz, als aucb Tbeoderich von Coin sicb in der Umgebung Otto's finden. Doch wird des Abt's von 
Corvey dabei nicht mit gedacbt. Den in unserm Documente erwabnten Rembert mochte ich fur identiscb balten nut 
Reinbert de Mothehorst, einem alten abteilicben Gut, das scbon von Waltger dem Stift gescbenkt sein soil, der in 
einer Urkunde der Gr. Ravensberg vom J. 1244 zusammen mit Gerbart de Quernbem und Gerhard de Rubo (v. dem 
Buscbe) und anderen Herford'acben Ministerialen unter den Zeugen aufgefuhrt wird. Ich habe wenigstens keinen 
zweiten dieses Namens in dieser Zeit entdecken konnen. Da drei Schenkungen Ludwigs des D. an Herford , vgl. meine 
Kaiser -Urk. I. 142. 147. 154, die Bestimmung fur den Unterhalt der Herforder Nonnen haben, so lasst sich nicht 
erkennen, welche Guter dieser Streit Remberts mit der Abtissin betraf. Zu bedauern ist, dass diese nicht unwich- 
tige Urkunde una einzig und allein in dieser ziemlich fliicbtigen Abschrift aus spaterer Zeit erhalien ist. 
regina die Abschrift — *) Den Schriftzugen nach konnte, wie auchHerr Sauer bemerkt, nur in tan turn gelesen wer- 
den. Doch wurde dann das in iiberflussig sein; aucb darf wohl nicht angenommen warden, dass Rembert alU yon 
Konig Ludwig fur den Unterhalt der Abtissin und der Nonnen zu Herford geschenkten Einkunfte in Anspruch ge- 
nommen hatte. Indem ich also in dem Abkurzungszeichen uber a in dem sonst^intatum) ausgeschriebenen Worte 
einen Irrthum annehme, lese ich intratum. Dies Wort existirt in der Bedeutung von Einkunfte und wurde hier 
nor auf eine bestimmte derartige Schenkung sich beziehen. 

4* 



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28 1119. 

gravem molestiam pateretur, si vester erat, ad nostrarum precum instanciam gratie vestre restitui mere* 
batur, si noster ad preces vestras idem a nobis cicius obtinebat. Hec igitur consuetude ex sincera 
caritate, ut credimus, institute, et antiqua ilia familiaritaa, quam ad dominnm W. de . . . „ et ad eiu» 
progenitores semper habuimus, nos pro ipso instanciua supplicare conpellunt in hac supplicatione nostra 

utinam fructum afferat, cupientes ad presens prehabitam consuetudinem experiri, si quid ad 

preces vestras apud venerabilem . dominum abbatem raleat obtinere, cui iam quarta vice preces 

nostras porreximus, que usque in hanc diem .... ferimus, steriles permanserunt. Sane cum predictus 
W. nee confessus de crimine nee convictus, sicut ex ... e fratrum suorum in die cinerum in plena 

capitulo nostro nobis sufficienter constitit, ex habundanti satisfactione buerit, que plerisque, tarn 

clericis, quam monachis sufficiens videbatur .... tamen misericordiam in ira non continens, (con)fessio- 
nem simplicis servientis que sibi preiudicare non debuit nimis inmisericorditer contra ipsum dinoscitur 
processisse, tarn beneficio hospitalis quam etiam cottidiano stipendio ipsum ut nobis visum est minus 
debite spoliando. Quia vero nos maxime hanc sibi molestiam decidisse veremur, et ab eadem ipsum 
quantum rebus et precibus possumus libenter eximere volumus r quem deserere nee possumus- nee volu- 
mus ullo modo, venerande universitate vestre nobis in Deo dilecte supplicamus humiliter et devote y qua- 
tinus fratertie dilectionis intuitu accedente . . perpetuo nostre devotionis obsequio una nobiscum 
domino abbati supplicetis attencius, quatinus cum domino W. earn dignetur misericordiam facere, ut et 
beneficio hospitalis et stipendio suo ad vestrarum precum instanciam et nostrarum gaudeat se plenarie 
re(stitui) qu . . . utique apud venerandam universitatem vestram in omni petitione vestra semper volumus. 
deservire. 

Das Kegel fehlt. 



* Amilias von Zivehren verspricht die Grundabgabe, welche auf einem von ihm dem Kloster Bardehausen 
verkauften Gute ruht, abzulbsen oder auf seine Hbrigen Besitzungen zu iibernehmen. 1210 Juli 9. — 

Or. KL Bardehausen U. 19. 

In nomine sancte Trinitatis. Notum sit omnibus tarn presentibus quam futuris, quod fratres Her- 
suethehusenses a domino Amilia 1 ) de Dueregen 2 ) et filiis suis Rotgero et Leonio, uxore Cunegundi, 
Willehelmo fratre sui et matre ipsius consentientibus r emerunt in indagine Watberh 8 ) unum man&um et 
duodecim agros quatuordecim marcis. Dimidius mansus tantum indaginali iure 4 ) censualis erat, ita ut 
duo solidi leves annuatim inde solverentur, quos solidos dominus Amilias, si a domink suis hoc optinere 
posset, removere compromisit. Quod si non posset, fratribus predictos solidos in area sua propria Due- 
regen, que vicina est ponti, demonstravit annuatim accipiendoa et pro predicto dimidio manso persol- 
vendos. Ut autem tarn rationabilis contractus apud posteros ratus et inconvulsus permaneret, presentem 
paginam cum appensione sigilH nostri conscribi cum consensu utriusque partis confecimus. Testes qui 
fuerunt presentes: dominus Gerhardus prior, . . bertus, magister Bertoldus, Giselherus advocators, Goz- 
winus miles, Tidericus de Dueregen, Hermannus . . . Andreas de Etlen, Bertoldus monetarius, Ernestus, 
Albertus, Tidericus Sapient. Hec celebrata sunt in seculari iudicio Geysmar a. M°.CC°JL , YH^idus Julii. 
Dae Siegel ist abgefallen A ). 



') Von dem sogleich vorkommenden Nominativ Amilias. — *) Zwehren S. von Cassel. — •) Nicht zu constatiren. — 4 ) Das 
Hagenrecht? — •) Dies ist urn so mehr zu bedauern, als es den in der Urkunde nicht genannten Anssteller coneta- 
tiren wurde; wahrscheinlich das Gericht an Geismar. Wir werden hierbei Bach Landau S. 56 Wohl an das Dorf 
dieses Namens bei Fritzlar, nicht an Hofgeismar xa denken haben. 



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mo. 29 



39. 



* Bei einem Rechtsstreite uber die Frage, ob das Ami Enenhus l J nach dem Idnderlosen Tode des Lehnstrdgers 

dessen Seitenverwandten als Lehen zustande, oder als erledigt an den Bischof zuriickgefallen set, beschwbrt 

Bischof Bemhard III. dies Letztere und bestimmt zugleich, dass weder er noch einer seiner Nachfolger dies 

Ami fur die Folge je dem Hochslift entfremden diirfe. 1210 August 23. Enenhus bei Paderborn. — 

Abschr. s. XIII. Msc. I. 118. S. 8. 

Lambertus Dei gratia maior propositus, Theodericus decanus, Theodericus scolasticus, CSnradus 
custos totumque Paderburnensis ecclesie capitulum omnibus Christi fidelibus, ad quos presens scrip turn 
pervenerit, perpetuam in Domino salutem. Ad sollicitudinem ecclesiastice cure dinoscitur pertinere ea, 
que a prelatis ecclesiarum de prediis vel villicationibus sive personis earum ab antiquo statu aliquo modo 
immutantur, memorie posterorum per scripta commendare, ne per errorem vel ignoranciam, que rite sunt 
ordinata, materiam inveniant subversions. Quocirca no turn esse volumus tarn future posteritati quam 
presencium karitati, quod cum post decessum Hildeboldi villici de Enenhus 3 ) et Hadewigis ipsius uxoris 
ipsa villicatio episcopo nostro vacare dinosceretur, Hyldegundis prefati Hildeboldi soror ex una parte et 
ipsius filius Gerhardus de Etlen et Godefridus eiusdem Hildeboldi fratruelis ex alia parte questionem 
episcopo moverunt, asserentes se pheodali iure villicacionem dictam cum omnibus eiusdem curtis attinen- 
ciis de manu episcopi debere possidere. Cum igitur hinc inde talis haberetur controversia, placuit diem 
partibus prefigi, in quo efficaciter disceptacio posset decidi. Die autem prefixo honestis viris et pruden- 
tibuB, videlicet ecclesie fidelibus, et multis ministerialibus coram positis, causa ipsa hinc inde diligenter 
est actitata. Gum vero nulla amicabilis composicio sive transactio litem hanc posset dirimere, quesitum 
est in sentencia, an pocius episcopo super villicacione sive mense sue reditibus optinendis incumberet 
probacio, an admittenda esset partis adverse assercio. Super quo sentencia lata est et nullo contradi- 
cente ab omnibus approbata, quod episcopus maxime racione advocacie, qua fungebatur, sacramentum 
super reliquiis sanctorum faceret, villicacionem sive mense sue reditus cum omni integritate eiusdem 
curtis ad ipsum racionabilius rediisse, quam ad aliquem adverse partis devolutos esse. Sicut igitur 
sententiatum erat, episcopus secundum predictam formam tactis sanctorum reliquiis fecit sacramentum. 
Quo completo ipse episcopus sibi et posteris suis hanc condidit (legem), ut nee ipse nee aliquis suorum suc- 
cessorum eandem villicacionem quovis umquam tempore vel iure ab ecclesia inposterum posset efficaciter 
alienare, sed earn libere et absolute possideret, auctoritate Dei omnipotentis et sub anathematis distri- 
ctione sibi et posteris suis inviolabiliter precipiens observari. Acta sunt hec X° Kal. Septembris in colle 
Dolenlo *) secus curtem Enenhus a. d. i. M°.CC°.X°, indictione XIII, president! apostolice sedi papa 
Innocencio, regnante invictissimo imperatore Ottone, anno episcopi nostri venerabilis Bernhardi tercii 
septimo. Testes huius rei sunt: Lambertus maior propositus, Theodericus decanus, Conradus custos, 
Theodericus scolasticus, Vulframus, Oliverus scolasticus inColonia, Hermannus propositus Nove Ecclesie, 
Johannes cellerarius, Volcwinus canonici maioris ecclesie, Thitmarus scolasticus in oriente 4 ), magister 
Conradus, Ludolfus sacerdos in Burchnen, Johannes sacerdos in Beken; layci: Amelungus comes 6 ), Lu- 



! ) Vgl. Giefers in den Beitr. zur Gesch. Westfalens 1866 S. 26. Enenhus war ein bischoflicher Haupthof, der in der 
Feldmark der Stadt Paderborn, unweit des Orts, wo jetzt die Langen'sche Ziegelei eich befindet, lag. — *) Wird 
als Zeuge in einer Urkunde Bisch. Bernhardt II. vom J. 1188 aufgefuhrt. C. 488. — •) So hat dasCopiar, die einzig 
▼orhandene Quelle dieser Urkunde. Wenn bei Wigand Archiv III. 3, 58 das Datum uneerer Urkunde gelesen wird, 
in colle to dem Lo, so entstammt dies, nach einer Mittheilung von Giefers, wahrscheinlich aus einer Gehrken'schen 
Abschrift. Dolenlo scheint mir als selbstandiger Name ebenso berechtigt, wie das jetzt noch S. vom Lohfelde, was 
dem Dolenlo entsprechen wurde, belegene Ickerlo. Vgl. Giefers Beitr. S. 28. — 4 ) Im 8tifte Busdorf. — *) Es ist 
bemerkenswerth , dass, wahrend in einer andern Urkunde dieses Jahrs (Nro. 40) der Graf der Stadt Paderborn unter 
den Ministerialen des Bischofs aufgezahlt wird, er hier mit Zeugen aus offenbar edlen Geschlechtern rangirt, von 
welchen die Ministerialen ausdriicklich geschieden werden. 



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30 ***•• 

dolfus de Plesse, Bertoldus de Buren, Hermannus de Ittere; ministeriales ecclesie: Everhardus de Ervete, 
Hermannus de Bracle, Hermannus comes 1 ) et Gerhardus de Wartberc, Bernhardus de Northe, Wernhe- 
rus de Vlechten, Geroldus de Allenhusen, Fridericus de Stale, Heinricus dapifer, Conradus camerarius, 
Johannes Clenode, Heinricus et Hermannus fratres de Oriente 3 ), Albertus de Bruke, Albero de Herisia, 
Georgius, Johannes Stapel, Albero de Aspethere, Johannes de Aspe, Theodericus de Oriente 2 ), Ludolfus 
de Iburg, Rotgerus de Vrodenhusen, Gernandus et Hermannus fratres in Brilo, Johannes et Heinricus 
Spiringi, Elricus de Westhem, Andreas de Dorslo, Bertoldus de Bilinchusen, Godescalcus de Mulenhusen, 
Conradus de Eleren, Henricus Nove Domus villicus, Bertoldus monetarius. 



40. 

* Bischof Bernhard 111. genehmigt, dass die Brtider Hermann und Stephen von Schardenberg *J ein vom 

Bochslift lehnriihriges Gut zu Siburghausen mit den dazu gehorigen Salinen an das Klosier zu Amelungsborn 

iiberlassen und ubertragt es diesem letztern, indem da fur von den Verkaufern aus ihrem Allode andere Giiter 

zu Oberzweren 4 J an den Bischof abgetreten warden. 1210. — Or. Fr. Paderborn U. 91. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus tercius Dei gratia Paderburnensis ecclesie 
episcopus omnibus, ad quos presens scrip turn pervenerit, notum esse cupimus, quod Heremannus et Ste- 
phanus fratres de Scardenberg VII mansos, quos a nobis in beneficio tenuerunt in Siburgehusen, con- 
sensu heredum suorum in manus nostras resignaverunt et eosdem cum salinis et pratis et silvis et omni- 
bus attinentiis suis abbati et fratribus in Amelungsburnen contulimus sub hac forma consilio prepositi 
maioris L. et Th. decani et tocius capituli, quod prefati fratres H. et S. in recompensationem dictorum 
agrorum X alios mansos de allodiis suis cum molendino attinente sitos in villa, que dicitur superius 
Dwerge, ecclesie nostre contradiderunt et eosdem a nobis in feodo receperunt. Ne quis igitur in poste- 
rum huius donacionis et facti formam retractare presumat, sigilli nostri et ecclesie nostre fecimus inpres- 
sione communiri, prevaricatorem eiusdem facti cum Sathana et angelis eius eterna cruciatui commendan- 
tes. Testes huius rei sunt: Lambertus maior prepositus, Thidericus decanus, Conradus custos, Herman- 
nus prepositus, Johannes cellararius, Vorwinus (sicl) % Gerrardus canonici maioris ecclesie in Paderborn et 
canonici sanctorum apostolorum Petri et Andree: Cesarius custos, Titmarus scolasticus. Laici etiam ad- 
erant ministeriales ecclesie nostre: Amelungus comes, Hermannus de Osdagessen, Heinricus dapifer, 
Albertus et filius Albertus de Bruke, Bernhardus de Northe, Georgius, Heinricus Luscus, Johannes de 
Aspe, Johannes Clenodium, Anshelmus de Atlen. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°J^°, 
indictione XIH, presidente apostolice sedi Innocentio tercio, episcopatus nostri anno septimo. 
Das Siegel ist abgefallen. 



l ) Ob von Warburg? Dann ware also auch far diese Stadt,wie fur Paderborn, ein zu den Ministerialen gehorender 
Stadtgraf anzunehmen. — ^ Ob Stammvater der spater nach Pommern ausgewanderten Herren von Osten? Vgl. die 
U. v. 15. Oct 1257. — *) Im Amte Zierenberg NW. von Cassel. — «) Vgl. Nro. 38. 



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1210. 31 



41. 



Der Edle Adolf von Nienavere x ) und dessen Vettern Adolf und Ludolf nchmen getvisse Rodungen, die sie in 
tinem Walde, an welchem des Bischofs Bernhard III. Leute das Echtwort hatten, gemadU, von diesem zu 
Lehen, und entschadigen ihn ausserdem durch andere Besitzungen, die sie ihm aus ikrem Allod iibertragen 
und von ihm als Lehen zuruckempfangen. 1210. — Or. Fr. Paderborn U. 90. Abschr. s. Xlll. JUsc. I. 118. 
S. 11; eine ztveite nicht ganz vollstandige S. 73; gedr. Wigand Archiv IV. p. 151. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardt^ tercius Dei gratia Patherburnensis ecclesie 
episcopus omnibus, ad quos presens scriptum pervenerit, salutem in Domino. Notum esse cupimus uni- 
versis, quod cum dissensio verteretur inter nos et nobiles viros de Nienorere Adolfum seniorem et fra- 
trueles suos Adolfum et Ludolfum super nemore, in quo litones nostri ius habebant, quod vulgo eektwort 
dicitur, consilio et ordinatione fidelium nostrorum penitus siluit et quievit, ita quidem, quod agros, quos 
tempore huius contractus exstirparant et quos sibi preter iusticiam usurparant, siquid in eis iuris habere 
videbantur resignantes, eosdem a nobis in beneficio receperunt. Preterea in recompensationem dictorum 
agrorum A. senior uxor et heredes ipsius de allodiis suis in parrochia Dasle in curte Bennenhusen et in 
parrochia Herstelle in allodio Norhtberge Ytalenta ecclesie nostre contulerunt; fratrueles vero sui A. et 
L. et heredes eorum de allodiis suis in parrochia Geismare in curte Westhem et allodio Thinkelburg 
similiter V talenta ecclesie nostre in proprietatem contulerunt et eadem turn A. senior quam fratueles 
sui A. et L. a nobis in feodo receperunt. Annexum est eciam, ut quicquid nemoris inexstirpatum reman- 
serat, iuri et utilitati nostre et hominum nostrorum cederet in perpetuum adeo, ut si ulli homines eorun- 
dem nobilium vel alii quicunque preter nostram et hominum nostrorum voluntatem aliquid de cetero in 
eodem nemore vendicaverint, invassores/fo'c.^iudicenturviolenti, et homines nostri iniuriam suam prosequendi 
sine molestia cuiuslibet liberam habeant facultatem. Nequis igitur in posterum ordinationi nostre cuius- 
piam exceptionis pallio presumat obviare, presentem paginam exinde conscribi et sigilli nostri et predi- 
ctorum nobilium A. et A. et L. fecimus inpressione signari. Acta sunt hec anno dominice incarnationis 
M°.CC°.X , indictione XIII. anno episcopatus nostri VI . Testes huius ordinationis sunt: Lambertes 
maior prepositus, Tidericus maior decanus, Conradus custos, Johannes cellerarius, Johannes de Hervordia 
Patherburnenses canonici; nobiles viri: Ludolfus et Godescalcus de Plesse; Heinricus dapifer, Ecgehar- 
dus de Wellethe, Geroldus de Allenhosen; nobilis eciam homo Helmoldus de Plesse. 

Ausser dem Siegel des Bischofs sind noch zwei Siegel der Edlen von Dassel-Nienover, aber in sehr beschadigtem 
Zustande erhalten, so dass es nicht moglich war, ihre jedenfalls sehr auffallenden Umschriften zu entziffern. 



42. 

* Conrad IV., Abt von Helmwardeshusen , bestatiget, dass der Bitter und Dienstmann seiner Kirche, 
Thiderich genannt von Besbike nebst seinen drei Schwestern Gertrud, Frederune und Atathilde, drei Mansus 
in der Villa Dalhosen 2 ), wovon er seiner Kirche jahrlich 10 Spiekermalter Korn zahlt, dem Kloster Gerden 
fur 21 Mark schwerer Denote verkauft habe, und iibertrdgt dem Kloster Gerden jetzt den Besitz mit dem 
Beding, dass dasselbe seinem Kloster jahrlich die genannte Bente zahle. Zeugen sind neben mehreren Geist- 
lichen etc. die Bitter Gerhard Badike, Conrad von Beclinghusen , Conrad von Erclen, Johann und Benrich 
Briider von Oldorpessen etc. 1210. — Begest Use. VI. 224. S. 31. 



*) Diesen Namen fuhrte die Familie von Dassel, welcher Ort aach hier genannt wird. — *) Dalhausen SW. von 
Beverongen. 



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32 *'»•• 



43. 



* Bischof Friedrich von Balberstadl beslatigt dem Klosier Grbningen l J den Zehnlen von alien Neurodungen 

in den ihm bet seiner Stiftung*) vom Grafen Siegfried gesehenkten Gulern. (1210) September 17 *J. — 

Abschr. A/so. I. 139. S. 702 u. II. 102. S. 108. 

Fridericus 4 ) Dei gratia Halberstadiensis episcopus omnibus hanc paginam audituris, salutem in 
Domino. Venerande universitati vestre notum facimus, quod venerabiles domini Reinardus*) et Otto 6 ) 
episcopi, nostri predecessores , sicut ex ipsorum privileges nobis sufficienter constitit, que perepeximus 
diligenter, decimam omnium no Valium, que in prediis nobilis viri Sifridi, comitis Groningensis, cenobii 
fundatoris, per quoscumque iam exculta fuerint vel in futurum excolenda potuerint inveniri, iam dicto 
cenobio donatione perpetua donaverint; nos et ipsorum vestigiis inherentes, predictam donationem et 
ratam habemus et ad validum firmamentum eidem de pleiio consensu fratrum nostrorum, maioris ecclesie 
canonicorum, sicut ipsi per appensionem sigilli sui testantur, ipsam donationem duximus innovandam, 
prefatam decimam in predictis prediis iam excultam vel in posterum excolendam, Groningensi cenobio 
conferentes et super eo attestationem presentium sufficienter prestantes et warandiam, omnibus aliis 
(nullum penitus excludentes, qui se ius aliquod in ipsa de manu nostra protestatur habere,) nullum ius 
recognoscimus, imo per presentem paginam warandiam eis omnimodis denegamus. Data Langenstein XV 
Kalendas Octobris, pontificatus nostri anno secundo. 

44. 

* Der Convent des Stifts Busdorf gestattet unter bestimmten Bedingungen die Verausserung eines ihm sins- 
pflichtigen, von seinem Propsle lehnriihrigen Grundstiicks. Mil dem falschen Jahre 1214, wahrscheinlich 

aus d. J. 1210. — Or. Stift Busdorf U. U; Abschr. Use. I. 12L fol. 86. 

t 
In nomine sancte et individue Trinitatis Patris et Filii et Spiritus Sancti. Amen. Heinricus decanus 

et conventus sanctorum apostolorum Petri et Andree in Paderburne etc. scribimus universis successoribus 



l ) NO. von Halberstadt; das Kloster liegt auf dem linken, die Stadt auf dem rechten Bodeufer. — *) Im Jahre 936. 
Vgl. Erhard R. 538, der sich aber mit Unrecht auf den Abdruck der Stiftungsurkunde bei Falke Tr. Corb. S. 292 
bezieht. Dieser will ihn zwar ex ipso autographo accurate descriptum gegeben haben, in der That aber liefert er 
nichts weiter, als eine verstummelte und lacherlich verderbte*) Wiederholung der Abschrift in der neuern Corveyer 
Ghronik Mac. I. 244. 8. 365, die wiederum nur auf Paullinis Geschichte von Corvey beruht. Der alteste und be- 
ziehongsweise reinste Text findet sich bei Meibom I. 759. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dass eine ausfuhrliche 
Geschichte der Griindung dieses Klosters yon einem angeblichen Groningen'schen Propst Abbo von Dalem, die Paul- 
lini in dem 1698 erschienenen Syntagma im Ghron. Otbergense 8. 198 sq. mittheilt, eben nichts ist, als eines seiner 
vielen Fabricate, das Leuckfeld Antiq. Groning. S. 168 ihm nicht hatte nackdrucken sollen. Wenn dieser Pseudo- 
Abbo von Dalen als die vom Grafen Siegfried gesehenkten Guter 1. c. S. 199: magnum et parvum Kroppenstedi, 
Wendelingen, Westgroninga, Heteburn, Daldors et silvam Hackelah nennt, so stammen diese Angaben wortlich aus 
der Note von Meibom 1. c. S. 759, dessen Buch schon 1688 erschienen war, her. Die Angaben Meibom' s werden 
rich tig sein, obwohl ich sie in dieser Form augenblicklich nicht constatiren kann. Im Catalogue donatorum Corb. 
(Kaiserurk. I. 509) findet sich nur: Sifridus dux Gruoninge; die ausfuhrlichsten Nachrichten uber die Guter dieser 
Corvey'schen Propstei enthalt das um 1115 verfasste Registrum bonor. eccl. Corb. Msc. I. 134. S. 278, gedruckt bei 
Kindlinger Beitr U. 122. — ■) Wo die Originate dieser wie anderer Groningen'scher Urkunden a. d. J. 1232, 1253, 
1274, 1287 jetzt beruhen, kann ich nicht sagen. — 4 ) Der zweite, von 1209 — 1226; dass nicht an den ersten 1090— 
1105 zu denken sei, wie Kindlinger annimmt, ergiebt die Erwahnung seiner Nachfolger. — *) 1106 — 1122. — 
•) 1122—1135. Diese Urkunden kennt Leuckfeld Antiq. Groning. S. 40—42 u. S 177 nicht. 

*) Er vermehrt die Kinder Konig Heinrichs I. und Mathilden's mit einem bisher unbekannten Sohn Gerbert, wo 
Meibom's Druck Gerbeg, d h* Gerburg, Gemahlin K. Ludwigs IY. von . Frankreich, liest. 



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lato. 33 

nosfcris, quod qnidam contemporaneus noster Conradus, plebanus civitatis nostre, quosdam agros in con- 
fiiiio civitatis, de quibus fratribus nostris capitularibus septem moldra tritici solvebantur annuatim, ab 
heredibus cuiusdam Retheri, qui eos exstirpaverat, et ab omni actione, que eis competere posset, absolvit 
et ius conferendi, quod ad prepositum nostrum dominum Heinricum de Burbennen l ) eo tempore perti- 
nebat, suis expensis nobis adquisivit, hac siquidem conditione premissa, quod nos mediante et cooperante 
eodem preposito nostro hoc statuimus, quod plebanus ipse et quicunque agros ipsos post ipsum sunt 
habituri, licenter et sine quolibet cotidictionis obstaculo possunt eos conferre cuicunque voluerint sive 
persone sive ecclesie, et quod ratum oportet haberi, ita duntaxat, quod salvum sit nobis ius proprieta- 
tis, cuicunque conferantur, si novum contractum inter aliquos celebrari contingat, quod emptor ad reac- 
cendendam iuris nostri memoriam infra annum a tempore emptionis recipiat eos a capitulo , sed ita reci- 
piat, quod neque hominium nee aliquod prorsus obsequium occasione illius receptionis cuiquam facere 
teneatur, et 2 ) quod hoc procuret, quod ilia septem moldra tritici, que prefati sumus, proxima die 
omnium sanctorum fratribus capitularibus prompte persolvantur, et si hoc neglexerit, quod tres solidos 
proxima die componat, et si extunc ad quindecim dies supersedeat, quod iterum eodem modo componat, 
et si ultra supersedendum duxerit, quod eadem pena per eadem intervalla tarn diu ab eo exigatur, quod 
vel detenta persolvat, vel quod summa pecunie ad marcam unam excrescat. Quodsi nee tunc ad cor 
redire voluerit et triticum ultra diem beati Thome presumpserit detinere, quod agri ei auferantur, donee 
recuperet in gratia capituli. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC .XIIII°, indictione XII. sedente domino Inno- 
centio, imperante domino Ottone anno coronationis eius primo 8 ), sub domino Sifrido Maguntino archi- 
episcopo et domino Bernhardo III. Paderburnensi episcopo. Testes sunt Heinricus prepositus, Heinricus 
decanus, Heinricus de Etlen, Cesarius custos, Rodolfus presbiter, Ludolfus de ^Vesthem, Themarus scola- 
sticus, Fredericus cellerarius; Werno, Johannes de Patberich, Heinricus Scluc, Lambertus, Heinricus de 
Susato, Conradus de Berenthorp. 

Das anhangende ziemlich gut erhaltene runde Siegel des Stifts, das hier im altesten Abdruck vorliegt, zeigtin alter 
vielleicht noch aus dem 11. Jahrhundert herriihrender Zeichnung, die von einem Heiligenschein umgebenen 
Kopfe der Apostel Petrus und Andreas, deren Namen auch die jetzt zum Theil abgebrochene Umachrift giebt. 

45. 

* Drei papsiliche Richter bekunden die Verzichtleistung Heriberts von Overhagen auf ein Gut zu Gunsten des 
Klosters Bredelar. 0. J. (Urn 1210)*). — Orig. KL Dalheim U. 3. 

L(ambertus) Dei gratia maior prepositus, T(hidericus) maior scolasticus, H(einricus) prepositus sancti 
Petri Patherburnensis, iudices a sede apostolica delegati, omnibus qui legerint sive qui audierint recitari 
huius pagine continentiam perpetuam in Domino salutem. Tietmarus abbas monasterii Breidelare duobus 
fratribus Heriberto et Heinrico de Overhagen super quodam predio sito in Mere b ) movit questionem. 



l ) Dieser Name wiirde auf die Bauerschaft Borbein bei Ahlen hinweisen. Doch weiss ich nicht, wie der durch seine 
Concurrenz bei der Bischofswahl nach Bernhardt III. Tode als geschichtliche Personlichkeit bekannte Busdorfer 
Propst Heinrich diesen Beinamen fuhren kann, da er, wie zur Urkunde vom 29. Juli 1223 constatirt ist, vielmehr 
dem Hause Brakel angehort. — 2 ) „nec" die Urk. — ^ Otto IV. wird den 27. September 1209 gekront, demnach 
miisste die Urkunde vor dem 27. September 1210 verfasst sein. Wollte man die Indiction nach griechischer Rech- 
nung, die mit dem 1. September des vorangehenden Jahres beginnt, annehmen, so wurde die Ind. XII unserer Ur- 
kunde hierzu passen. Sie stimmt aber nicht zu dem Jahre 1214, ebensowenig der annus primus coronationis Otto's IV. 
Ausserdem aber war im J. 1214 der hier als Zeuge aufgefuhrte Heinricus decanus nicht mehr Dechant von Busdorf, 
in welcher Wtirde ihm schon 1213 der hier als custos genannte Cesarius nachgefolgt war. — *) Im J. 1210 wird Abt 
Thietmar von Bredelar zuerst genannt; im J. 1211 ist dem Domscholaster Thiedrich aber schon Johann gefolgt. — 
*) Meerhof. S. von Dalheim. Vgl. uber das Weitere, noch Nro. 49. 

We«t£ Urk.-Buch. IV. 5 



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34 I lit. 

Nos predictos fratres auctoritate domini pape citavimus; sepius comparuerunt; plures eciam dilationes 
propter spem pacis et concordie intercesserunt ex nostra et partium consensu; tandem quadam vice He- 
ribertus, homo bonus et pacificus, fratre absente die supra prefixo comparuit pro se et per se teutonice 
allegans: „Iniuste gravor, ego bona que abbas petit non detineo nee aliquis meo nomine. Si dominus 
abbas predium in Mere a fratre meo in vestro iudicio vel in alio per sententiam evicerit, nunquam super 
hoc ei movebo questionem et immo peto absolvi a iudicio vestro.* 4 Sicque per consensum abbatis pre- 
dictum Heribertum dimisimus absolutum et super hoc nostre attestationis paginam conscribi fecimus et 
sigillorum nostrorum impressione muniri. Nomina testium Volbertus de Elsen, Rotgerus de Vilese, Her- 
man de Herse, Heidenricus capellanus prepositi, Herman presbiter, Heidenricus. 
Nur vom zweiten Siegel ist ein Bruchstiick erhalten. 

46. 

* Die iiber die Betvohner von zivci Dor fern ausgesprochene Excommunication wird von Bischof Bernhard 1IL 

unter der Bedingung zuriickgenommen , dass sie dem zum Klosler Hardehausen gehdrigen und von ihnen friiher 

geschadigten Hofe Druheim die Mitbenutzung der Weide und Mast in ihren Wdldern zugestehen. 

1211. — Or. Fr. Paderborn U. 92. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego Bernhardus III. Patherbornensis ecclesie episcopus 
cenobio in Hersuithehusen in perpetuum. Curtis in Druheim, que attinet cenobio Hersuithehusen, dam- 
pnificata fuerat a villanis in Bekene et Ostlangen '), unde per excommunicationem coacti sunt, dampni 
estimationem prefate cuxti recompensare. Mediantibus vero domino abbate prefati cenobii et Lamberto 
preposito maiore in Patherbornen cum quibusdam aliis, sine recompensatione ex utraque parte in con- 
cordiam redierunt. Quo beneficio commoniti supradicti villani annuei*unt iam dicte curti in Dmheim 
communionem pascuorum in terminis silvarum suarum per omnia in perpetuum omni seposita offensione 
vel contradictione. Quod factum ut posteris innotescat, gratia concordie insolubilis presentem paginam 
sigillo nostro confirmatam sepe dicto contulimus cenobio, ne forte quis in posterum super his malignandi 
scrupulo involvatur. Acta sunt hec anno dominice incarnationis millesimo ducentesimo undecimo coram 
testibus subnotatis: Johannes plebanus, Gerwin, Werner, Bernhart, Conrat, Germanus, Burchardus de 
Aldebekene, Lodewic, Bernhart deDalchusen, Theoderic et frater suus deKatherbike et alii quainplures. 
Das Siegel ist abgefallen. 

4T. 

* Bischof Bernhard bestdtigt das in der Stadt Paderborn begriindete Hospital fur Pilger und setzt dessert 
Verfassung fest. 1211. — Orig. im Archiv der Stadt Paderborn 2 ). 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Berhardus III. Dei gratia Patherburnensis ecplesie 
episcopus, Wolradus prepositus, Johannes decanus totumque capitulum omnibus Christi fidelibus , ad quos 
presens scriptum pervenerit, perpetuam in Domino salutem. Institutum fuit a viris prrudentibus (sic!) 
et pro visum, ut ipsi, quod volebant manere stabilius, litterarum suarum indicio perhennarent. Sciant 
ergo presentes ac posted, quod dilectus noster in Domino filius Johannes nomine conmendatus conver- 



*) Nach der Aufschrifb s. XVI. Curtis Druheim in Ostschlangtn ist es Schlangen im Furst. Iippe ndrdlich von Lipp- 
springe und von Paderborn. Da unter den Zeugen ein Burchard von Altenbeken genannt wird, so ist unter Bekene 
dieser bei Driburg belegene Ort, oder das benaenbarto Neuenbeken. zu verstehen. Vgl. iiberhaupt aber Nro. 14. — 
>) Durch Herrn Director Giefers mir giitigst zur Benutzung mitgetheilt 



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1211. 35 

satione laudabili pro remedio peccaminum suorum hospitale ad pauperes debiles et peregrinos recipien- 
dos instituere omnimodis desiderans , tres mansos centum iugera in se continentes et unam domum in 
Adene *), de qua pro decima dantur ad granarium claustri X spikermalder ordei et avene, item domum 
unam in Othhyin 2 ) et quosdam alios agros, unde quinque malder tritici annuatim nobis persolvet, et 
obsequium XIIII nummorum ad usum pellificis vestimenta nostra preparantis et reparationem baptillo- 
rum 8 ) maioris ecclesie ad mediam partem providebit, sicut antea; item aream in introitu fori ab urbe 
et quosdam agros eidem aree pertineutes, de cuius sumptibus synodus civitatis 4 ) ad mandatum camerarii 
maioris indicitur et pelles cervine ad usus nostros preparabuntur, comparavit et in usum pauperum Christi 
et sempiternum beneficium predictos mansos et agros et cetera acquisita et acquirenda contradidit in 
formam subscriptam, videlicet quando camerarius synodo presidet, nuntius, qui synodum indixit, in sero 
et in mane cum camerario cibum sumet, claviger episcopalis lardum in carniprivio dabit et anxugiam 5 ), 
camerarius vero cementum et sal, molendinarius autem farinam ad pelles preparandas. Instituit quoque 
idem Johannes, quod de prefata in introitu fori vel urbis area et agris eidem aree pertinentibus lumen 
die et nocte indeficiens ad capellam hospitalis, quod prememoratus Johannes fundavit, ponatur. Nos 
igitur meritum et devotionem ipsius Johannis attendentes, preces suas decrevimus exaudire et que hodie 
iuste possidet et in posterum vendicabit, hospitali agros pheoda areas et ceteros reditus sue possessionis 
in subscriptum modum confirmare et auctoritate Dei omnipotentis communire. Statuimus igitur, quod in 
area hospitali nullus iudex aliquam exerceat iurisdictionem, immo tota area habeat emunitatem sicut 
cetere domus religiose. Hospitalarius idem magister domus consensu priorum capituli maioris et VI viro- 
rum civitatis discretorum, qui sit annuus et non perpetuus, preficiatur, et siqui peregrini morte inibi 
fuerint preventi et omnes in ea decedentes ibi sepulture commendentur, peregrinorum autem res, nisi 
aliquas pro anime sue remedio ad usus pauperum dederint, anno et die suis heredibus serventur, et si 
nullus eas repetat, extunc ibi remaneant. Si autem aliqua ecclesiastica persona sive secularis hoc nostre 
confirmationis privilegium infirmare vel infringere attemptaverit, cum diabolo et angelis eius tanquam 
anathema in gehenna condempnetur, servantibus vero et huic privilegio revereritiam prestantibus sit pax 
et gratia Domini nostri Jhesu Christi. Amen. Ceterum, ne cassari possit in posterum hec nostra confir- 
matio , litteris fecimus earn mandari et sigilli nostri et ecclesie munimine roborari. Acta sunt hec publice 
anno dominice incarnationis M°.CC°.XI°, indictione XIIII, pontificatus nostri anno VII. Huius rei testes 
sunt: dominus Albertus Livonensis 6 ) episcopus, frater Bernhardus de Lippia 7 ), Volradus maior prepo- 



') Im Kreise Buren. — ? ) Ob Ostheim an der Diemel bei Hofgeismar? — **) Ohne Zweifel identisch mit baptitorium, 
baptalerium , batatorium, die Ducange unter dem letzteren Worte in der Bedeutung von moulin a draps nachweist. 
Offenbar ist also von der domcapitularischen Walkmiihle an der Pader die Rede. — *) Das stadtische Sendgericht, das, 
wie die Folge ergiebt, vom Domcammerer abgehalten wurde. — 6 ) Dies Wort vermag ich nicht zu deuten. — fl )Vgl. 
unsere Note zu der undatirten Urkunde seines Bruders Hermann, Bischofs von Leal, aus den J. 1221— I £24, unten 
Nro 92. — ') Die scharfsinnigen Unterauchungen von Scheffer-Boichorst iiber das Leben dieses beriihmten Westfalen, 
Zeitschrift XXIX, zweites Heft S. 10? seq., kommen auch unserer Urkunde zu Gute, wie dies bisher nicht bekannte 
Document anderer Seits eine nicht geringe Bestiitigung der ebendort zu Tage geforderten Resultate ist. Ergeben diese 
S. 187 einmal, dass Bernhard, nachdem er Monch geworden, als welcher er hier durch das Pradicat frater bezeichnet 
wird, im Marz d. J. 1211 mit den Bischofen Albert von Livland (Riga) und Bernhard HI. von Paderborn nach Liv- 
land zog, wo er sogleich nach seiner Ankunft zum Abt von Diinamunde erwahlt und als solcher von Ersterem con- 
secrirt wurde, so muss unsere Urkunde, die das Jahr 1211 und die diesem entsprechende Indiction fiihrt (das Ponti- 
ficatsjahr musste freilich VIII statt VII sein), in die ersten Monate dieses Jahres fallen. Sie ist historisch am so 
wichtiger, als sie diese drei am die Ausbreitung des Evangeliums in den Baltischen Provinzen so hoch verdienteu 
Manner hier kurz vor ihrer Abreise dorthin noch einmal vereint in Paderborn zeigt, was wir annehmen konnen, 
wenn dieser Ort auch nicht ausdriicklich angegeben wird. Ist die Thatsache, die durch Bischof Bernhard III. inGe- 
genwart des Bischofs Albert und Bernhards von Lippe bewirkte Griindung des Paderborner stadtischen Hospitals nun 
unzweifelhaft im J. 1211 erfolgt, so ist ihre diplomatische Bekundung doch erst mehrere Jahre spater vorgenommen 
worden. Dies ergiebt auf s Schlagendste der Umstand , dass sowohl unter den Ausstellern als auch unter den Zeugen 
der DompropBt Volrad und der Domdechant Johann genannt werden. Da Volrads\Vorganger Lambert noch im Jahre 

5* 



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36 1211. 

situs, Johannes decanus, Heinricus sancti Petri prepositus, Conradus custos, Volbertus cellerarius, Fol- 
quin, Thetniar, Oliver, Heinricus de Sual., Herman Bole, Amelunc, Johan scolasticus; laici: Herman de 
Lippia, Bernhart de Osethe, Heinricus comes, Ludolf de Plesse, Luppolt, Conrat, Johan Clenode, Ger- 
hart de Etlen, Sueder de Elsen, Johan Spirinc, Heinrich et Herman fratres, Heinricus et Macharius 
fratres et alii plures. 

48. 

* Bernhardt 111., Bischof von Paderborn, schenkt dem Kloster Gerden fiinf Mansen zu Siddissen, welche 
der Ritter Gozwin, der Lehntrager dieser Hbfe, fur 56 Mark dem Kloster verkauft hatte l ). Zeugen: Lam- 
bert Dompropst, Thiderich Domdechant t Thiderich Scholaster , Conrad Custos , Johann Kellner , Benrich Propst 
von Busdorf*), Hermann Propst von Nigenkerken etc.; aus dem Laienstande: Hermann Graf von Schouwen- 
berg B J. B. Edler von Osethe 4 J, Henrich Truchsess, Conrad Kammerer, Johann Clenodium b ), Hermann von 
Osdagesen, Hermann Marschall, Hermann Graf (Comes), Godescalc de Rothwordessen, Henrich Beyer, Burchard 
Vetlinc, Gerhard Schultheis, Volberi von Eisnen, Ecgehard v. Wellethe. Acta sunt hec in cenaculo 6 ) nostra 
Wartberge. 1211. — Regest Msc. I. 242 *>. S. 33, VI. 224. S. 32. 

49. 

* Zwei pdpstliche Richter legen zu Gunsten des Klosters Bredelar dem Heinrich von Overhagen wegen seiner 
Anspriiche an das Gut Meerhof ein ewiges Stillschweigen auf. 0. J. 1211 — 1220 y. — Orig. KL 

Dalheim V. 5; Abschr. Msc. I. 127. foL 40. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Lambertus Dei gratia maior prepositus, Heinricus prepositus 
sancti Petri Patherburnensis monasterio Breidelarensi in- perpetuum. Amen etc. Duo milites de Overhachen 

1220 als Zeuge vorkommt, unten Nro. 86, so muss die Bekundung unseres Diploma zwischen dem J. 1220 und dem 
28. Marz 1223, wo Bernhard III. von Paderborn stirbt, stattgefunden haben, Dompropst Volrad aber tritt urkundlich 
zuerst am 28. November 1222 auf, unten Nro. 101*. Dass wir nun wirklich in der Lage Bind, bei Abfassung dieser 
Urkunde einen so naiven Anachronismus statuiren zu miissen, erweist meines Erachtens eine andere Urkunde Bern- 
hard's III von Paderborn, ebenfalls aus dem J. 1211, nach dem im hiesigen Staats- Archive beruhenden Originate, 
Bredelar U. 11, gedruckt bei Seibertz III. Nro. 1079. Dass der darin als Zeuge genannte Bernhardus de Lippia nur 
der spatere Abt von Dunamunde und Bischof von Semgallen gewesen sein kann, trotzdem er nicht frater genannt 
wird, ist wohl in der damaligen Zeit mit Sicherheit daraus zu folgern, dass er unter den Zeugen am Endeder Geist- 
lichen und vor dem Grafen Amelung aufgefuhrt wird. Aber bei diesem Diplom ist mit der Thatsache auch zugleich 
die Bekundung erfolgt; denn unter den Zeugen erscheint auch der damals wirklich fungirende Dompropst Lambert. 
Einen ganz analogen Fall linden wir dann weiter in der vielbesprochenen Urkunde Bernhardt yon Lippe aus dem 
J. 1201, U.-B. III. 4, die ich bedauere, damals nicht vollstandig wieder abgedruckt zu haben. Die darin gemeldete 
Resignation muss allerdings im Jahre 1201 erfolgt sein, was wir aus der Jahreszahl so wie aus der ausdrucklichen 
Erwahnung Bischof Hermanns folgern diirfen, die Bekundung aber erst nach der Ernennung Bernhard' s zum Abt von 
Dunamunde im J. 1211 — er nennt sich im Eingange selbst abbas in Livonia — und vor dem Tode Bischof Otto's 
6. Marz 1218. Denn indem der Concipient der Urkunde die schon fruher wahrend der Regierung Bischof Hermanns 
stattgefundene Resignation Giselberts von Warendorf erzahlt, ist ihm die Initiale des in der Zeit, wo er schrieb, 
der Diocese Munster vorstehenden Bisohofs Otto irrthumlich in die Feder gekommen. In dem neuerworbenen Copiar 
Msc. VH. 1326, worin, wie ich U.-B. III. S. 885 bemerkte, die Marienfelder Urkunden successive, aber oft in Zwi- 
schenraumen von 10 bis 20 Jahren nach ihrer Abfassung eingetragen wurden, steht diese Urkunde zwischen einem. 
Diplom aus dem J. 1202 und einem von 1219, von einer Hand, die mindestens diesem letzteren Jahre gleichzeitig^ 
ist, geschrieben. — *) Tiber die fruher von demselben Ritter angekauften Guter zu Siddessen, NO. von Gerden, vgl. 
Nro. 4. — *) prepositus ad orientem, wie beide Handschriften angeben. — ») Schaumburg. — 4 ) So emendire ich 
das „Methe" unserer beiden Handschriften, das nach Kindlinger's Vermerk zu der Ersteren so wirklich im Gerdener 
Copiar steht. Uber Bernard von Oesede vgl. Nro. 9. — *) So beide Handschriften. — ^ Gasthaus, Herberge im 
mittelalterlichen Sinne. — 7 ) Im Jahre 1211 wird der Domscholaster Johann zuerst erwahnt, im Jahre 1220 kommt 
der Dompropst Lambert zuJetzt vor. Ygl. oben Nro. 45. 



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4 212. 37 

fratres et coheredes Heinricus et Herebertus monasterio Breidelarensi predium suum situm in Mere ! ) violenter 
abstulerunt. Quam ob rem Thetmarus abbas et fratres monasterii prelibati, spem in Domino Deo et canonici 
iuris vigore ponentes, de iusticia cause sue confisi, querela ad dominum papam Innocentium tercium 
perlata, nos et Theodericum sicolasticum , qui ante cause decision em rebus excessit humanis, iudices ob- 
tinuerunt. Predicti fratres a nobis citati sepius conparuerunt et causa sepius propter spem pacis et con- 
cordie ex consensu parcium et nostro per amicabiles inducias est prorogata. Tandem quadam vice He- 
rebertus fratre absente conparuit sicut homo bonus et pacificus pro se et per se teutonice et simpliciter 
allegans: „Iniuste gravor, ego bona, que abbas petit, non detineo, nee aliquis nomine meo. Si dominus 
abbas predium in Mere a fratre meo in iudicio vestro vel in alio per sententiam evicerit, ego super hoc 
numquam ei movebo questionem, et propterea a iudicio vestro peto absolvi. a Sicque eum absolvimus, 
et super hoc ipso facto Hereberti predicto abbati et monasterio autenticum dedimus instrumentum. Post- 
modum vero, licet ex tali renuntiatione Hereberti assercio abbatis multum videretur adiuta, Heinrico 
tamen causam pertinaciter defendente, testes abbatis recepti sunt, attestaciones scripte, et diu pro spe 
pacis clause sub sigillis reservate.Tandem die statuto partibus in presentia nostra constitutis, presidente 
nobiscum magistro Johanne 2 ), qui predicto T. scolastico in scolastria successit, ut longe liti et diutine 
partium et nostre vexationi finem imponeremus, attestationes fecimus publicari, easque sepe dicto Hein- 
rico exhibuimus pertractandas, quatinus, siquid testibus vel dictis testium vellet obicere', plenam deli- 
berandi copiam haberet et facultatem. Verum cum prefatus Heinricus nichil contra testes, nil contra 
dicta testium obiceret, actioni et predio sub multis testibus renuntiavit. Quare nos abbati et mdnasterio 
predium memoratum adiudicantes, Heinrico perpetuum silentium imposuimus, eique sub pena anathematis, 
ne litem, cui renuntiavit, quovis umquam tempore resuscitare temptaret, apostolica mandavimus auctori- 
tate; et decern diebus, infra quos appellatum non est, a prolatione sententie nostre evolutis, sepe dicto 
monasterio presentem cartam dedimus sigillis nostris communitam, prestante Deo contra omnes mali- 
gnantium calumpnias perpetuo valituram. Testes huius rei sunt: Theodericus decanus, Vulferammus, 
Crachto, Heinricus de Brakele, Heinricus de Foro, canonici maioris ecclesie Patherburnensis; Lubertus, 
Heremannus custos, Heinricus de Susacia, Harmannus, monachi de sancto Paulo 8 ); Rotholphus, Hein- 
ricus de Etlen, Wernno, Johannes de Patberch, Conradus de Berenthorp, canonici sancti Petri 4 ); Hart- 
wicus de Patberch, Gyselerus de Esebike, Johannes de Westhem, Volbertus de Bilinchusen sacerdotes; 
Ameluncus comes, Georgius, Suetherus, Heremannus de Wevere, Heinricus de Oriente, Heinricus Luscus; 
burgenses: Johannes Spilebrot, Heremannus Vizzonis, Lutfridus. 

Die in der Urkunde genannten zwei Siegel sind, nicht zum Besten erhalten, noch % vorhanden. 



50. 

* Bernhard 111., Bischof von Paderborn, bestatigt, dass der Bruder Conrad von Gerden gewisse Guter 
zu Dallessen 5 ) , welche er von den Brudern Goswin und Anton von Siddessen mil eigenem Gelde gekauft, 
dem Kloster Gerden unter der Bedingung, dass er lebenslanglich in der en Besitz bleibe, zu seinem, seiner 
Gemahlin und Tbchter Seelenheil geschenkt habe. Zeugen: Siffrid Abt*J, Gerhard Prior etc. 1212. — Regest 
Msc. I. 242K S. 33; VI. 224. S. 33. 



') „de curia Maris" Riickschrift des 15. Jahrhunderts. Vgl. die Urk. von 1210 Nro. 45. — *) Wird schon 1211 erwahnt. 
— *) Abdinghof. — 4 ) Busdorf. — *) Vgl. Nro. 32. — 6 ) So beide Handschriften ohne nahere Angabe des Klosters. 



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38 *>*»• 



51. 



* Enoahlte Schiedsrichter vermilleln auf Grund der ihnen von den dazu bestellten papstlichen Richtem 

ertheilten Vollmacht einen Streit zwischen der Stiftskirche zu Aachen und dem Kloster Corvey dahin, dass 

die zu Corvey gehorige Propslei Litzig an die Aachener Kirche jahrlich vier Ohm mitlleren Weines zu 

entrichten habe. 1212. — Abschr. Use. L 134. p. 104. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Conradus Dei gracia maior decanus et archidiaconus , Her- 
mannus decanus sancti Cuniberti et Oliverus maioris ecclesie scolasticus Colonienses omnibus Christi 
fidelibus. Cum inter Aquensem et Corbeiensem ecclesias super quibusdam decimis curtis Liciaci *), que 
est in parrochia Trabana, pertinentibus ad Corbeiensem ecclesiam, diu disceptatum fuisset, tandem pro- 
pter bonum pacis post multos labores et graves expensas hinc mde factas dominus Heidenricus de To- 
noborc 2 ), ecclesie Aquensis, et dominus Hartlevus, prepositus tunc Liciaci, Corbeiensis ecclesie procura- 
tors super hoc spiritale mandatum habentes, sub pena periurii et solucione centum marcarum ab ilia 
parte, que contra dictum nostrum veniret, ei solvendarum qui pareret, in nos conpromiserunt, quod super 
omni controversia tarn proprietatis , quam possessions nee non et expensarum super omnia nostro starent 
arbitrio. Nos autem, non tantum de unanimi consensu ipsorum procuratorum, verum etiam de auctori- 
tate et mandato prepositi maioris, scolastici et magistri Johannis canonici Paderburnensium , qui super 
hoc negotio a domino papa 8 ) fuerant iudices delegati, onere arbitrii in nos suscepto, visis privilegiis, 
instrumentis et aliis que pro utraque parte faciebant diligenter inspectis, .et meritis cause in quantum 
poteramus ad plenum discussis, diutena 4 ) etiam prehabita deliberatione, de prudentum consilio pronun- 
tiavimus , quod monasterium Corbeiense in perpetuum singulis annis solveret Aquensi ecclesie quattuor 
amas vini de vineis curtis prelibate. Hanc autem solutionem faciet in autumno, cum mustum est in 
torcularium 5 ) vasis, nee de optimo vino dabitur, nee de viliori, sed de medio. De expensis vero vel 
quibu&cunque petendis, tarn Aquensi quam Corbeiensi ecclesie perpetuum silentium indiximus, finem liti 
ordine debito imponentes. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XII , presentibus Bertoldo 
dicto decano 6 ) de Huxaria, canonico maioris ecclesie, domino Heinrico vicario et magistro, Wilhelmo 
canonico sancti Andree, Coloniensibus, et magistro Elya canonico Aquensi et magistro Sintrammo cano- 
nico Nove Ecclesie 7 ) et Conone scilicet canonico Nove Ecclesie. 

52. 

* Eylica, Ablissin des Hochslifts Rerford, ubertragt dem Marien-Stift auf dem Berge bei Berford das Ober- 

eigenthum eines von Letzterem angekauften Lehnguts ihrer Kirche und weist demselben ein ziveites, gleich dem 

ersteren vom Villicus zu Stockum vom Rheine herbeizuschaffendes Fuder Wein an. 1212. — Orig. 

Stift auf dem Berge bei Herford V. 2. 

m 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Eylica divina favente clemencia Hervordensis abbatissa 
omnibus Christi fidelibus salutem in perpetuum. Ea que pie et iuste coram nobis et per nos acta sunt 
nostris temporibus, pro necessitate temporis ad noticiam posteris nostris scripture duximus auctoritate 
plene et plane transmittendum, ne defectus ingerat falsi tatem et verborum obscuritas ambiguum generet 
intellectum. Sciat igitur quevis etas, quod nos pro remedio anime nostre cum consilio tocius ecclesie 



*) Litzig in der Gemeinde Traben, Kr. Zell, auf dem linken Moselufer. Vgl. meine Eaiserurkunden I. 169 und unten 
Nro. 215 und 220. — - *) Spater Thomberg. Vgl. Lacombl. II. Nro. 238. — *) Innocenz III., doch finde ich bei Bohmer 
R. J. 1. c. p. 321 Nichta hieruber. — 4 ) Statt diutina. — *) Weinpresse. Vgl. meine Kaiserurk. I. 164. — •) So das 
Copiar, wohl statt: decano dicto. — 7 ) Nigenkerken bei Corvey. 



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1213. 39 

V 

Hervordensi^, videlicet conventus nostri , ministerialium quoque ac beneficiatorum nostrorum collaudacione, 
'ecclesie sancte Marie in Monte Hervordensi constitute ad prebendas soronun sanctimonialium ibidem 
Deo et beate ipsius matri intemerate virgini famulantium curtem quandam in Libbere, que vulgo txw- 
tverch dicitur, quam quidam miles Henricus de Ebbincgenhusen l ) ecclesie nostre ministerialis aliquando 
tenuit in feodo et cum consensu heredum suorum, receptis sexaginta septem marcis, libere ac legitime 
resignavit, iuste ac canonice assignavimus cum omni ea utilitate, qua prefatus miles earn possederat, tota- 
liter et integre in perpetuum obtinendam. Annectimus preterea predictarum sororum inducte precibus 
et oracionibus promerendis, quod preter carratam unam vini, que ab antiquo sepedicte ecclesie de Monte 
assignata et per villicum nostrum de Stocheim 2 ) ducta et semper ducenda est, aliam quoque carratam 
vini, ut eis eodem iure ducatur a nobis et a villico prefato, datis quinque marcis, ecclesia nostra pre- 
sente et concorditer annuente, obtinuerunt. Ut autem utrumque hoc factum nostrum ratum et inconvul" 
sum omni permaneat evo, scripto presenti cum testium approbacione et tarn nostro quam ecclesie nostre 
sigillis conscribi fecimus et communiri. Testes hii sunt: Johannes, Fredericus, Bertramus, Sifridus clerici 
Hervordenses; laici: Henricus dapifer, Arnoldus pincerna, Thetmarus camerarius, Hermannus gogravius 
cum filiis suis, Florencius, Johannes, Gerhardus, Lambertus, Hermannus de Stocheim villicus et alii 
quamplures. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°.XII . apud Hervordiam. In Christi nomine feliciter. Amen. 

Die beiden Siegel sind wohl erhalten; das der Abtissin Btellt sie in sitzender Figur mit der Palme in derBechten 
and dem offenen Evangelienbuche in der Linken dar, mit der Umschrift: EYLICA DEI GRACIA HERVOR- 
DENS1S ABBATISSA; das dee Convents weist das Brustbild der Jungfrau Maria mit dem Jesuskinde , beidevon 
einem Heiligenscheine umgeben, mit der Umschrift auf SCA MARIA MATER DOMINI HERVORDE. 

53. 

* In einer anscheinend als Beilage zu Processacten eingereichten Schrift des 17. Jahrhunderts Msc. V1L 
5102 d. S. 101 werden, zum Beweise der Sobilitdt der Biirerischen Familie, die Anfange und die Schluss- 
worte vieler Urkunden beigebrachl, unter welchen folgendes Excerpt aus einem jetzt verlorenen Document die 
erste Stelle einnimmt: Initium. Nos Bertoldus nobilis dominus de Buren huius scripti inspectione ad noti- 
tiam universorum volumus pervenire, quod de pleno consensu nobilis fratris nostri Henrici, accedente 
etiam adhuc nobilis nostra coniugis Sophie nee non Ermgardis, Bertoldi et Jutte nobilium heredum no- 
strorum bona voluntate, curiam nostram in Superiore Sunder, in qua Bertoldus nobilis dominus de Buren 
genitor noster pie recordation^ etc. Finis. Anno Domini 1212. Doch habe ichZweifel, ob die Jahreszahl 
richtig gelesen worden ist und vermuthe, dass die Urkunde einer viel spateren Zeit angehbrt. 

54. 

* Abt Johann von Bardehausen bekundet die Pflichten der Wachszinsigen seines Klosters. 0. J. (Urn 1212) *) 

— Orig. Kl. Bardehausen U. 20. 

Frater Jo. dictus abbas in Hersuithehusen universis hoc scriptum visuris salutem in Domino. Tenore 
presentium protestamur, quod Gerburgis de Rynbeke 4 ) et filii eius Theodericus et Reinbodo et Hade- 
wigis filia eius cum liberis suis Reinbodone, Conrado, Heinrico, Gonegunde ab an tiquis temporibus nostro 
pertinent monasterio iure cerocensuali sub hac forma, ut quicunque de hiis prenominatis et de eorum 



l ) Ebbinghansen bei Lichtenan im Kreise Buren. Vgl. Mooyer Mitth. d. Osn. Yer. V. 28ft. — *) Ueber die Function des 
Villicus zu Stockum an der Lippe bei dem Transport des Weins von den abteilichen Besitzungen bei Leutesdorf und 
Ehrenbreitstein nach Westfalen, vgl. die yon mir Eaiser-Urk. I 165, 166 gesammelten Nachrichten. — ^ Wo der 
Abt Johann IL von Hardehausen lebte, — *) SW. von Hardehausen, Er« Warburg. 



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40 1213. 

posteritate vivat in propria procuratione , fundum cere sol vat annuatim, et post obitum suum masculus 
offerat nostro monasterio melius iuraentum et, si nullum habet, det, sicut femina tenetur, melius indu- 
mentum. Sciant igitur ex hoc omnes, qui res eorum iniuste invaserint vel violentiam eis fecerint, se 
omnipotentis Dei et beate virginis offensam et excommunicationis sententiam incurrisse. 
Das Siegel ist abgefallen. 

55. 

* Bischof Bernhard III. von Paderborn giebt dem Stift Busdorf, dem er friiher als Propst vorgestanden, einc 

dieser Kirche friiher widerrechtlich entzogene Landrente zuriick. 1213. — Or. Stift Busdorf U. 13. 

Bernhardus tercius Dei gratia Patherburnensis episcopus universis quorum inspectioni presens scrip turn 
oblatum fuerit salutem in Domino. Notum esse volumus tarn futuris quam presentibus, quod, sicut vera- 
citer intelleximus, quidam agri inter agros cuiusdam mansi in Haren ') sunt siti, qui annuatim nobis 
XII. solvunt nummos, quos ecclesia apostolorum Petri et Andree in ratherburn antiquitus iuste et quiete 
possedit,'sed aliquamdiu ab eadem alienati sunt ecclesia. Nos igitur nulla temporalia iniuste possidere 
volentes 2 ) predictam pensionem prenominate dimisimus ecclesie, assignantes earn altario (sic!) contra 
aquilonem in monasterio eodem pro remedio salutis nostre ad illuminaria. Preterea sex nummos, qui 
annuatim de area Hermanni militis de Wefere 8 ) solvuntur, eidem altario, cum eiusdem ecclesie prepo- 
siture preessemus 4 ) , ad luminaria tradidimus. Ne vero in posterum hee nostre donationes ab aliquo 
valeant irritari, hanc paginam conscribi et sigilli nostri inpressione muniri fecimus, eas sub anathematis 
vinculo beatoruin apostolorum et nostro confirmantes. Huius rei testes sunt: Lambertus maior prepositus, 
T. maior decanus 6 ), N. 6 ) prepositus Nove Ecclesie, Cesarius decanus orientalis 7 ) , H. de Etlen canonicus, 
T. scolasticus. Acta sunt hec a. d. i. M°. CO. XIII , indictione prima, pontificatus nostri anno nono. 
Das Siegel ist abgefallen. 

55 a. 

* Bischof Bernhard III. beknndet, dass, und mit welchen Bestimmungen Anselm von Atlen ein Gut zu Atlen 
dem Kloster Willebadessen geschenkt habe. 1213 November 6. — Hier nach einer Abschrift Meyers aus 

dem Originate, verglichen mit dem Copiar des 15. Jahrh. Msc. VII. 4513 S. 1. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus Dei gratia Paterburnensis episcopus monaste- 
rio Wilbodissensi in perpetuum. Officii pastoralis amministratio suscepta nos ammonet, ecclesiis nobis 
commissis studio vigilanti, quantum in nobis est, ita providere, ut in religione proficiant, et in tempo- 
ralibus competens suis necessitatibus accipiant incrementum. Ratio quoque nos urget et inducit, ut ea, 
que mortalitatis nostre tempore aguntur, salubriter et ordinate, ne oblivionis nube tegantur, litterarum 
indiciis eternemur, quatenus ad noticiam futurorum perveniant et calumpnie obvient malignorum. Hinc 
est, quod nos omnibus Christi fidelibus presentibus et futuris scripture presentis tenore innotescere cupi- 
mus, quod Anselmus miles Paterburnensis ecclesie ministerialis, vocatus de Atlen, pia consideratione 
perpendens, Deum in elemosinarum semine efficacissimum posuisse remedium peccatorum, patrimonium 
suum in Atlen 8 ) cum consensu legitimorum heredum suorum, nostra quoque et ecclesie nostre approba- 



') Haaren im Kr. Buren N. von Fiirstenberg. — a ) „nolentes" die Urk. — 3 ) Wever an der Alme im Kr. Paderborn, 
SW. yon dieser Stadt. — 4 ) Bernhard III. von Oesede kommt als Propst von Busdorf in den Jahren 1183 — 1203 vor; 
ist also von dieser Wiirde aus auf den bischdflichen Stuhl erhoben worden. — *) Am 6. Nov. 1213 war dem Dietrich 
in dieser Wiirde Heinrich nachgefolgt. — 6 ) D. i. Hermann. — *) von Busdorf. — 8 ) In einer andern iibrigens gleich- 
lautenden Urkunde ist beigefiigt „et in Husen." Meyer. Dies findet sich auch in der angezogenen Handschrift. 



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1213. 41 

tione, monasterio Wilbodissensi contulit et donavit. Et quia unicuique in datione sue rei licet apponere 
conditionem, quam vult, dummodo iuri et honestati non obviet, ita disposuit et ordinavit, ut de pro- 
ventibus collati predii l ) unaqueque Boror ipsius cenobii qualibet quarta feria unum album panem pre- 
bendalem accipiat. Approbavit quoque et promisit totus predicti monasterii conventus, ut pro tarn pia 
temporalis subsidii provisione predictus Anselmus et bone memorie Kunegundis uxor sua perpetuum et 
continuum ibi habeant orationum participium ac si a tenera etate sub regula beati Benedicti ibi deser- 
vivissent, et specialis eorum memoria in anniversariis ipsorum in missa et vigiliis sollempniter compul- 
satis habeatur. Verum quia loci nostri . consideratio nos non solum presentia, dum prospere aguntur, 
intueri, immo etiam mala, et si numquam eveniant, precavere persuadet, ne predicto monasterio super 
predio memorato 2 ) quovis umquam tempore questio efficaciter possit moveri, instrumetitum hocconscribi 
et testium annotatione, sigilli quoque nostri impressione fecimus communiri. Testes huius rei sunt: Lam- 
bertus mafor prepositus, Heinricus y prepositus sancti Petri, Conradus custos, Vulframus, Johannes cele- 
rarius, Volquinus, Crahto, Volradus, Volbertus; Hermannus de Lippe, Godescalcus de Patberch, Ame- 
lungus comes et filii eius Heinricus, Conradus, Lippoldus, Herimannus et Wernerus de Brakele, Sue- 
therus de Elsen, Albertus de Broke et alii multi. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XIII , 
YIII. Idus Novembris. 

Mit dem anhangenden Siegel des Bischofs Bernard HL 

56. 

* Bischof Bernhardt 111. genehmigt eine Schenkung von Zehnten, welche die Gebriider von Brakel der Kirche 

zu Brakel unter der Bedingung gemacht, dass der Pfarrer den Gottesdienst in ihrer dortigen Burg 

dafur zu besorgen habe. 1213. — Or. Fr. Paderborn U. 22. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus tercius Dei gratia Paderburnensis ecclesie 
episcopus universis Christi fidelibus ad quos presens scriptum pervenerit salutem in Domino. Caritatis 
opera, que ad honorem sancte i^atris ecclesie a Christi fidelibus inpenduntur, scripto dignum duximus 
commendare, ut lucerna bonorum operum super candelabrum posita presentibus et futuris pie devotionis 
relinquat exempla. Proinde presentis pagine testimonio notum facimus, quod fratres de Brakele Her- 
mannus, Wernherus, Burghardus, Bertoldus omni iuri, quod in decimis BSrstolde et Osthem habere 
videbantur, renunciantes easdem pro remedio anime sue ad ecclesiam Brakele s ) sub hac forma contule- 
nmt, quod quicunque sit sacerdos legitimus eiusdem ecclesie easdem decimas manutenens ad propriam 
utilitatem conservet et perpetuo divinorum celebrationem in castro Brakele provideat. Ne quis igitur in 
posterum huius conditionis et facte donationis formam retractare aut aliquod inpedimentum opponere 
presumat, presens cyrographum exinde conscribi et sigilli nostri fecimus inpressione signarL Testes huius 
rei sunt: Lambertus maior prepositus, Henricus prepositus in Oriente, Vulframus, Hermannus prepositus 
Nove Ecclesie, Teodericus scolasticus, Johannes cellerarius, Gerhardus de Lippa, Henricus de Brakele; 
Amelungus comes, Henricus dapifer, Johannes Clenode, Conradus camerarius, Geroldus de Allenhusen, 
Albero de Herisia, Wernherus de Vlegten, Rotgerus de Vrodenhusen. Acta sunt hec anno dominice 
incarnationis M°.CC°.XHI°, pontificatus nostri anno octavo, indictione prima. 
Das Siegel ist abgefallen. 



') In der an dem Ausfertigung und dem Gopiar: „collatorum prediorum". — *) In dem andern Exemplare „prediis 
memoratifl u . — 8 ) Kreis Hoxter. Ebenda bei Dalhausen lag Buretode, Ostheim aber SO. von Brakel. Giefers. 



Westf. Urk.-Buch. IV. 



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42 1314. 



5T. 



* Der Dechant und ein Canonicus von Busdorf kaufen einen Zehnten, dessen Ertrag sie bei ihrem Leben 

unter sich theilen, nach ihrem Tode aber zu Memoriensliftungen in ihrer Stiftskirche verwenden. 0. J. 

1213—1223 l J. — Abschr. Msc. I. 121. fol. 14. 

Henricus Dei gratia prepositus sancti Petri Patherburnensis omnibus presentem paginam inspecturis. 
Ne deleat oblivio, quod pia egit devotio, factum fratrum nostrorum Cesarii decani et Henrici scolaris 
literarum testimonio et sigilli nostri impressione (Jecrevimus confirmare. Noverint ergo successores mei 
et capituluin, quod Cesarius decanus et Henricus scolaris frater noster decimam Helemere de manu laica 
sua pecunia redemerunt, diebiis rite sue equaliter inter se diridendam et ad usus fratrum sub certis 
pactis et condicionibus quandoque convertendam. Decanus statuit, ut de parte media in anniversario 
suo quilibet frater presens tres denarios percipiat et candela cum duobus denariis ponatur, duo denarii 
ad missam animarum in maiori altari offerantur, unus ad introitum, alter ad offertorium, unus adaltare 
medium, unus detur campanario; et hec Hinricus, si superrixerit, fideliter et devote persolvat, decimam 
totam nomine obediencie diebus vite sue habiturus, nisi forte ipse ad consilium familiarium suorum de 
reliqua parte aliquid caritatis fratribus duxerit impendendum. Et si decanus superrixerit, similiter faciat 
in anniversario Henrici, sicuti ipse in suo constituit faciendum. Utroque mortuo, Cesario scilicet decano 
et Henrico, fratres absque contradictione de supra dicta decima disponant, sicuti de aliis obedientiis 
constituerunt, scilicet ut de singulis malderis singuli solidi persolvantur, et in utriusque anniversario de 
solidis illis quilibet frater presens tres denarios accipiat, et sicut supra scriptum est preter portionem 
fratrum sex denarii distribuantur per manum fratris, cui prepositus decimam ipsam nomine obedientie 
duxerit concedendam. Si quid vero excreverit supra id, quod in duobus anniversariis erogabitur, fratri- 
bus equaliter dividatur. 

58. 

* Graf Volquin von Schwalenberg griindet seine und seines Vaters Memorie im Kloster Marienmiinster. 1214 
September 21. Schwalenberg. — Abschriften a) Msc. 1. 129. f. 8; (i) I. 131. fol. 47; y) VII. 4512. fol. 22. 

Volquinus Dei gratia comes in Swalenberg tarn presentibus quam futuris presentem paginam risuris 
salutem in Domino. Quum ea que aguntur in tempore, cum temporis lapsu tradantur oblivioni, nisi 
scriptis et virorum testimonio roborentur, noverint igitur tam presentis quam futuri temporis Christi 
fideles, quod nos pro salute anime nostre necnon pro peccatis patris nostri Henrici 2 ) comitis curiam 
sitam in Rotlovessen 8 ) cum pascuis aquis silvis et tribus mansis et omni usu, qui sibi competebat, ab 
omni penitus iure exemptam liberam conferimus ecclesie beate Marie virginis in monasterio prope Swa- 
lenberg, et fratrum ibidem Deo servientium usui profuturam damus perpetuo cum consensu matris nostre, 
que ipsam suis comparavit denariis, necnon uxoris nostre et fratrum nostrorum et beredum legitimorum 
quiete possidendam, ita ut in aniversario patris nostri singulis annis dominis 4 ) exinde serviatur, ut ad 
orandum pro ipsius negligenciis' efficiantur promptiores. Ne vero huius facti aliquis per invidiam seu per 
ignorantiam contradictor existat, presentem paginam appensione nostri sigilli roboramus. Testes huius 
rei sunt: dominus Bernhardus. de Holthusen, Widekindus de Graviden 6 ), Tidericus de Eblinchusen, Halt 
et alii quamplures. Datum Swalenberg anno M°.CC°.XHII . in festo Mathei. 



') In der Urkunde von 1213 oben Nro. 55 tritt zueret der Busdorfer Dechant Cesarius auf; mit dem J. 1223 aber ver- 
schwindet der Busdorfer Propst Heinrich von Brakel aus der Geschichte. — Helmere liegt im Kr. Buren. — 2 ) Starb 
urn 1209. — 8 ) Rolfzen im Kr. Hoxter NO. von Nieheim. — 4 ) fi; divinis a, y. - *j So o; grevicen /?, geviden y. 



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1215-1316. 43 



59. 



* Papst Innocenz III. befiehli dem Erzbischofe von Mainz und alien GeistUchen der Diocese Mainz, auf 
Grund der Beschwerden des Abts und der Mbnche des Cisterdenser - Klosters Berswelhehusen (Hardekausen), 
dasselbe in seinen Besit^ungen und Rechten zu schutzen. Data Laterani IV. Eal. Maii pontificatus nostri 
anno octavodecimo (1215 April 28.) — Or. KL Hardekausen U. 21; Abschr. Msc VII. 4509. foL 10. — Da 
von Innocenz III. und IV., in der en Zeitalter die Bulle allein fallen kann, nur der erste ein 18. Pontificats- 
jahr erlebt hat, so gehort diese Urkunde unzweifelhaft ihm an, trotzdem dass die an rothen und gelben sei- 
denen Faden befestigt gewesene Bleibulle verloren ist. Die Autorschaft Innocenz III. festzustellen , ist aber 
um so wichtiger, als auch Innocenz IV. diese ndmliche Bulle fast wbrtlich in das dem Cistercienserkhster 
Marienfeld ertheilte, an die Erzbischofe von Coin und Mainz gerichtete Privileg vom 18. Juni 1245, gedr. 
U.-B. III. 435, und Gregor IX. in die Bulle fur Hardekausen vom 5. Mdrz 1241 iibernommen haben. 

60. 

* Die Abgaben des Guts zu Luttmarsen an den Kellner und Pfortner von Corvey werden festgestellt. 1215 

September 29. — Abschr. Msc. I. 134. p. 77. 

Noverint universi presencium auditores, quod nos Lambertus et Johannes fratres, dicti de Voltessen, 
Henricus et Arnoldus fratres, dicti de Luthmersen, nee non nostri veri heredes in bonis nostris in Luth- 
mersen l ) insimul habentibus, videlicet de duobus curiis dictis Meyerhove damus et solvemus sex quar- 
talia siliginis camerario ecclesie Corbeiensis, et totidem quartalia portario eiusdem ecclesie, nee non 
predicto camerario quindecim uncios 2 ) ovorum, videlicet quinque in pasche, quinque penthecostes et 
quinque in festo Nativitatis Domini singulis annis nomine pensionis. Predicta vero pensio, videlicet duo- 
decim quartalia siliginis danda sunt in festo Michaelis. In cuius rei testimonium nos Dei gracia God- 
fridus decanus Nove Ecclesie ad peticionem predictorum sigillum nostrum huic littere duximus apponen- 
dum cum sigillis Lamberti et Arnoldi et quia nos Henricus et Johannes sigilla propria non habemus, 
sigillis predictorum usi sumus, quod protestamur. Datum anno Domini M°.CC°.XV°, in festo beati 
Michaelis. 

61. 

* Bitter Menrich von Sudheim schenkt fiir das Seelengerath seiner Mutter Oda dem EChster Abdinghof etne 
Rente von einem Schilling, welche der Abt Albert zusammen mit einer anderen, von ihm-uberwiesenen vom 

gleichen Betrage ftir die Kirckenlichter bestimmt. (1215) 1216. — Or. KJ. Abdinghof U. 40. 

In nomine sancte et individue Trinitajbis. Albertus Dei gratia abbas monasterii apostolorum Petri 
et Pauli in Patherborne. Quoniam ad iniunctum nobis abbatie officium prodesse magis quam preesse 
expedire intelleidmus, caritati fidelium presentium et futurorum notum esse cupimus, quod miles quidam 
ministerialis sancti Lyborii Meinricus nomine de Suthem 8 ), presente domino meo B(ernhardo) Pather- 
bornensi episcopo, L(amberto) maiore preposito totoque venerabili capitulo multisque viris honestis, nobis 
et ecclesie nostre pro suppellectili matris sue Ode reditus unius solidi de area pistrini Helmici de 
Burgnen 4 ) recognovit et sollempniter donavit, quern nos ad instanciam fratris nostri H. custodis consilio 
fratrum et fidelium nostrorum ad luminaria ecclesie contulimus. Alium etiam solidum de area quadam 



i) Luttmarsen NW. von Hoxter. — a ) Dutzend; das vorhergehende insimul \&utet italienisch insieme, franzosisch ensemble. 
— *) Eingegangener Ort SO. von Peckelsheim — 4 ) Nord- and Kirch -Borchen S. von Paderborn. 

6* 



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44 1216. 

in Paddenhusen l ) a nobis legitime et iuste post introitum nostrum acquisitum addidimns. Ut igitur hec 
actio testimonii robur obtineat in perpetuum, successoribus nostris paginam hanc sigillo nostro et testium 
annotation e munitam offerimus, super omnia divinam contra eos invocantes auctoritatem, qui huic dona- 
tioni presumant obviare. Testes hii: domnus Wescelinus prior, Theodericus, Lutbertus, Hugo et totum 
capitulum, ministeriales Eilbertus, Rabodo, Andreas, Woltmannus, Heribertus, Bertrammus, Johannes, 
Albertus, Frithericus et alii plures. Acta sunt hec a. d. i. millesimo CC°.XVI 02 ), indictione Ilia, con- 
cilio generali instante. 

Das Siegel ist yerloren. 

62. 

* Das Capitel des h. Paulus 8 J in Bremen schreibi an den Abt Aflbert l.J und das Capitel des Hosiers 
Abdinghof, dass sie in die Gebetsverbriiderung des Ersteren aufgenommen seien. 0. /. [1215 — 1229. J 4 J. — 
Orig. KL Abdinghof U. 39. 

Beide Siegel sind bis auf geringe Ueberreste von Wachs yerloren. 

63. 

* Der Paderborner Bischof Bernliard ///• von Oesede iiberlragt dem Abie Albert von Abdinghof den Zehnten 

im KspL, Vilse, welchen dieser fur sein Kloster vom bisherigen Lehnstrager, dem Edlen Bernhard von Oesede, 

fur 235 Mark gekaufl hatte. 1216 August 6. — Xhr. KL Abdinghof U. 4L 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus Dei gratia Patherburnensis ecclesie epischo- 

pus (sic!) mona8terio sanctorum apostolorum Petri et Pauli in Patherburna inperpetuum. Amen 

Utile immo necessarium esse perpendimus, ut scriptura, que memorie custos et rerum gestarum testis 
est fidissima, modernorum memorie representet et futurorum noticie transmittat, qualiter decima ville 
Upsprinken, que in parochia Vilese 6 ) sita est, stipendiis fratrum monasterii beatorum apostolorum Petri 
et Pauli in Patherburna iuste diebus nostre amministrationis est aggregata. Noverint igitur evi presentis 
et futuri fideles omnes, quod karissimus in Christo frater noster Albertus abbas monasterii predicti, ad 
peticionem et instantiam nobilis viri Bernhardi de Osethe quandam summam pecunie, que ei tunc neces- 
saria erat, scilicet ducentas triginta quinque marcas, distractis rebus mobilibus et quibusdam ecclesie 
sue ornamentis meliora prospiciens conquisiyit et earn domino Bernhardo persolvit. Soluta pecunia pre- 
dictus Bernhardus et uxor eius et frater eius Widekindus canonicus maioris ecclesie decime Upsprinken, 
» quam iure feodali habuerunt, in manus nostras resignando renuntiaverunt. Verum quia filii eius Bertol- 
dus et Widekindus propter etatem teneram nee consentire poterant nee di^sentire, nos cum Bernhardo 
fideliter promisimus et Bernhardus fideliter promisit, quod predicti pueri annos pubertatis attingqptes 
supramemorate decime renuntiabunt, cum tamen nullo iure <petere possent quod pater vivens non habuit 
et moriens eis non reliquit 6 ). Decimam hoc modo de manu laica redemptam, sperantes patrocinio san- 



J ) Paddenhusen ein eingegangener Ort SO. von Peckelsheim im Kreise Warburg. Giefers. — 3 ) Es muss dies ohne 
Zweifel verschrieben sein statt 1215, da sowohl die Indiction III. als auch die Erwahnung des grossen Latera- 
nensischen Concils, welches vom 11. bis 30. November 1215 abgehalten wurde, auf dies letztere Jahr hin- 
weisen. — *) Wohl das Paulinerkloster vor der Stadt Bremen. Busching IX. 596. — 4 ) Nach den Regierungs- 
jahren des Abts Albert von Abdinghof datirt. Dass hierbei nur an Albert I., nicht an Albert II. 1279 — 1291 zu 
denken ist, beweist die Schrift. — *) Jetzt gehort Uppsprunge zum Kirchspiel Salzkotten. Zwischen U. und S. liegt der 
Viehhof, der allein noch den Namen der einst beruhmten Burg Vilse erhalten hat, die in Folge des 1256 zu Essen 
zwischen Coin und Paderborn abgeschlossenen Friedens zerstort werden musste. — ^ Es ist doch sehr fraglich, ob 
nach den Grundsatzen des Westfalischen Gesammtbesitzrechtes die Sohne Bernhards von Oesede zu dieser spateren 
Yerzichtleistung sich verpflichtet haiten muss ten. 



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1216. 45 

^torum apostolorum et orationibus fratrum adiuvari, supradictb monasterio contulimus perpetuo possiden- 
dam, omnesque, qui quovis umquam tempore hoc nostre devotionis factum retractare seu revocare tem- 
ptaverint, ilia horrendi anathematis sententja ligavimus et ligatos denuntiamus, qua rap tores rerum eccle- 
siasticarum a Sanctis patribus terribiliter percelluntur. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°. sexto decimo, 
Vm°. Idus Augusti. Testes huius rei sunt: Lambertus prepositus, Johannes decanus, Vulframmus celle- 
rarius, Volquinus de Sualenberch, Gerhardus de Lippa, Widekindus maioris ecclesie canonici, Conradus 
plebanus; ministeriales Ameluncus comes, Heinricus dapifer et Lippoldus' frater eius, Hermannus de Bra- 
kele, Conradus camerarius, Andreas de Durslo, Suetherus de^Elsen, Heremannus de Wevere, Johannes 
Stapel, Georgius, Macharius, Eilbertus, AJbertus, Everhardus de Ervethe, Albero de Aspedere, Her- 
mannus de Oriente *) et alii quamplures. 

Das Siegel des Bischofs ist sehr beschadigt. 

64. 

* Engelbert, erwahlter Erzbischof zu Coin, iibertragt das Obereigenthum des Guts Meerhof, das ihm von God- 

schalk von Padberg und diesem von dem Untertehnsmann Beinrich von Overhagen 2 J resignirt worden war, 

dem Klosler Bredclar. 1216. — Or. Kl. Dalheim U. 6; Abschr. Msc. I. 127. foL 39'. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Engilbertus divina favente dementia sancte Coloniensis 
ecclesie electus omnibus Christi fidelibus, ad quos presens pagina pervenerit in perpetuum. Sicut mater 
ecclesia perpetuum fidei et religionis fundamentum existit,ita quelibet ad earn pertinentia inconvulsa 
semper sunt soliditate firmanda. Quapropter noverit tarn presens etas, quam successuraposteritas, quod 
Henricus de Overhagen ad instantiam conventus de Breydelare in presentia nostra sub multorum frequen- 
tia predium in Mere in manus Godescalci de Padberch, a quo illud in feodo tenebat, cum omni integri- 
tate resignavit. Idem vero Godescalcus zelo succensus devotionis eadem bona, que de manu nostra iure 
tenuit feodali, libere nobis resignavit et solute. Nos autem indigentiam monasterii memorati pie consi- 
derantes, de consilio priorum et fidelium ecclesie Coloniensis proprietatem prefati predii cum omnibus 
suis attinentiis contulimus eidem. Ut igitur hoc factum nostrum rationabile ratum permaneat et stabile, 
presentem paginam exinde conscriptam sigilli nostri karactere dignum duximus communiri, sub anathe- 
mate districtius inhibentes, ne quis hoc infringere presumat in posterum, vel ausu temerario eidem con- 
traire. Testes huius rei sunt: Cunradus maior decanus in Colonia, Teodericus prepositus Xanctensis, 
Hermannus choriepiscopus, Arnoldus etGerlacus canonici maioris ecclesie, Godefridus cappellarius; mili- 
tes: Godefridus Munscun, Erembertus de Overhagen, Hermannus et Henricus de Susatia et alii quam- 
plures. Acta, sunt hec a. i. d. M°.CC°.XVI°, epacta XIa, concurrente quinto, indictione quarta. 

Das ziemlich gut erhaltene Electensiegel des Erzbischofs Engelbert ist abgebildet bei Ficker, Engelbert d. H. 

65. 

* Littera Bernhardi IH., Paderbornensis episcopi, de decima in Overde 8 ) aWedekindo deVesperthe 
et Gerhardo de Etlen resignata. Testes: Lambertus maior prepositus et omnes canonici maioris ecclesie. 
MCCXVI, indictione IV, pontificates sui XII. — So Msc. L 242K S. 6L unter den Regesten der WiUeba- 
dessenschen Urkunden. 



l ) Stammvater der jetzt in Pommern angesessenen Familie von Osten. — *) Vgl. die Dalheimer Urkunden oben Nro. 
45 and 49. — *) Eingegangener Ort W. von*Peckelsheim. Giefers. 



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46 "16- 



66. 



* Graf Godfried von Arnsberg iibertragt dem Kloster Willebadessen dqs Obereigenthum des von einem seiner 

Vasallen angekauften Guts bei Bulehem l ). 1216. — Regest Msc L 242 b . S. 61. 

GodefriduB comes in Arnesberg cum consensu Agnetis uxoris, Godefridi, Johannis et Alheitis libero- 
rum, monasterio Wilbadessen contulit predium in Bulehem quod vendiderat Anselmus miles deAtlen, et 
ipso defuncto Lubbertus Plate frater Alberonis impetebat. Testes ex parte episcopi: Volquinus de Sua- 
lenberg 4 , Cratho, Gerhardus de Lippia, Widikindus canonici; ministeriales vero: Everhardus de Ervete, 
Henricus dapifer, Hennannus marscalcus, Henricus Luscus, Bernhardus de Vesperthe, nobilis vir Atholfus 
de Dassele; ex parte comitis: Rotgerus de Burbenne, Wilhelmus de Ole, Romundus et Godescalcus de 
Ervete, Gerhardus de Ruithem ministeriales. M°.CC°.XVI°, indictione IV. 

6r. 

* Bischof Adolf von Osnabriick bekundet, dass der Edle Bernhard von Oesede eine Schuld an das Slift 

Schildesche durch Abtretung zweier vom Stift Oesede eingetauschler Guter abgetragen habe 1216. — 

Abschr. Msc. VII. 3117. 111. Nro. 6. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Adolfus Dei gratia Osnabrugensis ecclesie episcopus etc. 
Noverint ergo tarn futuri quam presentes, quod vir nobilis Bernhardus de Osethe, cumteneretur ecclesie 
beate Marie in XX marcis, cambivit de domo predii sui in Hoile 2 ) duas domos a cenobio Osethe, unam 
videlicet in Ebbedeslo et alteram in Honlo 8 ), quas pro eodem (debito) cum omnibus ipsarum pertinen- 
ciis prefate contradidit ecclesie perpetuo iure possidendas, de voluntate et beneplacito conventus in Osethe, 
Bernhardique prioris loci eiusdem et Gode priorisse favente consensu. Unde ne in bonis domini Bern- 
hardi contradictionem in posterum sustineat ecclesia de Osethe quam defensare tenemur, presentem pagi- 
nam, que huius rei seriem immutabili veritate loquitur, nostre et eiusdem ecclesie communimus instru- 
mentis, rationabiliter excommunicando eos qui unam aut alteram Dei ecclesiam presumpsere molestare. 
Actum est hoc anno incarnationis dominice M°.CC°.XVI . 

68. 

* L. Dei gracia in Couphungen 4 ) abbatissa stellt wegen der von einem Ministerialen ihrer Kirche, 
Meinwerc de Vulvesankere 4 ), erhobenen Anspriiche auf Zehentrechte eine nicht mehr zu entziffernde Urkunde 
unter dem (nicht mehr vorhandenenj Siegel ihrer Kirche aus, indem sie als Zeugen dabei anfuhrt: ministe- 
riales ecclesie nostre Volpertus et eius frater Conradus, Bertoldus qui dicitur Comes, Hennannus qui 
dicitur Mane et eius frater Conradus. A. i. d. MCCXVI. — Or. KL Hardehausen U. 22. 



*) Nach der Willebadessener Urkunde unten Nro. 94 a. bei Kleinenberg. — *) Wohl Kspl. Hogel im Fret. Osnabriick 
SO. von Melle, N. von Schildesche. — *) Bauerschaften Ebbeslo und Hollen im Kr. Bielefeld SW. von dieser Stadt. 
— 4 ) Kaufnngen SO. von Caesel. — *) Wolfsanger NO. von Cassel. 



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iai7. 
69. 

Erzbischof Engelbert von Coin l ) schlichtet aufGrund der ihm von den Kaisern ubertragenen wetilichet 
und unter Milwirkung des Reichsfursten B. Bernhards von Paderborn, die Slreitigkeiten zwischen < 
schlechte Tymmo's'*) und der Stadt Paderborn, welche in seinem Herzoglhum und Gebiete schon vie 
angerichtet, und vertrdgt beide Parteien dahin, dass diesseits des Osning alle Peindseligkeiten aufhore 
Ausserdem nimmt er die von ihm sehr geschdtzten Burger Paderborns in denselben Sehutz wie die d 
Coin. 1217 (September)*). Riithen. — Or. Fr. Paderborn U.94; hieraus gedr. Ficker Engelbert d. H. S 

In nomine sancte et individue Trinitatis. En(gel)bertus divina favente gracia sancte Col 
ecclesie archiepiscopus omnibus Christi fidelibus, ad quos presens scriptum pervenerit, perpel 
Domino salutem. Ad oblivionis confusionem evitandam notitie tarn presencium quam futurorum 
scripto duximus declarandum, quod cum occasione inimiciciarum, que inter Paderbrunnenses et c 
Tymmonis vertebantur, in ducatu et iurisdictione nostra multa mala contigissent, nos tandem, c 
done gladii materialis, qui ad coercendos transgressores de munificentia imperatorum arehiepisco 
loniensibus collatus est, communi paci tenemur intendere, cooperante venerabili in Christo fi 
amico dilecto domino Bernhardo Paderbrunnensi episcopo, principe imperii, et aliis viris honesti* 
tos cives Paderbrunnenses, Tymmonem suosque cognatos revocavimus ad concordiam, ita quod ir 
pacis convenientes pro se ipsis et pueris suis natis et nascituris, immo et cognatis suis omnibi 
nemus, quod Osnync appellatur, existentibus sinceram atque perfectam compositionem inierunt* Q 
pro commodo terre per sentenciam fuit obtenta, ita quoque per sentenciam in forma iudicii cora: 
fiiit roborata. Nos itaque extunc prefatos Paderbrunnenses, quorum honorem ferventer zelami 
protectionem nostram et successorum nostrorum ita recepimus, quod eis sicut civibus nostris Col 
bus et aliis oppidanis nostris in suis necessitatibus benignum et efficax auxilium inpendemus. . 



') Ygl. Ficker Engelbert d. H. p. 235. Die Eanzlei Engelberts unterscheidet nicht genau zwischen den Titeli 
and confirmatu8; im J. 1217 stand dem Erzbischof nur der erstere zu. — 2 ) Welchen Familiennamen dasselbe tra 
ich bisher nicht ermitteln kdnnen. — 3 ) Ich habe mit Ficker diesen Monat fur die nnr das J. 1217 fuhrende 
angenommen, weil, was derselbe nicht naher angiebt, ihr Inhalt offenbar mit den Vorgangen im Znsammenha 
welche Gods chalk von Padberg (zwischen Brilon und Marsberg) nothigten, seine dortige Burg zu einem ofifen 
fur den Erzbischof und seine Nachfolger zu erklaren, was durch Urkunde vom 5. September 1217 erfolgte. 
U.-B. I. S. 149. In dieselbe Zeit scheint auch die Erwerbung und Befestigung Briton's durch Engelbert 2 
woruber wir nur folgende Notiz in einer Urkunde Erzbischof Conrads fur Brilon vom J. 1251 (Seibertz I. ] 
besitzen: vestrum oppidum, cuius fundum — predecessor noster — Engelbertus archiepiscopus a quondam ( 
et Hermanno militibus iusto emptionis titulo comparavit und bald darauf : quo specialius huius loci munitit 
ecclesie Odonicnsi proficuam, paci quoque et tuitioni patriae opportunam prefatus quondam archiepiscopus — n 
consideration e previdit. Zu diesen Bestrebungen Engelbert' s , das Colnische Gebiet auf Kosten des Bisthums P 
zu erweitern, gehort dann auch der Vertrag vom 16. Juli 1220, wodurch er die Halfte der Stadt Helmershausei 
(Wen ck II. U.-B. 141), was, wie die Urkunden vom 27. Januar 1225 zeigen, vom Bischof von Paderborn als einl 
seine landesherrlichen Rechte betrachtet und mit Verhangung der Excommunication bestraft wurde. Diese Bi 
gen wurden dann auch von Engelbert's Nachfolger Heinrich in derselben Richtung, sowohl gegen dasBisthu 
born , dem er Stormede fortnahm (S. die Bredelarer U. vom 17. Juii 1233) , als auch gegen Corvey fortgesetzt 
sich gendthigt sah, die Halfte von Marsberg und der Burg Lichtenvils im August 1230 an Coin abzutreten 
auch vom Erzbischof Conrad mit vielem Erfolge gegen Paderborn durchgefuhrt. Vgl. unten die Urkunde v. 
1247 (1248). Ficker 1. c S. 76 bemerkt mit Recht, dass Erzbischof Engelbert zuerst zur bessern Handha 
Landfriedens einen besondern Marschall far Westfalen ernannt habe und weist als ersten den hier erwahnl 
der bei (Wenck II. U.-B. 141) ausdriicklich als Riquinus marscalcus Westvalie bezeichnet wird, wozu nur 
hinzuzufugen ist, dass diese Marschalle auch zur Aufrechthaltung und Durchfiihrung der Hoheitsrechte , w 
Erzbischofe von Coin in ihrer Eigenschaft als Herzoge von Westfalen im ganzen Lande siidlich von der L 
auch im Bisthum Paderborn in Anspruch nahmen, eingesetzt wurden. Ygl. auch die Urkunde vom 5. Juni 
namentlich den Friedensvertrag vom 24. August 1256. 



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Uf T. 

i quoque huius facti firmitatem coram nobis obtentum est in sententia, quod si aliquis super causa 
o motu aniini sui contra hanc constitutionem eos infestare presumpserit, inposterum accipiat iura- 
ipsorum et districtiorem ab eis non exigat expurgationem nee aliquid occasione discordie preterite 
rum preiudicium accipiat vel gravamen. Ut autem hec firma et inconvulsapermaneant, presentem 
n exinde conscriptam sigilli nostri karactere dignum duximus confirmari. Acta sunt hec anno 
ce incarnationis M°.CC°.XVII , indictione V. Data apud Ruthen per manum Godefridi capellarii. 
rei testes sunt: Gerhardus maior prepositus Paderbrunnensis ecclesie, Johannes scolasticus, Con- 
plebanus, Conradus presbiter. Nomina nobilium laicorum: Adolfus comes de Marka, Frethericus 
de Altena, Heremanus de Lyppia, Bertoldus, Tietmarus fratres de Buren, Conradus burcgravius 
Miberg, Amelungus Paderbrunnensis comes; nomina ministerialium Coloniensis ecclesie: Rycquinus 
leus, Heremannus sculthetus Susatiensis, Godescalcus de Patberg, castellani de Ruthen, filii Bo- 
e Ervethe; nomina ministerialium Paderbrunnensium: Hinricus Paderbrunnensis dapifer, Georgius, 
ie8 Clenode, Conradus camerarius, Johannes Spirinc, Wernherus de Brakel, Hermannus de Fossa, 
;us et Macharius fratres et alii quamplures. 

TO. 

hof Bernhard HI. weiht die von dem Edlen Widekind von Vesperthe ebendaselbst auf seine Kosien 
ante Kapelle ein, und bestdtigt die von ihm begriindete Memorienstiftung in Betreff seiner Famitie. 
1217 October 31. — Abschr. Msc VII. 4210. S. 8. 

ernhardus tertius Dei gratia Patherburnensis ecclesie episcopus etc. Presentis scripti tenore pre- 
n memorie imprimere et futurorum noticie transmittere curamus, quod nos ad instantem peticio- 
obilis viri Wedekindi de Vesperthe et Gisle uxoris sue capellam in Vesperthe 1 ), quam idem Wy- 
lus suis expensis construxit, dedicavimus. In huius dedicacione prefatus Wydekyndus cum consensu 
sue duos mansos, pratum unum et homines quosdam cum ipsorum consensu iure cerocensuali in 
ipsius capelle, ut sua et uxoris sue ac patris sui Otthonis, qui in eadem capella locum sepulture 
it, necnon et fratris sui Wiboldi pro hac devocione perpetuo ibi memoria habeatur et ut singulis 
cis et festivis diebus et insuper tribus feriis in qualibet ebdomada divina ibi celebrentur officia 
iC ordinacione, ut plebanus eiusdem ville statutis diebus in divinis et singulis noctibus in lumina- 
prefate capelle sollicite provideat, liberaliter contulit et absolute. Hanc igitur donacionem tarn 
3 et solenniter factam auctoritate Dei omnipotentis et beatorum apostolorum Petri et Pauli et nostre 
itatis banno confirmantes, ut ipsa in posterum debitum firmitatis robur obtineat, instrumentum 
s conscribi et sigilli nostri impressione ac testium annotacione fecimus communiri. Testes vero 
rei sunt: Lambertus maior prepositus, Volquinus de Swalenberch, Gerhardus de Lippa, Thetmarus 
;hberch canonici maioris ecclesie Patherburnensis; Regenbodo, Winemarus de Haren, Heremannus 



[ach von Hatzfeld ein in der Soester Fehde untergegangener Ort im Sintfelde bei Furstenberg, nach Seibertz U.-B. 
[I. 642 ein Ort N. von Marsberg. Die Erwahnung des Pfarrers vonHaaren, N. von Furstenberg, in dieser Urkunde 
rweist, class wir an den ersteren Ort zu denken haben, was auch durch die Forschungen von Kampschulte Zeitschr. 
XIII. 2«l bestatigt wird. Aus Nro. 233 erfahren wir, dass es in der Freigrafschaft Buren lag. Der Edle Widekind von 
esperthe bier wird unzweifelhaft ein Nachkomme jenes Otto von Vesperthe sein, der in der Urkunde von 1144 C. 249 den 
itel dominus erhalt und dessen C. 198 scbon z. J. 1126 gedacht wird, der deshalb auch nicht identisch seinkannmit 
em hier erwabnten Vater Widekinds. Nach der ersteren Urkunde hatte Otto L auch erbliche Besitzungen in Ger- 
en bei Brakel. Die Gokirchener Urkunden von 1234 und 1237 fiber diese Besitzungen ergeben, dass Widekind and 
risla die letzten ihres Geschlechts gewesen sind und ihre Giiter zu Vesperthe dem neugestifteten Kloster Gokirchen 
armacht, aber ihre Seitenverwandten , die edlen Familien von Buren, Gudensberg, Scardenberg, nach ihrem Tode 
nspruche darauf erhoben haben, und im Besondern entschadigt werden mussten. Mit der Schenkung von Vesperthe 
rar dann auch unsere Urkunde von 1217 an dies erst um 1229 gegnindete Kloster gelangt. 



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1217. 49 

de Yesperthe plebani; laici vero Gerhardus de Etlen, Bernhardus de Vesperthe, Rolandus de Synesthorp, 
Bnmo et Rikolfus fratres (de) Berchem et alii quamplures. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°.XVII , II. 
Kalendas Novembris. 

71. 

* Abt Albert von Abdinghof nothigt dutch Androhung der Excommunication den Villicus eines abteilichen 

Guts im Furstenthum Waldeck, der die ihm ubergebenen Gelder veruntreut und die Einkiinfte des Guts drei 

Jahr dem Kloster vorenthalten hatte, auf dies Amt zu verzichten, worauf dasselbe einem Andern iiber- 

tragen tvird. 1217. — Or. KL Abdinghof U. 42. 

In nomine sancte et indivi<}ue Trinitatis. Albertus Dei gratia abbas monasterii sanctorum aposto- 
lonim Petri et Pauli in Paderburnen universis Christi fidelibus presentis pagine inspectoribus saluteih in 
perpetaum. Ne gestarum rerum noticia evanescat, poni debet in lingua testium et scripti munimine robo- 
rari, malaque, si nunquam eveniant, pru'denter caventur. Huius rei gratia utile immo necessarium esse 
perpendimus, ut scriptura, que memorie custos et rerum gestarum testis est fidissima, (eas) modernorum 
memorie representet, et futurorum notitie transmittal Ad noticiam igitur singulorum volumus pervenire, 
quod Johannes de Mulenhusen et fratruelis ipsius Godescalcus villicationem de Sturebroke ! ) cum omni 
integritate nobis resignaverunt, iuramento et fide data in manus nobilium et ministerialium plurimorum 
Mib pena excommunicationis, quod ecclesie nostre nunquam per se vel par suspectam personam gravamini 
vel dampno in ipsis bonis existerent; quod 2 ) ita enormiter excesserunt, ut ad tres annos pecuniam, 
quam a nobis acceperant, et redditus bonorum predictorum periuri et excommunicati detinerent. Tan- 
dem, mediantibu8 domino Lamberto quondam 8 ) maiore preposito, Bernhardo de Osede, Georgio, Machario, 
Johanne Clenodio, Gerhardo de Alfnen, Heinrico Lusco, Alexandro de Escheburc, in manus cuiusdam 
Waltberi de Medebyke 4 ) villicationem ipsam porreximus, qui iureiurando et sub pena excommunicationis 
fideliter promisit, quod ipse de prefatis bonis in die beati Andree apostoli nobis duas marcas Pader- 
burnensis monete et in pascha quinque uncias ovorum annuatim persolvat. Acta sunt bee a. d. i. 
M°.CC .XVH°, c indictione V», anno prime domini Honorii pape 6 ). 

Vom Siegel ist nur noch ein sehr abgeriebenes Bruchstuck vorhanden, auf dem sich die sitzende Fignr des Abts 
erkemien lasat. 



I l ) Mullhausen SW. von Arolsen im Frstth. Waldeck, und Stormbruch an der westlichen Granze des Furstenthums on- 

weit Brilon und SW. von Padberg. Ueber Stormbruch vgl. auch die Urk. von 1232 Nro. 214. — Q ) So die Urkunde, 
fur quia. — *) Lebte nach Nro. 86 noch 1220; unsere Urkunde ist also erst nach dieeem Jahre ausgefertigt — 
4 ) Medebach im Herzogthum Westfalen SW. von Korbach. — 6 ) In einem ebenfalls im Abdinghofer Archiv unter 
Nro. 7 im Original e vorliegenden Documente von 1052, Erhard R. 1056 G. 143, bezeugt Bischof Immad von 

I Paderborn, dass Abt Wolfgang von Abdinghof predium quoddam in Sturibroch (Erhard hat falschlich Sturibrock) 

a quodam viro Ricberto*— suisque legitimis heredibus in comitatu Erpvnis legali iure fur 30 Mark erworben habe, und 

I be9tatigt avunculi no&tri — Meinwerci — episcopi ipsius ecclesie; fundatoris intuitu dem Kloster diesen Besitz. Be- 

zeugt wird diese Urkunde sodann durch denselben Erp comes und Heremannus tribunus, welches Wort wir auf Grand 
der zur Herf order Urkunde vom 3. April 1268 gefiihrten Untersuchung als Gograf deuten diirfen. Ueber das Erpo- 
nische Grafengeschlecht, welches spater in Padberg residirte und das Kloster Flechtdorf griindete, verbreitet die Ab- 
handlung von Seibertz Dynasten S 378 viel Licht. Er unterscheidet in diesem in der vita Meinwerci als nobilissima 
tribus Erponum bezeichneten Geschlecht nur zwei Erponen, den ersten der in den Jahren 1018 — 1056, und dessen 
Sohn Erpo II. der l0 f J3 — 1113 erwahnt wird, jedenfalls 1120 aber todt war, wo seine Witwe Beatrix und sein Bru- 
der Thietmar das castrum Patberg cum allodiis omnibusque appendiciis an Erzbischof Friedrich von Coin verkauften. 
Seibertz U.-B. I. 41. aus Msc. VIL 6704 foL 2. 



Wert! Urk.-Bnch. IV. 



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50 HIT. 

72. 

* Nach dem Tode des Herforder Truchsessen ordnet die Abtissin Gertrud von Berford, urn sich von den 

unertrdglichen Ausgaben, welche ihr dies Amt bisher verursacht hatte, zu befreien, mit dem Schwestersohn 

des Verstorbenen, dem sie das Amt iibertragt, dessen Einkunfte, ohne jedoch durch diese Festsetzungen der 

Erblichkeit der Lehen uberhaupt priijudiciren zu wollen. 1217. — Or. GefursL Abt. Her ford U. 29; 

Abschr. Msc. VU. 3301. f. 99. 

omine sancte et individue Trinitatis. Gertrudis divina favente dementia Hervordensis ecclesie 

omnibus Christi fidelibus salutem in perpetuum. Cum vacante dapiferatu et aliis quibusdam 
st mortem bone memorie Heinrici, quondam dapiferi nostri, inter nos et Lambertum filiuni 
>sius Heinrici questio litigiosa suboriretur de successione hereditaria, turn quia diebus malis lites 
ad se trahunt grave periculum ecclesiis, turn quia ex carentia principis et pacis defectu non 
it iustitia suum et debitum finem sortiri, placuit nobis amicabiliter cum consilio ecclesie hanc 
sm hoc modo terminare. Cum non conpeteret nostre dignitati dapiferatum penitus vacare, neque 

curiam nostram gravibus et intolerabilibus expensis per dapiferi inportunitatem aggravari, me* 
j incedentes via, domum quandam de bonis vacantibus, in Lybbere sitam, ad officium dapifera- 
navimus in perpetuum, ea videliced fsiclj conditione perpetuata, ut quicumque foret dapifer, 

cetero expensarum vel potestatis vel iuris in curia abbatisse optineret, preter eandem domum 
} ad pabulum suum singulis noctibus septem a festo Martini usque ad festum Walburgis; insuper 
de coquina nostra viginti pelles ovinas, et de mactatione porcorum lardigerorum et victimalium, 
/ *) dicuntur, tertiim partem earum carnium, que cocis nostris deputantur, et in conviviis do- 
ius dapiferi a villicis similiter percipiet ut pincerna. De glandibus quoque porcum unum qui 

appellatur habebit. Hac forma utrimque approbata, nos, acceptis decern marcis a prefato 
)j ad consilium capituli nostri et petitionem ministerialium ecclesie, officium dapiferatus cum 
[is que suus avunculus iuste possederat concessimua eidem, nemini per hanc conpositionem in 

de iure successions vel vacationis feodorum preiudicium facientes. Ne autem hoc factum no- 
r oblivionis dispendium debito fraudetur effectu, placuit nobis illud presentis scrip ti serie po- 
stris reservare et sigilli nostri et ecclesie munimine confirmare, testibus annotatis, qui sunt hii: 
, Bertrammus, Fridericus, Sifridus clerici; Thetmarus camerarius, Arnoldus pincerna, Hermannus 
*), frater eius Heinricus villicus de Harthem,. Bernhardus de Hodenhusen, Gozwinus de Monte r 



F Ahd. Sprachsch. I. 10 1 leitet dies Wort vom grieehischen tvXoyUt, das in dem barbarischen Latein obfegium r 
gia, eoblagium corrumpirt werde, ab and erklart es als xenium, ahnlich Ziemann Mhd. Worterbuch obleie als 
iesgabe. Unsere Originalurkunde lasst aber keinen Zweifel dariiber zu, dass oveley hier das deutscbe Wort fur 
bschwein ist. Vetheme zusammenbangend mit dem mittelhochdeutschen ham moehte ich fur ein verschnittenes 
is Schwein erklaren. — ') Dieser wird schon ia der aus einer Abschrift des 13. Jahrhunderts Msc. VII 3321a. 
und 5 hier nachfolgend mitgetheilten Urkunde als plebis tribunus erwahnt, was nur eine Uebersetzung von Go- 
' ist^ wie ieh schon oben S. 49 not. 5 erwahnte. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hervordensis ecclesie humilis conventus. Univer- 
tas fidelium tarn presentium quam futurorum noscere dignetur, quod quedam matrona Cristina 
clesie nostre ministerialis, cum aliquot mancipia videlicet Arnoldum, Siburgim, Marburgim, Wol- 
irgim, Gerburgim ex proprietate et hereditario iure possideret, ipsa et Heverhardus villicus de 
ise convenerunt et concambio facto, Heverhardus prenominata mancipia servitio et iuri curie 
le predicta est, alligavit. Cristina vero totidem mancipia videlicet Gervordum, Suenehildim r 
ristinam et Cristinam, Eveken in ius sue proprietatis recepit, quod in presentia advocati Wide- 
ndi actum est et banno ipsius cum omni firmitate que in huiusmodi fieri solet corroboratum. 



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HIT. 51 

Albertus de Vinnethe, Johannes de Patherburnen, Herewig de Herherehusen et alii quamplures viri ho- 
nesti. Acta sunt hec anno ab incarnatione Domini nostri Jesu Christi Millesimo ducentesimo septimo 
decimo, indictione quinta. 

Das abgefallene , aber noch beiliegende Siegel der Abtissin Gertrud 1 ) ist ziemlich gut erhalten. 

T3. 

* Die Hcrforder Abtissin Gertrud von Lippe genehmigt einen Giitertausch zwischen dem Stift auf d 
bei Berford und dem Stift Quernheim. 1217. — Abschr. des XVIL Jahrh. Stift auf dem Berge 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Gertrudis divina favente clemencia Her 
ecclesie humilis abbatissa omnibus Christi fidelibus, quibus hec presens pagina fuerit exhibita, 
in perpetuum. Ne per oblivionis dispendium benefacta profutura ecclesiis depereant, scripti n 
et refricationem exigunt. Unde nos plane et plene duximus conscribere concambium quodd; 
ecclesiam beate Marie in monte Hervordensi et monasterium in Quernhem coram nobis contract 
quidam mansus in loco qui dicitur Boisshus sancte Marie in monte Hervordensi pertinens; eu 
licentia nostra et consilio conventus et ministerialium cambivit ecclesia cum cenobio in Quernh( 
piens alium mansum in villa que dicitur Buttinctorpe 2 ) situm, cum collaudacione et approbacioi 
que ecclesie, advocatorum videlicet domini Hermanni de Lippia et Florencii de Quernhem, hac 
ut dictus Florencius in villicacione sua teneret mansum cambitum in Buttinctorpe et solvere 
annuatim ecclesie sancte Marie in Monte unum. molt siliginis et duo havene mensure dimidie 
gensis et XVIH denarios. Et ipse absolutum dimisit mansum in Boisshus a villicacione et a 
quaminillo habuerat, et nos ipsum 8 ) liberum assignavimus cenobio sancte Marie in Quernhem. 
hoc concambium firmum et inconvulsum permaneat in evum, sub sigillis utriusque ecclesie et no 
mus communiri. Testes autem, qui interfuerant, hii sunt: Jutta preposita, Hillegundis decana, ] 
custos et alie Hervordenses sorores; clerici Johannes, Bertramus, Fridericus, Sifridus; laici v( 
marus camerarius, Lambertus dapifer, Arnoldus pincerna, Johannes gogravius, Hermannus, Hen 
ires eius et alii quamplures. Acta sunt hec aiyao ab incarnacione Domini M°.CC°.XVH . 



Hac autem cambitione tarn legitime consummata, Cristina mancipia sua, que proxime ar 
navimus, in remedium anime sue beate virgini Marie in Hervorde contradidit, quatinus i 
tributariorum fungerentur et annuatim ecclesie nostre statutas solverent pensiones. Ne igi 
nabilis huius facti series aliqua violentia aut pravo ingenio a vigore sue stabilitatis poss 
hunc tenorem presenti pagina et sigillo venerande matris Domini nostri communimus, ai 
tante virginis precipientes, ut nullus cuiuscumque occasionis pretextu tarn iuste ordinatio 
temere obviare. Reiiihardus de Hartheim, Hermannus plebis tribunus, Heinricus, Thetma 
Conradus Albua, Lutbrandus magister civium, Lutwardus Niger, Godefridus Calops, Conra< 
Ludthardus Yitulus. Anno dominice incarnationis millesimo centesimo nonagesimo prii 
Augusti. 

Von Lippe, Tochter des beruhmten Bischofs Bernhard von Selbnrg. — *) Buttendorf NO. von Quernheim, 
Lubbeke, doch kann ich Boisshus nicht constatiren. — *) So emendire ich das nostrum unserer Abschrift. 



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52 1218. 



T4. 



* B. Bernhardt III von Paderborn Beseheinigung , dass F* von Spenge ein Gut vom Paderborner Hochstift 
eingetauscht habe und dariiber frei veifxigen kbnne. 0. /. 1217 — 1223. — Or. Gefurst. Abtei Berford U. 36. 

JB. Dei.gracia Paderbrunensis episcopus venerabili et dilecte cognate 1 ) sue, domine 6. Hervordensi 
abbatisse sahitem et pateraum debite dilectionis affectum. Significamus vobis quod dominus F. de Spenge, 
Hiansum unum in Eilntorn 2 ) libere potest ecclesie vestre conferre, quia per concambium ab ecclesia 
nostra, in suam transivit possessionem et dominium. 
Das Siegel ist abgefallen.. 

T5. 

* Bernhard von Asche verkauft semen Grundbesitz in Salzkotten. 0. /. 1217 — 1239 *J. — Orig. KL 

Hardehausen U. 5. 

Notum esse cupio tarn futuris quam presentibus presentis pagine inspectoribus , quod ego Thithardus 
contra dominum Bernhardum de Asche bona ea, que habuit in Saltkoten, uxore sua et cunctis heredi- 
bus suis consentientibus et compromittentibus , mihi et heredibus meis in perpetuum possidenda compa- 
ravi. Ne igitur aliquis inposterum hoc infringere presumpserit, sigillo burgiensium in Lippia et probo- 
rum virorum testimonio, quorum nomina in presenti continentur littera, presentem paginam roboravii 
Bernhardus iudex, Frethericus Boleco, Everhardus de Ervete, Arnoldus de Smerlike, Ecbertus deGesico r 
Rotgerus de Grimelinchusen, Johannes mercator, Conradus de Harehusen, Titmarus et Henricus fratres 
8ui, Wolbertus, Tidericus peilifex, Godescalcus de Harehusen. 
Das Siegel yon Lippstadt ist abgefallen.. 

T6. 

Papst Bonorius HI. erlaubt dem Conrad von Boffesem 4 ), zu Hdxter ein Hospital s ) mit einer Kapette 
und einem Kirchhof zu bauen und dies dem Hospital S. Spiritus in Saxia 6 J zu Rom zinsbar (censuale) zu 
machen. 1218 April 5. Lateran. — Auszug Msc. I. 242 p. 117; vollstdndig gedr. bei Schalen ad ann. 



P. von Hatzfeld hatte diese Urkunde friiher auf B. Bernhard IV. aus dem Lippeschen Hause bezogen, aber hierbei 

iibersehen , dass dieser dann die Abtissin Gertrud statt „cognata" vielmehr hatte „soror" nennen miissen. Vgl. Preuss 

u. Falkmann L. R. I. 232. Unter diesen Umstanden kann man alsa nur an den Paderborner Bischof Bernhard III. von 

Oesede denken. Doch muss allerdings , so viel ich weiss , erst noch festgestellt werden , in welcher Weise beide verwandt 

gewesensind, moglicherweise als Geschwisterkinder. Da Gertrud 1217 zuerst genannt wird, Bernhard IIL aber 1223 

stirbt, so haben wir hiernach die Zeit der Ausstellung unserer Urkunde bestimmt,, womit deren Schriftzuge vollkommen 

ubereinstimmen. — 2 ) Der kleine Pergamentstreifen , der diese Urkunde enthalt, war so beschaffen, dass die Schriftzuge 

ganz ineinanderliefen, so dass der Notar, der schon angefangen hatte, die Urkunde auf der jetzigen Riickseite zu 

verzeichnen, dies aufgeben musste, um sie auf der nunmehrigen Vorderseite niederzuschreiben. Aber auch diese loschte 

noch in hohem Maasse, so dass haufig die Zuge ganz verschwommen sind. Dies Schicksal hat auch der Ortsname 

' b, den ich nur Eilntorn lesen kann. Da dieser Ort im Bisthum Paderborn gelegen haben muss, so ist vielleicht 

tern Kspl. Furstenberg, Kr. Biiren zu denken. — 8 ) Nach den Jahren, in denen der hier vorkommende Ever- 

ron Erwitte bei Seibertz U.-B. I. 148. 213. erwahnt wird. — 4 ) Bbfzen auf dem rechten Weserufer S. von Hox- 

- 6 ) Dasselbe war spater, wie das Romische, dem h. Geist geweiht. Die Einkiinfte seiner wahrend des Re- 

tionszeitalters eingezogenen Giiter sind Msc. I. 245 S. 314 — 316 verzeichnet, die allein 48Morgen innerhalb der 

rehr gelegen auffuhren. — 6 ) Das beriihmte Hospital S. Spirito in Sassia, in Trastevere zwischen der Engels- 

und der Peterskirche, das im Anschluss an die vom angelsachsischen Konige Ina 715 — 731 erbaute Eirche von 

enz IIL gegrundet worden war. Dort mochte Conrad von Bofzen bei einer Pilgerfahrt Aufnahme und Pnege 

ien haben. 



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1218. 53 



n. 



* Das Capitel zu Fritzlar dankt dem Paderborner Domcapitel fur die gewahrte Briiderschafl und erbittet 
sich dariiber eine Urkunde. 1218 Juni 19. — Or. Fr. Paderborn U. 96. 

Venerabilibus dominis et fratribus in Christo dilectis G. ! ) preposito, J(ohanni) decano totique capi- 
tulo maioris ecclesie Paderbornensis G. prepbsitus, A. decanus totumque Fritslariensis ecclesie capitulum 
ita devotum sicut debitum cum iugibus oracionibus obsequium in Domino. Quanto maiorem precellentie 
vestre liberalitatem persensimus, in eo videlicet, quod humilitatem nostram in familiaritatem vestre frater- 
nitatis benigne admittere dignati estis, tanto magis parvitas nostra vobis in omnibus obnoxia esse tene- 
tur et a prius devotis ecclesie vestre in perpetuum fecistis nos merito devotiores. Beneficium itaque 
gratie vestre super hoc cum summis gratiarum actionibus amplectentes, ex presenti scrip to nos et eccle- 
siam nostram licet imparem vobis et ecclesie vestre obligamus et unimus in omne tempus tarn in tempo- 
ralium consolacione competenti, quam in devotarum orationum nostrarum participacione speciali pro vivis 
et defunctis fratribus nostri conventus offerendis. Ad robur autem et consolacionem nostri conventus 
hnmiliter ac devote rogamus, quatinus discretionis vestre litteras sigillo ecclesie vestre consignatas super 
predicto facto vestro ecclesie nostre transmittere dignemini in perpetuum memoriale et iugiter observan- 
dum tarn nostris quam posteris vestris. Actum anno incarnationis dominice M^CC . XVIII , XIII. Ka- 
lendas Julii, pontificatus domini Honorii anno secundo feliciter. Amen. 

Erzbischof Engelbert von Coin genehmigt, dass ein Gut, dessen Obereigenthum schon friiher auf das Kloster 
Flechtdorf Ubergegangen war, nun von den Vasallen an dasselbe verkauft werde. 1219, — Abschr. 

Mse. VII. 6704. fol. 16; gedr. Zeitschr. V1IL 67. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Engelbertus Dei gracia sancte Coloniensis ecclesie archi- 
episcopus. Quoniam tempora pretereunt more fluentis aque, ne cum tempore memoria facti transeat, 
ideo prudencia seniorum huiusmodi scripto decrevit perpetuali conpingere. Noscant igitur cuncti fideles 
presentis pagine inspectores, quod quidam fideles nostri Hermannus Argenteus et Bernhardus quoddam 
predium in Wynemarinchusen 2 ) pecunia sua a quodam nobili Rodolfo dicto de Kerscenberg*) eme- 
runt, tali condicione ut proprietatem ipsius predii ecclesie Vletorpensi contraderet et ipsi tunc iure bo- 
minii ab ecclesia reciperent. Postea vera constituto nobis in Ruthen predicti fideles nostri Hermannus 
et Bernhardus predium iam dictum ad prebendam fratrum per manum dilecti nostri Alberti abbatis 
ecclesie Vletorpensi dederunt, recepta tamen pecunia scilicet decern et octo marcis et ut ibi iugem ha- 
beant memoriam et sepulturam. Nos vero pie devocioni eorum congaudentes predium ipsum cum omni- 
bus attinenciis suis cum proprietate et proventibus eidem ecclesie perpetuo iure presenti pagina sigilli 
nostri impressione roborata confirmamus. Acta sunt hec anno incarnacionis dominice M°.CC°.XVIIII . 
Testes huius rei sunt: Henricus propositus sancti Severini, Peregrinus. notarius, Godefridus canonicus t 



G. verschrieben statt L. Denn der oben Nro. 70 in der Urkunde voni 31. October !2t7 genannte Dompropst Lam- 
bert wird auch noch in der Dalheimer Urkunde, unten Nro. 86 vom J. 1220 als Zeuge aufgefuhrt. — 'J Winning- 
hausen N. von Flechtdorf im Furs tenth. Waldeck. Unsere Urkunde ergiebt, dass das heutige Wirminghausen mit 
dem Wuringereshu8en der Tradd. Gorb. 30t. 336. 372. nicht identisch gewesen sein kann, wie Varnhagen I. 11. an* 
nimmt. — *) So und nicht „Kersenbrug", wie der fruhere Abdruck aufwies, hat unser Copiar. Doch wird dessen 
Schreiber sich jedenfalls verlesen haben. Denn Kerscenberg durfen wir wohl um so eher fur eine Corruption der 
mittelalterlichen Form des Worts „Kirchberg" halten, ala im J. 1197 in einer Hessischen Urkunde, Wenck III. U. 92, 
mnter den Edlen ein Rudolfua de Kirchberc vorkommt. 



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54 **19. 

Thomas prepositus Sosaciensis; nobiles Adolfus comes de Altena, Volquinus de Swalenberg, Hermannus 
de Ruthenbergh, Henricus Niger de Arnesberg; Conradus et Johannes milites de Ruthen et alii quam- 
plures. 

79. 

* Die Briider Volquin und Adolf, Grafen von Schwalenberg und Waldeck, verzichten auf alle Anspruche an 
ein dem KL Eardehausen verkauftes Gut. 1219; gerichtlich beslatigt 1232. — Or. KL Hardehausen U.23. 

In nomine Domini. Amen. Nos germani V(olquinus) et A(dolfus) comites de SvaJenberg et de Val- 
decke universis hanc paginam inspecturis in perpetuum. Ne rerum gestarum memoriam tollat oblivio, 
providit sollers prudentia scripturarum remedia, ut puram veritatem littera renovet, quam temporis alter- 
natio obfuscare solet. Norint quapropter fideles presentes et futuri, quod bona in Rikescenhagen ') sita 
secus Hersvithehusen iure proprietario nos contingebant, que de manu nostra tenuit Burchardus de Ro- 
then in pheodo ac aliquamdiu possedit. Cum autem eadem bona commoda essent pro situ suo fratribus 
de Hersvithehusen, convenimus cum eisdem sub hac forma: Ego quidem V., fratre meo A. adhuc exi- 
stente infra annos, a cenobio recepi LXV marcas et Burchardo XXX marcas assignavi, pro quibus et 
decimam in Berenthorp ipsi inpignoravi, quousque summam prefatam eidem persolverem, sicque a suo 
cessit iure. Extorsit tamen postmodum a monasterio, ut audivimus, VI marcas. Processu temporis ego 
Adolfus X marcas recepi a cenobio, et sic demum in pace predicta bona possedit. Accessit autem ad 
nostre donationis munimen assensus patruorum nostrorum domini Volquini 2 ) prepositi ac domini Her., 
necnon et fratris nostri prepositi Heinrici de Scildesce. Ceterum quia tunc temporis liberos non habe- 
bamus, siqui postmodum nati sunt nobis, ius sibi in bonis eisdem vendicare non debent, nedum, quasi 
ex paterna hereditate sibi ea deberi censuerint, iniuste monasterium gravent. Preterea adicimus, quia 
ex parte nostra damnificatum fuit cenobium, in qualecunque restaurum mansum unum et quosdam agros 
prope Bunsen cum decima, sicut de manu nostra tenuit Albertus de Ikenhusen 8 ), qui etiam VII marcas 
a monasterio recepit, et confirmamus eidem loco. Assensum autem dedit mater sua Herburga et uxor 
eius Oda. Testes huius rei sunt: Conradus de Ittere, Thetmarus Oppolt, Conradus Bulemast, Johannes 
de Parbornen, Burchardus de Holthusen, Tidericus de Ebbelinchusen, Heinricus et Bertoldus fratres de 
Elmerinchusen, Heinricus marscalcus domini Coloniensis, qui et partem de predicta pecunie summa rece- 
pit. Datum est autem instrumentum presens tempore Heinrici Coloniensis archiepiscopi a. gr. M .CC°.XXX1I° 7 
sed actio ipsa dudum ante celebrata est tempore domini Engelberti archiepiscopi Coloniensis circa annum 
gratie M.CC.XIX. 

Yon den zwei Siegeln ist nur nooh eine Siegelachnur vorhanden. 

80. 

* Das einem Ritter bet seinem Eintritt iris Kloster Bredelar mitgegebene Gut wird, da er sein Probejahr 

nicht besieht und in die Welt zuruckkehrt, vertragsmdssig vom Kloster urn 11 Mark erstanden. 1219, erneuet 

1240 Mi 13. Marsberg. — Or. KL Dalheim U. 7; Abschr. Msc. L 127 foL 39*. 

Th. Dei gratia prepositus de monte Martis et consules ibidem monasterio in Breydelar in perpetuum. 
Notum sit tarn modernis quam post futuris, quod dominus Adam miles dictus de Aspe, nondum adhuc 



l ) Bei Hardehausen nicht mehr nachzuweisen. — *) Varnhagen, Waldeck. Gesch. I. Geneal. Tafel der Schwalenberger 
kennt diesen Volquin II. nur als Paderborner Domherrn. Ich werde zur Hardehausener Urkunde von 1238 nachwei- 
sen, dass er Propst in Schildesche gewesen ist. — *) Wohl Iggenhausen N. von Lichtenau. Bunsen kann ich dort 
nicht nachweiaen, mdchte aber annehmen, daas es im Furstenthum Waldeck gelegen hat, und der Ort gewesen ist, 
woher die Familie des bekannten Gelehrten dieses Namens, eines Wal deckers, stammte. 



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1219. 55 

matrimonio ligatus, duos mansos iuxta Haslenbornen ') sitos, qui iure proprietario ipsum contingebant, 
de consensu fratris sui Wilhelmi ordinis diaconatus, domino Thetmaro abbati et fratribus suis de Brey- 
delar cum vitrico suo domino Ottone milite, qui in monasterio iam dicto monastice religionism habitum 
suscepit voluntarie, assignavit libefe possidqndos, ita tamen, si dictus 0. aput eos sub habitu religioso 
permaneret; sin autem, XI marcas pro prefatis mansis restaurarent. Verum cum evoluto aliquanto tem- 
poris spatio idem Otto infra annum probationis 2 ) a loco predicto recederet, commoditati sue aliter di- 
sponere intendens, prelibati monasterii fratres pro eisdem mansis, quia eis pro situ suo fcontigui et corn- 
modi erant, prefato domino Ade et fratri suo W. XI marcas, sicut condictum fuerat, integraliter persol- 
verunt. Quibus habitis idem A. miles una cum fratre suo W. omni iure suo habito vel habendo sollem- 
pniter renuntiavit, conferens monasterio memorato mansos supradictos libere et quiete iure proprietario 
sine omni impetitione perpetuo possidendos. Ut igitur factum hoc emptionis Tatum permaneat et incon- 
vulsum, presentem paginam sigillo nostro et burgensium nostrorum stabilimus et testium annotatione, 
quorum nomina Jbec sunt, communimus: Alradus miles et Bodo filius suus, Alradus Magnus et filiussuus 
Bertoldus, Bertoldus magister consulum et filius suus Heinricus, Hermannus monetarius et fratcr suus 
Conradus, Theodericus de Odenhem, Heinricus Morel, Ludolfus deCapella, Volnandus iudex et consules 
omnes aliique quamplures. Acta sunt hec a. D. M°.CC°.XIX°, renovata vero et stabilita in Marsberg 
scripto et sigillis coram consulibus et aliis honestis viris a. D. M°.CC°.XL°, HI. Idus Julii. 
Erhalten, wenn auch sehr beschadigt, ist das SI6ILLUM BURGENSIUM yon Marsberg. 

81. 

* Aufzeichnung fiber die von der Mtissin Gertrud von Herford nach langer Zeit wieder erneuten Rundreisen 

durch die Westfalischen Amter ihres Stifts und Bestimmung der bei dieser Gelegenheit festgestelltin Verpflich- 

tungen der Amtleute und Liten. ' 1219. — Gleichzeitige Abschrift als Nachtrag zu einem Herforder 

Giiterregister des XII. Jahrh. Msc. VII 1316. c. Fol 47 . 

Anno ab incarnatione verbi M°.CC°.XIX°. Gertrudis de Lippia Hervordensis abbatissa circationem 
in villicationibds Westfalie diu neglectam innovavit et circuivit hoc modo: sexaginta equitaturas habuit 
et unam et primo villicationem de Stochem 8 ) intravit et ibi per sententiam optinuit quatuor noctium 
hospitia, quorum unum villico de mera benevolentia condonavit. Postea Scopingen ivit, ibi duabus nocti- 
bus cum villico, unam cum sacerdote morp,batur. Similiter in Weteringe; similiter in Rene; similiter in 
Ybbenburen; similiter in Lengerike; similiter in Linen. In Ostenvelde per unam noctem. Duas curtes que 
circationem debent, videlicet in Nottenstede et in Essistorp, unaqueque duas noctes, distulit abbatissa. 

Dubitatum fuit de servitio et diffinitum, quod villicus omnes expensas faciet, preter quod litonibus 
datum est, per sententiam, quod unusquisque illorum suo villico debet singulis noctibus ministrare duos 
modios avene duobus equis, duos pullos, unum butirum 4 ), unum caseum. In universo omnes ligna suf- 



Nach der Urkunde von 1470, Mac. I. 127. fol. 41, in der das Kloster Bredelar seine Outer „in den verwosteden dor- 
pen und marken — in dem Sintfelde" an das Kloster Dalheim uberlasst, gehorten hierzu auch die „gudere des 
Hasselbornes". Hiernach kann es keinem Zweifel unterliegen, dass hiermit die Ortlichkeit am den Berg „derHa8sel" 
gemeint ist, welchen Namen die Reimannsche Karte S. von Furstenberg aufweist, wahrend er auf der Kreiskarte 
sich nicht findet. Worauf Erhard's Notiz zu Regest 2372, dass Hasselbom bei Marsberg gelegen haben soil, sick 
stutzt, kann ich nicht sagen. Vgl. Nro. 159. — *) Probejahr. — ») Obwohl die unmittelbar darauT folgende Erwah- 
nung von Schoppingen eher an das bei Rheine gelegene Stockum denken lasst, welches Herford durch Ludwig den 
Frommen im Jahre f*38 geschenkt erhielt, vgl. meine Kaiserurkunden I. .51 — 53, so mdchte ich auf Grand der An- 
gaben iiber spatere Rundreisen der Herforder Abtissinnen, doch zanachst an das viel bedeutendere Gut Stockum zu 
beiden Seiten der Lippe im Bisthum Munster und in der Grschft Mark denken, welches das Stift im J. 858 der 
Freigebigkeit Ludwigs d. D. verdankte, 1. c. 142 sq. — 4 ) Welches Maass von Butter ist nicht gesagt. 



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56 i2! *- 

Scienter ministrabunt ad coquinam et sicca ad camenatam; litones vigilabunt certa hospitia noctibus 
contra fures, ne restituere cogantur ablata per furtum. 

82. 

* Die seitens des Stiftes Kemnade von den Untervasallen der Edlen von Homburg angekauften Giiter in 

Kemnade werden, nachdem die letzteren sie ihrem Oberlehnsherrn , dem Abie Bunold von Corvey, resignirt 

haben, von diesem dem Slift Kemnade iibertragen. 12 W. — Abschr. Msc. L 139. foi 244. 

In nomine omnipotentis Dei. Hugoldus Dei gratia Corbeiensis abbas, universis Christi fidelibus in 
perpetuum. Quoniam vocatione sancta, qua Dei patientia vocati sumus, ampliando divino cultui tenemur 
intendere, memorie universorum presentem paginam inspecturorum arctius inculcamus, quod ecclesia Ca- 
minatensis temporibus domini Conradi l ) prepositi comparavit a Henrico milite dicto de Caminate curiam 
suam in eadem villa cum omnibus attinentiis, tarn sylvis quam agris et pascuis, pro quadraginta duabus 
marcis, item curiam* Henrici dicti de Bischopingerothe sitam in eadem villa Caminatensi memorata, ecclesia 
comparavit quadraginta duabus marcis, item in eadem villa curiam Hermanni militis de Osterothe compa- 
ravit predicta ecclesia undecim marcis. Hec predicta omnia venditores tenuerunt de fratribus de Hom- 
borch, et si aliquid ex his prediis iam dicti fratres de Homborch de nobis tenuerunt, nos proprietatem 
earundem contulimus Caminatensi (ecclesie). Ut autem hoc factum stabile et inconvulsum permaneat, 
ipsi fratres coram nobis eadem bona cum advocatia et omni . . . 2 ) resignaverunt, et tarn nos quam ipsi 
sigillorum nostrorum appensione fecimus roborari. Testes huius rei sunt: Hugo prior, Esquinus propo- 
situs Corbeiensis, Hermannus portarius, Conradus camerarius, Engelhardus capellanus; laici: Fridericus 
de Pirremunt, Conradus de Honboke, Conradus de (Amelungessen) et filius eius Herboldus et alii quam- 
plures. Acta sunt hec anno gratie M°.CC°.X Villi . 

82 a. 

* Kbnig Beinrich fVll.J bewilligt den Burgern der Stadt Paderborn das Recht, dass, toenn der gesetsliche 

Richter aus politischen, kirchlichen oder anderen Riicksichten es ablehnen sollte, in einer Sache Recht su 

sprechen, dann ein anderer ernannt tverde, der nach den Statuten der Stadt das Vrtheil faUe. (1220) *) 

Juli 15. Wurzburg. — Bier nach einer von defers gemachten Abschrifl des im Stadtarchive zu Paderborn 

beruhenden wohlerhaltenen Originals. 

Heinricu8 Dei gratia Romanorum rex semper augustus omnibus Christi fidelibus presens scriptum 
inspecturis gratiam suam et omne bonum. Quia plerumque contingere solet, quod iudices civitatum vel 
oppidorum propter proprias occupationes, seu gratia vel odio personarum, vel metu actoris vel rei, vel 
propter alias enormitates excommunicationis vel proscriptions difficile possunt haberi vel evocari, sicque 
ius postulantibus beneficium iuris subtrahitur verdencgatur: burgensibus Paderbornensibus maiestate regia 
concedimus indulgentes et edicto presenti sanctientes, ut, si iudex legalis aliqua predictarum causarum 



») Der schon oben Nro, 19 in einer Urkunde aus cL J. 1206 * 1216 erscheint. — ■) Hier ist ein Wort in der uberhaupt 
sehr mangelhaften Abschrift ausgefallen. — *) Die Urkunde selbst weist das Jahr 1224 auf. Damals regierte schon 
Bernhard IY.; da aber sowobl Heinrich VII. im Context der Zustimmung B. Bernhardt des Drtiten gedenkt, als auch 
das betreffende Siegel dkstlbt Bezeichnung bat, so konnen wir nur an Bernhard III. aus dem Hause Oesede denken. 
DieBer starb aber schon am 28. Marz 1223 und so bleiben fur diese Urkunde vom 15. Juli nur die Jahre 1220, wo 
Heinrich VII. am 23. April zum Konig erwahlt wurde, 1221 u. 1222. Ich habe mich fur das erstere entschieden, weil 
dessen Indiction 8 sich der Angabe unseres Diploms (Ind. septima) am meisten nahert. Die Regeaten Heinrichs VII. 
bei Bohmer *R. J. 1198—1254 S. 212 sq. stehen dieser Annahme nicht entgegen. 



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taio. 57 

occasione non possit haberi, ne ius petentibus iuris beneficium subtrahatur, alius ipsi licite substituatur, 
qui vices iudicis suppleat absentis et iudicet, legibus et constitutionibus loci per omnia servatis tarn in 
maioribus quam in minutis. Datum in curia Herbipolia anno Domini M°.CC°.XXIIII 9 indictione septima, 
Idibus Julii, presidente ecclesie Patherbornensi dilecto principe Bernhardo tercio et nutu ipsius. 

Nur die Halfte des Siegels K. Heinrichs ist jetst noch erhalten; eine vor 40 — 50 Jahren angefertigte Zeichnung 
giebt das gauze Siegel mit der Umschrift: HENRICUS DEI GRATIA ROM. REX SEMPER AUGUSTUS. DUX 
SUE VIE. Das noch vollstandig vorhandene Siegel des Bischofs hangt an einem aus rothen , grunen and gelben 
seidenen Faden gewirkten Bande and hat die Umschrift: BERNARDUS IK. DEI GRATIA PAD. ECC. EPISC. 

83. 

* Graf Volquin von Schwaknberg iibertragt dem Kl. Marienmiinster gewisse ihm zu diesem Behufe resignirte 

Giiter. 1220 Mi 25. Schwaknberg. — Abschr. aj Msc. I. 129. f. 9. fij I. 131. f. 50. y) VII. 4512. f. 24. 

Nos Volquinus Dei gratia comes de Swalenberg omnibus ad quos presens scriptum pervenerit cupi- 
mus esse notum, quod Wei^iherus et Bertradis, vidua dicti de Volcoldessen, cum consensu omnium 
beredum suorum, inferiorem curiam eorum in Volcoldessen l ) cum omnibus attinentiis nobis libere resi- 
gnaverunt, tali distinctione adhibita, ut ipsam curiam cum omnibus attinentiis sancte Marie Virgini in 
Monasterio perpetue conferremus. Nos vero tarn illam curiam quam alia bona in Volcoldessen cum con- 
sensu matris nostre aliorumque heredum nostrorum sancte Marie Virgini in Monasterio cum pascuis aquis 
et silvis et in omni quod eis competebat conferimus eternaliter possidenda. In cuius rei robur et testi- 
monium presentem paginam cum sigilli nostri munimine communimus. Testes huius rei sunt: dominus 
Borchardus de Holthosen, dominus Tbidericus de Hebelinghusen, dominus Hermannus de Abbenhosen et 
alii quamplures. Acta sunt hec in castro Swalenberg in festo Jacobi anno Domini M°.CC°.XX°. 

84. 

* Die Edlen Bertold und Thetmar von Buren grunden ihre Memorie in verschiedenen Kirchen der Paderbor- 
ner und der Cblnischen Diocese. 1220. — Or. Herrsch. Buren U. 4; Abschr. s. XV. KL Dalheim U.10; 

s. XV 11. Msc. Vll. 5102, I. S. 74. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Quecunque statuta fuerint ab antecessoribus, ne diutur- 
nitate temporum labente a successoribus revocentur in irritum, dignum est, ea meniorie litterarum con- 
mendare. Notum sit igitur universis tarn presentibus quam futuris, quod nos Bertoldus et Tbetmarus 
fratres de Buren, viri nobiles existentes, memorie nostre revocantes, quam sancta et salubris est cogi- 
tatio pro defunctis exorare, pro consolatione animarum nostrarum contulimus bona nostra, scilicet bona 
magne libertatis *) ecclesiis diversis, sicut presens pagina declarabit, hoc etiam statuentes et in Domino 
Deo obsecrantes, ut si heredum nostrorum malicia hoc in posterum, quod absit, infringere voluerit, per 
ecclesiasticam censuram prohibeantur, et perpetua dampnatione dampnentur. Talis est ordo de bonis 
distributes : Bona quedam in Ost-Eleren 8 ), que solvunt octo molta annone, contulimus ecclesie sancte 



') Preuss und Falkmann I. 472 vermnthen, es ware Volsen bei Gerden. Doch wird dieser Ort in Gerdener Urknnden 
von 1224 — 1230 stets Volstesen genannt. Eine andere Deutnng kann ich aber nicht geben. — *) Das Nahere hier- 
nbersiehe Nro. 85 und 86. — *) Eilern, W. von Dalheim im Kr. Buren, vgl. Nro. 74, gehorte mit zu den verwusteten 
Gutern im Sentfelde, welche Dalheim durch Urkunde von 1447, Msc. I. 127 fol. 95, von Hardehauaen kaufte. Ebenda 
fol. 96 findet sich eine Urkunde von 1234, worin Bertoldus dictus domicellus de Buren ... ad petitionem monasterii 
Herswithehusensis collationem predii in Ost-Eleren a patruo meo d. Bertoldo . • factam bestatigt. 

Weatt Urk.-Buoh. IV. 8 



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V 



m mo. 

Marie in Heraethelmsen, ut agant memoriam animarum nostrarum, anniversarios nostros observantes cum 
vigiliis et missarum celebratione. Nob eciam cum eisdem bonis advocatiam penitus resignavimus, ut nichil 
iurifl in illis habeamus; locatio eorundem bonorum apud prefatam ecclesiam maneat. Alia bona in eadem 
villa Ost-Eleren contulimus ecclesie Budicensi et ecclesie in Jesike ! ), que solvunt tria molta tritici. 
Huius annone dimidia pars cedit ecclesie Budicensi 2 ), alia dimidia pars ecclesie in Jesike, ut agant 
memoriam animarum nostrarum, anniversarios nostros observantes cum vigiliis et missarum celebratione. 
Advocatiam, que spectat de ilia parte que pertinet ecclesie in Jesike, recepimus de manu archiepiscopi 
Coloniensis 8 ) , et aliam advocatiam de manu episcopi Patberburnensis. Locatio bonorum maneat apud 
ecclesias predictas. Bona quedam in Epaba et alia bona in Hiltvelde 4 ) contulimus cenobio in Custel- 
bericb 5 ), ut agant memoriam animarum nostrarum. Advocatiam bonis illis attinentem eidem cenobio 
resignavimus cum locatione bonorum. Bona in Ernesgenvelde que solvunt sex solidos contulimus ecclesie 
forensi in Buren et capelle ante castrum, utrobique fertonem ad luminaria, ut fiant orationes pro nobis. 
Locatio eorundem bonorum maneat apud heredes nostros. Preterea de macellis in foro capelle dimidium 
fertonem ad luminaria, de curia nostra in Stenhus contulimus eidem ecclesie VI denarios ad preparan- 
das oblatas et vinum ad celebrandum. Verumtamen, quia memoria hominum labilis esse dinoscitur, et 
ne aliqua in posterum possit oriri calumpnia, hanc presentem paginam fecimus conscribi et sigillo do- 
mini Coloniensis archiepiscopi Enghelberti cum sigillo Patherburnensis episcopi B. tercii et nostro sigillo 
fecimus earn roborari. Ad maiorem cautelam apposita sunt sigilla ecclesiarum, quibus bona distributa 
sunt. Acta sunt hec a. i. D. M°.C(XXX°. regnante domino Frederico rege Romano 6 ), sedente domino 
S(igefrido) Moguntine sedis archiepiscopo. Testes huius rei sunt: sacerdotes Heinricus, Tiodericus, Al- 
bodo, Conradus Budicenses, Ricmundus de Buren, Tetmarus deBreinken, Godescalcus, Fredericus; laici: 
Horadus de Breinken, Rabodo, Hermannus de Almena, Heinricus deAdena etnostriministeriales: Adam, 
Elias, Heinricus de Redenesthorph, Bernhardus de Holhuse {sic!), Elfridus, Conradus, Bernhardus et 
Antonius, Hartmodus, Alexander, Volquinus, Rotgerus de Buren. 

Die Siegel des Erzbischofs von Coin und des Bischofs von Paderborn sind verloren 7 ) ; erhalten , wenn auch sehr 
beschadigt, ist das Biirensche, das dritte der an der Urkunde vorhanden gewesenen. Das Wappenzoiclien war 
wahrscheinlich jener Halbkranz von sieben spitzigen Rauten, wie sie die Buren zu Wunnenberg fiibrten H ). 

85. 

* Die Briider Beriold und Thetmar von Buren schenken zur Busse ihrer Jugendsiinden und behufs Stiftung 

einer Familienmemorie den freien Hof in Ober-Eilern den Kirchen zum h. Cyriacus in Geseke und zum 

h. JUeinolph in Bbdecken, jedoch mit Vorbehalt der Vogteirechte. 1220. — Or. in ztoei Ausfertigungen 

Kl Dalheim U. 7 u. 8, Abschr. Msc. Vll. 5102. IV. S. 199, u. Herrsch. Buren U. 5. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ne gestarum rerum memoria per processum temporis 
evanescat et pereat, discretorum virorum prudentia solet per litteras eternari. Cognoscat igitur presens 
etas et sciat postera, quod nos fratres de Buren, Bertoldus et Thetmarus, considerantes excessus nostros 
et de supplicio futuro metuentes, pro salute animarum nostrarum curtem nostram in superiori Eleren. 9 ) 



l ) Stift Geseke N. von Buren. — *) Canonie Bodecken im Kr. Buren. — *) Ein Beweis , dass Erzbischof Engelbert eL H. 
schon damals die Landeshoheit um Geseke besass. — 4 ) Hildfeld N. von Kustelberg, Epaha deute ich auf das NO. 
von Medebach im Waldeck'scben belegene Eppe. — A ) NO. von Medebach, wurde 1297 nach Glintfeld. dicht bei jener 
Stadt verlegt. — e ) Yon anderer Hand ist ubergeschrieben: „Engelberto Coloniensi archiepiscopo ". — ') Beigefiigt 
sind spater an die Stelle des Siegels von B. Bernbard III. Bruchstucke eines anderen nicht naher zu bestimmenden 
Kloster- oder Stiftssiegels. — b ) Deutlich zu erkennen nocb in einer Benningbauser Urkunde von 1295. Die Linie 
der Buren von Wevelsburg fiihrte einen gekronten Lowen ; ihr al testes erhaltenes Siegel befindet sich an einer Bre- 
delarer Urkunde von 1292. — 9 ) Vgl. die vorhergebende Urkunde. 



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1220. I 59 

liberam et ab omni cohercione dominatus exemptam ecclesie sancti Mainnolfi in Budiken et ecclesie 
sancti Ciriaci in Jesike sub pensione trium moltorum tritici pro remissione peccaminum nostrorum ex 
compromisso heredum nostrorum donavimus ad sopiendum, si quid perturbationis eisdem ecclesiis per 
nos occurrit, communi usui earundem <mm omni integritate proventuum perpetuo profuturam, ratum sta- 
tuentes ut cum equali divisione pensionis et proventuum apud predictas ecclesias communis predictorum 
bonorum permaneat locatio, verumtameri eiusdem curtis advocatia nobis et heredibus nostris inviolabiliter 
conservata. Statutum est eciam in ecclesia Budicense, ut in anniversario utriusque nostrum dimidia pars 
annone que pertinet eidem ecclesie solvatur et de ilia albus panis sororibus et fratribus equaliter mini- 
stretur. Ipse vero tarn sorores quam fratres cum celebratione missarum et vigiliarum anniversarios no- 
stros et parentum nostrorum solempniter servabunt. Ne quis igitur imposterum hoc factum calumpniose 
infirmare presumat, dominus noster Engelbertus Coloniensis archiepiscopus donationem nostram rationa- 
biliter factam approbando sigilli sui munimine dignum duxit confirmare. Et ne aliquis coheredum nostro- 
rum hanc donationem inposterum presumat irritare, presentem paginam sigillo domini nostri Patherbur- 
nensis episcopi et una nostro fecimus insigniri. Acta sunt hec anno incarnationis dominice M°.CC°.XX°, 
regnante domino Fretherico rege Romano 1 ), Engelberto Coloniensis ecclesie archiepiscopo , domino Sifrido 
Moguntine sedis archiepiscopo. Testes huius rei sunt: sacerdotes Budicenses Heinricus, Tiodericus, Al- 
bodo, Conradus, Ricmundus sacerdos de Buren, Themarus de Breinken, Fredericus; laici: Rabodo et 
Horadus fratres 2 ) de Breinken, Hermannus de Almena, Heinricus de Adena, Rotgerus de Buren, Adam, 
Elias, Heinricus, Bernhardus, Elfridus, Conradus, Bernhardus et Antonius, Hartmodus, Alexander, Vol- 
quinus et alii quamplures. 

An der era ten Urkunde ist nur ein Bruch stuck des Burenschen Siegels, an der zweiten dieB gans erhalten, aber 
doch so abgerieben, dass man die Umschrift nicht mehr erkennen kann. Ausserdem befindet eich daran noch 
ein grosseres Bruchstiick des Confirmatensiegels des Erzb. Engelbert. 

86. 

* B. Bernhard III. von Paderborn bestdtigt dem Kloster Hardehausen den Besitz mehrerer Guter, namenllich 
der von den Edten Bet told und Thetmar von Buren geschenkten Besitzungen*J. 1220* — Abschr. tro 

Dalheimer Copiar Msc. I. 127 f. 96. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus tertius Dei gratia Paderbornensis episcopus 
universis presens scriptum inspecturis eternam salutem. Quia Veritas et iusticia in omni negotio appro- 
banda est et tenenda, decrevimus ea, que legittime acta sunt, ad noticiam presentium et futurorum 
scriptis autenticis destinare. .Inde est, quod presenti testimonio palam facimus omnibus Christi fidelibus, 
quod viri nobiles Bertoldus et Thetmarus de Buren fratres contulerunt monasterio in Herswithehusen 
predium in Ost-Elren, habens quinque mansos cum omni iure suo, ita ut in perpetuum liberi essent et 
immunes a decima, ab advocatia et ab omni pensione; nullus enim preter ipsos quicquam iuris habebat 
in bonis eisdem. Verum id predium tenuerant in pheodo Rodolphus miles de Erwite; quo mortuo, dum 
filii eius ad idem ius se nollent submittere, predictis nobilibus libere vacavit ad porrigendum cui vel- 
lent. Postmodum quidam miles, Egeboldus nomine, monasterium in Herswitehusen super eodem predio 
impetens et molestans, receptis XXIX marcis, mediantibus domino Th(etmaro) abbate in Bredelare et G. de 
Padberg milite, querimonie cessit. Bona igitur prefata, que idem monasterium iuste percepit et possidet, 
banno nostro confirmamus. Item pro testamur, quod quidam ministerialis noster Hezcelus nomine tres 
mansos in Hardeberinchusen, quos de manu nostra retinuit iure pheodi, predicto monasterio vendidit, 



l ) So au8geschrieben die Urkunde, statt dessen in jener Zeit wohl meistentheils Romanorum gesagt wird. — 'J fratres" 
fehlt in der ersten Ausfertigung. — *) Die 1447 an Dalheim verkauft wurden. 

8* 



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60 *320. 

recipiens marcas XII, nobisque resignavit ea condicione, ut proprietatem eorundem contraderemus sepe 
dicto monasterio; quod et fecimus, ita tamen ut prius per sententiam requireremus, si hoc licite facere 
po68emu8. Com vir nobilis B. de Osethe et alii, qui presentes erant, hoc fieri posse adiudicassent, data 
proprietate fratres monasterii in Heiwitehusen misimus in possessionem. Itaque soror eiusdem Hezceli, 
receptis tribus marcis, cessit yoluntarie ab omni iure, quod earn contingebat. Sic ergo mansi illi cum 
duabus areis iusto modo devoluti sunt in dominium et possessionem monasterii in Herswitehusen, sicque 
testes sunt: Lambertus prepositus, Johannes decanus, Hermannus Bulike, Wedekindus camerarius cano- 
nici; Bemardus de Osethe, Hermannus marscalcus milites; Hermannus Dene et Conradus cives Pader- 
bornenses et alii quamplures. Auctoritate ergo Dei et nostra confirmamus bona predicta monasterio in 
Herswithehusen cum universis bonis, que vel nostris temporibus vel ante nostra tempora de ecclesia 
Paderbornensi nostra iuste conquisiverunt, ut banno nostro et sigillo communita rata perpetuo maneant 
et inconvulsa. Acta sunt hec a. D. M°.CC°.XX . 

8T. 

Das St. Severinstift zu Coin bezeugt, dass das von ihm bestrittene Patronatrechl iiber Werdohl dem Klosttr 
Flechtdorf gerichtlich zugesprochen set. 1220 (October). — Abschrift Msc VII. 6704 f. 17; gedr. 

Zeitsehr. VII t. 68. 

H(enricus) Dei gracia prepositus totumque sancti Severini capitulum in Colonia omnibus in perpe- 
tuum. Insinuacione presencium universis volumuB declarari, quod cum questio verteretur inter nos ex 
una parte et abbatem et conventum in Vletorpe ex altera super rare patronatus ecclesie de Werdole ! ) T 
idem abbas et conventus memoratus, sicud priorum Goloniensium sentencia declaraverat, tribus stolis 2 ) 
et totidem iuramentis obtinuerunt coram eisdem prioribus ad ipsos spectare ius patronatus ecclesie me- 
morate. Unde ipsis cedendo in predicta lite, ne in posterum eis calumpniosa per nostrum capitulum que- 
stio suscitetur et iurgiorum materia repululet, presentem paginam sigillo ecclesie nostre et abbatis de 
Graskap Adolfi communitam predictis abbati et conventui duximus assignandam. Testes affuerunt: Adol- 
fus abbas de Graskap, Ludolfus prepositus de Bertelndorp*), Albertus decanus in Olepe 4 ), Henricus de 



! ) SO. von Altena. — *) Qerichtsstuhl, Gerichtasitzung. Hiermit hangt ttuolsazzo acabinus zusammen. Doch kann ich 
flir den Gebrauch von stola in diesem Sinne kein Zeugniss des 13. Jahrh. finden. — *) Diese Stiftekir.che wird jedeu- 
falls identiach sein znit der zu Bertelinctorp , deren Propst Volquin im Jahre 1231 als Zeuge in einer Weddinghauser 
Urkunde erwabnt wird, Seibertz U.-B. I. 192. For die Deutung dieses in der Westfaliscben Kirehengeschichte bisher 
ganz unbekannten Namens, woruber sich im Register bei Seibertz and in Kampschulte's Westf. Kirchenpatrocinien 
Kichts findet, ist die nachstfolgende Urkunde wichtig, worin der prepositus in Silva S. Marie Virg. que vulgo Berte- 
lindorp dicitur das Patronat fiber Werdohl fur sein Stift erwirbt, obwohl auch diese allerdings sehr beach tenswerthe 
Angabe noch nicht eine Losung aller Zweifel herbeifuhrt. Aus v. Steinen IV. 431 wissen wir zwar, dass noch im 
17. Jahrhundert dem Stifte Scheda das Patronat fiber Werdohl zustand. Wenn man dann aus der Schedaer UrL 2 a 
eraieht, dass Erzb. Engelbert zwischen dem 29. Februar und 25. Marz 1216 der Eirche zu Scheda den von den Bru- 
dern yon Eemnade erkauften Zehnten zu Scheda und Berenctorp (Bentrop W. von Scheda im Er. Hamm) bestatigt, 
so konnte man um so eher an eine Identitat von Scheda und Bertelincdorp oder Berenctorp denken, als den beiden 
in Bezug auf Letzteres erwahnten Propsten Ludolf im J. 1220 und Volquin 123 1 keine Schedaer Propste aus dieser 
Zeit gegenuberstehen. Dennoch ist dem nicht so, wenn auch nicht zu leugnen, dass eine gewisse und sehr nahe 
Beziehung zwischen den Stiftern Scheda und Bertelinctorp obgewaltet haben muss. Denn unter Nro. 7 liegt im 
Schedaer Archiv eine Urkunde von 1254 vor, worin B. prepositus in Berthelinctorpe et humile fratrum collegium 
ibidem Domino famulantium dem Hinricus de Metlere eine Rente verkaufen, die mit denWorten schliesst: Ad huius 
rei indicium sigillum nostrum appendimus et venerabilium virorum vl. domini Sifridi Scheidensis ecclesie prepositi et 
domini Gervasii in Lon decani. Da eine allerdings jungere Riickschrift die Urkunde als ecclesiam in Berendorff con- 
cernens bezeichnet, so ist in der That mit Grand zu vermuthen, dass das Bertelinctorp das Scheda'sche Berenctorp, 
hente Bentrop, gewesen, dass die dortige Stiftskirche spater mit Scheda vereinigt und Letzteres auf diese Weiee 



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1230. 61 

Loen ! ), Leo de Valebrach, Johannes de Attenderne sacerdotes et aliis qaampluribus assistentibus. Acta 
sunt hec in provinciali concilio venerabili domino Engelberto archiepiscopo presidente *). Anno grade 
M°.CC°.XX«, indictione IHI, epacta XIIII, concurrente III. 

88. 

Das Praemonstratenser-Stift Marienwalde oder Bentrop 8 J erhalt vom Kloster Flechtdorf das demselben gericht- 

lich zugesprochene Patronat iiber Werdohl und den Hof daselbst, letzteren als ein Lehen, iibertragen. 

1220. — Abschr. Msc. VII. 6704. foL 17; gedr. Zeilschr. VIII. 69. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego Ludolfus Dei paciencia dictus propositus in Silva 
sancte Marie Virginis, que vulgo Bertelindorp dicitur, universis etc. Eapropter presentis pagine robusta 
et valida caucione notum sit omnibus Christi fidelibus tarn futuris quam presentibus, quod dominus Hen- 
ricus ad sanctum Severinum in Colonia prepositus ius patronatus abbatis Flietorpensis in ecclesia Wer- 
tole validis quibusdam, ut putabatur, argumentis et longa nitebatur sibi asscribere et usurpare altrica- 
cione 4 ), abbate et conventu suo nichilominus ius suum legitima defensantibus iusticia. Que lis coram 
quibusdam prioribus, domino Henrico preposito in Kerpene, domino abbate in Graskap Adolfo, nobis 
presentibus et domino Alberto decano in Olepe, domino Henrico plebano in Iserloen, domino Leone in 
Valebracht A ) et aliis viris honestis finitime decisa est et legittime ita, ut ius patronatus prefate ecclesie 
tribuB obtinuerit stolis, presente decano sancti Severini, qui vicem domini prepositi gessit et propriam, 
ipsorum acclamante conventu. Et quia dominus prepositus iam dictus in causa stare non potuit, a causa 
cessit iusque patronatus in ecclesia Werthole cum omni iure abbati et ecclesie in Flietorp recognovit. 
Exinde ego Ludolfus in Silva sancte Marie Virginis prepositus nostrorum consilid canonicorum accessimus 
ad abbatem et suos confratres petentes humiliter pro ecclesia et curti in Werthole ad nostri subleva- 
men cenobii. Abbas vero et sui confratres ad nostre devocionis inclinati peticionem, pro salute et statu 
sue ecclesie et in remedium animarum suarum, ecclesiam, in fundo sue sitam ecclesie, iam dicto cenobio 
libere *) et curtim prefatam cum suis appendiciis iure feodali in perpetuum eiusdemque cenobii contule- 
rnnt prelature *) benivolo consensu prioris et tocius ecclesie sue conventus, ita ut singulis annis in festo 
Martini duas marcas ecclesie Flietorpensi nostra ecclesia persolvat et duos pisces, qui vulgariter Lesse 8 ) 



in den Besitz des Patronats von Werdohl gekommen ist. Wann diese Yereinigung beider Praemonstratenser Stifter 
stattgefonden, ist nicht klar. Einmal ersehen wir aus der Urkunde des Stifts Scheda Nro. 131, Abschr. Msc. VII. 6116 
(dem von mir unter Lehnsacten aufgefdndenen werthvollen Schedaer Copiar) fol. 119, dass Abt Meinulf von Flechtdorf 
noch im Jahre 1536, ganz den in dem folgenden Documente vereinbarten Bestimmungen gemass, die ecclesiam paro- 
chialem in Werdoill — Wilhelmo de Galen Praemonstratensis ordinis priori et ecclesie Silve Marie in Bertelingdorp 
als Lehen ubertragt, wahrend andererseits es doch schon in einem Document des Cdlniachen Officials von 1486 
(Scheda U. 221) heisst: cum ecclesie parochialis in Werdole presentatio ad prepositom et conventom Schedensem 
— spectare — dinoscitur, wonach also schon daxnals die Abte von Scheda im Besitz dieses der Props tei Bertelinc-* 
dorp znstehenden Rechts gewesen sind. Da wir Wilhelm von Galen seit 1540 als Propst zn Scheda finden, v. Stei- 
nen Kurze Beschreibung von Kappenberg and Scheda 64, and es ebendort auch von seinem Nachfolger heisst, dass 
er „er8t Prior zn Berendorp" gewesen, so diirfte es schliesslich keinem Zweifel unterliegen, dass Bertelincdorp ein 
Nebenstift von Scheda war, das spater mit demselben vereinigt worden ist. — 4 ) Olpe Herzogtham Westfalen. — 
lserlohn. Ygl. die folgende Urkunde, wo dieser neuere Name sich findet — *) Das nahere Datum dieser wphl im 
Herbste 1220 gehaltenen Synode giebt Ficker Engelbert d. H. 288 nicht an. — ^ Bei Scheda, vgl. die vorhergehende 
Urkunde. — 4 ) Statt altercatione. — *) Yon drei Ortschaften mit Namen fatten in den Kreisen Altena, Meschede 
und Olpe wird wohl die Erstere hier gemeint sein. — *) Die Kirche zu Werdohl wird firei, der Hof daselbst aber nach 
Uhnrtcht ubertragen. — *) D. i. der Propstei von Bertelingdorp. — *) Niederdeutsch : Lachse. In der zur vorigen 
Urkunde erwahnten Belehnungsurkunde des Flechtdorfer Abts Meinulf von 1536, Msc. VII 6116 f. 120 heisst es in 
dieser Beziehung: et duos esoces recentes (frische Lachse) 24 denarios valentes. Hat die Lenne, an welchem Flusse 
Werdohl liegt, auch heute noch Lachse? 



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62 ll2 °- 

dicuntur, XXIIII denarios valentes. Quicunque in Silva sancte Marie Virginia fuerit abbas vel prepositus, 
ecclefliam et curtim in Werthole supradicto modo de manu abbatis in Flietorp tenebit et mutatis seu 
morte seu depo$icione personis, abbas vel prepositus in Silva sancte Marie ad abbatem in Flietorp in 
propria accedat persona donacionem, ymmo donacionis recognicionem super eadem petituras ecclesia et 
curti, et petenti abbas in Flietorp porrigere non negabit. Ut autem hec rata et inconvulsa permaneant, 
presentem paginam conscribi et sigilli nostri inpressione conventu nostro nichilominus consenciente et 
presens scriptum ratum habente fecinius roborari. Si quis autem in posterum hanc domini abbatis Flie- 
torpensis donacionem per consensum sui conventus sollempniter factam et presentis pagine descriptionem 
temerario ausu infringere temptaverit, Dei omnipotentis et beati Petri et domini Honorii pape perpetui 
anathematis vinculo nisi resipuerit innodetur. Acta sunt hec anno dominice incarnationis millesimo CC°.XX°, 
indictione octava, presidente sancte Romane sedi domino Honorio papa, regnante imperatore domino 
Frederico, presidente cathedre sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopo Engelberto. Testes confratres 
et canonici in Silva sancte Marie Virginis Ludolfus eiusdem ecclesie prepositus, Hermannus Penthecostes, 
Wylhelmus Berewynus, Nycolaus, Othelricus sacerdotes, Hermannus Hesse dyaconus, Garfilius dyaconus, 
Albertus subdyaconus, Theodericus clericus; fratres layci dominus Artus, Wicbodo, Hermannus, Godefri- 
dus, Theodericus et alii quamplures. 

89. 

* Auf Veranlassung des Klosters Hardehausen zwingt Sibold von Strovorde l J seine Schwester, auf ihre 

Anspriiche an die von ihm jenem Kloster verkavften Giiter zu verzichten. 0. J. Urn 1220 2 ). — 

Or. KL Hardehausen U. 5. 

Notum sit omnibus Christiane religionis tarn presentibus quam futuris, quod cum Siboldus de Stro- 
vorde bona sua in Scereve et in Rinbike 3 ) ecclesie Hersuethehusensi vendidisset, domina Ysengardis soror 
sua, que non interfuerat huic contractui, de fratribus ecclesie conquerens eis hanc asscripsit iniuriam, 
quod sine eius consensu bona supradicta, quorum ipsa se asserebat heredem, a Siboldo comparaverant, 
et per hoc fratres Siboldum compulerunt, quod compesceret querimoniam sue sororis, 6icut ipse in con- 
tractu fideiussores dederat. Hoc S. fecit et earn omni iuri suo et pulsationi renuntiare coegit, audienti- 
bus testibus: domino Tiderico de Haldessen et filio suo H., Gisehero de -Tilia, Friderico de Dalhem, 
Wichardo, Regenbodone fratribus suis, Bertoldo de Suthem, Lothewico Longo, Regenbodone et Ernesto 
fratribus de Dalhem. 

Daa in der Urkunde nicht angemerkte Siegel ist abgefallen. 

90. 

* Bischof Conrad I. 4 ) von Minden entldsst auf Grund eines Tausches mit der Abtissin von Berford eine 
Frau aus dem Minister ialen- Verhaltnisse , in dem sie zu seinem Bochstifte stand. O.J. (1220 — 1235.) & ) 

— Or. Gefurst. Ahtei Herford U. 28. 

C. Dei gracia Mindensis episcopus, H. eiusdem ecclesie prepositus reyerende domine abbatisse, 
clero et toti familie ecclesie Hervordensis salutem in vero salutari. Scire cupimus universitatem vestram, 



l ) Spater Kirchstrovorde , ein eingegangener Hessiacher Ort, vgl. Wenck II. A. 377 und Verbesserungen S. 1149. — 
*) Nach der Schrift. — ») Scherfede und Rimbeck im Kr. Warburg, SO. von Hardehausen. — 4 ) 1209—1236.— A ) Nach 
Massgabe der Regierungsjahre dea Bischofa und des Dompropstes Heinrich 1*220— 1235. Nach den Ziigen der Schrift 
konnte man veraucht sein, dieae Urkunde dem Mindener Bischof Conrad II. 1293—1295 zuzuachreiben. Da damala 



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1221. 63 

quod nos Waltradam uxorem Jordanis, hactenus ministerialem ecclesie nostre, intercedente pro ea 
quodam concambio, libertati donavimus et vobis earn liberam denunciamus. Et ut hoc in tempus futu- 
rum firmum et stabile permaneat, factum nostrum presenti carta cum sigillorum nostrorum corroboravi- 
mus inpressione. 

Vom Siegel ist nur ein Bruchstuck vorhanden. 

91. 

Siihne zwischen der Berforder Abtissin Gertrud von Lippe und den Grafen Otto und Ludt 
berg l J. 1221 Mai 15. Herford. — Or. Gefiirst. Abtei Berford U. 31; gedr. v. Ledebur V 

Hec est forma compositions inter ecclesiam Hervordensem et comitem Ottonem e 
dominum Lodowicum de Ravensberch. Omne predium quod habuit ab antiquo ecclesia 
villa Mydewe tarn in agris, quam in silvis, similiter in villa Oldenthorpe 2 ), similiter et i 
omni utilitate, quam de iure in hiis tribus locis habuit, integre et sine omni inpedimento 
exhiberi domine abbatisse et restituent eius possessioni et libere disposicioni, ut inde qu 
expedire, possit sine . difficultate ordinare. Amplius cives de Bylevelde iurabunt, quod 
inquietatione vel ministeriales vel cives Hervordenses super dampnis, que in destructione 
perunt, gravabunt vel molestabunt et quod non recipient aliquos homines ecclesie in con 
cia domine abbatisse et ecclesie, et quod in vicinis bonis non ledent ecclesiam seu silvas 
pascua depascendo contra voluntatem villicorum et litonum ecclesie ibidem commanenciui 
sine omni disquisitione et impedimento thelonei facient pertransire per Bylevelde omnia b< 
batissam et conventum pertinent tarn in vino quam in aliis rebus. Mansum unum in Loch 
cambio cambient cum villicatione de Vinnethe 4 ), unam curiam in Eilthorpe que fuit de 
tram de Spenge et unum mansum ibidem, quern habebant in feodo ab ecclesia Hervordei 
recognoscunt ecclesie, et domina abbatissa in feodo concedet illis omnibus eadem bona, 
Fritherico de Spenge 6 ) tenuerunt 6 ). Super aliis dampnis et prediis , videlicet curia in I 
cione in Vulen, duobus mansis in Ufflen 7 ) et in Talle et in excisione et exstirpatione 
Vlotowe, super quibus pater ipsorum excommunicatus permanet a tempore domine Eyli 
ad ordinationem domini Coloniensis archiepiscopi dilatum est, ut si fieri possit, eius coi 
decidatur. Quod si processum ibi non fuerit, in octaba Michaelis quod proximo futuruir 
fratres diem apud Hervordiam super illo complanando servabunt cum ecclesia si possin 
si non, omne ius ecclesie salvum manet ei contra filios sicut contra patrem. Actum ani 
carnationis millesimo ducentesimo XXI , in Idibus Maii, apud Hervordiam 9 ), multis be 
tarn clericis quam. laicis, in Christi nomine. Amen. 
Das Siegel ist abgefallen. 



aber Ludwig von Ravensberg Dompropst zu Minden war und sich unter Conrads I. Regierung der D 
mehrfach erwahnt findet, so erweist dies die Zugehorigkeit unserer Urkunde zu des Letzteren Rej 
Sie waren zwischen 1218 und 1220 ihrem Vater Hermann gefolgt. — 2 ) Wohl Olden trap S. von 
was ich hieriiber U.-B. III. 173 S. 90 gesagt habe ; von einer Zerstorung Bielefelds durch Herford isl 
bekannt. — 4 ) Lockhausen und Vinne S. von Herford im Frstth. Lippe. — 6 ) Westlich von Enger 
runt wiederholt die Urkunde noch einmal eadem. — »} Wohl Salzuflfeln S. von Herford und Ta] 
beide im Frstth. Lippe. — f ) Wir haben von ihr nur eine Urkunde aus dem J. 1212, oben Nro. J 
Stifts auf dem Berge. — 9 ) An demselben Tage stellten Otto et Lodewicus fratres de Ravensberg 
Urkunde zu Herford aus, aus der Msc. VII. 3301 f. nichts weiter als die Angabe aufbewahrt hat, 
comes de Rothe bei ihrer Ausstellung zugegen gewesen. 



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64 1321. 



92. 



* Bischof Hermann von Leal ubertragt im Auftrage seines Bruders, des Bischofs Albert von Livland, dem 

Bischof Bemhard 111. von Paderborn das Palronat tiber das Kloster Volkardinkhausen l ). O. J. 

Urn 1221. — Orig. Fr. Paderborn U. 95. 

Venerabili domno B(ernhardo) Palburnensi episcopo et toti eiusdem ecclesie capitulo H(ermannus) 
Dei gracia Lealensis episcopus devotum cum orationibus obsequium. Quoniam domnus Albertus Livo- 
nensis episcopus conterminus noster propter sue terre necessitatem et corporis sui debilitatem personali- 
ter in Theutoniam ad presens venire non potuit, non solum cruets negotium sed etiam in bonis suis 
omnem nobis ordinationem commisit et ut ius patronatus, quod habet in monasterio Volckardinghusen, 
vobis et ecclesie vestre ipsius auctoritate conferreijius. Nos igitur cum domno episcopo Livonensi reco- 
gnoscentes quod et ipsum et ecclesiam suam novellam in gentibus, in multis sepius promo vis tis, ipsius 
auctoritate ius patronatus in Volckardinghusen conferimus et hoc presentis scripti attestatione et sigilli 
nostri appensione roboramus. 

Der Einschnitt fur das Siegelband ist noch vorhanden, das Siegel selbst aber verloren. 

93. 

* Die Kirche zu Dalhausen urird aus dem Pfarrverbande der Kirche zu Eddessen gegen Zahlung einer Rente 

von zwei Mark entlassen. 1221. — Or. Fr. Paderborn U. 98. 

B. Dei gratia Paderburpensis episcopus dilecto in Christo C. presbitero in Eddessen 7 ) et univereis 
huius pagine inspectoribus salutem in Domino. Causa, que inter C. sacerdotem et S. militem de Edes- 
sen ex una parte et F. viduam et filios eius Themmonem et Alexandrum ex altera vertebatur super ca- 
pella in Dalehusen 8 ) coram domino Johanne preposito Corbeiensi et coniudicibus suis super eadem causa 
delegatis, fuit coram ipsis, sicut ex ipsorum ad hoc confecto instrumento liquet, amicabiliter terminata 
ita scilicet, quod dicti C. sacerdos et S. miles patronus ecclesie de Eddessen in eo consenserunt, ut villa 
Dalehusen, que prius ecclesie in Edessen iure parrochiali pertinebat, deinceps capelle in ipsa villa con- 
structe sine ipsorum pertineat contradictione, nostra super hoc auctoritate inpetrata. Statutum igitur 
est, quod prefata vidua et filii eius in recompensationem ecclesie de Edessen duarum marcarum annua- 
tim redditus assignabunt, ita ut ex illis presbiter ibidem deserviens ad prebendam suam marcam et 
dimidiam percipiat, et residuam dimidiam marcam ad prebendam custodis et ad luminaria et reparatio- 
nem sive alios usus ecclesie distribuet de consilio suorum parrochianorum. Isti vero duarum marcarum 
redditus infra tres annos in certis et competentibus locis prefate ecclesie assignabuntur et medio tempore 



\ 

') Augustinerfrauenkloster im Fr Waldeck S. von Arolsen and Landau, vgl. Varnhagen I. 91. In Wigands Archiv 1. 1. 
p. 90 bringt von Spilcker aus einem Copiar dieses Klosters eine Urkunde bei, die wegen der Erwahnung des Papstes 
Honorius III. and aaf Grand der indict. VIII. in das Jahr 1220 zu setzen ist, (der Text hat falschlich 1171), in der 
A. Livonensis episcopus als Zeuge erwahnt wird. Hiernach mochte unsere Urkunde, in der Albert von Livland 
sein Recht an dem Kloster anderweitig ubertragt, erst spater ausgestellt sein, musste aber jedenfalls vor 1224, wo 
Hermann den Site von Leal nach Dorpat verlegte, fallen. Vgl. Mooyer Onom. p. 90 and unsere Note za Nro. 47, 
worm wir erwiesen, dass Bischof Albert yon Livland 1220 in Deutschland gewesen ist and mit Bemhard von Lippe 
die Ausfertigung der Stiftangsurkonde des Hospitals in der Stadt Paderborn bezeugt hat. Nach der vorliegenden ist 
aber Albert wiederum in Livland. Die hier genannten Bischofe Hermann und Albert waren Briider aus dem 
Geschlechte von Apeldern. Vgl. Napiersky: Graf Bemhard von Lippe p. 13, der p. 8 aach Albert als den Grunder 
des Livl&ndischen Staats bezeichnet. — *) Wohl Klus Eddesen SW. von Herstelle im Kr. Hoxter. — ») Dalhausen im 
Kr. Hoxter SW. von Beverungen. 



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1231. 65 

sacerdos, qui in predicta capella divina celebrabit, easdem duas marcas, unam scilicet in assumptions 
et aliam in purificatione Beate Virginis persolvat. Quod si neglexerit, de ipsa capella cedere debet, et 
presbiter de Edessen earn tarn diu quiete possidebit, donee ei predicta pecunia persolvatur. Si etiam 
infra tres annos certi duarum marcarum redditus, ut predictum est, non fuerint assignati, presbiter in 
Edessen capellam in Dalehusen amplius sine contradictione possidebit. Hanc igitur ordinationem gratam 
et ratam habentes presentem paginam sigilli nostri appensione fecimus communiri. Ego etiam Heinricus 
canonicus Paderburnensis et archidiaconus in Edessen predictam ordinationem ratam habens presens 
scriptum sigillo meo consignavi. Acta sunt hec anno incarnati verbi anno M°.CC°.XXI°. 

Beide Siegel haben sehr gelitten, insbesondere sind die Figuren des Archidiaconatsiegela nicht mehi zu erkennen, 

94 

* B. Bernhard HI. Uberiragt dem Kioster in Wiilebadessen den Zehnten in der Mark Btdehem l ). 1221. — 

Regest Msc. I. 242*. S. 62. 

Anno 1221 Bernhardus IIL Paderbornensis episcopus fratribus et sororibus in Wiilebadessen contulit 
decimam novalium in silva seu marchia Bulehem, quam filii Amelungi comitis extirpari fecerunt. Testes: 
magister Conradus de S. Maria, Hermannus presbyter de Lovene, Burchardus, Wescelus, Bernhardus 
physicus, Reinhardus subdiaconus, Johannes eiusdem loci sacerdos. 

94 a. 

* B. Bernhard 111. von Paderborn schenkt dem Klosier Wiilebadessen zu seinem Seelenheil den ffagen oder 
die Mark Bulehem bei ICteinenberg. 0. J. 1221 2 J — 1223*). — Or. im Besitz der Paderbarner Abtheilung 

unseres Vereins. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus tercius Dei gratia episcopus Paderbumensis 
omnibus Christi fidelibus hoc scriptum inspecturis salutem imperpetuum. Ex suscepto cure pastoralis 
officio ecclesiis obedientie nostre subiectis, quatinus in religione proficiant et ne profectum discipline sub- 
sidii temporalis defectus impediat, ita studio vigilanti debemus intendere, ut non vituperetur ministerium 
nostrum, et ipse sibi gaudeant esse pro visum. Verum quia dies mali sunt et omnia etas ab adolescentia 
prona est ad malum et nichil adeo firmiter est statutum, ad quod non laboret calumpnia dissolvendum, 
non solum presencia, dum prospere aguntur, intueri, sed rerum exitus prudentur metiri oportet, mala- 
que, et si nuncquam eveniant, debent precaveri. Quapropter ad noticiam singulorum volumus pervenire, 
quod indaginem Clenenberic, que marcia in Bulehem dicebatur, monasterio Wilbodessen cum omni inte- 
gritate assignavimus, ea videlicet ratione, ut eo propensius et efficacius pro nobis Dominum exorarent. 
Ut autem hec rata et inconvulsa permaneant, presentem paginam huius geste rei ordinem continentem 
conscribi fecimus et earn sigilli nostri munimine confirmavimus. Huius rei testes sunt: Bernhardus de 
Osede, Johan Worsthere, Bertolt de Duergen, Heinric de Haren, Johan de Ulen, Burichart de Bulehem, 
Ernestus. 

Das Siegel ist verloren. 



*) Nach der folgenden Urkunde bei Kleinenberg NW. von Wiilebadessen. Vgl. Nro. 66. — *) Nach Massgabe der vorher* 
gehenden Urkunde. — *) In welchem Bernhard III. am 28. Mara starb. 



Weitt Urk.-Bnoh. IV. 



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66 1331. 



95. 



* Die Bitter Heinrich und Ulrich von Westheim verkaufen ein von Wilhelm von Brabeck erstandenes Corvey- 

sches Lehnsgut, behufs ihrer Ausriistung fur den Kreuzzug, an das Kloster Bredelar, welchem Abt Hugold von 

Corvey es gegcn eine jdhrliche Abgabe von Wachs iibertragt. 1221. — Or. Kl. Dalheim U. 10. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hugoldus Dei gratia Corbegensis abbas omnibus Christi 
fidelibus in perpetuum . . . Noverint ergo presentes et futuri, quia predium Corbegensis ecclesie, quod 
situm est in Hosingthorep *), Wilhelmus miles de Brocbeke feodali iure habebat, sed idem Wilhelmus 
pecunia accepta a duobus militibus Helrico (sic I) et eius fratruele Olrico de Westhem predium cum here- 
dibus suis Thitmaro abbati predecessori nostro, tit eis porrigeret, resignavit. Nostro vero tempore, cum 
eadem bona quiete possiderent, et signati ad sanctam terram ituri essent, coqvenerunt domnum Thitma- 
rum abbatem et fratres de Breydelare, ut si predium comparare vellent, libenti animo permitterent. 
Cum ergo predictus abbas benivolentiam nostram super hoc contractu haberet, data statu ta pecunia, de 
communi consilio domnorum Corbegensium et ministerialium, idem predium a militibus, uxoribus et liberis 
resignatum fratribus in Breydelare iure perpetuo contulimus hoc tenore, ut de eisdem bonis, que prius 
sine pensione erant 2 ) , du'as candelas de septem talentis cere super altare sancti Yiti in vigilia annuatim 
persolvant. Quod si neglexerint, iure communi officialium Corbegensium satisfaciant. Ut autem hec rata 
permaneant, sigilli nostri appensione confirmamus. Acta sunt hec a. i. D. millesimo ducentesimo vice- 
simo primo, indictione nona, Honorio apostolicam sedem gubernante, Friderico secundo imperatore rem- 
publicam feliciter amministrante, Sifrido archiepiscopo Maguntiensi sedi presidente. Testes autem, qui 
presentes fuerunt, hi sunt: magister Godescalcus de Bremis, Conradus de Vassenbeke, Johannes capella- 
nus de Brunesberech, Conradus camerarius; Fridericus de Perremunt, Conradus de Amelungessen etHer- 
boldus filius eius, Johannes de Parbornen, Waltherus de Nathesungen, Johannes de Mothekesen, Gerla- 
chus de Vassenbeke, Herbordus de Rimbeke, Guntherus de Hethewigessen, Helmicus de Hosekessen, 
Teodericus de Hosekessen, Ludolphus de Scerve, Arnoldus de Dorslon et alii quamplures. 

Das schone Siegel des Ausstellers ist ziemlich gut erhalten and fuhrt die Umschrift: HUGOLDUS DEI GRACIA 
CORBEIENSIS ABBAS. 

95 a. 

Die Abtissin Jutta von Bodeken genehmigt, dass einer ihrer Ministerialen den Bdckerdienst beim Stifte nieder- 
legt. 1221. — Nach einem Copiar von Bodeken gedruckt Wigand Archiv IV. 274. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Jutta Dei gracia Budicensis ecclesie abbatissa omni- 
bus hanc literam inspecturis in Domino salutem. Notum sit universis tarn presentibus quamfuturis, quod 
Ludolfus de Budeken, cum esset pistor noster, de consilio amicorum suorum ius quod habuit in pistrando 
voluntarie in manus nostras resignavit, similiter uxor sua Cristina et pueri sui videlicet Ymma et Con- 
radus et Methild. Ut autem hoc factum nemo valeat in posterum in irritum revocare, hanc paginam 
cqnscribi fecimus et sigillo ecclesie nostre et nostro fecimus insigniri. Acta sunt hec anno incarn. dom. 
M°.CC°.XXI°. Testes huius rei sunt: Gisla preposita, Rikece decana, Elyzabeth celeraria; sacerdotes: 
Heinricus plebanus, Theodericus, Albodo, Conradus; laici: Thetmarus advocatus, Bertoldus frater suus, 
Remfridus dapifer, Gerhardus de Etlen, Conradus filius suus, Gerhardus et Heinricus fratres, Gotswinus 
de Graf en, Heinricus de Adenen, Herboldus de Meltele, Rotcherus, Lutfridus, Bruno fratres, Rotcherus 
de Buren, Giselbertus, Conradus et alii quamplures. t 



>) Ohne Zweifel identisch mit Osninctorp der Dalheimer Urkunde oben Nro. 20, Oisdorf 0. v. Forstenberg Er. Buren. 
— *) Ale Mannlehn, wofur Kriegsdienste geleietet werden mussten. 



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last. 67 

96. 

* Die Abtissin Jutta von Meschede iibertragt ein Lehnsgul ihres Stiffs gegen eine jahrliche Abgabe von Wachs 

an das Kloster Bredelar. 1221. — Or. KL Dalheim U. 12. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Jutta Dei gratia Meschedensis abbatissa in perpetuum. 
Notum sit omnibus tarn presentibus quam futuris , quod Regenhardus miles bona quedam in Osninctorph % 
que a nobis in feodo tenuit, nobis resignavit, et eadem bona cum consensu ministerialium ecclesie nostre 
sub hac pensione ecclesie in Breidelare porreximus, ut singulis annis in festo beati Thome apostoli 
ecclesie nostre talentum cere ad lomparanda luminaria abbatisse Emeldi 8 ), que ecclesiam nostram fun- 
davit, persolvat. Ut autem etc. Huius rei testes sunt sacerdotes: Hermannus, Ecbertus, Giselerus; do- 
mino claustrales: preposita Metheldis, custos Margareta, celleraria Claricia; laici: Regenhardus, Andreas, 
Giselerus, Godefridus, Heinricus. Acta sunt hec a. i. D. M°.CC°.XXI°, indictione IX, epacta XXV, 
Fretherico gloriosissimo imperatore et semper augusto, Engelberto Coloniensium archiepischopo, tocius 
mundi monarchiam tenente domino nostro Jhesu Christo. 
Das Siegel der Abtissin ist nicht mehr erhalten. 

9r. 

* Der Prior von Aldenborg *J in der Diocese Trier und der Scholasticus von St. Stephan zu Mainz laden 
unter Mittheilung einer Butte Papsts Honorius 111. d. d. Laleran den 22. November 1221 den Domdechanten und 
das Domcopitel von Paderborn auf den 21. Januar 1222 vor sich in das Dotnkloster zu Mainz, damit dort 
der Prozess, den der vom Papste mit einer Prabende am Paderborner Dom providirte Cleriker Ludolf wegen 

Nichtzulassung gegen sie erhoben, canonisch beendigt werde. — Or. Fr. Paderborn U. 99 4 J. 

Prior de Aldenborch, scolasticus sancti Stephani Moguntinensis, iudices a sede apostolica delegati, 
venerabilibus in Christo viris decano totique capitulo Paderbornensis ecclesie salutem in Christo perpetuam. 
Scire vos volumus nos mandatum domini pape in hunc modum recepisse: 

Honorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis priori de Aldenborch Treverensis diocesis et 
scolastico sancti Stephani Moguntinensis salutem et apostolicam benedictionem. Sicut significant nobis 
L. 5 ) clericus, ei quondam et C. procuratori Paderbornensis capituli dilectum filium 0. subdiaconum et 
capellanum nostrum concessimus auditorem, coram quo petiit clericus antedictus, ut excommunicationis 
et suspensions sententias, quas abbas de Arnesberch 6 ) et eius coniudex delegati a nobis in dictum capi- 
tulum promulgarunt , quod ipsum, sicut dicebat, nolebant ad mandatum nostrum recipere in canonicum 
fratrem, mandaremus usque ad satisfactionem condignam inviolabiliter observari et, eis pena canonica 
castigatis quod easdem sententias non servarant et in expensis punitis, induci eum in possessionem eius- 
dem ecclesie corporalem et tueri faceremus inductum; tandem nos causam huiusmodi de ipsius clerici et 
eiusdem procuratoris assensu vobis et abbati de Hersedehusen sub certa forma commisimus fine canonico 
decidendam. Sed cum prefatum capitulum frivolis dumtaxat exceptionibus processum negocii retardaret, 
dictus abbas, quern ad peticionem concessimus eorundem, gratificari, prout poterat, volens ipsis suam 



>) Oisdorf Kr. Biiren. — *) Spatere Form fur Emihild, cfr. Forstemann Personennamen 778. Diese urkundlich biBher 
nicht beglaubigte Stifterin von Meschede gehdrt, wie ich Kaiserurkunden I. 38. 39. dargethan, allem Vermuthen 
nach dem Hause der alten Grafen yon Westfalen an, und ist wahrscheinlich eine Tochter des Grafen Ricdag, 
der auch im J. 833 dem Kaiser Ludwig dem Frommen seine Treue bewahrte. Wir diirfen urn so eher so hoch hinauf- 
gehen, als das Kloster im Jahre 913 schon laogere Zeit bestanden and sich wahrend verschiedener Regierongen 
(temporibus precedentium regum) koniglicher Privilegien zu erfreuen gehabt hatte. — *) Vgl. Mittel-Rhein. U.-B. 
II, Nro. 289. — 4 ) Diese und die folgende Urkunde iibergeht Schaten mit Stillschweigen. Ueber ahnliche FftUe vgl. 
unten Nro. 99 und 207. — 6 ) Ludolf nach der folgenden Urkunde. — ") Abt Hartmod von Weddinghausen. 

9* 



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68 1322. 

procuravit absentiam seque, ut absque ipso procedi non posset, noluit excusare nee alii committere vices 
suas. Sine quo cum per tres menses et amplius in ipsius grave preiudicium procedere nonvelletis, pre- 
nominatus clericus nostram audientiam appellavit, cuius appellationi duxistis humiliter deferendum; post- 
modum vero idem ad nos veniens, remitti ad vos petiit suppliciter postulans, ut discretioni vestre super 
executione mandati apostolici scriberemus, idque negligentibus vobis efficere, per alios labori suo finem 
faceremus inponi. Quocirca discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus, si est ita, 
negocium ipsum infra mensem post susceptionem presentium iuxta formam vobis traditam appellatione 
remota ratione previa terminetis, scientes nos dilectis filiis decano de Frankenvorde Moguntine diocesis 
et cantori sancti Stephani et Arnoldo canonico sancti Petri Moguntini nostris litteris iniunxisse, ut vobis 
id non facientibus ipsi extunc causam eandem iuxta predictam formam appellatione remota debito fine 
decidant. Datum Laterani X Kalendas Decembris pontificatus nostri anno sexto. 

Harum igitur freti auctoritate litterarum vos ad nostram peremptorie citamus presentiam, districte 
precipientes, ut ita instructi veniatis, quatinus secundum tenorem rescripti causa ipsa debitum finem 
sorciatur, locum autem in claustro maioris ecclesie Moguntinensis, diem vero festum Agnetis proximo 
venturum vobis prefigentes. 

Nor vom ersten Siegel ist ein Bruchstuck erhalten. 

98. 

* Das Domcapitel zu Mainz macht in dem Process des Clericus Ludolf gegen das Paderborner Domcapitel l ) 
wrgen verweigerter Zulassung zu einer Prabende, den am 26. Januar 1222 gef allien und von beiden Theilen 
angenommenen Schiedsspruch bekannt, wonach Ludolf fur seine Auslagen mit 9 Mark, fur die Prabende mil 
einer jdhrlichen Rente von 5 oder einer Prabende von 8 Mark enlschijidigt wird, dagegen es ubernimmt, die von 
den papstlichen Richtern iiber das Paderborner Domcapitel ausgesprochene Excommunication 2 J riickgangig zu 
machen und die dariiber erlassenen Urkunden auszuliefern. 1222. — Or. Fr. Paderborn U. 100. 

B. Dei gratia prepositus, G. decanus, G. custos, C. cantor totumque capitulum maioris ecclesie Ma- 
guntine universis, ad quos presens scriptum pervenerit, salutem in eo, qui est omnium vera salus. Te- 
nore presentium cunctis fieri volumus manifestum, quod inter capitulum Padelburnense et magistrum 
Ludolfum super prebenda, quam petebat in facie ecclesie et multis honestis presentibus, per arbitrium 
sub forma subscripta extitit compositum. 

Sciant universi presens scriptum inspicientes , quod nos cantor sancti Stepbani in Maguntia et cantor 
Palburnensis amicabiles compositores electi in causa, que vertebatur inter capitulum Palbumense ex parte 
una et L. clericum ex altera super prebenda, quam, sibi dicebat auctoritate domini pape collatam in iam 
dicta ecclesia, adiunctis nobis R. scolastico et magistro R. canonico sancti Stephani Maguntini de con- 
sensu parcium earundem, Maguntie in claustro maioris ecclesie VII Kalendas Februarii inter dictas par- 
tes talem ordinavimus compositionem, partibus approbantibus et consentientibus in eandem. Capitulum 
dabit predicto L. novem marcas Palburnensis monete ante festum pasche 8 ) proximo venturum nomine 
expensarum et deinceps annuatim dabit eidem quinque marcas eiusdem monete in festo sancti Martini, 
donee eidem provideat in ecclesiastico beneficio valente octo marcas vel amplius annuatim in prebenda 
sive in ecclesia parrochiali. Procurabit etiam dictus L. ab abbate de Arnesberc et suis coniudicibus 
sententias suspensionis et excommunicationis latas in dictum capitulum, sive de iure sive de facto sint, 
relaxari et instrumenta hinc inde habita in manus scolastici et magistri R. resignabuntur. Citationes 
etiam facte domino episcopo et abbati de Hersedehusen evacuabuntur. Vallatum est etiam hoc arbitrium 
ex parte magistri Johannis scolastici dicti capituli procuratoris sub pena triginta marcarum usque ad 



») Siehe die vorhergehende Urkunde. — a ) Vgl. die Note zur Urkunde vom 7. Mai 1224. — *) 3. April 1222. 



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13)2. 

festum as8umptioiri8 sancte Marie proximo venturum J ) ab eodem scolastico dicto L. persolvenc 
capitulum tali non steterit compositioni , salvo iure utriusque partis cum receptione suorum insl 
rum, idem etiam eodem L. sub periculo cause sue permittente. Acta sunt hec anno dominice 
tionis M°.CC°.XXIlo. 

Cum igitur idem L. hanc arbitrii formam in facie ecclesie nostre acceptaverit presentibus 
stico et A. canonico sancti Petri et magistro F. canonico sancti Victoris, nos sigilli ecclesie n 
pressione et eorundem sigillis appensis sepedicto capitulo super hoc testimonium duximus perl 
Von den vier Siegeln sind nor noch Bruchstucke erhalten. 

99. 

* Die Burger von Paderborn, tvelche vor ihrem Bischof Bernhardt III. die Thore geschlossen und 
bdeidigt hat ten, erlangen unler der Bedingung wieder seine Gunst, dass funfhundert von ihnen in 
gewand seine Verzeihung erflehend ihm entgegenziehen, die Burger einhundert Mark zahlen und t 
des Bischofs, des Clerus und der Ministerialen zu achten versprechen. 1222 April 22. — Or. i\ 

Ausfertigungen Fr. Paderborn U. 101 l J. 

Johannes Dei gratia Xantensis scolasticus. Notum sit omnibus presentem paginam inspectu 
cum dominus episcopus Patherburnensis 2 ) gravis animi esset contra cives Patherburnenses pro < 
portas civitatis in dedecus suum preclusissent ad inferendam sibi et suis violenciam, ut asseruit 
et ab antiquo in multis eos se molestasse proponeret, mediantibus maiore decano, J. preposi 
Petri 8 ), H. et V. de Sualenberg et V. cellerario et pluribus ecclesie ministerialibus, pro posse 
borante, ut futuris malis caveretur, hec intervenit compositio: Ut de civibus quingenti nudis p 
in laneis de loco, qui dicitur Sola domus 4 ) per portam occidentalem usque ad palaciuiii episco 
dentes gratiam suam, ut moris est, quererent, quatinus expurgationem super innocentia sua, qi 
rebant, recipere dignaretur; insuper et hominem quendam Gerlacum, in quo domino episcopo v 
fecisse dicebantur, nulla interposita conditione dominationi episcopi restituerent. Quo facto 
compositionis dictum est, ut dominus episcopus de gratia sua expurgationem oblatam a singulis 
Adiectum est, ut cives domino episcopo infra Xmi 01 " 1 dies centum marcas persolverent, et b 
plenitudinem gratie sue super novis et veteribus excessibus, quos contra eos intendere poterat, 
Predictus autem Gerlacus cum civibus erit in gratia episcopi, nee imputabit ei episcopus aliqui 
dens factum, si quietus erit usque ad nativitatem Domini. Extunc si dominus episcopus eum 
suum esse voluerit proponere, cives ut in gratia sua componat vel ut stet iusticie fideliter coope 
Alioquin a consortio suo eum removebunt. Adiectum est quoque in compositione, quod cives 
scopi et cleri et ministerialium, sicut ab antiquo statuta fuerunt, illesa servabunt, et hoc ic 
cives servabitur. Quodsi contigerit hominem aliquem proprium episcopi vel ecclesie vel mini 
civitatem intrare, ipsi cives querelanti plenam iusticiam infra annum et diem exhibebunt; qui 
de quo querela proponitur exhibere noluerit, eum de consortio suo removebunt. Insuper est 
quod omnimodis cavebunt, ne per stultorum clamores aut opera huiusmodi mala in futurum 
Et si contingant, taliter stultorum puniant stulticiam, ut facto suo suam declarent innocentia 
autem rogatus fui hec conscribere pro bono communi sic, ut firmius serventur in posterum, pla< 
bus scriptum hoc domini episcopi ecclesie et civitatis sigillis communiri. Facta est autem he 
sitio et confirmatio anno ab incarnatione Domini M°.CC°.XXII , indictione X, X. Kalendas M 
feria 5 ), anno pontificatus Bernhardi episcopi Patherburnensis XVIII. 
Die Siegel sind von beiden Ausfertigungen abgefallen. 

') Auch diese fur die Geschicbte Paderborns so hochst wichtige Urkunde, die uns sonst ganz nnbekannte 
uberliefert, wird von Schaten mit keinem Worte erwabnt.* — a ) Bernard III. f» 1223 Marz 28. — 3 ) ] 
4 ) Enenbus. — 6 ) Der 22. April fiel 1222 in der Tbat auf einen Freitag. 



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70 «*»!■ 



100. 



* Erzbischof Engelbert von Coin schenkt seiner Verwandtin, der Frau desBertold von BUren, einer geborenen 
Grafin v. Kessel, einige von ihm angekaufte Giiter. 1222 (Mai 8.) Aachen. — Or. KL Dalheim U.14 l ). 

Notum sit universis Christi fidelibus, quod ego E. Coloniensis archiepiscopus bona in Belskenbike, 
in Seyenhof, in Ulede et in Hevenhusen, que meis propriis comparavi denariis, dilecte consanguinee mee 
W. quondam cometisse de Kessele, priusquam cum nobili viro B. de Buren legitime contraxerat, pro 
dilectione ipsius et cognatorum suorum apud Hethemere feodali iure et suis coheredibus absque omni 
condicione benigno affectu contuli, sub testimonio A. comitis in Marchia et nobilium virorum H. de 
Lippia, H. de Lon, H. scultheti et Thimonis de Susato. Presentes etiam erant dapifer, pincerna et alii 
quamplures de familia mea. Preterea predictus B. nobilis et alii nobiles de Buren tali donationi tunc 
temporis intererant. Datum Aquis in coronatione Henrici Romanorum regis, anno Domini M°.CC°.XXII , 
mense Maio. 

An der kleinen gut erhaltenen Urkunde hangt das grosse Siegel dea Erzbischofs Engelbert. 

101. 

* Bischof Bernhard HI. von Paderborn bestatigt den Bedriickungen des bischbflichen Schulten zu Enenhus 
gegeniiber, den Liien von Imminghausen die ihnen friiher von ihm geschenkten Rechle so wie die kirchliche 

Zugehbrigkeit zur Pfarre Gokirchen in der Stadt Paderborn. 1222 October 28. — Original 2 ) im 
Besitz der Paderborner Abtheilung unseres Vereins. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus tercius Dei gratia Patherburnensis 
episcopus omnibus ad quos presens scriptum pervenerit perpetuam in salutis auctore salutem. Presentis 
scripti tenore presentium memorie imprimere et futurorum noticie transmitterecupimus, quod cum silvam 
in novali Imminchusen 8 ), que fuit marcha ville Imminchusen, de communi consilio fratrum maioris capi- 
tuli succidi faceremus, volentes ita pro salute anime nostre utilitatibus fratrum providere, ut etiam in- 
dempnitati eiusdem ville litonum saltern in aliqua parte caveremus, pro recompensatione dampni quod 
ex ipsius silve succisione sustinuerunt, annua et minuta obsequia, videlicet in metendo et seminando et 
in aliis, que litones curtibus episcopalibus singulis annis tenentur, eis remisimus, mensuram quoque an- 
none quam singulis annis curie nostre Enenhus 4 ) secundum mensuram que spikermalder vocatur, hacte- 
nus solverunt, ad ipsorum commodum in mensuram que Padermalder dicitur, commutavimus. Insuper ne 
aliquis successorum nostrorum sive villicus noster de Enenhus ad excolendam aliquam curiam desolatam, 
sicut mods est, contra ipsorum voluntatem conpellere valeat, eis contulimus libertatem. Postmodum vero, 
cum prefatus villicus noster de Enenhus hoc factum nostrum pro sue voluntatis arbitrio in irritum revo- 
care attemptaret, prefati litones ad cap el lam in Indagine 6 ) cons true tarn, sicut ordinatum fuerat, respe- 
ctum propter iniuriam eis a predicto villico illatam habere contempnentes, funera eorum ad ecclesiam 
Rurensem 6 ), cui prius pertinebant, deportabant, volentes sicut prius in- omnibus ad eandem ecclesiam 
respectum habere. Nos vero iniurias ipsorum oculo conpassionis intuentes et villico nostro super hac 
presumption e silentium inponentes, iterato factum nostrum innovavimus et ad peticionem maioris capituli 



Vgl. Ficker Engelbert d. H. S. 290. — *) Aus dem Archive des KL Willebadessen. — *) SO. von Paderborn zwischen 
Dale, Dorenhagen und dem Haxtergrund. Vgl. Giefers Beitr. S. 29. Unsere Urkunde ergiebt, dass Imminghausen 
zum bischoflichen Haupthofe Enenhus gehorte. — *) In der Feldmark der Stadt Paderborn. Vgl. Giefers S. 26 and 
oben Nro. 39. — *) Dorenhagen, oben Note 3. — ^ Gokirchen, das damals nur eine Pfarrkirche der Stadt Paderborn 
war und noch kein Kloster hatte. 



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i«a. 71 

presens instrumentum eis sigilli nostri inpressione ac testium annotatione communitum contulimus, aucto- 
ritate Dei omnipotentis et beatorum apostolorum Petri et Pauli et nostra districte sub interminatione 
anathematis inhibentes, ne quis umquam hoc factum nostrum revocare, vel aliquo ingenio inmutare pre- 
sumat. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XXII , quinto Kalendas Novembris. Testes 
huius rei sunt: Volradus maior prepositus, Johannes decanus, Volquinus de Sualenberg, Tetmarus de 
Patberch, Henricus prepositus sancti Petri, Hermannus Boliko, Johannes scolasticus, Volbertus cellera- 
rius, Amelungus, Hugo, Henricus de Foro, Ludolfus, Vollandus, Bruno, Gonradus plebanus, Henricus 
prepositus Scildesensis canonici maioris ecclesie Paterburnenses, Gerhardus plebanus de Novali Imminc- 
husen. 

Nut die Siegelriemen sind noch vorhanden. 

102. 

* Bernhard, Bischof von Paderborn, bezeugt, dass der Prior und die geistlichen Jungfrauen zu Gerden 
ein Gut in Burch l J, welches unmittelbar bei einer andern ihnen langst gehorigen Besitzung liege, von scinem 
Dienstmanne Aleinricus, der dasselbe von ihm zu Lehn getragen, fur 20 Mark gekauft, worauf er dessen 
Obereigenlhum dem Kloster geschenkt habe. Zeugen sind: Johann Scholaster am Dom, Conrad Custos, 
Werner von Arnheim Domherr zu Minden; capellani nostri magister Bernardus, Goscalcus; Laien: der Edle 
Bernhard von Oesede und die Dienstleute der Kirche: Johann Slapel, Georg, Machorius und Benrich, Briider. 
t222. _ Begest Msc. 1. 242 S. 33; VI. 224 S. 34. 

103. 

* Vor Bischof Bernhard III. erthcilt ein Geistlicher seine Zustimmung zu einer Guterschenkung seines Bruders 
an das Kloster Bredelar. 1222. — Or. KL Dalheim U. 13; Abschr. Msc I. 127. f. 37. 

Bernhardus tertius Dei gratia Paderbomensis ecclesie episoppus omnibus Christi fidelibus, quibus 
presens scriptum fuerit oblatum, notum esse cupimus, quod Adam de Aspe contulit propter Deum et 
temporale subsidium monasterio in Breidelare in iudicio coram civibus in monte Martis quatuor mansos 
in campo Synthfelt *) sitos. Que donatio facta est cum collaudatione et consensu fratris sui Willelmi 
clerici coram nobis. Quod factum, ne per alicuius calumpniam in posterum possit revocari, confirmavi- 
mus et fecimus conscribi et impressione sigilli nostri roborari. Acta sunt hec anno verbi Domini 
M°.CC°.XXII , indictione X. Testes sunt huius confirmationis: Thetmarus abbas 8 ), Conradus prior, Sif- 
fridus celerarius, Emundus custos, Hermannus Bolik, Bertoldus scolasticus sancti Petri 4 ), Conradus pres- 
biter, Albertus, Godescalcus presbiteri; Godescalc de Patberg, Godescalc de Keldinchusen, Bernart de 
Vesperde et quidam alii. 

Das Siegel des Bischofs ist fast ganz zerstort. 

104. 

* Memoriensliftung eines Weltpriesters in der Stiftskirche zu Busdorf. 1222. — Or. Stift Busd$rf U. 15; 

Abschrift & J Msc. I. 121. f. 15*. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Heinricus Dei gratia prepositus, Cesarius decanus et con- 
ventus orientalis ecclesie Paderbomensis omnibus Christi fidelibus in perpetuum. Noverintuniversi, quibus 



l ) Nicbt naber nachzuweisen. — *) Das Sindfeld im Kreise Buren zwischen Bodeken, Lichtenau und Furstenberg. — 
s) von Bredelar. — 4 ) Busdorf. — 6 ) Aus dem viele Lucken des Originals erganzt werden mussten. 



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72 «"• 

hoc scriptum fuerit oblatum, quod Conradus sacerdos de Bigge l ) predium quoddam in Halgotinhosen, 
quod ecclesia nostra per multos annos possederat, a nobis data pecunia comparavit et pro remedio 
anime sue Domino Deo et patronis huius loci suo arbitrio oblatum usibus nostris delegavit, sperans, se 
pro tali sue devotionis merito eterne beatitudinis stola in illo die vestiendum, quando potentes a seculo 
viri famosi nudo pectore palpitabunt. Nos itaque ob perpetuam huic benefacto conservandam memoriam, 
reditus predii iam dicti in hunc modum aptavimus usibus nostris, ut videlicet prepositus huius loci decern, 
singuli fratrum quinque denarios annuatim de eisdem redditibus accipiant; unus ante crucem in mona- 
sterio, duo offerantur ad missam animarum in choro celebrandam, duo dentur campanario, sex vero 
scolaribus, qui vigiliis interfuere; candela etiam cerea incipientibus vigiliis ponatur, que tota nocte ardens 
nonnisi finita missa exstinguatur. Hec omnia in anniversario patris et matris predicti C. sicut prescripta 
sunt exhibebuntur; sed cum ipse decesserit, in sinum suum revertentur. Ut autem etc. Acta sunt anno 
verbi incarnati M°.CC°.XXII , indictione VII 2 ), sub Bernhardo huius sedis III. Huius rei testes sunt: 
Volradus maior prepositus, Johannes decanus, Volquinus de Svalenberch, Thetmarus de Patberc, Johan- 
nes scolasticus, Volbertus cellerarius 8 ) et alii plures. 

105. 

* lndem Graf Godschalk von Pyrmonl und seine Gemahlin Kunigunde dem Kloster Marienmunster ihren Sohn 

Wedekind iibergeben, iiberlassen sie dem Ersteren den Zehnten in Elbrinxen, indem die Grafin sich den 

Genuss dieses Zehnten nur in Bezug auf den Flachs vorbehdlt. 1222. — Abschrift Msc. I. 129. foL 33; aus 

einem andern im Detmolder Archive befindlichen Marienmunster schen Copiar s. XVI 4 J regestirt von 

Preuss und Falkmann L. R. 1. 168. 

Ego Dei gratia Godescalcus & ) comes de Perremunt nostrum scriptum servantibus indefessam luminis 
claritatem. Notum sit et in bono protestamur zelo, quod nos et nostra contectalis Cunegundis comitissa, 
prout credimus, de bono inducti spiritu carum filium nostrum Wedekindum in monasterio Swalenberg 
super altare beate Marie virginis et beati Jacobi apostoli et Christofori martyris ibidem in servitutem 
obtulimus. Primum quidem cum nostro filio, deinde ob fttturam Dei Christianorum mercedem in celesti 
patria et ob nostram nichilominus etiam et nostrorum predecessorum sive successorum memoriam eodem 
in loco faciendam, decimam cum omni fructu in Eilbrachtesen 6 ) ab omni iure hereditario penitus exem- 
ptam, filiis nostris Gotscalco et Hermanno presentibus, eidem ecclesie contulimus in proprietate perpetua 
valituram. Nolumus tamen hoc palliare, quod eiusdem decime perceptio tantum in lino nostre domine 7 ) 
ad beneplacita sue voluntatis sit tradita, ita tamen ut ab ecclesia alienari non posset. Huius rei testi- 
monium perhibent Albertus de Hachemulen, Wezelinus de Eydenhusen, Arnoldus de Emmere, Arnoldus 
de Heisen, Wernerus de Brae, Bernhardus de Dedenbroke, Henricus de Sunderse 8 ) et alii quamplures. 
Si vero, quod Deus avertat, quisquam demoniaco vexatus spiritu nostrum factum presumat infirmare, ad 
suum errorem demonstrandum presens scriptum signaculo nostri sigilli roboramus. Acta sunt hec anno 
Domini M°.CC°.XXII . Eodem tempore capitulum eiusdem ecclesie iurisdictionem in Brae 9 ) que vulgari 
echt wart 10 ) dicitur nobis et nostris contulit filiis. 



l ) Bigge SW. von Brilon, weawegen ich bei dem sonst nicht zu constatirenden Halgotinhosen an das nach Seibertz HI. 
590 bei Brilon liegende Haldinchusen denken mochte. Diese Annahme iat am so wahrscheinlicher, als Brilon and 
seine Umgegend, vgl. die Note 3 zar Urkunde v. 1217 Nro. 69, erst vom h. Engelbert dem Bisthum Paderborn ent- 
rissen worden ist. — *) Vielmehr X. — *) Sammtlich Mitglieder des Domcapitels. — 4 ) Das unsrige gehort der erstcn 
Halfte des 15. Jahrhunderts an. — *) Der Erste, der 1222 starb. Dies erweist der Name seiner Fran. — •) Elbrinxen 
im Lippescben Amte Schwalenberg. — "*) Der Grafin Kunigunde. — •) Vgl. die Marienmiinsterschen Urkunden von 
1230 Nro 175 und 1240 Nro. 298. — ■) Ein jetzt wiister Ort N. von Elbrinxen. Vgl. Preuss und Falkmann 1. c. - 
*°) Wohl die markenrichterliche Jurisdiction, 



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1232. 73 



106. 



* Abt Hugold von Gorvey bestatigt einen Vertrag, wonach ein zum Corvey'schen Hofe Lakum gehdriger Acker 

zur Nutzmessung bis auf Abzahlung der darauf vorgestreckten 5 Mark ausgethan toirdL 1222. — Or. 

Fr. Corvcy U. 81; Abschr. Msc. /, 134 S. 170; II. 40 S. 518. 

Hugoldus Dei gratia Corbeiensis abbas omnibus huius pagine inspectoribus notum esse cupimus, 
quod Werno, schulthetus noster in Laeheim 1 ), campum quendam in loco, qui dicitur Spic, prope Duis- 
burch situm-, Nicolao diacono pro V marcis obligavit, hoe modo, ut videlicet idem Nicolaus, saxis et 
fruticibus ab eodem oampo erutis, ipsum libere possideat et excolat donee sortem dati precii sub testi- 
monio et arbitratu bonorum virorum consequatur. Et exinde memoratus campus in usus ecclesie nostre 
et curtis, que dicitur Sancti Viti 2 ), libere et absolute redigatur. Nos itaque tali contractui consensum 
adhibentes, presentem oartulam sigilli nostri appensione fecimus roborari. Huius quoque rei testes sunt: 
Emundus, Rumundus, Ajiam, Andreas, Albero, Lothewicus, Albertus, Widikindua. Acta sunt hec anno 
doniinice incarnationis M°.CC°.XXII , indictione nona 8 ). 
Das Siegel ist abgefallen. 

ior. 

Abt Hugold von Corvey erkenni an* dass dem Propst von Marsberg die Verpachtung geicisser Ldndereien 
zustehe. 1222. — Abschr. Msc. I. 127 foL 108; gedr. nach dem jetzt verlorenen Or. Seibertz I. 167. 

In nomine sancte et individue Trinitatis, Hugoldus Dei gratia Corbeiensis abbas. Notum sit pre- 
sentibus ac posteris, quod nos quosdam mansos in Yleoten 4 ), pertinentes prepositure in Eresberg, circa 



') In dem von mir Kaiserurkunden L 509 verofFentlichten Catalogue donatorum Corbeieasium heisst es: Arnulfus 
imperator Lacheim, wobei ich bemerkte, dass hiervon sonst Nichts bekannt ware. Aus dieser Urkunde sehen wir 
nun, dass Corvey in der That ein solches Gut besass, und dass dies bei Duisburg am Rhein gelegen haben muss. 
Ohne Zweifel ist es das heutige Lakum N. von Duisburg und Ruhr ort, was nicht verhindert, das Spic unserer Ur- 
kunde fur den sudlich von Duisburg gelegenen Ort dieses Namens zu halten. Aus Corvey'schen Quellen lasst sich 
von weiteren Nachrichten fiber cfiesen Besitz nur sehr weniges bringen. In den Tradd. 1 37 ed. Wigand heisst es: 
tradidit Sigifridus comes unam familiam in Lahheim pro se et omnibus propinquis und aus der Corvey'schen Urkunde 
112 vom J. 1292 ersehen wir, dass die Abtissin Beatrix von Essen die Frau des Theodericus de Lachem aus dem 
Ministerialitatsverbande ihrer Eirche entliess und in den des Corvey'schen Stifte iibertrug, was beweist, dass Dietrich 
von Lakum damals noch Corvey'scher Ministerial war. Wie dieser auch nach unserer Urkunde bedeutende Hof spater 
Corvey entfremdet worden, habe ich nicht ermitteln kosmen. Auch die Urkunden bei Lacomblet ergeben nichts von 
Bedeutung. Der Ort selbst kommt II. 578 als Lachem vor, in welcher Urkunde die benachbarte Abtei Hamborn 
dort Giiter erwirbt; moglicherweise ist der in einer Urkunde von 1178 (IV. 634 Nachtr. ) genannte Wignandus de 
Lagheim ein Corvey'scher Ministerial. Yon Interesse ist es aber auch hier auf Falke's bestandigen Trug hinzuweisen. 
Er hatte Nichts davon gewusst, dass das Lahheim der Tradition ein Ort am Rheine sein konne, vielmehr geglaubt, 
es ware Lenne im Frstth. Wolfenbuttel N. yon Dassel. Zur Bekraftigung dieser ganz unbegrundeten Ansicht musste 
ihm dann sein Saracho Nro. 508*) zu Hiilfe kommen mit der Angabe, dass Laheim m pago Wikanavelde liege. — 
Ausserdem hat er mit gewohnter Unverschamtheit, um den Grafen Siegfried der Tradition Nro. 137 auf den Nord- 
heimer Grafen dieses Namens beziehen zu konnen, sich nicht gescheut, hinter pro se die Worte et projilio suo Sigi- 
frido einzuschieben. — *) Dass die Besitzungen Corvey's zu Lakum den Namen St. Veits Hof fuhrten, spricht dafur, 
dass sie von Alters her dem Kloster gehorten. — ^ *) Die neunte Indie tion entspricht dem Jahre 1221. — 4 ) Nach der 
Urkunde von 1482, worin das Stift Marsberg an das Kloster Dalh'eim verschiedene Outer verkauft, Msc. I. 127 fol. 
106, lag: dat Ylechtener gued — yn der veltmark der stad Brakele, in deren Westen noch heute die Karten das 
Flechtheimer Holz angeben. Ygl. auch Giefers in der Zeitschr. XXVIII. 286. 

*) Die er aber dem Leser aufzusuchen uberlasst, und nicht einmal im Register unter Laheim die Seite des Registr. 
Sarachonis citirt. 
Weill Urk>Buch. IV. 10 



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74 1*21. 

principium prelacionis nostre Bertramo de Brakele porrexeramus ad debitam inde pensionem persolven- 
dam. Postmodum vero Wilhelmus prepositus in Eresberch plurimam coram nobis querelam deposuit, 
quod ipsi fecissemus iniuriam, quia pertineret ad eum predictorum bonorum locacio, donee habita deli- 
beracione, ymmo capituli Corbeiensis accedente peticione, prefatam locacionem preposito recognovimus, 
restituimus et sentenciando fecimus adiudicari, revocantes racionabiliter, quod circa Bertramum feceramus. 
Prepositus ergo liberam habens locandi potestatem, habito consilio, de nostra peticione predicto B. et 
duobus filiis suis Lamberto et Bertramo, quos coram nobis exhibuit, iam dictorum mansorum commisit 
villicacionem hoc pacto, ut horum trium moriente uno sequens succedat ad amministracionem, et annuam 
ad ius prepositi solvat pensionem, uxore Bertrami suo iure, quod lifftucht (dicitur), interim gaudente; 
et hiis defunctis liberam habebit prepositus de supra dictis ordinacionem. Ne igitur hoc factum posteris 
Teniat in dubium et ne quis infringere valeatin posterum, omnem precidere volentes calumpniam, scriptum 
super hoc facto eigilli nostri et capituli Corbeiensis et prepositure in Eresberch appensione et testium 
subscriptione fecimus communiri. Testes hii sunt: Hugo prior, Conradus camerarius et totum capitulum 
Corbeiense, Ernestus sacerdos de Brakel; Conradus de Hombeke, Conradus et Herboldus filius eius de 
Amelungessen, Rabano, Karolus deErclen, Herboldus de Rymbecke, Conradus dapifer, Regenbodo, Thide- 
ricus, Johannes de Paderbornen. Actum a. i. D. M°.CC°.XXIL , indictione X, anno prelacionis nostre octavo. 

108 

* Die Abtissin Heilurig von Schildesche vergleicht sich mit den Erben eines Schaumburg'schen Lehnsmannes, 
dem sie ein Gut abgekauft hatte. 1222. Enger. — Or. Stift Schildesche V. 8. 

Omnibus banc paginam inspecturis Heilawigis Dei permissione Scildecensis ecclesie abbatissa salutem 
in eo, qui est salus omnium. Cause cui iuste ac rationabiliter ex assensu et approbatione partium legi- 
timus finis imponitur, ne fictio vel dolus ipsi cause formam aliam induat, necesse est, ut perpetua sta- 
bilitate fulciatur et a nullo unquam in irritum provocetur. Proinde notum esse volumus univergis Chi;isti 
fidelibus, quod comes Adolfus de Scovenburg r ) cum approbatione et assensu suorum heredum proprie- 
tatem cuiusdam predii Blagenhagen 2 ) beato Johanni Baptiste nostro patrono in Scildece pro anime sue 
remedio contradidit, illud inquam predium ecclesia nostra ex nostro labore a quodam Ekehardo de Hal- 
remunt, qui verus erat possessor, cum ab eo esset venale, pro certa pecunia comparavit, hec autem 
diligentissime precavendo, ne a suis heredibus et amicis aliquid dispendium vel timor iam dicte ecclesie 
nostre proinde possit oriri. Nunc autem inimicus humani generis, qui auctor et origo est omnis discor- 
die, semen zizanie inter ipsam ecclesiam et quosdam fratres, scilicet Lambertum et Suderum, super ipso 
predio seminaverat, proponentes ipsum predium iure hereditario eis debite debere pertinere. Qui tandem 
a quibusdam suis familiaribus cognatis et amicis fideliter premoniti saluti, eorum plenarie consulentes, 
quia nichil iuris habebant, eorum consilio acquieverunt; amicabili autem compositione' utrobique volun- 
taria testibus adhibitis nichil iuris in ipso predio se habere recognoscentes, coram ecclesia Angariensi et 
nostra nobiscum finaliter composuerunt et hec iuratoria cautione confirmaverunt. Acta sunt hec anno 
dominice incarnationis M°.CC°.XXII . Testes huius rei sunt: canonici Angarienses Helmicus custos, Jo- 
hannes, Lutbertus, Conradus, Wicbertus, Ghodescalcus, Wernherus, Hermannus, Johannes, Henricus,Go- 
defridus; laici Henricus de Stenbike, Gerhardus de Huffen, Gelderadus, Gerhardus, Albertus de Busgenstide. 

Die beiden Siegel der Abtissin und des Convents haben sehr gelitten. Auf dem ersteren ist nur in schwachen 
Umrissen eine sitzende Figur zu erkennen. Das zweite stellt offenbar den Schutzpatron von Schildesche, 
St. Johann den Taufer ebenfalls in sitzender Pdsitur dar; das rechte Bein tritt nackt ans dem Faltenworf des 
umhallenden Thierfells hervor, wahrend die rechte Hand einen Schild oder Kreis mit dem Bilde vom Lamm 
Gottes halt. Ygl. v. M(unckhausen) Attribute d. H. S. 99. 



') Adolf III. stirbt nach y Aspern Cod. dipl. Schaumburg. II. Tafel I. im Jahre 1225. — 3 ) Ygl. uber diese Schenkung 



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1333. 75 



109. 



* Popst Honorius III. beauftragt drei Geistliche der Diocese Coin, die Klage des Abts von Helmershausen 
gegen den Abt von Bardehausen und den Propst zu Beriche l J, welche den K'orper des von ihm mil der Ex- 
communication belegten Edlen B. von Schonenberg kirchliches Begrabniss geivuhrt hatten, zu untersuchen 

und zu entscheiden. 1223 Januar It Laleran. — Or. Fr. Paderborn U. 103. 

m 

Honorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis . . de Siberg et . . de Tuiscio 2 ) abbatibus et 
, . priori de Siberg Coloniensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. Querelam dilectorum 
filiorum . , abbatis et conventus de Helwardeshuson accepimus continentem, quod . . abbas de Hersui- 
theuson et . . prepositus de Beriche Maguntine et Parburnensis diocesis corpus quondam nobilis viri 
B. de Sconemberg pro eis auctoritate apostolica vinculo excommunicationis astricti, post appellationem ad 
nos legitime interpositam, tradere presumpserant ecclesiastice sepulture in eorum preiudicium et gravamen. 
Ideoque discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus partibus convocatis audiatis causam 
et quod iustum fuerit, appellatione postposita, statuatis, facientes quod decreveritis per censuram eccle- 
siasticam firmiter observari. Testes autem qui fuerint nominati, si se gratia, odio vel timore subtraxe- 
rint, per censuram eandem appellatione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. Quod si non 
omnes hiis exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nichilominus exequantur. Datum Laterani 
III idus Januarii pontificatus nostri anno septimo. 
Die Bleibulle Honorius III. ist wohl erhalten. 

110. 

* Papst Honorius HI. befiehlt dem Erzbischofe (Engelbert) von Coin, das dem papsilichen Stuhle unmittelbar 
unterworfene Kloster Helmershausen in seiner Freiheit und seinen Giitern gegen Jedermann zu schiitzen 8 ). 

1223 Januar 26. Laleran. — Hier nach dem Transsumpte in der Urkunde Erzbischofs Conrad vom 

20. October 1260, Fr. Paderborn U. 215. 

Honorius episcopus servus servorum Dei venerabili fratri Coloniensi archiepiscopo salutem et aposto- 
licam benedictionem. Licet ex iniuncto nobis apostolatus officio omnium ecclesiarum curam et sollicitu- 
dinem gerere teneamur, de illis tamen sollicicius cogitare debemus, que ad Romanam ecclesiam imme- 
diate pertinere creduntur. Hinc est, quod pro monasterio de Helwardeshusen fraternitatem tuam rogan- 
dam duximus attentius et monendam, per apostolica tibi scripta mandantes, quatinus ipsum ob reverentiam 
beati Petri et nostram habens propensius commendatum, possessiones et eius iura manuteneas et defen- 
ces non permittens, dilectos filios . . . abbatem et conventum eiusdem ab aliquibus indebite molestari. 
Datum Laterani VII. Kalendas Februarii, pontificatus nostri anno septimo. 



die Urkunde v. J. 1200, Erhard G. 592. Da es dort heisst: Ecclesia (Scildecensis) perpendens quod de domo Blacken- 
hage cccUsie confini sepe lites emerserant, so haben wir den Ort in unmittelbarer Nahe von Schildesche zu suchen. 
Wahrscheinlich ist derselbe daher identisch mit dem N. von Schildesche in der Brschft. Yilsendorf liegenden Colonat 
Biackmeier. — *) Im Furstenthum Waldeck N. von Korbach. — *) Siegburg und Deutz. — *) Vgl. Nro. 1&. ' 



10 < 



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76 133S. 



111. 



* Bischof Bernhard III. giebl dem Stift Busdorf das Archidiaconat in vier Pfarrbezirken im Tausch gegen 
andere Giiter. 1223 *J. — Or. in zwei Ausfertigungen: die erstere Fr. Paderborn U. 102; eine andere 

Stift Busdorf V. 16; Abschr. Msc. 1. 121 f. 17 u. 19 und Mse. I. 123 f. 12'. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus tercius, Dei gratia Patherburnensis 
ecclesie episcopus, universis Christi fidelibus, quorum inspectioni presens scriptum fuerit oblatum, notum 
esse cupimus, quod ad peticionem et consilium maioris capituli turn propter Deum turn propter tempo- 
rale subsidium preposito et ecclesie sanctorum apostolorum Petri et Andree in Patherburna archidiaco- 
natum in Esbike 2 ), inferius et superius Upsprunken *) et Norholtte 4 ) in conmutationem et reconpensa* 
tionem domorum in Eggerinchusen & ) et in Arthe nunc ad ecclesiam in Indagine *) pertinentium, que 
quondam ecclesie Kericthorp 7 ) pertinuerant, contulimus in perpetuum habendum, ita ut quicumque pre- 
positus illi loco preficiatur, pretaxatum archidiaconatum suscipiat cum prepositura sine alicuius contra- 
dictione, et versa vice domus prefate sive homines de Eggerinchusen et de Arthe preposito sive presbitero 
de Kericthorp nullo iure vel obsequio de cetero tenebuntur. Quod factum tarn rationabile ac laudabile 
ne per alicuius supcessoris nostri sive alterius temerarii calumpniam in irritum possit revocari, sub di- 
stricto beatorum apostolorum Petri et Pauli et domini Honorii pape et nostri anathemate prohibemus. 
Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°. XXIII , indictione undecima. Testes huius rei sunt: 
Volradus maior prepositus, Johannes decanus, Volquinus de Svalenberch, Tetmarus de Patberch, Hen- 
ricus prepositus sancti Petri 8 ), HermannusBoIiko, Johannes scolasticus, Volbertuscellerarius, Amelungus, 
Henricus de Foro 9 ), Ludolfus deOsdagesen, Volandus, Widekindus, Bruno, Conradus plebanus r Henricus 
de Svalenberch, Hermannus de Ervete, Bernhardus prepositus de Embrike, Conradus custos, Geruncus 
canonici maioris ecclesie; Cesarius decanus, Henricus de Etlen, Fredericus custos, Werno, Johannes de 
Patberch, Henricus, Conradus, Regenhardus, Gerhardus, Conradus, Henricus canonici sancti Petri Pather- 
burnensis; Willelmus de Kericthorp, Gerhardus de Esbike, Gerhardus de Indagine plebani. 

Yon der Paderborner Ausfertigung sind beide Siegel abgefallen; bei der Busdorfer liegen nock Bruchstiicke des 
alteren domcapitularischen Siegels mit dem Brustbilde des h, Liborius vor. 

112. 

* Drei papstliche Richter erklaren die vom verstorbenen Bischof Bernhard 111. von Paderborn iiber den Convent 

des Klosters Helmershausen ausgesprochene Excommunication fur null und nichtig. Um 1223 l0 J. — 

Or. Fr. Paderborn U. 104 a. 

Nos de Reinehusen et de Stene abbates et prepositus de»Winethe a sede apostolica delegati. Cum 
constet nobis monasterium Helmwardeshusense nullo medio Roman e ecclesie subesse, in sentencia dici- 



') Vor dem 28. Mara, wo Bernhard III. stirbt. — *) Nach dem Busdorfer Guteryerzeichniss, gedr. Zeitschr. IV J3. 125, 
lag die curia Esbike prope Patberg. Die Urkunden des Kl. Bredelar ergeben aufs Klarste, dass Esbike einen Theil 
des jetzigen Dorfes Giershagen ausmacht. — *) Es ist hier nicht an Upsprunge bei Salzkotten im Kr. Paderborn zu 
den ken, sondern yielmehr an zwei Ortschaften im Kreise Brilon, yon denen die eine jetzt Giershagen, die andere 
Klau8kapelle heisst. Beide liegen im S. yon Marsberg und bei letzterer hat yon Viebahn Ortsch. Tabelle des Reg.-Bez. 
Arnsberg 134 in der That noch in Klammern das Wort Upsprunge. — 4 ) Unbekannt. — 6 ) Eggeringsen SO von Pader- 
born; S. davon das Ortfeld. — ■) Dorenhagen desgl. — ') Nach der Busdorfer Urkunde vom 18. November 1272 
bei Assein im Kr Bur en, SO. von Dorenhagen, und war damals noch der Mittelpunkt ernes Kirchspiels, was jetzt 
Assein ist — 8 ) Busdorf. — ^ Ein Osnabruck'sches Geschlecht. Vgl meine Note zum Westf. Urkunden - Buch HI 
1725. — io) j^ach Massgabe der Urkunde oben Nro. 110, welche die Unmittelbarkeit von Helmershausen anerkennt, 



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1123. 77 

nms, sentenciam excommunicationis olim prolatam in conventum Helmwardeshusensem a bone memorie 
Bernhardo Padelbornensi episcopo nullam esse. 
Die 3 Siegel fehlen. 

113. 

Kbnig ffeinriehfVILJ verkiindet den vor ihm in einer Versammlung der Grossen und Fursten des Reichs, auf 
Bitten des ervoahlten Abts Hermann von Corvey ergangenen Rechtsspruch: 1) dass aUe Amler bei diesem Stift 
nicht erblich seien, mit Ausnahme der vier Hauptamter 1 ); 2) dass ohne seinen WiUen keine Miinz- und 
Wechselsttitten errichtot werden diirfen; 3) dass jeder Ministerial oder Amtmann, der feindlich gegen seinen 
Herrn verfahre, sein Recht und sein Amt verliere; 4) dass die Able ohne Genehmigung ihrer Capitel Stifts- 
giiter nicht verpfanden diirfen, und 5) solche vor Empfang der Regalien gemachte Verpfandungen ungiiltig 
seien. 1223 Juni 26. Wurzburg. — Or. Fr. Corvey U. 82 \ Abschriften a) sac XII J. Msc. I. 133 S. 95; 
(tj sac. XV. Msc I. 134 S. 122. Nach ft gedr. Kindlinger Volmestein II. 135 und hiernach Mon. 

Germ. Leg. II. S. 252*). 

H. Dei gratia Romanorum rex et semper Augustus. Universis infeudatis, ministerialibus, oppidanis 
totique familie Corbeiensis ecclesie gratiam suam et omne bonum. Universitati vestre duximus signifi* 
candum, quod coram nobis, cum requireretur in sententia, venerabili H. 8 ) Corbeiensi electo, requisitis 
omnibus, exstitit adiudicatum, quod universa officia ecclesie sue pertinentia vacent et ad nutum suum 
sint instituenda, exceptis quatuor officiis principalibus, quorum bona, nullius iusticie vel astucie inter- 
ventu, ab ipsis officiis poterunt alienari. Officiatorum quoque filii seniores et legitimi patrum succedent 
officiis pleno iure. Verum etiam, quod in civitatibus, oppidis et villis cambsiones denariorum non fiant, 
nisi de consensu et voluntate abbatis prememorati, et moneta nullatenus est cudenda. Necnon 4 ): Qui- 
cumque ministerialis vel officiatus personam domini sui nequiter insequendo vel captivando vel perfide 
spoliando offenderit, iure suo privari debet et officio, nisi de benivolentia principis relaxetur. Demum 



und des am 28. Marz 1223 erfolgten Todes Bischofs Bernhard in. , diirfen wir den Erlass dieser Urkunde wohl in die 
Mitte dieses Jahres setzen. Hiermit kam, wie ich glanbe, der Streit, ob Helmershausen der geistlichen Jurisdiction 
der Bischofe von Paderborn unterworfen sei, definitiy zum Austrag. Wir sahen oben S. 24 not. zur Corveyer Ur- 
kunde vom 5. Mai 1206, dass in den Jahren 1195 — 1200 der damalige Paderborher Bischof Bernhard II. von dem 
Legaten Conrad Erzbiscftof von Mainz eine fur sich gunstige Entscheidung erzielte, die auch die papstliche Confirmation 
erlangte, dass aber Innocenz III. im J. 1208 dagegen die Unmittelbarkeit von Helmershausen anerkannte, was dann 
feierlich durch die obige Bulle Honorius III. vom 26. Januar 1223 bestatigt wurde. — - ') Des Drosten, Schenken, 
Kammerers und Marschalls. — 2 ) Wir freuen uns diese wichtige Urkunde , — iiber deren reichhaltigen Inhalt, wie Kind- 
linger 1. c. S. 137 mit Recht bemerkt, sich ganze Abhandlungen schreiben liessen, und deren Bestimmungen in das 
altere Hof - und Lehnswesen so wesentlich eingreifen , dass Yerschiedenes daraus in die spateren Capitulationen iiber- 
gegangen sei — hier zuerst nach dem wohlerhaltenen Original publiciren zu konnen. Wir bemerken zugleich bei 
dieser Gelegenheit, dass wir von zwei anderen, fur die Geschichte derLehen hochst wichtigen Rechtsspriichen Kdnig 
Albrechts vom 20. Februar und 5. August 1290, Bohmer Nro. 141 und 196, welche bisher gleichfalls nur nach den 
Abschriften in Copiaren bekannt waren , vor einigen Jahren die mit Kdnig Albrechts Siegeln versehenen Originale bei 
dem Konigl. App.-Gericht zu Arnsberg entdeckt und von demselben.fur unser Staats-Archiv erhalten haben. Die vor- 
liegende Urkunde ist dieselbe, die Paullini zu der Falschung in seiner Chronik s. a. 1047 Veranlassung gegeben hat. Da 
sie ein Incarnationsjahr nicht an sich tragt, auch Paullini von der Existenz Heinrichs VII. nichts wissen mochte, so 
hat er nicht angestanden, ihren Inhalt Heinrich III. zuzuschreiben. — *) Dass Abt Hermann aus dem Holte'schen 
Hause, wie Mooyer Onomast. S. 129 angiebt, hier noch Elect heisst, ist ein Beweis, dass er sein Amt nur kurz vor- 
her angetreten haben kann. Wenn sein Vorganger Hugold bis in den Anfang dieses oder das Ende des vorigen 
Jahres regiert hat, so wurde er nach dem Catalogus abb. Corb. Msc. I. 133 S. 51, der ihm 10 Jahre der Regierung 
giebt, sein Amt gegen Ende des Jahres 1212 oder Anfangs 1213 angetreten haben, wogegen sich urkundliche Zeug- 
nisse nicht einwenden lassen. — 4 ) Yon Kindlinger ausgelassen, obwohl es doch auch im Copiar p steht. 



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78 **«• 

quicumque abbas dotem ecclesie nisi de consensu et communi deliberatione capituli sui obligaverit, cre- 
ditor abbatem successorem suum non impetet nee artabit exigente rigore iuris, cuiusquam obligationis 
vel debiti occasione. Donationes mansorum, concessiones feudorum, obligationes pignorum, ante regaliura 
receptionem facte, sunt in irritum revocande. Cum itaque universa predicta dictante principum et alio- 
runi magnatum et fidelium imperii sententia sint confirmata, mandamus fidelitati vestre sub pena gratie 
nostre firmiter precipientes, quatenus ea, sicut fidem vestram condecet et honestatem, abbati prememo- 
rato tamquam domino vestro illesa et integra conservetis; quod qui no^ fecerit, indignationem omnipo- 
tentis Dei nostreque maiestatis gravem offensam se noverit incursurum. Datum apud Wirceburc, VI . 
Kalendas Julii, indictione XI. 

Yom Siegel ist noch ein Bruchstuck mit der sitzenden Figur des Konigs vorhanden '). 

114. 

* Papst Bonorius HI. beauftragt zwei Geistliche, die Angelegenheit der streitigen Bischofswahl zu Paderborn 
zu untersuchen, ihdem die Majoritdt des Domcapitels zwar fur den Af agister Oliver sich erkldrt, sechs andere 
Domherren aber den Busdorfer Propst Heinrich (von BrakelJ erwahlt, der auch vom Erzbischof von Mains, 
trotz der von der Gegenpartei erhobenen Appellation die Bestdtigung fund von Konig Heinrich VII. die Re- 
galienj erhallen und die Begierung des Bisthums angeireten hatte. Die pdpstlichen Bichter sollen die Sache 
untersuchen, beide Prdtendenten nach Bom laden, und den geistlichen und weltlichen Bewohnern des Bisthums 
verbieten, bis zur pdpstlichen Entscheidung sich fur den einen oder den andern zu erkldren. 1223 Juli 27. 

Segni. — Gleichzeitige Abschrift Fr. Paderborn U. 105. 

Honorius episcopus servus servorum Dei venerabilibiis fratribus Ildensemensi 2 ) et Conrado de Sydi- 
kenbike quondam Halverstedensi episcopo 8 ) et dilecto filio abbati de valle sancti Petri 4 ) Coloniensis 
diocesis salutem et apostolicam benedictionem. Dilecti filii prepositus, decanus et maior et sanior pars 
capituli Paderbornensis suis nobis litteris intimarunt, quod cum bone memorie eorum episcopo viam uni- 
verse carnis ingresso & ) totum capitulum ad eligendum episcopum convenisset, electis tribus de voluntate 
communi, qui diligenter singulorum vota scrutantes ea prout moris est solenniter publicarent, ipsum ma- 
gistrum 6 ) Oliverum eorum concanonicum , virum quidem religione preclarum, honestate decorum, pru- 
dencia 7 ) circumspectum et litterarum scientia redimitum invocata spiritus sancti gratia elegerunt. Thet- 
marus vero et Henricus et Bruno ac tres alii de capitulo non ad concordiam sed ad discordiam potius 
intendentes, sanctorum apostolorum Petri et Andree prepositum 8 ) nominarunt. Electores autem magistri 
Oliveri, viso quod plures et maiores elegerant digniorem, super quibusdam gravaminibus coram vobis ab 
electoribus eiusdem magistri 0. exprimendis et ne quicquam contra electionem eorum posset noviter 
attemptari, ad nostram audienciam appellarunt, se ac sua protectioni sedis apostolice supponendo. Pre- 
dictus vero prepositus cum quibusdam electoribus suis ad venerabilem fratrem ilostrum Moguntinum archi- 
episcopum 9 ) loci metropolitanum accedens electionem de se babitam petiit confirmari. Qui predicto ma- 
gistro et eius electoribus absentibus nee citatis, quosdam testes contra eundem magistrumrecipiens, post 
appellationem iterum innovatam electionem de dicto preposito habitam confirmavit l0 ). Quare idem tan- 

') Schon erhalten ist Heinrichs VII. Siegel an einer ungedruckten Urkunde fur das St. Katharinenstift in Dortmund vom 
4. September 1224. — 2 ) Conrad II. von ftiesemberg 1221 — 1227, der den Kreuzzug gegen die Albigeneer gepredigt 
hatte. Leibnitz SS. R. Brunswic. II. 794. — 8 ) Kl. Sichem bei Eisleben, wo Conrad von Krosigk Monch ward, nach- 
dem er auf das Bisthum Halberstadt 1209 resignirt hatte. Vgl. die Urkunde vom 7. Mai 1224. — *) Heinrich, wie 
die folgenden Urkunden ergeben, Abt von Heisterbach. — *) Bernhard III. stirbt den 28. Marz 1223. — ^ qui dili- 
genter — magistrum von etwas spaterer Hand unter der Abschrift der Urkunde nachgetragen. — ^ So corrigirt an 
derselben Stelle statt providentia der Abschrift. — *) Heinrich Propst von Busdorf. — B ) Siegfried von Eppstein. — 
10 ) Aus der unten mitzutheilenden Notiz auf der Riickseite unseres Documents geht auch hervor, dass Konig Hein- 
rich VH. dem Gegenbischof Heinrich von Brakel die Regalien ertheilt hat. 



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GoqqI( 



13 23. 79 

quam electus mox administrationem temporalium ipsius ecclesie irreverenter usurpans disponit vel potius 
dissipat de bonis eiusdem ecclesie pro sue libito voluntatis. Quocirca discretioni vestre per apostolica' 
scripta mandamus, quatinus vocatis qui fuerint evocandi et inquisita super his diligentius veritate, si 
constiterit electionem de predicto magistro esse a maiori et saniori parte capituli canonice celebratam, 
cum de idoneitate persone minime dubitemus, earn auctoritate nostra sublato appellationis obstaculo 
confirmetis, alioquin quicquid post appellationem huiusmodi ad nos interpositam inveneritis attemptatum, 
in irritum revocantes, tarn super electionis modo et eligencium votis quam electorum mentis inquiratis 
diligencius veritatem et que inveneritis sub sigillis vestris nobis fiieliter intimetis, prefigentes partibus 
terminum competentem, quo ndstro se conspectui representent^ iustam auctore Domino sententiam rece- 
pturi; clericis quoque ac laicis tarn civitatis quam diocesis Paderbornensis sub pena excommunicationis 
inhibeatis expresse, ne intendant alterutri parcium donee causa fuerit per sedem apostolicam terminata. 
Testes etc. Quod si non omnes etc. Datum Sygnie VI. Kal. Augusti pontificatus nostri anno VIII. *). 

115. 

Papst Bonorius HI. benachrichtigt den Abt Heinrich von Heisterbach, soiuie den Dechanten und den 
Propst des Coiner Domcapitels, dass ihm angezeigt worden, tote bet der neuerlichen Paderborner Bischofswahl 
der Abt, der Dechant und die Canoniker von Abdinghof mit drei Bittern von Brakel den Busdorfer Propst 
Heinrich mit Gewalt zum Bischof eingesetzt hatten, und befiehlt ihnen die Sache zu untersuchen und cano- 
nisch zu entscheiden. 1223 Juli 29. Segni. — Hier nach dem Original Fr. Paderborn U. 106; eine gleichzeitige 
Abschrift auf dem vorhergehenden Document. Fr. Paderborn U. 105; gedruekt bei Schaten ad an. 1223 nach 
dem Transsumpte vom 13. Mai 1229 2 J unten Nro. 128. 



l ) Auf der Ruckseite dieser Urkundenabschrift stent von gleichzei tiger Hand vermerkt: 

Ubi dicitur: ipsum magistrum Oliverum elegerunt ibi fiet argumentum. Magister 0(liverus) non 
fait denominatus a maiore parte capituli, sed decanus*); ergo magister 0. non fuit eligendus, 
sed decanus*). 

Item ubi dicitur, quod fuit a maiori parte capituli electus, adversarii dicent, quod propositus 
fuit electus a maiori parte eorum qui debebant eligere. Et hoc est taciturn in littera, quod 
orientaleB interesse debuerunt et quod recepit regalia a rege. Item quid sit faciendum si orien- 
tates intentant possessorium. Item utrum ilia clausula que est in fine, ilia scilicet clericis quoque 
etc., possit fieri a principio. 

*) Da der Gegner Olivers Heinrjch von Brakel Propst von Busdorf war, so ist seine Bezeichnung als decanus 
ganz unverstandlich; und dies urn so mehr, als Heinrich unmittelbar darauf auch hier prepositus genannt wird. 
Dadurch erledigt sich auch die Note 5 zu Nro. 55. 

*) Dies Transsumpt schiebt hinter: quod • . . abbas et . . . decanus ac canonici S. Petri Paterburnensis , Wernerus, B. 
et H. fratre8 eius milites die Worte de Bracle ein, die weder im Original noch in der Abschrift auf Urkunde 106 
stehen. Ergiebt nun dieser Zusatz, dass diese weltlichen Gegner Olivers dem machtigen, ursprunglich wohl edelen 
Ge8chlechte derer von Brakel angehorten, so erweist die unter Nro. 137 nachfolgende Urkunde in den Worten: 
Hermannum, Wernerum, Bertoldum fratres dicti Heinrici propositi de Brakel, dass der Gegenbischof Heinrich, Propst 
von Busdorf , ihr Bruder war. 



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80 



1113. 



116. 



* Papst Honorius III. nimmt das Kloster Schaken mit alien seinen Giitern, namentlich denen zu Imminghauscn 
und Goddelsheim l J, in seinen Schutz. 1223 August 7. Segni. — Abschr. Msc. I. 245 S. 327 ; II. 101 S. 39. 

Honorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis preposito et conventui monasterii in Scaken 
salutem et apostolicam benedictionem. Sacrosancta Rom&na ecclesia devotos et humiles filios ex assueto 
pietatis officio propensius diligere consuevit, et ne pravorum hominum molestiis exagitentur, eos tan- 
quam pia mater sue protectionis munimine confovere. Eapropter dilecti in Domino filii vestris iustis 
postulationibus grato concurrentes assensu, personas vestras, et locum, in quo divino estis obsequio man- 
cipati, cum omnibus bonis, que in presentiarum rationabiliter possidetis aut in futurum iustis modis pre- 
stante Domino poteritis adipisci, sub beati Petri et nostram protectionem suscipimus, specialiter autem 
de Imminchusen et de Godelheim ecclesias cum omnibus pertinentiis suis, sicut eas iuste, canonice et 
pacifice possidetis, vobis et per vos monasterio vestro auctoritate apostolica confirmamus et presentis 
scripti patrocinio communimus. Nulli vero omnino hominum liceat hanc paginam nostre protectionis et 
confirmationis infringere, vel ei ausu temerario contraire; si quis autem hoc attentare presumpserit, indi- 
gnationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. Datum 
Signie septimo Idus Augusti, pontificatus nostri anno octavo. 

in. 

Kbnig HeinrichfVILJ bestdtigt dem Kloster Helmershausen seine Privilegien. 1223 September 12. Nordhausen.— 
Or. Fr. Paderborn U. 107; auszugsweise gedr. Wenck II. B. 142. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Heinricus Septimus divina favente dementia Romanorum 
rex semper augustus. Justicie diffinitio est constantem ac perpetuatam habere voluntatem tribuendi uni- 
cuique, quod sibi iure competit. Quain virtuteni cum .omne hominum genus partim a natura partim institute 
legalibus edoctum colere semper et exercere habeat, precipue tamen regie dignitati congruit, talem aninii 
habitum immutabiliter induere; eis tamen personis nostra dignatio in omni pietatis et equitatis defen- 
sione propensiorem debet adhibere benevolentiam, que divinis 6incerius sunt mancipate obsequiis et nobis 
in amministratione regni sollicite agentibus et orationis munde beneficio et veracis consilii subsidio et 
indefessi laboris studio assistunt. Eapropter Helmwordensi cenobio ob peticionem karissimi ac fidelis- 
simi nostri domini Engelberti sancte Coloniensis ecclesie venerabilis archiepiscopi, ducis Westvalie et 
Angarie, concedimus in perpetuum omnem libertatem et immunitatem, que a regibus Romanorum velim- 
peratoribus, Ottone videlicet imperatore, Conrado imperatore, Heinrico imperatore, item Heinrico impe- 
ratore et Conrado rege concessa est et per privilegii paginam confirmata, hac videlicet racionis constantia, 
ut nulla deinceps persona magne vel parve potestatis, cuiuscumque sit ordinis vel officii, presumat, iam 
dictam ecclesiam vel res ad ipsam pertinentes ullius impedimenti vel artis molestia inquietare, non tri- 
butum vel aliquam functionem vel pensionem publicam exigere, non servicium regale aut servicii redem- 
ptionem vel hospitia seu prandia tollere, sed per omnia et in omnibus ex antiqua regum et nostra con- 
cessione perpetua utatur libertate. Statuimus quoque, ut iuxta predecessorum nostrorum edicta nullum 
idem locus habeat advocatum nisi quern abbas, qui pro tempore fuerit, concordi consilio fratrum electum 
sibi preficiendum iudicaverit, cui advocato tarn -in ipso iam sepe dicto loco, quam in aliis ibidem perti- 
nentibus non licebit hospitia sumere, non palafredos tollere, non canes alere, non pro adeunda curia 
vel expeditione nostra quicquam supplementi vel pensionis capere, non freda, non redibitiones exigere, 



') Unweit Schaken im Furstenthum Waldeck. 



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1223. 

sed in omni importunitate locum, personas, fundos, tociusque negligentie seposita materia stu 
fensare. Habeat etiam idem monasterium in omne tempus liberam potestatem statuendi, hab( 
catum et nundinas publicas, percussnram monete formandi, telonium accipiendi ibique diversan 
num commercia vendendi et eniendi. Ea propter regali et imperiali potentia decernimus, \ 
negociatores et in6titores ceterique hominum ad idem mercatum venientes vel ibi manentes 
revertentes talem pacem talemque iusticiam banni nostri interpositione ohtineant, qualem illi ha 
Moguntie, Colonie, Trutmonie negotium exercent, talemque eomposicionem legum violatores h 
cepti persolvant. Quecunque autem utilitas tarn in bonis quam moneta, telonio, stacionihus, 
accrescere potuerit memorato cenobio suisque rectoribus, in perpetuum tradimus et confirmai 
ibidem militantium usibus servitura. Licentiamus etiam regali nostra auctoritate, ut si quis n 
lium regalis aule pTedicto monasterio de prediis suis quocunque modo conferre voluerit, habea 
tern. Et ut hec donatio sive confirmatio rata et inconvulsa permaneat, presentem paginam sig 
impressione insigniri iussimus manuque propria corroborantes, idoneos testes subternotari fecimus 
nomina sunt hec: Sifridus Moguntine sedis archiepiscopus, Engelbertus Coloniensis archiepisco] 
Herbipolensis episcopus, Engelhardus Nuwenburgensis episcopus, Conradus Hildesiensis episcof 
radus Mindensis episcopus, Lothewicus Hirsveldensis abbas, Gumpertus prepositus Vrislariensis, 
Paderbornensis maior prepositus; Lothewicus Thuringie lantgravius, Lothewicus dux Bawarie, 
comes de Anehalt, Atholfus comes de Marka, Volcquinus comes de Swalenberg, Conradus, Otto, 
fratres comites de Eversteiu et plures alii comites «t nobiles. Acta sunt hec anno dominice inci 
M°.CC°. XXIII , indictione XI. Datum apud Northusen per manum cancellarii nostri II. Idus Se 
regni nostri anno secundo. Signum domini Heinrici regis invictissimi. 

118. 

f Der Paderborner Domherr Volquin von Schwalenberg bestatigt uls Archidiacon einen Vergleich de 
Gerden mit dem Hitter Herebold von Falkenberg iiber einen Zehnten. 1223. • — Abschr. Msc. I 
5. J246; Regesten Msc. 1. 242 i> S. 33; VL 224 S. 36. 

In nomine Domini. Amen. Volquinus de Swalenberg maioris ecclesie Paderbornensis canoni 
bus banc scedulam inspecturis salutem in perpetuum. Noverint universi Christi i&deles tarn 
quam futuri, quibus hoc scriptum fuerit oblatum, quod controversia inter Gerdinense monasi 
parte una et Hereboidum militem de Valkenberc ex altera diu habita super decima novalis, qi 
Gerdinensium in Wimelinchtorp ! ) adiacet, quod etiam olim sundera Gerdinensis fuerat, tanden 
modum conquievit honestorum virorum consilio et arbitrio mediante, quod Gerdinenses pro pa 
manda prefato milite decimam de iam dicto novali ad mensuram decern virgarum 2 ) dimiserunt, 
stias et damna, que ab ipso pertulerant, remittentes predicto modo ab ipso et heredibus eius 
rum sibi cavere studuerunt. Que compositio ut stabilis et inconcussa permaneat, auctoritate I 
potentis mandamus. Et quia novale predictum et decima sub banno nostro sitasunt, intestimoi 
bullam nostram appendimus et testes qui interfuere annotamus. Acta sunt hec anno verbi 
M°.CC°.XXIII , indictione duodecima. Huius rei testes sunt: Hermannus de Thetmele, An 
Sandenebike, Conradus de Stenem sacer^otes; laici milites: Olricus de Wulferssen, Ludico de H 
Sigehardus de Marpe, Widekindus de Oldendorp, Erenbertus nuncius domini Burchardi de Holl 



l ) Wohl identisch mit dem Gerdenschen Gut Wimininctorp , Erhard G. 362, was Wintrup bei Horn ist, Preu 
maun I. S. 92. In diesem Falle hat auch der Ritter Herebold von Falkenberg seinen Stammsitz in dem C 
mold gelegenen Orte dieses Namens gehabt und ist das erste bekannte Glied dieses Lippeschen Minis terialeng 
von dem Preoss n. Falkmann H. 1088 einen Ritter Otto von Falkenberg zum J. 1362 als altesten der Fami 
Die Namen der Zeugen bestatigen gleichfalls, dass wir es hier mit Lippeschen Giitern zu thun haben. — 

We«tt Urk.-Buch- IV. 11 



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82 1133. 

119. 

* Abt Hermann von Corvey schlichtet einen Streit tiber das Patronatsrecht der Kirche von Westheim X J stoi- 
achen dieser Lelzteren und dem Kloster Bredelar. 0. J. (1223 — 1254) *). — Or. KL Dalhehn U. 15. 

Omnibus presens scriptum videntibus Her(mamius) Dei gratia abbas Corbeiensis finem bonum et vitam 
perpetuam. Cum (de) iure patronatus ecclesie in Westheim litem, que vertebatur inter eandem eccle- 
siam et conventum in Breidelare, coram nobis partes terminare tenebantur, presentis scripti testimonia 
protestamur quod lis eo modo sopita est, ut sacerdoti ecclesie in Westheim pensionem duodecim mensu- 
rarum singulis annis persolvant de curia in Ostinctorpe et de cetero ab omni gravamine et inpetitione 
a prefata ecclesia sint immunes et exempti. Testes huius rei sunt: Alradus de Dorpede et filius suus 
Bodo, Fredericus de Harehusen et frater suus Theodericus, Theodericus de Mederike, Goswinus de Wethen, 
Albertus de Lutersen, Etdam, Ulricus de Westheim, Albertus, Heriboldus et Lippoldus fratres de Ame- 
lungessen, Conradus de Beverunge, Albertus de Colden milites et alii quamp lures viri nominati et famosi. 
Datum Corbeie. 

Das Siegel ist abgefallen. 

120. 

Abt Hermann von Corvey sehtiesst mit dem Stifte Schaken einen Vertrag ab wegen der von Hermanns Vor- 

gangern zum Ban der Burgen Lichtenfels und Marsberg verpfandeten Gxiter und Renten des Hofes Goddete- 

heim. O. J. (1223—1254)*). — Abschr. Msc. II. 101 S. 41; gedr. Kindlinger Horigkeit S. 270. 

Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas universis huius pagine inspectoribus notum esse cupimus, 
quod cum beate memorie abbas Wydekindus *) predecessor noster in edificatione Lecthenflins 4 ) officium 
sculteti in Godeloveshem, quod ei tunc vacabat, Gerlaco dicto Smelthe ministeriali ecelesie pro XX mar- 
cis impignorasset, et procedente tempore in edificatione Montis Mart is dominus Thetmarus 5 ) tunc abbas 
redditus eiusdem curie domino Thetmaro dicto Appolt pro XXX marcis impignorasset, prepositus de 
Scaken nomine Karolus, ad nostrum et ecclesie nostre ministerialium consilium, tarn de filiis prefati G. 
tunc defuncti pro XX marcis ipsum officium, quam de predicto Th. pro XXX marcis ipsius curie redditus 
absolvit; nos vero postmodum in reedificatione castri sepedicti Lechtenflins partem reddituum curie ipsius, 
qui nos contingunt, qui yulgo hure appellantur, ipsi cenobio in Scaken pro X marcis impignoravimus. 
Ceterum scire volumus unirersos, quod si forte contingat a nobis vel aliquo successorum nostrorum red- 
ditus ipsius curie pro debitis XXX marcis absolvi, non tamen ipsum officium pro marcis iUis XX scilicet, 
pro quibus ut presoriptum est a prefato preposito fuit ab aKis absolutum, debet redimi, sed apud 
ipsius cenobium propter eius commodum et profectum, eui semper cupimus intendere, in perpetuum ma- 
nebit, ita ut redditus ipsius curie de ipso officio annuatim persolvat. Quia vero idem cenobium in pre- 
dicta ipsius curie redemptione graves fecit expensas, et ex his etiam graviter est dampnificatum, in eo 
scilicet maxime, quod propter incendia et guerras multiplices ecclesie nostre nullum interea de ipsa curia 
percepit emolumentum, forsan etiam guerris durantibus diu in futurum non percipiet, concessxmus eidem, 
ut rati one dampni eiusdem resarciendi, quicquid emolument! medio tempore ex ipsa curia, priusquam 
redimatur, possit ipsi cenobio accedere, accedat in nomine De\, de nostra concessione omni spe usure 
remota. Ut autem hoc factum in oblivionem non veniat et firmum consistat, presentem paginam nostii 
et ecclesie nostre sigillorum appensione fecimus communiri. 



l ) Westheim Er. Buren SO. von Oiadorf and Meerhof and NO- von Marsberg. — *) Regferongszeft Abt Hermanns. — 
») Yon 1189—1205. — *) Lichtenfels S. von Goddelsheim and Schaken im Fr. Waldeck. — ») 1205—1216. Ygl. die 
Note zor Urkunde vom 5. Mai 1206 3. 23. 



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1223. 83 



121. 



* Propst Ludolf von Schaken verpachtel den Bof Goddelsheim l ) auf sechs Jahre. 0. J. (1223—1254)*). — 

Abschr. Msc. II. 101 S. 41. 

Ludolfus Dei gratia propositus in Schaken omnibus hoc scriptum visuris salutem. Noverint omnes 
huius littere inspectores, quod 1 nos curiam in Godeleshem Gerlaco cognomine Smelten ad VI annos por- 
reximus tali conditione, quod primo anno det XXX modios siliginis et X tritici, secundo XX tritici et 
XXsiliginis, et tertio tantum; reliquis vero tribus annis certam pensionem curie, sicut in scripto domini 
abbatis continetur, super granarium nostrum singulis annis usque ad festum sancti Martini presentabit; 
XIII etiam solidos gravis monete advocato in festo Epiphanie VI vicibus sine ulla contradictione per- 
solvet, curiam vero sicut modo seminatam porreximus ita nobis a festo cathedra Petri preterito post 
VI annos nobis integraliter cum omni iure restituet. Preterea omni iustitie, qua curia tenetur camerario 
Corbeiensi, advocato et litonibus, excepto officio abbatis, totaliter providebit. Econtrario omnes, qui 
curie attinent, sibi iustitiam in debitis exhibebunt, curiam vero cum omni integritate ad pristinum statum 
reducet. Ut, autem hoc factum nostrum firmum et stabile permaneat, prefatam paginam sigilli nostri 
appensione fecimus communiri. Testes huius rei sunt: abbas de Flectorp et suus capellanus Hermannus, 
Bruno de Godelsheim, Walravenus de Ymminchus, Hildebrandus de Indagine-Principis, Bernhardus da- 
pifer, Wederemo, Giselerus frater villici, Wigandus de cimiterio. 

122. 

Abt Albert von Abdinghof schreibt an die fur die ziviespallige Bischofswahl emannten pdpstlichen Richter: 
den Abt Heinrich von Heisterbach, den Propst Conrad und den Dechanlen Goswin vom Domcapitel zu Coin, 
dass er am 15. Marz 1224 in Gegenwart des Erwahlten Oliver von Paderborn im dortigen Domcapitel frei 
und ungezwungen das Gestandniss abgelegt habe % dass er niemals im Besitz des Rechts gewesen, bet der Wahl 
eines Bischofs von Paderborn mitzuwirken. — Or. Fr. Paderborn U. 108, gedr. nach Fickers Copie aus der 
Handschrift Gbttingen. Univ. bibi Ind. Msc. 275 Zeitschr. XVUI. 318. 

Das Siegel des Abts von Abdinghof ist nur in einem untern Bruchstuck, das seines Capitels ziemlich vollstandig 
erhalten. 

123. 

Abt Albert von Paderborn wiederholt obige Erkldrung mit dem Ausdruck der Reue fiber seine Betheiligung 
an der Wahl des Propstes Heinrich von Busdorf zum Bischof, die nur auf Zureden und das Geschrei von 
einigen Laien erfolgt ware. Dies bestatigt der Prior Wezelin und das Capitel von Abdinghof mit dem Be- 
merken, dass weder Abt Albert noch seine Vorgdnger das Recht gehabt, bei der Wahl eines Paderborner 
Bischofs mitzuwirken. Ausgestellt in Gegenwart des Erwahlten Oliver, des Dompropstes Volrad, des Dom- 
dechanten Johannes und des Domcdpitels zu Paderborn. 1224 Marz 15. — Or. Fr. Paderborn U. 109; 

gedruckt Zeitschr. XVUI. S. 317. 

Ego Albertus abbas sanctorum apostolorum Petri et Pauli Paderburnensis nulla vi coactus, sed spon- 
tanea publice confiteor, me numquam habuisse ius in electione Paderburnensis episcopi et quod circa 
Henricum prepositum sanctorum apostolorum Petri et Andree feci, de facto pocius sum operatus, quam 
de iure, malis persuasionrbus et clamoribus quorundam laicorum ad hoc inductus, quod michi displicet, 



*) Vgl. Nro. 120. — • *) Nach den Kegiernngsjahren des in der vorhergehenden Urkunde erwahnten Abtes Hermann. 

11* 



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84 "" 

nee amplius, si me vivente episcopatum Patherburnensem vacare contigerit, per me vel successores meos 
me volente talis error proveniet. 

Ego Wezelinus prior monasterii sanctorum apostolorum Petri et Pauli et capitulum eiusdem loci 
Patherburnenses nulla vi ooaeti sed spontanei publice confitemur, abbatem nostrum dominum Albertum 
et antecessores suos abbates nullum umquam ius habuisse in electione Patherburnensis episcopi. Sane 
super hoc presentem cartam conscribi fecimus et tarn sigillo domini nostri abbatis, quam nostri capituli 
appensione corroborari et eandem auctoritate iudicum delegatorum a domino papa, videlicet maioris pre- 
positi, maioris decani et abbatis de valle sancti Petri Coloniensis dyocesis, postulavimus confinnari. 

sunt hee in capitolio sancti Liborii sub testimonio Oliveri Patherburnensis electi, Volradi 

repositi, Johannis decani et capituli Patherburnensis ecclesie anno gracie M°.CO.XXIIII , indi- 

I, Idibus Marcii. 

e beiden Siegel sind abgefallen* 

124 

tet zu Busdorf iibergiebt den vorgenannten papstlichen Richtern eine iibereinstimmende ErMdrung 
des Klo&ters Abdinghof. 1224: April 15. — Or. Fr. Paderborn U. 110 ; regestirt Zeitschr. XVI II. 318. 

rabilibus dominis H. abbati de valle sancti Petri Coloniensis dyocesis, C. preposito r G. decano 
eclesie in Colonia, iudicibus a domino papa delegatis, capitulum sanctorum apostolorum Petri 
i in Paderburna paratum cum devotis orationibus obsequium. Scire desideramms vestram reve- 
quod nos a nemine coacti, sed de pura conscientia et prompta voluntate confessi sumus in 
maioris ecclesie Paderburnensis coram magistro Olivero Paderburnensi electo et capitulo Pader- 
nos nichilumquam iuris habuisse rel habere in electione episcopi Paderburnensis t nee nos um- 
possessione rel quasipossessione iuris eligendi fuisse, nee amplius tale quid attemptabimus in 
st hec eadem coram nobis per litteras nostras ecclesie ' nostre sigillo signatas confitemur. Hec 
stra eonfessio facta fuit anno gracie M°.CC°.XXIIII , XVII Kalendas Maii. 
is Siegel mit den Brustbildern der Apostel Petrus und Andreas ist bis auf die Umschrift erhalte&» 

125. 

pstKehen Richter sprechen detn Capitel zu Busdorf das Recht ab, an der Waht des Bischofs von 
Paderborn Theil zu nehmen. 0. J. u. 0. (1224). — Fr. Paderborn U. ltL 

nobis . . abbati vaHis Petri . . preposito . . decano Coloniensibus iudicibus a sede apostolica 
ex confessione Conradi diaconi procuratoris capituli beatorum apostolorum Petri et Andree in 
le et per litteras capituli predicti ecclesie sue sigillo signatas constat evidenter, dictum capitu- 
G[uam fuisse in pos&essione vel quasipossessione iuris eligendi episcopum Paterburnensem, et 
itulum in electione predicta nichil unquam iuris habuisse vel habere, predicto capitulo ius pos- 
vel quasipossessionis penitus auctoritate nobis delegata abiudicamus, etquia episcoporum electio 
icos cathedralis ecclesie duntaxat de iure communi noscitur pertinere, super iure eligendi Pater- 
n episcopum capitulo sepedicto auctoritate apostolica perpetuum silencium imponimus. 
u Siegel des Abts von Heiaterbach ist ziemlich wohl erhalten. 



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1334. 85 



126. 



* Die papstlichen Richter Abt Beinrich von Beisterback, der Dompropst Conrad und der Domdechant 
Goswin von Coin theilen dem Papst Bonorius UL, unter Wicderholung seiner Dulle vom 29. Juli 1223, die 
wortlich eingeriickten Bekenntnisse des Abts Heinrich von Abdinghof und seines Capitds vom 15. Marz 1224 
und des Capitels zu Busdorf vom 15. April 1224 mit. Ohne Jahr, Tag und Ausstellungsort. — Or. in zwei 
Ausfertigungen Fr. Paderborn U. 113. 

Die Siegel mit den Umschriften: SIGILLUM ABBATIS DE VALLE S. PETRI; CONRADUS DEI GRACIA MAIOR 
PREPOSITUS (et) ARCHIDIACONU8 COLONIAE; GOZWINUS DEI GRACIA MAIOR IN COLONIA DECANUS 
EX ARCHIDIACONUS sind an der einen Ausfertigung ziemlich gut erjialten. 

m. 

* Papst Honorius III. ernenni den CardinaUegaten Conrad und zwei Geistliche zu neuen Richtem fur die 

Angelegenheit der streitigen Paderborner Bischofswahl; indem er die von den Procuratoren der beiden Par- 

teien vor dem papstlichen Auditor, Cardinalbischof von Albano, vorgebrachten Grunde ihnen mittheilt , fordert 

er sie auf, die Sache nochmals zu untersuchen und die Parteien vor seinen Stuhl zu laden. 1224 Mai 7. 

m Lateran. — Or. Fr. Paderborn U. 112. 

Honorius episcopus sejrvus servorum Dei venerabili fratri Portuensi ! ) episcopo apostolice sedis legato 
et dilectis filiis . . abbati de Monte Veteri a ) Cisterciensis ordinis diocesis Coloniensis et Ebelino canonico 
Warmacien8i salutem et apostolicam benedictionem. Dilectis filiis A. maioris partis capituli Padeburnensis 
ecclesie ac L. sanctonim Petri et Andree prepositi procuratoribus in nostra presentia constitntis venera- 
bilem fratrem nostrum Albanensem episcopum dedimus auditorem, coram quo A. iam dictus proposuit, 
quod Padeburnensis ecclesia destituta pastore, cum convenissent canonici, ut de futuri tractarent electione 
pontificis, . . propositus . . decanus et maior ac sanior pars capituli magistrum Oliverium eorum cano- 
nicum virum dono scientie preminentem et morum honestate preclarum, salubrem in spiritualibus et fru- 
ctuosum in temporalibus elegerunt; pauci vero, sex videlicet, in eundem prepositum suos direxere con- 
sensus. Sane hii, qui magistrum memoratum elegerant, super quibusdam gravaminibus exprimendis ab 
ipsis et ne quicquam attemptaretur contra electionem ipsorum, nostram audientiam appellarunt, se ac 
sua protectioni apostolice supponentes. Prepositus autem cum suis electoribus ad venerabilem fratrem 
nostrum *) . . . Maguntinum archiepiscopum loci metropolitanum accedens petiit et obtinuit electionem de 
se lactam in absentia partis alterius post appellationem legitimam et alias contra sanctiones canonicas 
confirmari. Verum venerabiles fratres nostri . . . Ildesemensis 4 ) et . . de Sichem quondam Albersta- 
densis 5 ) episcopi et . . abbas de valle sancti Petri a sede apostolica delegati, non obstantibus quibusdam 
frivolis exceptionibus ab adversa parte propositis, electionem de prefato magistro celebratam canonice 
sententialiter confirmarunt, quorum sententiam procurator iam dictus approbations nostre robore petiit 
communiri et ad effectum executionis plenarie auctoritate nostra perduci. Fuit autem propositum ex 
ad verso, quod cum electio Padeburnensis episcopi non solum ad canonicos maioris ecclesie, verumetiam 
ad capitutym sanctorum Petri et Andree et . . . abbatem sancti Pauli de consuetudinario iure pertineat, 
quod tamen pars altera inficiabatur, omnino ad electionis predicte tractatum ecclesie utriusque capitula 
pariter convenerunt, quorum omnium votis per inquisitores voluntatum in eodem scrutinio redactis in 
scriptis et publicatis, postmodiun in communi collatione habita, tot de utroque capitulo inventi sunt in 



*) Conrad yon Urach. Vgl. die Abhandlong von Roth v. Schreckenstein in Waitz' Forsch. z. D. G. YD. 319 und nnten 
die Urkunde vom la August d. J. Nro. 130. — ■) Altenberg zwischen Gladbach und Burtscheid. — *) Sigfrid von 
Epstein. — *) Conrad II. von Riesemberg. Vgl. Nro. 114. — 6 ) Vgl. oben Nro. 114. 



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86 ""• 

prepositum consensisse, quod merito poterant maioris et sanioris partis prerogativa gaudere, presertim 
cum prepositus et decanus Padeburnenses , qui electionis tempore, ut dicebat, vinculo erant excommuni- 
cationis astricti '), annumerari eligentibus non deberent. Unde petebat, ut predictorum delegatorum irri- 
tato processu, quern ex predictis causis impetere nitebatur, quod per Maguntinum factum fuerat de pre- 
posito memorato auctoritate dignaremur apostolica confirmare. Quia vero super hiis nobis non potuit 
fieri plena fides, discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus vocatis, qui fuerant evo- 
candi et auditis hinc inde propositis tarn super processibus supradictis quam electionis modo, eligentium 
studiis et meritis electorum, prout instructioni cause videritis'expedire, causam ipsam sufficienter instru- 
ctam ad examen sedis apostolice referatis, prefigentes partibus terminum competentem, quo nostro se 
conspectui representent, iustam dante Domino sententiam recepture. Ceterum ne occasione protractionis 
huiusmodi sub dubio litis eventii grave, quod absit, incurrat ecclesia sepedicta dispendium, diligenti studio 
providere curetis, ne ab alterutra partium bona eius interim dissipentur, contradictores si qui fuerint vel 
rebelles per censuram ecclesiasticam appellatione postposita compescendo. Testes autem qui fuerint no- 
minati, si se gratia, odio vel timore subtraxerint, per censuram ecclesiaBticam appellatione cessante 
cogatis veritati testimonium perhibere. Quodsi non omnes hiis exequendis potueritis inter esse, tu ea 
frater episcope cum eorum altero nichilominus exequaris. Datum Laterani nonis Maii pontificatus nostri 
anno octavo. 

Die Bulle ist gut erhalten. 

128. * 

Die friiher ernannten 2 J drei papstUchen Bichter machen unter Wiederholung des ihnen vom P. Honorius 111. 
d. d; den 29. Juti 1223 ertheilten Commissoriums bekannt, dass sie unter Zuziehung zweier Assessor en, der 
Cdlnischen Domherren Conrad von Benninberg und Hermann von Engere, auf Grund der ihrem wesentUchen 
Inhalte nach eingeriickten Gestandnisse des Abts und des Convents von Abdinghof so wie des Capitels vom 
Stift Busdorf entschieden haben, dass die Wahl des Paderborner Bischofs nach gemeinem Bechte nur dem 
dortigen Domcapitel zustehe, weswegen sie dem Kloster Abdinghof und dem Stift Busdorf in Bezug auf ihr 
beanspruchtes Wahlrecht ein ewiges Stillschweigen auferlegt hatten. 1224 Mai 13. Im Domkloster zu Coin. 
— Or*. Fr. Paderborn Ch 114 ; gedr. Zeitschrift XV III. 5. 319*) und Schaten z. J. 1224. 

Ausaer den schon friiher beschriebenen Siegeln des Abts von Heisterbach , des DompropsteB Conrad und des Dom- 
dechanten Gozwin, hangen noch an: 

1. Das Siegel des Domherru Conrad von Renninberg; es en thai t das Brustbild eines Geistlichen mit der tJber- 
8chrift CONRADUS. tlber demselben halten zwei verschlungene Hande eine Waage, fiber deren einer Schale: 
DICTUM, fiber deren anderer tiefer gesenkten: FACTUM steht. Die Umschrift des Siegels aber lautet: NON 
RECDPIT LIBRA FIDEI SINE PONDERE VERBA. 2. Das Siegel des Domherrn Hermann von Engere j es stellt 
einen Geistlichen in ganzer Figur dar, mit der Umschrift: HERMANNUS DEI GRATIA QUOD EST. 

129. 

* Propst Volquin von Busdorf bestatigt die durch Ankauf eines benachbarten Houses bewirkte Erweiterung 
einer Stadt- Curie des Stifts. 1224 Juni 27. — Or. Stift Busdorf U. 17; Abschr. Msc. 1. 121 foL 5\ 

Universis Christi fidelibus presentis pagine inspectoribus V(olquinus) 4 ) Dei gratia beatorum aposto- 
lorum Petri et Andree Patherburnensium prepositus salutem in vero salutari. Notum igitur esse cupimus 

J ) Hiernach ware die Excommunication, welche die papstlichen Richter im J. 1221 fiber das Paderborner Domcapitel 
wegen verweigerter Aufnahme des Clerikers Ludolf ausgesprochen, trotz des Vertrages vom 26. Januar 1222 Nro 98 
im darauf folgenden Jahre 1223, wo die Bischofswahl stattfand, noch nicht suruckgenommen gewesen. *- ») Vgl* 
die Urkunden Nro. 116, 122—126. — *) Die dort gegebenen Schlussworte „Appensa sunt quinque sigilla etc." 
sind naturlich nur eine Privatbemerkung des spatern Absohreibers und stehen nicht im Originale. — *.) Da im Jahre 



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1224. §7 

omnibus hoc scrip turn intuentibus, quod H. de Werle nostre ecclesie canonicus aream Johannis sacerdotis 
curie ipsius adiacentem in presentia et cum consensu capituli nostri pro tribus marcis perpetualiter com- 
paravit et earn ecclesie ac prememorato H. contulimus absolute. Huius autem rei testes sunt: Conradus 
decanus, Heinricus de Etlen, Fredericus custos, Werno cantor, Johannes scolasticus, Regenhardus, Ger- 
hardus, Gonradus, Hermannus, Wilhelmus ecclesie nostre canonici. Ne ergo super eo innascatur aliorum 
diffidentia, presentem paginam habentem huius facti continentiam sigilli nostri et ecclesie corroboravimus 
inpressione. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°.XXIIII , indictione XII, V. Kal. Julii. 

Yon den ursprunglich angeh&ngten zwei Siegeln ist das des Props tes zum Theil erhalten, welohe eiuen Geistlichen 
in ganzer Figur darstellte. Von der Umschrift lassen sich die Buchstalen YOLQYINI noch deutlich erkenoen. 

130. 

* Cardinattegat Conrad, der Abt von Alienberg und der Domdechant von Speier verbieien *) den Amtleuten des 

Fiirstbisthums Paderborn, die Einkunfte ihrer Amter weder dem Propst Hetnrich von Busdorf noch dem Magister 

Oliver, welche beide beanspruchten als Bischof erwahlt zu sein, zu iiberantworten, sondern sie aufzubewahren* 

(1224)*) August 19. Coin. — Or. Fr. Paderborn U. 115; Abschr. s. XVII. Mse. VII. 5102. I. S. 71. 

C. miseracione divina Portuensis et sancte Rufine episcopus apostolice sedis legatus, . . abbaa de 
Veteri Monte Cisterciensis ordinis Coloniensis diocesis et Ebelinus decanus SpirensisfstW^, iudiees a sede apo- 
stolica delegati Andree de Eninhus, Heinrico de Nienhus, Godescalco de Ervete et Everhardo de Hesen 8 ) 
et omnibus villicis et officiatis et aliis reditus episcopatus Patherburnensis solventibus salutem in Domino. 
Causam, que inter maiorem partem capituli Patherburnensis et H. prepositum beatorum apostolorum 
Petri et Andree Patherburne de episcopatu vertitur, a domino papa recepimus instruendam, ita ut earn 
plene instructam summi pontificis examini remittamus. Inter cetera igitur tale mandatujn aocepimus: 

Ceterum ne occasione protractationis huiusmodi sub dubio litis eventu grave, quod abeit, incuxrat 
ecclesia sepe dicta dispendium, diligenti studio precavere curetds, ne ab alterutra parcium bona eius 
interim dissipentur, contradictores, si qui fuerint, vel rebelles, per censuram ecclesiasticam appellatione 
postposita compescendo. 

Auctoritate ergo domini pape archiepiscopo Coloniensi precepimus, quatinus reditu* episcopatus 
Patherburnensis colligi faciat futuro Patherburnensi episcopo conservandos. Vobis igitur auctoritate 
domini pape districte precipiendo mandamus, quatinus neque preposito Heinrico neque magistro Olivero 
neque eorum nunciis dictos reditus persolvatis, sed domino archiepiscopo Coloniensi vel eius nuncio,, 
quern ad hoc officium vobis transmiserit, dictos reditus exhibeatis. Si vero preposito Heinrico vel ma- 
gistro Olivero vel eorum nunciis dictos reditus episcopatus Patherburnensis persolveritis, sciatis nos V. 
preposito , J. decano Patherburnensibus dedisse in mandatis ut, quoscunque ex vobis nostri mandati inve- 
nerint transgressores, auctoritate domini pape excommunicent, et singulis dominieis diebus candelis ac- 
censis et campanis sonantibus in ecclesia Patherburnensi pro tante temeritatis excessu publico denun- 
cient excommunicatos et faciant ab omnibus arcius evitari. Quia enim in hac re mora periculosa est, 
mandatum domini pape negligere nee volumus nee audemus* Datum Colonie XHH. Kal. Septembris. 
Alle drei Siegel sind abgefallen. 



1231 der Propst von Busdorf Widekind heiast, and ein Propst dieses Stifts von 1224 bis dahin nicht weiter vorkommt, 
so lag e8 nahe, die Initiale Y. nnserer Urkunde auf seinen Namen zu beziehen. Doch constatirt das Siegel unserer 
Urkunde in der That einen Yolquin 1224 als Propst zu Busdorf. Wahrscheinlicherweise ist es der in der Busdorfer 
Urkunde von 1222 Nro 104 erwahnte Paderborner Domherr Yolquinus de Svalenbereh. Ygl. auch Nro. 118. — *) In 
ihrer Eigenschaft als neu ernannte papstliche Richter. Ygl. oben Nro. 127. — *) Der Legat war am 7. Juni 1224 in 
Coin angekommen. Cfr. Bcehmer R. J. 1198—1254 S. 373. — *) Ort im Paderbomsehen cfr. Erhard G. 236, 431. 



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88 



1334. 



131. 



* Dieselben beau fir agen den Propst und den Dechanten des Doms zu Paderborn, die fur stbischb /lichen Ami- 

leute, wenn sie vorstehenden Befehl missachten sollten, zu excommuniciren (1224:) August 19. Coin. — 

Or. Fr. Paderborn U. 116. 

C. miseracione divina Portuensis et sancte Rufine episcopus apostolice sedis legatus, abbas de Veteri 
Monte Cisterciensis ordinis Coloniensis diocesis et Ebelinus decanus Spirensis iudices a sede apostolica 
delegati dilectis in Christo V. preposito J. decano Patherburnensibus salutem in Domino. Causam, que 
inter maiorem partem capituli Patherburnensis et H(einricum) prepositum beatorum apostolorum Petri et 
Andree Patherburnensem de episcopatu vertitur, a domino papa sicut scitis recepimus instruendam. 
Inter cetera igitur tale mandatum accepimus: 

Ceterum ne occasione protractionis huiusmodi sub dubio litis eventu grave, quod absit, incurrat 
ecclesia sepedicta dispendium, diligenti studio precavere curetis, ne ab alterutra parcium bona eius 
interim dissipentur, contradictores si qui fuerint vel rebelles per censuram ecclesiasticam appellatione 
postposita compescendo. 

Auctoritate ergo domini pape archiepiscopo Coloniensi precepimus, quatinus reditus episcopatus 
Patherburnensis ecclesie colligi faciat, futuro Patherburnensi episcopo conservandos. Auctoritate eciam 
domini pape omnibus villicis et officiatis et aliis reditus episcopatus Patherburnensis solventibus districts 
mandavimus, quatinus neque preposito Heinrico neque magistro Olivero neque eorum nunciis dictos redi- 
tus persolvant, sed domino archiepiscopo Coloniensi vel eius nuncio, quern propter hoc eis transmiserit, 
dictos reditus exhibeant. Auctoritate ergo domini pape, qua fungimur in hac parte, vobis precipiendo 
mandamus, quatinus, si quos ex predictis villicis vel officiatis vel aliis mandati nostri inveneritis trans- 
gressores, auctoritate nostra excommunicetis et singulis dominicis diebus candelis accensis et campanis 
sonantibus in ecclesia Patherburnensi pro tante temeritatis excessu publice denuncietis excommunicatos 
et faciatis ab omnibus arcius evitari. Quia enim in hac re mora est periculosa, mandatum domini pape 
negligere nee volumus nee audemus. Datum Colonie XIIU Kalendas Septembris. 

Nur von den Siegeln des Abts von Altenberg und des Domdechanten von Speier sind Bruchstucke erhalten. 

132. 

* Abt Hermann von Corvey schliesst mit dem Grafen Heidenreich von Lutterberg l J einen Vertrag ab iiber 
die Besitzverhaltnisse der von Ersterem fur das Stift Corvey wiedererworbenen Burg Bramberg. 1224 De* 

cember 21. Corvey. — Or. 2 J mit dem J. 1222 Fr. Corvey *) Ur. 83; Abschr. Msc II. 101 S. 55. 

Hethenricus Dei gratia dictus comes de Lutterberch universis huius pagine inspectoribus notum 
esse cupimus quod cum inter abbatem Hermannum et ecclesiam Corbeiensem et nos controversia occa- 



S. von Munden zwischen Werra und Fulda. Busching IX. 292 erwahnt bei diesem im Fr. Gottingen gelegenen Orte 
kein Grafengeschlecht ; wohl aber bei dem Grubenhagen'schen Schloss Lauterberg oder Lutterberg am Harze, S. von 
Andreasberg. Doch fuhrte dies Geechlecht eigentlich den Namen der Grafen von Scharzfels. — Dass wir hier nur an 
das Gottinger Geschlecht dieses Namens zu denken haben, beweist wohl die N. von Munden auf dem rechten Weserufer 
im Bramwalde belegene Bramburg. — 2 ) Diese Urkunde ist an den eingeklammerten Stellen sehr zerstort, und in 
Gopiaren oder sonstigen Abschriften nicht erhalten. Falke kannte sie nicht und hat uberhaupt von diesen Besitz- 
verhaltnissen Corveys keine Ahnung gehabt. — *) Nach der Gaukarte von Wersebe lag die Bramburg im Pagus Logne, 
dem Leinegau. Das BeBitzrecht Corvey's daran beruhte also wohl auf den Schenkungen, die Ludwig der Fr. und 
Ludwig der D. dem Kloster in den Jahren 833, 834 und 840 mit Gutern in diesem Gau machten. Vgl. meine Kaiser- 
urkunden I. 33, 46, 81 und die Tradd. Corb. 247, 257 und 376 uber andere Schenkungen von Privatpersonen. 



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1J24. 89 

sione castri Bramborch, quod per ueggligentiam deperditum fuerat et ipsius abbatis expensis et laboribus 

recuperatum, verteretur tandem inter nos, tarn nostris quam dicti domini abbatis familiaribus et 

prudentibus ainicis mediantibus, talis compositio intercessit, quod videlicet inedietatem ipsius castri tarn 

nobis quam uxori nostre Beatrici nomine ad tempus vite nostre solummodo possidendi in feodo concessit, 

tredecim ministerialibus et hominibus ecclesie Corbeiensis, quorum nomina infra subnotata sunt, fidem 

dantibus, quod nulla in prefata castri medietate et aliis bonis nostris in vicino positis alienatio seu alia 

iniuria fieret ex parte ipsius abbatis. Ex parte vero nostra, ne ulla unquam fiat alienatio seu alia que- 

libet iniuria in prefato castro eidem abbati et ecclesie sue, sed post mortem nostram et uxoris nostre 

predicte libere et integre ad prefatum abbatem et eius ecclesiam revertatur, talis est facta securitas, 

quod videlicet nos super his fidem dedimus, interposuimus et luramentum domino Hermanno de Lippia, 

sororio nostro ') fidem similiter dante super liac securitate. Sub eadem etiam fide et iuramento nos 

obligavimus pro nostro procuratore, quern advocaium consuevimus appellare, quod ecclesie Corbeiensi in 

ipsius castri conservatione semper fidelis existat. Quoscumque etiam castrenses nos ex parte nostra in 

eodem castro locare decrevimus, nos domino abbati nominabimus eosdem, etsi ei et consiliariis eius visum 

fuerit, illoB talis opinionis et notitie viros esse, ut ipserum fideet iuramento in hac parte merito debeat 

esse contentus, ipse, ab eisdem fide data, ipsorum super castri securitate recipiet iuramentum. Si vero 

domino abbati et suis visum fuerit eosdem tales esse, ut ad ipsorum fi(km et iuramentum sit necessaria 

maior securitas, facienda est ab eis per sufficientes fideiussores. Janitor etiam et vigiles tam ex parte 

nostra quam domini abbatis in expensis communibus statuentur et illi tam nobis quam domino abbati, 

secundum ius utrique nostrum in ipso castro conpetens, ad eiusdem conservationem fidelitatem iurabunt. 

Turrim vero dominus abbas in ipso castro de propriis expensis perficiet et earn per suum famulum faciet 

custodiri, hoc tamen adiecto, quod ex parte supradicti H. de Lippia, sororii nostri, aliquis famulus de 

consilio ipsius abbatis et ecclesie sue ad custodiendam eandem turrim simul cum suo custode in suis 

expensis in ipsam turrim admittetur, qui pariter ad ipsius turris et castri secundum predictam formam 

conservationem iurabunt; et consimili iuramento fide nihilominus apposita tam nostri quam domini abbatis 

castrenses et ei et ecclesie sue et nobis se communiter obligabunt. Ut autem eidem abbati (et ecclesie 

sue reconpensationem aliquam pro summis (?) ad recuperationem) castri sepedicti impensis faceremus, 

promisimus, quod bona fide secum laborabimus, ut decime novalium exstirpandorum in silva, que Bram- 

waldt dicitur, cuius custodia que vulgo vorst appellatur ad nos pertinet, per Moguntine ecclesie dona- 

tionem, a qua in feodo nos tenemus easdem, ecclesie ipsius accedant, et si forsan hec donatio contingat, 

tunc nos et prefata uxor nostra ab ipso abbate earundem decimarum et etiam novalium medietatem 

usque ad tempus vite nostre et non ultra, sicut et de castro tenendo supra dictum est, inbeneficio tene- 

bimus, nil horum alicui umquam in feodo porrigendo, seu modis aliis alienando, residua medietate ad 

nostros usus libere pertinente. Sin autem huiusmodi donatio minus contingat, no§ tunc easdem decimas 

aliquibus de ministerialibus seu hominibus ecclesie Corbeiensis, quos ad id ipse decreverit abbas, ad 

ipsius usus concedemus seu quocunque modo ipse abbas et eius ecclesia decreverit, in quantum poteri- 

mus efficiemus easdem decimas ecclesie ipsius usibus deputare, donee earundem verum dominium forsan 

aliquando eidem ecclesie accedat. Ut autem hoc factum nulla oblivio deleat, aut aliqua malignantis 

ingenii posteritas infringat, presentem paginam tam nostri quam sororii nostri prefati H. de Lippia 

sigilli appensione fecimus communiri. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°. XXII , indictione 

XII 2 ); fideiussores vero nobis a domino abbate dati, qui et huius rei testes sunt, nomine et nuinero sunt 



') Bororius kana Scbwestereobn und Scbwager bedeuten. Doch constirt «Q8 den Lippeschen Regesten von Preuss und 
Falkmann nichts ibex diese Verwandtschaft Hermanns II. von Lippe 1196 — \2J9 rait dem Graflich Lutterbergiscben 
Hauee. — -) Wir glauben bei Datiruog der Urkunde der Indiction urn «o mehr folgen and in der Jahresznhl einen 
Schreibiebler statt 121*3 annebmon zu mussen, als Abt Hermann ira Jabre 1223 nocb Elect war. Allenfalls konnte 
man, wofur aucb Herr Dr. Veltman sich erklart, 122) lesen, aber daiui mnaste die Ind XIII sein. 
Weiti; Urk.-Buch. IV. 12 



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90 1114. 

hi: Hermannus de Lippia, Bernhardus et cognatus eius Hermannus de Holthuse, Hermannus Spechel, 
Albertus dapifer de Lippia, Raveno de Otberch, Albero de Reckerinchusen, Stephanus de Horehusen, 
Olricus de Westhem, Hermannus de Nigenkerken, Giselbertus de Winninchusen, Bertoldus marscalcus, 
Hereboldus de Amelungessen. Si vero horum quis defunctus fuerit, inde infra VI ebdomadas nobis alius 
loco defuncti fideiussor, si id exegerimus, substituetur. Datum Corbeie XII Kalendas Januarii. 
Beide Siegel sind abgefallen. 

133. 

* Albert, Abt zu Paderborn und Gerden 1 ), bestatiget, dass Gerhard, Priester in Volstesen 2 ), dem 
Kloster Gerden alle seine jetzigen und kiinftigen Giiler geschenkt und dafur die Briiderschaft des Klosters 
und eine vollstdndige Prabende erhalten habe. Zeuge Gerhard, Prior zu Gerden. 1224. — Regesl Msc. I.242K 
S. 33; VI. 224 S. 36. 

134. 

* Abt Hermann von Corvey ubertrdgt gewisse von einem seiner Vasallen ihm resignirte Giiter dem Hospital 
zu Corvey unter der Bedingung, dass sie einem Dicner des Hospitalars, der zwbtf Mark zum Kauf dieser 
Giiter beigesteuert hatte, und seinen Nachhommen auf ewige Zeiten in Erbpacht gegeben werden; sottle die 
Familie verarmen und von der Pacht zuriicktreten , so miisse ihr die beigesteuerte Geldsumme herausgezahlt 
werden. 1224. — Or. KL Corvey U. 84; Abschr. Msc. I. 134 S. 76 und 115. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas. Quoniam que 
geruntur in tempore, transeunt cum tempore, consuevit ea prudentum industria scripture memoria per- 
hennare. Sciant igitur tarn presentes, quam posteri, quod quidam, nomine Egeno de Lutherungen 8 ), 
conventus a quodam confratre nostro Alberto hospitalario bona, que in eadem villa in benefitio a nobis 
habuerat, accepta pecunia a iam dicto confratre nostro, ad manus nostras resignavit. Sane quidam 
prememorata bona alicui, ut coquine nostre deserviret, asserebant fore conferenda; fideles vero nostri 
super eo constanter a nobis sub fidelitate requisiti affirmarunt, predictum Egenonem hec bona non ob 
coquine obsequium, sed tanquam vasallum in benefitio tenuisse. Nos vero ipsa bona ad rationabilem 
predicti confratris petitionem hospitali in Corbeia contulimus, ita ut eorundem bonorum ordinatio, sicut 
et aliorum bonorum hospitali pertinentium, penes hospitalarium sit, et quicquid ex his provenire potuerit, 
pauperibus erogetur. Sed quia prefatus confrater totam pecuniam pro predictis bonis persolvendam per 
se habere non poterat, quidam suus famulus, nomine Hermannus, qui fideliter ei diu deservierat, subvenit 
ipsi in pecunia, quam cum uxore sua nomine dotis acceperat, videlicet XII marcis. Redemit et idem 
Hermannus XII iugera in monte qui dicitur Mallenberch pro dimidia marca a quodam, qui inde hospi- 
talario pensionem solvebat. Hospitalarius vero pro tam utili facto famuli sui porrexit eidem et uxori et 
filiis suis eadem bona, addens eis unum mansum hospitalis, ut de his bonis omnibus, tam emptis quam 
redemptis et adiectis simul manentibus, persolverent hospitali in Cathedra Sancti Petri XVI solidos Hu- 
xariensis monete et nullus hospitalarius eum vel aliquem heredum suorum, quamdiu predictam pensio- 
nem persolverent, ab hisdem bonis in posterum alienet. Si autem idem Hermannus, seu aliquis heredum 
suorum depauperatus, prefatam pensionem persolvere non potuerit, provisor hospitalis predictam pecu- 
niam, videlicet XII marcas, eis restituet. Nos igitur hoc factum ratum et inconvulsum cupientes per- 



') So beide Handschriften. Es hat doch etwas Aaffallendes, den Abt von Abdinghof zngleich als Abt eines Frauen- 
klosters bezeichnet zu sehen, wenngleich ihm wohl ein AufsichtBrecht uber dies Frauenkloster seines Ordens zustand. 
Vgl. die Gerdener Urkunde von 1230. — *) Volsen SW. von Gerden. — *) Luchtringen , auf dem rechten Weser- 
ufer, NO. von Hoxter. 



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1224 91 

manere, hanc in munimentum paginam conscriptam sigillo nostro et beati Viti sigillo inpressam, testibus 
annotatis, roboravimus. Testes hi sunt: Hugo prior, Esquinus prepositus, Conradus camerarius, Lude- 
gerus et alii plures de conventu. Laici: Ludolfus dapifer, Hereboldus de Amelungessen, Bertoldus mar- 
scalcus, Giselbertus de Winningehusen, Godefridus de Godelunxen, Godefridus de Herebramen et alii 
quamplures. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XXIIH , prelationis nostre anno primo. 

Das Siegel des Abts ist abgefallen, von dem Siegel des heiligen Vitus aber noch era grosseres Bmchstiick vorhan- 
den mit einem jugendiich schonen Kopfe *) innerhalb eines ovalen Ringes und zweier concentrischer Kreise. 
Zwi8chen diesen beiden befindet sich die Umschrift, wovon noch das Wort VITUS zu erkennen ist*). 

135. 

Griindung der Neusladt Herford durch die Abtissin Gertrud von Lippe und den Erzbischof Engelbert von 

Coin auf dem Gebiete des abteilichen Hofes Libbere. 1224. — Or. GefursL Abtei Herford U. 32; gedr. 

Zeitsch. des histor. Vereins fur Niedersachsen. 1858 5. 96—98. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Gertrhudis divina favente gracia Hervordensis abbatissa 
universis quibus hec exhibita fuerit pagina salutem in Domino. Sciant omnes ex presenti scripto tarn 
posteri quam presentes, quod* cum in Hervordia novum oppidum fundaremus et pascua non haberent 
incole, tali pacto per nostrum et totius ecclesie consilium cum fideli nostro Florentio 2 ) villico in Lib- 
bere et filiis suis super habendis pascuis convenerunt. Nos ante omnia ipsam curiam Libbere in ipsum 
oppidum locari constituimus cum omni integritate et libertate, quam extra oppidum longis retro tempo- 
ribus dinoscitur habuisse, tarn nobis et ecclesie quam villico et litonibus iugiter optinenda. Deinde con- 
stitutum est et firmatum, ut quicunque civium novi oppidi pascuis eguerit, pro habendis illis dabit sin- 
gulis annis prefato Florentio villico nostro seu suis sequacibus in proxima die post festum Mychahelis 
pullum unum, quern si requisitus non dederit, proxima sequenti die duos debet et solvet, Exhinc dictus 
Horentius villicus de nostra licencia et voluntate assignavit prefatis civibus quicquid pascuale est gregi- 
bus ipsorum et pecudibus in omni usuario graminis sive communi quod maichia vocatur, sive singulari 
quod sundere nuncupatur, exceptis pratis et piscinis que ipsi curie Libbere specificata pacificantur. Ea 
interposita pactione, quod si quid de hiis, que in singulari sita sunt usuario, voluerit ad culturam fru- 
gum redigere, si cives ipsi excolere voluerint, liberum sit ipsi villico sub annua et conpetenti pensione 
ipsis dare seminandum, preter paludem que iuxta portam ad sinistram partem extenditur, que semper 
ad pascua vacare debet a seminando. In qua dictus Florentius domum obtinet ad lateres coquendos et 
facultatem ad cespites effodiendos 4 ) in usus molendini; aliter ad gramina vacabit eadem palus, nisi forte 
de communi civium consensu ad alios usus redigatur, et inde tunc villi cus debitam et annuam percipiat 
pensionem. Quia vero hec ordinatio placuit utrique parti, a nobis et a Gerhardo, quern venerabilis 



') Das eigentliche Siegel war meines Erachtens urspriinglich eine an tike, als Ring gefasste Gemme, die insofern hier 
nicbt passt, als der Kopf darin jedenfalls einen urn 10 Jahr alteren Jangling darstellt, als St. Vitus war, der als 
pner septennis daB Martyrium litt Vgl. meine Kaiserurkunden I. 33. Leider ist dies das einzige Exemplar des 
St. Veits Siegels, das wir besitzen. — ') Ungefahr entspricbt es der Abbildung bei Falke tab. 1.8 oben, doch ist es 
tboricht von ihm, den h. Vitus dort mit einem stattlichen Backenbart darzustellen , der auf unserm Siegel sich nicht 
findet. tJbrigens bemerken wir, dass die Urkunde, wozu er diese Abbildung gibt, in der bei ihm S. 70.1 vorliegenden 
Gestalt fahch und ebenso wie das tab. I. Nro. 8 unten befindliche Siegel des Abts Erkinbert von Falke untergescho- 
ben ist. — *) Aus dem Geschlechte derer von Quernheim. Aus dem Archiv der von der Abtei Herford relevirenden 
Lehnguter der Familie von Quernheim, spater von Westfalen, welches ich aus dem Mooyer'schen Nachlasse fur uns 
erstanden, ist diese Urkunde in das hiesige Staats- Archiv gelangt. Vgl. auch die Urkunde vom 1?9. Julii 1282. — 
*) Ob Torf graben? Die Worte „in usus molendini" beziehen sich wohl bloss auf hausliche Feuerungen in der 
Muhle. 

12* 



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92 1224 

doininus Coloniensis archiepiscopus Iraic prefato oppida pro medietate iuris eui prefecit r ), approbata est 
et per hoc presens scriptum cum nostri sigilli munimine roborata. Testes hii sunt: Hildegundis prepo- 
sita, Jutta decana; clerici: Frederieus, Bertramus, Johannes, Sifridus, Remboldus; laici: Tetmarus came- 
rarius, Arnoldus pincerna, Heinrieus, Johannes fratres, Johannes, Hermannus, Lodowicus, Godescalcus 
et alii quamplures. Datum anno gracie M a .CC°.XXIIII a . 
«Das Siegel ist abgefallen. 

136. 

* Abt Winrich von Marten [eld tauscht mil der Her [order Ablissin Gertrnd Guter aus. 1221. — Or. Gefurst. 

Ablet Her[ord V. 33; Abtchr. Msc. VII. 3301 p. 33. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Winricus divina permissione abbas in campo sancte Marie 
et conventus eiusdem ecclesie, cunctis fidelibua quibus hec oblata fuerint in perpetuum. Cum simus 
omnes in Christo corpus unum, convenit nos invicem, tamquam unius corporis membra, karitatis glutino 
coherere et in utilitatibus seu commoditatibus mutuis concordare quia cor unum et anhna una. Inde 
est, quod cum Herrordensis ecclesia contiguum nostris bonis haberet mansum in villa Remesen 2 ) nobis 
utilem magis et commodum, quam ip&i, et nos haberemus alium manstfm in villa Dorenberg*) eidem 
ecclesie magis commodum et utilem quam nobis: complacuit venerabiK abbatisse Gertrudi et collegio 
ipsius universo ex una parte, complacuit et nobis ex parte altera, ut mansus noster cum omni utilitate 
transiret in ins et possessionem ipsarum et versa vice mansus earum in ius et dominium nostrum cum 
omni similiter integritate ac Iegitima commutatione rediret, quod et factum e6t et a domino Volquino 
de Sualenberg in curia Godesberge 4 ) banno regio confirmation. Ne autem huius tam amicabilis et utilis 
commutationis in posterum nlla sit refragatio, placuit utriusque ecclesie scriptis et sigillis hoc factum 
communiri. Nos igitur de communi totiu& ecclesie noetre consensu et approbatione, predictam cambitio- 



l ) ©ber die Reente des Erzbischofs von Coin in Herford, vgl. meine Kaiseruritanden I. 303 a. 311, findet sichMsc VU. 
5208 fol. V und 3324 B fol. 106' Folgendes aufgezeichnet. 

Archiepiscopus ecclesie Coloniensis per Romanorum pontifices et imperatores datus est tutor 
et defensor ecclesie collegiate Hervordensi exempte ad tuendum et defendendum ipsam ecclesiam, 
personas, res et bona, iura, exempciones, Iibertates et privilegia eiusdem propter sexus mulie- 
bris fragilitatem. Et in signum et indicium plene libertatis et exempcionis huiusmodi recepit idem 
archiepiscopus nomine eorundem*) r videlicet Romanorum pontificum necnon imperatorum duas 
candelas cereas, quarum quelibet est septem Iibrarum cere, impendendas per ipsam abbatissam 
singulis annis et solvendas in ecclesia Coloniensi in purificatione beate virginis, ut eandem eccle- 
siam, personas et res ad ipsam pertinentes tamquam earum tutor et defensor huiusmodi exem- 
pcionis et libertatis dictus archiepiscopus pro tempore auctoritate apostolica et imperiali omnino 
liberas habeat, conservet ac defendet, quodque abbatisse dicte ecclesie munus confirmacionis dicte 
auctoritate apostolica impendat et res eiusdem ecclesie Hervordensis absque exactione et dono 
thelonii libere pertransire permittat ante thelonia sua et ecclesie Coloniensis, et ab aliis aucto- 
ritate apostolica et imperiali tueatur et defendat. 
Viel inhaltreicher in dieser Beziehung aber sind die Angaben det Bestandes des Marschallamtes in Westfalen, bei 
Seibertz U.-B. I. S. 636 und 637, so wie der unten folgenden Urkonde vom 9. October 1281. 
*) earundem stent im Text verschrieben. 

*) Remse Kspl. Marienfeld. — *) Zwischen Herford und Halle. — *) Dornberg gehorte zum Herford'schen ofRcium Go- 
desberghe, dessen Name noch heute im „ Meyer zum Gottesberg" N. von Kirchdornberg erhalten ist NW. von letz- 
terem liegt der Gottesberg selbst. 



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1224. 93 

nem scrip to presenti firmamus, nostri sigilli testimonium inprimendo et testium nomina subscribendo. 
Qui sunt: Godefridus prior, Wicboldus supprior, Arnoldus cellerarius, Johannes custos, Ludolfus hospi- 
tals 1 ), Johannes, Burchardus vestiarius et alii plures de conventu nostro; Burchardus et Bernhardus 
conversi; item Halt advocatus de Bosincvelde, Gerhardus iudex, Brunstenus dapifer, Willelmus frater 
dapiferi de Sualenberg, Ernestus Bere, Boyko, et alii quamplures. Acta sunt hec anno dominice incar- 
nationis M°.CC°.XXIIII , indictione XII. in nomine Domini nostri Jesu Christi feliciter. Amen. 
Das Siegel fehlt. 

137. 

* Abt Albert und der Prior von Abdinghof, als Exeeutoren der papstlichen Richter, des Cardmallegaten 

Conrad von Porto und des Abts von Allenberg, denunciren Beinrich von Brakel, Propst von Busdorf, der 

sich noch immer als erwahlter Bischof von Paderborn gerire, und eine ganze Beihe seiner Anhanger unter 

den Gets I lichen und Bittern des Bisthums als excommunicirt. O. J. und 0., ivahrscheinlich aber aus dem 

Ende 1224 oder Anfang 1226. — Or. Fr. Paderborn U. 117. 

A. Dei gratia abbas, . . . prior beatorum apostolorum Petri et PauK Paderborn. execu tores 
hulicum delegatorum a domino papa, scilicet domini C. Portuensis episcopi apostolice sedis legati, et 
. . . abbatis Veteris Montis Coloniensis diocesis. Recepimus, quatinus H. prepositum beatorum aposto- 
lorum Petri et Andree Paderborn. qui se pro Paderbornensi gerit electo, ab eis excommunicatum face- 
remus per diocesim Paderbornensem et per di versa loca excommunicatum publice nunciari, in supradictis 
procedentes secundum quod nobis videretur expedire. Quia vero preceptum iudicum delegatorum obmit- 
tere non audemus et melior est obedientia quam victime: nos auctoritate domini C. Portuensis et S. Ru- 
fine episcopi apostolice sedis legati et . . . abbatis Veteris Montis iudicum a domino papa delegatorum 
et per eos auctoritate domini pape, dominum H. prepositum beatorum apostolorum Petri et Andree 
Paderborn. omnibus robis excommunicatum publice denunciamus, universitati vestre sub pena excommu- 
nicationis precipientes, ut nullus vestrum eidem H. dicto preposito communicare presumat. Quia homines 
inferius denotati dicto H. preposito communicaverunt et communicant et eum in malicia sua in quantum 
possunt defendunt, nos auctoritate dictomm iudicum omnes hos clericos subscriptos ab omnibus benefi- 
ciis suspendimus et excommunicamus, scilicet Thetmarum de Pathberich, Heinricum de Foro, Heriman- 
num de Borie, Conradum plebanum, Johannem Crisantum canonicum Osnaburgensem, Albertum plebanum 
de Wartberich, Conradum scolasticum Nove-Ecclesie, Ernestum sacerdotem de Brakel, Thetmarum de 
Isthincthorp, Alexandrum de Dacburich, Johannem de Natesungen, Everwinum de Sancto Monte 2 ), Jo- 
hannem de Suthem, Johannem de Wellethe, Heinricum de Tullethe, Andream de Herisia, Heinricum de 
Xienkerikin, Ambrosium et Johannem de Wremlo 8 ). Insuper excommunicamus hos laicos subscriptos: 
Hermannum, Wernerum, Bertoldum fratres dicti H. prepositi de Brakel, Lippoldum, Hermannum de 
Osdagessen, Andream de Einenhus, Bernardum de Osethe 4 ) milites. Auctoritate ergo iudicum predicto- 
rum a domino papa delegatorum, sc. domini Conradi Portuensis et S. Rufine episcopi apostolice sedis 
legati et . . . abbatis de Veteri Monte universitati vestre districte precipiendo mandamus et sub pena 
excommunicationis et suspensionis ab officio vobis interdicimus , ne aliquis vestrum alicui prescriptorum 
in aliquo communicare presumat. Ego . . . prior beatorum apostolorum Petri et Pauli Paderburnensis, quia 
proprium sigillum non habeo neque habere eonsuevi, presentes literas pro me ecclesie mee sigillo sigillavi. 
Die frfiher an der Urkunde vorhandenen zwei Siegel sind abgefallen. 



l ) So hat ausgeschrieben die Urkunde wohl statt hoepitalarius. — ^ Heiligenberg bei Hoxter. — ^ Wohl Vuremlo , d. L 
Wormeln, zn leeen. — ♦) Der spatere Graf der Stadt Paderborn, wohl Keflfe B. Bernhardt III. 



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94 *3SS. 



138. 



* Abt und Convent von Belmershausen waren vom Bischof Bernhardt UL von Paderborn wegen Erbauung 
einer Burg excommunicirt worden l J, hatten aber nach dessen Tode bet Honorius 111. durchgesetzt , dass er 
rsuchung dieser Streitfrage dem Abt von Reinhausen und andern Geistlichen 2 J iiberlrug, gegen deren 
n jedoch das Paderborner Domcapitel Appellation beim Papste einlegte, worauf er eine neue Commis- 
f den Miinsterschen Dechanten von Ludgeri und Martini und einem dortigen Domherrn bestehend 
. Trotz der eingelegten Appellation hatten aber der Abt von Reinhausen und seine Collegen die Ex- 
ication iiber das Paderborner Domcapitel ausgesprochen, weswegen der Papst die letztgenannten 
iter anweist, dieselbe aufzuheben, und den Prozess zu entscheiden. 1225 Januar 27. Later an. — 

Or. Kl. Belmershausen U. 7. 

aorius episcopus, servus servorum Dei dilectis filiis . . . S. Ludgeri et . . . S. Martini decanis et 
nico Monasteriensi salutem et apostolicam benedictionem. Exhibita nobis capituli Padeburnensis 

petitio continebat, quod cum olim . . abbas et conventus de Helmundeshusen Padeburnensis 

quoddam castrum in quodam loco, ubi monasterium et monachorum conventus fuerat, in eius- 
rituli grave preiudicium construxissent 8 ), quia iidem abbas et conventus a . . . . bone memorie 
nensi episcopo, diocesano eorum, frequenter ammoniti exinde satisfacere pertinaciter contempne- 
lem episcopus in eos excommunicationis sententiam, exigente iustitia, promulgavit. Quo interim 
de medio, predicti abbas et conventus suggerentes nobis 4 ) quod predictum capitulum prefatam 
unicationis sententiam in eorum preiudicium executioni mandarat, super hoc ad abbatem de 
isen et eius collegas nostras contra eos litteras impetrarunt. A quibus iidem sentientes indebite 
m, pro eo quod ipsos ad locum non tutum citantes eis nolebant alium assignare securum, humi- 
juisiti ad nostram audientiam appellarunt et appellationis sue causam obtinuerunt a nobis vestro 

delegari. Et licet vos iudicibus predictis scripseritis, ut ab eiusdem negotii executione cessarent, 
os de appellatione cognosceritis, eadem nichilominus tamen illi appellationis causa pendente in 
capitulum excommunicationis sententiam promulgarunt. Quo circa discretioni vestre per apostolica 
mandamus, quatenus, si est ita, eandem excommunicationis sententiam denuntiantes penitus non 
in eodem negotio iuxta formam in aliis litteris vobis traditam, sublato appellationis obstaculo, 
tis, alioquin partes ad abbatis de Reneshusen et eorum coniudicum remittatis examen, impetrantes 
nsis legitimis condempnando. Quod si non omnes hiis exequendis potueritis interesse, duorum 

ea nichilominus exequantur. Data Laterani VI. Kal. Februar. pontificatus nostri anno nono. 
Die gat erhaltene BuUe fuhrt die Inschrift: HONORIUS PP. III. 

ir ersahen aus der Bulle vom 26. Januar 1223 oben Nro. 110, dass Honorius III. das der Romischen Kirche unmittelbar 
berstehende Kloster Helmershausen dem Erzbischof von Coin zum Schutz anbefohlen hatte, was offenbar mit dem 
*eben des Elosters , sich von Paderborn unabhangig zu machen , zusammenhangt. — 2 ) Die folgende Urkunde ergiebt, 
is dies der Abt von Stene und der Propst von Wine the waren. Vgl. Nro. 112. — 8 ) Obwohl das castrum nicht genannt ist, 
liegt doch die Vermuthung nahe, dass dies Helmershausen war und dass der Bischof Bernhard III. die Erbauung 
iser Burg auch urn deswillen als einen Eingriff in seine landesfiirstlichen Rechte betrachten musste, als der Abt 
i Helmershausen die Halfte der Stadt Helmershausen an den Erzbischof Engelbert von Coin abgetreten hatte (vgl. 
i Urkunde vom 16. Juli 1220 bei Schaten u. Wenck H. 14 1), welche, wie wir spater sehen werden, als Herzoge 
i Sacluen die Territorialhoheit Paderborns in jeder Weise zu beschranken suchten. Paderborn selbst aber glaubte 
imershausen gegenuber sich um so mehr im Rechte, als dies Kloster durch Urkunde Kaiser Heinrichs II vom 
Juli 1017, Erh. R. 88? C. 93, ihm incorporirt worden war. Doch waren diese Unterordnungsverhaltnisse Hel- 
rshausens von Anfang an streitig. Ygl. Erhard R 928 z. J. 1024 und das dort Citirte. Nach dem fur Paderborn 
demuthigenden Essen'schen Frieden vom 24. August 1256, suchte Erzbischof Conrad von Coin die angefuhrte Bulle 
aorius III. vom J. 1223 zur Begrundung seines Schutzrechtes iiber Helmershausen wieder hervor. Ygl. die Urkunde 
\ vom 20. October 1260. — 4 ) Also nach dem Jahre 1216, wo Honorius III den papstlichen Stubl bestieg, woraus 
vorgeht, dass der erwahnte Bischof von Paderborn, Bernhard HI., der am 28. Marz 1223starb, gewesen sein muss. 



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UJS. 95 



139. 



* Drei pdpstliche Richter lassen in Ausftihrung des obigen Befehls Papst Honorius* HI. von ihren Executoren, 
die Able von Stene und Reinhausen, den Propst von Winethe x ) und den Convent von Belmershausen mit der 
Androhung fur excommunicirt eiklaren, dass alle diqenigen, welche im Namen dieser Excommunicirten iiber 

das Paderborner Domcapitel die Excommunication aussprechen vmrden, gleichfalls excommunicirt 
seien. 0. J. (1225) *J. — Or. Fr. Paderborn U. 119. 

A. Dei gratia abbas et . . prior Paderburnensis, executores iudicum delegatorum domini pape vide- 
licet U. sancti Martini et H. sancti Lutgeri decanorum et A. canonici Monasteriensium, prepositis decanis 
et plebanis cunctisque ecclesiarum prelatis ad quos presens scriptum pervenerit, salutem in Domino. 
Mandatum predictorum iudicum delegatorum accepimus, quatinus in Reinehusen et in Stene abbates et 
prepoBitum in Winethe et conventum Helmwordeshusensem pro eo, quod Paderburnensis capituli appel- 
lationis causam eis commissam impediverint hactenus et impedire laborant, ab eis excommunicatos sin- 
gulis dominicis diebus et precipuis festis in diocesi Paderburnensi et in diocesibus, in quibus predicti 
abbates et prepositus fuerint conversati , excommunicatos faceremus publice nunciari et ab omnibus arcius 
evitari, contradictores et rebelles per censuram ecclesiasticam cohercentes. Cum ergo mandatum iudicum 
delegatorum obmittere nullatenus audeamus, universitati vestre sub pena excommunicationis precipiendo 
mandamus, quatinus singulis dominicis diebus et precipuis festis dictos in Reinehusen et in Stene abba- 
tes et prepositum in Winethe et conventum Helmwordeshusensem auctoritate domini pape excommunick- 
tos publice nuncietis, facientes eosdem ab omnibus arcius evitari. Universitati etiam vestre sub pena 
excommunicationis precipiendo mandamus, quatinus omnes, qui sepedictorum abbatum et propositi aucto- 
ritate capitulum Paderburnense excommunicaverint vel excommunicatos denunciaverint, vos auctoritate 
domini pape singulis dominicis diebus et precipuis festis in ecclesiis vestris excommunicatos publice nun- 
cietis, facientes etiam tales tanquam illusores et infamatores ab omnibus arcius evitari. 
Yon dem Siegel des Abts Albert von Abdinghof ist der obere Theil erhalten. 

140. 

* Abt Hermann von Corvey stellt die Rechte der Horigen von den Corvey'schen Amtshofen fest und sucht sie 

hierdurch vor ganzlicher Knechtschaft zu bewahren. 1225 Februar 14. — Abschr. Afsc. 1. 133 f. 9 — 10. 

Universis Christi fidelibus presencia visuris sen audituris nos Hermannus abbas, prior, prepositus 
totusque conventus ecclesie Corbeiensis salutem et cognoscere rei scrip te veritatem. Noveritis, quod ex 
antiquo iure et approbata consuetudine hoc apud nos et circa scultetos nostros ac eorum villicationibus 
adherentes, scilicet litones qui howelinge vulgariter nuncupantur, debetur inviolabiliter observari, quod 
ipsi sculteti, quicunque fuerint, nobis et ecclesie nostre ad solucionem consuete pensionis fideliter tene- 
buntur; deinde hii idem litones nobis et dictis scultetis ex parte nostra occasione agrorum quos colunt 
ad honesta et consueta servicia obligari videntur. Ita sane quod non violentia servitutis importune op- 
primantur, sed semel nobis et eis estatis et secundo hyemalis tempore cum familia, quando ad ipsos vene- 
rimus, ad recipiendum et procurandum nos utique tenebuntur. Ut dicti sculteti ad solutionem pensionis 
uberius sufficiant, a prefatis litonibus curruum et aratrorum suorum servicia poterunt interdum requirere 
moderata, et nequaquam a nobis et ecclesia nostra ipsos vendere poterunt seu alienare nee eorum ser- 



>) Weende N., Reinbausen S. von Gottingen, Steina N. von Weende. Vgl. oben Nro. 28, 112 und 138. — *) Naoh Mass- 
gabe der vorstehenden Helmershausener Urkunde. Die Executoren sind die namlichen wie bei der Excommunication 
des Gegenbischofs Heinrich von Brakel, oben Nro. 1 37. 



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96 *ai5. 

vitute ad libitum suum abuti vel suos quomodolibet proprios arbitrari. In cuius rei testimonium robur 
perpetuum et munimen presens instrumentum conscribi fecimus et nostro sigillo ex certa nostra con- 
scientia firmiter iussimus roborari. Datum anno Domini M°.CC°.XXV°, ipso die Valentini martyris. 

141. 

* Papst Honorius III. bestatigt die Wahl des Magisters Oliver als Bischof von Paderbom und cassirt die 

seines Gegners des Busdorfer Propstes Heinrich von Brakel, in Bezug auf den er sich weitere Schrilte vor- 

behalt x ). Zugleich befiehlt er den Edlen und Almisterialcn des Bisthums, dem Oliver 2 J den Eid der Treue 

zu leisten. 1225 April 7. Lateran. — Or. Fr. Paderbom U. 118. 

Honorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis nobilibus et ministerialibus Padeburnensis 
ecclesie salutem et apostolicam benedictionem. Auditis et intellects que super electionibus de dilecto 
filio magistro Olivero canonico Padeburnensis ecclesie ac Henrico quondam preposito ecclesie sanctorum 
apostolorum Petri et Andree a canonicis Padeburnensibus electis fuere proposita coram nobis, de fratrum 
nostrorum consilio electionem de predicto Henrico presumptam et quicquid ex ea secutum est vel ob 
ipsam irrita iudicavimus , electionem de magistro Olivero celebratam a maiori parte capituli confirmantes. 
Illud autem quod super usu falsarum litterarum de ipso Henrico fuit propositum coram nobis, nostre 
providentie reservavimus, de rigore vel misericordia circa ipsum, prout eius exegerint merita et expedire 
viderimus, processuri. Quia vero, quo est came spiritus et anima corpore dignior, eo debet spiritualis 
pater carnali amplius honorari, per apostolica vobis scripta mandamus, quatinus eidem electo tamquam 
patri et pastori animarum vestrarum plene ac bumiliter intendatis, ei sicut tenemini exhibentes iuramenta 
fidelitatis et in ecclesie sue negotiis fideliter assistentes, plene insuper eidem de iuribus ipsi ecclesie a 
vobis debitis responsuri. Alioquin sententiam, quam ipse rite tulerit in rebelles, ratam habebimus et 
faciemus auctore Domino inconcusse servari. Datum Laterani VII. Idus Aprilis pontificatus nostri 
anno nono. 

Die Bleibulle ist abgefallen 

142. 

Graf Conrad und seine Briider Otto und Heinrich 8 J bestatigen die vor sechszig Jahren von ihren Vor- 
fahren der Kirche zu Gerden gemachte Schenkung der Giiter zu Pickelsen. Die anwesenden Zeugen sind: 



x ) Was dem Papst in Betreff Heinrichs super usu falsarum litterarum vorgeiragen wurd«, lasst vermuthen, dass er sich 
durch verfalschte oder erfundene papstliche Briefe habe im Besitz des Bisthums aufrecht erhalten wollen. — *) Oliver 
scheint aber als anerkannter Bischof nur ganz kurze Zeit in seinem Bisthum verweilt zu haben. Denn schon am 
28. Juli 1225 finden wir inn als Zeugen in der Urkunde, welche K. Friedrich II. an diesem Tage apud S, German urn 
ausstellt, erwahnt, cfr Bohmer R. J 1198 — 1254 S 129, und bereite am 27. September desselben Jahrs schreibt 
Papst Honorius III. an das Paderborner Domcapitel, dass er ihren Erwahlten Oliver, der der Weihe wegen vor ihn 
gekommen, zum Bischofe von Sabina ernannt, und beauftragt sie, eine neue Wahl vorzunehmen. Bohmer ib. p. 330 
der die beziigliche Bulle, bei Ughelli I. 168, datum Reatse V. Kal. Octobr. anno pont. X. mit Recht in's Jahr 1225 
setzt, wahrend Schaten sie falschlich dem folgenden zuschreibt und so die Chronologie verwirrt. Am 2. Februar 
1226 ist sein Nachfolger Wilbrand von Oldenburg schon erwahlt, vgl. Westf. Urk -Buch III. 220, vermittelte und unter- 
eiegelte auch am 1. Mai 1226 den Ravensberger Theilungsvertrag ib. 229 und belehnte seine Nichte Sophie mit dem 
im Bisthum Paderbom belegenen Giitern ihres Gemahls Otto von Ravensberg ib. 230, so wie ib. 244, 247 andere 
Urkunden von ihm aus dem J. 1227. Endlich werden wir unten eine Urkunde des Bischofs Simon aus dem August 
1264 geben, worin derselbe ein 1227, indict. 15, pontif. nostri anno J ausgestelltes Document Bischof Wilbranda 
transsumirt. — «) von Spilcker hat, trotzdem er diese Urkunde im Anhange seines Werkes abdruckt, sie fur die 
Stammtafel der Graf en von Everstein nicht benutzt. Dass ihre Auss teller Graf en von Ever stein gewesen, erweist 
die Helmershausener Urkunde von 1223 oben Nro. 117, die unter den Zeugen aufifuhrt: Conradus, Otto, Henricus, 
fratres de Everstein. Dies wird dann auch durch den Ausstellungsort Cugelenberc i Schloss Eogelnberg bei Yolk- 



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1225. 97 

Eckehard Propsl zu Gerden etc und die Hitter: Hermann Biercule, Anton von AUenhusen, Henrich Pancoke, 

Johannes Jude, l ) Gripe, Udo de Wethen; und die Servi: Everhard, Bertram von Lovene, 

Hermann, Joachim von Rinbike. Datum in Cugelenberg 1225 den 19. Junii. — Regesten Msc. I. 242K S. 33. 
VI. 224. S. 37 \ vollstandig gedruckt bei von Spilcker die Grafen von Ever stein U.-B. S. 50. 

143. 

* Erzbisehof Engelbert von Coin gestattet den Verkauf Colnischer Lehnsgiiter an das Kloster Bredelar und 
iiberlrdgt diesem das Obereigenthum derselben. 1225 Anfang Novembers. Soest*J. — Or. Kk Dalheim 

V. 16; Abschr. Msc. I. 127 fol 35'. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. E(ngelbertus) divina miseratione sancte Coloniensis sedis 
archiepiscopus universis hanc paginam inspecturis in perpetuum. Quoniani nostra interest, pauperum 
Christi consulere et eonim indempnitati cavere, significamus presentibus et futuris, quod Godefridus miles 
de Meischethe bona quedam in Nutlon 8 ) ab ecclesia nostra in pheodo tenuit, ex quibus bonis patrueli 
suo Heinthenrico de Nutlon circiter VI mansos inpheodaverat. Convenit autem Godefridus cum mona- 
sterio de Breidelar super eisdem bonis et mediantibus quibusdam fidelibus ab utraque parte in hunc 
modum processum est: Henthenrico quidem XVI marce denariorum, Godefrido vero XXIIII marce dena- 
riorum solventur, et quicquid idem G. in Nutlon de nostra ecclesia habuerat in agris cultis et incultis, 
in silvis, pratis, pascuis, totaliter cedit in usus monasterii. Verum quia nostra donatio in huiusmodi 
contractu summe necessaria fuit, primo quidem Henthenricus VI mansos Godefrido, dein Godefridus to turn 
quicquid ibidem possederat pertinens ecclesie nostre circiter XII mansos in manus nostras resignavit, nos- 
que propter spem, que in Deum est, monasterio contulimus. Nam constituti apud Sosatum oppidum 
nostrum cum mult a turba clarorum virorum 4 ) eandem donationem fecimus, nee aliquem vidimus contra- 
dictorem. Unde districte sub pena excommunicationis arcemus omnes, qui eadem bona usurpare vel 
ledere presumpserint. Huius rei testes sunt: Peregrinus noster prothonotarius, comes Adolfus 5 ), Bertoldus 
de Buren, Gerlacus de Bodinke, Johannes de Patberg, Heinricus noster marscalcus, Olricus deWestheim, 



marsen in Hessen, S. von Warburg, bestatigt, von welchem namlich von Spilcker 1. c. 128 — 173 in einer langeren 
Ausffihrung darthut, class es ein Eversteinsches Besitzthum gewesen. Freilich lesen von Hatzfeld und von Spilcker 
Engelenberg, dagegen die lateinischen Regesten Cngelenberc, was unsere auch von Spilcker schon vorgeschlagene 
Emendation wohl hinlanglich begrfindet. Die Vorfahren dieser Grafen von Everstein lassen sich leider aus den Ger- 
dener Urkunden nicht feststellen. Das einzige Diplom des XII. Jahrhunderts , was der Gerdener Besitzungen in Pe- 
ckelsheim gedenkt, ist das von 1173, wo es heisst (Erhard G. 36?): Preterea collata sunt quedam ab aliis predicte 

ecclesie, una domus in Nedere una in Pikilissem. Vgl. im Cbrigen die Urkunde vom 8. December 1226, 

Nro. 147, die durch den Ausstellungsort Everstene jeden Zweifel lost. — ') Hier baben von Hatzfeld und von Spil- 
cker das ganz unverstandliche Wort „ Nor denier", statt dessen wohl Nordwin zu lesen sein wird. — '*) SieheNote4. 
a ) Nach der Urkunde vom 18. December 1270 fiber den Verkauf von wusten Gutern seitens des Klosters Bredelar an 
Dalheim (Or. Dalheim U. 225) lag Nutlon im Sindfelde in der Nahe von Wfinnenberg. Vgl. Nro. 281 und Zeitschrift 
XXIII. CO I. 286. Nach einer andern Dalheimer Urkunde vom 1. Juli 1384 (Nro. 118) gehorten auch die Dorfer und 
Dorfmarken Sirexen und Sendfelde beide zum Kirchspiel Nutlen. Wenn auch des Ersteren Lage nicht bekannt, so 
constatirt doch die des zweiten, dass Nutlon nur im Umkreise des spateren Bisthums Paderborn gelegen haben kann. 
Der Umstand aber, dass die Cdlnische Kirche dort Lehensguter gehabt, verliert sein Aufiallendes , wenn manbedenkt, 
dass Erzbisehof Engelbert und seine Vorganger immer bestrebt gewesen sind, vgl. die Note zur Urkunde von 1217 
Nro. 69, ihre Macnt sowohl fiber die Diocesan- als auch fiber die Landesgrenzen des Bisthums Paderborn auszudeh- 
nen. — 4 ) Diese Provinzialversammlung fand zu Soest in den ersten Tagen des Novembers 1225 statt. Unmittelbar 
nachher wurde Erzb. Engelbert am 7. November jenes Jahres bei Schwelm ermordet. Vgl. Ficker 1. c. 296. Unsere 
Urkunde dfirfte sonach die letzte der von Engelbert ausges tell ten sein. - 6 ) von Altena-Mark. 
W«Btf. Utk. - Bach. IV. 1 3 



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96 «"«• 

Heinricus de Budiken, Heinricus Salentin aliique quamplures. Anno ab inc. D. M°.CC°.XXV°, indictione 
XIII. regni monarchiam tenente imperatore Fretherico, pontificatus nostri anno X. 
Bis auf das obere Ende iat das Siegel gat erhalten 1 ). 

144. 

* Erzbischof Heinrich von Coin bestatigt dem Kloster Bredelar den Besitz seiner Giiler in Nullon 0. J. 
(1226—1238). — Of. Kl Dalheim U. 17; Abschr. Msc. 1. 127 fol. 37. 

H. Dei gratia sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopus universis hanc paginam inspecturis pacem et 
salutem in Domino. Miles quidam de Meschede Gotfridus nomine bona quedam in Nutlon circiter XIII 
mansos de nostra tenuit ecclesia, que hereditaria successione iure feodali ad se devoluta erant et pos- 
sessa ab ipso et suis maioribus quinquaginta annis et ainplius nullo impetente. Hec ubi in possessionem 
pauperum in Breydelar empcione et donacione gloriose memorie antecessoris nostri domini E. archiepi- 
scopi devenerunt, ut audivimus, quidam eos molestare super eisdem bonis et mutilare integritatem bono- 
rum non verentur, ad quos precise dicimus nequaquam nos velle admittere sectionem talem, sed magis, 
quod ecclesia nostra absque impetitione plene tenuit et ministerialibus suis integre porrexit, et ab eis 
multo tempore possessum est, ita ut prescriptionis iure tueri possint, ubi ad pauperes devenerunt, (et) 
a nobis warandiam habebunt et imperturbate possidebunt. 

Ein Theil der schon gezeichneten Figur dee Erzbischofs ist noch vom Siegel erhalten. 

145. 

* Die Propstin von Vreden tritl ihr Recht an der Erbschaft des Ravensberg 1 schen Drosten Heinrich an den 

Grafen Ludivig vo* Ravensberg ab. O. J. (1225 — 1248) *). — Or. Grfschft. Ravensberg V. 36. 

F(elicita8) Dei gracia preposita in Vrethen universis, ad quos presentes littere pervenerint salutem 
in Domino. Noverint universi, quod nos hereditatem existentem in bonis domini Henrici dapiferi de 
Ravensberg prope Widenbrucge, que nos de iure contingit, domino comiti L(udewico) de Ravensberg 
libere contulimus et absolute ratum habentes, quicquid idem dominus L(udewicus) comes de ipsa here- 
ditate duxerit ordinandum et id presentibus protestamur. 

Vom Siegel hat eich* ein Bruchstuck mit der wohlgezeichne ten , reichgewandeten, sitzenden Figur der Propstin 
erhalten. 

146. 

* Siihne Wilhelrris von Helfenslein mit der Abtissin von Berford wegen des Bofes Overenberg; er verspricht 
die empfangenen 50 Mark eventueU zu dessen Riickkauf aus der Verpfandung beizvsteuern, oder zum Ankauf 

von Gutern behufs jenes Bofes vertoenden zu wollen 8 J. 1226 October 1. — Or. gefurst. Abtei Berford U. 34. 

Venerabilibus domnabus suis abbatisse et conventui Hervordensis ecclesie Willehelmus de Helpen- 
stene cum fide devotum obsequium. Tenore presencium protestamur quod a vobis et ab ecclesia vestra 



l ) Abgebildet bei Ficker Engelbert d. H. — *) Im J 122> war Gerberga Propstin von Vreden, W. U.-B. III. 1713 und 
im J. 1248 starb Ludwig von Ravensberg 1. e. 499. Die Initiate F. haben wir als Felicitas gedeutet, weil eine Vre- 
densche Stiftsdame 1225 in der angefuhrten Urkunde diesen Namen trug, der in Vreden wegen der Schutzpatronin 
auch sonst haufig war. — *) Wenn hier das Verhaltniss Wilhelm's von Helfenstein zum Herford'schen Hofe in einer 



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1316. 99 

pecuniam quinquaginta marcarum recepimus ea pactione, quod omnem rancorem, quern occasione villi- 
cacionis in Overenberg ■) erga vos et ecclesiam vestram concepimus, remittimus et deinceps in omnibus 
negociis vestris promovendis tarn nos quam amici nostri serviemus prout possumus et scimus, vos autem 
predictam villicacionem de manu Heinrici Lenherii infra duos annos redimere promisistis, ad cuius redem- 
pcionem, si sine pecunia amicabiliter liberari non potest, confitemur nos prefatam pecuniam debere quan- 
tum opus fuerit restituere. Et hoc fide data nos et Johannes de Hamerstene socer noster promisimus 
vobis per internuncios vestros, dominum Sifridum clericum nostrum et Lodowicum militem et Sifridum 
villicum vestrum de Ludelstorp a ), ita sane ut cum sex septimanis ante solvendam pecuniam prescire 
feceritis, nos earn eo die solvamus vel Andernachum nos et socer noster intremus, non egressuri, doneo 
pecunia fuerit totaliter persoluta. Si autem sine pecunia ad vos libera redibit villicatio, nos eandem 
pecuniam in possessiones et predia convertemus et ilia a vobis in feodo tenebimus perpetuo vobis et 
ecclesie vestre hominio obligati. Item cum eadem villicatio ad vos libera redierit, vos nulli diviti vel 
potenti persone earn conferetis, sed uni de litonibus vestris cum consilio nostro committetis qui vobis de- 
bitam et antiquam integre solvat pensionem. Nos autem per amicos nostros certos (sic I) vos faciemus et 
securos, quod eandem villicationem in omni suo iure et integritate illesam servabimus et inconvulsam, in- 
dempnitati ecclesie vestre tarn in personis, quam in rebus aliis quantum possumus fideliter intendentes. 
Datum anno gracie M°.CC°.XXVI°, Kalendis Octobris. 

ut. 

Graf Conrad von Everslein genehmigt die von seinem Bruder Otto ousgegangene Bestdtigung 8 J der von ihrcn 

Vorfahren dem Kloster Gerden gemachten Guterschenkungen in Peckelsheim. 1226 December 8. Everstein. — 

Abschr. Msc. II. 71 S.229; Begest Msc. 1.2421 S.34; VI. 224 S. 38; gedr. Kindlinger Beit r. 111. U. 163. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Quoniam decursus hominum mortalium raro presentium 
vel preteritorum utilium recordantes more fluentis aque sine signi alicuius vestigio dilabuntur, presenti 
pagine anno tare decrevimus, qualiter ego Conradus comes cum consensu fratrum scilicet Lothewici, Her- 
jnanni, Alberti et roboratione privilegii fratris nostri Ottonis donationem, que rationabiliter facta est 
ecclesie Gerdinensi in villa Pikelessen in sedecim iugeribus a patribus nostris, ut eorum ibidem cele- 
braretur memoria, approbamus et protestamur fide manuali data eandem confirmantes. Verum quia fal- 
sitas sepe opposita est veritati, quidam inimici veritatis contra ius eandem ecclesiam impetebant, qui 
tandem convicti et confusi in auctore pacis quieverunt, coram comite et suis fratribus in sede iudiciaria, 
si quid habere videbantur iuris, ore et digito singuli renunciantes in loco, qui dicitur Thuneresberch 4 ). 
Et ut firmius memorie commendaretur, nomina heredum 5 ) presenti pagine conscribi rogaverunt, qui sunt 
hec: Wichart, Maentus, Ode et filii eorum Hildebrant, Wichart, Lutgart, Frowere, Arnold, Johan, Nol- 
burch, uxor Tiderici et filii eorum Ri chart, Lutgart uxor Bertrami, Tiderich, Johan et filii eorum Heim- 
lich, Helmburch, Wilhard, Hildebrant. Igitur ut hec rata inperpetuum perseverent, cum consensu pre- 
libatorum fratrum meorum sigilli nostri attestatione presentem paginam roboravimus. Testium vero no- 



auffallenden Unbeslimmtheit gebalten wird, so riihrt dies daher, weil die Schenkungsurkunde Ludwigs d. D. vom 
1. Ju)i 868 ausdriicklich verbot (Kaiserurkunden I. 155), diese Giiter als Lehen auszuthun. Spater kehrte man sich 
daran nicbt mebr; denn diese Familie von Helfenstein wurde wenigstens von 1367 ab mit Arenberg formlich belehnt. 
— ') Arenberg NO. von Ehrenbreitstein. — 2 ) Leutesdorf N. von Engers, gleicbfalls auf dem rechten Rheinufer. 
Vgl. meine Kaiserurkunden I. 161. — •) Vom Jahre 1225, oben Nro. 14*2. — *) Bei Wormeln. Vgl. die Hardehausener 
Urkunde v. 12C6 Nro. 23; sodann die von Vamhagen U.-B. S. 79 gesammelten Stellen, insbesondere nocb die Urkunde des 
Mainzer Erzbischofs Siegfried uber die Giiter des Klosters zu Arolsen „in comitia de Dunrisberg" h c 36, endlich 
von Spilcker S. 120, 172, 208 und Grimm D. Mytbol. I. 155. — 4 ) Scbon in der jetzt noch gebrauehlicben sachlichen 
Bedeutung des Wortes Erie far Bauerngiiter. 

13* 



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100 i)26. 

mina hec sunt: Eckehardus eiusdem loci prepositus, Gerhardus prior, Gerhardus sacerdos in Volshen; 
conversorum nomina: Godescalcus senex, Sifridus, Reinboldus, Regebodo, Hartwicus, Godescalcus iuvenis; 
militum: Heinricus dapifer, Arnoldus de Porta, Lothewicus, Heinricus de Elmerinchusen; servorum Al- 
bertus de Mene, Burchardus de Tidessen; dominus Arnoldus de Patherburno. Acta sunt hec anno gratie 
M°.CC°.XXVI°, indictione XTTTT. Datum in Everstene sexto Ydus Decembris. 

148. 

* Das Kloster Abdinghof kauft einem Paderborner Burger ein Grundstiiek in der stadtischen Mark ab und 
ersteht dessen Eigenthum von detn betreffenden Lehnsherrn. 1226. — Kl Abdinghof U. 44. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Willibrandus Dei gratia Patherburnensis ecclesie episcopus 
universis Christi fidelibus, quorum inspectioni presens scriptum fuerit oblatum, perpetuam in Domino 
salutem. Quoniam temporaliter acta processu temporis hominibus oblivionem inducunt, presentis negotii 
Teritatem utile duximus scripto innotari. Universitati ergo yestre no turn esse cupimus, quod Albertus, 
abbas et conventus sanctorum apostolorum Petri et Pauli in Patherburne quoddam predium super mt- 
rica l ) situm ab Erhardo cive Patherburnensi decern et octo marcis comparaverunt. Et quia dictus E. 
illud de manibus Meinrici militis in feodo tenuit, ab eodem Meinrico tribus marcis et VII solidis et uno 
maltro frumenti liberaverunt. Unde prefatus M. cum collaudatione suorum heredum pretaxatum predium 
cum silvis, pratis et pascuis et omnibus attinentibus in manus nostras resignavit, et omni iuri, quod in 
eo videbatur habere, renuntiavit. Nos vero de consensu prepositi, decani et tocius capituli nostri pre- 
memoratum predium cum omni integritate conventui sanctorum apostolorum Petri et Pauli tradidimus 
perpetuo possidendum. Ne igitur hec donatio in irritum malignandi studio possit a quoquam inposterum 
revocari, sub districto anathematis vinculo prohibentes, presentem paginam exinde fecimus conscribi et 
sigilli nostri inpressione muniri. Facta est hec donatio pubplice fsiclj in curia nostra a. d. i. M°.CC°.XXVI°, 
indictione XIIII, pontificatus nostri anno I. Huius rei testes sunt: Volradus prepositus, Amelungus de- 
canus, Volbertus cellerarius, Hermannus Boliko, Cunradus custos, Wezzelinus prior, Hermannus custos, 
Hartmannus sacerdos, Albertus diaconus de ecclesia beatorum apostolorum Petri et Pauli; Lippoldus 
comes 2 ) et fratres eius Heinricus et Cflnradus, Godescalcus Burmester 8 ), Johannes Spirinc, Georgius, 
Heinricus, Cfmradus camerarius, milites et minis teriales nostri et alii quamplures. 

Das Siegel B. Willebrands ist viel weniger gut erhalten als das an der Abdinghofer Urkunde von 1227. 

149. 

* Abt Albert von Abdinghof verkauft ein von dem Convente seines Klosters mit Memoriengeldem erstandenes 

Gut, indem er den Kaufpreis zum Nutzen der Kirche anlegt und statt dieses Gutes ein anderes dem 

abteilichen Speicher iiberweist *J. 1226. — Or. KL Abdinghof U. 45. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Albertus Dei gratia Paderburnensis abbas etc. Noverint 
igitur presentes et posteri, quod ad instantiam fratrum cenobii nostri domum unam in Atlen 6 ) et man- 
sum unum domui attinentem vendidimus pro duodecim marcis, quas de fidelium elemosinis ipsi college- 



Die Mark, das noch nicht cultivirte Wald- und Weideland. — *) Vgl. die Abdinghofer Urkunde von 1227. — *) Ob 
noch Amtsname oder schon Familienname? Eine adelige Familie von Baurmeister existirt noch jetzt. Im ersteren 
Falle diirfte bei dem hier unter den Rittern und Ministerialen genannten Godeschalk dieses Namens vielleicht an 
den Vorsteher einer der bis in die neuere Zeit beatandenen Bauerschaften der Stadt Paderborn gedacht werdeh. — 
4 ) Die Yerhandlung ist nicht vollig klar. — *) So eine alte Ruckschrift, in der Urkunde selbet ist das Wort fast 
ganz zerstort; es ist Atteln S. von der Stadt Paderborn. 



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1226. 101 

rant, et nos easdem marcas in usus necessarios ecclesie recollocavimus, qui mansus octo maltra annone, 
II videlicet avene, II siliginis, II ordei et II tritici ■), et IIII pullos et V uncias ovorum solvit annuatim, 
pariter in eo convenientes, ut unum maltrum tritici et pulli cum ovis cedant in usus infirmorum fratrum. 
De residuis vero VII maltris in anniversariis fidelium, de quorum elemosinis sunt comparata, fratres 
accipiant impendia caritatis. Verum nequis successorum nostrorum hoc factum nostrum imposterum pos- 
sit infringere, de multis bonis, que cooperante divina dementia proprio labore et industria nostre oon- 
quisivimus ecclesie, in restaurum mansi pretaxati mansum unum in Hustide 2 ), tantum annone quantum 
solvit ille annuatim persolventem, abbatis granario deputamus. Ad maiorem eciam premissorum con- 
firmationem tarn nostro quam ecclesie nostre sigillo presentem paginam communimus. Actum a. D. 
M°.CC°.XXVI°. presentibus Wescelino priore, Hermanno custode, Frederico, Lutberto, Heinrico, Har- 
manno, Bernone et Bernardo sacerdotibus, insuper et toto capitulo nostro. 
Ein Siegel ist nicht erhalten. 

150. 

* Abt Hermann von Corvey iibertragl, gegen Entrichtung von zwei Pfund Wachs jahrlich, dem Kloster 

Hardehausen das Obereigenthum Uber zwei von einem seiner Vasallen angekaufte Giiter seines Stifts. 

1226. — Or. KL Hardehausen U. 27. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia Gorbeiensis abbas universis huius 
pagine inspectoribus. Notum esse cupimus tarn presentibus quam futuris, quod VI mansos in Rimbicke, 
quoB de nobis Heinricus miles dictus de Scerve 8 ) in feodo tenuit, nobis cum consensu heredum suorum, 
recepta propter hoc pecunia ab ecclesia Hersuethehusensi, resignavit, et nos ad instantiam eiusdem Hein- 
rici, accepta etiam ab eo propter ecclesie nostre necessitatem quadam pecunie summa, iam dicte ecclesie, 
quam ad omne ecclesie nostre commodum sumus hactenus experti, prememoratos mansos cum omnibus 
suis attinentiis de nostre ecclesie consensu contulimus integraliter et libere, ita ut nos et successores 
nostri in omni loco et apud omnes de bonis eisdem prestare warandiam semper eidem ecclesie teneamur, 
et ipsa in recognitionem huiusmodi benefitii nostri in festo purificationis duo cere talenta ecclesie nostre 
annuatim persolvat. Ut autem hoc factum nostrum firmum et stabile consistat, presentem paginam tarn 
nostri quam ecclesie nostre sigilli fecimus appensione muniri. Testes huius rei sunt: Eschewinus prepo- 
situs, Reinherus dictus de Winningehusen frater Corbeiensis, Heithenricus, Cono, Hermannus cappellani 
nostri, Herebordus decanus Nove Ecclesie; laici: Raveno senior, Hereboldus de Amelungessen, Ludolfus 
dictus de Erclen, Bruno de Haversvorde, Bertrammus et Widelo fratres de Stamhem, Heinricus Vugel 
et alii quamplures. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°.XXVI°. 
Die Siegel sind nicht erhalten. 

151. 

* Abt Hermann von Corvey entschadigt einen Schwestersohn des fruhern im Besitz der Giiter zu Scherfede 

und Rimbeck gewesenen Corvey schen Vasallen fur die Vbertragung derselben an das Kloster Harde- 
hausen. 0. J. (1226—1254j*J. — Or. Kl. Hardehausen U. 26. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gracia Corbeiensis abbas notum esse cupi- 
mus presentibus ac futuris, quod dum in prediis in Scerve et Rinbike quecunque Heinricus miles dictus 



l ) Da avena Hafer, ordeum Gerste und triticum Weitzen bedeuten, so jarird siligo hier mit Roggen zu ubersetzen sein. 
— *) „Huster Land und Hiistermeier" im N. von Geseke ; als Ort ist Hustede eingegangen. — ^ Scherfede und Rim- 
beck im Er. Warburg. — ♦) Nach Massgabe der vorhergehenden Urkunde und des Todesjahrs von Abt Hermann. 



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102 122T. 

de Scerve a nobis in feodo tenuerat et que ab ipso resignata nobis monasterio in Hersuethehusen olim 
contulimus, a quodam dicto Walraven filio sororis prefati Heinrici idem monasterium inpeteretur, nos 
eidem IIII marcas, ita quod huiusmodi cessavit inpetitione, persolvimus sub presentia testium, quorum 
nomina sunt hec: Eschewinus prepositus Corbeiensis, Reinnerus portarius, Themmo camerarius, Conradus 
de Amelungessen, Giseler de Elbodinchusen, Bertrammus de Stamhem, Hildebrandus de Aldenberche et 
RiniR frflter, Olricus de Erwordessen, Albertus de Getlethe, Hermannus Rex, Conradus Altcorn, Cono et 
canonici Nove Ecclesie, Johannes cappellanus et alii quamplures. 
w Siegel iet abgefallen. 

152. 

} er Volcwin und Adolf von Schwalenberg (Waldeck) thun mit hundert Bittern und Knappen Busse 
)of Wilbrand von Paderborn und erhalten Verzeihung und Biickgabe ihrer Fiirstlich Paderborn schen 
1227 April 14. — Or. Pr. Paderborn U. 121; gedr. bei Lamey Grafsch. Bavensberg CC. D. S. 18. 

)ei gratia Paderburnensis episcopus omnibus hoc scrip turn inspecturis salutem in vero salutari. 
is successoribus pertranseat incognitum, quod per nos inter ecclesiam Paderburnensem et fratres 
nberg 1 ) sollempniter est actum, hoc scripto cunctis, ad quos presens scriptum pervenerit, inno- 
, quod cum dicti fratres propter multiplices excessus et iniurias, quas sepius ecclesie et nostris 
>ribus et eciam nobis intulerant, et propter hoc non solum excommunicati et denuntiati, verum 
nnia feoda Paderburnensis ecclesie, que quandoque patres eorum et ipsi ab ecclesia tenebant, 
lententiam abiudicata fuissent, opidum et opidanos de Curbike 2 ) ad nos recepimus, qui nobis et 
fidelitatem et conservationem eiusdem opidi iuraverunt. Quod videntes predicti fratres V. et A., 
rima placita inter nos et ipsos habita, tandem de consilio nobilium et prudentum virorum se 
mi ipsorum submittentes , ut gratiam ecclesie et feoda sua recuperarent, secundum subscriptam 
nobis et ecclesie satisfecerunt. Hec autem fuit forma satisfactionis. 

Juia nobilis vir predictus A. de Sualenberg nobis, cum recederemus ab opido Curbike, fecerat 
as, cum centum militibus et servis nudis pedibus in curia nostra Paderburne ad pedes nostros 
s presentibus veniam quesivit, prestito publice coram nobis sacramento, quod ex procurato nul- 
obis fecit insidias, sed quicquid factum fuit, ad sue persone et suorum fecerit conservationem. 
jquenter idem A. et dominus Volquinus frater eius in advocatiis Wilbodissen et Gerdene, in ho- 
>us cerecensualibus sancte Brigide circa Wettere et ubicumque sint, in bonis eciam Berenthorp 

bonis abbatis et ecclesie sancti Pauli Paderburnensis que sita sunt Bellethe, nichil penitus se 
habere publice recognoverunt, et si in eisdem bonis vel hominibus aliquid quandoque sibi usur- 
unt, penitus renunciaverunt. De bonis vero Esikesthorp domino abbati et ecclesie sancti Pauli 
nam villici annuatim marcam persolvent. Item advocatias Rothen et Ekersten committebant ordi- 
ni comitis Ottonis 8 ), ut ipse infra annum veritate diligenter inquisita ei parti, que secundum 
item prefatas advocatias Rothen et Ekersten deberet habere, assignaret. In novalibus vero circa 
s ecclesias, regulares personas, ministeriales et homines ecclesie unumquemque secundum quod 
uum, quod vulgariter achtwort dicitur, exigit, non impedient. Item bona domine Kunegundis 

de Lothere que sita sunt in villa Sethorp eidem reconcesserunt. De piscina vero Bellerbike in 



kwin und Adolf, nach der gleichfalls in diesem Jahre zu Schwalenberg ausges tell ten Urkunde Bischof Wilbrand's. 
3. Ill 247, die mit diesen Verhaltnissen insofern in Beziehung zu stehen scbeint, als der dort genannte Otto von 
klenburg wabrscheinlich ein Bundesgenosse der Bruder von Schwalenberg und ein Gegner des Grafen Otto von 
enaberg war. Vgl. ib. 229, 230. — *) Corbach im Fiiretenthum Waldeck. — *) von Ravensberg, den B. Wilbraud 
7 ib. Nro 2-»7 mit dem Gross -Schenkenamte des Bisthums belehnte, nachdem er im Jahre 1226 dessen Gross- 
chsessenamt nebst andern Lehen auch auf dessen Gemahlin Sophia, Wilbrand's Nichte, iibertragen hatte. Ib. Nro. 230. 



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lilt. 103 

noticiam vicinorum consenserunt. Item opidanos de Curbike in iure suo antiquo, quod habet instru- 
mentum eis ab episcopo Bernhardo secundo datum, tenebunt, nee sepedicti fratres infra opidum vel 
extra novam munitionem, que nobis et ecclesie nocere possit, edificabunt. 
Suprascripta vero omnia et quod fideles ecclesie, prout tenentur, in perpetuum permaneant, fide 
interposita et sub obtentu feodorum, que de manu nostra et ecclesia Paderburnensi tenent promittentes 
se inviolabiliter observaturos, tactis sacrosanctis iuraverunt. Consequenter pro prefatis fratribus omnes 
subscripti milites, tarn nobiles quam ministeriales, fide interposita et datis dextris in manus nobilium virorum 
comitis de Arnesberch, domini Hermanni de Lippia et domini Hermanni de Brakel et omnium castrensium 
de Yburch, domini Bernhardi de Osde et omnium castrensium Wartburgensium et in manus omnium 
militum inPaderburna promiserunt, quod si dicti fratres aliquid eorum, que supra expressa sunt, imme- 
mores date fidei et prestiti iuramenti infringerint fsiclj, ipsi vocati Paderburnam intrabunt nunquam egressuri, 
nisi nobis et ecclesie sit satisfactum. Hec autem sunt nomina eorum, qui pro prefatis fratribus spopon- 
derunt, nobiles viri; Willelmus de Godenburch, Arnolt Lupus, Tetmarus Appolt, Sygebodo de Ittere, 
Henric Pampis, Bernhard Berkule *), Herman Berkule, Wernherus de Bischopeshusen, Conrat Bulemast; 
ministeriales vero: Amelungus Reboc, Burgart de Holthusen, Thideric de Ebelinchusen, Thideric de Wi- 
ginchusen, Henric de Helmerinchusen et sui fratres Bertolt etLudolfus, Frederic de Werdinchusen, Con- 
rat de Byche, Johan de Donepe, Lutfridus de Dwergen, Johan de Paderburnen, Suithart dapifer, Tide- 
ric de Narga, Henric de Windelinchusen, Gozmarus de Hethewigesen. Insuper predicti fratres fideliter 
promiserunt pro se dare fideiussores quatuor nobiles: comitem Ottonem de Ravensberg, cuius scriptum 
super hec ibidem apertum recepimus, comitem Adolfum de Dasle, comitem Henricum de Waldenberg, 
dominum G. de Perremunt. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°. XXVII , feria IUI. in 
ebdomada paschali. 

Das Siegel Bischof Wilbrand's ist abgefallen *). 

153. 

* Papst Gregor IX. nimmt das Kloster Schildescho in seinen Schutz. 1227 April 30. Laleran. — Or. Stift 

Schildesche U. 9. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei dilectis in Christo filiabus abbatisse ac conventui canoni- 
carum ecclesie Scildecensis salutem et apostolicam benediction em. Justis petentium desideriis dignum 
est, nos facilem prebere consensum et vota, que a rationis tramite non discordant, effectu prosequente 
complere. Eapropter dilecte in Christo filie, vestris iustis precibus inclinati, personas vestras et locum, 
in quo divino estis obsequio mancipate, cum omnibus bonis, que impresentiarum rationabiliter posside- 
tis, aut in futurum iustis modis prestante Domino poteritis adipisci, sub beati Petri et nostra protectione 
suscipimus, specialiter autem domos, possessiones, ortos, terras, vineas, prata, silvas ac alia bona vestra, 
sicut ea omnia iuste ac pacifice possidetis, vobis et per vob ecclesie vestre auctoritate apostolica confir- 
mamus et presentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam 
nostre protectionis et confirmationis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attem- 
ptare presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se nove- 
rit incursurum. Datum Laterani II Kalendas Maii pontificatus nostri anno primo. 
An griinen und rothen seidenen Faden hangt die wohlerhaltene Bulle Gregors IX. 



>) Sonst de Holthusen genannt. — *) Ee ist beschrieben U.-B. Ill A. 244. 



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104 *«T. 



154. 



* Den Cleriker Mauritius, der von dem Pramonstratenser Orden als demselben durch sein abgelegtes 
Geliibde angehbrig in Anspruch genommen wurde, sprichl der pdpstliche Auditor von jeder darauf bezuglichen 
Verpflichtung frei. 1227 Juni 28. Anagni. — Or. Fr. Paderbom U. 122 l J. 

155. 

* Papst Gregor IX. empfiehU alien Bischofen und Pralaten den Orden der Predigerbriider, qui — tarn 
contra profligandas hereses, quam contra pestes alias mortiferas exstirpandas se dedicarunt evangelizationi 
Terbi Dei in abiectione voluntarie paupertatis 9 ), fordert sie auf, dieselben in dem opus predicandi, ad 
quod deputati sunt, in jeder Weise zu unterstixtzen, und die ihnen unterworfenen Vblker zu ermahnen, ut 
ex ore ipsorum verbi Dei semen devote suscipiant et confiteantur eisdem, cum ipsis auctoritate nostra 
liceat confessiones audire ac penitentias iniungere. Doch warnt er zugleich: quatinus, si quis de predi- 
ctorum fratrum ordine se dicentes in vestris partibus predicaverint ad questum se pecuniarum conver- 
tendo, per quod religionem 8 ) eorum qui paupertatem professi sunt contingeret infamari, vos tamquam 
falsarios capiatis et condempnetis eosdem. Datum Laterani IV. Non. Decembr. pontificatus nostri anno 
primo (1227 December 2.J 4 J. — Undatirtes Transsumpt des Bischofs Heinrich von Bildesheim 1247 — 1257. 
Or. Dominicaner zu Warburg U. I. 

156. 

* Gregor IX. befiehlt den Bischofen von Bildesheim und Minden, dem Kloster Helmershausen, welches dem 

Romischen Stuhl unmittelbar unterworfen sei, auf dessen Ansuchen das Crisma und das heilige Oel mitzu- 

Iheikn, so wie fur dasselbe die nbthigen bischoflichen Functionen zu verrichten. 1227 December 16. 

Lateran. — Or. KL Helmershausen U. 9 5 J. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei venerabilibus fratribus Ildesiensi et Mindensi episcopis salu- 
tem et apostolicam benedictionem. Sicut intelleximus, monasterium de Helwardeshuson ad Romanam 
eoclesiam nullo pertinet mediante, ac ipsi a sede apostolica est indultum, quod eius abbas et conventus 
a quocunque catholico maluerint episcopo crisma, oleum sanctum, ordinationes monachorum seu clerico- 
rum, consecrationes altarium seu basilicarum et alia recipiant ecclesiastica sacramenta. Quia vero, sicut 
audivimus, hec difficulter aliquando exhibentur, fraternitatem Yestram monemus attente per apostolica 
vobis scripta mandantes, quatinus, cum ab eis fueritis requisiti, predicta ipsis sine difficultate qualibet 
impendatis, ita quod vos religiosa loca diligere et ad Christi ministros habere comprobemini caritatem 
nosque non compellamur super hoc aliter providere. Datum Laterani XVII. Kalendas Januarii, pontifi- 
catus nostri anno primo. 

Die Bleibulle ist erhalten. 



] ) Die Schrift der Urkunde ist fast ganz zerstort. — •) So die Urkunde wohl atatt n in abiectione et voluntaria pauper- 
tate ". — ■) Im Sinne von Orden. — 4 ) Den wesentlichen Inhalt dieser Urkunde wiederholt Gregor IX. dann in einer 
weiteren am 13. Juli 1229 zu Perugia ausgestellten Bulle, die 1. c. Urk. 2 in einem Transsumpte aus dem Ende des 
13. Jahrhunderts vorliegt, — 6 ) Jetzt im Staats- Archive zu Cassel. 



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1X37. 105 



15T. 



* Graf Volquin von Schwalenberg venzichtet auf seine Anspriiche an eine Besitzung des Klosters Abdinghof 

und nimml sie von dessen Able als Amtsgut su Lehen, toogegen dieser verheisst, die Memorie von Volquins 

Eltern jahrlkh feiern jsu iassen. Mit dem falschen Jahr 1223 {1227J. — Or. KL Abdinghof V. 43. 

In nomine sancte et individue Trinitatis, Amen. Willebrandus, Dei gratia Paderburnensis episcopus, 
omnibus hoc scriptum inspecturis salutem in auctore salutis. Evanescunt simul cum tempore, que ge- 
runtur in tempore, nisi recipiant a voce testium et scripti memoria firmamentum. Noverint igitur uni- 
versi presentes pariter et futuri, quod, cum inter abbatem et conventum sancti Pauli Paderburnensis ex 
una parte et dominum Volquinum comitem de Svalenberc ex altera super predio in Esekestorp ') questio 
verteretur, tandem, bonorum virorum interveniente consilio, talis inter eos compositio intervenit, quod 
iam dictus comes de Svalenberc, si quid iuris in dicto predio habere videbatur, ei penitus abrenuntiavit. 
Deinde vero dictum predium a dicto abbate inre villici recipiens, prenominate ecclesfe sancti Pauli duo- 
decim solidos denariorum gravis monete et dabilis 3 ) annuatim tamquam villicus promisit exsolvendos, 
terminnm dicte solutioni festum beati Martini prefigens. Hec autem acta sunt salvis actionibus*) eccle- 
sie sancti Pauli super novalibus predio vicinis et adiacentibua. De mera autem liberalitate eadem ecclesia 
sancti Pauli repromisit, quod annuatim memoriam patris et matris supradicti comitis celebrarent. Ut 
igitur predicta fideliter serventur et perpetuis temporibus inconcussa permaneant, sigilli nostri appositione 
presentem paginam communimus. Acta sunt hec anno verbi incarnati millesimo ducentesimo vigesimo 
tertio 4 ), indictione VIII. Huius rei testes sunt, quibus etiam mediantibus hec compositio facta est: 
Volradus prepositus, Volquinus de Sualenberc, Amelungus, Hermannus, maioris ecclesie Paderburnensis 
canonici; laici etiam ministeriales: Heinricus tunc comes *), Lippoldus et Conradus, Georgius, Heinricus 
et Macharius fratres et alii quamplures. 

Die kunstlerisch aehr schon, mit reichstem Faltenwurf und in guter Zeichnung tier Art ausgefuhrte sitzende Figur 
des Bischofs, dass man noch auf der Casula das gestickte Kreuz erkennt, fohrt einen Hirtenatab in derRechten 
und hat die aufgeschlagene Bibel in der Linken. Yon der meist abgebrochenen Umschrift lassen sich die Buch- 
staben WILBRAND - . noch deutlich erkennen. 



l ) Aller Wahrscheinlichkeit nach Eschdorf, NO. von Buckeburg in der Grafschaft Schaumburg lippischen Antheils. 
Doch habe ich noch nkht conatatiren konnen, ob Abdinghof dort Besiteungen gehabt, wogegen in der jetzt Preus- 
aiachen, fruher Hessischen, Grafschaft Schaumburg und in unmittelbarer Beziehung auf diese NO. von Rintelen gele- 
gene Burg das Abdinghofer Guterverzeichniss Msc I. 126 fol. 12' viele Besitzungen des Klosters aufluhrt. Da dort 
aber ein Esekestorp nkht genannt, hingegen 1. c. fol. 13 zu der curia in Widhen (Wieden auf dem rechten Weser- 
ufer am Fusse der Schaumburg) auch Besitzungen in Esscherde gezahlt werden, und dies ohne Zweifel das NO. von 
der Schaumburg belegene Escher ist, so bin ich trotz der fehlenden Endung thorp doch sehr versucht, lieber hieran bei 
unserm Esekestorp zu denken. — a ) Currentes Geld; es entspricht dem Deutschen: gang und gebe. — *) Den ge- 
richtlich zu erhebenden Anspruchen des Klosters unbeschadet. — 4 ) So mit ausgeschriebenen Buchstaben die Urkunde, 
deren Schreiber in «iner unbegreiflichen Zerstreutheit befangen geweaen sein muss. Denn wahrend des Jahres 1223 
regierte in Paderborn noch Bernhard III. bis zum 2S. Mare, worauf, und zwar vor dem 27. Juni, eine zwiespaltige 
Wahl zwischen dem Busdorfer Propst Heinrich von Brakel und dem Magister Oliver erfolgte. Die dariiber gefuhrten 
Yerhandlungen endeten erst mit der am 7. April 1225 ausgesprochenen papstlichen Anerkennung Olivers als recht- 
massigen Bischofs. Das blieb er indessen nur bis zum 27. September desselben Jahrs, worauf ihm Wilbrand von Olden- 
burg, eben der Aussteller unserer Urkunde, nachfolgte, der am 2. Februar 1226 schon erwahlt war und der in der 
Abdinghofer Urkunde a. d. J. 1226 Nro, 148 dieses Jahr selbst als das erste seines Pontificats bezeichnet. Da Bischof 
Wilbrand aber schon 1227 resignirte, so kann die Urkunde wohl nur 1226 oder 1227, welchen Jahren die Indictionen 
13 und 14 entsprechen, ausgestellt sein. Hiernach ist also auch die Ind. VIII. gleichfalls ein unbegreiflicher Fehler dieser 
schon geschriebenen Urkunde. Auf Grund des Umstandes, dass in der Abdinghofer Urkunde 44 von 1226 Nro. 148 
der auch hier genannte Lippold Gograf war, in dieser es dagegen Heinrich ist, vgl. die Note 5, durfte fur letztere 
nur das J. 1227 anzunehmen sein. — A ) Was heisst wohl tunc comes? Und was ist das fur ein Graf, der zu denMiniste- 
rialen gerechnet wird? Wahrscheinlich durfte man hier an das ofter wechselnde Amt desGografen zu denken haben. 
Vestt UrJu-Bnch. IT. 14 



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106 t«T. 



158. 



* Eferr Gerhard, Pastor zu Volstesen 1 J, schenkt, cum quadam sibi familiari scilicet domina Rikecen, 
dem Kloster Gerden zu either Memorie fur sie beide 30 Mark, um da ftir in eben der Villa Giiter zu kaufetu 
Zeugen sind: Gerhard Prior, Wigmodis Priorin. 1227. — Regesten Msc. J. 242* S. 34, VI. 224 S. 39. 

159. 

* Ritter Adam von Aspe stiftet seine und seines Geschlechts Memorie im Stift Kappel 2 J. 1227. — 

Or. KL Dalheim U. 18. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Notum sit tarn presentibus quam futuris, quod ego Adam 
de Aspe in remedium animarum parentum meomm et wasinodi*), in memoriam quoque mei sex dena- 
rios graves de pensione decime in Haslebome 4 ) cenobio et congregationi sancte in Cappelle contuli in 
perpetuum, ut siquid per me adversitatis verbis aut factis indebite sustinuerint, sanius ignoscant, preci- 
bns Dominum placantes. Unde ne hec a Christi fidelium memoria labantur, et ne vetustatis lima hoc 
factum infirmare temere attemptaverit, sed ut semper maneat ratum, quod veritatis habet amminiculum, 
banc donationem meam rite factam appensione sigilli ipsius ecclesie communivi. Acta sunt hec anno 
incarnationis Domini millesimo ducentesimo vigesimo septimo. 

Das ziemlich abgeriebeue Siegel des Stifts Kappel zeigt das Brustbild der Jungfrau Maria mit herabfallendem 
Kopftuch. 

160. 

* Propst Conrad von Kemnade verpachtet ein Stuck Land an den Pfarrer in Hehlen S J und dessen Nach- 

kommen *J. 1227. — Abschr. Msc. 1. 139 S. 246. 

Omnibus presentem paginam inspecturis manifestum esse desideramus, quod ego Conradus Dei gratia 
in Caminatis prepositus partem agri quod dicitur Vorlinc domino Tiderico sacerdoti in Helen laudamine 
capituli nostri porrexi, ut annua tim VI denarios det ecclesie, ipse vel quicunque aream illam in posses- 
sione habuerit ex ipsius pueris •). Ne autem hoc factum in posterum aliquis possit successorum nostrorum 
immutare, hoc privilegium sigillo nostre auctoritatis roboratum ipsi porreximus, anno incarnationis domi- 
nice M°.CC°.XXVII . 



*) Volsen SW. von Gerden. Vgl. die Gerdener Urkunde von 1224. — *) bei LippBtadt. — *) So deutlich die Urkunde. 
Bei Interpretirung dieses von mir in alien Olossaren vergeblich gesuchten Wortes, wird man wohl an base, wofur 
sich auch die Form wast fin det, ygl. Ziemann Mittelhochdeutsches Worterbuch 616, and note Genoese zu denken 
>nach also wasinodus so viel wie Stammesgenossenschaft bedeuten musste. — 4 ) S. voji Furstenberg. 
alheimer Urkunde von 1219 Nro. 80. Uber andere Besitzungen des Stifts Kappel in Haslebome vgl. Erhard 
. 564, welche Urkunde die erste im Dalheimer Archive ist. — *) An der Weser NW. von Kemnade. — 
b ist in der Urkunde allerdings von den Sohnen des sacerdos in Helen die Rede. Da dieselbe aber nicht 
de erhalten ist, so ist es nicht unmdglich, dass im Worte pueris ein Lesefehler vorliegt. Dr. Yeltmann 
, dass ex ipsius proventibus gelesen werden musse. 



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I))8. 107 



161. 



Konig Heinrich (VII) widerruft auf Befehl seines Vaters, Kaiser Friedrichs II., die von ikm auf dem Hoflage 

zu Wurzburg l J ausgefuhrte (fberweisung der Eresburg an den Erzbischof (Heinrich) von Coin und setzt den 

Abt (Hermann) von Corvey wieder in deren Besitz. 1228 (Februar 23.) Ulm. — Or. Fr. Corvey U. 86; 

gedr. v. Furstenberg M. P. S. 107, Schaten ad ann.; Seibertz I. Nro. 179. 

Heinricus Dei gratia Romanorum Rex et semper Augustus. Universis imperii fidelibus, quibus pre- 
sens scriptum exhibition fuerit, gratiam suam et omne bonum. Ad noticiam universorum volumus per- 
venire, nos mandatum domini imperatoris patris nostri recepisse, quod nequaquam ratam habere vellet 
warandiam,. quam in sollempni curia nostra apud Herbipolim fecisse dinoscimur de Monte Martis archi- 
episcopo Coloniensi, in abbatis dilecti principis nostri preiudicium *) Corbacensis; et quod eundemabba- 
tem in possessionem dicti Montis remitter emus, eidem plenam warandiam prestando, predictus dominus 
noster imperator nobis firmiter (ini)unxit. Nos vero mandatum domini imperatoris patris nostri eonser- 
vare et implere in omnibus cupientes, auctoritate presentium in possessionem eiusdem Montis dictum 
principem nostrum, abbatem Corbacensem, mittimus cum omni iure, nullam iurisdictionem in eiusdem 
Montis possessione recognoscentes archiepiscopo Coloniensi. Mandantes 8 ) itaque per gratiam nostram 
firmiter precipientes, quatinus nullus ausu ductus temerario memoratum abbatem in possessione sepedicti 
montis impedire vel molestare presumat, quod qui fecerit, gravem indignationem nostre celsitudinis 86 
noverit incursurum. Testes hii sunt: H. 4 ) venerabilis Eistetensis episcopus, L. 5 ) illustris dux Bawarie, 
comes H. de Dilingen, F. de Druhendingen, E. dapifer de Walpurc, C. pincema de Winterstete et alii 
quamp lures. Datum apud Ulmam, anno Domini M°.CC°. XXVIII , indictione prima. 
Dm Siegel ist abgefallen, 

162. 

* Papst Gregor IX. gewahrt alien, die am Feste der heiligen Pusinna 6 ) in der ihr zu Her ford geweihlen 
Kirche ihre Andacht verrichlen, einen 40tagigen Ablass. 1228 Mai 7. Bieti. — Or. Gefurst. Ablet 

Herford U. 37. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei universis Christi fidelibus ad ecclesiam sancte Pusinne vir- 
ginis de Hervordia convenientibus salutem et apostolicam benedictionem. Quoniam, ut ait apostolus, 
omnes stabimus ante tribunal Christi, recepturi prout in corpore gessimus sive bonum fuerit sive malum, 
oportet nos diem messionis extreme misericordie operibus prevenire, ac eternorum intuitu seminare in 
terris, quod reddente Domino cum multiplicato fructu recolligere debeamus in celis, firmam spem fidu- 
ciamque tenentes, quoniam qui parce seminat, parce et metet, et qui seminat in benedictionibus, de 
benedictionibus et metet vitam eternam. Cum igitur sanctorum suffragia sint ad impetrandam peccato- 
rum veniam oportuna, universitatem vestram rogamus, monemus et hortamur attente, quatinus ad eccle- 
siam sancte Pusinne virginis de Hervordia in festo ipsius imploraturi dicte sancte suffragium accedatis, 
ut per hec et alia bona que Domino inspirante feceritis ad eterne possitis felicitatis gaudia pervenire. 



*) In den letzten Tagen des Novembers 1226. Cher das Weitere vgl. die Urkunde vom 26. August 12)9. — *) „in" wird 
vor preiudicium im Original wiederholt. — *) So das Original , nicht mandamus wie Furstenberg hat. — ♦) Heinrich I. 
— *) So und richtig das Original; es ist Ludwig, der zweite Hersog von Baiern aus dem Wittelsbachschen Hause, 
1183—1231. Furstenberg, Schaten und Seibertz bereichern statt seiner die deutache Geschichte hier mit einem da- 
mals nioht existirenden Hersog Heinrich von Baiern. — *) April 23. tJber diese Heilige vgl. meine Kaisenurkunden 
I. 302 und die von mir verbessert herausgegebene Translatio derselben ib. S. 541—546. Ihre Schwester Liutteud war 
nach Nigenkerken bei Corvey transferirt worden, 

H* 



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108 1238. 

Nos enim de omnipotentis Dei misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius auctoritate con- 
fisi, omnibus ad eandem ecclesiam tarn in vigilia quam festo ipsius virginis ac proximo sequenti die 
accedentibus, quadraginta dies de iniuncta sibi penitentia misericorditer relaxamus. Datum Reate nonis 
Maii, Pontificatus nostri anno secundo. 

Die an re then und gelben Faden bangende Bieibulle ist wohkrhalten nnd tragt auf der Vorderseite die Aufschrift: 
GREGORIUS PP. VIHL 

163. 

Erzbischof Beinrich von Coin bestatigt dem Kloster Flechtdorf ein Gut, welches dasselbe von den Edlen von 

Gudenberg l ) angekauft, so wie Renten, die es nachtraglich von diesem abgeloset hat. 1228. Riithen. 

— Abschr. Msc. VII. 6704 f\ 19; gedr. Zeitschr. VUL S. 71. 

In nomine sancte et individue Trinitatfs. Henricus Dei graeia sancte Coloniensis ecclesie archiepi- 
scopus. Quoniam tempora pretereunt more fluentis aque que raptim transit in convailibus, ne facta 
preterita per oblivionis dispendium ab hommura labantur memoria, refricacione scrip ti fidelium messis 
solet perhennari. Unde (turn) ex debit© patronatus turn etiam ex dilectione qua tenemur Flietorpensi 
ecclesie notum esse cupimus presentibus et ad posteros transniittimus, quaKter dominus U. abbas et fra- 
treB in Flietorp predium quoddam in Gembeke *) a nobilibus de Gudenberg cum omnibus attinenciis suis 
iuste et rationabiliter comparavit et in quieta possessione obtinuit ipsumque Kberaliter posteris suis reli- 
quit, retenta tamen pensione quatuor calceorum, qui coturni appellantur *}. Sane quia heredes eorum 
in huius pensionis executione graves et importabiles usque ad pTesens exstiterunt, idem dilectua noster 
H(einricus) abbas, pro nunc qui est 4 ), cooperantibus fratribus suis, earn quatuor marcis ab eis redemit, 
nichil inde de cetero recepturi et omni iure, quo potuit, sue ecclesie confirmacionem obtinuit. Quod 
factum cum ex privilegio eorum veraciter intellexissemus, nostro nichilominus scripto et sigillo roborari 
precepimus, volentes ut et idipsum eorum sigillo approbatum et signatum nullomodo ab eisdem de cetero 
ecclesia sepedicta possit gravari. Nunc igitur, que coram nobis tarn laudabiliter et prudenter ordinata 
sunt, ausu temerario infringere (si) quispiam attemptaverit, omnipotentis Dei auctoritate et beati Petri 
et nostra perpetuo anathematis vinculo, nisi resipuerit, se inodatum incunctanter agnoscat. Datum in 
Ruden anno Domini millesimo CC°. XXVIII . 

164. 

* Abt Albert von Abdinghof kauft einem Lehnsmanne dieses Khsters sein Rechi an dem von ihm innegehabler* 

Gate ab. 1228. — Or. KL Abdinghof U. 46. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Albertus Dei gratia Paderbumensis abbas etc. 
Noverint igitur presentes et posteri, quod cum duos mansos curie nostre in Baddenhusen & ) adiacentes 



') NO. von Friizlar. — 2 ) W. von Arolsen. — *) Die Liefertmg von Schuhen als Rente ans einem Gate hat etwas sehr 
Auffallendes. Wenn auch Ducange s. v. calcens aus Mirseus den Bel eg for eine ahnliche Abgabe beibringt, so ist 
dies unter den dort angegebenen Verhaltnissen die sehr naturliche Iieferung von Schuhen fur das Stattegeld auf 
dem Markte, welche Verbal tnisse doch hier nicht zutreffen. — *) So das Copiar. — 6 ) Nacb Peter von HatzfeW ein 
jetzt ganz verschwundener Ort, N. von Brake! fiber Hinnenburg, am rechten Ufer des Fhisechens Brucht. Diese 
Angabe wird zwar bestatigt durch Giefers Ausfuhrungen , Zeitschr. XXVIII. 285, mochte aber immerhm noch zwei- 
felhaft sein, da wir im Busdorfer Copiar Msc. I. 122 f. 205 sq. auefrihrliche Verhandlungen fiber die curtis in Bad- 
denhusen prope Pekelsen besitzen. Hier konnte der Name dann in Banser-Holz nnd Banser-FeM erhalten sein and 
diese Annahme durch die in unserer Urkuhde erwahnte Fidejfussion Heinrichs von Peckelsheim and Godschalks von. 
Nedere wahrscheinlich werden, welche beiden Orte S. von Brakel liegen. 



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1328. 109 

Otto de Rotwordessen a nobis teneret in feodo, de bonis ecclesie nostre undecim ei marcas dedimus, 
qtiod tarn ipse quam uxor sna eosdem mansos cum omni iure, quod in eis habuerunt, libere et absolute 
nobis et ecclesie nostre resignaverunt, ita plane, ut nee ipsi nee pueri vel ceteri eorum heredes ulterius 
in eis aliquo modo, nisi de beneplacito abbatis et capituli, sibi iuris quippiam yendicarent. Fideiusse- 
runt preterea Heinricus de Pikelsen f ), Bertoldus Busse et Godescalcus de Nedere villicus noster milites 
pro pueris eorum tunc natis vel postea nascituris, quod, postquam discretionis annos attingerent, supra- 
dictos mansos cum omni iure suo pro sua parte abbati et ecclesie nostre ipsi pueri pariter resignarent. 
Ad maiorem ergo premissorum confirmationem presentem paginam sigilli nostri impressione roboratam 
posterorum successioni (lignum duximus transmittendam. Affuerunt etiam presentes huius rei testes Hein- 
ricus prepositus de Wilbodessen, Johannes prior noster et Heinricus cellerarius fratres ecclesie nostre, 
Johannes plebanus de Wilbodessen et Johannes clericus; laici: Gerlagus de Beienctorp, Hennannus Bo- 
lico iunior, Eilbertus milites et insuper supra nominati fideiussores Heinricus, Bertoldus et Godescalcus 
milites aliique quamplures. Actum a. ab inc. D. millesimo CC°.XXVHI°. 

Das gut erhaltene Siegel atellt in mangelhafter Zeichnung die sitzende Figur des Abts, mit einem gesohlossenen 
Buche in der Linken and dem Hir tens tab in der Rechten dar. Die Umsehrift lautet: S. ALBERTUS DL QRA. 
PATHERBURNEN8IS ABBAS *). 

165. 

* Abt Hermann von Corvey schlichtet einen Zehntenstreit zwischen dem Kloster Hardehausen, das den Hof 

Scherfede, und dem Ritter Herebold von Rimbeck, der den Hof Rimbeck von dem Corvey schen Stift 

zum Amtslehen trug. 1228. — Or. KL Hardehausen U. 28. 

Hennannus Dei gratia Corbeiensis abbas notum esse cupimus tarn presentibus quam futuris, quod 
com inter abbatem et conventum de- Hersuethehusen ex una parte et Hereboldum dictum militem de 
Rimbike ex altera super quibusdam decimis, quas ratione suorum laborum secundum privilegia ipsis con- 
cessa predicti abbas et conventus sibi pertinere dicebant, questio verteretur, idem H. cause huiusmodi 
et insuper omnibus his, que ipsi in silva dicta Overenrisle 8 ) ratione villicationis in Rimbike pertinebant, 
quam de nobis tenuit, cum uxore et suis filiis coram nobis renuntiavit, et nos hec curie nostre in Scerve, 
quam idem abbas et conventus a nobis villicationis offitio tenent 4 ), contulimus ecclesie nostre accedente 
consensu. Propter quod etiam sepe dicti abbas et conventus prefato H. subsidium prestantes decimam 
in Rimbike eidem pertinentem et aliis impignoratam redemerunt, ita ut earn, postquam suam sortem 
receperint, eidem H. restituant absolutam. Super his vero omnibus data est coram nobis sententia, quod 
hec potius probari possint, quam ab aliquo infitiari. Ut autem etc. Acta sunt hec a. i. d. M°.CC°.XXVIII°. 
Testes huius rei sunt: Conradus de Amelungessen, Adam comes, Adam comes 4 ) et filius eius, Gerhardus 
Hadeke, Bertrammus de Stamhem et frater eius, Godefridus de Godelumen, Giselbertus de Hildelboldes- 
busen, Johannes marscalcus, Conradus dapifer, Sifridus Parvus, Erenfridus, Herebordus Nove Ecclesie 
decanus, Cono confrater eius, Helwicus de Osickissen, Alexander de Gundelsem et alii quamplures. 
Beide Siegel Bind abgefallen. 



*) Peckelsheim S. von Brakel. — *) So trotz des vorhergehenden S. d. i. aigillum. — ») Bei Rimbeck nicht mehr zu 
constatiren. — 4 ) Hieriiber iflt sonat Nichte bekannt. Die Urkunde von 1226 Nro. 150 betraf nur sechs Mansi in 
Scherfede. — ») So die Urkunde. 



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1)38. 

166. 

>on Corvey ubertragt seinem Capital gegen Zahlung von 15 Mark zwei Fuder Wein, die 
\rich von Isenberg als Lehen besessen; sollten dessen Sohne das Lehen rechtlich toieder 
wiirde er dem Capitel jene Summe zuriickzaMen. 1228. — Or. Gefurst. Abtei Corvey 
U. 85; Abschr. mil d. J. 1227 Msc. II. 101 S. 76. 

mete et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas, universis huius 
ribus notum esse cupimus, quod duas vini carratas, quas comes Frithericus dictus de 
bis, dam viveret, in feodo tenuit, capitulo ecclesie nostre ad ipsios prebendam contu- 
t ille de vino) nobis et capitulo communi, prius ipsi comiti persolvebantur, quas nunc 
psius vini ipsum capitulum recipiet annuatim. Si vero prefati comitia filios contingat 
itas evincere 8 ) in iure a nobis, quindecim marcas quas a prememorato capitulo propter 
stituemus, aut duas alias vini carratas de nostro persolvemus eidem annuatim. Ut autem 
am firmum et stabile consistat, presentem paginam sigilli nostri appensione fecimus com- 
t hec anno dominice incarnationis M°.CC°. XXVIII 04 ), anno vero prelationis nostre quinto. 
sunt nobiles: Conradus de Hoenboke, Adolfus de Holte, Amelungus de Lippia 6 ); mini- 

irtoldus marscalcus, Heinricus de Scerve, Bernhardus, Bertoldus Guidelo 

ier, Conradus dapifer, Hermannus de Nigenkerken, Godefridus de Godelun, Hermannus 

. . Alexander de Guntelshem 

ist abgefalleu. 

i6r. 

do von Bomburg resigniren dem Able Hermann von Corvey getvisse Lehnsgiiter, die er dem 
ngsborn*) ubertragt, indem er von ihnen andere Giiter zur EnUchadigung erhaU. 1228. 
— Abschr. Msc. II. 40 S. 531. 

ancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas omni generationi, 
, in perpetuum. Notificamus, quod fratres de Homborg 7 ) senior, et Bodo iunior tres 
en 8 ) sitos, quos de manu nostra in beneficio tenuerunt, nobis resignaverunt, et eosdem 
ionem cum omnibus attinentiis, tarn cultis quam incultis, ecclesie de Amelungsbornen de 
ilio nostrorum, ab omni exactionis gravamine liberos contulimus et absolutos. Pro ipso- 

Erzb. Engelberta des Heiligen, hingerichtet zu Coin den 14. November 1226, dessen Lehne eben deswe- 
m warden. Vgl. U.-B. 111. 221 die Urk. v. 1226 sowie Nro. 220. — *) Die folgenden Worte gind so eentort, dass 
aathang, wie vie gelaatet haben mogen, sich entziehen. In Klammern geben wir die Corrector Kindlingers. 
:h im U.-B. III. 1188 fiber die Nachfolge des Grafen Dietrich von Limborg in den Lehnen seines Vaters 
agt habe. Die Urkunde v. 7. April 1247 on ten erweist, dass dieses Lehen des Isenberg'schen Geschlechts 
Corvey'schen Weinberge bei Kessenich bezog. — 4 ) Die Zahl ist mehr aos dem ann. prelationis zu ver- 
mit Sicherheit zu erkennen. — •) Ygl. die Gerdener Urkunde von 1229 Nro. 169. — •) Cisterzienserstift 
sminden, gegrfindet urn 1120 vom Edlen Siegfried von Homburg. Busching IX. 344. Die von Falke in 
i Kloeters herausgegebenen Urkunden, vgl. Index II. s. v., sind zwar nicht alle unecht, doch erregen 
en Anstoss und verdienten eine genauere Untersuchung. Als unecht sind schon urn des aufgenommenen 
m Details willen die S. 77 u. 138 gegebenen Urkunden von 1308 u. 1134 zu erachten; nicht minder aber 
die Urkunde B. Bernhards von Paderborn v. J. 1236. — 7 ) Schloss Homburg NO. von Amelungsborn. 
iterschrift ergiebt, dass beide Bruder den Namen Bodo iuhrten. — *) Jetzt Allersheim zwischen Holz* 
Bevern. Ygl. Busching IX. 348 und Wigand Cory. Guterbee. 8. 142, der in Ellersen das Alberteshus 
. 276 wiederfindet. 



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i»9. Ill 

mm autem restauratione de patrimonio in Einem l ) site septem mansos et dimidium, de quibus videlicet 
septem mansis et dimidio Hartwicus de Borcberch *) duos et Henricus de Helen 8 ) quinque et dimidium 
ab ipsis in beneficio tenent, consensu heredum suorum nobis rependerunt. Ne quis autem huius nostre 
commutationis paginam calomniosa presumptione in posterum andeat irritare, cartam hanc sigilli nostri 
appensione muniri et testium subscriptione fecimus confirmari. Testes sunt: de Nienovere Adolfas et 
Ludolfus comites, Bodo senior et iunior, Gonradas de Amelungessen, Johan dePaderborne, UdodeJnda- 
gine et alii de militibus quamplures. Acta stmt hec anno incarnationis Domini M°.CC°. XXVIII , indi- 
ctione prima, domino Godeecalco in Amelungesborn existente abbate. 

168. 

Die Consult* und die Biirgerschaft von Marsberg bekennen, dass, ah sie ihre Stadt von Nieder- Marsberg 

(HorehusenJ nach Ober- Marsberg (Eresburg) auf den Berg verlegten und dort befestigten A ), sie die geisiliche 

Subjection unter das Bisthum Paderborn abgeworfen flatten, was sie jetzt bereuen und durch einen Vertrag 

die geistlichen Verhaltnisse ihrer Stadt zu dem genannten Bisthum regeln. 1229 August 26. — VoUstandig 

gedr. Fiirstenberg Mon. Pad. S. 105; hier im Auszug nach Msc. /. 242 S. 117. 

Ao. 1229 7. Eal. Sept. Consnles et universitas Montis qui dicitur Heresberg testantur, quod cum 
a villa Horehusen ad montem qui dicitur Heresberg Paterburnensis diocesis domicilia transtulissent ac 
montem munientes ab obedientia ecclesie Paderburnensis inobedienter recessissent, tandem cum ecclesia 
hac ratione convenerint, quod ad ecclesiam debitum habeant respectum, clericum, quern episcopus eccle- 
sie restructe Tel restruende prefecerit et archidiaconus loci dono altaris investiverit, tamquam pleba- 
num recipiant, post mortem eius eligendi alium habeant facultatem. Arcbidiaconum de capitulo maioris 
eoclesie Paderburnensis, qui synodo in Horehusen presidere consuevit in Monte, et prefata ecclesia ey- 
nodo presidentem cum omni iure quod in capella S. Dionisii in Horehusen habuit (recipiet), excepto quod 
denarios synodales non persolvent et homines servilis conditionis a scabinis accusati non in ferro candenti, 
sicut alias consuetum est, sed manu duodecima expurgationem prestabunt. Testes: Herman de Vesperthe, 
Johan de Eleren, Tetmar de Durslo, Johan de Sancto Magno, Johan de Westhem plebani; milites vero 
Andreas de Durslo, Olricus de Westhem, Alradus, Henricus de Brocbike, Stephanus, fratres deDalhem, 
Tidericus de Etlen, Bodo, Henricus et Johan de Snevethe; consules vero Vollant, Air at, Herman, Con- 
rad; monetarii: Henricus Westval, Henric de Dune etc. 

168 a. 

* Bischof Bemhard IV. nimmt das Hospital in der Stadt Paderborn in seinen Schutz, bestatigt seinen Gtiter- 
besitz und ertheilt ihm verschiedene Privilegien. 1229 October L — Nach einer von Giefers 

mitgetheilten Abschrift des Originals. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis epi- 
scopus. Omnibus ad quos presens scriptum pervenerit, perpetuam in salutis auctore salutem. Quoniam 

>) Wohl Eime heiGronau, S. von Hannover, das nach Busching IX. 270 fruher Einem hiess. — *) „vel Bortberch" be- 
merkt die Kindlingersche Abschrift. Doch ist wohl der Burgberg, auf dem die Ruine Everstein liegt, gemeint. — 
>) Hehlen W. von Eemnade. — 4 ) Wann dies geschehen, ist nicht festzostellen, wahrscheinlich erst nach dem 
1216 erfolgten Regiernngsantritt des Colnischen Erzbischofs Engelbert d. H., der, wie wir in der Note zn Nro. 69 
vom Sept. 1217 gezeigt, die geistliche und weltliche Hoheit seines Erzbisthums mit Erfolg uber einen grossen Theil 
des Paderborner Sprengels ausdehnte. Wie wir Nro. 161 gesehen, war der Besitz von Marsberg dem Erzb. Heinrich 
von Coin durch K. Heinrich VH. auf dem Hoftag zu Wurzburg im November 1226 ubertragen, und ihm sodann auf 
Befehl Friedrichs H. im J. 1228 wieder abgeurtheilt worden. 



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112 i»». 

ea que geruntur in tempore, ne simul labantur cum ipso, in lingua testium solent poni et scripture me- 
moria solent perrennari, presentis scripti tenore notum esse cupimus singulis et uniyersis, tarn presenti- 
bus quam futuris, quod nos bona a domino ') Johanne cive Paderburnensi dicto Spilebrot hospitali 2 ) et 
conventui Sancte Marie et Sancti Johannis Baptiste in Paderburna, grisei ordinis 8 ), laudabiliter per nos 
de prudentum virorum consilio inchoato 4 ), collata et conferenda, sive alia bona ab eodem cenobio, salvo 
iure nostro et ecclesie nostre, conquisita vel postmodum conquirenda, in nostram et ecclesie nostre rece- 
pimus protectionem. Et prefatam collationem bonorum tarn cenobio quam hospitali iam dicto factam, 
sive a quocumque fidelium in posterum faciendam, auctoritate Dei omnipotentis et sanctorum apostolo- 
rum Petri et Pauli et Gregorii 5 ) pape ac nostre auctoritatis banno confirmamus, firmiter statuentes, ut in area, 
in qua nunc sorores Deo deservientes residentiam faciunt, que fideliter (videlicet?) area a nobili viro domino 
Hermanno dicto de Waldeke 6 ) ab ipso cenobio viginti quinque marcis fuit conparata, simul et hospitale 
prefatum, sicut alia nostre civitatis claustra, habeant emunitatem, nee aliquis iudex secularis aliquamin 
eis exerceat iurisdictionem. Yolumus eciam ut fratres et sorores ac familia dicti cenobii ibidem orato- 
torium habeant et cimiterium, in quo fratrum et sororum prefatum habitum habentium et ibidem vel 
alias in dyocesi nostra morientium corpora ecclesiastice tradantur sepulture, etperegrini, qui in sepedicto 
hospitali morte preventi fuerint, et omnes in eo decedentes ibidem sepulture commendentur. Peregrino- 
rum autem res, qui in ipso hospitali mortui fuerint, nisi aliquas pro animarum suarum salute ad usus 
pauperum dederint, anno et die suis heredibus reserventur, et si interim nullus eas repecierit, integre 
in eodem remaneant hospitali. Si vero aliqua ecclesiastica vel secularis persona hoc nostre confirmatio- 
nis instrumentum, sigillo nostre inpressionis ac testium annotatione communitum, infirmare vel infringere 
presumpserit, cum diabolo et angelis eius tamquam anathema in gehenna condempnetur; servantibus vero 
et huic instrumento debitam reverentiam prestantibus sit salus, pax ac gratia Domini nostri Jhesu Christi. 
Amen. Testes huius rei sunt: Volradus propositus, Amelungus decanus, Volquinus propositus sanctorum 
Apostolorum Petri et Andree, Tetmarus scolasticus, Hermannus Boliko, Volbertus cellerarius, Hugo, 
Ludolfus, Vollandus, Widekindus camerarius, Conradus plebanus, Conradus custos, Hermannus, Rabodo, 
Gerungus, Everhardus, Johannes, Ludolfus, Johannes canonici maioris ecclesie: laici vero: Johannes Spi- 
ringus, Johan Stapel, Georgius, Magarius, Svetherus, Albero, Tekko 7 ), Herman de Oriente, Herman Da- 
nus, Iserus, Wernherus de Kaldenhove, Gyselerus, Gerlacus, Gerbodo, Conradus, Philippus et alii quam- 
plures. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XXIX°, Kal. Octobris, pontificatus nostri 
anno secundo. 



Es ist doch sehr auffallend, dass schon um diese Zeit ein Burger von seinem Landesherrn das Herrnpradicat erhalt. 
— *) Im Jahre 1211 gegriindet. Vgl. oben Nro. 47. — *) Nach Biedenfeld Monchs- and Klosterfrauen-Orden S. 193 
durfen wir hier Hospitaliterinnen des dritten Ordens S. Francisci, graue Schwestern, soeurs grises annehmen. Doch 
muss am Hospital auch ein Convent von Monchen gewesen sein, wie die eogleich folgende Erwahnung der fratres et 
sorores beweist. Aber auch diese Bruder batten, wie eine weitere Stelle erweist, dieselbe Tracht. Dass die Urkunde 
sich nocb jetzt im Gokirchener Pfarrarchive findet, wird die Lage des Hospitals bestimmen, aber wohl kein Beweis 
dafiir sein, dass die hier erwahnten Schwestern identisch sind mit den Nonnen des in diesem Jahre, vgl. Nro. 170, 
zuerst erwahnten Cistercienser-Nonnenklosters Gokirchen. Doch will ich hierbei nicht unerwahnt lassen , dass durch die 
Urkunden des Klosters Himmelpfor ten , Nro. 6 und 7 aus d. J. 1249, die Bezeichnung auch des Cistercienser-Ordens als 
griseus ordo authentisch constatirt wird. — 4 ) Da die Griindung des Hospitals im Jahre 1211 erfolgte, sokdnnensich 
diese Worte nur auf den Convent der Monche und Nonnen am Hospitale beziehen, der also hiernach erst von dem 
1227 zur Regierung gelangten B. Bernhard IV. errichtet worden ist. — *) Gregor IX. t227 1241. — *)Tritt bis 1223 
in der Geschichte auf. — T ) Der Name lasst sich in dieser Form nicht nachweisen , wahrscheinlich identisch mit Deiko 
oder Teico, der auch in Freckenhorster Documenten vorkommt. Vgl. Forstemann Personennamen 335. 



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1J19. 113 

169. 

* Das Kloster Gerden lost die Ampriiche, tvelche ztvei Freigrafen an gewisse von Ersterem den Briidern Volquin 
ton Schwalenberg und Adolf von Waldeck friiher abgekaufle Outer erhoben, mit Gelde ab, worauf die Frei- 

grafen mit Handschlag und Ritterwort dem Kloster den ruhigcn Besilz zusichern. 1229 November 18. — 
Abschr. Msc. II. 71 S. 229; Regesien I. 242* S. 34; VI. 224. 

In nomine sancte et individus Trinitatis. Abbas Albertus Patherburnensis et G«rdinensis ecclesie etc. 
Noverit igitur universitas tam presentium, quam futurorum, quod dominus Volqwinus deSwalenberg cum 
consensu fratris sui Adolpbi de Woldecke quedam bona in Gerdine sita <et ab ecclesia comparata ab 
ipsis precio triginta marcarum contulerunt sancte Dei genitrici Marie et Sanctis apostolis Petro et Paulo 
et iam dicte ecclesie que quiete possedit decern annis nullo impediente. Tandem dominus Amelungus 
residentiam habens in Brackele cum fratre suo domino Heinrico eidem ecclesie indebitam moverunt que- 
stionem addicentes sibi iua libertatis ') in eisdem bonis, sed post multas et importunas minas hec actio 
commissa est arbitrio et hoc modo decisa est ab arbitrio: ut darentur domino Amelungo et fratri suo 
domino Heinrico de Lippa 9 ) sex marce, et si quid iuris viderentur habere in cometia prelibatorum bono- 
rum, iam dicti fratres cum filiis suis et ceteris heredibus omnimodis renuntiarent, et eidem ecclesie cum 
omni utilitate recognoscerent collata. Verum ne vel ipsi vel aliquis heredum inposterum arbitrium con- 
ftrmatum infirmare vel interrumpere posset, data est fides militaris et manualis ad manum domini Ber- 
toldi de Brackele et domini Heinrici de Wartberck et Fritherici de Histinchtorp et Alexandri de Mezin- 
husen et Johannis de Vrodenhusen et Kegebodonis de Histinchtorp et Hartmanni de Etherlersen. Omnes 
hi prelibati pactum e converso sub nomine ecclesie receperunt conditione tali, ut si aliquis arbitrium vel 
fidem confirmatam yiolare vellet, civitatem Brackele subintrarent et indenonexirent, donee omne damnum, 
si quod intulissent, ecclesie restituerent. Hec de persona fratrum scilicet Amelungi et Heinrici et here- 
dum promiserunt ecclesie et arbitris dominus Regebodo de Histinchtorpe, dominus Gerbertus de Herste. 
Terminata autem sunt hec coram consulibus in octava beati Martini, que elapsa est die dominica ita ut 
pene omnes cives civitatis adessent 8 ). Testium vero nomina, qui aderant hec sunt: dominus Bertoldus 
prepositus, Conradus frater suus; militum nomina: dominus Heinricus de Wartberch, Johannes de Vroden- 
husen, Alexander de Messenhusen, Bertoldus Scauwe, Heinricus de Flechten, Hildebrandus de Olden- 
berge, Frithericus frater suus; fratrum vero nomina hec sunt: Sifridus, Regenbodo, Heinricus deAllodio, 
Heinricus camerarius, Heinricus de Scerve. Acta autem hec sunt et roborata anno gratie millesimo du- 
centesimo vigesimo nono vivente priore Gerhardo. 

iro. 

* Dompropst Voir ad von Paderborn Ubertragt ein vom Domcapitel lehnruhriges Baus vor dem Thore Spirinki *J 
der Stadt Paderborn dem von Miinster herubergekommenen Convent der Cisterdenserinnen 6 J. 1229 Januar 6. 

— Abschrift naeh dem vom Berrn Professor defers mitgetheitten Original, Fr. Paderborn U. 123 a. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Volradus Dei graeia maior prepositus Paderbur- 
nensis conventui dominarum Cisterciensis ordinis in Paderburna in perpetuum. Quia actus hominum 



') Dies Wort ist wohl nicht mit Eindlinger fur verschrieben statt comitatus, sondern fur gleichbedeutend mit tiberi 
ctHnitatuM zu halt en. — ?) In der Corveyer Urkunde von 1228 Nro. 166 fiihrt anch der dort all ein auftretende Ame- 
lasg den Beinamen de Lippia. Nach dem zn Nro. 18 Bemerkten haben wir in Beiden ohne Zweifel Glieder des 
Stormedeschen Zweiges des Hanses Lippe zu sehen. Sie werden Sonne des in den Jahren 1205 — 1216 auftretenden 
Albert L von Lippe -Stormede, und einer von ihnen Vater des 1. a in der Note erwahnten Albert II. sein. — *) Die 
octava Martini, 18. November, fiel im Jahre 1229 in der That auf einen Sonntag. — *) Jetzt Casseler Thor. Vgl. 
Giefers in den Beitragen S. 29. — •) Gokirchen. 

We«tf. Urk.-Buch. IV. 15 



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114 1229. 

temporalem secuntur motum, ne hoc, quod a nobis salubriter in tempore geritur, facile cum ipso a me- 
moria labatur humana, presentis scrip ti tenore presentium memorie inprimere et futurorum noticie trans- 
mitter cupimus, quod domum sitam ante portam, que dicitur Spirinki, quam Johannes dictus Spilebrot 
pecunia sua conparatam de manu nostra iure tenuit feodali, resignato ab eodem Johanne et ab omnibus 
heredibus suis in manus nostras omni iuri, quod in eadem domo habuerunt y abbatisse et conventui do- 
minarum Cisterciensis ordinis, que tunc noviter de Monasterio Paderburnam translate fuerunt, de con- 
sensu et voluntate capituli maioris ecclesie coram domino nostro venerabili Paderburnensis ecclesie Bern- 
hardo quarto episcopo et coram universis fratribus tarn maioris ecclesie, quam ecclesie sanctorum apo- 
stolorum Petri et Andree, presentibus ministerialibus ac universa multitudine populi civitatis Paderbur- 
nensis in capitolio maioris ecclesie anno dominice mcarnationis M°.CC°.XXIX° in epyphania Domini ante 
missarum 6ollempnia, cum omni iure et pertinentiis suis ac proprietate perpetuo et sine contradictione 
possidendam liberaliter contulimus et absolute. Verum quia quanto res est favorabilior tanto maioribus 
debet esse subnixa sollempnitatibus, ne hec collatio nostra prefato conventui dominarum de communi 
consensu fratrum maioris capituli facta possit a successoribus nostris sive ab aliquibus fratribus de capi- 
tulo in posterum revocari, ad confirmationem eiusdem collationis nostre presens instrumentum iam dictis 
dominabus ad exhibendum in posterum pro se, si necesse fuerit, sigilli nostri inpressione dedimus com- 
munitum. 

Die auf dem Siegel in schonster Gewandung abgebildete Figur, deren Kopf leider verloren, halt in derLinken ei« 
Buch, in der Rechten eine Palme, und wird wahrscheinlich den h. Eilian vorstellen. Von der Umschrift ist 
noch erhalten: . . . DUS DEI GRACIA PADERBURNENSIS MAIOR PREPOSITUS. 

in. 

* Abt A. von Hardekausen schreibt an Bischof Bernhard IV. wegen Etnweihung der Marienkapdle im Ho- 
spitals des Kloslers. 1229. — Or. l J Fr. Paderborn U. 123. 

1T2. 

* Die Herforder Abtissin Gertrud von Lippe besiiitigt einen Verirag zwischen dem Marienstifte auf dem 
Berge und dem Edlen Willielm von Blankena, wonach dieser gegen Zahlung von 22 Mark die Vogtei iiber 

zwei Giiter des Stifts auf 5 Personen aus dem Ritterstande als Lehen uberlragt. 1229. — Or. Slift 

auf dem Berge bet Berford V. 4. 

Gertrudis Dei gracia Hervordensis abbatissa cunctis Christi fidelibus, quibus hec pagina fuerit aperta, 
salutem in eo, qui est salus omnium. Accedentes ad nos decana et conventus sancte Marie in Monte 
Hervordensi ex una parte et nobilis vir dominus Willelmus de Blankena cum suis amicis ex altera parte 
petiverunt a nobis et ab ecclesia nostra, ut eorum pactis et emptionibus interesse vellemus et ea testi- 
monio totius ecclesie nostre roborare. Sciat igitur universitas vestra, quod supradictus conventus em- 
ptionis titulo ad hoc prefatum Willelmum data pecunia ad estimacionem viginti duarum marcarum, ex- 
ceptis sex solidis, induxerunt, quod advocatiam, quam habuit in bonis ipsarum videlicet in curia Egge- 
rinchusen 2 ) et novem mansis ad earn pertinentibus, et in alia curia Ebbinchusen 8 ) cum duobus mansis 
ad earn pertinentibus, concessit in feodo Heinrico Gogravio et Johanni fratri suo, Johanni de Patherburne, 
Gerhardo de Sunnenchusen, Johanni de Oldenhervorde, Godescalco Lupo, qui omnes non ad suas utili- 
tates sed propter Deum et merita beate Virginis se hominio prefati Willelmi obligarunt, sicut laici solent 



') Fast vollig unleserlick. — 7 ) Eggeringhausen bei Kirchborchen Kr. Paderborn. Siehe Mooyer Mitth. des hist. Vereins 
z. Osn. Y. 288, der aber diese Urknnde falschlich in das J. 1239 setzt. — *) Bei Lichtenau im Kr. Buren. Mooyer 1. c. 



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IJ29. 115 

doniinis suis pro feodis obligari. Idem eciam nominati milites in manus nostras et aliorum ministeria- 
lium nostrorum fide data promiserunt, quod ex hac infeodacione nullas faciant exactiones in bonis nomi- 
uatis, nisi forte, cum necesse fuerit, ex consilio conventus ad earum utilitates. InsuperpromiF i ' +T ^' q; ' >f " 
Willelnius et Alius eius, quod aliquo predictorum militum deficiente, concedet alteri eandem * 
quem substituere voluerit prefatus sancte Marie conyentus. Nos igitur piis peticionibus assi 
bentes hanc inde paginam veritatem rei continentem conscribi fecimus et sub testimonio Christ] 
nostre sigillis iussimus insigniri. Testes, qui presentes erant, hii sunt: clerici Sifridus, Com 
mannus, Godescalcus, Reinboldus, Giselerus, Johannes de Monte et alii plures; laici vero: 
Florencius de Quernhem et filii eorum, Heinricus Scole, Brunstenus, Jordanus, Hermannus, 
Evrardus, Reinbertus, Heinricus, Conradus, Aibertus Buteric, Lubertus et Gerhardus Boc, Fl 
Heinricus Boc ministeriales prefati Willelmi. Acta sunt hec coram nobis apud Hervordiam in 
dominice anno D. M°.CC°.XXIX° in Christi nomine feliciter. Amen. 

Das Siegel der Abiissin, welches an griinen, und das des Hochstifts, welches an rothen seidenen 
sind beide abgefallen. 

m. 

• Der Cananicus Gregor von St. Petrus in Rom beanspruchte auf Grund einer papsilichen Ver 
Einkunfte einer Prabende des Paderborner Domcapitels, welches dagegen die papstliche Verleihm 
fur erschlichen erklarte, als es ihn nicht, wie er dem Papste vorgegeben, zum Canonicus aufgenot 
Zwei Geistliche der Diocese Padtrborn werden daher von den mit der Untersuchung beauflragten 
Richtern veranlasst, beim Paderborner Domcapitel die nothigen Zeugenaussagen zu erheben. 

(1229) y. — Fr. Paderborn U. 124. 

A. decanus S. Georgii et A. scolasticus S. Marie de gradibus in Colonia R. decano et i 
canonicis Nove Ecclesie 2 ) perpetuam in Domino salutem. Cum in causa, que inter Grego 
Heinrici de sancto Eustachio, basilice principis apostolorum canonicum 8 ), et capitulum Pad 
super fructibus unius prebende in ecclesia Paderburnensi vertitur, auctoritate nobis avenerabi 
domino nostro Coloniensis ecclesie archiepiscopo , domini pape executore, delegata presideremu 
Conradi clerici, Paderburnensis ecclesie procuratoris, proposita fuit hec excepcio contra litte: 
Gregorio a papa impetratas; videlicet quod littere domini pape essent impetrate sucgesta ta 
que si sucgesta non fuisset, littere obtineri non potuissent. Sicut enim in litteris papalibus co 
dictas Gregorius domino pape sucgessit, ipsum in eorum ecclesia receptum esse canonice in 
et fratrem, et quandam prebendam ei liberaliter a capitulo Paderburnensi esse collatam, t 
quandocunque de receptione dicti Gregorii tractabatur, a capitulo semper fuerit contradictum. 
super predicta excepcione dilatoria nobis in Colonia sine magno partis alterius incommodo li 
posset, de consensu H^rmanni dicti Gregorii procuratoris discrecioni vestre super dicta excep 
toria audicionem testium delegamus, auctoritate qua fungimur vobis iniungentes, quatinus ad 
nensem ecclesiam personaliter accedatis, et testes, quos capitulum Paderburnense aut eorum 
coram vobis producere voluerit, super excepcione predicta et eius circumstanciis secundum m 
piendorum testium recipiatis «t dicta eorundem testium sub sigillis vestris clausa fideliter nobi 



*) Dies Jahr ergiebt sich aus der Urkunde Erzbischof Heinrichs von Coin vom 25. November 1231 unten Nr 
der dort eingeruckten Bulle Gregor' 8 EX. vom 1. September 1231 hat dieser dem Erzbischof, in dessen 
Colnischen Geistlichen hier handeln, iam elapso biennio et amplius, aufgetragen, dem Romischen Cai 
Genusa der Paderborner Domprabende zu verhelfen. — *) Nienkerken bei Hozter. — B ) Von St. Petrus i 

15* 



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116 ««*• 

epiphanie, quam partibus terminum ad redeundum prefiximus Coloniam, per procuratorem ecclesie Pader- 
burnensis remittatis. Acta sunt hec salvo iure utriusque partis. 
Die Siegel rind abgefallen. 

1T4. 

Abdinghof bekundei zwei in der Slreitfrage zwischen dem KToslcr Gokirehen und dem 
\sperthe erlassene Sehiedsspriichc. O. J. (1229—1234) % ). — Abschr. Msc. VII. 4210 S. 10. 

s abbas in causa que vertitur inter novellam plantationem virgixram Cisterciensis ordinis 
inter H. plebanum de Vesperthe super predio in Vesperthe et super pecunia, que in 
ita est, arbiter constitutes, attendi, quod lites varias requirunt expensas, ideoque appro- 
is a ) meis statueram, quod domine ad solucionem pecunie, que venditoribus curie debe- 
it XXX marcas, et quod episcopus predium solus haberet, quodque in (re)staurum ilia- 
'urn cum consensu capittuli obligaret dominabus unum episcopate servicium, donee con- 
d predium, quod XXIIII moldra annone solveret annuatim, Hanc vero ordinacionem 
lebanus H. admittere nisi XXXVI marcas posset habere et per hoc eo tempore cassatum 
Postmodum autem sub aliis arbitris convenit partibus de quantitate pecunie et nunc 
itate episcopi et capituli, quando terminetur* 

175. 

X befiehll auf Anstehen des Deutsche Ordensmeisters Hermann (von SalzaJ dem Paderborner 
>5 Mark Silber, wekhe der verslorbene Bischof von Paderborn, Oliver, fur die Koslen der 
Germano vom Deutschen Orden entlieh, und die das Domcapitel dureh einen Domherm bei 
ikhdusern zu Bologna deponiren Hess, von welchem der Deutsche Orden sie aber nicht aus- 
i konnte, indem sie von den Tempettierren*) beansprucht tvurden — jetzt dem Deutschen 
Orden zu erstatten. 1230 Mai 10. Lateran. — Or. Fr. Paderborn U. 125. 

)i8eopu8 servus servorum Dei dilectis filiis . . preposito . • decano et * . capitulo Pade- 
l et apostolicam benedictionem. Per vestras nobis litteras intimastis, quod quondam 
s Hoter, preceptor domus sancte Marie Theutonicorum in Alamannia bone memorie 
isi episcopo, tunc Padeburnensi , sexaginta quinque marcas et fertonem argenti apud 
im 4 ) in receptione regalium liberaliter mutuavit, quas postmodum per quondam A. con- 
m apud Ulricum et fratres suos cives Bononienses sub testimonio . . prioris et fratrum 
rum in Bononia deponi fecistis domui predicte reddendas. Quare nobis humiliter sup- 
axatam pecuniam dicte domui mandaremus exolvi. Sed sicut dilectus filius Hermannus 
lis sancte Marie Theutonicorum Jerosolimitani exposuit coram nobis, licet pecunia 
ratres suos a predictis civibus requisita, quia tamen illi asserebant, eandem pecuniam 
idictum concanonicum vestrum fuisse receptam et apud Thomam et Bartholomeum ac 
ctos Principes eorum concives depositam, idem magister etiam ab ultimis depositariis 



Jahre wird Gokirehen zuerst, im letzteren Abt Albert znletst erwahnt. Der Pfarrer Hermann von 
>mmt schon in der Urkunde von 1217 Nro. 70 vor. — *> So emendire ich statt coarbitriis. — *) Das 
188 ich diesen Orden in Westfalischen Urkunden genannt finde. — 4 ) Hier war Oliver am 28. Juli 1225 
Jrkunde Friedriclis 11. (cfr. Bohmer R. J. 1198—1254 S. 129 u. oben 2s>o. 141), woraua also erhellt, 
amals vom Kaiser die Regalien erhalten hat. 



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1*30. 117 

requiri fecit eandem, quibus asserentibus, quod pretaxata gumma pecunie Templariorum nomine deposita 
fuerat penes eos, et ab ipsis per eosdem Templarios petebatur instanter, dictus magister nondum earn 
potuit rehabere. Ne igitur predicta domus inde incurrat dispendium, unde videtur gratiam meruisse, 
universitatem vestram monemus attente, per apostolica scripta mandantes, quatinus eidem magistro et 
fratribus de pecunia ipsa, ut tenemini, satisfacere procuretis. Alioquin dilectis filiis . . scolastico, Hen- 
rico et Mainardo canonicis Ildesemensibus nostris damus litteris in mandatis, ut vos ad id per censuram 
ecclesiasticam appellatione remota compellant. Datum Laterani VI. Idus Maii pontificatus nostri anno 
quarto. 

Die Bleibulle mit der Inschrift: GREGORIUS PP. Villi, ist erhalten. 

1T6. 

* Der papsttiche Cardinallegat Otto von St. Nicolaus in Carcere Tullianensi beauftragt den Abt von i 
und zivei Dominicaner Conrad von Hoxter und Ernst von Bremen mit der Visitation der Diocesen i 
Osnabriick und Paderborn. (1230) l J Mai 12. Tournay. — Fr. Paderbom U. 126. 

Otto miseratione divina sancti Nicholai in carcere Tullianensi dyaconus cardinalis apostolic 
legatus dilectis in Christo . . . abbati de Bredelare ordinis Cysterciensis, fratribus Conrado de ] 
priori provinciali et Ernesto Bremis commoranti de ordine fratrum predicatorum salutem in 1 
Cum precipiat dominus per prophetam, ut mundentur qui ad deferenda vasa Domini deputantur, 
vos sollicitos reddimu8 et attentos, ut tarn in civitatibus quam in dyocesibus Monasteriensi, Osnat 
et Patheburgensi ad clericorum mundiciam et eorum, que ad ornatum altaris et que ad cultum 
pertinent, reformationem specialiter intendatis, nichilominus inquirentes de statu et incontinentia, 
vicioso et aliis manifestis excessibus, corrigentes et reformantes tarn in capite quam in membris 
vestra discretio viderit faciendum, contradictores et rebelles per censuram ecclesiasticam comp< 
Datum Torn(aci) quarto Idus Maii. 

1 77. 

Rundschreiben desselben Legaten an allc Geistliche der Diocesen Miinster, Osnabriick und Paderborn 
er die vorgenannten Visitatoren beglaubigt 2 ) und ihnen, wie ihm selbst, zu gehorchen befiehlL (1230) 
Tournay. — Or. Fr. Paderborn U. 127; (jedr. Schaten ad ann. 

Otto miseratione divina sancti Nicholai in carcere Tullianensi dyaconus cardinalis apostolic 
legatus universis ecclesiarum prelatis clericis et religiosis omnibus per totas Monasterienses, Osnabu 

') Diese und die folgenden Urkunden bereichern wesentlich das Itinera? des Cardinallegaten und konnen bei d 
tigkeit seiner Thatigkeit in dem Jahre 1230 fur die Reichgeschichte auch ein aUgemeineres Interesse beam 
Nach den Untersuchungen Winkelmanns, Forschungen z. d. G. VI. 407 und Schirrmachera , G. Friedrichs ] 
u. 814, Forschungen VIII. S. 45 — 59 war sein Itinerar wahrend des Jahres 1230 bisher folgendermassen fes 
Januar Luttich, Februar 13. Hui, Mai 10. Tournay, September 27, November 4—7. Bremen, hierauf (?) die 
in Danemark, December 25. Coin. Zu unsern Paderborner Documenten tritt dann die von Winkelmann un 
macker nicht berucksichtigte aus Rechede den 18. December datirte Urkunde des Legaten, die ich U.-B. 
der Ansicht Bohmers folgend, dass die Annal. Col. max. das Jakr mit Weihnachten beginnen, dem Ja 
zngeschrieben hatte , welchem Jahr allerdings die vom Legaten bestatigte Urkunde des Minister's cL en Biscbc 
angehort. Dass aber die Colnischen Annal en der Sitte ihrer Diocese getreu das Jahr mit Ostern anfangei 
rich ausser dem U.-B. III. S. 950 von mir Bemerkten noch aus der Urkunde unten Nro. 257. Unsere Wes 
Documente geben nun fur das J. 1230 folgende neue Daten zum Itinerar des Legaten: Mai 12. und 13. 
September 15. und 23. Bremen, November 27. Miinster, December 18. Rechede bei Ludinghausen , also 
Route von Miinster nach Coin. Da er hiernach am 7. November noch in Bremen , aber am 27. desselben Mon 
in Munster war, so durften die dazwischen liegenden 20 Tage schwerlich fur die Legation nach Danemark 
dieselbe vielmehr eher im October stattgefunden habeu. — 2 ) Dieser Umstand erweist wohl aufs Deutlichste, 



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118 



1330. 



Patheburnenses civitates et dyoceses constitutis salutem in Domino. Cum ex iniuncto nobis legationis officio ad 
statum et reformationem ecclesiarum legationis nostre intendere teneamur, quia per loca singula discurrere 
non possumus per nos ipsos, viros de quorum discretione et honestate confidimus nos interdum oportet 
dirigere, qui suppleant vices nostras. Unde cum dilectis in Christo abbati de Bredelare ordinis Cyster- 
ciensis, fratribus Conrado de Huxaria priori provincial! et Ernesto Bremis commoranti de ordine fratrum 
predicatorum nostris districte dederimus litteris in preceptis, ut in monasteriis tarn monachorum, monia- 
lium quam canonicorum regularium necnon et in conventibus ac decanatibus clericorum secularium im- 
pendant visitationis officium, vice nostra corrigentes tarn in capite quam in membris, que correctionis et 
reformationi8 videbunt officio indigere, universitatem vestram monemus et exhortamur in Domino, qua 
fungimur vobis auctoritate in virtute obedientie et spiritus sancti precipiendo mandantes, quatinus pre- 
dictos visitatores, cum ad vos venerint, tamquamnos ipsos immo nos pocius recipiatis in ipsis, intenden- 
tes diligentius hiis, que ipsi vobis iniunxerint vice nostra et quecumque salubriter aput vos ordinaverint 
studiosius servaturi. Alioquin sententiam, quam iidem in vos rite tulerint ratam habebimus et faciemus 
earn auctore Domino usque ad condignam satisfactionem inviolabiliter observari. Datum Tornaci III. 
idus Maii '). 

Das Siegel iflt abgefallen. 

1T& 

* Papst Gregor IX. befiehlt, den in dem Slreit zwischen dem Stifte und dem Propste von Schildesche von 

den von ihm ernannten Richtern bestatigten Spruch, unter Androhung geistUcher Slrafen zur Ausfuhrung zu 

bringen. 1230 Mai M. Lateran. — Orig. Slift Schildesche U. 10. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis preposito sancte Marie ad gradus, sancti Petri 
et sancti Victoris decanis Maguntinensibus salutem et apostolicam benedictionem. Supplicarunt nobis 
dilecte in Christo filie decana et conventus Scildecensis, ut diffinitivam sententiam a preposito Magun- 
tinensi et collegis ipsius pro eis contra H(einricum) 2 ) canonicum Padeburnensem super prepositura ecclesie 
Scildecensis, non ex delegatione nostra cognitis cause meritis, promulgatam et postmodum a decano sancte 
Marie ad gradus Maguntinensis et coniudicibus suis delegatis a nobis approbatam, iusticia exigente firmi- 
tatem faceremus debitam obtinere. Ideoque discretioni vestre per apostolica scrip ta mandamus, quatinus 
sententiam ipsam, sicut est iusta, faciatis per censuram ecclesiasticam appellatione remota firmiter obser- 
vari. Quod si non omnes hiis exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nichilominus exequantur. 
Datum Laterani Villi. Kalendas Junii pontificatus nostri anno quarto. 
Die papstliche Bulle ist wohl erhalten. 

Briefe Otto's aus Tournai dem Beginne der Visitation angehoren und alter sind als die fast gleichlautenden aus 
Bremen datirten vom 15. und 23. September, worin der Legat die Visitation aufs Neue aufnimmt. Darum ist auch 
die Moglichkeit, die letztern dem Jahre 1229 und nur diese dem Jahre 1230 zuzuweisen, ausgeschlossen. — ') Von 
dem namlichen Datum ist auch der Brief des Legaten an die Bischofe von Miinster, Paderborn und Osnabruck, der 
auch im Inhalt wesentlich mit dem vorliegenden iibereinstimmt, aber in der Form milder gefasst ist. Er ist nur im 
Abdruck bei Schaten ad ann. 1230, in den Paderborn er Archiven aber weder im Original noch in Abschriften erhalten. 
— *) Heinrich von Schwalenberg. Vgl. dessen Urkunde von 1241 bei Lamey C. D. S. 29, die im Archiv zu Schildesche 
leider auch nur in einer Abschrift vorliegt, sodann aber unsere Noten zu zwei Hardehausener Urkunden von 1219 
und 1238. 



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1230. 119 

IT9. 

* Graf Godschalk II. x ) von Pyrmont verkauft seine Guter in Wenden , nachdem der friihere Vasall sie ihm 
resignirt, an das Kloster Marienmiinster. 1230 Mi 9. — Abschrift Msc. I. 129 S. 27; 130 S. 12; 

131 S. 37 i VII. 4512 S. 28. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego Godescalcus nobilis de Perremunt etc. Pateat omni- 
mode congregationi catholice, quod Rotcherus miles mens ministerialis bona in Winethen 2 ) cum silva et 
omnia alia ad ea pertinentia, que a me in pheodo tenebat, michi proprio motus arbitrio libere resigna- 
vit. Et eadem bona cum silva decimaque et advocatia.et omnia ut erant in iure predicti militis, abbati 
Ricbodoni et conventui in monasterio sancte Marie virginis Paderburnensis diocesis pro triginta marcis 
vendidi meo 8 ) meorumque heredum, videlicet Godescalci et Hermanni consensu voluntarie acclinante, ut 
ea prenominato conventui in proprietatem perpetue cederent possidenda. Ne igitur alicui super hoc 
innascatur diffidentia, presentem paginam sigilli nostri vera impressio corroboravit. Nomina huius rei 
testimonium perbibentia sunt hec: sacerdos in Ludhe Sichehardus, Conradus plebanus in Schidere, Jo- 
hannes sacerdos de Collerbike; Ernestus et frater eius Eckardus de Barichhove, Ernestus Strubergh, 
Bruno de Vrenken, Eustachius marscalcus, Henricus Ruffus, Henricus de Sunthersen, Ernestus Lorich et 
frater eius et alii quamplures. Acta sunt hec anno incarnationis dominice M°.CC°.XXX°, VII. Ydu6 Julii 
episcopatum Paderburnensis ecclesie quarto tenente Bemhardo feliciter. Amen. 

180. 

Das Kloster Corvey tritt fiir seine sammtlichen Giiter und Besitzungen in ein Schv/zverhaltniss zum 

Erzbischof Heinrich von Coin, indem es ihm die Balfte von Marsberg und der Burg Lichtenfels A ) uberlasst 9 

dagegen die Propstei Marsberg fiir sich behalt und auch durch andere Besitzungen von ihm entschiidigt wird* 

1230 August. Soest. — Or. Propst. Marsberg U. 2; Abschr. Msc. I. 134 S. 22; VII. 5723 f. 36; 

gedr. Seibertz I. 189. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Henricus divina favente dementia sancte Coloniensis ecclesie 
archiepiscopus universis Christi fidelibus ad quos presens pagina pervenerit in perpetuum. Ad oblivio- 
nis confusionem evitandam notum esse cupimus, tarn presentibus quam futuris, quod super controversia 
inter nos et Herimannum abbatem Corbeygensem super Monte Martis et aliis habita, nos turn propter 
pacem terre, cum propter ecclesie nostre et sue mutuam in perpetuum promotionem et familiaritatem, 
prudentum consilio>et ecclesie nostre consensu amicabiliter cum ipso conposuimus in hunc modum, quod 
nos videlicet et ecclesia Coloniensis retinebimus medietatem iam dicti montis cum omni iure et proventu 
excepto claustro in monte sito, quod abbatis et ecclesie Corbeygensis spirituali iurisdictioni et dominio 
solummodo subiacebit. Neuter nostrum castellanum in dicto monte locabit vel edificium aliquod construet 
sine alterius consensu et voluntate*). Si vero aliquid edificandum est, fiet de consilio amborum et com- 



! ) Aach dieser hatte wie sein Vater Godschalk I. zwei Sohne des Namens Godschalk and Hermann. — 7 ) Eine Hand des 
15. Jahrhnndert8 fugt im erstgenannten Copiar hierzu am Rande: „ Wenden si turn inter Vorde et Oldenborch prope 
Walczerdyk". Vorden nnd der Oldenberg N. von Marienmnnster, wo aber weder Wenden noch Walczerdyk sich erhalten 
haben. Vgl. Lipp. Reg. III. zu Nro. 1497. Eine andere Hand des 15. Jahrhunderts bemerkt anf dem nnteren Rande 
noch: „Nota. Dominus Otto de Oyenhusen abstulit decimam de framentis quam ibi habuimus anno etc. 83 (1483) in 
messe violenter contra scripta domini nostri Paderbornensis ; pretendit decimam esse suam". — 8 ) So die Handschriften. 
— ♦) Im Fr. Waldeck zwischen Fiirstenberg und Sachsenberg. — 6 ) Das angebliche Privileg P. Leo's III. vom 24. Decem- 
ber 799, das Corvey sich noch im Jahre 1246 von Innocenz IV. bestatigen liess, hatte aber doch uberhaupt verboten : 
ne quis omquam bellica in ipso monte presidia collocare . . . audeat? Vgl. meine Eaiserurkunden I. 132. 



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120 ***»• 

munibua expensis. Nos autem in restaurum iam dicte medietatis montis cum consilio priorum et con- 
sensu capituli ecclesie maioris curtim in Drivere ■) ecclesie Corbeygensi cum omni iure contulimus per- 
petuo possidendam. Ad amplioris quoque dilectionis et familiaritatis firmitatem, memoratus abbas de 
consilio suorum fidelium et ecclesie sue consensu castri Lichtenvils medietatem nobis et ecclesie Colo- 
niensis assignavit et nos oppidum prope castrum idem communibus edificabimus expensis et muniemus, 
quod in omni proventu nobis erit commune. In castro autem nullus instituetur castellanus, nisi de con- 
silio partis utriusque. Si vero molendina prope castrum edificata fuerint, medietas proventuum nobis et 
ecclesie nostre cedet. Item bona abbatis et ecclesie sue et suorum ministerialhim et castrensium tarn in 
oppidis quam in villis et hominibus et aliis ad eum et ipsos pertinentibus ab exactionibus et quibuslibet 
iniuriis salva erunt et in nostra tuitione consistent, nisi forte ad proclamationem terre ad iusta iudicia 
contra malefactores exercenda iidem homines Corbeygenses debeant subservire. Item prenotato abbati 
VII dedimus fideiussores subnotatos, qui fide data promiserunt, quod si aliquis hominum nostrorum ipsum 
vel homines suos ad summam viginti marcarum vel infra leserit, nos commoniti infra quatuor septimanas 
faciemus emendari, alioquin nostri fideiussores facta sibi commonicione Mersberg intrabunt inde ante 
satisfactionem non exituri. Si vero nos iustum iudicium in ipsum malefactorem exercuerimus vel eum de 
oppidis et castris nostris et terra expulerimus, ipsi fideiussores ex eo sunt absoluti. Hii autem sunt 
fideiussores: Herimannus advocatus Coloniensis, Theodericus dapifer, Franco pincerna, Godefridus came- 
rarius, Gozwinus marscalcus, Richwinus marscalcus, Johannes de Padberg, Gozwinus scultetus Susatiensis, 
Theodericus et Herbordus de Hildene, Hermannus Spigil, Henricus de Werle. Si vero aliquem fideius- 
8orum predictorum decedere contigerit, loco ipsius alius substituetur. Item ministeriales et castrenses 
nostri et abbatis non debent in oppidis nobis communibus per iudicium detineri, nisi in manifestis ex- 
cessibus, ut furto rapina et similibus, deliquerint, propter quod ibidem iudicabuntur, et si aliquis a nobis 
proscriptus fuerit, ille nostre servabitur iurisdictioni. Item si ministerialis noster vel castrensis vel ali- 
quis in oppidis et castris nostris residens nostra sera firmatis et vigilibus custoditis erga ecclesiam Cor- 
beygensem deliquerit, nos vel si absentes fuerimus a prioribus nostris ab abbate vel si. ipse presens non 
fuerit a conventu suo commoniti infra tres menses faciemus emendari. Quod si emendare noluerit, nos 
eum a castris et oppidis nostris expellemus et contra eum abbati assistemus. Quod si non fecerinius, 
Mons Martis totaliter ecclesie Corbeygensi cedet. Ut autem inter Coloniensem et Corbeygensem ecclesias 
propensior perpetuo vigeat et observetur dilectio, ea inter nos intervenit confederatio , ut nos et ipse 
ecclesie sibi contra omnem hominem excepto imperio in suo iure assistant. Et si nos vel aliquis succes- 
sorum nostrorum premoniti ad quatuor septimanas domino abbati vel alicui successorum suorum non 
astiterimus, Mons Martis ipsi et ecclesie sue totus cedet et ipse versa vice cum suis successoribus in simili 
casu pene consimili subiacebit. Ut autem hoc factum ratum permaneat et inconvulsum, presentem pagi- 
nam exinde conscriptam nostri et maioris ecclesie Coloniensis sigillorum appensione fecimus communiri. 
Testes huius rei sunt: Conradus maior prepositus et archidiaconus Coloniensis, Johannes propositus Bun- 
nensis et archidiaconus, Godefridus prepositus Xantensis et archidiaconus, Arnoldus prepositus sancti 
Gereonis, Henricus prepositus sancti Severini, Bruno prepositus sancti Kuniberti, Henricus prepositus 
sancti Georgii, Albertus subdecanus, Gozwinus choriepiscopus, Bonefacius scolasticus, Godefridus prepo- 
situs Monasteriensis; Heinricus comes Seinensis, Adolfus comes de Marcha, Godefridus comes de Arns- 
berg, Bernardus deLippe, Volquinus de Sualenberg et frater eius, Conradus de Itere, Bernardus de Osde, 
Jonatas de Ardei, Henricus Niger, Herimannus advocatus Coloniensis, Hermannus marscalcus et Gozwi- 
nus filius eius, Theodericus dapifer, Franco pincerna, Godefridus camerarius, Eiquinus marscalcus, Goz- 
winus scultetus Susatiensis, Johannes de Padeberg, Albertus de Sturmede, Wernerus et Bertoldus de 
Brakele, Theodericus et Heribordus de Hildene, Hermannus Spigil, Cunradus de Ameluns et Herbordus 
filius eius, Hermannus de Nienkirken, Gerardus Hadeke, Godefridus de Godelumen, Ordemarus, Bernar- 



') Drewer NW. von Riitheu Kr. Lippstadt. 



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1230. 121 

dus de Dalheim, Henricus de Luttardessen, Albertus dictus Vrie, Theodericus de Weten, Albero de 
Reclenhusin, Alardus et alii quamplures. Acta sunt hec apud Susatum, anno Domini M°.CC°.XXX°. 
mense Augusto. 

Nur vom Siegel des Erzbischofs ist ein Bruchstuck erhalten. 

181. 

1 Der Cardinallegat Otto wiederholl seinen unter dem 12. Mai 1230 an den Abt Heinrich von Bredel 
die Dominicans Conrad von Eoxter und Ernst von Bremen erlassenen Befehl, indem er ihrer V\ 
ausser den Diocesen Miinster, Osnabriick und Paderborn auch noch die Mindensche unterwirft 
(1230) September 15. Bremen. — Or. Fr. Paderborn U. 128. 

Otto miseratione divina sancti Nicolai in carcere Tull. diaconus cardinalis apostolice sedi 
tus dilectis in Chris to H. abbati de Breidelare ordinis Cistertiensis, fratribus Conrado de Huxarii 
provintiali fratrum predicatorum Teutonie et Ernesto Bremis commoranti de ordine predicatorum i 
in Domino, Cum precipiat dominus per prophetam, ut mundentur qui ad deferenda vasa Domin 
tantur, merito vos sollicitos reddimus et attentos, ut in civitatibus et diocesibus Monasteriensi, Oi 
gensi, Paderburnensi, Mindensi ad clericorum munditiam et eorum que ad ornatum altaris et 
cultum divinum pertinent reformandum/sic// specialiter intendatis, nichilominus visitantes vel etiam inqi 
de statu et incontinentia, introitu vitioso et aliis manifestis excessibus, corrigentes et reformantes 
capite quam in membris, prout vestra discretio viderit faciendum, contradictors et rebelles per 
ram ecclesiasticam compescendo. Datum Bremis XVII. Kalendas Octobris. 
Das Siegel ist abgefallen. 

182. 

* Der Cardinallegat Otto beglaubigt in einem Schreiben an die Bischbfe (Ludolf) von Miinster, (Conr< 

Osnabriick, (Bernhard IV.) von Paderborn und (Conrad) von Minden die obengenannten Visitator 

kefehll Ersteren, in Allem ihrer Visitation oder Inquisition Gehorsam zu leisten, trotzdem dass ihm 

Bischofen, die Visitation ihrer Diocesen durch den Papst iibertragen sei 2 ). (1230) September 23. Bi 

— Or. Fr. Paderborn U. 129. 

Venerabilibus in Ckristo patribus Monasteriensi, Osnabrugensi, Paderburnensi, Mindensi ej 
Otto miseratione divina sancti Nicolai in carcere Tull. diaconus cardinalis apostolice sedis 
salutem in Domino. Si iuxta mandatum apostolicum vobis factum in visitatione clericorum, mona< 
laonialium vestre diocesis reformando disciplinam ecclesiasticam profecistis, ut speramus, vobis : 



*) Dass in den Erlassen vom 12. u. 13. Mai die Diocese Minden nicht genannt wird, ist meines Erachtens ebei 
Beweis fur die Prioritat jener Urkunden im Vergleich mit der hier vorliegenden. — *) Der im Anfange i 
spaterhin strenge Ton in diesem Brief e, verglichen mit dem Schreiben des Legaten vom 13. Mai d. J. an die 
Ton Monster, Paderborn und Osnabriick, das Schaten z. J. 1230 allem uns aufbewahrt hat, wozu wir aber 
treffende Rundschreiben vom gleichen Datum an den Glerus jener drei Diocesen geben konnten, oben U. 177, 
det die Vermuth ung, dass diese drei Bischofe nach dem ersten Schreiben Beschwerde gegen die Visitation 
eingelegt and vom Papste auch die Visitation ihres Welt- und Ordensclerus erlangt hatten. Trotzdem abc 
der Legat doch auch seine Visitation durch und dehnte sie selbst noch auf das in den Schreiben vom 12. u. 
nicht genannte Bisthum Minden aus. Auch dies ist ein neuer Beweis von der Prioritat dieser letzteren Schr 
Vergleich mit den aus dem September datirten; was urn so wich tiger ist, als diese Briefe des Legaten ss 
ohne Jahr sind und nur aus innern Grunden und den anderweitig bekannten historischen Daten chronologist 
net werden konnten. 
Wertt Urk-.Buch, IV. 16 



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122 1*3«. 

merito congaudemus. Volumus autem et qua fungimur vobis auctoritate precipiendo mandamus, quatinus 
visitatores nostros H. abbatem de Breidelare ordinis Cistertiensis, C. priorem provintialem Teutonie et 
E. ordinis predicatorum, quos pro animarum salute et reformatione ecclesiastice discipline ad yestram 
duximus diocesim destinandos, ad visitationis vel si necesse fuerit inquisitionis offitium, non obstante 
quod vobis visitatio per litteras apostolicas sit commissa, recipiatis humiliter et devote, permittentes 
eosdem libere ac inoffense dictum offitium secundum formam eis a nobis traditam exercere. Datum 
Bremis IX. Eal. Octobris. 

Das Siegel mit der Umschrift: S. OTONIS SCI NICOLAI IN CARCERE TULL. DIACON. CAR. ist langlich nrad, 
ziemlich klein und stollt einen Geistlichen dar, dessen Figur aber nicht naher zu erkennen ist. 

183. 

* Anno MCCXXX in mense Seplembri. Heinricus Dei gratia in Bredelar abbas, frater Conradus prior 
provincie predicatorum Teutonie, Ernestus frater eiusdem ordinis, delegati ab Ottone cardinali diacono 
S. Nicolai in carcere Tulliano confirmant ordinacionem Nove Ecclesie ') de combinatione quatuor pueri- 
lium stipendiorum. Datum apud novam Corbeiam. — So der von dieser Urkunde allein vorhandenc Aus- 
zug Msc. I. 242 S. 117. 

184. 

* Die drei Visitatoren gebieten, dass die Vogtei des Domcapilels , welche sie bet ihrem Besuch unbeseizl 

gefunden, nie, auch nicht im Wege der Vergabung als Lehen, der Kirche entfremdet werde, und lassen die 

einzeln und namentlich aufgefuhrten Mitglieder des Domcapilels Dies beschworen. 1230 November 17. im 

Domcapitel zu Paderborn. — Or. Fr. Paderborn U. 131. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen 9 ). Henricus Dei gratia abbas de Breidelare, Con- 
radus prior provincialis Teutonie 8 ), Ernestus frater ordinis predicatorum visitatores a domino 0. sancti 
Nycolai in carcere Tulliano diacono cardinali, apostolice sedis legato, constituti ecclesie maiori in Pader- 
burna in perpetuum. Cum causa visitationis ad ecclesiam Paderbumensem venissemus, et advocatiam 
eiusdem ecclesie liberam invenissemus et vacantem, nos considerato quod exinde eidem ecclesie poterat 
evenire periculo, volentes eciam eiusdem ecclesie indempnitati in hac parte in perpetuum providere, de 
prepositi, decani et tocius capituli ac ministerialium, qui tunc presentes aderant, consensu et voluntate 
fecimus auctoritate visitationis omnes fratres eiusdem capituli a maiore usque ad minimum tactis sacro- 
sanctis ewangeliis iurare, quod numquam per se eandem advocatiam ab ecclesia alienabunt, nee permit- 
tent umquam iure feodali vel alio quocumque modo alienari, ad quod inpediendum, si necesse fuerit, 
et res et corpus usque ad sanguinis effusionem et eciam usque ad mortem se sub eodem iuramento astrin- 
xerunt. Expressum eciam fuit in eodem iuramento, quod numquam aliquem canonicum emancipabunt, 
nisi in emancipatione sua idem prestet iuramentum. Recepto igitur tali a singulis et universis eiusdem 
capituli fratribus iuramento , consequenter auctoritate visitationis sub pena excommunicationis precepimus, 
ne aliquis se quocumque modo de eadem advocatia intromitteret, omnes eos qui se contra nostre prohi- 
bitionis mandatum de eadem advocatia intromiserint, vel ut hoc fiat verbo vel facto, consilio et auxilio. 
in manifesto vel in occulto assensum et favorem prebuerint, vinculo excommunicationis innodantes. Ne 
igitur hanc nostram ordinationem aliquis in posterum maliciose possit revocare, nee earn a nobis tarn 
celebriter quam salubriter gestam ex celeri et occulto lapsu temporum nubes consumat oblivionis, supra- 
scripti iuramenti formam presenti scripto, quod prefate ecclesie ad exhibendum pro se, si necesse fuerit, 



') Nigenkerken. — *) In nomine — Amen in grossen Buchstaben. — ^ So ausgeschrieben. 



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1210. 123 

dedimus, cum sigillornm nostrorum appensione conmendare decrevimus, ut dum idem scriptum legitur 
vel auditur, eiusdem iuramenti memoria renovetur. Hii autem sunt qui iuraverunt: Volradus prepositus, 
Amelungus decanus, Volquinus de Sualenberg, Tetmarus scolasticus, Hermannus camerarius, Volbertus, 
Hugo, Ludolfus cellerarius, Vollandus cantor, Widekindus sanctorum apostolorum Petri et Ai "* 
positus, Bruno, Conradus plebanus, Hermannus de Ervete, Conradus custos, Henricus preposit 
dese, Gerungus, Rabodo, Everhardus, Ludolfus, magister Johannes, Johannes de Elsen, Olricus 
Suetherus canonici maioris ecclesie, Albertus abbas sancti Pauli, Conradus decanus, Johannes * 
sanctorum apostolorum Petri et Andree. Acta sunt hec in capitolio maioris ecclesie anno domii 
nationis M«.CC°.XXX 9 , XV. Kal. Decembris presentibus ministerialibus et universitate tarn d 
populi civitatis eiusdem. Ut autem presens instrumentum efficacius firmitatis robur obtineat, i 
ipsum nostrorum sigillorum verum eciam abbatis et ecclesie beatorum apostolorum Petri et An 
nius inpressione communiri. 

Ausser den Siegeln der drei im Eingange genannten Aussteller der Urkunde, wovon das zweite die Ums< 
S. PRIORIS PROVINC. FRATRUM PREDICATORUM TEUTONIE, ist nur noch ein Siegel an dene] 
lich gewesen, aber jetzt nicht melir erhalten. 

185. 

9 Die drei Visitatoren vermitteln zwischen dem Dompropst, dem Domcapitel und dem Domkettner i 

gkich lifter die Vertheilung der Komfiiichle und entziehen dem letzteren die sechs Knabenprabenden, \ 

Einkiinfte sie zu Gunsten verschiedener Domvicarien verfugen. (1230 November 17. l JJ. — Or. •• 

Ausfertigungen Fr. Paderborn U. 182 u. 133. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Henricus Dei gratia abbas de Breidelare, Conra 
provincialis Teutonie, Ernestus frater ordinis predicatorum visitatores a domino 0. sancti I 
carcere Tulliano dyacono cardinali apostolice sedis legato constituti eccledte maiori in Padei 
perpetuum. Cum causa visitationis ad ecclesiam Paderburnensem venissemus, inter cetera, qi 
a nobis ordinata fuerunt, inter prepositum, conventum et cellerarium de ipsorum omnium coi 
ordinayimus, quod prepositus debet expedire granarium dominorum cum annona cum testimony 
et minoris clavigeri, qui erunt iurati; maiorem autem clavigerum fidelem utilem et honestum 
prepositus presentibus cellerario et dommegere 2 ), qui preposito in institutione clavigeri noi 
contradicere, quia, si ilium minus utilem affirmarent, hoc referre ad capitulum tenerentur, el 
evidens contra ipsum a capitulo fuerit assignata, prepositus eum ad peticionem capituli reir 
alium instituet, ut supra dictum est, fidelem utilem et honestum. Cum vero tanta annona de'V 
granarium, quod dividi poterit, clavigeri significabunt cellerario et tunc cellerarius cum conscie 
positi dividi faciet proporcionaliter primo fratribus, postea vicariis et tunc pueris et postea o£fi 
ipsi clavigeri habebunt conputationem cum preposito et cellerario de hiis, que receperunt, et d 
quando opus est, ita tamen, quod tota ilia annona, que pertinet ad panem cottidianum et 
reserve tor, et granarium debet cum tota annona usque ad festum sanctorum apostolorum P 
Jacobi expediri. Tota vero annona integraliter et proportionaliter fratribus et omnibus aliis, 
bendas habent, secundum ius cuiuslibet distributa, mensura que overmate sive sparinke voci 
remanet deductis omnibus prebendis, debetur preposito maiori. Est autem alia mensura, que 



*) Dass diese Urkunde mit der vorhergehenden gleichzeitig ausgestellt ist, ergiebt sich sowohl aus der Gle 
Form, als wie aus dem Umstand, dass hier noch, wie in der Urkunde 131 des Fr. Paderborn, oben Nr< 
drei Visitatoren handeln. Am 20. Januar 1231 war aber schon, wie wir unten sehen werden, Abt He 
Bredelar nicht mehr unter ihnen, sondern vielmehr „ legitime excusatus". — *) Dommeyer, wahrend clavi 
ter, hier wohl Rentmeister bedeutet 

16* 



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124 1*30. 

vocatur, continens duo spikerscepel, unum ordei et unum avene, que debetur cuilibet maiori prebende* 
De sex autem puerilibus prebendis, quas ad querimoniam capituli exigente iusticia per sententiam diffi- 
nitivam cellerario abiudicavimus, quam sententiam ipse cellerarius a nobis requisitus approbavit, de con* 
silio capituli ordinavimus in hunc modum. Maius altare secundum antiquam consuetudinem habebit unam 
et dimidiam. Antecrucem et inferioris cbori altaribus prebendam et dimidiam assignamus, ita quod 
eorundem altarium sacerdotes illam annonam equaliter inter se pareiantur et dormiant in monasterio et 
in omnibus horis chorum frequentent, et maiori altari deserviant cottidie nisi in septimanis duorum vica- 
riorum maiorum, qui in suis septimanis ad deserviendum maiori altari remanent obligati, et predicta duo 
altaria cum predicta prebenda et dimidia ad prepositi maioris donationem pertinebunt. Residuas autem 
tres prebendas uni diacono et uni subdiacono, qui maiori altari cottidie ministrabunt, deputamus, qui 
similiter sub testimonio dormire et chorum in omnibus horis frequentare tenentur. Prebenda autem dia- 
coni ad decani, prebenda autem subdiaconi ad scolastici collationem pertinebit. Et ne occasione hums 
ordinationis aliquid eisdem de antiqua gracia subtrabatur, statuimus, ut diaconus ebdomedarius diacono 
duos denarios, subdiaconus vero ebdomedarius subdiacono unum de qualibet septimana det denarium; 
quos denarios cellerarius de prebendis ebdomedariorum in qualibet septimana prefatis diacono et sub- 
diacono ministrabit. Preterea antiqua consolatione, quam diaconus et subdiaconus in perceptione sacri- 
ficii hactenus consueverunt habere, ita quod sacerdoe ebdomedarius mediam partem, diaconus vero et 
subdiaconus mediam percipiant, quolibet die nisi in summis sollempnitatibus gaudebunt. Qui autem de 
supradictis duobus sacerdotibus, videlicet qui ante crucem et inferioris chori altaribus fuerint deputati, 
per quatuordecim dies continuos sine licentia decani defuerit, prebendam suam cum altari ipso iure vacare 
decemimus; hoc ipsum de diacono et subdiacono, si per tan turn tempus sine licentia decani defuerint, 
statuentes. Verum quia hiis diebus malis nichil adeo firme statuitur, ad quod dolus et calumpnia non 
laborent dissolvendum, ad amputandum in posterum super prescripta ordinatione omnis dubietatis scru- 
pulum, et ne de cetero inter prepositum, conventum et cellerarium aliqua possit super eadem ordina- 
tione questionis occasio haberi, presens instrumentum conscribi et sigillorum nostrorum ac ipsius ecclesie 
fecimus inpressione conmuniri, districte auctoritate visitationis sub pena excommunicationis inhibentes, 
ne aliquis hanc nostre ordinationis formam revocare vel aliquid in ipsa presumat inmutare. 

An beiden Ausfertigungen sind nur die Siegel der Visitatoren Conrad und Ernst erhaltea, das des Abts Heinrich 
von Bredelar aber ist abgefallen. 

186. 

* Die drei Visitatoren machen aus der vorhergehenden Urkunde die Bestimmung uber die Knaben-Prabenden 
bekannl und lassen sie durch das Domcapitel besiegeln. (1230 November 17 J. — Or. Fr. Paderborn U. 134. 

In nomine sancte et individtle Trinitatis. Henricus Dei gratia abbas de Breidelare, Conradus prior 
provintialis Teutonie, Eraestus frater ordinis predicatorum visitatores etc. . . unirersis ad quos presens 
8criptum pervenerit, perpetuam in Domino salutem. Cum causa visitationis etc. . . Verum quia hiis die- 
bus malis nichil adeo firme statuitur, ad quod dolus et calumpnia non laborent dissolvendum, ne pre- 
scriptam de suprascriptis sex puerilibus prebendis ordinationem aliquis in posterum valeat revocare, pre- 
sens instrumentum conscribi et 6igillorum nostrorum ac ipsius ecclesie fecimus inpressione conmuniri, 
districte auctoritate visitationis sub pena exconmunicationis inhibentes, ne quis hanc nostre ordinationis 
formam revocare vel inmutare presumat. 

Die vier in dec Urkunde angegebenen Siegel sind noch erhalten j das domcapitulariscbe ist das alte mit dem Brust- 
bilde des h. Iiborius. 



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12 3 0. 125 

18T. 

* Cardinallegat Otto weist die Visitatoren water Bezugnahme avf die Bestimmung seines Vorgiingers des 
CardinaUegatcn Conrad von Porto l J an, die Parochie von St. Ulrich in Paderborn in drei Kirchspiele zu 
theileru (1230) November 27. Munster. — Transsumpt in der Urkunde vom 31. Januar 1231, unten Nro. 200. 

188. 

Ein landstandischer Verwaltungsrath, bestehend ausden Vertretern des Domcapitels, der Edl 
sterialen, wird auf ftinf Jahr behufs Reform der geistlichen und xoeltlichen Angelegenheii 
Paderborn eingesetzt, dessen Beschliissen B. Bernard IV. sich zu unterwerfen schivort. De* 
Edlen Bernhard von Lippe wird fiir alle eventuell daraus entstehenden Gefahren Beistand zuq 
Or. 7 J nebst einer Abschrift aus dem Anfang des 17. Jahrh. Fr. Paderborn U. 135; gedr. & 

Diversis habitis tractatibus super reformatione Paderbornensis ecclesie, que propte 
in temporalibus et spiritualibus est collapsa, nos episcopus et capitulum vel maior et sai 
nobiles et ministeriales ceterique homines ecclesie Paderbornensis in hunc modum conven 
unanimi consensu et voluntate inter nos preficerentur ordinatores et consiliarii, videlicet 
positus maior, decanus, scolasticus, camerarius et Volbertus de Elsen et quos ipsi de i 
nicis maioris capituli et aliarum ecclesiarum civitatis et diocesis Paderbornensis assume] 
biles: B. de Lippia et B. de Hosede; ministeriales ecclesie Paderbornensis: Hermani 
fratres de Brakel, Albertus de Stormede, Johannes Stapel, Ludolphus de Herisia, Hern 
cus, Georgius, Henricus de Gummere 8 ) dapifer, Wernerus Stapel, Wernerus de Wever, 
rarius, Amelungus filius comitis de Wartperc, Volbertus de Eysnen 4 ), Henricus de Dyi 
radus de Ossendorp, Conradus filius villici et Bertoldus Busse et quos ipsi de consilio 
dictorum assumere voluerint. Hi omnes iuraverunt et assumendi iurabunt, quod consule 
ad honorem et utilitatem domini episcopi et ecclesie sue, prout melius sciunt et possun 
divinitus inspiratum. Nos B. episcopus iuravimus, quod ipsorum stabimus ordinationi el 
conditione, quidquid predicti ordinaverint vel consuluerint, pro nobis et ecclesia nostr 
quidquid ob hanc causam dicto nobili B. de Lippia occurerit vel evenerit adversitatis , ecc 
et ipse econverso assistet ecclesie. Et hec obligatio durabit a proximo festo Jacobi ad 
Quod autem hec maiorem obtineant firmitatem et evidentiam pleniorem, apposita sunt i 
videlicet capituli, prepositi maioris, decani, scolastici, camerarii, Volberti de Elsen, nobili 
B. de Hosede et ministerialium Hermanni et Bertoldi fratrum de Brakel et hoc de c 
sigilla non habentium. Datum a. D. M°.CC°.XXX°. 

Nach Angabe der neueren Abschrift hingen damals, als sie gemacht wurde, nock vier Siegel a: 



In den Jahren 1224 — 1226. Vgl. U.-B. in. Nro. 199, 203 u. 219. — ') Das von mir ohne Angal 
8on8tigen Registraturvermerk wieder aufgefundene Original ist fast ganz erloschen. Ich habe das 
beibehalten zu muasen, weil unsere Abschrift sowie auch ein Regest Msc. I. 243 b S. 12 und der 
Abdruck bei Schaten dasselbe gleichlautend aufweisen. Dock bemerke ich, dass hinter MCCXX! 
sprunglich noch ein anderes, aber jetzt nicht mehr erkennbares Zeichen vorhanden gewesenist, u 
Hand auf die Ruckseite ,,1238" geschrieben hat, was aber nicht dagestanden haben kann. — a 
Summere, Schaten aber H. d. Gummer, S. dapifer. — 4 ) So das 0., „Eisneic" die Abschrift, „Ej 



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126 * a »°- 



189. 



r stein befreit gewisse Acker, die das Kloster Gerden von einem Freien angekauft hatte, 
m das Grafengericht. 1230. 1m Gerichte Warburg. — Abschr. Msc. II. 71 S. 233; 
1.242*> S.34; VI. 224. S. 72; gedr. v. Spilcker Gr. v. Everstein U.S. S. 58. 

5 et individue Trinitatis. Amen. Utile et necessarium in rebus hominum fere dino- 
ur in tempore, ne simul cum tempore dilabantur, scriptorum serie et testium me- 
otum ergo sit universis Christi fidelibus presentibus et futuris, quod ego Conradus 
jt fratres mei, Otto videlicet Hermannus et Lodowicus, intuitu remunerationis divine 
esie et conventus Gerdinensis participes effici cupientes orationum fratrum et soro- 
jrvientium, super quibusdam agris, quos frater provisor curie Heckeldessen 2 ) per 
it, quia annexi erant agris curie, annuatim inde pensionem debitam persolvendo, 
esia Gerdinensis pro octo marcis argenti a quodam Theoderico de Wurmlho libero 
; heredibus in eo consentientibus, comparavit, predicte ecdesie contulimus liberta- 
dem ecclesie rata et firma in perpetuum conserventur, presentem paginam super his 
a nostrorum impressione fecimus communiri. Cuius rei testes sunt: Gerhardus prior, 
, Siffridus Hartwicus Wernherus Godescalcus Regenbodo , Heinricus de Scherve, Hein- 
nricus de Allodio, fratres conversi; Reinfridus iudex in Wartberch, Tidericus Sna- 
lin, Heinricus de Wartberch milites; Heinricus de Aldendorpessen, Godefridus de 
s Kornkaste 4 ) laici et alii quamplures. Acta sunt hec in iudicio Wartberch anno 
s M°.CC°.XXX°, regnante Romanorum imperatore Frederico et filio eius rege Hein- 
jpiscopo domino Bernhardo quarto. 

190. 

ischof von Coin, schenkt dem Kloster Gerden sechs Mansen in Luthardissen h ) , worauf 
und Johann von Pathberch verzichtet hatten. Zeugen sind: Gerhard plebanus in Vol- 
r zu Volstesen, Conrad von Scherve, Albert von Berisia und Ludwig dessen Sohn, Bru- 
Andreas von Durslo, Beinrich von Brobike, Alrad, Stephan von Barehusen. 1230. — 
S. 34, VI. 224 S. 41. 

191. 

lorvey bekundet , dass er friiher bei seinem Einzuge nach erfolgter Wahl y unter dem 
ein Pfortenlehen verUehen habe. 1230. Eresburg. — Abschr. Msc. 1. 127 fol. 102'. 

3 et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia abbas Corbeiensis notum esse cupi- 

quam futuris, quod tempore nostre prelacionis cum ecclesie portam teneremus, 

is Hidde nobis supplicavit, quatinus ipsi decimam in Eilwardessen curie Sirixen 8 ), 

m attinet, pertinentem, quam et sepius ut asseruit a nostris antecessoribus rece- 

tfoncha- and Nonnenkloster zugleich , was auch wohl den Umetand erklart, dass Albert im Jahre 
von Abdinghof und von Gerden war. Vgl. Nro. 139 u. 169. — ») Nicht zu constatiren, wenn hier- 
exerberge S. von Borlinghausen zu denken ist. — a ) D. h. wie KindJinger hierbei bemerkt: liber- 
tiae. — 4 ) Nach v. Spilcker I. c. 59 liest ein anderes Copiar Bulemaste. — •) Bei Peckeleheim S. 
die Gerdener Urkunde von 1203. Nro. 8. — «) Volsen SW. von Gerden. — *) 1223. — *) Beim 
e Dalheimer Urkunde von 1225 Nro. 143. 



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iaso. 127 

perat, in pheodo porrigeremus. Quod et fecimus, Ita ut ipse et sui heredes loco ipsius decime XXIII 
gravis monete denarios portario Corbiensi, a quo ipsam tenere debent, annuatim persolvant. Ne igitur 
etc. Testes huius rei sunt: Wilhelmus prepositus de Mersberg, Reynherus portarius, Herboldus de Ame- 
lungessen, Olricus de Westhem, Ordemarus Gripe, Eligerus de Dalewich, Gerhardus Hadike, Godefridus 
de Godelum et alii quamplures. Acta sunt hec apud Heresbergh a. D. M°.CC°.XXX, anno prelacionis 
nostre octavo. 

192. 

* Propst Friedrich von Norten bekundet, dass seine vier Briider, die Grafen von Everstein, sich mit dem Klo- 

8ter Bardehausen verbundet haben und demselben das von ihnen lehnruhrige Gut zu Rimbeck nach dem Tode 

des gegenwartigen Vasallen iibergeben werden. O. /. Urn 1230 l ). — Or. Kl. Bardehausen U. 29. 

F(ridericus) Dei gratia Nortunensis prepositus universis presentem paginam inspecturis. Sciant pre- 
sentes et posteri, quod comites de Everstene fratres mei, Conradus et Otto, Hermannus et Lodewicus, 
monasterio de Hersuithehusen in presentia nostra perpetua pace et gratia sunt confederate ut nunquam 
personas eorum vel res eorum aliqua perturbent molestia, sed pro posse suo tueantur. Preterea agros 
quosdam in Rinbeke, quos miles Conradus de Dalhem de manu eorum, et filia militis Adolfi de Ricwar- 
dessen de manu predicti Conradi tenuit, post mortem viri in proprium irrevocabiliter eidem monasterio 
tradiderunt. Huius rei testes sumus vita comite, et post hanc vitam presentem paginam loco nostri 
relinquimus super veritate predicte rei pro nobis locuturam. 
Der Siegelriemen iflt abgerissen. 

193. 

Der Edle Wilhelm von Blankena 8 J verkauft die Voglei iiber eine Zahl im Bisthum Osnabriick belegener Giiter 

der Abtei Eerford dieser Letzteren fur 1000 Mark in der Weise, dass er sechs Her [order Ministerialen damit 

belehnt, welche die Vogtei sodann dem Stift verpfanden, worauf der Erzbischof Heinrich von Coin als ober- 

ster Lehnsherr diese Verpfandung entgegennimmt. 0. J. 1230 — 1232 *J. Soest. — Or. Gefurst. Abtei Eerford 

V. 35; gedr. Mitth. des Osnabr. hist. Vereins V. 306. 

Henricus Dei„gracia sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopus. Universis quibus hec pagina fuerit 
exhibita salutem in perpetuum. Suggerente nobis abbatissa et ecclesia Hervordensi didicimus, quo nobilis 
vir Wilhelmus de Blankena accepta certa pecunia vendidit omne ius advocatie quod habebat in bonis 
ecclesie Hervordensis, tarn in prediis quam in hominibus: videlicet in ecclesia Bunethe 6 ) et villicatione 
Huendesbroke 6 ), in ecclesia Rothinchusen 7 ) et villicatione ibidem, in ecclesia Hiddenhusen d ) et villica- 
tione ibidem et in aliis quibuslibet bonis ecclesie Hervordensi pertinentibus, in quibus advocatiam tenuit 
ipse et sui progenitores, hoc modo: idem Willelmus eandem advocatiam concessit feodali iure ministe- 
rialibus ecclesie Hervordensis, videlicet Henrico et Johanni Gograviis, Johanni de Patherbome, et Johanni 



*) In welchem bei Spilcker Everstein II. 58 die Grafen Conrad, Hermann, Otto und Ludwig vonEverstein aaftreten. — 
*) Norten an der Leine zwischen Gottingen und Nordheim. Vgl. v. Spilcker die Gr. von Everstein I. 108. — *) Der 
Sitz dieses edlen Geschlechtes war Blankena bei Holzhausen im Kspl. Buer des Osnabruck'schen Amts Gronenberg. Vgl. 
Mooyer Mitth. d. Osn. V. 1. c. 261. Es scheint bemerkenswerth fdr die Geschichte der Edelvogteien , dass die Giiter 
Herfords, uber welche diese dem Osnabrucker Bisthum angehorige Familie die Yogtei inne hatte, nur im Bisthum 
Osnabriick lagen. — 4 ) Vgl. Mooyer 1. c. 289. — *) Bunde Kr. Herford. — 6 ) Hunnebrock S. v. Bunde. — 7 ) Roding- 
hausen NW. v. Bunde. — *) Hiddenhausen SO. von Bunde. 



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128 1*30. 

de Aldenhervorde , Gerhardo de Svininchusen, Johanni de Arnholte et aliis quampluribus. Illi igitur, 

domino suo Willelmo presente et consentiente, obligaverunt eandem domine abbatisse et ecclesie Her- 

vordensi pro mille marcis legalis monete. Supplicavit itaque nobis abbatissa et ecclesia memorata, mt 

hanc obligationem a prefatis ininisterialibus manu nostra reciperemus, quod nos fecimus apud Susatum 

in palatio nostro, ipsis militibus ibidem eandem advocatiam nobis voluntarie obligantibus , ut talis obli- 

x * n — - — et stabilior maneret ecclesie Hervordensi, maxime cum eadem advocatia de manu nostra 

Coloniensi primo loco teneatur. Testes qui presentes erant, hii sunt: Henricus prepositus 

ini in Colonia, Godefridus prepositus Susatiensis, magister Peregrinus, notarius domini Colo- 

ertus de Hortbe J ), Albertus marscallus, Mauricius de Rikelinchusen, Tidericus de Heldene, 

Speculum, Herbordus de Snellenberg, Wilhelmus camerarius. 

Kegel ist abgefallen 

194. 

von Tecklenburg entldsst einen seiner Ministerialen aus dem Dienstverhaltniss. 0. J. 1230 — 1262. 
— Or. Gefiirsl. Abtei Berford U. 38. 

ine sancte et individue Trinitatis. Que geruntur in tempore ne labantur cum tempore, poni 
ce testium et litterarum testimonio perhennari. Notum igitur sit omnibus tarn presentibus 
s, quod ego Dei gracia comes Otto de Tekeneburg cum consensu uxoris mee Mehtheldis et 
arum 0. et Her. liberum dimisi Arnoldum de Luderinchusen, ministerialem meum ab omni 
I qua michi tenebatur, ita ut cuiuscunque voluerit se poterit dominio subiungere. Et ut hoc 
iabilius perseveret, testes adhibui, quorum nomina sunt hec: Conradus miles de Brohterbeke 
ls C, Hermannus et Johannes fratres de Langen, Bernardus miles de Bramhorn, Lutbertus 
cus, Johannes presentium notator, Hermannus miles de Brumestorp et ceteri quam plures et 
imus eandem paginam sigilli nostri munimine roborari. 
Jiegel fehlt. 

195. 

Bernhard von Lippe tauscht mit der Abtei Berford eine Ministerialin aus. 0. J. 1230 — 1264. — 

Or. Gefiirst. Abtei Berford U. 30. 

rdus nobilis vir de Lippia omnibus hoc scriptum legentibus seu audientibus salutem in eo 
t omnium. Notum esse volumus omnibus et presentibus litteris protestamur, quod nos quan- 
n ministerialem Gertrudim in consortium ministerialium Hervordensis ecclesie transtulimus, 
te ecclesie libere condonantes, ita tamen quod quandam pro ea eiusdem ecclesie ministerialem 
nomine recepimus, locum illius in nostro servicio suppleturam. Ut autem id concambium 
naneat, presentem paginam, que hoc declarat, sigilli nostri appensione confirmamus. 
Kegel ist abgefallen. 



— *) So eraendire ich die Worte der Urkunde: ab omni ab nexitate. Vgl. Ducange s. v. Obnoxiatio. 



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1230. 129 



196. 



* Der Edle Bernhardt HI. von Lippe bewilligt der Kirche zu Born 18 Morgen Markengrundes und ein Echtwort 

zur lieslreilung der Sendkosten, was die Bewohner der Stadt unter Hinzufugung eines Capitals von 

18 Schillingen bestatigen 0. J. (1230—1264). — Or. Fr. Paderborn U. 97. 

Bernhardus nobilis de Lippia omnibus ad quorum noticiam hoc scriptum pervenerit mentis et cor- 
poris perpetua (salute) gaudere. Ne gesta mortalium labente tempore evanescant, utiliter scripture me- 
morie commendantur. Igitur tarn presentibus quam futuris tenore presentium innotescat, quod volumus 
et consentimus, quod decern et octo iugera, que morgene vulgariter nuncupantur, et que plebanus de 
Home prope idem opidum ! ) elegerit meliora ad ecclesie sue dotem, iure proprietatis et dominii ecclesie 
sue in Home cum uno achtwort in silva et in nemore perpetuo pertinebunt; ad que iugera decern «♦■ ™+* 
solidos eidem plebano inhabitatores predicti opidi contulerunt ad emendum reditus aut pensio 
quam ecclesie in Horne, ut de prescripts decern et octo iugeribus et de eo, quod cum decen 
solidis fuerit comparatum, debita procuracio statutis et consuetis temporibus loci archidiaconc 
lmnciis ad synodum venientibus persolvatur. Nos autem opidani et inhabitatores in Horne, q 
missis omnibus interfuimus et per nos omnia facta et ordinata sunt , huic scrip to domini nostri I 
eciam eommunionis nostre sigillum duximus apponendum. Actum ibi anno Domini et cetera 2 ). 

19T. 

Bischof Bemhard III. spricht aus Gehorsam gegen den Befehl*) des Cardinallegaten Otto seine Zustin 
der vorzunehmenden Theilung des Kirchspiels St. Udalrich in der Stadt Paderborn aus. 1231 (Janua 

Or. Kl. Gokirchen U. 1; gedr. Schaten ad ann. 

B(ernardus) Dei gracia Paderbornensis ecclesie episcopus universis Christi fidelibus present 
Lam inspecturis notum esse volumus, quod nos obedire volentes mandato domini O(ttonis) a] 
>eilis legati, in divisionem ecclesie sancti Odelrici in Paderburn simpliciter consensimus et consil 
hibuimus, prout idem dominus Otto sancti Nicolai in carcere Tullian. diaconus cardinalis tunc 1 
Teutonie legatus dividi mandavit eandem et hec litteris nostris sigillo nostro roboratis protestami 
sunt hec anno incarnationis Domini M°.CC°.XXXI , indictione quarta, anno pontificatus nostri I 
Jaimarii 4 ). 

Das Siegel fehlt 

198. 

* Indem die Visit atoren Conrad und Ernst die Diocese Paderborn in sechs Archidiaconate theilen, u 
Archidiaconat Warburg der Domcantorei Ubertragen, diese zu einer Pnilatur erhoben und deren C 
die bisher dem Domdechanlen zustand, dem Bischof verliehen. Der Domcantor bleibt aber so /< 
Btsitz der Einkiinfte der Unterkellncrei, bis dass diesem Archidiaconat die ihm iiberivicsenen Kirche 
den Tod oder die Resignation der fxinf Domherren, die sie jetzt inne haben, zufallen. 1231 Janua 

Im Domcapitel. — Or. Fr. Paderborn U. 136. 

Frater Conradus prior provincialis fratrum predicatorum Theutonie et frater Ernestus eiusde: 
nis, visitatores a domino Ottone in carcere Tulliano (sic!) diacono cardinali apostolice sedis legato per 

') „ opidi" die U. — ? ) So die Urkunde, welche, trotz des auffallenden den Charakter des Conceptes an sich ti 
Schlusse8, dennoch Original ist, wie der anhangende aber seines Siegels beraubte Siegelriemen beweist. — 5 ) 
Urk. vom 23. Nov. 1230 in Nro. 200. — 4 ) „Idus Januarii" ist ein etwas spaterer Zusatz. 

W«t£. Urk. -Bach. IV. 17 



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130 1231. 

burnensem diocesim dati, omnibus Christifidelibus, ad quospresens scriptumpervenerit, orationes et sal li- 
tem in eo, qui est salus omnium. Cum de speciali mandato domini legati super ordinatione archidiaco- 
natuum ad ecclesiam Paderburnensem accessissemus et, abbate de Bredelare collega nostro legitime ex- 
cusato, sex sedes archidiaconales per episcopatum Paderburnensem de consilio venerabilis patris Bernhardi 
quarti Paderburnensis episcopi et sanioris partis capituli distinxissemus, unam sedem, quam Wartberich 
posuimus cum ecclesiis Billinchusen, Rothen, Kulete, Wellethe, Ossendorp, Scerve, Dasburg, Lovene l ) et 
aliis ecclesiis et capellis ad predictas ecclesias pertinentibus et ad eandem sedem deputatis, cantorie, 
que prorsus nullos habuit redditus, de eorumdem consilio assignavimus in perpetuum propter speciale 
mandatum domini legati, qui nobis viva voce et etiam litteris suis precepit, quatinus decentes redditus, 
de quibus cantor sustentari posset, cantorie assignaremus. Unde ex ordinatione nostra et consilio epi- 
scopi Paderburnensis et consensu sanioris partis capituli Vollandus cantor cantoriam, quam ab Amelunco 
decano tenuit, in manus ipsius decani resignavit, et decanus ius conferendi cantoriam in episcopum et 
suos successores de cetero transtulit, et episcopus pro recompensatione cantorie ecclesiam in Wellethe 
decanie iure perpetuo contulit possidendam. Dominus autem episcopus nostra suffultus auctoritate eundem 
V. prelatum ecclesie constituens cantoriam ipsi et ius archidiaconi cum sede contulit memorata, et nos 
eodem iure et auctoritate, quam habet cantor in ecclesia Hildensemense , V. cantorem Paderburnensem et 
suos successores in Paderburnensi ecclesia privilegiamus, et cantoriam prelaturam factam et archidiaco- 
natum predictum cum iure suo eisdem perpetuo confirmamus, cantor tamen propter hanc prelaturam, 
nisi quatenus suum exegerit officium, licentiam non habebit evagandi. Ordinavimus etiam, quod idem 
cantor redditus subcellerarie, quam de manu decani tenebat, tam diu percipiet, donee archidiaconatus 
supradictarum ecclesiarum predicte sedi deputati, quos adhuc quinque de capitulo tenent, videlicet Vol- 
radus maior prepositus, A. decanus, T. scolasticus, L. cellerarius, W. prepositus sanctorum apostolorum 
Petri et Andree, post mortem eorum vel resignationem vel quolibet alio casu ad sedem Wartberich de- 
volvantur. Si autem predictus V. cantor decesserit, decanus maior cui volet canonicorum conferet sub- 
cellerariam. Volumus etiam, ut tempore vite sue eidem V. archidiaconatum Herisie et Natesunchen cum 
archidiaconatu in Wartberich liceat retinere. Ut hec autem rata et firma permaneant, presentem pagi- 
nam sigillorum nostrorum appensione fecimus roborari. Acta sunt hec in capitulo maioris ecclesie Pader- 
burnensis anno dominice incarnationis M°.CC°.XXXI°, XIII. Kalendas Februarii. 
Die Siegel der beiden Visitatoren sind erlialten. 

199. 

Die Visitatoren Conrad und Ernst bekunden, dass sie, abgesehen von den zwei dem Dompropste und dem 
Propste von Busdorf zustehenden Archidiaconaten , das ganze Bisthum Paderborn in sechs Archidiaconate 
getheilt, von welchen eins seinen Sitz in Borhusen 2 J haben und die Haitptkirchen Cur bach und Adorf B J in 
sich begreifen, aber dem jetzigen Inhaber, dem Dompropst, auf Lebenszeit verbleiben soil. Dem andern 
Archidiaconate des Dompropstes incorporiren sie zugleich drei neue Kitchen. 1231 Januar 21. — 
Or. Fr. Paderborn U. 137; gedr. Schaten ad ann. 

Frater Conradus prior provincialis fratrum predicatorum Theutonie et frater Ernestus eiusdem ordi- 
nis, visitatores a legato per dyocesim Paderburnensem dati, universis ad quos presens scrip turn pervenerit, 
utriusque vite salutem. Cum officio visitationis in ecclesia Paderburnensi fungeremur, inter cetera, que 
ibidem auctoritate domini 0. sancti Nycolai in carcere Tull. dyaconi cardinalis apostolice sedis legati 



') Scherfede und Ossendorf im NW. , Welda im SW. , Rhoden im Fr. Waldeck im SW. , Daseburg im NO. und Lowen 
im N. von der Stadt Warburg; Billinghausen NO. von Marsberg, also in der Richtung auf Scherfede. Uber Kulete 
vergl. Nro. 204 not. 9. — '*) Niedermarsberg. — a ) Beide im Fr. Waldeck. 



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list. 131 

ordinavimus, totum episcopatum preter duos archidiaconatus, videlicet maioris prepositure, cui has tres 
villas Dale, Imniinchusen f ) et Buke 2 ) adiunximus, et prepositure sanctorum apostolorum Petri et Andree, 
de venerabilis patris domini Bernhardi quarti Paderburnensis episcopi consilio et tocius capituli consensu, 
abbate de Breidelare nostro collega legitime excusato, in sex sedes distinximus, quarum unam Horhusen 
in ecclesia sancti Dyonisii locavimus, ecclesias Curbike et Athorp cum omnibus ecclesiis et capellis eis- 
dem duabus ecclesiis deputatis, que tamen nonnisi post resignationem vel mortem eorum, qui nunc pre- 
fatarum ecclesiarum archidiaconi sunt, vacabunt, prefate sedi Horhusen assignantes. Verum quia maior 
prepositus Paderburnensis ante hanc nostram ordinationem prefatuiu archidiaconatum sancti Dyonisii 
habuit, auctoritate domini legati, qua fungimur, circa ipsum dispensamus, quatinus ei eundem, licet alium 
habeat prepositure annexum, liceat diebus vite sue quiete et sine contradictione possidere, districte sub 
pena excommunicationis sacerdotibus ac plebanis ipsis precipientes , ut cum ipsas sedes secundum nostram 
ordinationem, videlicet Athorp et Curbike, vacare contigerit, cum debita obedientia et (veneratione) con- 
sueta ad ipsum habeant respectum. Ne quis vero in posterum hanc nostre ordinationis formam ausu 
temerario valeat revocare vel aliquo modo inmutare, presens instrumentum Volrado maiori preposito 
Paderburnensi sigillorum nostrorum inpressione dedimus ad exhibendum in posterum si necesse ftierit pro 
se conmunitum. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XXXI°, indictione quarta, XII. Kal. 
Februarii. 

Die beiden Siegel sind erhallen. 

200. 

* Die Visitatoren Conrad und Ernst theilen auf Grund eines Befehls des Cardinallegaten Otto vom 23. *) No- 
vember 1230 die Parochie der alten Pfarrkirche zu St. Ulrich in der Stadt Paderborn in drei neue Kirch- 
spiele, von dencn sie eins der Marktkirche t das ztoeite dem untern Chor des h. Liborius im Dome iibertragen, 
das dritte aber der Kirche St. Ulrich belassen. Das Patronal dieser dritten Pfarre wird zugleich vom Dom- 
prtpst Voir ad dem von ihm an der St. Ulrichs- oder Gokirche gestifteten Cistercienser- Frauenkloster 
conferirt. 1231 Januar 31. — Or. Fr. Paderborn U. 138. 

Frater Conradus prior provincialis fratrum predicatorum Theutonie et frater Ernestus eiusdem ordi- 
nis visitatores a legato per Paderburnensem dyocesim dati universis , ad quos presens scriptum pervenerit, 
utriusque vite salutem. Mandatum domini 0. legati sub hac forma recepimus: 

Otto miseratione divina sancti Nicholai in carcere Tullianensi (sic!) dyaconus cardinalis apostolice sedis 
legatus dilectis in Christo abbati de Breidelare, fratri C. priori provinciali de ordine predicatorum et 
magistro E., visitatoribus Paderburnensis episcopatus, salutem in Domino. Cum bone memorie C. Por- 
tuensis episcopus, dum in partibus Alemannie legationis officio fungeretur, parrochialem ecclesiam sancti 
Othelrici mandaverit dividendam 4 ) , quia tunc propter multitudinem populi hoc necessitas requirebat et 
eciam nunc requhrit, discrecioni vestre, qua fungimur, auctoritate mandamus, quatinus eandem ecclesiam 
de consilio venerabilis patris . . . episcopi Paderburnensis in tres partes provide dividatis, quarum una 
Rothegero pauperi sacerdoti latori presentium assignata, duas alias personis ydoneis conferatis, contra- 
dictors per censuram ecclesiasticam conpescendo. Datum Monasterii IX. Kalendas Decembris. 

Nos igitur hac accepta auctoritate, abbate de Breidelare nostro collega legitime excusato, ecclesiam 
sancti Othelrici in Paderburna de consilio venerabilis patris Bernhardi quarti Paderburnensis episcopi et 
consensu capituli maioris in has tres divisimus partes: Unam que est a domo Hildebrandi Wapenrogt 



») Beide SO. von der Stadt Paderborn. Imminghausen ist nicht mehr vorhanden. Vgl. Nro. 101. und Giefers Beitr. 
S. 29 so wie Nro. 204 not. 2. — *) Im NO. der Stadt Paderborn. — *) Nicht 27., wie ich oben S. 117 not. 1. und 
Nro. 187 falschlich gesetzt habe. — 4 ) Von der Thatigkeit des Legaten Conrad 1224-1226 (U.-B. IU. 199. 203. 220) 
im Bisthum Paderborn ist uns sonst Nichts bekannt. 

17* 



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132 1)31. 

usque ad curiam episcopi, que vocatur Stathelhove, et deinde ad murum civitatis et a domo iara dicti 
Hildebrandi usque ad donium Hartmodi de Alride et ab eadem domo usque ad molendinum episcopi et 
ab illo molendino usque ad pontem lapideum ') ecclesie sancti Pancracii 2 ); Aliam vero partem scilicet 
Northelvinke et Aspethere usque ad domum Cristine et ab eadem domo usque ad portam, qua itur 
Herisiam 3 ) et omnes domos (et) villa(s) extra civitatem versus orientem et septemtrionem inferiori choro 
sancti Liborii assignantes; Ecclesie vero sancti Othelrici 4 J omnes domos, que iutra has duas partes sunt, 
et omnes villas et singulares domos que extra civitatem sunt versus occidentem contulimus. Volradus 
vero maior prepositus ad instanciam domini Bernhardi episcopi, et nostram ordinationem ac parcium 
assignationem a nobis factam approbando, prefatam parrochiam, videlicet ecclesiam beati Othelrici, cum 
omnibus suis pertinenciis dominabus in Paderburna ordinis Cysterciensis in eadem ecclesia in perpetuum 
mansuris auctoritate patronatus de consensu capituli maioris ecclesie, in remissionem peccaminum suorum 
et ut in perpetuum ipsius prepositi a prefatis dominabus, maxime quia earundem in eodem loco funda- 
tor extitit, memoria habeatur, iure contulit perpetuo possidendam. Ita tamen, quod quemcumque sacer- 
dotem abbatissa et conventus dictarum dominarum ei suisque successoribus presentaverint, ab ipso suis- 
que successoribus sine difficultate curam recipiat animarum, et ei suisque successoribus sicut tenetur 
obediet, et ut gratiam uberiorem dominabus exbiberet eisdem, ordinavit ut post [mortem prepositi] a ) 
eiusdem loci dimidia marca in recognitionem subiectionis et pro iure synodatico maiori preposito persol- 
vatur. Omnia iura parrochialia parrochia habebit, nisi quod diebus dominicis et in sollempnitatibus, 
sicut ante consuevit, crucem non feret, sed [in processione maioris ecclesie cum] suo erit rectore, nisi 
legitima fuerit necessitate prepeditus. In parasceve sepulturam crucifixi non faciet, et in nativitate Do- 
mini, in pascha, in ascensione, in pentecostes, in festo patroni et die dedicationis ipse et parrochiani sui 
ad ecclesiam maiorem convenient divinum officium audituri. Ne quis vero in posterum ausu temerario 
iam dictam divisionem et parcium assignationem infringere presumat, omnes contradictores auctoritate 
Dei patris omnipotentis et domni legati qua fungimur et omnes sacerdotes, qui scienter ad confessionem 
et ad alia sacramenta ecclesiastica parrochianos alterius sine suorum sacerdotum consensu, nisi in ex- 
ceptis casibus in iure expressis, contra hanc nostram ordinationem receperint, coram domino Paderbur- 
nensi episcopo et eiusdem capituli universitate in nomine patris et filii et spiritus sancti excommunicavi- 
mus, cum ecclesia sancti Othelrici auctoritate domini legati in tres a nobis sit parrochias divisa. Ad cuius 
divisionis ac nostre ordinationis confirmationem presens instrumentum sigillorum nostrorum 6 ) inpressione 
sepe dictis dominabus dedimus conmunitum. Actum sunt anno dominice incarnationis M .CC°.XXXI°, 
indictione quarta, II. Kal. Februarii. 
Die beiden Siegel sind erhalten. 

201. 

* Bischof Bernhardt bestatigt obige mit seiner Genehmigung and unter Zustimmung des bisherigen Pfarrers 

an der St. Ulrichskirche erfolgte Theilung dieser Parochie in drei neue Kirchspiele. 1231 Januar 31. — 

Abschr. s. XVII. Fr. Paderborn U. 139; Or. Kl Gokirchen U. 2. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. || Bernhardus quartus Dei gracia Paderburnensis 
episcopus omnibus hoc scriptum inspecturis utriusque vite salutem. Venientes ad ecclesiam nostram frater 



l ) Ueber die Pader beim Pesthause; diese Briicke ist nicht mehr vorbanden. Bessen I. 194. — v ) Diese erhielt, wie wir 
spater sehen werden, eben der Priester Rothger, dessen der Legat in seinem Schreiben oben gedachte. Die Kircbe 
des h. Pancratius, auch Marktkirche genannt, stand auf dem jetzigen Kettenplatz, der nun fast mitten in der Stadt 
liegt. Nacb Gobelin VI. 52, S. 257 ist sie wahrscheinlicb schon vom B. Batburad erbaut worden. — *) Das Giersthor. 
Bessen I. p. 194. Vgl. Giefers Beitr. S. 29. — 4 ) Die eigentliche alte Stadtpfarrkirche. — 4 ) Die in Klammern eingeseblosse- 
nen Worte, in der vorliegenden Urkunde zerstort, sind aus der doracapitulaiischen Ausfertigung von deinselben Tage, 
unten Nro. 203, erganzt worden. — h ) So schreiben wir fur „ nostre". 



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1331. 133 

Conradus prior provincialis fratrum predicatorum Theutonie et frater Ernestus eiusdem ordinis visitatores 
per Paderbornensem dyocesim a legato dati, abbate de Breidelare ipsorum collega legitime excusato, 
litteras domini O(ttonis) sancti Nycolai in carcere Tulliano (sicl) dyaconi cardinalis apostolice sedis legati nobis 
obtulerunt, in quibus ipsis dederat in mandatis, ut ecclesiam sancti Othelrici in Paderburna de nostro 
consilio dividerent in tres partes, sicut ex ipso autentico colligi poterit evidenter. Predicti vero fratres 
de nostro consilio, prepositi ac capituli maioris ecclesie necnon domini Conradi eiusdem ecclesie plebani 
consensu iam dictam ecclesiam in has tres partes diviserunt: Unam etc. l ) Acta sunt hec anno dominice 
incarnationis M°.CC°.XXXI°, indictione IHI. II. Kalendas Februarii, pontificatus nostri anno tercio 2 ). 

An rothen and gelben seidenen Faden hangt noch ein Bruchstiick des in rothem Wachs abgedruckten Siegels des 
Bischofs Bernhard. 

202. 

* Bischof Bernhard IV., der Dompropst Volrad, der Dotndechant Amelung und das Domcapitel besta- 
tigen die Theilung der Parochie St. Ulrich in drei neue Kirchspiele, so wie die des Bisthums in die oben 
angefiihrten . sechs Archidiaconate , endlich auch die Peststellung der Zahl der Domprdbenden. 1231 Januar 31 B J. 
— Zwei Abschriften s. XVU. Fr. Paderborn U. 142. 

203. 

Der Dompropst Volrad, der Dotndechant Amelung und das Domcapitel zu Paderborn genehmigen auch 
ihrerseits oben genannte Theilung des Kirchspiels St. Ulrich unter Wiederholung des Inhalts der vorstehenden 
Urkunde des Bischofs Bernhard 1231 Januar 31. — Orig. in zwei Ausfertigungen Fr. Paderborn U. 140 A J; 
KL Gokirchen U. 3 h ); gedr. Schaten ad ann. 

An rothen und gelben seidenen Faden hangen die beschadigten Siegel 1) des Paderborner Domcapitels, das Brust- 
bild des h. Liborius dars tell end, und 2) des Dompropstes Volrad, das eine stehende Figur mit einer Palme in 
der Rechten und dem geschlossenen Evangelienbuch in der Linken aufweist. 

204. 

Die Visilatoren Conrad und Ernst bekunden die hauptsdchlichsten Ergebnisse ihrer Thdtigkeit in Paderborn: 
lj die Errichtung von drei neuen Kirchspielen aus der Parochie St. Ulrich in der Stadt Paderborn; 2) die 
Eintheilung des ganzen Bisthums in die sechs Archidiaconate: Horhusen (Marsberg), Warburg, Yburg (Dri- 
burgj, Baxter, Steinheim, Lemgo, ivobei sie die den einzelnen unterworfenen Kirchen auffuhren, die ausser 
denselben vorhandenen zwei Archidiaconate des Dompropstes und des Stifts Busdorf als gesetzlich bestehende 
anerkennen, und in Betreff der Archidiaconate Her ford und Schildesche eventuelle Bestimmungen treffen; 3) die 
Heistellung des Friedens und der Eintracht zwischen den hbheren und den niederen Gliedern des Domcapitels 
wegen der Obedienzen und der Einkiinfte 6 J , indem dabei zugleich der Bestand des Domcapitels aus 24 grosse- 
ren und 6 Knaben-Prabenden eidlich festgesetzt worden sei (1231 Januar 3L) 1 ). — Abschrift s. XVU. 

Fr. Paderborn U. 141; gedr. Schaten ad ann. 

Frater Conradus prior provincialis fratrum predicatorum Theutonie et frater Ernestus eiusdem ordi- 
nis visitatores a legato per Paderburnensem dyocesim dati, universis, ad quos presens scriptum perve- 



l ) Das Folgende ganz so wie die vorhergehende Urkunde. — *) Das Datum ist insofern yon Interesse, als es strong 
genommen erweisen wiirde, dass Bischcf Bernhards Amtsantritt in's Jahr 1228 milt, wahrend Mooyer ihn in's Jahr 
1227 setzt. Vgl. indessen Nro. 248. — 3 ) Mit dem Inhalt von Nro. 201 ubereinstimmend. — *) Durch Brand theilweise 
zerstort. — *) Nach einer gutigen Mittheilung yon Giefers existirt im Gokirchener Pfarrarchive noch eine Ausferti- 



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134 1231. 

nerit, utriusque vite salutem. Ne ordinatio nostra super divisione ecclesie parrochialis sancti Othelrici 
in Paderburna et super aliis articulis infra annotatis processu temporis, quod sue vetustatis celeritate 
delere solet omnia, memoriam effugiat humanam, presenti scripto declaramus, quod nos accedentes ad 
ecclesiam Paderburnensem, abbate de Breidelare nostro collega legitime excusato, ecclesiam prefatam 
sancti Othelrici, secundum quod a domino sancti Xicolai in carcere Tulliano diacono cardinali, aposto- 
lice sedis legato, acceperamus in mandatis, de maioris prepositi et singulorum ac universorum de capitulo 
necnon domini Conradi eiusdem ecclesie plebani consensu, post resignationem eiusdem ecclesie a prefato 
plebano coram domino Bernhardo quarto Paderburnensi episcopo, Volrado preposito, Amelungo decano, 
Volquino de Schwalenberch et nobis factam de consilio eiusdem domini episcopi in has tres divisimus 
partes etc. l ). 

De archidiaconatibus vero ordinantes totum episcopatum in sex sedes preter duos archidiaconatus, 
videlicet maioris prepositure, cui he tres ville Himminchusen 2 ) , Dale 8 ) et Buke 4 ) sunt adiuncte, et pre- 
positure sanctorum apostolorum Petri et Andree, de domini episcopi consilio et capituli consensu distin- 
ximus: unam sedem Horhusen in ecclesia sancti Dyonisii, cui duas ecclesias Curbike et Athorp 5 ) cum 
ipsarum ecclesiis et capellis adiunximus, locantes; secundam sedem Wartberch, cui ecclesias Dasborch 6 ), 
Lovene 7 ), Wellethe 8 ), Kulette 9 ), Rothem ,0 ), Bylinchusen 1 1 ) , Scerve l2 ), Ossenthorp ,8 ) cum earum eccle- 
siis et capellis adiunximus, ipsum archidiaconatum cantorie deputantes; terttam sedem Iburch l4 ), cui has 
ecclesias Eisnen ,5 ), Natesunken ,e ), Brakel, Volstesen l7 ), Herstelle 18 ) et omnes ecclesias, quosmodo habet 
Helniwordishusensis ecclesia, Herisiam, Wilbodisen cum ipsarum ecclesiis et capellis adiunximus, ipsam 
sedem camere assignantes; quart am sedem Huxarie cum hiis ecclesiis Corbeia, Meinbragtesen I9 ), Bro- 
chusen, Otberch, Erclen 20 ), Amelunkesen, Godelmen 21 ), Heligenberg 22 ), Berninchusen 28 ), Bodikissen 24 ), 
Albagtissen 26 ), Heienhusen 26 ), Homei'sen 27 ), Boffesen 28 ), sanctus Egidius 29 ), Nienovere 80 ), Oldenthorp 81 ). 
Dune 32 ), duo Holtesminne 88 ), Lugterinken 84 ) cum earum ecclesiis et capellis; quintam sedem Stenhem S5 j 
cum hiis ecclesiis Beldersen 86 ), Oldenberge 37 ), Holthusen 88 ), Sumersile 89 ), Monasterium 40 ), Leverinc- 
thorp 41 ), Collerbike 42 ), Valkenhagen, Burghagen, opidum Svalenberg, Scithere, Wicbilethe, Biche, capella 
Relikerke 48 ) , Sandenebike 44 ) , Pumesen 45 ) , Lugethe 46 ) cum earum ecclesiis et capellis ; sextam sedem Lymego 
cum hiis ecclesiis Scutemere 47 ), Orlinchusen, Hepen 48 ) cum earum ecclesiis et capellis, quam sedem custodie 



gung dieser Urkunde durch Volrad allein, von demselben Datum. Bemerkenswerth erscheinen darin die Zeugen: 
Amelungus decanus, Volquinus de Sualeuberg, Tetmarus de Patberch, Hermannus Boliko camerarius, Volbertus de 
Elsen, Ludolfua cellerarius, Widekindus SS. apostolorum Petri et Andree prepositus, Vollandus cantor, Bruno, Con- 
radus plebanus, Conradus custos, Rabodo, Everbardus, magiater Johannes, Ludolfus de Sconenberch, Johannes de 
Elsen canonici maioris ecclesie Paderbornensis. — 6 ) Hiermit iat wohl der Vertrag Nro. 185 gemeint. — 7 ) Das Datum 
ergiebt sich aus den vorhergehenden und der nachfolgenden Urkunde. 
») Das Weitere wie in Nro. 200. — 2 ) Lag bei Dorhagen SO. von der Stadt Paderborn. — *) Dahl desgl. — 4 ) 0. von Pa- 
derborn. — 6 ) Korbach und Adorf im Fr. Waldeck. — *) Daseburg NO. — ') Lowen NW. — *) Welda SW. von 
Warburg. — ») Kulte oder Ciilte NO. von Arolsen im Fr. Waldeck. — ,0 ) Rhoden im Fr. Waldeck SW. — 
»») Billinghausen desgl. W\ — lT ) u. ,J5 ) Scherfede und Ossendorf NW. von Warburg. — H ) Driburg Kr. Hoxter. 
lft ) Eissen Kr. Warburg SO. von Peckelsheim. — IH ) Natzungen desgl. 0. von Peckelsheim. — I7 ) Volsen desgl. NW. 
von Peckelsheim. — '*) NW. von Helmershausen. — lv ) Meinbrexen im Herzogthum Braunschweig auf dem rechten 
Weserufer N. von Beverungen. — 20 ) Bruchhausen, Otbergen und Erkeln SW r . — ai ) Amelunxen u. Godelheim S. von 
Hoxter. — '") Zwischen Ovenhausen und Hoxter. — ™) Brenkhausen N. — ,4 ) Bodexen N. — 2a ) Albaxen N. — 
2U ) Heinsen NO. von Hoxter. — 27 ) Hummersen im Fr. Lippe 0. von Schwalenberg. — ,<w ) Boffzen im Braunschweigschen 
S. von Hoxter. — *' 9 ) Gegeniiber Hoxter im Braunschweigschen. — *°) Nienover desgl. 0. von Beverungen. — * ) Alteu- 
dorf desgl. NO. von Hoxter. — a2 ) Duhne NO. von Holzminden, bei Everstein. — **) Holzminden an der Weser 
N. von Hoxter. — 34 ) Liichtringen oberhalb Holzminden. — 34 ) Steinheim im Norden des Kreises Hoxter N. von 
Nieheim. — 3 *) Bellersen SO. von Nieheim. — 37 ) Altenbergen 0. — **) Holzhausen SO. — S9 ) Sommersell NO. von 
Nieheim. — 40 ) Marienmiinster desgl. — 41 ) Lowendorf NO. von Nieheim, es ist das Lieverincthorpe der vita Mein- 
werci. — 42 ) Kollerbeck NO. von Nieheim. — 43 ) Falkenhagen, Burghagen, Schwalenberg, Schieder, Wobbel, Bega, 
Cappel, Reelkirchen im Fr. Lippe. Vgl. Preuss u. Falkmann I. 198. — 44 ) Sandebeck NW. — 44 ) Pombsen SW r . von 
Nieheim. — 46 ) Liigde NO. von Nieheim. — 47 ) Lemgo, Schotmar u. Orlinghausen. — 4e ) Hepen bei Bielefeld. 



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1231. 135 

deputavimus, adicientes, quod cum archidiaconatus Scildese et Hervordie vacaverint, prepositure Scilde- 
sensi permaneant, ita si eadem prepositura capitulo remanebit; alioquin et Hervordia et Scildese ad 
custodiam devolventur. Que tamen sedes non nisi post mortem eorum, qui nunc ipsarum ecclesiarum 
archidiaconi sunt, vel nisi forte voluntarie resignaverint, vacabunt. Auctoritate etiam domini legati di- 
stricte sub anathematis vinculo omnibus sacerdotibus ac plebanis prefatarum sex sedum precipiendo man- 
damus, quatenus cum ipsas sedes vacare contigerit, ad archidiaconos suos, curam animarum et donum 
altaris ab ipsis accipiendo, debitum in obedientia et procuratione eisdem faciendo, habeant respectum. 
Cum vero inter cetera de mandato domini legati de obedienciis sepedicte ecclesie ordinaremus canonicis 
non per omnia nobis consentientibus, tandem domini Volradi maioris prepositi et nostro se commiserunt 
arbitrio, pena centum marcarum ipsum arbitrium vallantes. Juramento ergo ab omnibus accepto, ut- 
nostris parerent mandatis, sub pena arbitrii videlicet centum marcarum primo precepimus, ut omnis 
cessaret rancor, qui erat inter maiores canonicos et minores de inequalitate bonorum et pacis osculum 
fuit utrinque datum et acceptum. Et postmodum divisione facta bonorum sub pena arbitrii scilicet cen- 
tum marcarum precepimus, ne quis de cetero querimoniam episcopo vel preposito moveret de collatione 
obedientiarum, sed sit in potestate eorum, conferre obedientias suas, cui voluerint et plures uni secun- 
dum quod ipsis videbitur expedire, nisi dominus papa vel eius legatus provident aliter ordinandum. 
Precepimus eciam sub eadem pena, ne quis vindictam sumat de preposito maiore pro eo, quod arbitra- 
te est, obedientias quorundam canonicorum esse dividendas et excommunicavimus omnes, qui de cetero 
rancorem verbo vel facto pro ilia divisione obedientiarum contra dividentes vel eos, qui bona receperunt, 
demonstrarent, id est, qui eos pro illo facto contumeliis et obprobriis afficerent, vel eis hoc factum in- 
properarent. Et decernimus eos, qui hec fecerint, excommunicatos, periuros et penam centum marcarum 
incurisse. De mandato etiam domini legati et nostra ordinatione omnes canonici a maiori usque ad infi- 
mum de capitulo maioris ecclesie iuraverunt, quod, cum* in ipsorum ecclesia non sint nisi viginti quatuor 
maiores prebende et sex pueriles, nullus de cetero ad non vacans, nee duo ad unam vacans eligantur, et 
quod nullus canonicorum de cetero emancipabitur, quin idem iuret, ne numerus canonicorum excedet 
numerum prebendanim. 

205. 

* Ein vom Stifle Busdorf relevirendes Amtslehen, das der Vasall Am Id von Beken, urn Mittel fiir seinrn 

Zag nach Lievland zu erlangen, an das Nonnenkloster Gokirchen und dessen Abtissin Mabilia verkauft halte, 

wird diesen Beiden vom Busdorfer Propsi Widekind mil Vorbehalt des Obereigenthums und des Wteder- 

einlbserechts binnen 10 Jahren iibertragen. 1231 Februar 25. — Or. Stifl Busdorf U. 18; Abschr. 

Msc. /. 121 f. 20; 1. 123 f. 13 1 . 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Ego Widikindus, Dei gratia sanctorum apostolprum 
Petri et Andree prepositus Paderburnensis , omnibus presens scriptum inspecturis annuntio, quod Arnol- 
dus villicus in Bekene '), cum in Livoniam esset iturus et tarn pro hiis, quibus ad iter indiguit, quam 
pro aliis necessitatibus suis curiam nostram in Silvesethen 2 ), quam habebat in feodo, dimittere decre- 
visset, domina Mabilia abbatissa sancte Marie et sancti Othelrici in Paderbum et collegium suum dede- 
runt ei LXXVIII marcas gravium et electorum nummorum, ita quod Arnoldus ipse et uxor ipsius Elisa- 
beth et pueri ipsorum et ceteri heredes, videlicet Wernherus et filii ipsius Conradus, Daniel et Mathias 



') Alton- und Neuen- Beken im Kreise Paderborn. — *) Da ein Gtiterverzeichniss des Paderborner Domcapitels aus der 
Mitte des XIII. Jahrh. Msc. VII. 4006 f. 7. eine obedientia Silvesethe erwahnt, spatere Urkunden a. d. J. 1886 u. 1391, 
Fr. Paderborn Nro. 1181 u. 1231a, den Namen dieses Orts in der Form Sylkensode oder Selkensode und unmittelbar 
neben dem officium in Brenken auffiihren, so miissen wir bier an die letztere Localitat wohl um so mehr denken, 
als nach P. von Hatzfeld ein Stftck Landesin der Feldflur bei Brenken im Kreise Buren noch jetzt „Silkensoto" heisst. 



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13G 1*31. 

et Albertus de Broken, liberaliter et sine ulla difficultate coram multis viris honestis curiam ipsam mihi 

resignaverunt et tarn pro successoribus suis quam pro se ipsis omni iuri et actioni renuntiaverunt in per- 

petuum. Ego igitur, sicut preordinatum et premissum fuerat, toto nostro capitulo consentiente curiam 

incom P«m nmni iure, quod habet in agris silvis et pascuis, sola tantum proprietate retenta, assignavi 

inabus et Conrado plebano vice earum et in propria persona perduxi eum in corporalem 

eiusdem curie, hac tamen condicione premissa, quod sive ego, sive successor meus, sive 

efatam pecuniam totam et simul et de proprio et sub testimonio infra decern annos restituat, 

us dominarum exspiret et quod liberum sit mihi et capitulo, de curia nostra ordinare quod 

a obstante eo, quod prefati laici habuerant earn in feodo. Si vero prefata pecunia infra 

minum refusa non fuerit, compromissum est, quod ego ad collegium dominarum predictarum 

accedam, et iam dictam curiam cum omnibus attinentiis suis conferam eis iure perpetuo, et 

scriptis et testibus, quod nullo umquam cassari possit ingenio. Quodsi ego preposituram 

;asu dimisero, successor meus tenetur omnia premissa complere. Quia vero fratribus capi- 

eadem curia VII solidi solvebantur annuatim in festo Nycolai, et quia contractus sine con- 

m firmitatem habere non potuit, ex industria fuit appositum, quod pensio pristina augeretur, 

jmcunque curiam illam habere contingat, XII solidos singulis annis in festo Nycolai solvere 

e vero in prescripto contractu aliquid tempore procedente per dolum sive calumpniam possit 

immutari, presens instrumentum appensione sigillorum maioris ecclesie et ecclesie sancti 

n ecclesie sanctorum apostolorum Petri et Andree, et postri, ac tocius civitatis tarn prefate 

itolorum Petri et Andree quam abbatisse et conventui sancte Marie et sancti Othelrici dedi- 

litum. Acta sunt hec a. gr. M°.CC°.XXXI°, indictione IIII, V. Kal. Marcii. Testes huius 

nradus plebanus, Regenhardus decanus, Werno, Johannes scolasticus, Heinricus, Gerhardus, 

Fridericus, Conradus, Volquinus canonici ecclesie sanctorum apostolorum Petri et Andree, 

Heinricus sacerdotes; laici: Johannes Spirinc, Andreas villicus, Eilbertus, Wernherus de 

Isherus, Johannes Vilsten, Johannes Berengeri, Conradus et Philippus, Thidericus de Wart- 

pistor, Rabodo et alii quamplures. 

len urspriinglich angehangten fiinf Siegeln sind noch, aber ziemlich schlecht erhalten die Siegel der AUtei 
)dinghof , des Stifts Busdorf und der Stadt Paderborn. 

206. 

rd IV. iibertragt dem Kloster Steierburg das Eigenthumsrecht gewisser Guter, welche dieses von 
asallen, den Edlen von Bonboke, gekauft hatte, und erhalt von Letzteren andere Guter zur 
Entschiidigung. 1231 August 31. — Or. Fr. Paderborn U. 143. 

ine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis 
nnibus, ad quos presens scriptum pervenerit, perpetuam in salutis auctore salutem. Cum 
nostre amministrationis officio ea, que in ecclesia nostra racionabiliter geruntur, predecesso- 
mi sequentes vestigia scripture, que posteris facti memoriam representet, conmendare tenea- 
tis scripti tenore et presentium memorie inprimere et futurorum noticie transmittere cupimus, 
i viri Conradus canonicus maioris ecclesie Hildesemensis, Olricus et Hoierus laici fratres de 
la Stedere continentia in se quatuor mansos et dimidium, que de manu nostra iure tenue- 
in manus nostras resignaverunt, et nos ad peticionem prefatorum fratrum, de consensu et 
esie nostre proprietatem bonorum eorundem Bernhardo preposito et monasterio in Stider- 
omnibus suis pertinentiis iure contulimus perpetuo possidendam. Prefati vero fratres in con- 



irg S. von Braunschweig, in dessert Umgegend wohl auch die bona in Stedere gelegen haben werden. 



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1231. 137 

cambium feodi, quod de manu nostra tenuerunt, proprietatem predii in Bennenhusen l ) prope Enbyke, 
quod continet quinque mansos, quinque agtwort et quatuor areas, nobis et ecclesie nostre collatam de 
manu nostra iure receperunt feodali. Verum quia hiis diebus malis nichil adeo firme tamque salubriter 
ordinatur, ad quod dolus et calumpnia non laborent dissolvendum, ne tarn conmutationem feodorum, 
quam collationem bonorum a nobis prefato monasterio factam aliquis successorum nostrorum, cum eius 
indempnitati sufficienter provisumsit, — nam bona Stidere, que monasterio Stiderburgcontulimus, continent 
quatuor mansos et dimidium , quemlibet mansum de viginti quatuor iugeribus , et bona Bennenhusen con- 
tinent quinque mansos integros de triginta iugeribus, quinque agtwort et quatuor areas cum suis perti- 
nentiis, — possit in posterum calumpniose revocare, presens instrumentum sigilli nostri impressione ac 
testium annotations sepedicto monasterio ad exhibendum in posterum pro se, si necesse fuerit, dedimus 
conmunitum. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°.CC°.XXXI°, indictione IV. 2 ) pridie Kalendas 
Septembris. Testes huius rei sunt: Volradus prepositus, Amelungus decanus, Hermannus camerarius, 
Volbertus de Elsen, Ludolfus cellerarius, Conradus custos, canonici maioris ecclesie Paderburnensis; laici 
vero Conradus comes de Norunken 8 ), Rodolfus comes de Cygenhagen, Johannes Hegere, Godefridus de 
Nedere, Godefridus Puncler et alii quamplures. 
Das Siegel ist abgefallen. 

2or. 

* Der Canonicus von St. Peter zu Rom, Gregorio Pier Arrighi di San Eustachio, der angebUch vom Pader- 
borner Domcapitel zutn Canonicus aufgenommen, vom Papste Gregor IX. A J eine Prabende bei demselben Uber- 
tragen erhalten hatte, die ihm abet vom Domcapitel bisher verweigert zuorden war*J, soil nun auf Grund 
einer Bulle des Papstes vom 1. September 1231, durch den Erzbischof Heinrich von Coin in den Genuss der- 
selben eingesetzt wcrden. Nachdem dieser das Domcapitel unter Androhung der Suspension aufgefordert, dem 
pdpstlichen Befehl sich zu fugen, das Domcapitel aber bei seiner Weigerung beharrt hatte, befiehlt der Erz- 
bischof dem Bischof Bernhard IV. von Paderborn, das Domcapitel in dem Dome und den iibrigen Kirchen 
der Stadt Paderborn bis zur Vollziehung der pdpstlichen Entscheidung fur excommunicirt erklaren zu 
lassen. 1231 November 25. Coin. — Or. Fr. Paderborn U. 144. 

H., Dei gratia sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopus, executor a domino papa constitutus, vene- 
rabili fratri . . . episcopo Padeburnensi salutem in filio Dei. Mandatum domini pape recepimus in hunc 
modum: 

Gregorius episcopus servus servorum Dei venerabili fratri . . . archiepiscopo Coloniensi salutem 
et apostolicam benedictionem. Dilectus filius G(regorius) Petri Henrici de sancto Eustachio, basilice 
principis apostolorum canonicus, exposuit coram nobis, quod cum decanus et capitulum Padebornense 
ipsum in fratrem et canonicum recepissent, ei prebendam liberaliter conferentes, et nos eis nostris 
litteris dederimus in mandatis, ut, non obstante consuetudine Padeburnensis ecclesie de residentia 
facienda, prebende sue proventus sine difficultate qualibet exhiberent, te sibi super hoc executore 
concesso, tu, dicto capitulo mandatum nostrum super hoc adimplere nolente, ad coactionem ipsius 
procedere iam elapso biennio et amplius noluisti. Cum autem te deceat mandata nostra devote susci- 
pere ac reverenter implere, maxime pro dicto canonico, qui per se et suos, cum sint de nobilioribus 
urbis, tibi utilis multipliciter esse potest, fraternitati tue per apostolica scripta precipiendo manda- 



') 1st bei Einbeck nicht zu constatiren. — 7 ) X1UI. corrigirt in HE, aber das ma aus decima ist stehen geblieben. — 
^ Die Grafen von Norunken und die Edlen von Honboke vermag ich anderweitig nicht nachzuweisen. — *) Gregor EX., 
friiher Ugolin Graf von Segni, war zuerst Cardinal von St. Eustachius, dann Bischof von Ostia gewesen. Bohmer 
R J. von 1198—1254 S. 331. — 6 ) Vgl. die Urkunde von 1229, oben Nro. 173. 
Vest! Urlu-Bnch. IV. 18 



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138 **3t. 

mus, quatinus predicta consuetudine non obstante, si sit etiam iuramento firmata, contra dictum 

capitulum, si ad monitionem tuam adhuc renuerit obedire, infra mensem post susceptionem presen- 

tium, iuxta formam tibi traditam procedere non postppnas. Alioquin dilectis filiis scolastico sancti 

Stephani et Reinaldo de Fuzall subdiacono nostro canonico Maguntino per litteras nostras iniungi- 

mus, ut ipsi extunc mandatum super hec apostolicum exequantur, constitutione de duabus dietis in 

9 generali consilio edita non obstante. Datum Reati Kalendis Septembris pontificatus nostri anno 

quinto *). 

Cum igitur huius auctoritate mandati dilectos in Christo capitulum Padeburnensis ecclesie nostris 

litteris monuerimus diligenter, ut Gregorio, principis apostolorum canonico, prebendam in ipsa ecclesia 

cum fructibus medio tempore sibi subtractis infra tempus ipsis in nostris litteris comprehensum integra- 

liter sine difficultate qualibet assignarent, alioquin extunc auctoritate nostra suspensions sententie sub- 

iacerent, iidem, sicut intelleximus, non solum in hac parte nostra mandata et monita contempserunt, 

verumetiam, ipsa suspensionis sententia vilipensa, presumpserunt in animarum suarum periculum et alio- 

rum scandalum divina officia celebrare. Verum quia crescente contumacia crescere debet et pena, et de 

tanta presumptionis audacia non debent iidem commodum reportare, fraternitatem vestram rogandam 

duximus attentius et monendam, vobis auctoritate qua fungimur et sub pena suspensionis ab officio di- 

stricte precipiendo mandantes, quatinus tarn diu sepedictum capitulum auctoritate nostra denuncietis in 

maiori et aliis civitatis Padeburnensis ecclesiis excommunicationis sententie subiacere, quousque capitulum 

idem ipsi canonico assignet prebendam in ecclesia memorata et de fructibus satisfactionem plenariam 

exhibeat cum effectu. Datum Colonie a. D. M°.CC°.XXXI°, VIL Kalendas Decembris. 

20a 

* Abt Hermann von Corvey iibertrdgt dem Propst und dem Convent seines Klosters ein von ihm lehnruhriges 

Gut, das sie von den Vasallen angekauft hatten und tragi Sorge, dass das seinem Stift entfremdete Zehnl- 

recht Uber dieses Gut bei dieser Gelegenheit von dem Hewn von Schoneberg zuriickerworben werde. 

1231. — Abschr. Msc. I. 134 S. 73; II. 101 S. 179. 

Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas, universis huius pagine inspectoribus , notum esse cupimus 
tarn presentibus quam futuris, quod Johannes dictus miles de Lutmersen et frater eius Milo tenebant 



') Diese Bulle, so wie die Urkunde vom Jahre 1229, oben Nro. 173, waren fruher bo gut wie unbekannt. Wenn Bessen G. 
d. B. Paderborn I. 204 unter Berufung auf eine bisher ungedruckte Urkunde sagt: „da sich der Colnitehe Erzbitchof 
noch im J. 1231 so viel herausnahm, dass er das Paderborn'sche Domcapitel durch Excommunication zwingen wollte, 
einen fremden Canonicus zum Genusse einer Prabende gelangen zu lassen", so ist das nur als eine absichtliche und 
gehassige Verdrehung zu bezeichnen. Aus unserer Urkunde, die Bessen ja eben vorlag, musste er ersehen, dass Gre- 
gor IX. dem Erzbischofe dariiber Vorwurfe macht, dass er gegen das Domcapitel uber zwei Jahr lang nicht mit 
Zwangsmassregeln habe vorgehen wollen. Wir erfahren aber aus der Urkunde von 1229, dass der Erzbischof in ge- 
wissenhafter Erfuliung seines Amts damals den Auftrag gegeben , den Einwurf des Domcapitels , dass die erste }>apst- 
licbe Yerleibung insofern fur erschlichen erklart werden musse, als die Angabe des Gregorio, dass er vom Dom- 
capitel zum Canonicus aufgenommen und ihm eine Prabende iibertragen worden, unbegriindet sei und das Domcapitel 
seiner Aufnahme immer widersprochen habe, durch Zeugenvernehmungen constatiren zu lassen. In der That war es 
also nicht der Erzbischof von Coin , der sich hier gegen das Paderborner Domcapitel etwaa herausnahm. Vielmehr 
ist es fur die Anschauungsweise Gregorys IX. sehr bezeichnend, dass er dem Erzbischofe befiehlt, die Mitglieder des 
Domcapitels zur Collation der Prabende an den Romischen Canonicus anzuhalten , wenn dieselbe auch gegen das cidlich 
beschworene Gewohnheitsrecht wegen der Residenz der Domherrn verstosse. Nicht minder charakteristisch ist es 
fur diesen Gegner Friedrichs II. wie fur die Zustande am Romischen Hofe , dass er dem Erzbischofe eine getrene Er- 
fullung seiner Befehle auch um deswillen aufgiebt, weil Gregorio und seine Angehorigen zu den edleren Familien der 
Stadt Rom gehoren, die ihm vielfaltig niitzlich sein konnten, ihm dem machtigen deutschen Reichs- und Kirchen- 
fursten aus dem edlen Hause Mollenark. — Es ist zugleich auch fur die damals zwischen der Romischen Curie und 



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123!. 139 



quosdam mansos in Bochenberch f ) , circa quinque vel sex, et alter fratrum Milo scilicet quicq 
niausis habuit, ipsi Johanril coram nobis reliquit absolutum. Et tunc dominus Eschewinus ecc 
prepositus ab eodem Johanne dictos mansos pro marcis quindecim comparavit in manus nostr 
ipso Johanne resignatos, quos et nos prefato preposito et conventui contulimus ita tamen, 
prepositus nobis decern quadrantes 2 ), quinque scilicet ordei et quinque avene, de his annuatii 
sicut de his predicti fratres persolvere prius consueverunt. Quando 8 ) vero de eisdem bonis r 
dictum est, resignatis, quicquid prefatus Milo habuit, fratri suo Johanni reliquit, tunc etiam ( 
ecclesia nostra tenuit resignavit. Huiusmodi autem resignationibus testes affuerunt hii scilicet 
de Hildeboldeshusen, Tidericus Altcorn, Widelo de Bocvelde, Hermegerus, Arnoldus de Wi 
quamplures alii. Item decimam super predictos mansos, quam prefati fratres a dominis et f 
Sconenberch 4 ) tenuerunt ut asserebant, licet ab antiquo nostre pertineret ecclesie, sub predi 
quindecim marcarum ipsi preposito et conventui reliquerunt, ita quod ipsi coram nobis quoscb 
liaribus nostris, videlicet Alberonem militem de Tvissen et Widelonem et Conradum fratres e 
donem inbeneficiarunt et fide data promiserunt, ut quandocunque ipsa decima a prefatis fi 
Sconenberch absolvi poterit, eisdem ipsi cum suis heredibus earn resignabunt (siclj. Item quicquid 
Johannes in Bolthessen 5 ) habuit, resignavit nobis receptis ob hoc quatuor marcis et fertone 
preposito, cui et nos ac conventui illud contulimus. Huic facto et promissioni et predictorum 
emptioni hii testes presentes erant: fratres scilicet Corbeienses Albertus prior, Eschewinus 
Lothewicus, Temmo camerarius, Ludolfus cellerarius, Temmo senior, Strigerus capellanus n 
testes canonici: Heinricus, qui cognominatur Stach, Bertoldus; laici: dominus Frethericus cU 
et ministeriales hi scilicet: Conradus de Amelungessen , Hermannus de Xigenkerken , Gerhardus I 
selerus de Hildeboldeshusen, Godefridus de Godelumen, Helmicus de Osickessen, Bertoldus 
Albertus de Twissene, Bertrammus de Stamheim et frater eius Widelo, Heinricus dictus Co 
Arnoldus de Megethevelde, Hereboldus de Boffessen, Conradus et Widelo fratres de Bocvelde 
de Porta, Hermegerus. Ut autem hec que predicta sunt firma maneant at inconvulsa, presc 
nam sigilli nostri et sancti Viti sigilli appensione fecimus communiri. Acta sunt hec anno d 
carnationis millesimo ducentesimo trecesimo primo, nostre prelationis anno nono 6 ). 

209. 

* Der Propst und die Consulen von Marsberg bekunden die Erwerbung terschiedener Guler in Ois 
des Klostei % s Bredelar. 1231, — Or, in zwei Ausfertigungen KL Dalheim U. 20. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Willehelmus Dei gratia prepositus in Monte Ma 
sulesque ac burgenses eiusdem loci universis hanc paginam inspecturis imperpetuum .... 
Westhem b) necdum miles, filius Elrici militis, bona in Osninctorph 7 ) c > in pheodo tenebat de 
cati Widekyndi de Keseberg 8 ) et quiete possedit per annos aliquot. Cum vero placuisset i 



der Kirche Deutschlands obwaltenden Verhaltnisse bezeichnend, dass schon in den Jahren 1221 und 12 
97 und 98, ein ahnlicher Fall eingetreten war, wo das Paderborner Domcapitel , das den mit einerPrabe 
Kirche vom Papste Honorius III. providirten Cleriker Ludolf nicht recipiren wollte, deswegen der Exc 
verfiel, und sich davon nur durch Zahlung einer mittelst Yertrags vom 26. Januar 1222 stipulirten Rente be 
l ) Wohl der Bokenberg W. von Luttmarsen. — '*) Ein Viert. — *) Quando — resignavit, so das Copii 
dieser Worte ist nicht deutlich zu erkennen. — 4 ) Schoneberg zwischen Humme und Hofgeismar. — 
bei Uslar sudostlich von Hoxter. — *) Hiernach musste Abt Hermann sein Amt schon 1222 ange 
was nach Nro. 134 nicht anzunehmen ist. Doch gewahren diese Zahlen der Pontificatsjahre in den Ur 
allzu g^rosse Sicherheit. — 7 ) Oisdorf oder Osdorf N. von Westheim im Kr. Biiren. — ») Prov. Hee 
Sachsenberg im Fr. Waldeck. 

Abweichungen der zweiten Ausfertigung: »)in monte Eresberg. — b )Weistheim. — c) Osninctorp. 

18* 



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UO **3i. 

propinquis, ut eadem bona ob causas propensioris commodi venumdari debuissent, convenit cum fratri- 
bus de Breydelar d) mediantibus duobus militibus Alrado et Andrea, et acceptis centum marcis ab eis- 
dem resignavit in manus advocati iam dicti de Keseberg totaliter, quod ab eo tenebat, et ille nichilomi- 
nus contulit bona predicta cenobio integraliter cum omnibus pertinentiis suis, silvis, pratis, pascuis, agrisy 
cultis et incultis, aquis aquarumque decursibus, viis (et) inviis , omni iuri suo in eisdem bonis habito sollem- 
pniter cedens e) , sicut scriptum super hoc datum ab abbate de Hegene ■) ad ipsius petitionem declarat. 
Postea uxor Elrici Mathia 2 ) et tres germani sui Johannes, Swicherus, Burchardus omni iuri suo non 
solum in illis, sed etiam in aliis bonis in eadem villa sitis, que cenobium conquisierat a patre eorundem 
Elricoi et eorum patruo Olrico, quod- habere videbantur coram nobis renuntiaverunt. Preterea Burchar- 
dus de Rothen et Hermannus filius Bernardi Argentei f) , qui sibi ius in eisdem bonis usurp abant, cum 
nullum penitus haberent g) , cesserunt. Verum etiam bona pertinentia Herisiam, que fratres tres predict! 
possederant in Osninctorph, transmisit abbatissa eiusdem loci per scriptum suum ecclesie Breydelarensi, 
sicque cenobium integraliter possedit, quicquid in Osninctorph Elricus et sui fratres habuerunt. Ut autem 
hec bona claustrum in Breydelar titulo emptionis legitime comparata libere et quiete in evum possideat 
omni scrupulo perfide machinationis radicitus amputato, presentem paginam exinde conscriptam sigillo- 
rum nostrorum appensione roboramus h >. Acta sunt hec a. gr. M°.CC°.XXXI, indictione III. Huius rei 
testes sunt: Gerlacus et Alradus, qui et vice monasterii susceperunt; Andreas de Durslon, Heinricus de 
Brocbike, Olricus de Westhem, Conradus de Dalhem, Adam T Johannes de Snevethe, Conradus de Wal- 
bernichusen milites; Golnandus { \ Thidericus iudex, Alradus, Magnus et filius suus k) , Bertoldus, Her- 
mannus monetarius et Conradus frater suus *>, Bertoldus Mule, Ludolfus de Capella, Rabodo Rufus, Her- 
mannus quondam iudex, consules et civium quamplures. 

An der Haupturkunde hangen zwei Siegel: 1) das dea Propstes von Marsberg, das Brustbfld des h. Petrtts darstel- 
lendmit der Umschrift: S. SCI PETRI IN MERSBERH; 2) das SIGILLUM BURGENSIUM DE MONTE MARTIS, 
das zwei sitzende Bischofe aufweist. An der zweiten Ausfertigung hangt ad 1) dasselbe Siegel, ad 2) einstadti- 
sches Siegel: iiber einem zinnengekronten Thore zwei Tkurme aufweisendj von der Umschrift lasst sich nur 
CIVIUM vermuthen. Der Vergleich mit der Dalheimer Urkunde vom 18. December 1238 Nro. 278 erweist, dass 
auch dies ein Siegel der Marsberger Biirgerschaft war, deren Stadt also damals zwei Siegel im Gebrauch hatte. 

210. 

* Der Abt von Haina bestaiigt, dass der Edle Widekind, Vogt von Keseberg, das Obereigenihum der von 
seinem VasaUen Elricus von Westheim an das Kloster Bredelar verkauften Guter auf Letzteres iiber- 

tragen habe. 1231. — Or. Kl Dalheim U. 22. 

In nomine Domini. Amen. Ego W. Dei gracia abbas in Hegene. Universis hanc Iitteram inspectu- 
ris in perpetuum. Ex parte nobilis viri Widikindi advocati de Keseberg petitum fuit a nobis, uti nego- 
cium pietatis ab ipso patratum scripto sigilloque nostre firmaremus. Quod tale est. Bona quedam, in 
Osnincthorp sita, per hereditariam successionem iure proprietario ad se devoluta erant, que asuismaio- 
ribus plerisque militibus in pheodo successive porrecta fuerant, ita ut suo iam tempore tenuisset ipsa 
bona miles quidam Johannes nomine, cognomento Manipulus, qui ut suo iuri integraliter cederet, sum- 
mam quandam circiter XJI marcas a prefato accepit advocato. Post hec eadem bona tenuit in pheodo 
Elricus, Elrici militis de Westhem filius, et per tempora eisdem bonis placide potitus est. Placuit vero 



!) Haina, Prov. Hessen SW. vom Waldeckschen Wildungen. Siehe die folgende Urkunde. — *) So beide Ansfertigongen, 
ebenso wie Nro. 213. Doch ist Mathias kein Frauenname. 

v d) Breidelare. — «) cum omnibus — cedens fehlen. ■— Argentei fehlt. — s) cum — haberent fehlen. — h) ut 
autem — roboramus fehlen. — 4 ) Gollandus. — k ) Magnus — suus fehlen. - ] ) Herm. monetarius, Conradus 
monetarius. 



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1232. Ul 

prefato Elrico snisque propinquis, ut ipsa bona transirent in possessionem pauperum Christi in Breide- 
lare confratrum nostrorum requisitusque est assensus advocati, utpote illius quern proprietas contingebat. 
Considerans ergo advocatus, si eadem bona devenirent in possessionem predictorum fratrum, fructum ac 
lucrum sue anime permaximum se consecuturum, libens annuit, ac sollemni donatione cum duobus suis 
germanis C. et 0. Deo ac beate Marie Virgini fratribusque in Breidelare super altare oratorii l ) eiusdem 
cenobii perpetualiter obtulit, cuius uxor et filius ratam et inconvulsam ipsam oblationem esse decreverunt. 
Hec sic fideliter acta sunt ab advocato et secundum suam peticionem a nobis conscripta sigilloque con- 
firmata nostro, quippe qui tunc temporis proprium sigillum non habuit, presentes et futuros de rei veri- 
tate certificamus. Testes autem sunt milites Andreas de Durslo, Alradus cum pede, Antonius de Godo- 
lovessen, Olricus de Westhem, Hermannus et quamplures alii. Acta sunt hec anno gracie M°.CC°.XXXI°. 

Das kleine elliptische Siegel zeigt die stehende Figur eines Geistlichen mit Barett, den Hirtenstab in der Rechten 
und eine geschlossene Bibel in der Linken. Von der Umschrift ist noch zu lesen: SIGILLUM ABBATI . . . 
AVLESBURC *). 

211. 

Godefridus Dei gratia comes Arnesbergensis stiftet mit Genehmigung seines Sohnes Godefrid in der 
Kirche zu Bersvethehusen (Hardehausen) eine Memorie, indem er ihr das Obereigenlhum seines Allods in 
Eleren*) iibertrdgt, welches bisher Rodolfus miles de Ervete von ihm zu Lehen getragen und nun ihm resig- 
nirt hatte. Actum apud Susatum a. D. 1231 (1232) tercio nonas Februarii (Febr 3.) presidente sacrosancte 
Romane sedi d. Gregorio papa nono, regnante invictissimo Romano imperatore domino Friderico et illustri 
filio eius Henrico, gubernante S. Coloniensem ecclesiam d. archiepiscopo Henrico; presentibus d. Her- 
manno de Arnesberg canonico Sosaciensi, d. Alberto plebano de S. Thoma; Rotgero deBorbenne, Johanne 
de Huvele, Tiderico de Leten, Friderico de Hovestat, Tiderico et Timmone de Sosato, Alberto velke- 
nero 4 ), Conrado de Wicmerichusen; Widekindo cive Sosaciensi. — Or. Kl. Dalheim 5 J U. 19; gedr. Wigand 
Archiv VI. 208. 

Bis auf den obersten Theil ist das Siegel des Grafen gut erhalten und entspricht dem bei Seibertz U.-B. I. tab. I. 
Nro. 5 unrichtig und unschon abgebildeten. 

212. 

* Die Ritter von Westheim leisten dem Kloster Hardehausen Ersatz fur die von ihnen als Neuenheersesche 
Untervogte in den Besitzungen zu Scherfede ausgeiibten Bedriickungen. 1232 December 21. — Or. 

Kl. Hardehausen U. 30. 

W(ilhelmus) Dei gratia prepositus in monte Eresberg, consules quoque ac opidani eiusdem loci uni- 
versis hanc litteram inspecturis in perpetuum. Que in nostro gesta sunt opido, et que coram positi ipsi 
vidimus et audivimus, presentium ac futurorum noticie fideliter transmittimus. Olricus miles de Weist- 
hem ac patrueles sui, videlicet Elricus, Johannes, Burchardus, Svickerus, cenobium Hersvithehusense pro 
advocatia de bonis Herisie -pertinentibus in Scerve 6 ) sitis, et pro duobus viris Henrico et Ecberto, in 
quibus sibi ius dicebant, multo tempore clamosis impeticionibus turbaverant et rapinis damnificarant. 
Gravia intolerant, graviora inferre disponebant. Tandem honestis viris mediantibus talis inter partes 



l ) Die den Monchen reservirte Klosterkapelle. — ? ) Wo das Kloster 1140 gestiftet war; erst im Anfang des 13. Jahrhunderts 
wurde es nach Hegene (Haina) verlegt, nach welchem Ort der Abt sich im Texte nennt. Vgl. Biisching VII. 131. — 
*) Eilern SO. von Dalheim Kr. Buren. — 4 j Falkner. — 5 ) Das diese Giiter spater von Hardehausen kaufte. — 
fede SO. von Hardehausen. 



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142 1232. 

forma convenit, ut monasterium predium Olrici militis in Durpethe l ) situm XII marcis redimat ac in sua 
possessione detineat, donee de prefato predio summain predictam recolligat, insuper et II marcas, qiias 
in restaurum dainni, quod idem 0. cenobio intulit, percipiet. Preterea fratres . • . 2 ) supradicti, si mona- 
sterium expetierit, advocaciam de manu nobilium de Sconenberg 8 ) liberam rediment et absolutam, nichil- 
que iniurie cenobio irrogabunt, quia omni iuri suo vel impeticioni, quibus monasterium hactenus turba- 
runt, ad integrum coram nobis renunciaverunt. Testes huius rei sunt milites Godescalcus de Patberg 4 ), 
Andreas, Alradus, Rigerus de Dalwig, Johannes de Snevethe, Gozwinus de Wethen; consules: Vollandus. 
Alradus, Ludolfus et ceteri omnes consules ac alii quamplures de burgensibus. Acta sunt hec a. gr. 
M°.CC°. XXXII . in die sancti Thome Apostoli. Et sequenti anno XXXIII de predicto predio fratres sua 
ceperunt recolligere. 

Beide Siegel sind abgefallen. 

213. 

* Die Abtissin Gertrud von Seuenheerse tauscht mil dem Kloster Bredelar Giiter axis. 1232. — Or. KL 

Dalheim U. 23. 

In nomine sai\cte et individue Trinitatis. Amen. Gerthrudis Dei gratia abbatissa Herisiensis omni- 
bus presens scriptum inspicientibus salutem in omnium salvatore . . . Sciant itaque presentes et ad me- 
moriam perveniat futurorum, quod Johannes de Westhem cum consensu fratrum et heredum suorum 
Elrici, Burchardi, Suickeri et domine Mathie 5 ) bona quedam in Osnincthorp sita, que a nobis tenuit. 
ecclesie nostre pertinentia in manus nostras liberaliter resignavit et ab eis cessit. Dicto vero Johanne 
et fratribus suis cum domina Mathia voluntarie ac libere a predictorum bonorum hereditate cedentibub, 
eadem bona nos supplicationibus et petitionibus Siffridi abbatis et conventus in Breidelere, quia eis sunt 
commodiora et utiliora, pro bonis ipsorum que in villa Tuissene sunt sita cum omni eorundem proventu, 
consensu nostri capituli et ministerialium nostre ecclesie 6 ) accedente, cum omni integritate et appendiciis 
universis permutavimus . . . Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°. XXXII . Testes huius rei sunt noster con- 
ventus, Helmungus et Richardus nostri canonici; Albero dictus de Herse, Amelungus de Lippia et alii 
quamplures. 

Die beiden Siegel sind abgefallen 

214. 

* Durch Vermiltelung des Corveyschen Abts Hwmann belasst das Kloster Abdinghof den bisherigen Amtmann 

eines Guts, gegen Zahlung der liickstandigen Gefalle, bei dessen Vertvaltung, behalt sich jedoch den Riickfall 

vor, ivenn diese Letzteren kiinftig nicht regelmassig eingehen sollten. 1232 Januar 16. Hoxter. — Or. KL 

Abdinghoff U. 47. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Heremannus Dei gratia Corbegiensis abbas universis Christi 
fidelibus presentem paginam inspecturis salutem in Domino . . . Noverint igitur presentes et posteri, 



») Eingegangener Ort zwischen Westheim und Hesperinghausen. — 2 ) Durch Feuchtigkeit unleserlich gewordene Stelle. 
— *) NO. von Hofgeismar. Diese Edlen waren also Obervogte des Klosters Keuen-Heerse fiber dessen Giiter in Scher- 
fede. — *) „de Patberg" ist an der verdorbenen Stelle mit kleineren Buchstaben iiber die Linie geschrieben. Der 
Ministerial Godschalk von Padberg ist ubrigens sehr bekannt. Vgl. Seibertz U.-B. III. 619. — *) Vgl. die Note z\i 
Nro. 209. — 6 ) Spater wird der ministerialium ecclesie nostre conniventia noch einmal erwahnt, gleichsam als ob 
diese, ahnlich wie die spater zu Landstanden gewordenen Ministerialen der Hocbstifter in Betreff der Landeslehen, 
audi an den Gutern des Klosters ein Gesammtrecht gebabt hatten. 



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1232. 143 

quod cum coram nobis inter abbatem et convcntum Patherburnensem ex una parte et Bernbardum mili- 
tem de Dalwic ex altera controversia verteretur super villicatione in Sturebroke ! ), discretorum virorum 
tandem mediante consilio per arbitros, quos ex utraque parte elegerunt, talis inter eos facta est com- 
positio, quod videlicet dictus miles B. in manus nostras necnon et abbatis Patherburnensis aliorumque 
multorum fideliter promisit et sub obteutu predictonim bonorum, quod abbati Patberburnensi pro deten- 
tis redditibus sepedictorum bonorum III marcas restituat, XVIII solidos in media quadragesima et alios 
XVIII solidos in pascha, et debitum censum II videlicet marcas Patherburnensis monete in die beati 
Anclree et V uncias ovorum in pascba singulis annis sine omni contradictionis molestia persolvat; si 
vero sepedictus miles B. pretaxatum censum die predicto non persolverit, omne ius villicationis tarn ipse 
quam et heredes amittant et ad abbatem Patherburnensem et* suam ecclesiam devolvatur. Ad maiorem 
igitur premissorum confirmationem presentem paginam ab ipsis rogati sigillo nostro fecimus roborari. 
Affuerunt etiam cum hec fierent: Heinricus prepositus de Schildecen, Eschwinus nostre ecclesie preposi- 
tus, Reinherus noster portarius, Herebordus decanus Nove Ecclesie 2 ), Heinricus plebanus de Huxaria, 
Johannes plebanus de Natesungen, Johannes plebanus de Wilbodessen; Godescalcus Malignus Spiritus *), 
Bertoldus Solva clerici, Conradus de Amelungesen, Gerhardus Hadike, Hildebrandus de Veteri Monte 
milites et alii quamplures tarn clerici quam laici. Acta sunt hec Huxarie in ecclesia beati Kiliani a. gr. 
M<\CC°.XXXIlo, XVn. Kal. Februarii. 

Das ziemlich gut erhaltene Siegel weist die sitzende Figur de9 Abtes auf, mit der Mitra auf dem Haupte, die ge- 
scLlossene Bibel in der Linken, den Hi r tens tab in der Rechten und in reich verziertem Gewande. Die Umschrift 
lautet: HERMANNUS DEI GRACIA (CORBEIE)NSIS ECCLESIE ABBAS. 

215. 

* Propst Wilhelm von Marsberg verkauft einen seinem Stifle gehbrigen Garten bet Trarbach. 1232. — 
Or. Propstei Marsberg U. 3; Abschr. Msc. II. 101 S. 14. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Willehelmus Dei gratia sancti Petri in monte Eresberg 
prepositus. Sciat presens etas et cognoscat posteritas, quod Hermannus cum filiis suis ortum in Traner- 
bach 4 ) iacentem et beato Petro in monte Eresberg pertinentem , a nobis dominorum nostrorum 6 ) con- 
sensu hemendo sibi suisque successoribus comparavit, conditione tali, ut si heredes non habens, post 
mortem ipsius iterato cedat beato Petro. Testes huius rei sunt: Ludolphus tunc temporis in Liciaco 
prepositus, post ipsum Heinricus eiusdem loci prepositus 6 ), Hartlevus camerarius Corbeiensis, Heinricus 
et Hermannus dicti loci confratres; Gerlagus Corbeiensis ecclesie ministerialis, Martinus et Wernherus 
Strumpel. Ut autem hec firma et inconvulsa permaneant, sigilli ecclesie communiri fecimus impressione. 
Acta sunt hec anno verbi incarnati M°. CC°. XXXII , temporibus domini Hermanni Corbeiensis abbatis, 
regnante Frederico potentissimo Romanorum imperatore. 
Das Siegel ist abgefallen. 



l ) Stormbruch ini Fr. Waldeck. Vgl. die Abdinghofer Urk. von 1217 Nro. 71. — *) Nigenkerken bei Corvey. — ») Wie 
heisst diese Familie deutsch, vielleicht Duvel? und ist bei dem unerklarlichen Solva Clerici wohl an Papenheim 
zu denken? 4 ) Die Mitwirkung der Propete von Litzig macht es unzweifelhaft, dass hierunter Trarbach zu verate- 
hen ist, in welchem Kirchspiel Litzig liegt, vgl. die UU. von 1212 u. 1233 Nro. 51 u. 220. Es ist bemerkenswertb, 
dass auch die Corvey incorporirte Propstei Marsberg in der Nahe der, Ersterem von Ludwig d. D. im J. 870 ge- 
schenkten Guter an der Mosel, Besitzungen batte. — *) Des Abts und des Convents von Corvey. - fi j Dies ist wohl 
so zu verstehen , dass wahrend der Regierung Ludolfs der Kauf geschlossen und wahrend der Heinrichs die Urkunde 
ausgestellt worden ist. 



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144 «* »3. 



216. 



* Abt Hermann von Corvey genehmigt einen Gutertausch zwischen den Stiflern Groningen unci llsenburg. 

' 1232. — Abschr. Msc. II. 102 S. 114. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gracia Corbeiensis abbas omnibus huius 
pagine inspectoribus notum esse cupimus, quod nos propter petitionem capituli in Groningen, de consilio 
conventus et lninisterialium nostrorum, consensimus in concambio, quod factum est inter ecclesiam Ilsene- 
bergensem 1 ) et ecclesiam in Groningen super ecclesia in Walincgerothe 2 ) (sic!) et dote ipsiusecclesie vide- 
licet duobus mansis, ita quod ecclesia in GVoningen duos mansos cum suis fructibus vice memorate eccle- 
sie recipiat in villa Suanebike 8 ). Item consensimus in eo, quod ecclesia in Groningen contulit ecclesie 
Ilsenebergensi in prefata villa Walincgerothe octo areas et silvam et paschua, XX marcis ab ecclesia 
Ilsenebergensi refusis ecclesie in Groningen. Ut autem hoc concambium nulla oblivio deleat seu aliqua 
malignitatis ingenii posteritas infringat, presentem paginam tarn nostro, quam ecclesie Corbeiensis et 
Groningensis sigillis fecimus communiri. Testes huius rei sunt: Albertus prior, Eschewinus prepositus et 
totus Corbeiensis conventus, Engelhardus prepositus, Bertoldus prior et conventus Gronincgensis fsidj, nii- 
nisteriales vero nostri: Conradus de Amelungessen et Herboldus filius eius, Hermannus de Nienkerken, 
Giselbertus de Winnincgehusen, Godefridus de Godelem, Gerhardus Hadik, Bertrammus de Stamme, 
Conradus dapifer et alii plures. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°. XXXII , indictione . . . . 4 ), prela- 
tionis nostre decimo anno. 

217. 

* Der Paderborner Dompropst Volrad iibertragt aufs Neue gewisse Guter der Dompropstei. 1233 JuU 27. — 

Or. Fr. Paderborn U. 145. 

Volradus Dei gratia maior prepositus Paderburnensis universis, ad quos presens scriptum pervenerit. 
perpetuam in salutis auctore salutem. Quia ea que nostre amministrationis tempore circa prebendam 
fratrum rationabiliter ordinantur, etiam ad noticiam futurorum pervenire cupimus, presentis scripti tenore 
tarn presentium memorie inprimendum quam futurorum noticie transmittendum duximus, quod bona a 
Meinrico de Henkeldere 6 ) quondam comparata, que dominus Conradus plebanus 6 ) concanonicus noster 
de prepositura nomine obedientie tenuit, idem plebanus et concanonicus noster in manus nostras resigna- 
vit et nos consequenter eadem bona tarn de prefati plebani quam de tocius capituli voluntate et con- 
sensu* Henrico dicto de Saltkoten, uxori sue et proli ipsorum sub ea forma contulimus, quod annuatim 
de eisdem bonis oblationem debitam et consuetam in pane, caseis et cervisia, sicut earn iamdictus C. 
dedit ac dari instituit, in anniversario Bernhardi laici sine diminutione persolvant. Verum quia hiis die- 
bus malis nichil adeo firme statuitur, ad quod dolus et calumpnia non laborent dissolvendum, ne pre- 
scripta prefatorum bonorum collatio, in qua indempnitati ecclesie sufficienter provisum est, a quoquam 
in posterum possit aliquo modo infringi vel revocari, presens instrumentum tarn capituli, cuius consensus 
accessit, quam nostri sigilli inpressione prefato Henrico et uxori sue ac proli ipsorum. ad exhibendum 
in posterum pro se, si necesse fuerit, dedimus conmunitum. Acta sunt hec anno dominice incarnationis 
M°.CC°. XXXIII , indictione V, sexto Kalendas Augusti. Testes huius rei sunt: Amelungus decanus, Vol- 
quinus, Tetmarus scolasticus, Hermannus camerarius, Volbertus, Hugo, Ludolfus cellerarius, Vollandus 



>) llsenburg am Harze. — *) Wohl Woltingerode NO. von Goelar. — *) Schwanebeck SW. von Oschersleben. — 4 ) War 
nach Kindlinger und dem Repertor yon Groningen auch im Original e ausgelassen. — ft ) Henglarn siidlich von der 
Stadt Paderborn. — ^ An der St. Ulrich- oder Gokirche. 



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123S. 

cantor, Widekindus prepositns sancti Petri, Bruno, Henricus prepositus de Scildece, 
dus custos, Rabodo, Gerungus, Everhardus, magister Johannes, Ludolfus, Johanm 
Suederus, canonici maioris ecclesie Paderburnensis. 

Nur das Siegel des Dompropstes Volrad ist ziemlich vollatandig erhalten. 

218. 

Die Abtissin Mechtildis von Schildesche verkauft dem Grafen Ludwig von Ravensberg 
Burger von Bielefeld seit Griindung dieser Stadt 1 ) ausgenutzt* hatten. 1233 August. - 
3117 III. Nro. 8; gedr. Lamey dipl. G. der Gr. v. Ravensberg. C. D. Nri 

Mechtildis divina miseratione Schildescensis ecclesie humilis abbatissa omnibus ' 
tibus utriusque vite salutem. Cum oppidum Bilivelde a sui fundatione silvam palud 
et montem sancti Johannis 8 ), que ecclesie pertinebant Schildescensi, lignis et pascu 
quasi inevitabilibus frequenter usurparet ac lites et contentiones, que super huiusm< 
riis, ecclesie ipsi non modicas generarent molestias, ita ut molestiarum respectu ex 
aut nullus fructus ecclesie proveniret, meliora et utiliora ex concambio dicte silve et 
silvam ipsam et que in ipsa continentur comiti Lodewico de Ravensberc a tilia que 
dicitur secundum viam, que ab ipsa usque Jurewaldescamp 4 ) protenditur et sec 
usque ad Geltardeshagen 6 ) directe transitur, de communi consensu dominarum ec< 
cambium dedimus, XL marcis ab eodem refusis ad emendum predium quod silve et 
in concambium date respondeat in recambicione. Et ne cuiusquam calumpniis revo< 
per nos et dominarum ecclesie nostre unanimem assensum sollempniter noscitur esse 
cartam geste rei seriem continentem sigillo ecclesie nostre roboravimus. Acta si 
M°.CC°.XXXIII , mense Augu&ti 

219. 

Papst Gregor IX. nimmt sdmmtliche Besitzungen des Klosters Corvey, insbesondere die 
Kogelnberg 6 J so wie die Stadt Volkmarsen unter seinen Schutz. Anagnu 1233 Sept 

Kl. Corvey U. 88; gedr. Schaten ad ann. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis, abbati et conventui m 
ordinis sancti Benedicti, Paderburnensis dioecesis, salutem et apostolicam benedicti 
petitur quod iustum est et honestum, tarn vigor equitatis, quam ordo exigit rationis 
dinem officii nostri ad debitum perducatur effectum. Eapropter, dilecti in Domin 
precibus inclinati personas vestras et locum in quo divino vacatis obsequio cum omi 
presentiarum rationabiliter possidetis, aut in futurum prestante Domino iustis modis \ 
beati Petri et nostra protectione suscipimus. Specialiter autem de Mersberg et de 
et oppidum de Volcmerressen cum pertinentiis eorundem nee non possessiones, silvs 
vestra, sicut ea omnia iuste ac pacifice (possidetis), vobis et per vos monasterio ve$ 
stolica confllmamus et presentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo omnino 



l ) Um 1221. Vgl. meinen Excurs zum U.-B. m. 173. — ^ Eine Abschrift dieses Drucks finde 
Urkondenarchivs von Schildesche. — *) Johannisberg im Westen der Stadt Bielefeld. — 4 ) S 
Lamey, aber wobl corrumpirt. — 6 ) Gadderbaum im SW. von Bielefeld. — •) Bergschloss im C 
Provinz Hessen. 

W«tL Urk.-Buch. IV. 1| 



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146 1233. 

paginam nostre protectionis et confirmationis infringere vel ei ausu temerarro contraire. Si quis autem 
hoc attemptare presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum 
eius se noverit incursurum. Datum Anagnie II. Kalendas Octobres, pontificatus nostri anno septimo. 

220. 

* Johann, Graf von Sponheim x ) siihnt die von ihm und den Seinen gegen die Corveyschen Besitzungen zu 

Litzig an der Mosel veriibten Vergehen dadurch, doss er fur 10 Jahre auf eine ihm von dorther zustehende 

Abgabe von 18 Solidi verzichteL 1233 October 28. — Or. Fr. Corvey U.89; Abschr. Msc. 1.134 p. 121. 

Venerabili domino H(ermanno) Dei gratia abbati in Kurbeia J. comes de Spanheim tarn promptum quam 
debitum in omnibus obsequium. Licet propter maliciam dierum modernorum, pater venerande, vestra 
ecclesia satis frequenter et minis indebite lesa fuerit hactenus a nostra familia, scire tamen debet indu- 
bitanter caritas vestra, quod nos ipsam eandem ecclesiam vestram tanquam matrem et benefactricem 
nostram miro affectu diligimus et ipsi merito dignas gratiarum actiones referimus optime recognoscentes, 
quod ab ipsa sumus conpetenter ditati et sublimiter honestati. Cum igitur pro lesione memorata per 
litteras vestras preces nobis fuderitis, aliquam vobis fieri sicut dignum est satisfactionem, nos iuste peti- 
cioni vestre voluntarium prebentes assensum, talem inter nos et ecclesiam vestram fecimus compositionem, 
quod decern et octo solidi Colonienses, quos annuatim curia vestra in Leciche *) nobis iuste persolvere 
consuevit, per decern annos nobis non solvantur et hanc compositionem factam esse de collateralium 
nostrorum consilio et nuntiorum vestrorum assensu voluntario cognoscatis. Preterea vobis quantum possu- 
mus firmissime promittimus, quod de cetero dampna vobis aliqua nullatenus inferemus, sed ducatum et 
defensionem debitam vobis exhibebimus temporibus opportunis. Et quoniam universa negocia obfuscare 
solet oblivio, si non ilia firmentur stabili caractere litterarum, presentem paginam scribi fecimus et ean- 
dem precepimus sigilli nostri munimine roborari. Facta est autem hec conpositio anno dominice incar- 
nationis M°.CC°. XXXIII , in die sanctorum apostolorum Symonis et Jude, presentibus viris discretis et 
honestis: domino Johanne comite, Cuonrado Treverense predicatore verbi Dei 8 ), Friderico milite de Wal- 
holt, Isenbardo capellano de Starkenberch, Themone monacho, Heinrico converso et pluribus aKis. Hinc 
est quod ego Jo(hannes) comes de Spanheim benignitatem vestram omni diligentia quacunque possum 
suppliciter exoro, quatinus iniurias et dampna vobis a me et a meis hactenus illata divine mercedis 
et nostre servitutis 4 ) intuitu libera mente et corde voluntario remittatis et mihi et uxori mee tarn defuncte 
quam vive plenam fraternitatem et omnium bonorum, que fiunt apud vos, perfectam communionem con- 
feratis et de hoc litteras vestras patentes sigillo vestro roboratas michi transmittere nullatenus obmit- 
tatis. Valete. 

Das Siegel ist abgefallen. 



») Bei Kreuznach. — *) Litzig an der Mosel. Vgl. oben die Urkunden von 1212 u. 1232 Nro. 51 n. 215. Nicht weft von 
Litzig liegen die Sponheim'schen Besitzungen Senheim und Messenich. — *) Der Provinzialprior des Predigerordens in 
Deutschland, vgl. Bohmer R. J. 1198— -1254 p. 340 Nro. 76, nicht etwa der in diesem Jahre am 80. Juli ermordete 
Ketzerrichter Conrad von Marburg. — 4 ) Die Knechtschaft der Sunde. 



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t«S. 147 

221. 

Die Grafen Conrad, Otto, Hermann und Ludwig von Ever stein genehmigen, wie ihr verstorbener Vat er Albert, 
die Schenkungen ihres Oheims Conrad an das Kloster Willebadessen beim Eintritte seiner Tochter Clemeniia 
in dasselbe und empfangen von diesem fur eine ahnliche Uberlassung der Freiheit eines schbjfenbaren Mannes 
ikrer Freigrafschaft sieben Hark. 1233. — Regesl Msc. 1. 242 K S. 62; gedruckt nach einer etwas abwei- 
chenden Ausferligung in einem Willebadessener Copiar bei v. Spilcker Gr. v. Everstein U.-B. S. 61. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Ea que geruntur in tempore, ne labantur cum tem- 
pore, poni solent in lingua testium et scripti memori^ perhennari. Hinc est quod nos fratres l ) de 
Everstene comites pia opera patris nostri Alberti et patrui nostri Conradi, que circa ecclesiam Wilbo- 
dessen ab eis gesta sunt, collaudantes et per omnia rata habere volentes, tarn futuris quam presentibus 
Chri8ti fidelibus presentis scripti attestatione innotescere cupimus, quod predictus patruus noster dominus 
Conradus, cum filiam suam neptem nostram Clementiam nomine in supradictam ecclesiam Wilbodessen 
sub regulari districtione Domino servituram offerret, intuitu superne retributionis et amore filie libera 
bona in Guntersen et Albachtessen 2 ) quorundam hominum libere conditionis, Geroldi videlicet Conradi 
et Brunonis fratrum, Hartmodi Helmici et Alberti fratrum et Havnrici, de consensu fratris sui domini 
Alberti comitis patris nostri nee non legitimorum heredum suorum, sepedicte ecclesie sine omni condi- 
tione perpetuo tradidit possidenda et hoc predictorum hominum per omnia consensu accedente, quod 
etiam postea regali banno stabilitum est a Hermanno Berculen iudiciali sede vice comitis presidente pre- 
sentibus Theoderico Saladio, Godefrido de Pickelsen, Gerbodone gogravio et aliis quampluribus. Cum 
igitur eadem ecclesia suis bonis per multorum annorum circulum sine omni impedimenti molestia potita 
fuisset, patre nostro iam per mortis conditionem de medio facto, mansum unum in Overthe 8 ), quern Her- 
mannus homo libere conditionis, quod in vulgari scepenbere vocatur, et frater suus Hetenricus et sui he- 
redes iure libertatis de manu nostra tenuerunt, sex marcis comparavit predicte ecclesie. Sed quia, wa- 
randiam plenariam ut haberent istius mansus, dominus Henricus tunc prepositus nobis efficaciter instabat, 
nos pro remedio peccaminum nostrorum et parentum ipsum mansum in Overthe cum consensu fratrum 
nostrorum cum bonis in Guntersen et Albachtessen eidem ecclesie tradimus perpetuo possidendum. Et 
ut hoc factum nostrum memorie presentium et futurorum arctius imprimeretur, VII marcas a sepedicta 
recepimus ecclesia, cum libertatem dictorum hominum ei dimisimus 4 ). Ne igitur hoc factum ab aliquo 
successorum nostrorum possit infringi, presens scriptum sigillo nostro signavimus. Testes huius facti nostri 
sunt hii: Henricus dapifer, Hermannus de Weten, Hildebrandus et Fridericus de Aldenberg, Gerinbertus 
de Hersete. Acta sunt hec a nobis anno dominice incarnationis M°.CC°. tricesimo tercio. 

222. 

* Die Abtissin Julia von Bbddeken bekundet, dass die Briider von Altenboddeken behufs ihres Seelenheils dem 
Kloster Bardehausen das Obereigenthum gewisser, ihren Vasallen abgekaufter Giiter abgetrelen haben. 

1233. — Or. KL Bardehausen U. 31. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ego Jutta Dei gratia Budicensis ecclesie abbatissa omni- 
bus hoc scriptum inspicientibus perpetuam in Domino salutem . . Notum sit igitur omnibus Christi fide- 



') In der Msc. I. 242 regestirten Ausfertigung, die v. Spilcker S. 63 aus einer Abschrift kannte, lautet der Eingang: 
Nos fratres de Everstene Conradus et Otto, Hermannus et Lothewicus pia opera etc. — a ) Nach Giefers zwei einge- 

gangene Orte, der erstere zwischen Peckelsheim , Willebadessen und Gehrden, der zweite S. von Peckelsheim. 

*) Nach Giefers zu Nro. 65 ein eingegangener Ort W. von Peckelsheim. — 4 ) Welches Recht hatten die Grafen urn 
die Freiheit jener schoffenbaren Leute an das Kloster abzutreten? Schon zum U.-B. III. 1792 wies ich darauf hin 
wie die Freigrafen herrschaftliche Rechte tiber die Freien ihres Gerichtsbezirkes in Anspruch nahmen. Hier heisst 
es sogar, die Freien hatten ihre Guter iure libertatis vom Freigrafen zu Lehen. 

19* 



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148 il". 

libus tarn posteris quam presentibus, quod Gozvinus miles de Grafhim coram nobis, omnibus ecclesie 

nostre ministerialibus presentibus, dimidietatem bonorum in Rozinchusen *) ipsum attingentem cum here- 

dibus suis resignavit, militibus Heinrico et Gerhardo fratribus de Aldenbudiken proprietatem eorundem 

bonorum integram coram nobis recognoscens. Procedente autem tempore prenominati fratres H. et G. 

de Aldenbudiken cum omnibus heredibus suis in remissionem omnium peccatorum suorum in presentia 

nostra et omnium ecclesie nostre ministerialium beate virgini Marie de Hersvedhehusen iam dicta bona 

*"er contulerunt. Ut autem hec rata et inconvulsa permaneant, presentem paginam inpressione 

jlesie nostre et nostro sigillo fecimus roborari. Acta sunt hec a. i. d. millesimo CC°. XXXIII . 

dus rei sunt: sacerdotes Albodo plebanus, Thidericus, Conradus, Heinricus, Heidhenricus; laici 

, Lutfridus, Bruno, Conradus de Etlen,'Rotgherus de Bur en, Conradus et alii quamplures. 

223. 

i Convent des Klosters Corvey iiberlassen mit Genehmigung eines landslandischen Ausschusses an das 
ardehausen auf Wiederkauf die bisher van demselben pachtweise innegehabten Giiter in Scherfede, so 
die dem Convent allein dort zustehenden Komgefdlle. 1233. — Or. KL Bardehausen (J. 32. 

aannus Dei gratia Corbeiensis abbas totumque ibidem collegium universis presentem paginam 
is salutem in salutis auctore. Ne rerum gestarum actio a fidelium transeat memoria et. Veritas 
t, cautum est anti quorum sollertia, scrip to ipsam ac testibus confirmari. Norint quapropter 
ualiter ex consuetudine et traditione seniorum constituimus personas X, monachos V: Albertum 

Escwinum prepositum, Reinherum portarium, Hartlevum camerarium, Thimmonem, ministeria- 
>nradum de Amelungessen, Herboldum filiumeius, Ravenonem, Gerhardum Hadiken, Godefridum 
hem, qui iurati 2 ) ecclesie nostre negotia disponerent, ceteri ratam eorum haberent ordinationem. 
ritur nostro tempore nostram ecclesiam multis ac gravibus dispendiis dilapidari, ita ut necessi- 
1 et utilitate urgente compulsi simus bona nostra in Scerve sita, de quibus annuatim pensionem 
lesia Hersvethehusensis solvit, ipsis fratribus venditione distrahere sub hac forma. Recepimus 
C et XX marcas, ex quibus abbas LXX marcas, Escwinus prepositus L marcas recepit. Servi- 
3 diurnale 8 ) prius comparaverant XXXV marcis et uterque contractus simili forma celebratus 
rumenta etiam super ipso servicio data iam pridem, presenti littera revocantur eo, quod ad 
ibi descriptam postmodum XI marce accesserint. De servicio autem gwarrandiam sicut de nostra 

prestabimus eo, quod abbas propter defectus nostros ipsum nobis contulerit venditione distra- 
eterea Stephanus de Horhusen et Burchardus de Wigbilethe, si in nostram fuerint gratiam re- 
marcas restituent cenobio pro dampnis eidem loco illatis, alioquin nos restituemus. Sciendum 
tod post hec, si fortuna favente nostra ecclesia summam supra scrip tarn habere potuerit, beni- 
•e nobis cedet ecclesia Hersvethehusensis, ita ut non redimamus, sed potius reemamus simili 
idelicet predium C et XX marcis, servicium XL et VI marcis. Quia vero divisim utraque pars 
wnquisita est, divisim ea reemere nobis conceditur. Servicium vero post reemtionem illaeccle- 



duroh Reagentien nicht wieder ganz lesbar gewordene Notia fugt der Ruckschrift de bonis in Rozinchusen die 
te prope Borgardinch hinzu. Der Strich dnrch h kann als heim oder husen gelesen werden, macht die Sache 

nicht klarer. Sowohl Rozinchusen als auch Borgardinch sind nicht mehr zu constatiren. Vielleicht ist in Be- 

ftuf das Erstere an das auf der Reimann'schen Karte W. von Obertudorf verzeichnete Rockl(and) oder an die N. 

Obertudorf von der Kreiskarte angegebene Rosenbreite zu denken. Grafhim mochte wohl Graffeln & von Obertudorf 

Diese Orte liegen sammtlich im Kreise Buren N. von Boddeken und Altenboddeken. — 7 ) Ein aus den Mon* 

sowohl als auch aus den Ministerialen des Klosters gewahlter landstandischer Rath, vgl. Nro. 224, der eidlich 
flichtet war , das Beste des Stifts wahrzunehmen. Ygl. die Herforder Urk. von 1208. — *) Die fur den taglichen 
irhalt der Monche bestimmten Kornrenten. 



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«*". 149 

sia triennio sine pensione possidebit eo, quod ante ad VI annos comparasset et non possedisset nisi 
tribus annis. Huius rei testes sunt X supra scrip ti viri reliquusque conventus noster, Herbordus decanus 
Nove Ecclesie, Henricus plebanus, Henricus Pecunia canonici; milites: Alradus cum pede, Andreas de 
Durslon, Conradus dapifer. Acta sunt hec a. gr. M°.CC°. XXXIII . 
Die beiden Siegel Bind abgefallen. 

224 

* Abt Hermann von Corvey trifft Bestimmungen dariiber, tvie die 70 Mark, die er fiir seinen Antheil an dem 
auf Wiederkauf (dem Kloster Hardehausen) l ) iiberlassenen Amte Scherfede erhalten, aus den Einkiinften 

des Amies Volkmarsen sollen abbezahlt werden. 1233. — Or. Fr. Corvey U. 87. 

Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas omnibus huius pagine inspectoribus salutem. Notum esse 
cupimus, quod cum pro necessitate nostra et ecclesie nostre propositus et conventus Corbeiensis obligas- 
sent redditus officii sui in Scerven pro centum et viginti marcis, quarum ad nostros usus septuaginta 
et ad usus prepositi et conventus quadraginta 2 ) devenerunt, tandem convenimus in eo quod inrestaurum 
eorundem reddituum de officio Wolcmersen 8 ) recipiant redditus equivalentes hoc anno , et quicquid super- 
excreverit, cedet tarn nobis quam conventui ad prefati officii solutionem. Si vero sequenti in pascha 
septuaginta marcas non solverimus, tunc prepositus et conventus de officio Wolcmersen percipient tarn 
redditus de Scerven, quam redditus officii eiusdem et quicquid superexcreverit ad solutionem Scerven 
nobis cedet incommuni; et ita fiet deinceps donee Scerve redimatur. Adicimus preterea de manso, quern 
habet in pignore Thidericus Snavethel, quod post suam solutionem ad curiam Wolcmersen revertetur et 
ad fratrum prebende solutionem. Testes huius rei sunt: consiliarii ecclesie videlicet Albertus prior, Es- 
quinu8 prepositus, Hartlevus camerarius, Themo iunior. Laici: Conradus de Amelungessen et Herboldus 
filius eius, Rabanus de Pappenheim, Gerhardus Hadik, Godefridus de Godelhem et alii, scilicet: Here- 
boldus Nove Ecclesie decanus, Alradus cum pede, Hermannus Speigel, Andreas de Thurslon et alii plu- 
res. Acta sunt hec anno Domini M°.CC .XXXHI°. 
Daa Siegel ist abgefallen, 

225. 

* Gerhard, Abt von Hardehausen, geht mit Gertrud, Abtissin von Her ford, eine Gebetsverbriiderung ihrer 

beiderseitigen Kloster ein. 1233. — Or. Gefurst. Abtei Herford V. 39. 

Venerabili domine G. abbatisse et dilectis preposite decane totique collegio Hervordensis ecclesie, 
Ger. Dei gracia abbas in Hersvethehusen eiusque totale collegium pacem in eo qui est pax nostra. Quo- 
niam, ut fideli relatione confratris nostri T. intelleximus, devote ac sollicite a nobis exegistis; uti spiri- 
talis negocii et fraterne karitatis inter vos et nos federa perpetim necterentur es(semus)que unum par 
in Domino Jesu in omni exhibitione pietatis, oportunum iudicavimus vestri spiritali desiderio occurrere 
animo volenti et hilari. Igitur iuxta vestre peticionis pu(rum) affectum recepimus vos in consortium pie- 
narie fraternitatis et in coniunctionem omnium bonorum, quibus Domino deservimus, ut participes sitis 
nobiscum in vita et in morte, paratique semper existemus et vivis vobis pietatis inpendia largiri ac 
defuiictis sicut uni ex nostris plenarie exhibere. Mutuam autem vicem nobis in Christo rependi postula- 
mus. Datum anno gracie M°.CC .XXXHI°. Canonicos vestros nequaquam a tali munere sequestramus. 
Das jetzt abgefallene Siegel hing an leinenen F&den and wollenen Schnuren. 



") Ygl. die vorhergehende Urkunde. — *) VerBchrieben statt quinquaginta, wie auch Nro. 228 hat. — *) Volkmarsen. 



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150 «>»*• 



226. 



* Bischof Conrad 1. von Osnabriick tauscht mit der Abtissin Ida von Bet 9 ford Ministerialen aus. 0. J. 

1233—1238 V- — Or. Gefurst. Abtei Herford U. 77. 

Venerabili in Christo domne abbatisse J. in Hervordia. C. miseratione divina Osnaburgensis epi- 
8Copus cum orationibu8 devotis promtam ad obsequia voluntatem. Presentibus litteris profitemur, quod 
nos de communi consilio et voluntate capituli nostri et ministerialium nostrorum Gyslam filiam Wisceli 
de Stadhen militis vobis et ecclesie vestre ministerialem ecclesie nostre damus in concambium ipso iure 
ut Clementia ministerialis ecclesie nostre filia Gerhardi de Eckeren pertinere dinoscitur in litteris vestris 
patentibus. 

Vom Siegel Conrad's I. iat die grossere Halfte noch erhalten. 

22T. 

* Abt Hermann von Corvey bekundet, dass der Ministerial seiner Kirche Raban (von Pappenheim 2 JJ zu Gun* 

sten des Klosters, Bardehausen auf Giiter in Bembsen *j und Scherfede verzichtet und demselben den Zehnten 

in Pappenheim verpfandet habe. 1234 Marz 8. Warburg. — Or. KL Bardehausen U. 33. 

Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbas omnibus hoc scriptum inspecturis notum essecupimus, quod 
domnus Rabanus ministerialis ecclesie nostre questioni, quam habuit contra abbatem et conventum de 
Hersvethehusen ratione mansi unius in Hemmedessen et annue pensionis eiusdem, necnon et omni contro- 



') Diese Urkunde hatte von Hatzfeld in die Regierungszeit des Osnabriicker Bischofs Conrad II. von Rietberg 1270—12% 
gesetzt und die Initiale J. beim Namen der Abtissin auf Irmgard bezogen, wonach also das Document zwischen die 
Jahre 1290—1296 fallen musste. Beim ersten Anblick schon widerspricht dieser Annahme der Cliarakter der Schrift, 
welche der ersten Halfte , nicht dem Ende des 12. Jahrbunderts angehort. Und in der That hat auch in jener Pe- 
riode ein Conrad I., angeblich aus dem Hause Veltberg, das Bisthum Osnabriick zwischen den Jahren 1227 — 1233 
verwaltet. Dies Document ihm zuzuschreiben , scheint jedoch zunachst aus dem Grunde nicht anzugehen, weil unter 
seiner Regierung eine Herforder Abtissin, deren Namen mit J beginnt, nicht gelebt, den bisherigen Annahmen 
nach vielmehr wahrend seines ganzen Pontificats die Abtissin Gertrud von Lippe, Tochter des beruhmten Bernhard, 
des Bischofs von Selburg, der Abtei Herford vorgestanden hat und nach dem J. 1244 gestorben ist; vgl. Mooyer in 
der Zeitschr. VI. 105 und Onomast. 139. Prufen wir aber die Grunde dieser Annahme, so bezeugen sie unsere Herforder 
Urkunden unmittelbar nicht, da sie mit ausdrucklicher Angabe des Namens die Abtissin Gertrud zum letzten Male 
(Nro. 225) im J. 1233 und Ida zum ersten Male, wenigstens mit der Initiale ihres Namens, z. J. 1254 erwahnen. Im 
Ubrigen ist fur das Jahr 1244, ale das letzte Lebensjahr Gertruds , offenbar die bei Gruber Orig. Livon. p. 218 abge- 
druckte Urkunde von ihrem Bruder, dem Erzb. Gerhard von Bremen, vom 23. Juni 1244 massgebend gewesen, vgl. 
Preuss und Falkmann Nro. 232 , worin er seine und seiner Familie Memorie im Kloster Lilienthal gnindet und unter 
deren Mitgliedern eben diese Abtissin Gertrud von Herford aufzahlt. Aber die Erwahnung derselben dort beweiat keines- 
wegs, dass sie im Jahre 1244 noch am Leben gewesen sei, da auch von den ubrigen aufgeftihrten Personen der Bi- 
schof Otto von Utrecht schon im Jahre 1227 getodtet ist, und die Abtissin Kunegunde von Freckenhorst vor dem 
Jahre 1241 gestorben sein muss, indem ihre Nachfolgerin Heilewigis urkundlich in jenem Jahre erwahnt wird. Westf. 
U.-B. HI. 391. 

Jeder Zweifel wird aber durch die wohlconservirten Bmchstiicke des Siegels entfernt, indem dieses wirklicb 
identisch ist mit dem an der Marienfelder Urkunde 83 von 1235, gedr. Westf. U.-B. III. 328, befindlichen und sehr 
gut erhaltenen Siegel Conrads I. Hiernach muss also schon zwischen 1233, wo Gertrud von Lippe zuletzt erscheint, 
und 1238, wo B. Conrad I. von Osnabriick stirbt, die Abtissin Ida die Regierung des Stifts angetreten haben. Sie 
war, wie wir zur Urkunde vom 17. Januar 1246 (1247) sehen werden, eine Verwandte des Colnischen Erzbischofs 
Conrad von Hochstaden. 

*) SO. von Warburg in der Provinz Hessen. — - •) 0. von Brakel. 



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1234. 151 

versie erga eosdem renunciavit ex integro. Pretefea uxor ipsins domna CSnegnndis ') resignavit in ma- 
nus nostras, quicquid iuris habebat in duobus mansis in Scerve, quorum proprietatem sub nostro eccle- 
sieque nostre Bigillis monasterio Hersvethehusensi tradidimus; mansum vero supradictum in Hemmedessen 
non susceperat. Filius vero domni Rabani Ludolfus l ) necdum natus fuerat tempore, quo contractus de 
duobus mansis celebratus est; unde et ipsius assensus requisites non est. Verum quia monasterium Hers- 
vethehusense ante confirmationem supradictorum trium mansorum 2 ) perplexum erat, ita ut sine gravi 
dampno manus domni Rabani nequiret evadere, urgente necessitate accredidit eidem domno Rabano XXX 
marcas et XVIII solidos, ipseque impignoravit monasterio decimam suam in Papenheim, ita ut domnus 
Rabanus decimam per suos colligi faciat, et de suo granario in Wartberg monasterio L moldra annuatim 
exhibeat, XX siliginis, XX ordei, X avene. Estimabitur autem annona hec secundum cur sum fori 8 ) sab- 
bati precedentis festum Martini. Ceterum si quod impedimentum monasterium in predicta annona quo- 
cunque casu emergente pertulerit, ut summa L moldrorum minus 4 ) eidem proveniat, conveniet fideius- 
sores domni Rabani, qui manu data voverunt, sive de bonis domni Rabani seu de proprio omne dampnum 
se monasterio ad integrum restauraturos. Fideiussores sunt hii: domnus Bernhardus de Osethe, domnus 
Hermannus marscalcus 5 ), domnus Hermannus Speculum, domnus Antonius de Alnhusen, domnus Tideri- 
cus de Wormelon, domnus Henricus de Thinkelburg, domnus Udo de Wethen, d. Stephanus, d. Gode- 
scalcus de Wellethe, Conradus de Wellethe. Horum fidem receperunt d. Bernhardus de Osethe, d. Her- 
mannus Bercule, d. Hermannus marscalcus. Acta sunt hec Wartberg a. gr. M°.CC°.XXXIIII , VIIL 
Idus Martii. 

Nut die Siegelschnure sind noch erhalten. 

228. 

* Bischof Bemhard IV. Ubertragl dem Ministerialen seines Hochstxfts Dethard von Wdda die ihm von (lessen 
Briidern resignirte zweite Hcilfte seines Lehngutes. 1234 Mai 3. — Or. KL Bardehausen U. 34. 

Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis episcopus. Omnibus hoc scriptum inspecturis perpe- 
tuam in Domino salutem ... Ad noticiam ergo perveniat presentium et futurorum, quod Hermannus 
sacerdos, Ernestus miles, Johannes, Cuonradus et Teodericus fratres de Wellethe medietatem aree in 
Wellethe 8 ), cuius altera medietas Thethardum militem de Wellethe contingebat, eidem Thethardo pro 
duabus marcis vendiderunt. Predicti vero fratres ad nostram presentiam venientes, quia medietatem 
dicte aree de manu nostra iure ministeriali tenebant, eandem medietatem in manus nostras concorditer 
resignabant. Nos vero sepe dicto Thethardo de prefatorum fratrum consensu et voluntate ad ius mini- 
steriale contulimus eandem. In huius rei testimonium hoc scriptum sigillo nostro signatum contulimus 
eidem. Huius rei testes sunt: Bernhardus nobilis de Osethe, Hermannus marscalcus, Gerhardus villicus, 
Araoldus de Sunrike, Heinricus de Thinkelburic, Folpertus de Eisnen, Udo de Weten, Mathias, Gode- 
scalcus de Wellethe, Adolfus milites et alii quamplures. Acta sunt hec a. D. M°.CC°.XXXIin o . in in- 
ventione sancte crucis, pontificates nostri anno sexto. 

Ein Siegel ist nie an der Urkunde vorhanden gewesen 7 ). 



Beide Namen sind von anderer Hand, aber in nicht viel spaterer Zeit in dem dafur leer gelasaenen Raum nachgetra- 
gen worden. — a ) Hat Hardehaosen diese drei Guter uberhaupt nicht erhalten , so ist der Zusammenhang nicht klar, 
in welchem ihre Abtretung mit der Zehntenverpfandung steht. — *) Marktpreis. Also war schon damals der Martini- 
Marktpreis in Geltung. — 4 ) Weniger als die Summe von 50 Malter. — ft ) Marschall von Westfalen, dem von Amts- 
wegen die Wahrnehmung der herzogliohen Rechte des Erzbischofs von Coin in Westfalen oblag, der als solcher also 
eine Jurisdiction uber das Bisthum Paderborn hatte. In dieser Eigenschaft erscheint Hermann ausser in der Mars- 
berger Urkunde von 1230 Nro. 180 auch noch in der folgenden Urkunde des Paderbomer Bischofs Bemhard IV. 
vom 3. Mai 1234. — •) Welda SW. von Warburg. Vgl. die Hardehausener Urkunde vom J. 1239 Nro. 288. — *) sDas 



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152 !»«• 



229. 



* Erzbischof Siegfried HI. von Mainz nimmt das zu Fritzlar 'belegene Hans x ) des Klosters Bardehausen in 
seinen Schutz und beftehlt den Dignitarien des dorligen Stifts, es nbthigenfalts unter Anwendung geisllicher 

Strafen zu schirmen. 1234 *J September 11. Mainz. — Or. KL Hardchausen U. 35. 

S. Dei gratia Moguntine sedis archiepiscopus dilectis in Christo preposito, decano et cantori Frits- 
lariensi salutem in Domino. Ex parte dilectorum abbatis et conventus de Hersvedehusen nobis e6t ob- 
lata peticio, uti favorem nostrum propensius ipsis accomodare dignaremur, domum ipsorum in Fritslaria 
sitam necnon possessiones et res eorum alibi constitutas sub nostra recipiendo protectione. Quocirca 
discretionir vestre precipiendo mandamus, quatinus vices nostras circa prefata suscipientes bona eisdem 
modis omnibus assistatis, malefactores ipsorum iuxta Moguntini concilii statuta 8 ) censura ecclesiastica 
percellendo, loca quoque, quo ipsorum res fuerint deduct® interdicti sententie subiciendo, monitione 
tamen octo dierum premissa. Datum Moguntie III. Idus Septembris, pontificatus nostri anno HIT. 
Nur die Siegelriemen Bind noch vorhanden. 

230. 

* Der Paderborner Dompropst Volrad bestatigt einen Vergleich zwischen der Abtei Abdinghof und den Pfar- 
rem der Stadt Paderborn iiber die Begrdbnisse sowohl der Abdinghof schen Ministerialen , Zinspflichtigen 

und Hbrigen als audi anderer Einwohner der Stadt Paderborn in der Klosterkirche. 1234. — 

Or. KL Abdinghof U. 48. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Volradus, Dei gratia maior prepositus Paderbur- 
nensis etc. Unde sciant presentee et posted, quod inter ecclesiam sanctorum apostolorum Petri et Pauli 
et plebanos Paderburnensis civitatis taliter ordinatum est, ut ministeriales, censuales et litones eiusdem 
ecclesie, cum ex hac vita migraverint, dicta missa in parochiali ecclesia, in qua usque ad interitum resi- 
dentiam habuerunt, postea ad ecclesiam sanctorum apostolorum Petri et Pauli sepeliendi deportentur, 
ibidem in conmemoratione tricesimo anniversario 4 ) peragendi. Sed si preter hec ipse mortuus in vita, 
vel parentes eius post mortem tricesimum 6 ) aut anniversarium vel eciam alia in parrochiali ecclesia de- 
creverint peragenda, dominus abbas et conventus non habent contradicere. Quicumque eciam fidelium, 
nullo iure ad predictam ecclesiam pertinentes, apud earn sepulturam elegerint, peractis exequiis cum 
vigiliis et missa in parrochiali ecclesia ad ecclesiam sanctorum apostolorum Petri et Pauli deportentur, 
ita quod tricesimus et anniversarius in parrochiali ecclesia, unde transportati sunt, peragatur. Sed si in 
ecclesia sanctorum apostolorum Petri et Pauli fideles Christi eciam conmemorationem suorum in tricesimo 
et anniversario vel in aliis facere volunt, non sunt avertendi. PoBSunt eciam alias sepeliendi in civitate 
defuncti ad sepedictam ecclesiam deferri, ut eis ibi missa celebretur, sicut antiqua fidelium habuit con- 
suetudo. Insuper domus pistoris 6 ) fratrum eiusdem ecclesie, sive sit propria vel conducta, in quacuni- 
cumque parrochia fuerit, cum tota familia cedet eidem ecclesie, sicut relique officine. Ut hec igitur 
ordinatio rata et firma inposterum valeat permanere, presentem paginam conscribi, et sigilli nostri appen- 
sione fecimus conmuniri. Acta sunt hec a. d. i. M .CC°.XXXIIII . Testes huius rei sunt; canonici ma- 



dies mit dem betreffenden Pergamentstreifen spater abgeschnitten worden ware, ist nach der Form des Pergaments 
nicht vorauszusetzen. — l ) Ygl. die Hardehausener Urkunde vom J. 1207 Nro. 28. — *) Nach dem Pontifieatsjahro 
Siegfrieds III. — 3 ) Vom 10. December 1225. Vgl. Brinckmeier histor. Chronologie S. 847. — 4 ) So die Urkunde. Die 
Folge ergiebt , dass tricesimo et anniversario zu lesen ist. — *) D. h. wohl diem. Also 80 Tage nach dem Begrabniss 
soil eine neue Seelenmesse gelesen werden, wie jetzt noch in Munster dies gewohnlich sechs Wochen nachher ge- 
schieht. — 6 ) Das Backerhaus. 



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1234. 153 

ioris ecclesie Volquinus de Sualenberc, Hermannus camerarius, Volbertus de Elsen, Ludolfus cellerarius, 
Johannes de Scildese, Widekindus sanctorum apostolorum Petri et Andree prepositus, Johannes eiusdem 
ecclesie scolasticus, Albertus abbas Paderburnensis , Henricus custos, Jordanis; laici vero Eilbertus, Al- 
bertus de Balhornen, Johannes Julsten et alii quamplures. 
Vom Siegel des Props tes ist nur ein Bracks tuck erhalten. 



231. 

* Vor Abt Albert von Abdinghof verzichten die Edlen von Biiren gegen Zahlung von 20 Mark zu Gunsten 
des Klosters Gokirchen auf ihre Anspriiehe an Vesperthe x ) und andere Giiter, was der Edle Bertold von 
von Biiren der Altere, als Freigraf, unter Konigsbann bestatigt. 1234. — Abschriften: Urk. des Stifls 
Gokirchen Nr. 4 und Msc. VII. 4210 5. 9; desgl. VII. 5102 IV. S. 51. u. 53. 

Albertus miseratione Dei abbas sancti Pauli in Paderburne et Volquinus dictus de Swalenberch 
canonicus cathedralis ecclesie in Paderburne omnibus fidelibus, ad quos cedula ista pervenerit, in salutis 
auctore salutem. Cum inter novellam plantationem virginum Cisterciensis ordinis in Paderburne et inter 
nobilem virum Bertoldum de Buren super quadam parte cuiusdam predii in villa Vesperthe, que a ) Wy- 
dikindi nobilis viri fuisse dignoscitur *), dissensio longa fuisset, prestante Domino Deo et nostro coope- 
rante consilio, ita tandem fuit amputata, quod propositus illius collegii ad consilium et exhortacionem 
nostram dedit prefato nobili viginti marcas gravis et probate monete et quod ipse in propria persona et 
coheres suus Bertoldus iunior, filius patrui sui Bertoldi premortui, constituti in figura iudicii coram du- 
centis 8 ) viris et amplius renunciaverunt omni impedimento, quod fecerant et facere intendebant predictis 
dominabu8. Et quicquid iuris se habere dicebant in curia Vesperthe et in octo mansis curie pertinenti- 
Ims et in uno manso trans rivulum et in duabus domibus et quatuor mansis domibus illis pertinentibus 
et in villa Thetbaldinchusen 4 ) trans silvam et quidquid iuris se habere dicebant in agris et aquis, silvis, 
pratis et pascuis et in uno viro et in una muliere dederunt dominabus iure perpetuo, et per Bernhardum 
militem ministerialem suum prefatum prepositum vice dominarum miserunt in corporalem possessionem 
videntibus et sequentibus multis. Et quia bona ilia sita sunt in comitatu et iurisdictione ipsorum , obten- 
tum fuit per sententiam, quod Bertoldus senior, qui eo die presedit iudicio, donationem rite et tarn 
solemniter celebratam auctoritate rogia roboravit, et de omnibus, que in contractibus exiguntur, nichil 
pretermisit. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC .XXXIHI° iuxta villam Vesperthe in ascensu montis m " Q ^- 
iacet Huius rei testes sunt clerici: dominus Albertus abbas sancti Pauli, dominus Volquinus < 
de Swalenberch, Conradus canonicus et prepositus eiusdem loci, Godefridus deHaldinchusen, H 
de Vesperthe, Heinricus de Nygenkercken; laici: Bernhardus de Holthusen, Ricolfus, Everhardus 
Andreas de Vesperthe, Reinherus, Ludolfus Gast, Bruno frater eius de Sinnenstorp, Hermannu 
Ludolfus, Helmicus, Wernherus, Regenhardus, Heinricus, Heinricus abbas de Berichem et a] 
plures & ). 



'J Vgl. die Note zur Urkunde v. 31. October 1217 Nr. 70. — *) „et" das erste Copiar. — *) Der zahlreiche Ui 
weiter unten erwahnten Freigerichts. — 4 ) Nach den Forschungen von H. Kampschulte, Zeitschr. XXIII. 
dieser Ort, etwa seit dem Jahre 1581, Bleiwttsche, im S. von Wiinnenberg. — b ) Dies bestatigen Bertho 
de Buren, vir nobilis et coheres mens Bertoldus iunior, filius Bertoldi patrui mei in einer ganz gleic 
Urkunde von 1234, die nur durch einige vollstandigere Angaben („in predio Vesperthe quod fuerat domini 
nobilis viri cognati nostri et domine Gisle uxoris sue " und „in uno viro Herbordo et in una muliere Gert 
ipsius cum pueris suis") bemerkenswerth ist. Abschr. Msc. VII. 4210 S. 7 u. 5102 IV. S. 43; gedr. in der ( 
ration des Frey- und Edlen Herrn Moritzen zu Buren. 1657. Anlage S. 16. 

WertL Urk.-Buch. IV. 20 



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154 13>*< 



232. 



* Die edlen Gebriider von Gudensberg l J verzichten gegen Begriindung der Memorie ihrer Eltem in der Kirche 
von Gokirchen auf ihre Anspriiche an das Gut Vesperthe. 0. /. (1234). — Abschr. Msc. VII. 4210 S. 12. 

Omnibus Christi fidelibus, quibus presens scrip turn fuerit exhibitum, Th. et S. nobiles de Goden- 
berg 2 ) salutem in Domino. Notum esse volumus universis hec scripta inspecturis, quod nos omni iuri 
et actioni, quod et quam in bonis Vesperthe et suis pertinenciis habuimus vel umquam habere possemus, 
pro nobis et pro heredibus nostris abbatisse et conventui sanctimonialium grisei ordinis in Paderborne 
totaliter renunciavimus, ita tamen, quod anniversarium patris nostri Th. et matris nostre Jutte et alio- 
rum amicorum nostrorum et nostrum post diem deposicionis nostre in ecclesia sua agere procuraverint 
perpetuo. Verum ne quis umquam hec prescripta presumat infringere, banc nostre attestacionis et con- 
firmacionis paginam predicto conventui dedimus unico sigillo roboratam. Acta sunt presentibus sacerdo- 
tibus Volquino de Elsenghen et Henrico de Elsengen, Conrado deEtlen, Symone et aliis quam pluribus. 

233. 

* Die edlen Briider von Keseberg treten dem Pfarrer von Vesperthe das Obereigenthum eines Guts ab, das 

derselbe von einem ihrer Lehnsleute gekauft hatte. 0. J. (1234 *JJ. — Abschr. Msc. VIL 4210 S. 11. 

Nos Widikyndus advocatus 4 ), Ottho et Conradus scolaris 5 ) fratres de Keseberch, coram singulis et 
universis, quibus presens scrip turn oblatum fuerit, eiusdem scripti tenore publice profitemur et pro testa- 
mur, quod Hermannus plebanus de Vesperthe mansum situm in eadem villa, quern Johannes dictusWim- 
mensge civis Paderbornensis de manu nostra iure tenuit feodali, ab eodem Johanne et uxore ac pueris 
suis sua pecunia comparavit, consequenter a nobis cum multa instancia et devocione petens, ut contra- 
ction inter ipsum et prefatum Johannem habitum gratum dignaremur habere et ratum. Ad cuius peti- 
cionem, pure eciam propter Deum et eternam retribucionem, prefatum mansum in manus nostras a iam 
dicto Johanne et suis heredibus resignatum, resignato omni iuri nostro, cum consensu et voluntate here- 
dum nostrorum iam dicto Hermanno plebano contulimus liberaliter et absolute, dantes ei plenam liber- 
tatem conferendi eundem mansum fratribus kalendarum a ), sive cuicunque loco in honorem Dei decreve- 
rit conferendum. Et hec protestamur, quod siquis pro sue voluntatis arbitrio ipsum plebanum super 
prefato manso maliciose gravare presumpserit, hoc fiet contra ius et consensum nostrum et voluntatem. 
Ne igitur a nobis vel ab aliquo succedentium heredum nostrorum sive ab aliis hoc factum nostrum racio- 
nabile valeat in posterum infringi vel revocari, presens instrumentum ad maiorem eiusdem facti nostri 
confirmacionem impressione sigillorum domini Wigandi abbatis de Hegene et G. decani de Kesterburch 
et nostri sigilli fecimus communiri. Testes huius rei sunt: frater Hermannus prior de Hegene, frater 
Einolfus monachus de Hegene, Hermannus prepositus de Berche, Ecbertus de Gesmaria, Johannes de 
Eleren plebani, Herdegeverus (siclj advocatus in Rudene, Bruno, Kicolfus, Ludolfus, Hermannus qui di- 
citur Clericus 7 ); milites Gerhardus de Orkena, Conradus famulus noster et alii quamplures. 



') Zwischen Cassel und Fritzlar. — *) Ich kann auch mit Hulfe von Wenck die letzte Initiale nicht deuten. Die erste 
iat ohne Zweifel Theodericus. Vgl. Nr. 236 und die Urkunden vom Jahre 1237. — •) Nach Massgabe von Nr. 231.— 
4 ) tiber die Vogte von Keseberg vgl. den Index II. zu Wenck II. 12 sub voce. — *) So das Copiar. — *) Diese 
S telle ist eine der al test en Erwahnungen der Ealandsbruderschaften. Vgl. unsere Bemerkongen zur nachfolgenden 
Brenkhauser Urkunde. — *) Pape. 



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I»l#. 155 



234. 



Das von der Kalandsbriiderschafl zu Ottbergen l J begriindele Mdnnerkloster wird unter deren Zustimmung vom 

Abt Hermann von Corvey in ein Cistercienserfrauenstift (Brenkhausen) verwandelt und Nonnen dahin faus 

Eisenach) berufen. 1234. — Unvollstandige Abschriften Msc. II. 72 S.2u.9, etwas vollstandiger aber fehler- 

haft gedr. bei Paullini Syntagma 5. 180; dieser Abdruck copirt Msc. I. 139 S. 797; mit dem Orig. 

collationirt II. 102 5. 97. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Hermannus Dei gratia Corbeiens 
huius pagine inspectoribus salutem in Domino. Verbum veritatis ex organo dominice vc 
Quoniam arbor, que inutiliter terrain occupat, exscindenda est et in ignem mittenda. 
tionis nos et fratres kalendarii non immemores arborem incurate consuetudinis erad 
novos inserendo surculos videlicet matronas probate et consummate religionis, que pe 
fructus aliquid perfectionis in ecclesia Dei possint germinare. Hinc est, quod cum eccl 
collecta ex elemosinis fratrum kalendariorum, diversis artaretur erroribus 2 ), ita quod 
gentes propter frequentem incursionem predonum Deo quiete non possent famulari, Coi 
que merito illi loco ratione superpositionis providere debebat, communicato fratrum ka 
rumque prudentum consilio, illi loco salubriter providere disponebat. Tandem cum mul 
turn esset consilium, in eo convenit ecclesia Corbeiensis, ut matrone Cisterciensis ordir 
tur, sperantes quod propter asperitatem ordinis et rationabile obsequium, quod talis reli 
consuevit exhibere, locus ille merito posset sublimari. Cum enim in isto cum confral 
convenisset ecclesia, cum magno desiderio et diligenti exspectatione matronas talis o 
assignantes ipsis secundum ordinis ipsarum rigorem bona ipsius ecclesie integra, adicie 
redditus domus S. Egidii ultra pontem Huxarie site sub hoc pacto, ut predicte matrone 
huius facti singulis annis duos cereos ad altare S. Viti in vigilia sua sub pondere qi 
nostre ecclesie procurent. Preterea si nobis et fratribus kalendariis locus ille videbitur 
nos et fratres kalendarios in alium locum poterit transmutari, ita tamen ut fines siv 
dominii non excedant; quod si secus actum fuerit nobis inconsultis, omnia bona illius 
nobis donata sunt simul et a fratribus kalendariis, ita ex integro ad nos et ad fratres 
tantur. Volumus etiam, ut nos eis et ipse nobis vinculo fraternitatis aggregentur, ita i 
bus defunctis sive sororibus fieri solet, vicissim persolvamus. Ut autem hoc factum ; 
inconvulsum permaneat et nulla oblivio deleat, presentem paginam tarn ecclesie nostre, 
lorum appensione fecimus communiri. Testes huius rei sunt: Albertus prior, Esche 
Reinherus portarius et totus Corbeiensis conventus; canonici vero Nove Ecclesie: Hei 
Heinricus plebanus Huxariensis, Henricus dictus Scather et fratres kalendarii; Ricbodo 
sterio 4 ), Conradus scholasticus Ecclesie Nove; Ernestus de Brackele, Everhardus de A 
bertus de Godelheym plebani; laici: Conradus de Amelungessen, Hermannus de Uslari 
Xygemkerken, Gerhardus Hadeke, Godfridus de Godelheym et alii plures. Acta sui 
incarnationis millesimo ducentesimo tricesimo quarto, indictione septima, prelationis nost 



£8 ist dies die alteste urkundlich iiberhaupt constatirte Erwahnung der Kalandsgilden; vgl. Nr 
gaben unserer Urkuude gestiitzt, die das Bestehen einer solcben Briiderschaft in Ottbergen sci 
1234 voraussetzen lasseu, bat Paullini eine Urkunde derselben von 1226 fabricirt, 1. c. S. 174, di 
auch ist, docb selbst Gieseler II. 2. 289 hat tauscben konnen. — 7 ) Yielleicht sind diese fratres '. 
VgL Gieseler 1. c. 368. tjber die weiteren Schicksale dieses Stifts siebe den nacbfolgenden 
*) D. L Orden. — 4 ) Von Marienmiinster, der schon 1187 vorkommt. 

20* 



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156 1334. 



235. 



* Weiierer Benefit iiber das zu Ottbergen 1234 begrundete, dann nach Hoxter und endlich nach Brenk- 
hausen *) verlegte Slift. — Abschr. Msc. II. 72 S. 1; 1. 175 S. 2. 

Anno Domini M°.CC°. XXXIV . Hermannus Dei gratia abbas ecclesie Corbeiensis illustrates divino 
spiraculo nee non accensus seraphico desiderio cum in fervore sui spiritus hoc ageret, ut cultus divini 
nominis amplificaretur, de Isenaco 2 ) monasterio in Doringen situato sanctimoniales accersiri procuravit, 
quas ad glorificandum Dominum devotius ordinaret. Quibus, ut de bonis sibi ac suo cenobio a fidelibus 
ob devotionem singularem relictis Deo perfectius serviretur et dicte puelle iam vocate cunctis pulsis in- 
commodis seu molestationibus abdicatis liberius vacarent divinis obsequiis, ecclesiam in Ottbergk 8 ) cum 
Buis attinentiis est largitus. Que cum ibidem Deo famulantes per biennium moram contraxissent 4 ) eisque 
locus ad habitandum displicuisset, ultra pontem Huxarie apud S. Egidium sese recipientes per undecim 
annos 6 ) sunt morate. Quibus ibidem gratia Dei indesinenter adfuit, qui in se sperantes non relinquit; 
odore sanctitatis earum austeritatisque vite nonnunquam diffuso, ceperunt adolescentule nobilissimis orte 
natalibus post ipsas currere, eisque spretis mundanis illecebris ac carnis voluptatibus habitu vitaque con- 
iungi, inter quas erat precipue una canonica de Heresin, que in tantum in omni perfectione profecit Dei 
gratia, quod earum facta est abbatissa, que ut precessit ceteras prelatione, sic easdem precessit auste- 
ritate vite et discipline. Nam virgines illas Deo sacratas et sue custodie commendatas sub arctissima tenuit 
custodia ac rigore regularis discipline nee non afflictione corporali et directione spirituali permaxima. Gumque 
ipsis soli Deo placere cupientibus, quibus nihil potest esse commune cum mundo, propter hominum secularium 
concursum, amicorum visitantium distentos solatium, nee non propter ioculatorum adventantium venenosum 
poculum, ille locus displiceret ad habitandum, ne pedem quern iam de mundo traxerant reponerent, use con- 
silio amicorum devotorum, qui eis erant pro adminiculo spirituali, nee non auxilio hominum bonorum, qui eis 
eraht pro adiutorio temporali, maluerunt pro Christo ob spirituale exercitium in paupertate fatigari quam 
mundanis ludibriis maculari seu bonis temporalibus prosperari. Prefatum locum deserentes et sdlitudinem 
mentali exercitationi congruam querentes, in villam que Berinhusen dicebatur sese devotionis contuitu divi- 
nis laudibus manciparunt, ibique in siti, fame et frigore Christo servientes, monasterium construxerunt 
nihilque habentes omnino proprium, ilium imitari satagebant, qui veniens in hunc mundum, ubi caput recli- 
naret non habebat. Per triennium 6 ) vero et amplius solo pane et potu contente, expendebant provide 
que habere poterant non in necessaria vite sed in libros et in alia ecclesiastica, ut possent benigne suis 
posteris necessaria divino cultui preparare; sed Christus Dominus amator hominum, sponsus virginum ac 
speciosus forma pre filiis hominum, cuius odor trahit, caritas attrahit, volens suas imitatrices ipsum per- 
fectius imitari, noluit ipsas in hoc mundo prosperari, nempe ipse suis dicebat: Ecce ego mitto vos sicut 
agnos inter lupos, et iterum: sicut misit me Pater et ego mitto vos, qui non venit ministrari sed mini- 
strare et animam suam pro multis dare, sed ipsum, sicut ipse precessit in tribulationibus huius mundi 
defectum penuria et paupertate perpetua imitari, sed ut mundus et eius prosperitas ipsis et ipse mundo 
crucifigerentur 7 ), quod ut expres(se) eis insinuaret serius vel seriosius observandum, in ipsismet signis 
multiplicibus ad. hoc eas instigantibus demonstravit: nam manu Domini super eas facta, que ipsas in 
omni perfectione immutaret in melius. Cum ad prefatum locum, scilicet Berinhusen pervenis(sent) , pri- 
mum per incendium fulguris omnia sunt destructa, sed non longe post per incendium infortunii universa 



') NW. von Corvey. — *) Diese Angabe war Veranlassung fur Paullini, einen Brief des Abts Hermann an den Land- 
grafen von Thuringen zu erdichten a. d. J. 1227 , von dexn Msc. I. 175 S. 1 u. I. 245 fol. 333 eine Abschrift vorliegt, 
die aus PauUini's Chron. Otberg. S. 178 entnommen ist. — *) Ottbergen SW. von Hoxter. — 4 ) 1234 und 1235. — 
*) 1235 bis 1246. Dass diese Zeitangaben so zu verstehen seien , erweist die unten zu gebende Urkunde des J. 1246, 
wonach der Frauen convent schon damals zu Brenckhausen war. — *) 1247 — 1250. — *) Unklar, wie vieles Andere in 
dieser Urkunde. 



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1235. 157 

bona sua, libri et alia multa valde necessaria, sunt concremata, postremo vero a diversis damr n '"«««- 
mera, vexationes, plurimas molestias, exactiones, principibus, nobilibus, predonibus, malis homi 
ex intemperie grandinis, pluvia et siccitate et pecorum amissione sunt perpesse. 

236. 

* Der Magistral der Stadt Wulfhagen x ) entscheidet den Uber die Afeierei zu Langela zwischen d 
Neuen-Heerse und den Edlen von Gudensberg enlstandenen Streit. 1235 Februar 5. 2 J. 

Ego Conradus dictus de Elvene officialis domini landgravii, Ernestus schultetus et consules 
hagen omnibus presens scriptum inspecturis in perpetuum. Constitutis apud nos in Wulfhagen ] 
toribus et nunciis domine abbatisse et conventus ecclesie Hersiensis Helmungo, Richardo, Johann 
dotibus et Alberone milite ex una parte, et domino Wilhelmo nobili viro et filiis suis Conrado, W 
Wernhero ex altera parte de Gudinburgh tractatum habentes ad invicem nobis presentibus super 
tione in Langela, tandem median tibus viris discretis in Wulfhagen tota controversia que inter e( 
eadem villicatione vertebatur, per amicabilem compositionem sopita est in hunc modum: domiu 
helmus et dicti filii sui de Gudinburgh omne ius, quod dicebant se habere in iam dicta villi catio 
gela sive ratione pignoris, sive quocunque alio titulo, libere et absolute procuratoribus et nunciis 
Hersiensis renunciarunt, ita quod in posterum neque ipsi neque heredes ipsorurn aliquid iuris ir 
villicatione sive in duobus mansis, quos dicebant villicationi non pertinere, possint vindicare. I] 
procuratores et nuncii dicte ecclesie in recompensationem huiusmodi renunciationis viginti marcai 
rate pecunie plene dederunt et solverunt. Acta sunt hec in Wulfhagen anno dominice incar 
M°.CC°. XXXV ,* testes domini Florentius plebanus in Wulfhagen, Johannes monachus, Andreas < 
burgh, Conradus sacerdos in Schutteberg; laici vero: Hermannus de Blobinstene, Tidericus de 
Godescalcus de Lichin, Ludewicus de Amerhosin milites; Detmarus Scappe, Volpertus Truzel e 
alii. Datum in Wulfhagen Non. Februarii. 

23T. 

* Zwei geistliche Richler sprechen dem Kloster Hardehausen ein Gut zu. 1235 Mai 15. — Or. 

Hardehausen U. 37. 

G. de Novo Castro et H. camerarius Fritslariensis, iudices a domino B. preposito eiusdem 
constituti, universis, quibus hec pagina fuerit oblata, salutem in vero salutari. Auditis attesta 
in causa, que vertitur inter abbatem et conventum de Hersvithehusen ex una parte et Thegenhai 
Ludewicum eorundemque sororem ex parte altera super VI iugeribus et duabus areis sitis in s 
Urphe 8 ), et diligenter eisdem attestationibus examinatis, predicta bona abbati et conventui per 
tiain diffinitivam adiudicavimus , parti adverse super eisdem bonis perpetuum silentium imponentes. 
in claustro ecclesie nostre a. gr. M°.CC°.XXXV , Idibus Maii. Quia sigillum proprium non habemus 
decani contenti sumus. 

Das Siegel ist abgerissen. 



Wolfhagen Prov. Hessen W. von Cassel; SO. von Wolfhagen liegt Gudensberg. — 2 ) Diese Urkunde stamml 
Meyer'schen Abschriften der Neuen - Heerseschen Urkunden. Doch liegt das Original nicht unter den Urkui 
sea Klosters oder sonst in einem unserer Arehivfonds vor. Sie erregt urn so mehr Bedenken , als die hier g 
Edlen von Gudensberg sich bei Wenck fiir diese Zeit nicht nachweisen lassen. Vgl. Nr. 232. — *) Ober- un 
Urf SWS. von Fritzlar. Doch soil es nach Wenck II. A. 250 im Hessischen Amte Felsberg (0. von 
liegen. 



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158 « 235. 



238. 



* Wilbrand l J, Erzbischof von Magdeburg, beglaubigt die Abschrift einer Btdle Papst Gregors IX., d. d. 
Perugia den 9. Juli 1235, worin er den Orden der Minoriten von der Verpflichtung befreit, papstliche Com- 

missioneii oder Sentenzexecutionen zu iibernehmen. — Or. Fr. Paderborn U. 146 2 J. 

W. Dei gratia sancte Magdeburgensis ecclesie archiepiscopus universis Christi fidelibus ad quos pre- 
sens scriptum pervenerit salutem in vero salutari. Noverit reverenda caritas vestra, nobis fuisse presen- 
tatas domini pape litteras in hunc modum: 

Gregorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis generali ministro et universis fratribus ordinis 
fratrum minorum salutem et apostolicam benedictionem. Quieti vestre providere volentes, auctoritate 
yobis presencium indulgemus, ut commissiones causarum vel sentenciarum executiones, a sede apostolica 
vel delegatis eius seu a quibuslibet aliis factas vobis, sine vestra non teneamini recipere voluntate, nisi 
in litteris apostolicis de concessione huiusmodi mentio habeatur. Nulli ergo omnino hominum liceat banc 
paginam nostre concessionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare 
presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit 
incursurum. Datum Perusii VII. Idus Julii pontificatus nostri anno nono. 

Quia igitur autenticum domini pape ad singula loca transferri non potest, idcirco hoc rescriptum, 
ubi nichil est additum vel diminutum, nostri sigilli munimine fecimus roborari. 

Das gut erhaltene, schon ausgefuhrte Siegei zeigt den Erzbischof auf einem mit Thierkopfen geschmuckten Sessel, 
in der linken Hand ein offenes Buch, auf dem sich die Buchstaben: SP . . R. M. E. noch erkennen laasen, in 
der Rechten den. Hirtenstab mit der Umschrift: WILBRANDUS DEI GRA SCE MAGDEBURGEN ECCLIE 
ARCHIEPC. 

239. 

* Erzbischof Siegfried III. von Mainz befreit den Frilzlar'schen Bof des Klosters Hardehausen von alien 

Diensten mit Ausnahmc der Gemeindefuhren. 1235 October 27. — Or. KL Hardehausen U. 38. 

Sifridus Dei gratia sancte Maguntine sedis archiepiscopus etc. Omnibus volumus esse notum, quod 
nos curtem, quam in Fritslariensi oppido habent dilecti in Christo abbas et conventus in Hersvidehusen 
Cisterciensis ordinis Patherburnensis diocesis, ea volumus libertate gaudere de gratia speciali, ut nobis 
vel nostris successoribus aut cuiquam hominum in precariarum seu exactionum iure aut quoquam alio 
servitio non teneatur astricta, eo excepto, quod in vecturis communibus, que tantummodo ad prefati 
opidi communem utilitatem spectare noscuntur, opem et auxilium non debeat denegare competens, prout 
decet etc. Actum apud Fritslariam a. d. i. millesimo ducentesimo XXXV , sexto Kalendas Novembris, 
pontificatus vero nostri anno quinto. Datum ibidem anno, mense et die predictis. 
Das an rothen und gelben seidenen Faden befestigt gewesene Siegei ist abgefallen. 



») Nach dem Siegei, regierte von 1235—1253 und war aus dem Hause der Grafen von Kevernburg. — *) Cber die Pro- 
venienz dieser Urkunde kann ich Nichts angeben ; sie gehort weder dem Paderborner Capsel- noch dem domcapitularischen 
Archive an. Doch entstammt sie einem Minoritenkloster , wie die gleichzeitige Aufschrift der Ruckseite beweist: Vidi- 
mus quod commis*siones causarum non tenemus recipere; also wahrscheinlich dem fast ganz aus der Geschichte ver- 
schwundenen Minoritenkloster zu Paderborn, das urn 1235 gestiftet und bis zur Zeit der Reformation, wo es aufge- 
hoben wurde, bestanden haben soil. Es stand 1592 schon langere Zeit leer und wurde damals dem Jesuitenorden 
iibergeben. Vgl. Nr. 279. 



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123$. 159 



240. 



Erzbischof Gerhard von Bremen belohnt die vom Grafen Ludwig von Ravensberg ihm im K% 

Sledinger und gegen den Herzog Otto von Braunschweig geleisteten Dienste durch Verleihung t 

digen Landgiitern aus den freien und den lehnbaren Giitern der Stedinger. 1235 November : 

Or. Grafschaft Ravensberg U. 1; gedr. Lamey G. d. Gr. v. Ravensberg C. d. S. . 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Gerhardus Dei gracia sancte Bremensis ecc 
Scopus universis Christi fidelibus, ad quos presens scriptum pervenerit, salutem in Dominc 
Lutliewicus de Ravensberge nobis et ecclesie nostre semper extiterit devotus ad repelle 
Stedincgorum *) hereticorum et domini 0(ttonis) ducis de Brunswic, qui ecclesiam nostran 
bus nititur devastare, nos dicti comitis devocionem laborem et expensas attendentes in : 
dampnorum, que pro ecclesia nostra contra eosdem sustinuit et adhuc, dum a nobis requ: 
incessanter, de consilio et consensu familie Bremensis quindecim integras terras de liberis 
gorum in terra Stedincgorum sitas eidem porreximus perpetuo feodali iure possidendas. 
liberis bonis Stedincgorum quindecim terras expeditas non possumus invenire, de aliis 
libus in terra Stedincgorum ab hereticis Stedincgis nobis vacantibus eidem comiti por 
plene sive de liberis sive de aliis bonis, sicut dictum est, numerum quindecim terrarun 
pos*idere. Ut autem hec nostra concessio rata et inconvulsa permaneat, presentem \ 
nostri munimine duximus roborandam. Huius rei testes sunt: Heinricus maior prepositus, 
canus, Johannes sancti Willehadi prepositus, Hermannus sancti Anscharii prepositus, Heii 
sem, Heinricus cellerarius, Bernardus custos, Wilbrandus archidiaconus Rustringie 2 ), Otto ( 
ricus de Oumunde canonici Bremenses; ministeriales vero ecclesie: Wilhelmus camerariug 
Hatha, Albero deStelle, Sifridus deBrema, Alardus de Brema, Erpo, Matthias, Thomas,! 
et alii quamplures tarn clerici quam laici. Datum Breme anno dominice incarnacionis i! 
septimo decimo Kalendas Decembris, pontificatus nostri anno sexto decimo. Amen. 

An der Urkunde hangen noch jetzt die Pergamentstreifen zu 15 zum grosseren Theil jetzt verlore 
denen 14 den einzelnen Gliedern des Bremer Domcapitels angehorten , deren Namen und Stand i 
Hand auf Pergamentstreifen geschrieben sind. Das letzte Siegel gehdrt einer Person des w 
an, die eine sechsblatterige Rose im Wappen fuhrte, dock findet sich auf dem Pergamentatrei 
ak der in der Urkunde nicht erwahnte Name: Frederici. 

241. 

Abt Hermann von Corvey verkiht dem Stifte zu Arolsen H J die Kirche zu Honscheid A ) unter der I 

an Augustinerfrauenkloster zu stiften, das ohne Vogt bleiben und das jeder neue Propst von At 

Corvey zu Lehen nehmen soil. 1235. — a) Or. im Frstl. Archive zu Arolsen; fij Abschr. im C 

s. XV. Msc. 1. 134 S. 271; gedr. nach a: Varnhagen Wald. Landesg. I. U. 67, 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia Corbeyensis abbas 
scriptum intuentibus notum esse cupimus, quod nos de consensu capituli nostri et prelate 



] ) Der Kriegszag Erzbischof Gerhards war im Mai 1234 erfolgt. Die Betheiligung Ludwigs Grafen von Ri 
aber yon den Geschichtsquellen mit Stillschweigen iibergangen zu sein. Vgl. Bohmer R. J. 1198—12 
Stedinger wohnten an der unteren Weser im Grossherzogthume Oldenburg zwischen Jade, Hunte \ 
auch Preuss und Falkmann L. R. I. 188 not. — *) Im Norden von Oldenburg, also eben das Steding 
*) Im Fr. Waldeck. — 4 ) Eben da, 0. von Freienbagen an der Grenze der Prov. Hessen. Im Ubrigen 



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160 1335. 

ad peticionem dilecti nostri prepositi Ludolfi de Aroldessen, contulimus ecclesiam in Honscethe v ) cum 

dote et aliis pertinenciis tarn in hominibus cerecensualibus 2 ) , quam in agris, silvis, pratis et aquis eccle- 

sie Aroldensi, ita quod ecclesia Aroldensis construet ibi cenobium dominarum sui ordinis et iste sub iugn 

Jorbiensis ecclesie sine advocato libere renianebunt. Adicimus eciani, ut noster conventus et 

s mutuatim inter se plenam fraternitatem servent, et in huius recognicionem collacionis singulis 

dgilia sancti Viti duos cereos de quatuor talentis exrepresentent 2 ). Siquis vero prepbsitus suc- 

Aroldessen instituetur, semper ecclesiam pretaxatam, tamen ab abbate, recipiet. Ut autem hoc 

abile et inconvulsum permaneat, presentem paginam tarn nostri, quam capituli Corbeyensis sigil- 

;>ensione fecimus communiri. Testes huius rei sunt: Albertus prior, Conradus prepositus maior. 

lus prepositus, Tymmo prepositus Caminatensis, Ludolfus prepositus de Scaken 1 ), Reinherus 

Tymmo et totus conventus; Herbordus decanus, Hinricus plebanus et totus conventus Nove 

Acta sunt hec anno Dominice incarnacionis M°.CC°.XXXV°. 

i dem Originate sind noch beide Siegel erhalten. Nach der Versicherung Varnhagens 1. c. S. 68 not. ii ist das 
in der Urkunde genannte Siegel des Corvey'schen Capitels das oben Nro. 134 zur Urkunde von 1224 be- 
schriebene sigillum S. Viti. 

E x c u r s. 

Propstei Arolsen wurde um das Jahr 1131 von einer nobilis matrona Gepa in Verbindung mit ihren 
LuUrudis, Mecthildis und Berta gegriindet. Eine genauere Zeitbeslimmung kann nicht gegeben wer- 
m obwohl der im Original im Fr. Arolserischen Archive vorliegende Stiftungsbrief das Jahr 1131 
Varnhagen /. Urk. S* 5, so wird dies doch sowohl durch die hinzugefiigte Ind. III., welche dazu 
st, als auch durch den Umstand zweifelhafi gemacht, dass die Urkunde selbst der nach dem Tode 
Iter durch die drei Tochler erfolgten Bestatigung dieser Stiftung erxoahnt, Gepa aber andern An- 
folge, Varnhagen /. Text S. J235, noch im Jahre 1132 lebie, weswegen man getvohnlich es vorzieht, 
tion zu folgen und die Urkunde ins Jahr 1155 zu setzen. 

i sind diese Verhaltnisse noch sehr dunkel. Wenn dort Arolsen eine novella plantatio sanctimo- 
jenannt wird, die Grpa sub regula S. Augustini in ecclesia S. Augustini gcgriindet habe, so ist 
uffallend, dass das um 1160 4 J verfasste und mit Gemalden der Schutzpatrone und sonst auch kiinst- 
hon ausgeslattete Verzeichniss der mit Corvey in Gebetsverbriiderung stehenden Kirchen Msc. 1. 133. 
ter dem im Medaillon befindlichen Bilde des Sanctus Jacobus apostolus zundchst die lnschrifl: 
omina fratrum nostrorum Haroldessensium, 

ber abwechselnd Frauen- und Mannsnamen giebt, woraus also ersichtlich ist, dass das Stift von 
n fur beide Geschlechter bestimmt gexvcsen ist. Diese bisher ungedruckten Namen seiner JUitglieder 
t> hier folgen: 

omnu8 Wibertus prepositus, reverendus vir, Gisla priorissa, Juditha, Liuthrudis, Osterlindis, 
Salome, Waltburgis, Adelheidis, Wendelmudis, Hermendrudis, Johanna, Juditha, Ethelindis, 
Mehthelt, Gerthrudis, Ava, Odelhilt, Berta, Suthrecin, Liuthburg, Gerthrudis. 
ratres: Herimannus, Hezelinus, Gerbertus, Titmarus, Thithardus. 

omina defunctorum: Fridericus prepositus, Petifis prepositus, Ruothhardus, Walce, Nenthe- 
rus, Loico, Reinherus sacerdos, Joierus, Ruodolfus, Thiedwinus, Thegenherus. 
isia, Gerthrudis, Fretherun, Emica, Ruothildis, Richlindis, Ermengardis, Hildegardis, Odilia, Hil- 
degardis, Encela, Gersuindis, Volcsuindis, Ida, Oda, Wendelburgis. 

lisabeth, Folcquinus, Widikindus, Godescalcus, Lutgardis, Juditha, Wilbodus, Meinhardus, Ge- 
rewardus, Thidericus, Hildebrandus , Bertholdus, Wivelich. Adelheidis, Gertrudis. 



schede unaer Copiar. — ? ) So Original und Copiar. — *) Schaken das Copiar. — 4 ) Vgl. meine Kaiserurk. I. 111. 



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I***. 161 

Wir bemerken hierbei, class die ersle urspriingliche, noch urn 1160 schreibende Band bis Wendelburgis 
geht und von Elisabeth an von einer noch dem Ende des 12. Jahrh. angehorenden aufgenommen wird, Ger- 
trudis aber erst von einer Band des 13. Jahrh. hinzugefiigt worden ist. 

Wenn die unter den um 1160 kbenden weiblichen Milgliedem an dritter Stelle aufgefuhrte Liuthrudis, 
wie doch kaum zu bezweifeln sein mochte* die in der Stiftungsurkunde genannte Tochler der Gepa ist, so 
steht es mil der Vtrmulhung schlecht* dass diese mit der Gepa de casiro Ure identisch sei, und dass durch 
ihre mit Wedekind von Schivalenberg vermahlte Tochter Liuthrud? dieser iiberhaupt erst in die WaldecU schen 
lande gekommen sei, wie Varnhagen L 235 annimmt. Denn hiernach war diese Liuthrud noch im Jahre 
1160 Stiftsdame zu Arolsen, Wedekind selbst aber -stirbt schon 1137. Doch harren, wie gesagt, diese Ver- 
hdltnisse alle noch der Aufldaru/ng. 

Varnhagen giebt 7. 86 sq. Naheres iiber die spdteren Schicksale von Bonscheid* namentlich fiber die 1468 
erfolgte Vereinigung mit dem Khster Vallcenhagen., was durch die von mir im Archiv des Klosters Glint feld l ) 
unter Nro. 258 aufgefundenen sehr ausfiihrlichen Urkunden und Nctchrichten iiber Bbnscheid bestdtigt wird, 
die auch iiber die in Folge des Restitutionsedicts im Jahre 1630 voriibergehend bewirkte Restauration des 
damaligen Kreuzbriiderklosters sich ausfuhrUch verbreiten. 

Corvey s Besitz im heutigen Fiirslenthum Waldeck war ein iiberaus grosser. An Klostern und Stiftern 
hatte es dort: Schaken* Arolsen? Werbe, Btinscheid. Dieser Besitz stammt aus der dltesten Zeit. 
Durch die Schenkungen Ida's, der zweiten Gemahlin des Grafen Esic, erhielt es bedeutende Giiter zu Imming- 
h aus en und Belmscheid, wovon die erstere Erwerbung zioischen 836 — 840 fallt 2 ). Dann aber wusste es 
einen grossen Theil wenn nicht das ganze dort belegene Erbgut des Ludolfingischen Bauses durch Tausch an 
sich zu bringen. So im Jahre 888 vom Grafen Oddo das Gut Goddelsheim, wasnach dem, was Corvey 
dafiir giebt, von weitem Umfang gewesen sein muss 8 J, und ausserdem auch Miinden im Amle Lichlenfels umfasste, 
Erhard B. 955 C. 115. EndUch tauschte Corvey im Jahre 980 von K. Otto 11. wiederum gegen thiiringische 
Besitzungen, Erhard B. €45 C.65, ein die Guter des koniglichen Bauses w in villis Budineveldon, Brungering- 
huson, Lellibechi, Rehoii, Curbechi et in Halegehuson in pago Nihtherse et in comitatu Asichonis comi- 
tis, d. h. nach den heutigen Namen zu: Biiddefeld fbei Goldhausen), Brinkhusen nach Grupen, oder wohl 
richtiger nach Varnhagen I. 38 Briingeringhausen bei Goddelsheim, Lelbach, Bhene, Cor bach, Ale- 
ringhusen, letztere sdmmtlich im Waldeclc schen Amte Eisenberg. Aus den Traditionen wird sich der Cor- 
veysche Besitz dort ohne Zweifel noch umfangreicher nachweisen lassen. 

Wie der grbssere Theil dieser Giiter dem Stifle Corvey entfremdel und auf die Grafen von Waldeck 
iibertragen worden, dariiber giebt die Urkunde 234 des Fr. Paderborn vom 21. Juli 1267, gedr. bei Schaten 
ad ann., wohl genxigende Auskvnft, vgl. Varnhagen L 309, in icelcher ndmlichvon den Corvey schen Besitzun- 
gen im Waldedcschen das castrum Lethenfels ac duo oppida Sassenberg ac Vorstenberg . . . ab oppido 
Corbeke et sursum versus Lethenfels an den Grafen Adolf von Waldeck fur die damals bedeutende Summe 
von 700 Mark verpfdndet wurden. Die darin wohl fur immer dem Corvey schen Besitze entfremdeten Gebiete 
umfassten den Sudwesten des heutigen Furstenthums Waldeck. Die sehr dunklen Vorgange des Jahres 1267 
toerden in Etwas durch die unten nachfolgende UrL vom 24. Dec d. /. aufgekldrt. Vgl. noch Varnhagen I. 342. 

242. 

* Milites, consules et burgenses in Eresberg testantur, quod dominus Andreas dictus de Durslo 
miles renunciavit medietati et quarte parti 4 ) curtis in Wernyseu 6 ), quam ecclesia Gerdinensis, domino 
Ricbodoni abbati, Gerhardo priori, Heinrico preposito coram eis administrantibus, comparaverat. Testes 



*) Die Kreuzbruder von Honscheid hatten aich dorthin bei Einfuhrung der Reformation gefluchtet. VgL Paullini Syn- 
tagma S. 523. — *) Vgl. Kaiserurkunden I. S. 68—61 u. 217. — *) ib. 215. — 4 ) „ partis" die Handschrift* — *) Zwi- 
schen Brakel und Gerden. VgL die Gerdener Urkunde von 1203 Nro, 9. 
Wertfc Urk,-Bach. IV. 21 



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162 1335. 

Conradus de Dalhem, Rodolfus de Gnethen, Arnoldus de Dorslo et Hartmannns fratres. Urn 1235* — 
Begest Msc 1. 242 K S. 34. 

* Verkauf eines Guts seitens des Stifts Eilwartshausen an das Kloster WiUebadessen. 1235. — Bier nach 

einer Abschrift im Msc. VII. 4513, verglichen mit dem Begest Msc. 1. 242 b. S. 62. 

In nomine s. e. i. T. Leo divina miseratione prepositus in Hildewardeshusen et totum capitulum 
eiusdem ecclesie notum esse volumus .... quod nos de communi omnium nostrum consilio et consensu 
bona quedam in Edelersen 1 ), que nos pleno hire contingebant, pensata utilitate sive necessitate nostre 
ecclesie non segniter sed provide, pro viginti septem marcis vendidimus conventui et ecclesie in WiUeba- 
dessen, bona iam dicta cum omnibus que attinent, videlicet pascuis, agris, silvis, aquis et hominibus, 
pure ac simpliciter resignantes, iuris ordine in omnibus observato. Testes vero huius facti sunt: Hart- 
modus de Geismaria, Lothewicus de Lamerde, Erpo et Hartmannus milites de Edelersen; Joannes prior. 
Henricus, Bertholdus fratres de WiUebadessen etc. Acta sunt hec a. d. i. M a .CC°.XXXV°. 

244. 

* Herzog Otto von Braunschweig wechsett mit Bischof Bernhard IV. Ministerialen aus. O.J. (1235 — lJ24lJy. 

— Or. Fr. Paderborn U. 147. 

Reverendo domino B. Padebornensi episcopo 0. dux de Bruneswic paratam ad eius obsequia volun- 
tatem. Notum facimus vobis et omnibus, qui tenorem presencium inspexerint litterarum, quod nos vobis 
et ecclesie vestre damus et in perpetuum assignamus Konegundim filiam Thiderici de Wigenchusen mini- 
sterialem nostram, et renunciamus omni iuri, quod habuimus in eadem. Vos autem et ecclesia vestra 
per commutationem reddetis nobis aliam ministerialem secundum consilium fidelis nostri domni Volcqumi 
de Swalenbergen integritate corporis a ) et genere competentem. 
Das Siegel ist nicht mehr erhalten. 

245. 

* B. Bernhard IV. genehmigt den Verkauf eines zu den Obedienzen des Domcapitels gehorigen Erbes zh 

Dudichem 4 J Seitens des Dompropstes Voir ad an den bischoflichen Mundschenk r den Bitter Berbord. 

1236 Februar 16. — Fr. Paderborn U. 150. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis episcopus 
etc. ... ad noticiam omnium volumus pervenire, quod dominus Volradus maior prepositus Paderbur- 
nensis de consensu capituli nostri mansum unum in Dudichem ad obedientias fratrum maioris ecclesie 
pertinentem Herbordo militi, pincerne nostro, pro sex marcis bonorum et legalium denariorum vendidit 



l ) Msc. I. 242. S. 62 „ Ethelersen ". Bei der Deutung dieses Namens ware man versucht, an das N. von Hilwartshausen 
auf dem rechten Weserufer liegende Ellershausen zu denken, wenn nicht die Cberschrift unserer Copie lantete: 
„ Litiera de bonis in Edelersen , modo Eltzerftldt sive Edelserfeldt ", die doch auf ein in der Nahe von WiUebadessen 
liegende Localitat schliessen lasst, wie Dies auch aus Nr. 282 hervorzugehen scheint. Nach Herrn Dr. Friedls3nder 
ist hierbei vieileicht an Elsen, Elserholz, Elserheide und Escherfeld NW. und dicht bei Paderborn zu denken. — 
*) Nach der Regierungszeit des Herzogs. — *) Fur Ministerialen, die ritterburtig waren — denn das will der Aus- 
druck „ genere competentem" doch sagen — eine sehr merkwiirdige Bestimmung. — 4 ) Nicht zu constatiren. 



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1336. 163 

sibi et heredibus suis iure feodali perpetuo possidendum. Nos vero ob dilectionem predicti nostri pin^ 
cerne venditionem hanc ratam habentes, sicut iuste et rationabiliter facta est, auctoritate nostri pontifi- 
cals officii confirmamus. Ne autera hanc nostre confirmationis paginam aliquis calumpniose ullo unquam 
advenienti tempore valeat infringere, nos eandem in huius facti testimonium sigillo nostro iussimus com- 
muniri. Acta sunt hec anno dominice incarnationis M°,CC°. XXXVI , XV. Kalendas Martis, pontificatus 
nostri anno octavo, imperatore Friderico regnante. 

Das schon erhaltene Siegel ist ein Muster der Sphragistik des XIII. Jahrhunderts. Die Umschrift lautet: BERN- 
HAKD' QVARTUS DEI GRA PADERBURNEK ECCLE EPS. 

246. 

* B. Bernhard IV. incorporirt dem Kloster Schaken zur Verbesserung der Prabenden die Pfarrkirchen zu 
Jmminghausen und Goddelsheim l ) 9 water der Bedingung jedoch, dass den sie bedienenden Priestern ein genii- 
gender Unlerhait gewShrl werde. 1236 Marz 17. — Abschr. Msc. I. 245 S. 363; 11. 101 S. 42. 

Bernardua quartus Dei gratia Paderbornensium ^piscopus universis Christi fidelibus hanc paginam 
inspecturis salutem in eo., qui est omnium salus vera. Cupi sanctarum Dei ecclesiarum sublimitatibus 
inservimus, non solum presentis temporis prosperitatem, verum etiam nobis eternam speramus requiem 
evenire, quapropter ad notitiam omnium volumus pervenire, quod nos intuitu Jesu Christi omnes fructus 
et emergentia in Imminchusen et Godeloveshem ecclesiarum nostre diocesis preposito et conventui Sea- 
ken ad emendationem prebendarum auctoritate nostri pontificatus officii concedimus utenda, diocesani et 
archidiaconi in omnibus salvo iure, adiicientes ut plebanis dictis ecclesiis deservientibus sustentatio suffi- 
ciens assignetur. In huius vero rei testimonium, cui nostrum adhibemus consensum, hanc paginam ius- 
simus conscribi et sigilli nostri munimine roborari. Datum Paderborne, anno Domini M°.CC°. XXXVI , 
pontificatus nostri anno octavo, XVI. Kal. Aprilis. 

24T. 

Erzbischof Gtrhard von Bremen verleiht der Gemahkn des Grafen Ludwig von Ravensberg Gertrud 2 ) die 

Leibzucht in den von dem Bremischen Bochstift relevirenden Lehngiitern Ludwigs. 1236 April 17. — 

Or. Grafsch. Ravensberg U. 2; gedr. Lamey C. d. Nr. 22* 

Gerhardus Dei gracia sancte Bremensis ecclesie archiepiscopus universe hanc paginam visuris eter- 
nam in Christo Jhesu salutem. Tarn presentis etatis quam successure posteritatis innotescat Christi fide- 
libus, quod nos dilecti fidelis nostri Luthewici comitis de Ravenesberge grata ac multimoda, que nobis 
et ecclesie Bremensi inpendit, obsequia merito attendentes, ipsius intuitu devocionis Gerthrudi uxori sue 
usum fructum feodorum, qu^ de nostra manu sive Bremensi ecclesia tenet, qui vulgariter liftuch dicitur, 
porrigendo per conscriptionem hanc nostri appensione sigilli corroboratam ipsum confirmavimus eidem. 
Testes sunt: Arnoldus vicedominus Bremensis, Bruno canonicus Zanctensis, Hartmannus monachus sancti 
Pauli, comes Hermannus de Lon, Hermannus de Monasterio, Hermannus de Ludenchusen, Godefridus 
advocatus Stadensis, Wernerus de Kida, Burchardus de Gropelinge, Heinricus de Heyna milites et alii 
quamplures. Datum anno Domini M°.CC°. XXXVI , XV. Kalendas Maii. 
Das Siegel ist abgefallen. 



') Beide tmweit Schaken im Furstenthum Waldeck. — *) Von der Lippe. Vgl. Lamey S. 32, 35. Dooh war sie nach den 
begrundeten Einwiirfen yon Preoss and Falkmann I. 209 wohl- eher eine bisher unbekannte Tochter Hermann's II. 
and nichi Bemhard's II., wie Lamey will. In diesem Falle ware auch der Aussteller dieser Urknnde Erzbischof 
Gerhard ihr Bruder gewesen, was er unzweifelhaft angegeben hatte. Vgl. Nr. 249. 

21* 



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7J-L 



164 *33& 

24a 

* Bischof Bernhard IV. nimmt sine freie Frou und deren Sohne unter der Bedingung unter die Ministerial™ 
des A. Liborius auf> dass. welcher von den Sbhnen das bet dieser Gelegenheit nach Lehnrecht vom Bischofe 
Gut besitze, dafur diesem jdhrHeh den Wein vom Bheine abholen und ihm, wenn er in der 
%adt ein Bad nekme, dabei aufwarten miisse. 1236. — Or. Fr. Paderborn U. 148. 

le sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis epi- 
»us hanc Ktteram inspecturis perpetuam in Domino sahitem. Noscant presentes et posteri, 
lis Kbere eonditionis femina turn propter Deum, turn propter temporale subsidium cum pue- 
natis ac postmodum nascituris se dedit beato Liborio et nobis, sub ea fide et eo iure. quo 
ales nostre ecclesie sunt astricti. Nos itaque ipsius et prolis sue gratuitam collationem pia 

sicut decuit, intuentes, contulimus ei et pueris suis aream quandam in Paderburn et man- 
resignaverat in manus nostras Heinricus filius Rodolfi eum collaudatione Leredum suomra. 
sum eum suis pertinentiis ipsis ea eonditione feodaK iure porreximus, ut quicumque ex dictis 
ictam aream et mansion eundem habuerit, ipse annuatim pergat ad Renum tempore vinde- 
episcopi colligenda. Et quotie^s episcopus intra civitatem balneum habere voluerit, ipse 

hoc deputatis illud preparando, usque dum dolio infusum fuerit, comportabit. Ne vero 
ius actioni in posterum alicuius catumpnia yaleat refragari, presentem paginam ipsis dedi- 
ostre munimine roboratam. Huius donationis testes sunt: Hermannus camerarius noster, 
aricus prepositus de Schildez r Conradus sacerdos dictus de Vrodenhem, Heinricus et Hein- 
tes; laici: Georgius miles, Albertus de Broke y Godefridus advocatus r Hildebrandus camera- 
rdus venator, Godefridus Puttecler r Heinricus de Nora Domo *) et aKi quamplures. Acta 
o Domini M* CO. XXXVI , pontificatus nostri anno VII . *). 
egel des Bischofs hat gelitten. 

249. 

iard IV. von Paderborn trennt die Capetle zu Bielefeld von der Mutterkirche zu ffepen und 
tern Verwandten *)„ dem Grafen Ludtvig von Ravensberg, das Patronal iiber erstere. 1236. — 
Absehr. Mse. VII. 3117. III. AV. 9; gedr. Schaten ad ann.; Falke T. C. S. 324. 

3us Dei gratia Paderbornensis episcopus dilecto socero suo comiti Ludewico salutem et dile- 
tntiam. Sciat constanter dilectio vestra r quod nos cum dilecto nostro C. 4 ) custode Paderbor- 
xmvenimus, quod quilibet inhabitator in Bilevelde mansum ad quern familia pertinet haben- 
► de Hepen annis singulis in die omnium sanctorum obuhim dabit pro exemptione capelle in 
ae ratione matricis ad 5 ) Hepen pertinebat, quousque dicto plebano de Hepen condigna 
o statuatur. Quapropter dictam capellam Bilevelde a matrice eius ecclesie pubGcamus libe- 
ptam salvo iure diocesani et archidiaconi loci, vobis dantes liberam potestatem in eadem 
onam ydoneam iure patronatus statuendi et earn ad collationem spiritualium loci archidia- 
andi. Datum Paderburno anno Domini M°.CC°. XXXVI , pontificatus nostri anno octavo. 



bei Paderborn. — *) 1st auch mit der Annahme, dass Bischof Bernhard IV. erst 1228 sein Amt angetreten 
r\. Nr. 201 , nicht vereinbar. — **) „ Socer " ist hier nicht in stricter Bedeutung zu nehmen. Vgl. Prenes und 
n L. R. L 209, die es wahrscheinlich machen, dass Graf Ludwig von Ravensberg in enter Ehe mit einer 
bischof Bernhardt IV., Gertrud, Tochter Hermann's II. ronLippe verheirathet gewesen ist. Vgl. Nr. 247.— 
sere Handschrift richtig, vgl. Nr. 217, statt Ottone der Drucke. — *) „de" die Abschrift. 



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1236. 165 



250. 



* Hitter Belfric von Rothenburg schenkt dem Eloster Hardehausen ein Gut. 1236. — Or. El. Harde- 

hausen U. 39. 

Helfricus miles de Rodenberch l ) universis Christi fidelibus salutem in auctore salutis. Quoniam teste 
scriptura qui thesauros suos in celo reponunt et amicos sibi de mammona iniquitatis faciunt, qui eos 
recipiant in eterna tabernacula, soli vere sapientes sunt: ideo notum facimus tarn futuris quam presenti- 
bus, quod nos eadem spe et intentione cum consensu et favore uxoris Elisabeth et keredum nostrorum 
mediam partem ville, que vocatur Mezcebach 8 ), quam iure hereditario possedimus, pure et absolute 
absque omni conditione dedimus, cum omnibus attinentiis suis, fratribus ecclesie de Hersuithithusen Ci- 
sterciensis ordinis, quatinus earn iure perpetuo possideant, et nobis ac filiis nostris Bertoldo, Henrico et 
Hermanno iam defunctis atque universis liberis ac parentibus nostris ad inpetrandam Dei misericordiam 
suis precibus et laboribus cooperatores existant. Ut ergo hec donatio nostra pure propter (Deum) facta 
predictis fratribus rata et inconvulsa permaneat, presentium tenore earn protestamur et sub annotatione 
testium, qui presentes exstiterunt, quorum nomina hec sunt: Volpertus miles de Bivera, Hardradus miles, 
Conradus de Berlifissen cum appensione sigilli nostri perpetuo confirmamus. Anno D. M°.CC°. XXXVI . 
acta sunt hec. 

Das Siegel ist abgefallen. 

251. 

* Mit den Ersparnissen von zwei Kemnader Nonnen werden Giiter fur dieses Kloster angekauft, cms deren 

Ertrag dessen Mitglieder alle Monate 8 Schillinge empfangen und hierftir eine Todtenmesse zu halten 

haben. 1236. — Or. EL Kemnade U. 3; Abschr. Msc. I. 139 p. 540. 

Hermannus Dei gracia Corbeyensis abbas omnibus huius pagine inspectoribus. Quoniam adeo crescit 
malicia condicionis humane et ad malum pronior est quam ad bonum, que salubriter acta sunt, ne in 
posterum retractari valeant vel mutari, et scripture debent munimine commendari et inscriptione testium 
confirmari. Notum igitur esse cupimus, quod cum dilecte filie Adhelheidis de Rotthinge et Margareta de 
Hupethe, sanctimoniales ecclesie Kaminatensis, de sufEragio amicorum suorum et aliorum fidelium largas 
elemosinas collegissent, dilectus in Christo Conradus eiusdem ecclesie prepositus exinde quedam predia 
in villa Caminatensi a domino Bertoldo de Homburch ad prebendam dominarum ibi Deo famulantium 
comparavit, ut videlicet de illis prediis in communi dentur dominabus octo solidi in fine cuiuslibet men- 
sis, et conventus vigilias et missam cantabit in memoriam fidelium defunctorum. Preterea custodi ad 
luminaria ' et pulsationem campanarum et thus comparandum duo solidi dabuntur annuatim. Locatio 
autem eorundem bonorum ad prepositum eiusdem loci solummodo pertinebit. Testes huius rei sunt: 
Bertoldus et Heinricus fratres de Homburgh, Johannes Hegere, Bernhardus de Hoigen, Hartmannus et 
Ernestus de Novali, Arnoldus de Hupethe, Heinricus de Botvelde, Heinricus Stencop, Thidericus de He- 
len, Gernandus, Albero de Brach, Hermannus de Osterrothe, Luderus de Lotbeke 8 ), Thidericus Lode- 
recke, Eckehardus de Vallonstide, Heinricus de Biscopingerothe et alii quamplures. Ut igitur ex nulla 



') Rothenburg, Provinz Hessen, an der Fulda. Der Aussteller unserer Urkunde bezeugt auch ein Document des Land- 
grafen Conrad von Thuringen von 1233. Wenck II. B. 151. — 2 ) Metzebach N. von Rothenburg. — *) Derselbe heisst 
in der Corvey'schen Urkunde von 1245: Luderus de Lobeke, und ist moglicherweise ein Yorfahr des spater in Iser- 
lohn und besonders in Dortmund auftretenden Geschlechts: Lobbeke, von dem auch jetzt noch eine Linie im Braun- 
schweig'schen, eben in dem bei beiden Urkunden in Betracht kommenden Gebiete, angesessen ist. Sprachlich ist 
lot wohl gleichbedeutend mit dem niederdeutschen lade, Reis, Sprosse (Brem. Worterb. III. 3), woher auch die 
Loddenheide bei Minister den Namen hat. Lotbeke wiirde also ungefahr mit Weidenbach zu (ibersetzen sein. 



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166 ««• 

temporis longinquitate huic facto possit inpedimentum aliquod provenire, illud presenti scripto et sigilli 
nostri munimine confirmamus et perpetuis ratum esse temporibus per auctoritatem beatorum apostolo- 
rum Petri et Pauli nostramque et omnium abbatum et sacerdotum mandamus et precipimuB, omnem vio- 
lentiam seu malignantis ingenii dolum ab eisdem bonis tamquam ecelesiasticis, eadem auctoritate sub 
interminatione anathematis repellentes. Acta sunt anno gracie millesimo CC°. XXXVI , indictione IXa. 
Das Siegel ist abgefallen. 

252. 

B. Bernhardt 1 V. gestattel dem Kloster Marienfeld die Ausrodung eines Waldes bet Stapellage l ) gegen 
eine jahrliche Abgabe von Wachs fur Itchier an den Grabern der Bischofe Rotho (1036 — 1051 J und Imad 
(1051 — 1076) bei Feier ihrer Anniversaries 1237 Januar 13. — Fr. Paderborn U. 151; eine andere im Archiv 
des KL Marienfeld U. 86; daraus gedr. U.-B. HI. 344 2 J. 

253. 

* Der Edle Bertold von Biiren resignirt dem Kloster Gokirchen sein partielles Obereigenthumsrecht an einem 
angekauften Grundstiicke. 1237 Marz 28. Marsberg. — Abschr. Msc. Vll. 4210 S. 2. 5102 IV. S. 58. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen, Ego Bertoldus de Buren dictus vir nobilis presenti 
scripto presentibus et futuris duxi intimandum, quod in predio Wesperthe, quod ad nobilem virum do- 
minum Widikyndum principaliter pertinebat 8 ), ego quoque sui coheres et in argumentum mei iuris allego, 
quod Conradus miles de Walberninchusen duos mansos in Thetboldinchusen 4 ) de parte ilia prefati pre- 
dii, que me contingebat, de me habebat in feodo et sine ullo vel valde modico obsequio potuisset ha- 
buisse, si vellet. Ipse vero, sive inspiratus a Deo sive persuasus ab homine, accepit quandam summam 
pecunie a dominabus Cisterciensis ordinis, que sunt Paderburne apud sanctum Olricum, que predium illud 
tunc comparaverant, et resignavit mihi prefatos mansos ea quidem intencione, quod fierent dominabus, 
sed nulla condicione premissa, quod vel dominabus vel cuiquam homini conferre tenerer 6 ). Verum quia 
de bonis bona sumi debent exempla, quod prefatus miles pie inchoaverat, ego pie conplevi et cum con- 
sensu coheredis mei Bertholdi prefatos mansos prefatis dominabus sine prece et precio et mera liberali- 
tate donavi et donacionem 6 ), ubicumque necessarium fuit, debita sollemnitate firmavi. Unde si umquam 
aliquis prefatas dominas in prefatis mansis gravare presumpserit, in die tremendi iudicii coram omni 
carne cum Juda traditore condignas penas exsolvat. Acta sunt hec in monte Martis a. d. i. M°.CC°.XXXVII<\ 
V. Kal. Aprilis. Testes huius rei sunt: dominus Hermannus de Ythere, dominus Johannes de Patberg, 
Conradus de Dalhem, Alradus de Monte, Rickolfus de Vesperthe et Bruno, Ludolfus et RegGnbodo de 
Berchem, Horat de Andepe, Hermannus de Eleren, Gerlacus de Wassenbeke, Wilhelmus de Heperen, 
Vollandus et Bertholdus Mulo ^ de Monte, Heitenricus de Nutlot (sic I) et alii quamplures. 



>) Im Fr. Lippe W. von Detmold. — *) Doch ist hierbei zu bemerken, dass unser Te*t den Zweck vollstandiger und 
ausfohrlicher angiebt, und statt: ad supplementum cereorum qui ponuntur in anniversariis episcoporum nostrorum 
predecessorum ad eorum tumbas, lieet: de quibus libris cereus de libra et media in anniversario sancti Rothonis et 
alius cereus equi ponderis in anniversario sancti Imadi episcoporum ponentur ad eorum tumbas. — *) Vgl. die Go- 
kirchener Urkunde von 1217 Nr. 70. — 4 ) Desgl. die von 1234 Nr. 231. — *) So habe ich emendirt statt „teneret" 
des Copiars. — •) donacione das Copiar. — ^ So das Copiar. 



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an. 
254. 

f Bischof Bernhard IV. iiberweist der Pfarrkircke in Sandebeck einige ihm zu diesem Be 
Grundstiicke mit dem Bedinge, davon jahrlich bestimmte Geldabgaben zu entrichten. 1237 

Abschr. Msc. 1. 126 fol. 44'. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus quartus Dei gratia Paderborne 
universis Christi fidelibus hanc paginam inspecturis perpetuam in Domino salutem . . . Pre 
ficamus et futuris, quod Arnoldus quondam (in) Zandenebeke l ) plebanus, Bernhardus sace 
Bartholomeo et Albertus de Watervelde monachus de consensu abbatis sui et conventui 
Paderbornensis in nostra constituti presentia septuaginta iugera in Bodikenhaghen 2 ) et qui 
tuor vel plura in Antiqua Indagine 8 ) iuxta Zandenebeke sita cum areis et domibus eisdem 
nentibus nobis libere resignaverunt, et nos ad eorundem voluntatem eadem bona domino 
beate virgini Marie et beato Dyonisio Zandenebeke contulimus, assignando eadem Conrado 
plebano suisque successoribus perpetuo possidenda, ut quicunque in ecclesia Zandenebeke 
deserviat, conventui beati Pauli in Paderborne in die omnium sanctorum quatuor solidos a 
Katherine peragendum, et in epiphania Domini quatuor solidos ad elemosinas pauperum d 
dictis bonis sine qualibet difficultate persolvat annuatim. Qui autem in ecclesia Zandeneb< 
banus, in die beate Katherine tamquam unus fratrum sancti Pauli totius consolationis port 
et ipsorum merit fraternitati. Ut autem hec ordinatio rata sit et inconvulsa perpetuo con: 
paginanT testimonialem -conscribi iussimus et sigilli nostri et capituli maioris ecclesie et "V 
dyaconi in Zandenebeke munimine fecimus roborari ad ipsorum consensum ostendendum. Hi 
aderant: Conradus custos, magister Johannes canonici Paderbornenses, Bertoldus vie 
ecclesie Paderbornensis, Hermannus plebanus sancti Pancracii 4 ), Conradus plebanus de Ste 
dus plebanus de PSmesen, Henricus plebanus in Vinsbike, Bernhardus villicus de Oyenhu 
villicus de Zandenebeke, Hermannus villicus de Hame, Godfridus et Everhardus de Huet] 
uoldus de Palude et alii quamplures. Acta sunt hec a. D. M°.CC°. XXXVII . in die Phili 
apostolorum, pontificatus nostri anno nono. 

255. 

* Graf Adolf von Waldeck resignirt dem Able Hermann von Comey den von ihm lehnriihrit 
Erkeln zu Gunsten des Klosters Hardehausen. 1237 Mai 23. — Or. Kl. Hardehausen i 

Abschr. s. XVI. Msc. I. 136 p. 128. 

Honorabili et predilecto domino suo Hermanno abbati de Corbeia Adolphus Dei gn 
Waldeke paratum in omnibus debite fidelitatis fl ) obsequium. Quia constanter credimus, c 
ceritate, quam hand dubium ab eo qui fons (et) origo tocius est virtutis pre multis mort 
accepistis, religiosos quosque diligitis et eis omnem benivolentiam affectuosius impenditis, i 
benignitatis aflFectum abbati et conventui in Herswithehusen exhibeatis, proprietatem decim 
quam de manu vestra iure feodi tenemus, intuitu nostri obsequii, precipue vero respectu 



l ) Sandebeck Kr. Hoxter W. von Nieheim. — ? ) Ob hieran noch Buddenbrock 0. von Sandebeck erii 
Sandebeck ist ein Altenhagen nicht mehr zu constatiren. — 4 ) d. i. der Marktkirche in der Stadt 
Kamp8chulte Eirchenpatrocinien 44. — *) Geht aber nur bis resignamus. Das Datum unserer Absc 
Corveyer Ausfertigung in Msc. I. 186 an. — *) Der Graf von Waldeck war Corvey'scher Lehnsmar 
Kr. Hoxter SO. von Brakel. 



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168 «". 

tionis eis ad ius perpetue possessionis porrigendo eandem decimam hac conditione premissa vestre gracie 
resignamus. Datum et actum anno incarnationis dominice M°.CC°. tricesimo septimo. In cuius rei testi- 
monium, evidentiam et munimen huius resignations, sigillum nostrum presentibus est appensum, decimo 
Kalendas Junii ')• 

Nur die Siegelriemen sind an der Hardehausener Ausfertigung erhalten. 

256. 

* Abt Hermann und der Convent von Corvey verpflichten sich, dem Kloster Hardehausen auf Verlangen jeder 
las Obereigenthumsrecht des Zehnlen zu Erklen abzutreten. 0. J. (1237 2 )J. — Or. Kl. Hardehausen U. 25. 

rmannus Dei gracia abbas, Albertus prior, Strigerus propositus, totusque conventus Corbeiensis 
universis hoc scriptum inspecturis salutem in Domino. Notum esse volumus tam presentibus; 
lturis, quod nos fratribus conventus monasterii in Herswithehusen quandocunque petierint a nobis 
qua recompensacione tenemur dare proprietatem decime in Erclen et super ipsa privilegium sigillis 
firmatum. Et hoc presentibus litteris sigillorum nostrorum appensione roboratis fideliter prote- 
ct nostri successores ad hocipsum, si forte ad illos quacunque de causa dilatum fuerit, tenebuntur. 
Beide Siegel sind abgefallen. 

25T. 

schof Beinrich von Coin 6 J theilt den Herforder Ministerialen den vor ihm gefallten Rechtsspruch mil, 
betm Tode eines ihrer Dienstgenossen , der ein der Abtissin als hergewede fdUiges Streitross hinter- 
lat, welches jedoch von seinen Erben bereits veraussert ist, diese streitigen FalU denErweis erbringen 
xiisse, dass er ein solches besessen. 1237 Mai. Lechenich. — Or. Gefurst. Abtei Herford V. 40. 

Dei gracia sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopus dilectis suis ministerialibus de Hervordia 
. et omne bonum. Noverit vestra universitas coram nobis sententiatum esse, quod si aliquis com- 
rialis vester decedens dextrarium reliquerit, qui domine abbatisse cedere debeat ratione iuris 
ergewede dicitur, et heredes illius alienaverint eundem et postmodum a domina sua requisiti asse- 
functum dextrarium nullum reliquisse et super hoc probationem suam offerant et abbatissa econtra 
i voluerit, ipsum defunctum in morte sua habuisse dextrarium, potius eidem abbatisse quam here- 
lefuncti probatio incumbit. In cuius late sententie memoriam presenti cedule sigillum nostrum 

apponi. Datum Lechnich, anno Domini M°.CC°. XXXVII , mense Maio. 
Das Siegel ist abgerissen. 

258. 

Stift St. Johannisberg bei Hersfeld entsagt alien Anspriichen an ein dem Kloster Hardehausen verkauf- 
les Gut. 1237 August 16. — Or. KL Hardehausen U. 41. 

o Cunradus Dei gratia prepositus Montis Sancti Johannis apud Herfelt 4 ). Ad noticiam singulo- 
pimus devenire, quod nos de communi consensu fratrum nostrorum omni actioni, que nobis con- 



srgl. die Urkunde vom 25. Juli 1238. — *) Nach Massgabe der vorhergehenden Urkunde. — «) Erzbischof Heinrich 
arb den 26. Marz 1288. Fur die Bestimmung seines Todesjahrs ist diese Urkunde nicht unwichtig, da die Anuales 
>lon. Maximi (Godefridus Colon.) ihn in fine quadragesime 1237 sterben lassen, und hierdurch aufs Neue den Be- 
eis liefern, dass man in Coin das Jahr mit Ostern, 1238 den 4. April, begonnen babe. Vgl. was ich U.-B. III. 
950 in dieser Beziehung gegen Ennen und Eckertz gesagt habe. — 4 ) Siidlich von Hersfeld in der Provinz Hesseu. 



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1J87. 169 

petebat vel conpetere videbatur in ecclesiam Hirsundehusen super manso sito in Gelcenhusen '), quern 
dominus Volbertus canonicus de Wrisiar aliquando cum consensu heredum et coheredum suorum vendi- 
dit, renunciavimus* in figura iudicii sedis Moguntine ita scilicet, ut predicta ecclesia tarn a nobis quam 
ab omnibus successoribus nostris super iam dicto manso debeat perpetuo ab omni vexatione quocunque 
nomine censeatur inconcussa permanere. Testes huius sunt: Johannes Pingwensis prepositus et scolasti- 
cus maioris ecclesie Moguntine, Hugo scolasticus sancte Marie ex Campis, Gotsmannus cantor sancti 
Stephani, Gumbertus monachus et alii quamplures . . . Acta sunt hec a. D. millesimo CC°.XXX°.VII , 
XVII. Kalendas Septembris. 
Das Siegel ist abgefallen. 

259. 

* Bischof Bernhardt IV. von Paderborn verhiindigt alien Glaubigen seiner Diocese, welche die verfallende 

Stiftskirche zu Schildesche am St. Michaelsfeste besuchen und mit Gab en behufs ihrer Wiederherstellung unter- 

stiitzen wiirden, einen Ablass von 40 Tagen. 1237 September 26. — Or. Stift Schildesche V. 12. 

B. Dei gratia Paderburnensis episcopus omnibus Christi fidelibus in diocesi sua constitutis perpetuam 
in Domino salutem. Quoniam, ut ait apostolus, omnes stabimus ante tribunal Christi recepturi prout in 
corpore gessimus, sive bonum fuerit sive malum, oportet nos diem messionis extreme misericordie ope- 
ribus prevenire ac eternorum intuitu seminare in terris, quod reddente Domino cum multiplicato fructu 
recolligere debeamus in celis, firmam spem fiduciamque tenentes, quoniam qui parce seminat parce et 
metet, et qui seminat in benedictionibus, de benedictionibus et metet vitam eternam. Cum itaque eccle- 
sia Scildensis in temporalibus et spiritualibus et maxime suis edificiis adeo sit collapsa, quod vix exco- 
gitari poterit qualiter resurgat, nisi per inspirationem divinam et elemosinas fidelium subveniatur eidem, 
universitatem vestram rogamus, monemus et exhortamur in Domino, in remissionem peccaminum vobis 
jjiiungentes, quatinus ad hoc pias elemosinas et grata caritatis subsidia erogetis, ut per vestram subven- 
tionem tanta miseria utiliter valeat relevari et vos per hec et alia bona, que Domino inspirante feceritis, 
possitis ad eterne felicitatis gaudia pertingere. Nos vero de omnipotentis Dei misericordia et beatorum 
patronorum nostrorum Liborii et Kiliani auctoritate confisi omnibus Christi fidelibus per nostram dioce- 
sim constitutis ad locum acccdentibus predictum et manum porrigentibus pietatis in vigilia et in festo 
sancti Michaelis et per totam illam octavam, XL dies de iniuncta sibi penitentia misericorditer relaxa- 
mus. Datum anno Domini M°.CC°. XXXVII , sabbato ante festum sancti Michaelis. 
Das Siegel ist fastganz zerstort. 

260. 

* Uemorienstiftung des Priesters Bertold aus den von ihm vcrmehrten Einkunften der Marien- Capelle im 
Dom zu Paderborn. 1237. — Or. Pr. Paderborn U. 152. 

B(ernhardus)Dei gratia quartus Paderbornensis episcopus, V(olradus) prepositus, R(abodo) decanus 
totumque eiusdem ecclesie capitulum omnibus hanc litteram inspecturis perpetuam in Domino salutem. 
Ne ea que geruntur in tempore cum tempore labantur, scripturarum convenit testimonio perhennari. Ad 
noticiam itaque tarn presentium quam futurorum pervenire volumus, quod cum de prediis existentibus in 
villa Hegkerinchusen 2 ) attinentibus capelle S. Marie infra parietes ecclesie nostre Paderbornensis XII 



Der Aussteller unserer Urkunde kommt noch 1266 urkttndlich bei Wenck II B. 507 ale einer der Pralaten des 

Furs tab te 8 yon Hersfeld vor. — l ) Nach Landau, der Hessengau 176, soil es der im Gericht Borken S. von Borken 
gelegene Gilserhof sein. — *) Eggeringsen bei Dornhagen SO. von Paderborn. 

Wertf. Urk.-Bucb. IV. 22 



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170 1237. 

maltra, videlicet tria tritici, tria hordei, tria siliginis et tria avene et tres carrate lignorum et sex untie 
ovorum de superiori curia, et de inferiori curia tantum in omnibus equaliter, et de uno manso in eadem 
villa sex maltra, videlicet duo siliginis, duo hordei et duo avene et tres untie ovorum ettres pulli, due 
carrate lignorum annis singulis sint persolvenda, Bertoldus rector eiusdem capelle, cum redditus eiusdem 
capelle temporibus suis aliquantulum augmentaverit, de nostro consensu et voluntate ordinavit et dispo- 
suit pro anime sue remedio, quod cuilibet fratri de capitulo et vicariis presentibus et sacerdoti tunc 
missam dicenti duo denarii, custodi vero tres, campanario tres obuli monete legalis per rectorem eius- 
dem capelle de predictis bonis in anniversario predicti Bertoldi quolibet anno persolventur. Hec autem 
acta sunt anno Domini M°.CC°. XXXVII , presentibus testibus ad hoc rogatis: Volrado videlicet maiore 
preposito, Rabodone decano, Thetmaro scolastico, Volberto canonico, Volnando cantore, Ludolfo celle- 
rario, Conrado custode et aliis quampluribus Paderbornensis ecclesie canonicis et ad maiorem rei evi- 
dentiam predictus Bertoldus sigilla nostra petivit apponi. 

Das bischofliche and das altere domcapitularische Siegel (mit dem Bruatbilde dee h. Liborius) sind ziemlich gut 
erhalten. 

261. 

* Die Abtissin Beatrix von Neuenheerse bestatigt den Verkauf der Giiter in Schlangen seitens sweier Mini- 

sterialen ihrer Kirche an das Kloster Hardehausen. 1237. — Or. Kl. Hardehausen U. 40. 

In nomine Domini. Amen. Ego Beatrix Dei gratia abbatissa in Herisia omnibus hoc scriptum in- 
specturis in perpetuum. Notum facimus tarn futuris quam presentibus, quod nos, quantum in nobis est, 
pacem et quietem fratribus de Hersuithehusen providere cupientes, contraction factum inter ipsos et no- 
stros ministeriales Alberonem videlicet et Ludolfum filium eius milites super bonis in Ostlangen l ), que 
predicti fratres pro XXXV marcis comparaverant, rogatu et instantia eorundem militum ex consensu cap^- 
tuli nostri ratum habemus et sigilli nostri et ecclesie nostre auctoritate confirmamus. Unde etiam pre- 
sentibus litteris insinuamus successoribus nostris, eisdem bonis Agnam (sic!) uxorem ipsius Ludolfi cum Albe- 
rone filio suo tunc unico et universis legitimis heredibus renuntiasse, et in possessionem predicte ecclesie 
cum omnibus attinentiis suis eadem integraliter transivisse. Acta sunt hec a. d. i. M°.CC°. XXXVII . 
Testes: Anna preposita, Wildrudis, Beatrix canonice, Conradus plebanus de Brakel, magister Helmungus, 
magister Johannes canonici et alii quamplures. 
Die beiden Siegel sind nicbt erhalten. 

262. 

* Abt Hermann von Hasungen bestatigt, dass die Edlen von Keseberg 2 J mit ihren Erben, denen von Gudens- 

berg und Scartenberg *), auf gewisse Giiter zu Gunsten des Klosters Gokirchen verzichtet haben. 

1237. — Abschr. Msc. Vll 4210 S. 4. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia abbas in Hasungen universis, ad 
quos presens pagina pervenerit, salutem in salutis auctore . . . Tarn futurorum quam presencium noticie 
deferimus, quod nos divine retribucionis intuitu, necnon ancillarum Christi, abbatisse videlicet et sui 
collegii Cisterciensis ordinis novi operis in Paderburne, peticionis interventu Scarthenberc accessimus. 



») Schlangen im Furstenthnm Lippe N. von Lippspringe nach der Furstl. Paderborner Urknnde von 1211, oben ^r. 40, 
welche der dortigen Besitznngen des Klosters Hardehausen gleichfalls erwahnt. — 2 ) Proving Hessen, NO. vom 
Waldeck'sehen Sachsenberg, vgl. Nr. 233. — •) Im Amte Zierenberg NW. von Cassel. 



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1237. 

Widekyndus vero advocatus et frater suus Ottho nobiles de Keseberc cum coheredibus 
qui dicitur Olla de Gutenberg l ) et filiis suis Theoderico, Hennanno, Conrado, necnon gei 
de Scarthenberc nobis ibidem occurrentes predium in Vesperthe situm cum sex mansis ii 
sen 2 ) et aliis bonis attinentibns ad manus nostras nostrique custodis Henrici Mindensis 
berti plebani de Geismaria et Henrici sacerdotis de Paderborne resignaverunt, omnemqi 
illius sepius dicto collegio attribuerunt. Prenominatus eciam Theodericus Olla coram no 
testatus est, se tredecim mansos cum homine Alrado in restaurum eiusdem predii rec 
novem in Witmare in proprietate, duosque in eadem villa et duos in Ostheim fcodali iu 
monstravit. Et ut hoc factum stabile et inconvulsum permaneat, presens scriptum nostr 
gigillis resignancium fecimus roborari. Huius autem facti testes sunt: Fridericus de Be 
de Scarthenberc sacerdotes et Volpertus doctor scolarium de Hasungen, Arnoldus Lupu 
Johannes de Helfenberc et Alwinus qui dicitur Vacca, railites; Theodericus filius Li 
Lilienberc, Conradus et Gumpertus fratres de Honvels et alii quamplures. Datum S( 
M°.CC*.XXXVII°, ordinacionis nostre a. VII. 



263. 

* Abt Conrad von Corvey verlrihl dem Stift Arolsen zu der ihm schon frUher Ubertoiesenen 
scheid B J auch noch das dortige Schulzenamt, unter der Bedingung jedoch, dass der Props* 
dieser Beziehung nur nach Schulzenrecht dem Kloster Corvey vcratUworilich $ei. Wiird 
in Bbnscheid der Art zunehmen, dass es eines besonderen Propstes bediirfte, so solle der Pi 
das Recht der Prdsentation haben. 1237. Corvey. — Abschr. Msc. I. 245 S. 364; II. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gratia Corbeiensis abbai 
paginam inspecturis notum esse cupimus, quod nos divina instigante gratia officium in 1 
(lominus Antonius de Alvehusen suis heredibus exclusis iure schulteti tenebat, contul 
Aroldessen sub hac forma, quod prepositus eiusdem loci iure schulteti censeri debet, 
quod si in exsolvendis reditibus negligens inventus fuerit, omni alio iure postposito quo< 
posset, sicut schultetus de eodem officio ad ecclesiam Corbeiensem recursum habebit. 
dem prepositi propositum adeo promotum fuerit, quod idem locus in Honschede, ubi do 
Aroldensi (monachos) locare proponit, adeo excreverit, quod per specialem prepositum < 
idem prepositus de Aroldessen idoneam personam abbati exhibebit, et per ipsum invei 
litones in eodem officio fuerint, prefatus prepositus pro eisdem secundum ius eiusdem o 
sunt hec consentiente capitulo nostro, Alberto priore, Conrado preposito, Joanne came 
portario, aliisque personis ecclesie nostre subscribendo et ministerialibus Conrado de An 
licet et Gerhardo Hadic, Bernardo de Dalwich, Joanne oamerario, Stephano pincerna, ( 
Bertoldo marschalco consentientibus. Testes huius rei sunt: Otto comes de Eversteyn, 
de Dassel, Ludewicus et Hermannus comites de Eversteyn, Volquinus de Schwalenberg, 
tie Waldecke et alii quamplures. Et ut hoc scriptum inconvulsum permaneat, presente: 
nostro et ecclesie fecimus communiri. Datum apud Corbeiam anno dominice incarnationis 
anno ordinationis nostre decimo quarto, Friderico serenissimo Romanum imperium gubei 



*) Den Beinaxnen Olla vermag ich nicht zu erklaren. Da aber der Namliche in einer Urkunde voi 
ricus Lupus de Gudensberc nennt (Wenck Hess. G. III. U.-B. S. 95), so wird das Wort nur eine . 
sein. Unter den Zeugen erscheint aber auch hier ein Arnoldus Lupus de Gutenberg Ygl. Kr, 
Gokirchener Urkunde von 1234 Nr. 231. - 8 ) Im J. 1235, vgl. Nr. 241. — 4 ) „Scribero" das Co 

22* 



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172 1»38. 



264. 



* Propst Ludolf von Schaken verkauft dem Klo&ter Wilbadessen ein Gut seines Stifls, ohne indessen eine 
Gewahrleistung gegen die Anspruche des friiheren Besitzers zu iibernehmen. 1237. — Or. l J im Besitze der 

Paderborner Abthetlung unseres Vereins; Begest Msc. I. 242 *> S. 62; Abschr. des Anfangs Msc. VI 1.4514. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ludolfus propositus in Scaken omnibus hoc scriptum visu- 
ris ad perpetuam pacem. Noverint omnes huius littere inspectores, quod nos preposito Gerhardo etcon- 
ventui in Wilbodessen duos mansos in Veplethe, quos dominus Udo de Helmere 2 ) ecclesie nostre con- 
tulit, ex abprobatione et consensu capituli nostri vendidimus receptis a predicto preposito et conventu 
tredecim marcis, sub ea videlicet forma, quod predictus Udo et heredes sui omni iuri suo super predi- 
ctis bonis renunciaverunt. Nos autem volentes ecclesie nostre inposterum providere, propter habundan- 
tem cautelam hoc interseruimus, quod si predicta ecclesia a sepedicto Udone vel heredibus suis vel 
exactione vel quocunque gravamine inposterum molestetur, ecclesia nostra super eo nullatenus inpetatur. 
Ne vero hec inposterum alicuius malignantis ingenium iafringere possit, presentem paginam huius facti 
confirmativam conscribi fecimus et sigilli nostri appensione munitam roboravimus. Acta sunt anno verbi 
Domini M°.CC°. XXXVII . Huius rei testes sunt: Conradus plebanus de Brakele, frater Heinricus de 
Valehusen, frater Bertoldus de Gundersen; dominus Bertoldus de ffindeneburg, dominus Raveno de Pa- 
penhem, Hermannus marscalcus de Osdagessen, Erpo comes de Volstesen, Udo de Hacheburgehusen, 
Conrat Trillewin de Flehten, Fredericus de Aldenherse, Wernerus filius Elgeri de Hacheburgehusen, Her- 
mannus filius domini Wernheri de Brakel, Enkelhart iunior de Stenhem, Helmbragt de Natesungen, 
Willehem de Reno dispensator domini Bertoldi, capellanus et genius 8 ) nostri prepositi de Scaken, Fre- 
dericus de Osthem, Bertram de Wilbodessen et omnis familia domini Bertoldi de Brake (sic I) Hindeneburg. 

Das noch ziemlich gut erhaltene Siegel zeigt auf einem breiten und hohen Lehnsessel die heilige Jungfrau mit dem 
Jesuskinde in der Linken and dem Lilienscepter in der Rechten. Die Umschrift lautet: f SIGIL. ECLE SCE 
MARIE IN SCHAKEN. 

265. 

* Nachdem die Bathsherren und die Gemeinde der Stadt Paderborn mehrere der Domcantorei gehorige 
Besitzungen 4 ) vielfach beschddigt, erhob der Domcantor Volland hier gegen Beschwerde beim Metropolitan von 
Mainz, der zur Untersuchung der Sache Bichter besteUte. Als im Auftrage derselben, und gemdss dem Be- 
schluss der Maimer Provinzialsynode der Abt und der Prior von Basungen ein Mandat gegen die Stadt 
erliessen, verhangte die Biirgerschaft auf dem Markt mit entblossten Schwertern die Adit uber den Dom- 
cantor und confiscirte seine Besitzungen, so dass er die Stadt verlassen musste. Auf seine Klage nun spre- 
chen der Abt und der Prior von Basungen die Excommunication uber die Stadt Paderborn aus, verbieten 
dort die Beerdigung der Todten und theilen diese Sentenz alien Geistlichen der Kirchenprovinz Mainz zur 
Nachachtung mit, wobei sie zugleich auch den Erzbischof von Coin bitten, dieselbe zu bestatigen und in 

seiner Provinz verkiindigen zu lassen. (1238) & J Mdrz 17. Basungen. — Orig. in zwei Ausfertigungen 

Fr. Paderborn U. 154 a. 

Venerabilibus patribus et dominis omnibus episcopis, abbatibus, prepositis, decanis, archidiaconis, 
capitulis et aliis prelatis plebanis sacerdotibus et universo clero et religiosis privilegio clericali gauden- 



*) Aus dem Wilbadessener Archiv. — *) Helmern SO. von Wilbadessen und Hohemvepel N. von Warburg. Vgl. Erhard 
C. 95 u. 431. — *) Nur so konnen wir dies ganz unerklarliche Wort lesen. In dem angefuhrien Regest ist dieser 
Zeuge ausgelassen. — 4 ) Vgl. Nr. 268. — *) Das Jahr ergiebt sich aus der folgenden Urkunde. 



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1238. 173 

tibus per provinciam Moguntinam constitutis H(ermannu8) Dei gratia abbas humilis et . . prior in Hasuncen 

executores a iudicibus sancte Moguntine sedis dati orationes in Domino devotas et pacem sancte Dei ecclesie 

videre in perpetuum. Negotium, quod vestre venerande universitati presentium tenore super invasione 

clericalis privilegii a laicis l ) humiliter duximus significandum, rogamus, quatinus pacienter wAntpr T)mim 

et sanctam catholicam ecclesiam , que in membris et ministris suis in civitate Paderburneni 

et civibus hostiliter invaditur, patienter et attente et cum intentione defendendi privilegiu 

ecclesiasticam libertatem audiatis et efficaciter doleatis, ne id quod ibi modo diabolo inst 

contra clerum agitur, id apud vos et in vobis fiat et in consuetudinem ducatur et alii 

Hinc est, quod nos mandato secundum concilium Moguntinum 2 ) a iudicibus sancte Mogui 

cepto in causa, que vertitur inter V(ollandum) cantorem Paderburnensein ex una parte 

cives Paderburnenses ex altera super ablatis eidem et dampnis illatis, ipsos ammonuimus, i 

hiis satisfacerent. Quod ipsi non fecerunt; sed se contra nostram ammonitionem et canto 

erexerunt, sicut idem cantor nobis lacrimabiliter est conquestus: quod, postquam plebanis 

dotibus Paderburnensis civitatis super ablatis et dampnis sibi illatis a consulibus et civi 

nensibus littere nostre ammonitionis fuerunt exhibite , predicti ei et eis comminationes terr 

per quas eum ab ecclesia sua et civitate Paderburnensi fugaverunt, in quam ipse adhuc me 

eos non audet intrare sine conductu speciali, et facta ammonitione a plebanis et sacerdot 

manifestante& et ad effectum ducentes, contra statuta canonum et legum imperialium et 

libertatem clericale privilegium invadentes, in contemptum sedis Moguntine et nostrum et t< 

ordinis ipsi gravem iniuriam facientes, extractis gladiis in foro civili coram iudice seculai 

publice proclamaverunt, ut persona sua et omnia bona sua publicarentur. Conquestus es1 

eandem iniuriam fecerunt domino Bernhardo presbitero de sancto Bartolomeo, qui nostri 

sua causa obedivit, et quod adhuc predicti super ablatis et dampnis illatis in bonis suis Ai 

ammonitionem nostram non satisfecerunt. Unde petivit a nobis, quia hec essent manifi 

consules et cives Paderburnenses propter has iniurias infames iudiciari et excommunicari 

mortuorum in parrochiis Paderburnensis civitatis interdici. Nos autem, quia predicta antei 

fainam a veracibus et multis gravibus personis et etiam a Ludvico monacho de Svalenberi 

mini B(ernardi) episcopi Paderburnensis super eodem negotio ad nos misso in figura iudi 

et sunt manifesta tarn in diocesi Moguntina quam Paderburnensi et alias et in nostro 1( 

nobis plenius constaret super hiis, sufficientem a cantore super fama recepimus probatione 

ad instantiam cantoris predictos iudicem consules cives Paderburnenses, quod contra statut 

legum et ecclesiasticam libertatem et privilegium clericale contra V. cantorem et B. presbi 

civili extractis gladiis proclamaverunt et ipsis iniuriam fecerunt, de prudentum consilio diJ 

mus, ipsos eis gravem iniuriam fecisse et propterea iudicamus eos infames et excommunica 

ciamus eos infames et excommunicates, et in parrochiis Paderburnensis civitatis sepulturan 

mortuorum propter hec et quia sanctam obedientiam inpugnaverunt. Hinc est quod singulc 

quibus hee nostre littere fuerint exhibite hortamur in Domino et rogamus, quatinus in 

cantori favorabiles exhibeatis, et mandamus vobis auctoritate sancte Moguntine sedis et no 

excommunicationis, quatinus ipsos tanquam excommunicatos vitetis et in diocesi et capita 

et archidiaconatibu8 vestris publice excommunicatos denuncietis et faciatis eos ab omnibus 

dignam satisfactionem arcius evitari, hanc nostram sententiam taliter exequentes, ut meri 

et ecclesia Moguntina et universali ecclesia et nobis, sub quorum tuicione et defensione id 

debeatis commendari et in corporibus vestris et rebus etiam vobis similia a laicis aliqua 

timeatis. Rogamus etiam vos, venerabilis et sancte pater archiepiscope Goloniensis, et on 

et prelatos Coloniensis provincie, quatinus predictos privilegii clericalis invasores, quos exc 



•) „lagicis" die zweite Ausfertigung. — *) Sonet meines Wissens nicht bekannt. — *) D. i. comminatio 



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174 133 8. 

et vobis excommunicatos denunciamus, propter Deum et privilegium clericale et sedem Moguntinam et 
universalem ecclesiam et nostras orationes in diocesibus vestris et ecclesiis nostram sententiam admit- 
tentes et confirmantes, predictos excommunicatos denuncietis et denunciari precipiatis et ab omnibus 
eosdem arcius evitari. Nos abbas et prior sigillo ecclesie nostre volumus esse contenti. Datum in Ha- 
suncen XVI. Kalendas Aprilis. 

An einer Ausfertigung ist noch das Siegel mit den Kopfen der Apostel Paulas und Petrus and der einfachen Urn- 
schrift: HASVNGVN enthalten. 

266. 

dem Streit swischen dem Domcantor und der Stadt Paderborn tnachen die Bedingungen 
Irfullung sie der letzteren aufeiiegt haben. 1238 April 15. Im Paderborner Domcapilel. 
— Or. in zwei Ausfertigungen Fr. Paderborn U. 154 c. 

Hersuidehusen, V(olradus) maior prepositus, R(abodo) decanus, C(onradus) custos 
>. plebanus de Withesinchen, H. de Holthusen vir nobilis omnibus Christi fidelibus 
is, quod in causa, que vertebatur inter V. cantorem Paderburnensem et consules et 
erburnensem, consules et communitas sub pena sexaginta marcarum promiserunt, quod 
npositionem quamcunque in hac causa inter ipsos ordinaremus. Unde nos, perpetua 
ma, que vulgari vocabulo thur sone dicitur, inter ipsos a nobis ordinata et ab ipsis 
i pacis firmata et approbata, eis sub eadem pena mandavimus, ipsam compositionem 
it inviolabiliter observare. Que compositio in littera, que debet esse in ecclesia Pader- 
, ad quam nostra sigilla et sigillum civitatis Paderburnensis sunt appensa, de verbo 
tur. Hec autem, que a predictis consulibus et communitate ad prefixos terminos ad 
l sunt facienda et solvenda in hac littera posuimus et sciant cuncti, quod ipsis etiam 
idem pena, qua hec erant in compositione statuta, ut palos, quos super agros curie 

occupando posuerant eos ante proximam dominicam, qua cantatur „ Misericordia Do- 
it, ut iidem agri possent seminari. Mandavimus etiam sub predicta pena, ut annonam, 

vastaverant et pisces, quos abstulerant in piscina, et pensionem molendini, quod suc- 
done propterea cantor caruit, ante festum beati Jacobi 2 ) proximo venturum ita plena- 
si cantor ab ipsis sacramentum recipere vellet, iurarent in reliquiis se ei omnia hec 
Btimacionem persolvisse. Promisit etiam dominus abbas de Hersuidehusen eadem vice 
resentibus V. cantori pro civibus iudice et consulibus, quod piscinam suam et molen- 

destruxerant, suis expensis reedificaret et expensas quas in earn fecerat et dampna, 
inuit, ipsi solvere t (sic 1) cum omni suo interesse. Etuthecinconvulsapermaneant, pre- 
gillorum nostrorum fecimus appensione roborari. Ego plebanus de Witesinchen, quia 
non habeo, aliorum sigillis sum contentus. Acta sunt hec in capitulo maiori Pader- 
presentibus et consentientibus, anno dominice incarnationis M°.CC°. XXXVIII , XVII. 

fertigung hat noch drei, die andere vier von den geistlichen Siegeln; an beiden ist aber das Siegel 
a H. von Holthusen erhalten, das die bemerkenswerthe Umschrift: SIGILLUM HERMANNI BIRKULE 
gekreozte Streitkolben , iiber welchen ein Stern, aofweist*). 

— 3 ) 25. Juli. — *) lm Jahre 1293 nennt sicli ein Johannes im Texte dictus de Kalenbcrg, im Siegel 



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1138. 175 



26T. 



* SUhne zwischen dem Domcantor Volland und dem Rath und der Gemeinde der Stadt Paderborn. 
1238 April 15. Im Paderborner Domcapitel. — On Fr. Paderborn U. 154 b *)• 

268. 

* Der Abt und der Prior von Hasungen zeigen dem Bischof Bemhard IV. an, dass sie in ihrer Eigenschaft 
ols Executor en der vom Erzbischof von Mainz bestellten Richter die eingeriickte, durch die Vermittler zwi- 
schen dem Domcantor und der Stadt Paderborn abgeschlossene SUhne vom 15. April 1238 bestdtigt habett 
Nach Inhalt dieses Vertrags hatten der Domcantor bet Strafe von 20 Mark, die Stadt bei einer solchen von 
60 Mark angelobt, sich dem Spruche der Vermittler zu unterwerfen. Diescr Spruch verpflichtete die Burger- 
schaft, den in Ammenhausen und Dornethe angerichteten Schaden zu ersetzen, fur die Verletzung der geist- 
lichen Freiheiten Genugthuung zu leisten und zu versprechen, dass sie nie wieder einen Geistlichen vor das 
weltliche Gericht fordern, die seit langerer Zeit weggenommene Kette zwischen der Domfreiheit und der Stadt 
wiederherstellen und das Asylrecht der ersteren achten wiirden. Auf Grund dieses Vertrages heben die Exe- 
cutoren die iiber die Stadt Paderborn ausgesprochene Excommunication wieder auf unter Androhung , dieselbe 
zu erneuern, falls nicht alle Bedingungen von ihr wiirden erjullt werden. 1238 April 17. Hasungen. — 
Or. in zwei Ausfertigungen Fr. Paderborn U. 154*; Abschr. Msc. I. 118 Nr. 44. 

Venerabili patri et domino B. episcopo Paderbumensi et omnibus archidiaconis, prelatis, plebanis 
et sacerdotibus et universo clero Paderburnensis civitatis et diocesis et omnibus Christi fidelibus H. Dei 
gratia abbas et . . prior in Hasungen executores a iudicibus sancte Moguntine sedis dati orationes in 
Domino devotas et pacem sancte Dei ecclesie videre in perpetuum. Omnibus notum esse volumus, quod 
dominus Vollandus cantor Paderburnensis litteras tales nobis in ecclesia nostra Hasuncgen exhibuit: 

Nos abbas de Hersuidehusen, V. maior prepositus Paderburnensis, R. decanus, C. custos, Jo.pleba- 
nus de Withesincen, H. miles de Holthusen vir nobilis omnibus Christi fidelibus notum esse volumus, quod 
in causa, que vertebatur inter V. cantorem ex una parte et consules et cives et communitatem Paderbur- 
nensem ex altera super dampnis in piscina, molendino et agris ad curiam Ammenhosen pertinentibus et 
aliis iniuriis ab eisdem ipsi illatis, et B. de Borige canonici Paderburnensis 2 ) super agris obedientie sue 
in Dornede 8 ) pertinentibus et aliis iniuriis ab ipsis ei illatis, in nos cantor et B. sub pena XX marca- 
rum et consules et cives et communitas Paderburnenses sub pena LX marcarum compromiserunt, utratum 
haberent, quicquid super hiis inter ipsos ordinaremus. Unde nos talem in eos fecimus compositionem, 
quod piscinam suam in Ammenhosen, quam destruxerunt et molendinum super piscina situm, quod 
succiderunt, et agros curie pertinentes, quos cum messe conculcantes vastaverunt et suis usibus sibi usur- 
paverunt, et agros obedientie Dornethe domini B., ad ordinationem nostram voluntarie in perpetuum 
ecclesie Paderbumensi et curie Ammenhosen et obedientie Dornethe liberos cum piscina et molendino 
recognoverunt et recognoscunt, salvo antiquo censu singulis annis dando in holithincge 4 ) Thornethe eis, 
quibus ex antiquo solvebant. Quod autem predicti contra eos et alias ecclesiasticas personas in foro 
civili coram iudice seculari extractis gladiis publice proclamaverunt, ad mandatum nostrum satisfecerunt. 
Et ut invasio laicalis privilegii clericalis et ecclesiastice libertatis et emunitatis Paderburnensis ecclesie 



l ) Das Original ist so verblichen und vermodert, dass die Identitat mit dem Transsumpte in der folgenden Urkunde 
nur mit Muhe hat constatirt werden konnen. — a ) Zu suppleiren: „in causa". — *) Doren im N. der Stadt Pader- 
born. Giefers Beitr. S. 30 vermuthet, dass Ammenhusen in der Nahe gelegen habe. An Ammenhausen bei Rhoden 
im nordlichen Theile des Furstentliums "NValdeck wird wohl nicht zu denken sein. — 4 ) Holz- und Markengericht im 
Dorenholz N. von Doren. 



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176 123R. 

in civitate Paderburnensi in futurum penitus conquiescat, ordinavimus, quod de cetero predicti consules 
vel cives vel communitas nullum clericum vel ecclesiasticam personam in civili vel criminali questione ad 
iudicium seculare trahere presumant, nisi eum antea coram suo iudice legitime conventum et ab episcopo 
suo canonice degradatum et curie seculari traditum secundum canonicas et imperiales sanctiones. Ordi- 
navimus etiam, quod catena, que ex antiquo terminum emunitatis et civitatis divisit et que multis annis 
avulsa fuit, ad memoriale perpetuum libertatis et pacis emunitatis Paderbumensis ecclesie, usque ad 
ascensionom Domini proximo venturara ') a civibus Paderburnensibus reponatur et quicunque etiam clericus 
vel laicus quamcunque (sic!) sceleratus in emunitatem profugus vel sine fuga venerit, ibidem statim pace 
gaudeat debita emunitatis, et si predicti pacem emunitatis violaverint, vel aliquem clericum vel ecclesia- 
sticam personam ad iudicium seculare traxerint, vel contra eum proclamaverint ordine premisso non ser- 
vato, in penam LX marcarum, qua ordinationem nostram vallaverunt, ipsos dicimus incidisse, et eos ad 
solutionem earundem condempnamus , preposito maiori, decano et capitulo maiori summa bonorum (sic!) 
persolvenda. Si autem unus vel duo vel plures cives Paderbumenses vel alii contra clericum vel ecclesia- 
sticam personam temerario ausu sine consensu consulum vel civium publice proclamaverint, extunc sint 
excommunicati, et consules et cives ipsos in omnibus vitent tanquam excommunicatos. Quod si non fece- 
rint, in sexaginta marcis supradictis teneantur. Et ut hec inconvulsa permaneant, presentem paginam 
sigillorum nostrorum appensione fecimus roborari. Ego Johannes plebanus de Withesincgen, quia sigil- 
lum proprium non habeo, aliorum sigillis sum contentus. Sigillum etiam civitatis Paderbumensis fecimus 
apponi de consensu civium, ut hec firmius ab ipsis in perpetuum observentur. Acta sunt hec in capitulo 
maioris ecclesie Paderbumensis anno dominice incamationis M°.CC°. XXXVIII , XVII. Kal. Maii. 

Hanc formam compositionis cum magna intentione et diligentia perspecsimus, et quia sententias a 
nobis in dicta causa pro cantore latas quiescere peimisimus, infra terminum, quern consulibus et civibus 
et communitati Paderburnensi ad petitionem ipsomm ad amicabilem compositionem cum V. cantore facien- 
dam dederamus, amicabiliter composuerunt eandemque pacem desideramus, cum gaudio approbamus, in 
ea honorem et utilitatem ecclesie Paderbumensis et pacem emunitatis et privilegii clericalis ammodo esse 
firmatam in civitate Paderburnensi sperantes et considerantes. Unde propter petitionem predicti cantoris 
et bonum ecclesie Paderbumensis ipsam compositionem auctoritate sedis Moguntine et nostra in nomine 
Patris et Filii et Spiritus Sancti confirmamus et precipimus sub pena excommunicationis ipsam in per- 
petuum inviolabiliter et firmiter observari. Et si consules vel cives vel communitas civitatis Paderbumensis 
vel quicunque alii earn ibi infregerint, auctoritate Dei omnipotentis et sedis Moguntine et nostra ipsos 
excommunicamus et precipimus vobis, eos omnibus diebus dominicis et festivis in ecclesiis civitatis et 
diocesis Paderbumensis publice excommunicatos denunciare. Precipimus etiam eos sub pena excommu- 
nicationis tanquam excommunicatos usque ad condignam satisfactionem ab omnibus arcius evitari. Nos 
abbas et prior sigillo ecclesie nostre volumus esse contenti. Datum in Hasuncgen anno dominice incar- 
nations M°.CC°.XXXVIII<>, XV. Kal. Maii. 

An einer Ausfertigung ist noch das oben Nro. 265 beschriebene Siegel des Klosters Hasungen erhalten. 

269. 

* Der Abt und Prior von Hasungen theilen in gleichlaulender Form die von ihnen verfugte Aufhebung der 

Excommunication der Stadt Paderborn den Executor en mit, geben ihnen iiber das hierbei zu beobachtende 

Verfahren nahere Aniveisungen und gebieten ihnen, die Zahlung der Entschadigungen der Stadt unter Andro- 

hung der Excommunication anzubefehlen. (1288) April 17. Hasungen. — Or. Fr. Paderborn U. 154*. 

Venerabilibus dominis et discretis, domino .... abbati de Hersuidehusen et . . preposito maiori et 
. . decano Paderbumensis ecclesie H. Dei gratia abbas et prior in Hasuncen orationes in Domino devotas. 



*) Mai 18. — Auch die Zugange zuiu Domplatz in Miinster waren noch im Anfange dieses Jahrhunderts mit Ketten versperrbar. 



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1188. 177 

Formam compositionis super invasione prediorum maioris capituli Paderburnensis et clericalis privilegii 
a consulibus et embus et communitate civitatis Paderburnensis facta et super dampnis et iniuriis domino 
V. cantori Padcrburnensi ab eisdem illatis diligenter perspecsimus et cum gaudio approbavimus , in ea 
honorem et utilitatem ecclesie Paderburnensis et pacem emunitatis et privilegii clericalis ammodo firma- 
tam in civitate Paderburnensi sperantes et considerantes. Unde propter petitionem predicti cantoris et 
bonum ecclesie Paderburnensis ipsam compositionem auctoritate sedis Moguntine et nostra in nomine 
patris et filii et spiritus sancti confirmamus et precipimus sub pena excommunicationis ipsam in perpe- 
tuum inviolabiliter et firmiter observari. Et si consules vel cives vel communitas civitatis Paderburnensis 
vel quicunque alii earn ibi infregerint, auctoritate Dei omnipotentis et sedis Moguntine et nostra ipsos 
excommunicamus et denunciamus excommunicatos et precipimus omnibus plebanis, sacerdotibus Paderbor- 
nensis civitatis et diocesis eos omnibus diebus dominicis et festivis publice excommunicatos denunciare. 
Precipimus etiam eos sub pena excommunicacionis tamquam excommunicatos usque ad condignam satis- 
factionem ab omnibus arcius evitari '). Et ea, que pro dampnis cantori ab eis illatis et propterea susti- 
nuit expensis factis*) promissa sunt, sub eadem pena persolvi mandamus et vobis damus auctoritatem 
ipsos a sentenciis quas contra eos tulimus sub (nomine?) ecclesie absolvendi et eos ubi voluerint absolutos de- 
nunciandi et mandata ecclesie secundum vestram discrecionem ipsis imponendi et interdictum ecclesiasticum 
et sepulture mortuorum, quod in civitate Paderbornensi posuimus, revocandi. Quodsi non omnes hiis 
exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nichilominus exequantur. Nos abbas et prior sigillo 
ecclesie no6tre volumus esse contenti. Datum in Hasuncen XV. Kal. Maii. 
Von dem Siegel sind nur wenige Bruchstiicke erhalten. 

270. 

* Papst Gregor IX. beauftragt den Prior von Corvey und den Dechanten von Nigenkerken eine Untersuchung 
nach den unrechtmdssiger Weise enlfremdeien Giitern des Klosters Schaken anzusteUen, durch Androhung 
der Excommunication die aufgerufenen Zeugen zur Aussage der Wahrheit zu ztvingen und den Widerspruch 

der jetzigen Besilzer zu beseitigen. 1238 April 17. Lateran. — Abschr. Msc. I. 245 S. 369; II. 101 S. 39. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis priori Corbeiensi et decano Nove Ecclesie*), 
Paderbornensis diocesis, salutem et apostolicam benedictionem. Dilectoruin filiorum prepositf et conven- 
tus monasterii monialium in Scaken ordinis S. Benedicti Paderbornensis diocesis precibus inclinati pre- 
sentium vobis auctoritate mandamus, quatenus ea, que de bonis eiusdem monasterii alienata inveneritis 
illicite vel distracta, ad ius et proprietatem ipsius legitime revocetis, contradictores per censuram eccle- 
siasticam appellatione postposita compescendo, testes autem, quiqui fuerint nominati, si se gratia, odio 
vel timore subtraxerint, per censuram eandem appellatione cessante cogatis veritatis testimonium perhi- 
bere. Datum Laterani, XV. Kalendas Maii, pontificates nostri anno duodecimo. 

271. 

* Graf Otto von Tecklenburg tauscht mit Abt Hermann von Corvey, die Tochter des Bitters Kyseling gegen 
die Schwestertochter des Bitters Dietrich von Bramhorne aus. 1238 Juni 19. — Or. Fr. Corvey U. 91; 

Abschr. Msc. I. 134 S. 134; II. 101 S. 190. 

Venerabili domino suo H. abbati Corbeiensi 0. comes de Tekeneburg paratum cum debita fidelitate 
servitium. Fatemur per presens scrip turn, Alheythim filiam Johannis militis Kyseling vobis et ecclesie 



l ) Bis hieher mit der vorigen Urkunde gleichlautend. — ? ) So die Urkunde, doch sollte es wohl heissen „pro dampnis 
cantori ab eis illatis et expensis factis que propterea sustinuit". — s ) Nigenkerken. 
We«tfL Urk.-Buch. IV. 23 



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178 i*»8. 

vestre dedisse in ministerialem; tali tamen conditione, quod nobis Lutmodis, filia sororis Thiderici militis 
de Bramhorne '), per litteram vestram huic similem, in concambium dimittatur. Datum in Tekeneburg, 
anno gratie M*. CO. XXX . octavo. in die beatorum Gervasii et Prothasi. 
Das Siegel ist abgefallen. 

272. 

* Die Abtissin Jutta von Bodeken verkauft dem Stift Busdorf ein Ministerialengut ihres Kloster s, das sie, 
weil der Inhaber es seinen Mitministerialen vergebens sum Kaufe angeboten, erstanden hatte, aber aus Geld- 

noth nun veraussern muss. Als Ministerialengut ist es frei von den Abgaben an den Vogt. 1238 Juni 21. 
Paderborn. — Abschr. Msc. 1. 121 fol. 21; 123 fol. 14'. 

Jutta Dei gratia Budicensis ecclesie abbatissa universis . . . volumus innotescere, quod cum Raveno 
et uxor eius Ymma et ipsorum heredes ministeriales nostri mansum in Alfnen 3 ), quern de nobis in feodo 
tenebant, vendendum offerrent comministerialibus suis, nullo inter ipsos invento qui ipsum emeret, nos 
ipsum pro certa pecunie summa comparavimus. Necdum ipso ad reditus mense nostre deputato, necessi- 
tate nos urgente vendidimus ipsum capitulo sanctorum apostolorum Petri et Andree Paderburnensi pro 
IX marcis legalium denariorum cum omni utilitate sua, babitis ad vendicionem predictam domini episcopi 
Berahardi quarti Patherburnensis et eiusdem ecclesie et Budicensis capitulorum consensibus. Cum autem 
supra dictus mansus fuisset Ravenonis pretaxati, eo quod ministerialis Budicensis erat, liber exstitit ab 
omni iure advocati, sicut et aliorum ministerialium bona Budicensium, unde et ipsum liberum venditum 
transtulimus ad proprietatem ecclesie beatorum apostolorum Petri et Andree Patherburnensis secundum 
formam vendicionis supra dictam. Nos episcopus Patherburnensis et eiusdem ecclesie et Budicensis capi- 
tula per sigillorum nostrorum appensionem consensum nostrum exprimimus et sepedictam vendicionem 
approbamus. Testes: Volradus maior prepositus, Rabodo decanus, Hermannus camerarius, Ludolfus cel- 
lerarius, Conradus custos, Vollandus cantor, Thetmarus scolasticus canonici Patherburnenses; Elisabeth 
preposita, Alheidis decana, Walderadis celleraria, Albodo plebanus, Theodericus, Conradus canonici 
Budicenses; Bertoldus nobilis vir de Buren, Heinricus, Gerhardus fratres, Rotgerus deBuren, Everhardus, 
Bruno, Lutfridus, Rotgerus, Conradus milites et alii quamplures. Actum Patherburn a. D. M°.CC°.XXXVIII , 
XI. Kal. Julii, indictione XI. 

273. 

* Graf Adolf von Waldeek bezeugl, doss das Kloster Hardehausen in aller Form Rechtens den Zehnten zu 
Dinkelburg von seinem Leknsmanne Berbold von Amelunxen gekauft habe und protestirt feierlich gegen alls 

Ansprtiche, welche sein Bruder Graf Volquin von Schwalenberg an diesen Zehnten erhebe, der ihm aliein 
zustehe. — 0. J. kurz vor 1238*). — Or. Kl. Hardehausen U. 13. 

Adolfus Dei gratia comes de Waldeke universis presens scriptum inspecturis salutem in Domino. 
Notum facimus tarn presentibus quam futuris, quod abbas et conventus de Herswithehusen decimam no- 
stram in Tinkelburch, quam Herboldus miles et filii eius de Amelungessen de manu nostra iure feodali 
tenuerunt, per omnia et in omnibus iuris regulam observantes nee in aliqua parte per omnem processum 



') Die Schwester det Tecklenburgischen Miniaterialen Dietrich von Bramhorne nrasste einen Corveyfohen YasaUen gehei* 
rathet baben, and ihre Tochter kehrt also hier wieder in's Eigenthumsverhaltniss zum Abte von Corvey zuruck. — 
3) Alfen S. von Paderborn. — *) Siehe die folgende Urkunde, durch welche das Kloster Hardehausen, aur grosseren 
Sicherung seines Besitzes, auch eine Yerzicbtleistung Volq^uins en erlangen wnstte. 



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1188. 17fr 

iuste emptioni8 ab ea deviantes, pro certa summa pecunie compararerunt. Sed quia nobis innotuit, quod 
frater noster V(olquinus) de Swalenberch omnibus dominis et amicis suis conquestus sit, quoc" 
abbas et conventus sibi iniuriati sint suam decimam emendo sine consensu suo, sciant omne 
fuisse decimam et non suam. Quapropter presentibus litteris nos protestamur warandiam ven 
nostre in omni loco sepedictis emptoribus prestituros. Insuper supplicamus omnibus domi: 
archiepiscopis, episcopis, abbatibus et omnibus amicis, ut fratrem nostrum ammoneant, ut 
abbatem et conventum non perturbet iniuste, cumparati simus, ei ubicunque voluerit, super de< 
vendita, prout ius postulat, respondere. 

Nur die Siegelriemen sind noch vorhanden. 

2T4. 

Erneute und feierliche Verziehtleistung der Grafen Volquin von Schwalenberg und Adolf von Wak 
vom Kloster Hardehausen angekauften, von ihnen lehnruhrigen l J Zehnten zu Erkeln und Dink 
1238 2 J. — Or. KL Hardehausen U. 42; gedr. Wigand Archiv 1. 2. S. 61. 

In nomine Patris et Filii et Spiritus Saneti. Volquinus de Svalenberg et Atholfus de 
fratres, quondam 8 ) Heinrici filii de Svalenberg, universis Christi fidelibusin vero salutari saluten 
sunt omnia que geruntur, si ea scripti memoria et sigillorum munimine confirmentur. Ad noticiai 
gulorum Christi fidelium volumus pervenire, quod dilecti nostri in Christo conventus in Hersvithe 
mam in Thinckelburg et decimam in Herclen 4 ) ab eis, qui eas de manibus nostris iure pheodal 
sua pecunia comparantes emerunt eterno titulo possidendas. Ad maiorem igitur noticiam futur 
emptionis transactionem dignum duximus specificandam, ut quod certum est cunctis certius 
Decimam in Thinkelburg fratres reverendi conventus in Hersuithehusen emerunt erga dominun 
et Herboldum et Albertum milites et Lyppoldum fratres de Amelungessen, nulla contradiction] 
mediante. Mediam partem decime in Erclen emerunt erga dominum Frithericum de Istinctoi 
qui eandem partem mediam erga dominum Gonradum militem de Erclen emerat eiusdem dec 
heredem, mediante domino Bertholdo milite de Hindeneburg et cooperante, quia et ipse eand 
partem decime a nobis in pheodum receperat, ut firmiori vinculo huius emptionis transactio 
Alteram vero mediam partem sepedicte decime in Erclen conventus in Hersuithehusen erg* 
Thegenhardum militem de Erclen et Bertholdum filium suum in possessionem perpetuam similitc 
bant fsidj. Quia ipsi duo tantum eandem decimam a nobis immediate iu 6 )(re pheodi possediss 
tur, ne iam dic)to conventui super hiis decimis rationabiliter comparatis calumpnia alicuius 
in posterum subnascatur, quicquid iuris in iam dictis decimis habere dinoscimur, prefato c 
Hersuithehusen in eternum conferimus possidendas, Heinrico, Volquino, Widekindo, Adolfo et 
fratribus de Sualenberg, Volquini filiis; Heinrico et Widekindo fratribus filiis comitis Adolfi cU 
consentientibus et compromittentibus harum decimarum emptionem ratam iure perpetuo perman 



Dass sie selbst aber den einen Zehnten yon Corvey zuLehen getragen, erwahnen die Grafen nicht — ^ V| 
Auefertigungen fur Corvey und Hardehausen vorliegende Urkunde vom 23. Mai 1237 Nr. 255 und die C 
v. 25. Juli 1238 Nr. 275. — *) Um den sonst urkandlich iiberlieferten genealogischen Nachrichten gerecl 
mussen wir annehmen, dass der Schreiber der Urkunde sich hier eine sprachlich allerdings harte Inve 
und eigentlich sagen will: „ filii quondam Heinrici de Svalenberg". Ich hatte diese S telle fruher ander 
und daraufhin Note 2 zu Nr. 79 angenommen , dass schon der Oheim Volquins III. und Adolf's I. , der vc 
als Domherr zu Paderborn bezeichnete Volquin H., Propst zu Schildesche gewesen sei. Doch ist di< 
nicht begrundet. — 4 ) Dinkelburg S. von Borgentreich Kr. Warburg; Erkeln im Er. Hoxter N. von Box 
*) Hier war schon zu Wigands Zeiten im Original ein Loch. Die eingeklammerten Worte sind Conjee tur, 

23* 



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180 ****• 

geste rei ordinem conscribi fecimus et sigillorum nostrorum munimine confirmamus. Acta sunt hec anno 
dominice incarnationis millesimo ducentesimo tricentesimo octavo. 
Beide Siegel aind abgefallen. 

275. 

* Abt Hermann von Corvey iibertragt mil Genehmigung des Convents und der Ministeriakn des Stiffs dem 

Kloster Bardehausen das Eigenlhum des (halben) Zehnten in Erkeln, den dieses fur 400 Mark von dem 

Unterlehnsmanne des von Corvey damit belehnten Graf en Adolf von Waldeck angekauft hatte. 1238 

Mi 25. — Abschr. JUsc. I. 136 S. 128. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermamras Dei gratia Corbiensis ecclesie abbas universis 
Christi fidelibus in perpetimm. Gestarum rerum memoria per lapsum temporum evanescit, nisi lingua testium 
et scripti munimine perhennatur l ) quod dilecti nostri in Christo abbas et conventus in Hirswidehusen eme- 
runt decimam in Ercklen erga dominum Tegenhardum militem dictum de Ercklen, voluntate et consensu 
pari heredum suorum, domino Adolpho comite de Waldekke consenciente, a quo iam dictus Tegen- 
hardus miles et sui coheredes pheodali iure predictani decimam tenuerunt, pro CCCCis marcis legalium 
denariorum memoratum monasterium sumptuoso 2 ) salario comparavit 8 ). Cum autem sepedictus Adolphus 
comes predictam decimam de manu nostra pheodali iure tenuerit, quitquit in ea pheodali iure habere 
videbatur in manus nostras per litteras suas 4 ) sigillatas libere et sine retractione qualibet reaignavit. 
Divine igitur miserationis respectu, piis peticionibus conventus et ministerialium predicti monasterii in 
Herswidehusen inclinati, communi consensu et favore totius nostri conventus et ministerialium & ) nostre 
ecclesie proprietatem et dominium sepedicte decime in Ercklen monasterio in Herswidehusen conferimus 
in perpetuum possidendam. Huius rei testes sunt: dominus Albertus prior, Strigerus prepositus (sic!), Thynimo 
prepositus de Monte Martis, Thymmo senior, Johannes supprior, Hinricus camerarius, Hinricus cellera- 
rius, Hinricus thesaurarius totumque capitulum ecclesie Corbiensis; dominus Hinricus deeanus r Hennannus 
scholasticus Nove Ecclesie canonici; Herboldus, Albertus, Lippoldus fhttres de Amelunxen et dominus 
Gerhardus de Brokhusen, milites et ministeriales ecclesie Corbiensis. Ut autem hec rata permaneant et 
in perpetuum illibata, presentem paginam huius geste rei ordinem continentem in memoriale sempiternum 
sigillo nostro et sigillo ecclesie nostre decrevimus inviolabiliter confirmari. Acta sunt hec publice anno 
dominice incarnationis M°.CC°. tricesimo octavo, ipso die beati Jacobi apostolL 

276. 

* . . . Abbas de Hersvidehusen, V. maior prepositus, R. decanus, C. custosFaderburnensis, Jo. ple- 
banus de Withesinchen, H. de Holthusen vir nobiHs, welche die Beilegung des Streits zurischen dem Dom- 
cantor und der Stadt Paderborn vermittelt flatten, erheben Beschwerde iiber die Sdumigkeit der Letzteren, 
die festgesetzte Entschadigung zu zalden, wodurch sie den Verdacht erwecke, den abgeschlossenen Siihne- 
verlrag brechen zu wollen. 1238 August 17. — Or. Fr. Paderborn U. 254* *). 



*) munrmen und perhenniter das Copiar. — *) sumptuoBe das Copiar. — ») Der Schreiber der Urkunde fallt hier aus der 
Construction. — 4 ) Vom Jahre 1237. S. oben Nr. 255. — *) Dies Wort hat hier schon den modernen BegrifF von 
Landstanden. — *) So zerstort, dass sich ihr oben angegebener Inhalt nur vermuth en lasst Auf der Ruckseite 
hat eine Hand des 17. Jahrbunderts den Yermerk gemachtr „Paderbornenses haben Briefe hinderbalden ". Vgl. 
Gehrken in Wigand's Archiv II. 57. 



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1338. 181 



2ir. 



Bkchof Bernhard von Paderborn stiftet seine Memorie im Kloster Gerden, indem er demsetben das Ober- 
eigenthumsiecht geivisser Giiter ubertragt, die es von seinem Vasallen und dessen Afterlehnsmann angekaufi 
hatte. 1238 October 10. Geismar. — Abschr. Msc. IL 71 S. 231; Begesten Msc. I. 242 b S.34; VI. 224 
S. 43; gedr. in der Zeitschr. des Hess. Gesch. Vereins 1. 2 S. 139. 

Bernhardus Dei gratia Paderbornensis episcopus omnibus, ad quos presens scriptum pervenerit, salu- 
tem in Domino. Ne ea, que aguntur in tempore, labantur cum tempore, scripturali convenit testimonio 
perhennari. Ad notitiam itaque tarn presentium, quam futurorum volumus pervenire, quod nobiles viri 
Conradus et Berhhardus, fratres de Sconenbergh 2 ) uxoresque ipsorum Sophia et Gerburgis et mater eorum 
Alheidis bona in Bredenbergh 8 ), de quibus a nostra ecclesia fuerant infeodati, libera et absoluta nobis 
dimiserunt, renuntiantes precise et pure et sine omni conditione omni iuri etactioni, que deinceps in ipsis 
bonis ipsis vel ipsorum heredibus possent competere. Et Bertoldus de Bredenberch et uxor ipsius Mar- 
gareta cum pueris suis, qui bona predicta a nobilibus tenebant in feodo, bona eadem ipsis secundum 
modum prescriptum libera et absoluta dimittebant. Nos igitur ad consilium et instantiam canonicorum 
et rainisterialium, qui tunc presentes aderant, bona predicta ecclesie Gerdinensi pro remedio peccaminum 
nostrorum et ob nostri memoriam annis singulis et vigiliis et missa animarum in die obitus nostri in 
eadem ecclesia peragendam eidem ecclesie administrante H. preposito libera et absoluta porreximus. 
Acta sunt hec Geismarie in presentia nostra in die consecrationis ecclesie fratrum minorum in die Ge- 
reonis et sociorum eius, presentibus testibus ad hoc rogatis: Everhardo de Hervordia, Joanne de Elsen, 
magistro Mauritio de Scildece canonicis Paderbornensibus; plebanis Regenbodone de Yburch 4 ) et Alberto 
de Etlen; inilitibus Stephano de Haldersen, Hermanno de Versler, Hermanno Spegel, Thiderico de Thi- 
dinchusen, Olrico de Wulfersen, Bertoldo de Herstelle, Bertramo de Stamhem et fratre eius Widelone, 
Ilildebrando, Sigehardo, Joanne de Desle, Conrado de Beverungen, Hermanno de Tilia, Burchardo de 
Xatsungen, Ernesto Cirgel et aliis quampluribus anno Domini M°.CC°. XXXVIII . Et ad maiorem caute- 
lam et evidentiam pleniorem hanc literam conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roboravimus. 

278. 

* Die Bathmanner der Stadt Marsberg bekunden, dass die Sohne des Bitters Beinrich von Brabeck auf ihr 
Redd an den Giitern verzichtet haben, welche ihr Vater einst dem Kloster Bredelar als Entschadigvng fur 
ein ihm geliefertes Pferd geschenkt hatte. 1238 December 18. Marsberg. — Or. Kl. Dalheim U. 25. 

In nomine Domini. Amen. Consules in Monte Martis notum esse cupimus universis Christi fidelibus 
torn presentibus quam post futuris presens scriptum inspecturis, quod dominus Heinricus miles dictus de 
Brocbiche equum quendam vili estimatione duas marcas valentem ab ecclesia Breydelarensi prestari sibi 
pro tempore rogavit et, cum peticioni sue firmiter inhereret, optinuit. Quem vero cum diutius ad usus 
suos detineret et restituere detrectaret, accidit interim, ut idem equus paulatim deficeret et postremo 
plaga mortis interiret. Quocirca prefatus miles H. zelo devotionis succensus impense benivolentie non 
immemor quosdam agros cum decima eorundem iuxta grangiam, que Mare 4 ) dicitur, sitos circa IIII iugera 
ecclesie memorate proprie et libere possidendos omni iuri suo cedens in recompensationem illati dampni 
perpetuo delegavit. Verum processu temporis, cum predictus miles H. rebus excessisset humanis, fratres 
ecclesie prelibate utilitati sue inposterum consulentes filios militis H. iam defuncti, Johannem videlicet 



l ) Provinz Hessen zwischen Humme and Hofgeismar. — *) Aus Wenck nicht zu constatiren. — 3 ) Bei Driborg. 

*) Meerbof S. von Dalheim. 



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182 «« 

et Conradum nondum adhuc niilites, convenerunt humiliter rogantes, quatinus etiam perse factum patris 
stabilirent assensum prebendo. Quod et benivole fecerunt facto patris concordantes, unatiimique volun- 
tate omni iuri suo habito vel habendo renuntiaverunt, agros supradictos commode et quiete sine otani 
impulsatione colendos ecclesie sepedicte assignantes. Ad huius rei evidentiam, ne quis forte ausu teme- 
rario hoc rationabile factum infringere attemptet, presentem paginam exinde conscriptam sigillo burgen- 
sium nostrorum duximus roborari, et nominibus testium qui presentes fuerunt confirmari, videlicet: Alra- 
dus miles, Bertoldus magister consulum, Yolnandus iudex, Alradus Magnus, Hermannus monetarius et 
Conradu8 fratres, Ludolfus de Capella, Theodericus de Odenhusen ceterique consules omnes et alii quam- 
plures. Acta sunt hec a. D. M°.CC°. XXX VIII , XV. Kalendas Januarii in monte Martis. 

An der Urkunde hangt ein Bruchstuck dee zur Dalheimer Urkunde von 1231 Nr. 209 beschriebenen zweiten Sie- 
gels der Burger von Marsberg. 

279. 

* B. Bernhard IV. schenkt den Minoriten die Halfte einer Wortstalte in der Stadt Paderborn l J unter der 

Bedingung, dass die mit dem ganzen Grundsluck bisher belehnten Personen van der ihnen verbleibenden an- 

deren Halfte auch ferner die vollstandigen Dienste leisten. Zugleich verpflichten sich die Minoriten 2 J, wenn 

der Bischof ein allgemeines Interdict tiber die Stadt ausspricht, ihren Gottesdienst einzustellen. 1238* — 

Or. Fr. Paderborn U. 153. 

Bernardus quartus Dei gratia Padherburnensis episcopus omnibus presens scriptum inspecturis salu- 
tem in Domino Jehsu Christo. Quoniam in longevo temporum lapsu facta solent hominum in oblivionem 
transrire, consuetum est et perutile, facta memorie dignascriptisautenticiscommendare, ut, quodhumana 
servare non valet agnitio, instrumentorum inspectione recolatur. Gonsiderantes itaque, quod non minus 
quam ipsi Domino factum constet, quicquid suis fidelibus fieri videtur, ad frequentem instanciam dilecto- 
rmn in Christo fratrum minorum, de consilio totius capituli et ministerialium nostre ecclesie, eisdem 
fratribus, habendo principaliter respectum ad Dominum, precise pure et sine omni condicione contulimus 
mediam partem cuiusdam aree, que sita fuit iuxta eos, consentientibus Juthitta et aliis personis sive 
heredibus, que de ipsa totali area fuerant infeodate et nobis inde certum servitium solvere tenebantur, 
que simili modo omni actioni et iuri, si quod ad presens ipsis in 'dicta medietate competebat vel dein- 
ceps competere potent, in manibus nostris renunciarunt, fideliter repromittentes et se obligantes, quod 
de parte retenta teneantur ad omne ministerium nobis et ecclesie nostre, sicut prius de tota facere con- 
sueverunt. Et hec rata et firma perpetuis temporibus permanebunt, si dicti fratres generalis interdicti 
sentencias episcopi per civitatem Padherburnensem, prout in litteris ipsorum super hoc confectis con ti- 
ne tur, observabunt, nisi idem episcopus ipsis forte suggesserit in contrarium et ipse tenor litterarum 
talis est: 

Universis presentem paginam inspecturis. Gwardianus et omnes fratres minores de domo Paderbur- 
nensi salutem in omnium Salvatore. Quia spes illius promissionis, de qua dicit psalmista: non privabit 
btnis eos, qui ambulant in innocentia, adeo nos erexit, ut ad declinandam huius seculi viam lubricam 
et tenebrosam supra petram statuerimus pedes nostros, ut eo fiducialius in hoc mundo in nostra inno- 
centia ambulemus, quo affectus nostri in ipsa petra id est Christo firmius fuerint radicati, etiam illud 
apostoli quod dicit cum omnibus pacem habentes surda aure nolumus preterire, quia non modo, cum 
videremur detrahere innocentie nostre, si non pacem temporis, quantum possemus, amplecteremur, qui 



') Ueber die Lage vergleiche nnsere Note zu Nr. 238. Diese Urkunde tragt die Aufschrift: Litera de area convenfos. — 
3) Gegeniiber dem vom Papete ihnen verliehenen Privilegium, auch in einer mit dem Interdict belegten Stadt in 
ihren Conventskirchen Gottesdienst halten zu durfen. 



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IS 88. 183 

per pacem pectoris ad eternitatis pacem pervenire anhelantius affectamus. Inde est, quod universitati 
vestre notum esse cupimus, quod pro tranquillitate pacis observanda et maiori gratia domini episcopi et 
canonicorum optinenda, fratres minores de domo Padherburnensi hoc fideliter observabunt, ut quando 
fuerit generale interdictum domini episcopi per totam civitatem, cessent cum aliis a divinis, quando hoc 
ab ipsis eis fuerit intimatum, nisi exclusis sive interdictis sive excommunicatis sub silentio celebrent 
missas suas. Datum anno gratie M°.CC°. XXXVIII . 

Acta sunt hec coram testibus ad hoc rogatis domino Hermanno camerario, Conrado custode, Ever- 
hardo, Mauritio maioris ecclesie canonicis; Heynrico camerario, Georgio ecclesie ministerialibus; Theo- 
derico iudice civitatis, Machario, Conrado civibus Padherbornensibus et aliis pluribus anno Domini 
M°.CC°. XXXVIII . Et ad maiorem cautelam et evidentiam pleniorem, sigilli nostri appensione presentem 
litteram communimus. Et predicti fratres in vigilia et in missa nostrum anniversarium celebrabunt. 
Das Siegel des Biachofe ist abgefallen. 

280. 

* In dem zwischen dem Bischofe Bernhardt IV. und dem Propste von Schildesche einer- und dem Dom- 

dechanten Rabodo andererseits obschwebenden Streite wird der Besitz der Kirche zu Welda durch schieds- 

richterlichen Spruch der Domdechanci iiberwiesen. 1238. — Or. Fr. Paderborn U. 155. 

W(olradus) Dei gratia propositus, Th. scolasticus, H(ermannus) camerarius, V(ollandus) cantor, 
magistri Jo(hannes) et M(auricius) canonici Paderbornenses omnibus hoc scriptum intuentibus perpetuam 
in Domino salutem. Universos et singulos vos scire volumus, quod orta questione inter venerabilem 
dominum nostrum . . episcopum et (Heinricum) prepositum Scildensem super ecclesia in Wellede >) et eius 
pertinentiis ex parte una etRabodonem decanum Paderburnensem ex altera, predicte partes tandem in nos 
unanimi consensu et voluntate convenerunt fide corporali hinc inde prestita promittentes, ut auditis testi- 
bus et aliis documentis super dicto negotio, quamcunque inter ipsos arbitrando secundum dicta testimo- 
nialia documenta super his habita proferremus sententiam et quidquid alias in dicto ordinaremus negotio, 
quod ipsi hoc perpetuis temporibus inviolabiliter observarent, et quicunque de predictis tribus illud non 
servando quocunque modo scienter infringeret, quod idem nobis arbitris incontinenti centum marcis esset 
obligatus et etiam notari posset contra fidem suam minus iuste venisse. Deinde ad iussum nostrum partes 
predicte precise pure et sine contradictione renuntiaverunt omni rancori, qui ob hanc causam inter ipsos 
evenerat, et predicti . . decanus et . . propositus Scildensis se ad osculum receperunt. Iniunxhnus etiam 
partibus sub pena predicta, ut quicunque super isto negotio haberent instrumenta vel alia documenta, 
quod nobis ea infra festum beati Liborii exhiberent. Hiis (autem) omnibus rite peractis dicta testimonia 
et alia documenta coram capitulo nostro predictis partibus presentibus publican fecimus et habito con- 
silio eandem ecclesiam in Wellede cum pertinentiis suis decanatui perpetuo adiudicavimus et adiudicamus, 
eadem arbitraria potestate de equitate decern entes, ut omnia dampna et expense hinc inde habite con- 
quiescant, ita ut nulla partium alteram super hoc deinceps valeat inpetere, nee aliquis de partibus domi- 
num episcopum super hoc negotio vel ipsum negotium contingens de cetero molestabit. Et ne hec in 
posterum reduci valeant in dubium, dicta testimonia in publicam poni fecimus scripturam et sigillis tarn 
domini nostri episcopi quam etiam nostri capituli fecimus sigillari et presentem literam nostris sigillis 
fecimus communiri. Magister Mauritius, quod sigillum non habuit, nostris est contemsus. Actum anno 
pomini M°.CC°.XXX°. octavo. 

Nur die Siegel des Domcantors und des Domherrn Johannes eind noch erhalten. 



') Welda S. yon Warburg. 



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184 *«8. 



281. 



* Die Abtissin Agnes von Geseke tauscht mit eincm Pfarrer Giiter aus. 1238. — Or. Kl. Dalheim U. kl; 

Abschr. Msc. I 127 fol. 132. 

A(gnes) Dei gratia abbatissa in Gesike totumque eiusdem ecclesie capitulum omnibus hanc litterara 
inspecturis notum esse volumus, quod nos domno Conrado plebano in Nutlon l ) agrum quendam iuxta 
villapa eandem, qui habet unum vifgerde*), dedimus pro alio agro parum remotiori a villa, qui habet 
unum sesgerde, et unanimi consensu et collaudatione eidem concessimus, ut daret ilium duobus fratribus 
amicis suis, quia sufficienter ipsum a nobis et laudabiliter commutavit, videlicet Hennanno et Widekindo. 
Et ut hec nostra et ipsius donatio maiorem firmitatem et evidentiam pleniorem optineat, ipsi super hoc 
Bcripti nostri et sigillorum contulimus munimenta. Acta sunt hec a. D. M°.CC°. XXXVIII . Testes huius 
rei sunt: Gerhardus canonicus, Godefridus de Haldynghusen plebanus; Johannes de Suthhem, Johannes 
de Adorp, Wydekindus de Osningen, Alhardus sacerdotes; laici: Godschalcus advocatus, Arnoldus de 
Sylbike, Bernhardus de Nutlon et Eike et Godfridus, Regenbodo de Berghem, 
Das Siegel ist abgefallen, 

282. 

* Der Convent des Klosters Willebadessen kauft von einem Ministerial der Abtissin Beatrix von Neuenheerse 

ein Gut. 1238. — Beg. Msc. 1. 242 S. 62. 

Littera conventus de Wilbadessen de bonis in Etherlerse *) venditis ab Hartmanno milite cum con- 
sensu liberorum Henrici, Hartmanni, Frederici, Hildegundis, Elburg, que ea a Beatrice abbatissa in 
Herse in pheodo tenuerat, Gerhardi prepositi in "Wilbodessen pro memoria. Testes canonici Henricus. 
Ludovicus; Udo de Helmeren, Henricus de Wartberch milites; Gerhardus prepositus, Godefridus prior; 
Geroldus de Smechthen, Albertus de Veteri Herisia, Hermannus deValehusen, Henricus eius frater mini- 
steriales Herisienses; Conradus plebanus in Brakele. M°.CC°. XXXVIII . 

283. 

B. Ludolf von Munster vergleicht sich mit dem Abt (Hermann) von Corvey iiber ihr gemeinscha ft Itches Be- 

satzungsrecht in der Burg Landegge 4 ) und die Einkiinfte des dortigen Markts und der dabei zu erbauenden Stadt, 

deren Gericht und Mtinze aber mit der Schiffahrtsabgabe fiir See/ahrten & J dem Bischofe verbleiben sollen. 

1238. — Or. Fr. Corvey U. 90; Abschr. Msc. I. 134 p. 46; gedr. Schaten ad ann. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ludolfus Dei gratia Monasteriensis episcopus, Vilhelmus 
prepositus, Godefridus decanus totumque capitulum Monasteriensis ecclesie. Omnibus pagine inspectoribus no- 
tum esse cupimus , quod cum inter nos et abbatem Corbeiensem hinc inde questio moveretur super castro 
Landecge, conposuimus in hunc modum, videlicet quod abbas Corbeiensis et sua ecclesia tres castellano^ 
locabit in eodem castro et quarta mansio eidem remanebit et tertiam partem castri tarn in vigilibus quam 
custodibus aliis custodiet. Item promisit, quod nee ipse nee aliquis successor suus turrem in eodem 



l ) Untergegangener Ort, der SW. von Wunnenberg lag. Vgl. die Urktmde von 1225 Nr. 143. — *) Von funf Gerte, d. h. 
Ruthen. — *) So nur vermag ich den in der angefiihrten Handschrift sehr verzogenen Namen zu leaen, ohne densel- 
ben aber, wie schon zu Nr. 243 bemerkt, deuten zu konnen. — *) Im Niederstift N. von Meppen. Uber die dortigen 
Besitzungen Corvey's ist das alteste Heberegister bei Wigand Archiv I. 2 S. 16 — 22 und Spancken in der Zeitschr. 
XXI. S. 10 sq. zu vergleicheu. — *) Die Ems abwarts in die Nordsee. 



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1239. 185 

castro construet, sed turrem edificatam pari modo cum ecclesia nostra Monasteriensi perpetuo retinebit, 
ita tamen quod nos et nostri successores eiusdem turris instituamus custodes et ipsi pari modo abbati 
iurabunt, et ne abbas vel aliquis successor suus turrem construat, nos eidem in restaurum quattuor mar- 
cas assignabimus annuatim; item portarius pari modo eidem iurabit. Item quicquid proventuum evenerit 
in foro, abbati equaliter cedet. Item si oppidum prope castrum edificatum fuerit, nos iudicium et mone- 
tam collocabimus, sed proventus inter nos equaliter dividentur et ita de omnibus proventibus, antiquo 
tamen theloneo, quod sevart dicitur, excepto. Ut autem hoc factum stabile et inconvulsum permaneat, 
presentem paginam tarn appensione sigilli nostri, quam capituli Monasteriensis fecimus roborari. Testes 
huius rei sunt: Vicboldus nobilis de Holte, burcgravius de Stromberge, Hermannus nobilis de Harstorp, 
Bernhardus, Frithericus, Hermannus fratres de Meinhuvele, burggravius de Regethe et fratres sui Her- 
manni et Johannes, Hermannus Weremzo, Albertus dapifer et frater suus Adolf us, Suetherus tunc iudex 
Monasteriensis et alii quamplures. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°. XXXVIII ! ). 
Beide Siegel sind verloreu. 

284. 

* Miter Goswin von Vechten verkauft dem Stifle Busdorf gewisse vom Bischofe von Paderborn lehnriihrige 

Besitzungen, die er in Gegenwart B. Bernhardt s IV., des Domcapitels undder Ministerialen des Fiirstbisthums 

resignirt. 1239 Januar 4. — Abschr. Msc. 1. 121 fol. 5'; 123 fol. 5. 

G(oswinus) miles et uxor eius et heredes de Wechten singulis et universis presens scriptum inspe- 
cturis salutem in vero salutari. Ad amputandum imposterum omnem dubitationis errorem presenti scripto 
declarando protestamur et confitemur, quod nos anno Domini M°.CC°.XXX°. nono predium nostrum et 
feodum in Yienhus et in Stenhem a ) sita et medietatem iuris patronatus ecclesie in Yienhusen cum homi- 
nibus eidem ecclesie pertinentibus, que omnia de ecclesia Patherburnensi nomine feodi tenebamus, do- 
mino nostro episcopo Bernhardo quarto, capitulo maioris ecclesie necnon ministerialibus consensum suum 
adhibentibus 8 ) , vendidimus ecclesie sanctorum apostolorum Petri et Andree in Paderburne centum viginti 
quinque marcis bonorum et legalium denariorum, quam pecuniam ex integro numeratam et solutam nos 
recepisse protestamur, in usum et utilitatem nostram et heredum nostrorum penitus conversam. Promi- 
8imus etiam in manibus dicti domini nostri episcopi fide corporaliter prestita, quod si Widekindus comes 



l ) In Bezug auf Landegge findet sich noch folgende undatirte Urkunde Msc. I. 133 f. 11 von einer Hand des 14. Jahr- 
hunderts eingetragen: 

LudolfuB Dei gratia Monasteriensis episcopus huius pagine inspectoribus notum esse cupimus, 
quod nos et omnes successores nostri dabimus domino Corbeiensi abbati singulis annis in festo 
Martini 4 marcas de proventibus nostris, sicut continetur in privilegio nostro, quod dedimus 
ecclesie Corbeiensi super compositione que facta est inter nos et ipsam de castro Landege et 
hec presenti scripto sigilli nostri appensione manifeste protestamur. 

Man kann wohl fragen, welche landesherrlichen Rechte das Bisthum Minister iiberhaupt vor der erst 1252 (U.-B. III. 
540) erfolgenden Erwerbung des Niederstifts an der in der Diocese Osnabriick belegenen Burg Landegge hatte. 
Diese Rechte datiren allerdings schon von Bischof Hermann II. her , der nach dem Zeugniss des Domnekrologs, Ficker 
G. -Q. I. 348, und der Bischofschronik ib. S. 27 dieselbe erbaut hat, was dann auch durch die Klage dieses Bischofs, 
U.-B. III. 21 in einer Urkunde von 1203, dass er variis expensis in edificatione castrorum oneratus den Zoll der 
Stadt Minister habe verpfanden mussen , bestatigt wird. Yon Gewicht ware nun die Nachricht der deutschen Bischofs- 
chronik, Ficker 1. c. Ill, dass Hermann diese Rechte von seiner Schwester, der Gemahlin eines Grafen von Vechta, 
iibertragen erhalten hatte, wenn das Gewand, in dem diese Angabe dort auftritt, und die Beziehung zu Bouillon und 
Luttich niclit gar zu fabelhaft erschienen. — *) Iggenhausen und Grundsteinheim dicht bei einander im Kr. Biiren, 
N. von Lichtenau. — *) Es treten hier also schon neben dem Bischofe das Domcapitel und die Ritterschaft als die 
standischen Vertreter des Landes und aller seiner Rechte auf. 

Westf. Urk.-Buch. IV. 24 



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186 i»9. 

Paderburnensis ') vel quicunque alius sibi addicendo ius in bonis prenotatis predictos prepositum et capi- 
tulum in ipsis inquietare presumeret, nos eis plenam de ipsis prestando auctoritatem sive warandiam, eos 
prorsus reddentes indempnes ab omni eripiemus questione, dampna eorum sive impedimenta in dictis 
bonis in nostrum periculum computantes. Forma vero venditionis talis erat: In octava innocentum a ) anni 
prenotati ego Gozwinus et heredes mei in presencia domini episcopi Bernhardi quarti et capituli maioris 
ecclesie necnon*ministerialiuni Paderburnensium renunciavimus precise, pure et sine omni condicione 
actioni et iuri si quod ad presens in predictis bonis nobis competebat vel deinceps competere posset. 
De voluntate vero nostra dictus episcopus omnium bonorum prenominatorum proprietatem cum omni uti- 
litate eorundem et pertinentiis, sive in agris sive in pascuis sive in molendinis sive in hominibus et omni- 
bus aliis attinentiis mobilibus aut immobilibua, contulit ecclesie beatorum apostolorum Petri et Andree in 
manus Symonis propositi, Regenhardi decani et totius capituli iam dicte ecclesie. Ut autem hec ven- 
dicio nostra sine calumpnia possit supra dicte ecclesie stabilis et inconvulsa permanere, presentem litte- 
ram domini nostri episcopi Bernhardi quarti, Volradi prepositi, Babodonis decani et maioris capituli et 
sancti Pauli conventus necnon civitatis Paderburnensis sigillis rogavimus communiri. Testes huius facti 
sunt: Volradus propositus, Rabodo decanus, Tbetmarus scolasticus, Hermannus camerarius, Georgius t 
Johannes, Wernerus dicti Stapel, Wernerus de Wevere ; cives vero Hermannus Danus, Ysherus, Hermannus 
Visco, Andreas Voltur, Giselerus Vateber, Bernhardus de Thelebrugge, Gerbodo, Thidericus de Wart- 
berg, Thidericus Woldoge, Volberaus et alii quamplures. 

286. 

* Bischof Bernhard IV. erlaubt dem Stifle Busdorf, ein bei der Griindung vom Bischofe Meinwerk erhaUenes 

Gut in Overyssel an den Edlen von Ahaus, der das Stift seit jeher in dessen Besitz beunruhigt, fur 270 

Mark zu verkaufen und aus dem Erlbse von einem Vasallen der Paderborner Kirche andere Besitzungen *J zu 

erstehen, durch dereti (Jbertragung der Bischof damn seine Memorie in Busdorf stiflet. 1239 Januar 4. 

— Abschrift Msc. I. 121 f. 18; I. 123 f. 13. 

Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis ecclesie episcopus singulis ac universis presens scriptum 
intuentibus perpetuam in Domino salutem. Notum esse cupimus tarn presentibus quam futuris, quod cum 
ecclesia beatorum apostolorum Petri et Andree Paderburne predium suum in Theldene 4 ) situm, sibi col- 
latum a predecessore nostro pie memorie episcopo Meinwerko, propter iniurias, quas frequenter intulit 
ei nobilis vir Johannes de Ahus in dicto predio, eidem Johanni de licentia et consilio nostro vendidisset 
ducentis septuaginta marcis legalium denariorum, humiliter nobis supplicavit, ut ad comparandum melius 
predium pariter dignaremur ei providere. Symone vero preposito, Regenhardo decano et capitulo dicte 
ecclesie ex una parte et Gozwino cum uxore et heredibus ipsorum ex altera coram nobis comparentibus, 
dictus Gozwinus et heredes eius in manus nostras resignaverunt predium et feodum in Yienhusen et in 



l ) Die Grafsohaft der Stadt Paderborn kanfbe Biscbof Simon I. 1247—1277 an, wie sain Testament erweist. Im Besitze 
der Qrafschaft erscheint 1251 eine Regelhindis ale comitissa Paderbornenais, ale deren Gemahl Bernhard von Oesede 
genannt wird. Wabrscheinlich iet sie eine Tochter dieses Grafen Widekind, den vir wohl ana dem Grande ab einen 
Abkdmmling der altesten Grafen betrachten durfen, weil seine Toohter einen and denselben Namen mit der Gemab- 
lin des ersten bekannten Grafen Elferus urn 1109, R. 1362 C. 179, tragt. Vgl. Nr.287. ~ *) 4. Januar 1289. — *) Die in der 
vorhergebenden Urkunde genannten. — 4 ) In der Stiftungaurkunde Bufldorft vom 25. Mai 1036, JSrkard R. 993 €. 127, 
aagt Meinwerk : dans curtem onam in Theldem , quam ex hereditate pmerna poasedi. Um so bemerkenswerther er- 
Beheint es, daas aueh Graf Wiehmann, der Vater von Meinwerk* Matter Adela ebendort Gufcer beaaas, Erhard 
R. 686, die aber mit vielen anderen Beaiteungen an das von Wiehmann geatiftete Blotter El ten fielea, deren Abti* 
sin Lutgardis am 18. December 996 zu Gunsten Uurer Schweater Adala daw anf austere Beaitsungen ihrea beiderai- 
tigen Vaters verzicbtete. Tbelden ist das beutigB Delden in der Twentbe HW. von Easdbede and Ahaus. 



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12*9. 187 

Stenhem sita cum omnibus suis pertinentiis tarn in hominibus et in agris, quam in pascuis et omnibus 
mobilibus et immobilibus eisdem bonis pertinentibus cum medietate iuris patronatus ecclesie in Yienhusen 
et hominibus dicte ecclesie pertinentibus, petentes a nobis, ut proprietatem dictorum bonorum ecclesie 
sancti Petri conferremus, publice coram nobis confitentes, quod dicta bona rendidissent ecclesie iam 
dicte, et in pretium ipsorum centum viginti quinque marcas recepisBent et super hoc publica monimenta 
dedissent sigillis autenticis communita. Nos autem ad preces utriusque partis inclinati et sententia di- 
ctante, quod de consensu capituli maioris et ministerialium id facere possemus, predicta bona contulimus 
cum omnibus suis pertinenciis in manus Symonis prepositi, Regenhardi decani et totius capituli ecclesie 
prenotate sub hoc tenore verborum: 

In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Ego Bernhardus quartus Dei gratia Paderbomensis 
episcopus in manus tuas, Symon preposite, Regenharde decane, et totius capituli confero ecclesie beato*- 
rum apostolorum Petri et Andree predium et feodum in Yienhusen et in Stenhem sita cum omnibus suis 
pertinentiis, que Gozwinus de Wechten et heredes sui in manus nostras publice resignarunt. Nos vero 
canonici sancti Petri spondemus, anniversarium domini nostri venerabilis episcopi Bernhardi quarti nos 
singulis annis secundum ecclesie nostre consuetudinem servaturos, quod per appensionem sigilli nostri 
profitemur. Ut autem hec rata permaneant et inconvulsa, acta sunt coram testibus ad hoc rogatis: Vol- 
rado preposito, Rabodone decano, Thetmaro scolastico, Hermanno camerario, Volberto de Elsen, Ludolfo 
cellerario, Everhardo canonicis Paderbornensibus; ministerialibus: Hermanno marscalco, Henrico came- 
rario, Georgio, Johanne et Wernero dictis Stapel, Wernero de Wevere; civibus vero: Hermanno Dano, 
Yshero, Hermanno Viscone, Andrea Vulture, Gyselero Vatheber et aliis quampluribus a. i. D.M°.CC°.XXXIX . 
Ad cautelam autem maiorem et evidentiam pleniorem presentem paginam appensione nostri sigilli fecimus 
communiri. Pridie Non. Januarii. 

286. 

* Pap st Gregor IX. empfiehli alien Erzbischofen, Bischofen und iibrigen Geist lichen die Briider vom 
Hospital zu Jerusalem, verbietet sie zu bedriicken und in dem Besitze der Giiter zu storen, welche ihnen von 
solchen Glaubigen vermacht worden sind, die in ihren Hosptialern genasen oder starben. Datum Laterani 
Nonis Maii pontificatus nostri anno tertio decimo. 1239 Mai 7. — Or. l ) St. Johanniter - Commende Her- 
ford U. 1. 

Die an rothen und gelben seidenen Faden hangende Bulle mit der Inschrift GREGORIUS PAPA Vim. ist wohlerhalten. 

28T. 

* Der Paderborner Domherr Johann von Elsen verpfandet sein Baus an der Pader in Paderborn fur SO Mark, 

mit dem Bedinge jedoch, dass, wenn es verkauft tverden sollte, er dann weitere 10 Mark erhalte. 1239 

September 10. — Abschr. Msc. L 121 f. 16; 123 fol. 11. 

Wydekindus dictus comes a ) et consules et universitas civium in Paderburne omnibus presens scriptum 
visuris notum esse cupimus, quod dominus Johannes dictus de Elsen maioris ecclesie Paderburnensis 
canonicus domum suam iuxta Padheram sitam, que ipsi hereditario iure cesserat, Heinrico et Suedero 
pueris suis •) pro octuaginta marcis integraliter cum officinis coram nobis in iure obligavit, ita tamen 



J ) So zerstort, dass ein lesbarerText sich nicht herstellen liess. — *) Vgl. die Koten zur Urkunde vom 4. Januar d. J. Nr. 284. 
Es ist bemerkenswerth, den Grafen der Stadt Paderborn hier an der Spitze der stadtischen Rathmanner einen Ver- 

trag iiber ein stadtiaches Grundstuok bekundeu zu sehen. Unter den Zeugen erecheint auch der Biirgermeister. 

3) Es scheint mir unmoglich anzunehmen, daee ein Paderborner Domherr hier so offen von seinen Eindern spreche; 

24* 



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188 12 * 9 - 

quod si predictos H. et S. contingeret- eandem domum velle distrahere, et si Ludolfus de Herisia earn 
vellet in usus suos comparare , ipsi de solucione pecunie condescenderent in decern ifcarcis. Quod factum 
ne alicui veniat in dubium et ne inposterum per alicuius calumpniam in irritum possit revocari, fecimus 
conscribi et per publicum instrumentum nostrum conscriptum roborari. Huic facto cum fieret astiterunt 
testes: Everhardus Buden magister civium; consules: Bernhardus Delebrucke, Gerbodo, Hinricus Mergus, 
Hermannus Griseus, Conradus de Aspedere, Philippus, Hehnicus Ursus; Hermannus plebanus Forensis 
ecclesie, Nycolaus, Widekindus, Heinricus sacerdotes; Heinricus Molendinarius, Giselere, Godeftidus de 
Iburch, Hedolfus, Theodericus de Wartberg, Gerebertus, Kerstianus, Johannes de Mersberge, Johannes 
de Metzinchusen, Heinricus, Volquinus fratres, Gerlacus Vateber, Johannes Kersegreve, Heinricus de 
Soltcoten, Hildebrandus Crage, Johannes de Stadelhove, Thidericus index, Johannes iudex, Godescalcus 
de Eleren, Thidericus dapifer advocati J ) de Buren, Beltoldus, Volbergus, Volbern qui iudex fuerat et 
alii quamplures. Acta sunt hec a. i. d. M°.CC°. XXXIX . et anno pontificates nostri Bernhardi Xn. et 
IIH. Idus Septembris. 

288. 

* Der Edle Bernhardt von Oesede giebt einem Eigenbehdrigen mit Genehmigung seines Ministerialen GodschaDc 
von Welda, dem er denselben ubertragen hatte, die FreiheiL 1239. Warburg, — Or. Kl. Hardehausen U. 43. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Bernhardus de Osethe. Notum sit tarn presentibus quam 
futuris, quod nos Regenhardum de Osthim, conditione servili nobis addictum et cuidam nostro famulo 
Godescalco de Wellethe collatum, prudentum consilio virorum et petitione bonorum, per nos etHermau- 
num filium nostrum, Godescalcum et fratrem suum Bertoldum et eorum heredes, plene donavimus liber- 
tati, sane ipsum a nobis iam prenominatis liberum profitentes. Testes huius rei sunt: Sifridus iudex. 
Sifridus magister consulum, Albertusmonetarius, Johannes de Ossenthorp, Conradus iuxtatruncum, Helm- 
wardus, Victorius, Hermannus de Amelungessen, Johannes de Natesungen, Godescalcus de Beverungen, 
Hermannus de Dalhem, Conradus de Weten, Johannes de Althorpissen , consules Nove Civitatis in Wart- 
berg; Johannes Judeus, Wernherus de Nedere, Conradus de Ossenthorp, Udo de Weten, Hartmannus 
Calle, Godescalcus et Ludolphus fratres de Nedere, Bertoldus (B)usse milites; Johannes de Osthem, Lut- 
bertus Pistor, Eckehardus de Lere, Arnoldus de Althorpissen, Hunoldus, Johannes de Nedere, qui pro- 
misit sibi supplere defectum. Ut autem hec rata permaneant, sigilli nostri munimine fecimus hanc pagi- 
nam insigniri. Acta sunt hec a. i. d. M°. CC°. XXX VHII . in Wartberg temporibus Bernhardi tertii 8 ) 
Patherbornensis episcopi. 
Das Siegel fehlt. 

289. 

* Der Schultheiss und die Rathmanner von Cassel bekunden, dass die Erben einer ihrer Mitbiirgerinnen sick 
mit dem Kloster Hardehausen gutlich uber eine von Letzterer dem Kloster gemachten Schenkung geeinigt 

haben. O. /. Um oder bald nach 1239*). — Or. Kl. Hardehausen U. 11. 

Universis hoc scriptum inspecturis Robertus sculthetus consulesque de Cassele perpetuam in Domino 
salutem. Notum sit tam presentibus quam futuris, quod quedam fidelis matrona nostre civitatis Cune- 



mdglicherweise ist hinter Suedero ein Name ausgefallen , so dass der Sinn also ware , dass Jofaann von Elsen das Haus 
verkanft habe an Heinrich und Sueder n. N. dessen Kindern. Doch bleibt in diesem Falle es aufiajlend , dass Heinrich 
nach seinem Namen und Stand nicht naher bezeichnet wird. — ') advocatus hat Msc. I. 123 fol. 11. — ^ Uber die 
Ministerialenfamilie von Welda vergl. die Hardehausener Urkunde vom 3. Mai 1234 Nr. 228. — lf ) So ausgeschrieben 
die Urkunde, obwohl dieselbe doch unter der Regierung Bernhards IV. abgefasst worden ist. — ♦) In diesem Jabre 



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1339. 189 

gundis CQgnomento Parva fratribus in Hersuithehusen donatione publica mansum dimidium assignavit. 
Huic autem donationi filio eius Erthmaro generoque illius Johanne postmodum contradicentibns, in hoc 
tandem cam eisdem fratribus convenerunt, fidemque suam illis Erthmarus videlicet et Johannes com ho- 
nestis viris Hermanno supra montem et Cristiano dederunt, ut post obitum predicte matrone ipsum dimi- 
dium mansum pro tribus talentis redimerent et quiete sine ulla contradictione possiderent. Horum autem 
{idem receperunt Lodewicus archith . . . *) werne, Erenhardus, Wernherus et Nycolaus. Ut igitur hec 
donatio sive conventio inconvulsa p^rmaneat, predictos testes subnotari et sigillo nostre civitatis presen- 
tem paginam fecimus insigniri. 

Nur der schmale vom Pergament abgetrennte Siegelriemen ist erhalten. 

289 a. 

* Bruchstucke eines Traditionsverzeichnisses des Cistercienser - Klosters Hardehausen 2 ). — Or. aus der Mitte 
des 13. Jahrhunderts *J Msc. VII. 4509 B*). Hierbei zwei spatere Aufzeichnungen Uber dessen Griindung. 

Abschr. sac. XVIII. Msc. II. 79 f. 69. 

Hec sunt bona ecclesie nostre: a Bertoldo de Asekendorph et films suis comparavimus tres mansos 
cum area, que Selewort vocatur, pro XXX marcis. Specialiter vero a filiis eiusdem, Conrado videlicet 
et Hartmodo, comparavimus unum mansum .in maiori Kurbike 6 ) pro V marcis. Ab ecclesia in Lippoldes- 
herche 6 ) comparavimus XV iugera IIII marcis. A quodam Berenwardo comparavimus XII iugera tribus 
marcis. 

Hec sunt bona, que habemus in indagine prope Geismariam: Theodericus in Dwergen 7 ) contulit 
ecclesie nostre ibidem III vergerde 8 ), insuper unum vergerde. Giselerus senior et filius eius Amilius 
dederunt nobis ibidem I mansum, qui dicitur virgerde. Unum virgerde comparavimus ibidem a duobus 
fratribus, scilicet Gerlaco et Jecelo, XX solidis gravis monete et tribus Bolidis levis monete. Ab Einfrido 
de Wartberch comparavimus HI virgerde cum omni iure attinenti VI marcis. A quodam Udone in 
medio Dwergen comparavimus I vergerde, id est VIII iugera, XVIII solidis, iure novellatorio 9 ), quo ipse 
possederat, consensu advocatorum Giseleri et Johannis fratris sui cum omni iure attinenti, de quo annua- 
tim reddimus levem solidum ad altare Dwergen. A quadam muliere, nomine Richenze, et filio eius Bru- 
nincgo comparavimus III vergerde iure novellatorio V marcis et dimidia, cuius proprietatem nobis con- 
tulit Herimannus comes de Wartberg "<>). De advocato Geysmarie Heinrico et filio eius Theoderico com- 

bestatigte Landgraf Hermann von Thuringen die stadtischen Privilegien von Cassel , Gengler Codex iuris munic. 1. 448, 
in welcher Urknnde ebenfalls noch ein villicus an der Spitze der Consulen von Cassel erscheint. — ! ) Durch Moder 
unleserlich gewordene Stelle, deren letzte 4 Buchstaben anch durch Reagentien nicht wieder hervorgerufen werden 
konnten. — *) Obwohl Hardehausen in dem nachfolgenden Register nicht ausdrucklich genannt wird, so ergiebt sich 
dessen Provenienz dorther mit Bestimmtheit aus der darin erwahnten Urkunde Bischof Bernhards II. von Paderborn 
vom Jahre 1155. — *) Der vorhergehenden Urkunde wegen Erwahnung der Schoffen von Cassel angeschlossen. — 
♦) Geschenk des Herrn Grafen vonLandsberg-Gemen, der dies werthvolle Fragment , ein Blatt klein Folio, vom Unter- 
gange rettete, aber weitere Reste nicht zu ermitteln vermochte. — 6 ) Wohl eher Corbeke SO. von Borgentreich , als 
Corbach im Fr. Waldeck. «) Lippoldsberg , Prov. Hessen, 0. von Helmershausen. — 7 ) Dass dies Zwergen NW. , nicht 
Zwehren S. von Cassel ist, wie ich oben zur Urkunde Nr. 38 v. J. 1210, die den Verkauf eines Grundstiicks seitens 
des auch hier genannten Amilius von Zwergen betrifft, und zu Nr. 40 angenommen habe, erweist die Note 4 der 
folgenden Seite. Da Zwergen hier als in der Nahe von Geismar belegen angegeben wird, so diirfen wir bei Letzte- 
rem nnr an Hofgeismar N. von Cassel, nicht an Geismar bei Fritzlar denken. — 8 ) Brinckmeier I. 906 kennt Gertc 
im Sinne vom heutigen Ruthe als Ackermaas, wie ich denn schon oben Nr. 118, mensuram decern virganan in diesem 
Sinne gedeutet habe. Doch kann ich dieses Wort, dessen Schreibart hier oft wechselt, sonst nicht nachweisen- 
Nach dem Folgenden enthielt eine virgerde acht Acker. Vgl. dagegen Zeitschr. d. Berg. Gesch. Ver. VIII. 183: doch 
verdient diese Frage noch eine eingehende Untersuchung. — 9 ) Das in der erwahnten Urkunde von 1210 indaginaU 
ius genannt wird. — l0 ) Dieser Graf Hermann von Warburg hat dem Ministerialenstande angehort und wird oben 
Nr. 39 als Zeuge in einer Urkunde von 1210 erwihnt. 



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190 t339. 

paraviiuus I worgerte XIII solidig gravis mouete, iure novellatorio, cuius proprietatem nobis contulerunt duo 
frutre* Rotcliems et Woloniarus. A Johaiine, fratre ! ) advocati Heinrici, coinparavimus I worlinc. Item 
in novali versus Dworgen eomparaviuui.s VI iugera II marcis ab eisdein fratribus Heinrico et Johanne. 
Fniter vero eovum Theodericus dedit nobis ibidem I agrum cum omni iure attinenti. Ibidem etiam com- 
paravimus a Giselero V iugera II marcis. A quatuor fratribus Bernhardo, Johanne, Sigehardo, Amilio a ) 
cum promissione eorum, qui dicuntur marckenoth*), comparavimus XII iugera III marcis et dimidia. 
A Marcvardo de Husen comparavimus I actwarth*) in Inferiori Dwergen IIII solidis gravis monete, quod 
stabilitum est Lovene regio banno ab illis de Scardeberg 4 ). 

In Adebracteshusen 5 ) habemus III mansos et dimidium. Duos comparavimus a quodam Hartmodo 
VI marcis consensu Herimanni lantgravii cuius idem erat ministerialis. Postmodum vero, cum eiusdem 
filius •) nos indebite gravaret, pro eodem predio dedimus ei XI solidos, ut ab omni querimonia cessaret. 
Hec autem confirraata sunt Cassele coram scultheto 7 ) et quibus(dam) ministerialibus lantgravii. Lode- 
wicus Ullecobt et fratres sui coheredes dono et, venditione dederunt nobis ibidem mansum et dimidium 
pro HI talentis. Ibidem habemus III areas, et decima tocius ville reponetur apudnos, et nostro plaustro 
convehetur, et victum dabimus servo, qui colligit. De cetero nihil laboris nobis incumbit, sed tempore 
triture accipiemus eiusdem decime decimam partem. Quod sequitur quere in quinta pagina ad tale 
signum. (Ein Kreuz mit Punkten in den vier Wihkeln.) 

Hec sunt bona, que habemus in Scerve 8 ): Sex mansi cum areis et molendino, quos fundator ecclesie 
nostre pie recordationis dominus Bernardus episcopus nobis ibidem contulit 9 ). Duo mansi indecimales 
ibidem, quos a Gernando duo bus aliis in Nhedere 8 ) concambivimus. Tres mansi indecimales Hugonis de 
Willehusen l0 ); I mansum, quern Luodoldus de Husdagensen nobis dedit. Agri Itichardi de Masenhim 
additi sunt V mansi s supradictis indecimabilibus , ut plene V mansi computarentur, qui vix pro mi repu- 
tabantur. Agri Ersbergensium , quos ibidem comparavimus, computati pro duobus mansis. Item III mansi 
ibidem, qui fuerant cuiusdam Alradi. Item X iugera eiusdem Alradi et XX iugera cuiusdam Algoti, qui 
faciunt I niansiim. Item VII iugera Osbrandi, VI iugera Hagenonis, XL iugera Wernhardi de Papenheim, 
qui faciunt II mansos, VII iugeribus minus. Hec omnia plenius inveniuntur in privilegio fundatoris nostri, 
quia sub eo et per eum ista accesserunt ecclesie nostre. Postmodum vero ista, que subiciuntur, compa- 
rata sunt et ex parte nobis collata. De Wernhero cognomento Uvelcruth comparavimus H mansos XXIII 



l ) Msc. tratris. — 2 ) Vielleicht deu Sohnen des vorerwahnten Giseler. — *) Markgenossen und Echtwort, d. L Markenantheil. 
— 4 ) Schardenberg im Amte Zierenberg NW. von Cassel. Nach Wenck II. 871 Not. b standen die Briider Hermann 
und Stephan von Schardenberg urn 1201 der comitia in Meschere Ober oder Niesser Meisser (S. von Zwergen and 
Liebenau) vor. — 5 ) Auch mit Hulfe von Wenck und Fcerstemann mit Bestimmtheit nicht zu constatiren. Vielleicht 
mochte man aber an Abshausen, zwischen Cassel und Melsungen, auf welches Herr Dr. Ernst Friedlrender mich auf- 
merksam machte, denken durfen. — •) Nur Landgraf Hermann I. 1181 — 1217, nicht dessen Enkel Hermann 
II. f- 1242, hat Sohne hinterlassen. Es wird bier also die Rede vom Landgrafen Ludwig IV., dem Gemahl der 
heiligen Elisabeth sein, welcher 1227 starb. — ^ ttber Cassel vergl. die vorhergehende Urkunde. — ») Scherfede. 
Grosse-Neder Kr. Warburg. In Bezug auf die Giiter in Scherfede bemerkt eine Hand aus dem Anfange des 14. Jahr- 
hunderts auf dem untern Rande: De istis bonis in Scherve multo plura devenerunt ad ecclesiam nostram, quam hie 
habeantur expressa tarn per supradictos venditores quam per alios quoscunque processu temporis , ita quod iam omnia 
sunt nostra preter pauca et extendunt se super sexaginta mansos. Vgl. oben Nr. 24 u. 212 und meine Bemerkung 
zu letzterer Urkunde. — •) Das Nachfolgende bis ecclesie nostre ist im Wesentlichen der Urkunde Bischof Bern- 
hards I. von Paderborn vom Jahre 1155 entnommen, Erhard R. 1824, die leider nur im Abdruck bei Schaten ad 
ann. erhalten ist. Da Bernhard dort auch „in Hodagessen prsedium quoddam ex hereditate (dem Besitz) domini 
Heinrici ducis, pro quo ei duos mansos in Rosbeke XX solidos persolventes restituimus" an Hardehausen schenkt, so 
muss die hierauf bezugliche Urkunde Herzog Heinrichs deB Lowen, Hardehausen U. 1, welche Erhard R. 1880 nacL 
dem Druck bei Wigand Fehmg. 222 zum Jahre 1160 setzt, schon vor 1155 ausgestellt sein. Dies ergiebt sich auch 
daraus, dass Abt Daniel von Hardehausen darin als Zeuge vorkommt, der urkundlich 1142 erscheint R. 1880 C. 242. 
wahrend Volbert schon am 11. Juni 1155 ihm in dieser Wurde gefolgt war. Erh. R. 1826. Hans Prutz Heinrich der 
Lowe S. 457 Nr. 74 hat dessen Fehler recipirt. — ,0 ) Vgl. oben Nr. IS. 



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1289. 191 

marcis et poledro. Duos mansos comparaviuius a tribus fratribus Johanne videlicet, Herimanno et Hein- 
rico qui dicebantur cognomento Frigedacg *). Item II mansos comparaviuius a duobus fratribus de 
Holtesminne XVIII marcis; II vero marce date sunt comiti Alberto de Everstene, ut consensum suum 
adhiberet 2 ). 

Duos 8 ) mansos comparavimus a Conrado de Wellethe et uxore eius Gertrude consensu comitum de 
"Waldeke, a quibus in beneficio habebant, XXII marcis. Isti mansi fuerant Hosbrandi de Scerve. A Si- 
boldo, filio 4 ) Conradi de Vrekenhusen, comparavimus III mansos pro XXX marcis. Mansum et XV iugera 
comparavimus IX marcis et HI solidis a tribus fratribus Reimboldo, Herimanno, Olriko. A tribus fra- 
tribus Ludolfo, Ecekino, Theodorico comparavimus II mansos et IX iugera. Item a tribus fratribus 
Herimanno scilicet, Heriberto, Brunone comparavimus mansum I. Item a Bernhardo et Theoderico man- 
sum et dimidium et duo iugera. ARegenhardo, quidicitur Vrilinc, comparavimus XXVI iugera. A duobus 
fratribus Conrado et Bertoldo de Vrenkenhusen (sic!) cum consensu filiorum suorum et heredum compara- 
vimus XXVI iugera. Postmodum vero, cum isdem bonis querimoniam moverent eorundem filii, licet in- 
iustam, dati sunt prima vice III solidi, alia vice VI solidi. Item a Godefrido et fratre suo Bertrammo 
de Thi et sorore eorum Cunegunde comparavimus II iugera; IIII iugera dederunt ecclesjie pro animabus 
patris et matris eorum. Item a Tetmaro et Herimanno de Nutlon comparavimus XII iugera. Item a 
Brunoldo et Helmoldo comparavimus VHI iugera. Postea, cum querimoniam moverent filii eorum Wie- 
bernus et Lutbertus, dati sunt eis XHH solidi et IIII ulne grisei panni. Item duo iugera dedit Conra- 
dus miles, cognomento Sunnendach, pro anima filii sui Reimboldi. De Gozmaro comparavimus II iugera. 
De Bertoldo cognomento Halfpape comparavimus aream et I agrum, XVIII solidis. Item a Volcmaro et 
fratribus suis, cognomento Skedinge, compa 5 ) 

Da das Register auch aus der Hardehausener Stiftungsurkunde Bischof Bernhards Ausziige mittheilt, 
so durfte die JUittheilung von zwei bisher ungedruekten Aufzeichnungen uber die Griindung dieses Klosters hier 
wohl an der Sidle sein. Die erstere ist ersichtlich eine Lection 6 J, wie sie zum Gedachtniss des Stifters dorl 
unzweifelhaft an seinem Todestage vorgelesen wurde. Dass sie nicht alt sein kann, geht aus dem Umstande hervor, 
dass sie auf die unier II. mitgetheilte Tafel- Inschrift Bezug nimmt. Aber immerhin hat das Kloster darin 
einige auch historisch bemerkenswerthe (Jberlieferungen niedergelegt. Den Paderborner Geschichtschreibern 
war sie schon fruher bekannt. Die Monum. Pad. fWetuelsburg. Nota 5. Ausgabe von 1672 S. 228) fuhren 
aus dem Originate ( codex membranaceus Ms. J eine Stelle an, die auch Schaten ad ann. 1155, ohnc seine 
Quelle naher zu bezeichnen, in phrasenhaft erweiterter und fast gefalschter Gestalt mittheilt. 

I. 
Incipiunt gesta fundatoris nostri venerabilis antistitis Bernhardi primi. 

Anno ab incarnatione Domini M°.C°.XXVIII , sicut in chronicis legimus, Bernhardus nobilis natione 
et laudabilis conversation dictus de Osethe, canonicus maioris ecclesie Paderbornensis, loco XV catalogi 
episcoporum prefate ecclesie suscepit regimen eiusdem ecclesie huius nominis primus, Honorio summo 
pontifice Rome presidente et Ludero, qui et Lotharius, quondam Saxonum duce Romanum imperium re- 
gents. Deinde anno Domini M°.C°. XXXIII . idem futurus noster pater profectus estRomam cum supra- 
dicto rege. Gum vero idem rex pridie Nonas Junii, que tunc dominica dies extitit, Lateranis in basilica 
sancti Joanms baptiste in cesarem benediceretur a papa Innocentio secundo, dominuB episcopus affuit 



») Hierzu maeht eine spatere Hand die Bemeikung: in Willenhusen sunt. — ^ Vgl. das Regest diescr Urkunde 
vom Jahre 1206 oben Nr. 24 aus dem Druck bei Spttoker Everateia Urk.-Buch 38. Doch ist es beinerkensworth, 
dass die Urkunde diese beiden Everstein'schen Yasallen nur mit ibren Taufnamen Heinnoli und Conrad, niofct wie 
bier nit dem Territorislnamen de Holtesminne (Hobsminden) beaeichnet. — ^Hier beginnt eine etwas jnngere Hand. 
4 ) Msc. filii fr- *) Bier bricnt die Sckrift ab. — ^ Dies ergiebt namentficb der Scfeiuss. 



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192 1139. 

uaumque rationalis in celebrationibus inissarum, statutis temporibus et in consecrationibus ecclesiarum 
eeu ordinationibus ecclesiasticorum graduum in proprio tantum episcopatu sibi suisque successoribus ob- 
tinnit a predicto apostolico ! ). 

Post hec auteni anno verbi incarnati M°.C°.XL°. fratres Cisterciensis ordinis ab eo vocati ingressi 
sunt V. Ealendas Junii ad habitanduni hunc locum missi de monasterio Campensi*). 

Quam devotus autem et timoratus prelibatus episcopus fuerit, subsequentia demonstrant. In con- 
ventu quippe nostro fuit qui dam senior et sacerdos et bone conversationis monachus, qui tale quidem 
de eo referebat. Fuit, inquit, in villula Borgardinchusen 8 ) quidam sacerdos inclusus, quern dominus 
episcopus ob religiositatem suam elegerat sibi confessorem. Ad hunc cum quadam vice solito venisset 
in spiritu humilitatis et in animo contrito, effudit sicut aquam cor suum coram eo. Inter cetera vero 
verba confessionis sue, bee etiam quasi conquerebatur: timeo, inquit, quod Dominus Deus velit me tempo- 
raliter hie remunerare et eterna mercede privare. Nam contra potentem comitem de Arnesberc, qui infestabat 
ecclesiam mihi commissam, multis expensis dimicavi 4 ), et in Hersvethehusen Deo me preveniente cenobium 
inchoavi, et ecce omnia Domino largiente prospere mihi succedunt. Ne timeatis, inquit inclusus, Claris- 
sime domine, n^m omnipotens Deus quosdam electos suos non solum eteriialiter, sed etiam sublimat et 
ditat quandoque temporaliter, ut liberius et devotius ei famulentur. Hiis et his similibus venerabilis 
episcopus roboratus cum gratiarum actione letus recessit. Relatione quoque cuiusdam monachi monasterii 
quod situm est iuxta Svalenberche 6 ) audivi, quod idem episcopus cum viro nobili domino Widekindo, co- 
gnomento Nasebich 6 ), de predicto castro primo prefatum cenobium inceperit, quod tamen eo cessante, 
nam ad istum locum omne desiderium suum trans tulit, predictus nobilis Deo subministrante aliisque fide- 
libus adiuvantibus consummavit. Quo facto predictus pater noster illud devote dedicavit et quibusdam 
decimis dotavit, que sicut idem monachus fatebatur, utiliores sunt illis, quam forte omnia predia, que 
eis contulit predictus fundator eorum. 

Hos etiam ad honorem et ad etemam ipsius cedit remunerationem, quod inter tarn multas et varias 
expensas et eleemosynas, qnas nobis precipue et nonnullis aliis fecit, etiam canonicis maioris ecclesie 
Paderburnensis in anniversario suo servitium annuale providit. 

Igitur anno gratie M°.CC°.LX°. pater noster senior XXX tribus annis in pontificali honore etlabore 
Christi vicarius in terris existens devotus XVII. Kal. Junii 7 ) merore multorum, precipue tamen fratrum 
nostrorum est in Christo defunctus et ante summum altare nostrum devote sepultus sub apostolico 
Vict ore 8 ) et Fretherico imperatore. 

Deinde anno Christi incarnationis M°.C°.LXV°. id est post obitum semper nobis memorandi nostri 
fundatoris quinto anno, fratrum autem ingressionis XX. anno, procurante illos domino Sifrido abbate viro 
reverendo, dedicavit altare nostrum principale totumque monasterium bone memorie dominus Evergisus 
episcopus successor pii patris nostri sepe iam dicti XVIII. Kalend. Decembris in nomine sancte et indi- 
vidue Trinitatis ad venerationem et principalem honorem beate et perpetue virginis Marie, reconditis in 



*) Erhard R. 1546, C. 215, doch ist das Original vom 5., nicht vom 4. Juni datirt. — 2 ) Alten-Kamp, Kr. Geldern in 
der Rheinprovinz, dessen Abt sich primas Cisterciensmm per Germaniam oder auch Cistercii abbatis totiusque ordi- 
nis nostri Cisterciensis generalis in ditionibos Westphalia et Saxoniee . . . vicarius nennt. Von Hardehausen ging die 
Stiftung von Marienfeld aus, das in amtlichen Erlassen Hardehusiana filia heisst. Mit Altenkamp und Bredelar ge- 
horten beide der linea de Morimundo in Burgund, der jungsten der vier Linien des Cistercienser-Ordens, an. Ygl. 
GieBeler II. 2, 312. — *) Ob Borlinghausen im Kspl. Lowen Kr. Warburg? Schaten 1. c. setzt falschlich: Borgentrich. 
— 4 ) Vgl. Scheffer-Boichorst Annales Patherbrunn. S. 147: Gobelini ex annalium continuatione excerpta: 1144 Comes 
de Arnesberg (Gotfried von Kuik) depredationes et incendia exercet in diocesi Paderbornensi. Doch kann Dies auch 
1143 geschehen sejn, vgl. Scheffers Note 1. Zur Sache selbst vergl. Seibertz Gr. von Westfalen 104. — *) Ma- 
rienmiinster. In dem Stiftongsbriefe vom 18. August 1128 Erhard G. 205 erwahnt Bischof Bernhard I., dass sein 
Verwandter Wedekind auf seinen Betrieb das Eloster begriindet habe. — 6 ) Dieser Beiname des Grafen Widekind I. 
von Schwalenberg war bisher unbekannt. — 7 ) Dies ist entschieden falsch. Nach Erhard R. 1871 schwanken die An- 
gaben tiber Bernhards Todestag zwischen den 16., 19. und 20. Juli. — ■) IV., Gegenpapst Octavian. 



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Iti9. 199 

eo sanctorum reUquiis, aiout in presbytemo nostro aoriptum ireperiiur. In eadcm quoque die dedicatum 
est altera aposttiforum in ipsa basilica #t altare sancti (Martini. 

Nunc ergo (fratres ohariosimi in primis de iUi6 de quibus :Btaminus Deus per propbetam suum terri- 
Wiier cwnminatur dicens: peccata populi mei icomedent, repenftamus asaidue (tarn dilecto patoi noefcvo 
et .torn soUicito provisori spiritualia pro temp&ftUbus, nam ^ui pro alio ouat [prose ipso lab orat, -suppli- 
cants Deo *etributori bonorum omnium, ut una cum Sanctis et eleotis suis conferat ai vitam eternam* 
Amen. 

II. 

Seguitur copia tabelle cuiusdam jnanuscripte olim in presbyterio templi Hardekauaensis 
ad parietem a parte evangelii seu a parte aquilonari affixe. 

Anno dominice incarnationis millesimo aentesimo quadiageaimo fratres osdinis Cisteroiensis ingvesai 
sunt quinto Kalend. Junii ad inbabitandum bunc locum, qui vocatur Jta&witehugeii, de utcmasterio 
YeterisCampi, rogatu venerabilis Paderburnensis episcopi domini Bernardi eius nominis primi, fundatoris, 
qui pro servanda in ipso s. Benedicti regula Deo ilium locum devotus obtulit et in medio presbyterii *) 
ante summum altare sepultus in Cbristo requiescit. Beinde anno Christi incarnationis M°.C°.LXV°, fra- 
trum too ingressionis anno XX /Wc^, .procurante domino Sifrido vko revejrendodedicavit hoc altare etora- 
torium sanate recoxdationis domimis Evargiaus episcopus Padei&oraensi* XVIII. Jialend. Decemhris *& 
nomine «. et indmcbie Trinitatis ad venerationem et bpnorem b. virg. Marie msAm Domini ao&tri Jesu 
Christi ceterorumque sanctorum, quorum in eo reHquie coixtinentur. Sunt autem bee nomina etc. 8 ) 

290. 

* Abt Hermann von Corvey gemhmgt, doss Propst Thimo von Marsberg an dm Propst Ludolf von Schdkm 
nnen Hof in villa Dorp-Ittere *) und die Einkimfte derMarsbergisahenGiUerm Ense+) fur $2 Mark verkauft. 
(Inter dm Siegetn des Abts, des Stiffs -uncf der Stadt Mar tier g. Zeugen: JBernardus et Etgerus fratres de 
Dalwig, Oxdemarus Grimpe, . . . M Bertoldus de Lutterbeke, Hermannus de iNienkerke, Godefridns tie 
Godolmen. Anno MCCXXXIX, prelationis nostre sexto deoimo. — Abschr. Msc. II. 101 S. 40. 

291. 

* Die Abtissin Beatrix von Neuenheerse tritt dem Hospital des ICbsters Helmershausen eine Hausslatte zu 
Schachlen gegen drei Stiicke Ackers ab. 1239. Bofgeismar. — Or. Kl. Helmershausen U. 10. (Jetzt in Marburg.) 

In nomine sancte $t individue Trinitatis. Beatrix Dei graoia Herisiensis eocleaie abbatissa omnibus 
hoc scriptum inspecturis imperpetuum. Ne geste rei inposterum calumpnia subnascatur, poni debet in 
lingua testium et scripti munimine confirmari. Notum itaque esse volumus tarn presentibus quamfuturis, 
quod cum domus hospitalis in Helmwardesbuson bona et reditus in Scahten *) possideret nee aream aut 



') Dies drtickt Schaten ad ann. 1160 so aua: in medio basilicas choro. — 2 ) Der angefuhrte Band der Kindlinger'schen 
Handschriften enthalt dann auf fol. 70 und 71 noch die Epitaphien der Bischofe Bernhard I. und Evergis , der eben- 
falls in Hardehausen (in parte sinistra templi ante altare SS. Petri et Pauli) begraben ist, ganz ebenso wie sie bei 
Schaten, der ja das Original nnserer Aufzeichnungen benutzte, ad ann. 1160 u. 1186gedruckt sind. — 3 ) Proy. Hessen 
S. von Korbach. — ♦) Frstth. Waldeck SW. von Korbach. — 5 ) Muse in der Nahe von Hofgeismar, wo diese Urkunde aus- 
gestellt worden, gelegen haben. Doch ist es auf den Karten jetzt nicht mehr verzeichnet und wird wohl spate r 
untergegangen sein. Denn auch in Wenck's Hess. Gesch. findet es sich nicht erwahnt, mit Ausnahme eines Urkunden. 
excerpts II. B. S. 250 not., wonach Conrad Herr von Schonenberg (Schoneberg NO. von Hofgeismar) im Jahre 1302 
den Johaxm von Schachten mit der Edelvogtei zu Schachten belehnt. 

We«tt Urk.-Buch. IV. 25 



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194 «»» 

edificia haberet, ubi reditus collectos locaret, et ecclesia nostra in Scahten preter dotem ecclesie adhuc 
aliam aream, qua commode carere posset, in eadem villa haberet, ex nostra conniventia cum voluntate 
Gerhardi tunc temporis sacerdotis Herimannus tunc temporis provisor dicti hospitalis domus cum pre- 
fato sacerdote, mediantibus viris honestis, in id concambii convenit: assignavit namque sacerdos aream 
memoratam ad usus domus hospitalis in Helmwardeshuson et ipse in concambio recepit tares partes in 
agro , quas communi vocabulo dicimus unum ahtegerde l ) cum prato et unum vorlinc et uniun spidil, que 
tres partes pro duobus iugeris et dimidio computantur. Ut autem hoc tarn racionabile factum robur 
firmitatis imperpetuum obtineat, presentem paginam conscriptam sigillo nostre ecclesie et Helmwordensis 
necnon Geismariensis iussimus insigniri testibus subter annotatis: Cunegundis preposita, Beatrix decana, 
Suanehildis custos, Wildrudis scolastica; Helmungus, Johannes, Marchardus canonici, totumque capitulum 
Herisiense; Thidericus, Bichardus, Heinricus Spannagel de Scahten et alii plures. Actum Geismarie 
anno dominice incarnationis M°.CC°.XXXVIIII , indictione XII. 
Die drei Siegel sind abgefallen. 

291a. 

Der Edle Conrad von Sehonenberg bekundet, dass das Kloster Hardehausen von den Briidern von Westhetm 

das Amtsrecht und die von dem AussteUer lehnriihrige Vogtei iiber die Guter des Stifts Neuenheerse 7 ) in 

Scherfede gekauft hat. 1239. Warburg. — Nach einer von dem jetzt verlorenen Original des Klosters 

Hardehausen genommenen Abschrift im Staats-Archive zu Marburg gedruckt Wigand A. IV. 141. 

In nomine Domini. Amen. Conradus vir nobilis de Sconenberg universis hoc scriptum inspecturis 
in perpetuum. Quia gesta mortalium facile per oblivionem a memoria dilabuntur, provide propter pacis 
custodiam conscribuntur. Igitur notum esse volumus tarn presentibus quam futuris, quod Olricus et El- 
ricus fratres de Westhem villicationem bonorum Herisiensis ecclesie in Scerve distrahentes abbati et con- 
ventui monasterii in Hersvithehusen, cum ilia etiam advocatiam eorundem bonorum, quam de manupatris 
nostri domni Bertoldi et patrui domni Bernhardi iure feodali tenuerunt, pariter vendiderunt, prius tamen 
illam in manus parentum nostrorum predictorum sub hac forma, ut in proprietatem et possessionem per- 
petuam dicto conventui traderetur, sollempniter et legitime resignantes, illi vero sibi resignatam cod- 
dignis preventi muneribus sub tenore prescripto absolute et libere monasterio contulerunt. Post hee 
Elricus et Burchardus fratres, filii Elrici supra dicti, sue salutis immemores, eandem advocatiam sib: 
contra iustitiam vendicantes non destiterunt pregravare prefatum monasterium, donee accepta ab eis c*rta 
pecunia, coram multis honestis viris actioni sue renuntiantes, modo supramemorato cum uxoribus sui* 
advocatiam unanimi voluntate parique consensu nobis iterum resignarunt. Porro nos acceptis sedecim 
marcis ab abbate et conventu sepedictis et donationem ante nos factam approbantes, presentem paginam 
veritatem geste rei continentem sigilli nostri munimine duximus roborandam. Acta sunt hec in Wartberg 
anno ab incarnatione domini millesimo ducentesimo tricesimo nono, presentibus testibus subnotatis vide- 
licet: fratre Gumperto et fratre Giselero cellerario monachis, domno Meinrico plebano, Gozwino de 
Wethen, Bertholdo et Hildebrando fratribus de Desle militibus, Conradus de Wethen et Sifrido civibus 
et aliis quampluribus. 



l ) Ygl. Nr, 289 a not. 8. - 3 ) Nach dem Aussterben der Edlen von Sehonenberg belehnte die Abtissin von Neuenheerse 
im Jahre 1438 den Landgrafen Ludwig von Heesen mit der Edelvogtei ihres Stiftes. Vgl. L. Schrader in Wigand,* 
Archiv IV. 141. 



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1J4». 195 



292. 



* Der Domprop&t Volrad iibertragt dem Kloster Gokirchen das Eigenthum gewisser von ihm lehnriihriger m 

vom bisherigen Vasallen dem Kloster geschenkten Giiter. 1240 Januar 21. — Or. KL Gokirchen CI. 6. 

Volradus Dei gratia prepositus Paderbornensis etc. Inde est, quod cum Johannes dictus de Brakel 
civis Paderburnensis abbatisse et conventui grisei ordinis l ) sancti Odelrici Paderburnensis bona ante por- 
tam Spiringi 3 ) et bona in Aden 8 ) conferee proponeret, eadem bona cum suis pertinenciis in manus no- 
stras liberaliter resignavit. Que nos, venerabilis patris ac domini nostri Bernardi quarti episcopi et 
capituli Paderbornensis accedente consensu, ad peticionem predicti Johannis contulimus abbatisse et con- 
ventui supra dictis iure perpetuo possidenda, Hugone milite dicto Monacho, cui dicti donatoris filia ex- 
titit matrimonio copulata 4 ), ad nostram presenciam postmodum accedente ac pro se ac uxore et eius 
liberis in nostris manibus renunciante omni iuri et actioni . . . ac Bertoldus miles de Lipespringe roga- 
tus a dicto Hugone cognato suo eius nomine interpositione fidei promisit, quod Hugo predictus ante 
festum pentecostes presentis anni & ) uxorem suam cum pueris suis ad nostram adducet presenciam, ut 
facto suo personaliter connivenciam prebeant et consensum. Acta sunt hecpresentibus: clericis Hermanno 
camerario, magistro Johanne de Scildesche, Volquino canonico sancti Petri, Henrico preposito sancti 
Odelrici, Hermanno plebano sancti Pancracii, Helmico plebano deAspethere; laicis: Widekindo comite 6 ), 
Johanne Stapelone, Bertoldo de Lipespringe, Conrade de Aspethere, Tiderico Walthoge, Henrico Dukere, 
Henrico de Brakel et aliis quampluribus tarn clericis quam laicis a. D. millesimo ducentesimo quadra- 
gesimo, duodecimo Kalendas Februarii, indictione tercia decima. 
Das anhangende Siegel des Dompropstes ist beschadigt. 

293. 

* Concordia inter episcopum et clerum ex una et decanum et suos adherentes ex altera parte ist 
die Aufschrift einer grbsseren fast ganz vermoderten Urkunde (Fr. Paderborn U. 156 J, deren Datum lautet: 
anno Domini MCCXXXX in die beati Gertrudis virg. (Marz 17.) und die sich wahrscheinlich mit auf den 
Streit wegen der Kirche zu Welda foben Nr. 280) bezieht. 

294. 

* Bischof Bemhard IV. genehmigt den Verkauf gewisser Giiter seitens des Paderborner Domcapitels an das 

Kloster Gokirchen. 1240 April 10. — Or. in zwei Ausfertigungen Kl. Gokirchen U. 7. 

In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Anno Domini millesimo ducentesimo quadragesimo, 
mense Aprili quarto Idus Aprilis, indictione tercia decima, nos Bernhardus quartus Dei gratia Paderbur- 
nensis episcopus, Volradi prepositi, Rabodonis decani et capituli nostri Paderburnensis precibus inclinati, 
vendicionem bonorum in Arthe 7 ) a dicto capitulo abbatisse et conventui grisei ordinis sancti Olrici in 



') Cistercienser-Ordens , vgl. Nr. 170. Die Bezeichnung ist auffailend, da sie dessen weisser Tracht nicht entspricht. — 
^ Jetzt Casseler Thor. Vgl. Giefers in den Beitrag. S. 29. — *) Im Kreise Biiren. — ♦) Es ist bemerkenswerth , dass 
ein Ritter aus der Familie derer von Munch seine Frau aus einem biirgerlichen Geschlechte Paderborns genommen. 
— *) Dieser Verzicht erfolgte in der That am 4. April dieses Jahres vor dem Dompropst Volrad , Kl. Gokirchen U. 9, 
vor den namlichen Zeugen and: Radolpho camerario und den Rittern Georgio, Johanne Stapelone nebst den Burgern : 
Johanne de Brakel , Bernhardo de Thelebrugge , Hartungo et aliis. Vom Siegel des Dompropstes ist nur ein Bruchstiick 
erhalten. — «) Der Stadtgraf. Vgl. Nr. 284 u. 287. — 7 ) Ist jetzt nicht mehr zu constatiren. Nach den Gokirchener Urkun- 
den von 1298 batten an diesen Gutern in Arthe oder Arde auch die Familien von Kalenberg (im S. des Kreises Warburg^ 

25* 



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196 1240. 

Paderburna pro necessitate ecclesie sue factam, septuaginta marcis denariorum in civitate Paderburnensi 
legalium pro precio numeratis, ratam habemus. Scimus enim, dictam pecuniam in utilitatem ecclesie 
fuisse conversam. Quare nos dicta bona cum pertinenciis suis predicto conventui sancti Olrici presenti 
pagina confirmamus. Acta sunt hec in ecclesia nostra Paderburnensi presentibus Alberto abbate sancti 
Pauli, Regenhardo decano, Henrico celerario, Gerhardo tesaurario, Hildeboldo scolastico sancti Petri et 
aliis viris honestis, canonicis, clericis, laicis quampluribus 1 ). 

An einer von den beiden Ausfertigungen ist das Siegel Bischof Bernhard's IV. schdn erhalten, zeigt aber in dera 
Gewande eine reichere Verzierung , ah die Abbildung bei Preuss und' Falkmann (I. Tafel 5) sie wiedergiebt. 

295. 

* Der Propst des SHfts Busdorf setzt dessen Custos wieder in den Besitz von Giitern, die ein Eigenhoriger friiher 
erschlichen hatte. 1240 Juni 18. — Absehr. Msc. I. 121. fol. 150. 

Universis tarn clericis quam laicis S(imon) Dei gratia prepositus apostolorum Petri et Andree Pade- 
burnensis in Domino salutem. Anno Domini M°.CC°. quadragesimo constitutis coram nobis in capella 
sancte Brigide, die sibi prefixo, Gerhardo custode sanctorum apostolorum Petri et Andree ex una parte 
et Amelungo asscriptitio sive litone nostro ex altera, et Gerhardo petente, ut ipsum ad bona restituere- 
mus custodie pertinentia, a quibus ipsum eiecerimus, et que predicto Amelungo per circumvencionem 
porrexeramus, nos sententia dictante exegimus a predicto custode probacionem super eo, quod fuerit in 
quieta possessione predictorum bonorum. Amelungo autem de Villese non curante probacionem exspe- 
ctare, sed contumaciter se absentante, Gerhardus custos canonice probavit per testes omni excepcione 
maiores, quod per suum antecessorem 2 ) Fredericum custodem viginti duobus annis fuerat in quieta pos- 
sessione et ipse similiter ab eo, quo cepit esse custos, predicta bona quiete possederit. Nos autem 
videntes probacionem ipsius, de consilio prudentum, iustitia exigente, restituimus predictum custodem 
ad bona, de quibus conquerebatur se fuisse eiectum, et dedimus ipsi presentem literam sigillo nostro 
munitam in testimonium, quo se tueri possit, si quis ei in poBterum caliimpniosam ceperit movere que- 
stionem. Testes huius rei sunt: Regenhardus decanus, Henricus cellerarius, Hildeboldus scolastius, Con- 
radus de Stidere, Wolquinus, Helmicus, Wernerus, Burchardus, Ludolfus, Ludolfus canonici sanctorum 
apostolorum; Wernerus de Wevere miles, Godefridus de Yburch, Bertrammus, Arturus, Johannes de 
Vesperde et alii quamplures. Datum XIIIL Kal. Julii. 



und Berkulen Antheil; moglicherweise kann daher dieser Ort im Norden des Fr. Waldeok gelegen haben, wo er jetzt 
aber nicht mehr zu finden ist. Vielleicht sind es dieselben bona in Arthe, die Bischof Wilbrand von Paderborn im 
Jahre 1227 a Gozwino milite de Weten fur 50 Mark gekauft and der Marienkapelle im Paderborner Dom ubertragen 
hatte. U.-B. III. 244. Vgl. die folgende Note. — l ) Diesen Vertrag bestatigten am namlichen Tage der Propst 
Volrad, der Dechant Rabodb und das ganze Paderborner Domcapitel. Or. in zwei Ausfertigungen , jede mit den mehr 
oder minder besohadigten Siegeln des Bischof s, des Domcapitels, des Kloeters Abdinghof und des Stifts Busdorf, Kl. 
Ookirchen U. 8. Von diesen enthalt die eine Urkunde folgende Ruoksehrift: „ist ail em vermuthen nach dfcss non- 
mehrige Meschede Lehenguth 1765". Doch habe ich auoh bei Meschede den Namen Arthe nicht finden konnen. — 
7 ) So sohreiben wir fur „ eu-cceseorem ". 



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Gpogl( 



1240. 197 

296. 

* Erzbischof Siegfried von Mainz tritt die dem Edlen Bartrad von Merenberg abgekauften Giiter in Fritzlar 

an das Kloster Bardehausen ab. 1240 August 10. Mainz. — Or. in zwei Ausfertigungen KL Harde- 

hausen U. 44; Transsumpt des J. 1343 U. 45. 

Sifridus Dei gratia sancte Maguntine sedis archiepiscopus , sacri imperii per Germaniam archican- 
cellaring. Cum scripture Veritas optima memorie sit adiutrix, nam ex presentatione perpetua confirma- 
tionis ipsius sentitur effectus, presenti scripto notum facimus universis in Christo fidelibus hoc visuris, 
quod proprietatem universorum bonorum Hartradi nobilis >) de Merenberg ! ), quam sitam in Frislaria 
comparavimus ab eodem consentientibus uxore et liberis eiusdem, etin quieta possessione tenuimus amplius 
quam per decern annos 2 ), abbati et conventui in Hirsewithusen 8 ) cum omni plenitudine iuris, in quo 
tenuit et possedit ea Hartradus, dum emimus bee ab ipso, vendidimus certa pecunie quantitate et pre- 
stare volumus ipsis super eisdem bonis warandiam quam tenemur, uno tamen talento excepto, quod de 
bonis eisdem pro salute anime Sifridi marscalci nostri Frislariensi capitulo duximus assignandum. Et ne 
vel presentibus vel futuris hominibus dubium super hiis aliquid oriatur, presens scrip tum bulla nostra 
munitum dandum duximus in testimonium conventui supradicto. Datum Maguntie nil. Idus Augusti a. D. 
millesimo ducentesimo quadragesimo pontificatus vero nostri anno undecimo. 

Die zweite Ausfertignng hatte zwei , die erste ein Siegel , die sammttich verloren sind. An der Letzteren sind aber 
die theils aus rothen, griinen und gelben, tbeils aus braunen seidenen Faden znsammengedrehten Siegelschnure 
erbalten. 

29r. 

* Ein Drost des Bauses Schwalenberg-Waldeck verkauft das ihm von seiner Frau in die Ehe eingebrachte 

Drostenamt des Klosters Abdinghof an dies Letztere. 1240. — Or. KL Abdinghof U. 49. 

HenricuB propositus Faderburnensis et Adolfus comes de Waldeke fratres omnibus ad quos presens 
seriptum pervenerit eternam in Domino salutem. Presentium insinuatione protestamur et confitemur, 
quod Olricus miles dapifer noster in Rohden 4 ) curiam suam in Scharhem*) cum omnibus suis pertinen- 
tiiB, quadraginta iugera prope civitatem Paderburnensem iacentia et officium dapiferi cum redditibus ad 
hoc spectantibus, quod ab ecclesia sancti Pauli in Paderburn nomine uxoris sue tenebat in feodo, domino 
Jordano abbati et dicte ecclesie sue vendidit pro centum marcis pecunie numerate, dicta pecunia certis 
terminis infra annum contractus 6 ) persolvenda. Ne vero super eisdem bonis et officio predieto prelate* 
ecclesie ab aliquo heredum suorum questio moveretur in posterum, dictus Olricus et Elyzabetb uxor sua 



*) So und* mit Recht die erste Auefertigung der Originalurkunde, vgl. Wenck II B. im Index unter den dynaetee, wah- 
rend die zvreite Auefertigung und das Transsumpt „ militia" haben. Der Name entsprioht nieht dem heutigen Mar- 
burg. Vgl. Wenck H. A» 455. — ^ et in — annos fehlen in der ersteii Ausfertigung. — •) Hirwithusen die erste 
AusfePtigung. — 4 ) Rhoden im Norden des Furetenthums W&ldeck. In Verbinckmg mit den' zur Corveyer Urkunde 
von 1388 Kr. 241 gemschten Angaben erweist dieser Umstand, dass die Qrafen von Waideofe ursptfunglich im Norden 
des beaten Fftrstenthums begtttert gewesen sind, und' erst aHmftlig von Corvei die stidboben Theile dieses Landes 
zu gewtenen gewutst haben. Es liegt in dieser Bezeicbnung Ulrichs, sis Waldecfc-Sobiwalenberg'scHer Drost, etwas 
Anfihlleiides, da. de* weitere Verfolg uuserer Urkunde, und namentiicb die bisehdfliehe Best ati g un g dieses Vetftrages 
aus dem Jabre 1245, Abdinghof TT. 51, beweist, dass der bier geschlosseae 1 Vertrtg nor da* Drostenamt desHlosters 
Abdinghof betrifft. — A ) Nach der Abdingbofer Urkunde 51 vom Jahre 1245 lag dieser Hof mit seinen 40 Morgen 
Landes im dstlichen Theile der Stadt Paderborn, wahrend nurdiese hierals in derNahe der Stadt liegend angegeben 
werden. Doch ist es zweifelhaft, ob dieser Zusatz sich auch auf Scharhem und nicbt allein auf die 40 Morgen 
Land beziebt. — •) So die Urkunde; wenn richtig, wurde es bedeuten: ein Jahr nach Abschluss des Vertraget. 



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198 U40. 

cum pueriB ccterisque ipsorum heredibus prescripta bona cum officio predicto coram venerabili domino 
nostro Bernhardo quarto episcopo, Rahodone decano ! ), capitulo, ministerialibus et burgensibus civitatis 
Paderburnensis in manus dicti abbatis, conventu ipsius presente et consencriente, resignarunt ac omni 
iuri quod in eisdem bonis babere videbantur vel ipsis competere posset in futuro prescise (sic!) et sine 
omni conditione renunciarunt, transferentes ius dictorum bonorum cum omni integritate sua et officium 
prescriptum cum redditibus suis ad dictos abbatem et ecclesiam suam perpetuo possidendum. Ut autem 
dictum factum perpetuam optineat firmitatem, ad voluntatem ad petitionem dicti Odelrici et uxoris sue 
presens scriptum sigillorum nostrorum appensione communivimus. Datum anno Domini M°.CC°.XL°. 

Das Siegel des Dompropstes ist erhalten, aber sehr abgerieben und stellt die ganze stehende Figur eines 
Geiatlichen in faltigem Gewande und langen herunterhangenden Armeln dar, der in der Rechten eine Palme, 
in der Linken eine Bibel halt. Zu beiden Seiten findet sich der Schwalenberg-Waldeck'sche achtspitzige Stern *). 
Die Umschrift lautet: HENRICUS DEI GRA PP. MAIORIS ECCLE PAD. — Yon dem zwei ten Siegel liegt noch 
die grossere Halfte vor. Es stellt einen Bitter in ganzer Figur, unbedeckten Hauptes, mit herunterwallendem 
Haar, in langem (gestickten?) Gewande dar, der in der Linken einen Ritterochild mit dem erwahnten Stern, 
mit der Umschrift: Sigillum comitis A . . .*), halt. Das tJbrige iflt abgebrochen. 

298. 

* Bischof Bernhardt 1 V. ubertragt dem Kloster Marienmiinster das Obereigenthum des ihm vom Grafen God- 

schalk L 4 J von Pyrmont resignirten Zehnten zu Elbrinxen und griindet damit seine Familienmemorie 

in jenem Kloster. 1240 Juni 24. — Abschr. Msc. 1. 129 fol. 34. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bemhardus quartus Dei gratia Paderburnensis epi- 
scopus omnibus hanc litteram inspicientibus utriusque vite salutem. Ne lapsus presentis temporis renim 
gestarum noticiam auferat a futuris, solent acta modernorum in scrip ta redigi et annotatione testium 
stabiliri. Noscant igitur presentes et posteri quod nos decimam in Eilbrachtessen, ex resignatione nobilis 
viri domini Godescalci de Peremunt et heredum suorum nobis vacantem, contulimus Deo et sancte Marie 
sanctisque eius et conventui in monasterio prope Swalenberg in proprietatem et dominium, sub ea gratia, 
ut iidem fratres patris et matris nostre, fratrum et sororum nostrarum nostrumque nomen kalendario suo 
annotantes *) memoriam nostram agant in perpetuum. Et ut hec donatio nostra robur et firmitatem de- 
bitam obtineat, presentem paginam ipsis bulle nostre testimonio fecimus communiri. Afiuerunt preterea 
cum hec fierent: Henricus maior prepositus, Hermannus camerarius, Conradus custos, Albertus et Go- 
descalcus presbiteri; laici vero Georgius, Henricus camerarius milites, Hildebrandus camerarius, Gode- 
fridus Putheclerus 6 ), Godefridus advocatus et alii quamplures. Acta sunt autem hec anno Domini 
M°.CC°.XL°, pontificatus nostri anno XIII. in die beati Johannis baptiste. 



Vom Domstift. — *) Das friihste Beispiel, meines Wissens, wo ein kirchlicher Dignitar das Wappenzeichen seiner 
Familie in das geistliche Siegel aufgenommen hat. Auch der Furst Karl von Hohenlohe fuhrt in seiner Abhandlung 
im Anzeiger 1870 Nr. 8 und 9 S. 274 als altestes Document in dieser Beziehung nur ein Siegel vom Jahre 1243 
an. — *) Dieser Graf Adolf war in dem Jahre 1255 Konig Wilhelms Hofrichter. Vgl. Varnhagen I. 292 sq., der 
S. 295 ein ahnliches Siegel beschreibt, diese Urkunde aber nicht kennt, und Franklin das Reichshofgericht S. 70 sq. 
— 4 ) Derselbe hatte mit diesem Zehnten 1222 seinen in's Kloster Marienmiinster eintretenden Sohn ausgestattet , oben 
Nr. 105. Nach dieser Urkunde muss also Godschalk L, der Gemahl Kunigundens, noch bis zum Jahre 1240 gelebt 
haben, wahrend Kindlinger M. B. II. U. 219 ihn nur bis 1222 regieren lasst. — A ) Diese Form der Memorie erinnere 
ich mich nicht fruher erwahnt gefunden zu haben. — •) Wie heisst dieser Name wohl deutsch? 



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U40. 199 



299. 



* Propst Ludolf von Schaken verleiht unter bestimmten Bedingungen den Bewohnern von Fiirstenhagen das 
Recht, ihren Pfarrer zu erwahlen. 1240. — Abschr. Msc. I. 245 S. 370. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Ludolfus prepositus in Scaken omnibus hoc scriptum visu- 
ris in perpetuum. Ad notitiam omnium, quibus hoc scriptum fuerit exhibitum, devenire cupimus, quod 
nos honestorum virorum multiplici precum instantia efflagitati et ad petitionem imo ad mandatum domini 
nostri abbatis Corbeiensis inducti habitatoribus locum, qui dicitur indago principis !), incolentibus super 
electione sacerdotis, tarn in divinis quam in animabus eisdem provisuri, liberum indulsimus arbitrium, 
sub ea videlicet forma, quod sacerdos electus beneficium a nobis recipiat, et in sex modiis siliginis et 
sex avene annuatim ecclesie nostre respondeat, super quibus in granario presentandis in festo Michaelis 
ad sacerdotem respectum habebimus. Si vero annona predicta suo tempore, sive pernegligentiam, soluta 
non fuerit, libertas electionis loco illi indulta cassabitur, et divinorum provisio in nostro arbitrio exit. 
Si sacerdos obierit, aut quacunque de causa a loco predicto recesserit et parochiales infra 14 dies in 
electione non concordaverint, liberum erit nobis arbitrium, eis provisorem divinorum statuere, quem de- 
crevimus. Si vero contigerit imposterum, quod sepe dictus locus per munitionem inibi factam augmen- 
tetur, annona ecclesie nostre annuatim solvenda duplicabitur. Ne vero alicuius malignitatis ingenium 
hec infringere possit imposterum, presentem paginam conscribi fecimus, et ad maiorem huius facti evi- 
dentiam appensione sigillorum, videlicet domini Hermanni abbatis Corbeiensis et archidiaconi nostri et 
ecclesie nostre munitam coiToboravimus. Acta sunt hec anno verbi Domini M°.CC°. XL . Huius rei testes 
sunt: dominus Hermannus abbas, Albertus prior, Conradus prepositus, Arnoldus de Corbeke, Ymannus 
de Ittere, Bruno de Godeloveshem, Hillebrandus de Ense plebani; laici Bernhardus et Elgerus fratres, 
Athelungus, Volp(er)tus de Menerinchusen, Joannes camerarius, Antonius, Godescalcus, Godescalcus, Con- 
radus, Gyselerus fratres, Conradus Wederewe et filius suus Albertus, Henricus de Eppe et filii sui Thi- 
dericus et Conradus et alii quamplures. 

300. 

Die Edlen Arnold unci Wilhelm von Gudensberg, Briider, bekunden, dass so wo hi der friihere Vasall als 

auch ihre Sohne auf das von ihnen an das Kloster Flechtdorf verkaufte Gut zu Gembeck verzichtet haben. 

1240. Volkmarsen. — Abschr. Msc. VI 1. 6704 f. 19; gedr. Zeitschr. VIII. 72. 

In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Ego Arnoldus et Wylhelmus fratres de Godenborgh 
omnibus hanc paginam invisuris salutem in salutis auctore. Quia quosdam actus hominum, qui perpetua 
videntur indigere memoria, nubes oblivionis solet involvere, dignum duximus contra malignancium insidias 
literarum proferri remedia. Sciat igitur presens etas et cognoscat universa posteritas , quod nos quedam 
bona in Gembeke 2 ), que libero iure et sine aliqua contradictione possidebamus, domino Henrico abbati 
et conventui in Fleitorp pro viginti marcis vendidimus. Jam dicta bona Sifiidus miles dictus de Gem- 
beke de quadam gratia possedit ad tempus, sed non aliquo iure. Ad habundantem vero cautelam Here- 
mannus filius suus, si aliaxn iurisdictionem in supradictis bonis sibi posset asscribere, hinc coram viris 
discretis in Volcmarsen publice et absolute renunciavit. Ad evidenciam et firmitatem perpetuam huius 
empcionis, filii nostri, ad quos sepedicta bona possent devolvi, Johannes et Arnoldus, Conradus et Gyso 
consenserunt conscribi et sigilli nostri appensione muniri. Acta sunt hec in Volcmarsen anno gracie 



*) Ein „Furstenhagen u ist im Furs ten tkum Waldeck nicht bekannt. Wahrscheinlich wird ea dem S. von Schaken bele- 
genen Fiirstenberg benachbart gewesen sein, wenn es mit ihm nicht identisch ist. — 7 ) W. von Arolsen. 



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300 ***<>• 

millesimo CC°,XL°. presentibus hiis: nobili viro comite Ottone '); militibus: domino Antonio de Allen- 
h(uBen), Hermanno de Tuiste, Alberto de Tuissene, Ambrosio de Flectorp, Constantino de Esbeke, Ste- 
jpfcano de JBenvilte; ciyihue: Conrado de Witmare, Henrico Sartore, Jobazme jpistore et aiiis quampltLDi- 
bus. Si quis vero supradictum cenobium in hiis bonis molestaverit, ipsum indempne et sine periculo 
ab hac molestacione fideliter eripere compromisimus. 



*) ron Everetein ? 



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WESTFALISCHES 

URKUNDEN-BUCH. 

FORTSETZUNG VON ERHARD'S REGESTA HISTORIjE WESTFALIjE. 

HERAUSGEGEBEN 

▼OK OEM 

VEREINE FUR GESCHICHTE UND ALTERTHUMSKUNDE WESTFALENS. 



VIERTER BAND: 
Die Urkunden des Bisthums Paderborn vom J. 1201 — 1300. 

Zweite Abtheilung: 

Die Urkunden der Jahre 1241 — 1250. 



Bearbeitet 



von 



Dr. Roger Wilmans, 

Koniglichem Staats-Archivar und Geheimen Archiv- Rathe. 



M ii n s t e r, 

gedruckt und in Commission bei Friedrich Regensberg. 

18 8 0. 



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Vorbericht. 



Die Freunde der Geschichte Westfalens erhalten in diesem Befit das letzte Ergebniss meiner unmittel- 
baren BelheHigung an dem Westfalischen Urkunden- Buche. 

Der Entschluss, van diesem Jahre lang mich beschdftigenden Unternehmen zu scheiden, ist mir schwer 
getoorden. Allein der Umstand, dass neben meinen amttichen Arbeiten noch die Vollendung zweier anderer 
Werke — der Kaiserurkunden Westfalens und der Geschichte der Kampfe zwischen Cleve und 
Coin im 15. Jahrhundert l J — meine Masse in Anspruch nahm, und die (fberzeugung , dass nach einer 
Richtung ich mich nothwendig beschranken miisse, geboten mir die Bcarbeitung der fur das Paderborner 
Urkunden- Buch bis zum Jahre 1300 noch eriibrigenden circa 1500 Urkunden aufzugeben und meiner Thatig- 
keit hierfiir mit dem Jahre 1250 ein Ziel zu setzen. — Nachdem der K. Ober-Prdsident von Weslfalen 
fferr von Kiihlwetter Excellenz, so wie der Director der K. Stoats -Archive Berr von Sybel meinen 
Entschluss genehmigt, habe ich dann am 15. Juli d. / die umfangreichen Vor arbeiten fur die Jahre 1251 — 
1300 des Paderborner Urkunden- Buchs dem Director der hiesigen Abtheilung des Vereins fur Geschichte und 
AUerthumskunde Westfalens, Berrn Professor Dr. Beckmann, iibergeben. Es war en dies die unler meiner 
Leitung gefertigten Abschriften alter in den Quellen des Staats- Archive zu Miinster enthaltenen Urkunden in 
Betreff des genannten Zeitraums; unter diesen sind die Documente der Purstenthumer Paderborn und 
Corvey so wie der gefursteten Abtei Her ford noch von mir bearbeitet 2 ). 

Indem nun beim Scheiden von diesei % mir so werth gewordenen iiber zwanzigjdhrigen Thdtigkeit es 
mich drdngt, dem Berrn Ober-Prdsidenten von Kiihlwetter fur das hohe und fordernde Interesse, welches 
er gleichsetnem Vorgdnger, dem verewigten Berrn etc. etc. von Duesberg, dem Westfalischen Urkunden-Buch 
gewidmet, den ehrerbietigsten Dank auszusprechen , ist es nicht minder meine PflicfU, sowohi den Directoren 
unseres Vereins, den Berren Assessor Geisberg, Gymnasial- Directoren Dr. Bolscher in Recklinghausen und 
Dr. Eechelmann in Warburg und Professor Dr. Beckmann, als auch meinen Mitarbeitern am Westfali- 
schen Urkunden- Buche den Berrn Professor Dr. Nordhoff hier und Archivbeamter Dr. An der Beyden in 
Budingen, desgleichen auch meinen friiheren Collegen am hiesigen Staats- Archive, den Berrn Geh. Staats- 
Archivar Dr. Ernst Friedlaender in Berlin, den Staats - Archivaren Dr. Veltmann in Osnabriick und 
Dr. Sauer in Idstein, endlich dem Berrn Dr. Philippi, Archiv-Sekretair in Marburg, und meinem Collegen 



)) Dies Utztere, von dtm Director der K. Staats- Archive Berrn Geheimen Ober - Aegievungs - fiath Dr. von Sybel in die 
Beihe der PubUcationen aus den K. Preusiischen Staats - Archiven aufgenommen , wird in zwei B&nden insbesondere die 
So ester und die Miinster sche Fehde namentlich aus den von mir aufgefundenen diplomatischen Correspondenten 
der Herzoge von Cleve zu erlUutern suchen , undjeder einzelne Band neben der Darstellung, Excurse und Urkunden enthaUen. 

*) Meinem Herrn Aiachjolger muss ich es indessen anheimgeben , von meiner Bearbeitung ditser Urkunden den ihm gut dun* 
kenden Gebrauch zu machen. 



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IV Vorbericht. 

Berrn Archivar Dr. Keller hier — fur Hire allseitige treue Mitwirkung an dem Gedeihen des Werks tneine 
lebhafteste Erkenntlichkeit bffentlich auszudriicken. 

Was an mir ist, werde ich, soviet mein Amt und meine iibrigen Arbeiten gestatten, ouch den ferner 
erscheinenden Abtheilungen unseres Urkunden-Buchs das lebhafteste Interesse zuwenden. 

Miinster, im December 1879. 

Dr. R. WILMANS. 



Wir wissen, dass es dem Geheimen Archiv-Rathe Herm Dr. Wilmans nicht leicht gewordeti ist, sich 
von einem Werke zu trennen, dem er so viele Jahre hindurch seine Sorge und seine Kraft gewidmet hat. 
Der hochverehrte Herr tnbge iibeizeugt sein, dass auch wir ihn ungern scheiden sehen. Bern* Dr. Wilmans 
hat iiber zivanzig Jahre hindurch unermiidet und mit seltener Uneigenniitzigkeit an der Fortsetzung des West- 
fdlischen Urkunden-Buches gearbeitet und mit seinem Vorgdnger Dr. Erhard ein Werk geschaffen, dessen 
hohe Bedeutung fxir die Geschichte Westfalens so bekannt, dessen Gediegenheit und innerer Werth so oft und 
von so competenten Seilen her anerkannt worden ist, dass wir dem niohts hinzufiigen konnen. Wohl aber 
drdngt es uns, dem hochverdienten Berrn auch an dieser Stelle den wdrmsten Dank des Vereins fur die 
langjdhrige, uneigenniitzige und so gelungene Fortsetzung des W. U.-B. auszusprechen und damit den innigen 
Wunsch zu veibinden, dass es dem Herm Di\ Wilmans, wenn auch nnch anderen Seilen hin, noch lange 
vergonnt sein mbge, fur die Erforschung und Darstellung der Geschiehte Westfalens thdtig zu sein. — 

Der Verein ist dem Herm Dr. Wilmans auch zu Dank verpflichtet ftir die freundliche (fberlassung 
seinei* Vor arbeiten fur die Geschichte Westfalens und darf sich der Hoffnung hingeben, dass der hochgeehrte 
Herr auch ferner sein lebhaftes Interesse und seine wirksame Hiilfe einem Werke widmen wird, welches zum 
grossen Theil sein Werk ist. 

Die Fortsetzung des Urkunden-Buches wird keine Unterbrechung erleiden und wir haben Grund zur 
Hoffnung, dass sich schon bald weitere Lieferungen in wiirdiger Weise den friiheren anreihen werden. 

Miinster, den 16. December 1879. 

Fur den Vorstand der Abtheilung Miinster: 
Dr. BECKMANN, z . Z. Director. 



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DIE URKUNDEN 



DBS 



B1STHI MS PADERBORN. 



1201-1300. 



Wettt Urk.-Buck IT. 26 



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I _»•: 



301. 

* Papsl Gregor IX. nimmt das Gstereimser Mtinchskbster Bardehausm in seinen Schutz und bestatigt ihm 
atle von geistHchen und weltUehen Obrigkeiten gewShrte Privilegien, Rechte und Giiter. 1241 Januar 22. 

Lateratu — Or. Kl. Bardehausen U. 46. 

Oregorius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis . . abbati et conventui monasterii de Herswide- 
husen Cistertiensis ordinis Padeburnensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. Justis petentium 
desideriis digimm est nos facilem prebere consensum et vota, que a rationis tramite non discordant* 
effectu prosequente complere. Eapropter dilecti in Domino filii vestris iustis precibus inclinati libertates 
et immunitates a Romanis pontificibus, predecessoribus nostris, archiepiscopis, episcopis ac aliis eccle- 
siarum prelatis monasterio vestro concessas necnon libertates et exemptiones secularium exactionum a 
principibus secularibus ac aliis Christi fidelibus rationabiliter vobis indultas, terras quoque, possessiones 
et alia bona vestra, sicut ea omnia iuste ac pacifice obtinetis, vobis et per vos eidem monasterio aucto- 
ritate apostolica confirmamus et presentis scripti patrocinio communhnus. Null! ergo omnino hominum 
liceat etc. Datum Laterani XI. Kal. Februarii pontificates nostri anno quartodecimo. 
Die Bulle ist verloren. 

302. 

* Papst Gregor IX. befiehU auf die Klage des Abts von Hardehausen dessen Kloster dem Schutz der geist- 
Hchen Gewalten in der Erzdibcese Mainz an und veranlasst sie, uber alle diejenigen, welche dasselbe im 
ruhigen Besitz seiner Giiter stbren wiirden. ivenn dies Laien sind, die Excommunication, wem es Geistliche 
rind, die Amtssuspension zu verhdngen. 1241 Mtirz 7. — Bier nach einem in zwei Ausfertigungen vorlie- 

genden Transsumpte des Bischofs Otto von Paderborn vom 28. November 1297. Kloster Hardehausen 

U. 48; Abschr. Msc. VII. 4609 S. IS. 

Universk hoc scriptum visuris Otto Dei gracia Paderbornensis ecclesie episcopus salutem et rSco- 
gnoscere veritatem. Vestra noverit universitas, nos litteras subscriptas non cancellatas, non abolitas sub 
vera bulla, stilo et filo vidisse ac legisse in hec verba: 

Gregorius episcopus servus servorum Dei venerabilibus fratribus, sufiraganeis ecclesie Maguntine et 
dilectis filiis abbatibus, prioribus, decanis, archidiaconis, archipresbiteris ac aliis ecclesiarum prelatis per 
Maguntinam civitatem et pro vinciam' cons titutis salutem et apostolicam benedictionem. Non absque do- 
lore cordis et plurima turbatione didicimus, quod ita in plerisque partibus ecclesiastica censura dissol- 
vitur et canonice sentencie severitas enervatur, ut viri religiosi et hii maxime, qui per sedis apostolice 
privilegia maiori donati sunt libertate, passim a malefactoribus suis iniurias sustineant et rapinas, dum 
vix invenitur, qui congrua illis protectione subveniat et pro fovenda pauperum innocencia se murum de- 
fensionis opponat. Specialiter autem dil§cti filii abbas et fratres monasterii de Herswitehusen Cister- 
ciensis ordinis Paderbornensis dyocesis tarn de frequentibus iniuriis, quamde ipso cottidiano defectu iusti- 
cie conquerentes, universitatem vestram litteris pecierunt apostolicis excitari, ut ita videlicet eis in tribu- 
lationibuB suis contra malefactores eorum prompta debeatis magnanimitate consurgere, quod ab angnstiis, 
quas sustinent, et pressuris vestro possunt presidio respirare. Ideoque universitati vestre per apostolica 

26* 



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204 1241. 

scripta mandamus atque precipimus, quatinus illos, qui possessiones vel res sen domos predictorum fra* 
trum irreverenter invaserint aut ea iniuste detinuerint, que predictis fratribus ex testamento decedencium 
relinquuntur, seu in ipsos fratres vel eorum aliquem contra apostolice sedis indulta sentenciam excommu- 
nicationis vel interdicti presumpserint promulgare, aut decimas laborum de possessionibus habitis ante 
concilium generate, ante quod susceperunt eiusdem ordinis instituta, quas propriis manibus aut sumptibus 
excolunt, seu nutrimentis animalium ipsorum, spretis apostolice sedis privilegiis extorquere, monitione 
premissa, si laici fuerint, publico candelis accensis singuli vestrum in ecclesiis et diocesibus vestris excom- 
municationis sentencia percellatis. Si vero clerici vel canonici regulares seu monachi fuerint, eos appel- 
latione remota ab officio et beneficio suspendatis > neutram relaxaturi sententiam y donee predictis fratribus 
plenarie satisfaciant et tarn laici quam clerici seculares, qui pro violenta manuum iniectione in ipsos 
fratres vel ipsorum aliquem anathematis vinculo fuerint innodati, cum diocesani episcopi litteris ad sedem 
apostolicam venientes ab eodem vinculo mereantur absolvi. Datum Laterani Nonas Martii, pontificates 
nostri anno quartodecimo. 

In huius rei testimonium sigillum nostrum presentibus est appensum. Datum Paderborne anno Domini 
M*.CC°.XC°. septimo, quarto Kalendas Decembris. 

303. 

* Der Ritter Ludolf von Heerse verkauft dem Capitel von Busdorf eine Kornrente aus Giitern zu Eleren l ) 
und Vesperthe 2 ], die er bisher vom Propste desselben Slifts zu Lehen geiragen. — Bier nach dem Regest in 
Msc. L 121. S. 24 und einer alieren Abschrift (Kloster Dalheim U. 30} der schon*im 14, Jahrhundert ganz 
zerstorten Urkunde, die auch jetzt Coll. Stift Busdorf U. 21 vorliegt. Actum Paderborn in pomerio pro- 
positi Apostolorum Petri et Andree a. 1241 , VI. Idus Mai. (Mai 10). 

Von den beiden Siegeln des Bischofs und des Domcapitels (S. Liborius) sind grossere, wunderbar gat erbaltene 
Bruchstucke vorbanden. 

304. 

Erzbischof Conrad von Coin bekundet in Bezug auf die Rechtsverhaltnisse zwischen dem Erzbisthum 
Coin und dem Kloster Belmershausen: quod abbas et conrentus de Helmworzhusen , quorum ecclesta seJi 
Romane subiecta est immediate, ecclesie Coloniensi, que suis fidelibus et devotis semper patrocinium 
consuevit impertiri, vinculo amicitie et familiaritatis indissolubili -cupientes astringi, tempore d. Engelberti 
— ^Coloniensis archiepiscopi — medietatem oppidi in Helmwerzhusen et castri Crukenberg adiacentis, 
monete quoque et thelonei omniumque proventuum oppidi memorati liberaliter et unanimi consensu con- 
tulerunt, ut tarn ipse quam sui successores et ecclesia Coloniensis eos in iuribus et libertate sua confo- 

verent ac in necessitatibus suis consilium impenderent et iuvamen. Prefatus vero d. Engelbertus 

in recognitionem beneficii sibi et ecclesie sue inpensi — assensu. — maioris capituli Colo- 
niensis taliter duxerat ordinandum, ut vineas prope Wolkenburg 8 ) sitas cum nemore> area et aliis perti- 

nentiis que propria comparavit pecunia, in restaurum monasterio donaret memorato. Quia 

vero pium eius prop osi turn suis temporibus nondum fait effectui mancipatum, nos de fidelium nostrorum 
consilio et maioris ecclesie Coloniensis accedente — consensu, aream cum aliis suis pertinentiis libere et 

absolute monasterio donavimus memorato. Actum et datum Colonie a. D. MCCXLI undecimo die 

Maii. — Abschr. Msc. 11. 104 S. 147. Lacombkt*) II. Nr. 253. 



l ) Eilern ein Vorwerk bei Fiirstenberg, Kreis Bfiren. — a ) Siefae ©ben Nr. 70 und die Note. — •) Einer der Berge des 
Siebengebirges, Bonn gegeniiber. — ') Derselbe bemerkt hierbei, dasg diese Qiiter von Helmershauten epater an du 
Stift Essen abgetreten sein miiasen, da in. dessen Arcbive jskb die Urkunde vorgefunden babe. 



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1241. 205 

Excurs. 
Wit kniipfen an den Ausssug aus dieser Urkunde eine Erorterung der in deren Bereich einschlagenden 
Frage Uber das Subjectionsverhattniss des Klosters Helmershausen zum Bochstift Paderborn. 

Bekanntlich hatte Kaiser Beinrich II. auf Bitten des Bischofs Meiniverk durch Urkunde vom 11. Juli 
1017 das Kloster Helmershausen dem Bisthum Paderborn incorporirt, Erhard R. 882 C. 93. Stumpf 1688 l ). 
Wdhrend des Laufes des XI. und zum grosseren Theile auch des XII. Jahrhunderts scheint dies Untertha- 
nigkeitsverhaltniss vom 1 Kloster willig getragen ivorden zu sein, Helmershausen auch durch die Paderborner 
Bischofe manche Vertnehrung an Giitern erfahren zu haben, Wenck Bess. Landesgesch. II. A. 973. Erst als 
Papst Ccelestin III. durch Bulk vom 13. Juli 1192, Wenck II. B. S. 121, dem Kloster seine Besilzungen und 
Privilegien bestatigt und hierin besonders erkltirt hatte: vestigiis — predecessorum inherere a ) volentes, 
monasteritim ipsum ab omni episcopi, in cuius parochia situm est, perenniter absolvimus di- 
tione brach der Streit aus. Das Kloster konnte nach diesem Ausspruch die Incorporation ins Bisthum 
Paderborn nicht mehr als zu Rechte bestehend anerkennen und verwcigerte dessen Bischof Bernhard II. den 
Gehorsam. Veber den Verlauf des hieriiber bei der Bdmischen Curie anhangig gemachtSn Processes, giebt die 
von uns oben IV. S. 34 zu Nr. 31 und Addilam. Nr. 80 erivahnte Bulk Ccelestin s II L vom 29. April 1195 
sehr bemerkenswerthe Aufschlusse. Das scharfe Auge des Archiv- Assist enten Herrn Dr. Phi lip pi hat aus 
diesem sehr zerstbrten Document doch noch Folgendes zu entzijfem vermocht: 

* Celestiiius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis — in Walkenrethe — Luttere et — de 
campo sancte Marie abbatibus et Magisto Bertholdo de Xanten salutem et apostolicam benedictionem. 
Cum ecclesia Romana venerabiles fratres nostros episcopos et alios ecclesiarum prelatos in partem sol- 
licitudinis, non in plenitudinem assuinpserit potestatis, communi credimus utilitati proficere, si causas ad 
nos per appellationera vel quolibet alio modo delatas, quarum Veritas nobis non potest sine multo gra- 
vamine partium manifestari ad plenum, personis ecclesiasticis duxerimus committendas, de quibus earn 
opinationem habemus, quod . . . urn iudicium debeant iudicare et veritatem gratie pretio et precibus 
anteferre et qui ex vicinitate loci meritum cause credantur posse melius intueri. Sane venerabilis fratris 
nostri — Palburnensis episcopi et dilecti filii — abbatis in Helmwordfeshusen] qui de mandato nostro 
per (manus) venerabilis fratris nostri Al. *) Albanensis episcopi sine p(reiudici)o Palburnensis ecclesie 

m us heredit ..... me tia Roman . . suscepit in nostra presentia con(stitutis) 

ad audiendam (questionem) que inter ipsum episcopum et — abbatem (vertebatur) memoratum ad epi- 
scopum et dilectum filium Cint. 4 ) tituli sancti Laurentii in Lucina presbyterum cardinalem dimittimus, 
(5 Linien sind vollkommen unlesbar) nequaquam impedimento quod eadem causa primo . . . venerabili fratri 
nostro — arcbiepiscopo (Maguntino) Sabinensi episcopo, .... secundo venerabilis fratribus — Hilden- 

sensi — Mindensi et — Verdensi episcopis, tertio H. Decano et S. scolastico sancti Cuniberti s 

de Gradibus sancte Marie Coloniensis fuit ab apostolica sede commissa. Quod si omnes hiis exequendis 

nequiveritis interesse ea nichilominus exequantur. Datum Laterani III. Kal. Maii pontificatus 

nostri anno quinto 

Es er giebt sich hieraus, dass votErlass dieser Bulk schon drei papstliche Commissionen resp. Unter com- 
missioner* in dieser Angelegenheit thatig gewesen waren, bestehend aus: l) dem Erzbischof Conrad von Mainz, 
Cardinal von S. Sabina, der abet auch spater die Oberleitung der Verhandlungen behielt, 2) den Bischofen 
von Minden, Bildesheim und Verden, 3) dem Dechanten Bildebrand und dem Scholasticus S. von S. Cunibert. 
Dass wir in dem U.-B. IV. S. 24 von uns zuerst publicirten Documente, den in dieser Angelegenheit erstat- 



*) Ich erwahne hierbei, dass das Original sich im Staats- Archive zu Marburg, fruher in Cassel, befindet. Stumpf hat 
die betreffende Notiz falschlich zu der Urkunde vom 10. Juli 1017 gesetzt. — *) Dass friihere Papste dem Kloster 
ahnliche Privilegien ertheilt, ist mir doch nicht bekannt. Nach Wenck II. B. 121 enthalten die hier in Betracht 
kommenden Bullen von Benedict VIII. v. J. 1014 und Eugenius III. nur allgemeine Formeln und sind deswegen von 
ihm iibergangen worden. — 8 ) Albini. Vgl. Jaffe Regg. Pont. Bom. S. 886. — ♦) Cinthium. Jaflfe 1. c. 



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206 1241. 

teten Bericht dieser beiden Cblnischen Geistlichen besilzen, habe ich schon Addiiamenta Nr. 80 enviesen. 
Die darin gemeldeten Thalsachen, dass der Abt Thielmar von Hehnershausen und seine Mtinehe mit einem 
Haufen Bewaffneter der Ausfuhrung des vom Cardinal von Sabina, Erzbischof von Mainz, zu Gunsten des 
Bischofs von Paderborn erlassenen Spruchs sich widersetzt und dem zur Wiederbesitznahme des Klosten 
friedlich kommenden Bischofe Bernhard 11. gewaltsam den EintriU verwehrt haben und deswegen von dem 
Dechanten von S. Cunibert excommunicirt worden, waren von so erheblicher Art, dass Ccdeslin III. dutch 
die vorstehende Bulle vom 29. April 1195 sine neue Commission, bestehend aus dem Cardinalbischofe Albinus 
von Albano und dem Cardinalpresbyter Cinlhius von^S. Laurentius in Lueina bestehend, zur Untersuchung 
dieser Frage einsetzte. 

Doch scheint diese selbst nicht gehandelt zu haben, sondern ihr Mandat dem nach Deutschland, um denKreuzzug 
zu predigen vom Papste entsendeten Legaten Johann von Salerno, Benedictiner von Monle Cassino, Cardinal- 
presbyter von S. Stephanus in Celio monte *J iiber tragen worden zu sein. Die von mir in den Monum. Germ, 
zuerst vollstandig publicirlen Annales Marbacenses SS. XVI L 166 sind die einzige Quelle, toelche uns iiber 
seine auf dem Reichstag zu Gelnhausen gegen Ende Octobers 1195 gehaltene Kreuzpredigt eine Nachricht auf 
bewahrt haben. Aber sein Aufenthalt in Deutschland dauerte noch longer. Im Urktmdenarchive des Klosten 
Marienfeld liegt unter Nr. 8 eine sehr merkwiirdige Vrkunde dieses Cardinalkgaten Johann aus dem J. 1196, 
Erhard R. 2376 C. 556, vor, worin er dem Kloster Marienfeld den Besitz des ihm entrissenen Gules Stopei- 
lage bestatigt und hierbei den Edlen Heinrich von Schwalenberg , der auf seinen Befehl dem Kloster das Gut 
zuriickgegeben hatte, von der iiber ihn ausgesprochenen Excommunication, im Namen des Papsies und in 
seinem eigenen freisprach. Da diese Vrkunde zu Corvey 1196 ausgestellt ist, — wir konnen leider nicht 
feststellen in welchem Monate, — so wird unzweifelhaft der Legat Johann auch bet diesem seinen Aufenthalt 
in Westfalen den Frieden zurischen Paderborn und Belmershausen vermittdt haben. Diese Thatsache wird 
ndmlich positiv uberliefert durch sein an den Abt von Corvey und den Domdechanten von Hildesheim ge- 
richietes Schreiben, das ich unter den Urkunden des Klosters Dalhekn vorgefunden, und jetzt in das Fursten- 
thum Paderborn unter Nr. 84 c ubernommen habe. 

* J(ohannes) sola miseratione divina tituli sancti Stephani in Celio monte presbyter cardinalis apo- 
stolice sedis legatus karissimis in Christo fratribus suis et amicis abbati Corbeiensi et decano Hildenes- 
hemensi salutem et dilectionis intime affectum. Divina favente clemencia causam venerabilis fratris nostri 
Patherbornensis episcopi in abbatem Helmwardeshusensem ad amicabilem duximus compositionem. Super 
aliis vero accessoriis hinc inde in manibus nostris oompromiserunt, quod vestro deberent stare arbitrio. 
Unde mandamus vobis auctoritate legationis qua fungimur, quatinus inter eos amicabiliter componatis ita 
quod causa ista non possit relabi in recidive contentions scrupulum. Verum quia ad maiorem cautelam 
petiit pars abbatis, postquam recepimus attestationes episcopi, ut totidem ex parte sua testes recipere- 
mus, mandamus quod vos ipsos testes recipiatis et clausos sigillis yestris abbati restituatis, testes vero 
episcopi quos sub sigillo nostro mittimus, dempto sigillo nostro sigillis vestris eigne tis et episcopo resti- 
tuatis. 

Das Siegel des Legaten, kleia und oblong, stellt einen Geistlichen in ganzer Figur mit der Mitra auf dem Haupte 
dar. Von der Umschrift ist noch JOHS D. SALNO TT, SCI S PBR CARDINAL, zu lesen »). 

Der Ausdruck, den der Legal hierbei gebraucht: causam .... ad amicabilem duximus compositionem 
lasst wohl auf eine definitive friedliche Beilegung der Streitfrage scJiliessen. Wenigstens ist von einer Fort- 
dauer des Processes nirgends mehr die Rede und im Jahre 1208 erkennt P. Innocenz HI. mit den Worlen 



l ) Bei der Wahl Innocenz III. wurde er diesem als Oegencandidat entgegengestellt. Winkelmann, Gesch. Philipps von 
Schwaben S. 93. — *) Auch an der vorerwahnten Marienfelder Urkunde hangt das namliohe Siegel, was aber sehr 
gelitten hat. 



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1241. 207 

seiner Bulk vom 3. Afai 1208, U.-B. IV. 31 d* manasterio Helwordeehusensi, quod ad Bomanam eecle- 
siam nullo mediants »oacitur pertinere die Freiheit und Unabhdngigkeit des Klosters vom Bisthum Pa- 
derbom ausdruckUch am, wie denn aueh Honorius HI. in der gleich zu erwahnenden Bulls vom 26. Januar 
1223 Udmershwsen zu den Kirchm zahlt, que ad Romanam eccieeiam immediate pertinere creduntur. 
U.-B. IV. UQ, 

Aber trotzdem hiirten die StreMgkeiten nicht auf. Waren der Abt und die Monche van Hehnershausen, 
wie wir sahen, friiher ecccommunicirt warden, so trifft dies Loos nun aueh das Paderbomer DamcapiteL 
Das Kloster Hebnershawen hail* namkeh, xoohl gestuizt auf die Best&tigung in der Bulle vom 13. Juli 1192. 
Wenck It. B. S, 122, die Schmfamg des Paderbomer Bisehofs Poppo 1076—1083 betreffend: surds baronatum l ) 
quern babetie iu eadam villa, die Burg Krvkenberg dicht bet seiner Stadt wahrscheinlich kurz var dam J. 1220 
erbaut. Ztuar erwahnt der in Bezug auf die Abtretung der Hdlfte der Stadt mil dem Erzbischof Engelbert 
von Coin abgesehloesene Vertrag des Matters vom 16. Juli 1220, Wenck II. B. S. 140, naeh nicht der Burg. 
Aber indem Papst Honorius III. am 23. Januar 1223 diesen Vertrag bestdiigte, giebt er an, dass diese com- 
positio handele: super munitioue quadam et oppido iuxta monasterium vestrum conatructis ek rebus aliis. 
Der Ausdruck compositio hatSchaten bei seiner Verbffentlichung dieser Bulle, fdlschlichz.J. 1222, zuderganz 
unbegriindeten Annahme veranlasst, dass Erzbischof Engelbert diese Burg zum Schutze seiner Grdnzen erbaut, 
daruber aber mit dem Kloster in Streit gerathen und dieser dann durch einen Vergleich friedlich beendet 
warden $ei q J. Diese Jfanohm* ist aber falseh. %oie die von mir U.-B. IV. 138 zuerst veroffenUiehte BuMe 
Honorius III vom 27. Januar 1225 erweist, worin positiv angegeben wird, dass der Abt \ind die Miinche 
von Hehnershausen die Burg erbaut hdtten. Dies besidtigt audi unsere Urkunde Erzbischof Conrad s von 1241 
durch ihren Bericht, dass zur Zeit Engelberts Abt und Convent, urn mit dem Erzbisthum Coin aufs lnnigste 
verbunden zn bleibcn, dem Erzbischof Engelbert die Hdlfte der Stadt JBelmershausen und der Burg Kruken- 
berg, in voiliger (fbertinslivwiung abgetreten hdtten. Aber iiberhaupt ist ein urspriinglicher Gegensatz zwi~ 
sehen Belmershauseu und Cola gar nicht denkbar. Coin thai dem Kloster was es nur konnte zu Gefallen, 
urn mit seiner UntereiiUzung die gegen die territoriale Unabhdngigkeit Paderboms gerichteten Plane durckzu- 
setzen, woriiber ieh auf meine Note zu U.-B. IV. 69 verweise. Aueh wurde es vom Papstehierinunterstutzi. 
Denn em demselben Tage, an welchem Bonorius HI. den Vergleich des Klosters mit dem Erzbischof iiber 
Stadt und Burg bestdiigte, am 26. Januar 1223, befiehlt er ctuch dem Erzbischof Engelbert an, das dem 
papsihehen ShMe untenoerfene Kloster Hdmershausen gegen Jedermann in seinen Besitzungen und Bechten 



Dies Wort koramt nur sehr sdten vor, ygi. Ducange 8. v.; es hat aueh in den dort aufgefuhrten Stellen nicht den 
finn wie hi«r, das Eecht Bur gen am bauen. Auf alle F&Ue liegt hier wohl einc T&uschung vor, die die Monche 
von Helmershausen sick mjt Papst Cceleetin III. erlaobt haben. Denn es widarapricht aUer Gesohiehte, anaunabmen, 
dass der Bischof von Paderborn gegen Ende des 11. Jahrhunderts dem Kloster das Recht Burgen zu bauen verliehen 
haben sollte, urn so mehr als die Bischofe von Paderborn dieses Recht spaterselbst nicht einmalbesassen, imlS.Jahr- 
hundert viejbmehr, wie unsere Urknnfcn argeben, $e Erebisebofja von Coin dasaelbe als ein Attrftmt ihrer fcrzogHchen 
Gewatt inoi £isthum Paderborn fur ajcb ifli Anepruofe nahmen. Ygi unsere Note zu Nr. ffflk Die Gewalt far Abte von 
Helmershausen in der Yilla dieses Kamens war atterdings ursprungUca eine eehr grease. Am dQ. April 1000, 
Wenck> U. B. S. 40^ Stampf 1280, also yor der Incorporation verlieb Otto UI. dem Abte Heutf; potestatem atque 
lirentiaia in eodem loco Ealmwardeahuaen • . , . frciendi, habendi et eonstituendi mercatum, monetam conetitaendi, 
theloneum accipiendi jbique totiua publico funetipnis negotium deerevimus colendum, und befthl zugleick: ut omnes 
negotiatorea oeterique mercatum ex«olantes, eommoffanUw, euntes et redeuntes» talem pacem talemque iuatitiam 
obtineant, qualem Uli detinent, qui Moguntie^, Qolonm et Trutmanniae negotioin eiercent» talemque bannum 
pereolyant, gui ibidem mercatum iaquiatwre vel infringere paresuman^ Diese fik die Stellnng Dortmund's als 
oberstes HandeJb^ericbt in NorddeotscUand wiebtige Paten, auf die Dp, Suibel ukh anfinerksam machte, vgl Beitr. 
zur Geacfc* Dortmunda R. and JQ. g, 178, mussea meinem Stows* uu Additam. 1H & 89 beigefugt werden. — ') Aueh 
Jlcker, Engelbert d* H. 8» 77 ist jam bjerin gefolgt, Weim e» abet yon der Vorauasetzung ausgebt, daas sohon 
Erabiaehof Philipp yon Qevosherg 1 W— 11 W Srukeobefg erbe«t babe, so ist daa wohl achwerlicb begrundet. Im 
Vexaeicbiiiase der von dieeem fiir die Q&m K^ebe gejnaebten Grwerbungen, Herzogth. Weat&left Iiebaa-Urkunden 
Nr. 1, am beaten gedruckt Seibertz UL Nr. 1072 & 481, flndet es ftieb mhi attfeefuhrt. 



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208 



1241. 



zu sckiitzen fzuerst U.-B. IV. 110 verbffentKchi). Unzweifelhaft bezieht sich dann hierauf auch sein unlet 
dem 7. October desselben Jahrs den Bischbfen von Bildesheim und Minden ertheilter Befehl, dem Kloster auf 
Verlangen des Abts und des Convents die EpiscopaHen (crisma, oleum sanctum, ordinationes monachorum, 
consecrationes) zu besorgen, ivelchen Befehl dann Gregor IX. am 16. December 1227 und Imocenz IV. am 
22. August 1245 wtederholten (Wenck 11. B. S. 143, welche drei Urkunden Potthast nicht kennij. 

Das konnte aber nicht verhindern, dass auch der Bischof von Paderborn sich seines Bechts bewusst blxtb 
und soviel er vermochte, dasselbe zu wahren suchte. Bernhard llh sprach wegen Erbauung von Krukenberg 
die Excommunication iiber Abt und Convent von Helmershausen aus. Hierauf legten diese beim Papste 
Appellation ein und eine der von ihm eingesetzten Commissionen verhangte dann ihrerseits die Excommuni- 
cation iiber das Paderborner Domcapitel, was sie allerdings Honorius III. durch Butte vom 27. Januar 1225 
anwies zu widerrufen, toie es die von mir U.-B. IV. 112, 138 und 139 zuerst publidrten Urkunden darthun. 
Aber schliesslich, wie das von Lacomblet veroffentlichte Document von 1241 constatirt, blieb die Verbindung 
zwischen dem Erzbisthum Coin und dem Kloster Bermershausen doch bestehen, tvenn auch diesdbe dem 
Kloster fernere Kampfe mit den Bischbfen von Paderborn nicht erspart hat x ). 

305. 

* Nach dem Compremtssentscheid des Bischofs Bernhard IV. von Paderborn und seiner drei Mitrichler mm 
der Bitter Achilles 2 ) auf alle Anspruche an das dem Kloster Abdinghof gehbrige Gut Ykenhove*) 
verzichten. 1241 Mi 26. — Or. Kl. Abdinghof V. 50. 

Super omni dissensione mota inter abbatem et conventum sancti Pauli in Paderburna ex una parte 
et AchUlem militem, Beatricem uxorem suam, Johannem, Conradum, Ywanum, Lodewicum filios eorun- 
dem et alios heredes ipsorum super curia in Ykenhove et eius pertinenciis ex altera, in nos Bernhardum 
quartum Paderburnensis ecclesie episcopum, Godefridum abbatem et Hildegerum priorem Lesbernensem, 
magistrum Mauritium canonicum et Hermannum plebanum sancti Pancracii Paderburnensis sub pena cen- 
tum marcarum parti arbitrium observanti solvendarum extitit compromissum. Nos igitur de communi 
consensu partium arbitrando sub pena precBcta statuimus, quod predicti A. et uxor sua et ipsorum filii 
predicti pro se et heredibus suis precise, pure et sine omni conditions, simpliciter et absolute penitus 
et in perpetuum renuntiaverunt omni actioni et iuri si quod habebant vel habere yidebantur in dicta 
curia et eius pertinenciis, recognoscentes coram nobis, quod nichil iuris in ipsa et eius pertinentiis ba- 
berent nee aliquid . . . de cetero sibi usurparent. Ne autem hoc factum in posterum valeat calumpniari, 
presens scriptum conscribi fecimus et nostrorum sigillorum appensione communi vimus, et de petitione 



Vgl. Wenok II. A. S. 977 und das Folgende; Wigands Archiv IV. 20 sq. VI. 89. — *) Leider ist sein Territorialname 
nicht angegeben. — *) Es ist mir nicht moglich gewesen, die Lage und den heutigen Namen des Orts Yk en ho to 
festzufltellen, welchen eine neuere Ruokschrift unserer Urkunde „Ikinghof* nennt. Allerdings kommt dieser Ori 
schon in der Urkunde des Bischofs Evergis fur Abdinghof vom Jahre 1162 vor. Wenn dieselbe nun auch zn der 
Zahl der von mir sis formell falsch nachgewiesenen Abdinghofer Documente gehdrt, Zeitschr. XXXIV. S. 18. 26, 
so wird doch gegen die Achtheit des Inhalts sich schwerlich ein Zweifel erheben lassen. Nach dieser Urknnde, 
Erhard R. 1887 G. 826, bestatigte Bischof Evergis die Schenkung des predium cum uno molendino in Ikinghove 
situm in comitatu Thiethardi, die ein Edler Erpo mit seiner Frau Gertrud, gleichfalls einer Edlen von Geburt, dem 
Kloster Abdinghof zu dem Zwecke gemacht hatte, um in demselben dem beschaulichen Leben sich widmen zu 
konnen. Dieser Graf Thiethard ist bisher vollig unbekannt gewesen. Spater ist diese Schenkung durch koniglichen 
Baun in seiner Grafschaft zuerst zu Benninghausen und dann zu Staipa bestatigt und die Vogtei fiber diese Guter 
vom Vogte des Bisthums Folquin (von Sohwalenberg) ubernommen worden. Zu welchem spateren Geschledte 
gehorte aber dieser Edle Erpo , der in derselben Urkunde dem Kloster auch Guter bei Worringen am Rhein sohenkte? 
Dass Beziehungen zum Lippeschen Hause hierbei obgewaltet haben mussen, erweist die Mitbesieglung Bernhardt von 
Lippe. Doch geben die Lippeschen Regesten keine Auskunft. 



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1241, 209 

parcium tunc inde ad maiorem cautelam et evidential uberiorem sigillum nobilis viri domini Bernbardi 
de Lippa est appensum. Acta sunt hec a, D. millesimo CC°,XLI Q . in crastino beati Jacobi apostoli. 

Die Siegel des Bisohofs und seines Neffen Bernhardt III. von Iippe, letzteres das Reitersiegel (vergl. Preuss nnd 
Falkmann L Tafel 6) sind nor zum Theil erhalten. 

306. 

* Erzbischof Siegfried von Mainz gestatiet mil Zustimmung des Bischofs (Bemhard IV.) von Paderborn, doss 

der Abt van Hardehausen auf der Paderborner und auf der Mainzer Synode die Inful l J trage. 1241 

August 9. -±- Or. Kl. Hardehausen U. 47*). 

Sifridus Dei gratia aancte Maguntine sedis archiepiscopus, sacri imperii per Germaniam archicancel- 
laxius diiecto in Chris to . . abbati de monasterio Paderburnensis diocesis salutem in Domino. Ad hono- 
rem tue ac Paderburnensis ecclesie, cui immediate subesse dinosceris, auctoritate presentiura, accedente 
consensu venerabilis fratris nostri domini . . Paderburnensis episcopi, de speciali gratia nostra tibi tuis- 
que successoribus perpetuo indulgemus, ut usum infule habeatis, tarn in consilio Maguntinensi quam in 
Paderburnensi synodo incedentes infolis decorati. Et ut de hac nostra gratia vobis indulta possetis habere 
perpetuam firmitatem, presens scriptum devotioni vestre super ea duximus concedendum. Datum Pa... burn, 
anno gratie millesimo ducentesimo quadragesimo primo, V. Idus Augusti pontificatus nostri anno duodecimo. 
Das fruher an seidenen .Schnuren befestigte Siegel ist abgefalleru 

307. 

* Erzbischof Siegfried von Mainz, als Metropolis des Bisthums Paderborn, gewahrt dem Abte von 
Marienrniinster ein gleichlautendes Privileg. Datum Patherburne anno gratie 1241 V. Idus Augusti 
(August 9j pontificatus anno duodecimo. — Abschrift Msc. VII. 4512 S. 30. 

308. 

* Der Kirthe zu Etlen werden 11 Acker Landes, die ihr Hitter Conrad von Ellen enlrissen hatte, gerichtiich 

wieder zugesprochen. 1241 November 30. — Or. und Abschr. des 17. Jahrh. Fr. Paderborn U. 157. 

Bemhardus quartus Dei gratia Paderburnensis episcopus et capitulum Paderburnense omnibus banc 
btteram inspecturis notum esse cupimus, quod, cum Albertus plebanus de Etlen 8 ) pro alienatis ab eadem 
ecclesia questionem moveret Conrado militi de Etlen super eo, quod Gerhardus pater ipsius Conradi et 
ipse Conradus quadraginta pene iugera abstulissent eidem ecclesie, utpote in campis, novalibus et areis, 
tandem iuris ordine servato et eis, que ad legitimam probationem competebant, rite peractis coram do- 
mino Hermanno camerario, qui iudex delegatus fuit et assessoribus eius videlicet: domino Amelungo de- 
cano, domino Volberto de Elsen, domino Ludolfo cellerario et magistro Johanne de Schildez, plene et 
eridenter probavit, quod ex illis quadraginta iugeribus, de quibus proposuit, undecim pertinent ecclesie 
sue in Etlen iure proprietatis et dominii, que secundum dicta testium pro eadem ecclesia contra dictum 



*) Ee ist mir zweifelhaft, ob hiernnter die Mitra oder ein ausgezeichnetes Priestergewand (Casel) verstanden wird. Die 
Verleihung der Mitra war meines Wissens nur ein Vorrecht der Papste. — *) Diese Urkunde befindet sich im Archiv 
Hardehausen, aber wohl nor irrthumlich. Wir diirfen sie um so mehr fur das Or. von 307 halten, als der Name 
Hardehausen gar nicht darin vorkommt und das Wort „ Monasterium " allein gebraucht Marienmunster bezeichnet — 
*) Ettler-Ort u. Etteler, S. v. d. Stadt Paderborn. 

Wettfc Uxk. Buch. IV. 27 



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210 1341. 

Conrachun per sententiam ftwrunt declarata et digtmcta in hmnc modnm. In pede montk Goldenberg 
quatuor, que probavit Reinbbldiim sacerdotem deoesserem suum in infirmitate ana inpignetasse Gerhard* 
nriHti pro tribut solidis et dianidio, tria ingera in Hagenlo, que probavit eundem Gerfeardnm violenter 
abstulisse eis, qui ex parte plebani ea novaverant, videlicet Alberto, qui dicebatrar Judex et Widekindo, 
qui dicebatur Carnifex; iugus et dimidium iuxta novalia, que dicuntur Westerdale, que probavit sibi 
violenter ablata a Conrado milite et se ab eis cum gladiis expulsum ; duo ingera de feodo domine Hil- 
degundis, que fait amita eiusdem Conradi, que ingera dederat ecclesie pro anima sua, et idem Conradus 
cegnatus predicte Hildegundis in morte eiusdem 1 H. ea abstuHt ecclesie et bee diviaim iacetrt; habent 
enim tres Jrundos t unam aream in sistperiore villa r alteram in inferior*, tertiam terrwlam iuxta superiorera 
villam ante valvam prepositi in lapide., ultra quem ascQftdjtur mons, qui dicitur Hovenscorne. Item iam 
dictus Albertus plebanus probavit predictum Gerhardum abstulisse eidem ecclesie unum tigerde ■) iuxta 
dotem ultra aquam, ubi sacerdos solebat seminare estivum pabulum, quod dicitur grascorn, propter quod 
idem campus vocabatur grascamp dotis; de via quam Conradus se asserdit habere per dotem, sufficients 
probatum est, quod non per curiam sacerdotis transire debet sed inter aquam et dotem. Hec cum pro- 
basset sepe dictus plebanus, et per sententiam restitutus fuisset undecim iugeribus, nominatim petiterunt 
dominus Hermannus et idem plebanus, ut ad noticiam futurorum hec pretaxata conscribere faceremns et 
sigillorum munimine roborari. Nos 2 ) etiam decanus, Volbertus de Elsen, Ludolfiis cellerarius, magister 
Johannes, quibus hec causa perlucide cognita fait, cum ecclesia nostra et camerario iudice ipsius cause 
ad maiorem evidenciam presentes Ktteras duximus consignandas. Acta sunt hec anno Domini M* COJOJ*. 
in die sancti Andree apostoli. 

Die fruher angehangten sieben Siegel sind verloren. 

aoa 

* Abt Hermann von Corvey befriedigt die Anspriiche, die Abt Ricbodo von Marienmiinster Namens seines 
Klosters an den Zehnten des Hofes von Wenethem macht, durch Kornanweisungen auf den Zefinten in 

Furstenau. 1211. — Abschr. Msc. I. 134 p. 68. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Kicbodo Dei gratia monasterii sancte Marie prope Swalen- 
beroh abbas totusque eiusdem ecclesie cortventus omnibus huiss pagine inspectoribus notum esse volumus, 
quod cum inter dominum Heraannum venerabilem abbatem Corbeiansem et nos questio vevteretur super 
decima curtis in Wenethem 8 ), nos tandem mediantibus bonis et honestis viris cum prefato abbate etsuo 
capitulo eonposuimus in hunc modum, videlicet quod singulis annis de decima in Vorstenowe 4 ) octo 
quartalia siliginis, quatuor ordei et duodecim avene memorate ecclesie Monasteriensi ipso die Martini 
episcopi et confessoris in perpetuum persolvantur. Ut autem hec ordinatio rata et inconvulsa permaneat 
tarn sigillo ecclesie, quam nostro presentem paginam iussimus communiri. Testes huius rei sunt: Alber- 
tus prior, Conradus prepositus, Strigerus portenarius, totusque Corbeiensis conventus; laici: Conradus da- 
pifer, Bertoldus marscalcus, Hermannus de Nighenkerken, Godefridus de Gosme, Albertus de Marpe. 
Bertrammus et Widelo de Stenhem fratres, Hildebrandus et Frithericus fratres de Oldenberghe, Ludeko 
de Eilwordessen, Johannes de Holthusen et alii quamplures. Acta sunt hec anno Domini M°.CC*.XL° 
primo, prelacionis nostre anno nanodecimo. 



*) Eann ich eben bo wenig deuten, wie die bier vorkommenden Ortenamen, namentlick der Berge: Goldenberg end 
Hovenscorne. — *) Yon hier an von gleiohzeitiger Hand, aber mit blasaerer Tiate hiazngefugt. — a ) Das Wynithnn 
der Tradd. Corb. 91, dessen Namen nock erhalten iet im Wienenthalsberg NW. von Holzminden. ~ 4 ) Furstecao 
NW. von Hoxter. 



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"41* 811 



sit. 



Propst Beintieh van SMUesche, aus der Graflichen FumiUe von Wakhek, genehmigt m* dim Canomkern 
von Schildesche l J gegen Empfang von 24 Mark, dm irtw Seilen der Abiiesin MedUUdis #m'f dem Qrafen 
Luduig von Haveneberg uber das Gut Trebbe abgeschhseenen Veritag. 124L KirchdonAerg. — Meuere 
Absdiriflen *J Stift SchMeeehe U. IS; ft Mas. VIL 3117, III. f. 52; gedr. Latney, 

G. v. Ravensberg C. D. S. 29. 

Heinricus Dei gratia propositus Schildecensis omnibus in perpetutrm. Noveritis quod nos de voltm- 
tate et conailio Wemoitis, Arnoldi, Bemhardi, Christiani et Christian! canonicorum in Schildezge aoce* 
ptavimus a couute Lodowico de Ravensberg ctiriam Threve*), qtiam idem comes cum omnibus suis per- 
tinetitiis ecclesie Scildfccensi libere contulit et absolute, cum ipsa reoompensans bona, que quondam a 
domina Mech tilde, que contra*) noe in abbatissamfuit electa, cum consensu capital! comparand Nosigiter 
acceptis a dicto comite vagi&ti quatuor marois factum iam dicte domine approbamus et ratum haberans 
per omnia presentiuia tenore ptotestantes, quod comiti Lodowico hec bona ab ecclesia Soild eoeme in 
perpetuum proprietors usum ita libere et precise oollata sunt, quod ipai super eis ex parte ecclesie mil* 
lug movere potent questionetn, sed cum omni successione sua quiete perfruetur eisdem. Adiectam est 
etiam de consensu comitis et nostro, quod pecora tarn sua quam nostra, dummodo segetibus et pratis 
nou noceant, in communia pascua licenter et absque omni contradictione minabuntur 4 ). Promisit etiam 
comes Lodowicus quod omnes actiones amputabit, que forte moveri possent ecclesie super bonis ei col- 
latis ab ipso, et si aliquid pro sue voluntatis arbitrio ipsam inquietare persumpsarit, ipse nobis adeius- 
dem protectionem et defensionem consilio et auxilio astabit; similiter et nos omnem actionem deponemns, 
que ex parte ecclesie Scildecensis eidem super bonis ad ipsnm ab ecclesia devolutis moveri posset. Ad 
huius igitur J>agine robur fecimus earn nostro et fratris nostri comitis Adoifi de Waltegge *) einedem 
ecclesie advocati*) sigillis communiri. Actum apud Tborenberg anno M*. CO*. XLI° presentibus: Arnoldo 
canonico, Conrado sacerdote, Winando et Johanne famulis propositi; Winemaro, Egge&hardo de Ber- 
mentlo, Gerhardo de Rubo, Temone de Voswinkele, Temone de Monasterio, Heinrico Top militibue; 
Ladolfo, Heinrico de Vanktorp 7 ), Ecberto de Gnterslo scabinis. 

311. 

* Erzbischof Siegfried von Mainz verhmsst: curt em, quam in Frislariensi opido habent dilecid in 
Christo abbas et conventus de Herswittehusen Cisterciensis ordinis Paderbornensis diocesis, ea Volumus 
lih^rtate gaudere de gracia speciali, ut nobis et noetris suocessoribus aut cuique hominum impresencia- 
mm seu exactiomim iure aut quocunque alio servicio non teneatur astricta. 1241. — Absehr. Msc. VIL 
4509. S. 4. 



') Offenbar stehen lrier die Canoniker, mit dem Propste an der Spitze, im Gegensatze 2U der Abtissin and den Stifts- 
damen zu Schildescbe. Dies wird durch die. Urknnde der Dechantin vom 11. October 1244 bestatigt, welche die 
vorliegende erganzt. Ygl. Nr. 218. — *) Threven a. Das Original der Urkunde vom 11. October 1244 hat aber 
Threvere. Es ist wonl das Colonat Trebbe in der Bauerschaft Isingdorf, zwischen Werther and Kirchdornberg, 
an welchem letzterem Orte dieser Vertrag abgeschlossen ist. — 8 ) per /?. — 4 ) Das franzosische : mener. Siehe 
Ducange s. v. — 6 ) Konig Wilhelms Hofrichter in den Jahren 1251 — 1255. — *) Die Thatsache, dass ein Graf von 
Waldeck Edelvogt von Scliildesche gewesen, ist sonst nioht bekannt. Dieselbe beruht aber schwerlich auf alt- 
historischen Vernal tnissen; vielmehr wird Graf Adolf die Wahl zu dieser Wiirde wohl dem Einflosse seines Bruders, 
des Propstes von Scliildesche zu verdanken gehabt haben. Dooh erkannte Bischof Bernhard IV. diese Wahl nicht an, 
und ubertrug die Vogtei dem Grafen Ludwig von Ravensberg. Ygl. unten Nr. 331. — *) Warcktorp a. 

27* 



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212 1241 



SI2. 



* Der Colnisehe Marschall Gottfried l ) vermittelt einen V&rgleich zwischen dem Klosltr Bredelar und Conrad 

von Visbeek titer einige Giiter in Nutlon, welehe das Kloster im Jahre 1225 von Gottfried von Meschede, 

Schioiegersohn jenes Conrad von Visbeek, gekauft hatte. 1241 [1242 vor dem 20. April). - — Or. KL 

Dalheim y U. 26; Abschr. Msc. 1. 127. foL 36. 

In nomine Domini. Amen. Godefridus domini C. Coloniensis episcopi marscalcus et Bertoldus castel- 
lanus in Baren omnibus hoc scriptum intuentibns in perpetuum. Notum esse oupimus tam modernis quam 
post futuris, quod Conradus dictus de Visbike, gener Godefridi militis de Mescede iam pridem defuncti, 
ecclesiam in Breydelar ordinis Cysterciensis pro bonis quibusdam in Nuthlon sitis, que abbas et conven- 
tus ecclesie memorate a predicto G. legitime comparaverat, sicut privilegium s ) domini Engelberti Colo- 
niensis episcopi super eo plenius testatur, graviter impetebat, dicens, uxorem suam hiis bonis tempore 
emptionis minim e cessisse. Quod cum fieret, nobis in hac causa vicem domini Coloniensis episcopi ge- 
rentibus, qui interim in captivitate tenebatur 4 ), aliisque honestis* viris dudum medi&ntitms, tandem pro 
bono pacis et concordie arbitri ex utraque parte deputantur, ex parte domini abbatis et sui conventtis 
Johannes et Godescalcus fratres de Pathberg, Sigebodo de Ytere, Elgerus de Dalwich, milites, frater 6. 
ecclesie prefate con versus; ex parte predicti Conradi Helmwicus de Elsepe, Godefridus de Mescede, Gos- 
winus de Bokenvorde et Johannes Kolve, per quos decretum est, ut abbas et conventus monasterii pre- 
libati prefato C. sex marcas darent, quod cum uxore et heredibus actioni et bonis renunciaret. Quod et 
Mescede coram domina abbatissa et prepositissa aliisque honestis viris ita terminatum est: abbas et sni 
fratres ex parte ecclesie sue sepedicto C. et uxori sue sex marcas persolverunt et insuper Florino supra- 
dicti G. filio fertonem dederunt, ut assensum preberet. Deinde iam dictus C. cum uxore et Florino he* 
redibusque universis omni iuri, quod in bonis supradictis, insilvis, pratis, pascuis, agris cultis et incultis, 
aquis aquarumque decursibus habebat vel videbatur habere, totaliter remmciavit. Nos vero consilio 
arbitrorum superpositi, ne quis hanc compositionem infringere attemptet, presentem paginam sigillorum 
nostrorum et sigillo Johannis de Pathberg appensione stabilimus. Huius rei testes sunt cum arbitris: 
Theodericus de Vore, Andreas de Nehem, Hermannus Kolve, Johannes de Brunwordinchusen, Heinricas 
villicu8, Herbordus de Odingen, Godescalcus iudex, Oserus, Johannes marscalcus, Hermannus Flaehe, 
Heithenricus campanariuB, Sifridus de Remelinchusen, Harderadus villicus, Volcquinus et alii quamplures. 
Ceterum ego Jutta Dei gratia abbatissa in Mescede hanc compositionem coram nobis et testibus predictis 
stabilitam fore presenti scripto sigillo etiam nostro munito protestor. Acta sunt hec anno Domini 
M».CC .XLI°, indictione XV. 

Es hangen noch die sammtlichen 4 Siegel an: 1) der Abtissin Jutta yon Meschede, 2) des Marsehalls von West- 

falen: das Colnisehe Kreuz in einem mit Kornahren bestreuten Felde and der Umschrift S. GOTFRIDI MA . . 

HALCI DE RUDEN 6 ), 3) Bertolds von Buren mit der Rautenreihe, 4) des Ritters Johann von Padberg. 

l ) Es ist dies die einzige von xhm selbst ausgestellte Urkunde, die bisher bekannt geworden ist. Bei Seibertz U.-B. I. 
Nr. 214. 222. 225. 228 kommt er als Zeuge in Urkunden aas den Jahren 1240—1242 vor; sein Nachfolger Gerhard 
erscheint im Jahre 1245; Seibertz, 1. c. Nr. 238. Vgl. fiber seinen Sohn, den Paderborner Domherrn Walter unter 
Nr. 392. — *) Diese Giiter und hiermit auch die betreffenden Urkunden sind durch Vertrag vom 18. December 1470, 
Or. Dalheim U. 214 (nicht 1270 U. 225 wie oben Nr. 143 gedruckt ist) von Bredelar an das Kloster Dalheim verkauft 
worden. Vgl. Nr. 281. — •) Das ist die Urkunde von 1225 oben Nr. 143, wo wir constatirt haben, dass Nutlon, 
was jetzt untergegangen ist, im Sindfelde bei Buren lag. — 4 ) Siehe den Excurs. — a ) fiber eine, derGestalt dieses 
Siegels nach der Nobilitat angehorige Pamilie von Ruden oder Riithen liegen keine anderweitigen Nachrichten vor, 
wenn wir hierauf nicht vielleicht das an zwei Urkunden der Kloster Benninghausen und Bredelar aus den Jahren 
1308 und 1318 hangeride Siegel Gerhardi de Ruden be2iehen durfen, welches den (Arnsberger?) Adler aufweiat. 
Die spateren, haufig vorkommenden Ministerialen dieses Namens fuhrten eine Gleve im Wappen. Vgl. unten Nr. 327. 
Immerhin ist es von Interesse, durch das Siegel den Familiennamen des doch auch sonst mehrfach genannten 
Westfalischen Marschalls Gottfried naher kennen zu lernen. 



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1242. 213 

E x c u t s.' 

A* den Additamenta iVr. 102 habe ich erwiesen, dass die Schlacht bet Badorf, in welcher der Erzbischof 
Conrad von Coin in die Gefangenschaft des Graf en Wilhelm von Julich fiel, in der Zeit eiwa vom 15. Februar 
bis 15. Marz 1242 erfolgt ist, und dass der Erzbischof durch Vertrag vom 2. November 1242 seine Freiheit 
wieder erhielt, Lacomblet II. 240, nachdem seine Gefangenschaft, nachder AussagevonzweiQuellen, wahrend 
fast neun Monate gedauert hatte. Zur Bestatigung dieser Ansicht fuhre ich iveiter an, dass Erzbischof Conrad 
noch am 1Q. September 1241 'in stupa villici Susatensis eine Urkunde ausstellte, Seibertz U.-B. I. 222, und 
dass der Bund seiner Gegner, WUhelms von.Julich und der Stadt Aachen, vom 1. December 1241 datirt, 
Lacombl. II. 260. 

Wenn nun in der oben gegebenen, aus dem Jahre 1241 datirten Urkunde der Marschall Gottfried von 
Westfakn sagt, dass er bei den hier bekundeten Verhandlungen den Erzbischof Conrad vertreien habe: qui 
interim in captivitate tenebatur, so ist dies anscheinend mit den oben dargelegten Thatsachen gar nicht in 
UebereinsHmmung zu bringen. Aber die indictio XV beweistj dass die Verhandlungen selbst dem Jahre 1242 
angehoren und dass hier wieder ein Fall vorliegt, cfr. Additam. loc. citato, wo die Kanzlei des Erzbi&chofs 
Conrad ihrer festen Gewohnheit gemass, das Jahr mit Ostern, hier 1242 mit dem 20. April, anfing. Die 
Verhandlungen also erfolgten in der Zeit vom 1. Januar bis zum 20. April 1242, tvelche Zeit durch den 
oben erwahnten Anfangstermin der Gefangennahme des Erzbischofs noch naher beschrdnkt wird. Aber da 
aus der Wendung tenebatur nothwendig zu folgern ist, dass bei Ausfertigung der Urkunde der Erzbischof 
nicht mehr in Gefangenschaft war, so kann die Ausfertigung selbst erst nach dem 2. November 1242 erfolgt sein. 

313. 

* Der Edle Bertold von Biiren schenkt mit Genehmigung des Colnischen Marschalls (Gottfried) dem Pfarrer 
Conrad von Nutlon ein Stuck Markland. 1242. — Or. Kl Dalheim U. 27; Abschr. Use. I. 127. fol. 132. 

Univer8i8 Christi fidelibus Bertoldus nobilis de Buren salutem in eo, qui est salus omnium. Propter 
variaB et diversas turbationes hominum sepius elabuntur, que memoriis hominum imprimuntur. Ideo 
testibus et scriptis ilia solent iuvari. Nos igitur factum nostrum in scriptis volumus observare et omni- 
bus intuentibus illud innotescere, quod domino Conrado plebano de Nutlon l ) ad ampliandam aream do- 
mus sue contulimus de agris comnrunibus duodecim pedes in longum et in latum de consensu mar- 
scalci Coloniensis, Regeiibodonis iudicis, Tiderici, Henrici de Berghem, Henrici et Johannis fratrum, 
Eylhardi et Johannis fratrum, Eykonis et Conradi filii sui, Bernhardi, Widoldi et Conradi villici, civium 
eiusdem loci. Et ne factum nostrum in posterum quis possit calumpniari, sigillo nostro presens scriptum 
fecimus sigillari. Datum a. D. millesimo CC°.XLII° '). 

Das Rautensiegel des Edlen Bertold von Buren' hat geHtten. 

314. 

* Bischof Bernhard IV. tauscht mit der Abtissin von Neuenheerse Giiter aus. 1242 August 10. — Abschr. 

Msc. VII. 4510. S. 21; desgl 4510 A. Fol. 17. 

Bernhardus quartus Dei gratia Faderbumensis episcopus honorabili et dilecte in Christo filie domine 
abbatisse in Herisia salutem et paterne caritatis affectum. Proprietatem et dominium bonorum in Schy- 



') Anf einem an die Urkunde gehefteten Pergamentstreifen steht: Littere Symonis archidiaconi in Oriente et 
Bertoldi de Buren et abbatisse et conventus in Jesike de domo in Nuthlon, quam contulit nobis 
Gonradus sacerdos ibidem. Hiernach hat also der Pfarrer in Nutlon das erwahnte Markland an das Eloster 
Bredelar geschenkt, mit dessen ubrigen Besitzungen eu Nutlon es dann spater in denBesitz von Dalheim gelangtist. 



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Bit «** 

renbroke vobis libere ei absolute damus, tytulo oambitionm recipientes a vobis iusto et equali concambio 
proprietatem et dominium bonorum in Berlo, super quo vos bulle nostre et litterarum testimonio commu- 
nimus. Acta sunt hec anno Domini millesimo CO.XLII , pontificates nostri Anno quibto dfccimo in die 
beati Laurentii. 

316. 

* Graf Volquin von Schwalenberg ubertragl clem Klosler Willebadessen das Eigenthwn vines vim einem seiner 

Vasallen angekaufien Zehnten. 1242. — Regest Msc. 1. 242b. S. 62. 

Volquitms -comes in Svalenberg sfcclesie in Walbodeseen contulit decimal* in villa qua dicitur Me- 
dium Malrede 1 ), quam vendiderani et rerignara&t Ludoldus miles de ElaierinGhosen, Hildeboldus de 
Vinsbeke, Ludoldus miles de Hiideosem, domino Gerhardo turn prepoeito et Henrioo priori, procurante 
Bernhardo quarto episcopo Paderbmrntose. Testes Lambertas plebanus in Svalenbeig etc. Anno Domini 
M°.CC*.XLIR 

S16. 

* Die Propstfn FfeHcitasJ van Vreden ubertragl dem Grafen Ludtoig van Ravensberg ihr Erbrecht an den 
Giitem des Ravensbergischen Drosten Ileinrieh. O. J. {urn 1242 *}). — Or. Grafsck. Ravensberg U. 36. 

F. Dei gratia prepositissa in Vrethen universis ad quos presentes littere pervenerint salutem in Do- 
mino. Noverint universi, quod nos hereditatem exifctentem in bonis domini Henrici dapiferi de Ravens- 
berg prope Widenbrucge, que nos de iure contingit, domino comiti L. de Ravensberg libere contulimus 
et absolute, ratum habentes quicquid idem dominus L. comes de ipsa hereditate duxerit ordinandum 
et id presentibus protestamur. 

Das erhaltene Bruchstuck des Siegels eeigt eine sitzende weibliche Figur in echoner Gewandong. 

SIT. 

* Der Decern von Fritzlar bekundet die Verxichtleistung des Hitters Conrad von Hebelde auf die Vogtei ei*et 

dem Kl. Hardehausen gehbrigen Guts. 1243 Febr. 9. Hvmberg. — Or.*J Kl. Bardehausen K 49. 

L . * . Dei gracia decanus Fritslariensis vicem gerens prepositi eiusdem ecclesie uni(versis Christi 
fidelibus) presentem paginam inspecturis in Domino salutem. Tenore presentium (protestamur, quod do- 
minus) Cunradus miles de Hebelde, qui questionem moverat ecclesie (Hersuidehusensi super) advocacia 
unius mansi in Menkereshusen renuntiavit (omni iuri, quod) videbatur habere cum uxore sua domina 
Lutgarda et Gonrado filio suo in manso (memorato). Actum Hoenberc 6 ) quinto I(du)s Februarii anno 
gracie millesimo CC°.XLIII°. Presentes erant dominus Volpertus de Burcken 6 ) canonicus Fritslariensis, 
Gerlacus plebanus in Verne, Ludeiricus advocates, Ludeiricus Haleaadel, feater suto Eberhardus^ Hearicos 
de Dornees et alii quamylures. 
Das Siegel ist abgefallen. 



*) Lag bei der Stadt Horn. Preuss u. Faikmann L. R. I. 'SI. Vgl. anten N*. SIS. ^ Naoli 0.-B. nL 1719 war im Mre 
1233 Mechtild Propstin von Vreden; Graf Ludwig von Ravensberg starb 1249. In den unten folgenden Urkunden 
tragt sein Droste im Jahre 1244 den Namen Eggebard. Hiernaoh baben vnr unter Beruoktichtignng der Schrift die 
Urknnde dem Jahre 1242 Higeschrieben. Die Initial e F glaubtea wir auf die Felicitas beziahen zn durfen, die is 
den Jakren 1218 and 1225, U.-B. III. 1703. 1713. unter den Stiftsdamen vonYreden ersobeint — *} Sehr zeratoru - 
*) Merahausen SO. von Fritzlar. — 6 ) Hombexg und Borken SO. von Fritzlar. 



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1*48. 21$ 

318. 

* Bischof Bemhard IV. iiberlrtigt auck seiherse&s ah Landesherr dem Kloster Wittebadessen dm Am** ernes 
angekauften Zehnten 1243 Febr. 14. Pbderborn im bischoftichen PaBaste. — Or. in der Urktrndensamrnhmg 

der Paderbarner Abtheilwg tmseres Vbreins; Abschr. Afsc. Vll. 4514 fot 3; Regest Msc. I. 242b. S. 62. 

In nomine Bancte et individue Trinitetit. Bernhardua quartus Dei gratia Paderboroensis ecclesie 
episcopu*. Ne fitcta konbnm, que digna memorie censentur, oblirionis nube tegantur, solent autenti- 
coram scriptorum testimonio committi. Nos itaque ecclesie in Wilbodessen pacem in poaterma providers 
voleutea presentibua notaficanMW et fotaxis, quod eidem ecclesie proprietatem decime in Malride 1 ), que 
media dicitur inter alias, unanimi nostri conventus consensu contulimus perpetuo possidendam et coram 
testibus subscriptis: Jordano abbate, Heinrico custode sancti Petri et Pauli inPaderborne, Adolfo priore 
de Gerdene, Gerungo canonico, Alberto capellano, Godescalco 2 ) presbitero; laicis vero: Bernhardo nobili 
viro d* Gaade, Bartoldo de Brakel, Lud^lfo dapifarq, Hermanno maraoalco, Ludolfo de Qsdagessen, 
Hermann o Spegel, Herbordo piocerua^ Bertoldo de Bilenchusen, Alberto de Osthem, Alberone de Her- 
stelle, Hermanno filio B. de Osede et aliis quam pluribus. Ut igitur hec nostra donatio 8 ) ecclesie pre- 
taxate ineonyul&a permaneat et inriolata, presentem paginam sigillorum impresakroe, vidaUoet nostri 
ffecimus insigniri, sanotarum rerum conservator^ Dei auctoritate precipientes et nostra, »e qw wposterum, 
earn retraotave audeat sive subvertere aliquo modo. Nam si quis ausu temerario h*ic confinn^tioni 
noetre pretrumpaerit obviare, excommunicationis laqueum se aciat incurrisae. Acta sunt b#Q anno Pomi- 
nice incaraationis M 9 .CC°.XLIII e , pontificatus nostri anno qumtodecimo in paiatio noebro Paderlwraensi, 
in die beati Valentini. 

Die beiden in der Urkonde ervahnten Siegei sind in Hire* geetiokten leinenen Umschlagen aUntWg gerattwi wvdw- 

319. 

* Erzbischof Cbnrad von Coin eriheitt Allen, welehe zvm Wieieraufbau des dutch Feuer zerstortm Kloster s 

Corvey 4 J den Boten des Abts Geld einhdndigen werden, einen Ablass von 40 Tagen und den Erlass 
gemsser Sunden. 1242 (1243) MUrz 1. — Or. Fr. Corvey. V. 92. 

C. Dei gratia sancte Coloniensiq ecclesie minister, Italie archycancellariua, umvexsis prelatis et 
ecolesiarum reetaribus per provincial Coleniensem eonstitutis salutem in Domino. Quuj» t ut ait apo- 
stolus, omnes stabfrnus ante tribunal Chrieti, reeepturi prout in yita gessimus sive bonum me malum, 
oportet nos diem i&essionis extreme miserioordie operibus pre venire, ut multiplicato fruotu recipiamus 
in celis prout seminavimus in terris, quoniam qui parce seminat, parce et metet, et qui seminat in 
benedictionibus, de benedictionibus et metet vitam eternam. Cum igitur ecclesia Corbeyensis, que hac- 
tenus tanta religionis floruit preeminentia , ut exinde specialem meruerit prerogativam obtinere, et ex sua 
opuleatia egentibus frequenter et ipdigenttbw grate sint subsidia elargita> et nunc infortunato casu mona-* 
gterium ipsiua ecdesie qit igM orqmatum et dirutum, w absque fidelium sufira^io et elemosinarum largi- 
tione non valeat reparari^ xnaxime ouxn ad id ibidem Domino famulantibus non suppetant facultates, 
monemus et exhortamur in Domino ac in remissionem peccatorum vobis iniungimus, nichilominus in 
virtute precipientes obedientie, quatdn«| nuncios dicte ecclesie cum. ad yos> pro pet$n4w fidelium elemo- 



>) Bei Horn; siehe die Urkunde yon 1242 oben Nr. 315, wo der specielle Lehnsherr dem Kloster den Besitz des 
Zebatea fibertrag^ hatte. — «) ^edespsJco** die Urk. — ■> n datio^ die Urk. — 4 ) Piese Thatsftcbe ist bisher Allen 
unbekanat geblieben; imibesoftdere auck PaMlwi Axwal, Corb^ p. 402, und de^ auf diesem Fabriqftt beruheuden band- 
ecbriftliohan Attaalea. Maq, L %&• f* 379, 



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216 1243. 

sinis accesserint, singuli vestrum in suis parochiis aut ecclesiis liberaliter recipientes eos remota qualibet 
exactione benigne admittatis , plebes quoque vestras monitis inducatis salutaribus, ut ad ipsius mona- 
sterii reparationem elemosinarum suffragia et grata karitatis subsidia largiantur aut transmittant. Nos 
enim de omnipotentis Dei misericordia, (et) beatorum apostolorum Petri et Fauli auctoritate confisi, 
omnibus qui de suis facultatibus ad reparationem dicti monasterii pie largiti fuerint aut transmiserint, 
quadraginta dies et unam carenam de iniunctis sibi penitentiis peccatorum, de quibus confessi fuerint 
ac contriti, offensas patrum et matrum sine violenta manuum iniectione, vota fracta, si ad eademredie- 
rint, misericorditer relaxamus. Datum anno Domini M°. ducentesimo quadjagesimo secundo, dominica 
qua cantatur Invocavit. — 

Vom Siegel ist nur ein Theil der oberen Halfte erhalten, das als Ruckriegel ein gleiohschenkliches (griechiscbes) 
Ereuz hat. 

320. 

* Bischof Bernhard IV. von Paderborn entscheidet auf dem Wege des Compromises einen Streit iiber 
Patronatrechte 1243 April 5. — Or. Kl. Hardehausen. U. 51. 

Bemhardus quartus Dei gratia Paderburnensis episcopus omnibus banc litteram visuris notum esse 
cupimus, quod orta questione coram nobis inter Ottonem plebanum in Eylegehusen ') et Gozwinum militem 
de Wethen super capella Urdorp pro eo, quod idem Gozwinus asseruit, quod Otto plebanus et sui suc- 
cessores, postquam ad ecclesiam Eylegehusen essent electi a patronis eiusdem ecclesie, postea deberent 
ab eo et suis successoribus cappellam in Urdorp recipere, contra id plebano asserente, quod ipse et 
sui successores, quos patroni Eylegehusen ad ip6am ecclesiam eligerent, deberet habere capellam in 
Urdorp sine speciali Gozwini et suorum successorum collatione. Et quia inter eos multe sunt exort« 
discordie et pericula animarum, postea conparentibus ipsis coram nobis, Yolrado archidiacono eiusdem 
ecclesie, Hermann o camerario, Yolberto de Elsen, Yollando cantore et custode nostre ecclesie, Gerhardo 
custode, Yolquino cellerario et magistro Ludolfo canonico sancti Petri Paderburnensis nobis assidentibus, 
per nos ammoniti et in ipsos compromiserunt et corporali sacramento hinc inde prestito sub pena viginti 
marcarum arbitrium vallaverunt. Nos autem arbitrando dicimus, quod Otto plebanus et sui successores 
habebunt ecclesiam in Eylegehusen et capellam in Urdorp sine speciali Gozwini et suorum successorum 
collatione et cives in Urdorp in vigilia pentecostes annuatim ministrabunt ecclesie in Eylegehusen decern 
et octo denarios in signum subiectionis, sicut expressum fuerat in^privilegio ipsius plebani et sicut coram 
iudicibus nostris per sententiam obtinuit diffinitivam. Ut autem hec compositio rata permaneat et in- 
oonvulsa, nos episcopus et Yolradus archidiaconus ecclesie predicte hanc litteram sigillorum nostrorum 
appensione communivimus. Actum anno Domini millesimo CC° quadragesimo tertia, nonas Aprilis. 
Beide Siegel sind abgefallen. 

321. 

Der Dechant und das Domcapitel von Lemans schicken der Paderborner Domkirche auf ihre Bitte dureh deren 

Domherrn Sweder einen Theil von der Schulter des h. Julian 2 ). 1243 April. Lemons. — Or. Fr. Paderborn 

U. 160; gedruckt nach der Ausgabe der Bollandisten 8 ) bet Schaten ad h. a. 

Reverendo patri ac Domino Dei gratia Paderburnensi episcopo et venerabilibus viris karissimis in 
Christo fratribus preposito, totique eiusdem ecclesie capitulo Gaufridus divina permissione Cenomanensis 

>) Eilhausen 8W. von Rhoden im N. des Fr. Waldeck; nicht weit davon Udorf im Kreise Brilon. — •) 8eine Lebens- 
geschichte hatten sie oben Nr. 17 mit Schreiben vom 80. September 1205 und mit dem Ersuchen ubersaudt, deesen 
Memorie am 27. Januar zu feiern. — ») Wohl in den Actis S. Liborii (zum 23. Juli), Zu verbewern ist im Teite 



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1248. 217 

ecclesie minister humilis, R. decanus ei capitulum eiusdem ecclesie salutem et sinceram in Domino cari- 
ratem. Grates Deo referimus devotionem nostram in Domino commendantes eo, quod vos societatis nostre 
non immemores nos per litteras et nuncium visitastis; per hoc enim vestra devotio nostrum inflammavit 
affectum et ad familiaritatis augmentum in posterum invitavit. Hinc est, quod peticioni vestre grato 
nimirum occurrentes assensu, quod a nobis petitis, denegare non possumus, sicuti nee debemus. Vestre 
nam que et nostre ecclesie fraternitatis unitatem, quam devotis caritatis brachiis amplexamur, desiderio 
desideramus perpetuo mutuoque ac irrefragabiliter observari. Magnum quidem est, quod queritis v quod- 
que ecclesiastice secularive, quantumcumque gravi persone nondum concesseramus hucusque, licet a multis 
magnis et authenticis pluries fuerit attentatum nee hactenus impetratum, ut videlicet de sanctissimo cor- 
pora gloriosi confessoris, patris et patroni nostri beatissimi Juliani venerandas vobis reliquias destinemus, 
sed caritas, cuius proprie proprium est, proprium ignorare, partes suas interposuit et multo tractatu 
super hoc inter nos habito tandem animos impulit ad consensum. Hec sola vobis concedere nos coegit* 
quod alii minime fecissemus. Nee tandem alienari dicimus, quod per venerabilem virum, dominum vide- 
licet Svederum concanonicum vestrum et fratrem nostrum de supradictis reliquiis vestre mittimus ecclesie, 
quam propriam reputamus. Hinc est, quod de sanctissimo patris nostri et patroni predicti humero vobis 
partem per latorcfm presencium presentamus, ut eum velitis venerari nobiscum, qui Christi iugo colla 
submittens supposuit humerum ad portandum. Ut vero tantum sanctuarium tucius et cautius mitteremus, 
prefatus canonicus vester in capitulo nostro sollempniter in fide sua certissime promisit, quod illud ad vos, 
quam cito commode poterit, cum reverentia personaliter deportabit. Vestram igitur fraternitatem rogan- 
dum duximus ex affectu, quatinus vobis oblatum munus reverenter recipiatis, diligenter et honorifice 
reservetis et diem festum, quo beatissimus ille patronus noster de mundo transivit ad celum, sexto vide- 
licet Kalendas Februarii, in ecclesia vestra sollempniter celebretis et per vestram dyocesim celebrari 
sollempniter faciatis. Ut autem hoc possit sollempnius et melius adimpleri, responsoria vobis et antipho- 
nas destinamus et alia ad cantum pertinentia, que penes nos in sollempnitate predicta communiter de- 
cantantur, que nequaquam sicut audivimus hactenus habuistis. Doceatis et si placet, populum vestrum 
et efficaciter inducatis, ut ab omni servili opere diligenter abstineant ea die indubitanter scientes, quod 
penes nos, ubi corporis eius reliquie requiescunt, presul hie insignis vim sacri destruit ignis 1 ), sanatener- 
guminos, fovet hospitio peregrinos 2 ). Credimus sane, quod si affuerit in vestris partibus pia populi devotio, 
hec et maiora meritis eius sufiragantibus pater piissimus supplicationibus erogabit. Duret in longum 
valeatque caritas vestra. Datum Cenomanis anno Domini M°.CC°. quadragesimo tertio, mense Aprili. 

Das Siegel des Bischofs Gaufrid von Leinans fuhrt ala Rucksiegel das Lamm Gottes. Das Siegel des Domcapitels, 
minder gut erhalten, zeigt als Rucksiegel den heiligen Julian zu Pferde, wie er ein Ungeheuer, hier in der 
Gestalt einer Antilope mit langen Hornern und Beinen, todtet. Nach Radowitz Kunstsymbolik S. 74 zerstorte 
er einen Jupitertempel, bei dem ein entsetzlicher Drache hauste. Das Rucksiegel hat folgende mir unver- 
standliche Umschrift: CAPITE NOBIS VULPES PARVULAS*). Die Vorderseite, worauf Herr Dr. Philippi mich 
aufmerksam machte , ist wahrscheinlich identisch mit dem oben Nr. 17 zur Urkunde von 1205 erwahnten Siegel, 
nur dass zu beiden Seiten des Kopfea Mond und Sterne in den Stempel nachgeschnitten worden sind. Ausser- 
dem sind, was sehr bemerkenswerth erscheint, unmittelbar nach erfolgter Siegelung wahrend das Wachs noch 
warm war, zu beiden Seiten des sitzenden Heiligen, zwei kleine antike Gemmen, ein Faun mit einer Nymphe 
und zwei Tanzerinnen, Ietztere mit den Kopfen nach unten, abgedruckt worden. Ygl. die Abbildung bei 
Mertens 1. c. auf der letzten Tafel. 



Schatens die Initiale vom Namen des Dechanten zu Lemans statt N in R. Ygl. uberhaupt das treffliche Buch von 
Conrad Mertens der h. Liborius S. 43. — *) saoer ignis wohl das Hollenfeuer. — *) Noch in spateren franzosischen 
Dichtern findet sich die Sage, dass wer unter Anrufang des h. Julian eiue Reise antritt, sicher ist, ein gutes Nacht- 
quartier zu finden. — •) Dieselbe ist, wie Dr. W. Diekamp mir nachgewiesen, aue Cant. cant. II. 15. entnommen. 



Wtitt tTrk.-Bveh. IV. 28 



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218 1343. 



322. 



* Der Paderborner Domdechani Rabodo schlichtei mit andern Schiedsrichtern einen Streit zwischen dem 
Bischof Bernhard IV. und dem Dompropst Beinrich und zwischen diesem und dem Propste von Busdorf. 

1243 y. — Or. Fr. Paderborn U. 159. 

Super dissentione mota inter dominum B(ernhardum) episcopum et H(enricum) prepositum Paderbor- 
nensem super iniuriis verborum et aliis contumeliis ac deinde inter eundem H(enricum) prepositum et 
S(imonem) prepositum sancti Petri super bonis sive obedienciis, que habuit dominus Volquinus de Sva- 
lenberg canonicus Paderbornensis, quarum nomina sunt hec: personatus ecclesiarum in Stenhem et in 
Curbeke, obedientie Sulhem Brochusen Silinghosen Heingelder, et aliis articulis infra notatis innos R(a- 
bodonem) decanum, H(enricum) cameralium fsiclj, Volradum et V. de Elsen priores Paderbornenses, decanum 
et magistrum Hermannum Nove Ecclesie sub fide data et pena ducentarum marcarum tamquam in arbitros 
exstitit compromis8um. Nos igitur arbitrio sic vallato pronunciamus, quod dominus H(enricus) maior 
prepositus (domino) nostro episcopo (secundum nostram) satisfaciet ordinationem et de mandate nostro 

dicti prepositus et magister 2 ) Johannes cum S(imone) preposito se ad pacis osculum receperunt*) 

Et quicunque contra Johannem de Silinghosen, qui hactenus eorundem bonorum exstitit possessor, 

voluerit, prepositus S(imon) equus erit iudex, nee prepositus S(imon) eum in ipsis bonis impediet, nisi 
ab eo iure evincantur. Dominus etiam episcopus ad petitionem nostram omnes sententias, quas contra 

dominum prepositum maiorem et suos tulerat, iuris ad cautelam revocavit. Item deman- 

dato nostro .... instruments parcium hinc inde optenta infra octo dies nobis reddentur destruenda. 
Et nihilominus si que supra presentes contraria sunt, . . . vacua et irrita iudicamus. 

323. 

* Hermann, Abt von Corvey, schenkt dem Kloster Gerden zwei Mansen in der Villa Luthardessen 4 ), ivelche 
Usher Gottfried, Bitter von Godelhem, von ihm zu Lehen trug. Zeugen sind: Albertus prior, Conradus pre- 
positus, Otto camerarius, Strigerus portarius, sodann die Laien Arnold de Porta, Conrad Edler von 
Schonebergh, Bertold von Brakel, Hermann von Brakel, Arnold von Haversvorde, Hermann von Xien- 
kerken, Albert von Marpe, Themo Sohn des Graf en von Bbxter, Hugo von Suthem und Alexander von 
Gundelsem 5 ). Datum Corbeie 1243 ohne Tag. — Begesi a) Use. I. 242 b. S.34 und fij aus demGerdener 
Copiar fol. 20. C. 12 in Msc. VI. 224. S. 45. 

324. 

* Hermann, Abt von Corvey, bestatigt, dass er dem Kloster Gerden zwei Mansen in der Villa Luthar- 
dessen 4 ) geschenkt habe. Datum Corbeie 1243 in vigilia Barnabae apostoli fJuni 10 J. — Begest Msc. VI. 
224 S. 46. aus dem im Besitze des Berrn Grafen von Bocholtz beruhenden Copiar fol. 20. C. 13. 



') Das Jahr geben wir nach dem Repertorium C. 35. ai, (lessen Yerfasser das Regest dieser schon damals sehr zer- 
storten und jetzt in Fett getrankten Urknnde „ex antiquo repertorio" angiebt als: transactio super obedientiis 
quos habuit Yolcwinus de Swalenberg canonicus Paderb., sc. personatu ecclesiarum in Steinheim et Corbeke, obedien- 
tiis in Selheim, Brockhausen, Henglern. Die Streitigkeiten scheinen bis zu Realinjurien gediehen zu sein. — *) pre- 
positi et magistri die Urkunde. Der magister Johannes ist vorher gar nicht erwahnt worden; aus dem spateren 
Texte ergiebt sich, dass er die obedientia in Honborn besessen hatte und diese dem Dompropst Heinrich renunciiren 
musste. Er ist identisch mit dem Johannes de Silinghosen. — ") Das Folgende war zu sehr zerstort, als dass es 
hier wiedergegeben werden konnte. Der Schluss ist jedoch bemerkenswerth. — *) Lag bei Peckelsheim. Ygl. Nr. 8. — 
*) a) Gandelsem. 



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1248. 219 



325. 



* Der Paderborner Domdechant Rabodo tritt einen Zehnten an das Kloster Hardehausen gegen eine Kornrenle 
und eine Geldprastation ab. 1243. — Or. KL Hardehausen U. 50. 

Capitulum Paderburnense omnibus, ad quorum noticiam hoc scriptum pervenerit, eternam in Do- 
mino salutem. Tenore presencium omnibus innotescat, quod dominus Rabodo ecclesie nostre decanus 
venerabilis patris et domini nostri Bernhardi episcopi et nostro accedente consensu fructus decimarum in 
Thedehusen et Amenhusen ad ecclesiamWellede ') suo decanatui adherentem pertinentium, Hersedehusen 
monasterio contulit perpetuo eorum expensis et laboribus congregandos et in utilitate ipsius monasterii 
convertendos. Idem quoque abbas et sui successores in restaurum fructuum predictorum triginta Pader- 
bornensia moltra annone, videlicet sex tritici, octo siliginis, octo ordei, octo avene, prescripto decano 
eiusque successoribus ipsorum vecturis, laboribus et expensis ante festum Andree et tres solidos indomo 
decani Paderbumensis annis singulis perpetuo persolvent et si forte per rapinas vel incendia vel negli- 
gentiam colonorum vel alium casum fortuitum dictarum decimarum fructus minor an tur, quantitas annone 
suprascripte cum tribus solidis in termino et loco prsescriptis ipsi decano a monasterio eodem nichilo- 
minus totaliter persolvetur et monasterii Hersedehusensis tantum modo erit detrimentum. Verum si 
aliqua terra adiacens decimis supradictis nunc inculta de novo redigitur in posterum ad culturam, cuius 
decima ad ecclesiam Wellede pertineat, ilia decima non monasterio Hersedehusensi per prescripta pacta 
debet accrescere, sed iuri et ordinationi decani ecclesie nostre libera relinquetur. Datum anno Domini 
millesimo CC°. quadragesimo tercio. 
Das Siegel ist abgefallen. 

326. 

Bischof Bernhard IV. von Paderborn bestatigt das von den Edlen Bertold und Berlold, Bruderssohnen von 

Bur en, begriindete Cistercienser-Nonnenkloster Holthausen 2 J und erhalt da fur von dessen Abtissin das Ver- 

sprechen, in 4 Moslem ihres Ordens ausserhalb der Diocese Paderborn seine Familienmemorie zu stiffen. 

1243. — Berrseh. Bur en U. 6; Regest Msc. I. 242 b. S. 114; mit Auslassung einiger Zeugen gedruckt 

Schaten ad ann. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus quartus Dei gratia Paderbornensis epi- 
scopus omnibus hanc paginam inspicientibus utriusque vite salutem. Ne rerum gestarum memoria lapsu 
temporum evanescat, oportet, eas litterarum et subscriptione testium perhennari. Cum igitur nobiles de 
Buren Bertoldus et Bertoldus propter Deum et salutis sue remedium conventum Cisterciensium sororum 
adunare intenderent in oppido Buren, ut dicti nobiles consensum nostrum ad suum propositum inclina- 
rent, cum collaudatione uxorum suarum et heredum legitimorum ecclesias utriusque oppidi in Buren, 
capellam ante castrum in Buren, capellam in Holthosen prope Buren cum suis pertinentiis et aream, in 
qua cenobium situm est, in manus nostras publico resignarunt, que omnia ad intercessionem eorundem 
nobilium ita dicto cenobio in dominium et proprietatem contulimus, ut plebanus earundem ecclesiarum, 
dominus Thetmarus, temporibus vite sue in suis proventibus non molestetur, nee detrimentum aliquod 
patiatur. Post mortem vero dicti plebani abbatissa et conventus eligent personam ab episcopo Pader- 
bornense spirituali et temporali regimine investiendam, que et ab archidiacono loci curam recipiet ani- 
marum, servans per omnia obedientiam et subiectionem, que ante ab eisdem ecclesiis solebat Paderbor- 
nensi episcopo et sue ecclesie exhiberi sive in interdictis sive in sententiis contra cuiuslibet tyrranidem 



') Welda bei Warburg; W. davon im Fr. Waldeck Dehausen and Amenhausen. — ^ Bei Buren. 

28* 



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220 12 *& 

fideliter exequendis. In predicto etiam cenobio taliter a nobis fundato, homhribus, bonis, areis, agris, 
silvis, pratis et pascuis, viis et inviis, iam possessis et postmodum possidendis, sepe dicti nobiles et 
posteri eorum nullum ins aut dominium habebunt, sed erit cenobium liberum et ab omni servitute laicali 
absolutum secundum privilegia CiBtersiencinm et libertatem. Ut autem plene et lucrose caveretur indem- 
pnitati Paderbornensis ecclesie, dicti nobiles in restaurum aree claustralis, cuius dominium et proprieta- 
tern iam dicto cenobio contulimus, dederunt nobis et ecclesie nostre proprietatem trium mansorum in 
Wigmodebercb in parrochia Stenenhus ') et a nobis in feodo receperunt. Et ut hec nostra et ipsorum 
actio perpetuum robur obtineat, presentem paginam bulle nostre et scripture munivimus firmamento. 
Huius rei testes sunt: Conradus custos, Johannes scolasticus, Hermannus plebanus sancti Pancratii, Thet- 
marus plebanus in Buren, Albertus capellanus, Godescalcus presbyter. Laici: Georgius, Arnoldus de 
Silbike, Conradus de Andopen, Hermannus Danus, Bernhardus de Thelebrugge, Hildebrandus camerarius, 
Godefridus Puticlerus et alii quamplures. Preterea nos abbatissa et sepe dictum cenobium in Buren in 
nos recepimus, quod in aliis quatuor cenobiis extra diocesim Paderbornensem constitutis domino B. epi- 
scopo fundatori nostro plenam fraternitatem obtinebimus, in quibus annuatim sua, patris et matris, fra- 
trum et sororum ipsius sicut in cenobio nostro Buren agetur memoria in perpetuum. In cuius rei noti- 
tiam huic scripto sigillum nostrum fecimus apponi. Nos etiam Bertoldus et Bertoldus, filii duorum fra- 
trum, domini in Buren, quia hec omnia ad nostram supplicationem ordinata sunt, plene consentientes et 
subscribentes, presenti pagine sigilla nostra duximus apponenda. Acta sunt autem hec anno Domini 
M°.CC°.XLIII , pontificatus nostri anno XV. 

Von den vier uroprunglich angehangten Siegeln sind nor Brachstucke der beiden letzten, der derEdlen yon Buren, 
erhalten. 

327. 

* Graf Gottfried von Arnsberg bekundet, dass Abt Widekind von Bredelar die freien Erbgiiter seiner Mini- 
sterialen Erpo und Amelung von Ruden fiir 30 Mark gekauft habe. 1243. — Or. KL Dalheim U. 28; 

Abschr. Msc. I. 127. fol. 31. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Godefridus Dei gratia comes Arnesbergensis omnibus hoc 
scriptum visuris in perpetuum. Causas quascunque coram nobis legitime diffinitas scripto et sigillo tene- 
mur confirmare, et ne nubes oblivionis in vol vat, posterorum memorie commendare, precipue religiosorum, 
ut quietius Deo serviant, et ut laborum ipsorum consortes fieri mereamur, sicque mercedem eternam 
exinde consequamur. Noverit propterea presens etas et futura, quod duo fratres et coheredes videlicet 
Erpo 2 ) miles et Amelungus, ad hue non miles, dicti de Ruden ministeriales nostri bona quedam in villa 
Nuthlon habuerunt, quorum proprietas ex libera successione heredum suorum eos contingebat, sicut aput 
nos constituti publico fatebantur, et ea nostro tempore proprie et pacifice possederunt. De quibus do- 
roinum Wydekindum abbatem de Breydelar et suum conventum ordinis CyBterciensis convenerunt, cum 
eis hec bona pro situ suo contigua forent et commoda, ut si emere vellent, libenti animo consentirent, 
sicque eis ipsa bona que in villa predicta habebant cum omnibus attinentiis suis, videlicet agris cultis 
et incultis, silvis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus pro XXX marcis gravis monete vendide- 
runt, de qua pecunia, ne quid eorum liberis vel heredibus-in hac venditione deperiret, in signum restau- 
rationis alia bona aput Ruden sita a quodam Merbodone nomine comparaverunt. Quo facto utrique 
fratres Er. et A. Breydelar accedentes, presente abbate et conventu prefatoque Mer., eadem bona 



•) Steinhausen N. von Buren, wo ich Wigmodeberch aber nicht finden kann. — ^ Ein Erp de Ruden komml einmil 
al8 Lehnsmann des Grafen von Arnsberg vor, Seibertz U.*B. L 614, doch ifltee fraglich, ob dieser nicht spater gclebt 
hat. Amelung von Ruden wird im Register bei Seibertz III. 626 nicht erwahnt Vgl. unsere Note zu oben Nr. 312. 



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1243. 221 

conditione predicta domino Jhesu Ghristo et eius piissime genitrici ad altare sumnrom devote ohtu- 
lerunt, omni iure suo in eisdem bonis habito vel habendo sollempniter renuntiantes et iurisdictionem, 
quam in eis bonis habebant, monasterio totaliter assignantes. Hinc abbas et conventus eis et uxoribus 
eorum et heredibus tarn defunctis quam vivis fratemitatem concesserunt omniumque bonorum communio- 
nem, in quibus Domino famuiantur. Deinde eadem die predicti fratres Er. et A. cum nuntiis monasterii 
prefati Nuthlon venerunt, presente domino Conrado plebano ibidem et civibus warandiam eorundem bo- 
norum eis prestantes, omneque ius, quod in ipsis bonis habebant, monasterio iam dicto recognoverunt 
et iuditio civili stabilierunt. Postea Ruden coram iuditio et consulibus iterum omni iure suo in ipsis 
bonis habito una cum uxoribus eorum et liberis et heredibus publice cesserunt et unanimi consensu et 
voluntate monasterio prelibato bona eadem pro libero patrimonio contradiderunt, omnique iure seculari, 
uti moris est et ut id fieri decebat, confirmaverunt, recipientes tunc de statuta pecunia XIX marcas. 
Quibus habitis similiter coram nobis cum uxoribus et pueris et heredibus omni iure quod in bonis pre- 
dictis habebant unanimiter renuntiaverunt, commemorantes nobis, quod eis hec bona ex libera successione, 
sicut prediximus, pertinerent, eodemque iure proprietario ipsa bona cum omnibus attinentiis suis mona- 
sterio memorato contulerunt libere et quiete possidenda. Post hec abbas et conventus monasterii supra- 
dicti residuas XI marcas integraliter eisdem persolverunt presentibus in omni hac conventione etutraque 
pecunie solutione Conrado et Johanne fratre eius militibus de Brunwordichusen, Ernesto de Thuskena, 
Gerlaco magistro consulum de Ruden et consulibus universis ibidem, sententia iudiciali omni inposterum 
occasioni iuste contradictionis radicitus amputata. Ne quis igitur hoc contractum coram nobis rationa- 
biliter terminatum et abprobatum infringere presumat, presentem paginam contra cunctorum malignan- 
tium calumpnias Deo protegente perpetuo valituram sigilli nostri impressione confirmamus; nam monaste- 
rio prefato, cui plurimum favemus, in suo iure si neoessitas exegerit, deesse non possumus nee debemus. 
Huius rei testes sunt: Giselerus plebanus de Mescede, Heinricus noster notarius, Harderadus caupo '), 
Thetmarus iudex, Eyco, Godefridus et quos superius inseruimus et alii quamplures. Acta sunt hec a. gr. 
M°.C<XXLHI°, indictione prima. 

An leiaenen Schnuren hangt das Siegel des Grafen Gottfried von Arnaberg mit dem Adler'). 

328. 

* Zvoei Hofstatten zu Kemnade, ivelche bisher Hitler Gernand von Kemnade vom Able Hermann von Corvey 

zu Lehen getragen, erwirbt der Corveyer Monch Werno und lasst sie von Hermann dem Klaster Kemnade 

behufs Sti flung seiner Memorie Ubertragen. 12 AS Corvey. — Or* Kl. Kemnade U. 4; Absclir- 

Msc. L 139. p. 247. 

Hermannus Dei gracia Corbeiensis abbas, omnibus huius pagine inspectoribus notum esse cupimus, 
quod confrater noster dominus Werno comparavit a Gernando milite de Caminata et suis heredibus duas 
areas pro sex marcis, quas in eadem villa prefatus miles de nobis et nostra tenuit ecclesia. Nos vero 
predicti confratris nostri devotionem attendentes, maxime quia redditus predictarum arearum deputavit 
ad peragendum suum anniversarium in ecclesia Caminatensi, cum nobis a domino Gernando et suis here- 
dibus essent resignati, ad prefati confratris nostri desiderium eccleaie contulimtis memorate. Ne autem 
id aliquis sive prepositus loci sive alter aliquo modo infringere presumat, sub pena excommunicationis 
iuterdicimus et presentem paginam tarn ecclesie nostre quam nostri sigillorum appensione fecimus robo- 
rari in testimonium. Testes huius rei sunt: Albertus prior, Conradus prepositus, Johannes cellerarius, 
Strigerus portarius, Otto camerarius et totus Corbeiensis conventus. Laici: Otto comes de Eversten, 
Hermannus deNienkerken, Rabanusde Papenhem, Arnoldusde Porta, Hereboldus de Boffessen, Godefridus 



') Gastwirth oder graflicher Koch? — ?) Mangelhaft abgebildet bei Seibertz IL-B. Tafiel. I. Kr. 5. 



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222 12 * s - 

de Godelem, Everhardus de Brochusen, Albertus de Marpe, Bertrammus et Widelo fratres de Stamhem, 
Arnoldus de Haversvorde et alii plures. Datum Corbeie, anno Domini M°.CC°.XLIII feliciter. Amen. 
Yon den beiden Siegeln sind nor die blauweissen Schnure erhalten. 

329. 

* Der Bichter und die Rathmanner der Stadt Bielefeld bekunden die schiedsrichterliche Beilegung eines Streits 
zwischen dem Graflich Bavensbergschen Schluter Luder und dem Stift Schildesche iiber ein Gut , auf welches der 

Erstere auch im Freigericht Verziehi geleisiei hat. 1243. — Or. Stift Schildesche U. 14. 

Consules necnon universale oppidum Bileveldense omnibus banc paginam inspecturis salutem in vero 
salutari. Cum cause, que inter partes vertitur, consensu et approbatione parcium finis legitimus inpo- 
nitur, necesse est, ut sicut provida sanctorum patrum sanxit auctoritas, ne dolus vel fictio subintret, 
privilegiorum attestatione firmetur. Hinc est, quod scire volumus omnes Christi fideles, quod ecclesia 
Scildecensis ex una parte et Luderus claviger >) domini nostri comitis Lodevici tunc temporis cum cognatis 
et amicis suis ex altera ad nos accedere curarunt, rogantes affectuose, quatinus amicabilem composition 
nem inter ipsos per arbitros elaboratam super quodam predio Blaghenhaghen a ) , in quo ius proprietatis 
Luderus sibi usurpabat, et ecclesia Scildecensis e contra allegabat ipsam proprietatem predii per dona- 
tionem comitis Adolfi de Scovenburg et suorum heredum ad ipsam legitime devolutam, tandem hec con- 
troversia pro quadam summa pecunie 8 ) scilicet tribus marcis et fertone, quas dedit ecclesia Scildecensis 
Ludero, propter bonum pacis amicabiliter sopita est tali forma prescripta, quod Luderus, protestatus est 
in figura nostri iudicii omni actioni de proprietate iam dicti predii, si iusta sive iniusta fuerit, cum bona 
voluntate totaliter se renunciasse et ecclesiam Scildecensem in ipso predio ab ipso denuo non inquietan- 
dam. Protestatus est et aliud idem Luderus, quod in figura iudicii, quod vulgo vocatur vrigething des 
vrigengreven scilicet domini Bemhardi de Osede, si quid ius proprietatis habuit in sepedicto predio, secun- 
dum iuris exientiam (sic!) nuntiis ecclesie Scildecensis presentibus cum bona voluntate legitime resignavit. 
Ut igitur hec rata et inconvulsa permaneant, presentem paginam attestatione bulle 4 ) nostre confirmavi- 
mus. Datum Bilevelde anno verbi grade M°. CC°. XLIII. Testium nomina sunt hec: Timmo de Voswin- 
cele, frater ipsius Florencius, Henricus Top, Rolf Nagel, Bertrammus de Hedemen, Johannes Voleken 
hii milites; consules vero Henricus 5 ) iudex, Winandus faber, Olricus Spegt 8 ), Ratbertus antiquus iudex, 
Werno de Scildece, Hermannus prope puteum, Henricus de Lillo, Helbertus de Guterslo, Ludolfus Svaf, 
Henricus de Diddessen, Bernhardus Vunke, Wernherus, Gerhart Goperhollet et universitas civium. 
Das Siegel der Stadt Bielefeld ist abgefallen. 

330. 

* Das Paderborner Domcapitel constatirt das Gewohnheitsrecht, dass seine Archidiacone ihre Untergebenen zwr 

Domkirche citiren und dort ihr Urtheil miindUch oder schriftlich sprechen konnen. 1243 — 1275 y. — 

Or. Fr. Paderborn U. 158. 

H(einricus) prepositus, R(abodo) decanus et capitulum Paderbornense universis prelatis et ecclesia- 



Schluter. — *) „ Blankenhagen " nach einer neuern Ruckachrift, wohl die SW. von Bielefeld bei Gutersloh belegene 
Ortachaft dieses Nam ens. — *) Das Original bat per quandam surnmam — 4 ) Eigentbumlicher Auedruck fiir ein Stadt- 
siegel, der ebenso wie die gleicb folgende Wendung „im Jabr des Wortes der Gnade" und auch der gekunstelte 
Eingang beweisen, dass der Schreiber sich als ein Mann von gelebrter Bildung zeigen wollte. — 6 ) Yon hier an eine 
andere Hand. — *) Die Buchstaben gt sind auf dem Siegelriemen gescbrieben; ein Beweis, dass die Besiegelung schon 
stattgefunden hatte, als die Namen der Rathmanner von anderer Hand binzugefugt wurden. — 7 ) In diesen Jahren 
kommt der Dompropst Heinricb vor. 



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1244. 223 

mm rectoribus diocesis Paderbornensis utriusque vite salutem. Ne racionabiles ecclesie nostre consuetu- 
dines et instituta per sollerciam predecessorum nostrorum in scriptis memorie commendata, que scripti 
protestatur pagina, inficiari valeat mens incognita, vobis singulis et universis quosdam articulos, quibus, 
quia minime advertuntur, libertati et consuetudini nostre nonnunquam contrariatur ecclesie, duximus ad 
memoriam revocandos, ut illis iterum et iterum perspectis et repetitis hesitancium cesset dubietas et 
contrariancium perversitas sopiatur. Inoliti siquidem iuris est et a tempore cuius non est memoria con- 
suetum ac exstitit approbatum et hactenus observatum, ut archidiaconi ecclesie nostre suos subditos ad 
nostram ecclesiam citare possint, si voluerint, Farburne et ut iidem subditi sententias ab arcbidiaconis 
sive personaliter sive litteratorie vel per nuncios, quibus dicti archidiaconi vices suas commiserint, latas 
exequi plenaliter non dedicant. Hanc ecclesie nostre consuetudinem auctoritate venerabilis patris et do- 
mini nostri episcopi necnon propria sub vera obediencia precipimus et volumus ab omnibus observari. 
Das Siegel ist abgerissen. 

SSI. 

Bischof Bcrnhard IV. von Paderborn iibertragt dem Graf en Ludwig von Ravensberg die Vogtei 1 ) iiber das 

Slifi Schildesche. 1244 Januar 10. — Neuere Abschr. a) Stift Schildesche U. 15. fij Use. VII. 3117. 111. 

Fol. 55; gedr. Lamey Gr. von Ravensberg C. D. S. 31. 

Bernhardus Dei gratia Paderburnensis episcopus omnibus hanc litteram inspecturis eternam in Do- 
mino salutem. Presentibus confitemur quod nos nobili viro socero nostro comiti Ludewico de Ravensberg 
advocatiam ecclesie Schildecensis, communicato ecclesie nostre consilio, iure nostro et ecclesie Schildecensis 
contulimus. Insuper recognoscimus ei omnia bona que a nobis et ecclesia nostra iure possidet feodali. 
Datum anno Domini M .CC°.XLIIII , in dominica qua cantatur: In excelso throno 2 ), pontificatus nostri 
anno decimo septimo. 

332. 

* Bischof Bernkard IV. iibertragt dem Stifte Busdorf das Eigenthumsrecht an einem von dem landesherr- 

lichen Kammerer gekauften Lehnsgute mit dem Echtworte und einem aus der Mark Elsen ausgesonderten, den 

Markgenossen aber noch zinspflichtigen Stiicke Landes. 1244 Februar 22. — Abschr. Msc. I. 121. 

fol. 16; I. 123. fol. 11'. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis epi- 
scopus . . . Noscant igitur presentes et posteri, quod cum dominus Symon apostolorum Petri et Andree 
in Paderbumen prepoBitus et suum capitulum a Henrico milite camerario nostro prediumquoddam, quod 
dicitur minor domus in Stidene, precedente empcionis titulo comparassent, idem Henricus camerarius 
noster cum uxore et legitimis heredibus suis eandem domum et viginti iugera eidem domui pertinentia 
et quoddam ius, quod habet in marcha Elsen 8 ), quod vulgariter dicitur echtwort, cum aliis pertinentiis, 
quas de nobis tenebant, in manus nostras pub lice resignavit. Habet enim eadem domus alia duodecim 
iugera quasi communitate disiuncta, que dicuntur markelant, de quibus markenotis in Elsen antiqua 
pensio exsolvitur. Nos vero predictam domum et omnia eiusdem domus iura ad nos pertinentia cum 
assensu ecclesie nostre capitulo apostolorum Petri et Andree in Paderbumen in dominium et propietatem 
pleno iure contulimus imperpetuum possidendum . . . Affuerunt preterea, cum fieret donacio hec, Her- 



») Vgl. unsere Bemerkung zu oben Nr. 310. — *) D. i. der nachste Sonntag nach dem Tage der h. drei Konige. — 
s ) NW. von der Stadt Paderborn; Stidene wohl in der Kahe. 



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224 1244h 

mannus earner anus, Volbertus de Elsen, Conradus custos, Bruno deBorie et magister Mauricius canoaid; 
Albertus et Godescalcus presbiteri; laici vero: Georgius, Johannes Stapel, Wernerua Stapel, Wemerus 
de Wevere milites et alii quamplures. Acta sunt autem hec a. D. M°.CC°.XLIUI , in cathedra beati 
Petri, pontificates nostri anno XVL 

333. 

* Bisehof Bernhard IV. bekundet, doss Conrad und Siffried von Dalheim auf die on den Propst Simon 
von Busdorf verkauflen Giiter in Dalheim vor ihm Verzichi geleistet haben. Zeugen: Bertoldus de Brakel, 
Georgius, Johannes Stapel, Wemerus Stapel et Wemerus de We were, Henricus camerarius milites. 1244 
in cathedra B. Petri (Febr. 22.), pontificatua nostri anno quintodecimo. — Or. Stift Busdorf U. 21a; 
Abschr. Msc. I. 121. fol. 6. I. 123. foL 5'; eine altere Copie KL Dalheim U. 30. 

334. 

Die verwittwete Grafin Alheithis von Ratzeburg schenkl ihrer Tochter, der Grdfiti AUxeithis von Ravensberg, 
eine Zahl von Gittern und ihren Besitz in den Ostlandem. 1244 Mai 6. Hoya. — Or. Gr. Ravensberg 

U. 3; gedr. Lamey Gr. Ravensberg C. D. S. 33. 

In nomine Domini. Amen. Alheithis Dei gracia dicta cometissa de Raceburgh omnibus hoc script™ 
inspecturis salutem in dominorum Domino Jhesu Christo. Ut alta legitima in suo valeant vigore persi- 
stere, necesse est, ea litterarum ac testium robore solidari. Hinc est, quod ego prenominata Alheithis 
maritali iam dudum auxiiio viduata presenti scripto protestor bona mea temporalia, que actenug iure 
proprietatis possedi, dilecte filie mee Alheithi cometisse de Ravensberch libere et integraliter materno 
affectu contuli iure proprietatis in perpetuum possidenda, quarum nomina pro parte subdistinguo: curia 
Oldenthorpe, curia Thedekessen, due curie Bennenhusen, proprietatem Henethen cum curia Dunchem, 
Hottenhem et Stemme. Quicquid etiam proprietatis in partibus orientalibus possedi, similiter superaddo. 
Testium vero nomina, in quorum presencia hec facta sunt, hec sunt: comes Hinricus de Hoya, Hinricus 
et Ludolfus fratres de Brochuson, dominus Vulverus de Rhethen; reliquorum militum nomina sunt hec: 
Gerhart de Quernhem, Lutbertus de Thehem, Gerhart de Rubo, Reinbert de Mothehorst, Rolf dictus 
Clavus, Reinhart gogravius, Gerebort pincerna, Brun de Kelinchusen, Jacob de Nemore, Segebant, Arnolt 
Korlehake, Thideric Klenkoc, Rodolfus, Guntherus et duo filii sui, Bernhard et alii plures. Ut igitur 
omnis malignatio seu invidiosa supplantatio futurorum penitus excludatur, presentem cedulam sigilh mei 
munimine duxi roborandam. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°.XLIIII die Johannis ante portam lati- 
nam loco Hoya. 

Das Siegel stellt eine Frauengestalt in ganzer Fignr dar. Die Armel, lang herabbangend, Bind nrit Peh gefuttert, 
der Kopf mit einer Mutze, in der Rechten eine Blume. Die Umachrift lsntet: SIGILLUM COMETISSE ADEL- 
HEIDIS DE RACESBURCH. 

335. 

* Erzbischof Siegfried von Mainz befreit die Giiter des Klosters Bardehau&en, die in seiner Diocese Kegen, 
von alien Diensten und Abgaben. 1244 Juni 4. Fritzlar. — Or. Kl. Bardehausen U. 53; Abschr. 

Msc. VII. 4509 S. 2. 

Sifridus Dei gracia sancte Maguntine sedis archyepiscopus dilectis in Christo abbati et conventui in 
Hyrsewidehusen Cisterciensis ordinis Patherbumensis dyocesis salutem in eo, qui est omnium vera salus. 



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1244. 225 

Pro eo, quod vos et fratres vestros iugiter in fervore spiritus et multa sollicitudine Domino servientes 
faciamus in quantum possumus ad orandum pro nobis et nostris successoribus debitores et ad hoc opus 
magis expedites, vobis et monasterio vestro de speciali favore concedimus per presentee, ut de posses- 
sionibus vestris ac bonis, que in dyocesi nostra vel alias a nobis et nostra ecclesia derivata in Fritslaria, 
in Geysmaria, in Eelice, in Wartberge, in Asekendorp, in Suitberg et in Westhem ac in aliis opidis 
nostris, locis et villis, in domibus, areis, ortis, agris, pratis, pascuis, molendinis, aquis et silvis ac aliis 
rebus mobilibus seu immobilibus possidetis vel alio quocunque iusto tytulo aequirere seu comparare po- 
teritis in futurum, tamquam de bonis oranino liberis et exemptis, ad nuilas precarias exactiones aut alia 
quevis servicia vos seu vestri coloni, dummodo non sint nostri proprii, teneamini nobis, officiatis nostris 
aut aliis umquam in posterura respondere. Dignum enim utique iudicamus, ut ea, que divinis fuerint 
mancipata serviciis, a laycalibus et importunis omnimodis releventur, nisi forsan aliquibus ex ipsis per 
vos in posterum acquirendis esset special e tributum census aut certum onus inpositum, non de mala con- 
suetudine usucaptum, de hiis nequaquam ecclesia Maguntina sine causa carere deberet aut posset. Indul- 
gence insuper vobis et monasterio vestro predicto, quod oranes nostri archyepiscopatus utriusque sexus 
homines libere possint vobis omni tempore bona sua, possessiones et quaslibet res mobiles seu immobiles, 
que iuste conferri possunt aut distrahi, dare, vendere vel legare et vos eadem possitis auctoritate nostra 
recipere et sine contradictione cuiuslibet licite possidere' virique ad monasterium vestrum conversionis 
gracia pertransire, hominibus nostris nobis pleno iure pertinentibus et bonis ipsorum exceptis. Ut autem 
hec nostra concessio permaneat inconvulsa et perpetue robur obtineat firmitatis, presentem paginam con- 
scribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Huius rei testes sunt: Gonradus maior decanus Ma- 
guntinus, Burchardus Fritslariensis prepositus, Ekehardus decanus in Ameneburg, Conradus et Bichardus 
notarii nostri et alii quamplures. DatumFritslarie anno gracie M°.CC .XLHH , II nonas Junii. pontificatus 
nostri anno quarto decimo. 
Das Siegel ist abgefailen. 

336. 

Graf Ludwiy von Ravensberg schenkt dem Stift Schildesche das ihm gehorige Zehntrecht uber den Wold 

Sutholt, den das Stift urbar gemacht, und verspricht demselben «& Vogt Schutz und Unterstiitzung mit Bath 

und That. 1244 'October 11. — Abschr. Stifl Schildesche U. 1€; gedr. Lamey Gr. von Ravensberg. 

C. D. S. 34. 

Ludovicus Dei gratia comes in Ravensberg omnibus in perpetuum. Noveritis, quod nos ad petitio- 
xiem decane, custodisse totiusque conventus ecclesie Scildezensis decimam sylve quondam Sutholt ') vo- 
cate, nunc autem iussu dictarum dominarum succise et eradicate et in agros redacte, que nobis de iure 
pertinebat, dicte ecclesie ad usus dominarum et suarum augmentum prebendularum ita liberaliter et pre- 
cise concedimus, quod omni iuri plane renunciavimus, quod in dicta decima habere videbamur. Ceterum 
autem, quia dicto conventui ratione advocatie nostre in fidelitate et in patrocinio prestandb sumus obli- 
gate fiduciam de nobis habere debent et securitatem, quod in omnibus causis, quibus indebite gravantur, 
ad nos confugientes consilium nostrum et auxilium prout nostre possibilitatis fuerit percipiant et ipsarum 
incommoda defendere tenemur tanquam nostra Et ne dicte decime collatio a nobis vel aliquo heredum 
nostrorum possit revocari per calumniam, presentem ipsis litteram cum appensione nostri sigilli duximus 
indulgendam. Testes ex parte nostri: Eggehardus dapifer, Lutbertus de Thehem, Temo, Florentius fra- 
tres de Vo8Winkele, Henricus Top, Rodolphus Nagel; Tm . . . plebanus in Bile veld, Hermannus iudex, 
Jacobus Ell ... , HiUebrandus, Henricus de Winktorp, Ludolphus omnes a Bileveld. Ex parte conven- 



>) Im Suden yon Schildesche liegt noch jetzt ein Sudbrak. 

Weitt Urk--Buch- IV. 29 



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226 1244. 

tus Bruno, Christianus, Arnoldus, Bernardus, Christianas canonici. Actum anno Domini M°.CC°.XLIIII* 
V. Idus Octobris. 

337. 

Die Dcchantin und der Convent von Schildesche genehmigen in Anerkennung des ihnen vom Grafen Ludwig 

von Ravensberg verliehcnen Zehntrechts, den von diesem mit ihrem Propste geschlossenen Tauschverlrag und 

verzeihen das von dem Grafen Hermann von Ravensberg , seinen Sohnen und den Biirgern von Bielefeld ihnen 

etwa angethane Unrecht. 1244 October 11. — Or. Grfsch. Ravensberg U. 4. Abschr. Stift Schildesche 

U. 17., gedruckt Lamey Gr. von Ravensberg. C. D. S. 34. 

Cristina decana, Reinsvindis custodissa totusque conventus dominarum in Scildezge omnibus in per- 
petuum. Noverint universi, quod cum silvulam nostram, que dicebatur Sutholt, extirpari quondam et 
eradicari faceremus et ipsius fundum in agros colendos redigi, nobilis vir dominus Lodowicus illustris 
comes de Ravensberg et ecclesie nostre advocatus divine remunerationis et humilium precum nostraram 
intuitu, eorundem agrorum decimam, que ipsi de iure pertinebat, ita liberaliter nobis contulit et precise, 
quod omni iuri renunciavit quod in eadem habere videbatur. Cuius beneficii perceptionem gratulantes et 
prefati comitis patrocinium in futuro de ratione sperantes, nos modis omnibus gratie sue tarn in comma- 
nicandis orationibus quam in obsequiis exhibendis studuimus applicare. Principaliter autem et specialiter 
ratam et gratam habemus commutationem bonorum, quam fecit venerabilis dominus noster Henricus pre- 
positus Scildecensis dicto comiti assignando curiam Limberg l ) nomine ecclesie nostre cum quibusdam 
novalibus adiacentibus, et monte sancti Johannis 2 ) et recepta ab ipso ad manus ecclesie curte Threvere. 
quam commutationem hactenus licet a nobis dissimulatam nee approbatam, tamen nunc de communi con- 
sensu omnium et de bona voluntate singularum idem factum favorabiliter approbamus in toto et in parte, 
ratum et inconvulsum servare volentes per omnia sicut in ipsorum dominorum instrumentis super prefata 
commutatione conditis est expressum. Preterea ut omnis scrupulus et omnis causa livoris amputetnr 
utrobique, si quid molestie, si quid gravaminis a venerabili quondam patre domino H(ermanno) seuafra- 
tribus dicti comitis nobis vel ecclesie nostre est illatum seu etiam a civibus in Bieleveld, omnibus tarn 
vivis quam defunctis sincero corde non solum ignoscimus, imo orationum nostrarum et omnium, que apod 
nos ad laudem Christi fiunt, communionem ex divina gratia indulgemus. Et ne hec per successum tern- 
poris in oblivionem veniant vel per calumpniam retractari possint, presentem cedulam geste rei seriem 
continentem sigillo ecclesie nostre iussimus roborari. Testes huius rei: Bruno, Arnoldus, Bernhardt 
Cristianus, Cristianus canonici Scildecensis; Sifridus villicus de Jerinctorp, Arnoldus de Oldenscilde(ce), 
P^ngelbertus de Nuhus, Thetmarus de Halle, ministeriales ecclesie. Ex parte comitis: Eggehardus dapifer, 
Lutbertus de Thehem, Temo, Florentius fratres de Voswinkele, Henricus Top, Rodolfus milites; Herman- 
nus iudex, Henricus de Winktorp, Ratbertus, Ludolfus, Hillebrandus cives in Bileveld et alii quamplures. 
Acta sunt hec anno gratie M°. CC .XLIHI°, V. Idus Octobris. 

Das beiliegende Siegel stellt den h. Johann in ganzer Figur mit einem Heiligenscheine dar, in der Linken einen 

Palmenzweig, in der rechten eine runde Scheibe, worin das Lamm mit der Siegesfahne. Die Umschrift lautet: 

SIGILLUM SCI JOHANNI8 BAPTISTE IN SCILDESZE. 



S. von Oldendorf im Kr. Lubbeke. Dieser Ort hat dem Ravensbergischen Amte Limberg den Nam en gegeben. fyl 
Busching VI. 109. 110. — ''Jlch kann nicht feststellen, ob dieser Berg bei Limberg lag, oder ob hier der Jobannis- 
berg bei Bielefeld gemeint ist, anf den sich auch die Urkunde des Stifts Schildesche, oben Nr. 218, bezieht. I>i0 
Vorgeschichte der hier bekundeten Yerhandlungen betrifift die oben unter Kr. 310 gegebene Urkunde des Propstes 
Heinrich vom Jahre 1241. 



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1244. 227 

338. 

* Abt Bennann von Corvey verkauft an das seinem Kloster incorporirte Frauenslift Schaken das Kloster amt 

Imminghausen fur 360 Mark. 1244. — Fragment s. XV. eines Schaken schen Copiars l J Frst. Corvey 

U. 93; Abschr. Msc. I. 245. p. 374. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Hermannus Dei gracia Corbeiensis abbas totusque ecclesie 
eiusdem conventus omnibus huius pagine inspectoribus. Ne ilia que geruntur in tempore labantur cum 
tempore, consuevit ea prudenter industria scripture testimonio perhennari. Notum igitur esse cupimus, 
quod cum cenobium ancillarum Christi in Schaken sub regimine nostro et in proprietate ecclesie nostre 
esset constructum 2 ) , nos debita sollicitudine precavere cupientes ne in posterum ad tantam perveniat 
inopiam, quod sorores ibidem Deo servientes non possent sustentari, de communi consensu tam conventus 
quam ministerialium ecclesie nostre officium in Imickhusen 8 ) cum agris, silvis, pascuis, litonibus et omni 
pro ven tu, absque deciina 4 ), sicut nostra possidet ecclesia integraliter relinquentes (vendidimus) ecclesie 
Scakensi perpetualiter possidendum, recipientes tamen priusab eadem ecclesia trecentas et sexaginta marcas 
gravis monete. Ut autem hoc stabile et inconvulsum permaneat, presentem paginam tam ecclesie nostre, 
quam nostri sigillorum appensione fecimus roborari. Testes huius rei sunt: Albertus prior, Conradus pre- 
positus, Otto prepositus Kaminatensis, Dethmarus prepositus de Novali, Johannes cellerarius, Hinricus came- 
rarius, Strigerus portarius, et totus Corbeiensis conventus; laici vero: Bertoldus marschalkus, Steffanus 
pincerna, Conradus dapifer, Johannes came rarius, Hermannus de Nigenkerke, Bemhardus etElgarus fra- 
tres de Dallewich, Arnoldus de Porta, Everhardus de Brockhusen, Herboldus de Boffessen, Godefridus 
de Godelmen, Arnoldus de Haversvorde, Alexander de Gundelsem et alii plures. Acta sunt hec anno 
Domini M°.CC .XLIHI°, prelacionis vero nostre anno XXI. 

339. 

* Der Edle Conrad von Schoneberg b ) iibertragt das Eigenthum eines von ihm lehnriihrigen Guts dem Kloster 

Hardehausen, welches dies von seinem Vasallen angekauft hatte. 1244. — Or. Kl. Hardehausen U. 52. 

In nomine Patris et Filii et Spiritus sancti. Conradus quondam Bertoldi filius de Sconenberg uni- 
versitati Christi fidelium notum facimus, quod Hermannus miles, quondam Rotcheri filius de Geismaria, 
vendidit fratribus monasterii Hersvithehusen duos agros predii nostri, qui vulgo dicuntur duo morgen, 
quos idem Hermannus miles a nobis iure tenuit pheodali, qui agri in marca Asekendorp •) in longum 
iacent extensi sub uno tractu iuxta pratum predictorum claustralium ad aquilonem. Ad honorem igitur 
Jhesu Christi et matris sue dulcissime, pro peccatis nostris et heredum nostrorum predictorum, agrorum 
proprietatem, predictis heredibus nostris consentientibus , supra dicto monasterio Hersvithehusen sine retra- 
ctione qualibet conferimus, conferimus in eternum. Ut autem hec rata permaneant et a posteris illibata, 



») Ein anderes, Msc. I. 177 verzeichnet, aus dem Erhard noch die Urkunden C. 546 und 575 publicirte, habe ich bei 
meinem Amtsantritt nicht mehr vorgefunden. — *) Diese Thatsache war aus jenen zwei erwahnten Urkunden, die 
fiber die al teste Geschichte des ursprunglich zu Goddelsheim gegriindeten, dann nach Schaken verlegten Stifts vor- 
handen sind, nicht zvl entnehmen. — , ) Imminghausen zwischen Goddelsheim und Schaken im Frst. Waldeck. Dies 
Gut gehorte zum altesten Besitz Corvey's und ruhrte von Ida, der zweiten Gemahlin des GrafenEsic, her. Vgl. meine 
Kaiserurk. I. 58 — 61. — *) Im Copiar folgt noch „auri", was dessen Verfasser nur verlesen haben kann. — *) Zwi- 
schen Hofgeismar und Humme. Conrad wird schon oben Nr. 277 erwahnt. — •) Eine neuere Rtickschrift: Aschendorp. 
Es wird wohl in der Kahe von Schoneberg gelegen haben, lasst sich auf Karten aber nicht constatiren. Der Aus- 
druck: marca Asekendorp klingt sehr antik; doch erwahnt die neue Ausgabe von Fdrstemann's Ortsnamen S. 96. 129 
diesen hessischen Ort nicht. Ygl. die Uardehauser Urkunde 57 vom Jahre 1246 Nr. 876. 

29* 



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228 1245. 

presentem paginam donationis nostre ordinem continentem sigilli nostri munimine confirmamus. Hnins 
geste rei testes sunt: dominus Johannes dapifer noster, Bertoldus, Hildebrandus, Sigehard fratres de 
Theslen, Bruno de Dwergen milites et castellani nostri et plures alii. Acta sunt hec anno dominice 
incarnationis M°.CC°.XLIIII , indictione I. 
Das Siegel ist verloren. 

340. 

* Der Bitter Hermann von Brake! nimml im Auftrage der Abtissin von Neuenheerse in Bezug auf gewisse 
von einem ihrer Lehnsleute dem Kloster Hardehausen verkaufte Gilter die Besignation von dessen Frau und 

Sohnen in Brakel enlgegen. 0. J. (1244 — 1248 l JJ. — Or. Kl. Hardehausen U. 8. 

Ego Hennannus miles ac dominus de Brakel omnibus fidelibus hanc litteram inspecturis salutem in 
Domino. Protestor ac tenore presentium confiteor, quod dominus abbas de Hersyidehusen ex parte sue 
ecclesie emit duos mansos a Friderico de Ystinctorp in eadem villa 2 ) sitos cum omnibus attinenciis suis 
pro viginti sex marcis gravium' denariorum, quos predictus Fridericus et frater anus Bruningus resigna- 
verunt ad roanus domine abbatisse de Herisia de qua tenuerunt feodali iure. Igitur idem Fridericus a 
predicta domina abbatissa rogavit quam intime, quoniam uxor sua oppressa fuit magna debilitate ac pueri 
sui ita essent parvuli, ut sine magno grayamine pro resignatione predictorum mansorum ad presenti&m 
domine abbatisse non possent pervenire, unde constituit me predicta abbatissa vicem suam gerere ac 
resignationem predictorum heredum videlicet uxoris et omnium puerorum suorum ad manus domine ab- 
batisse in oppido Brakele recipere ac verbis et promissis statuerunt ita firmum ac stabile, quatious in 
presentia domine abbatisse omnia confirmata fuissent. Hoc factum ita sollempniter conpletum duxi sigilli 
nostri munimine roboratum (sic!). Huius rei testes sunt: Eggelhardus de Stenhem, Burchardus deHerste, 
Fridericus deYmmessen milites; Ernestus de Modekeressen, Hennannus de Megersen, Macharius burgenses. 
Das Siegel ist abgefallen. 

341. 

* B. Bernltard IV. besfatigt dem Kloster Gerden das Becht, die Pfarrer der dortigen Kir die ein- und ai-u- 

setzen. 1245 Januar 7. — Neuere Abschr. Fr. Paderborn U. 163, Begest Msc. VI. 224. S. 47. 

Bernardus Dei gratia episcopus Paderbornensis preposito, priori, priorisse et conventui cenobii in 
Gerdene eternam in Domino salutem. Yolentes et cupientes, quantum secundum Deum et iusticiam pos- 
sumus, quamlibet ecclesiam et precipue cenobia nostre diocesis in iure suo conservare, mandamus vobis 
et omnibus modis volumus, quod secundum privilegia et ordinationem predecessorum nostrorum de ecclesia 
parochiali in Gerdene ordinetis et faciatis, in ea per priorem vestrum ad utilitatem ipsius cenobii sacer- 
dotem instituentes et pro tempore, si necesse fuerit, et utilitas ipsius cenobii requisierit removentes, qui 
de communionibus, victualibus et expensis dicti cenobii sustentetur et remuneretur, ita quod nullum 
penitus ex hoc ius in dictam ecclesiam parochialem consequatur, sed in iure patronatus, dono altaris et 
investitura et in omnibus suis pertinentiis dicta ecclesia parochialis ad predictum cenobium pleno iure 
pertineat, prout in privilegiis et scriptis authenticis super hoc confectis plenius continetur. Datum anno 
Domini M°.CC°.XLV° in crastino epiphanie, pontificatus nostri anno dechno octavo. 



") In welchen Jahren sich Hermann von Brakel erwahnt findet. Zeitschr. XXVIII. 223 n. Seibertz I. 249. — *) Nacli dem 
Inhalte der Urkunde muss diese in der Nahe von Brakel gelegen haben. Unzweifelhaft ist Ystinctorp daber htrup 
W. von Brakel. 



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1245. 229 



342. 



* Bernard IV., Bisehof von Paderborn, bestdtigt, dass Benedict von Rotwardessen nebst alien semen Erben, 
namlich: Allieid seiner Gemahlin, Mathias und Tegenhard seinen Sohnen, Bildeware und Alheid seinen Tbch- 
tern und Bildegund der Mutter seiner genannten Gemahlin, zum Voi*theil des Jordan, Abts des Klosters St. 
Pauli 1 ) in Paderborn, im Namen des Klosters Gerden , auf alle von ihnen gemachten Anspriiche an die GUter zu 
Luthardessen und Rothwardessen % ) verzichtet. Biirgen hierfur sind: die Bitter Erpo und Hermann von Ethe- 
lersen tribuni B J, Apollonius von Brakel, und Hermann von Siddessen. Zeugen sind: Ludolph dapifer, Georg, 
AVeraer Stapel, Henri cli camerarius, Apollonius de Brakel, Hermann de Sidessen, Regenbodo de Isinc- 
torp, Conrad de Eisnen, Conrad de Wartberg milites; Hermann de Osede, Bertold, Conrad de Ahus, 
H. prep., R. decanus, Volradus, Volbertus, H. camerarius, V. cantor, B. de Borge, R. decanus S. Petri, 
Rodolfus prep, in Gerden. MCCXLV octavo Idus Februarii (Februar 6. J, pontificatus sui 17. — Regesten 
Msc. VL 224 S. 48. aus dem Copiar. fol. 21. C. 15, und Msc. 1. 242 b. p. 34. 

343. 

* Erzbischof Conrad von Coin beaufiragt einen Herforder Canonicus, alle von dem Bisehof (Bernhard / V.J 

von Paderborn gegen die Abtissin 4 J von Her ford erlassenen Sentenzen fur null und nichtig zu erklaren, da 

sie ihr Stift von ihm, dem Erzbischofe, als dessen Vertheidiger undSchirmherrn & J, (zu LehenJ empfange. 

1245 April 3. Coin. — Abschr. Msc. Vll. 3301a. S. 34. 

C. Dei gracia sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopus sacri imperii per Ytaliam archicancellarius 
dilecto in Christo Ludgero canonico Hervordensi salutem in Domino. Cum dilecta in Christo abbatissa 
Hervordensis ecclesie a nobis suam recipiat abbaciam et sic, tarn racione privilegiorum Romanorum pon- 
tificum (quam) et imperatorum, dictam abbatissam et eius ecclesiam in suis defensare iuribus teneamur auctori- 
tate non solum ordinaria, verum eciam apostolica, cum simus dati a domino papa conservatores 
ipsi abbatisse, nosque auctoritatemandatiapostolicinupermonuerimus venerabilem fratrem nostrum epis- 
copum Paderbornen8em, ne contra indulta privilegiorum predictorum dictam molestare presumeret abbatis- 
sam, ipse vero, ut intelleximus, mandatis nostris ymmo apostolicis minime parens quasdam sententias in 
ipsam et clericos suos per executores et quosdam alios ab ipso datos fecerit promulgari, discrecioni tue 
mandamus, quatenus huiusmodi sententias nullas denuncies, quamcumque ab ipsa abbatissa fueris requi- 
situs. Nos enim definimus, earn aut eius clericos huiusmodi sententiis non ligari, cum fuerint contra 
iuris ordinem promulgate. Datum Colonie anno Domini M°.CC°.XLV°, feria II. post dominicam Judica. 

344. 

* Das Kloster Gerden verkauft dem Kloster Gokirchen in der Stadt Paderborn ein Gut fur 29 Mark. 1245 
Mai 26. 1m Kloster Gokirchen. — Or. Kl. Gokirchen U. 10; Regest Msc. L 242 b. S. 59. 

Adholphus prior, Jutta priorissa et conventus ecclesie in Gerdene tarn presentibus quam futuris, ad 
quorum noticiam hoc scriptum pervenerit .... publice et solempniter confitemur, quod cum bona in 



Abdinghof. — *) Nicht zu constatiren. — ") Gografen. Siehe Additamenta S. 135. — *) Ida. Vgl. unsere Bemerkung 
zur Herforder Urkunde aus d. J. 1238—1238 oben Nr. 226. — 4 ) Der Erzbischof von Coin war gegen Ende des 12. 
Jahrhunderts in Bezug auf Herford der Nachfolger des Abts yon Corvey geworden. Mitdem, was ich hieruber Kaiser- 
urkunden 1.303. 311 gesagt liabe, ist noch ein Aufsatz von mir in der Zeitschrift XXXII. S. Ill zu vergleichen , wo 
ich nachgewiesen , dass Kaiser Friedrich I. an den Colnischen Erzbischof Philipp von Heinsberg die Reichsabteien 
Herford und Vreden gegen Saalfeld ausgetauscht hat, welche beide, trotzdem der Tauschvertrag spater zweimal 



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230 12 * 5 - 

Burch cum pertinenciis suis sita prope Novam Domum >) domini Paderburnensis episcopi, ut meliora 
prospiceremus, vendere proponeremus, prenominata bona in Burch cum tribus mansis, pascuis, pratis, 
aquis, viis et in viis ac omnibus eorum pertinenciis ecclesie nostre in Gerdene iure proprietatis et dominii 
pertinentibus, Mabilie abbatisse et conventui grisei ordinis 2 ) sancti Olrici in Paderburne, venerabilis patris 
et domini Bernardi quarti Paderburnensis episcopi et Jordanis abbatis sancti Pauli Paderburnensis, cuius 
cure et regimini et custodie nos subiecimus, accedente consensu, vendidimus, viginti novem marcis, duo- 
decim solidis pro marca qualibet conputatis, bonorum et legalium in civitate Paderburnensi nobis pro 
precio numeratis, quam summam pecunie nos confitemur a dominabus prescripti conventus simul et in- 
tegre plenarie recepisse. Consensimus etiam ac a venerabili patre ac domino nostro episcopo prescripto 
impetravimus, ut predicto conventui bona suprascripta nomine nostro, tradat ac in possessionem mittat 
ac defendat inductum, et nos et ecclesia nostra eorumdem bonorum prenominato conventui warandiam 
debitam prestare satagemus. Acta sunt hec Paderburne in claustro prescriptarum dominarum grisei ordi- 
nis sancti Olrici Paderburnensis ab Adholpho priore nostro qui a nobis et ecclesia nostra super huius- 
modi venditione plenum ac speciale mandatum habuit, presentibus Arnoldo sancti Pauli thesaurario, Con- 
rado thesaurario, magistro Johanne de Scildesche maioris ecclesie canonicis, Regenardo decano, Hilde- 
boldo scolastico sanctorum apostolorum Petri et Andree canonicis; laicis: Johanne Stapel, Amelungo 
comite, miiitibus, Ysero, Walberto buriensibus 8 ) civitatis Paderburnensis et aliis quampluribus. A. D. 
millesimo ducentesimo quadragesimo quinto, septimo Kalendas Junii indictione tercia. Nos Jordanis abbas 
sancti Pauli Paderburnensis, quia prescripta venditio nobis mediantibus et consentientibus facta fuit, hanc 
paginam etiam nostri apposicione sigilli roboramus. 

Die Siegel dee Abts Jordan von Abdinghof und des Klosters Gerden haben gelitten 4 ). 

345. 

* Bischof Bernhard IV. iibertragt, nach Resignation Beinrichs von Bolt hem, das Gut Burg dem Klo$t# 
Gokirchen. 1245 Mai 26. — Neuere Abschrift Kl. Gokirchen U. 10 a; Regest Msc. I. 242b. S. 59. 

Bernardu8 quartus Dei gratia Paderbornensis episcopus . . . notum esse cupimus, quod nospredium 
in Burg, quod ex resignatione conventus in Gerdene nobis vacabat, preposito et conventui S. Ulrici in 
Paderborne pleno iure contulimus in proprietate et dominio perpetuo possidendum. Ad tollendam autem 
cuiuslibet calumnie pravitatem Heinricus de Holthem, quicquid in eodem predio iuris habuit vel habere 
videbatur, publice in manus nostras in multorum presentia resignavit. Ne vero nostra donatio ab aliquo 
imposterum valeat retractari, memorato ccenobio super hoc presentem paginam dedimus bulle nostre testi- 
monio communitam. Huius rei testes sunt: Hermannus camerarius, Regenhardus S. Petri decanus, Yolc- 
marus canonicus eiusdem, Symon, Albertus presbyteri; laici vero Herbordus pincerna, Ludolfus de He- 
risia dapifer, Henricus camerarius, Georgius, Florinus de Wresenhosen, Regenbodo de Ystingthorp et alii 
quamplure8. Acta sunt hec a. D. M°.CC°.XLV°, pontificatus nostri anno XVII in crastino ascensionis. 



widerrufen worden ist, dennoch im Besitze Coins geblieben sind, ebenso wie andererseits das Erzbistham aach Saalfeld 
nicht wiederbekommen hat. Immerhin konnte dies Schutzverh&ltniss doch dem Erzbischofe nicht die Gewalt gebeo, 
geistliche Straferlasse des dem Erzsprengel von Mainz unterworfenen Bischofs von Paderborn gegen Herford umio- 
stossen. — ') Neuhaus NW. von der Stadt Paderborn. Ein Gut Burch lasst sich in dessen Nahe nicht mehr cod- 
statiren. — J ) D. i. Gisterciensis ordinis, welchem das Kloster Gokirchen oben Nr. 231 ausdrucklich zugerechnet 
wird. — 8 ) So die Urkunde statt burgensibus. — *) Letzteres verdiente noch eine nahere Untersuchung. 



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1246. 231 



346. 



* Graf Otto von Tecklenburg erkennl das Eigenthumsrecht des Herforder Bochstifts iiber den Hof Uphof in 
Ibbenbiiren unter der Bedingung an, dass ihm und seiner Familie darin erblich das Recht der Villication 

gegen eine bestimmte jahrliche Abgabe verbleibe. 1245 Juni 28. Vlotho. — Or. Frst. Herford U. 41. 

Otto, comes de Tekeneburg, omnibus hanc litteram intuentibus salutem in vero salutari. Ne ea que 
geruntur in tempore in oblivionem hominum deveniant et cum tempore transeant, solent ea litterarum 
testimonio commendari. Noverint igitur tarn singuli quam universi presentis pagine inspectores, quod nos 
una cum herede nostro proprietatem curie in Ibbenburen, que Uphof 1 ) dicitur, ecclesie Hervordensi 
recognoscimus perpetuo pertinere. Tali videlicet conditione, quod officium villicationis iam dicte curie 
nobis et nostris heredibus versa vice pertineat, ut eodem iure et eadem' pensione sicut solvit hactenus, 
exinde pensionem debitam annuatim persolvamus. Ut autem hoc a nobis et nostris heredibus in poste- 
rum inviolabiliter observetur et econtrario ab ecclesia Hervordense nobis ius nostrum nullatenus infrin- 
gatnr, presentem cartulam nostro voluimus sigillo firmiter communiri. Acta sunt hec anno incarnationis 
Domini M°.CC°. quadragesimo quinto. Datum Vlotowe, vigilia apostolorum Petri et Pauli. 
Das Siegel ist abge&llen 

34T. 

Innocenz IV. nimmt das Cisterciensernonnenkloster Buren (Bolthausen) in seinen Schutz und bestatigt 
ihm seine Besitzungen und iibrigen Gutcr. Lyon Juli 14. — Regcst Msc. 1. 242 b. S. 213; gedruckt Schaten 
ad ann , Potthasl Regest. pontt. Romanor. 11,725. 

348. 

* Bischof Bernhard IV. aus dem Lippeschen Hause ubertragt dem Kloster Gerden zur Suhne seiner Vergehen 
und behufs Sti flung einer Memorie fur sich, seine Eltern und Geschwister das Eigenthum ewes ihm resig- 

nirten Uhnguts. 1245 October 16. — Abschr. Msc. II. 71. S. 238; Regesten Msc. L 242 b. S. 34. 

VI. 224. S. 49. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bernhardus quartus Dei gratia Paderbomensis ecclesie 
episcopus omnibus hoc scriptum inspecturis eternam in Domino salutem. Ad tollendam cuiuslibet calu- 
mnie pravitatem statuit discretorum prudentia, ut acta hominum sigillis et subscriptione testium roboren- 
tur. Noscant igitur presentes et posteri, quod nos predium in Sidessen 2 ), quod Anthonius miles et 
Hadeburgis uxor sua, Hermannus et Meinerus filii ipsorum quondam a fratribus de Brakel Hermanno, 
Wernhero et Bertoldo in pheodo tenebant, quod ex resignatione eorundem fratrum Hermanni et Bertoldi, 
Hermanni de Antiquo Castro, Werneri et Johannis filiorum eiusdem Hermanni de Brakel, et heredum 
ipsorum nobis vacabat, Domino Deo, beate Virgini Marie ac Sanctis quorum reliquie in ecclesia Gerdine 
continentur et conventui inibi Deo servienti pro peccatis et negligentiis nostris pleno iure contulimus in 
proprietatem et dominium cum suis pertinentiis perpetuo possidendum sub ea etiam gratia, ut patris et 
matris, fratrum et sororum nostrorum defunctorum et postmodum morientium, quorum nomina eorum 
kalendario annotarunt et annotabunt, in die beati Panthaleonis 8 ) in vigiliis et missa defunctonim nobis 
episcopo vivente ibidem solennis memoria habeatur, eodemque die de eisdem bonis conventui fiat conso- 
latio , quanta de marca valeat ministrari. Et candele de quatuor libris cere in divinis officiis accendantur, 



') Nach einer Urkunde von 1360 muss dieser Hof in Ibbenburen selbst gelegen haben. Vgl. auch die Urkunde vom 
10. Febr. 1290. — «) NO. von Gerden. Vgl. Nr. 4. — ») Joli 28. 



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232 1246 - 

post obitum vero nostrum supradicta parentum nostrorum memoria una cum nostra in anniversario obihis 
nostri singulis annis cum dicta consolatione permanebit. Ut autem hec donatio et nostre memorie insti- 
tutio perpetuam obtineat firraitatem, dicto cenobio presentem paginam dedimus bulle nostye testimonio 
communitam. Huius rei testes sunt: Heinricus maior prepositus , Rabodo decanus, Hermannus camerarius, 
Gerungus canonicus, Jordanus abbas Paderbornensis, Heinricus prior de Wilbodessen, et Gerhardus pre- 
positus, Heinricus Vilsten abbatis capellanus; laici vero: Hermannus et Bertoldus fratres deBrakel, Ver- 
nerus et Johannes filii eiusdem Hermanni, Hermannus de antiquo castro Brakel et Heinricus frater suus, 
Ludolfus de Herisia dapifer, Herbordus pincerna, Hermannus marscalcus, Heinricus camerarius, Georgius. 
Amelungus, Johannes Stapel. Acta sunt hec anno Domini M°.CC°. quadragesimo quinto, pontificates 
nostri anno XVIIL, in die beati Galli. 

349. 

Bischof Ludolf von Minster vermitteU einen Streit zwischen dem Convente des Marienstifts auf dm Berge 

bet Herford rind dem Edlen Rabodo von Blankena in Betreff der Vogtei iiber zwei Giiler des Stifls dohin, 

dass Rabodo gegen Zahlung von 6 Mark, gleichwie sein Voter Wilhelm l J, darauf Verzichi leistet. 1245 

November 10. Warendorf — Or. Stift auf dem Berge bei Herford U. 5; gedr. Mitth. des Osnabriick- 

schen histor. Vereins V. 306. 

Ludolphus Dei gracia Monasteriensis episcopus omnibus hanc paginam visuris salutem in auctore 
salutis. Noverit universitas vestra, quod super questione, quern Rabodo de Blankena consanguineus noster 
movit conventui sancte Marie in Monte Hervordensi, due de dominabus cum aliis nunciis eiusdem con- 
ventus ad nos aput Warenthorpe accesserunt, exhibentes privilegium Gerthrudis pie memorie Hervordensis 
quondam abbatisse, quod confectum fuerat super empcione advocaciarum, quas a Wilhelmo de Blankena 
dicti Rabodonis patre, idem conventus emerat in bonis, videlicet in curia Eggerinchusen et novem man- 
sis ad earn pertinentibus et advocaciam in curia Ebbinchusen et duo bus mansis ad earn pertinentibus 
secundum formam empcionis in eodem privilegio contentam. Quo perlecto, ne conventus prefatus a Ra- 
bodone iniustis fatigaretur vexacionibus, nos pia compassione moti dictum Rabodonem induximus, quod 
acceptis a iam dicto conventu sex marcis Monasteriensium denariorum, in factum patris sui consensit et 
easdem advocacias secundum condiciones in privilegio Gertrudis quondam abbatisse expressas in feodo 
concessit Johanni gogravio Hervordensi, Johanni eius patruo, Johanni de Patherburnen, Gerhardo de 
Sunninchusen, Johanni de Aldenherevorde, Johanni de Arnholte et Godescalco Lupo, qui pro eadem in- 
feodacione Rabodoni se hominio obligarunt, hoc adiecto, quod aiiquo de prefatis deficiente , Rabodo aE 
qui per conventum substitutus fuerit, easdem advocacias concedet. Acta sunt hec coram nobis Waren- 
thorpe et presentes erant hii testes, videlicet Wilhelmus Ruce, Fridericus advocatus, Albertus dapifer. 
Bruno de Vrekenhort, Hermannus iudex, Hermannus de Hagen, Hermannus de Veltseten, Johannes ca- 
merarius et alii quamplures, incarnacionis dominice anno M°.CC°.XLV°, die Martini pape et martjris. 
In nomine Christi feliciter. Amen. 
Das Siegel ist verloren. 

350. 

* Die Minoriten zu Paderbowi kaufen ein von der Dompropstei lehnriihriges Grundstuck im Stadttheil 
Aspethere. 1245 December 22. — Fr. Paderborn U. 164. 

Heynricu8 Dei gratia prepositus Patherburnensis. Ad amputandam quamlibet ambiguitatem in po- 



") Durch Urkunde vom J. 1229, oben Nr. 172; wo die Noten die Lage der Giiter angeben. Vgl. auch Nr. 52 u. 193.- 
a ) Die schon erwahnte Urkunde oben Nr. 172. 



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1245. 233 

sterum scire volumus singulos et universos, quod Lothewicus villicus noster in Lon aream quandam in 
Aspedere si tarn, que prepositure nostre proprietatis iure pertinebat, pecunia quanta competebat a fratri- 
bus minoribu8 accepta, in presentia nostri a pensione annua trium videlicet denariorum, unius pulli et 
decime animalinm quorumlibet necnon et ab omni iure, quod ipse in eadem habebat area, liberam di- 
misit perpetuo professione publica et solutam. Actum Padherburne coram testibus ad hoc rogatis, vide- 
licet: Hermanno camerario, Volberto antiquo celerario, Johanne scolastico canonicis Padherburnensibus, 
Georgio, Wernero dicto Stapel, Andrea de Unica Domo ') militibus, Hermanno Daco, Gerlaco dicto Va- 
teber, Giselberto dicto Mettensce civibus Padherburnensibus et aliis quampluribus anno Domini M°.CC°.XLV°, 
sequenti die sancti Thome apostoli feria VI. Ad maiorem autem evidentiam et cautelam firmiorem pre- 
sens scriptum sigilli nostri munimine fecimus roborari. 
Das Siegel ist nicht mehr erhalten. 

351. 

* B. Bemhard IV. iiberweist dem Minorilenkloster in der Stadt Paderborn verschiedene dort belegene 

Grundstiicke. 1245. — Fr. Paderborn U. 161. 

Bemardus quart us, Dei gratia Padherbumensis episcopus, omnibus presentem paginam inspecturis 
salutem in Domino. Ad amputandam omnem ambiguitatem, que posset processu temporum suboriri, scire 
volumus tarn singulos quam universos, quod nos, pure et precipue respectum habentes ad Deum, aream 
quam Johannes dictus Spilebrot inhabitavit, que nobis et ecclesie nostre iure proprietatis pertinuit, di- 
lectis nobis fratribus minoribus liberam contulimus et ab omni iure, quod in eadem area habuimus, pe- 
nitus absolutam. Preterea a censu sex denariorum, qui Erhardo civi Padherburnensi annuatim solvebatur, 
ab ipso E. competenti precio redempto liberam fecimus aream memoratam. Insuper processu temporum 
aream quandam memoratis fratribus adiacentem, cuius proprietas similiter nobis et ecclesie nostre perti- 
nebat, eisdem, petentibus preposito et capitulo Padherburnensi, resignavimus ab ipsis iure proprietatis 
habendam, ita tamen, ut dicti fratres ipsam cum omni iure suo, quod in ea habebamus, perpetuo possi- 
deant, eidem preposito de ipsa area annuatim lares denarios persolventes. Nos vero in commutationem 
aree memorate aliam aream in Aspedhere 2 ) sitam a preposito et dicto capitulo recepimus eo iure, quo 
aliam possederamus , liberam et solutam. Actum Padherburne coram testibus ad hoc rogatis Hermanno 
camerario, Everhardo, Gerungo, magistro Johanne deSchildiz, magistro Mauritio canonicis maioris ecclesie 
Padherbumensis, Alberto et Johanne capellanis et aliis quampluribus anno Domini M°.CC°.XLV°. Ad' 
maiorem autem evidentiam et pleniorem cautelam presens scriptum sigilli nostri appensione decrevimus 
communiri. 

Das Siegel Bernhards IV. hat gelitten. 

352. 

* Das Paderborner Domcapitcl tauscht tnit den Minoriten zu Paderborn Grundstiicke aus. 1245. — 

Or. Fr. Paderborn U. 162. 

Heynricus, Dei gratia maior propositus, Rabodo decanus totumque capitulum maioris ecclesie in 
Patherburne omnibus presens scriptum inspecturis salutem in Domino Jhesu Christo. Notum esse cupi- 
mus tarn presentibus quam futuris, quod cum fratres minores pro area sua amplianda laborarent, eo 
quod nimis artati nimias inconvenientias sustinerent, in hoc consensimus universi, quod area ilia, que adiacet 
dictis fratribus ad orientalem plagam, que pertinuit ad officium preconis domini episcopi, cedat 



") Enhus. — *) Bezirk in der Stadt Paderborn. Vgl. Nr. 860. 

Westfc Urk.-Bueh. IV. 30 



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234 1246. 

nobis, et area quedam, que sita est in Aspedhere, que fait nostra, cedat domino episcopo pro eadem et 
eodem iure, quo aliam antea possidebat; similiter et nos idem ius optinebimus in area cominutata, quod 
in alia antea habebamus, fratribus memoratis inde solrentibus tres denarios annuatim. Ut autem hoc 
factum firmum et inviolabile perseveret, sigillorum nostrorum impressione presentem litteram fecimus com- 
muniri. Acta 9unt hec anno Domini M°.CC°.XLV°. 

Die Siegel sind nicht erhalten. » 

353. 

•* Zwei Schwestern so urie deren Manner und Kinder verzichten gegen Zahlung von 100 Mark an die Eine 
auf das Drostenamt l J des Klosiers Abdinghof und die dazu gehbrigen, im ostlichen Theile der Stadt 
Paderborn belegenen Giiter. 1245. — Or. Kl. Abdinghof U. 51. 

Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis episcopus presentibus confitemur, quod Olricus miles 
et Elysabeth uxor eius et ipsorum pueri Ernestug, Lodewicus, Hildegundis, Cunegnndis et Hadawigis, 
Godescalcus quoque de Burgnon ac eius uxor Cunegundis soror predicte Elysabeth cum filiabus suisHa- 
dawigi et Elysabeth unanimiter in presentia nostra precise absolute et sine omni condicione in manibos 
domini Jordanis abbatis et conventus ecclesie sancti Pauli in Paderburna renunciarunt omni actioni et 
iuri, si quod habebant vel habere videbantur in curia Scarhem 2 ) et quadraginta iugeribus in orieBtali 
parte civitatis Paderburnensis et dapiferatu predicte ecclesie sancti Pauli, possessionem, ius et plenum 
dominium, si quod ipsis in predictis bonis competebat, in predictum dominum abbatem et ecclesiam guam 
integraliter transferendo, ita quod penitns nichil iuris sibi in bonis predictis et eorum pertinenciis reti- 
nebunt, titulo tamen emptionis precedente centum marcis pecunie legalis predicto Olrico et uxori suo et 
ipsorum pueris prenominatis in solutionem eorumdem bonorum terminis ad hoc statutis, solutis etnume- 
ratis. Insuper predictus Olricus uxor et pueri sni prenotati specialiter renunciarunt in manus eorumdem 
abbatis et conventus, siquid ipsis iuris competebat in bonis, que prefata Cunegundis uxor predicti Gode- 
scalci ab ecclesia sancti Pauli in feodo tenebat, firmiter promittentes et se obligantes, quod predicto 
abbati et ecclesie sue predicte., Godescalco et heredibus suis predictis nunquam deinceps de hoc qoe- 
stionem movebunt. Et quia vix aliquid adeo firmiter poterit diffiniri, ad quod malivolentia pravorum Don 
laboret dissolvendum, predictus Olricus firmiter promisit ad hoc se obligando, quod predictis domino 
abbati et successoribus suis et monasterio sancti Pauli de predictis bonis et ipsorum pertinenciis plenam 
prestabit auctoritatem sive warandiam. Acta sunt hec in presentia nostra coram testibus a partibus hinc 
inde ad hoc rogatis: Henrico preposito, Rabodone decano, Hermanno camerario, Yolrado, Volberto de 
Elsen, Ludolfo cellerario t Brunone, Johanne de Mescinhus, Gerungo, Johanne Stapel, magistro Maaricio, 
Walthero, canonicis maioris ecclesie; militibus: Bernhardo de Osethe, Johanne Stapel, Georgio, Olrico 
de Vullersen, Wernhero Stapel, Thiderico de Etlen, Andrea de Sola Domo, Alberto de Nedere, Alberto 
de Balehorne; burgensibus vero: Volberto iudiee, Bernhardo de Delebruge, Yshero, Alberto, Gerbodone, 
Hermanno Viszone, Gerlaco Vateberg, Ecberto Pagano, Conrado . . ., Thethardo Pust, Godescalco et 
aliis quampluribus. A. D. M°.CC°.XL° quinto, pontificatus nostri anno decimo octayo. Et ad maiorem 
cautelam et evidentiam pleniorem predicte partes hanc litteram rogarunt conscribi et cum sigillo nostro, 
sigillis capituli et civitatis Paderburnensis communiri. 

Das Siegel Bischof Bernhardfi iet wohl erhalten; die beiden anderen fehlen. 



') Unsere Urkunde erhalt dadurch einen besondern Werth, daas sie die bisher unbekannte Existenz eines Drostenamtes am 
Kloeter Abdinghof cone tat irt, dessen der Abt sich allerdings hier entledigt. Es bildet dies eine Parallele zuni Franen- 
kloster tJberwasser in Miinster, das gleichfalls nach der Regel des h. Benedict lebte, wo die Familie von Dekenbroke 
das Drostenamt bekleidete und davon den Naraen Droste (Hulshof) annahm. Leider kennen wir nicht den Territorial- 
namen des hier in Betracht kommenden Vaters der beiden Franen. — *) Vgl. meine Bemerkung zu oben Nr. 297. 



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1246. 235 



354. 



* Die Briider Widekind, Bernhard und Hermann ton Oesede besidtigen mil der GemahUn Bernhards, ftege- 
iindis x ), den dutch ihren Vater Bernhard bewirkten Verkanf*) des Zehnien in Upsprunge an das Klosler 
Abdinghof gegen eine Summe von 40 Mark, verziehten vor dem Bisehof Bernhard fur sich und alle ihre 
JErben, auch die kiinftigen, auf dessen Besitz, zu welchem Zwecke ouch die nodi im Kindesalter stehenden 
Tochler Bernhards die Verzichtleistung gleichfalls aussprechen. 1245. — Or. KL Abdinghof U. 52. 

Widekiadus, Bernhardus, Hermannus et Regelindis, uxor predicti Bernhardi, omnibus hoc scriptum 
intuentibus eternam in Domino salutem. Ad amputandum quemlibet dubitationis scrupulum inposternm 
presentibus publico confitemur, quod vendicionem seu ordinacionem et omnem contractum, quern nobilia 
vir dominus Bernhardus de Osedhe pater noster de decima in Upsprunge fecit 2 ), ius et dominium ipsius 
decime per venerabilem patrem et dominum nostrum Bemhardum de Osedhe bone memorie tunc Pader- 
bornensem episcopum in abbatem et monasterium sancti Pauli in Paderborne integraliter transferendo, 
tytulo tamen empcionis precedente ducentis et triginta quinque marcis in solucionem eiusdem decime sibi 
immeratis, sicut in litteris eiusdem domini episcopi super hoc confectis plenius continetur, ratum habemus 
et firmum. Et quia vix aliquid adeo firmiter poterit diffiniri, ad quod calumpnia non laboret dissolven- 
dum, ut deinceps omnis penitus cesset questio, nos predicti Widekindus, Bernhardus etHermannus, fra- 
tres, et Regelindis, uxor predicti Bernhardi, ad firmandum contractum et empcionem predictam, solutis 
nobis prius et numeratis a domino Jordano abbate et fratribus monasterii predicti quadraginta marcis 
pecunie legalis non de iure sed pro pace comparanda et vexacione redimenda, cum fateamur, sicut dif- 
fiteri non possumus, empcionem prefatam a dicto patre nostro legitime fuisse factam, et plenum ius et 
dominium ipsius decime ad predictum monasterium fuisse translatum, de novo personaliter accedentesad 
venerabilem patrem dominum Bemhardum de Lippa quartum Paderbornensis ecclesie episcopum in ma- 
nibus ipsius predictam decimam in Upsprunge cum omnibus suis pertinenciis absolute, precise, pure et 
sine omni condicione resignavimus tarn pro nobis quam pro omnibus coheredibus et heredibus nostris 
natis et nascendis, omni iuri et actioni, si quid in dicta decima habebamus vel habere videbamur, renun- 
ciantes. Et quam vis Hildeburgis et Alheidis due filie nostre, Bernhardi videlicet et Begelindis, adhuc 
in annis infantilibus constitute propter etatem teneram nee consentire nee dissentire possent, eas tamen 
ad cautelam ad manus dicti domini episcopi apportavimus, que nobiscum dicte decime et eius pertinen- 
ciis renunciarunt, et pro eis renunciavimus, plenum ius in dominium ipsius decime cum omnibus perti- 
nenciis suis in predictum abbatem et successores suos et monasterium sancti Pauli totaliter et integrali- 
ter iterate transferentes. Promisimus eciam firmiter omnes quatuor et nobiscum dominus Hermannus de 
Iburgh senior ad hoc nos obligando, quod postquam predicti pueri et alii a nobis et a coheredibus nostris 
iam nati et adhuc nascendi ad annos legitimos pervenerint, quod modo per omnia consimili, prout supe- 
rius est expressum, prememorate decime et eius pertinentiis renunciabunt, promittentes nichilominus et 
nos obligantes, quod predictis domino abbati et successoribus suis et monasterio sancti Pauli de ipsa 
decima et eius pertinentiis plenam prestamus et prestabimus auctoritatem seu warandiam, et quicumque 
ipsos deinceps super hoc inpetierit, vel quoquo modo molestaverit, eos nostris laboribus et expensiseri- 
piemus et reddemus indempnes. Acta sunt hec ad nostram peticionem in presencia venerabilis domini 
nostri prefati Bernhardi de Lippa quarti Paderbornensis ecclesie episcopi et testibus 8 ) infrascriptis 
ad hoc a nobis rogatis: Rabodone decano, Volrado, Hermanno camerario, Volberto de Elsen, Ludolfo 
cellerario prioribus, Vollando cantore, magistro Johanne de Schildece, magistro Mauricio canonicis; Her- 
manno sancti Pancracii, Alberto deEtlen plebanis; ministerialibusvero: Hermanno de Brakele, Widekindo 



») Die Tochter des letzten Grafen der Stadt Paderborn. Vgl. meine Note zur Urkunde vom 2. Juni 1250, nntenNr. 420. 
— 7 ) Oben Nr. 63 vom Jahre 1217. tJber die Lage der Giiter vgl. meine Note daBelbst. — 8 ) testium d. U. — 

30* 



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236 1245. 

comite "), Georgio, Johanne Stapel, Wernhero S tap el, Andrea de Sola Domo, Alberto de Nedere, Theo- 
derico de Etlen, Olrico de Vulfersen, Alberto de Balhorne, Amoldo de Sunrike, Conrado de Ahosen, 
Conrado de Eisnen militibus, Lodhewico Bulemast, Henrico de Wevere; consulibus autem et civibus: 
Hermanno Visze, Gerbodone, Gerlaco Vateber, Ishero et filiis eius Ishero et Heinrico, Andrea Vulture, 
Conrado Sancto, Alberto villico, Johanne de Lessedhe, Yolberno iudice, Johanne deScerve, Johanne de 
Monte Paderbornensibas et aliis quampluribus a. D. M .CC .quadragesimo quinto. Et ad maiorem can- 
telam et evidenciam pleniorem hanc litteram conscribi fecimus et sigillis predicti domini noBtri episcopi 
et capituli et civitatis Paderbornensis et domini Bernhardi de Osedhe patris nostri rogavimus communiri. 
Nos quoque prenominatus episcopus, in cuius presencia et predictorum testium hec acta sunt, omnibus 
premissis consensum prestantes per sentenciam nostram iam latam excommunicamus omnes, qui predictos 
abbatem, successores suos, fratres et monasterium sancti Pauli super predicta decima et eius pertinen- 
ciis deinceps ullo umquam tempore strepitu iudiciorum inpetierint vel quocumque modo contra 
factum predictum veniendo duxerint perturbandos. 

Die funf Siegel 1) des Bischofs Bernhard IV. , 2) des Abts Jordan yon Abdinghof , 3) des Paderborner Domcapitels, 
noch das alte, em Brustbild des heiligen Liborius, 4) der Stadt Paderborn and 5) BERNHARDI DE OSDE, ea 
gekronter aufrecht stehender Lowe mit emporgericbtetem Schwanze und herausgestreckter Zunge, sind nemlick 
gut erbalten. 

355. 

* Abt Hermann von Corvey genehmigt, dass aus dem Ertrage der von der Priorin Cunigunde zu Kemnade 
angekauften Giiter zu Daspe die dortigen Stiftsdamen jeden Sonntag von dem ersten in den Fasten bis sa 
Michaelis eine ausserordentliche Mahlzeit, aus dem Ertrage eines Guts zu Baien aber jahrlich ein 
Bemde erhalten sollen. 1245. — Or. Fr. Corvey U. 94. 

Hennannus Dei gratia Gorbeiensis abbas. Omnibus huius pagine inspectoribus notum esse cupimus, 
quod dilecta in Christo Cunegundis ecclesie Gaminatensis priorissa temporibus Conradi, prepositi dilecti 
nostri, conparavit ab Olrico, milite de Derspe 2 ), et fratre suo Rotholfo, mansum unum in eadem villa 
pro novem marcis, unde de nostro consilio et consensu instituit a dominica quacantatur In vocavit usque 
ad festum sancti Michaelis, qualibet die dominica ad cenam conventui consolationem 8 ). Huic emptioni 
testes subnotati interfuerunt, videlicet: Bertoldus et Heinricus fratres de Homburch, Johannes Heger^ 
Bernhardus de Heygen, Hartmannus et Ernestns de Novali, Arnoldus de Hupede, Heinricus deBotTelde; 
Heinricus Steincop, Thidericus de Helen, Gernandus, Albero de Brak, Hennannus de Osterrothe, Lude* 
rus de Lobeke, Thidericus Lodercke, Ekkehardus de Vallenstide, Heinricus de Biscopingerothe et alii 
quamplures. Ceterum memorata priorissa quedam predia in Hogen 4 ), que ab ecclesia Caminatensi peni- 
tus fuerant alienata, per auxilium et consilium bonorum hominum et amicorum suorum recuperavit, faciens 
inde expensas circa viginti marcas > ita quod Johannes de Frenken, qui eadem bona de nostra tenuit 
ecclesia, ea nobis resignaret et nos ea libere contulimus ecclesie Caminatensi, statuens ex nostro consensu, 
ut quelibet dominarum de prediis eisdem camisiam 6 ) vel solidum unum perciperet annuatim. Ut autem 
hoc stabile et inconvulsum pennaneat et ne aliquis infringere prsBSumat, presentem paginam sigilli nostn 
appensione fecimus roborari. Testes huius rei sunt: Johannes de Hogen, Thidericus de Helen, Gernan- 
dus de Caminata et alii quamplures. Datum Corbeie anno Domini M°. CC°.XLV°. 
Das Siegel ist abgefallen. 



l ) Wobl der Graf von Waldeck. -- ») Daspe NW. von Kemnade anf dem rechten Weserufer. — *) Eine nach der 
„collatio", d. b. dem gewohnlichen Abendbrote, gegebene spate Abendmablzeit, also eigentlrch ein Magentrost - 
♦) Hajen NW. von Daspe. — b ) Frenke N. von Haien. — ^ Ein Hemde. 



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1245. 237 



356. 



* Friedensschluss ztvischen dem Edlen Heinrich von Bomburg und dem Abt Hermann von Corvey, der ihm 

die Stadt Bodenwerder abtritt, dagegen die Giiter WiUfngen, Forst und Bevern von ihm iibertragen erhaU. 

Heinrich von Homburg verpflichtet sich dabei zu unaufloslicher Lehnstreue gegen den Abt von Corvey. 

1245. Hoxter. — Or. Fr. Corvey U. 95. 

Heinricus miles de Homborch >) omnibus huius pagine inspectoribus notum esse cupimus, quod dis- 
cordia que vertebatur inter dominum Hermannum Corbeiensem abbatem ex una parte et nos ex altera 
super oppido Werthere*) et aliis, sopita est in hunc modum videlicet, quod dominus Corbeiensis abbas 
de consensu et consilio totius ecclesie sue porrexit nobis et heredibus nostris Insulam cum omni utili- 
tate, capella et censu que pertinent ecclesie Caminatensi exceptis, et in recompensationem huius oppidi 
contulimu8 ecclesie Corbeiensi de nostra proprietate X mansos, sex in villa Vulvincgen 8 ), et quattuor in 
Verdehen, et eos cum aliis nostris benefices de manu domini abbatis in feodo recepimus. Itemredditus 
trium marcarum de nostra proprietate in Bredenberge et Balderborch cum advocatiis in Vorste 4 ) et 
Biveren*), ecclesie Corbeiensi contulimus et resignavimus, libere et perpetualiter possidendos. Item nos 
domino abbati et ecclesie Corbeiensi indissolubili tenebimur hominio et ecclesie contra quemlibet assiste- 
mus, domino duce de Brunswic et de Dasle et de Sconenberge nobilibus et omnibus de Brakel et B. de 
antiquo foro in Hilden exceptis. Item Insulam prefate ecclesie in omnibus suis guerris exhibebimus et 
sopitis guerris ipsam sicut antea recipiemus absolute. Item si nos in servitio ecclesie dampnum recepe- 
rimus, eo modo nobis refund etur, quod deinceps tanto devocius servire possimus. Item ecclesiam Cami- 
natensem in eo iure et sine exactione relinquemus, sicut a nostris progenitoribus ad nos est devolutum. 
Item quando nos decesserimus, heredes nostri utriusque sexus, si eandem cautionem ecclesie fecerint, 
eadem gratia et eisdem feodis sicut nos gaudebunt. Ut autem hoc factum in posterum non possit infir- 
mari, presentem paginam de Dasle et Sconenberge nobilium et domini B. de Brakel et nostri sigillorum 
appensione fecimus roborari. Acta sunt Huxarie in ecclesia sancti Petri. Anno Domini M°.CC°.XLV°. 
Statt der in der Urkunde angezeigten vier Siegel ist immer nur ein jetzt verlorenes daran befestigt gewesen. 

357. 

* Bischof Bemhard IV. von Paderborn bekundet, does die Briider vonEchene zuGunsten des Klosters Harde-' 
Hansen auf ihre Anspriiche anGiiter in Radolveshen*J Verzicht geleistet haben. 1245. Hardehausen. — 

Or. Kl. Hardehausen U. 54. 

B(ernhardus) Dei gracia Faderburnensis ecclesie episcopus universis presens scriptum inspecturis salu- 
tem in Domino. Notum esse volumus tarn presentibus quam futuris, quod Helmbertus et Wernherus 
fratres, filii Hugonis de Echene, qui dilectos nobis in Christo filios, conventum in Hersuithehusen, pro 
quibusdam agris in Radolveshen 6 ), in quibus sibi videbantur ius habere, iam dudum inpetebant, coram 
nobis super ista causa conventi iuri suo, quod pretendebant et cui contra iusticiam innitebantur, penitus 
renunciarunt. Igitur ne repetita iniuria predictum conventum vel ipsi vel eorum propinqui super eisdem 
agris possint in posterum contra iuris regulam in causam trahere et indebite fatigare, abrenunciacionem 



') Bei Stadloldendorf im Herzogthum Braunschweig SO. von Kemnade. — *) Da nach Busching IX. 265 Bodenwerder 
fruher den edlen Herrn von Homburg gehort und im J. 1287 von ihnen Stadtrechte erhalten hat, so ist dieser Ort, 
iiber welchen ich Additam. Nr. 95 schon gehandelt babe, unzweifelhaft hier gemeint. Die Herrsohaft Homburg 
gelangte kurz vor 1409 an Braunschweig -Luneburg. Busching 1. c. 840. — ») Ob Wulfingen S. von Hannover und 
W. von Hildesheim? — 4 ) Forst bei Holzminden. Vgl. Busching IX. 347. — *) Bevern NO. von Holzminden. — 
•) War unmoglich zu constatiren. 



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238 I2 "- 

eorundem coram nobis publico patratam propter bonum pacis sigilli nostri munimine curavimus confir- 
mare. Testes etiam hums rei sunt: Volpertus quondam cellerarius maioris ecclesie in Paderburn, Albertus 
capellanus noster, Hermannus marscalcus et Ludolfus filius eius, Ludolfus dapifer et Albero filius eius, 
Heinricus camerarius, Udo de Wethen, Volpertus de Eisene et alii quamplures. Datum anno Domini 
M°.CC°.XLV° in Hersuithehusen. 
Das Siegel ist abgefallen. 

358. 

* Jordan, Abt (von AbdinghofJ zu Paderborn, bestdtigt, doss Edcehard, Pfarrer zu Gerden, dem Hosier 
Gerden zum Heil seiner Seele 5 Mark zu bestimmien Zwecken geschenkt habe. Zeugen sind: Jordan Abt 
Adolph Prior zu Gerden, Jutta Priorin, Jutta von Badenstene magistra, Gertrudis de Sosatia, Alheid yon 
Bchonenberg frumentaria, Hermannus de Sidessen et tota parrochia, 1245 ohne Tag. — Regest Mse. VI. 
225 S. 50. aus dem Copiar. foi 23. C. 22 und Use. L 242 b. p. 35. 

359. 

* Der Edle Bemhard III. von Lippe West dem Ritter Hermann von Odekenhosen seinen Antheil am Walde 

Asbroke 1 ) anweisen und Ubertragt ihm den Zehnten in dem Walde ale Lehen. 0. J. (um 1245 *j). 

— Or. Kl Marienfeld U. 11. 

In nomine sancte et individue Trinitatis. Amen. Bembardus nobilis de Lippia omnibus hoc scriptum 
inspecturis salutem in Domino. Notum esse volumus tarn presentibus quam futuris hanc paginam inspe- 
cturis, quod ego B. de Lippia secundum ostensionem factam a circumsedentibus in silva que vocatur 
Asbroke Hermanno militi de Odekenhosen suam partem feci assignare. Ne vero aliquis scrupulus a nobis 
vel a nostris successoribus super nostro facto in posterum possit oriri, tarn testium quam et scriptura- 
rum munimentis presens scriptum sigillo nostro fecimus insigniri. Testes vero: Ber. nobilis de Osede, 
Ber. de Brakele, C. de Paderbrun, 01. de Vulfersen, Lu. de Herse, Al. gogravius, Al. dapifer cum uni- 
versis consulibus et civibus de Lemego, quorum nomina non sunt scrip ta, decimam vero eiusdem silve 
eidem conferentes iure feodali. 

Das noch anhangende Reitereiegel *) ist sehr zerstdrt. 

mo. 

* Gottschalk und Hermann von Pyrmont bestatigen die von ihrem Vater Gottschaffc II. zu bewirkende Vber- 

tragung gewisser Guter bet Sunrike an das Kloster Hardehausen. 0. J. (1245 — 1247). — Or. Kl. 

Hardehausen U. 10. 

Nos Godescalcus et Hermannus de Perremunt notum esse volumus universis, ad quos presens scri- 
ptum pervenerit et presentibus litteris protestamur, quod dominus Adam et Temo milites bona iuxta 
Sunrike 4 ) sita, que dicuntur superior curia, quam a nobis ipsi tenuerunt hactenus in feodo, in manus 
patris nostri 6 ) presente domino abbate de Corbeia liberaliter resignabunt nullo ammodo in eisdem bonis 



*) Jetzt Masbruck im Lippeschen Amt Brake. Preuss und Falkmann Lipp. Regg. II. 823. — *) Nach Massgabe der erst 
in dieeer Zeit mit einer geregelten Verfassung auftretenden Stadt Lemgo. Vgl. Preuss. und Falkmann Lipp. Regg. 
I. 228. 233. 236. — *) L. c. 1. tab. VI. — *) W. von Borgentreich , Kr. Warburg. Vgl. Addit. z. West. U.-B. Nr. 9. 
nnd meine Note dazu. — •) Godschalk II. 



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1246. 23S 

iure nitentes. Noster enim pater ex parte sua, similiter et nostra, in ipso loco conferet proprietatem 
eorundem bonorum conventui in Hersedehusen. Quoniam hoc ratum tenemus, presentem paginam con- 
scribi fecimus et sigillorum nostrorum nranimine roborari. Huius rei testes sunt: dominns propositus de 
Beringehusen '), Jordanus miles, Heinricus Ruffus miles, Henricus de Smidersen, Henricus de Damedinc, 
Otto de Grisme 2 ), Hennannus miles de Grisme, Bertoldus miles de Grisme, Arnoldus de Ottersen, Ber- 
nardus de Ottersen, Ludolfus, Hildebrandus, Ludolfus consules in Lugede 8 ). 
Vom Siegel Gottschalks ist noch ein Stiiok mit dem Pyrmonter Kreuz erhalten. 

361. 

'* Die Briider Gottschalk und Hermann von Pyrmont resigniren dem Bischof Bernhard IV. von Paderbom 

ihre Giiter bei Sunrike und entechadigen den Paderborner Lehnafiscus hierfur dutch Ubertragung anderer 

Giiter. 0. J. (1245—1247). — Or. KL Hardehnusen U. 12. 

Venerabili in Christo patri ac domino Ber. Paderbornensis ecclesie episcopo G. et H. fratres de 
Perremunt paratum in omnibus sue possibilitatis obsequium. Miserunt ad nos dominus abbas et con- 
ventus de Hersedehusen rogantes, quod ipsis proprietatem quatuor mansorum iuxta Sunrike sitorum, qui. 
dicuntuT superior curia, conferremus, quorum proprietas vestre pertinet ecclesie. Nos vero ipsorum 
peticioni annuentes predium nostrum proprium, scilicet quatuor mansos in Hemenhusen maioris valoria 
in recompensacionem eorundem bonorum vobis et ecclesie vestre resignamus, ipsos in feodo, sicut illos 
habuimns, recipientes, ut in omnibus ecclesia vestra indempnis et inconvulsa perseveret. 
Beide Siegel sind abgefallen. 

362. 

* Bischof Bernhard IV. bestatigt das von seinem Vorganger B. Bernhard III. den Neubauern in Immink- 

hausen 6 ) ertheille Privileg 6 J der Freiheit von eigenilicher Dienstbarkeit und von der Vogtei und genehmigt 

den Verkauf fdes ObereigenthumsJ ihrer Giiter von Seilen des Domcapitels an das Kloster Gokirchen. 1246 

im Monat Marz. Paderbom. — Hier nach dem Originate im Besitse der Paderborner Abtheilung 

unseres Vereins. x 

Bernhardus quartus Dei gratia Paderburnensis episcopus universis hanc litteram visuris utriusque 
vite salutem. Ad noticiam omnium quibus hee littere fuerint recitate volumus pervenire, quod nos vene- 
rabilis patris et domini bone memorie Bernhardi tercii quondam Paderburnensis episcopi antecessoris 
nostri vestigiis inherentes novalia in Ymmenchusen, que auctoritate sua de infructuosa silva fuerunt olim 
ad culturam redacta, cum omni integritate sua volumus esse libera ab omni servicio speciali et ipsos 
colonos eosdem agros inhabitantes cum ipsis terris ab advocatia perpetuo inmunes esse censemus. Yerum 
cum prescripta bona cum pertinenciis suis a capitulo nostre maioris ecclesie conventui dominarum grisei 
ordinis sancti Olrici Paderburnensis vendita esse noscantur, eandem venditionem approbantes ipsam huius 
scripti patrocinio confirmamus et ad evidenciam pleniorem nostri appositione sigilli hanc nostram graciam 



l ) Da dies Cistercienserfrauenkloster erst 1245 oder 1246 von Hoxter nach Brenkhausen verlegt wurde, oben Nr. 235, 
andrerseits die nachfolgende hiermit in Verbindung stehende Urkunde.an den im J. 1247 sterbenden Bischof Bern- 
hard IV. von Paderbom gerichtet' ist, so muss das vorliegende Document zwischen 1245—1247 verfasst und der 
Vater der Ausstelkr der Graf Gottschalk II. von Pyrmont gewesen sein, der gleichwie sein eigner Vater, gleichfalls 
zwei Sohne Gottschalk und Hermann hatte. — *) Griessen NW. von Pyrmont. 8 ) Lugde S. von Pyrmont. — 4 ) Dass 
nur von den in der vorhergehenden Urkunde erwahnten jiingeren Personen dieses Namens die Rede seinkann, erweist 
die Gleichheit der Schrift in beiden Urkunden. — *) SO. von der Stadt Paderbom; ist jest nicht mehr vorhanden. 
Vgl. oben Nr. 199. — «) Vom 28. October 1222, oben Nr, 101. 



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240 1246. 

roboramus. Actum Paderburne anno Domini millesimo ducentesimo quadragesimo sexto, indictione quarta, 
mense Marcio. 

An leinenen Schnuren hangt das wohl erhaltene Siegel Bischof Bernhardt IV. mit der Umachrift: BERNHARDU3 
QUARTUS DEI GRA PADERBURN. ECCLE EPS. 

363. 

* Dompropst Simon von Paderborn (?) x ) entsagt auf Bitten des nicht genannten Padcrborner Bischofs alien 
seinen Anspriichen auf die Outer in Belerdewik. 1246 April 22. — Abschr. Msc. II. 23. p. 74. 

Anno Domini millesimo ducentesimo quadragesimo sexto X Kalendas Maii nos Simon Paterbornensis . 
ecclesie prepositus hoc scripto publice confitemur, quod omni iuri et actioni, quod in bonis Belerdewick 
suisque pertinentiis habemus vel quoquo modo nobis in presenti competit vel possit competere in futu- 
rum, ad preces et voluntatem venerabilis domini et patris 9 ) nostri Paterburnensis episcopi precise et 
absolute renuntiamus presentibus testibus ad hoc rogatis, videlicet Hermanno cammerario, Conrado the- 
saurario, magistro Johanne et Mauricio canonicis et Bertoldo vicario Paterbumensi, Thiderico plebano in 
Bercethorp et Hinrico milite dicto de Widenbrucge. Et ad maiorem cautelam et evidentiam pleniorem, 
hanc litteram conscribi fecimus et quia proprio caruimus sigillo, sigillum venerabilis domini et patris 2 ) 
nostri episcopi et conventualium ecclesiarum sancti Pauli et sancti Petri et predictorum canonicorum 
Paterburnensium rogavimus communiri. 

364. 

Drei Grafen von Everstein schenken dem neubegrundeten Nonnenkloster Wormeln das Patronatrecht iiber die 

dortige Kirche mit dem Pfarrgut. 1246 Mai 11. Bolzminden. — Or. Kl. Wormeln U. 1; Abschr. 

Msc. VII. 4519. S. 9; gedr. von Spilcker Gr. von Everstein S. 85. 

Dei gratia C(onradus) et O(tto), H(einricus) et L. 8 ) comites de Eberstein universis presens scriptum 
inspecturis salutem in eo, qui est vera salus. Nam quod humana disponit ratio, temporali labitur pro- 
cessu, nisi litteris vel voce testium confirmetur. Hinc est quod tarn presentibus quam futuris, hanc lit- 
teram visuris, notum esse volumus, quod libera mente et pari concordia simul omnes 4 ) parrochiam in 
Wormolon ad instaurandum claustrum sanctimonialium ordinis grisei cum dote et omnijsuo iure in honore 
gloriose virginis Marie et in remissionem peccatorum nostrorum liberam contulimus predictasque sancti- 
moniales sub regula beati Benedicti degentes et secundum sanctas consuetudines claustrorum, de quibus 
processerunt, in predicto loco Wormolon viventes sub nostram protectionem fideliter recipimus. Ut autem 
hec presens pagina rata et inconvulsa permaneat, munimine sigillorum nostrorum unanimiter roboravimus. 
Datum in Holtisminne anno incarnationis dominice M°.CC°.XLVI , V. Idus Mai. 

Yon den fruher angehangt gewesenen Siegeln ist noch das erste erhalten 5 ), das einen schreitenden gekronten Lowen 

mit hochaufgerichtetem Schweif aufweist. Von der Umschrift sind noch die Buchstaben IGIL . . . COMIT1S 

DE zu erkennen. 



») Als Propst ohne weitern Zusatz kommt Simon am 19. Januar 1245 (U.-B. HI. 431) und in der Hardehausener Urknnde 
yon 1246 Nr. 56 vor, unten Nr. 875, welche Preuss und Falkmann, Lippische Regesten I. Nr. 240nach einer falschen 
Angabe Mooyers ins J. 1245 setzen. Nacb den von Hatzfeld angelegten Sammlungen ist Simon damals nicht Dompropst 
zu Paderborn gewesen. Auch wird in der Abdinghofer Urkunde 51 oben Nr. 353 als Dompropst im J. 1245 Heinrich 
(vonSchwalenberg) genannt. Es muss also in Kindlinger's Abschrift ein Fehler sein. Doch ist mir die Urkunde nach 
Form und Inhalt iiberhaupt verdachtig. — *) An beiden Stellen hat Kindlingers Absehrift patris, was einen Sinn 
vielleicht haben konnte, wenn Simon Propst des Paderborner Domcapitels gewesen. Da dies aber nicht der Fall 
gewesen, so mochte ich patrui lesen, was dem verwandschaftlichen Yerhaltnisse beider entspricht. — *)Es mochte 
fraglich sein, ob Ludolfus oder Ludowicus zu lesen. — 4 ) Spilcker liest s singulorum omnium 11 . — *) Wohl das des 



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1246. 241 



365. 



il Innocenz IV. verleiht der angeblich von Leo III. (imJ.799) eingetoeihten Kirche zu Marsberg einen Ablass. 
1246 Mai 15. Lyon. — Or. Propstei Marsberg U. 4; gedr. Wilmans Kais.-Urk. 1. 133. 

Innocentius episcopus servus servorum Dei dilectis filiis, preposito et capitulo ecclesie sancti Petri 
in monte Martifi Padeburnensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. Etsi quelibet loca sancto- 
rum sint pia at prompta devocione a Chris ti fidelibus veneranda, cupientestamen, ut ecclesia vestra, que 
in honore beatorum apostolorum Petri et Pauli, sicut asseritis, est constructa, et eius altar e, decoratum 
plurimorum sanctorum reliquiis, per felicis recordations Leonem papam predecessorem nostrum in vigilia 
satalis Domini dedicatum estitit, congruis honoribus frequentetur, omnibus vere penitentibus etconfessis, 
qui ad eeclesiam ipeam eodem dedications die, nee non cathedre ac ad vincula sancti Petri et ipsorum 
apostolorum festis cum devocione accesserint, de omnipotentis Dei misericordia et beatorum Petri et Pauli 
Apostolorum eius ametoritate eonfisi quadraginta dies de iniunctis sibi penitentiis annis singulis misericor- 
diter relaxamus. Datum Lugduni, Idibus Maii, pontificate nostri anno tercio. 
Die Bulle i*t verlorea. 

366. 

Fragment einer Bnile des Papst-es Innocenz IV., voahrscheinlich d. d. Lyon 15. Mai 1246, worin er dem 
Aile von Corvey das wbrtlich eingeriickle falsche Privileg P. Leos I1L vom 24. December 799 iiber Eresburg 
butatigt. — Ft. Corvey U. 96; gedr. Wilmans Kaiserurkunden I. 132. 

36T. 

Urkunie des Konigs H&nrich Raspe fur Corvey. 1246 Mai 25. in castris l J. — Eine Fakchung Falke's 
T. C. 403, axis denen Gruner Opuscula II. 317. semen Abdruck entlehnt hat. 

368. 

* Ersbischof Arnold von Trier entlasst, in Anerkennung der Dienste seines Notars, des Miinster(-Mai-fetdJschen 

Deehanten Alexander *J, dessen Verwandte aus ihrem VerhaHniss als Triersche Ministerialin und Uberweist 

sie dem Hochstift Herford. 1246 October 18. Montabaur. — Or. Fiirst-Abtei Berford V. 43; 

Abschr. Msc. VII. 3301. f. 83. 

Arnoldus Dei gracia Trevirorum archiepisoopus, oonstaare volumus universis litteras has visuris, quod 

nos attendentes devota et grata servicia, que dilectus capellanus et notarius noster Alexander decanus 

Monasteriensis a ) nobis dinoscitur cum indefesse fidei puritate laudabiliter impendisse, ad preces suas 

cousanguineam suam Alheidim, uxorem Johannis de Brucoldehusin, ministerialem nostram, de consensu 

nostri capituli Trevirensis ecclesie Hervordensi in ministerialem contulimus et auctoritate presencium assi- 

gnamus et in hnius rei evidenciam pleniorem ipsi ecclesie dedimus presens scrip turn, nostro roboratum 



Grafen Conrad. £s unterscheidet sich wesentlich von dem zur Wormelnschen U. 4 vom 14. Mai 1258 beschriebenen 
Siegel seines Bruders Otto. — ] ) Bei Hochheim. Vgl. Bokmer Beg. Imp. 1246—1813 S. 1. — *) Moglicherweise kann 
er abar auch Dechant zu Munstereifel gewesen sein, das gleicherweise in der Trierschen Diocese liegt. Schon im 
J. 12S5 kommt derselbe als No tar des Erzbischofs Theodorich von Trier vor. Mittelrhein. UB. III. Nr. 523. Herford's 
nahere Beziehungen znm Erzbisthum Trier erklaren sich aus seinem Besitze von Arenberg bei Ehrenbreitstein. Vgl. 
oben Nr. 146 die Urkonde vom 1. October 1226. 

W«tt Udb-Bnch. IV. • 31 



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242 1346, 

sigillo. Datum et actum Moncthabur, anno Domini M .CC°.XLVI°, XV. KalendasNovembris, pontificates 
nostri anno secundo. 

Ein Bruchstiick des Siegels, mit oinem Theil der Figur des Erzbischofs, ist noch erhaltta. 

369. 

Innacenz IV. verkiht dem Abie von CHeaux, dessen Mitabten l ) tmd sammtlichen Ccmvenien des Cistercieneer- 

ordens das Vorrecht, doss seine MitgUeder audi im Hosier ihr Erbrecht ausiiben dm fen, mit Ansnahme 

jedock der Leknsguter. 1246 October 31. Lyon. — Abschr. s. XVtL ernes Transsumpls Pbpst Pius II. 

vom 26. Mi U59, Kl Holikausen O. 1; Pbtthast Regg. PP. RR. 12335. 

Innocentins episcopus servus servorum Dei dilectia filiis abbati Cistercii eiusque coabbatibus et con- 
ventibus universis Cisterciensis ordinis salutem et apostolicam benedictionenu Devotionis vestre precibus 
inclinati auctoritate vobis preseatium indulgenius, ui possessions et alia bona mobilia et immobilia ex- 
ceptis feudalibus, que persona* fratruxn ad monasteria vestra e seculo fugientium et professionem faciei*- 
tiuro in eisdem, si remansissent in seculo, ratione successions vel quocunque alio iusto titulo conligissent, 
petere ac retinere libere valeatis, contraria consuetudine non obstante. Nulli ergo omnino hominum liceat 
hanc paginam nostre concessionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attem- 
ptare presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se no- 
verit incursurum. Datum Lugjduni II. Kalendas Novembris, pontificates nostri anno quarto. 

379. 

fiischof Ludolf von Miinster bekundet den vor ihm von den Miinsterschen Ministerialen gefalUen Rechtsspruch, 

dass ohne Gcnehmigung des Lehnsherrn die Amter des Drosten, Kammerers und Mundschenken von ihren 

Inhabern nicht verdmseri werden diirfen* 1246 December 18. Wolbeck. — Or. Furst-Abtei Berford 

U. 44; gedr. Zeitschr. XtX. 343. 

L. Dei gracia Monasteriensis ecclesie episcopus universis ad quos presens scriptum pervenerit in 
Domino salutem. Lambertus miles de Vreckenhorst quesitus a nobis , de consensu et approbatione mini- 
sterialium ecclesie nostre et aliorum tunc presentium, talem tulit sententiam, quod nullns officialium 
nostrorum, dapifer r camerarius vel pincerna de iure nee debet nee potest officium quo & nobis inbenefi- 
ciatus est alien are, obligare vel eodem alium infeodare domino contradicente et invito. Huius sententie 
testes sunt: Albertus dapifer noster, Arnoldus clericus, Godefridus gogravius de Telget, Suetherus de 
Alvineskirken, Johannes camerarius, Hermannus de Sudbeke, Bertrammus iudex Monasteriensis et Her- 
mannus frater suus et alii quamplurea. Datum Waltbeke, anno Domini M°.CC°.XL* sexto, feria tertia 
ante Thome. 

Das Siegel ist afege&llaiL 

3T1. 

* Abt Hermann von Corvey genehmtgt die Memorien&ifiung fur die FamiUe des Ritters Conrad von Helming- 
Hansen, welche in der Sliftskirche zu Marsberg aus dortigen Giitern begriindet worden. 1246. — 

Or. Propst. Marsberg U. 5. 

In nomine sancte et intimdue Trinitatis. Amen. Hermannus dignatione divina Corbeiensis ecclesie 



>) von Morimond, welcher Linie die Cistercienserkloster Westfalens BigehorcB. Qaunmut und La Ferte. 



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1246. 243 

abbas. Omnibus Christi fidelibus banc litteram oontuentibus imperpetaram. Testamentum a parentibus 
sollempniter factum non immerito a liberis habebitur ratam, presertim dun scriptis et sigillis fuerit con- 
firmatum. Quocirca sciant tarn moderni quam futuri quod progenitores Gonradi militis dicti de Hes- 
marinchusen ') pro salute anime sue monasterio sancti Petri in monte Martis annuatim XV denarios gravis 
monete legaverit in festo Michaelis persolvendos. Quam dcmationem pratictus G. miles ratam omnimodis 
habens et ad memoriam sui et carorum suorum finnius imposterum stabiliens, sex agros proprietario 
iure sibi pertinentes monasterio prelibato assentiente uxore et liberis heredibusque universis in proprie- 
tate sollempniter donavit omni iuri suo cedens, quatinus ex kns predicta pendatur pecunia Quo facto 
plebanus de Hesmarincbusen agros eosdem de voluntate filii nostri Thymonis id promoventis, tunc tem- 
poris montis Martis prepositi, ad firmam recepit, ita ut ab eodem plebano yel ab hiis, qui ei pro tern* 
pore legitime successerint, annuatim in festo Michaelis summa XV denariorum preposito monasterii pre* 
fati omni occasione exclusa pereolratur. Quod si indebite retenta fuerit, poterit sepe dictus prepositus 
agros suos sine contradictione recipere et, prout sibi utile noverit, locare. Ne igitur banc ordinationem 
aliquis infringere attemptet, presens scriptom tarn nostri et ecclesie nostra sigillorum, quam propositi 
iam dicti Montis Martis et burgensium suorum appensione communimus. Huius rei testes sunt: Alradus 
et Adam milites, Fredebardus, Bertoldus, Conradus et Hermannus fratres et alii quamplures. Acta sunt 
hec anno gratie M°.C(XXLVI°. 

Sammtliche Siegel Bind nicht mehr erhalten. 

372. 

* GodschaBc, Edler von Pyrmont, Uberlasst dem Kloster Brenkhausen, in das zwei seiner Tochter eingelreten 
sind, die Vogtei iiber zwei Giiter gegen Zahlung von 9 Mark. 1246. Hbxter. — Excerpt Msc. II. 72. 

p. 3. — In Urkundetiform, aber anscheinend sehr corrumpirt Msc. I. 175 f. 4. 

Anno MCCXLVI indictione IV, Godescalcus, filius Godescalci yiri nobitis dePyimunt, novem marcis 
acceptis a conventu ancillarum Christi in Valle Dei 3 ), supra V domibus in Jerdessen 1 ), et tribus domibus 
in Tenseke 8 ) pensionalibus B. Marie in Valle, omnem iurisdictionem dominii sui regii 4 ), yel quicquid 
iuris in eisdem domibus habuimus, cum consensu Hermanni de Pyrmunt fratris sui conventui predicto 
libere confert, gratus accepti beneficii ipsi conventui gratulando, quod duas filias Alheiden et Cunegundem 
ab omni conventionis contagio in suum receperint consortium sancte religionis ordini mancipando, sub 
sigillo suo Godescaki et fratris sui Hermanni. Testes dominus Strigerus prepositus Corbeiensis, Henricus 
plebanus atque Hermannus de Nova Ecclesia; Godefridus de Godelheim, Herboldus de Boffsen, Everhar- 
dus de Brockbusen, Arnoldus de Porta, Albertus de Marcke, Hugo miles, Erenfridus, Albertus de Stor- 
lede, Sigfridus de Fonte, consules Huxarienses. Acta sunt hec in Huxaria solemniter coram domino 
Hermanno abbate Gorbeiensi, anno MCCXLVI. 

373. 

* Graf Adolf von Waldeck ubertriigt dem Kloster Bardehausen das Eigenthum des von ihm lehnriihrigen Guts 

Ruzzehusen oder Rozzethusen, nachdem der Unlervasall dasselbe den Briidern von Brakel und diese es 
ihm resignirt flatten. 1246. — Or. in zwei Ausfertigungen Kl. Bardehausen U. 55. 

Adolfus Dei gracia comes de Walthekke universis hoc scriptum inspecturis in perpetuum. Quia caute 



•) Zwei alte Ruckschriften geben den Namen des Oris als Helmarmghusen an. Es ist Helminghausen NO. von Marsberg. 
Doch ist die damalige Form Hesm. auch durch die Marsberger U. v. 1250 comtatirt — a ) Nach einem Guterrerzeich- 
nias bei Kindlioger 1. c. der kirchliche Name for Brenkhausen. — *) Nicht nachzuweisen. — 4 ) „Das ist ius advocatice" 
bemerkt Kindlinger 1. c. 

31* 



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244 1246. 

litteris commendantur que infuturum ad gestorum noticiam reservantur, nottim esse volumus tarn presen- 
tibus quam futuris, quod Engelhard o etHermanno fratribus de Stenhem predium nostnim in Ruzzehusen ')* 
quod de manu Herman™ et Wernheri filii eius de Brakele, qui illud immediate de manu nostra feodali 
iure tenuerunt, et ipsi eque iure feodi possederunt, pro sua necessitate distrahentibus, sub hac conditione 
dominis suis de Brakele legitime resignarunt, ut et illi consequenter in manus nostras hac conditione 
prehabita resignarent, ut eiusdem proprietatem conventui monasterii in Hers with ehusen, qui illud pro 
certa quantitate pecunie contraxit, ad ius possessionis perpetue conferremus. Deinde prenominati quoque 
de Brakele Hermannus et Wemherus filius eius in manus nostras sub conditione prefata, custodito in 
omnibus recto iuris tramite, predictum predium resignarunt. Nos igitur secundum constitutum illud ad 
honorem Dei et beate Marie virginis gloriose cum consensu filiorum nostrorum Heinrici et Widekindi 
supra memorato conventui benigna liberalitate conferimus cum agris cultis et incultis, silvis, pratis, aquis. 
pascuis et omnibus aliis ad ipsum iure pertinentibus titulo perfecte proprietatis perpetuo possidendnm, 
atque ut hec nostra donatio sine fine stabilis perse veret et inconvulsa, presens scrip turn continens verita- 
tern geste rei sygilli nostri munimine fecimus roborari. Testes autem huius facti sunt hii: Stephanus de 
Horbusen et duo filii eius Fridericus et Theodericus, Gozwinus de Wethen, Albero de Rekelinchusen, 
Olricus et Burchardus fratres de Weston, Heinricus Pancuke, Conradus deAhusen, Olricus dapifer, Con- 
radus de Wethen. Datum anno gracie M°.CC°.XLVI°. 

An der einen Ausferligung ut noch ein grosser Theil vom Siegel *) des Orafen Adolf von Waldeck erhalten. 

3T4. 

* Auch Graf Volquin von Schwalenberg iiberlam sein Recht an dem vorerwahnten Gute an das Kloster 

Bardehausen. 1246. — Or. Kl. Hardehausen U. 58. 

Volquinus Dei gracia comes de Swalenberg universis hoc scriptum inspecturis salutem in Domino. 
Notum esse volumus tarn presentibus quam futuris, quod quicquid iuris nostri fuit in predio Rocehusen *), 
quod abbas et conventus monasterii in Herswithehusen pro certa pecunia ab Engilhardo milite de Sten- 
hem et filiis eius Engilhardo et Hermanno comparaverunt, de consensu filii nostri Widekindi et cetero- 
rum liberorum nostrorum penitus renunciamus, ratam habentes prefati predii emptionem ex parte abbatis 
et conventus et venditionem ex parte venditorum. Igitur ut omnem occasionem cuiuslibet querele super 
ista causa a nostris posteris et heredibus prorsus excludamus, presentem paginam sigilli nostri munimine 
roboramus. Datum anno Domini M°.CC°.XLVI°. 
Das Siegel ist abgefallen. 

375. 

Der Edle Jiemhard von Lippe iibertragt dem Kloster Bardehausen das Eigenthumsreeht an zwci von ihm 
lehnsruhrigen Erben. 1246. — Or. KL Hardehausen U. 56; Regest bet Preuss u. Falkmann L 240 4 J. 

Bernhardus nobilis de Lippia universis hoc scriptum audituris vel lecturis salutem in Domino. No- 
tum esse volumus tarn presentibus quam futuris, quod duorum mansorum in Hub en 5 ), quos Petronilla 



') Jetzt nicht mehr vorhanden; lag nach einer Ruckschrift auf beiden Aasfertignngen an der Diemel. Anf dem einen 
Original, an dem das Siegel erhalten ist, heisst der Name: Rozzethusen. Vgl. die nachfolgende Urknnde des Grafen 
von Schwalenberg aus diesem Jahre. — *) Abgebildet in Varnhagen's Waldeck. Landes - und Kegentengesch. U.-B. 67. 
— *) Vgl* die vorhergehende Urknnde des dem Schwalenberger Hause entstammenden Orafen von Waldeck von diesem 
Jahre. Die Ruckschrift dieaer Urkunde nennt das Qnt Rozedehusen. — 4 ) Mit dem falschen Jahr 1245. — *) Nach 
den Iippeschen Regesten bei der Stadt Buren. 



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I24& 245 

vidua relicta Reinfridi militis cognomento Hollant et Otto filius eius de manu nostra iure feodi tenuerunt, 
quosque abbas et conventus monasterii in Herswithehusen ab illis comparaverunt, proprietatem dicto con- 
ventui pro remedio anime nostre necnon pro remedio parentum et successorum nostrorum contulimus iure 
perpettto possidendam. Hec autem donacio facta est presente preposito ') Symonefratrenostro, Bertoldo 
de Brakele, Hermanno de Brakele et Alrado Nigro et aliis quampluribus. Igitur ut inconvulsa et invio- 
labilis permaneat, presentem cartam sigilli nostri appensione fecimus consignari. Datum anno Domini 

m<\cc°xlvi*. 

Das Siegel ist abgefallen. 

376. 

* Der Edit Conrad von Schoneberg iibertragt dem Kl Bardehausen das Eigenthumsrecht eines von ilun 
lehnriihrigen Guts. 1246. Geismar. — Kl. Bardehausen U. 57. 

Noverint universi fideles tarn futuri quam presentes, quod ego Conradus nobilis de Sconenberg tres 
mansos in villa Asekendorp sitos, quos Tbeodericus civis Ge yemariensis «) cognomento Sapiens quondam 
a me in feodo tenuit et quos idem Theodericus cum consensu omnium heredum et coheredum suorum 
partim pro remedio anime sue et parentum suorum partimque pro parata pecunia ecclesie in Heravithe- 
husen donavit, vendidit et assignavit perpetue possidendos et ipsos mansos in manus meas resignavit 
petens, ut proprietatem eorum dicte ecclesie Hersvytbehusen conferre dignarer. Ad honorem igitur Jhesu 
Christi et matris sue dulcissime et pro peccatis nostris predictorum mansorum proprietatem et dominium 
ad prefatam ecclesiam in Hersvythehusen transtuli et transfero per presentes, dando ipsi ecclesie super 
bac mea libera donatione has litteras sigillo meo signatas in testimonium super eo. Acta sunt hec in 
Geysmaria anno gracie M°.CC°.XLVI°. Testes Givehardus nobilis de Cigenberg, Bruno de Dvergen, Al- 
bertus de Calden miles; Johannes de Gandera, Wilhelmus civis et alii plures. 
Das Siegel ist abgefallen. 

3TT. 

* Atehrere Klostervorsteher geben dem Bischof ihrer Diocese Paderborn das Zeugniss, dass er sich ihnen 

gegeniiber stets gut verhalten, sie nie bedriickt, vielmehr ihre Interessen stets tuahrgenommen habe. 

(1246—1256)*). Papenheim. — Or. Fr. Paderborn U. 166. 

W(idekindus) Dei gratia de Breidelare, H(einricus) de Flectorp abbates, . . de Aroldessen . . de 
Scaken . . de Folchardinchusen 4 ) propositi, • . prior de Gerdene omnibus hoc scriptum inspecturis salu- 
tem et orationes in Christo devotas. Presenti scripto publico confitemur et solempniter protestamur, 
quod venerabilis dominus noster Paderburnensis episcopus se ab electione sua usque ad presens tempus 
circa nos et ecclesias nobis commissas et res ecclesiarum mobiles et immobiles gessit commendabiliter et 
honeste, nee nobis ullo unquam tempore in rebus ecclesiarum nobis commissarum fuit oneri seu in per- 
sonis. Preterea noverint omnes, quandocunque aliqui ex nobis iniurias ecclesiarum suarum coram dicto 
domino nostro proponere volebant vel proposuerunt, quod idem nobis in iure nunquam defuit spirituali, 
iniuriatores nostros citatione et monitione premissa per censuram ecclesiasticam compescendo. Datum 
Papenhem quarto Kalendas Martis. 



») Vgl. Nr. 363. — f ) Schon 1244 verkaufte Hermannus miles quondam Rotcheri filius de Geismaria dem Kloster Harde- 
hausen zwei Morten Land gleichfalls in marca Asekendorp, die ebenfalls vom Edlen Conrad von Schoneberg zu 
Leben gingen; oben Nr. 339. — *) Diese Jabre ergeben sich aus der Regierungszeit der Abte Wedekind von Bredelar 
1244—1256 und Heinrich von Flechtorf 1246 — 1269. Hiernacb kann die Urkunde sich entweder auf Bernhard IV. 
oder Simon I. beziehen. Doch scheint fur erstere Annahme der Cbarakter der Schrift zu spxeohen. — 4 ) Arolsen, 
Schaken und Volchardinghausen im Fr. Waldeck. tlber letzteres vgl. die Urk. aus d. J. 1221 Nr. 92. 



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846 1247 - 

378. 

* Bischof Ludolf van Miinster griindet auf Bitten eines TheiU der sum KspL Rheine gehbrigen Einwohner 

unter Zuslimmung der Abtissin von Ber/ord l J, sowie ihres Stifts und des betreffenden Archidiacons, eine 

Filialkirche zu Sudwinkel (Neuenkirchen)*). 1246 (1247) Januar 7. — Or. Furstabt. Berford U. 42. 

In nomine Domini. Amen. Ludolfus Dei gratia Monasteriensis ecclesie episcopus, univerris Christi 
fidelibus in perpetuum. Ut in pluribus locis ex officio nostro Deo dicatis vel adhuc dicandis invocari 
valeat nomen Domini super nos, loca novelle plantationis temporibus nostris multiplicari diligimus, et ea 
ut divinis habilia reddantur obsequiis per humilitatis nostre ministerium attoli gaudemus: sperantes in 
hiis precipue locis anime nostre certa pervenire remedia, in quibus nostris devotis laboribus inicium ac- 
ceperunt divina. Noverit ergo tarn presens etas quam successiva posteritas, quod ex parte quorumdam 
parrochianorum de Rene, quorum mansiones ab ecclesia stabant a longe, supplicatum fuit nobis, ut de 
nostra licencia et voluntate bona liberum esset eis et licitum in eadem parrochia novam capellam erigere, 
ubi propter remocionem prions ecclesie non modicam et difficultatem vie venigendi/Wc/y ad ipsam, divinis 
possent frequencius interesse, ubi eciam sine minori periculo et dificultate haberent sacramenta ecclesie 
et funera sua non in preiudicium alicuius vel gravamen ecclesiastice traderent sepulture. Nos vero peti- 
cioni eorum satis favorabili pronum prebere volentes auditum annuimus, quod pro desiderata, quam a 
nobis acceperunt licencia, perficerent ecclesiam Suedwinkele, que ipsis esset accomoda nulli tamen one- 
rosa. Super cuius incohacione, quia precavendum erat ne post incohacionem operis aliquas hinc inde 
contenciones suscitari contigeret vel lites, de consensu Hervordensis abbatisse, que tunc pro tempore fuit, 
et eiuB ecclesie, nee non et de voluntate Bertrammi, qui rexit ecclesiam in Rene, talis ordinacio inter- 
venit, quod beneficium ecclesie nove a matrice di visum non erit ecclesia, sed semper unitum cum ipsa, 
ut qui fuerit rector matricis ecclesie, sit eciam rector nove. Cui dictus Bertrammus vel successor suns 
providebit in divinis et omnibus ecclesie sacramentis; in eodem loco audiet confessiones, iniunget peni- 
tentias, funera eorum sepulture tradet ibidem, et eas que diem purgacionisimpleveruntinducet; ad omnia 
eciam premissa fideliter explenda successores predicti Bertrammi sciant perpetuo se teneri. Convenit 
etiam in eadem ordinacione quod fundus huius ecclesie, cuiheeville Offenhem 8 ), Harhem 4 ), Suedwinkele, 
Suterhem 4 ), Lendrikeshem A ) et due domus Scirlo in parroghiam in evum sunt assingnate fl ), matrici adhe- 
rebit ecclesie perpetuo proprietatis iure. Preter hec prenotati parrochiani pro synodo suo tempore tenenda 
matricem adire debent ecclesiam, sicut eorum semper erat consuetudinis servantium circa suum archidia- 
conum quicquid iuris fuerit et honoris ipsius, qui suis laboribus et expensis domum dotalem facient et 



>) Welcher Rheine gehorte durch Schenkang K. Lndwigs dee Fr. vom 7. Juli 838. Vgl. meine Eaiserark. L 61. — 
9 ) Obwobl Tibas Grundungsgesch. I. 259 diese Urkunde nicht kannte, so hat er aus den sonet vorhandenen Materialien 
Bcharfsinnig die Folgerung zu ziehen gewusst, daas Neuenkirchen SW. von Rheine nrsprunglich Sndwinkel geheissen 
habe. Unaer Document giebt nun interessante Aufachlusse iiber die Entstehnng und Abzweigung dieser Piarre von 
der Kirche zu Rheine, mit der sie aber immer im Personalzusammenhange stehen sollte. Doch liegt darin im Ver- 
gleich mit den fruher bekannten Nachrichten immer insofern eine Schwierigkeit, als, wenn die Pfarre Sudwinkel erat 
im Jahre 1246 (1247) gestiftet worden ist, man nicht einsieht, wie die U.-B. III. 389 gedruckte Urkunde des Jahres 
1241 schon damals das Gut Puppingsiede als in parrochia Suetwinclo belegen angeben konnte. Auch das ist bemer- 
kenswerth, dass die Urkunde 16 des Klosters Gravenhorst vom 14. Februar 1268 (1269), gedr. bei Niesert U.-B. I. n. 
368 von den bonis Bernhards von Ahaus „in parochiaRene et Nienkerken", spricht und hierbei ganz in Obereinsiim- 
mung mit unserer Urkunde nur ein Kirchspiel nennt, dann aber doch noch der domus Herbordi in Suedwynkele 
erwahnt, ein sicherer Beweis, dass zwar die officielle kirchliche Bezeichnung der Pfarrei schon damals Nienkerken 
war, dass aber fur die Bauerschaft als politische Eintheilung noch immer der alte Name Suedwinkel in Gebrauch 
blieb. — *) Bauersch. Offlum Kspl. Neuenkirchen. — 4 ) Bauersch. Sutrum-Harum 0. von Neuenkirchen. — *) Banersch. 
Landersum N. von Neuenkirchen. — •) So die Urkunde, deren seltsame Orthographie wir hier und sonst treu wieder- 
geben. 



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1247. 247 

ecclesiam dotabunt XII malciis siliginis et ordei sepedicto Bertramo et suis guccessoribus pertinere deben* 
tibus iure perhenni; ex his ') octo malcia erunt ordei et IIII malcia siliginis per mensuram que Rene 
solet servari semper solvenda. Eo in penam statute quod si hec annona nomine dotis semper habenda 
ex nunc infra IIII annos proximo venturos ab eisdem parochianis non conquiritur, ex tunc prefata par* 
rochia sine contradictione qualibet ad matrioem ecclesiam revertetur. Igitur ut premissa permaneant in 
evum stabilia, presentem paginam conscribi fecimus, et ut fides scripto non desit et consensus noster, 
Hervordensis abbatisse, ecclesie sue, archidiaconi et sepedicti Bertrammi comprobari possit, nostro et 
predictorum sigillis earn roborari voluimus et muniri. Facta sunt hec anno Domini M°. CC°.XL° sexto, 
in crastino Epyfanie Domini. Testes huius rei sunt: propositus Gerlacus, Bertrammus rector ecclesie m 
Rene, Hinricussuus capellanus, Bernhardus, Wolcwinuset Johannes no stre curie capellani; Ottonobilis 
▼ir de Horstmare; Hermannus iudex de Warenthorpe, Arnoldus clericus, Temo deBernen, Bernhardus de 
Klanctorpe, Bruno et Lutbertus fratres de Hornecampe et alii quamplures. 

Das grosse, gut erhaltene Siegel des Bischofs aus weissem Wachse hangt an gelben and rothen seidenen Faden. 
Andere Siegel sind nie daran befestigt gewesen. 

3T9. 

* Auf die Appellation der Abtissin (Ida) von Herford bestdtigt der Erzbischof Conrad von Coin den von dem 
Bofe der Colnisehen Dienstmanner gefundenen Rechtsspruch, dass die Abtissin mit ikren Ministerialen nicht 

Wos in ihrer Kemnade, sondern auf alien Besitzungen ihres Stifts gerichtlich verhandeln kbnne. 1246 (1247) 
Januar 17. Coin. — Abschrift Msc. VII. 3301a. S. 33. 

C. Dei gracia saacte Coloniensis ecclesie archiepiscopus sacri imperii per Italian arehicancellarius 
universia presens scriptum inspecturis salutem in Domino. Gum dilecta consanguinea *) nostra Herror- 
densis abbatissa cum quibusdam ministerialibus suis super quadam sentencia discordaret, abbatissa pre- 
dicta ad nostram audienciam appellavit Vnde nos a Hermanno pincerna nostro in generali quesitimuft 
sentencia, ntrum prefata domina suis ministerialibus alias in bonis ecclesie sue quam in caminata sua 
speciali locum prefigere posset placitandi. Dictus rero pincerna super hoc habito consilio sentenciavit 
coram nobis, quod sepedicta abbatissa tarn in bonis ecclesie quam in caminata sua speciali ministeriali- 
bus suis locum prefigere posset ad placitandum. Quam sentenciam a Volcoldo viro nobili de Buren, 
Hermanno Panario, UlricoBoke, GerhardoschultetoNussiensi, Hermanno dicto Comm, Gherhardo Flaarne 
et alii* quampluribus approbatam ratam habemus et sigilli nostri patrocinio communimus. Datum Colonic 
anno Domini M^CC°,XLVI , quarta feria proxima post octavas Epiphanye. 

380. 

* Bischof Bernhard genehmigt den Verkauf eines von ihm lehnriihrigen, innerhatb der bischoflichen Miihle an 
der Pader in der Stadt Paderborn belegenen Grundstiieks unter der Bedingmg , dass dawn jahrUch einhalbes 

Pfund Wachs an den Altar seines Palastes zu entrichlen set. 1247*). — Or. Fr. Paderborn U. 167. 

Bernhardus quartus Dei gratia Paderbornensis episcopus omnibus hoc scriptum inspecturis salutem. 
Accedens ad nostram presenciam Antonius famulus noster cum Alheide uxore sua recitavit coram nobis, 



„hie M die Urk. — *) Wie die Abtissin Ida Ton Herford mit dem Colnisehen Ensbisehof Conrad von Hochstaden ver- 
wandt gewesen, bleibt noch zu ermittehi. — •) Aber vor dem 14. April d. J., an welchem Tage nach dem Necrologium 
von Marienmtinster (bei Schaten sum Jabre 1246) der Bischof starb. Wenn Schaten freilich k c. selbst dem Zeugniss 
des Albert Ton Stade gegenuber, der B. Bemhards IV. Tod in's Jahr 1247 setet, an seiner Meinung, dass dieser schon 
1246 erfolgt sti, festbalty so wird er hiere* ckrrch seine Unkenntnisa der im Erzbisthom Coin fiblichen Datirongsweise 



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248 l** 7 - 

quod domum et aream suam infra molandinnm nostrum in dextra parte supra ripam Padhre in civitate 
Paderbornensi sitam magistro Johanni canonico Paderburnensi vendidit, septem marcis et fertone sibi 
pro precio constitute. Postquam vero idem Antonius et uxor sua pro se ac heredibus suis prescriptam 
domum et aream in noetris manibus resignassent, nos ad peticionem eorum et dicti magistri omne ius, 
quod dictus Antonius et uxor sua cum suis heredibus in prescripta domo et area habuerunt, magistro 
Johanni contulimus, ita quod ipse et successores eius in eadem domo et area ex collatione episcopi Pa- 
derbornensis in sancta nocte purificationis beate Marie palatii nostri altario (sic I) dimidiam libram cere 
annuatim de area solvere teneantur. Acta sunt hec Paderborne presentibus*. Alberto capellano domini 
episcopi, Symone sacerdote, Georgio, Heinrico camerario; militibus: Friderico, Hildebrando, Iseroldo et 
aliis quampluribus, anno Domini M°.CC°.XL° septimo. 
Das Siegel ist abgerissen. 

381. 

* Der Convent des Bochstifls Her ford bekundet die Pflichten, welche die zu seiner Obedienz Adhdhardincdhorp x ) 
gehbrigen Leule gegeniiber den Berren, deren Schulz sie anvertraut morden*), zu er fallen haben. 1247 

April 22. — Or. Fiir&tabt. Berford U. 45. 

Universis hoc scriptum visuris E. preposita, B. decana, 6. custos totusque conventus eoclesie Her- 
vordensis in perpetuum. Cum labilis sit memoria hominum, et penitus recedant a memoria humana que 
geruntur in tempore, nisi scripto autentico et testimonio vivo innotescant, hinc est quod notum esse volu- 
mus tarn presentibus quam posteris, homines pertinentes obedientie Adhelhardincdhorp tale habere ius, 
ut in contractu matrimonii ipsorum, sive vir sit sive femina, teneantur domino ipsorum, cui commissi 
sunt ex parte conventus, dare unum fertonem et in obitu ipsorum nee vir dabit herewede nee mulier 
dabit radhe, sed hereditas pertinebit ad dominum sub cuius cura et protectione sunt, sicut diversa 
dyocesum introducta est et inventa consuetudo 8 ). Ut autem ad ampliora et graviora non cogantur a succes- 
soribus nostris, a quorum memoria ordinatio nostra iam recessit, presenti tenore protestamur, quod ius 
dictorum hominum pertinentium ad hanc obedientiam sic se habet sicut diximus, omnem dubietatis scru- 
pulum amputantes. Verum quia generationes et familie per diversa coniugia et vaga domicilia distra- 
huntur et elongantur a noticia dominorum suorum, occasionem damns querendi tales homines dicto officio 
attinentes, generationes paucas sub compendio assignantes: Arnoldus et Theodericus una generatio, Lu- 
dolfus et Conradus, Johannes et Lubertus, Gerthrudis soror ipsorum et pueri eius secunda generatio; 
Hermannus et uxor sua et pueri sui et sorores de Dhreken tertia generatio; Everhardus et uxor sua et 
pueri sui quarta generatio; Machorius et Gristina uxor sua et pueri sui quinta generatio et alii quam- 
plures. Ne autem posteros nostros et posteros ipsorum mittamus in errorem, pro pace et utilitate ipso- 
rum et conservatione honoris ecclesie nostre presentem cartulam sigilli nostri munimine consignamus. 
Datum anno Domini M°.CC-*. XL VII . X. Kalendas Maii. 

Auf dem vom Siegel erhaltenen Bruchstucke ist das Bild der Jungfran Maria mit Muhe noch zu erkennen. 



insofern verfuhrt, als in der am 6. April 1247 nach Colnischer, 1248 nach unserer Zeitrechnung datirten Urkunde 
Erzb. Gonrads schon Bernhards Nachfolger Simon erwahnt wird. Dass diese Urknnde aber nur dem Jahre 1248 an- 
gehoren kann, glauben wir in der Note zu IIL 486 aufs Eviden teste erwiesen zu haben. In der vorliegenden Ur- 
kunde besitzen wir nun einen directen Beweis, dass Bernhard IV. erst 1247 gestorben sein kann. — l )£af derRuck- 
seite von einer Hand de» 15. Jahrhunderts : litera super hire habitancium in Adelinctorpe. AUer Wahrscheinlichkeit 

nach AUingdorf im Kr. Liibbeke, 0. von Rodiughausen und N. von Biinde, welche beide Orte zu Herford gehoren. 

* 3 ) Vom Convente, der die Vogte ernannie und, wie wir zum Jahre 1252 sehen werden, die Obedienzen, d. L Com- 
plexe von Horigen und Gutern, als Lehen an sie austhat. — *) Sehr bezeichnend far ein Stift der Grafschaft Ravens- 
berg, die theils der Paderborner, theils der Mindener, theils der Osnabrucker Diocese angehorte. 



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1247. 249 



382. 



* In dem Stmt iiber das Archidiaconat Berford und Schildesche verzichtet der Dotnpropst Beinrich fur die 
Lebenszeit des jetxigen Inhabers Everhard auf sein Anrecht an dassetbe. 1247 Mai 18. Paderborn. 

— Or. Fr. Paderborn U. 170. 

Heinricus propositus Paderbornensis omnibus hoc scrip turn visuris notum esse volumus, quod cum 
inter nos et dominum Everhardum confratrem nostrum super archidiaconatu Herrordensi et Scildecensi 
questio verteretur, quod omni actioni, quam nobis super hoc contra ipsum ex ordinacione visitatorum >) 
competere dicebamus, pure et absolute temporibus vite ipsius E. ronunciavimus, nee ipsi super hoc, 
quamdiu vixerit, ullam deinceps movebimus questionem. In cuius rei noticiam et evidenciam pleniorem 
presens scriptum sigilli nostri testimonio necnon capituli nostri fecimus communiri. Datum Paderborne 
anno Domini M°.CC°.XLVII . in 9 ) vigilia pentacostes. 

Die beiden Siegel sind bis anf geringe Brachstiicke des einen abgefallen. 

383. 

Simon, Erwahlter von Paderborn, schKesst mit Abt Hermann und dem Convente von Corvey so wie mit dem 
Propste Themo und dem Stifle Marsberg (Eresburg) iiber die Archidiaconaljurisdiction in Marsberg einen 
Verlrag dahin ab, dass diese, wdche er auf Grund des gemeinen Rechts gefordert, sie auf Grund ihrerPri- 
vilegien und exceptionetten Siellung (prcescriptione) verweigert hat ten, ihm zugestanden wird. Biemach wird 
der Paderborner Domherr Volrad fur Ober- Marsberg in der St. Nicolaicapelk, fur Borhusen oder Nieder- 
Marsberg in der St. Dionysiuskirche den Archidiaconat -Sendgerichten vorsitzen. Die Capitularen in Marsberg 
bleiben aber exirmrt und in geistlichen und weltlichen Dingen dem Abt von Corvey unterworfen, ihr Propst 
aber wird die Sedsorge fur das Stift und die in dessen Ringmauern wohnenden Personen vom Paderborner 
Archidiacon erhalten und ihm 6 SchiUinge von der von ihm erhobenen Synodalabgabe zahlen. Die contrahi- 
renden Parteien verpflichten sich wechselseitig zur Beobachtung des Vertrags bet Strafe von 500 Mark. 1247. 
September 9. Corvey. — Absekrift s. XVII. der Paderborner Ausfertigung fur Corvey Fr. Paderborn U.171, 
wovon das Original im Archiv der Propstei Marsberg U. 6, eine Copie auch im Corveyer Copiar Msc. 1. 134 
p. 195 fvgl. I. 242 p. 217; II. 101 f. 20.) vorUegt; gedr. Seibertz I. 251. Die Ausfertigung fur Paderborn 
durch den Corveyer Abt Bermann dagegen ist in Fiirstenberg's Monum. Paderborn. und bet Schaten 

ad ann. gedruckt*J. 

Symon Dei gratia Paderbornensis electus, Heinricus propositus, Rabodo decanus et capitulum Pader- 
burnense. Universis Christi fidelibus hanc paginam inspecturis eternam in Domino salutem. Super dis- 
sensione mota inter nos ex parte una et dominum Hermannum abbatem et conventum Corbegensem nee 
non Thymonem prepositum montis Martis et fratres suos eiusdem montis ex altera super parrochia, archi- 
diaconatu et iurisdictione diocesiani ordinaria montis Martis, quam nos rati one iuris communis petebamus 
et ipsi se privileges et prescriptione defendebant, Ottone decano Bremense et magistro Themaro cano- 
nico Monasteriensi, et Heinrico decano et Hermanno scolastico Nove Ecclesie mediantibus talis compositio 
intervenit, quod tenore presentium publico et sollempniter confitemur, quod ante dicti videlicet abbas et 



>) VgL die Urkunde vom SI. Januar 12S1 Nr. 204, die allerdings in Betreff dieses Archidiaconats gewisse eventuelle 
Bestixmnungen trifPt, deren Anwendbarkeit auf den vorliegenden Fall mir aber nicht klar ist. — 2 ) Das Folgende ist 
von einer andern Hand hinxogefugt. — *) Das Original ist bisher nicht anfgefanden worden. Beide Ansfertigungen 
etimmen in der Sache nberein. 

Westf. Urk.-Buoh. IV. 32 



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250 1247. 

capitulum Corbegense et propositus montis Martis et sui fratres predicti nobis et ecclesie nostre ordina- 
riam iurisdictionem et iura spiritualia diocesiano iure communi debito (sic I) in monte predicto secundum 
formam que infra scribitur recognoscunt, consentientes et eligentes quod Volradus, canonicus Paderbur- 
nensis, archidiaconus in Horhusen et sui successores qui pro tempore fuerint, habitatoribus montis eius- 
dem sire in monte in capella beati Nicolai sive in Horhusen in ecclesia sancti Dionisii prout ipsis pla- 
cuerit presidebunt et quia propositus et fratres predicti montis ad abbatem tantummodo et conventum 
Corbegensem in spiritualibus et temporalibus respectum habere debent, ipsi tarn archidiaconorum quam 
episcoporum Paderburnensium iuribus sint exempti. Consensum est etiam inter Paderburnensem et Cor- 
begensem ecclesias, quod illi tantummodo sint excepti a frequentatione synodi et a iuribus synodatibus, 
qui infra ambitum claustri cum preposito et fratribus habitant et in emunitate existentes eorum servitiis 
sunt specialiter deputati. Preterea prepositus eiusdem loci nomine abbatis et conventus Corbegensis de- 
narios synodales tantum de habitatoribus montis colliget annuatim, archidiacono contra eosdem habita- 
tores si necesse fuerit in hoc per censuram ecclesiasticam adiuvante, de quibus denariis synodalibus pre- 
positus idem sex solidos graves archidiacono statim dum collecti fuerint annis singulis sine qualibet 
difficultate persolvet. Thymo etiam nunc prepositus, qui parrochie preest in eodem monte, a domino 
Volrado archidiacono curam animarum et donum altaris recepit et obedientiam debitam archidiacono 
repromisit; et deinceps prepositi montis Martis vel alii, qui ab abbate Corbegense archidiacono in Horhu- 
sen canonico Paderbumensi fuerint presentati ad eandem parrochiam, donum altaris et curam animarum 
perpetuo recipient in futurum; prepositi nomine eiusdem parrochie vel alii qui parrochiam eandem ha- 
buerint in ecclesia Paderbumensi episcopates synodos frequentabunt. Quod autem ea que prescripta sunt 
ecclesie Corbegensi perpetuo servabimus, nos et ecclesiam nostram Paderburnensem Corbegensi eccles